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JarrestrasseUntitledVerlag

IHRE ADRESSE FÜR

EXKLUSIVE EDELSTEINE

Willkommen in der Schatzkammer

Für Kenner und Liebhaber öffnet Constantin Wild

Tür und Tor: In seinem weltweit einzigartigen

Showroom sind kostbare Edelsteine in Szene gesetzt.

Mit außerordentlichem Geschmack und viel

Liebe zum Detail.

Das elegante Haus an Deutschlands bekanntester

Edelsteinstraße hat noch weitaus mehr zu bieten.

In jedem Winkel, jeder Ecke: ein Stück „Deutsche

Vita“. Von der traditionellen Edelsteinschleiferei

bis zum erfrischenden Glas Riesling unter der

Kirschblüte im Garten.

Constantin Wild GmbH & Co. KG • Hauptstrasse 103 • 55743 Idar-Oberstein • +49-6781 94500

Besuchen Sie uns auch bei Facebook, Instagram und YouTube unter @constantinwild.gems oder constantinwild.com/blog


PURE NATURE

DIE FARBSTEINSPEZIALISTEN

IDAR-OBERSTEIN GERMANY


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Richard Hans Becker

Brasilianisches

Feuer

„An der Quelle zu sein, sprich über neue Steinfunde schnell Bescheid zu wissen, ist einer der

Pluspunkte in Idar-Oberstein“, finden die Beckers von der Manufaktur Richard Hans Becker.

Fotos: Peggy Picture

008 GZ plus 05/18


Foto: Martin Glauner

Als wir Birgit Becker einige Wochen

vor der Veröffentlichung dieser

Sonderausgabe nach Neuheiten

fragen, schwärmt die Frau des Geschäftsführers

Hans-Joachim Becker von einem

besonderen Lot mit roten Turmalinen. „Daraus

müssen wir nur noch Schmuck machen“,

sagt sie. Gesagt, getan: Drei Wochen

später bekommen wir den Schmuck zum

Fotografieren, vier Ringe und zwei Anhänger

mit den besagten Turmalinen.

PINKFARBEN

BIS ROT

Ihr Farbton ist kräftig und variiert zwischen

Pink und Rot. „Die Farbsteine werden auch

Rubellite genannt. Sie kommen aus Brasilien

und sind das Beste, was seit Langem

an roten Turmalinen auf dem Markt ist“, erklärt

uns Hans-Joachim Becker.

Wir fragen ihn, weshalb der Standort

Idar-Oberstein wichtig ist für die Schmuckmanufaktur

Richard Hans Becker. Der erste

Grund liegt nahe: „Wir sind Spezialisten

für Farbsteinschmuck, deshalb käme für

uns kein anderer Standort als die Edelsteinstadt

infrage.“ Zweitens: Langjährige

Kontakte zu Steinhändlern ermöglichen

faire Preise und steigern die Chance auf

ausgefallene Exemplare.

MADE IN

IDAR-OBERSTEIN

Als Grund Nummer drei nennt Hans-

Joachim Becker den Pool an möglichen

Koope ra tionspartnern. „Wir realisieren alle

Prozesse der Schmuckfertigung – vom

CAD-Design bis hin zum Verfeinern und

Fassen – im eigenen Haus, bis auf wenige

Ausnahmen wie das Gießen oder das

Einschleifen von Steinen. Dafür beanspruchen

wir Spezialisten aus der Umgebung.

Somit ist unser Schmuck nicht nur ‚Made

in Germany‘, sondern auch ‚Made in Idar-

Oberstein‘. Dieses Gesamtpaket ist entscheidend,

für unsere Fachhandelspart ner

genauso wie für uns, denn durch das

Besondere heben wir uns vom Online-

Handel ab.“ Saraj Morath

www.richard-hans-becker.de

Einige Schmuckstücke mit den brasilianischen

Rubelliten, aus 750 Weißgold und teils mit

Brillanten: Ringe „Pure“, „Just Simple petit“,

„Vintage“ und „Balance“ (linke Seite, v. u. im

Uhrzeigersinn) sowie Anhänger „Balance“ und

„Vintage“ (rechte Seite, v. l.)

GZ plus 05/18 009


Editorial / Inhalt / Impressum

Funkelnde

Edelsteinmetropole

E

ingebettet in die wunderschöne

Landschaft des Hunsrück,

hat Idar-Oberstein, die

Stadt an der Nahe, viel zu bieten. Bereits

vor drei Jahren war sie Thema

einer viel beachteten GZ-Sonderveröffentlichung.

Höchste Zeit für ein

Update! Also begab sich unser

Redaktions team auf eine erneute

Exkursion in die Edelstein-Metropole.

Wir wollten wissen: Was hat sich in

den letzten Jahren getan? Was gibt

es Neues zu berichten? Wie präsentiert

sich die Zukunftsfähigkeit des

Industriestand orts? Das Ergebnis der

Recherchen zeigt Landschaft und

Leute, Menschen und Macher mit

ihren Produkten, Ideen und Visionen.

Vielleicht inspiriert Sie die vorliegende

GZ plus dazu, selbst einmal

wieder nach Idar-Oberstein zu kommen.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden

Fall, versprechen …

Inhalt

12 Grußworte

Landschaft & Leute

20 Anna-Lena Märker

24 Ekkehard F. Schneider

28 Kai-Uwe Hille

32 Constantin Wild

tradition & institution

38 Hochschule Trier

42 Industriedenkmal Jakob Bengel

48 Deutsches Edelsteinmuseum

50 Bundesverband der Edelsteinund

Diamantindustrie,

Diamant- und Edelsteinbörse

52 DSEF

54 DEGEMG

56 DPL

58 DEGEB

60 Galle Werttransporte

62 Schwardt Versicherungsmakler

64 Günter Effgen

66 Förderverein

Deutsche Edelsteinstraße

68 Parkhotel

handwerk & design

steine

72 Groh + Ripp

74 Ph. Hahn Söhne

76 Paul Wild

78 Karl Faller

80 Wild & Petsch

82 A. Ruppenthal

84 Cullmann-Türkise

86 Gebrüder Kuhn

88 Gerd Märker

90 Constantin Wild

schmuck

92 Heinz Mayer

94 Hans D. Krieger

96 Herbert Giloy & Söhne

98 Engel & Co.

100 Rolf Pauly

102 Jungbluth

Technik

104 Walter Fischer

106 Horbach

108 ITA-Goldwaren

Dr. Christian Jürgens

Axel Henselder

projekte & visionen

116 Chinesisches Handelszentrum

120 Masterplan „Vision 2030“

Fantastic

Jewelry Design

Ernst stEin E.K.

Mainzer Straße 104

55743 Idar-Oberstein

Tel. +49 6781 404-277

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IMPRESSUM

Verlag:

Untitled Verlag und Agentur

GmbH & Co. KG

Hamburg:

Medienpark Kampnagel

Jarrestraße 2

22303 Hamburg

Telefon: 040/18 98 81-0

Telefax: 040/18 98 81-111

E-Mail: info@untitled-verlag.de

Internet: www.untitled-verlag.de

010 GZ plus 05/18

Pforzheim:

Grünstraße 1

75172 Pforzheim

Telefon: 072 31/8 00 57-0

Telefax: 072 31/8 00 57-15

E-Mail: info@gz-online.de

Internet: www.gz-online.de

Chefredakteur:

Dr. Christian Jürgens

Mitglied der Chefredaktion:

Axel Henselder

Chef vom Dienst:

Dr. Ulrich Schmid

Textchefin:

Nicole Maibaum

Redaktionelle Mitarbeit

Swantje Friedrich, Katharina

Harde-Tinnefeld (Schlussre

dak tion), Saraj Morath,

Christel Trimborn, Andre

Weinberg (Fotoredaktion)

Art-Direktion:

Karola Warnick

Grafik:

Janina Demiana Roll

Anzeigenleitung:

Benjamin Heidke

(b.heidke@gz-online.de)

Anzeigen:

Alexander Steffl

(a.steffl@untitled-verlag.de),

Madeliene Osterhoff

(m.osterhoff@gz-online.de),

Manuela Rapp

(m.rapp@gz-online.de)

Druck:

Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG,

Frankfurter Straße 168,

34121 Kassel

Titel: Annette Cardinale; Fotos: Hannes Magerstaedt


Es ist ein langer Weg

zur Einzigartigkeit

In unserem ewigen Streben nach absoluter

Schönheit, unterziehen wir jeden Forevermark-

Diamanten einem rigorosen Auswahlverfahren.

ö

Daher dürfen weniger als 1% der weltweit

gefundenen Diamanten eine Forevermark-

Gravur, die Schönheit, Seltenheit sowie

verantwortungsvolle und nachhaltige Förderung

verspricht, tragen.


Editorial

GruSSwort

Mit der neuesten Ausgabe der

Goldschmiede Zeitung halten

Sie wieder einen aktuellen

Überblick über die bedeutendste

Branche unseres Landkreises,

vielleicht der gesamten Nationalparkregion,

in der Hand. Ein Aushängeschild,

das an seiner internationalen Attraktivität

nichts eingebüßt hat.

Die Leistungsfähigkeit der in Idar-Oberstein

und seiner Umgebung ansässigen Betriebe

der Schmuck- und Edelsteinbranche zeichnet sich

durch weltweite Anerkennung aus. Ich bin stolz darauf,

dass diese Branche in unserer Region beheimatet ist. Gerade

in diesen Tagen erreichte mich das Kompliment eines

Investors, der sich ganz bewusst für den Landkreis Birkenfeld

mit den Worten entschieden hat: „Ich bin mehr als

begeistert von der Region und der Unterstützung, die ich vor

Ort bekomme.“ Worte, die Mut machen, den eingeschla genen

Weg zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung unseres

Nationalparklandkreises weiter zu beschreiten. Die Natio nalparkregion

hat sich zur Wegbestimmung einen Mas ter plan

gegeben. Mit ihm wollen wir auch unseren Landkreis so ausrichten,

dass er für die Menschen eine attraktive Lebensalternative

im Kontrast zu den Metropolregionen bietet. Hierzu

gehören auch unverwechselbare Attribute wie die Schmuckund

Edelsteinstadt Idar-Oberstein.

Ebenso berichtet diese Ausgabe über aktuelle Trends

und herausragende Köpfe. So eine Darstellung ist wichtig.

Sie zeigt das vielfältige Leben, das uns umgibt, und sie zeigt

die Köpfe und Ideen, die es tragen. Menschen brauchen

Orientierungspunkte, um sich mit ihrer Heimat nachhaltig zu

identifizieren. In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen,

die unsere Schmuck- und Edelsteinbranche tragen, wei terhin

viel Kreativität und gute Geschäftsgrundlagen – und den

Lesern der Goldschmiede Zeitung viel Vergnügen beim Lesen

dieser Ausgabe sowie viel Spaß beim Besuch unseres

Landkreises.

Ihr

Dr. Matthias Schneider

Landrat

012 GZ plus 05/18


PAUL WILD

E X C E L L E N C E I N

G E M S T O N E I N N O VAT I O N

PA R AI BA

Extravagant and equally elegant: the Paraiba tourmaline is a star –

rarer than diamonds and highly valuable.

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Editorial

GruSSwort

M

it ihren Sonderausgaben zu unserer Edelstein-

Metropole Idar-Oberstein hat die GZ offensichtlich

einen Nerv bei den Leserinnen und Lesern getroffen.

Die Magazine sind stets heiß begehrt, die Auflagen

schnell vergriffen. Das liegt sicherlich an der außergewöhnlichen

Aufmachung der GZ plus. Sie bietet

ebenso Fakten wie Emotionen, gewährt den Leserinnen

und Lesern einen Blick hinter die Kulissen

unserer Edelstein- und Schmuckbranche,

zeigt die Menschen und Familien,

die dieses faszinierende Handwerk

nicht nur ausüben, sondern leben.

Die Edelsteine prägen unsere

Region bis heute – und

das bereits seit mehr als

500 Jahren. Sie sind allgegenwärtig,

ebenso im gewerblichen

wie im touristischen Sektor. Nicht

umsonst haben sich die touristischen

Vermarkter der Stadt Idar-Oberstein und der

Verbandsgemeinde Herrstein im Marketingverbund

EdelSteinLand zusammengeschlossen.

Aber Idar-Oberstein und die Region haben natürlich

mehr zu bieten als Edelsteine und Schmuck. Im gewerblichen

Bereich ist die Stadt unter anderem Standort

international tätiger Automobilzulieferer sowie Hersteller

innovativer Medizin- und Laborgeräte und hochwertigen

Kochgeschirrs. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und

der Premiumwanderweg Saar-Hunsrück-Steig mit seinen

Traumschleifen erlauben ein nahezu unbegrenztes Naturerlebnis

in einer einzigartigen Landschaft. Das Angebot an

kulturellen Veranstaltungen ist über das ganze Jahr hinweg

breit gefächert und auch die kulinarischen Schätze der Region

sind es wert, entdeckt zu werden. Ob der legendäre

Idar-Obersteiner Spießbraten, über dem offenen Buchenholzfeuer

zubereitet, oder andere Köstlichkeiten: Hier kann man

sich richtig verwöhnen lassen.

Diese wenigen Beispiele machen deutlich: Idar-Oberstein

ist eine liebenswerte Stadt mit hohem Wohlfühlfaktor, in der

man seine kostbare Zeit genießen kann. Eine Stadt, in der

man gerne lebt.

Lassen Sie sich also begeistern von unserem Edel-

Steinland und überzeugen Sie sich am besten selbst von

den vielfältigen Möglichkeiten, die Ihnen Idar-Oberstein und

die Region zu bieten haben.

Bis bald in unserer Stadt!

Herzlichst, Ihr

Frank Frühauf

Oberbürgermeister

014 GZ plus 05/18


BRILLIANT FEELINGS

TRAURINGE UND VERLOBUNGSRINGE

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Landschaft & Leute

Grüne Freiheiten

eröffnen sich jenem,

der sich auf eine

Erkundungstour durch

die wunderschöne

Umgebung der Edelstein-

Metropole begibt.

01

kapitel

landschaft

& leute

20 Mit Anna-Lena Märker

unterwegs zu versteckten

Höfen

24 Mit Ekkehard F. Schneider auf

den Spuren der Geschichte

28 Mit Kai-Uwe Hille auf der

Suche nach Abenteuern

für Jung und Alt

32 Mit Constantin Wild

auf einer Wanderung

in der Traumschleife

016 GZ plus 05/18


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Landschaft & Leute

Der Weg

ist das Ziel

In und um Idar-Oberstein gibt es viel mehr zu entdecken als „nur“

Edelsteine. Zahlreiche Touren, sogenannte Traumschleifen, entführen

zu landschaftlichen Kleinoden, die kaum jemand von außerhalb kennt.

Das ist Entschleunigung pur. Begeben Sie sich mit uns auf eine

Reise zu netten Menschen, fantastischer Natur und tollen Ausflugszielen.

Text Axel henselder

Fotos Herbert Piel

018 GZ plus 05/18


GZ plus 05/18 019


Landschaft & Leute

anna-Lena Märker

020 GZ plus 05/18


Wunderbares

Kleinstadtleben

Edelsteinkönigin Anna-Lena Märker, 22, zeigt uns, wie urban

das Kleinstadtleben für junge Leute in Idar-Oberstein sein kann.

Sie führt uns zu ausgewählten Geheimtipps, die das Städtchen an

der Nahe für sie lebens -und liebenswürdig machen.

GZ plus 05/18 021


Landschaft & Leute

anna-Lena Märker

unser

wandertipp

Vom historischen Ortskern Herrsteins

startet die Wanderung entlang der

Traumschleife Mittelalterpfad in die

abwechslungsreiche Landschaft.

Sanfte An- und Abstiege, verträumte

Pfade und Bachtäler sowie spektakuläre

Aussichten über den Hunsrück

belohnen den Wanderer. Die Naturdenkmäler

„Jammereiche“ und

„Rabenkanzel“ sowie Sinnesbänke, die

zum Verweilen einladen, runden diese

8,4 Kilometer lange Wanderung ab.

D

ie junge Frau, wie sollte es in

dieser Region auch anders sein,

stammt aus einer Edelsteindynas

tie. Ihr Vater Gerd Märker betreibt

eine sehr erfolgreiche Diamantmanufaktur.

Er ist nach wie vor einer der jüngsten

selbstständigen Diamantschleifermeister

Deutschlands. Seine Tochter Anna-Lena

hat sich zwar für einen anderen Beruf entschieden

– sie arbeitet als Steuerfachangestellte

–, doch der Branche bleibt sie

verbunden: Seit 2016 ist sie die 21. Deutsche

Edelsteinkönigin.

„Ich bin aber nicht nur Botschafterin

der Branche, sondern gebe auch der gesamten

Region ein Gesicht“, sagt sie. Im

Rahmen ihres Ehrenamts repräsentierte

sie die Edelsteinregion bereits in Hongkong

oder besuchte die Bundestagsabgeord neten

des Landkreises Birkenfeld und Bad

Kreuznach, zu denen Antje Lezius gehört,

in Berlin. „Aber egal, wohin ich reise, ich

kehre gern wieder hierher zurück“, berichtet

die junge Frau. „Hier habe ich meine

Familie, Freunde und viel mehr Freiheiten,

als ich sie in einer Großstadt hätte”, meint

sie und fährt fort: „In unserer ländlichen

Region kann man einfach rausziehen in die

Natur und feiern. Niemanden stört es, auch

wenn es mal lauter wird. Wir Idar-Obersteiner

braten ja bekanntlich gerne. Ein Dreibein

mit Rost, ein wenig Buchenholz und

ein paar Getränke und ab geht die Party. In

der Großstadt wäre das komplizierter.“

Spektakuläre Kulissen,

spektakulär feiern

Auch kulturell werde hier einiges geboten,

wie zum Beispiel das zweijährlich Ende

August stattfindende „Open Air Electro

Love“ bei Juchem. Zunächst rocken hier

DJs beim Steinbruch Juchem ab. An einem

Abend präsentiert die Neue Philharmonie

Frankfurt Klassik. „Ein unvergesslicher

Sommernachtstraum, wenn dann

zu der klassischen Musik der Mond über

den schroffen Felsen des Steinbruchs aufgeht

vor einem tintenblauen Himmel –

einfach fantastisch.“

Aber nicht nur außerhalb der Stadtgrenzen

von Idar-Oberstein gibt es etwas

zu erleben, sondern auch innerhalb. „Das

sind alles eher Geheimtipps, die allerdings

jeder Einheimische natürlich kennt“, erklärt

Märker. Die erste Station ist das Teehaus

Marion Galle. Von der Fußgängerzone in

Idar geht es durch einen unscheinbaren

Hofeingang in einen wildromantischen

kleinen Garten. Das Teehaus ist mit Efeu

überwuchert, überall sind kleine lauschige

Sitzgruppen. „Das ist hier selbst im Winter

oft proppenvoll“, erzählt sie. Hier gehen die

Idar-Obersteiner aller Altersgruppen mittags

und abends hin und genießen zum

Beispiel einen erfrischenden Teepunsch.“

Was sofort auffällt: Überall, wo Anna-

Lena Märker erscheint, begrüßen sie die

Leute. Ist das ihrer Bekanntheit als Edelsteinkönigin

geschuldet? Sie lacht und

sagt: „Nein, keineswegs, hier kennt man

sich halt einfach. Eigentlich kennt jeder jeden,

entweder aus der eigenen Schulzeit

oder über die Eltern, die sie wiederum aus

ihrer Schul- und Jugendzeit kennen. Hier

ist man sich noch nah und das ist auch

schön so.“

Abends geht Anna-Lena Märker mit

ihrer Familie gerne zum Essen in das Restaurant

die Villa, ebenfalls so ein Geheimtipp.

Hier kann man in einem stilvollen

Gebäude aus der Jahrhundertwende Platz

022 GZ plus 05/18


nehmen und sehr gut speisen. Eine weitere

Adresse, die flüchtige Besucher verpassen,

ist die Galerie Angelika Gerwert. Hervorgegangen

aus einem Rahmengeschäft,

finden sich hier wechselnde Kunstausstellungen

von Bildern und Skulpturen. Wohnaccessoires,

Schmuck und andere Geschenkideen

wie auch Weine aus der

Region. In der Galerie können Besucher

nicht nur schauen und shoppen, sondern

in einem liebevoll gestalteten Ambiente inmitten

der Kunst Platz nehmen und einen

Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, Wein

sowie andere Kleinigkeiten genießen. Im

Sommer lockt der Garten mit Wintergarten

mit romantischen Sitzecken.

Romantische Lieben,

Ausgiebig Leben

Weiter geht die City-Tour nach Oberstein.

In der Altstadt liegt die Fußgängerzone mit

einem liebevoll gestalteten historischen

Marktplatz. Hier kommen Urlaubsgefühle

auf, der Blick auf die schroffen grauen

Steinwände mit der Felsenkirche und die

Ruinen von Schloss Oberstein und Burg

Bosselstein ist einfach spektakulär. Die

1482 bis 1484 erbaute Kirche ist durch ihre

Lage und ihre weithin sichtbare Präsenz

zum Wahrzeichen der Stadt Idar-Oberstein

geworden. Es rankt sich die Sage um sie,

dass im elften Jahrhundert die Brüder

Wyrich und Emich von Oberstein auf der

Burg Bosselstein lebten. Beide liebten Bertha

von Lichtenburg. Als Wyrich von der

Verlobung seines jüngeren Bruders mit der

Angebeteten erfuhr, stürzte er Emich aus

dem Fenster der Burg. Wyrich beichtete die

Tat einem Abt, der ihm auftrug, als Sühne

eine Kapelle an der Stelle, an der sein Bruder

starb, zu errichten. Als der Bau vollendet

war, bat Wyrich Gott um ein Zeichen

der Vergebung. Ein Quelle entsprang dem

Felsen, die heute noch fließt. Bei der Einweihung

der Kapelle soll Wyrich am Altar

tot umgefallen sein. Eine romantische Geschichte.

Aber zurück zur Jetzt-Zeit. „Hier

ist auch der Treffpunkt der Jugend im

Sommer, am liebsten gehen wir in den Eissalon

Venezia direkt am Marktplatz, geführt

von einem waschechten Italiener“,

sagt Anna-Lena Märker. „Da kann man

schön draußen sitzen und einen sensationellen

Eisbecher genießen.“

Abschließend geht es dann doch noch

einmal raus aus Idar-Oberstein nach Herrstein,

ein Kleinod der Deutschen Edelsteinstraße.

Die mittelalterliche Fachwerkkulisse

ist einmalig und wie geschaffen für die

junge Edelsteinkönigin. Nirgendwo sonst

im Nahe-Hunsrück-Gebiet ist eine mittelalterliche

Stadt noch so weitgehend erhalten.

Im Herrsteiner Schinderhannesturm

war übrigens 1798 eine Nacht lang der legendäre

Räuber Johannes Bückler, genannt

Schinderhannes, eingesperrt.

Dieses Ambiente ist auch die Kulisse

für den überregional bekannten Schinderhannes-Räubermarkt

am 2. Septemberwochenende

und den Martinimarkt am

1. Novemberwochenende. Der Ort ist weiterhin

Ausgangspunkt der 14. Etappe des

Saar-Hunsrück-Steigs und des Mittelalterpfads,

eine Traumschleife, die 2010 als einer

der schönsten Wanderwege Deutschlands

ausgezeichnet wurde.

Es gibt also auch für junge Leute viele

Möglichkeiten in und um Idar-Oberstein.

Und Anna-Lena Märker stellt klar: „Es

kommt immer darauf an, was man daraus

macht.“

GZ plus 05/18 023


Landschaft & Leute

Ekkehard F. schneider

Spuren

am Wegesrand

Lebendige Geschichte und Tradition weisen den Weg der Edelsteine auch

in das kleine Dorf Kirschweiler bei Idar-Oberstein. Ekkehard F. Schneider,

Inhaber der gleichnamigen Edelsteinmanufaktur, zeigt uns zusammen

mit seinem Vater Lothar und Riesenschnauzer Luna seine Heimat.

024 GZ plus 05/18


GZ plus 05/18 025


Landschaft & Leute

Ekkehard F. schneider

unser

wandertipp

Mit 9,1 Kilometern und lediglich

300 Höhenmetern ist die Nationalpark-Traumschleife

Kirschweiler

Festung in gut drei Stunden bequem

zu erwandern. Die Traumschleife

ist an den Premium-Wanderweg

Saar-Hunsrück-Steig angebunden.

Zuwege sind von Hettenrodt und

Allenbach aus markiert.

U

m sich auf die Spurensuche der

Re gion in Verbindung mit der

Geschichte der Familie Schneider

zu begeben, muss man aus Kirschweiler

rausfahren, genauer gesagt nach Niederwörresbach.

Kurz dahinter befindet sich

die Geracher Wasserschleife. „Es ist ein

schönes Gefühl, hier zu stehen, wo bereits

meine Vorfahren gewirkt haben“, so Ekkehard

F. Schneider: „Mein Ururgroßvater,

Friedrich Schneider war einer der vier

Kompagnons, die diese Schleife 1847 erbaut

haben. Seitdem trägt jeder männliche

Nachkomme den Friedrich in seinem Vornamen.

Dafür steht bei mir das F.“ Väterwie

mütterlicherseits kann seine Familie

auf zehn Generationen zurückblicken, die

im Edelsteinhandwerk tätig waren. Entsprechend

verwoben und verbunden fühlt er

sich der Region. Heimat ist hier kein abstrakter

politischer Begriff und auch nichts

Aufgesetztes, sondern ein authentisches,

selbstverständliches Gefühl ohne Pathos.

Die Geracher Wasserschleife

und der Steinbruch Juchem

So romantisch und gut erhalten, wie sich

heute die Schleife präsentiert, war sie zu

Zeiten des Betriebs nie. „Da wurde nur das

Notwendigste instandgesetzt, das war ein

reiner Zweckbau“, berichtet der Edelsteinliebhaber.

Um 1850 gab es entlang der deutschen

Edelsteinstraße mehr als 150 Schleifen. Die

Arbeit dort war hart. Um die nö tige Kraft

aufzubringen, den Edelstein fest genug an

den Schleifstein zu drücken, mussten die

Schleifer auf dem Bauch liegend arbeiten,

die Füße abgestützt auf einem Balken.

Ständig atmeten sie den mit Wasserdunst

gemischten Steinstaub ein. Die Lebenserwartung

eines Schleifers lag damals bei

unter 40 Jahren, die meisten starben an

einer Staublunge. Die Schleifsteine aus

Sandstein wurden übrigens aus der Pfalz

herangekarrt. Nicht jeder Sandstein war

geeignet, um Edelsteine zu schleifen. Mitunter

arbeiteten zwei Leute an einem

Schleifstein, daher ergaben sich spitzkegelige

Formen der heute noch rund um die

Schleife drapierten alten Mühlsteine. Heute

sind nur noch vier erhalten beziehungsweise

wurden aufwendig restauriert..

