Wirtschaftskraft_280618

hallomuenster

WIRTSCHAFTS

KRAFT

Das Magazin der

nordwestdeutschen

Unternehmen

Ausgabe Juni/Juli 2018

Starke Unternehmen aus den Wirtschaftsregionen

Oldenburg

Osnabrück

Emsland

Grafschaft Bentheim

Münster

Ein Gemeinschaftsprodukt der Verlage


Mitten im Grünen

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WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 3

Editorial

Inhalt

Mit Ideenreichtum und ausgeprägtem Unternehmergeist

tragen starke Firmen im Nordwesten

dazu bei, dass sich eine überaus zukunftsorientierte,

produktive und lebenswerte Region entwickelt. Ihre

innovative Wirtschaftskraft sorgt für eine vielfältige

Unternehmenslandschaft quer durch alle Branchen.

Der Norden punktet mit überwiegend kleinen und mittelständischen

Unternehmen. Sie sind größtenteils

inhabergeführt und zeigen sich äußerst kreativ und

gut vernetzt. In dieser Beilage stellen wir besondere

Erfolge und Geschichten vor, präsentieren Unternehmen,

die sowohl weltweit agieren als auch auf regionale

Verantwortung setzen. Ihr Erfolgsrezept ist die

gelungene Balance zwischen Tradition, digitaler Technik

und experimentellem Zeitgeist – auch im Bildungswesen.

Allen gemeinsam ist der Mut und die

Verantwortung, über den Tellerrand zu schauen und

den Nordwesten weiter voranzubringen.

Torsten Hillje

Projektleiter

OLDENBURG

HAWART setzt weltweit Windkraft

in Bewegung...........................................4

Multikulturelle Backstube bringt

Müller & Egerer nach vorn........................5

Herkunft, Heimat und Tradition

bei der Rügenwalder Mühle......................6

Nachwuchs der August Brötje-Werke

holt Bundestitel......................................7

Ideenschmiede für Metall und Glas

weltweit auf Erfolgskurs...........................8

OSNABRÜCK

Landtechnik weiter auf

der Sonnenseite............................9–12

Echterhoff-Baugruppe

auf Erfolgskurs............................14–15

Verbraucher setzen immer mehr auf

ausgewählte Tropfen ........................16

Die emco Group: Mit Innovation und

Design international ausgezeichnet....17

Suche nach Fachpersonal für

Kämmerer eine der größten

Herausforderungen...........................18

MÜNSTER

Wo Exzellenz immer wieder

nachwächst................................20–21

Ein Erbe, das verpflichtet.............22–23

Impressum

MÜNSTER

Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG

Soester Straße 13, 48155 Münster

Geschäftsbereich: Media & Sales

Anzeigenleitung: Herbert Eick

OSNABRÜCK

Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG

Breiter Gang 10–16, 49074 Osnabrück

V.i.S.d.P.: Ralf Geisenhanslüke

Anzeigen-/Werbeverkauf:

MSO Medien-Service GmbH & Co. KG

Große Straße 1–19, 49074 Osnabrück

Geschäftsführer: Sven Balzer, Sebastian Koch (V.i.S.d.P.)

NORDHORN

Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG

Coesfelder Hof 2, 48527 Nordhorn

Verlagsleiter: Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Matthias Richter

Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Jochen Anderweit

OLDENBURG

Nordwest-Zeitung

Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Postfach 2525 · 26015 Oldenburg

Geschäftsführung: Harold Grönke

Leitung Geschäftskunden: Bodo M. Bauer

Gesamtrealisierung:

Projektleitung: Torsten Hillje

Redaktion: Swantje Sagcob

Tel. 0441/9988 – 4661

anzeigen-redaktion@nwzmedien.de

Satz und Gestaltung: NWZ Anzeigenproduktion

Druck:

WE-Druck GmbH & Co. KG

Wilhelmshavener Heerstraße 270

26125 Oldenburg

Auflage: 60.650 Expl. (Verlagsangabe)


Seite 4 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Mit Windkraft in Bewegung

Sondermaschinen von HAWART in der ganzen Welt gefragt

VON DIRK WIETING

Das mittelständische Unternehmen

im Maschinenund

Anlagenbau HAWART in

Ganderkesee (Landkreis Oldenburg)

macht dem Namen

„Made in Germany“ alle Ehre.

Nicht umsonst sind Produkte

aus dem Hause HAWART in vielen

Ländern sehr gefragt und

geschätzt.

