PersoNeN - Austrian Physical Society

oepg.at

PersoNeN - Austrian Physical Society

Mitteilungsblatt der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft

2008/2 Max Planck - 150. Geburtstag

Juni 10 Jahre AYPT

2008 Personen und Projekte


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Österreichische Physikalische

Gesellschaft

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iNhAlT

Editorial 3

Personen 4-5, 14-16

Physik international 6

Physik und Gesellschaft

10 Jahre AYPT 8

Physik und Theologie 10

FameLab Austria 2008 11

Physikgeschichte

Max Planck 12

Projekte 17

Aktuelles

58. Jahrestagung 18

Herausgeber und für den Inhalt

verantwortlich:

Univ. Prof. Dr. Max E. Lippitsch

Karl-Franzens-Universität

Institut für Physik

Universitätsplatz 5

8010 Graz

Tel. +43 (316) 380-5192

Fax +43 (316) 380-9816

e-mail: office@oepg.at

Verlags- und Herstellungsort: Graz

Zum Titelbild: In Trogir, Kroatien, fand

im Mai das International Young Physicists

Tournament statt (Siehe S. 8)

Sehr geehrte Leserin,

sehr geehrter Leser!

Das Titelbild dieser Nummer von

< Physik|AT> weckt in Ihnen sicher

nicht wirklich Assoziationen zur Physik,

wohl eher zum bevorstehenden Urlaub.

Und trotzdem hat es mit Physik zu tun:

In Trogir, einer kleinen, malerischen

Stadt nahe dem kroatischen Split, wurde

heuer im Mai das 21 st International

Young Physicists Tournament abgehalten.

Dieser Wettbewerb für Schülerinnen

und Schüler der Oberstufe

erfordert mehr als Physikkenntnisse:

Teamfähigkeit, Präsentationsgeschick,

Diskussionskultur, Sprachkenntnis - all

das ist unerlässlich, um in diesem Turnier

der besten Jungphysikerinnen und

-physiker bestehen zu können. Und die

physikalischen Aufgabenstellungen tun

das Übrige dazu, die Anforderungen in

die Höhe zu schrauben.

Das österreichische Team für diesen

internationalen Wettbewerb wird in einer

jährlichen nationalen Qualifikation

ermittelt, die heuer zum 10. Mal abgehalten

wurde - siebenmal davon in Leoben.

Dass diese nationale Qualifikation

ihrem Zweck gerecht wird, bestätigt

sich durch die Erfolge beim internationalen

Bewerb: Heuer verfehlte Österreich

unter 27 Ländern das Finale lediglich

um 0,1 Punkte und errang damit

einen exzellenten dritten Platz.

Wenn Sie dieses Heft durchblättern,

könnten Sie zum Schluss kommen,

dass wir zwar in der Fußball-EM nicht

weit gekommen sind, in der Physik

aber umso besser aufgestellt sind:

Exzellente Jungphysiker, renommierte

Preise, ehrenvolle Ernennungen, viel

versprechende Projekte,

zahlreiche Zitierungen.

Wäre da nicht ein kleiner

Schönheitsfehler: Die

Statistik des European

Research Council bescheinigt

uns leider nur

das untere Mittelfeld bei

der Vergabe der Starting

Grants, und auch bei den

Advanced Grants liegen

wir gerade einmal im

Durchschnitt.

ediToriAl

Auch in der Physik ist es also wie

beim Fußball: Durchaus respektabel

Leistungen bringen leider noch kein

Viertelfinale, geschweige denn einen

Europameister-Titel. Die Urlaubszeit

sollte also wohl dazu genützt werden,

Kräfte zu sammeln für die Qualifikationsspiele,

die uns sicher auch in naher

Zukunft Einigesabverlangen werden.

Lassen Sie sich dadurch den Urlaub

nicht vermiesen, erfreuen Sie sich an

Meer und Palmen oder Seen und Wiesen

und kommen Sie gut erholt in der

letzten Septemberwoche nach Leoben

zur 58. Jahrestagung der ÖPG.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Geschäftsführer

Nr. 2/2008 3


PersoNeN

PeTer Zoller iN die AmerikANische

AkAdemie der WisseNschAfTeN geWählT

Eine außergewöhnliche Auszeichnung

wurde Prof. Peter Zoller Ende

April zuteil: Die US National Academy

of Sciences wählte ihn zu ihrem

Mitglied. Zoller zählt damit zum

handverlesenen Kreis von Wissenschaftlern,

denen diese seltene Ehre

zuteil wird. In der selben Woche wurde

er zum Mitglied der Königlich Niederländischen

Akademie der Künste

und Wissenschaften gewählt.

„Die Wahl in die amerikanische Akademie

der Wissenschaften ist für mich

als Wissenschaftler eine große Ehre

und eine beeindruckende internationale

Anerkennung meiner bisherigen

Arbeit“, freut sich Peter Zoller, Professor

für Theoretische Physik an der

Universität Innsbruck und Wissenschaftlicher

Direktor am Institut für

Quantenoptik und Quanteninformation

der Österreichischen Akademie der

Wissenschaften. „Ich werde diese neue

Position auch dazu nutzen, die Rolle

der österreichischen Wissenschaft in

der Welt zu stärken“, sagt der Tiroler

Forscher.

In Anerkennung ihrer bedeutenden

Beiträge für die Forschung wurden

in diesem Jahr 18 ausländische Mitglieder

aus neun Staaten in die Nationale

Akademie der Wissenschaften

der Vereinigten Staaten gewählt. Insgesamt

hat diese renommierte USamerikanische

Einrichtung derzeit 397

ausländische Mitglieder, darunter eine

große Zahl von Nobelpreisträgern aus

allen wissenschaftlichen Disziplinen.

Die US National Academy of Sciences

zählt außerdem 2.041 aktive amerikanische

Mitglieder, 72 davon wurden in

diesem Jahr neu in die prestigeträchtige

Institution gewählt. Das einzige österreichische

Mitglied der US National

Academy of Sciences war bisher der

Wiener Physiker Walter Thirring, der

vor 20 Jahren aufgenommen worden

war. Die National Academy of Sciences

ist eine private Organisation, die 1863

vom damaligen US-Präsidenten Abraham

Lincoln ins Leben gerufen wurde

und die die Vereinigten Staaten von

Amerika in allen wissenschaftlichen

Belangen berät.

„Es werden nur sehr wenige ausländische

Mitglieder in die Akademie gewählt.

Das ist eine sehr seltene und

4 Nr. 2/2008

große Auszeichnung“, betonte einer

der ersten Gratulanten, der amerikanische

Physik-Nobelpreisträger William

D. Phillips gegenüber Peter Zoller.

Ebenfalls in dieser Woche wurde der

Innsbrucker Physiker zum Mitglied der

Königlich Niederländischen Akademie

der Künste und Wissenschaften gewählt.

Er hatte bereits im Jahr 2005

den renommierten Lorentz-Lehrstuhl

der niederländischen Universität Leiden

inne.

Peter Zoller ist wirkliches Mitglied der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

und Träger zahlreicher

international bedeutender Preise,

darunter die Max Planck-Medaille, die

Dirac-Medaille, die Niels Bohr-Goldmedaille

und der Wittgenstein-Preis.

Der Theoretiker beschäftigt sich mit

Quantenoptik und Quanteninformation

und ist vor allem für seine Pionierarbeiten

über Quantencomputer und

Quantenkommunikation sowie für seine

Forschungen zur Verbindung von

Quantenoptik und Festkörperphysik

bekannt.

Peter Zoller wurde 1952 in Innsbruck

geboren und studierte an der Universität

Innsbruck Physik. 1977 promoviert

er und wurde Assistent am Institut für

Theoretische Physik. 1978/79 forschte

er als Max Kade Stipendiat an der

University of Southern California, und

1980 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt

in Auckland, Neuseeland.

1981 habilitierte sich Peter Zoller an

der Universität Innsbruck. 1981/82

und 1988 war er jeweils für ein Jahr

Visiting Fellow am Joint Institute for

Laboratory Astrophysics (JILA) der

University of Colorado, Boulder, USA.

1991 wurde Peter Zoller zum Professor

of Physics und Fellow am JILA

und Physics Department der University

of Colorado berufen. Ende 1994

folgte er dem Ruf an die Universität

Innsbruck, wo er seither als Professor

für Theoretische Physik tätig ist.

Zahlreiche Gastprofessuren führten

ihn an alle wichtigen Zentren der Physik

in der ganzen Welt. Seit 2003 ist

Peter Zoller auch Wissenschaftlicher

Direktor am Institut für Quantenoptik

und Quanteninformation (IQOQI) der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

(ÖAW).

AusZeichNuNg für

leobeNer Physiker

Robert Danzer, Institut für Struktur-

und Funktionskeramik der Montanuniversität

Leoben, wurde kürzlich mit der

‚Seger-Plakette‘ der Deutschen Keramischen

Gesellschaft ausgezeichnet.