Oberhalb der alten Schleife erhebt sich

der Tagebau von Juchem, eine ebenfalls

beeindruckende Kulisse, die ein wenig an

eine Wild-West-Landschaft erinnert. Hier

wird Edelsplitt für den Straßenbau abgebaut.

An Wochenenden, wenn der Betrieb

ruht, haben bis zu 50 Privatleute die Möglichkeit,

Mineralien wie Achate, Bergkristalle,

Amethyste und andere Schätze zu

finden. Im Sommer findet dann am Wochenende

zugleich ein Markt an der Wasserschleife

statt, auf dem man die Funde

erwerben kann. „Die Sammler kommen

von weither, teilweise aus dem Ausland, so

attraktiv ist das Angebot“, berichtet Ekkehard

F. Schneider.

Auf der Traumschleife

Kirschweiler Festung

Zurück in Kirschweiler geht es zur Nationalpark-Traumschleife

Kirschweiler Festung,

einen gut beschilderten Wanderweg

durch herrliche Landschaften mit grandiosen

Fernblicken. Man denkt an ein Zitat

von Friedrich Wilhelm Nietzsche, der einst

sagte: „In der Natur fühlen wir uns so wohl,

weil sie kein Urteil über uns hat.“

Ekkehard Schneider: „Hier bewegen wir

uns teilweise auf einem Pfad, den bereits

die Römer vor 2000 Jahren als Verbindung

von Mainz nach Trier angelegt haben.“

026 GZ plus 05/18


Unser Rundgang führt uns weiter zur

sogenannten Festung. Doch es handelt

sich keineswegs um eine Wehranlage, wie

es der Name nahelegt, sondern um einen

beeindruckenden Quarzitfelsen, von dem

man eine tolle Aussicht genießen kann. Der

Blick schweift über Wiesen und Wälder in

allen Grünschattierungen, von zarten, hellen

Nuancen der Laubbäume bis hin zu

den fast bläulich anmutenden Nadelbaumbeständen.

Dazwischen sind die blühenden

Kirschbäume rein gesprenkelt.

Nicht weit entfernt findet sich dann

doch eine echte Festung, die Überreste der

keltischen Wehranlage Ringskopf. Einen

kleinen Abstecher sollte man übrigens unbedingt

zum sogenannten „Bärloch“ machen.

Auch hier führt der Name allerdings

in die Irre. „Das ist eine Felsenhöhle, in der

wohl nie ein Bär gelebt hat“, schmunzelt

Schneider. „Aber es ist einfach schön hier,

die Kirschweiler treffen sich hier zum Grillen

und Feiern.“

Während wir durch den Wald wandern,

klingelt das Handy von Ekkehard Schneider.

„Das war eine WhatsApp meines Gewährsmanns

in Thailand. Er bietet mir ein

Paar wunderschöne, unbehandelte Rubine

aus Burma, jeweils über 10 Karat mit Zertifikat

zum Kauf an. Eine echte Rarität.“

Weiter geht es, der Hund immer 20 Meter

voraus, das zarte frühlingsgrüne Blätterdach

der knorrigen Eichen und Buchen

über uns, zu einem Römergrab aus der

zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Mitten

im Wald offenbart sich eine kreisrunde, riesige

Anlage mit einem fünf Meter hohen

Hügel, gekrönt von einer Stele mit einem

Adler. Hier wurde eine wirklich bedeutende

Persönlichkeit bestattet. Das Grab liegt

übrigens am Sirona-Weg, einem mehr als

100 Kilometer langen Fernwanderweg entlang

historischer Stätten aus der Römerzeit.

Historiker vermuten, dass bereits die

Römer Achat für Gemmen abbauten. Falls

das zutrifft, reicht die Geschichte der hiesigen

Edelsteinindustrie viel weiter zurück

als die dokumentierten 500 Jahre.

„Vielleicht ist nur der Wunsch Vater

des Gedanken“, schmunzelt Ekkehard F.

Schneider und fährt fort: „Aber die Region

muss den alten Römern auf jeden Fall

mehr bedeutet haben als nur eine Durchgangsstation

auf dem Weg nach Trier,

sonst hätte man eine solch hochstehende

Person nicht hier beerdigt.“

Zurück geht es zum Elternhaus von

Ekkehard Schneider direkt an der Idar. Die

Wasserkraft des kleinen, sprudelnden Baches

diente einst als Antrieb für die Schleifsteine.

Vor 150 Jahren gab es an der Idar

noch 56 Schleifen, da grub der eine dem

anderen das Wasser ab. Schneider: „Früher

wurde vor allem im Sommer das Wasser in

Teichen gesammelt und dann damit die

Mühle angetrieben. War der Wasservorrat

aufgebraucht, ruhte die Arbeit. Da die

meisten Schleifer auch Bauern waren, gingen

sie dann zurück auf die Felder.“

Von der Kirschweiler Brücke

und Schinderhannes

An der Idar findet sich auch die Kirschweiler

Brücke, eins der besten Restaurants der

Region, welches seit über 105 Jahren seine

Gäste unter anderem mit dem beliebten

Spießbraten verwöhnt. Station machte im

Jahr 1958 Curd Jürgens, als er mit Maria

Schell den Film über Schinderhannes drehte.

„Der Vater von Schinderhannes kam aus

Kirschweiler“, berichtet Schneider.

Das Leben schreibt Geschichten, genauso

quirlig wie das kleine Idar-Bächlein,

das kontinuierlich vor sich hinplätschert.

GZ plus 05/18 027


Landschaft & Leute

Kai-Uwe Hille

028 GZ plus 05/18


Abenteuerspielplätze

für GroSS und Klein

Die Region rund um Idar-Oberstein hat auch für Familien viel zu bieten.

Messegeschäftsführer Kai-Uwe Hille tritt mit seinen Söhnen Keanu und

Alexandre bei einem Besuch auf der Wildenburg mit dem angrenzenden

Wildfreigehege und im Bike-Park Nahbollenbach den Beweis an, dass der

Spaß für Jung und Alt nicht zu kurz kommt.

GZ plus 05/18 029


Landschaft & Leute

Kai-Uwe Hille

W

ow, was für ein gewaltiger Anblick:

Wer vor dem schlanken

Aussichtsturm steht, der sich

auf dem mächtigen Felssporn des Wildenburger

Kopfes in den Himmel streckt, ist

auf Anhieb beeindruckt.

„Die zahlreichen, in wenigen Minuten

erreichbaren Ziele rund um Idar-Oberstein

bieten etliche Optionen für wunderbare Tagesausflüge;

viele attraktive Möglichkeiten

kann man auch an einem Vor- oder Nachmittag

mitnehmen”, sagt Kai-Uwe Hille

und zeigt uns, wie er die Wochenenden

gerne mit seinen Söhnen verbringt: So hat

zum Beispiel die Wildenburg viel zu bieten

– zunächst für alle, die hoch hinauswollen.

Gut, der Aufstieg über die 80 Stufen zur

Turmspitze ist schweißtreibend. Belohnt

wird man jedoch mit einem sensationellen

Ausblick in 676 Meter Höhe: Einfach überwältigend

liegt einem die Bilderbuchlandschaft

mit ihrem Flickenteppich aus Wäldern,

Feldern und kleinen Ortschaften zu

Füßen. Bei guter Sicht reicht der Blick bis in

den Taunus, die Eifel und die Ardennen.

Kein Wunder, dass bereits die Kelten auf

diesem strategisch günstig gelegenen

Berg vor 2300 Jahren eine Festung errichteten,

die später die Römer weiternutzten.

Die Wildenburg erhielt ihren Namen übrigens

vom Wildgrafen Friedrich von Kyrburg

aus Kirn an der Nahe. Er baute 1328

hier eine kleine Burg und nutzte Teile des

Ringwalls der Kelten als Steinbruch. Aufgrund

der exponierten Lage gab es nur einen

einzigen bequemen Zugang zur Burg

auf der Höhe des Bergrückens. Zwei künstliche,

im Abstand von zehn Metern tief in

den Felsen gehauene und heute noch

sichtbare Burggräben genügten, um sie zu

sichern. Heute steht der vom Hunsrückverein

im Jahr 1981 errichtete, 22 Meter

hoher Aussichtsturm auf dem Felssporn

des Wildenburger Kopfes.

Ideal für alle, die

hoch hinauswollen

Keanu und Alexandre sind bereits ganz

aufgeregt, hat ihr Vater ihnen doch versprochen,

eine Drohne steigen zu lassen.

Der Quadrocopter ist nicht einfach zu steuern,

da muss der Vater ran. „Hier weht immer

ein ganz ordentlicher Wind, schnell

hängt das teure Fluggerät in den Bäumen“,

sagt Kai-Uwe Hille, der neben der Drohne

in seiner knappen Freizeit auch gerne das

Mountainbike auspackt.

Danach kann man zum Beispiel auf einen

3,5 Kilometer langen Erlebnispfad

durch die Wälder gehen, auf welchem man

030 GZ plus 05/18


unser

wandertipp

Teil des Saar-Hunsrück-Steigs

zur Wildenburg bei Kempfeld mit

Rosselhalde, Felsenweg und

Mörschieder Burr. Die Route über

insgesamt knapp 12 Kilometer

ist an vielen Punkten individuell

anpassbar. Gut ausgeschilderte

Wege lassen etliche Alternativen zu.

Teile der Strecke führen durch den

Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

anschaulich erfährt, wie ein Wald sich natürlich

verjüngt, anhand welcher Merkmale

sich Bäume unterscheiden, wo sich welche

Wildtiere aufhalten, wie man früher in Meilern

Holzkohle erzeugte und vieles Wissenswerte

mehr. Außerdem gibt es noch

einen „historischen“ Lehrpfad, der durch

mehr als drei Jahrtausende Menschheitsgeschichte

führt – von den Kelten über die

Römer bis hin zu den Grafen zu Wildenburg,

die alle hier ihre Spuren hinterlassen

haben. Doch heute steht den Jungs nicht

der Sinn nach Lehrpfad, sie wollen Natur

zum Anfassen. Und ab geht’s ins Wildfreigehege.

„Ich finde die Wölfe cool“, sagt

Keanu. Alexandre begeistert sich mehr für

den Streichelzoo. Auf dem weitläufigen

Gelände gibt es von europäischen Grauwölfen

über Hirsche, Ziegen, Schafe, Wildkatzen,

Marder, Uhus und Mäusebussarde

alles, was das Herz des Wildtierliebhabers

höherschlagen lässt.

Müde vom Vormittag voller neuer Eindrücke

begibt sich die Familie Hille im Anschluss

in die Burggaststätte am Fuße des

Burgberges, um eine Erfrischung zu genießen

und eine Kleinigkeit zu essen. Die

Gaststätte entstand auf den mittelalterlichen

Grundmauern der Unterburg und

wird von der Familie der Edelsteinschleiferei

Paul Wild betrieben. Der historische

Rittersaal wurde nach liebevoller Dekoration

übrigens wieder zur öffentlichen Außenstelle

des Standesamtes Herrstein.

MountainBiken ohne

Kompromisse

Am Nachmittag geht es dann zum erst vor

zwei Jahren eröffneten Bike-Park Nahbollenbach.

„Der Park liegt direkt neben dem

Messegelände, das ist natürlich günstig

für mich, wenn ich nach Feierabend mit

meinen Jungs was unternehmen will“, sagt

Kai-Uwe Hille. Der Bike-Park bietet auf drei

Strecken Freizeitspaß für jede Altersgruppe.

Er eignet sich für Könner wie auch Anfänger.

Voraussetzung ist natürlich die

richtige Sicherheitskleidung, angefangen

beim Helm über Arm- und Beinprotektoren.

Denn gestürzt ist man mal schnell.

Nun, Keanu und Alexandre haben auf

jeden Fall ihren Spaß, schwingen sich mutig

die steilen Abfahrten runter, machen mit

ihren Rädern spektakuläre Sprünge und

Hinterrad-Drifts, Wheelies und vieles mehr.

Der Bike-Park ist ein Beispiel, dass

Idar-Oberstein auch Action für sportlich

Aktive bietet. Übrigens: Auf dem Idarkopf

soll Europas bester Bike-Park entstehen,

2019 wird er voraussichtlich eröffnet.

GZ plus 05/18 031


Landschaft & Leute

Constantin Wild

032 GZ plus 05/18


Aus der Mitte

entspringt ein Fluss

Das Abenteuer wartet vor der Haustür, zumindest in und um Idar-Oberstein.

Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt kann man spektakuläre

Landschaften erleben und auf Traumpfaden wandern. Constantin Wild

und sein Deutsch Drahthaar Arras nehmen uns mit auf einen Kurzurlaub für

die Seele in die „Kama“.

GZ plus 05/18 033


Landschaft & Leute

Constantin Wild

A

m Anfang der Karriere Idar-Obersteins

als Edelsteinmetropole

standen die Flüsse Idar und Nahe

als natürliche Energieressourcen sowie die

Berge mit ihren Vorkommen an seltenen

Mineralien. Auch wenn die Nahe aus der

Mitte des Stadtteils Oberstein aufgrund der

Überbauung mit einer Durchgangsstraße

aus dem Blick verschwand, so ist sie

dennoch über viele Kilometer in ihrem

natür lichen Lauf noch vorhanden. Auf eine

Wanderung entlang des tief in die Berge

eingeschnittenen Nahetals nimmt uns

Constantin Wild von der gleichnamigen

Edelsteinmanufaktur mit.

„Ich kann in fünf Minuten zum Beispiel

zur Traumschleife rund um die Kama fahren

und dort mit meinem Hund mittags

eine Stunde spazieren gehen, andere

müssten sich für solch einen Trip extra

urlaub nehmen“, sagt der Edelstein- und

Naturliebhaber. „In Idar-Oberstein ist man

mittendrin in der Landschaft. Egal, ob ich

eine Tour mit dem Motorrad unternehme,

mit dem Mountainbike eine Runde drehe

oder mit meinem Hund wandern gehe –

ich bewege mich sofort ohne lange Anreise

in den schönsten Landschaften. Es ist diese

besondere Lebensqualität hier, die ich

zu schätzen weiß.“

Auf einen Sprung in die

schönsten Landschaften

Die Traumschleife Kama ist Teil des Saar-

Hunsrück-Steig und führt über sechs Kilometer

durch das Naturschutzgebiet Kammerwoog-Krechsfels

nach Erzweiler. Los

geht es an einem Parkplatz direkt am Stauwehr.

Es soll bei Hochwasser die Naheüberbauung

vor Überflutungen schützen.

„Hier fand vor Jahren mal eine Freiluftaufführung

von Dantes Inferno statt“, so

Wild. „Das war die spektakulärste Oper, die

ich je gesehen habe. Zum Finale tauchten

die Darsteller aus den schäumenden Fluten

der Nahe direkt hinter dem Wehr auf.“

Der Pfad schmiegt sich eng an bizarre,

teilweise überhängende Felsen, bewach-

sen mit einer großen Zahl wärmeliebender

Pflanzenarten, die es sonst nur in Südeuropa

oder Asien gibt. Hummeln und allerlei

Schmetterlinge taumeln durch die Blütenpracht.

Knorrige Buchen und Eichen mit

frischem Laub beschatten den Weg und

zaubern gesprenkelte Muster auf den

Waldboden. Das rötliche Lava-Gestein

Rhyolith sowie der eher schwarzgraue

latit-Andesit glühen in der Sonne. Das

Rauschen des Flusses begleitet uns auf

dem sanft ansteigenden Weg.

Heimat – eine Reise zu den

eigenen Ursprüngen

Schnell kommt das Gespräch auf das Thema

Heimat und der gleichnamigen Filmtrilogie

von Edgar Reitz. Der erste Film, der

vor 30 Jahren Fernsehgeschichte schrieb,

handelte ja von einer Dorfschmiede in der

fiktiven Gemeinde „Schabbach“ im Hunsrück.

Constantin Wild berichtet vom dritten

Teil mit dem Titel „Die andere Heimat“, die

von Auswandern aus der Region nach

034 GZ plus 05/18


unser

wandertipp

Schmale Pfade ziehen sich durchs

enge Tal der Nahe. Der 6,2 Kilometer

lange Weg verläuft durchs Naturschutzgebiet

„Kammerwoog und

Krechelsfels“ und passiert die

Überreste der Hoppstädter

Achatschleife sowie einer römischen

Siedlung. Dazwischen liegen

Aussichtspunkte mit Blick zur Nahe

und steilen, schroffen Felswänden.

Brasilien berichtet. „Heimat ist ein Schlachtfeld

der Gefühle“ sagte Regisseur Reitz .

Eigentlich sei Heimat heute nur noch eine

Sehnsucht, die in den Köpfen existiere, es

aber real nicht mehr gebe. Constantin Wild

widerspricht: „Heimat, dass ist diese wunderschöne

Landschaft, in der ich aufgewachsen

bin, in der schon meine Vorfahren

lebten und heute meine Familie und Freunde

sind. Allerdings kleben wir Idar-Obersteiner

nicht an unserer Scholle, waren wir

doch aufgrund unserer Profession schon

seit vielen Generationen eher weit gereiste

Kosmopoliten. Hongkong oder Tucson sind

mir wichtig, aber der Hunsrück ist meine

Heimat.“

Wenn die Loreley

zur Nahe lockt

Während Hund Arras am liebsten auf Entenjagd

gehen würde, genießen wir die

Ausblicke auf den freien Lauf der Nahe und

die gegenüberliegenden Felsformationen.

Das ist Natur pur. Wir kommen bei den Ruinen

der Hoppstätter Achatschleife an. Es

stehen nur noch die Grundmauern. Sie

wurde 1850 als Doppelschleife mit insgesamt

vier Schleifsteinen gebaut. Ein Kanal

leitete von der Nahe das Wasser durch die

beiden Gebäude. In der Mitte befand sich

das Wasserrad. Aufgrund der Elektrifizierung

der Betriebe wurde sie um 1937 aufgegeben.

Wenige Jahre später war es nur

noch eine Ruine. „Hier finde ich mich an

meine Ursprünge erinnert“, sagt Wild.

Beim Fotoshooting bittet er darum, ein

Making of-Foto zu machen für Facebook

und Instagram. „Wir müssen doch für die

GZ Plus ordentlich trommeln“, meint der

Unternehmer, der das Marketing in eigener

Sache mit den Anliegen der Region für

mehr Aufmerksamkeit für die hiesigen Potenziale

gekonnt verbindet.

Weiter geht die Tour zu den Ausgrabungen

einer ehemaligen römischen „Villa

Rustica“. Hier weitet sich das Tal, eindrucksvolle

Felsformationen, wie mit einem

Messer von einem Riesen eingeschnitten,

sorgen für ein tolles Panorama.

„Hier gibt es unsere Version vom Loreley-

Felsen, nur nicht über dem Rhein, sondern

über der Nahe“, lacht Constantin Wild und

zeigt uns, wo es steil bergauf geht.

Über eine Fußgängerbrücke über die

Nahe führt der Weg weiter. Unten glitzert

das Wasser im Sonnenlicht, in den flacheren

stehenden Gewässern tummeln sich

Myriaden von kleinen Fischen. Hier gibt es

zudem den stärksten Bestand an Würfelnattern

in Nordeuropa, sie besiedeln das

Ufer des Flusses auf einer Länge von rund

20 Kilometern und ernähren sich von den

Fischen. Sie kommen nur noch in Restbeständen

an der Mosel vor und sind andernorts

längst ausgestorben. Sauber

scheint das Wasser zu sein. „An zahlreichen

Stellen kann man hier bedenkenlos

baden, wenn einem die Schlangen nichts

ausmachen – sind ja auch nicht giftig“,

schmunzelt Constantin Wild. Und auf der

anderen Flussseite geht es zurück zum

Ausgangspunkt …

GZ plus 05/18 035


Tradition & Institution

Kurze Wege,

hohe Fachkompetenz

sowie begleitende

Services sind die

besonderen Stärken

Idar-Obersteins.

02

kapitel

tradition

& institution

38 Hochschule Trier

42 Industriedenkmal Jakob Bengel

48 Deutsches Edelsteinmuseum

50 Bundesverband der Edelstein-

und Diamantindustrie,

Diamant- und Edelsteinbörse

52 DSEF

54 DEGEMG

56 DPL

58 DEGEB

60 Galle Werttransporte

62 Schwardt Versicherungsmakler

64 Günter Effgen

66 Förderverein Edelsteinstraße

68 Parkhotel

036 GZ plus 05/18


PH. HAHN SÖHNE KG

Mainzer Straße 82 · D-55743 Idar-Oberstein

T 06781 9494-0 · F 06781 9494-50

info@hahn-diamanten.de


Tradition & Institution

Hochschule TRier

Aus dem rosaroten und besonders harten

Holz des Pink-Ivory-Baums hat die

gebürtige Chinesin Kun Zangh anlässlich

ihrer Masterarbeit objekthafte Broschen

mit extrem reduzierten Formen geschaffen

Wie alle Arbeiten der

Iranerin Sharareh Aghaei

ist auch der Halsschmuck

aus Silber, Metallgeflecht,

Aventurin und Epoxidharz

von ihrer kulturellen

Identität inspiriert. Die

Form des Hohlkörpers

fungiert dabei als eine Art

„Erinnerungsbehälter“

Die in Argentinien

geborene und

inzwischen in Bilbao

ansässige Kunstrestauratorin

und

Schmuckgestalterin

Eva Burton präsentiert

mit ihrer Abschlussarbeit

„Grave Good, IV“

ein „Handobjekt“ aus

eloxiertem Aluminium,

synthetischem Zirkon

und Rosenquarz

Applaus für

Andersartigkeit

Unter dem Motto „Big Bang wirft frische Ideen in die Schmuckwelt“ präsentieren

sieben Talente der Hochschule Trier – Fachrichtung Edelstein und Schmuck,

Campus Idar-Oberstein – dem Fachpublikum ihre Abschlussarbeiten. 2018 stehen

fünf Messen auf dem Programm der internationalen Absolventinnen.

Die Inhorgenta Munich und die

ebenfalls auf dem Münchener

Messegelände stattfindende In ternationale

Handwerksmesse/Sonderschau

Schmuck liegen schon hinter den Big-Bang-

Teilnehmerinnen. Erste Kontakte zwischen

den Künstlerinnen aus Argentinien, China,

Kolumbien, dem Iran und Deutschland sowie

dem Fachpublikum haben also bereits

stattgefunden. „Für einige der Absolventinnen

waren die beiden Messen die erste

Gelegenheit überhaupt, ihre Abschluss-

arbeiten einem (Fach-)Publikum zeigen zu

können“, sagt Carolin Denter. Sie selbst

legte im vergangenen Jahr am Campus

Idar-Oberstein ihren Bachelor of Fine Arts

ab und ist seitdem als Marketingassistentin

im Fachbereich Gestaltung, Edelstein

Fotos: Wang Qi (1), Kun Zangh (1), Nima Ashrafi (1)

038 GZ plus 05/18


Mühlwiesenstraße 31

55743 Kirschweiler

Deutschland

Telefon: +49 (0) 6781 350-00

E-Mail: info@efs-gems.com

Internet: www.efs-gems.com


Tradition & Institution

Hochschule TRier

Das Verhältnis

zwischen Körper

und Schmuck steht

bei Helen Habtays

oftmals geometrischen

Kreationen

stets im Vordergrund,

so auch bei dem

Halsschmuck „Map

and Territory, no 8.“

aus Leder, Tigerauge,

Textilband und Gummi

und Schmuck tätig. „Die Absolventinnen

berichteten von

interessanten Dialogen mit den

Besuchern. Zum Teil wurden

ganz neue Fragen aufgeworfen,

welche die Künstlerinnen

durchaus in die zukünftigen Arbeitsprozesse

miteinbeziehen

können“, sagt Denter.

Positiv bewerten die „Big-

Banglerinnen“ auch das gute

Feedback der Besucher auf die

„Andersartigkeit der Stücke“.

Nicht selten, so die Marketingassistentin,

hätten interessierte

Galeristen und Fachhändler

bemerkt, dass der Besuch am

Idar-Obersteiner Hochschul-

Stand für sie zu den Highlights

der Messe gehörte. Kein Wunder,

gehört es doch zur Philosophie

der Fakultät, Schmuck

nicht als rein dekoratives Element

zu verstehen, sondern vor

allem als inhaltliches Statement. Aus Edelstein,

Edelmetall und vielen anderen innovativen

Werkstoffen entstehen deshalb

nicht unbedingt im traditionellen Verständnis

„zierende“ Schmuckstücke, sondern

vielmehr tragbare Skulpturen, die die Eigenschaften

des Materials mit künstlerischen

Aussagen verbinden. „Dadurch,

dass die Absolventinnen in diesem Jahr

viele konzeptionell sehr starke Stücke zeigen,

haben die meisten Interessierten

recht viel Zeit investiert, um sich nicht nur

mit dem Schmuck und den Objekten, sondern

auch mit dem Standkonzept und mit

uns persönlich auseinanderzusetzen“, resümiert

Helen Habtay die ersten beiden

Messepräsentationen des Jahres. Die in

Eritrea geborene Frankfurterin hat neben

dem Idar-Obersteiner Master of Fine Arts

bereits einen Bachelor an der Middlesex

University absolviert und gehört zu den

diesjährigen sieben Big-Bang-Ausstellerinnen.

Stolz sein können die Teilnehme rinnen

auch auf erste Erfolge und Einladun gen:

Kreative Absolventinnen wie

Stefanie Thalhammer (Foto l.)

treffen auf interessierte Besucher.

„Big Bang“ ist 2018 auf insgesamt

fünf Messen anzutreffen

Einige Galeristen haben Interesse bekundet,

die gesamte Big-Bang-Gruppe zu einer

Ausstellung einladen zu wollen. Und

die Arbeiten der aus Peking stammenden

Absolventin Kun Zhang wurden un mittelbar

nach der Inhorgenta Munich in einer

Soloausstellung in der niederländischen

Galerie Door gezeigt. Aus Sicht der Gruppe

dürfte es so positiv auch weitergehen. Die

nächsten Messen, auf denen Big Bang

anzutreffen ist, sind die Eunique in Karlsruhe

(8. bis 10. Juni), die Intergem in Idar-

Oberstein (28. September bis 1. Oktober)

sowie die Grassimesse in Leipzig (26. bis

28. Oktober). Christel Trimborn

Big-Bang-

Teilnehmerinnen

2018

Sharareh Aghaei (Iran), Adriana

Almeida Meza (Kolumbien),

Vesal Bahmani (Iran), Eva Burton

(Argentinien), Helen Habtay

(Deutschland), Stefanie Thalhammer

(Deutschland), Kun Zangh (China)

www.hochschule-trier.de/fb/io

Fotos: Wang Qi (1), Yuxi Sun (1)

040 GZ plus 05/18


TRadition & Institution

Industriedenkmal Bengel

Altes in

neuem Glanz

Nach zehnjähriger Planungs- und Umbauphase wurde am 12. und 13. Mai eines

der außergewöhnlichsten städtebaulichen Ensembles Idar-Obersteins

seiner neuen Bestimmung zugeführt – aus dem historischen Fabrikgebäude

Jakob Bengel ist ein beeindruckendes Kulturdenkmal geworden.

