Annual 2017

GGSHeilbronn

Der Jahresbericht der GGS - Thema: Family Business. Außerdem alle Highlights des Jahres aus Studium, Forschung und Executive Education.

FAMILY

BUSINESS


Editorial |

01

haben 20 Prozent ihren Sitz in Baden-

Württemberg und dort wiederum sticht

die Region Heilbronn-Franken hervor.

Hier tummeln sich besonders viele

Weltmarktführer, die ihren Wurzeln treu

bleiben und Arbeitsplätze in ländlichen

Regionen schaffen. Deren langfristiges

und nachhaltiges Denken spiegelt sich

in überdurchschnittlichen Eigenkapitalquoten

und der Übernahme gesellschaftlicher

Verantwortung wider.

Prof. Dr. Tomás Bayón, Vorstand der Hochschule

„Ein Familienunternehmen ist wie ein Kind, das man

aufwachsen sieht und das man begleitet und unterstützt.“

Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto

Group, beschreibt äußerst treffend, was es heißt, ein

Familienunternehmen zu führen. Für ihn gehören Weitblick

und Augenmaß genauso dazu wie Innovationsfreude

und die Wertschätzung für die Leistung anderer.

So verwundert es nicht, dass es heutzutage gerade Familienunternehmen

sind, die mit ihren gelebten Werten

für verantwortungsvolles Denken und Handeln stehen.

Kein anderes Land der Welt hat einen so starken,

exportorientierten Mittelstand wie Deutschland – und

der wird maßgeblich von Unternehmen in Familienbesitz

getragen. International genießen Deutschlands Familienunternehmer

schon lange einen exzellenten Ruf,

weshalb es verwundert, dass dieses erfolgreiche Wirtschaftsmodell

erst seit den letzten Jahren – vor allem

für die aufstrebenden Länder Asiens – als Vorbild dient.

Für uns ein Anlass, die Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen

zu ergründen und Ihnen außergewöhnliche

Beispiele vorzustellen.

Im Herzen dieser Region sitzt die GGS und setzt

speziell für Familienunternehmen wertvolle Impulse.

Sei es durch unsere international renommierte Forschung

zu den Themen Innovation, Unternehmertum

und Compliance oder durch die Weiterbildungsprogramme

im Bereich Executive Education und die berufsbegleitenden

Masterstudiengänge in Management

und Recht. Mit Stolz blicken wir auf 2017 zurück: Mit so

vielen Studierenden wie noch nie und Bestwerten bei

der Kundenzufriedenheit haben wir uns erfolgreich als

Business School etabliert und bauen unser Netzwerk

weiter aus.

Nun freuen Sie sich aber auf unseren Jahresbericht und

lernen Sie einige beeindruckende Unternehmer aus dem

Südwesten kennen: Antje von Dewitz beispielsweise,

die die Sportartikelfirma ihres Vaters komplett auf

Nachhaltigkeit ausgerichtet hat. Oder begleiten Sie

GGS-Professorin Elisabeth Müller nach Stuttgart zum

Gespräch mit den Recaro-Vorständen Martin Putsch

und Mark Hiller und erfahren Sie, wie Unternehmergeist

und Innovationskraft seit 112 Jahren für Fortschritt

sorgen. Ich verspreche Ihnen viel Inspiration und die

Erkenntnis, Familienunternehmen sind eine wichtige

Stütze der Gesellschaft.

Den nötigen Weitblick und das rechte Augenmaß

wünscht Ihnen

Ihr

Allzu weit fahren mussten wir dafür nicht, denn von

den 500 größten Familienunternehmen Deutschlands


02

I N H A LT

01 Editorial

04 Das GGS-Jahr 2017

06 Gelebte Verantwortung

08 Familienunternehmen

Eine wichtige Stütze der Gesellschaft

10 Innovation als Tradition

Interview mit Martin Putsch und

Dr. Mark Hiller von der Recaro Group

18 Keine Globalisierung ohne Wurzeln

20 Die Gipfelstürmerin

Porträt Antje von Dewitz

24 Tradition formt Zukunft

Die Geschichte von Illig


03

20 78

18

52

10

F o r s c h u n g

26 Forschung 2017

30 Die Institute der GGS

S t u d i u m

50 Studium 2017

52 Studierende im Porträt

62 Verbindung fürs Leben

Der Alumni-Verein der GGS

E x e c u t i v e E d u c a t i o n

64 Executive Education 2017

68 Kommunikation ist der Schlüssel

Ein Besuch bei Amphenol-Tuchel Electronics

72 Die Vortragsformate der GGS

G G S i n s i d e

74 GGS Inside 2017

78 Great place to work

Mitarbeiter und ihre Lieblingsplätze

84 GGS around the world

86 Pressespiegel

88 Social Media-Aktivitäten

90 Kuriose Fakten rund um die GGS

92 Impressum

B e i l a g e

Forschungsbericht 2017


04

Das GGS-Jahr

FEBRUAR

Digital-Expertin Simone Ashoff bei

den Heilbronner Gesprächen zur

Unternehmensführung

JUNI

Fachkonferenz

„Mobilität und Recht“

2017

JANUAR

Alumni-Skitrip Oberstdorf

MÄRZ

Besuch von MBA-Studierenden

der Partnerhochschule

Bentley University

APRIL

Aprilscherz: GGS wird

kurzzeitig zur DGS


05

OKTOBER

GGS-Studentstour

in Heilbronn

JULI

Heilbronner Management

Dialog mit Andreas Ronken,

CEO von Ritter Sport

NOVEMBER

Deutsches Arbeitsmarktforum

in Kooperation

mit BERA

SEPTEMBER

GGS-Masters starten beim

Motorman Run in Neuenstadt

MAI

GGS stellt Online-Kurs

auf der EMOOCs in

Madrid vor

AUGUST

Best Reviewer Award für Prof.

Dr. Heinz-Theo Wagner

DEZEMBER

ICIS 2017: Auszeichnung

für GGS-Forscher


06

Verantwortungsvolles Denken und

Handeln prägen die GGS als

anspruchsvolle Bildungs- und

Forschungseinrichtung und sind

ein wichtiger Faktor, um die

Gesellschaft nach vorne zu bringen.


07

Gelebte

Verantwortung

Als innovative Business School fördert und lebt die GGS

ihre Werte. Verantwortung und Nachhaltigkeit bestimmen

nicht nur das Handeln der Mitarbeiter. Mit ihrer Kernkompetenz

in der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung

trägt die GGS deshalb dazu bei, dass Fach- und Führungskräfte,

Unternehmer sowie der Führungsnachwuchs

in einer globalisierten und dynamischen Wirtschaft fachlich

besser und persönlich stärker werden, um verantwortlich

und erfolgreich zu agieren. Durch ihr Bekenntnis zum

Standort Heilbronn und der Region Heilbronn-Franken sowie

durch fundierte Konzepte und deren Transfer leistet

die GGS zudem einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen

Erfolg, insbesondere des Mittelstandes.

Werte geben Halt

Dafür engagieren sich alle Mitglieder der GGS – egal ob

Fakultät, Mitarbeitende oder Studierende – individuell und

gemeinsam für die Einhaltung der ethischen Standards

Ehrlichkeit, Fairness, Vertrauen, Respekt und Integrität.

Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, das Wohl der

Gesellschaft, der Umwelt und der Mitarbeitenden stehen

immer im Mittelpunkt.

Mit ihrer Forschungsstärke nutzt die GGS die Ergebnisse

der Forschungsgemeinschaft systematisch und schafft

einen Mehrwert für die Praxis. Dazu gehören auch der intensive

Austausch mit Unternehmen und die Fokussierung

auf relevante Bedürfnisse der wirtschaftlichen Praxis. Exzellenz

bedeutet für die Business School, an sich selbst

und die Menschen, mit denen man arbeitet, hohe Ansprüche

zu stellen. Mit der Verpflichtung zur kontinuierlichen

Weiterentwicklung können dauerhaft Bestleistungen erbracht

und innovative Bildungsformate umgesetzt werden.

Als Unterzeichner der Heilbronner Erklärung bekennt

sich die GGS zur gesellschaftlichen Verantwortung und

macht ihre CSR-Aktivitäten transparent.

Bestwerte bei Zufriedenheit

Keine gelebte Verantwortung ohne authentische Mitarbeiter,

die an der GGS Offenheit für die kritische Auseinandersetzung

mit den eigenen Qualitäten erlernen und in der

Kommunikation vollwertige Sparring-Partner auf Augenhöhe

sind. So verwundert es nicht, dass die GGS beim

führenden Job-Bewertungsportal Kununu zu Deutschlands

bestbewerteten Unternehmen zählt und das Top

Company- und das Open Company-Siegel trägt. Hinzu

kommen die Auszeichnung „Top Arbeitgeber Mittelstand

2018“ der Zeitschrift Focus und eine Auszeichnung bei

Great Place to Work.

Wie wichtig zufriedene Mitarbeiter für den Erfolg eines

Unternehmens sind, beweist die Benotung beim Studienportal

StudyCheck. Hier wird die GGS mit „Sehr Gut“

(4,7/5,0) bewertet und erhält für ihre Studiengänge eine

Weiterempfehlungsquote von 100 Prozent. Ein schöner

Beleg dafür, dass Charakter und Stärke, Teamgeist und

Verantwortungsbewusstsein, Individualität und Vielfalt die

Zukunft prägen.


08

Familienunternehmen

– eine wichtige Stütze der Gesellschaft

Vielfalt zeichnet Familienunternehmen, zu denen 91 Prozent

der Firmen in Deutschland zählen, aus. Sie setzen sich aus vielen

kleinen und mittelgroßen Unternehmen zusammen, aber auch fast

200 Umsatz-Milliardäre gehören zu diesem Unternehmenstyp.

Diese Mischung aus kleinen und großen, regional verwurzelten

und international aufgestellten Familienunternehmen macht die

hiesige Wirtschaftsstruktur einzigartig und ist ein Grund für die Stärke

der deutschen Wirtschaft.

28%

91%

Wichtige Stütze für den Staat:

Durchschnittlich 28 Prozent Körperschaftssteuer,

Gewerbesteuer und Kapitalertragssteuer führen

Familienunternehmen auf ihren Gewinn ab, deutlich

mehr als DAX-Konzerne. Rund 69 Prozent

ihrer Ertragssteuern werden in Deutschland abgeführt.

Größter Arbeitgeber:

91 Prozent der Firmen in Deutschland

zählen zu den Familienunternehmen.

Fachkräfte schätzen Familienunternehmen:

Eine Studie der Technischen Universität München belegt:

Junge Fachkräfte schätzen die Arbeit bei Familienunternehmen.

Gute Arbeitsatmosphäre und Teamgeist,

eigenverantwortliches Arbeiten sowie flache Hierarchien

überzeugen vor allem junge Akademiker.


09

Global Player mit regionalen Wurzeln:

Familienunternehmen bleiben ihren Wurzeln treu

und schaffen Arbeitsplätze in

ländlichen Regionen.

36% 88%

Vertrauensbasis:

Risiko, Haftung und Kontrolle in der Hand des

Eigners. Laut einer Forsa-Umfrage vertrauen

88 Prozent der Deutschen Familienunternehmen.

Deutlich dahinter rangieren die eigene Regierung

mit 30 Prozent und internationale Konzerne

mit 15 Prozent.

Langfristiges Denken und nachhaltige Interessen:

Mit 36 Prozent liegt die Eigenkapitalquote bei den 500

größten Familienunternehmen deutlich über dem

Durchschnitt aller Unternehmen.

50%

Gesellschaftliche Verantwortung:

Viele soziale und kulturelle Projekte werden über Stiftungen und Spenden

der Familienunternehmen finanziert. Über 50 Prozent des Vermögens in

gemeinnützigen Stiftungen stammen von ihnen. Hinzu kommen nochmals

28 Prozent aus Erbschaften und Schenkungen.


10

Innovation als


11

Die Recaro Group basiert auf einer 112-jährigen Geschichte, die sich

durch Unternehmergeist und Innovationskraft auszeichnet. Elisabeth

Müller, Professorin für Entrepreneurship und Familienunternehmen an

der GGS, traf am Recaro Holding-Sitz in Stuttgart deren Geschäftsführenden

Gesellschafter Martin Putsch und den CEO der Recaro

Aircraft Seating, Dr. Mark Hiller, um mit ihnen über die Führung des

Familienunternehmens zu sprechen.

Sie sind Shareholder und CEO der Recaro Holding,

Herr Putsch. Wie sehen Sie persönlich Ihre Rolle im

Unternehmen?

Martin Putsch: Meine Rolle ist es, den Rahmen dafür zu schaffen,

Unternehmertum an verschiedenen Stellen im Unternehmen

zu erzeugen und zu fördern. Das zieht sich bei uns durch

unsere Philosophie und Werte, in denen das Thema Unternehmertum

und Verantwortung für die Mitarbeiter explizit genannt

ist. Das ist eine moderne Form der Führung: Man ist ein Team

und die Impulse gehen von überall aus und werden nicht zentral

gesteuert. In unserem Familienunternehmen gibt es keine

Patriarchalik. Eine gewisse Sichtbarkeit und Urteilsfähigkeit

reicht aus. Wenn die Mitarbeiter erkennen, man befasst sich

mit den Dingen und steht auch dahinter, dann löst das bereits

Motivation und Sicherheit aus. Es bleiben große Verantwortungsräume,

die die Mitarbeiter übernehmen.

Tradition

Herr Hiller, Sie sind nicht nur CEO bei Recaro Aircraft

Seating, sondern auch Mitgesellschafter bei Recaro und

damit gewissen Risiken ausgesetzt. Hindert Sie das daran,

als CEO Risiken einzugehen?

Dr. Mark Hiller: Ich würde es gerne andersherum sagen: Wäre

ich Angestellter in einem großen Unternehmen, wäre es nicht

meine Art, Entscheidungen davon abhängig zu machen, ob sie

mich persönlich betreffen. Natürlich ist es sicherlich bei einer

Beteiligung noch einmal eine andere Verbindlichkeit. Aber hinter

der Auffassung und dem Verständnis, mit der die Entscheidungen

von mir, unserem Team und den Mitarbeitern getroffen

werden, steckt natürlich schon der Anspruch, dass die jeder so

trifft, als wäre es das eigene Unternehmen. Das verbinden wir

mit Unternehmertum und wollen es als Wert im Unternehmen

leben und vorleben.


12

Mit dem Bewusstsein, dass es auch

schiefgehen kann?

Hiller: Selbstverständlich, ja. Und

da geht es natürlich darum – wie

immer im Risikomanagement – zu überlegen,

wenn es schiefgeht, gefährdet

es das Unternehmen oder ist es ein Risiko,

das man eingehen kann? Wir haben

deshalb ein Risikomanagementsystem

bei Recaro. Es hilft uns, solcher Risiken

bewusst zu werden und damit erfolgreich

umzugehen.

Putsch: Bei Risikoentscheidungen

gibt es zwei Aspekte: Wie groß ist das

wirtschaftliche Ausmaß der Entscheidungen

und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?

Wir arbeiten im Risikomanagement

systematisch mit dem

wirtschaftlichen Hebel und der Eintrittswahrscheinlichkeit.

Wichtig ist aber

auch, auf das Gefühl zu hören: Ist man

davon überzeugt, es funktioniert, dann

ist das eine wichtige Orientierung. Ich

möchte dazu ermutigen, auch auf die

innere Stimme zu hören.

in einen neuen Markt hineinzugehen,

ist es natürlich wichtig, dass die fundamentalen

Dinge stimmen, aber ob das

dann zu 80 oder zu 100 Prozent passt,

ist nicht entscheidend. Das für uns Entscheidende

ist, dass ein Team hinter der

Idee steht und sagt, wir wollen es machen.

Denn die beste Analyse bringt natürlich

nichts, wenn keiner dafür brennt,

die Idee umzusetzen. Mit Begeisterung,

Emotion und Engagement können hohe

Hindernisse übersprungen werden.

Putsch: Wahrscheinlich ist das auch ein

Erfolgsfaktor von Familienunternehmen.

Ein Familienunternehmen, das an eine

Sache glaubt und entsprechend kommuniziert,

kann sehr gut motivieren.

Wie funktioniert Ihr Zusammenspiel bei

Entscheidungen? Sind Sie meistens ei-

weitere Aspekte gibt, die es vielleicht

noch zu gewichten gilt.

Hiller: Neben dem Austausch zu

speziellen Themen gibt es auch ein

monatliches Gespräch zwischen

Sparte und Holding, in dem das Geschäftsleitungsteam

von Recaro und

die Geschäftsleitung der Holding eingebunden

sind und in dem ein Abgleich

stattfindet. Das ist wie ein gemeinsames

Sparring, bei dem man sich wichtige

Themen anschaut und eine gemeinsame

Meinung dazu bildet.

Putsch: Jeder hat eine andere Perspektive

und entscheidend sollte die Kompetenz

in der Sache und nicht die

Hierarchie sein. Wenn ein Entwickler

ganz nah am Produkt ist und sagt, das

sollten wir so und so machen, ist es

Sollten unternehmerische Entscheidungen

aus dem Bauchgefühl heraus

oder aus technischem Wissen und

sorgfältiger Analyse getroffen werden?

Putsch: Ich glaube, das Bauchgefühl

und das Sachliche gehören zusammen.

Ein Beispiel: Komme ich mit dem Auto

in eine gefährliche Verkehrssituation,

dann sagt mir zwar die sachliche Analyse,

das war gefährlich, aber noch

deutlicher sagt mir das mein Bauch.

Die beiden Dinge bedingen einander.

Ich möchte nicht empfehlen, das Sachliche

durch den Bauch zu ersetzen,

denn das Bauchgefühl baut auf dem

Sachlichen auf. Trotzdem stößt man immer

wieder an Grenzen der Analysierbarkeit,

da es so viele Facetten eines

Themas gibt – und die kann man einfach

nicht alle gleichzeitig denken.

Hiller: Die richtige Kombination macht es

aus. Wenn wir heute analysieren, um ein

bestimmtes Produkt zu entwickeln oder

»

Der Erfolg des Unternehmens muss

im Vordergrund stehen. Denn was gut

für das Unternehmen ist, ist auch gut

für die Familie.

Martin Putsch

ner Meinung oder kommt es öfter zu sicherlich klug, auf ihn zu hören und ihm

Differenzen?

zu folgen. Für mich ist Kompetenz das

Hiller: Wenn es zu einer Entscheidung Ausschlaggebende und nicht die Position

im Organigramm.

kommt, sind wir immer einer Meinung

(lacht).

Wie bringen Sie die einzelnen Sparten

Putsch: Wenn wir merken, wir sind unterschiedlicher

Meinung, ist das gar Hiller: Unsere Marke gibt den Halt und

zusammen?

nicht schlimm. Es bedeutet, dass es die Reputation, die unsere Sparte Flug-


13

Ich möchte noch einmal zur Beziehung

zu den Mitarbeitern zurückkommen.

Welche Rolle spielt Ihre Präsenz als

Eigentümer, Herr Putsch, und wie motivieren

Sie Ihre Mitarbeiter?

Putsch: Schon seit mehreren Generationen

sind wir ein Familienunternehmen,

das heißt für viele Mitarbeiter ergibt sich

ein gewachsenes Bild in der Wahrnehmung

ihres Arbeitgebers. Speziell in den

letzten fünf Jahren haben wir bei der Traditionspflege

viel Engagement gezeigt,

denn Geschichte kann sehr viel Orientierung

liefern. Man versteht besser, wie

das Unternehmen tickt, wofür das Unternehmen

steht. Das sollen die Mitarbeiter

kennen. Die Präsenz der Eigentümer

und der Aspekt Marke sind

dafür hilfreich. Mein Vater war 40 Jahre

(bis 2002) im Unternehmen tätig. Ich

glaube, es gab niemanden im Unternehmen,

der meinen Vater nicht kannte.