Die ‚Seger-Plakette‘ - Seger war der

erste Direktor der Versuchsanstalt der

königlichen Porzellanmanufaktur Berlin

- ist die höchste wissenschaftliche

Auszeichnung dieser Gesellschaft. Sie

wurde Professor Danzer in Würdigung

seiner wissenschaftlichen Leistungen

auf dem Gebiet der Keramik – insbesondere

auf dem Gebiet der Zuverlässigkeit

keramischer Teile - verliehen.

Die Plakette wurde erstmals 1929 verliehen,

Danzer ist erst der 27te Preisträger.

Mit dieser Auszeichnung wurde

auch seine langjährige Tätigkeit als

Vorsitzender des Fachausschusses

‚Hochleistungskeramik‘ mit mehr als

600 Mitgliedern gewürdigt, der von der

Deutschen Keramischen Gesellschaft

und der Deutschen Gesellschaft für

Materialkunde gemeinsam getragen

wird.

Robert Danzer ist gebürtiger Grazer

und hat an der Karl-Franzens-Universität

Physik studiert. Seit Juni 1993 ist er

Ordinarius am Institut für Struktur- und

Funktionskeramik der Montanuniversität

Leoben. Neben Gastprofessuren in

China, Brasilien und Deutschland ist

Danzer seit 2006 auch korrespondierendes

Mitglied der Österreichischen

Akademie der Wissenschaften.


AiNer blATT Zum WirklicheN ÖAW-

Im Rahmen der jährlichen Wahlsitzung

hat die Österreichische Akademie

der Wissenschaften (ÖAW) Prof.

Rainer Blatt zum wirklichen Mitglied

gewählt. Insgesamt wurden sieben

wirkliche Mitglieder, neun korrespondierende

Mitglieder im Inland

und zwölf korrespondierende Mitglieder

im Ausland bestimmt.

Rainer Blatt ist Vorstand des Instituts

für Experimentalphysik der Universität

Innsbruck und Geschäftsführender

Direktor des Instituts für Quantenoptik

und Quanteninformation (IQOQI)

der Österreichischen Akademie der

Wissenschaften. In den vergangenen

Jahren hat er mit zahlreichen Experimenten

zur Realisierung eines zukünftigen

Quantencomputers auf der Basis

gespeicherter Ionen für internationales

Aufsehen gesorgt. So ist es seiner Arbeitsgruppe

2004 gelungen, die weltweit

erste Teleportation mit Atomen zu

demonstrieren. Im Jahr 2006 erzeugten

die Forscher um Rainer Blatt zum ersten

Mal ein so genanntes „Quantenbyte“.

Die Realisierung eines „Quantenbytes“

gilt als wichtiger Schritt auf

dem Weg zum Quantencomputer. Auch

als Universitätslehrer und Förderer

des wissenschaftlichen Nachwuchses

ist Prof. Blatt sehr erfolgreich. Bereits

(Foto: J. Godany)

miTglied geWählT

drei START-Preisträger kommen aus

seiner Schule und vier seiner Assistenten

wurden in den letzten Jahren auf

Professuren im Ausland berufen. Im

Bemühen um den naturwissenschaftlichen

Nachwuchs gibt Rainer Blatt

auch immer wieder interessierten Mittelschullehrern

und Schülern Einblicke

in aktuelle Entwicklungen der Physik.

Rainer Blatt ist 1952 in Idar-Oberstein

(Deutschland) geboren und hat an

der Universität Mainz Physik studiert.

Nach Forschungsaufenthalten in Boulder

(USA), Berlin und Hamburg wurde

er 1994 Professor an der Universität

Göttingen. Ein Jahr später wurde er

an die Universität Innsbruck berufen,

wo er seither forscht und lehrt. Die

Forschungsschwerpunkte des Experimentalphysikers

liegen auf dem Gebiet

der experimentellen Atomphysik,

der Quantenoptik und der Quanteninformation.

Durch die enge Kooperation

von Theoretikern und Experimentalphysikern

und die hohe Dichte

an herausragenden Forschern um die

Professoren Rainer Blatt, Hans J. Briegel,

Rudolf Grimm und Peter Zoller hat

sich in den letzten Jahren in Innsbruck

eine Hochburg der Quantenphysik

herausgebildet.

PersoNeN

Neue

sTudiereNdeN-

VerTeTeriN im

ÖPg-VorsTANd

Seit Februar dieses Jahres bin ich die

neue Studentenvertreterin der ÖPG.

Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen,

um mich Ihnen kurz vorzustellen:

Mein Name ist Ulrike Regner, ich studiere

im vierten Semester Physik und

Mathematik an der Uni Wien. Mein

Interesse an der Physik wurde nicht

zuletzt durch die ÖPG geweckt, die im

Weltjahr der Physik 2005 den Schüler-Wettbewerb

„Talent Search“ veranstaltete.

Ich durfte damals als „Junge

Physikbotschafterin“ am internationalen

Symposium in Taiwan teilnehmen

und seitdem kenne und schätze ich

die ÖPG als Netzwerk einer Personengruppe,

die auf Vernetzung ganz

stark angewiesen ist. Das trifft auch

auf meine Generation von Physikern

zu, und genau das war meine Motivation,

das Amt der Studentenvertreterin

anzunehmen. Mein Ziel ist es, einerseits

das Angebot der ÖPG an Studierende

zu verbessern und zu erweitern,

und andererseits das Interesse meine

Kollegen an der ÖPG zu wecken.

In diesem Zusammenhang richte ich

mich auch gleich an die studentischen

ÖPG-Mitglieder: Was sind eure Wünsche

und Vorschläge? Bitte schickt mir

ein Mail (ricky_regner@gmx.at), wenn

ihr Ideen habt.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine

fruchtbare Zusammenarbeit!

Nr. 2 / 2 0 0 8 5


Physik iNTerNATioNAl

ÖsTerreichs Physik miT iN der sPiTZeNgruPPe

Die Alpenrepublik zählt zu den besten

Physik-Nationen der Welt. In einem von

Thomson Scientific erstellen Ranking

nehmen Österreichs Physiker erstmals

einen Platz unter den Top 20 der am

häufigsten zitierten Wissenschaftler

ein. Einen wesentlichen Beitrag dazu

leisteten die Forscherinnen und Forscher

des Instituts für Quantenoptik

und Quanteninformation (IQOQI) der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

(ÖAW) und der Universitäten

Innsbruck und Wien.

Die Welt der Physik wird nach wir vor

von der US-amerikanischen Wissenschaft

dominiert. Mit über 2,7 Millionen

Zitierungen von 218.000 Publikationen

führen die USA in dem aktuellen

Ranking von „Science Watch“, einem

Nachrichtendienst von Thomson Scientific,

deutlich. Die rund 9.000 Publikationen

der österreichischen Physik

wurden insgesamt über 106.000 Mal

zitiert. Das schiebt Österreich erstmals

unter die 20 besten Nationen weltweit.

Spitzenreiter bei den Zitierungen

pro Publikation ist die Schweiz, deren

Forschungsarbeiten im Durchschnitt

13,7 Mal von anderen Wissenschaftlern

zitiert wurden. Österreich belegt

hier hinter den USA und den Nieder-

Bei den vom European Research

Council (ERC) ausgeschriebenen Advanced

Grants ist die österreichische

Wissenschaft nur Mittelmaß. Von 2166

im ersten Durchgang eingereichten

Bewerbungen stammen knapp 40 aus

Österreich, das sind 1.8 %, fast genau

dem Bevölkerungsanteil Österreichs

an der EU entsprechend. Bei den Starting

Grants, bestimmt für erstklassige

Nachwuchswissenschafter und jetzt

erstmals in Vergabe, wurden über

9000 Anträge eingebracht, vergeben

werden etwa 300. Bisher haben zwei

in Österreich tätige ausländische Forscher

Starting Grants erhalten, zwei

weitere Preise werden an hier tätige

Österreicher vergeben. Vier Preise sollen

an im Ausland tätige Österreicher

gehen. Ein Einziger davon ist Physiker.

Die Statistik des ERC weist aus, dass

Österreich bei diesen Grants in der An-

6 Nr. 2/2008

landen den ausgezeichneten vierten

Platz. Jede österreichische Publikation

wurde durchschnittlich 11,6 Mal zitiert.

Berücksichtigt wurden in der Untersuchung

Zitierungen in den vergangenen

elf Jahren, von 1997 bis 2007. In einem

ähnlichen Ranking vor drei Jahren war

Österreich noch nicht unter den 20

besten Nationen vertreten.