Z

u sagen, das Industriedenkmal

würde feierlich wiedereröffnet, entspricht

nicht ganz den Tatsachen,

war das Gebäude doch während der gesamten

Umbauphase nie wirklich geschlossen,

berichtet Julia Wild vom 2006

gegründeten Freundeskreis Jakob Bengel

Denkmal. Als eingetragener Verein begleitet

und unterstützt der Freundeskreis seit

Jahren die Projekte der Stiftung. Während

in den vergangenen zehn Jahren sowohl

im Inneren des Gebäudes als auch an der

Außenfassade umfangreiche Renovierungs-

und Erweiterungsmaßnahmen

stattfanden – unter anderem der Einbau

technischer Brandschutzeinrichtungen sowie

die denkmalgerechte Restaurierung

der alten Fabriketagen –, lief der Betrieb

042 GZ plus 05/18


Die ehemalige Schmuckwarenfabrik

Jakob Bengel verfügt noch über jede

Menge Originalskizzen und -maschinen

Im Rahmen eines Projekts arbeiteten

im letzten Jahr die Master-Studieren den

der Hochschule Trier gemeinsam mit

Stu denten der Amsterdamer Rietveld

Academy in den historischen Werkstätten

und an den Originalmaschinen der

ehemaligen Ketten fabrik Jakob Bengel

Historie des charmanten Industriedenkmals,

aber auch über die Geschichte der

Obersteiner Modeschmuckindustrie. Denn

in der Blütezeit der Schmuck- und Metallwarenindustrie

waren in Oberstein rund

5000 Menschen beschäftigt. Die Kettenund

Bijouteriewarenfabrik Jakob Bengel ist

einer der wenigen noch existierenden Betriebe

– und deshalb ein besonders erhaltenswerter

Zeitzeuge.

Fotos: Freundeskreis Jakob Bengel Denkmal e.V. (2)

stets weiter. Der im Einladungsflyer verwendete

Begriff „feierliche Übergabe des

historischen Fabrikgebäudes an die Öffentlichkeit“

trifft es da schon besser.

Gemeinsam mit dem Kultursommer

Rheinland-Pfalz lädt die Stiftung Jakob

Bengel am zweiten Maiwochenende zu

zahlreichen Veranstaltungen ein. Neben

Führungen durch das Haus können Besucher

auch in verschiedene Vorträge hineinhören

– unter anderem über die bauliche

Erhaltung und Entwicklung sowie die

Industriegeschichte

zum Anfassen

In den historischen und nun behutsam

res taurierten Fabrikationsräumen an der

Wilhelmstraße wird dem Besucher die Zeit

der mechanischen Produktion des Unternehmens

von 1870 bis 1990 anschaulich

nahe gebracht. Ziel der engagierten Jakob

Bengel-Stiftung sowie des Freundeskreises

ist es, „das Andenken an die Idar-Obersteiner

Ketten- und Bijouteriewarenindustrie

zu bewahren und die Lebensleistung

GZ plus 05/18 043


TRadition & Institution

Industriedenkmal Bengel

der mit dieser Arbeit verbundenen Menschen

herauszustellen.“ Nicht zuletzt deswegen

war es allen Beteiligten ein Anliegen,

dass die umfangreiche Renovierung

des Hauses neue Räume für die Dauer ausstellung

hervorbringen sollte. Während die

im Erdgeschoss untergebrachte Präsentation

von Obersteiner Modeschmuck nun

für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist,

kann die industrielle Produktionsabteilung

im Obergeschoss weiterhin ausschließlich

in Form von Führungen besichtigt werden.

Spannendes Erlebnis für alle Besucher:

Die laufenden Maschinen gestatten es, Arbeitsweisen

und technische Abläufe nachzuvollziehen.

Alleine 40 Kettenmaschinen

stehen in der Produktionshalle – die älteste

ist mehr als 100 Jahre alt!

Aufbau eines

Modeschmuckmuseums

Eröffnet wird am 13. Mai auch die

neue ständige Ausstellung „Obersteiner

Schmuck- & Metallwarenindustrie im 19. &

20. Jahrhundert”, die einen Blick über den

Tellerrand von Jakob Bengel hinaus wagt.

„Bislang lag der Fokus der ständigen

Damals wie heute

Art-Déco-Schmuck von Jakob Bengel

In den 20er- und 30er-Jahren des 20.

Jahrhunderts stellte die Fabrik Jakob

Bengel Schmuckstücke im Stil des Art

déco her. Nicht nur die Formen, sondern

auch die ungewöhnlichen Materialien –

wie der heute kaum noch bekannte

Kunststoff Galalith in Kombination mit

Silber – und die exklusive Verarbeitung

Die alten Musterbücher dienen bis heute als Vorlage für

den Jakob-Bengel-Schmuck, so auch beim Collier „Lips“

waren es, die die Firma Jakob Bengel

und ihren außergewöhnlichen Modeschmuck

weltweit bekannt machte.

1993, nach vielen erfolgreichen und

später schwierigen Jahren, wurde die

Schmuckherstellung eingestellt – nicht

zuletzt wegen der geringeren Nachfrage

und der Konkurrenz aus Billiglohnländern.

Inzwischen hat die Stiftung jedoch

wieder eine Produktionslizenz erteilt, um

die Marke Jakob Bengel wieder aufleben

zu lassen. Und so wird heute wieder eine

limitierte Stückzahl an Schmuckstücken

gefertigt: mit den Originalwerkzeugen

und Arbeitsmethoden. Als Designvorlage

dienen die Musterbücher aus den 30er-

Jahren. Alle Schmuckstücke sind punziert

und erhalten ein Echtheitszertifikat

der Jakob Bengel-Stiftung.

www.jakob-bengel.io

Foto: Freundeskreis Jakob Bengel Denkmal e.V.

044 GZ plus 05/18


www.rolf-pauly.com


TRadition & Institution

Industriedenkmal Bengel

Ausstellung ganz klar auf dem Art-déco-

Schmuck, der ab 1873 im Hause Jakob

Bengel produziert wurde“, berichtet Julia

Wild. Langfristiges Ziel sei es jedoch, eine

Sammlung von Modeschmuck verschiedener

repräsentativer Hersteller der Region

zeigen zu können, so die Schmuckexpertin,

deren eigene Wurzeln in der Idarer

Schmuckbranche liegen. In der aktuellen

Ausstellung sind beispielsweise Schmuckprodukte

und Galanteriewaren der Firmen

Ziemer & Söhne, Gebr. Schmidt und Carl

August Haupt zu sehen.

Zeitgenössisch:

Artists in Residence

Längst aber blickt man in den historischen

Mauern der Schmuckfabrik nicht mehr nur

auf vergangene Blütezeiten zurück, sondern

beschäftigt sich auch mit aktueller

zeitgenössischer Schmuckkunst. Bestes

Beispiel dafür ist das Stipendiatenprogramm

„Artists in Residence (AIR)“. Bereits

im zwölften Jahr lädt die Jakob Bengel-

Stiftung in Kooperation mit der Hochschule

Trier/Campus Idar-Oberstein internationale

Schmuckkünstlerinnen und -künstler zu

einem vier- bis zwölfwöchigen Arbeitsaufenthalt

in die historische „Bijouteriewaren-

und Uhrkettenfabrik Jakob Bengel“

ein. „Beliebt ist der AIR-Aufenthalt in der

Edelsteinstadt Idar-Oberstein nicht zuletzt

wegen der besonderen Verbindung aus Alt

und Neu, Stein und Metall“, erklärt Julia

Wild, die selbst auch als wissenschaftliche

Mit arbeiterin an der Hochschule Schmucktheorie

unterrichtet. Die eingeladenen

Schmuckkünstler können sowohl in den

modernen Werkstätten der Hochschule arbeiten

als auch in den inspirierenden Ateliers

der Villa Bengel. Hier steht ihnen der

historische Maschinenpark mit Metallwalzen,

Pressen und vielen anderen Originalwerkzeugen

zur Verfügung. Auch in

diesem Jahr sind mit der aus Estland

stammenden Kätrin Beljaev, der US-Amerikanerin

Rebecca Hannon und der deutschen

Schmuckgestalterin Julia Walter

wieder drei renommierte Künstlerinnen in

Idar-Oberstein zu Gast. Traditionell hinterlassen

die internationalen Schmuckgestalter

nach Ende ihrer AIR-Zeit – quasi als

Gegenleistung für Unterkunft und Taschengeld

– ein eigens gefertigtes Objekt

im Hause Bengel. Auf diese Weise konnte

die Stiftung eine inzwischen recht beachtliche

Sammlung moderner Schmuckkunst

made in Idar-Oberstein zusammentragen.


Christel Trimborn

www.jakob-bengel.de

Idar-Oberstein

schmückt sich

Über die Jahre ist eine bunte Vielfalt an

Schmuckausstellungen, -foren und -projekten

entstanden, die Neugier und die Bereitschaft zum

internationalen Diskurs über Schmuck entfachen.

Unter dem Titel „Idar-Oberstein schmückt sich“ finden

etliche dieser Veranstaltungen in der Villa Bengel statt:

12. Mai bis 17. Juni

„nsaio 6“ – Neuer Schmuck aus Idar-

Oberstein (abgekürzt: nsaio) ist die sechste

Auflage der gleichnamigen Ausstellungsreihe,

mit der die Hochschule Trier am

Standort Idar-Oberstein ausgewählte und

ausgezeichnete Arbeiten der Fachrichtung

Edelstein und Schmuck würdigt.

9. September

bis 14. Dezember

„Bengel im Fokus“ – die Arbeitsgemeinschaft

„Fotografie“

des Kunst vereins Obere

Nahe präsentiert die Ergebnisse

eines mehrmonatigen

Fotoprojekts zum Thema

„Industriedenkmal“.

Fotografie „Verzahnung“ von Jürgen Heyer

Schmuck von

Julia Obermaier

22. Juni bis 14. Oktober

„200 Jahre Gebrüder Schmidt“ –

in der Ausstellung werden Schmuckund

Galanteriewaren, Geschäftsund

Musterbücher sowie Fotos aus

dem Archiv der 1818 von Johann Karl

Schmidt gegründeten Firma Gebrüder

Schmidt zu sehen sein.

Vasen von Schmidt

Fotos:Anastasiya Larionova (1), Jürgen Heyer (1)

046 GZ plus 05/18


Rubrik

thema

the rainbow collection

www.ij-schmuck.de

GZ plus 05/18 047


Tradition & Institution

Deutsches Edelsteinmuseum

01 02

03

steinreich

Mit Tausenden Edelsteinen, faszinierenden Mineralien, kunstvollen Gravuren

und Skulpturen ist das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein ein echter

Besuchermagnet. Zurzeit gibt es dort ganz besondere „Prunkstücke“ zu sehen.

D

as Deutsche Edelsteinmuseum in

Idar-Oberstein ist weltweit einzigartig“,

sagt dessen Leiterin Anette

Fuhr nicht ohne Stolz. „Es gibt keine andere

Institution, die sich in dieser Breite und

Tiefe mit dem Thema Edelstein befasst.“

Und tatsächlich: Wer tief in die faszinierende

Welt der kostbaren Steine und Mineralien

eintauchen möchte, ist in der Residenz

„Purpers Schlösschen“, einer restaurierten

Gründerzeitvilla in der Hauptstraße 118, an

der richtigen Adresse.

Auf drei Etagen mit einer Fläche von

660 Quadratmetern werden mehrere Tausend

geschliffene Edelsteine sowie Edelsteinstufen,

Edelsteinkristalle und Rohedelsteine

präsentiert.

Umfangreiche

Glyptothek

Für jährliche Sonderausstellungen bietet

der ausgebaute Gewölbekeller den

passenden Rahmen. Zurzeit sind dort

„Prunkstücke der römischen Kaiser“ zu

be sich tigen. Es handelt sich hierbei um

Gemmen-Nachschnitte des Edelsteingraveurs

Gerhard Schmidt.

Einen gelungenen Einstieg bietet die

große Sammlung ausgesuchter einheimischer

Mineralien, die den Grundstein für

die Edelsteinindustrie in der Region Idar-

Oberstein legten. Ein besonderer Anziehungspunkt

ist zudem die umfangreiche

Glyptothek, die neben der 6000-jährigen

Geschichte der Steinschneidekunst auch

die Edelsteingravierkunst der Neuzeit zum

Thema hat. Ebenso faszinierend sind die

Lichterscheinungen bei Edelsteinen, wie

etwa die Sternbildung oder der Katzenaugeneffekt,

die ebenfalls einen Schwerpunkt

des Museums bilden.

Graveurwerkzeuge, Beispiele für die

Verwendung von Edelsteinen in der Technik

und die Darstellung synthetischer Steine

mit den neuesten Produkten sowie

Modelle von Techniken der Edelsteinbearbeitung

runden die Ausstellung ab. Und:

Speziell für die jüngeren Besucher entsteht

in den kommenden Monaten noch eine

ganz besondere Attraktion: eine nachgebaute

Edelsteinhöhle, in der man tief in

die farbenfrohe Steinwelt eintauchen kann.


Swantje Friedrich

www.edelsteinmuseum.de

öffnungszeiten

01. Februar bis 30. April

täglich 10.00–17.00 Uhr

01. Mai bis 31. Oktober

täglich 09.30–17.30 Uhr

01. November bis 14. Januar

täglich 10.00–17.00 Uhr

Am 24., 25. und 31. Dezember

ist das Museum geschlossen.

01 Die Achatschale ist eines der vielen

Ausstellungsstücke 02 Die denkmalgeschützte

Gründerzeitvilla „Purpers Schlösschen“ ist der

Sitz des Edelsteinmuseums 03 Amethystdruse

048 GZ plus 05/18


40 JAHRE

Qualität & Vielfalt

N

E

RS



EDELSTEINE

KORALLEN

COLLIERS

Schachenstraße 14

D - 55743 Idar-Oberstein

Fon +49 (0) 67 81 - 4 23 90

Fax +49 (0) 67 81 - 4 23 60

info@engelnecklace.de


Tradition & Institution

BV / Börse

„Idar-Oberstein

ist ein ,All-inclusive‘-

Standort“

Jörg Lindemann, Geschäftsführer des

Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie,

berichtet, vor welchen Herausforderungen

der Standort Idar-Oberstein steht.

GZ: Welche Position hat die Edelsteinindustrie in Idar-Oberstein

heute?

Jörg Lindemann: Natürlich hat sich Idar-Oberstein im Bereich

der Edelsteinbearbeitung aufgrund vergleichsweise hoher Lohnkosten

längst von jeglicher Massenproduktion verabschiedet.

Heute setzt der Standort auf mittlere- und Topqualitäten, die

nach wie vor in Idar-Oberstein geschliffen und bearbeitet werden.

Idar-Oberstein ist im Edelstein- und Diamantbereich ein

„All-inclusive Standort“, was heißen soll, dass hier Fachleute aus

den unterschiedlichsten Bereichen rund um das Thema „Edelsteine

und Diamanten“ anzutreffen sind und Hand in Hand zusammenarbeiten.

Der Grad der Spezialisierung ist weltweit

einmalig und stellt ein Alleinstellungsmerkmal des Standorts

dar. Nicht zu vergessen ist die hervorragende Ausbildungs-, Forschungs-

und Dienstleistungsinfrastruktur vor Ort.

Vor welchen Herausforderungen steht die Branche?

Eine der großen Herausforderungen wird gewiss die Rohstoffsicherung

sein. Es ist bekannt, dass die Edelsteinindustrie von

ihren zumeist über Generationen gewachsenen und gepflegten

guten Beziehungen zu den Rohstoffländern profitieren kann. Die

hiesigen Akteure sehen sich aber schon seit Jahren einem knallharten

Wettbewerb insbesondere mit zahlungskräftigen Aufkäufern

aus China, die nicht einzelne Steine, sondern vielmehr

ganze Produktionen aufkaufen, ausgesetzt. Ein weiteres, sich

zusehends abzeichnendes Problem wird die Gewinnung guter

Nachwuchskräfte sein.

Welche Argumente sprechen für Diamanten made in Idar-

Oberstein im Wettbewerb mit Internet-Angeboten?

Internet-Angebote haben in allen Bereichen des täglichen Lebens

zu einer starken Veränderung und Verlagerung der Verkaufs-

und Vertriebsstrukturen geführt. Ich persönlich würde

jedoch nie einen Diamanten im Internet erwerben. Vielen Verbrauchern

dürfte es ähnlich gehen, da sie sich lieber an einen

Fachmann ihres Vertrauens wenden, der hinsichtlich Beratung

und Service gegenüber den meisten Internet-

Anbietern sicherlich deutlich im Vorteil sein wird.

Hinzu kommt, dass sich unsere regionalen Diamanthändler

auch in einer ethischen Verpflichtung

sehen und danach handeln.

Die Beachtung des Kimberley-Prozesses

oder die korrekte Bezeichnung und

eine umfassende Transparenz im Sinne internationaler

Regelungen und Empfehlungen,

etwa des Weltverbandes der Diamantbörsen und

der Cibjo, sind für sie eine Selbstverständlichkeit.

„Die Börse

schafft

Vertrauen“

Jochen Müller, Präsident der Diamant- und

Edelsteinbörse Idar-Oberstein, über die

Bedeutung der Institution in digitalen Zeiten.

GZ: Wir leben in einer globalisierten Welt mit globalen Marktplätzen.

Welche Bedeutung hat da überhaupt noch eine regio na le

Plattform wie die Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein?

Jochen Müller: Gerade in einem globalisierten Umfeld wächst

die Bedeutung von Diamant- und Edelsteinbörsen. Und zwar

deshalb, weil sie durch die persönliche Mitgliedschaft von Fachleuten

zu einer Transparenz beitragen, die Vertrauen schafft –

und das auf allen Handelsebenen. Dies ist das wichtigste Element

auch für einen nur auf den ersten Blick regionalen Platz, aber mit

über lange Zeit gewachsenen internationalen Verbindungen.

Inwieweit beeinflussen die ortsansässige Industrie und die

zunehmende Digitalisierung der Marktplätze das Börsengeschehen?

Durch die Einbindung in die World Federation of Diamond Bourses

WFDB hat jede kleinere Börse ihre Bedeutung und ihr Informationsvolumen

genauso wie die an anderen Handelsplätzen.

Das mag man daraus ersehen, dass im März dieses Jahres zum

zweiten Mal nach 2015 der geschäftsführende Vorstand des

Weltverbandes zur turnusmäßigen Sitzung in Idar-Oberstein

tagte und sich intensiv mit der Entwicklung der Branche –auch

der vor Ort – beschäftigte. Und der elektronische Handel ist bei

Produkten, die man sehen und begreifen muss, kaum hilfreich.

Was sind die aktuellen und künftigen Herausforderungen der

Börse und damit der Industrie?

Die Schlüsselthemen sind Verfügbarkeit und Qualität der Rohsteine,

Erhaltung und Weiterentwicklung des über Jahrhunderte

entwickelten Know-how und liberaler Welthandel unter Schaffung

und Nutzung von persönlichen Verbindungen, so wie es

seit langer Zeit von unseren Experten gehandhabt wird. Die Diamant-

und Edelsteinbörse unterstützt mit ihren Möglichkeiten

der Information und des Zurückdrängens von Fake News und

unfairen Praktiken, wo geboten, ihre Mitglieder. Eine gewisse Herausforderung

wird im Lauf der nächsten Jahre der Generationswechsel

sein, auch in der Börse.

www.diamant-edelstein-boerse.de

Fotos: Hannes Magerstaedt

050 GZ plus 05/18


Mitglied bei:

ICA – International Coloured Gemstone Association

CIBJO – The World Jewellery Confederation

IDMA – International Diamond Manufactures Association

Vereinigung der Bundesverbände des Deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes

Verband Sozialer Wettberwerb e.V.

Förderverein Deutsches Edelsteinmuseum e.V.

Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.

Veranstalter von:

Mitglied bei:

WFDB – World Federation of Diamond Bourses

INDUSTRIEVERBAND

SCHMUCK- UND META

LLWLW

AREN

IDAR-OBERSTEIN E.V.

Mitglied bei:

LVU – Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz


Tradition & Institution

DSEF

Ehenis est des et

laborem ea dolupta

tiatia quiaeserum qui

dolessi tatur Vendam

eat alis acipicim quam

Dem Schwindel

auf der Spur

Nicht alles, was glitzert, ist bekanntlich auch echt. Ob am Standort in

Idar-Oberstein oder im mobilen Labor: Dank der Experten der Deutschen Stiftung

Edelsteinforschung (DSEF) bleibt keine Manipulation unentdeckt.

S

eitdem sich die Menschheit mit

Edelsteinen schmückt, besteht die

Versuchung, durch diverse Behandlungsmethoden

das äußere Erscheinungsbild

beziehungsweise die Attraktivität von

Edelsteinen zu verbessern. Um Edelsteine

zu imitieren, werden Synthesen oder andere

Nachahmungen, zum Beispiel aus Glas,

oder Rekonstruktionen aus gepresstem

Staub hergestellt. Im Prinzip ist das verständlich,

schließlich ermöglicht dieses

Vorgehen vielen Menschen, Schmuck zu

tragen, den sie sich – wenn er mit hochwertigen

Edelsteinen versehen ist – sonst

nicht leisten könnten. Verwerflich ist allerdings,

wenn behandelte Edelsteine beziehungsweise

Imitationen nicht explizit als

solche ausgewiesen werden. Und dies ist

bei Weitem nicht immer der Fall. „Gelegentlich

wird gezielt gefälscht“, sagt Dr.

Claudio Milisenda. Der Mineraloge und

Leiter der Deutschen Stiftung Edelstein-

forschung (DSEF) in Idar Oberstein und

sein Team kennen sich mit Manipulationen

aller Art hervorragend aus. „Ob Rohsteine,

geschliffene Steine, hochwertige Juwelen

oder Schmuck im mittleren und unteren

Preissegment – in allen Bereichen ist mit

Nachahmungen und Behandlungen von

Edel - und Schmucksteinen zu rechnen“,

weiß Milisenda.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1969

durch die Deutsche Gemmologische

052 GZ plus 05/18


Deutsche Stiftung

Edelsteinforschung (DSEF)

DSEF German Gem Lab

Dr. Claudio Milisenda

in der weltweit größten

Rubinmine in Mosambik

Gesellschaft (DGemG) ist die DSEF ein

zuverlässiger Partner der Edelsteinindustrie

und des Handels. Das Labor

in Idar-Oberstein erfüllt sämtliche Anforderungen

einer modernen internationalen

gemmologischen Serviceeinrichtung.

Seit Kurzem verfügt die

DSEF zudem über ein mobiles Labor,

mit dem Edelsteinuntersuchungen vor

Ort, etwa auf Messen im In- und Ausland,

durchgeführt werden können.

Das Angebot umfasst Edelsteinbestimmungen

und Echtheitsprüfungen,

die Erstellung von Befundberichten

nach internationalen Standards auf

Herkunft und mögliche künstliche

Eigenschaftsveränderungen von Farbedelsteinen

mit modernsten Unter suchungsmethoden.

Aber auch spe zielle

Untersuchungen wie beispielsweise

die Farbechtheit von Diamanten betreffend

oder die Bestimmung von

Perlen und Zuchtperlen sind möglich.

In modernster Laborumgebung arbeitet

ein Team von Geowissenschaftlern

und Mitarbeitern anderer naturwissenschaftlicher

Fachrichtungen

eng zusammen.

Der Standort im Zentrum der deutschen

Edelsteinindustrie ist dabei von

großem Vorteil. So gehören die Mitarbeiter

der DSEF weltweit zu den Ersten,

die Neufunde von Edelsteinen,

neue Synthesen und Imitationen sowie

neue, künstlich eigenschaftsveränderte

Edelsteine analysieren können.

Aufgrund von wissenschaftlichen

Kontakten zu den wichtigsten edelsteinproduzierenden

Ländern und der

engen Kooperation mit dem Handel

steht jederzeit entsprechendes Vergleichsmaterial

zur Verfügung. Das

DSEF-Team führt zudem regelmäßig

Exkursionen zu den weltweit wichtigsten

Edelsteinminen durch, um authentisches

Vergleichsmaterial zu sammeln.

Die Forschungserkenntnisse

werden regelmäßig in nationalen und

internationalen Fachzeitschriften publiziert

sowie dem interessiertem Publikum

vorgetragen. Swantje Friedrich

www.dsef.de

Ihr zuverlässiger Partner in allen Fragen

rund um die Bestimmung von Edelsteinen!

Wir untersuchen Rohsteine, lose geschliffene

und gefasste Edelsteine auf Echtheit,

Behandlungsmethoden sowie Herkunft.

Wir bieten Ihnen eine sichere und

international anerkannte Bestimmung

Ihrer Schmucksteine!

Fotos: Heike Rost (2)

Im Labor in Idar-Oberstein überprüfen Dr. Claudio Milisenda und

das DSEF-Team die Edelsteine auf mögliche Manipulationen

GZ plus 05/18 053

Come to where the knowledge is!

Prof.-Schlossmacher-Straße 1

D-55743 Idar-Oberstein, Germany

Telefon: +49-6781-5084-14

Telefax: +49-6781-5084-19

E-Mail: gemlab@dgemg.com

Internet: www.dsef.de


Tradition & Institution

DGEMG

Graduierung

geschliffener

Diamanten

im Seminar

Diamantenkunde

Wissen

von Weltrang

Die Deutsche Gemmologische Gesellschaft (DGemG) genießt international ein

hohes Renommee. In ihren Seminaren haben Zehntausende Teilnehmer wertvolles Wissen

erworben, ihre Mitarbeiter sind in allen international wichtigen Gremien vertreten.

D

ie DGemG hat sich in ihrer mehr als

85-jährigen Geschichte zu einer

Institution von Weltruf entwickelt.

Sie hat sich der Förderung der Gemmologie

als Wissenschaft und Technik sowie

der Entwicklung der Aus- und Weiterbildung

auf edelsteinkundlichem Gebiet verschrieben.

Dass sie mit ihrem Angebot goldrichtig

liegt, zeigen die über 35 000 Teilnehmer

aus mehr als 80 Ländern, die die Bildungsprogramme

und Seminare der DGemG bislang

besucht haben. Führende Experten

geben dort ihr Wissen in den Themenbereichen

Edelsteinkunde, Diamantenkunde und

Perlen/Organische Substanzen weiter, eine

herausragende Lehrsammlung mit allen

gängigen Edelsteinen, Synthesen und Imitationen

steht dabei zur Verfügung. Der

erfolgreiche Abschluss der Bildungsprogramme

führt zum international anerkannten

Titel „Fachmitglied der Deutschen

Gemmologischen Gesellschaft (F.G.G.)“

beziehungsweise „Fellow of the German

Gemmological Association“.