Mein Vater ist sehr charismatisch aufgetreten

und hat sich an vielen Stellen

selbst eingebracht, auch im Ausland. Insofern

ist bei vielen Mitarbeitern schon

lange die Erfahrung da, dass die Familie

einen wichtigen Beitrag leistet.

Wie gestaltet sich das bei Ihnen?

Putsch: Ich versuche, mindestens einmal

im Jahr an jedem Standort und für

jeden Mitarbeiter auf eine Art sichtbar zu

sein. Das ist das Minimum und ich verbinde

es mit dem Austausch zur aktuellen

Geschäftslage und zu unseren Zielen.

Viele neue Mitarbeiter lerne ich in

Kaminrunden kennen. Ansonsten bin ich

nach Möglichkeit selbstverständlich auf

Messen, Betriebsfeiern und den Recaro-

Sportveranstaltungen präsent.

zeugsitze mit Rückenwind versorgt und

uns gleichzeitig zu einem begehrten

Arbeitgeber macht. Dadurch ist es auch

wichtig, dass wir nicht Dinge initiieren, die

der anderen Sparte völlig widersprechen.

Wichtig ist hierfür unsere Philosophie,

die Herr Putsch gepflanzt hat und vorlebt.

Egal ob in Schwäbisch Hall, wo das

Headquarter von Recaro Aircraft Seating

sitzt, oder an den internationalen Standorten,

wir leben die gleiche Philosophie.

Es gibt ein eigenständiges Management,

das die Marktverantwortung trägt und

natürlich einen gewissen Handlungsrahmen

hat, um dezentral zu agieren.

Sie leiten das Unternehmen in vierter

Generation. Was hat sich im Laufe der

Zeit verändert?

Putsch: Mein Vater war noch Patriarch,

aber er hatte bereits entscheidende Weichen

gestellt: die Gruppe dezentralisiert

und ein externes Top-Management eingeführt.

Er hat erkannt, dass die Zeit für

neue Modelle reif ist. Gleichzeitig hatte

er eine starke eigene Meinung. Und damit

auch nicht zurückgehalten (lacht).

Hiller: Er hat auch den Beirat ins Leben

gerufen. Die Besetzung mit familienexternen

Mitgliedern war sicherlich zu

dieser Zeit ein Novum.

Putsch: Er arbeitete im Team mit meinem

Onkel bis zu dessen plötzlichem Tod im

Jahr 1978. Mein Vater war der Ingenieur,

mein Onkel der Kaufmann. Die beiden

waren dadurch ein komplementärgeniales

Team. Der Tod seines Bruders

war für meinen Vater ein einschnei-


14

dendes Erlebnis, weil er merkte, jetzt ist

er alleine und muss sich breiter aufstellen,

um Verantwortung teilen zu können.

Deshalb hat er danach den Beirat

ins Leben gerufen mit hochqualifizierten

Sparringpartnern. Der Beirat hat bei

uns Gewicht. Allerdings ist dieses Format

heute noch stärker formalisiert. So

ist auch für die Holding bei bestimmten

Entscheidungen die Zustimmung des

Beirats erforderlich.

Früher mussten Kinder vielfach das Unternehmen

übernehmen, ob sie wollten

oder nicht. Herr Putsch, würden Sie es

wichtig finden, dass Ihre Kinder im Unternehmen

einsteigen?

Putsch: Der Erfolg des Unternehmens

muss immer an erster Stelle stehen.

Denn was gut für das Unternehmen ist,

ist auch gut für die Familie. Das sollte

der Familie klar sein. Wichtig ist: Das

Unternehmen ist nicht für die Familie da,

sondern die Familie für das Unternehmen.

Für meine Kinder ist mir das Wichtigste,

dass sie es schaffen glücklich zu

sein und sich nicht unter Zwang sehen.

Sie müssen für sich eine Balance finden,

das zu tun, was ihnen im Leben auch

Freude macht. Also wenn eines meiner Vor diesem Hintergrund haben unsere

drei Kinder Arzt werden will, dann soll Mitarbeiter Freiräume, aber auch eine

es das tun. Aber das heißt nicht, dass besondere Verantwortung. Denn mit

es deswegen seine Gesellschafterrolle ihrer Arbeit stellen sie sicher, dass wir

abgeben muss. Beides zusammen auch zukünftig viel investieren können.

kann funktionieren, das lässt sich Damit schaffen wir Freiräume, um innovativ

zu organisieren.

sein.

» Unsere Marke gibt den Halt und die

Reputation, die unsere Sparte Flugzeugsitze

mit Rückenwind versorgt und uns gleichzeitig

zu einem begehrten Arbeitgeber macht.

Dr. Mark Hiller

Welche Vorteile haben Mitarbeiter in Diese langfristige Orientierung ist für

Familienunternehmen gegenüber börsennotierten

Unternehmen?

bedeutet die Übernahme großer Ver-

das Management herausfordernd und

Hiller: Ein Vorteil besteht darin, dass wir antwortung.

nicht am Quartalsergebnis gemessen Hiller: Ich weiß nicht, ob das Management

automatisch mehr Verantwortung

werden und somit Entscheidungen treffen

können, die nicht für einen Analysten trägt. Aber wir agieren sicherlich anders

oder den Börsenkurs wichtig sind. und treffen unsere Entscheidungen


15

bewusster. Das sehen wir im Vergleich

mit unseren zwei Hauptwettbewerbern,

die beide börsennotiert sind. Entscheidende

Unterschiede gibt es beim

Wachstum, bei Akquisitionen und natürlich

bei relativ kurzfristigen Aktionen

wie dem Personalabbau, wenn bestimmte

Dinge nicht so gut funktioniert

haben oder die kurzfristige Entwicklung

nicht so positiv war. Wenn wir die letzten

zehn Jahre betrachten, gab es bei

den Wettbewerbern einen regelrechten

Zickzack-Kurs. Wir stehen dagegen

eher für die evolutionäre Entwicklung

des Unternehmens.

Für Ihre Mitarbeiter bedeutet das mehr

Sicherheit?

Hiller: Genau, und natürlich auch eine

gewisse Verlässlichkeit und Planbarkeit.

Wenn es bei uns nicht gut funktioniert

oder etwas in Schieflage geraten ist,

dann sind natürlich auch viele betroffen

und spüren die Verantwortung. Aber es

gibt mehr Chancen und Möglichkeiten,

es zu richten.

Wie hoch sind Ihre Investitionen in

Forschung und Entwicklung?

Hiller: An den Kennzahlen erkennt man,

dass unsere Wettbewerber circa vier bis

fünf Prozent in Forschung und Entwicklung

investieren. Bei uns sind es eher

zehn Prozent. Das sind Investitionen in

Produkte, von denen wir jetzt noch nicht

wissen, ob sie erfolgreich sein werden.

Putsch: Innovationen bestimmen bei uns

den Erfolg des Unternehmens. Das zieht

sich durch die Geschichte unseres ingenieurgetriebenen

Unternehmens. Über

technische Lösungen verschaffen wir

uns einen Vorsprung und Wettbewerbsvorteil.

Da sind wir also sehr klassisch

unterwegs. Es macht Spaß, sich abzuheben

und etwas besonders Gutes herzustellen.

Ich glaube, das ist auch das,

was unsere Mitarbeiter gerne machen:

ein marktführendes Produkt zu schaffen.

An der Ertragskraft erkennen wir,

wenn das Unternehmen einen guten Job

macht und wir attraktive Produkte haben.

Die Kunden geben uns die direkte

Bestätigung für unsere Leistung, wenn

sie für unsere Produkte einen Preis bezahlen,

der uns auch noch einen Unternehmensgewinn

beschert. Die erwirtschafteten

Mittel können wir dem

Unternehmen für die Expansion zur

Verfügung stellen.

Kommen wir zur Marke…

Putsch: Unsere Marke und unsere Identität

lautet Recaro. Wenn Sie bei uns im

Unternehmen jemanden fragen, wofür er

arbeitet, lautet die Antwort Recaro.

Ohne Aircraft Seating?

Putsch: Den Zusatz braucht man nicht,

weil unsere Marke für beide Sparten, Aircraft

Seating und Child Safety, gleich gilt.

Der Mitarbeiter identifiziert sich mit Recaro

und schätzt das Unternehmen, weil er

stolz ist auf die Produkte und darauf, wie

in diesem Unternehmen gearbeitet wird.

Die Marke steht für wirklich alles, was der

Mitarbeiter mit Recaro verbindet. Was die

Marke nach außen leisten soll, das muss

natürlich der Mitarbeiter auch im Inneren

empfinden, erleben und verstehen, damit

er das entsprechend lebt. Das Marketing

nach außen und die Marke mit Wirkung

in das Unternehmen sprechen eine einheitliche

Sprache. Wir sehen uns heute

als Markenunternehmen und haben auch

dieses Bewusstsein.


16

Die RECARO-Timeline

1906 1909 1920 1938 1950 1963 1971

Gründung als

„Stuttgarter

Carosserie- u.

Radfabrik“.

Nach Umfirmierung

als „Stuttgarter

Karosseriewerk

Reutter“: Patent für

die Reformkarosserie.

Karosserie-Aufbauten

inklusive kompletter

Innenausstattung

für nahezu alle

namhaften Hersteller

der Zeit.

Reutter baut Volkswagen-Prototypen

für das Konstruktionsbüro

Porsche.

Der erste von über

60.000 Porsche 356

aus Deutschland

wird bei Reutter

gebaut.

Das Karosseriewerk

wird an Porsche verkauft.

Aus Reutter

Carosserie wird

der Sitzspezialist

RECARO.

RECARO startet

die Produktion

von Flugzeugsitzen

und zieht zwei

Jahre später nach

Kirchheim / Teck.

Als Fluggast sehe ich in den meisten

Fällen nicht, dass der Sitz von Recaro

stammt. Ist das ein Problem für die

Marke und ihre Bekanntheit?

Hiller: Etwa 50 Prozent unserer Sitze

werden mit Recaro-Logo ausgeliefert,

aber das besondere Recaro-Gefühl haben

Sie auf jedem Sitz von uns. Wenn

Sie auf dem Sitz Platz nehmen und sich

wohl fühlen, dann ist es ziemlich sicher

ein Recaro-Sitz. Manchmal folgen die

Airlines der Überzeugung, es soll nur die

eigene Marke in der Kabine geben. Oftmals

setzen die Airlines jedoch bewusst

auf ein Co-Branding, um ein Zeichen zu

setzen. Sie zeigen damit, dass sie bereit

sind in Komfort zu investieren und

auf Leichtbau und Effizienz setzen. Sie

werben dann schrittweise mit der Marke

Recaro.

Können die Ausprägungen Familienunternehmen

und Marke Recaro als Leitbild

dienen und dem Unternehmen die

Richtung weisen?

Putsch: Absolut. Nach außen steht

die Marke Recaro. Für den Endkonsumenten

ist es zweitrangig, dass wir ein

Familienunternehmen sind. Der möchte

einfach die Leistung und das Produkt.

Zur Führung des Unternehmens

im Innern dient die Marke ebenfalls. Dafür

setze ich sie bewusst im Unternehmen

ein.

Die Automobilsparte haben Sie 2011

an einen Lizenzpartner verkauft. Kann

man das trotzdem so steuern, dass die

produzierten Autositze zu Ihrer Marke

passen?

Putsch: Mit der Firma Adient haben

wir dafür ein Lizenzverhältnis. Wir haben

eine Markenlizenz vergeben, die Positionierung

und Gestaltungsrichtlinien

beinhaltet. Das heißt, es gibt sehr wohl

einen Austausch, auch wenn es nicht

mehr unser Unternehmen ist. Als größter

Anbieter von Fahrzeugsitzen ist Adient

weltweit mit Werken vertreten und

hat dank seiner Skaleneffekte und dem

weltweiten Kundenzugang großartige

Möglichkeiten, das Autositzgeschäft erfolgreich

weiter zu entwickeln. Wenn ein

Familienunternehmer sein Unternehmen

umbaut, muss das durchaus nicht defensiv

sein, sondern es kann dazu dienen,

erfolgreichere Konstellationen auch

für die Marke zu schaffen.

Es gab ja auch Jahre, in denen es

Recaro nicht so gut ging und Mitarbeiter

abgebaut werden mussten. Ist das

für ein familiengeführtes Unternehmen

besonders schwierig?

Hiller: Bei Aircraft Seating gab es 2001

so einen Einschnitt. Nach 9/11, den

Terroranschlägen in den USA, haben

die Airlines alle Aufträge storniert und

sie zurückgenommen. Das hat natürlich

einen erheblichen Einfluss auf das

Unternehmen gehabt. Da mussten

wir schnell reagieren, auch im Sinne,

dass das Unternehmen überlebensfähig

bleibt. Ein großer Teil des Umsatzes

ist quasi über Nacht mehr oder

weniger weggebrochen. In den USA

konnte man das Geschäft ein Stück

weit hin zum Servicegeschäft verlagern.

Zwar gab es Einschnitte, es wurde aber

versucht, die Beschäftigten so gut wie

möglich zu halten. Das war im Nachhinein

auch das Beste, weil sich der

Markt schnell wieder von dem Schock

erholt hat.

Wie kann man bei Mitarbeitern Verständnis

für schwierige Unternehmensentscheidungen

schaffen?


17

Child Safety

Aircraft Seating

Automotive Seating

1983 1998 2011 2017

Fusion zu Keiper

RECARO und

Verlagerung der

kompletten Flugzeugsitzproduktion

nach

Schwäbisch Hall.

RECARO präsentiert

den ersten mitwachsenden

Kindersitz,

den RECARO Start.

Das Automobilgeschäft

wird an den

Weltmarktführer

Adient verkauft

unter Lizenzierung

der Marke.

Hiller: Mit Kommunikation. Transparenz

ist in diesen Phasen auch ganz wichtig.

An allen Standorten organisieren wir

grundsätzlich einmal im Monat ein Meeting

für die gesamte Belegschaft, bei

dem wir über die Geschäftslage, die

Herausforderungen und entsprechende

Erfolge sprechen. Es ist wichtig sicherzustellen,

dass jeder weiß, wie es um

das Unternehmen steht.

Greifen diese Maßnahmen auch in

schwierigen Zeiten?

Putsch: Ja, weil jeder auch weiß, dass

ein Unternehmen keine Wunder vollbrin-

gen kann. Wichtig ist, dass man sich

den Herausforderungen in aller Offenheit

stellt, und im Dialog zueinander steht.

Welche Eigenschaft schätzen Sie

besonders bei Ihren Mitarbeitern?

Putsch: Eigeninitiative! Ihre guten Ideen

haben gute Aussicht auf Unterstützung

und Förderung. Wir achten im Rahmen

unserer Führungskultur besonders darauf,

dass Mitarbeiter mit guten Themen

aktiv werden und dabei erfolgreich sind.

Diesen Tipp gebe ich auch Start-ups:

Wenn sie eine gute Idee haben, davon

überzeugt und bereit sind, sich dafür

einzusetzen, dann findet sich auch eine

Finanzierung. Eine gute Idee darf nicht

an mangelnder Unterstützung scheitern!

Arbeiten Sie mit Startups zusammen?

Oder passt das eher nicht in Ihre Organisationsform?

Putsch: Das hat es schon gegeben,

und wir würden in diesem Bereich

gerne noch mehr machen. Wir freuen

uns über Ideen, die von außen an uns

herangetragen werden und zu Recaro

passen.

Vita:

Martin Pusch

Geboren 1967 in Rockenhausen, Rheinland-Pfalz, hat

Martin Putsch, Betriebswirtschaft in Deutschland und den

USA studiert. Der Einstieg ins Familienunternehmen erfolgte

1997, die Übernahme der Holding Geschäftsführung im

Februar 2002. Putsch gehört zur vierten Generation der

Familie. 2012 verlegte er den Sitz der RECARO Holding aus der

Pfalz nach Stuttgart als Markenholding.

Dr. Mark Hiller

Geboren 1972 in Stuttgart, studierte Dr. Mark Hiller Wirtschaftsingenieurwesen

in Deutschland und den USA. Seit 2003 ist

er in der RECARO Group tätig und übernahm 2005 die Verantwortung

für die Bereiche Vertrieb, Programmmanagement

und Customer Support. Zwei Jahre später wurde er zum Geschäftsführer

und COO ernannt. Seit April 2012 leitet Hiller als

Geschäftsführer die RECARO Aircraft Seating und wurde 2014

deren Gesellschafter.


18

Keine Globalisierung ohne

Unternehmen in Familienbesitz prägen die hiesige Wirtschaft.

Von den 500 größten Familienunternehmen haben 20 Prozent

ihren Sitz in Baden-Württemberg.

Von Dagmar Engel-Platz

W

er in Stuttgart aus dem Flughafen kommt, kann an

Lapp nicht vorbei. Denn der Firmenname steht in

großen Lettern an einer Halle auf der Stuttgarter

Messe. In einer Mitteilung hieß es dazu: „Lapp Kabel gehört

zu Baden-Württemberg“ – und sei ein Markenzeichen der Kultur

schwäbischer Familienunternehmen. Denn mittelständische

Unternehmen und insbesondere familiengeführte Unternehmen

prägen die Wirtschaft Baden-Württembergs. Neben den weltbekannten

Firmen wie Daimler, Bosch und Porsche haben viele

sogenannte Hidden Champions ihren Firmensitz im Ländle.

Das sind mittelständische Unternehmen, die in ihrem Bereich

Weltmarktführer, aber nur in Fachkreisen wirklich bekannt sind.

Hier soll es nach Berechnungen des Unternehmensberaters

Bernd Venohr 400 Betriebe geben, die in diese Kategorie fallen

– so viele wie in keinem anderen Bundesland. Die Stuttgarter

Lapp-Gruppe, die führend in der Kabel- und Verbindungstechnologie

ist, zählt dazu, wie auch Behr (Fahrzeugklimatisierung)

und Mahle (Kolben, Zylinder, Ventile) in Stuttgart, Mann + Hummel

(Filtersysteme) in Ludwigsburg, Trumpf (Lasertechnik) in

Ditzingen oder Dürr (Lackieranlagen) in Bietigheim-Bissingen,

um nur einige zu nennen. Und es gibt überproportional viele

familiengeführte Unternehmen. „Von den 500 größten Familienunternehmen

Deutschlands haben 20 Prozent ihren Sitz in

Baden-Württemberg,“ sagt Elisabeth Müller. Sie ist Professorin

für Entrepreneurship und Familienunternehmen an der German

Graduate School of Management and Law in Heilbronn.

Das größte sei die Schwarz-Gruppe mit den Einzelhandelsketten

Lidl und Kaufland mit Sitz in Neckarsulm.

Natürlich gibt es nicht nur die großen Familienunternehmen

und Hidden Champions, sondern Hunderte weitere mittelständische

Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, im

Dienstleistungssektor oder im

Handel. Sie alle sind der

Wirtschaftsmotor Baden-

Württembergs. Umgekehrt

trägt aber

auch der Firmensitz,

sprich die Heimat

eines Unternehmens,

zum Erfolg

bei. „Zukunft hat

viel mit Herkunft

zu tun“, heißt es

denn auch bei

Lapp unter der

Rubrik Erfolgsgeschichte.

Aus

einem kleinen innovativen

Unternehmen

wurde in weniger

als 50 Jahren ein Weltmarktführer.

Das Familienunternehmen

mit Sitz in

Stuttgart-Vaihingen sieht sich

als Beispiel für die erfolgreiche

Globalisierung des deutschen

Mittelstands.