„Wir sind ein führender Hersteller

von Fertigungssystemen und

Logistikkomponenten für die

Windenergie-Branche und dazu

kommen viele weitere Produkte.

HAWART ist international

ausgerichtet und sowohl im Serien-

als auch im Projektgeschäft

tätig“, erklärt Dipl. Ing.

Willy Körner.

Erfolgsgeschichte

seit 25 Jahren

HAWART Rotorblatttransportgestelle für den Offshore-Bereich.

FIRMENBILD

Gegründet wurde die Firma HA-

WART 1987 in Bremen von Rolf

Hartmann, als „Handel mit Waren

aller Art“. Schon ein Jahr

später erfolgte der Umzug nach

Ganderkesee (Handwerksweg),

dem heutigen Firmensitz. Die

noch junge Firma übernahm

zum Beispiel beim Bau des

Windparks Cuxhaven den

Transport der Anlagen-Komponenten

und deren Montage.

Hier kreuzten sich zum ersten

Mal die Wege von HAWART und

Willy Körner. Beim Auftraggeber

MBB war er der Projektleiter für

den Bereich „Windenergie“.

Genau am 8.8.1988 wurde der

Windpark Cuxhaven in Spieka-

Neufeld mit 25 Windrädern eröffnet.

Ihre Höchstleistung betrug

55 Kilowatt. Heute sind

moderne Anlagen 100-mal so

leistungsfähig. Kurze Zeit nach

Fertigstellung des Windparks

schloss MBB die Abteilung

Windenergie.

1992 hatte HAWART-Gründer

Rolf Hartmann einen schweren

Verkehrsunfall. Die Firma

musste weiterlaufen und so rief

Ehefrau Charlotte Hartmann bei

Willy Körner an. Er nahm sich

Bernd Kläner aus Immer zur

Seite und beide leiteten das

Unternehmen. Als sich abzeichnete,

dass Rolf Hartmann

Sie sind für das Unternehmen HAWART verantwortlich (v.l.):

Reinhard Bonke, Dipl.-Ing. Willy B. Körner und Bernd Kläner.

arbeitsunfähig bleiben würde,

machte er den beiden ein Kaufangebot.

Willy Körner und Bernd Kläner

übernahmen HAWART zum 1.

Juni 1993, also vor 25 Jahren.

Anderthalb Jahre später trat mit

Reinhard Bonke der dritte Geschäftsführer

und Anteilseigner

ins Unternehmen ein. Während

Reinhard Bonke und Bernd Kläner

für Fertigung und Montage

verantwortlich waren, konzentrierte

sich Willy Körner auf den

kaufmännischen Part und die

Betreuung der Kunden. Die Zahl

der Mitarbeiter steigerte sich in

den letzten 25 Jahren von 8 auf

aktuell 90 Mitarbeiter.

Windenergie bildet

wichtigstes Standbein

In der Anfangszeit profitierte

HAWART vom direkten Nachbarn,

der damaligen Umweltschutz-Nord

GmbH. Hier wurden

die Wartung der Maschinen, sowie

die Instandsetzung der Container

übernommen. Beim Bau

zweier Kompostwerke war HA-

WART ebenfalls beteiligt.

„1994 wurden wir zum „Zaunkönig“

und dieser Auftrag war

ein großer Impuls für unser

Unternehmen“, blickt Willy Körner

zurück. Bei HAWART wurden

Sicherheitszäune für Gleisbaustellen

gefertigt und das für

eine Strecke von ca. 40 Kilometern.

Ebenfalls zum Leistungsspektrum

gehören heute Fahrgastunterstände

für Bus und

Bahn.

„Mitte der neunziger Jahre

frischte der Wind wieder auf“,

erzählt Willy Körner. Der Bereich

Windenergie gewann für

HAWART nun immer mehr an

Bedeutung. Unter anderem lieferte

das Ganderkeseer Unternehmen

die Fertigungsmittel für

den Rotorenbau bei A & R Rotec

in Lemwerder, einer Tochter von

Abeking & Rasmussen. „Mit der

Zeit wurden die Formen immer

größer und schwerer“, erklärt

Willy Körner die Entwicklung.

Weltweit gefragt ist HAWART-

HINGE (Scharnier), ein hydraulisches

Wendesystem für Rotorblattformen.

Diese Konstruktion

ermöglicht es, die beiden

separat hergestellten Hälften

eines Rotorblattes aufeinander

zu klappen und zu verkleben. Je

nach Länge des Rotorblattes

produziert der Betrieb die Stahlunterbauten

in Längen von über

60 Meter, ausgestattet mit

einem bis zu fünf Scharnieren.