Selbstverständlich werden die Lehrinhalte

der Bildungsprogramme stets an

die aktuellen Herausforderungen des Branchengeschehens

angepasst. Zurzeit liegt

der Fokus hier insbesondere auf synthetischen

Diamanten sowie einer breiten Palette

künstlicher Eigenschaftsveränderungen

bei Farbedelsteinen, Diamanten und

Zuchtperlen. Hierfür werden in Kooperation

mit dem Labor der von der DGemG ge-

gründeten Deutschen Stiftung Edelsteinforschung

(DSEF) ständig Erkennungsmerkmale

erarbeitet und dokumentiert, deren

Transfer in die Branche von besonderer

Bedeutung ist.

Zahlreiche Kooperationen

Beweis der fachlichen Anerkennung der

arbeit der DGemG sind die zahlreichen

Kooperationen mit Universitäten sowie

gemmologischen Gesellschaften und Instituten

auf der ganzen Welt. Die DGemG

ist Gesellschafter der Deutschen Diamantund

Edelsteinlaboratorien (DEL) in Idar-

Oberstein. Mitarbeiter der DGemG sind als

Vertreter der deutschen Gemmologie in

054 GZ plus 05/18


Deutsche Gemmologische

Gesellschaft eV

Die herausragende

Schau- und Lehrsammlung

garantiert eine praxis -

orien tierte Aus- und Weiterbildung

auf aktuellem

Wissensstand für alle

Anforderungen des

Wirtschaftsbereichs

Edelsteine und Schmuck

"Fundiertes Wissenbessere

Zukunftschancen!"

Come to where the knowledge is!

Europas führendes

Aus- und Weiterbildungszentrum für

Edelsteinkunde

Diamantenkunde

Perlenkunde

Fotos: Heike Rost

allen international wichtigen Gremien

des Wirtschaftsbereichs Edelsteine

und Schmuck vertreten. Das sind allen

voran die Internationale Gemmologenkonferenz

(IGC), die International Coloured

Gemstone Association (ICA),

die World Jewellery Confederation

(CIBJO), die Gemstone Industry and

Laboratory Conference (GILC) und

die Federation for European Education

in Gemmology (FEEG). Im Rahmen

wirtschaftsnaher Forschungsprojekte

wurden Ergebnisse von großer Bedeutung

erzielt, unter anderem wegweisende

Untersuchungsmethoden sowie

zahlreiche Erstbeschreibungen wichtiger

Edelsteine.

Von dem Standort in Idar-Oberstein

profitiert die DGemG ungemein. Denn

hier tauchen in der Regel neue Edelsteine,

Funde aus neuen Vorkommen,

innovative Synthesen und Imitationen

sowie künstlich eigenschaftsveränderte

Edelsteine zuerst auf. Sie stehen den

Fachleuten der DGemG für eigene Untersuchungen

zur Verfügung, der Transfer

von aktuellen Forschungs ergeb nissen

in der Branche ist zeitnah möglich

– durch Publika tionen, etwa in der eigenen

Zeitschrift „Gemmologie“, aktuelle

Newsletter, Arbeitstagungen und insbesondere

die Seminare am Aus bildungszentrum.

Swantje Friedrich

www.dgemg.com

Nur hier haben Sie direkten Zugang zu

Theorie und Praxis.

Nirgendwo sonst gibt es eine technische

Ausstattung und Materialsammlung

(alle gängigen Edelsteine, Synthesen

und Nachahmungen) in dieser

Größenordnung.

Deutsche Gemmologische

Gesellschaft eV

GZ plus 05/18 055

Prof.-Schlossmacher-Strasse 1

D-55743 Idar-Oberstein, Germany

phone: +49-6781-5084-0 · fax: +49-6781-5084-19

e-mail: info@dgemg.com · internet: www.dgemg.com


Tradition & Institution

DPL

Garantiert

sicher

Das Diamant-Prüflabor (DPL) sorgt seit mehr als

40 Jahren für Sicherheit im Diamanthandel.

D

as in Idar-Oberstein ansässige

Diamant-Prüflabor (DPL) blickte

im vergangenen Jahr auf sein

40-jähriges Firmenbestehen zurück. Gegründet

wurde das renommierte Non­

Profit-Unternehmen im Jahr 1977, um die

Regeln des International Diamond Council

(IDC) auch in Deutschland zu etablieren.

Außer den IDC-Regeln sind nur die Regeln

des Gemological Institute of America (GIA)

international anerkannt. Seither sorgt das

DPL mit seriösen Zertifikaten für Sicherheit

im Diamanthandel und übernimmt die

volle Haftung für seine Graduierungsergebnisse.

Unter der Leitung von Christine Roeder-Heiderich

arbeiten geschulte Gra duierer,

die mit ihrer langjährigen Erfahrung

sowie einem hervorragenden Fachwissen

die Kunden kompetent und sachlich beraten.

Das Labor ist mit modernster Technik

ausge stattet und gewährleistet die Genauigkeit

sowie Reproduzierbarkeit der Messungs

ergebnisse.

Durch die direkte Zusammenarbeit mit

den Mineralogen der Deutschen Stiftung

Edelsteinforschung (DSEF) können sämtliche

Zweifel bezüglich neuester Behandlungsmethoden

ausgeräumt werden. Die

schnelle und unkomplizierte Bearbeitung

der Aufträge sowie der direkte Kundenkontakt

zeichnen das Prüflabor zusätzlich

aus. Sollte die Möglichkeit einer Qualitätsverbesserung

durch Nachschleifen gegeben

sein und dies vom Kunden gewünscht

werden, gibt das DPL hierfür konkrete Vorschläge

an die Schleifer, mit denen man

zusammenarbeitet.

Anlässlich der Intergem 2018 bietet das

DPL einen besonderen Service an: Das Labor

ist während der Messetage auch am

Wochenende geöffnet. DPL-Kunden haben

damit die Möglichkeit, ihre Diamanten

während des Messebesuchs untersuchen

zu lassen. Wichtig jedoch: Hierfür ist eine

vorherige Anmeldung notwendig! Der übliche

Fast-Service-Aufschlag entfällt an diesen

Tagen.

Swantje Friedrich

www.diamant-prueflabor.de

Ein DPL-Zertifikat

enthält diese Daten:

1. Bestätigung, dass es sich um einen

Diamanten handelt

2. Referenznummer

3. Gewicht

4. Schliffform und Maße

5. Reinheitsgrad

6. Farbe und Fluoreszenzgrad

7. Schliff (Proportionen, Symmetrie

und Politur)

8. Bemerkungen und Identitäts merkmale,

sofern vorhanden

9. Diagramm

10. Ort und Datum der Ausstellung

11. Bezug zu IDC

056 GZ plus 05/18


Unter der Leitung von DPL-Geschäftsführerin Christine Roeder-Heiderich

werden die Diamanten sorgfältig geprüft

Fotos: Nikola Krieger

GZ plus 05/18 057

GZ plus 05/18 057


Tradition & Institution

DEGEB

Im Dienst der Sache

Sicherheit, Korrektheit und Objektivität – dafür steht die seit dem Jahr 1978

bestehende Deutsche Gesellschaft für Edelsteinbewertung (DeGEB).

W

as ist der Edelstein wirklich

wert? Wie viel kann man für ein

altes Schmuckstück verlangen?

Die Deutsche Gesellschaft für

Edelsteinbewertung Idar-Oberstein, kurz

DeGEB, hat auf all diese Fragen eine

kompetente Antwort parat. Durch das

branchenspezifische Umfeld der Idar-

Ober steiner Edelsteinindustrie ist es der

DeGEB möglich, ausgesprochen praxisorientierte

und realistische Bewertungen

abzugeben, wodurch ein besonders hohes

Maß an Sicherheit, Korrektheit und Objektivität

erreicht wird.

Ein Beraterkreis von mehr als hundert

unabhängigen und fachkundigen Persönlichkeiten

aus der Idar-Obersteiner Edelstein-

und Schmuckbranche stellt sich mit

seinem fundierten Wissen und langjährigen

Erfahrungsschatz in den Dienst der

Sache. Für einen Großteil der zu bewertenden

Objekte steht jederzeit Vergleichsmaterial

zur Verfügung. Dieses stammt

aus den umfangreichen Beständen und

Produktionen des Beraterkreises und dem

gesamten erweiterten Branchenumfeld.

Die Bewertung der Objekte basiert

dabei übrigens nicht nur auf einer einzigen

Einschätzung, sondern auf der von

min destens drei Fachleuten, die anschließend

ge mittelt werden. Dies stellt einen

unschätzbaren Vorteil gegenüber anderen

Bewertungsmethoden und -praktiken dar.


Swantje Friedrich

www.degeb.eu

www.gemcertificate.com

Sie wissen um Werte: Anette Klein-Leyser, Roman

Ruppenthal, Rolf Goerlitz und Astrid Knapp (v. l.). Außerdem

gehört noch Alexander Wild (nicht im Bild) zum Team

058 GZ plus 05/18


Kriterien

zur Wertfindung

Fotos: Lens n Roses Photographie

a) Farbedelsteine

1. Gewichtsermittlung und Vermessung

des Objekts

2. Gemmologische Prüfung

(Steinart, Echtheit)

3. Feststellung und Begutachtung

der Farbintensität = Farbtiefe

und Leuchtkraft

4. Ermittlung der relativen Reinheit

und Brillanz

5. Proportionen und Schliff

b) Diamanten

1. Gewichtsermittlung und Vermessung

des Objekts

2. Gemmologische Prüfung

3. Ermittlung der Farbstufe anhand eines

standardisierten Vergleichssatzes

4. Ermittlung des Reinheitsgrades

(Mikroskop und Lupe)

5. Feststellung der Schliffqualität sowie der

Proportionen mittels Proportion Scope

c) Edelmetall

1. Feststellung der Legierung

2. Begutachtung der Verarbeitung,

der Technik und des Designs

3. Arbeitsaufwand

Wertfindung: Die unter a, b und c

ermittelten Fakten bilden die Grundlage

zur Preisgestaltung unter zusätzlicher

Berücksichtigung der aktuellen internationalen

Marktsituation (Angebot und

Nachfrage), Rarität und spezifischen

Besonderheiten des Objekts.

GZ plus 05/18 059


Tradition & Institution

Galle Werttransporte

Die beiden Geschäftsführer

Sonja Galle und ihr Sohn Florian

Sicher

zum Ziel

Ob kostbare Juwelen, außergewöhnlicher Schmuck

oder edle Uhren – Galle Werttransporte sorgt für den

sicheren Versand von hochwertiger Ware.

S

eit 2004 kümmert sich das Unternehmen

Galle Werttransporte aus

Idar-Oberstein um die kostbare

Ware seiner Kunden. Das Unternehmen

bietet umfassenden Schutz für Valoren

jeglicher Art und versichert sie gegen

sämtliche Gefahren und Schäden. Mit

spezialgesicherten und gepanzerten Fahrzeugen

mit GPS-Überwachung transportieren

die Mitarbeiter Wertsendungen

schnell, zuverlässig und diskret. Alle Fahrer

sind nach §34 a geprüft und besonders

geschult, außerdem besitzt jeder von ihnen

einen Waffenschein.

Gegründet wurde das Unternehmen

als kleiner Familienbetrieb. Sonja Galle

wirkt seit der Gründung als Ge schäftsführerin

und hat Unterstützung durch ihren

Sohn Flo rian Galle bekommen, der ebenfalls

Geschäftsführer ist. Mittlerweile ist

das Unternehmen auf mehr als 30 Mitarbeiter

angewachsen und an zwei Standorten

vertreten – weitere Expansion nicht

ausgeschlossen.

Zusatzdienstleistungen wie beispielsweise

Sondertransporte, Samstagszustellungen,

Zeitzustellungen oder Nachnahme-

Sendungen von Edelsteinen, Schmuck,

Juwelen, Uhren, Halbfabrikaten und deren

Rohstoffen gehören zum Standardprogramm.

Galle Werttransporte bietet fünf

verschiedene Touren an, die die Gebiete

um Idar -Oberstein, das Rheinland, Baden-

Pfalz, Rhein Main und München abdecken.


Swantje Friedrich

www.gallewerttransporte.de

Foto: Hannes Magerstaedt

060 GZ plus 05/18


An der Breitheck 23

55743 Idar-Oberstein

Walther-Rathenau-Str. 9

75180 Pforzheim

Telefon: 0 67 81-45 71 57

Telefax: 0 67 81-45 71 59

E-Mail: s.galle@gallewerttransporte.de


tradition & institution

Schwardt Versicherungsmakler

„Wir suchen

die Nähe

zu unseren

Kunden“

Schwardt Versicherungsmakler bietet keine Lösungen von der Stange,

sondern maßgeschneiderte Konzepte. Das Unternehmen hat Niederlassungen

in Düsseldorf, Idar-Oberstein und Pforzheim. Welche Rolle der Standort spielt,

erläutert Peter Schwardt, der das Büro in Idar-Oberstein leitet.

GZ: Was verbinden Sie mit dem Standort

Idar-Oberstein?

Peter Schwardt: Die Stadt Idar-Oberstein

ist weit über die Grenzen hinaus bekannt

für die hier beheimatete Schmuck- und

Edelsteinindustrie. Unser Büro in Idar-

Oberstein ist kurz nach der Firmengründung

im Jahr 1997 entstanden. Wir hatten

als Spezial-Versicherungsmakler für die

Schmuck- und Edelsteinbranche sofort erkannt,

dass hier ein hoher Beratungsbedarf

der ansässigen Industrie besteht. Und das

ist bis heute so. Der direkte, persönliche

Kontakt zu unseren Kunden vor Ort ist

wichtig, daher zeigen wir hier Flagge. Wir

sind in diesem Zusammenhang auch in

einer Reihe von Verbänden aktiv und

nehmen unter anderem an der lokalen

Schmuck- und Edelsteinmesse Intergem

teil. Wir fühlen uns der Branche dank der

guten Verbindungen verpflichtet und sehen

weiterhin großes Potenzial.

Sind durch die Nähe zur Branche auch

eigene Produkte entstanden?

Natürlich. Im Gegensatz zu Versicherungsvertretern

entwerfen wir als Makler

eigene Verträge – abgestimmt auf die individuellen

Bedürfnisse unserer Kunden.

Aufgrund unserer Nähe zu den Verbänden

und zur Branche passt sich unser Angebot

ständig an die neuen Herausforderungen

an. Das Umfeld verändert sich stetig. Unser

Produkt ist also nichts Statisches, sondern

entwickelt sich permanent weiter. Wir behalten

die Bedürfnisse der Branche genau

im Blick. Wir wissen, was unsere Kunden

benötigen und die Versicherer even tuell

noch gar nicht anbieten. Idar-Oberstein

gibt uns immer wieder gute Impulse, da

viele Firmen von hier weltweit aktiv sind.

Diese Global Player bringen uns auch über

den Tellerrand der deutschen Branche hinweg

ständig auf neue Ideen. Wir begleiten

unsere Kunden außerdem auf Auslandsmessen,

um deren Daily Business zu verstehen.

Wir wollen uns stetig verbessern

und perfekt auf unsere Kunden zugeschnittene

Lösungen anbieten.

Warum benötigt die Branche solche

speziellen Lösungen?

Wir bewegen uns hier in einem Hochrisiko-

Bereich mit hohen Handelswerten. Ein

Standardversicherungsvertrag kann die

spezifischen Bedürfnisse nicht abbilden.

Wir entwerfen Produkte auf Allgefahrenbasis

und begleiten die Ware mit Schutz,

wo auch immer sie sich gerade befindet:

von der Edelsteinmine bis zur Verkaufsvitrine,

auf Transporten, auf Messen, im

Tresor, auf Reisen im Koffer et cetera.

Haben die Risiken denn zugenommen?

Die absolute Anzahl der Überfälle ist wieder

etwas rückläufig. Aber dafür nehmen leider

spektakuläre dramatische Ereignisse zu,

wo auch Gewalt im Spiel ist. Dieser Eindruck

deckt sich auch mit den Statistiken.

Was unterscheidet Sie von anderen

Anbietern?

Nach unserer Einschätzung gibt es in der

Branche keinen einzigen Makler, der so arbeitet

wie wir, der Kunden so gut versteht

und intensiv betreut, wie wir es tun. Es gibt

ganz sicher auch keine so individuell auf

die Kunden abgestimmten Verträge, wie

wir sie anbieten. Unser Service ist, dass wir

dabei alle Aspekte abdecken. Wir versichern

nicht nur Risiken, sondern beraten

unsere Kunden auch dahingehend, Risiken

zu vermeiden. Dazu bieten wir Präventionsschulungen

an und zeigen unter anderem

auf, wie Reisende ihre Ware geschützt

transportieren können. Zu unseren

Themen gehört außerdem die mechanische

wie auch elektronische Absicherung

des Ladengeschäfts oder der Produktionsund

Handelsstätte. Wir sind ein Service-

Dienstleister, der ein Problem, wie auch

immer geartet, löst. Die Versicherung ist

dabei nur dazu da, im Fall der Fälle zu

schützen.

Wie weit geht dieser individuelle Service?

Wir betreuen zum Beispiel komplette Sicherungskonzepte

von Anfang an mit. Unsere

Kunden kommen auf uns zu und fragen, wie

Foto: Herbert Piel

062 GZ plus 05/18


Peter Schwardt

leitet das Büro in

Idar-Oberstein

der Laden gestaltet werden soll, damit er

sicher und auch versicherbar ist. Dabei

werden wir in der Regel frühzeitig von den

Verantwortlichen kontaktiert. Wir setzen

uns dann mit Architekten, Bauingenieuren,

Ausstattern, Herstellern von Einbruchmeldeanlagen

zusammen und entwickeln gemeinsam

ein Sicherheitskonzept. Damit hat unser

Kunde alles zur Prävention getan und ist

zudem auch noch gut versicherbar. Diesen

Aufwand betreibt sonst kein anderer Makler

in der Branche, und das völlig ohne zusätzliches

Honorar. Versicherer stellen Standardanforderungen,

die oft durch das Ladengeschäft

gar nicht zu erfüllen sind. Je

früher wir in so einen Planungsprozess eingebunden

werden, desto deutlicher wird

unsere Dienstleistung.

Wie ist generell Ihre Vorgehensweise?

Der Kunde kommt mit seinen speziellen

Anforderungen zu uns. Wir definieren dann

das Schutzkonzept, welches den Bedürfnissen

gerecht wird, und suchen im

nächsten Schritt den passenden Versicherer,

der dieses Risiko abdeckt. Daher gibt

es keine Verträge von der Stange. Wir arbeiten

ausschließlich mit Versicherern mit

langjäh riger Erfahrung in dieser Branche,

denn das ist unserer Einschätzung nach

die wichtigste Grundlage für eine

Geschäftsbeziehung. Axel Henselder

www.schwardt.com

GZ plus 05/18 063


tradition & institution

Günter Effgen

Geschäftsführer

Ralph Effgen vor

dem Neuerwerb

der Firma, der

alten Gerberei

in Herrstein

064 GZ plus 05/18


Impulse

für die Heimat

Ralph Effgen, Geschäftsführer des Unternehmens Günter Effgen, ist für die

Region aktiv. Ein Gespräch über Kultur und Kompetenz, Heimat und Zukunft.

Die Firma Effgen hat präzise

Schleif- und Bohrwerkzeuge

für die Herstellung von Lasergyroskopen

entwickelt. Diese

kommen in Navigationssystemen,

unter anderem bei der Luftund

Raumfahrt, zum Einsatz

Fotos: Martin Glauner

GZ: Wo halten Sie sich in der Gegend am

liebsten auf?

Ralph Effgen: Das Schloss Oberstein ist

einer meiner Lieblingsorte. Ich bin ganz in

der Nähe aufgewachsen und seit 13

Jahren Vorsitzender beim Burgenverein

Schloss Oberstein. Wir organisieren viele

Veranstaltungen wie Lesungen oder kleine

Konzerte. Und der Weihnachtsmarkt dort

ist ein Highlight in der Region.

Was ist der Antrieb für Ihr Engagement?

Es geht mir um nachhaltige Projekte,

welche die Region stärken und bekannt

machen. Mit der Initiative „HartSpröde“

beispielsweise werben wir bundesweit für

die hiesigen Spezialisten in der Bearbeitung

hartspröder Werkstoffe wie Keramik.

Wir unterstützen aber auch Schulen, den

Thea tersommer Idar-Oberstein oder das

Symphonische Blasorchester.

Sie sind seit fünf Jahren sogar Buchladen-Besitzer.

Wie kam das?

Nachdem die Buchhandlung in der Obersteiner

Fußgängerzone nach 120 Jahren

schließen musste, haben ein Freund und

ich sie übernommen, um dieses „Stück

Kultur der Stadt“ zu bewahren. Die drei

Damen, die dort beschäftigt waren, leiten

das Geschäft jetzt eigenverantwortlich.

Und welche Zukunftsvision haben Sie?

Na, ein weiteres Geschäft in Oberstein,

­finanziert von der Genossenschaft „Konsumgut“.

Durch Bürgeranteile konnte be­

reits das Ladengeschäft erworben werden.

Es soll dort regionale Produkte geben, die

in der Fußgängerzone bisher nicht vertreten

sind, aber dorthin gehören.

Ihr Produktionsstandort Herrstein ist

ebenfalls ein Bekenntnis zur Heimat.

Gäbe es für Sie eine Alternative zur Fertigung

in Deutschland?

Nein, absolut nicht. Wir sind auf die Einzelanfertigung

von präzisen Sonderwerkzeugen

spezialisiert und haben kurze Liefer

zeiten. Das könnte man nirgendwo

sonst leisten. Außerdem ist die duale

Ausbildung in Deutschland fantastisch

und das Fachwissen unserer Mitarbeiter

unersetzlich.

Saraj Morath

www.effgen.de

GZ plus 05/18 065


Tradition & Institution

EdelsteinstraSSe

Ein Kleinod

mit vielen Facetten

Idar-Oberstein und Umgebung bergen zahlreiche Kleinode. Ewige Wälder,

tief eingeschnittene Täler, spektakuläre Felsabbrüche, geheimnisvolle Bergwerke,

romantische Burgen und kleine Dörfer prägen die facettenreiche Landschaft.

Der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße wirbt für die Schätze der Region.

Die 21. Deutsche Edelsteinkönigin

Anna-Lena Märker

Fotos: Peggy Picture

066 GZ plus 05/18


W

eltweit ist die regionale Konzentration

der Edelsteinindustrie

in und um Idar-Oberstein

einmalig. Ganz gleich, ob Diamanten oder

Achate, Edelsteinschleifereien oder Goldschmieden,

Bergwerke oder Museen, wildromantische

Natur oder Geschichte zum

Anfassen: Gäste aus aller Welt schätzen

die Gegend für ihre brillante Erlebnisdichte.

Besucher haben die Möglichkeit, in his torischen

und modernen Schleifereien Edelsteinhandwerker

bei ihrer Kunst zu beobachten.

Und auch heute kann man nach

glitzernden Mineralien schürfen oder in

Hob bykursen die Fertigkeiten der Schmuckgestaltung

erlernen. Weltberühmte Schätze

gibt es bei Edelsteinschleifern, Goldschmieden

und Graveuren zu bestaunen.

Kurzum: Hier schlägt das Herz der Edelsteinindustrie,

und das seit mehr als 500

Jahren. Die Deutsche Edelsteinstraße verbindet

in zwei Rundkursen auf 48 Kilometern

Orte der Verbandsgemeinde Herrstein

und Idar-Oberstein miteinander, die von

dieser Edelsteinverarbeitung geprägt sind.

Identität stärken und

das Kulturgut bewahren

Karte des Edelsteinlands und der Edelsteinstraße

Der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße

wurde im Jahr 1974 gegründet mit dem

Ziel, die Bekanntheit der Region zu steigern.

Außerdem will man das Interesse an

der Minera logie und Gemmologie erhöhen.

Der Förder verein unterstützt die hier ansässige

Edelstein- und Schmuckindustrie

und wirbt für diese. Weiter im Fokus stehen

die Stärkung der regionalen Identität und

die Bewahrung des Kulturguts Edelstein.

1976 hat der Verein dazu unter anderem

die Institution der Deutschen Edelsteinkönigin

geschaffen.

Botschafterin

der Branche

tenden lokalen Veranstaltungen wie der

Messe Intergem darf die Deutsche Edelsteinkönigin

genauso wenig fehlen wie bei

nationalen und internationalen Mineralien-,

Edelstein-, Schmuck-, Verbraucherund

Tourismusmessen. Die amtierende,

21. Deutsche Edelsteinkönigin ist Anna-

Lena Märker. Zum angemessenen Auftritt

gehört selbstverständlich auch eine Krone,

die von namhaften Unternehmen der Region

angefertigt wurde und von Königin zu

Königin weitergereicht wird. Das Diadem

aus Gelbgold ist mit einem trapezförmig

geschliffenem Aquamarin im Mittelpunkt,

umrahmt von zwei Citrinen und zehn Amethysten

an den Seiten, ausgestattet. Der

bewegliche und abnehmbare Anhänger

vorne ist mit fünf Blautopasen und zwei

Brillanten besetzt.

Vom Edelsteinmobil bis

zum Edelschliff

Eine weitere Maßnahme, um auf die Besonderheiten

der Region aufmerksam zu

machen, ist das Edelsteinmobil, welches

auf Messen, Präsentationen, Gewerbe-

Im Zweijahresrhythmus wird eine junge

Frau aus der Region von einer unabhängigen

Jury dazu auserkoren, die Herzen der

Menschen von nah und fern für die Gegend

einzunehmen. Die Deutsche Edelsteinkönigin

repräsentiert die Deutsche Edelsteinstraße

sowie die dort ansässige Edelstein-

und Schmuckbranche. Bei ihren

Präsentationsterminen informiert sie über

ihre Heimat und wirbt für sie. Bei bedeuschauen

und Festen zum Mitmachen und

Entdecken einlädt. Mit der Wanderausstellung

der Installation „Himmlisches Jeru salem“

erzielte der Verein gleichfalls bereits

große Resonanz. Das Werk erinnert an die

in der „Offenbarung des Johannes“ beschriebenen

Stadtmauern, die mit edlen

Steinen aller Art geschmückt waren.

Edle Steine und Weine – das sind die

kostbaren Schätze, welche die Natur an

der Nahe hervorbringt. Warum nicht das

Beste zweier Welten zusammenbringen,

dachten sich die Macher des Fördervereins.

Seit 1999 entsteht jedes Jahr aus der

Zusammenarbeit des Fördervereins Deutsche

Edelsteinstraße und der Gebietsweinwerbung

Weinland Nahe mit dem „Edelschliff“

ein Schmuckstück der Naheregion.

Die Auflage ist jeweils auf 1000 Flaschen

limitiert. Jeder Jahrgang wird von einer unabhängigen

Jury ausgewählt. Der Wein für

den 20. Jahrgang der Aktion „Edelschliff“

kommt übrigens aus dem Weingut Edelberg

auf dem Gonratherhof (Weiler bei

Mon zingen), das auch den Nationalparkwein

stellt.