Wurzeln geben Halt

„Je stärker ein Unternehmen in den Sog der Globalisierung

gerät, desto dringender braucht es eine Heimat“, schrieb der

Wirtschaftswissenschaftler Horst Wildemann schon 2005 in

einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Und


19

Wurzeln

weiter: „Ein Unternehmen ohne

Wurzeln wird in der Globalisierung

einfach weggespült.“

Eine Heimat zu

haben, könne daher

ein bedeutsamer

Faktor für den Unternehmenserfolg

sein. Schon allein

aus Marketing-

Überlegungen

müssten Unternehmen

ein klares

Heimatprofil entwickeln

und als

Merkmal ihrer Produkte

oder Dienstleistungen

herausstellen.

Diesen Trumpf,

aus einem Land mit

einem weltweit „guten Ruf“

zu kommen, könnten Unternehmen

für sich reklamieren.

„Familienunternehmen nutzen die regionale

Identität als Erfolgsfaktor“, sagt Elisabeth

Müller. Die familiengeführten Betriebe schüfen

eine starke Verbundenheit – mit ihrer Region und mit

ihren Mitarbeitern. „Bei ihrem gesellschaftlichen Engagement –

sei es in kulturellen, sozialen oder sportlichen Belangen – legen

Familienunternehmen großen Wert auf einen starken Bezug zu

ihrem Standort.“

Die Arbeitsstätte hat eine große Bedeutung. „Sie ist auch

Heimat, sowohl für die Angestellten als auch für den Unternehmer.“

Schließlich verbringen Chef und Beschäftigte einen großen

Teil des Tages in der Firma. „Vielfach sind die Eigentümer

für die Mitarbeiter im Betrieb sichtbar und schaffen so ein

Gemeinschaftsgefühl“, sagt Müller.

Verantwortung übernehmen

Familienunternehmen zeichnen oft flache Hierarchien und eine

Fürsorge für die Mitarbeiter aus. Auch in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten würden sie Mitarbeiter nur entlassen, wenn es gar

nicht anders gehe. So kann sich eine gegenseitige Loyalität

entwickeln. Eine lange Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitern

ist in familienkontrollierten Unternehmen immer noch üblicher

als in anderen Unternehmensformen.

Gelingt die Zusammenarbeit, identifizieren sich die Mitarbeiter

mit ihrem Unternehmen und werden sogar Markenbotschafter

für das Familienunternehmen. Dies ist nicht nur gegenüber

Kunden wichtig, sondern auch im Wettbewerb um Fachkräfte.

„Hochqualifizierte zieht es oft in die Großstadt, deshalb ist

der Fachkräftemangel vor allem in den ländlichen Regionen ein

Thema“, weiß Müller. Deshalb sei es wichtig, Mitarbeiter durch

attraktive Angebote zu halten und neue zu gewinnen.

Familienunternehmen seien an einer langfristigen Entwicklung

von Technologien und Produkten interessiert und der Familienkontext

habe eine positive Wirkung auf die Innovationsfähigkeit,

hat Müller herausgefunden. „Auch die Arbeitnehmer

widersetzen sich Innovationen oft weniger.“ Langfristiges

stabiles Wirtschaften in einem verwurzelten Umfeld hat daher

viele familiengeführte Unternehmen erfolgreich gemacht.


20

Gipfel-

Die Stürmerin

Von Martin-W. Buchenau und Joachim Hofer

Antje von Dewitz verbannt Chemie aus

den Textilien und hat die Firma

ihres Vaters komplett auf

Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Der Mut zur grünen

Mission macht sie zur

jüngsten Familienunternehmerin

in

der Hall of Fame.


21

A

ntje von Dewitz lässt nicht alles mit sich machen. Der

Marketing-Expertin ist es wichtig, authentisch rüberzukommen.

Als der Fotograf vorschlägt, dass sie sich vor

der Kletterwand ein Seil über die Schulter hängt, sagt sie einfach:

„Das mach´ ich nicht. In der Kleidung würde ich nie klettern

gehen. Mit Seil sieht das völlig doof aus.“

Dann will der Fotograf, dass das Seil wenigstens von der Kletterwand

dekorativ im Hintergrund herunterhängt. Bevor jemand

nach einer Leiter fragen oder ein Mitarbeiter einspringen

kann, nimmt die Vaude-Chefin flink die ersten drei Griffe und

hängt das Seil in den Karabinerhaken in drei Meter Höhe ein.

Ein paar Sekunden später steigt sie zwei Griffe rückwärts, ein

Sprung, halbe Drehung, die promovierte Betriebswirtin landet

wie eine Katze. Antje von Dewitz fackelt nicht lange, packt zu.

Ähnlich ist die 45-Jährige ihren Job angegangen, als sie vor

sieben Jahren die Führung der Outdoor-Marke Vaude von ihrem

Vater übernahm. Albrecht von Dewitz wacht jetzt als alleiniger

Beirat über das Treiben seiner Tochter.

Ihm gehören noch 30 Prozent der Anteile, 46 Prozent hat Antje

von Dewitz übernommen. Die restlichen 24 Prozent halten ihre

beiden Schwestern, die nicht bei Vaude arbeiten. Die Familie

bildet den Gesellschafterausschuss. Das Unternehmen mit seinen

500 Mitarbeitern in der Zentrale in Obereisenbach hat sich,

seit Antje von Dewitz die Geschäfte führt, stärker verändert

als je zuvor. Ihr unternehmerischer Erfolg führt sie in die „Hall

of Fame“ der Familienunternehmen. Kein Mitglied war bei der

Aufnahme jünger. Wie hat sie das in Rekordzeit geschafft?

2010 beschloss sie, dass Vaude bei der Fertigung von Zelten,

Rucksäcken und Outdoor-Kleidung mittelfristig keine Schadstoffe

mehr einsetzt. „Unsere Produkte werden in der Natur

genutzt. Das sehen wir als Verpflichtung“, sagte von Dewitz

damals. Anfangs noch in der Branche belächelt, hat sie Erstaunliches

geleistet. Und sie war konsequenter als die meisten

Konkurrenten. Die Vaude-Chefin spricht hochkonzentriert und

schnell. Sie will ihre Botschaften in kürzester Zeit an die Kunden

bringen. „Bis 2020 werden wir es schaffen, komplett PFCfrei

zu sein.“

Mutig hat von Dewitz ein heikles Thema angepackt. In Funktionstextilien

steckt jede Menge Chemie. Die Stoffe werden bisher

eingesetzt, um Schmutz und Wasser abzuweisen. Für die

Menschen in Produktionsländern wie China oder Indonesien

ist PFC laut Greenpeace eine Gefahr, weil es über das Abwasser

in die Umwelt gelangen kann. Auch die Verkäufer in den

Sportgeschäften seien durch Ausdünstungen gefährdet, behaupten

die Greenpeace-Aktivisten. Und mal im Ernst: Welcher

Outdoor-Begeisterte trägt schon gern giftige Stoffe auf der

eigenen Haut?


22

Von Dewitz hat den Trend erkannt und

genutzt, was nicht jeden in der Industrie

freut. „Wenn ich mir Freunde machen

wollte, dürfte ich das nicht tun“, betont

sie. Endlose Untersuchungen und Materialtests

hat Vaude hinter – und wohl

noch vor sich. Dabei stellt sich die Chefin

auch mal selbst in einer neuen Regenjacke

unter die eiskalte Testdusche, um

die Funktionalität des Ökomaterials zu

prüfen. Die ultraleichten Rucksäcke probiert

sie mit der Familie bei mehrtägigen

Wanderungen aus.

Der Senior als Schlüssellieferant

Die hohen Investitionen in die Materialentwicklung

zahlen sich aus.

Von Dewitz räumt für ihr Engagement

einen Preis nach dem anderen

ab. Erst im Mai 2016 bekam

Vaude in München den Green-

Tec-Award für den nachhaltigen

Umbau des Hauptquartiers in der

Nähe von Tettnang. Im März gab

es eine Auszeichnung vom Rat für

Nachhaltige Entwicklung für das

Second-Hand-Programm auf Ebay. Und

so weiter und so weiter. Als erstes Unternehmen

lässt sich Vaude auch auf

nachhaltige und faire Produktionsbedingungen

zertifizieren. Bei den Rucksäcken

könnte der Zugriff auf den Produzenten

nicht direkter sein. Ihr Vater hat

eine Rucksackfertigung in Vietnam aufgebaut,

die ihm persönlich gehört. Damit

ist der Senior einer der Schlüssellieferanten.

Das Thema Nachhaltigkeit steht ganz

oben auf ihrer Agenda, und das zu

Recht, meinen Branchenkenner. „Sie

ist die Einzige, die das so konsequent

lebt“, betont Philipp Prechtl. Der Sportexperte

der Unternehmensberatung

Dr. Wieselhuber & Partner ist fest davon

überzeugt, dass von Dewitz damit

einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz

besitzt. Prechtl: „Sie schafft es

sehr gut, sich zu differenzieren.“ Vielen

Wettbewerbern fehle hingegen eine kla-

re Positionierung. Auch Sporthändler

sind angetan. Sie sei „eine gestandene

Business-Frau“, meint Kim Roether,

Chef der Sporthandelskette Intersport.

Ihr Konzept sei stimmig, lobt der Manager.

Gleichwohl, Umweltbewusstsein

und hohe soziale Standards würden sich

nicht unbedingt in der Kasse der Ladenbesitzer

niederschlagen, betont Intersport-Vorstand

Jochen Schnell: „Kaum

ein Kunde ist bereit, einen Aufschlag

für nachhaltige Produkte zu bezahlen.“

Oder etwa doch? Vaude ist laut von Dewitz

über neun Prozent im vergangenen

Jahr gewachsen.

Ein erstaunlicher Erfolg in einem schwierigen

Umfeld. 2015 haben die Europäer

für rund elf Milliarden Euro Regenjacken,

Wanderschuhe und Rucksäcke gekauft.

Das entspricht laut Branchenverband

European Outdoor Group (EOG) einem

mageren Plus von rund zwei Prozent.

„Der Markt ist okay, aber in der Vergangenheit

waren wir andere Wachstumsraten

gewohnt“, meint EOG-Präsident

John Jansen.

Da die Ware weitgehend austauschbar

ist, entsteht ein enormer Konkurrenzkampf

zwischen zahllosen Anbietern.

Wenigen globalen Marken wie The North

Face oder Columbia stehen Hunderte

regionale und lokale Wettbewerber gegenüber.

Die größten deutschen Marken

sind Jack Wolfskin, Schöffel und Vaude.

Die wichtigsten ausländischen Anbieter

in den deutschen Sportgeschäften sind

CMP, Mammut, Icepeak und Salewa.

Und gleichzeitig drängen Eigen- und

Billigmarken auf den Markt.

Berührungsängste gegenüber ihren gigantischen

Vertriebspartnern wie Amazon

und Zalando hat von Dewitz nicht.

„Wir passen uns der Realität unserer

Kunden an, und viele kaufen eben online.“

Zudem habe der stationäre Handel

dieses Geschäft unterschätzt und den

Internetriesen das Feld quasi überlassen,

analysiert sie kühl. Der Wettbewerb

ist knallhart. Deshalb lässt sich von Dewitz

nicht in die Zahlen schauen. Noch

nicht einmal den Jahresumsatz verrät die

Chefin. „Gut 40 Prozent Eigenkapital

haben wir und schreiben

schwarze Zahlen“, lässt sich von

Dewitz immerhin entlocken.

Der Grund: „Wir wollen nicht,

dass unsere Kunden wissen,

welchen Anteil sie an unserem

Umsatz haben. Wir könnten

sonst unter Druck geraten.“

Die Boomzeiten in der Outdoorbranche

sind eben vorbei.

Absatzrückgänge nimmt

sie in Kauf

Bei weichen Fakten wie der Frauenquote

im Unternehmen ist die Mutter von vier

Kindern offener: „60 Prozent insgesamt,

40 Prozent bei den Führungskräften.“

Ob betriebseigenes Kinderhaus, flexible

Arbeitszeitmodelle oder die Förderung

des örtlichen Freibads als Pächter,

Vaude ist auch Vorreiter in der Familienfreundlichkeit.

Von Dewitz hat ein ausgeprägtes Gespür

für die Veränderungen in der Gesellschaft.

Dafür spricht das neueste Projekt

„iRentit“. Sie will ein Leihsystem für

Rucksäcke, Fahrradtaschen und Zelte

aufbauen. „Das ist unsere Antwort auf

die Share-Economy. Wir sind nah am

Zeitgeist“, sagt von Dewitz. Über die Reparatur-Plattform

im Internet iFixit stellt

Vaude Kunden Reparaturanleitungen zur

Verfügung. Dort erklärt die Unternehmerin,

wie ihre Produkte mit dem rich-


23

tigen Werkzeug und den passenden Ersatzteilen

selbst wieder in Gang gesetzt

werden können. Von Dewitz sieht das

als weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Dass ihre Firma dadurch unter Umständen

weniger Neuware verkauft, nimmt

sie in Kauf.

Nachhaltigkeit ist bei Vaude Chefsache.

„Noch wichtiger ist, dass dieses Ziel im

ganzen Unternehmen gleichberechtigt

neben der Wirtschaftlichkeit steht. Das

gehört für mich zum Unternehmertum.“

Wäre das breiter verankert, ginge es der

Welt besser. Klimakatastrophe, Raubbau

an der Natur und die aufgehende Schere

zwischen Arm und Reich sind für sie

die Hauptursachen großer Probleme,

auch der Flüchtlingsbewegungen. Angst

machen ihr die jüngsten politischen Entwicklungen.

Doch aufgeben gilt nicht:

„Ich kämpfe schon immer für eine

bessere Welt.“

In der Wirtschaft läuft etwas ziemlich

falsch, findet sie. „Unternehmen sind

zu einseitig auf Profit ausgerichtet und

sollten danach besteuert werden, wie

viel sie für das Gemeinwohl tun.“ Bei

der EU in Brüssel hat sie ein neues Erbschaftsteuermodell

vorgestellt. Dass sie

allein die Welt verändern kann, glaubt

sie nicht. Aber sie geht überzeugt ihren

Weg. Schließlich stammt sie aus einer

Familie, die sich immer schon abseits

der ausgetrampelten Pfade bewegte.

Ihr Vater Albrecht von Dewitz, ein Niedersachse,

war Anfang der 1970er-

Jahre zusammen mit seiner Frau, einer

gebürtigen Bremerin, im Oberschwäbischen

im Urlaub und fand Gefallen an

der Gegend. Das Paar zog an den Bodensee,

Albrecht gründete dort 1974

den Outdoor-Ausrüster Vaude. Der

Name leitet sich aus den Anfangsbuchstaben

„V(au)“ und „D(e)“ seines Namens

ab.

In dieser Landschaftsidylle wuchs Antje

von Dewitz auf. Die Nähe zur Natur hat

sie geprägt. Demnächst will sie sich einen

Traum verwirklichen und einen Bauernhof

kaufen. Wenn das klappt, fällt der

nächste Outdoor-Sommerurlaub aus.

„Dann müssen wir renovieren“ – indoor.

Handelsblatt online vom 11.01.2017 Unternehmen

Beruf + Büro, Hall of Fame, Antje von Dewitz ©

Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


24

Tradition

form

ILLIG-Werk in den 60er Jahren


25

t

Zukunft

ILLIG-Werk heute

LLIG ist ein international aufgestelltes unabhängiges Maschinen- und Werkzeugbau-Unternehmen in

Familienbesitz und wurde 1946 gegründet. Organisch gewachsen leistet das Heilbronner Unternehmen

technische Pionierarbeit mit innovativen und wirtschaftlichen Systemen für das Thermoformen und

bietet intelligente Lösungen für Verpackungen. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 750 Mitarbeiter.

Viele von ihnen arbeiten im Unternehmen von ihrer Ausbildung bis zum Renteneintritt. ILLIG ist wichtig,

alle am Standort in Veränderungsprozesse mit einzubeziehen. So entwickelten und definierten die Mitarbeiter

gemeinsam mit dem Management die Werte, die Mission und die Vision für das Unternehmen sowie die

Führungsleitlinien. Diese „Bottom-up-Strategie“ sichert kontinuierliches Wachstum und Arbeitsplätze.

Bis heute hat sich ILLIG die Eigenständigkeit bewahrt. Eine der größten Herausforderungen für das Familienunternehmen

war die wirtschaftliche Krise 2008/09. In dieser Zeit zeigte sich der Zusammenhalt bei ILLIG

im Besonderen. Die Gesellschafter garantierten die Arbeitsplätze und die Mitarbeiter leisteten ihren Beitrag

mit der notwendigen Kurzarbeit. Kein Mitarbeiter musste wegen der Krise um seinen Arbeitsplatz bangen.

Die schwere Zeit wurde überwunden und das Unternehmen konnte mit der bestehenden Mannschaft unmittelbar

nach Anziehen der Wirtschaft die Produktion wieder hochfahren.

Die Vision ist es, die Position als überdurchschnittlich erfolgreiches und weltweit führendes Familienunternehmen

für Thermoform- und Verpackungstechnologien zu sichern und den Marktanteil weiter auszubauen.

Dazu gehört die Begeisterung der Kunden, die auf einer vertrauensvollen Unternehmenskultur und

einem wertschätzenden Miteinander – sowohl intern als auch extern – basiert.


26

Forschung 2017

Nachwuchsförderung

Zusammen mit der Europa-Universität Viadrina Franfurt (Oder) betreute die

GGS 2017 acht Doktoranden im Graduiertenkolleg „Dynamic Capabilities

and Relationships“. Hinzu kommen noch 13 Doktoranden in kooperativen

Promotionsverfahren. Die Nachwuchsforscher arbeiten in enger Abstimmung

mit ihren Betreuern an der Dissertation und profitieren von gemeinsamen

Konferenzpräsentationen. Der inhaltliche Austausch mit exzellenten

Wissenschaftlern erfolgt nicht nur dort, sondern auch regelmäßig in Heilbronn

bei den öffentlichen Forschungsseminaren, die sich durch Interdisziplinarität

und internationale Top-Referenten auszeichnen.

Erfolgreiches Forschungsjahr

Mit fünf A-, elf B- und 13 C-gerankten (jeweils nach VHB-JOURQUAL 3) Artikeln in referierten Management-Fachzeitschriften

und Konferenzbänden fällt die Publikationsliste der GGS für 2017 beeindruckend aus. Zusätzlich erstellten die GGS-Forscher

46 Konferenzbeiträge und präsentierten ihre neuen Erkenntnisse der internationalen Forschungsgemeinschaft zwischen Atlanta,

London, Paris und Peking.

Von der Idee zur Innovation

Innovation

Bei der ICIS 2017, der wichtigsten internationalen Wirtschaftskonferenz, sind

die GGS-Forscher Victoria Reibenspieß, Lennart Jäger, Katharina Drechsler

und Prof. Andreas Eckhardt in Seoul mit dem SIGADIT Best Paper Award ausgezeichnet

worden. In dem theoretisch-konzeptuellen Paper „Transforming IS

Ideas to IS Innovations – Adaptation Strategies based on a Community Appraisal

Perspective“ untersuchen die vier Autoren, wie Mitarbeiter in Unternehmen

auf IT-bezogene Ideen ihrer Kollegen reagieren und inwiefern das daraus resultierende

Handeln dazu führt, ob eine Idee tatsächlich zur Innovation reift oder im

Sande verläuft.


27

Tradition verpflichtet

Mittlerweile ist es schon Usus: Beim 77. Jahrestreffen der renommierten

Academy of Management (AoM), das im August in Atlanta stattfand, erhielt

Prof. Heinz-Theo Wagner erneut einen Best Reviewer Award. Nach drei

Best Reviewer Awards und einem Outstanding Associate Editor Award in

den letzten Jahren ist es bereits der fünfte Preis in Folge für hervorragende

Leistungen im Begutachtungsprozess.

