BDVI IN MÜNCHEN - Forum

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M O S A I K

■ BERICHT DER LANDESGRUPPE

B A D E N - W Ü R T T E M B E R G

FÜR DEN HV AM 13. JUNI 2002

Auch in Baden-Württemberg ist die wirtschaftliche Lage vieler Vermessungsbüros nicht sehr

rosig. Durch die vermehrte Zulassung von Kollegen (derzeit 130 ÖBVI, davon 115 im BDVI)

und die starke Konkurrenz des Landesbetriebes Vermessung besteht auf dem Gebiet der

Katastervermessung ein Überangebot. Das schlägt sich in den einzelnen Büros durch Kurzarbeit

bzw. Entlassungen von Mitarbeitern nieder. Viele Büros versuchen, auf anderen Gebieten

(Ingenieurvermessung, GIS-Aktivitäten etc.) die Umsatzrückgänge zu kompensieren. Dies ist

auch teilweise erfolgreich.

Das Wirtschaftsministerium hat die Aufgabe, das Vermessungsgesetz grundlegend zu überarbeiten.

Bis heute ist noch kein verhandlungsfähiges Ergebnis

vorgestellt worden, das Ministerium ist noch im Stadium der in-

ternen Diskussion. Die Landesgruppe Baden-Württemberg hat im

Juni 2001 selbst einen Entwurf eines neuen Vermessungsgesetzes

erarbeitet und dem Ministerium vorgelegt. Wir hoffen, dass

bis zum Herbst 2002 ein Ministeriumsentwurf vorliegt, über den

wir mit den Fraktionen und dem Ministerium sprechen können.

Die Landesgruppe Baden-Württemberg im BDVI feiert im Mai

2003 ihr fünfzigjähriges Bestehen. Dies sehen wir als einen guten

Anlass, den BDVI-Ko n g ress 2003 in Stuttgart stattfinden zu lassen.

Am 27. April 2002 fand die MV der Landesgruppe statt. Turnusgemäß

wurde der Vorstand für drei Jahre neu gewählt, wobei der

Vorsitzende Dieter Seitz, der Leiter der Geschäftsstelle Guido Hils

und ein Stellvertreter, Alfred Kieser, wiedergewählt wurden. Für

die beiden nicht mehr kandidierenden Stellvertreter Richard Henn

und Siegfried Gerst wurden Frau Viola Streicher und Christof Henn

gewählt.

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■ P I L OTVERSION ONLINE

RECHTSSAMMLUNG IM INTERNET

Derzeit laufen die Arbeiten der Umstellung der bislang analog

geführten Version der Rechtssammlung auf eine zeitgemäße Digitalversion

mit Suchmaschine und Kontakt-Mail auf Hochtouren.

Erste Pilotergebnisse können Sie bereits unter:

http://www.rechtssammlung.net/BDVI einsehen. Der Pilot dient

zunächst und im wesentlichen der Vorführung des Aufbaus einer

solchen Seite.

Auf der Mitgliederversammlung am 15. Juni 2002 in München werden

wir Ihnen dann bereits die online-Version der Rechtssammlung

für das Land NRW präsentieren und noch im Laufe des Sommers

eine online-Version für sämtliche Landesgruppen fertig stellen.

... versteht sich von selbst, dass wir auch diese Version der Rechtssammlung und deren ständige Aktualisierung

im Rahmen Ihres Mitgliedsbeitrages als Serviceleistung des BDVI für seine Mitglieder zur Verfügung

stellen werden.

■ H A N S E ATISCH PRAGMAT I S C H

BERLIN SCHAUT NACH HAMBURG

Hamburg ist als »Tor zur Welt« eine weltoffene Stadt - wie

Berlin. Aber Hamburg ist – wie Berlin nicht – eine sehr

reiche Stadt.

BERLIN HAMBURG

Einwohner: 3,4 Mio. 1,7 Mio.

Bruttoinlandsprodukt : ca. 22.000,– E/Einw. ca. 45.000,– E/Einw.

Steuereinnahmen: ca. 650,– E/Einw. ca. 1.500,– E/Einw.