Axel Henselder

www.foerderverein-edelsteinstrasse.de

GZ plus 05/18 067


Tradition & Institution

Parkhotel

Traditionshaus in

Naturidylle:

das Parkhotel

Idar-Oberstein

Die erste Adresse

für GenieSSer

Köstlichkeiten vom Sternekoch schlemmen, im hoteleigenen Club feiern

und traumhaft übernachten: Im Parkhotel Idar-Oberstein können Touristen

und Geschäftsleute den Tag perfekt ausklingen lassen.

D

as Parkhotel gehört in Idar-

Oberstein zu den absoluten Top-

Adressen. Nicht nur 37 elegante

Zimmer und Suiten hat das Haus zu bieten,

sondern auch eine Vielzahl kulinarischer

Köstlichkeiten, etwa deftigen Schweinenacken

vom offenen Buchenholzgrill, Delikatessen

wie Kalbsbäckchen mit Trüffelsauce

oder Klassiker wie Carpaccio vom

Rind. Zubereitet werden sie von Sternekoch

Renato Manzi, der zusammen mit

seinem Team internationale Gerichte und

Spezialitäten aus der regionalen Küche

immer wieder aufs Neue kreativ interpretiert

– selbst verständlich ausschließlich

mit frischen Zutaten. Neben dem nach

dem Sternekoch benannten Restaurant

„Manzi’s“ steht den Gästen das Bistro

„Classico“ zur Verfügung, das unter anderem

einen täglich wechselnden Mittagstisch

und regionale Leckereien anbietet.

Nach dem Essen kann man den Tag bei

einer großen Auswahl erstklassiger Zigarren

und internationaler Drinks wun derbar

in der Cohibar ausklingen lassen. An ausgewählten

Wochenenden hat das Parkhotel

zudem ein besonderes Highlight zu

bieten: Dann öffnet der hoteleigene Club

PH1 seine Pforten. Swantje Friedrich

www.parkhotel-idaroberstein.de

068 GZ plus 05/18


4 Sterne Hotel

im Zentrum von Idar-Oberstein

Unser mehrfach ausgezeichneter Küchenchef, Renato Manzi,

verwöhnt Sie in unserem Restaurant und Bistro.

Für Hotelgäste

Sauna – Dampfband – Infrarotkabine – Fitnessgeräte –

Kostenloses W-Lan

Tagungs- und Banketträume

Tel 06781-50900 – info@parkhotel-idaroberstein.de – www.parkhotel-idaroberstein.de

Park Hotel – Hauptstrasse 185 – D 55743 Idar-Oberstein


Handwerk & DEsign

Die Edelstein-

Metropole bietet

eine einmalige

Handwerkstradition

mit Ideen von

heute für morgen.

03

kapitel

handwerk

& design

Steine

72 Groh + Ripp

74 Ph. Hahn Söhne

76 Paul Wild

78 Karl Faller

80 Wild & Petsch

82 A. Ruppenthal

84 Cullmann-Türkise

86 Gebrüder Kuhn

88 Gerd Märker

90 Constantin Wild

schmuck

92 Heinz Mayer

94 Hans D. Krieger

96 Herbert Giloy & Söhne

98 Engel & Co.

100 Rolf Pauly

102 Jungbluth

technik

104 Walter Fischer

106 Horbach

108 ITA-Goldwaren

070 GZ plus 05/18


Connecting Global Competence

INHORGENTA MUNICH GRÜSST DIE EDELSTEINMETROPOLE

UND FREUT SICH, IDAR-OBERSTEIN 2019 WIEDER IN MÜNCHEN

BEGRÜSSEN ZU DÜRFEN.

22.–25. FEBRUAR 2019

INHORGENTA.COM


Handwerk & Design

groh + Ripp

Eine starke Familie: Jürgen Brunk,

Nicole und Sandra Ripp mit ihren Eltern

Stefanie und Bernd Willi Ripp (v. l.)

Steine

Eine Familie mit

vielen Facetten

Die Manufaktur Groh + Ripp zählt zu einem der vielseitigsten

edelsteinspezialisten Idar-Obersteins. Neben einem großen Angebot an

exquisiten Farbedelsteinen aus dem hauseigenen Atelier verfügt das

unternehmen über eine hochmoderne Schleiferei für technische Anwendungen.

K

ürzlich fand ich beim Aufräumen

auf dem Dachboden den Gesellenbrief

des Graveurs Otto Bengel

aus dem Jahr 1910, ein Vorfahr von uns“,

erzählt Bernd Willi Ripp, Senior-Chef des

Unternehmens Groh+Ripp, und zeigt die

mittlerweile gerahmte Urkunde. „Die Begeisterung

für die Schönheit der Edelsteine

scheint uns in den Genen zu liegen“, führt

er mit einem Schmunzeln fort. „Es erfüllt

uns mit Stolz, diesen Generationenvertrag

weiterzuführen und auch weitgeben zu

dürfen.“ Seine Frau Stefanie ergänzt: „Es ist

ja auch eine echte Berufung, mit diesen

wunderschönen Naturprodukten arbeiten

zu dürfen.“ Das Ehepaar hat das Unternehmen

in fast 50 Jahren zu einer der

moderns ten Edelsteinschleifereien der

Welt mit insgesamt 45 Mitarbeitern aufgebaut.

Die Firma bleibt dabei eine reine

Familiensache. Die Weichen wurden schon

längst gestellt und mit den Töchtern Nicole

und Sandra Ripp ist bereits die nächste

Generation in der unternehmerischen Verantwortung.

Man spürt auf Anhieb: Alle

ziehen an einem Strang, die Aufgaben

wurden sinnvoll aufgeteilt und man ist gut

vorbereitet auf die Zukunft – und die familiäre

Atmosphäre sorgt für ein entspanntes,

gutes Betriebsklima.

Funkelnde Schätze

aus aller Welt

Besucht man den modernen Betrieb in Tiefenstein,

dann sollte man auf jeden Fall den

Tresorraum besichtigen, sozusagen die

Schatzkammer des Betriebs. Hier funkeln

geschliffene Paraiba-Turmaline, Rubine,

072 GZ plus 05/18


Sandra Ripp verantwortet den

technischen Bereich bei Groh + Ripp

Nicole Ripp und Schwager Jürgen Brunk

sind für das Farbsteingeschäft zuständig

Fotos: Herbert Piel

Smaragde, Saphire, Aquamarine, Tansanite,

Lapis und vieles mehr in allen Farben des

Regenbogens – als opulente Garnituren

zusammengestellt oder als spektakuläre

Einzelsteine – um die Wette. Da gibt es Raritäten,

die eigentlich auf dem Weltmarkt

nicht mehr erhältlich sind. Zu verdanken ist

diese Vielfalt an Schönem und Seltenem

einer der Stärken des Unternehmens: Es

verfügt über direkte, sehr persönliche Beziehungen

zu den Rohsteinlieferanten in

aller Welt. Diese gewachsenen Kontakte

der Familie pflegt seit 2004 Nicole Ripp

zusammen mit ihrem Schwager Jürgen

Brunk. Wenn man irgendwo auf dem Globus

eine gute Partie entdeckt, schlägt man

zu – ohne zu wissen, wofür man die Steine

mal brauchen könnte. Das riesige Lager in

den weit verzweigten Kellerräumen zeugt

von dieser über Genera tionen gepflegten

Vorausschau. Und die Rohsteine erzählen,

verpackt in Holzkisten und

Jutesäcken sowie Gitterboxen

mit Beschriftungen

aus den Herkunftsländern

Geschichten über ihre exotische

Herkunft. „Wer hätte

damals, als ich viele Partien

erworben habe, gedacht,

dass sich die Märkte so

verschieben würden. Alle

Materialien schienen früher

nahezu unerschöpflich. Gut,

dass wir immer dann auf

der Suche nach den Raritäten

von morgen gekauft haben,

wenn es auf dem Markt

etwas gab – ohne dabei zu

wissen, wofür wir das Material

konkret verwenden werden“,

sagt Bernd Willi Ripp

nachdenklich. Das handhabt

seine Tochter Nicole

heute genauso: „Viele Vorkommen

sind bereits erschöpft, die Wunder

der Natur sind nun mal endlich. Die

Nachfrage dagegen wächst immer weiter“,

weiß die Gemmologin. Sie begleitet sämtliche

Prozesse auf dem Weg des Rohsteins

zum fertig geschliffenen Juwel und arbeitet

mit den weltweit besten Juwelieren an

neuen Kreationen. Insbesondere die Kooperation

mit Goldschmieden liegt ihr am

Herzen: „Dass wir unsere Partner immer

bestens beraten, ist für uns selbstverständlich

– ganz gleich, ob große oder kleine

Goldschmiede.“

HighTech

in Edelstein

Im Reich ihrer Schwester Sandra kommt

es auf vor allem auf äußerste Genauigkeit

an: Sie leitet die Technikabteilung von Groh

+ Ripp. Hier werden Zifferblätter, Gehäuse-

Die Manufaktur von Groh + Ripp

bearbeitet feinste Edelsteine aus aller

Welt zu funkelnden Kunstwerken

ringe für Uhren oder auch Deckblättchen

für Mikroskope oder Optiken für Labore

gefertigt. Ausgangspunkt sind auch hier

Edelsteine aus dem Rohsteinlager wie Lapis,

Tigerauge, Koralle, Obsidian, Bergkristall

oder auch Perlmutt. CNC-unterstützte

Maschinen ermöglichen feinste Steinschnitte

mit Toleranzen im Hundertstel-

Millimeter-Bereich. Durch die permanente

Qualitäts- und Produktionskontrolle werden

die Stücke exakt nach den Kundenanforderungen

hergestellt. „Es ist unglaublich

faszinierend, wenn aus einem so harten

Material plötzlich hauchdünne, zerbrechlich

wirkende Edelsteinscheiben werden“,

sagt Sandra Ripp. Sie arbeitet dabei mit

führenden Häusern der Schmuck- und

uhrenbranche zusammen, um die Visionen

der Kunden wahr werden zu lassen.


Axel Henselder

www.groh-ripp.de

GZ plus 05/18 073


Handwerk & Design

Ph. Hahn Söhne

Die begehrten

Steine hier

einmal auf

impressionistische

Art

Steine

„Langfristig

denken“

Bei Ph. Hahn Söhne ist die Diamantbewertung streng,

die Expertise unabhängig. „Denn“, so Christian Klein vom Familienbetrieb,

„wir haften für jeden verkauften Stein“.

E

in ganz normaler Vormittag bei Ph.

Hahn in der Mainzer Straße: In der

Schleifwerkstatt hört man leises

Surren, im Auftragsbüro klingelt das Telefon.

Im „Diamantbüro“ gegenüber herrscht

Stille. Das ist jedoch keinesfalls ein Indiz

für Menschenleere, sondern eines für Konzentration:

Christian Klein und seine Kollegen

sind mit dem Sortieren, Kalibrieren und

Bewerten von Diamanten beschäftigt.

„Wir haften für unsere Steine, prüfen

daher jeden einzelnen Diamanten und

achten auch bei kleineren Steinen auf perfekte

Schliffausführung“, erklärt Klein, der

das Familienunternehmen zusammen mit

seinem Schwiegervater Dieter Hahn und

seiner Frau Annette Klein leitet. Ob er aktuell

eine Tendenz im Diamantgeschäft

beobachten könne, fragen wir ihn. Darauf

meint Chris tian Klein: „Es ist nach wie vor

gute Qualität zum günstigen Preis gefragt.

Nur ist das mit der ‚guten Qualität‘

so eine Sache. Denn die Maßstäbe, die

beim Graduieren von Diamanten angesetzt

werden, sind leider sehr unterschiedlich.“

Christian Klein ist

unter anderem für das

Sortieren und

Graduieren der

Diamanten zuständig

Bei Ph. Hahn Söhne gibt es nur einen

Maßstab bei der Diamantbewertung: Man

richtet sich konsequent nach den Regeln

des „International Diamond Council“, kurz

IDC. Langfristiges und verantwortungsvolles

Denken gehört zur Firmenphilosophie:

„Das ist seit über 130 Jahren so und wird

auch künftig so bleiben.“ Saraj Morath

www.hahn-diamanten.de

Fotos: Martin Glauner

074 GZ plus 05/18


Muscheln, Belemniten

opalisiertes Holz

Über

Opal aus Leidenschaft

Boulderopal

Feueropal Matrix

Wasseropal

opalisierend

Schwarzopal

Feueropal

opalisierend

Kristallopal

Feueropal

facettiert

Auf dem Huettenflur 8, D-55743 Kirschweiler, Phone: 49 - 67 81 - 3 33 70, e-mail: opals@emilweis.com, www.emilweisopals.com

Field Address: P.O.Box 778, Coober Pedy, S.A. 5723 Australia


Handwerk & Design

Paul Wild

02

01

Quelle

funkelnder

Schätze

Steine

Paul Wild gilt als weltweit führender Spezialist für außergewöhnliche

Farbedelsteine. Das Familienunternehmen erkannte schon früh, wie wichtig

die Rohsteinbeschaffung zur Sicherung der Zukunft ist.

D

ie Begeisterung für Edelsteine

liegt Markus Wild wahrlich im

Blut, schließlich reicht die Familientradition

über zehn Generationen bis

ins Jahr 1660 zurück. Großvater Paul Wild

ging mit dem gleichnamigen Unternehmen

1927 an den Start, Sohn Hans Werner Wild

übernahm 1977 die Führung. Dessen Sohn

Markus Paul Wild, der heutige CEO und Enkel

des Gründers, trat 1992 in die Firma ein.

Doch seine Faszination für die farbenfrohe

Vielfalt der Edelsteine begann schon viel

früher. Bereits als Kind streifte er durch die

Schleiferei und als Zehnjähriger begleitete

er seinen Vater bei Einkaufstouren nach

Afrika, besuchte mit ihm internationale

Messen. „Früh wurde mir klar, wie wichtig

die Sicherung der Rohstoffbeschaffung für

den langfristigen Erfolg ist“, sagt Markus

Wild heute. Daher wurden im Laufe der

Jahre eigene Minen sowie Verkaufsbüros

in den verschiedensten Teilen der Welt –

unter anderem 2012 in Peking – eröffnet.

Eigene Minen sichern

Rohstein-nachschub

Eine der Stärken des Betriebs ist – als

Resultat dieser Strategie – das vielfältige

Angebot, das sich zum Teil aus ei genen

Minen speist. Markus Wild: „Da wir Zugriff

auf die Fundstätten haben, können wir viele

Edelsteinvarietäten exklusiv aus erster

Hand anbieten.“

Paul Wild erwarb bereits 1974 Anteile

an einer Aquamarinmine in Afrika, weitere

Partnerschaften mit Minen in Afrika und

Brasilien folgten. Wild ist außerdem Sightholder

der Tansanite-One-Mine in Tansania.

Auch verfügt das Unternehmen über

langjährige Beziehungen zu wichtigen

Edelsteinlieferanten weltweit. Markus Wild

ist permanent unterwegs und besucht

Fundstätten und Händler rund den Globus,

immer auf der Suche nach den besten und

neuesten Raritäten. Das Ergebnis sind

umfangreiche Lagerbestände an feinsten

Turmalinen, vor allem Paraibas aus den eigenen

Minen, sowie Saphiren, Rubinen,

Smaragden, Spinellen, Tsavoriten, Demantoiden,

Tansaniten, Opalen, Aquamarinen

und Morganiten.

Sets und Suiten

als Inspiration

So einmalig wie das Angebot an losen Einzelsteinen

sind auch die opulenten Juwelen-Arrangements

aus dem Hause Paul

Wild. Sie beflügeln Juweliere immer wieder

076 GZ plus 05/18


03

04

01 Garnitur mit Spinellen aus Tansania (zus.

112,35 ct.) 02 Layoutvorschlag für Ohrhänger

aus roten Turmalinen (21,34 ct.) und Tansaniten

(zus. 29,74 ct.) 03 Das Atelier von Paul Wild in

Kirschweiler 04 Markus Paul Wild führt das

Familienunternehmen in der dritten Generation

aufs Neue, außergewöhnliche Schmuckstücke

zu erschaffen. „Unser Designteam

arbeitet immer wieder neue Layouts

und Sets aus, um unsere Kunden zu neuen

Kreationen zu inspirieren“, sagt Markus

Wild. „Es braucht oftmals Jahre, um die

Edelsteine für die fein aufeinander abgestimmten

Farbnuancen zu finden und zusammenzustellen.

Das sind alles nur Vorschläge,

die jederzeit gerne abgewandelt

werden können. Alles ist möglich.“ Es kommen

auch Kunden mit Zeichnungen und

konkreten Vorstellungen zu den Spezialisten

nach Kirschweiler. „Wir besprechen

dann die Steinsorten und stimmen die Farben

ab. Gegebenenfalls müssen dafür neue

Rohsteine speziell gesucht und eingekauft

werden. Durch kontinuierliche Kommunikation

und Rücksprache unseres Verkaufsteams

mit unseren Kunden können wir

schnell auf spezielle Anfragen reagieren.“

Innovator beim

Edelsteinschliff

Das zweite wichtige Standbein für den

Erfolg von Paul Wild ist die Schleiferei. Neben

dem Atelier in Kirschweiler nahe Idar-

Oberstein verfügt das Unternehmen seit

1988 über eine eigene Schleiferei in Thailand.

Zudem hat sich Paul Wild als Innovator

beim Edelsteinschliff profiliert. Seit

2009 arbeitet der Spezialist mit dem

Fraunhofer-Institut an der Entwicklung einer

vollautomatischen Schleifmaschine

zusammen. Sie ist in der Lage, präzise

Schliffe zu berechnen, um die maximale

Ausbeute aus dem Rohstein herauszuholen

und die Farben dabei perfekt zum

Leuchten zu bringen. Doch trotz aller Technik

zählt bei Paul Wild vor allem noch das

traditionelle Handwerk. Im Atelier arbeiten

Meisterschleifer und Lapidäre und bearbeiten

vor allem wertvolle Ausnahmesteine,

bei denen der „Idar-Cut“ ein Verkaufsargument

ist, steht er doch für besondere

Qualität. Markus Wild: „Wir bilden jedes

Jahr neue Edelsteinschleifer aus und freuen

uns über junge Menschen, die unsere

Begeisterung und Leidenschaft mit diesem

Metier teilen, um diesen Standort der

Edelsteinwelt in seiner Vielfalt zu erhalten.“

In puncto Standort betont Markus

Wild: „Trotz des stetigen Wandels liegt mir

die Tradition der hiesigen Edelstein branche

sehr am Herzen. „Mein Heimatort Kirschweiler

ist mit vielen Erinnerungen verbunden.

Ich komme nach meinen Reisen in

alle Welt immer wieder gerne hierher zurück.“

Denn jenseits des Geschäftlichen

verbinden ihn mit der Heimat Familie und

Freunde. Hier fiel der Startschuss für seine

berufliche Laufbahn und hier befindet sich

heute auch sein persönlicher Ruhepol.


Axel Henselder

www.paul-wild.com

GZ plus 05/18 077


handwerk & design

Karl Faller

Die Farben

des Lichts

Den drei Grundfarben Rot, Blau und Grün

begegnet man bei der Firma Karl Faller oft:

natürlich in Form ihrer drei Steinspezialitäten.

Rubin, Saphir und Smaragd machen bei dem

Kirschweiler Unternehmen das Gros des Angebots

aus. Um diese drei Edelsteine auf hohem

Qualitätsniveau anbieten zu können, müssen Firmeninhaberin

Heike Faller, ihr Mann Dr. Konrad Henn und

ihre Tochter Michelle Althöfer sehr spontan sein. Wenn

sie von Lieferanten über neue Funde informiert werden,

reisen die drei so schnell wie möglich in die Ursprungsländer,

also meistens nach Burma, Sri Lanka

oder Kolumbien.

„Es ist wichtig für uns, die Steine direkt am Fundort

zu begutachten und damit in der Kette der Händler

ganz vorne zu sein, denn nur so können wir unseren

Kunden hochwertige Exemplare zu vernünftigen Preisen

liefern“, sagt Heike Faller.

Da bleibt nur noch die Frage, was es mit den Farben

des Lichts auf sich hat. Ganz einfach: Rot, Blau

und Grün sind elementar – für die Firma Faller genauso

wie in physikalischer Hinsicht, bilden die drei Farben

zusammen doch weißes Licht. Saraj Morath

www.karl-faller.de

Einige seltene Exemplare: zwei ovale Rubine mit 5,88 ct.

(r. M.) und 4,00 ct. (r. u .), zwei Smaragde im Achteckschliff

mit 13,07 ct. (l. o.) und 12,78 ct. (l., 2. v. u.), ovaler

Saphir mit 9,09 ct. (u.) sowie zwei Saphire im Antikschliff

mit 10,58 ct. (l., 2. v. o.) und 7,09 ct. (r. o.)

Foto: Martin Glauner

078 GZ plus 05/18


TÜRKISE • LAP.LAZULI • KORALLE • CHRYSOPRAS

Karl Ernst Cullmann

Inh. Alexandra Cullmann e.K.

Alte Poststraße 87

D-55743 Idar-Oberstein

Telefon: 06781/3277 • Telefax: 06781/3278

info@cullmann-tuerkise.de • www.cullmann-tuerkise.de


Handwerk & Design

Wild & Petsch

Meisterstücke

mit Charakter

Im Hause Wild & Petsch wird die ureigene Schönheit feinster

Edelsteine perfekt zur Geltung gebracht. Ob Einzelstücke,

Paare oder Garnituren: Sorgfältige Handwerksarbeit verleiht

jedem Stein einen unverwechselbaren Charakter.

Ein Stamm von 40 langjährigen Mitarbeitern

kümmert sich bei Wild & Petsch darum, dass

absolut jeder Stein das Haus in unverwechselbarer

Brillanz verlässt. In der Edelsteinschleiferei entstehen

seit Generationen Steinensembles und Unikate,

werden Rohsteine verarbeitet und von Meisterhand veredelt.

Kunden aus aller Welt schätzen die optimalen

Schliffe und perfekten Proportionen.

Spezialisten in den verschiedenen Metiers ver ei nen

modernes Design, traditionelles Handwerk und neueste

Technologien. Höchste Ansprüche

stellt Thomas Petsch,

der gemeinsam mit

Alexander Wild das

1901 gegründete Traditionsunternehmen leitet, schon

ganz zu Beginn der Produktionskette. Wenn die Steine

das erste Licht der Welt erblicken, ist er zur Stelle und

überzeugt sich in den Minen in Mosambik und Tansania

höchstpersönlich von der Qualität der Spinelle, Tansanite

und Turmaline, die später in Kirschweiler sorgfältig

von Hand verarbeitet werden. Dorthin schaffen es nur

die Originalpartien, die einen hohen Grad an Ertrag,

Reinheit und Qualität versprechen.

Einem Wunder der Natur hat sich Wild & Petsch

ganz besonders verschrieben: den leuchtend blauen

Paraiba ­Turmalinen, für die das Unternehmen weltweit

bekannt ist. Der Schliff steht bei der Verarbeitung der

Rohsteine im Vordergrund. Dank der präzisen HIS-

080 GZ plus 05/18


Technik (handgeführte individuelle Schleiftechnik)

wird jedes Exemplar zu einem kleinen

Meisterwerk. Die perfekt geschliffenen

Edelsteine wiederum bilden die Grundlage

für außergewöhnliche Schmuckkreationen.

„Wir verbinden traditionelles Handwerk und

innovative Technologien“, erklärt Thomas

Petsch das Erfolgskonzept. Von den Er gebnissen

können sich die Kunden im großzügigen

Ausstellungsraum in Kirschweiler

persönlich überzeugen – hier wird die ganze

Pa lette der Farbedelsteine präsentiert.


Swantje Friedrich

www.wildpetsch.com

GZ plus 05/18 081


Handwerk & DEsign

A. Ruppenthal

Mandalas sind das

neueste Trendprodukt

von A. Ruppenthal

Bausteine

für Kreative

Die Firma A. Ruppenthal bietet Goldschmieden, Juwelieren

und Kreativen alle Zutaten, die sie für neue Schmuckträume

benötigen. Das vielfältige Sortiment reicht von losen Steinen

über Schließen bis hin zu fertigem Schmuck.

Lose Edelsteine wie diese

Ceylon-Saphire sind eine

Stärke von A. Ruppenthal

Erst jüngst wurde Ruppenthal von

den Lesern des Branchendienstes

Diamantbericht zur Nummer 1 unter

den Farbsteinlieferanten gekürt – und

das zum wiederholten Mal. „Wir sind der

Spezialist für Goldschmiede, Juweliere,

Schmuckkünstler“, sagt Albert Ruppenthal,

Firmenlenker in vierter Generation. Tau sende

Kunden bedient Ruppenthal mit losen

Edelsteinen, Edelsteinsträngen, Schmuck

und Schließen, Zuchtperlen sowie Diamanten,

Diamantketten und vielem mehr.

Die Firma stellt auf den wichtigen Branchenmessen

aus. „Viele Leute sind immer

erstaunt, wie viel bei uns am Stand los ist“,

sagt Sohn Roman Ruppenthal. „Unser

breites Angebot sorgt für die Frequenz.“

Die Expertise

der Region nutzen

Dass Ruppenthal so leistungsfähig ist, verdankt

die Firma auch der Entscheidung,

den Einkauf in Fernost mit der Fertigung

durch Heimarbeiter vor Ort zu kombinieren.

„So können wir die Expertise von

Schleifern, Graveuren, Bohrern und anderen

Handwerkskünsten, die die Region prägen,

hier halten und pflegen und trotzdem

zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen

unsere Sortimente anbieten“, erklärt Albert

Ruppenthal. „Wir sind mit den Heimarbeitern

flexibler und sichern Arbeitsplätze am

Standort – jedes vierte Produkt aus unserem

Sortiment wird hier am Standort

g efertigt“, pflichtet ihm sein Sohn David

Ruppenthal bei.

Die Auswahl

einzigartig halten

Eine Besonderheit von Ruppenthal ist die

große Auswahl an Gravuren wie Pampeln,

Blüten, Gemmen et cetera. Insbesondere

Wappengravuren für Siegelringe sind eine

Stärke des Familienbetriebs – bis zu 2000

Wappengravuren verlassen jährlich das

Haus. Ein weiterer Sortimentsschwerpunkt

sind Wechselschließen in zahllosen Varianten

und unterschiedlichem Edelsteinbesätzen.

Lose Edelsteine und Edelsteinschmuck

in den Trendfarben – Letzterer

insbesondere von der Tochterfirma Ernst

Stein – erfreuen sich gleichfalls großer Beliebtheit.