Die Forschungen der österreichischen

Quantenphysik haben ganz wesentlich

zum guten Abschneiden der heimischen

Physik in diesem internationalen

Vergleich beigetragen. Allein

die fünf wissenschaftlichen Direktoren

des Instituts für Quantenoptik und

Quanteninformation (IQOQI), die Professoren

Rainer Blatt, Hans J. Briegel,

Rudolf Grimm, Anton Zeilinger und

Peter Zoller, vereinen weit über ein

Drittel der österreichischen Zitierungen

(fast 40.000) auf sich. Diese beziehen

sich auf über 800 Publikationen dieser

herausragenden heimischen Wissenschaftler.

Zwei Arbeiten haben besonderes

Interesse der internationalen

wissenschaftlichen Gemeinde hervorgerufen:

Im Jahr 1995 veröffentlichte

Peter Zoller gemeinsam mit Ignacio

Cirac einen wegweisenden Vorschlag

für den Bau eines Quantencomputers

ÖsTerreichs WisseNschAfT Nur miTTelmAss

zahl der Host Institutions den 13. Platz

unter 21 Ländern einnimmt, in der Zahl

der Principal Investigators den 13. unter

32, in der Zahl von Grants bezogen

auf die Bevölkerungszahl den 12. von

20, bezogen auf die prozentuellen Forschungsausgaben

den 17. Platz unter

20 Ländern. Keiner der angewandten

Indikatoren weist Österreich im obersten

Viertel aus.

Einziger Lichtblick für Österreich im

Rahmen der EU-Förderprogramme

ist das Marie Curie-Programm: Es fördert

internationale Netzwerke. In der

Liste der zu Vertragsverhandlungen

eingeladenen Antragsteller/innen liegt

Österreich hinter den „Forschungsriesen“

Großbritannien, Deutschland und

Frankreich auf dem hervorragenden

vierten Platz. Die meisten Koordinator/

innen dieses großen Forschungs- und

Ausbildungsnetzwerkes kommen aus

mit in Fallen gefangenen Ionen. Zwei

Jahre später konnte Anton Zeilinger

in Innsbruck erstmals die Teleporation

mit Lichtteilchen demonstrieren. Beide

Veröffentlichungen wurden bis heute

über 1.200 Mal von anderen Wissenschaftlern

zitiert und gelten nach wie

vor als richtungsweisend. Die Erfolge

der vergangenen Jahre und die steil

nach oben zeigenden Kurven der Zitierungen

der österreichischen Wissenschaftler

lassen erwarten, dass

Österreich seine Position in Zukunft

noch weiter verbessern wird können.

„Es ist uns in Österreich gelungen,

die Kräfte zu bündeln und innerhalb

eines Jahrzehnts eine schlagkräftige

Gemeinschaft von Physikerinnen und

Physikern aufzubauen, die sich auch

mit internationalen Maßstäben messen

kann“, sagt Prof. Rainer Blatt, Direktor

des Instituts für Quantenoptik und

Quanteninformation. „Die enge Kooperation

zwischen den verschiedenen

Institutionen, den Universitäten, der

Akademie der Wissenschaften und

dem Wissenschaftsfonds, waren dafür

eine wichtige Voraussetzung.“ Links

zum Ranking: http://sciencewatch.

com/dr/cou/2008/08mar20PHY/

(Text: IQOQI Medieninformation/2008)

Österreich. Diese ersten Ergebnisse

der Ausschreibung „Initial Training

Networks“ (ITNs) des Teilprogramms

„People“ im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm

(Nachfolge der Marie Curie

Actions) gab die EU-Kommission jetzt

bekannt.

Quellen:

APA0217 2008-06-04

ERC Memo 07/586 http://erc.europa.

eu/pdf/memo.pdf

BM f. Wissenschaft und Forschung

19.2.2008


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Physik uNd gesellschAfT

Der Ausscheidungswettbewerb

Austrian Young Physicists Tournament“

(AYPT) für die diesjährige

Physik –Team – WM (IIYPT ) in Kroatien

fand heuer bereits zum zehnten

Mal in Österreich statt.Er dient dazu

jene 5 Schüler auszuwählen, die als

Nationalteam Österreich vertreten

sollen. Von 10. – 12. April kämpften

die Jungphysiker an der Montanuniversität

Leoben.

Gemeinsam mit dem „Neuen Gymnasium“

Leoben und dem „Forschungsforum

junger Physiker“ veranstaltete die

Montanuni diesen

internationalen Physik

– Schülerwettbewerb.

Vertreten waren in

diesem Jahr Schülerteams

aus Österreich

und, da dieser

Wettbewerb offen

ausgetragen wird,

Teams aus Russland,

der Ukraine,

der Schweiz, der

Türkei, der Slowakei

und dem Iran, die im

Rahmen dieser Veranstaltung

ihr Können

vor einer namhaften

Jury unter

Beweis stellten.

Den Festvortag im

Rahmen der Eröffnung

der Jubiläumsveranstaltung

hielt

10 JAhre AusTriAN youNg PhysicisTs TourNAmeNT

Univ. Prof. Dr. Heinz

Oberhummer vom

Atominstitut der Österreichischen

Universitäten, der sein

neues Buch „ Kann das alles Zufall

sein – geheimnisvolles Universum“

vorstellte und die Zuhörer in seinen

Bann zog.

Im Gegensatz zur Physikolympiade,

bei der ein Teilnehmer sein in den

Olympiadekursen erworbenes Wissen

und Geschick einsetzt um als „Einzelkämpfer“

Aufgaben in kurzer Zeit zu

lösen, handelt es sich hier um einen

8 Nr. 2/2008

JubiläumsVerANsTAlTuNg AN der moNTANuNiVersiTäT

Teamwettbewerb.

gerhArd hAAs

Die zu lösenden Aufgaben sind schon

einige Monate vor dem Wettbewerb im

Internet zu finden. Dabei handelt es

sich häufig um komplexe physikalische

Problemstellungen, bei denen es oft

keine eindeutigen Lösungen gibt ; die

Schüler werden dadurch in die typische

Situation des Forschers versetzt.

In der mehrmonatigen Vorbereitungszeit

erforschen die Teams bestehend

aus je 5 Schülern die Probleme experimentell,

stellen Hypothesen für Lö-

sungen auf, erarbeiten mathematische

Modelle, Computersimulationen und

nehmen Kontakt mit Universitätsinstituten

auf.

Besonders erfreulich ist die Tatsache,

dass den Teilnehmern an vielen Instituten

die Gelegenheit gegeben wird an

den gestellten Aufgaben experimentell

zu arbeiten, was zu engen Kooperationen

mit Universitätsinstituten führt,

wie es auch in der derzeit vom BMf-

VIT und vom BMfUKK initiierten Aktion

„Forschung macht Schule“ angestrebt

wird.

Auch sprachlich sind die Teilnehmer gefordert,

da der gesamte Wettbewerb in

englischer Sprache durchgeführt wird

und die erarbeiteten Lösungen und

Präsentationen vor einer Jury, bestehend

vorwiegend aus Universitätsprofessoren,

sowie einem gegnerischen

Team im wissenschaftlichen Streitgespräch

verteidigt werden müssen.

Die zukunftsweisenden Aspekte dieses

Wettbewerbes

liegen in der

Teamarbeit, im

selbstbestimmten

Lernen

(Informationssuche,Problemlösungsstrategien,

Auswahl

von Quellen,

Kontaktaufnahme

mit außers

c h u l i s c h e n

Institutionen),

im internationalenErfahrungsaustausch

und

somit der eigenenStandortbestimmung.Zusätzlich

fördert

dieses Turnier

die gegenseitige

Motivation,

Eine Torte für 100 Personen wurde zum 10. Geburtstag des Austrian Young Physicists

Tournament gebacken - und auch gegessen

nen Standpunktes.

das Entwickeln

von Strategien

und das selbstbewussteVertreten

des eige-

Neben den physikalischen Inhalten ist

es auch wichtig die vorbereiteten Lösungen

in eindrucksvoller Art und Weise

zu präsentieren. Darüber hinaus ist

auch eine gewisse Spontaneität erforderlich

um in der Lage zu sein binnen

sehr kurzer Zeit eine Kritik-Rede und

anschließende Diskussion mit dem

gegnerischen Team vorzubereiten.


Das iranische Team bei der Vorbereitung zu einer Aufgabe. Im Hintergrund Mitglieder der Jury.

All diese Punkte, speziell das Arbeiten

im Team sowie die verlangte Sprachkompetenz,

führten dazu, dass der

Mädchenanteil bei diesem Wettbewerb

besonders hoch ist.

Wir haben auch gesehen, dass sich bei

den teilnehmenden Schülern im Laufe

der sechsmonatigen Vorbereitungszeit

eine gewaltige Physikbegeisterung

entwickelt und sie sich in besonderem

Ausmaß für ein naturwissenschaftlich /

technisches Studium entscheiden.