Schrittmacher IT

Auf der Pacific Asia Conference on Information Systems (PACIS 2017) waren mit Prof. Andreas

Eckhardt, Victoria Reibenspieß und Lennart Jäger auch drei GGS-Forscher vertreten. Der Beitrag

„The Impact of Virtual Reality on the Effectiveness of Visual Cluster Analysis as a Method

for Analyzing Big Data“, den Eckhardt zusammen mit Patrick Klose und Michael Rohrdrommel

von der Goethe-Universität Frankfurt verfasst hat, betrachtet den Effekt von Virtual Reality auf

die Einschätzung und Analyse großer Datenmengen. Das mit Victoria Reibenspieß und Lennart

Jäger sowie anderen Autoren entstandene Paper „The Impact of Purpose Transfer for Mobile

IS Use: Insights of an Empirical Study“ analysiert den Einfluss von Übertragungsgeschwindigkeit

auf die Einstellung zur Nutzung mobiler Informationssysteme.

Ausgezeichnete Leistung

Für seine außerordentlichen Leistungen im Begutachtungsprozess

wurde Prof. Kai Förstl mit dem Best Conference Reviewer

Award ausgezeichnet. Er nahm den Preis auf der im April in Budapest

und Balatonfüred stattfindenden Konferenz der International

Purchasing and Supply Education and Research Association

(IPSERA) entgegen. Auf dem Jahrestreffen der IPSERA

kommen Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, um über

aktuelle Herausforderungen in Einkauf und Supply Chain

Management zu sprechen.

Querdenken erwünscht

Gemeinsam mit dem IT-Netzwerk Conntect.IT hat die GGS eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die innovatives Denken

fördern soll – das InnoSpace. Dabei handelt es sich um ein Experimentalformat, bei dem die konkreten Themen rund um Innovation

– im Sinne eines BarCamps – durch die Teilnehmer bestimmt werden. Die Veranstaltung richtet sich an Personen, die

offen für außergewöhnliche Ideen und Ansätze sind und idealerweise eine Startup-Denke mitbringen.


28

Ausgezeichnete Juristen

Der Verlag BestLawyers hat für das Handelsblatt die renommiertesten Rechtsberater in Deutschland ermittelt. Von der GGS-Fakultät

wurden 2017 erneut Prof. Alexandra von Bismarck für den Bereich Gewerblicher Rechtsschutz und Prof. Daniel Benkert für

den Bereich Arbeitsrecht mit dem Titel „Anwalt des Jahres“ ausgezeichnet.

Unternehmertum

Startup, fertig, los

Zu einem Filmabend rund ums Thema Gründung lud das Institut für

Unternehmertum im November an die GGS. „She started it“ porträtiert

fünf junge Gründerinnen auf ihrem Weg zum eigenen Unternehmen.

Die beiden Organisatoren Prof. Elisabeth Müller und Dr.

Frederik Metzger möchten mit dem Institut das unternehmerische

Denken in der Region weiter fördern. Einen Beitrag dazu liefern auch

die regelmäßig zusammen mit dem Coworking Space Heilbronn

stattfindenden Startup Meetups, bei denen junge Gründer zusammenkommen

und sich mit Gründungsinteressierten austauschen.

Dynamisch unterwegs

Auf dem Jahrestreffen der Strategic Management Society in Houston/

Texas präsentierten Abiodun Adegbile, Michael Hartmann, Madeleine

Rauch und Matthias Wenzel vom gemeinsamen Graduiertenkolleg

der GGS mit der Europa-Universität Viadrina gleich mehrere

Forschungsbeiträge zum Thema „Dynamische Kompetenzen und

Geschäftsbeziehungen“.

Nachhaltiger Erfolg

Compliance und Unternehmensrecht

Wie Corporate Social Responsibility (CSR) erfolgreich in

Vermarktungsaktivitäten implementiert und eine ganzheitliche

CSR-Marketingstrategie entwickelt werden kann, zeigen Prof.

Christopher Stehr und Franziska Struve in ihrem Herausgeberwerk

„CSR und Marketing – Nachhaltigkeit und Verantwortung

richtig kommunizieren“. In dem Buch werden neben der Verantwortung,

die Manager für Corporate Social Responsibility

tragen, auch die Kundenperspektive sowie Ansätze zur Nachhaltigkeit

in der Preispolitik betrachtet.


29

Neues Forschungszentrum

Mit dem Symposium „Compliance & Integritätsmanagement

in globalen Wertschöpfungsketten“ fiel im Juli der Startschuss

für das neue gemeinsame Center for Compliance, Integrity and

Law (CIL) der GGS mit der Zeppelin Universität. In dem Center

bündeln die beiden Hochschulen ihre Forschungsaktivitäten

und leisten einen Transfer in die Praxis. In gemeinsamen Veranstaltungen

werden aktuelle Entwicklungen in Compliance und

Integritätsmanagement diskutiert.

Vernetzt in die Zukunft

Automatisiertes Fahren lässt sich nicht mehr aufhalten, auch wenn der

zeitliche Horizont für fahrerloses Fahren sicherlich noch weit in der Zukunft

liegt. Das war der einhellige Tenor bei der GGS-Fachkonferenz „Automatisiertes

Fahren“ im Juni. Zu der von Prof. Benjamin von Bodungen organisierten

Veranstaltung kamen 100 Teilnehmer, die von renommierten Experten

aus Forschung und Wirtschaft einen ganzheitlichen Blick auf das

automatisierte Fahren bekamen.

Standardwerk

In seinem Handbuch „Compliance-Management im Unternehmen“ beleuchtet Prof. Martin Schulz die vielfältigen Aspekte von

Compliance für Unternehmen aller Größenordnungen. Das 930 Seiten umfassende Standardwerk spannt dabei den Bogen von

der Strategiefindung bis zur praktischen Umsetzung von Compliance-Management. Zahlreiche Autoren aus Wissenschaft und

Praxis bringen ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Compliance-Themen in das Handbuch ein.

Chinaabend

Mit China ist zu rechnen. Das war das Fazit beim gemeinsamen

Themenabend von GGS, Kreissparkasse Heilbronn und der

IHK Heilbronn-Franken im Vorfeld der GGS-Studienreise in das

mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichste Land der

Erde. Der kurzweilige Abend war angereichert mit vielen persönlichen

Eindrücken und Anekdoten. Schon jetzt ist China hinter

den USA die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und der

wichtigste Außenhandelspartner Deutschlands.


30

Institute

Institut

für Innovation

Innovation ist der Motor von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie schafft Fortschritt,

Wohlstand und generiert Vorteile im Wettbewerb. Innovation geschieht aber nicht

von allein, sondern ist das Resultat der Kreativität und der systematischen Arbeit

einzelner oder mehrerer Menschen und ihrer Organisationen. Daher erforscht

das Institut für Innovation die Verhaltensmuster der Menschen, die erfolgreich

neue Lösungen hervorbringen und vermarkten, genauso wie die Merkmale der

Organisationen, die optimale Rahmenbedingungen dafür schaffen. Zusätzlich

wird das Unternehmensumfeld untersucht, in dem sich diese Organisationen

bewegen. Im Praxistransfer unterstützt das Institut für Innovation Führungskräfte

darin, von diesen Erkenntnissen zu lernen, um selbst erfolgreich Innovationen

zu erzeugen, zu managen sowie rechtlich abzusichern, zu verwerten und

durchzusetzen.

Prof. Dr. Gerd J. Hahn

Professor für Operations Management

und Prozessinnovation

Prof. Dr. Andreas Eckhardt

Professor für Personalmanagement


31

Prof. Dr. Alexandra von Bismarck

Professorin für deutsches und europäisches

Wirtschaftsrecht, Gewerblichen

Rechtsschutz und IT-Recht

Prof. Dr. Heinz-Theo Wagner

Professor für Management

und Innovation

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Gregor Blossey

Katharina Luisa Drechsler

Henrik Franke

Axel Hund

Lennart Jäger

Désirée Laubengaier

Victoria Alexandra Reibenspieß

Prof. Dr. Kai Förstl

Professor für Supply Chain

Management und Logistik

Akademischer Direktor M.Sc.

in Management


32

Innovation

Heinz-Theo Wagner ist seit 2008

Professor für Management

und Innovation an der GGS. Er

leitet das Institut für Innovation und

widmet sich den Forschungsthemen

Geschäftswertbeitrag der Informationstechnologie,

Grundlagen der Innovationsfähigkeit

von Unternehmen

sowie Kernkompetenzen und Rekombination

von Ressourcen.

Innovation ist für ihn insbesondere

die Schaffung von aufregenden neuen

Dingen, mit denen der Innovator

aus der Menge herausragt. An seiner

Professorentätigkeit schätzt Wagner

den Dreiklang aus Weiterbauen und

-forschen, wo andere aufgehört haben,

dem Wecken von Neugier auf Wissen

und dem Verbinden des „Warum“ der

Theorie mit dem „Wie“ der Praxis.

Denn Wissenschaft und Praxis stehen

in einer steten Wechselbeziehung.

In der Praxis entstehen permanent

Phänomene und Probleme, die die

Wissenschaft zwecks Suche nach

Erklärungen und Lösungen aufgreift,

und diese wiederum werden der

praktischen Anwendung zugeführt.

Darüber hinaus befasst sich Wissenschaft

mit theoretischen Problemen,

deren Lösung wiederum ungeahnte

praktische Bedeutung zukommen

kann. Als gefragter Experte ist es sein

Traum, all die Dinge, die ihn interessieren,

auch verfolgen zu können.


33

Auch Gerd J. Hahn ist

seit 2015 an der GGS.

Er ist Inhaber der

durch die Audi AG über den

Stifterverband der deutschen

Wissenschaft geförderten

Stiftungsprofessur für Operations

Management und Prozessinnovation.

Ihn interessiert

vor allem die Frage, wie

man Prozessinnovationen generiert

und diese zielgerichtet

in industrielle Wertschöpfungsprozesse

überführt.

Der 1981 in Balingen geborene

Wirtschaftswissenschaftler

wurde 2010 mit dem

Horst-Wildemann-Preis für

innovative Managementkonzepte

ausgezeichnet.

Wertschöpfungsnetzwerke

sind für ihn ein spannendes

Forschungsobjekt. Als Professor

möchte Hahn zusammen

mit außergewöhnlichen

Menschen an spannenden

Themen arbeiten und neue

Welten erkunden. Anspruch

bedeutet dabei für ihn, sich

ambitionierte Ziele zu setzen

und diese auch mit Herzblut

und Beharrlichkeit zu verfolgen.

Wichtig sind dafür

auch Träume – sowohl als

Ausdruck als auch Motor

von Kreativität.

A

Andreas Eckhardt hat

seit 2015 die Professur

für Personalmanagement

inne. Er ist für seine

Arbeiten bereits mehrfach

ausgezeichnet worden, unter

anderem im Handelsblatt

BWL-Ranking 2014 als einer

der besten Forscher unter 40.

An der GGS hat er das MOOC

Human Resource Management

in the Digital Age entwickelt

und setzt sich im HR

Breakfast für den Austausch

zwischen Wissenschaft und

Praxis ein.

Für ihn ist das Thema Personalmanagement

der zentrale

Bestandteil seiner Professur

und speziell in Verbindung

mit der Digitalisierung ein

spannendes Forschungsthema.

Sein Anspruch als Professor

ist es, anderen zu helfen

und zu inspirieren. Ohne Innovation

ist für ihn keine Entwicklung

und kein Fortschritt

möglich. Befragt, was er als

König von Deutschland zuerst

anpacken würde, antwortet

er – angelehnt an Rio Reisser –

„käm‘ ich viel rum, würd‘ nach

USA reisen und Donny mal wie

Waldi in die Waden beißen…“


34

Seit 2012 ist

Alexandra von

Bismarck Professorin

für deutsches und europäisches

Wirtschaftsrecht, Gewerblichen

Rechtsschutz und IT-Recht. Im Hamburger

Büro von Fieldfisher ist sie

Partnerin und leitet den Markenbereich

für Deutschland. Ihre Schwerpunkte

liegen im Marken- und Designrecht

sowie Wettbewerbsrecht.

Vom Bundesverband der Unternehmensjuristen

(BUJ) ist sie 2013

Markenrecht ist ihre persönliche

Leidenschaft und für sie zwingend

zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Für den Bereich Gewerblicher Rechtsschutz

ist sie bereits mehrmals vom eines Unternehmens erforderlich. In der

zum Schutz der immateriellen Werte

Handelsblatt im Ranking „Deutschlands

beste Anwälte“ ausgezeichnet jährige Praxiserfahrung im IP-Bereich

Lehre möchte von Bismarck ihre lang-

worden.

weitergeben und die Studierenden für

den Schutz und die Verteidigung von IP-

Rechten sensibilisieren. Wenn sie noch

einmal studieren könnte, würde sie ein

Innovat

juristisches Studium mit einem MBA

kombinieren.


35

A

ls Akademischer Direktor

des Studiengangs

M.Sc. in Management

genießt Kai Förstl ein hohes

Ansehen bei seinen Studierenden.

An der GGS ist er seit

2015 Professor für Supply

Chain Management und Logistik.

Der mit zahlreichen akademischen

Auszeichnungen prämierte

Förstl engagiert sich als

Associate Editor und Reviewer

in der Wissenschafts-Community

und interessiert sich besonders

für Nachhaltigkeit entlang

der Supply Chain und für das

Verhalten von Entscheidern im

Supply Chain Management.

ion

Eine Welt ohne Logistik ist für

ihn nur schwer vorstellbar, denn

dann gäbe es keinen Welthandel

und wir wären alle ärmer. In der

Lehre probiert Förstl gerne neue

Formate aus. Nach eigener Aussage

funktionieren davon nicht alle,

doch so wird es für beide Seiten

nicht langweilig. Fortschritt ist für

ihn, das Wesentliche zu perfektionieren,

anstatt auf der Suche nach

dem „nächsten großen Ding“ das

Kerngeschäft zu vernachlässigen.

Das große Forward-Thinking überlässt

er lieber anderen. Könnte er

noch einmal studieren, würde er

sich für Ingenieurswissenschaften

oder Psychologie entscheiden.

Monetär getrieben und wissend,

was heute am Markt gebraucht

wird, ständen allerdings Softwareentwicklung

und Patentrecht ganz

oben auf der Liste.


36 Institute

Institut für

Unternehmertum

Fragestellungen rund um die Gründung, Finanzierung und Führung von

Unternehmen sowie die Stärkung des unternehmerischen Denkens sind

wichtige Forschungspunkte des Instituts für Unternehmertum. Unternehmer

ergreifen die Initiative, um ihre Ideen am Markt umzusetzen und gehen dafür

kalkulierte Risiken ein. Sie generieren einen Mehrwert für Konsumenten

und tragen zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Kurzum: Sie leisten einen

wichtigen Beitrag für die Wirtschaft. Die Forschung nach international

anerkannten Standards und der Diskurs von wissenschaftlichen Erkenntnissen

mit der Praxis sind den Institutsmitgliedern sehr wichtig. Damit erreichen sie

ein gegenseitiges Lernen, und Gründer können mit Know-how unterstützt

werden. Zusätzlich werden erfolgreiche Persönlichkeiten, ihr Verhalten und

ihre Art zu arbeiten erforscht. Aber auch die wirtschaftlichen und rechtlichen

Rahmenbedingungen in Organisationen, Politik und Gesellschaft, die

Unternehmertum bestmöglich zur Entfaltung kommen lassen, stehen im Fokus

der wissenschaftlichen Tätigkeit.

Prof. Markus Vodosek, PhD

Professor für Strategisches

Management und Führung

Akademischer Direktor MBA


37

Prof. Dr. Elisabeth Müller

Professorin für Entrepreneurship

und Familienunternehmen

Prof. Dr. Tomás Bayón

Professor für Marketing und

Dienstleistungsmanagement,

Vorstand der Hochschule

Geschäftsführer

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Miriam Lohrmann

Lorna Syme

Dr. Frederik Metzger

Programm-Manager Entrepreneurship

Dr. Michael Hartmann

Vertretung der Professur für

Industriegütermarketing und

Vertrieb


38

Unter-

Seit 2010

ist Markus Vodosek

als Professor für Strategisches

Management und

Führung an der GGS. Er verantwortet

als Akademischer

Direktor den Studiengang

MBA. Zu seinen Forschungsschwerpunkten

zählt der

passionierte Skifahrer unter

anderem die Themen Interpersonale

Beziehungen in

Organisationen und Globale

Führungskompetenzen als

Strategische Ressource.

Ohne Strategisches Management

laufen seiner Meinung

nach Unternehmen Gefahr,

Chancen und Risiken zu

übersehen und die eigenen

Stärken und Schwächen

falsch einzuschätzen. Dadurch

gehen Wettbewerbsvorteile

verloren oder bleiben

ungenützt. Vodosek möchte

in der Lehre Studierende

dazu befähigen, Management

sowohl als strategische

als auch politische und kulturprägende

Tätigkeit zu

begreifen und zu praktizieren.

Globale Führungskompetenzen

sind für ihn eine

Kombination aus vielen,

aufeinander aufbauenden

Kenntnissen, Eigenschaften

und Fähigkeiten. Dazu gehören

internationales und

interkulturelles Wissen,

Integrität und Neugierde, die

Befähigung, unterschiedliche

Perspektiven zu verstehen

und Widersprüchlichkeiten

zu akzeptieren, die Fertigkeit,

mit einer Vielfalt von

Menschen zu kommunizieren,

und die Fähigkeit, unterschiedliche

Gruppen und

Ideen zu integrieren. Könnte

er noch einmal studieren,

würde er wahrscheinlich den

LL.M. in Business Law an der

GGS machen. Oder Weinbau

und Önologie studieren. Oder

Informatik.

nehm


39

E

lisabeth Müller ist seit 2015

Inhaberin der Professur

für Entrepreneurship und

Familienunternehmen. Sie

leitet das Institut für Unternehmertum

und ist für den

Schwerpunkt „Innovationsund

Technologiemanagement“

im M.Sc. in Management

verantwortlich. Müller

ist Research Associate am

Zentrum für Europäische

Wirtschaftsforschung in

Mannheim sowie Board

Member im Asia-Pacific Innovation

Network. In ihrer

Forschung im Bereich Entrepreneurship

und Innovationsmanagement

beschäftigt

sie sich mit der Rolle von

Unternehmensgründern bei

den Innovationsaktivitäten

der Unternehmen sowie mit

dem Innovationserfolg von

chinesischen Unternehmen.

Familienunternehmen sind für

Elisabeth Müller eine wichtige

Stütze der deutschen Wirtschaft,

weil sie eine Balance zwischen

wirtschaftlichem Erfolg und

gesellschaftlicher Verantwortung

hinbekommen. Damit erhöhen

sie die Vielfalt in der Unternehmenslandschaft

und machen die

deutsche Wirtschaft einzigartig.

Als Professorin möchte sie Studierenden

helfen, die Welt besser

zu verstehen. Auch wenn es heute

einfach ist, Zugang zu Daten

und Wissen zu bekommen, bleibt

es eine Herausforderung, daraus

die richtigen Schlussfolgerungen

zu ziehen. Besonders beeindruckt

Müller bei Unternehmern deren

Optimismus und Offenheit gegenüber

Neuem. In einer sich ständig

verändernden Umwelt dürften

auch Erwachsene nicht aufhören

neugierig zu sein. Könnte sie

noch einmal studieren, würde

Müller wahrscheinlich wieder

dieselben Entscheidungen treffen.