Albert Ruppenthal beobachtet:

„Dieses Jahr ist der Amethyst sehr gefragt,

was gewiss damit zusammenhängt, dass

Lila gerade Trendfarbe ist. Aber auch der

etwas günstigere Mondstein verkauft sich

derzeit gut.“ Zudem bietet der Allrounder

aktuell buddhistische Mandalas aus Perlmutt

und Onyx an, die bei Goldschmieden

sehr beliebt sind. Axel Henselder

www.ruppenthal.com

Edelsteinarmbänder der

Tochterfirma Ernst Stein

082 GZ plus 05/18


Gebr. Kuhn GmbH & Co. KG • Hauptstraße 5 • 55758 Mörschied/Idar-Oberstein

phone: +49 6785 99769-0 • fax: +49 6785 99769-10 • www.kuhngems.com


handwerk & design

Cullmann-Türkise

Steine

Kugelketten aus

naturbelassenen

Momo-Korallen,

Lapislazuli,

Sardegna-Korallen,

Chrysoprasen

und ungefärbten

Türkisen (v. l.)

Lebhafte Töne

Bei der Firma Cullmann-Türkise in Tiefenstein findet man

Naturschätze aus Arizona, Australien oder dem Meer vor Sardinien.

Um die Farben zu beschreiben, die

dem Betrachter aus dem Tresor

von Inhaberin Alexandra Cullmann

entgegenstrahlen, könnte man den Begriff

„Statement-Farben“ verwenden. Man

könnte auch Pfirsich, Granatapfel oder

Apfel als „Vergleichsobjekte“ bemühen.

Die wahrscheinlich beste Variante jedoch

ist, die Farben einfach für sich sprechen

zu lassen.

Cullmann- Türkise ist für Türkis, Lapislazuli,

Chrysopras und Koralle bekannt und

bietet diese als Kugelketten, Cabochons, in

Fanta sie formen und in Gold- oder Silberschmuck

gefasst. „Durch unser umfassendes

Lager können wir auch auf ausgefallene

Kundenwünsche eingehen und Qualitäten

liefern, die aktuell wegen des Rohsteinmangels

überhaupt nicht oder nur begrenzt

verfügbar sind“, sagt Alexandra Cullmann.

Alexandra Cullmann übernahm den

Betrieb, den ihr Großvater gründete und bis

dato ihr Vater leitete, 1996. Ihre Heimat

schätzt sie übrigens sehr – vor allem, wenn

sie von einer Metropole wie Hongkong zurückkommt.

„Ein Waldspaziergang plus

Kaffeetrinken an der Weiherschleife mit

Mann und Hund, das ist Erholung pur für

mich“, erzählt sie lachend. Saraj Morath

www.cullmann-tuerkise.de

Foto: Martin Glauner

084 GZ plus 05/18


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handwerk & design

Gebrüder Kuhn

Im Mittelpunkt des Anhängers

aus 750 Gelbgold steht eine

Onyx-Scheibe inklusive Gold-

Diamant-Ring von Gebrüder Kuhn

Steine

Kleine

Anregung

Die Edelsteinschleiferei Gebrüder Kuhn aus Mörschied wird dieses Jahr 65. Aktuelle

Anschauungsobjekte zeigen, was sich aus den Produkten des Hauses machen lässt.

Ein wenig erinnern die Produkte der

„Bright-Circle“-Kollektion an Knöpfe.

Edle „Knöpfe“, muss man sagen,

denn die runden Scheiben bestehen aus

Onyx, Perlmutt, Türkis oder Lapislazuli und

haben einen eingearbeiteten, in Gold gefassten

Ring aus Diamanten. Um zu zeigen,

wie man die Scheiben einsetzen kann,

hat das Team von Gebrüder Kuhn Schmuckstücke

daraus fertigen lassen.

„Der Anhänger, die Ohrhänger und die

Manschettenknöpfe sind als Anschauungsbeispiele

gedacht. Denn unsere Möglichkeiten

beim Schleifen und der Ober flächen

bearbeitung von Steinen und weiteren

Naturmaterialien sind umfassend, aus gefallene

Kundenwünsche willkommen“, erklärt

Susanne Schuler, die den inzwischen

50 Mitarbeiter starken Familienbetrieb mit

ihrer Schwester leitet.

Im Laufe der Zeit hat sich das Leistungsangebot

verändert, wie Sabine Herbert

erläutert: „Durch die steigenden An forderungen

an die Präzision liefern wir heute

mitunter ein technisches Produkt im Bereich

geschliffene Schmucksteine, und die

Qualitätssicherung wird immer wichtiger.“


Saraj Morath

www.kuhngems.com

Foto: Martin Glauner

086 GZ plus 05/18


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Finkenbergstraße 25 · 55743 Idar-Oberstein · Tel. 0 67 81 4 43 64 · mail@gm-diamanten.de

www.gm-diamanten.com


handwerk & design

Gerd Märker

Das Schleifen von

Diamanten erfordert

Konzentration,

Fingerspitzengefühl,

Wissen und Erfahrung

Emotion

und Handwerk

Steine

„Diamanten gehören zu jenen Dingen,

deren Wert das finanziell Messbare

übersteigt“, ist Gerd Märker

überzeugt. Er schätzt seinen Beruf,

der ihn als Menschen und als

Experten täglich fordert.

Um einen Diamanten zu schleifen,

braucht man Fachwissen und Erfahrung,

Fingerspitzengefühl, geschulte

Augen und gute Ohren. Zudem ist räumliches

Vorstellungsvermögen gefragt, damit man

sich in den ‚Rohzustand‘ des Steines hineindenken

kann“, erklärt Schleifermeister und

Dia mantgutachter Gerd Märker. „Der Stein ist

beim Schleifen immer der ‚Chef‘, denn seine

Beschaffenheit gibt vor, was an Bearbeitung

möglich ist. Man muss sich vorstellen, dass

die Schleifrichtung bei einem Standardschliff

bis zu 56 Mal wechselt“, so der selbstständige

Dienstleister weiter.

STEINE NEU BELEBEN

Sein Spezialgebiet ist das Schleifen, Repa rieren,

Ein- und Umschleifen sowie die Gra duierung

nach IDC-Vorgaben. Den Anspruch an

seine Arbeit beschreibt Gerd Märker mit „absoluter

Perfektion“. Er ist sich der Verantwortung

im Umgang mit den wertvollen Steinen bewusst,

zumal diese für viele Kunden neben

dem materiellen Wert auch einen ideellen besitzen.

Alte oder beschädigte Diamanten zu regenerieren

lohnt sich, meint er: „In den Schubladen

vieler Juweliere und Goldschmiede

schlummern Vermögen, die man leicht ,zum

Leben erwecken‘ könnte.“ Saraj Morath

www.gm-diamanten.de

Diamantexperte

Gerd Märker

Fotos: Gerd Märker

088 GZ plus 05/18


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Handwerk & Design

Constantin Wild

geschichtsträchtiger

Global Player

Die Edelsteinmanufaktur Constantin Wild ist international auf allen Kanälen

bestens verbunden. Und die exquisiten Produkte des Traditionsunternehmens lassen

Idar-Oberstein über die Stadtgrenzen hinaus funkeln.

Steine

B

ei einer viel beachteten Fernseh-

Reportage über Idar-Oberstein und

den Hunsrück, ausgestrahlt im vergangenen

Jahr, stand unter anderem die

Manufaktur Constantin Wild im Scheinwerferlicht.

Kein Wunder: Gehört sie doch

a) zu den bedeutenden Protagonisten der

Nahestadt und b) trägt das Familienwappen

die Jahreszahl 1557, sodass sich die

Hingabe der Wilds zum edlen Kristall fast

500 Jahre zurückverfolgen lässt. Die Vorfahren

gehörten zu den ersten Schleifern

der Edelsteinmetropole.

Seit über 170 Jahren bietet die Firma

nun unter dem heutigen Namen handverlesene,

exklusive Edelsteine der Spitzenklasse.

„Unsere Edelsteinmanufaktur

war schon immer ein Global Player“, sagt

Cons tantin Wild. „Bereits mein Urgroßvater

reiste unter anderem nach Russland,

Nordamerika und Australien.“ Wie international

die Manufaktur ist, belegt auch

die Geschichte der weit gereisten Edelsteinsammlung

von Großvater Wilhelm

Constantin Wild, die ein pakistanischer

Fischer Ende letzten Jahres aus dem Indischen

Ozean zog und nach Idar-Oberstein

schickte. „Niemand weiß, wie sie dorthin

gelangte. Aber dass diese Sammlung zu

mir zurückkam, berührt mich, ist es doch

eine Botschaft meines Großvaters, die

mich nach über 60 Jahren erreichte“, erzählt

der Edelstein-Connaisseur.

Bestens

vernetzt:

Constantin

Wild postet

News sofort

in den

sozialen

Medien

Gewachsene Expertise

„In Idar-Oberstein daheim, in der Welt zu

Hause – der Spruch passt perfekt zu uns

Edelsteinhändlern aus Idar-Oberstein“,

sagt Constantin Wild mit einem Schmunzeln.

„Das Reisen, das Knüpfen von Kontakten

rund um den Globus, die gepflegten

Beziehungen zu Minenbesitzern und

Händlern auf der einen und zu Juwelieren,

Schmuckmanufakturen und Goldschmieden

auf der anderen Seite – und das weltweit

– gehören einfach dazu, um in diesem

Geschäft erfolgreich zu sein.“ Neben der

Internationalität zählt er die ortsansässige,

über Generationen erworbene Expertise zu

den wichtigsten Pfeilern der Branche. Denn

schon seit vielen Jahrhunderten lebt Idar-

Oberstein vom Know-how bei der Edelsteinbewertung

und -bearbeitung.

Echte Leidenschaft

In der hauseigenen Manufaktur von Constantin

Wild bekommen die Rohsteine dann

090 GZ plus 05/18


das, was sie verdienen: viele Facetten, damit

sie ihre wahre Leuchtkraft entfalten.

Constantin Wild: „Know-how ist die eine

Seite, exzellente Netzwerke die andere.

Aber es ist nicht nur ein x-beliebiger Job

für mich. Mir bereitet es echte Freude, die

Edelsteine zum Leuchten zu bringen und

meine Kunden damit zu begeistern.“ Constantin

Wild möchte das Strahlen der Steine

von seiner Manufaktur aus in die Welt tragen,

um es mit internationalen Edelsteinliebhabern

zu teilen. Tatsächlich gestaltet

sich der Umgang mit Zulieferern wie Abnehmern

freundschaftlich, ja fast familiär.

Mit vielen arbeitet Wild schon seit Jahrzehnten

zusammen, einige Kontakte bestehen

schon über Generationen.

Digitale Präsenz

„Think global, act local“, ist auch so ein

Spruch, der auf unsere Branche gemünzt

zu sein scheint“, sagt Constantin Wild lachend.

„Am Anfang steht die Schatzsuche,

die sich aufgrund erschöpfter Vorkommen

immer schwieriger gestaltet. Hinzu kommt

die Präsenz auf allen wichtigen Edelsteinmessen

weltweit. Zudem werden die digitalen

Medien für die internationale Edelstein-Community

immer wichtiger.“ Als

Pionier in seiner Branche hat Constantin

Wild bereits in den 90er-Jahren die Chancen

des Internets erkannt und als erster

Edelsteinhändler eine eigene Webseite lanciert.

Heute bringt Constantin Wild seine

Juwelen auch über digitale Kanäle zu Edelsteinliebhabern

rund um den Globus. Blogs,

Instagram, Facebook, die Zusammenarbeit

mit digitalen Influencern – Constantin Wild

und seine Schatzkammer sind auf allen

Kanälen präsent. Axel Henselder

www.constantinwild.com

In der Welt zu Hause, in Idar-Oberstein daheim:

Constantin Wild auf der Edelsteinmesse in Tucson

GZ plus 05/18 091


Handwerk & Design

Heinz Mayer

mehr als

nur schön

schmuck

„Panta rei“ lautet der Leitspruch von

Heinz Mayer, was so viel bedeutet

wie „alles fließt“. Und tatsächlich:

Die Juwelen der Diamantschmuckmanufaktur

schmeicheln der Haut.

Die Hochwertigkeit des Schmucks hat

auch De Beers überzeugt – was der

Idar-Obersteiner Firma die begehrte

Forevermark-Lizenz eingebracht hat.

D

ie Firma mit dem großen „Y“ im

Firmenlogo will eigentlich nur

schönen Schmuck erschaffen.

Das klingt zunächst bescheiden. Doch das

Ergebnis dieses klaren Anspruchs sind

funkelnde Kunstwerke, die anspruchsvolle

Frauen weltweit auf die Produkte von

Heinz Mayer schwören lassen. Denn es

sind handwerkliche Meisterleistungen von

herausragender Qualität und Präzision.

Das überzeugte jüngst auch De Beers, der

seine Forevermark-Lizenz für den deutschen

Markt exklusiv an Heinz Mayer

vergab. „Da es pro Absatzmarkt nur einen

Lizenznehmer gibt, erfüllt uns das schon

mit Stolz“, sagt Stefan Mayer, der zusammen

mit seinem Bruder Frank die Firma

leitet. „Forevermark sucht ausschließlich

nach Partnern, die ihren Markt von Grund

auf verstehen. Und das scheinen wir wohl

ganz gut zu erfüllen.“

Champagner fürs

Handgelenk

„Alles fließt“ hat bei Heinz Mayer eine mehrfache

Bedeutung. Denn zum einen zeigt

keine der Kollektionen seit vielen Jahren

große Brüche auf. Seit mehr als 60 Jahren

pflegen die Mayers eine Kontinuität: So,

wie die Nahe seit Jahrhunderten durch

Idar-Oberstein fließt, so gehen die Kollektionen

nahtlos ineinander über. Eine Schlüsselrolle

spielt die patentierte „Rolling Diamonds“-Kollektion.

Hierbei handelt es sich

um ein ganz auf Scharnier gearbeitetes

Riviere, eine weltweit viel beachtete Referenz

des Hauses Heinz Mayer

„Wir verstehen uns eher als Kunsthandwerker,

nicht als Designer,“ erklärt

Stefan Mayer. Ausgebildete Goldschmiede

fertigen mit Präzision, handwerklichem

Können und viel Liebe die hochwertigen

Juwelen in der Manufaktur. Die Schmuckkollektionen

sind aus 750 Weiß-, Gelb- und

Rotgold oder 950 Platin und feinsten Diamanten

sowie Farbedelsteinen gearbeitet.

Sämtliche Arbeitsschritte finden unter einem

Dach statt. „Gerade dieser hohe Anspruch

an die Qualität des Materials, insbesondere

bei den Diamanten, hat bei

De Beers sicherlich den Ausschlag gegeben,

sich für uns bei der Vergabe der Forevermark-Lizenz

zu entscheiden“, meint

Stefan Mayer. „Der Kontakt kam schließlich

über unseren Diamantzulieferer zu-

Von führenden Edelsteinlaboratorien

zertifizierte

Paraiba-Turmaline in Sammlerqualität

als Schmuckstücke

in 750 Weißgold und mit fein

weißen Diamanten gearbeitet

stande, der davon überzeugt war, dass

wir die Richtigen sind.“ Neben klassischen

und traditionellen Schmuckstücken bietet

Heinz Mayer auch sehr moderne, junge

Stücke an. Nun kommen die Forevermark-

Kollek tionen hinzu. Axel Henselder

www.heinz-mayer.de

In den modern gestalteten Räumen werden

die edlen Kollektionen präsentiert

092 GZ plus 05/18


Eine funkelnde

Geschichte

1599 Achatschleifer Johannes Becker begründet

die Familientradition

1875 Der böhmische Granatschleifer Gustav Postler

unterrichtet die ersten Lapidäre in Idar-Oberstein,

unter anderem auch den Urgroßvater der heutigen

Firmeninhaber Frank und Stefan Mayer

1926 Der Großvater der jetzigen Inhaber erwirbt

den Meistertitel als Edelsteinschleifer und Lapidär.

Er gehört mit zu den ersten Protagonisten des

Buff-Top-Schliffes.

1928 Arbeiten für das Grüne Gewölbe und den

Vatikan

Archaische Momentaufnahme während der

Entstehung eines besonderen Ohrschmucks

mit Paraiba-Turmalinen und Diamanten

1950 Heinz Mayer macht sich mit einer Diamantschleiferei

selbstständig, sein erster renommierter

Kunde ist Harry Winston

1960 Heinz Mayer eröffnet sein erstes Einkaufsbüro

in Antwerpen

1970 Die starke Ausrichtung auf die Herstellung

von Ringen in den 70er- und 80er-Jahren

bringt der Firma Heinz Mayer den Beinamen

„Der Ringexperte“ ein

1989 Vorstellung des „Rolling Diamonds“-Armbands

1994 Zusammen mit Wolfgang Joop entsteht

erstmals eine Schmuckkollektion für eine Modemarke

2004 Die Firma Heinz Mayer nimmt am

DeBeers-Programm des „Supplier Of Choice“ teil.

2005 Heinz Mayer kreiert exklusiv für Rolls-Royce

ein Armband zum 100. Jubiläum

2006 Einladung des Deutschen Botschafters in

Japan zur Präsentation von Heinz Mayer in dessen

Residenz in Tokio

Fotos: Annette Cardinale (1)

Maßanpassung eines Bespoke-Colliers

aus der „Rolling Diamonds“-Kollektion

2013 Präsentation der „Rheingold“-Kollektion

2018 Heinz Mayer erhält die Forevermark-Lizenz

von De Beers

GZ plus 05/18 093


Handwerk & Design

Hans D. Krieger

Auf der Spur

des Lichts

Seit Generationen widmet sich Hans D. Krieger mit großer

Leidenschaft der Verarbeitung von naturfarbenen Diamanten

und Edelsteinen. Im Einklang mit hochkarätigem Gold oder Platin

entstehen hier Meisterwerke für die Ewigkeit.

schmuck

V

or Jahrmillionen in den Tiefen der

Erde entstanden, zählen Diamanten

und Farbedelsteine zu den

kostbarsten Naturwundern. Es sind Unikate,

die die Geschichte ihres Entstehungsprozesses

erzählen, lange bevor es Menschen

gab. Hans D. Krieger widmet sich

mit großer Leidenschaft diesen Raritäten.

Es ist das Geheimnis des makellosen

Schliffs, der die Leuchtkraft der Steine vollends

entfacht. Dafür sind etliche Arbeitsschritte

nötig – und bei Hans D. Krieger

werden sie par excellence ausgeführt.

Schließlich blickt das Unternehmen auf

eine nahezu 300-jährige Familientradition

zurück. Generationsübergreifende Erfahrungen

sowie feinste Handwerkskunst, gepaart

mit modernster Technik, bilden die

Basis für die Meisterwerke der Manufaktur,

die heute von Andreas Krieger geführt wird.

03

Das Anpolieren einer

Seite öffnet die Hülle

des Rohdiamanten und

zeigt eine satte Farbe in

außergewöhnlich feiner Qualität

01 Der

unbearbeitete Rohstein

lässt die Schönheit des 14-karätigen

Diamanten nur erahnen

02

Ein Laser analysiert

den Rohstein, um

das bestmögliche

Schliffergebnis zu erzielen.

Nichtsdestotrotz beruht die

finale Entscheidung auf der

langjährigen Erfahrung der

Diamantexperten

094 GZ plus 05/18


Jenseits der großen Tradition und Expertise

macht den Betrieb eine weitere Tatsache

unterscheidbar: Hans D. Krieger ist

eines der wenigen Unternehmen weltweit,

das von der Diamant- und Edelsteinschleiferei

über die Goldschmiede- bis hin zur

Fasserwerkstatt und zum Schmuckdesignatelier

jeden Schritt der Juwelenproduktion

unter einem Dach vereint. Die hauseigene

Gießerei schließlich rundet das Qualitätsversprechen

„Made in Germany“ ab. Damit

bleibt jeder Arbeitsschritt beim Streben

nach absoluter Perfektion unter der Kontrolle

des Unternehmens.

Doch damit noch nicht genug. Hans D.

Krieger gilt auch als führender Spezialist

für Schmuck mit naturfarbenen Diamanten.

„Die Natur ist der größte Künstler. Ihre

Schönheit ist unnachahmlich“, so Andreas

Krieger. „Ob leuchtendes Gelb, zartes Rosé

oder sanftes Karamell – die Farben sind

berauschend.” Juwelen mit den farbigen

Diamanten von Hans D. Krieger sind der

Beweis für die Faszination dieser äußerst

seltenen Naturwunder. Andreas Krieger:

„Sie zählen zu den seltensten und kostbarsten

Schätzen, da nur knapp zwei Karat

pro 3000 Karat Förderungsmenge als

,Fancy Colour Diamonds‘ bezeichnet werden

können. Ihre faszinierenden Farben

verdanken sie einer Laune der Natur.“

Schritt für Schritt zu

einmaliger Leuchtkraft

Das Geheimnis der atemberaubenden

Leuchtkraft dieser Fancys offenbart sich in

jedem Schmuckstück von Hans D. Krieger

– dank der hauseigenen Diamantschleiferei.

Hier wird das Feuer der kostbaren

Diamanten entfacht und ihre volle Farbenpracht

entfesselt. Dafür sind ein gutes

Auge, viel Erfahrung und jede Menge Fingerspitzengefühl,

gepaart mit hochmoderner

Technik, notwendig. Exklusiv durfte die

GZ-Redaktion den Schleifern bei der Bearbeitung

eines knapp 14-karätigen zimtfarbenen

Rohsteins über die Schulter blicken

(siehe Bildleiste). Schritt für Schritt

entfaltet sich hier die Kunst der Lapidäre,

die aus fast unscheinbaren Rohsteinen ein

funkelndes Juwel zaubern, welches seinesgleichen

sucht.

Von der Natur geschaffen, von Menschenhand

gestaltet: Mit den schönsten

Schätzen unseres Planeten kreiert das

Familienunternehmen Juwelen für die

kostbarsten Augenblicke im Leben. Feinste

Diamanten und Farbedelsteine, betörende

Formen, zeitlose Designs – so schafft

Hans D. Krieger Schmuck für die Ewigkeit.


Axel Henselder

www.kriegernet.com

04

Viel Geduld,

gekonnte Handarbeit

und ein

gutes Auge sind

beim Facettieren

gefragt

05

Je perfekter der Schliff, desto intensiver die

Leuchtkraft. Die ständige Betrachtung des Diamanten

zwischen den Schleifvorgängen gewährleistet ein

exzellentes Schliffergebnis

08

Das fertige Schmuckstück:

Dank der Zusammenarbeit

der Spezialisten unter einem

Dach entstehen Juwelen der Extraklasse

06

Eine herausragende Politur

unterstreicht die Brillanz

des Diamanten und vollendet

dessen Schönheit

07

Nach mehr als einer Woche

Handarbeit und einem Gewichtsverlust

von mehr als 50 Prozent

verlässt der nun 5 Karat schwere

zimtfarbene Stein die Diamantschleiferei

GZ plus 05/18 095


Handwerk & Design

Herbert Giloy & Söhne

Diamantkompetenz

aus einer Hand

schmuck

Herbert Giloy & Söhne zählt zu den führenden Anbietern von

Diamantschmuck in Europa. Diese Stärke kommt nicht von ungefähr:

Das Familienunternehmen kann auf eine lange Tradition verweisen.

Betritt man die moderne Produktionsstätte,

hoch über Idar gelegen,

in der mehr als 200 Mitarbeiter Verlobungsringe,

Trauringe, Solitäre, Memoi res

und vieles mehr mit dem König der Edelsteine

fertigen, machen die Dimensionen

des Betriebs schnell auch die Marktbedeutung

von Herbert Giloy & Söhne deutlich.

Das Haus zählt zu den profiliertesten Diamantspezialisten

und ist einer der bedeutendsten

Hersteller von Diamantschmuck

in Europa. Die Manufaktur gilt für viele

Branchenexperten weltweit sogar als ein

Synonym für herausragende Diamant-

Expertise. „Wir haben eine über Jahrzehnte

gewachsene Kompetenz in diesem Segment,

die ihresgleichen sucht“, sagt Geschäftsführer

André Christian Giloy nicht

ohne Stolz. Er leitet das Unternehmen gemeinsam

mit seinem Vater Manfred Giloy,

der seit nunmehr 60 Jahren dem Diamantschmuckgeschäft

neue Impulse gibt. „Wir

garantieren mit unserem Schmuck made

in Germany die Qualität der Steine sowie

der Verarbeitung. Ein Kaufargument, das

angesichts der zunehmenden anonymen

Online-Konkurrenz an Bedeutung gewinnt,

stehen wir doch mit unserem guten Namen

für besondere Güte der Produkte ein.“

Diese Botschaft sollte der Fachhandel

auch seinen Kunden vermitteln können.

Denn dass das Schmuckstück des Begehrens

aus der Edelstein metropole von

einem renommierten Diamantspezialisten

kommt, ist ganz sicher eine wichtige Aussage,

um am POS den Kunden nachhaltig

zu überzeugen. Herkunft und Identität von

Produkten gewinnen in einer globalisierten,

unübersicht lichen Welt immer mehr

an Bedeutung.

Alles rund um

das Thema Liebe

Auf die lange Tradition des Unternehmens

weist die Punze mit der stilisierten Lilie. Sie

ist dem Familienwappen entlehnt. Die

Wurzeln der Giloys reichen zurück bis ins

16. Jahrhundert. Als protestantische Glaubensflüchtlinge,

sogenannte Hugenotten,

kamen sie im 17. Jahrhundert von Frankreich

nach Deutschland. Im Reise ge päck

hatten sie das Know-how, eine Manufaktur

zu errichten. Herbert Giloy, ein Nachfahre

dieser Einwanderer, legte dann mit der Errichtung

einer Diamantschleiferei im Jahr

1931 den Grundstein für das heute weltweit

agierende Unternehmen.

Die lange Tradition ist die eine Seite

der Medaille, die Breite und Tiefe des

Ange botes die andere. Das Spektrum

reicht von Ver lobungsringen über Trauringe,

Schmucksets sowie das Solitärschmuckkonzept

„Solitaire – World of

Diamonds“ (SWOD) bis hin zum Markenschmuck

Bellaluce.

Giloy und Söhne bietet den Partnerjuwelieren

damit ein schlüssiges Gesamtkonzept,

können sie doch ihre Kunden von

den ersten zarten Banden über die Eheschließung

bis hin zu zahlreichen Stationen

einer großen Liebe mit exquisitem

Diamantschmuck begleiten. Das alles gibt

es zu einem überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis

und mit einem ausge-

096 GZ plus 05/18


zeichneten Service. Das Angebot von Giloy

reicht bis hin zu Private-Label-Kollektionen

exklusiv für die Partnerjuweliere.

Starke Konzepte

für den Fachhandel

Doch was ist so besonders an Bellaluce?

„Nun, mit Bellaluce bekommt der Juwelier

ein starkes Markenkonzept mit Werbebudget,

Pressearbeit und allem, was dazugehört.

Mit dem Solitär-Segment ist er völlig

frei in der Zielgruppenansprache und kann

Solitäre auch unter seinem eigenen guten

Namen anbieten“, erklärt André Christian

Giloy. „Bei den Solitären wählt er aus, was

bei seinen Kunden gut ankommt. Das kann

er dann unter seiner Fachkompetenz verkaufen.“

Dieses Konzept funktioniert bestens.