Weitere Informationen unter

www.aypt.at

bzw. Dipl. Ing.. Dr. Gerhard Haas

E-mail : haas@aypt.at

Tel.0676/7019116

Die Ergebnisse des 10. AYPT 2008:

Gesamtsieger, 1.Preis :

Pluskurs Physik Salzburg

2.Preis : Team Uni Wien

Team St.Petersburg / Russland

3.Preis : Team Ukraine, Kiew

Team Slowakei

Kepler Gymnasium Graz

Bischöfliches Gymnasium Graz

Weitere Platzierungen :

Team Schweiz

Team Iran

Ursulinen Innsbruck

Team Türkei

Seebacher Gymnasium Graz

Physik uNd gesellschAfT

P. S.

Das 21st International Young Physicists

Tournament wurde vom 21. bis 28.

Mai in Trogir, Kroatien, durchgeführt.

Teams aus 21 Staaten wren vertreten.

Österreich konnte dabei ein sehr gutes

Ergebnis verbuchen: Unser Team

schloss mit 226.2 Punkten als viertes

in der Punktetabelle ab und verpasste

den Einzug ins Finale damit nur um 0.1

Punkte. Dias Team errang damit nach

den Wertungsregeln des IYPT einen

Dritten Platz. Den Ersten Platz belegte

mit 235.6 Punkten Deutschland, den

Zweiten Platz teilten sich Neuseeland

und Kroatien. Im nächsten Jahr wird

der Wettbewerb in Tijanjin / China

stattfinden. Leoben wird wieder Austragungsort

ded österreichischen Ausscheidungswettbewerbs

sein.

Nr. 2/2008 9


Physik uNd gesellschAfT

Lieber Ferdinand

kommeNTAre Zum offeNeN brief VoN ferdiNANd cAP

Mit Interesse habe ich Ihren offenen

Brief gelesen. Wir haben natürlich dieselben

Fakten vor uns, aber ziehen

daraus verschiedene Schlussfolgerungen,

ich möchte hier kurz die meinen

angeben. Sie diskutieren die drei

Behauptungen

1. Gottes Spuren sind in den Naturgesetzen

zu finden.

2. in der Evolution liegt ein Plan vor.

3. die Welt hat einen absoluten einmaligen

Anfang genommen.

Ad 1.: Am Schluß ihrer Diskussion sagen

Sie „dass die Naturgesetze reines

Menschenwerk sind“. Notgedrungen

verwenden wir für ihre Ausformung

die Sprache und die Begriffe unserer

Zeit. Etwa in der Gravitationsphysik

hat man durch Jahrhunderte gesagt,

da herrscht die Schwerkraft, und in

der Einsteinschen Theorie sagt man

jetzt: Die Gravitation gibt es gar nicht,

sie ist nur eine Illusion, in Wirklichkeit

ist die Raumzeit gekrümmt. Mit gleichem

Recht könnte man auch sagen:

Die Schwerkraft wirkt auf Uhren und

Maßstäbe so, dass wir die Illusion bekommen

der Raum sei gekrümmt. Dies

zeigt nur die Schwäche der Begriffe Illusion

und Wirklichkeit, aber wie immer

wir es formulieren, in der Natur muss

dem etwas entsprechen. Wenn es reine

menschliche Phantasie wäre, wieso

würden sich dann alle Galaxien danach

richten, auch wenn weit und breit kein

Mensch dabei ist. Dieses etwas in der

Natur hat irgendwie zum menschlichen

Geist eine Affinität, es erschließt sich

uns erst seit wir zu mathematischer

Abstraktion fähig sind. Wie man in den

Hieroglyphen seit ihrer Entzifferung

die Spuren der Ägyptischen Geisteswelt

sieht, sehe ich auch in den uns

jetzt erschlossenen Naturgesetzen

die Spuren Gottes, des hier waltenden

Geistes. Ich weiß wohl, dass wir über

das Geistige nur vage sprechen können,

denn es ist noch nicht in unserem

naturwissenschaftlichen System eingebaut.

Aber deswegen zu sagen das

gibt es nicht, erscheint mir engstirnig.

Ad 2. Sicher herrscht in der Evolution

Zufall und Notwendigkeit, daher geht

es mit „trial and error“ vor sich. Wenn

10 Nr. 2/2008

AN chrisToPh kArdiNAl schÖNborN

Sie meinen, ein Plan müsste sich so

ausdrücken, dass alles ohne Fehler

direkt zum Ziel kommt, dann gibt es

diesen Plan nicht. Aber ein Plan muss

ja nicht nach unseren perfektionistischen

Vorstellungen ablaufen. Schon

allein das sich aus dem Chaos des

Urknalls so geordnete Strukturen wie

die Lebewesen entwickelt haben zeigt,

dass nicht alle möglichen Irrwege eingeschlagen

wurden, deren gäbe es ja

schier unendlich viele. Je mehr man

findet, dass dies alles nur durch Zufall

entstand, desto intelligenter muss der

zu Grunde liegende, wie auch immer

geartete, Plan sein. Für mich ist die

Abwesenheit von Intervention, also

von Nachjustieren, der bestmögliche

Beweis für die Intelligenz des Planes.

Ad 3. Was ganz am Anfang geschah

und ob es da ein Vorher gab, wissen

wir nicht, ist für diese Frage auch irrelevant.

Sicherlich war es in den ersten

Sekunden ganz verschieden von unserer

heutigen Welt. Ich glaube daher

die Aussage, die Welt wie wir sie

kennen, hat vor etwa 15 Milliarden

Jahren ihren Anfang genommen, ist

berechtigt.

Ich beurteile daher die drei Punkte wie

folgt: 1 und 2 sind Sichtweisen und als

solche weder verifizierbar noch falsifizierbar.

Alles was hier die Wissenschaft

vermag, ist Missverständnisse

auszuräumen und so klarzustellen in

welcher Form sie nicht haltbar sind.

Für die Richtigkeit von 3 gibt es bei

vorsichtiger Formulierung schwerwiegende

empirische Argumente.

In alter kollegialer Verbundenheit

Walter Thirring, Wien

***

Prof. Cap hat der Sache der Naturwissenschaften

keinen wirklich guten

Dienst erwiesen. Weder gelingt es ihm,

die drei zitierten Aussagen des Wiener

Erzbischofs zu widerlegen, noch ist

seine eigene Darstellung dabei völlig

konsistent. Z.B. steht die von Cap

geforderte Vermeidung von „Grenzü-

berschreitungen“ im Widerspruch zur

abschließenden Darstellung, dass theologische

Fragestellungen naturwissenschaftlichen

Erklärungen zugänglich

wären. Wobei auch zu hinterfragen

wäre, ob der Nachweis der hirnphysiologischen

Manifestation einer Gottesvorstellung

in irgendeiner Weise theologisch

relevant ist.

Schönborns Hauptangriffspunkt gegen

die Naturwissenschaften liegt auch

nicht in den drei inhaltlichen Aussagen

„Gottes Spuren sind in den Naturgesetzen

zu finden“, „in der Evolution liegt ein

Plan vor“ und „die Welt hat einen absoluten

Anfang genommen“, sondern

in der Unterstellung, die Naturwissenschaft

wäre durch das Absolutsetzen

einer atheistischen Evolutionstheorie

und Ignoranz von Argumenten, welche

für Intelligent Design sprächen, nicht

mehr eigentlich Wissenschaft, sondern

vielmehr Ideologie.

Genau diesem Vorwurf leistet nun

Prof. Cap – trotz seines nützlichen Hinweises

auf das Prinzip der Denkökonomie

– in gewisser Weise Vorschub,

wenn er apodiktisch feststellt: „Heute

wissen wir, dass es kein Ziel der Entwicklung

der Lebewesen, keinen vorausbestimmten

Plan der Evolution in

der Natur gibt.“

Ebenso kann der Behauptung, dass

mit der Teleologie in der Evolutionstheorie

auch das anthropische Prinzip

gefallen wäre, nicht ohne weiteres zugestimmt

werden. Die von Cap wiedergegebene

starke Formulierung dieses

Prinzips („die Entwicklung schlägt absichtlich

immer jene Wege ein, damit

schließlich der Mensch entstand“) ist in

der gegenwärtigen Diskussion ohnehin

kaum mehr von Bedeutung. Die Frage,

warum die Naturkonstanten, aber

vor allem auch warum die Struktur der

Naturgesetze so ist, dass der Mensch

entstehen konnte ist durchaus intersessant

und wird auch durch eine leistungsfähige

nicht-teleologische Evolutionstheorie

nicht beantwortet.

Manfred Pöckl,Perchtoldsdorf


Physik uNd gesellschAfT

fAmelAb AusTriA 2008: Physiker geWiNNT

Das Neue Gesicht der Wissenschaft

in Österreich hat einen Namen. Der

Gewinner des internationalen Wettbewerbs

für Wissenschaftskommunikation,

Famelab Austria 2008, ist der

32-jährige Innsbrucker DI Bernhard

Weingartner, Forschungsassistent am

Institut für theoretische Physik, Technische

Universität Wien. Mit seinem

bilderreichen und spannenden Vortrag

über chaotisches und reguläres Verhalten

in komplexen Systemen konnte er

Jury und Publikum gleichermaßen begeistern.