In guter Erinnerung geblieben

sind ihr die intensive intellektuelle

Auseinandersetzung

mit dem Wirtschaftsgeschehen

und die ersten Auslandserfahrungen.

ertum


40

Als Vorstand und Geschäftsführer

leitet Tomás Bayón die

GGS. Bereits seit 2008 verantwortet

er zunächst als Vizepräsident, später als Academic

Dean und Geschäftsführer das Wissenschaftsmanagement

der GGS. Seit 2007 hat

der gebürtige Stuttgarter die Professur für

Marketing und Dienstleistungsmanagement

inne. Der begeisterte Musiker spielt in seiner

Freizeit Violine und engagiert sich als Mitglied

des Akkreditierungsausschusses des

deutschen Wissenschaftsrates für die Qualitätssicherung

im nichtstaatlichen Hochschulbereich.

Von 2012 bis 2017 war er Landessprecher

Baden-Württemberg des Verbands

der Privaten Hochschulen (VPH).

Marketing ist für Bayón die Denkhaltung

und der Prozess eines konsequenten Dienstes

am Kunden im Einklang mit den Organisationszielen.

Nur wer die erwarteten Werte

aus Kundensicht in den Mittelpunkt seiner

Leistungen stellt, betreibt tatsächliches

Marketing und wird langfristig erfolgreich

sein. Als Führungskraft möchte er vor allem

Vorbild sein: Vorbild in der Formulierung

strategischer Organisationsziele, Vorbild in

der Zielerreichung durch das Treffen konsequenter

Entscheidungen und Vorbild im

Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Dabei

leiten ihn die Ideale eines christlich-humanistischen

Menschenbildes. Die Hochschule

als Ort der Neugier und des Diskurses, an

dem Neues aus der Interaktion mit und zum

Wohle der Gesellschaft entsteht, fasziniert

Unter-

ihn. Deren Freiheitsgrade

zu bewahren und sie im Wettbewerb um

Ideen, Ergebnisse und Potenziale voranzubringen,

ist eine der großen Herausforderungen,

die ihn reizt und im Zentrum

seines beruflichen Lebens steht.

Wenn Bayón noch einmal studieren

könnte, würde er versuchen, sowohl die

philosophischen als auch die mathematisch-statistischen

Grundlagen zu seinen

wirtschaftswissenschaftlichen Studien

noch konsequenter zu ergründen.

Als Student würde er seine Dozenten

zu einem vernetzten, problembasierten

Unterricht bewegen, denn viel zu oft ist

früher silohaft gelernt worden und die

Vernetzung und Problemfokussierung

blieben häufig auf der Strecke.


nehmertum

Michael Hartmann

ist ganz frisch als Dozent an der

GGS. Er hat die Vertretungsprofessur

für Industriegütermarketing

und Vertrieb inne. Hartmann ist Schwerpunktleiter

Vertriebsmanagement im

M.Sc. in Management und in seiner

Forschung interessiert sich der 36-Jährige

vor allem für das Feedback und den

Umgang mit Kritik in Organisationen.

In einer Welt ohne Vertrieb könnte nach

seiner Meinung aus einer noch so guten

Idee kein erfolgreiches Produkt oder Service

entstehen. Und Hartmanns Leben

wäre wahrscheinlich nur halb so spannend.

In der Lehre möchte er den Studierenden

nicht nur Fachwissen vermitteln,

sondern sie auch zur kritischen Reflexion

anregen. Denn wer hinter die Kulissen

schaut, kann besser verstehen, was sich

vor einem abspielt. Wissenschaft und

Praxis gehören für den Absolventen des

gemeinsamen Graduiertenkollegs mit der

Europa-Universität Viadrina untrennbar

zusammen. Oder wie Immanuel Kant es

formulierte: Es gibt nichts Praktischeres

als eine gute Theorie.

41


42 Institute

Institut für

Compliance &

Unternehmensrecht

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Themen Compliance und Unternehmensrecht

sowie Corporate Social Responsibility (CSR), aber auch wirtschaftsethische

Probleme. Die Ziele des Instituts sind zum einen die praxisorientierte Forschung

und Anbindung an die Lehre der GGS sowie die Entwicklung von Standards in den

Bereichen Compliance und Unternehmensrecht sowie im Bereich CSR. Es fördert

als Plattform den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Unternehmen, Kanzleien,

Verbänden und Organisationen des Öffentlichen Dienstes. Vor dem Hintergrund zunehmender

Regelungsdichte, verstärkter Ermittlungstätigkeit der Behörden und einer

gestiegenen Sensibilität der Öffentlichkeit wird das Management von Compliance-

Risiken immer wichtiger. In einem globalisierten Wettbewerb ist es für Unternehmen

entscheidend, sich durch wirksames Rechts- und Compliance-Management nachhaltig

abzusichern.

Prof. Dr. Christopher Stehr

Professor für Internationales

Management


43

Prof. Dr. Martin Schulz, LL.M. (Yale)

Professor für deutsches und internationales

Privat- und Unternehmensrecht

Akademischer Direktor LL.M. in Business Law

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Martin Hoffmann

Martin T. Knopp

Sarah Schwab

Franziska Struve

Ines Maria Tacke

Prof. Dr. Benjamin von Bodungen,

LL.M. (Auckland)

Professor für deutsches und internationales

Handels- und Gesellschaftsrecht, Finanzund

Steuerrecht


44

B

enjamin von Bodungen ist seit 2013

Inhaber der Professur für deutsches

und internationales Handels- und Gesellschaftsrecht,

Finanz- und Steuerrecht.

Er ist Leiter des Instituts für Compliance

und Unternehmensrecht und interessiert

sich für die Themenfelder Bank- und Finanzrecht,

Außenwirtschafts-Compliance

sowie Transport-, Verkehrs- und Logistikrecht.

Im Rahmen eines aktuellen

Forschungsprojektes befasst sich Benjamin

von Bodungen mit den rechtlichen

Rahmenbedingungen der rasant voranschreitenden

Fahrzeugautomatisierung bis

hin zum autonomen fahrerlosen Fahrzeug.

Zudem ist er als Of Counsel im Bereich

Banking & Finance der internationalen

Anwaltssozietät Bird & Bird LLP in

Frankfurt am Main tätig.

Blickt er in die Zukunft, dann wird das

Recht durch die fortschreitende Digitalisierung

und Vernetzung noch vor viele spannende

Fragen gestellt werden. Die Arbeit des

Juristen wird dabei noch interdisziplinärer

und internationaler als bisher. Als Professor

schätzt von Bodungen die Möglichkeit,

den Dingen auf den Grund zu gehen, die ihn

interessieren. Sein Anspruch ist es, gesetzte

Ziele ernsthaft und leidenschaftlich zu verfolgen.

Dazu dienen auch Träume, aus denen

er durchaus realistische Ziele ableitet.


D

ie Professur für deutsches

und internationales Privatund

Unternehmensrecht hat

Martin Schulz seit 2009 inne. Er

leitet das Institut für Compliance und

Unternehmensrecht und ist Akademischer

Direktor für den Studiengang

LL.M. in Business Law. Als Experte

für Fragen der Corporate Compliance

setzt sich der gebürtige Offenbacher

für wirksame Rahmenbedingungen

rechtssicherer Unternehmensführung

und den Austausch von Compliance-

Erfahrungen unterschiedlicher Unternehmen

und Branchen ein.

Ohne Compliance lassen sich für ihn

Unternehmen nicht nachhaltig und

verantwortungsvoll führen. In der

Lehre möchte Schulz die Bedeutung

von Recht und seine Gestaltungsmöglichkeiten

im Unternehmensalltag

anschaulich machen. Verantwortung

bedeutet für ihn, für gesetzte Ziele

einzustehen und an deren Umsetzung

mit seinem Team bestmöglich mitzuwirken.

Mit einem Lotto-Hauptgewinn

würde er die Wahrscheinlichkeitstheorie

als widerlegt ansehen,

jedenfalls aber auch ausgewählte

soziale Projekte fördern.

45

eit 2010 ist Christopher Stehr

Inhaber der Professur für Internationales

Management. Der 1967 in

Gerolstein geborene Stehr untersucht in

seiner Forschung die Auswirkungen der

Globalisierung auf Klein- und mittelständische

Unternehmen sowie interkulturelle

Strategien von Organisationen.

Seine internationale Erfahrung

kommt ihm auch in seiner Funktion

als Organisator der GGS-Studienreise,

die er seit Jahren betreut, zugute.

Internationales Management bedeutet

für ihn, die Welt und ihre

politischen, gesellschaftlichen

sowie wirtschaftlichen Ablaufprozesse

ganzheitlich zu analysieren

und zu verstehen. Darauf

aufbauend erarbeitet er zusammen

mit seinem Forschungsteam

Lösungen für Unternehmen,

Menschen und Regionen.

Im Vordergrund steht dabei

immer der Mensch. An

seiner Rolle als Professor

genießt Stehr die Möglichkeit,

in seinen Interessengebieten

immer auf dem

neuesten Stand der Forschung

zu sein. Gemeinsam

mit Forscherkollegen aus

Deutschland und der Welt

versucht er so Antworten auf

die drängendsten Fragen zu

finden. Für ihn ist klar:

Verantwortungsvolle Führungskräfte

stellen sich jeden

Tag aufs Neue den operativen

und strategischen Herausforderungen

in ihrem jeweiligen Umfeld.

Sie haben den Globus im Blick

und sehen gleichzeitig die lokalen

Bedürfnisse und Anforderungen ihrer

Stakeholder. Stehrs Traum ist es,

dass Corporate Social Responsibility

(CSR) als unternehmerisches Handlungskonzept

weiter um sich greift, in

der Hoffnung, dass damit ein kleiner

Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Welt

geleistet werden kann.


46

Know-how

mit Anspruch

Arbeitsrecht und Methodenlehre sind die beiden Steckenpferde von Prof. Dr.

Daniel Benkert. Als Experte beschäftigt er sich unter anderem mit der Flexibilisierung

von Arbeitsbedingungen, der Umstrukturierung von Betrieben und Fragen

des Kündigungsschutzes. Egal ob es um das Miteinander von Management und

Betriebsrat geht oder um die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts,

Benkert ist ein geschätzter Gesprächspartner. Als Experte für Kapitalmärkte und

Anlegerverhalten beschäftigt sich Prof. Dr. Sebastian Müller in seiner Forschung

mit den Themen empirische Kapitalmarktforschung, Asset Management, Behavioral

Finance und Investorenverhalten. Sein Ziel ist es, verhaltenstheoretisch

fundierte Erklärungen zum Geschehen an den Finanzmärkten zu liefern. Prof. Dr.

Claus Pegatzky ist Experte für öffentliches Wirtschaftsrecht und Europarecht.

Er erforscht unter anderem, welche Chancen und Risiken die wirtschaftliche Betätigung

der öffentlichen Hand birgt und wie weit die Befugnisse der verschiedenen

Organe beziehungsweise Rechtsträger der Europäischen Union reichen.

Prof. Dr. Daniel Benkert

Professor für Zivilrecht, deutsches

und internationales Arbeits- und

Wirtschaftsrecht


47

Prof. Dr. Sebastian Müller

Professor für Unternehmensfinanzierung

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Birgit Müller

Prof. Dr. Claus Pegatzky

Professor für öffentliches

Wirtschaftsrecht, Regulierungsrecht

und Europarecht


48

Claus Pegatzky ist seit

2015 Inhaber der Professur

für öffentliches Wirtschaftsrecht,

Regulierungsrecht und

Europarecht. Seine Forschungsschwerpunkte

liegen in den Bereichen

Wirtschaftsverwaltungsrecht,

(öffentliches) Finanz- und

Währungsrecht sowie Europarecht.

Recht ist für den passionierten

Koch eine unverzichtbare Basis jeder

menschlichen Gemeinschaft, sei

es in politischen, wirtschaftlichen

oder in privaten Zusammenhängen.

Als Professor schätzt Pegatzky

vor allem die wissenschaftliche

Freiheit, mit der er sich an der GGS

seiner Forschung und seinen sonstigen

Aufgaben widmen kann. Wissenschaft

und Praxis in besonderer

Weise zu verknüpfen und damit eine

grundlegende Alternative zu dem oft

theorielastigen universitären Jurastudium

zu bieten, ist eines seiner

zentralen Anliegen. Wenn er noch

einmal studieren könnte, würde er

vermutlich gar nicht viel anders

machen. Allerdings hätte Pegatzky

unter den heutigen Studienbedingungen

die Sorge, dass er sich

vielleicht nicht mehr die Freiheit

hinsichtlich der Breite und der Tiefe

seiner Studien nehmen würde, wie

damals, als er studiert hat.


S

eit 2011 ist

Daniel Benkert

Inhaber

der Professur für

Zivilrecht, deutsches und internationales

Arbeits- und Wirtschaftsrecht.

Neben der Lehre

an der GGS ist der 1969 in Mainz

geborene Benkert als Rechtsanwalt

in Frankfurt am Main tätig.

Wiederholt wurde der Mann mit

dem Sinn für feinen Humor durch

das Handelsblatt im Ranking

„Deutschlands beste Anwälte“ für

den Bereich Arbeitsrecht ausgezeichnet.

Arbeitsrecht bezeichnet Benkert

als spannendes Rechtsgebiet mit

vielen Facetten. Die Palette reicht

von alltäglichen Themen wie die

notorische „Zeugnissprache“

über die faire Gestaltung von Bonusprogrammen

bis hin zu Fragen

von verfassungsrechtlicher

Bedeutung wie die Grenzen des

Streikrechts. Ihn fasziniert, dass

es bei arbeitsrechtlichen Fragen

selten nur um ein juristisches

Problem geht, sondern häufig

auch um Politik und darum, wie

die Gesellschaft zusammenleben

möchte. Als Professor machen

ihm die Diskussionen mit den Stu-

S

ebastian Müller ist seit 2016 an Bord

der GGS und ist Inhaber der Professur

für Unternehmensfinanzierung.

Er ist Mitglied des von der Deutschen

Forschungsgemeinschaft geförderten

Netzwerks „Textual Analysis in Economics

and Finance“ und erhielt 2015 den Nachwuchspreis

des Verbandes der Hochschullehrer

für Betriebswirtschaft (VHB) für

den Artikel „Media Makes Momentum“.

Ohne Finanzwirtschaft wäre für ihn unser

Wirtschaftsleben in seiner heutigen Form

nicht denkbar. Als Professor möchte

Müller den Dingen auf den Grund gehen

und Studierenden Freude daran vermitteln.

Wie selbstverständlich gibt er an,

dass Forschung ein zentraler Bestandteil

seiner Arbeit und der Hauptgrund ist,

warum er diesen Beruf gewählt hat.

Sebastian Müller ist bescheiden und

verspricht, mit dem Lotto-Hauptgewinn

nichts Wesentliches in seinem

Leben zu ändern.

dierenden viel Spaß, denn

Arbeitsrecht betrifft jeden,

der im Berufsleben steht.

Dass seine Studierenden ihre eigenen

Vorstellungen und Erfahrungen in

den Unterricht einbringen, ist eine

Bereicherung für alle Teilnehmer,

aber auch eine Herausforderung für

Benkert, weil seine Wahrheiten und

Weisheiten auch immer kritisch hinterfragt

werden. Kein Wunder, empfiehlt

er bei Konflikten einen kühlen

Kopf und gute Kommunikation.

Scherzhaft fügt er hinzu, dass er als

König von Deutschland Arbeitsrecht

als Pflichtfach ab der 5. Klasse einführen

würde.

49


50

studium 2017

Hochschulsport

Ambitioniert und mit viel Teamgeist begingen die GGS Masters

das sportliche Hochschuljahr. Neben City Triathlon, Stimme

Firmenlauf und Trollinger Marathon nahmen die GGS Masters

bei den Heilbronner Hochschulmeisterschaften im Drachenbootrennen

teil. Erstmals auf dem Programm stand die Teilnahme

beim Motorman Run in Neuenstadt: eine echte sportliche

Herausforderung mit Spaßfaktor. Beim Hindernislauf über acht

oder wahlweise 16 Kilometer mussten 40 Hindernisse, bevorzugt

aus Dreck, Schlamm oder Wasser, überwunden werden.

Doing Business in Germany

25 Studierende der GGS-Partnerhochschule Bentley University

in Boston waren im März eine Woche lang in Heilbronn zu Besuch,

um die deutsche Wirtschaft kennenzulernen. Ein vielseitiges

Programm rückte die von der Automobilindustrie geprägte

Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken mit ihrer Nähe zu Stuttgart

in den Fokus. So standen neben Vorlesungen durch GGS-Professoren

auch Firmenbesichtigungen bei Audi in Neckarsulm,

Lear in Besigheim sowie Porsche und Mahle in Stuttgart auf

dem Programm.

GGS-Studentin in St. Gallen

Als eine von 14 Studierenden durfte GGS-Studentin Aybala

Ilgili ein Paper zu ihrem Masterthesis-Thema auf der Internationalen

Tagung Wirtschaftsinformatik in St. Gallen präsentieren.

Darüber hinaus wurde sie für das Best Student Paper nominiert.

Darin erforschte sie das Commitment von Mitarbeitern im

Zeitraum eines Mergers bei ihrem Arbeitgeber SAP.


51

Gelebter Austausch

Aus den USA, Thailand, Großbritannien und erstmals Südafrika

durfte die GGS im Juli 38 MBA-Studenten der Partnerhochschulen

zur International Summer Academy begrüßen.

Unter dem Motto „Germany´s Mittelstand Companies: Managing

SMEs in the heart of Europe“ standen Firmenbesuche

mit Managementtalks sowie Vorlesungen an der GGS auf der

Agenda, die den Teilnehmern Einblicke in die Welt des deutschen

Mittelstands gewährten. Um das duale Ausbildungssystem

vor Ort kennenzulernen, besuchten die Teilnehmer die

Wilhelm-Maybach-Schule in Verbindung mit der Walter Söhner

Group. Traditionell endete die Woche mit der Riverboatparty.

Internationalisierung

Nach 2012 erhielt die GGS erneut die Erasmus Charter for Higher Education (ECHE). Die von der EACEA (Education, Audiovisual

and Culture Executive Education) getragene Charta unterstützt den Ausbau von internationalen Partnerschaften auf Hochschulebene.

Die GGS profitiert damit von den Fördermaßnahmen des Programms Erasmus+ und kann ihr Netzwerk an europäischen

Hochschulen weiter ausbauen.

Faculty Days

In einer feierlichen Zeremonie erhielten 63 Absolventen ihre

Abschlusszeugnisse in der Aula auf dem Bildungscampus der

Dieter Schwarz Stiftung in Heilbronn. Neben den Absolventen

der Studiengänge MBA in Management, Leeds MSc in Business

Management und LL.M. in Business Law waren erstmalig

Studierende des M.Sc. in Management mit der Vertiefungsrichtung

Handelslogistik vertreten. Neben inspirierenden Reden

von GGS-Vorstand Prof. Tomás Bayón und Gastredner Prof.

Thomas Pfeiffer von der Universität Heidelberg sowie den Ehrungen

für die Jahrgangsbesten und des Master Thesis Awards

des Alumni-Vereins kam das gemeinsame Feiern mit den rund

300 Gästen nicht zu kurz.


52

Immer in

Bewegung

bleiben

E

igentlich ist das Produkt, das Teoman Kilic vertreibt, schnell erklärt: Um aus

Sonne Strom zu machen, braucht es einen Wechselrichter. Aber ein Satz reicht

den Kunden, die die Solartechnik des Neckarsulmer Unternehmens Kaco New

Energy in großen Mengen abnehmen sollen, als Kaufargument natürlich nicht. Im

Gegenteil: Im Detail ist der Wechselrichter für Solaranlagen ein sehr erklärungsbedürftiges

Produkt und das Know-how des Vertriebsmitarbeiters umso mehr gefragt. „Es

ist ein anspruchsvoller Job“, sagt Teoman Kilic, der als Junior Sales Manager bei dem

mittelständischen Unternehmen tätig ist. Als solcher betreut er Großhandels- sowie

Projektkunden europaweit von Skandinavien bis in die Schweiz, ist für Kundenakquise

sowie Projektmanagement genauso zuständig wie für die Erstellung von Angeboten

oder Statistiken. „Ich mache sämtliche Vertriebsaufgaben von A bis Z.“ Dazu zählt als

zentraler Bestandteil seiner Tätigkeit auch der strategische Vertrieb.