Viele dieser Fertigungssysteme

wurden und werden auch noch

heute weltweit verkauft, unter

anderem in Amerika, Asien und

Australien.

Die Produktion für die Windenergie

macht heute ca. 85 Prozent

bei HAWART aus und ist somit

das wichtigste Standbein

des Unternehmens. Nach dem

Motto: „Wer nicht mit der Zeit

geht, geht mit der Zeit“, hat sich

Firma HAWART für die Zukunft

aufgestellt. „Wir rüsten uns

unter anderem für die Offshore-

Windparks“, erklärt Geschäftsführer

Willy Körner.


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 5

Die Herkunft spielt hier keine Rolle

Weltoffene Wertschätzung in der Backstube von Müller & Egerer

VON SWANTJE SAGCOB

Internationale

Willkommenskultur

unabhängig von Herkunft,

Hautfarbe, Kultur und Religion

gehört bei der Bäckerei

und Konditorei Müller & Egerer

schon seit jeher zur Firmenphilosophie.

„Ohne dieses unternehmerische

Konzept würde

unser Unternehmen nicht mehr

bestehen“, weiß Geschäftsführer

Jan-Christoph Egerer. Derzeit

beschäftigt das Rasteder

Unternehmen, das bereits

2011 mit dem Oldenburger Integrationspreis

ausgezeichnet

wurde, 85 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter aus 29 Nationen,

die (noch) nicht über eine deutsche

Staatsbürgerschaft verfügen.

Ob aus Albanien, Italien, Syrien,

Japan, Pakistan, Togo oder Vietnam

– in der Backstube, im Vertrieb

oder Verkauf herrscht bei

Müller & Egerer nicht nur stets

rege Betriebsamkeit, es geht

unter den insgesamt 707 Mitarbeitern

auch zwischenmenschlich

hoch her – in sehr

positivem Sinne. Die konzentrierte

Arbeitsatmosphäre zeichnet

sich durch ein fröhlichfreundliches

und respektvolles

Miteinander aus: Hier wird Integration

beispielhaft und vorbildlich

gelebt, weil sich die

mentale Haltung durch die gesamte

Unternehmensstruktur

zieht. Wenn der Chef durch

die Abteilungen streift, entsteht

keine ehrfurchtsvolle Anspannung,

vielmehr gibt es ein fröhliches

Hallo – oder Moin Moin!

„Wenn wir uns nicht schon vor

langer Zeit für diese Thematik

geöffnet hätten, gäbe es am

Wochenende keine warmen

Brötchen mehr“, ist sich Jan-

Christoph Egerer auch bewusst.

Das familiengeführte Rasteder

Traditionsunternehmen mit

einem Filialnetz von Wilhelmshaven

über Oldenburg bis in die

Hansestadt Bremen wächst

sehr stark, der Arbeitsmarkt hat

sich in den letzten Jahren aber

ebenso stark verändert. „Wir

brauchen permanent neue Mitarbeiter,

wenn wir am Markt bestehen

wollen“, hat der 51-Jährige

nicht zuletzt auch sein Ziel

vor Augen, „die beliebteste

Handwerksbäckerei in unserer

Region“ zu werden. Dabei reduziert

der erfolgreiche Unternehmer

dieses Konzept nicht nur

auf das Thema Integration aus-

Multikulturelles Miteinander prägt das Arbeitsklima in der Backstube

ländischer Mitbürger, sondern

auch auf das Potenzial von jungen

deutschen Heranwachsenden

aus einem sozial schwachen

Umfeld, die beispielsweise

keinen Schulabschluss haben.

Letztlich zählt die mentale

Haltung auf beiden Seiten, um

mit dem Prinzip Vertrauen und

Verantwortung gemeinsam erfolgreich

zu sein.

„Ich möchte die Frage der Leistungsbereitschaft

und Loyalität

nicht nach Nationen trennen.

Jeder, der seine Kompetenzen

und seine Einsatzbereitschaft

mitbringt und dieses offene

Konzept mitträgt, ist bei uns

Jan-Christoph Egerer

BILD: GAYER FOTOGRAFIE

willkommen. Wir schauen nicht

auf Herkunft, Hautfarbe oder

Religion“, betont Egerer. Das

Mit- und Füreinander zahlt sich

aus: In der Lust am Schaffen,

das durch einen verantwortungsvolles

und zwischenmenschlich

entspanntes

Arbeitsklima geprägt ist, und im

geschäftlichen Erfolg. Das weltoffene

Prinzip von stets fairem

Geben und Nehmen hat darüber

hinaus einen ganz besonderen

Effekt: Respektvolle Dankbarkeit

beim wortwörtlich täglichen

Broterwerb.