Er wird Österreich demnächst

beim Science Festival in Cheltenham

vertreten.

DI Bernhard Weingartner beeindruckte

die Jury einstimmig mit seinem klar

strukturierten und souverän präsentierten

Vortrag über die Übergänge von

Chaos in Ordnung. Mit einprägsamen

Beispielen von blinkenden Glühwürmchen

im Gleichklang veranschaulichte

er den Punkt zwischen Ordnung und

Chaos, wo aus dem Zusammentreffen

von Stabilität und Instabilität die Selbstorganisation

entsteht. „Menschen die

Scheu vor komplexen Fragestellungen

zu nehmen“, ist das Anliegen des 32jährigen

Vollblutwissenschafters und

bald vierfachen Familienvaters. „Es

macht Spaß, Menschen auf die kom-

plexen Mechanismen unserer alltäglichen

Welt aufmerksam zu machen“,

bekundet Weingartner. Mithilfe von

Computersimulationen untersucht er

das komplexe Verhalten von Sandlawinen

und chaotischen Flüssigkeitsströmungen

am Institut für theoretische

Physik, Technische Universität Wien.

Gewinner des Publikumspreises und

Preisträger des 3. Jurypreises ist der

29-jährige Dr. Georg Steinhauser,

Forschungsassistent am Atominstitut,

Technische Universität Wien. Er sprach

über Anwendungen der Hochpräzisionsspurenanalytik

anhand des Fundes

von Bimsstein in ägyptischen Gräbern.

Dr. Georg Steinhauser hat sich schon

mit 14 Jahren im Keller der Eltern sein

eigenes Chemielabor eingerichtet.

Später hat er seine Leidenschaft zum

Beruf gemacht. Seine Forschungsschwerpunkte

am Atominstitut der

Technischen Universität Wien sind

Radiochemie, Geochemie, Umweltanalytik,

Anorganische, Chemie und

Pyrotechnik. Eloquent erklärt er Jury

und Publikum wie sich anhand der

chemischen Zusammensetzung von

Bimsstein ein Stück Kulturgeschichte

erklären lässt. „Bei jedem meiner

Vorträge will ich das Publikum überraschen.

Das dient dem Fach und macht

mir Spaß“, sagt Steinhauser.

Es war bis zum Schluß spannend für

alle. Publikum, Jury und KandidatInnen

erlebten hautnah wie einfach

und schön komplexe Wissenschaftsinhalte

zu kommunizieren sind.

Die Jury bestand aus Univ.-Prof. Dr.

Christoph Kratky ( Präsident, FWF),

DI Dr. Ludovit Garzik (Geschäftsführer,

RFTE), Dr. Martin Bernhofer (Leiter der

Abteilung Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft

ORF Hörfunk), Dr. Gabriele

Zuna-Kratky (Direktorin, Technisches

Museum Wien), Mag. Günther Mayr

(Wissenschaftsredakteur, ORF) und

Christian Müller (Leiter Wissenschaftsredaktion,

APA)

FameLab, 2007 vom British Council in

Österreich und in acht weiteren europäischen

Ländern eingeführt, ist ein

internationales Wettbewerbsformat für

Wissenschaftskommunikation. Junge

ForscherInnen überzeugen und begeistern

Publikum und Fachjurys mit

einer kurzen Präsentation ihrer Arbeit

und zeigen, wie verständlich, spannend

und doch auch präzise Wissenschaft

kommuniziert werden kann.

(Text auszugsweise aus www.die-wirtschaft.at)

Nr. 2/2008 11


PhysikgeschichTe

Max Planck zum 150. Geburtstag

PeTer m. schusTer

Am Freitag, den 14. Dezember

1900, steigt ein Mann mit hohem

Haaransatz, kleiner Nickelbrille

und buschigem Schnurrbart in

dem großen, gut geheizten Hörsaal

des Physikalischen Institutes

in Berlin hinauf zum Rednerpult.

Es ist der 42-jährige Max Planck,

Rechnungsführer der Deutschen

Physikalischen Gesellschaft, die

hier jeden zweiten Freitag tagt.

Vor elf Jahren hat er den Lehrstuhl

Kirchhoffs übernommen, für

viele überraschend, da er nur als

Dritter gereiht war. Aber Ludwig

Boltzmann, in erster Wahl, konnte

sich nicht für Berlin, das damalige

Zentrum der Physik, entscheiden.

Zuerst bestätigte er seine

Ernennung, elf Wochen später

folgte seine überraschende Absage,

was er unmittelbar danach

wieder bereute und anfragte, ob

es nicht eine Möglichkeit gäbe,

die „verscherzte“ Professur doch

noch zu gewinnen. Die ehrenvolle

Berufung entwickelte sich für ihn

tragisch, denn als er endgültig zustimmen

wollte, kam er zu spät.

War es zuerst Abneigung gegen

die in Berlin herrschende preußische

Atmosphäre? Über die Beweggründe

Boltzmanns zu seiner

Ablehnung ist viel gerätselt worden.

Da der zweitgereihte Heinrich

Hertz ebenso absagte, erhielt der

junge Max Planck die attraktive Stelle.

Er galt als Außenseiter, seine Arbeiten

wurden kaum gelesen. Der Eindruck

seiner Dissertation war „gleich

12 Nr. 2/2008

Max Planck im Jahr 1901, knapp nachdem er seine

Strahlungsformel vorgestellt hatte.

Null“ gewesen. Er fühlte, dass ihm,

einem Theoretiker, gewissermaßen

als Physiker „sui generis“, die Herren

Assistenten mit einer gewissen betonten

Zurückhaltung begegneten.

Seit sechs Jahren fesselt Planck eine

Originalausschnitt aus den Verhandlungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft mit

der Strahlungsformel, vorgetragen am 14.12.1900

spezielle Frage: Nach welchem

Gesetz strahlen heiße Körper?

Bereits im Oktober 1900 ist ihm

die mathematische Beschreibung

gelungen, aber er konnte

der Formel keinen wirklichen

physikalischen Sinn geben. Er

musste Boltzmanns Methoden

der statistischen Mechanik benutzen,

mit denen er wenig vertraut

war und an die er vor allem

viel weniger glaubte. Seit einigen

Wochen aber beginnt sich

das Dunkel zu lichten. Planck

entdeckt etwas, dessen Tragweite

er für die weitere Entwicklung

der Physik nicht erkannt

hat. Dennoch wird er heute den

ersten Schritt hin zu einer neue

Physik tun, zu einer Physik, die

als reine Grundlagenforschung

unabsehbare Folgen für unser

heutiges Leben haben wird.

Heute hat Planck, ohne dass es

ihm bewusst ist, seinen großen

Tag. Es ist der Tag, der als der

„Geburtstag der Quantentheorie“

in die Geschichte der Physik

eingehen soll. Ohne die Quantenphysik

gäbe es keine Laser,

keine Mikroelektronik, mithin keine

moderne Informations- und

Computertechnik.

Planck wurde vor 150 Jahren,

am 23. April 1858, in Kiel als

Nachkomme einer Familie von Juristen

und protestantischen Geistlichen

geboren. Sein Vater, ein erfolgreicher

Rechtsgelehrter, erzog seine Kinder in

preußisch deutscher Tradition: Ehrlichkeit,

Pflichtbewusstsein und auch eine

gewisse charakterliche Steifheit waren

typisch für diese Familie. Plancks Neigungen

gehörten der Musik und dem

Bergsteigen. Mit absolutem Gehör

begabt, sang er in Knabenchören und

spielte Orgel in den Gottesdiensten.

Noch im Alter von 79 Jahren bestieg er

den Großvenediger, einen 3674 Meter

hohen Gipfel in den Alpen.

Als Schüler war Max ein klarer, logischer

Kopf, ganz nach dem Gusto

des Herrn Vater. Er erhielt zwar eine

humanistische Ausbildung, aber dank

eines guten Mathematiklehrers erlebte

er früh die Faszination für die Physik.


Das Prinzip der Erhaltung der Energie

nahm er wie eine Heilsbotschaft in sich

auf. Unvergesslich ist ihm die Schilderung

von einem Maurer, der einen

schweren Ziegelstein mühsam auf das

Dach eines Hauses hinauf schleppt.

Die Arbeit, die er dabei leistet, geht

nicht verloren: Sie bleibt unversehrt gespeichert,

jahrelang, bis sich der Stein

vielleicht eines Tages löst und einem

vorübergehenden Menschen auf den

Kopf fällt.

Kurz nach halb sieben beginnt Planck

mit seinem Vortrag. Ist seine „glücklich

erratene“ Formel nur eine glückliche Interpolation

gewesen? Aber sie scheint

zu stimmen. Heute freilich muss er

das Ergebnis theoretisch rechtfertigen.

Dazu muss er tief in Boltzmannsche

Gedankengänge einsteigen.