53


54

Strategisches Verkaufen erfordert ganzheitliche

Ansätze, schließlich möchte

man den Kunden langfristig nicht nur

ans Produkt, sondern bestenfalls ans

Unternehmen binden. Deswegen hat

sich der 25-Jährige für ein Studium im

MSc. in Management mit dem Schwerpunkt

Vertriebsmanagement an der GGS

entschieden. Mit einem Mix aus General

und Sales Management kombiniert der

Master Spezialwissen mit einer fundierten

Managementausbildung. Genau das

Richtige für Kilic, der ein übergeordnetes

Verständnis von den Vorgängen im Unternehmen

gewinnen möchte.

Impulse aus dem Studium

Neben dem Studienfach selbst gibt es

weitere gute Gründe, warum die Wahl

auf die private Business School gefallen

ist. „Als Heilbronner war die GGS für

mich die erste Anlaufstelle“, erklärt Kilic.

Außerdem war das berufsbegleitende

Wochenendformat die ideale Lösung für

den umtriebigen 25-Jährigen, der bereits

seit seinem Dualen BWL-Studium bei der

Kaco New Energy GmbH arbeitet. „Mein

Job ist zu spannend, als dass ich ihn

aufgeben wollte.“ Auch die ausgeprägte

wissenschaftliche Komponente des

Master of Science, von der er sich einige

Denkanstöße erhofft, hat ihn gereizt.

Seit Oktober vergangenen Jahres

studiert er nun auf dem Heilbronner

Bildungscampus. „Meine Erwartungen

wurden tausendfach übertroffen“, zieht

er ein erstes Fazit. Denn bereits nach

dieser kurzen Zeit hat er viele Impulse

aus dem Studium mit in den Beruf nehmen

können. Neues Hintergrundwissen

und Konzepte aus der Wissenschaft

ermöglichen ihm einen frischen Blick

auf die Zusammenarbeit mit Kunden,

Lieferanten und Mitarbeitern. Bei der

Ermittlung von Schlüsselkunden legt

er nun die Kundenwertanalyse an,

bei der mehr als nur der Umsatz den

Wert eines Kunden bestimmt. Alles,

was in den Vorlesungen besprochen

wird, versucht er immer für sein eigenes

Unternehmen durchzuspielen – immer

mit dem Hintergedanken, tragfähige

Verbesserungen zu schaffen. Nicht

nur vertriebsseitig, sondern auch unternehmensübergreifend.

Der Vertrieb gilt als fordernder, zeitintensiver

Job. Wie schafft er es da noch,

ein Studium unter den Hut zu bringen?

„Man lässt sich auf jeden Fall auf etwas

ein“, stellt Kilic klar. Um das durchzuziehen,

sind für ihn drei Dinge ausschlaggebend:

Selbstorganisation, Selbstdisziplin,

Selbstmotivation. Diese drei

Schlagwörter hat er stets vor Augen.

Scheinbar mit Erfolg: Da wird dann halt

mal auch in der Mittagspause gelernt,

wenn an der GGS eine Klausur ansteht.

Nicht auf der Stelle stehen

Bei dieser Doppelbelastung darf der

Ausgleich nicht zu kurz kommen. An

Vorlesungswochenenden freut sich

Teoman Kilic daher besonders auf die

„Healthy Break“, in der man bei Kaffee,

Tee und Müsliriegel verschnaufen und

mit Kommilitonen eine Runde Billard

spielen kann. „Trotz Lernen und Stress

kommt der Spaß im Studium nicht zu

kurz.“ Noch mehr Abstand gewinnt er,

wenn er bei seinem Vater vorbeischaut,

der nur wenige Gehminuten vom

Bildungscampus auf der Gastromeile

am Neckar den bei GGSlern beliebten

Stadtfischer betreibt.

Hat der gebürtige Heilbronner tatsächlich

mal ein Wochenende frei, verbringt er

das gerne mit seiner Familie oder dem

Fußball. Auch sonst ist er gerne sportlich

unterwegs und sucht den körperlichen

Ausgleich beim Joggen oder Wandern,

am liebsten mit seiner Freundin, mit der

er gemeinsam in der Nähe von Untergruppenbach

wohnt und die neben seinem

Dreier-Mantra sein größter Motivationskick

ist. „Es ist schön, jemanden zu

haben, zu dem man nach einem harten

Tag nach Hause kommt.“

Natürlich möchte er auch im Beruf nicht

auf der Stelle stehen. Schon jetzt ist er


55

dabei, das Distributionsnetzwerk von

Kaco New Energy innerhalb Europas

zu erweitern, doch künftig darf es auch

gerne noch eine Nummer größer sein:

„Ich möchte als Global Key Account

Manager weltweit Schlüsselkunden

betreuen.“ Um seinem Ziel einen Schritt

weiterzukommen, will er die Zeit an

der GGS auch nutzen, sich persönlich

weiterzuentwickeln und hat sich daher

für die nächsten anderthalb Jahre viel

vorgenommen. So hat er die Teilnahme

an einem der internationalen Austauschprogramme

ins Auge gefasst – Asien

reizt ihn dabei besonders –, um Einblicke

in Firmen im Ausland zu erhalten.

Auch die Workshops im General

Context Programme, die darauf abzielen

Führungskompetenzen und Soft Skills

auszubauen, will er verstärkt nutzen.

Ansonsten freut er sich auf die noch

kommenden Themen im Studium, die

ganz auf seinen Bereich einzahlen, wie

zum Beispiel Internationaler Vertrieb

oder Strategisches sowie Wertorientiertes

Management und Kundenmanagement.

In seinem Job stellt er

nämlich eines stets voran: zufriedene

Kunden. Guter Vertrieb messe sich

nämlich nicht an reißendem Absatz,

sondern an persönlichem Kontakt,

Vertrauen und damit verbunden einer

langfristigen Partnerschaft. „Dafür arbeite

ich jeden Tag“, sagt Teoman Kilic.

Er sagt es aus Überzeugung.


56


57

V

erkrüppelte Gliedmaßen, entstellte Haut, Betroffene, die aus Scham von ihren Familien versteckt

werden. Was uns höchstens mal in den Medien begegnet, ist für Laure Almairac von der Deutschen

Lepra- und Tuberkulosehilfe Alltag. „Lepra lebt“ steht auf dem Plakat mit der verkümmerten Hand im

Besprechungsraum der Hilfsorganisation. Von hier, einem modernen, hellen Gebäude in Würzburg, agiert die

DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., die sich seit inzwischen mehr als 60 Jahren für die Heilung

von Lepra- und Tuberkulosekranken in Schwellenländern einsetzt. Als Regionalleiterin koordiniert Laure Almairac

unterschiedliche medizinische und soziale Hilfsprojekte in Westafrika.


58

Hier ist Lepra nach wie vor stark verbreitet

– allerdings bleiben Fälle oft unentdeckt.

„Weltweit erkranken jedes Jahr bis zu

250.000 Menschen. Von vielen erfahren

wir aber erst gar nicht“, berichtet die

34-Jährige. Neben der Schulung von

Krankenhauspersonal unterstützt der

Verein deshalb Länder in Südamerika,

Afrika oder Indien beim Aufbau eines

Referenzsystems für den Zugang zur

Diagnose und Behandlung von Lepra.

Die Infektionskrankheit ist nämlich heilbar,

sagt Laure Almairac. Dafür muss sie aber

frühzeitig erkannt und behandelt werden,

sonst sind Behinderungen die Folge.

Betroffene sind nach wie vor häufig Ausgrenzung

und Stigmatisierung ausgesetzt.

Eine intensive Gesundheitsaufklärung ist

deshalb ein Schwerpunkt der Arbeit, um

bestehende Ängste abzubauen.

Neben Lepra setzt sich der Verein für die

Bekämpfung von Tuberkulose ein. 1957

von Journalisten als Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk

gegründet, hat es sich

daher 2003 umbenannt, um auch diese

Krankheit nach außen besser sichtbar

zu machen. Das Kürzel DAHW wird zur

besseren Wiedererkennung weiterhin verwendet.

„Tuberkulose ist ein Weltrisiko“,

warnt Laure Almairac vor der Infektionskrankheit,

die, wenn sie nicht rechtzeitig

und konsequent behandelt wird, hochansteckend

ist und zum Tode führen kann.

Dabei kann man sie mit Antibiotika in den

Griff bekommen. Die Hilfsorganisation

unterstützt daher Projekte und Programme

– vor allem in Armutsländern – in

denen auch Patienten behandelt werden,

die sonst kaum Zugang zu medizinischer

Versorgung haben.

Ein Stück vom Glück

zurückgeben

Für die schlanke Frau mit dem Kurzhaarschnitt

ist ihre Arbeit eine Herzensangelegenheit.

„Ich hatte sehr viel Glück in

meinem Leben“, sagt sie. „Ich sehe es als

meine Verantwortung, ein Stück davon

zurückzugeben.“ Im sonnigen Nizza in

Südfrankreich geboren und friedlich aufgewachsen,

zieht ihre Familie in die USA,

als Laure elf Jahre alt ist. Nach ihrem High

School-Abschluss in North Carolina besucht

sie die University of North Carolina

at Chapel Hill und studiert International

Studies. Auf den Bachelor setzt sie

anschließend einen Master in International

Human Rights and Development an der

University of Denver – damit zeichnet sich

auch ihre berufliche Richtung ab: Nach

ihrem Master ist sie unter anderem für

eine amerikanische NGO und als Entwicklungshelferin

in Tadschikistan und Burkina

Faso tätig.

Seit fünf Jahren ist sie nun bei der DAHW,

die sich als eingetragener Verein sowohl

über Spenden als auch durch größere

Kofinanzierungsverträge finanziert. Doch

auch hinter einem Verein stecken Organisationsstrukturen,

stehen Mitarbeiter die

geführt werden wollen und gibt es Partner,

mit denen verhandelt werden muss.

Schließlich arbeitet das Hilfswerk mit

Einrichtungen und nationalen Projekten

in den betroffenen Ländern zusammen.

Gutes Management ist daher für Laure


59

Du siehst, wie du

das Leben der Menschen

ändern kannst.

Almairac ein wichtiger Anspruch, dem

sie in ihrer Position gerecht werden will.

„Ich habe mich deshalb gefragt, wie ich

mich weiter verbessern und damit einen

noch größeren Beitrag leisten kann.“ Ihre

Antwort: mit einem Master in Business

Administration. MBA-Programme gibt es

inzwischen wie Sand am Meer, „in der

Schweiz zum Beispiel einen MBA speziell

für NGOs“, erzählt sie. Naheliegend für die

Französin, doch genau deshalb hat sie

sich bewusst dagegen entschieden. „Ich

wollte eine andere Perspektive gewinnen

und Menschen kennenlernen, die nicht

aus meiner Welt sind.“

Sie informiert sich weiter und stößt auf

den berufsbegleitenden MBA an der

GGS – und ist sofort angetan. Trotz dem

Schwerpunkt in General Management legt

die Business School Wert auf verantwortungsvolle,

werteorientierte Führung. Hinzu

kommt die überwindbare Entfernung

zwischen Heilbronn und ihrem Wohn- und

Arbeitsort Würzburg. Als Laure Almairac

sich bewirbt und zum Admissions Day

eingeladen wird, fühlt sie sich bestätigt.

„Es wird viel Zeit in die Auswahl investiert,

das hat mir gefallen.“ Im Herbst 2017

nimmt sie ihr englischsprachiges Masterstudium

an der GGS auf.

Positive Impulse aus

dem Studium

Der Austausch mit ihren Kommilitonen

aus den unterschiedlichsten Bereichen

entpuppt sich wie erhofft als Bereicherung.

„Es ist spannend zu erfahren,

wie andere Unternehmen ticken.“ Die

Wochenenden an der GGS sind intensiv

– und fordernd. Vor allem die betriebswirtschaftlichen

Module verlangen ihr einiges

ab, doch es lohnt sich. Ihr Verständnis

für Corporate Finance oder Business

Accounting sei bereits nach kurzer Zeit

sehr gereift, erzählt die MBA-Studentin.

„Das hilft mir in meiner Organisation auf

jeden Fall weiter.“ Schließlich möchte sie

aus dem Studium heraus positive Impulse

in ihrer Tätigkeit setzen.

Dafür nimmt sie die Doppelbelastung aus

Job und Studium gerne in Kauf – und den

Mangel an Freizeit, die sie häufig beim

Wandern oder Radfahren in der freien Natur

verbringt. Lernen oder doch lieber eine

Runde joggen? „Es ist ein ständiges Verhandeln

mit sich selbst“, sagt sie lachend.

Ihre stärkste Motivation zieht sie aus den

Menschen selbst, aus dem Gefühl, etwas

Sinnvolles zu tun.

Fünf bis sechs Mal im Jahr reist sie

nach Afrika, wo ihr die Bedeutung ihres

Jobs stets aufs Neue vor Augen geführt

wird. „Du siehst, wie du das Leben der

Menschen ändern kannst“, erzählt Laure

Almairac. Für die Dauer des Studiums

werden ihre Aufenthalte in Afrika weniger

werden, doch die junge Frau denkt

langfristig. Mit ihrem MBA-Abschluss in

zwei Jahren hofft sie noch eine größere

Rolle im Kampf gegen Lepra, Tuberkulose

und andere vernachlässigte tropische

Krankheiten spielen zu können. Denn der

ist noch lange nicht gewonnen.


60

Mit

Sicherheit

hoch

hinaus

Nicolay Haisch ist Spezialist für Betrugsbekämpfung

bei der R+V Allgemeine Versicherung in Stuttgart.


61

E

in Wasserschaden, ein zerschlagenes

Fenster oder ein kaputtes

Handydisplay, „wenn jemand

einen Schaden hat, helfen wir schnell

und zuverlässig“, sagt Nicolay Haisch.

Der 25-Jährige mit der blauen Hose und

graublaumeliertem Sakko ist

Experte im Bereich Sachschaden

bei der R + V Allgemeine

Versicherung in Stuttgart. Sein

Spezialgebiet: Betrugsfälle.

Als Spezialist für Betrugsfälle

erlebt der Wahlstuttgarter neben

realen Fällen, auch zahlreiche

fingierte Versicherungsfälle.

Zusammen mit seinen sachverständigen

Kollegen leistet er

präzise Detektivarbeit. Sie machen

sich ein eigenes Bild von

der Situation vor Ort, rekonstruieren

und ziehen ihre Schlüsse

daraus. „Leider werden falsche

Angaben häufiger gemacht, als

man glaubt.“ Laut einer Studie

des Gesamtverbandes der

Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV) wird jeder zehnte

gemeldete Versicherungsfall

wegen dubioser Tendenzen als

Betrugsfall eingestuft. Spezialist

Haisch stellt klar: „Ein Versicherungsbetrug

ist kein Kavaliersdelikt.“

Vielmehr würden damit

alle Versicherungsteilnehmer

benachteiligt, erklärt Haisch.

Denn falsche Angaben und eine

zu Unrecht ausbezahlte Entschädigung

führen zu erhöhten Prämien, die wiederum

im Folgejahr auf die Allgemeinheit

umgewälzt werden.

Die GGS war eine sehr

gute Entscheidung

Nach Abitur, dualen Bachelor-Studium

und zwei Jahren Berufserfahrung im

Bereich Finanzen und Versicherung ist

es für den ambitionierten Schwaben an

der Zeit für eine neue Herausforderung.

„Ein gerechtes Miteinander ist mir wichtig“,

so Haisch, der sich schon immer

für Jura interessierte. Auf der Suche

nach dem nächsten Entwicklungsschritt

schien ihm der Studiengang Master in

Business Law (LL. M.) an der GGS in

Heilbronn die ideale Lösung zu sein.

Ein berufsbegleitendes Studium mit

Theorie- und Präsenzphasen, praxisbezogenen

Projekten und wissenschaftlichem

Anspruch. „Das ist es“, dachte

der gebürtige Aalener und bewarb sich

prompt um einen der begehrten Plätze

an der Business School.

Bereits sechs Monate nach Studienbeginn

kann der sympathische Schwabe

für sich ein Zwischenfazit ziehen: „Die

GGS war eine sehr gute Entscheidung.“

Die Vorlesungen seien mitunter besser

organisiert als bei manch anderer Hochschule,

und die Dozenten verstehen ihr

Fach. Gerade die Vorlesungen mit Prof.

Dr. Peter Pougin haben ihn beeindruckt.

„Er weiß, wie man Wissen spannend

vermittelt“, erzählt Nicolay Haisch. Dank

ihm geht der Versicherungsexperte nun

auch mit aggressiven Anwaltsschreiben

wesentlich gelassener um. „Ich

weiß, was sie wollen und kann

schnell reagieren.“

Zeit ist kostbar geworden

„Mein Job macht mir großen

Spaß“, erzählt Nicolay Haisch,

der beim zweitgrößten Schaden-

und Unfallversicherer in

Deutschland tätig ist. Dank des

Studiums kann er nicht nur sein

juristisches Interesse abdecken.

Durch seine neuen Kenntnisse

und gezieltes Hinterfragen

konnte Haisch sogar einen

Überschwemmungsschaden

in Höhe von 50.000 Euro als

Betrugsfall nachweisen, den er

zu einem seiner größten Erfolge

zählt. Inspiriert ist der 25-Jährige

von seinem Vorbild. Seinem

Vater Errol Haisch, der ebenso

in der Versicherungsbranche

tätig ist. Er hat ihm viel beigebracht,

aber auch alle Freiheiten

gelassen. So hat Nicolay Haisch

eine klare Vorstellung davon,

wohin ihn sein Weg führen soll.

„Die Revision würde mich sehr

interessieren.“

Unter der Woche arbeitet Nicolay

Haisch in Vollzeit, lernt für sein Studium

und an den Wochenenden besucht

er die Vorlesungen an der Business

School. „Zeit ist kostbar geworden“,

gibt Nicolay Haisch zu. Umso genauer

überlege er sich, wie er sie nutzt.

Am liebsten verbringt er sie mit seiner

Familie und seinen Freunden. Doch

mit dem straffen Pensum kommt der

ehrgeizige Master-Student gut zurecht:

„Ich weiß, wofür ich es mache und bin

dankbar für diese Chance.“


62 Alumni-Verein

Faculty Days

Growth

Vorteile

Weiterbildung

Tradition

Weiterentwicklung

Weiterentwicklung

Unterstützung

Stammtisch

Netzwerk Freundschaft

Party

GGS-Familie

Verbundenheit

Education

Netzwerk

Education

Spaß

Growth

Self-Development

Austau

Stam

Gemeinsamkeiten

F

Opportun

Faculty Days

Verbindung fürs Leben

D

er Alumni-Verein ist die Ehemaligen-Organisation der GGS mit aktuell rund

300 Mitgliedern. Sie bietet ein Netzwerk für die GGS-Gemeinschaft und

möchte basierend auf ihren Werten Vielfalt und Freundschaft einen Nutzen für

Ehemalige, die Studierenden und die Professoren der Hochschule schaffen.

Ziel ist es, einen wechselseitigen Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis

herzustellen und den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu fördern. Dazu

ist der Verein in die Ressorts Mentoring, Sport und Networking eingeteilt und

veranstaltet zahlreiche Events – vom Business Talk bis zum Ski-Ausflug.