Viele Fachgeschäfte setzen auf das

Diamantschmuckangebot mit einem Konzept.

Giloy. „Wir sind von den Preisen her

sehr wettbewerbsfähig auch gegenüber

Online-Angeboten aufgestellt. Der Juwelier

kann seine Diamantschmuckkompetenz

mit dem richtigen Mix selbst definieren.“

Trauringe als

perfekte Ergänzung

Die Diamantschmuckmarke

Bellaluce

überzeugt dank der

Rautenfassung

mit einem hohen

Wiedererkennungswert

Die Trauringe

schließen seit einigen

Jahren die Lücke im

Diamantschmuckangebot

rund um

das Thema Liebe

Fotos: Rainer Schaele (2)

Seit drei Jahren ergänzt Giloy sein Angebot

außerdem um Trauringe. „Wir sind im

Memoire- und Solitärsegment stark – kurz,

bei den Geschenken der Liebe, in denen

Diamanten eine tragende Rolle spielen“,

erläutert André Christian Giloy die Idee

dahinter. „Wir haben damit eine Lücke

geschlossen. Die Ringe sind natürlich diamantlastig,

denn aus dieser Kompetenz

leiten wir auch hier unsere Positionierung

davon ab.“ Die kleine, sehr feine Kollektion,

die jedes Jahr um neue Modelle ergänzt

wird, passt perfekt zu den Vorsteck- und

Verlobungsringen der Manufaktur. Der Zuspruch

des Fachhandels belegt, dass Giloy

mit seinen Trauringen goldrichtig liegt.

Eine weitere Stärke des Unternehmens

ist die Lieferfähigkeit. Die Ware liegt auf

Lager und kann sofort ausgeliefert werden.

Außerdem bevorratet Giloy die Steine und

kann so die Preise für den Schmuck längerfristig

stabil halten. Damit dem Personal

am Point of Sale die Argumente nicht

ausgehen, bietet die Diamantschmuckschmiede

Schulungen an und führt auch

Vor-Ort-Verkaufstrainings durch. Der umfangreiche

Diamantmarketingservice mit

zahlreichen POS-Materialien sowie durchdachten

Wer be konzepten rundet das überzeugende

Komplettangebot aus einer

Hand ab.

Axel Henselder

www.giloy.de, www.bellaluce.de

Das Spektrum reicht

von Verlobungsringen

über Memoires bis hin

zu Trauringen

Mit einem hohen Anteil an

Handarbeit fertigt Giloy in

Idar-Oberstein Diamantschmuck

GZ plus 05/18 097


handwerk & design

Engel & Co.

Tokio, Tucson,

Idar-Oberstein

Der Familienbetrieb Engel & Co. setzt sich aus drei Generationen zusammen.

Alle sind sich einig, was sie am liebsten machen: Messeauftritte im In- und Ausland.

schmuck

An einem Donnerstagnachmittag

auf der Terrasse von Stefanie Engel:

Der Goldflieder blüht, die Sonne

scheint, die Vögel zwitschern. Es ist ein

einladender Platz mit Blick bis nach Oberstein.

„Hier sitzen wir gerne“, sagt Stefanie

Engel, die ihre Heimat als „total lebenswert“

beschreibt und 2004 ins el terliche Unternehmen

kam. Engel & Co. wurde 1978

von ihrem Vater Reiner Engel ge gründet.

Zu Beginn war Reiner Engel oft in Japan,

um dort Koralle einzukaufen. Die Koralle

als Hauptprodukt für Col liers und Wechselschließen

wurde inzwischen zwar von

Mondstein, Aquamarin, Saphir und anderen

Edelsteinen abgelöst, doch die Geschäftsbeziehungen

zu Japan bestehen

nach wir vor. Außerdem startet dort mit der

International Jewellery Tokyo alljährlich

das Messejahr der Engels, gefolgt von der

Tucson GJX Gem Show, der Inhorgenta

und der Intergem.

„Auf Geschäftsreisen und Messen

gehen wir meist alle zusammen“, erzählt

Reiner Engel. Wie Tochter Stefanie ist auch

sein Enkel Moritz von klein auf mit Messen

vertraut: „Moritz kam zur Zeit der Basler

Messe auf die Welt und war schon ein Jahr

Stefanie Engel mit

ihren Eltern Monika und

Reiner Engel sowie

ihrem Sohn Moritz (v. l.)

später dabei“, berichtet seine Frau Monika.

Ihr Enkel ist heute übrigens 16 Jahre alt,

geht aufs Gym nasium und hat die Familie

im Februar zum ersten Mal nach Tucson

begleitet.

Saraj Morath

www.engelnecklace.de

Foto: Martin Glauner

098 GZ plus 05/18


Walter Fischer GmbH & Co. KG

Ketten- und Schmuckwarenfabrik

Struthstraße 39 · D-55743 Idar-Oberstein · Tel.: +49 (0) 67 81/ 20 02-0 · Fax: +49 (0) 67 81/ 2 66 21 · E-Mail: info@walter-fischer.de


handwerk & design

Rolf Pauly

Anschmiegsam: Armband

aus 750 Gelbgold und Platin

mit 103 naturfarbenen

Ceylon-Saphiren (105 ct.)

Sonniges Gold,

leuchtende Steine

Bei der Firma Rolf Pauly erwartet einen nobler Schmuck,

solide und detailgenau gefertigt. Und eine Familie,

die sich so bodenständig wie herzlich zeigt.

Fotos: Martin Glauner

schmuck

100 GZ plus 05/18


E

in Armband mit naturfarbenen

Saphiren liegt an diesem Nachmittag

auf dem Tisch im Büro von

Rainer Pauly. Es ist in sattem 750 Gelbgold

gefertigt. Die rückseitigen Verbindungen

bestehen wie bei allen Bändern und Ohrhängern

von Rolf Pauly aus Platin, denn:

„Unser Schmuck ist so gemacht, dass er

vieles aushält und jeden Tag tragbar ist.

Die Verbindungen sind aus Platin, weil sich

dieses Edelmetall nicht abnutzt“, so Rainer

Pauly. Seine Schwester und er leiten das

1894 von ihrem Urgroßvater gegründete

Unternehmen gemeinsam.

FORM, FARBE, BRILLANZ

Sabine Pauly-Grimm bringt nach und

nach weitere Schmuckstücke herbei, um

sie uns zu zeigen: eine Lade mit Ringen,

die auf fällige Turmaline tragen, ein paar

Sets im typischen „Rautendesign“. Das

ein geschliffene Diamantkarree ist eine Art

„Signatur“ von Rolf Pauly, ebenso wie

ausgesuchte Farbsteine. Dazu gehören

unter anderem Rubine, Saphire, Smaragde,

Opale, Turmaline und Aquamarine. Ihre

Form muss ausgewogen, ihre Farbkraft

und Brillanz ausgeprägt sein. „Als Besatzsteine

verwenden wir lupenreine Diamanten

in hochfeinem Weiß“, erklärt Sabine

Pauly-Grimm, die heute einen Ring mit

Aqua marin-Cabochon trägt. „Fühlen Sie

mal“, fordert sie uns auf.

Dreiklang: Ringe mit Brillanten aus 750 Weißgold mit Tansanit (4,42 ct., l.), aus 750 Weißgold

mit Rubellit (10,09 ct., M.) sowie aus 750 Weiß- und Gelbgold mit Turmalin (8,46 ct., r.)

KOMPLETTE

EIGENFERTIGUNG

Die Schmuckstücke entstehen von Hand

im hauseigenen Atelier. Ihre Haptik ist

wichtig, zumal man daran auch die Verarbeitungsqualität

erkennt. „Obwohl un sere

Ringe groß und auffällig sind, wirken sie

durch die leicht geschwungenen Kanten

nicht klobig. Die Ringschienen fühlen sich

angenehm an“, erläutert Rainer Pauly.

„Das Wort ‚Schmuck‘ hängt ja mit dem

Ausdruck ‚geschmeidig‘ zusammen und

das nehmen wir wörtlich“, fügt er hinzu,

während sich seine Schwester eines der

Armbänder umlegt. „Mein Bruder tüftelt

gerne und hat unter anderem die Schließen

eigens entwickelt“, erzählt sie. „Die Verschlüsse

sind selbstsichernd und so dezent,

dass sich die Armbänder wie ‚Endlosbänder‘

um den Arm schmiegen.“


Saraj Morath

www.rolf-pauly.com

Die beiden Geschäftsführer: Sabine Pauly-Grimm und ihr Bruder Rainer Pauly,

hier in Begleitung der beiden Familienhunde

GZ plus 05/18 101


die andere seite

jungbluth

Die

andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby

oder soziales Engagement: An dieser

Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten

aus der Branche einmal nicht in

ihrem Arbeitsumfeld, sondern von

einer eher unbekannten, ihrer

„anderen Seite“.

Ellen und Ingo

Jungbluth vor

der Mikadohalle

in Idar-Oberstein

Ziehen,

drücken,beugen

„Bewegung ist wichtig“, finden Ellen und Ingo Jungbluth von der

Schmuckmanufaktur Jungbluth. Deshalb hat ihr Kraft- und Ausdauertraining

einen festen Platz im Wochenplan.

E

ine halbe Stunde Aufwärmen und

Dehnen, dann das Zirkeltraining

mit 30 Geräten inklusive Bankdrücken,

Kreuzheben, Rudern et cetera,

zum Schluss Gymnastik: Das ist jeden

Mittwochabend das 75-minü tige Programm

von Ingo Jungbluth, plus freies

Krafttraining am Samstag. Er trainiert zusammen

mit seinen Kumpels vom Idarer

Turnverein – mittwochs im Fitnessraum

der Mikado halle in der Vollmersbachstraße,

samstags im Turnerheim.

Vereinsmitglied ist er aus rein sportlichen

Gründen, denn: „Ein ‚Vereinsmensch‘

bin ich nicht“, gesteht der Goldschmied

lachend. Seine Frau trainiert ebenfalls regelmäßig,

in einem Studio für Frauen und

nach einem individuellen Trainingsplan.

„Es tut einfach gut, sich an drei Abenden

die Woche für circa 30 Minuten ganz auf

sich selbst zu konzentrieren. Außerdem ist

Bewegung nicht nur gut für den Körper

und die Gesundheit, man bekommt dabei

auch schnell den Kopf frei“, meint Ellen

Jungbluth.

Während sie spricht, streift sie – wie

immer vor dem Sport – ihren Ring aus der

„Rainbow Collection“ ab. Ihr Mann will uns

sein Lieblingsgerät zeigen, den sogenannten

Esel: Das Stahlgerüst hat zwei schräg

angeordnete Holme, an die man sich hängen

kann. Sinn der Übung ist es, sich allein

mit der Kraft der Oberarme hochzuziehen,

erklärt uns Ingo Jungbluth. „Dieses Spezialgerät

ist so einfach wie effektiv“, sagt

er. Und ergänzt: „Mein momentaner Rekord

liegt bei 28 Wiederholungen.“


Saraj Morath

Fotos: Martin Glauner

102 GZ plus 05/18


Bankdrücken ist

nur eine von rund

30 Übungen des

Zirkeltrainings

Fotos: Peggy Picture

GZ plus 05/18 103


handwerk & Design

Walter Fischer

technik

Ein Großteil der rund 50-köpfigen Mannschaft

mit der eigens produzierten Kettenschlange

an der Nahe, unweit des Firmengebäudes

Fotos: Martin Glauner

104 GZ plus 05/18


Die Schlange

von der Nahe

Das Unternehmen Walter Fischer hat stets eine Menge Ketten

in diversen Materialien, Mustern und Längen vorrätig. Darauf gründet

die Idee einer ellenlangen Kettenschlange.

D

ie Zahlen, die man bei einem

Rundgang durch die Produktion

von Walter Fischer mitbekommt,

sind schon bemerkenswert. Betriebsfläche:

rund 5000 Quadratmeter. Kettenmaschinen:

mehr als 1000. Jährliches Produktionsvolumen:

bis zu 40 Tonnen. Der weltweit

agierende Kettenhersteller ist auf der Obersteiner

Struth zu Hause und beliefert Großhändler,

Schmuckhersteller sowie Modemarken

mit Ketten in allen erdenklichen

Varianten.

MEHR SILBER

Die „Hauptmaterialien“ sind Messing,

Sterlingsilber und Aluminium. Aktuell beobachtet

Oliver Fischer von der Geschäftsleitung

eine steigende Nachfrage nach

Silber. „Gerade haben wir ein neues Lagerprogramm

mit feinen Collierketten in Sterlingsilber

aufgelegt. Silber macht derzeit

rund 35 Prozent unseres Gesamtvolumens

aus“, erklärt er. Grund genug für eine spontane

Idee: die Herstellung einer silbernen

Riesenkette, welche die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter auf dem Gruppenfoto

symbolisch verbindet.

500 METER LANG

Einmal damit begonnen, entwickelt die Kettenschlange

bis zum Fototermin eine Art

„Eigendynamik“, wird länger und länger.

Am Ende besteht sie aus 25 Kettensträngen

à 20 Meter, hat also eine totale

Länge von 500 Metern, und wiegt circa

120 Kilogramm. Doch die Geschichte fängt

damit erst an, denn Oliver Fischer hat „die

Schlange von der Nahe“ bereits bei „Guinness

World Records“ als längste Kette der

Welt vorgeschlagen. Saraj Morath

www.walter-fischer.de

Eindruck von der Fertigung

mit einigen Mitarbeitern

sowie den beiden Geschäftsführern

Oliver Fischer (r.)

und seinem Vater Jürgen

Fischer (2. v. r.)

GZ plus 05/18 105


handwerk & Design

Horbach

technik

Ein Teil des Teams mit

einigen 3-D-Druckern vor

dem Firmengebäude

106 GZ plus 05/18


Fitte

Truppe

Zur Firma Horbach gehören knapp 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ihr Fachwissen ist elementar für das europaweit bekannte Unternehmen.

Die beiden Chefs: Klaus Müller (r.)

und sein Sohn Christian Müller

Fotos: Martin Glauner

E

in gewisses technisches Verständnis

ist bei Horbach natürlich schon

Grundvoraussetzung, ein Einblick

in die Branche von Vorteil. Doch: „Was wir

tun, gibt es nicht als Ausbildungsberuf.

Deshalb findet man viele Quereinsteiger

bei uns, vom Werkzeugmacher über den

Elektroniker bis zum Flugzeugmechaniker.

Wir setzen die Leute nach Talent ein, das

heißt für die Aufgabengebiete, die ihnen

liegen. Ihr spezifisches Wissen haben sie

sich nach und nach aufgebaut, teils sogar

eigendynamisch weiterentwickelt“, erklärt

Christian Müller von der Geschäftsleitung.

Apropos Wissen: „Mindestens 70 Prozent

des Erfolgs hängen am Fachwissen unserer

zumeist langjährigen Mitarbeiter“, ist

sein Vater Klaus Müller überzeugt.

PROGRESSIVE

AUSRICHTUNG

Der gelernte Goldschmied, Auto- und

Technikfreak übernahm die Firma 1980 als

„Tante-Emma-Lädchen“, wie er sagt. Heute

steht das Familienunternehmen für Technik,

die die Branche voranbringt. Horbach

ist Werkzeug- und Maschinenlieferant,

Schmuckgießerei sowie „Allrounder“ im

3-D-Druck: Anbieter mehrerer Drucksysteme,

Servicepartner, Dienstleister.

Mit dem 3-D-Druck beschäftigen sich

die Müllers und ihr Team schon seit rund

20 Jahren. Anfangs war das Thema mehr

Last als Lust, denn die Technik war noch

nicht ausgereift, die Zielgruppe schwer zu

überzeugen. Weshalb sie trotzdem daran

festhielten, bringt Klaus Müller so einfach

wie einleuchtend auf den Punkt: „Wir

wussten, dass die Welt diese Technik

braucht.“

Saraj Morath

www.horbachtechnik.de

GZ plus 05/18 107


Handwerk & Design

ITA-Goldwaren

Ein großes Lager an

klassischen Schmuckleerfassungen

in Gold

und Platin für alle

Steingrößen bildet die

Basis des Angebots

Der kürzeste Weg

zum Juwel

technik

Wie kann man die in Idar-Oberstein geschliffenen Edelsteine effizienter zu

Schmuckstücken verarbeiten? Die Leerfassungen von ITA-Goldwaren

sind eine Möglichkeit, schneller zum fertigen Juwel zu gelangen.

W

ir sind eigentlich der Traum eines

jeden Goldschmieds und

Juweliers, braucht er doch nur

noch die ausgewählten Edelsteine in die

hochwertigen Schmuckleerfassungen einzuarbeiten“,

sagt Marion Milisenda, die das

Unternehmen in zweiter Generation führt.

„Schmuckschaffenden erlauben wir so ein

viel effektiveres Arbeiten, sparen sie sich

doch den Aufwand, extra eine Fassung zu

schmieden.“ Die Leerfassungen von ITA

werden in handwerklich meisterlicher Qualität

in Italien angefertigt. Klassische Armbänder,

Ringe, Colliers, Anhänger sowie

Ohrstecker aus Platin oder Gold bilden die

Basis des ITA-Angebots. Außerdem gibt es

ein breites Spektrum an jungen, italienischen

Designs, die ständig um die neuesten

Trends ergänzt werden. Gerne fertigt

ITA auch individuelle Schmuckstücke nach

Kundenentwürfen an und übernimmt Fasserarbeiten

sowie andere Goldschmiedeservices.

„Der Trend geht ganz eindeutig in Richtung

klassischer Bereich; vor allem Verlobungs-

und Trauringe sowie Tennisbänder

sind gefragt“, berichtet Marion Milisenda.

„Dort liegt auch unsere Kernkompetenz.“

Für diese klassischen Schmuckstücke verfügt

das Familienunternehmen über ein

reichhaltiges Lager. Alle Modelle sind für

verschiedene Steingrößen sofort abrufbar.

Damit garantiert ITA seinen Kunden einen

schnellen Auswahlservice sowie kürzeste

Lieferzeiten. Ständig werden die besonders

beliebten Solitärmodelle verbessert

und neue Varianten entwickelt. „Insgesamt

sehen wir für unser Angebot eine ganz

deutlich erhöhte Nachfrage“, freut sich die

Unternehmerin.

Gut vernetzt

in der Branche

Idar-Oberstein ist ihrer Ansicht nach immer

noch ein wichtiges Industriezentrum

der Branche, welches alle Gewerke und

Technologien regional bündelt. Sie sieht

deutliche Vorteile in den kurzen Wegen zu

ihren Kunden – sowohl aufgrund der Lo-

Marion Milisenda führt

ITA-Goldwaren in der

zweiten Generation

gistik als auch durch die sehr persönlichen,

direkten Kontakte. Und sie beobachtet zurzeit

aufgrund des Generationenwechsels

eine Aufbruchsstimmung, die auch zur Erneuerung

der ortsansässigen Branche

führt. Doch Marion Milisenda fühlt sich

nicht nur aus geschäftlichen Gründen an

die Edelsteinmetropole gebunden: „Idar-

Oberstein ist für mich vor allem eins: Heimat.

Es ist mein Zuhause – das meiner

Familie, meiner Kinder, meiner Freunde.

Und die Region bietet Entschleunigung

pur, allein aufgrund der vielen Natur.

Kurzum: Ich bin hier verwurzelt.“


Axel Henselder

www.ita-goldwaren.de

108 GZ plus 05/18


SCHMUCK-VALOREN-

VERSICHERUNGEN

Von Deutschlands führendem Versicherungsmakler

1

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www.schwardt.com


Handwerk & Design

Mix

Herbert

Klein

Gaby

Wandscher

Edelsteinen Leben einzuhauchen, das ist das Anliegen

des Ateliers für feine Gravuren Herbert Klein aus Idar-

Oberstein. Das Ergebnis sind fast lebensecht wirkende

Skulpturen – Meisterwerke der Edelsteingravur, die den

weltweiten Ruf der Region begründen. Ausgewählte

Rohsteine verarbeitet der Spezialist zu Einzelstücken,

präzise geschliffen von erfahrenen Experten. Oft dient

dabei die Schönheit der Natur als Inspirationsquelle.

Ein Beispiel sind die Tansanit-Blätter mit Blüten aus

Rubellit. Die Unikate sind

von sehr feiner Qualität und

wirken täuschend echt.

www.herbert-klein.de

Anzeige

Besuchen Sie uns auf folgenden Messen:

GJX TucSon Show 2019

InhorGenTa MunIch 2019

Eine Spezialität der Schmuck- und Edelsteindesignerin

sind Ketten mit Anhängern aus

Porzellan. Der fantasievolle facettenreiche

Schmuck kombiniert unter anderem Meissener

Porzellan mit Edelsteinen und Edelmetallen.

„Mit dem Schmuckmaterial Porzellan habe

ich die Möglichkeit, mich in ganz neuen gestalterischen

Sphären zu bewegen“, sagt Gaby

Wandscher. Die wertigen Schmuckstücke sind

Unikate oder Kleinserien in limitierter Auflage.

Wandscher entwickelt aus verschiedenen

Porzellan-Basismodellen mittels unterschiedlichen

Bearbeitungsmethoden und Kombinationen

mit diversen Edelsteinen, Edelmetallen

und Porzellandekoren ihre Schmuckideen.

Das facettenreiche Gestaltungsspektrum reicht

von verspielt bis zu formal streng, von hart

zu weich – es finden sich bei den Arbeiten

völlig verschiedene Ansätze, ohne jedoch die

Handschrift der Designerin zu verleugnen.

www.gabywandscher.de

Iris hartenberger und Susanne Teiwes Gbr

Tiefensteiner Str. 451· 55743 Idar-oberstein

Tel.: +49 6781 450787 · Fax: +49 6781 450788

www.ht-carvings.de


helmut

wolf

Der Objektkünstler aus Kirschweiler ist mit seinen aufregenden

Gefäßen aus hauchdünnem Edelstein, die alles bis daher Dagewesene

sprengen, mittlerweile zur lebenden Legende geworden.

Sämtliche Objekte von Wolf sind von außergewöhnlicher Dimension

und stellen eine Symbiose aus Schöpfung der Natur, künstlerischer

Gestaltung und exzellentem handwerklichen Können dar.

Doch der Weg vom Rohstein zu einem kunstvollen Gefäß ist mühsam.

Ständig besteht die Gefahr, dass es bei der Bearbeitung zerbricht

und alle Mühen umsonst waren. Oft wird das Objekt über

Wochen noch per Hand poliert, obwohl es schon geschliffen und

zerbrechlich ist. So ist das unbeschreibliche Glücksgefühl zu verstehen,

wenn er die fertige Schale mit dem Daumennagel antippt

und dann ein weit schwingender heller Ton durch den Raum geht.

Sein neuester Coup ist eine Bergkristall-Schale mit seidenmatter

Oberfläche und Blattgold mit naturbelassener Kruste. Für sein Le -

benswerk wurde Wolf am 24. Februar von der Ike und Bernd Roland-

Stiftung Mannheim mit dem Kunst-Ehrenpreis ausgezeichnet.

www.wolf-helmut.de

purple

marsala

rot

GZ plus 05/18 111

lindgranat.com


Rubrik

thema

Rubin-Saphir Objekt

mit Kristallation und Blattgold

39 x 35 x 24 cm

Rubin Rohstein: 140 kg aus Afrika

Jade Stele 85 x 62 x 40 cm

Dieses Rubin-Unikat wurde aus einem Rohstein

von 140 kg gestaltet. Im Inneren und am Fuß

wurden Bergkristallspitzen mit Blattgold

verarbeitet. Durch diese Kombination ensteht

eine verspielte, romantische Perspektive.

Ein Rubin in dieser Größe und Qualität ist

einmalig. Die Bearbeitung des Steines bei

Härte 9 ist mehr als schwierig. Etwa 8 Wochen

werden alleine dafür benötigt, der Schale Glätte

und Politur zu geben. Außerdem bsteht bei ca.

vierzehn Arbeitsgängen jederzeit die Gefahr,

dass der Stein zerspringt.

Lind

Granat

Bestechend durch seine vielfältigen intensiven Farben und seine

einzigartigen Brillanz ist der Granat einer der begehrtesten

Farbedelsteine überhaupt. Bereits der griechische Philosoph

Theophrastos (372–287 v. Chr.) und der berühmte römische

Gelehrte Plinius (23–79 n. Chr.) lobten die warme, rote Farbe

des Granats und nannten ihn „carbunculus“, weil er an glühende

Kohlen (lat. Carbo) erinnert. Seine zeitlose Schönheit

passt zu hochwertigen Schmuckstücken jeder Stilrichtung.

Unter dem Markenzeichen „LindGranat“ bietet der Spezialist

Hermann Lind II perfekte, hochwertige, fein geschliffene Granate

an. Egal ob Großserien oder feine Einzelstücke, der Spezialist

aus Idar-Oberstein garantiert eine besondere Qualität

und ein spezielles Schliffdesign. Hermann Lind II verfügt über

ein großes Rohsteinlager, das es ermöglicht, sowohl die klassischen

Standardschliffe als auch individuelle Sonderschliffe in

jeder gewünschten Größe schnell anzufertigen. Standardgrößen

sind jederzeit ab Lager lieferbar.

www.lindgranat.com

112 GZ plus 05/18


Handwerk & Design

Mix

Esther

Ackermann

Die Absolventin des Fachbereichs

Edelstein- und Schmuckdesign in Idar-

Oberstein fasziniert die Arbeit mit den

Naturwundern schon von klein an. Bereits

in der Werkstatt ihres Vaters hat

sie ihre Liebe zum Edelstein und dessen

Bearbeitung entdeckt. Als gelernte

Goldschmiedin ist ihr das harmonische

Zusammenspiel von Stein und Metall

wichtig. Beide Komponenten sollen

sich zu einem ästhetischen Ganzen

zusammenfügen. Mit ihren Arbeiten

beweist sie das gekonnt immer wieder

aufs Neue.

www.estherackermann.de

H & T

Carvings

Hier geht es um wahre Kunst – die der Edelsteingravur. Nur wenige beherrschen

dieses anspruchsvolle Handwerk noch so wie Susanne Teiwes und

Iris Hartenberger, deren Initialen den Nachnamen des Firmennamens bilden.

Beide sind seit Mitte der 90er-Jahre Meister im edelsteinbearbeitenden

Handwerk. Nach Jahrzehnten gemeinsamen Schaffens gründeten sie 2010

ihre eigene Firma: H & T Carvings. Schnell erregten ihre meisterhaften Werke

die Aufmerksamkeit der Branche. Gemeinsam mit und für ihre Kunden entwickeln

die beiden individuelle Ideen und Lösungen, beispielsweise Tier- und

Menschenporträts in allen denkbaren Techniken wie etwa die vertieft gravierten,

gemalten Bergkristall-Cabochons (Essex-Gravuren), Lagenachate und

Komesso-Gravuren im Halbrelief. www.ht-carvings.de

GZ plus 05/18 113


Projekte & Visionen

Eine Stadt, eine Region

und ihre Zukunft

als Industriestandort.