Es erscheint uns heute als Ironie der

Geschichte, dass ausgerechnet die

atomistische Lehre, der Planck ablehnend

gegenübergestanden ist, den

Schlüssel zum Verständnis seines

Strahlungsgesetzes liefert. Die Frage

ist: Wie richten es die Atome als Strahler

ein, dass die beobachtete Energieverteilung

als Ergebnis erscheint? Die

Antwort, zu deren Erlangung schon

Boltzmanns Rechnungen wie vorausahnend

den Weg über stufenweise

Energieverteilung gezeigt haben, ist

eindeutig: er muss aus unerfindlichen

Gründen annehmen, dass sich die

Energie in kleinste „Energieelemente“

aufteilen lässt. Ein Austausch von Energie

zwischen Materie und Strahlung

findet nur in diskreten Schritten statt.

Die Konstante, die den „Abstand“ der

Schritte misst, wird Planck das Wirkungsquantum

h nennen.

Sein Vortrag wurde zwar nicht ignoriert,

aber auch nicht aufmerksam aufgenommen.

Kein Wunder: Es passte

einfach nicht in den Rahmen der damaligen

Physik, dass die Natur Sprünge

machen würde. Allein Boltzmann

gab sein Einverständnis. So blieb die

Natur der Energieelemente ungeklärt,

bis Einstein 1905 das Rätsel durch die

Annahme löst, dass Licht sowohl Welle

als auch Teilchen sein kann, und dass

diese beiden Aspekte durch die Plancksche

Konstante zusammenhängen.

Nun folgt die „Ära“ Planck. Die Ausgestaltung

der Quantenphysik aber bleibt

jüngeren Kräften vorbehalten. Planck

ist nicht der hierzu nötige revolutionäre

Geist gewesen.

Hatte Planck an Ehrungen auch alles

erreicht, was sich ein Physiker erträumen

konnte, so wurde er in seinem Leben

von schweren Schicksalsschlägen

nicht verschont. Nach dem Tod seiner

ersten Frau (1909) verlor er während

des Ersten Weltkriegs drei seiner vier

Kinder. 1945 wurde sein Sohn aus

erster Ehe als Beteiligter an der Verschwörung

gegen Hitler von den Nazis

hingerichtet.

Trotz seiner Parole: „Durchhalten

und Weiterarbeiten“ war Planck im

Weltkrieg den Nazi stets ein Dorn im

PhysikgeschichTe

Auge und blieb der Deutschen Physik

ihr Gewissen. Heimatlos – sein Haus

im Grunewald war durch einen Bombenangriff

vollständig zerstört worden

– gelangte er schließlich im Jeep eines

amerikanischen Offiziers, eines bekannten

Astronomen, nach Göttingen.

Als die Royal Society in London 1946

einen Festakt anlässlich des 300. Geburtstages

von Isaac Newton plante,

war Planck der einzige Deutsche, den

sie einlud. Kurz danach, am 4. Oktober

1947, starb er in Göttingen.

Max Planck überreicht 1929 die Planck-Medaille, welche die Deutsche

Physikalische Gesellschaft zu Ehren Plancks gestiftet hatte, an Albert Einstein.

© Archiv der Max-Planck-Gesellschaft

Nr. 2/2008 13


PersoNeN

mAx-PlANck-forschuNgsPreis

2008 gehT AN PeTer frATZl

Der mit insgesamt 1,5 Mio. Euro dotierte

Max-Planck-Forschungspreis 2008

geht an den österreichischen Kolloid-

und Grenzflächenforscher Peter Fratzl

und den amerikanischen Chemieingenieur

Robert Langer. Sie werden zu

gleichen Teilen für ihre Forschungen

über Struktur-Funktions-Beziehungen

zur Entwicklung biologisch inspirierter

Materialien und Systeme ausgezeichnet,

teilte die Max-Planck-Gesellschaft

(MPG) am Freitag in einer Aussendung

mit. Die Preisverleihung findet am 26.

Juni in Dresden statt.

Peter Fratzl, geboren am 13. September

1958 in Wien, leitet seit 2003 die

Abteilung „Biomaterialien“ am Max-

Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

in Potsdam und ist

laut MPG einer der Pioniere auf dem

Gebiet biologischer und biomimetischer

14 Nr. 2/2008

Werkstoffe. Der Biophysiker versucht

zu verstehen, warum Knochen und

Holz so extrem stabil und gleichzeitig

verformbar sind. Aufgrund seiner originellen

experimentalphysikalischen Arbeiten

und mehrfach ausgezeichneten

interdisziplinären Forschung sei Fratzl

„einer der exponiertesten Vertreter biomimetischer

Materialforschung“.

Die Biomimetik, auch Bionik genannt,

versucht, „Erfindungen“ der Natur zu

verstehen und in der Technik anzuwenden.

Der Preis soll der weiteren Erforschung

mechanischer Eigenschaften

von biologischen und biomimetischen

Materialien dienen sowie diese stärker

ins Blickfeld der Wissenschaft rücken,

heißt es in der Aussendung.

Fratzl studierte in Frankreich und wurde

1983 an der Universität Wien promoviert.

Er arbeitete an verschiedenen-

Forschungseinrichtungen und Instituten

in Österreich, Frankreich, Deutschland,

Großbritannien und den USA. Seit

1993 war Fratzl auch am Ludwig Boltzmann

Institut für Osteologie

tätig, wo seine

Gruppe 1995 mit dem

Staatspreis für Grundlagenforschung

auf dem

Gebiet der Rheumatologie

ausgezeichnet

wurde. Von 1998 bis

2003 leitete Fratzl das

Erich Schmid-Instituts

für Festkörperphysik

der Österreichischen

Akademie der Wissenschaften

(ÖAW) in Leoben

und war gleichzeitig

Vorstand des Instituts

für Metallphysik der

Montanuniversität Leoben.

2003 wechselte

er dann an das Max-

Planck-Institut für Kolloid-

und Grenzflächenforschung

in Potsdam,

wo er die Abteilung Biomaterialien

leitet. Seiner

Heimat bleibt Fratzl

dennoch verbunden,

etwa als Leiter eines der

drei Komitees (jenes

für den Bereich „Materialwissenschaften),

die

aktiv Wissenschafter für

die geplante Elite-Uni

in Maria Gugging, das

Institute of Science and

Technology (I.S.T. Austria),

suchen.

ille c. gebeshuber

isT femTech exPerTiN des

moNATs märZ 08

(©Frank Helmrich)

Ille C. Gebeshuber arbeitet als Experimentalphysikerin

an der TU Wien, wo

sie sich vor allem mit Nanotechnologie

beschäftigt. Darüber hinaus ist sie als

Key Researcher am Austrian Center

of Competence for Tribology, AC2T

Research GmbH, in Wiener Neustadt

tätig.

Neben diesen beruflichen Verpflichtungen

findet sie noch Zeit, zwei DissertantInnen,

zwei DiplomandInnen

sowie zahlreiche Projektstudierende zu

betreuen. Wenn Ille Gebeshuber nicht

gerade damit beschäftigt ist, ihre eigene

Arbeitsgruppe am Institut für Allgemeine

Physik aufzubauen, arbeitet sie

unter anderem mit Prof. Regina Sommer

vom Klinischen Institut für Hygiene

und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen

Universität Wien oder Prof.

Franz Gabor vom Institut für Pharmazeutische

Technologie und Biopharmazie

der Universität Wien zusammen.

Ille C. Gebeshuber studierte Technische

Physik an der TU Wien, wo sie

auch das Doktoratsstudium der technischen

Wissenschaften absolvierte.

Nach einem Post Doc Aufenthalt am

Physics Department der University of

California in Santa Babara kehrte sie

an die TU zurück.


„buchbiNder reNT-A-cAr“

PrämierT JuNgeN Physiker der

uNi grAZ

MMag. Daniel Koller (28) hat im Rahmen

seiner Dissertation an der „NAWI

Graz Advanced School of Physics“,

einer Kooperation von Karl-Franzens-

Universität und TU Graz, einen entscheidenden

Beitrag für die Nano-Optik

geleistet. Am Freitag, dem 6. Juni

2008, erhielt der junge Physiker an der

Uni Graz in Anerkennung seiner Arbeit

und zur weiteren Finanzierung seiner

Forschungen den mit 20.000 Euro dotierten

„Buchbinder-Preis“. Die vom

Autoverleiher „Buchbinder Rent-a-Car“

gestiftete Prämie soll exzellente Nachwuchs-WissenschafterInnen

der Karl-

Franzens-Universität fördern und wurde

heuer zum zweiten Mal vergeben.