„Ausgezeichnete“

Integration

Natürlich gilt in einem wachsenden

Großbetrieb das Leistungsprinzip.

Und gelebte Integration

stellt eine große Herausforderung

für Unternehmen dar. Die

Erfahrung zeigt, dass sich dieser

intensive, aber vorübergehende

Mehraufwand für beide

Seiten auszahlt. „Wer Leistung

bringt und zuverlässig ist, wird

von uns mit allen Mitteln gefördert“,

betont Dagmar Bunjes,

die sich fast mütterlich für ausländische

Heimatsuchende engagiert.

Die Personalerin kümmert

sich um alle formalen

Maßnahmen für eine gelingende

Integration, beispielsweise

wenn Sprachunterricht oder

Unterstützung bei der Beschaffung

von Aufenthaltsgenehmigungen

oder Arbeitspapieren

BILD: GAYER FOTOGRAFIE

Nicht nur in den heute 58

Filialen wird bestmögliche

Qualität und freundlicher

Service gelebt, auch in

der Belegschaft zählt eine

weltoffene Wertschätzung,

bringt Jan-Christoph

Egerer das Erfolgskonzept

der traditionellen Handwerksbäckerei

in 3. Generation

auf den Punkt.

notwendig ist. Und das Wichtigste:

Alle werden unabhängig

von ihrer Herkunft gleich behandelt

bei Bezahlung und Sozialleistungen.

Was mit dem ersten

türkischen Gastarbeiter vor 30

Jahren begonnen hat, ist bei

Müller & Egerer heute zu einer

multikulturellen Belegschaft gewachsen,

die zur innovativen

Entwicklung eines regionalen

Traditionsunternehmens beiträgt

– und ein „ausgezeichnetes“

Integrationskonzept, das

Willkommenskultur vorbildlich

lebt.

Ein gelungenes Beispiel in

unserer Region Oldenburger

Land, in der bereits viele weitere

Unternehmen erfolgreich auf

ausländische Fachkräfte setzen.

Wenn die Einheimischen

die grenzenlose Offenheit nicht

als Konkurrenz und Überfremdung,

sondern als Chance und

Menschlichkeit begreifen, haben

alle gewonnen.

P @ www.mueller-egerer.de


Seite 6 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Über 180 Jahre Rügenwalder Mühle

Beste Qualität, handwerkliche Tradition seit 1834 und innovative Produktpolitik

VON SWANTJE SAGCOB

Es ist ein Familienunternehmen

alter Tradition – und

einer Heimat ursprünglich in

Pommern. In Rügenwalde (heute

Darlowo/Polen) wurde die

Metzgerei Carl Müller 1834 als

kleines Ladenlokal für feine

Fleisch- und Wurstwaren gegründet,

heute ist das mittelständische

Familienunternehmen mit

seinem Produktionsstandort in

Bad Zwischenahn national gut

aufgestellt. Besonders die innovative

Veggie-Linie hat dem Ammerländer

Unternehmen als

Marktführer in diesem Segment

neue Perspektiven eröffnet.

Auch in der Führungsetage sind

im letzten Jahr die Weichen für

eine erfolgreiche Zukunft gestellt

worden: Mit Lothar Bentlage

und Godo Röben haben zwei

langjährige Prokuristen in die

Geschäftsführung gewechselt,

die Christian Rauffus von 1979

bis 2017 in der sechsten Unternehmensgeneration

erfolgreich

innehatte. Jetzt stellt er u.a. mit

seinem Sohn Gunnar im neuen

Aufsichtsrat die Fortführung des

Familienbetriebes sicher.

„In die Tradition wächst man hinein

und sie bettet einen auch

ein“, weiß der Aufsichtsratsvorsitzende

Christian Rauffus aus

eigener Erfahrung. Sein Großvater

hat noch in Rügenwalde

Wurst hergestellt. Erst kurz vor

Kriegsende musste die Familie

von Carl Friedrich Müller vor der

Roten Armee flüchten, im Gepäck

die wertvollen Rezepturen

– insbesondere seiner Rügenwalder

Teewurst und der Pommerschen

Leberwurst, die

Reifekontrolle der Groben Teewurst

schon im gesamten Deutschen

Reich verschickt worden waren

und auch später – in der neuen

Heimat – das Unternehmen in

Niedersachsen bekannt und

groß gemacht haben.