04

kapitel

Projekte

& Visionen

116 Chinesisches Handelszentrum

120 Masterplan „Vision 2030“

114 GZ plus 05/18


28. Sept. - 01. Okt.

2018

www.intergem.de


projekte & visionen

handelszentrum

Chinatown in

hoppstädten-Weiersbach

Einer der unwahrscheinlichsten Orte der Globalisierung liegt in der pfälzischen

Provinz. In einem Ort mit 3400 Einwohnern entsteht das größte chinesische

Handelszentrum Europas, genannt „Headquarter der Weltfabrik“.

Gut 600 Chinesen leben dort, sie handeln mit Wein, Fitnessgeräten oder

„Alpenluft aus Dosen“ – und verfolgen nebenbei noch andere Ziele.

E

ine Reise in den rheinland-pfälzischen

Landkreis Birkenfeld könnte

kontrastreicher nicht sein. Sie führt

nach Idar-Oberstein, die Edelsteinhochburg

im Nahetal, mit beschaulichen Gassen, in

denen gefühlt jedes dritte Geschäft leer

steht. Sie führt in die Kleinstadt Birkenfeld

in das Büro des Landrats, der in einem klassizistischen

Schlösschen seinen Masterplan

für die Zukunft präsentiert. Sie führt

durch eine Stadt, in der „Erika’s Wollstube“

keine Kundschaft mehr hat, während im

China-Imbiss nebenan die Kassen klingeln.

Und sie führt auf ein ehemaliges Kasernengelände

in Neubrücke, einem Ortsteil

von Hoppstädten-Weiersbach im Landkreis

Birkenfeld. „Work, Leisure, Relax“ („Arbeit,

Freizeit, Entspannen“) steht auf dem Schild,

das den Eingang zur Siedlung Oak Garden,

also dem „Eichengarten“, markiert. Hinter

dem Haus „Hong Kong“ kauern sich niedrige

Wohnblöcke am Waldesrand, sie könnten

an eine sozialistische Mustersiedlung

erinnern – stünden nicht all die Mercedes

und BMW in den Einfahrten. An einigen

Türen hängt noch Weihnachtsdeko, neben

Girlanden mit chinesischen Schriftzeichen.

Die Straßen zwischen den Häusern wie leer

gefegt, erst am Nachmittag werden ein

paar Jugendliche darauf von der Schule

nach Hause schlendern.

Mann mit Visionen:

Andreas Scholz ist

CEO und Initiator des

deutsch-chinesischen

Projekts Oak Garden

Nachwuchs aus Fernost

Früher wohnten in den Häusern US-Soldaten,

die brachten Wohlstand und Geld in

die ört lichen Geschäfte. Als sie abzogen,

gingen Wohlstand und Arbeitsplätze verloren.

Heute zählt Hoppstädten-Weiersbach

zu jenen strukturschwachen Regionen

Deutschlands, die mit dem demografischen

Wandel und einer schlechten digitalen

Infrastruktur zu kämpfen haben. Der

gut 80 000 Einwohner zählende Landkreis

Birkenfeld verliert jährlich etwa 1000 Einwohner.

Vor allem die jungen Leute suchen

ihr Glück woanders.

In Neubrücke aber gibt es viel Nachwuchs.

Auf dem Kasernengelände wohnen

gut 600 Chinesen – sie machen mehr als

ein Fünftel der Bewohner des 3400-Einwohner-Orts

aus. Und sie leben dort nicht

nur, sondern machen auch Geschäfte. 260

Firmen haben im Oak Garden ihren Sitz,

etwa 500 sollen es einmal werden. Das

Projekt ist auf eine Gesamtfläche von

30 000 Quadratmetern ausgelegt. Insgesamt

18 Bürogebäude mit 500 Showrooms

werden hier entstehen, auch ein Hotel,

Res taurants sowie ein Kulturzen trum sind

geplant. „In den nächsten fünf Jahren wollen

wir eines der größten Ausstellungs-,

116 GZ plus 05/18


01

01 Unterstützt wird das Projekt von

Matthias Schneider, Landrat des Landkreises

Birkenfeld 02 Ein Wohnhaus

des Oak Garden auf dem ehemaligen

Kasernen gelände der US-Armee

03 Das dritte Büro- und Ausstellungsgebäude

wird bald fertig sein

02

03

Fotos: Annette Cardinale

Lager- und E-Commerce-Zen tren innerhalb

Europas aufbauen“, so die Vision auf

der Projekt-Homepage. Neben den chinesischen

Unternehmen können auch europäische

Firmen in den Showrooms ihre Ware

präsentieren, einige deutsche Hersteller

aus der Region nutzen das bereits. „Headquarter

der Weltfabrik“ nennen sie hier im

Oak Garden das Handelszentrum.

Gigantisches Projekt

„Unsere Kunden“, sagt Andreas Scholz,

wenn er über die chinesischen Unternehmer

spricht, „handeln mit allem, was man

sich vorstellen kann, nur ein Geschäftsfeld

ist für den Chinesen undenkbar“. Es kommt

vor, dass sie im Container LED-Paletten

nach Europa importieren und im selben

Container zurück geht dann Wein aus der

Region. Die Unternehmer verkaufen ihre

Ware übers Internet oder empfangen in

den Büroräumen Geschäftspartner, die

dort ihre Order schreiben.

Der Oak Garden geht auf Andreas

Scholz’ Kappe, er firmiert als CEO. Gemeinsam

mit seiner chinesischen Geschäftspartnerin

Jane Hou, die er zufällig bei einer

Flugreise kennengelernt hatte, stieß er

2012 das gigantische Investitionsprojekt

an. Mit 25 000 Euro Start kapital stiegen

Hou und Scholz ein, bis jetzt sind 20 Millionen

an privaten Mitteln zusammengekommen

– komplett ohne Sub ventionen. Sie

kauften, renovierten und verkauften die

leer stehenden Gebäude auf dem Kasernengelände

in Hoppstädten-Weiersbach

an Chinesen, die, wie Jane Hou selbst, mit

Im- und Exporten Geschäfte machen. Unter

dem Projektdach des Oak Garden sind

heute verschiedene Unternehmen versammelt:

beispielsweise die Investmentgesellschaft

ICCN GmbH, deren Geschäftsführer

Scholz und Hou sind, und die CCN Investment

& Development AG, die zuständig für

die Bauprojekte und Träger des „Headquarters

der Weltfabrik“ ist.

Andreas Scholz steht unter Strom. An

diesem Tag noch etwas mehr als sonst.

Es ist der Tag, an dem das zweite der 18

Büro- und Ausstellungsgebäude eröffnet

GZ plus 05/18 117


projekte & visionen

handelszentrum

Eine Unternehmerin, die es von China nach

Hoppstädten-Weiersbach zog, ist Christina

Liang. Sie absolvierte zunächst in

Marburg ein betriebswirtschaftliches Studium

und gründete 2011 die Goldene Brücke

GmbH, beheimatet im „Headquarter

der Weltfabrik“. Über eine eigene Internetplattform

vertreibt die Geschäftsfrau deutsche

Produkte wie Fitnessgeräte in China.

Das Kern geschäft von Liang und ihrem

Team aber ist die Unternehmensberatung.

Mehr als 150 chinesische und deutsche

Kunden hat die „Goldene Brücke“ bereits

unterstützt, etwa bei den Themen Steuerrecht,

Inves titionen, Markteintritt oder beim

Erwerb des Verkaufsrechts. „Chinesische

Kunden interessieren sich besonders für

industrielle Maschinen aus Deutschland,

für Küchenprodukte und alkoholische Getränke“,

erzählt Liang. „Zudem wollen viele

chinesische Unternehmer gern in Deutschland

Investitionen tätigen und Unternehmenstransaktionen

durchführen.“ Deutsche

Unternehmer hingegen hätten ein großes

Interesse an chinesischen Alltagsprodukten

und Rohstoffen.

Firmen aus der Region machen schon

jetzt vermehrt Geschäfte mit China. „Mancher

Winzer verkauft inzwischen komplett

seine Charge nach China“, erzählt Schneider.

Und das nächste Projekt ist bereits in

Planung: eine Internetplattform, über die

ausschließlich deutsche Produkte auf dem

chinesischen Markt vertrieben werden solwird

– mit einer deutsch-chinesischen

Kunstausstellung. Gleich werden er und

Matthias Schneider, Landrat des Landkreises

Birkenfeld, auf der Vernissage eine

Rede halten. Auf dem Weg dorthin wird

Scholz den Bürgermeister von Hoppstädten-Weiersbach

treffen, sich kurz austauschen,

nebenbei Mitarbeitern in fließendem

Chinesisch Anweisungen geben. „Wir

versuchen, nach und nach alle Bereiche

der beiden Kulturen abzudecken“, erklärt

Scholz die Kunstausstellung. „Es gibt keine

zwei Länder, die sich so gut ergänzen wie

Deutschland und China.“ Neben der Kultur

investiert man im Oak Garden auch in den

Fußball: In Kooperation mit dem SC Birkenfeld

werden deutsch-chinesische Jugendfußballcamps

angeboten. „Im Bereich Trainerausbildung

möchten wir uns weiter

voranpirschen“, sagt Scholz. „Das ist ein

riesiger Markt in China.“

Sicherer Hafen gesucht

Landrat Schneider wird auf seinen jährlichen

Reisen nach Asien, bei denen er für

das Investitionsprojekt Werbung macht,

häufig von chinesischen Künstlern an gesprochen.

Sie wollen in Deutschland ausstellen,

vor allem aber wollen sie eine Aufenthaltsgenehmigung,

„das ist das Top-

Thema“. Doch warum zieht es so viele

Chinesen in die pfälzische Provinz? Scholz

erzählt immer wieder gern die Anekdote,

wie er 2012 die ersten Interessen ten, die

nach Hoppstädten-Weiersbach kamen, mit

einem Griff zum Wasserhahn überzeugte.

Wie er das Wasser daraus trank und in ungläubige

Gesichter blickte. „In den chinesischen

Großstädten ist das nicht möglich.“

Die Natur, die gute Luft, die günstigen

Immobilienpreise, die Tatsache, dass ein

Schultag in Deutschland viel kürzer ist als

in China – zu diesen Wohfühlfaktoren kommen

die harten Fakten: Da das Wachstum

auf dem Heimatmarkt nachlässt, suchen

chinesische Unternehmer nach neuen Geldquellen

- und finden sie im Westen. In jeder

chinesischen Metropole gibt es Agenturen,

die helfen, ihrem Geld im Ausland eine neue

Heimat zu verschaffen. Auch haben die Geschäftsleute

wenig Vertrauen, dass die chinesische

Regierung in Krisenzeiten Sta bilität

im Land garantieren kann. „Viele haben

Angst um ihr Vermögen und wollen es in

sichere Häfen bringen“, erklärt Schneider

den Reiz von Hoppstädten-Weiersbach.

Und Deutschland hat in China einen

sehr guten Ruf. Im Hunsrück etwa sind

Wohnungen schon ab 90 000 Euro zu haben.

Vor Kurzem hat der Landrat ein Hausbauprogramm

für Chinesen aufgelegt, 100

Einfamilienhäuser sollen entstehen. Im

Festsaal des „neuen“ Schlosses, in dem die

Kreisverwaltung ihren Sitz hat, fand eine

Art Auktion der Häuser statt. „Die Chinesen

standen mit Plastiktüten da und haben das

Geld auf den Tisch gelegt“, erinnert sich

Schneider. „Plötzlich lagen da zwei Millionen

Euro auf dem Tisch.“

Der Zugang zu einem Schengen-

Visum ist auch für die Händler im Oak Garden

von entscheidener Bedeutung, denn

sie sind darauf angewiesen, sich in Europa

frei bewegen zu können. Manche EU-Länder

haben daraus ein Geschäftsmodell

entwickelt – dort sind nur sehr geringe

In vestitionen in Immobilien notwendig,

um ein Schengen-Visum zu bekommen. In

Deutschland ist das deutlich schwieriger,

hier muss mehr investiert und eine Handvoll

Arbeitsplätze geschaffen werden. Ausschlaggebend

ist letztlich das Wohlwollen

der örtlichen Industrie- und Handelskammer,

die die Businesspläne der Interessenten

begutachtet und dem Ausländeramt

eine Empfehlung gibt, ob Aufenthaltsgenehmigungen

erteilt werden sollen.

Im Oak Garden können die Chinesen

nicht nur Immobilien erwerben, sie erhalten

auch zusätzliche Starthilfe. Die Servicepakete

umfassen unter anderem Hilfe

bei der Visa- Beantragung, Übersetzungsdienste

und Consulting.

Seit die Kunden lieber im Internet

shoppen, hat Erika Clerf viel Zeit

zum Häkeln (u.). Ihre „Wollstube“

in Birkenfeld liegt Tür an Tür mit

chinesischen Nachbarn (r.)

118 GZ plus 05/18


02

01

03

01 Anlässlich der Eröffnung des zweiten Bürogebäudes luden Jane Hou (M.),

Gründerin des Oak Garden, und die Unternehmer zu einer Vernissage

02 Chinesische Schriftzeichen vereinen sich an den Haustüren mit Weihnachtsdeko

03 „Alpenluft aus Dosen“ ist eines der Produkte, die nach China verkauft werden

Fotos: Annette Cardinale

len. „Alp Air“, also Alpenluft aus Dosen, ist

eines dieser Produkte, zu sehen in einem

der Showrooms.

„Warum sollte die einheimische Traditionsindustrie,

etwa die Schmuck- und

Edelsteinbranche, diese Verkaufsgelegenheit

nicht nutzen?“, fragt der Landrat. Bei

manchen Unternehmern ist die Skepsis

gegenüber dem Projekt Oak Garden groß.

Er könne das verstehen, sagt Schneider,

gerade im Hinblick auf das Kopieren. „Dass

die Chinesen das eine oder andere

Schmuckstück auseinandernehmen werden,

ist klar. Aber das heißt ja nicht, dass

sie auch die Fertigkeiten hinkriegen, um die

Produkte nachzuahmen.“ Auch Andreas

Scholz kennt die Vorbehalte – wenn er darüber

spricht, wird seine enge Verbindung

zu dem ostasiatischen Land deutlich: „Wir

Chinesen sind immer daran interessiert,

Konflikte zu vermeiden“, sagt Scholz. „Aber

klar, Konflikte gab es in der Startphase.“

Der Landkreis Birkenfeld profitiert von

dem Zuzug aus Fernost. Die Gewerbesteuereinnahmen

kommen schon zu gut

fünf Prozent von den chinesischen Firmen,

und Einkommensteuer zahlen die Neuen

auch. „Wir sprechen von 600 Chinesen, die

hier einkaufen, die hier essen, die hier ihre

Möbel und Autos kaufen – das ist für einen

strukturschwachen Landkreis wie den unseren

ein nicht zu unterschätzender Faktor“,

so Scholz. Ein wichtiger Faktor ist außerdem

der Nachwuchs, um den man sich

im Oak Garden nicht nur mit Sportangeboten

bemüht.

Pflegekräfte aus china

Die ICCN bietet das sogenannte Freshman-Studentenprogramm

an: Junge Leute,

die in China Abitur gemacht haben,

kommen nach Hoppstädten-Weiersbach,

lernen hier Deutsch und können sich anschließend

an einer deutschen Hochschule

einschreiben. Die Teilnehmerzahlen seien

regelrecht explodiert, berichtet Landrat

Schneider, mittlerweile sind es bis zu 300

Freshmen pro Jahr.

Um sie unterzubringen, wird im Oak

Garden gerade ein Studentenwohnheim

gebaut, zudem besteht eine Kooperation

mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld, einem

Außenstandort der Hochschule Trier,

direkt neben dem Oak Garden in Neubrücke.

„Wenn wir keine anderen jungen Menschen

hier haben können, versuchen wir es

eben mit einem zusätzlichen Kulturkreis“,

sagt Schneider.

Und sogar den Pflegenotstand könnten

die Asiaten lösen. Es gebe erste Anbahnungsversuche,

Chinesen in den Landkreis

Birkenfeld zu holen, um sie hier zu

Pflegekräften ausbilden zu lassen, erzählt

Schneider. „Man könnte sie vier bis fünf

Jahre vor Ort halten, um sie dann mit reichem

Erfahrungsschatz zurück in ihre

Heimat zu entsenden.“

Hat das Projekt Oak Garden also Vorbildcharakter?

Der Landrat jedenfalls bekommt

häufig Anfragen von Politikern aus

anderen Landkreisen. Und auch Investoren

aus anderen Ländern wittern ihre Chance.

„Neulich saß ein Unterhändler aus Kuwait

in meinem Büro“, erinnert sich Schneider.

„Der sprach unter anderem von der Errichtung

einer Shoppingmall.“ Im Sommer

wird ein Gouverneur aus Kuwait zu weiteren

Gesprächen nach Birkenfeld kommen.

Die meisten Chinesen aus dem Oak

Garden sind gekommen, um zu bleiben.

Sie engagieren sich in Hoppstädten- Weiersbach

in Vereinen oder beim Deutschen

Roten Kreuz. Im Kindergarten kommt fast

jedes fünfte Kind aus China. Der Schlachter

im Ort hat sich längst auf die neue

Kundschaft eingestellt und bietet vermehrt

Innereien an. „Die Chinesen beißen

nicht“, sagt Schneider, „das muss man

einfach wissen“. Mit der Integration, so

hört man hier einstimmig, gebe es keine

Probleme. Auch im nahe gelegenen Birkenfeld

gehören die Chinesen mittlerweile

zum Stadtbild. Neben einem der vielen

Asia-Imbisse im Ort hat „Erika’s Wollstube“

ihren Sitz. Kundschaft verirrt sich in

Zeiten des Internetshoppings nur noch

selten dorthin, und so bleibt Inhaberin

Erika Clerf viel Zeit zum Häkeln. Die Chinesen

stören sie überhaupt nicht, sagt Clerf.

„Nur kaufen könnten die mal was.“


Swantje Friedrich

GZ plus 05/18 119


Projekte & Visionen

Stadtentwicklung

Masterplan

für die Zukunft

Idar-Oberstein ist finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Umso wichtiger war es

Oberbürgermeister Frank Frühauf, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal

genutzt werden. Das Ergebnis: der Masterplan „Vision 2030“.

D

er Masterplan „Vision 2030“ soll

die Stadt Idar-Oberstein als Zentrum

der Nationalparkregion aufwerten.

„Es gab bereits eine ganze Reihe

von Gutachten, die sich mit der Stadtentwicklung

beschäftigten“, erinnert sich

Oberbürgermeister Frank Frühauf. „Doch

wir brauchen nicht nur Gutachten, sondern

einen Masterplan, in dem jeder Bürger erkennen

kann, welche nächsten konkreten

Schritte anstehen und was bereits geleistet

wurde“, sagt er. Ziel sei es gewesen,

einen realistischen sowie zielorientierten

Masterplan für die Entwicklung der Stadt

aufzustellen. Idar-Oberstein soll regional

und überregional als „der Edelstein der Nationalparkregion“

wahrgenommen werden.

Und dieser Masterplan wurde 2016

mit eigenen Kräften gestemmt. Mitarbeiter

aus Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing,

Stadtplanung und Kämmerei erarbeiteten

ihn und pflegen ihn auf einer speziellen

Internet-Seite. „Jeder soll nachvollziehen

können, dass sich hier etwas bewegt“, betont

Frühauf. Was sich konkret alles bewegt,

konnte man am 5. Mai dieses Jahres

erkennen, dem „Tag des Städtebaus“. Dort

wurden drei Projekte eröffnet: der umgebaute

Bahnhof, die neue Stadtbibliothek

und das renovierte Industriedenkmal Bengel,

dessen vollständige Sanierung Mitte

2018 abgeschlossen sein soll.

Klares Profil

gefragt

Drei elementare Aufgaben wurden als

wesentlich für einen erfolgreichen Entwicklungsprozess

herausgearbeitet. Profilierung:

Demnach benötigt die Stadt Idar-

Oberstein ein klares Profil, das nach außen

kommuniziert werden kann. Im Fokus

steht die Einzigartigkeit als Edelstein- und

Schmuckstadt sowie als Nationalparkstadt.

Bündelung der Kräfte: Die vorhandenen

Potenziale sollen in eine gemeinsame

Richtung gelenkt werden, ins be -

sondere durch die Zusammenarbeit der

Bürger, der Unternehmen und der Verwaltung.

Gemeinsame Regionalentwicklung:

Idar-Oberstein sieht sich als Teil der Region

sowie als Bindeglied zwischen Naheland

und Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Die Pro filierung der Stadt soll auch

die Entwicklung in der gesamten Region

voranbringen. Deshalb wird eine gemeinsame

Regionalentwicklung ohne Kirchturmdenken

angestrebt.

Das sind hehre Ziele, aber Papier ist ja

bekanntlich geduldig. Doch die Stadt hat

auch Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen,

dass die Ideen nach und nach

realisiert werden. Der Masterplan wird

kontinuierlich fortgeschrieben und regelmäßig

im Rat behandelt, außerdem wird

der Sachstand der Maßnahmen aktualisiert.

Ein erster Zwischenstand wurde im

Mai 2017 erarbeitet, ein zweiter Ende des

vergangenen Jahres.

Viele Projekte gehen voran, so wurden

etwa die Probleme rund um die neuralgische

Hertie-Immobilie gelöst. Ein neuer

Magnet für die Innenstadt soll dort entstehen:

der Modepark Röther. Die Umbaumaßnahmen

sind bereits angelaufen,

Fotos: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

120 GZ plus 05/18


Gute Aussicht:

Blick auf den Stadtteil Oberstein

dabei wird auch das Parkhaus „Auf der

Idar“ saniert. Auch weitere leerstehende

Handelsimmobilien sollen vermittelt werden.

Die Planungen für die Modernisierung

des Rampengebäudes als Nahe-Passage

sind abgeschlossen, zwischenzeitlich wurde

mit dem Umbau begonnen. Als erste

Maßnahme hierzu wurde ein neuer Aufzug

eingebaut, der die barrierefreie Überquerung

der Nahe-Überbauung gewährleistet.

Bündelung von

ressourcen

Im Bereich Tourismus konnte die Kooperation

zwischen der Verbandsgemeinde

Herrstein und der Stadt Idar-Oberstein realisiert

werden. Unter der neuen touristischen

Marke „EdelSteinLand“ schufen die

Städte eine gemeinsame Tourist-Information

mit der zentralen Aufgabe, eine effektivere

Vermarktung der Region durch

Bündelung von Ressourcen und Synergieeffekten

zu erreichen. Im Mai wurden die

Themenwege „Edelsteinweg“ und „Bengelweg“,

die im Rahmen des Projekts „Aktive

Stadt“ entstanden, eingeweiht. Außerdem

wurde der Magnolienhain im Garten des

Gedenkens mit Unterstützung des Landkreises

Birkenfeld sowie des Vereins „Offene

Gärten“ angelegt und weiterentwickelt.

Ein Grundproblem im gesamten Landkreis

Birkenfeld ist neben dem demografischen

Wandel der absehbare Fachkräftemangel.

Hier setzt das Projekt „jobzzone“

an, das in diesem Jahr in seine dritte Auflage

geht. Ziel ist es, Schülern aus dem

Kreisgebiet, die vor ihrem Abschluss stehen,

die beruflichen Möglichkeiten, die der

Kreis Birkenfeld und die Stadt Idar-Oberstein

zu bieten haben, ins Bewusstsein zu

rufen und die jungen Menschen so zum

Verbleib in der Region zu bewegen. Einem

ähnlichen Zweck dient auch das Projekt

„Jump !O“ des Jugendamtes, mit dem eine

bessere Einbindung der Jugendlichen in

die städtischen Prozesse erreicht werden

soll. Um die Versorgungslücken im Land

zu schließen, beteiligt sich die Stadt zudem

am Cluster „Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz

im Landkreis Birkenfeld“.

Noch stehen eine Menge Projekte auf

der To-do-Liste. Doch bis 2030 werden

auch noch einige Jahre ins Land ziehen.

Zeit also, die verbleibenden Projekte anzugehen

und Idar-Oberstein fit für die Zukunft

zu machen. Swantje Friedrich

Joachim Köls, Direktor Kreissparkasse Birkenfeld; Landrat Dr. Matthias Schneider; Verleger Matthias Ess;

Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach; Michael Dietz,

Wirtschaftsförderung Landkreis Birkenfeld; Oberbürgermeister Frank Frühauf; Holger Baeskow-Ripp,

Wirtschaftsförderung Idar-Oberstein; Jürgen Schmidt, Vorstand Volksbank Hunsrück-Nahe eG; Hubert Paal,

Leiter Jobcenter Landkreis Birkenfeld

GZ plus 05/18 121


achwagge

Die Gesangsgruppe Bachwagge

For Ejrada

Mädche

Die Musikgruppe Bachwagge singt Mundartlieder in Idarer Platt und

besteht aus knapp einem Dutzend Idar-Obersteinern. Dazu gehören

unter anderem Michael Thiel und Wolfgang Schapperth von der Firma Giloy

sowie Schmuckunternehmer Hans Dieter Krieger.

D

as erste Lied der 2015 erschienenen

CD heißt wie deren Titel: „Ejra

ess Ejra“, was auf Hochdeutsch

„Idar ist Idar“ bedeutet. Demnach sind das

„Ejrada Mädche“ ein Idarer Mädchen und

„Schleffersch Trahm“ des Schleifers Traum:

„So lautet der Name eines Branntweins,

der früher mal hier hergestellt wurde“, sagt

Hans Dieter Krieger lachend.

Die Gesangsgruppe entstand aus der

Motivation heraus, „den hiesigen Dialekt,

der bei jungen Leuten kaum noch bekannt

ist, zu erhalten und einem bunt gemischten

Publikum zugänglich zu machen“, erklärt

Hans Dieter Krieger.

VIELE

AUFTRITTE

Das Singen macht ihm Spaß, vor allem bei

den Auftritten, von denen es seit der Gründung

im Jahr 2005 jede Menge gibt: „Wir

hatten schon Konzerte bei der Bundesgartenschau

in Koblenz, beim Bundestreffen

der Karnevalsprinzen in Bad Ems und auf

dem Mainzer Weihnachtsmarkt, wo man

uns auch dieses Jahr findet. Zudem sind

wir auf vielen Dorffesten der Region anzutreffen“.

Übrigens hat die Formation auch

Weihnachtslieder sowie Schlager im Programm,

ihr Name im weitesten Sinn etwas

mit Schleifen zu tun: „Bachwagge“ sind

Steine aus dem Bachlauf, die im Lauf der

Zeit vom Wasser rundgeschliffen wurden.


Saraj Morath

www.bachwagge.de

Foto: Bachwagge

122 GZ plus 05/18

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