Der Rektor der Uni Graz, Alfred Gutschelhofer,

bedankte sich bei Buchbinder-Geschäftsführer

Konrad Altenbuchner

für die großzügige Unterstützung

und unterstrich die Bedeutung dieses

Preises für die gesamte Universität:

„Mit dieser Auszeichnung für junge ForscherInnen

stellt die Universität einmal

mehr dar, was sie am Standort leistet

und dass sie international wettbewerbsfähig

ist.“

Das Unternehmen Buchbinder Renta-Car

ist an über 100 Standorten international

tätig und beschäftigt mehr als

600 MitarbeiterInnen. Die Verleihung

des Buchbinder-Preises, der in seiner

Höhe als von einer Privatperson

gestiftete Prämie österreichweit einzigartig

ist, stellt den Höhepunkt einer

jahrelangen, erfolgreichen Kooperation

dar, berichtete Dr. Elisabeth Lippitsch,

die gemeinsam mit Ao.Univ.-Prof. Dr.

Max Lippitsch vom Institut für Physik

einst den Kontakt zwischen der Universität

Graz und Konrad Altenbuchner

herstellte.

Sein Engagement für die Wissenschaft

erachtet der Unternehmer für beide

Seiten als fruchtbar. „Wir brauchen

viele Indianer, aber wir brauchen auch

Häuptlinge – unter anderem von der

Universität –, die den Indianern auf

Dauer den Weg weisen. Daher ist es

wichtig, dass Unternehmen wissenschaftliche

Höchstleistungen fördern –

um junge ForscherInnen zu motivieren,

denn nur dann werden sie auch diese

Höchstleistungen erbringen.“

Laudator Ao.Univ.-Prof. Dr. Joachim

Krenn, Leiter der Arbeitsgruppe Nano-

Optik am Institut für Physik der Karl-

Franzens-Universität Graz, zeigte die

Bedeutung der Arbeit von Daniel Koller

auf, der aus insgesamt 34 BewerberInnen

für die Auszeichnung ausgewählt

worden war. Der Preisträger hat

im Rahmen seiner Dissertation Leuchtdioden

aus Kunststoff für den Einsatz

als Lichtquellen in der Nano-Optik adaptiert

und damit die Forschungsbedingungen

entscheidend verbessert. Die

miniaturisierten Leuchtdioden emittieren

„flaches“, zweidimensionales Licht,

so genannte Oberflächenplasmonen,

mit genau jenen Eigenschaften, wie

sie die WissenschafterInnen brauchen.

Erstmals steht damit eine optimale

Lichtquelle zur Verfügung, die direkt in

die nanostrukturierten Oberflächen eingebaut

werden kann, an denen dann

die Ausbreitung des Lichts untersucht

wird. „Daniel Koller hat bereits in sechs

international begutachteten Fachzeitschriften

publiziert und seine Arbeit auf

mehreren Kongressen präsentiert – und

ist erst im zweiten Jahr seiner Dissertation!“,

hob Krenn die besonderen Leistungen

des Preisträgers hervor.

Daniel Koller selbst bedankte sich für

die großzügige Unterstützung und auch

PersoNeN

bei seiner Arbeitsgruppe am Institut für

Physik der Uni Graz. „Die Expertise

und der Zugang zu hoch technisierten

Labors sowie die Chance, durch die

Präsentation meiner Forschungen auf

internationalen Konferenzen Erfahrung

sammeln zu können, sind wesentliche

Voraussetzungen für meine erfolgreiche

wissenschaftliche Arbeit.“

Vielerorts wo die Elektronik an ihre

Grenzen stößt, kann die Lichttechnologie

deren Aufgaben übernehmen.

Die Datenübertragung mittels optischer

Signale ist schneller und es können höhere

Kapazitäten erreicht werden. „Optischer

Chip“ lautet ein Zauberwort. Auf

der Suche nach einem Weg, optische

Signale im Nanobereich weiterzuleiten,

zählt die Arbeitsgruppe um Joachim

Krenn zu den international führenden

Forschungsteams. Die Grundlagenforschung

in der Nano-Optik schafft die

Basis für die weitere Entwicklung miniaturisierter

Bauteile, sei es für Computerchips

und Datenspeicherung oder hoch

sensible Sensoren in Kraftfahrzeugen,

Medizintechnik und Biotechnologie.

(Text: Gudrun Pichler, Uni Graz)

Nr. 2/2008 15


PersoNeN

Am 7. April 2008 verstarb

em. o. Univ. Prof. Dr. Karlheinz

Seeger. Er wurde

am 16. Mai 1927 in Bad

Nauheim in Deutschland

geboren. Er studierte

Physik an der Universität

Göttingen (Diplom 1950)

und an der Universität

Heidelberg (Promotion

1955). 1957/58 war er

Research Associate an

der University of Illinois

bei Nobelpreisträger

John Bardeen, wo er mit

der modernen Halbleiterphysik

in Kontakt kam

und sie zu seinem Forschungsgebiet

machte. In

Heidelberg habilitierte er

sich im Jahr 1962. 1965

wurde er an die Lehrkanzel

für Angewandte Physik

am II. Physikalischen

Institut der Universität

Wien berufen. Dort baute

er eine Forschergruppe

auf dem Gebiet der

Halbleiterphysik auf, womit

eine breite Basis für

die Etablierung dieses

Fachgebiets in Österreich

geschaffen wurde. Professor

Seegers Halbleiterphysik-Vorlesung

zog

zahlreiche Studierende

an, von denen nicht wenige

seine Dissertanten

TilmANN märk iN die deuTsche

AkAdemie leoPoldiNA geWählT

Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung

und erfolgreicher Physiker an

der Universität Innsbruck, wurde zum

Mitglied der Deutschen Akademie der

Naturforscher Leopoldina gewählt. Die

Aufnahme in diese bedeutende akademische

Einrichtung ist eine weitere

internationale Anerkennung seiner wissenschaftlichen

Leistungen und seiner

Forscherpersönlichkeit.

16 Nr. 2/2008

Karlheinz Seeger

16.5.1927-7.4.2007

„Die Wahl in die Leopoldina ist eine besondere

Auszeichnung für mich“, freut

sich Prof. Tilmann Märk. „Diese traditionsreiche

akademische Einrichtung

nimmt nur wenige neue Mitglieder auf

und hat durch die Ernennung zur Nationalen

Akademie Deutschlands weiter

an Bedeutung gewonnen.“ Voraussetzung

für die Aufnahme in die Leopoldina

waren bedeutende Leistungen

Märks auf dem Gebiet der Atom-, Plasma-

und Umweltphysik, der Clusterphysik

und der Massenspektrometrie.

und Dissertantinnen wurden.

An der Universität Wien und

am 1965 gegründeten Ludwig-Boltzmann-Institut

für

Festkörperphysik, das er von

1968 bis 1995 – dem Jahr

seiner Emeritierung - leitete,

bekamen diese eine Ausbildung

auf hohem Niveau. Seine

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

fanden an den von

ihm geleiteten Instituten Bedingungen

für international

konkurrenzfähige Forschung

vor und eine Reihe von ihnen

erhielt in den folgenden

Jahren Rufe auf Lehrstühle

im In- und Ausland.

Auf der Basis der Halbleiterphysik-Vorlesung

verfasste

Karlheinz Seeger ein Lehrbuch

„Semiconductor Physics“,

das 1973 erstmals, bis

2004 in 9 Auflagen erschien.

Weitere Ausgaben erschienen

in deutscher, russischer,

japanischer und chinesischer

Sprache.

Sein Andenken wird in diesem

Lehrbuch ebenso weiterleben

wie in dem nach

ihm benannten, vom FachausschussFestkörperphysik

der ÖPG jährlich vergebenen

Preis. Die ÖPG wird

ihm ein ehrendes Andenken

bewahren.

Seine Grundlagenforschung erweiterte

das Verständnis über die kleinsten Teilchen

der Materie (Elektronen, Atome

und Moleküle) und der Wechselwirkung

zwischen diesen Teilchen. Mit

seinem Team am Institut für Ionenphysik

und Angewandte Physik leistete der

Physiker international beachtete Beiträge,

die auch zu einer Reihe von Anwendungen,

unter anderem in der Nanotechnologie

und Fusionsforschung,

und der Entwicklung neuer Diagnoseverfahren

für die Schadstoffmessung,


Simulation von Phasenübergängen

in weicher Materie

Projektleiter: Christoph Delago

Boltzmanngasse 5 , A-1090 Wien

Institut für Experimentalphysik, Universität

Wien

MOVES für Ionen- und Elektroneninduzierte

Elektronenemission

Projektleiter: Wolfgang S. M. Werner

Wiedner Hauptstraße 8-10 , A-1040 WIEN

Institut für Allgemeine Physik, Technische

Universität Wien

Globale Wellen in der

Sonnenkorona

Projektleiterin: Astrid Veronig

Universitätsplatz 5 , A-8010 Graz

Institut für Physik, Bereich Geophysik,

Astrophysik und Meterologie, Universität

Graz

Simultane Mobilitäts und Massenbestimmung

geladener Cluster

Projektleiter: G. P. Reischl

Boltzmanngasse 5 , A-1090 Wien

Institut für Experimentalphysik Abteilung

für Aerosolphysik, Universität

Wien

Matrix Effekte in LEIS im Bereich

der Auger-Neutralisation

Projektleiter: Peter Bauer

Altenbergerstraße 69 , A-4040 Linz

Institut für Experimentalphysik Abt. f.