63

Sport

Mentoring

Weiterentwicklung

Events

sch

mtisch

Tradition

aculty Days

ity

Together

Community

Weiterentwicklung

Netzwerk

Spaß

GGS-Familie

Tradition

Self-Development

Sport

Education


64

executive education 2017

Unternehmerische Resilienz

Heute ist Saliya Kahawatte erfolgreicher Unternehmer, Buchautor

und vielgebuchter Business Coach. Das war nicht immer

so, denn seit er im Alter von 15 Jahren quasi über Nacht

den Großteil seines Augenlichts verlor, hat der Sohn einer Deutschen

und eines Singhalesen eine wahrhaft filmreife Geschichte

erlebt. Beim Heilbronner Gespräch zur Unternehmensführung

an der GGS, wo er im Oktober zum Thema „Unternehmerische

Resilienz: Allen Widerständen zum Trotz“ sprach, stellte er sein

persönliches Credo vor: Man kann in Problemen denken oder

in Chancen. Widerstände blockieren Kahawatte nicht, sie beflügeln

ihn. So schreibt er nach mehr als einem Jahr erfolgloser

Selbstständigkeit das Buch „Mein Blind Date mit dem Leben“,

das 2017 als Film in die Kinos kam.

Webinar gibt Einblick in virtuelle Arbeitswelten

Mit „The Virtualization of Work“ hat die GGS auf der Lernplattform

NovoEd im September ein Webinar zu einem viel diskutierten

HR-Thema veranstaltet. In dem einstündigen Onlineformat

haben Prof. Andreas Eckhardt und seine Kollegin Martina

Pumpat aktuelle Forschungsergebnisse zu virtuellen Arbeitswelten

vorgestellt sowie praktische Einblicke in die Herausforderungen

und Chancen bestehender Change-Management-

Initiativen gegeben.


65

Rechtliches Projekt- und Prozessmanagement

Globalisierung und Digitalisierung haben auch den Rechtsmarkt erreicht und die Anforderungen an rechtliche Dienstleistungen erheblich

verändert. Mit dem Zertifikatslehrgang „Rechtliches Projekt- und Prozessmanagement“ reagiert die GGS auf diese Entwicklung

und bietet seit Frühjahr 2017 ein neues Weiterbildungsprogramm an. Der Lehrgang richtet sich an Rechtsanwälte und

Kanzleimanager, Unternehmens- und Wirtschaftsjuristen, aber auch Transaction Lawyer, Knowledge Manager und Juristen, die bei

alternativen Rechtsdienstleistern tätig sind. Durch das Wochenendformat sind die Module gut mit dem Job vereinbar und bieten

dank kleiner Gruppen einen intensiven Praxistransfer.

Fit für die digitale Zukunft

Nach der Premiere im Vorjahr fand der englischsprachige

MOOC (Massive Open Online Course) „Human Resource Management

in the Digital Age“ 2017 zum zweiten Mal statt. In

dem Online-Format erfahren die Teilnehmer, wie die digitale

Transformation wesentliche Funktionen im Personalmanagement

verändert, und erhöhen durch praxisorientierte Gruppenarbeit

zusätzlich ihre eigene digitale Kompetenz. Sie tauschen

sich in virtuellen Gruppen sowie mit den Dozenten aus, diskutieren

und können aktuelle HR-Themen in der Tiefe analysieren.

Leadership in agilen Organisationen

Das Selbstverständnis von Führungskräften muss dynamisch sein. Denn schon lange stoßen Managementprinzipien des letzten

Jahrhunderts an ihre Grenze. Welche sinnvolle Rolle Führungskräfte im Kontext von agilen Organisationen spielen können, zeigte

Jürgen Dittmar im Juli beim Heilbronner Gespräch zur Unternehmensführung auf. 130 Teilnehmer verfolgten seinen Vortrag zu

„Management 3.0 – Die Perspektive für Führung in agilen und modernen Organisationen“.

Gründergeist gefragt

Die Frage „Ist Gründen heute noch attraktiv?“ diskutierten die

Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken und die GGS bei ihrer

Kooperationsveranstaltung „Gründergeist 4.0“ im Juli. Prof. Elisabeth

Müller führte mit einem Impulsvortrag ins Thema ein.

Anschließend diskutierten Unternehmensvertreter aus der Region

über die Herausforderungen der Unternehmensgründung.

Die Podiumsdiskussion wurde von Elisabeth Müller und Wirtschaftsjunior

Daniel Nill moderiert.


66

Zukunftsbranche im Blick

Wie sich aus wissenschaftlichen Ideen ein vitales Geschäftsmodell entwickeln

kann, beleuchtete der Life Science Kongress im November. Die Veranstaltung

bietet Wissenschaftlern, Gründern und Unternehmen aus dem Life Science-

Bereich eine Plattform zum Austausch und ermöglicht Einblicke in Zukunftstrends

der Branche. Eine weitere wichtige Rolle spielen die Erfolgsfaktoren

und Herausforderungen bei der Kommerzialisierung von Life Science-Technologien.

Zwei besondere Formate fanden bereits am Vortag des Kongresses

statt. Während beim Kamingespräch am Abend die gesellschaftlichen Herausforderungen

der Life Science-Industrie im Mittelpunkt standen, konnten sich

im AppLab alle Interessierten kostenfrei über technologisch innovative Ansätze

im Gesundheitswesen informieren.

GGS auf der Personal Süd

Ihr Weiterbildungsangebot für Personaler präsentierte die Executive Education

auf der Messe Personal Süd Anfang Mai in Stuttgart. Im Fokus stand das

Seminar „Low Performer oder Minderleister“ der Leadership Masterclass.

Der Arbeitsrechtler und GGS-Professor Daniel Benkert gab einen kleinen Vorgeschmack

auf das Thema. Einen Tag später nahm Prof. Andreas Eckhardt an

der Podiumsdiskussion des Fachmagazins Personalwirtschaft zum Thema

„Entscheidend ist, was hinten rauskommt! – Die wichtigsten Kennzahlen für

Ihr Recruiting“ teil und diskutierte mit Unternehmensvertretern und -beratern

zum Thema Recruiting-KPIs.

Partnerschaft mit BWGV-Akademie

Erstmals hat die GGS zusammen mit der Akademie des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) einen eigenen

Zertifikatslehrgang entwickelt. Das Weiterbildungsprogramm ist speziell für Führungskräfte aus dem Bankwesen konzipiert und

ermöglicht einen Einblick in die Besonderheiten des modernen Managements. Mithilfe einer fundierten Potentialanalyse bekommt

jeder Teilnehmer am Ende des Programms eine differenzierte Rückmeldung zur eigenen Person und kann damit seine Führungssouveränität

ausbauen und die Innovationskraft im eigenen Team steigern. Durch ein begleitendes Coaching ist auch nach dem

Seminar eine wirksame Praxisumsetzung garantiert.


67

Weiterbildung für starke Frauen

Für Frauen in Fach- und Führungspositionen, die ihre Karriere beschleunigen

möchten, hat die GGS die Reihe „Focus on Women“ aufgelegt.

Die Seminare ermutigen Frauen, ihre Stärken zu erkennen und nach außen

sichtbar zu machen. In der ersten Veranstaltung „Frauenkarriere?

Na, klar! Hilfestellungen zum Durchstarten“ stellte die Kommunikationsund

Change-Expertin Caroline Müllner die weiblichen Stärken der Führung

vor: Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Sozialkompetenz.

Im September folgte der Kreativworkshop „Hoch hinaus!“ mit Barbara

Baratie zum Ausbau persönlicher Stärken.

Ausbau erfolgreicher Seminarreihe

Das Programm „Leadership Masterclass“ wurde 2017 weiter ausgebaut. Die Seminarreihe richtet sich an erfahrene Führungskräfte

und untzerstützt diese bei der Selbstreflexion sowie der Stärkung ihres Persönlichkeitsprofils. Die Themen spannen sich von

„Digitalisierung im Mittelstand: Von der Strategieentwicklung bis zur organisatorischen Umsetzung“ über „Netmapping – Vernetztes

Denken im Management“ und „Ausgewählte Aspekte der Unternehmensfinanzierung“ über das Bootcamp „Digital-Marketing für

Führungskräfte“ bis hin zum Kurs „Low Performer oder Minderleister – Eine Frage der Führung?“.

Leidenschaftlicher Lean-Verfechter

„Schlanke Schokolade“ war das Thema beim Heilbronner Management

Dialog im Juli mit Andreas Ronken, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung

der Alfred Ritter GmbH & Co. KG. Wer glaubte, er hört einen Vortrag über

kalorienarmen Schokogenuss, täuschte sich. Denn Ronken bezog sich in

seinem Referat nicht auf den Konsum, sondern auf die Produktion der kakaohaltigen

Süßigkeit. Vor 120 Gästen sprach er darüber, wie schlanke Prozesse

Qualität und Wertschöpfung verbessern. Für den studierten Maschinenbauer

gibt es eigentlich nichts, was nicht verbessert werden kann. So

erzählte Ronken von einem Gabelstapelfahrer, der seinen täglichen Fahrweg

auf dem Gelände auf einem Blatt Papier nachgezeichnet und ausgerechnet hat,

dass er 3,5 Kilometer einsparen würde, wenn er eine bestimmte Wand nicht umfahren

müsste. Was macht also Ritter Sport? Durchbricht die Wand und setzt damit Zeit für

Anderes frei.


68

Kommunikation ist

der Schlüssel

Große Lettern zieren das Dach des Firmengebäudes:

AMPHENOL-TUCHEL ELECTRONICS.

Ein Heilbronner Unternehmen mit Tradition,

das für die Qualität seiner Steckverbindungen

und -systeme einen sehr guten

Ruf genießt. Ein Unternehmen, das seine

Mitarbeiter schätzt und eigens dafür das

„Talente-Programm“ ins Leben gerufen hat.

Abwechslungsreich ist der Gang durch das lichtdurchflutete

Gebäude. Vom Empfang geht es weiter durch

einen langen Flur in die Fertigung. Zahlreiche Stecker

werden dort maschinell in Serie hergestellt. Andere Stecksysteme

werden in einzelnen Arbeitsschritten und mit höchster

Präzision manuell gefertigt. Während im Erdgeschoss noch fleißig

produziert wird, entwickeln, verwalten und vertreiben die

Kollegen in der zweiten und dritten Etage neue Steckverbinder

und Produktserien oder arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung

der Prozesse.

Neue Werte

„Dank unserer Mitarbeiter sind unsere Produkte sehr gefragt“,

sagt Geschäftsführer Ulrich Tröster. Ebenso gewichtige Säulen

seien aber auch Produktvielfalt und innovative Gedanken, die

die Unternehmensvision tragen. Exzellent verbunden sein und

Spitzenleistung für die automobile Zukunft – das sind die Ziele.

Und dafür braucht es ambitionierte Mitarbeiter. „Eine gute Bezahlung

reicht heute längst nicht mehr aus, um gut ausgebildete

Mitarbeiter zu gewinnen“, so der 44-Jährige, der seit

einem Jahr das Unternehmen mit 500 Mitarbeitern weltweit

führt. Aus diesem Grund hat er sich mit seinem Team grund-


69


70

legend neue Gedanken gemacht. Was macht uns eigentlich

aus? Begeisterung durch Verbindlichkeit, Flexibilität und Achtsamkeit

sind jene Werte, die sich daraus entwickelt haben.

Werte, für die Amphenol-Tuchel Electronics steht.

„Dezentrale Verantwortungssysteme sind heute das Maß der

Dinge“, ist Tröster überzeugt. Sprich eigenverantwortliches Arbeiten

eines jeden Mitarbeiters. Um den Nachwuchs bestmöglich

darin zu fördern, wurde

2013 das interdisziplinäre „Talente-Programm“

ins Leben

gerufen. In regelmäßigen Abständen

werden geeignete

Kandidaten aus unterschiedlichen

Abteilungen in das Programm

eingeladen und zu angehenden

Führungskräften

ausgebildet.

Alltag herangezogen, analysiert und anschließend ausgewertet.

Mit dem Ziel, herausfordernde Situationen noch besser zu

meistern.

Und was macht eine gute Führungskraft aus? Eine offene

Kommunikation gegenüber Mitarbeitern und ausreichend

Wissenstransfer, um ihre Selbstständigkeit zu fördern, sieht

Das Programm ist auf drei

Säulen aufgebaut. Eine der

Säulen deckt das Fortkommen

durch die interne Förderung

ab. Jeden Monat stellt

ein Abteilungsleiter Aufgaben

und Prozesse seines

Geschäftsbereichs vor. Yasemin

Kollmar ist eine von sechs

Teilnehmern des Talente-Programms.

Vor zwei Jahren hat

sie als Projektleiterin bei Amphenol-Tuchel

Electronics

angefangen und koordiniert im

Bereich „Safety Systems“ Projekte

rund um Airbag-Steckverbindungen.

Wird zum Beispiel

ein Fahrzeug in einen

Unfall verwickelt, so wird der

Airbag anhand der Amphenol-

Steckverbindung ausgelöst. Ein Produkt, das Leben

retten kann.

Ideale vorleben

Yasemin Kollmar ist dankbar, am Programm teilhaben zu können.

Die neuen Ideen und Impulse haben die 36-Jährige auch

persönlich weitergebracht: „Es liegt an mir, wie andere Menschen

mit mir kommunizieren.“ Eine Erkenntnis von vielen, die

sie während des Kommunikationstrainings an der GGS mit

Matthias Schmidt erlangt hat. „Wer seine eigenen Ideale vorlebt,

kann eine Motivation für andere sein“, findet Kollmar. Innerhalb

des Seminars wurden zudem Situationen aus dem

Yasemin Kollmar als wesentliche Aspekte. Die mentale

Fitness einer Führungskraft sei besonders wichtig. „Trotz der

täglichen Herausforderungen, versuche ich mir stets meine

Leichtigkeit zu bewahren“, sagt Kollmar zufrieden. Yoga für

den Körper und Meditation für den Geist helfen ihr dabei, innere

Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Dabei begibt Yasemin

Kollmar sich in eine bequeme Sitzhaltung und lässt die Gedanken

schweifen. Sie kommen und gehen wie eine Wolke, die

vorüberzieht oder wie ein vorbeifahrendes Auto auf der Autobahn.

„Durch mentale Klarheit kann ich Situationen besser einschätzen

und bewerten“, erzählt die gebürtige Heilbronnerin.

„Diese Klarheit braucht es in einer Führungsposition.“


71

innere Einstellung der Bewerber. Mentale Flexibilität und der

Drang sich stets zu hinterfragen und weiterentwickeln zu wollen,

ist nicht für jedermann ein Selbstverständnis. Das ist legitim.

Doch für den Geschäftsführer, Ulrich Tröster, gehört die

Einstellung des lebenslangen Lernens und erfolgreiche Führung

unabdingbar zusammen.

Richtig spannend wird es, wenn neu Erlerntes auch gleich in

die Praxis umgesetzt werden kann. Und dafür schaffen Tröster

und sein Team die besten Voraussetzungen. „Bei uns muss

man nicht zwei Jahre warten, um den nächsten Karriereschritt

zu gehen“, erklärt der Geschäftsführer und meint die unmittelbare

Besetzung neuer Führungspositionen und Aufgaben nach

erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung. Und damit bildet

das begleitende Projekt die dritte Säule des Programms.

Die zweite Säule des Talente-Programms bilden externe Weiterbildungsseminare

an der GGS in Heilbronn. Die Schulungsmodule

„Kommunikation“ und „Selbstmanagement“ werden

dort intensiv vermittelt. „Wir freuen uns, die GGS als festen

Bildungspartner gewonnen zu haben und damit auf eine hochwertige

Ausbildung unserer Mitarbeiter bauen zu können“, sagt

Ulrich Tröster. Seiner langjährigen Erfahrung nach ist „Kommu-

Geschäftsführer Ulrich Tröster

nikation der Schlüssel für gemeinsamen Erfolg“. Miteinander im

Gespräch zu sein, sich über Erkenntnisse und Entwicklungen

innerhalb des Unternehmens auszutauschen, sieht Tröster als

besonders wertvoll an und möchte die Kommunikation gerade

über das Talente-Programm fördern.

Mindset oder Skillset

Worauf bei der Einstellung neuer Mitarbeiter bei Amphenol-

Tuchel Electronics besonders geachtet wird, ist die Persönlichkeit.

Wie ist der Mensch und mit welcher Mentalität tritt er auf.

Es ist einfacher, den Mitarbeitern notwendige Fähigkeiten beizubringen,

findet Tröster. Anspruchsvoller steht es da um die

Wer kommuniziert, hat ein Ziel

Nikolai Heisig ist seit 2012 Teil des Teams von Amphenol-

Tuchel Electronics. Erfolgreich absolvierte Heisig sein duales

Studium mit Schwerpunkt auf „Konstruktion und Entwicklung“.

2015 wurde er übernommen. Heute ist der 25-Jährige alleiniger

Simulationsexperte im Unternehmen. Über eine entsprechende

Software konstruiert, berechnet und testet er virtuelle

Stecksysteme. Von Jahr zu Jahr erweitert sich sein Wissen,

das er mittlerweile an seine Kollegen weitergibt. Für das Unternehmen

bedeutet dies eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.

Nikolai Heisig zählt es bisher zu seinem größten Erfolg,

die Simulation als essenziellen Bereich in der Unternehmensentwicklung

etabliert zu haben. Wo anfangs Skepsis über die

Notwendigkeit der neuen Technologie herrschte, ist nun volle

Akzeptanz und ein grundsätzliches Umdenken im Unternehmen.

Heisig ist sich sicher: „Wer achtsam mit sich selber umgeht,

kann auch andere führen und motivieren.“ Bis zu fünf

Mal die Woche treibt er Sport und findet darin einen gelungenen

Ausgleich. „Im Grunde muss jeder seinen eigenen Weg

finden“ – diese Erkenntnis nimmt der Sinsheimer für sich mit

aus dem Kommunikationsseminar an der GGS. Ebenso die

Essenz der Kommunikation: Wer kommuniziert, hat ein Ziel.

Und das gilt es innerhalb eines Gesprächs mit anderen Menschen

herauszufinden.

Er selber schätzt das Vertrauen, das ihm in seiner Arbeit täglich

entgegengebracht wird, sehr. Doch was ihn am meisten motiviert:

„Ich habe einfach mega Spaß an meiner Arbeit, weil ich

das mache, wofür ich mich entschieden habe und das noch in

einem richtig guten Team.“ Nikolai Heisig glaubt, „immer offen

bleiben für Neues und man kommt immer weiter.“


72

Die GGS Vortrags

Impulse für verantwortungsvolles Denken und Handeln

Prof. Dr. Klaus Hurellmann

Bürger-Uni 23.03.17

Andreas Ronken

Heilbronner Management Dialog 18.07.17

Julia Städtler und Corinna Kirsch

General Context Programme 23.11.17

Dr. Viola Bensinger

Heilbronner Gespräche 02.03.17


73

formate

1

Bürger-Uni

Wissen und Wissenschaft für jedermann zugänglich machen, das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe

„Bürger-Uni“. Dafür holt die GGS gemeinsam mit der Dieter Schwarz Stiftung und dem Medienunternehmen

Heilbronner Stimme renommierte Wissenschaftler nach Heilbronn. Sie referieren über spannende Themen

mit gesellschaftlicher Relevanz. Das Besondere: Die Veranstaltungen sind kostenlos und für alle Bürger

offen. Den Jahresauftakt machte Prof. Dr. Klaus Hurrelmann mit dem Vortrag „X, Y, Zukunft. Wie die junge

Generation unsere Gesellschaft verändert.“ Zum Thema „Unter Strom und ständig online“ referierte Neurologe

Volker Busch, gefolgt von Ex-Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg mit seinem Vortrag „Mehr

Science als Fiction – wie die digitale Revolution alles verändert“.