Schulden: ca. 10.500,– E/Einw. ca. 9.000,– E/Einw.

Arbeitslosenquote: ca. 17 % ca. 9 %

Berlin befindet sich in schwerem Fahrwasser. Vordergründig

scheint hier die schier aussichtslose finanzielle

Situation verantwortlich zu sein. Die Lage Berlins ist jedoch

nicht ohne weiteres nur durch die finanziellen

Schwierigkeiten zu erklären, obwohl vieles darauf hindeutet.

Berlin hat durch die Wiedervereinigung seit dem Jahr 1990

bis heute ungefähr die Hälfte seiner Industriearbeitsplätze

verloren. Neue Arbeitsplätze in der sogenannten »New

Economy« oder im traditionellen Dienstleistungsbereich

sind noch nicht in ausreichendem Maße entstanden. Zudem

hat Berlin eine in »Vorwende«-Zeiten stetig gewachsene,

als schwerfällig zu bezeichnende und jahrzehntelang

an Alimentationen durch den Bund verwöhnte Verwaltung.

Durch den »Banken-Skandal« und dessen Folgen, rückläufige

Investitionen sowie die vorhandenen (antiquierten)

Verwaltungsstrukturen wirkt die Stadt wie paralysiert. In

Berlin ist in zunehmendem Maße eine Gleichgültigkeit

gegenüber dem politischen Geschehen, eine sinkende Te ndenz

zur Selbständigkeit sowie ein Rückzug der resignierenden

Bürger ins Privatleben festzustellen. Außenstehende

können nur noch den Kopf schütteln.

Diese Stagnation gilt es zu durchbrechen. Vorhandene

Missstände (Investitionshemmnisse) und der Technologiewandel

geben eine Notwendigkeit zur Neustrukturierung.

Die Stadt braucht den von Herrn Senator Strieder im

F OYER Journal für Stadtentwicklung, April 2002,

geforderten Mentalitätswechsel:

Weniger Verwaltung mit effizienteren

Strukturen im Sinne des Bürgers

Besinnung der Verwaltung auf die

Kernaufgaben

Aufgaben, die der Staat nicht

zwingend ausführen muss, sind auf die

Privatwirtschaft und den freien Beruf

zu übertragen.

Der Verwaltung obliegt dabei die Steuerung,

das Controlling und der Aufbau eines modernen

Dienstleistungszentrums. Sie kann dazu administrative

und vertriebliche Aufgaben wahrnehmen.

Berlin steht vor großen Veränderungen und ist auf dem

richtigen Weg. Der Reformstau wird durch den intelligenten

Abbau von Bürokratie aufgelöst. Die Abhäng

i g keiten jedes einzelnen Bürgers vom bürokratischen Apparat

gilt es zukünftig zu verkleinern, die unternehmerische

Freiheit der Privatwirtschaft gilt es zu stärken.

Wir brauchen weniger Staat, nicht mehr. Ein Verharren in

alten Positionen und Strukturen wird der heutigen Situation

nicht gerecht.

Die notwendigen Sparzwänge bedeuten einen personellen

Abbau in den Verwaltungen. Auf Neueinstellungen ist angesichts

der knappen finanziellen Mittel auf Jahre hinaus

zu verzichten, so dass es zwangsläufig zu einem Kompetenzverlust

in der Verwaltung kommen wird.

Dieser drohenden Entwicklung, so sind sich die politisch

Verantwortlichen mittlerweile einig, gilt es durch geschickte

Umstrukturierung der Verwaltungseinheiten und durch

eine permanente Aufgabenkritik zu begegnen.

Die politisch Tätigen dieser Stadt sind ihren Bürgern

endlich wirkliche Reformen schuldig. Nur durch den

Willen zur Veränderung und Reformierung der Verwaltung,

eine Verschlankung der Strukturen durch Besinnung

auf Kernaufgaben sowie eine Effizienzsteigerung durch

Konzentration der verbleibenden Kräfte kann es dem Land

Berlin gelingen, der Schuldenfalle zu entkommen und den

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