Atom- und Oberflächenphysik, Universität

Linz

ESR-STM von organischen Nanoadsorbaten

auf Silizium

Projektleiter: Reinhold Koch

Altenbergerstraße 69 , A-4040 LINZ

die Lebensmittelchemie und die Medizin

führten. Dafür wurde Prof. Tilmann

Märk bereits mehrfach ausgezeichnet:

So ist er Träger von Ehrendoktoraten

der Universitäten von Lyon und Bratislava,

der Goldenen Ehrenmedaille der

Universität Bratislava, der Heyrovsky

Verdienstmedaille der tschechischen

Akademie der Wissenschaften und

des Erwin-Schrödinger-Preises der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Mit Tilmann Märk sind

insgesamt 21 neue Mitglieder in die

Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik,

Universität Linz

Dynamik solarer und

stellarer Granulation

Projektleiter: Herbert J. Muthsam

Nordbergstraße 15 , A-1090 Wien

Fakultät für Mathematik,

Universität Wien

Institut für Physik, Universität Graz

Ambipolare Organische

Leuchttransistoren

Projektleiter: Birendra SINGH

Altenbergerstraße 69 , A-4040 Linz

Linzer Institut für Organische Solarzellen,

Universität Linz

Massive Umwandlung - Experimente

und Simulationen

Projektleiter: Franz Dieter Fischer

Franz Josef-Straße 18 , A-8700 Leoben

Institut für Mechanik, Montanuniversität

Leoben

Baryon-Photon-Wechselwirkung im

kovarianten Faddeev-Zugang

Projektleiter: Reinhard Alkofer

Universitätsplatz 5 , A-8010 Graz

Institut für Physik, Bereich Theoretische

Physik, Universität Graz

TEM Studie der Verformung von Metallen

im Nanometer Bereich

Projektleiter: Daniel Kiener

Cyclotron Road 1. , USA-94720 Berkeley

National Center for Electron

Microscopy and Material Science,

Ernest-Orlando-Lawrence

Berkeley National Laboratory

Erich Schmid Institut für Materialwissenschaften,

Österreichische Akade-

Leopoldina aufgenommen worden,

darunter ein weiterer Forscher aus

Österreich: Prof. Giulio Superti-Furga

vom Forschungszentrum für Molekulare

Medizin (CeMM) in Wien.

Die Leopoldina ist die älteste ununterbrochen

existierende naturwissenschaftlich-medizinische

Akademie der

Welt mit einer 355-jährigen Tradition.

Im Februar dieses Jahres wurde die

Leopoldina zu Deutschlands Nationaler

Akademie der Wissenschaften

ernannt. Derzeit gehören der Leopoldi-

Nr.

ProJekTe / PersoNeN

mie der Wissenschaften

Nichtlineare Mikroskopie

mit adaptiver Optik

Projektleiter: Alexander Jesacher

Parks Road , GB-OX1 3PJ Oxford

Department of Engineering Science,

University of Oxford

Department für Physiologie und medizinische

Physik Sektion für biomedizinische

Physik, Medizinische Universität

Innsbruck

Entwicklung von Quanten Stäben

basierte THz Kaskaden Laser

Projektleiter: Gernot Fasching

USA-CA 93106-5050 Santa Barbara

Materials Department, University of

California at Santa Barbara

Institut für Photonik, Technische Universität

Wien

Control and study of energy flow in

light harvesting systems

Projektleiter: Jürgen Hauer

Währinger Straße 42 , A-1090 WIEN

Institut für Physikalische Chemie, Universität

Wien

The formation and evolution

of tidal dwarf galaxies

Projektleiter: Simone Recchi

Türkenschanzstraße 17 , A-1180 Wien

Institut für Astronomie, Universität

Wien

Description and Control of Strong-

Field Electronic Dynamics

Projektleiterin: Stefanie Gräfe

Wiedner Hauptstraße 8 , A-1040 WIEN

Institut für Theoretische Physik, Technische

Universität Wien

na rund 1.300 Mitglieder in aller Welt

an. Drei Viertel der Mitglieder kommen

aus Deutschland, der Schweiz und

Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren

Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler

aus naturwissenschaftlichen und medizinischen

Disziplinen sowie aus den

Kultur-, Technik-, empirischen Geistes,

Verhaltens- und Sozialwissenschaften

gewählt, die sich durch bedeutende

Leistungen ausgezeichnet haben. Unter

den Mitgliedern der Akademie sind

32 Nobelpreisträger.

2/2008 17


AkTuelles

Haupttagung - Dienstag, 23. bis Donnerstag 25. September 2008,

Fachtagungen - Montag, 22. bis Freitag 26. September 2008

Die Tagung beginnt mit den Fachgruppentagungen.

Die Haupttagung wird am Dienstag, dem 23. September um 10:00 eröffnet.

Wir laden Sie herzlich ein, die Montan- und Universitätsstadt Leoben zu besuchen und an

der diesjährigen 58. Jahrestagung der ÖPG aktiv teilzunehmen.

Anmeldungen zur Tagung sind ab Dienstag 1. April, 10:00 über das Online-Formular zur Anmeldung

möglich.

Das Organisationskomitee der Tagung freut sich auf Ihr Kommen!

Information auf http://oepg2008.unileoben.ac.at/

WichTige TermiNe:

Mittwoch, 30. Juni 2008 Anmeldeschluss für Beiträge! Upload-Fomular wird von Netz genommen. Nachgereichte „Abstracts“

erscheinen nicht mehr im Tagungsband.

Mittwoch, 30. Juli 2008 Redaktionsschluss für den Tagungsband 2008. Geplanter Beginn der Drucklegung des Tagungsbandes

in der KW 32 (4.Aug. - 8.Aug.2008). Keine Änderungen an Beitrags-Abstracts mehr möglich.

Samstag, 13. September 2008 Anmeldeschluss für Online-Anmeldung! Danach sind Anmeldungen nur mehr vor Ort bei Tagungsbeginn

möglich und werden mit einem Aufschlag von € 10,00 versehen (siehe auch „Tagungsinformation“).

Montag, 22. September 2008 Beginn der ÖPG Jahrestagung mit Fachtagungen

Dienstag, 23. September 2008; 10:00 Beginn der ÖPG Haupttagung an der Montanuniversität Leoben

Donnerstag, 25. September 2008; 19:15 Ende der ÖPG Haupttagung

Freitag, 26. September 2008; 9:00 bis 12:30 Möglichkeit der Verlängerung von ÖPG Fachttagungen

18 Nr. 2/2008


40 th EGAS Conference 2 - 5 July 2008

Technische Universität Graz, Institut für Experimentalphysik

European Group for Atomic Systems

http://egas2008.tugraz.at e-mail: egas2008@tugraz.at

Invited Speakers will include

S. Haroche, College de France

M. Quack, ETH Zürich

J. Kluge, GSI Darmstadt

J. Schmiedmayer, TU Vienna

F. Riehle, PTB Braunschweig

A. Weis, Univ. Fribourg

M. Scully, Princeton Univ. &

Texas A&M Univ.

G. Tino, Univ. Florence

Ch. Blondel, LAC Orsay

P.B. Corkum, NRC Canada

A. Scrinzi, TU Vienna

R. Wester, Univ. Freiburg

M. Knoop, CNRS Marseille

M. Richter, PTB Braunschweig

U. Becker, Fritz-Haber-Institut der MPG,

Berlin

J. Hecker-Denschlag, Univ. Innsbruck

P. Barker, UC London

J. Crespo, MPI f. Kernphysik Heidelberg

V.L. Sukhorukov, Rostov State Univ.

R. Kienberger, MPI f. Quantenoptik,

München

J. Mauritsson, Univ. Lund

R.F. Curl jr., Rice Univ. (Nobel Prize in

Chemistry 1996)

The European Group on Atomic Systems (EGAS), a section of the Atomic, Molecular, and

Optical Physics Division (AMOPD) of the European Physical Society, provides a forum for

European scientists whose interests lie in the physics of atomic systems, including

isolated atoms in the gas phase and atoms embedded in larger structures, their

structural and dynamical properties and their interaction with light and other particles.

Deadline for registration and abstract submission: May 1, 2008

http://www.eps.org/ http://iep.tugraz.at/ http://www.tugraz.at


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Erscheinungsort: Graz

Verlagspostamt: 8010 Graz

Zulassungsnummer: GZ 02Z032392 M

Bei Unzustellbarkeit bitte retournieren an

Univ. Prof. Dr. Max E. Lippitsch

Karl-Franzens-Universität

Institut für Physik

Universitätsplatz 5

8010 Graz