2

Heilbronner Management Dialog

Die Heilbronner Management Dialoge haben sich als exklusive Veranstaltungsreihe mit anspruchsvollen

Managementthemen etabliert. Hochklassige Referenten geben spannende Einblicke in ihr Wirken und

schildern, was sie antreibt. Sie inspirieren und geben ungewöhnliche Denkanstöße über das tägliche Business

hinaus. Andreas Ronken, Vorstand der Geschäftsführung der Alfred Ritter GmbH & Co. KG, referierte

zum Thema „Schlanke Schokolade. Wie schlanke Prozesse Qualität und Wertschöpfung verbessern“.

3

General Context Programme

Bereits seit vielen Jahren liefert das General Context Programme für Studierende und Alumni-Vereinsmitglieder

neben der Möglichkeit zum Netzwerken praxisnahen und interaktiven Mehrwert: Das Angebot, das

vom Moderationstraining bis hin zu Praxistipps für Führungskräfte reicht, orientiert sich an aktuellen Themen

und Entwicklungen rund um das Thema Leadership.

4

Heilbronner Gespräche

Spannende Themen und aktuelle Rechtsfragen stehen bei den Vortragsreihen „Heilbronner Gespräche zum

Wirtschaftsrecht“ sowie den „Heilbronner Gesprächen zur Unternehmensführung“ im Mittelpunkt. Mit den

Vortragsreihen holt die GGS Wirtschafts- und Rechtsexperten an den Bildungscampus. Der fachliche wie

auch persönliche Austausch ist Ziel der Vortragsreihen, die in regelmäßigen Abständen an der GGS stattfinden.

So gab beispielsweise Dr. Viola Bensinger einen Einblick in Cyber Security im Unternehmen und

Simone Ashoff, Expertin für digitale Kompetenz, referierte zum Thema „Life, Work, Play – der Dreiklang

Digitaler Transformation“.


74

GGS inside 2017

Bescherung unterm Weihnachtsbaum

Glühwein und Lebkuchen für alle! Damit hat die GGS den Studierenden

das zweite Adventswochenende versüßt. Im Foyer

wartete unterm Weihnachtsbaum eine weitere Überraschung:

Alle Teilnehmer der Heilbronn Challenge konnten ihre GGS-

Hoodies abholen. Zu der hatte die GGS alle Studierenden nach

der Students Tour im Oktober aufgerufen: Jeder, der die Tour

nachweislich innerhalb eines Monats noch einmal nachkneipt,

wird mit einem der begehrten Kapuzen-Pullis belohnt. Rund 50

Studenten hatten sich der Herausforderung gestellt. Nun löste

die GGS mit der vorweihnachtlichen Überraschungsaktion ihr

Versprechen ein.

1

2

Top 5 der Facebook-Posts

1 13. Februar: GGS-Studentin in St. Gallen

(6006 Aufrufe)

2 28. August: Gesichter der GGS

(5443 Aufrufe)

3 31. März: Aprilscherz

(5121 Aufrufe)

4 06. Juni: Zukunft der GGS

(4626 Aufrufe)

5 24. Oktober: Video Students Tour

(4532 Aufrufe)


75

Weiterempfehlungsaktion

Wenn Studenten die GGS weiterempfehlen, ist das die

schönste Art der Anerkennung. Um dafür Danke zu sagen,

verlost die GGS bei ihrer alljährlichen Weiterempfehlungsaktion

attraktive Preise. Für jeden neuen Kontakt, der zum Vertragsabschluss

geführt hat, kann man an der Verlosung teilnehmen.

Der erste Preis – ein iPad – ging im November an Kursbetreuerin

Melinda Ritz.

Bestwert bei Zufriedenheitsabfrage

Wie zufrieden sind die Absolventen der GGS mit ihrem Studium?

Antworten darauf liefert eine breit gefächerte Befragung,

die der Marktforscher Dr. Matthias Zeisberg im Frühjahr 2017

unter Absolventen der Studiengänge Master of Business Administration

(MBA), Master of Laws (LL.M.) und Master of Science

(M.Sc.) durchgeführt hat. Einen neuen Bestwert gab es bei der

globalen Zufriedenheit: 95 Prozent der befragten Absolventen

äußerten sich als „so richtig zufrieden“ mit dem Studium. Auf

die Frage „Was fällt Ihnen als besonders positiv ein?“ zeigten

sich 49 Prozent der Befragten von den fachlichen Inhalten ihres

Studiengangs beeindruckt, 47 Prozent lobten die Dozenten und

jeweils 22 Prozent äußerten sich zufrieden mit der Betreuung

und Organisation sowie der Atmosphäre und dem Gruppenzusammenhalt.

Die positive Lernatmosphäre an der GGS spiegelt

sich auch bei der konkreten Bewertung wichtiger Faktoren wi-

der: Der Praxisbezug der Lerninhalte, die Englischsprachigkeit

des Unterrichts und die technisch-räumliche Ausstattung liegen

mit einer Durchschnittsnote von 1,3 an der Spitze. Es folgen

mit einer 1,5 die Qualität des Unterrichts und die Güte der

Lehrmaterialien (1,6). Dass ein GGS-Studium beim beruflichen

Werdegang hilft, zeigen die Antworten auf die Frage nach dem

unmittelbaren Nutzen des Studiums für die eigene Karriere. Hier

attestiert jeder der befragten MBA-Absolventen einen Karrieresprung

und auch beim LL.M. und M.Sc. liegen die Werte mit 81

und 75 Prozent erfreulich hoch. Es verwundert also nicht, dass

100 Prozent der MBA-, 90 Prozent der LL.M.- und 75 Prozent

der M.Sc.-Absolventen die Frage: „Würden Sie sich mit dem

Wissen von heute für den gleichen Studiengang an der GGS

entscheiden?“ mit einem klaren „Ja“ beantworten.

3

4 5


76

Students Party

Weg vom Klischee der spießigen Business Schools! Bei der

ersten Students Party zeigte sich mal wieder, dass die GGS

feiern kann. Studierende, Alumni und Freunde der Nacht

brachten die Tanzfläche im Club Kaiser zum Beben. Zahlreiche

Specials wie die GGS-Fotobox, ein Prof.-DJ als Special

Guest und neuartige GGS-Drinks ergänzten das Angebot und

sorgten für strahlende Gesichter.

Muttertagsgruß

Studierende Mütter leisten Außergewöhnliches.

Deshalb gab es von der GGS für alle Mütter und werdende

Mütter am Muttertag einen Facebook-Post

der besonderen Art.

On the road again

Nichts ersetzt den persönlichen Kontakt. Deshalb sucht das Team

vom Studierendenmarketing immer wieder auf Messen das Gespräch

mit Interessenten. Auch 2017 war man dafür fleißig in Deutschland

unterwegs: von Stuttgart, Ludwigsburg über Nürnberg und Frankfurt

bis nach Köln.


77

LL.M. for a Day

Die Entscheidung, neben dem Beruf nochmal zu studieren, ist

keine leichte. Deshalb bot die GGS im Juli erstmals mit dem

LL.M. for a Day die Gelegenheit, in das Masterprogramm in

Business Law zu schnuppern. Interessenten erhielten dabei einen

Überblick über die zentralen Fragen des Wirtschaftsrechts

und lernten Dozenten und künftige Kommilitonen kennen.

April, April

Für helle Aufregung sorgte der GGS-Aprilscherz bei Studierenden

und Medien. Kurzerhand wurde die Umbenennung der Business

School in „Deutsche Graduierten Schule für Betriebsführung und

Recht“ bekanntgegeben. Konsequenterweise wurden die Executive

Education in „Bildung für Führungskräfte“ und die Professur für

HR-Management in Professur für Humankapital gleich mit umbenannt.

Und der Klamauk ging noch weiter: So tauchten der vom

schwedischen Regisseur Mats App produzierte Reklamefilm

„Aus G wird D“, eine Umstickaktion für die beliebten Kapuzenpullis

und der neue Name „Viertele“ für das Hochschulmagazin „Quarterly“

in der Meldung auf.

Masterdschungel

Den Hype um das TV-Format Dschungelcamp nutzte die

GGS für eine Facebook-Kampagne. Eine Woche lang wurden

Dschungelmotive mit frechen Sprüchen garniert, um auf die

Studiengänge und die nächste Infoveranstaltung aufmerksam

zu machen.


78

Great Place to work

Ein Campus verbindet viele Menschen. Neben dem

Studententreiben zwischen den Vorlesungen und Seminaren

sind es die Menschen, die dort arbeiten, die dem

Ort für Bildung und Forschung Leben einhauchen. Sie

sorgen für reibungslose Abläufe im Hintergrund und halten

den Studienbetrieb am Laufen. Fünf GGS-Mitarbeiter

stellen ihre Lieblingsplätze vor und zeigen, es sind die Begegnungen

und Geschichten außerhalb des Büros, die das

Arbeiten auf dem Bildungscampus so besonders machen.


79

Frederik Metzger

Programm-Manager Entrepreneurship

Als Programm-Manager Entrepreneurship berate ich

sowohl Studierende und Alumni als auch Mitarbeiter bei

ihren Start-up-Aktivitäten. Die GGS ist weit mehr, als es

auf den ersten Blick erscheint: Das Ganze ist mehr, als

die Summe seiner Teile, und so habe ich als Lieblingsort

mit dem Forum einen Platz gewählt, von dem man die

gesamte GGS überblicken kann.


80

Renée Eisel-Billau

Social Media Managerin

Es vergeht kaum ein Tag, an dem es mich nicht an meinen Lieblingsplatz

zieht. Mein Magen meldet sich nämlich zuverlässig um anzukündigen,

dass es nicht mehr allzu lange bis Mittag – und damit bis zur

Mensa ist. Es ist die Auszeit mit Kollegen, die Gespräche, die auch über

den Büroalltag hinausgehen, die den täglichen Ausflug ins Nebengebäude

so unersetzlich machen. Auch das stets gutgelaunte „Hallo“ von

Küchenchef Steffen Harms trägt dazu bei. Und natürlich spielt auch das,

was auf dem Teller landet, eine wichtige Rolle. Montags komme ich nicht

ums Schnitzel herum, Spätzle mit Linsen sind auch jedes Mal gesetzt.

Von den liebgewonnenen Essgewohnheiten mal abgesehen schafft es

das Mensa-Team auch immer wieder zu überraschen. Ich sage nur:

Schokobrunnen.


81

Axel Hund

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Die German Graduate School hat viele schöne Plätze.

Das Gebäude selbst fällt mit der ansprechenden Architektur

und dem Lichthof jedem Besucher als erstes ins Auge.

Die vielen Sitzmöglichkeiten innen und außen laden zum

Austausch ein und auf dem Campus Green kann man

gerade an heißen Sommertagen entspannen. Trotz der

starken Konkurrenz ist aber einer meiner absoluten Favoriten

die moderne Bibliothek. Die voll verglasten Wände

lassen viel Sonnenlicht ins Innere und kreieren eine gute

Umgebung, um fokussiert zu lernen und zu arbeiten.


82

Pascal Maurice Betz

IT-Administrator

Mein Lieblingsort auf dem Campus

Gelände ist der Server-Raum im GGS-

Gebäude. Es stehen hier ein paar „unansehnliche“

Serverschränke und dann

noch diese grässliche Klimaanlage, die

eisige Luft reinbläst. Laut ist es hier

und die Leuchtstoffröhren erledigen

den Rest. Aber warum sollte denn genau

so ein Ort der Lieblingsplatz sein?

Weil sich hier alles abspielt. Stehen die

Server still, werden viele Mitarbeiter

hektisch. Ohne diesen Ort wäre ich

nicht in der GGS gelandet. Ohne diesen

Ort würden viele Menschen nicht so arbeiten,

wie sie heute arbeiten. Es liegen

große Datenmengen auf dem Storage

und helfen bei dem, was tagtäglich in

der GGS geleistet wird. Deswegen ist

der Raum so elementar, weil hier das

Herz der GGS schlägt.

Katharina Scheible

Studienprogramme

Die Studierenden verbringen sehr viel Zeit während ihres Studiums an der GGS.

Bereits während meiner Zeit als Kursbetreuerin hat mich die Verbundenheit und die

Gemeinschaft, die zwischen den Studierenden während ihrer gemeinsamen Zeit

entsteht, fasziniert. Die Students Lounge unterstützt dies und bietet ideale Bedingungen.

In chilliger Atmosphäre trifft man sich zum Kaffeetrinken, Tischkickern oder

Ausruhen. Hier findet auch der wöchentliche Plausch unter Kollegen und Mitarbeitern

bei der Midweek Break statt.“


83


84

Wo GGS-Studierende und Alumni arbeiten

Teilnahme an Konferenzen

Kopenhagen

Warwick, London

Edinburgh

Dublin

Groningen

Mannheim, Kassel

Köln, Berlin, Ulm

Los Angeles

Detroit

Atlanta

Madrid

Paris

Zürich, St. Gallen

Balatonfüred

Seoul

New York

Guimarães

Mailand

Kos

Washington D.C.

Houston

Langkawi


85

GGS around the world

7

6

1

2

4

3

10

9

5

8

Partnerhochschulen

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Bentley University Graduate School of Business, Boston, MA (USA)

University of Indiana Kelley School of Business, Bloomington, IN (USA)

University of South Florida College of Business, St. Petersburg, FL (USA)

The University of Texas at Arlington, TX (USA)

Instituto Brasileiro de Mercado de Capitais (IBMEC), Rio de Janeiro (BR)

Leeds University Business School, Leeds (UK)

Polytechnic University Institute of Industrial Economics and Management, St. Petersburg (RUS)

WBS Wits Business School, Johannesburg (ZA)

Mahidol University College of Management, Bangkok (TH)

Peking University HSBC Business School, Shenzhen (CN)


86

Pressespiegel

Für einige der MBA-Studierenden war der 17. März 2017

ein ganz besonderer Tag. An diesem Tag fanden vor einer

renommierten Jury die Abschlusspräsentationen des Wahlmoduls

Entrepreneurship statt. Zu den Juroren zählte auch Ulrich

Schreyer von der Stuttgarter Zeitung, der über seine Erlebnisse

an der GGS den lesenswerten Artikel „Ein Sieg dank

guter Seele“ geschrieben hat. Auch die Studienreise nach

China sorgte für großes mediales Echo: So berichtete die

Heilbronner Stimme auf einer ganzen Blickpunktseite über den

„Handelspartner mit Widersprüchen“, der SWR strahlte ein

Interview mit Prof. Christopher Stehr aus und die Zeitschrift

Markenartikel veröffentlichte den Fachbeitrag „Markenstrategie

für China“ von Prof. Alexandra von Bismarck. Welche

Eigenschaften Führungskräfte heute besitzen sollten, verriet

Prof. Gerd J. Hahn den VDI-Nachrichten im Interview. Die

Professorinnen und Professoren der GGS sind gefragte

Experten für die Medien und teilen gerne ihr Wissen – insbesondere

rund um die Profilthemen Innovation, Unternehmertum

sowie Compliance und Unternehmensrecht.


87


88 Social Media Aktivitäten


89

Facebook-Likes:

2.226

Instagram-Follower:

167

Twitter-Follower:

723

30.167

Youtube-Aufrufe:

Xing:

463 Follower Unternehmensseite

882 Mitglieder GGS-Forum

LinkedIn-Follower:

776

Stand 31.12.2017


90

Kuriose Fakten

Rund um die GGS

25 km/h 150 tm3

Der GGS-Bau verfügt über ein intelligentes

Gebäudemanagement. Licht und Jalousien

werden automatisch gesteuert und helfen

beim Energiesparen. Es sollte nur nicht zu

stürmisch werden, dann ab der Windstärke

25 km/h werden die Jalousien in das

sichere Gehäuse zurückgefahren.

Der Bildungscampus Ost wird mit Holzpellets

beheizt. Der Tank-Pelletsbunker umfasst 25 m³

Inhalt, was für circa 2-6 Wochen Heizbetrieb im

Winter ausreicht. Zum Beheizen des gesamten

Campus werden pro Jahr 150 tm³ Holzpellets

verbraucht.

5.000+8.000

Eine feine Sache ist die Gesunde Pause.

Jährlich werden dort 5000 Müsliriegel

und 8000 Äpfel von den Studierenden

verzehrt.

242

Das GGS-Gebäude hat 2.500 m² Nutzfläche.

Fitnessbewussten stehen 242 Treppenstufen –

verteilt auf ein Treppenhaus über vier Stockwerke

und eine offene Treppe über zwei Stockwerke und

Kellerzugang – zur Verfügung.


91

160.000

Am Bildungscampus Ost wurden 160.000 Klinkersteine

verbaut. Aneinandergereiht würden diese 55-cm-Steine eine Länge von

88 Kilometern ergeben. Dies entspricht etwa der Luftlinie

zwischen Heilbronn und Würzburg.

22-59

Vielfältig wie das Leben sind die Studierenden

an der GGS. Die jüngste Studentin ist 22 Jahre,

die älteste Studentin bringt es auf 59 Jahre.

12

Inspiration und Anspruch: Jeder der 12

Schulungs- und Besprechungsräume an der GGS

hat einen Raumpaten aus Wirtschaft oder

Recht. Die Portraits sind mit einer Mischtechnik

aus Fotografie, Zeichnung und Malerei gestaltet.

Außerdem befinden sich in den Fluren aller

Etagen 12 Wandzitate von internationalen

Persönlichkeiten.

2.754g

Wissen to go: Lediglich 102 Gramm

wiegt das leichteste Buch der Bibliothek

Strunk & White: The Elements of Style.

Deutlich schwerer zu schleppen hat man an

Homburg: Marketingmanagement. Der Band

wiegt satte 2.754 Gramm.

1.500 kg

Die Mitnahmebehälter der Mensa sind aus

dem kompostierbaren Material Bagasse hergestellt.

Damit reduziert das Studierendenwerk

Heidelberg seinen Plastikmüll um 1.500 kg

pro Jahr.


92

Impressum:

Herausgeber:

German Graduate School of

Management and Law gGmbH

Bildungscampus 2 · D-74076 Heilbronn

Tel.: +49 (0) 7131 - 64 56 36 - 0

Fax: +49 (0) 71 31 - 64 56 36 - 27

Geschäftsführer:

Prof. Dr. Tomás Bayón

V.i.S.d.P.:

Thomas Rauh, Leiter Public Relations

Phone: +49 (0) 7131 - 64 56 36 - 45

Redaktion:

Kerstin Arnold-Kapp

Tel.: +49 (0) 7131 - 64 56 36 - 22

Autoren dieser Ausgabe:

Kerstin Arnold-Kapp, Martin-W. Buchenau, Renée Ricarda

Eisel-Billau, Dagmar Engel-Platz, Joachim Hofer, Thomas Rauh,

Maria Sanders

Auflage:

650 Exemplare

Gestaltung:

www.spezial-kommunikation.de

Druck:

oeding print, Braunschweig

Bildquellen:

Terzo Algeri: (5, 27, 65, 75), Laure Almairac: (56-59), Simone

Ashoff: (4), BERA: (5), Mario Berger: (3, 52-55), EMOOCS Madrid:

(5), Fotolia: (64, 65, 88, 89), GGS: (3, 4, 5, 10-15, 26-27, 28, 29,

50, 51, 66, 67, 72, 74, 76, 77, 79-83), Heilbronner Stimme: (72),

ILLIG: (24-25), Dr. Gereon Meyer: (4-5, 29), Ritter Sport: (5, 67),

Saliya Projects: (64), Maria Sanders: (60-61, 68-71), Matt Stark:

(1, 6-7, 30-49, 51, 77), TSV Neuenstadt (3), VAUDE: (3, 20-23)

Illustrationen:

Thomas Berendt, Agentur Spezial (8-9, 18-19, 62-63, 90-91)

Helge Windisch (79-83)

Stand:

Mai 2018


DATEN

ZAHLEN / FAKTEN 2017


German Graduate School

of Management and Law

Bildungscampus 2

D-74076 Heilbronn

www.ggs.de

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