Von Heimat(en)

und Traditionen

Mit wenigen Habseligkeiten ist

die Familie Müller im Herbst

1945 ins Ammerland geflüchtet.

Die Kriegsflüchtlinge waren

damals in der Bevölkerung nicht

gerade willkommen; die Flüchtlingsströme

heute sind auch viel

diskutiert.

Veggie Schinken Spicker – ein Blick in den Kutter.

BILD: RÜGENWALDER

Wie kann eine neue Heimatverbundenheit

überhaupt entstehen?

Thomas Ludwig, Marketingleiter:

Es gibt in der Flüchtlingsthematik

grundsätzlich eine Parallele:

Heimat ist veränderlich.

Wer aus seiner alten Heimat

vertreiben wird und aufbricht,

eine neue Heimat zu finden, hat

es anfangs nie leicht. Entscheidend

ist, dass zur Zeit der

Flucht und Neuansiedlung von

Rügenwalder alle Existenzängste

hatten: die beheimatete Bevölkerung,

die vor dem Nichts

stand, und die Geflüchteten,

die ihre Heimat verloren hatten.

Heute sind die Voraussetzungen

ganz anders.

Wie definiert die Rügenwalder

Mühle heute ihre Herkunft?

BILD: RÜGENWALDER

Das Unternehmen hat zwar seinen

Ursprung in Pommern, aber

ihre Heimat ganz klar im Ammerland

gefunden. In einzelnen

Produktnamen spiegelt sich

noch die Herkunft wider und in

den Geschichten, die noch von

früher bekannt sind und weiter

erzählt werden. Verbunden sind

beide Heimaten durch die geografische

Lage im Norden, die

sich auch in der Mühle, damals

nur als Logo und heute auch als

Bauwerk wiederfindet. Für eine

Marke ist es wichtig, eine regionale

Heimat zu haben.

Gabriele Soballa, Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit: Die Wurzeln

vergisst man nicht, man

wurzelt wieder neu. Das gilt für

Menschen wie für Unternehmen.

Die Geschichte der Rügenwalder

Mühle hat in Pommern

begonnen, im Ammerland

erzählen wir sie weiter und hier

haben wir unsere Heimat gefunden.

Die Rügenwalder Mühle ist regional

stark im Norden beheimatet,

war aber von Anfang an

national unterwegs. Wei sieht

es mit internationalen Ambitionen

aus?

Thomas Ludwig, Marketingleiter:

Mit dem Ammerländer Produktionsstandort

ist der Bekanntheitsgrad

in der Region

besonders stark ausgeprägt,

aber die Marke ist national bekannt.

In der Tat sind wir ein

klassisches deutsches mittelständisches

Familienunternehmen,

aber unser Exportvolumen

ist noch ausbaufähig, insbesondere

auch die erfolgreiche neue

Veggie-Linie. Trotzdem machen

unsere Klassiker Rügenwalder

Teewurst und Pommersche

Gutsleberwurst immer noch etwa

die Hälfte der Tonnage aus.

Tradition und Innovation liegen

hier eng beieinander.

P @ www.ruegenwalder.de


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 7

Bundessieger kommen aus Rastede

Nachwuchs der August Brötje-Werke holt deutschen Titel in den Norden

Historie

1919 wird das Unternehmen

von August Brötje (1893-1937)

gegründet.

Ab 1925 fertigt Brötje nach

einer Produktionsumstellung

Radiatoren aus Stahl (Zick-

Zack-Heizkörper), zuvor wurden

sie aus Gusseisen hergestellt.

1936 beginnt die Produktion

der ersten Stahlheizkessel.

Während des Zweiten Weltkrieges

kauft das Unternehmen

Brötje in Kleinenfelde zwischen

Bahnhof und Hostemost ein Gelände,

auf dem nach und nach

neue Werksgebäude entstehen

– der heutige Standort.

Das Brötje Team freut sich über den 1. Platz auf Bundesebene (v.l.n.r.): Jan-Marken Schön,

Marcel Plois, Tom Schedemann und Jona Krüger. (nicht auf dem Foto: Tim Wilken). BILD: JONA KRUEGER

VON SWANTJE SAGCOB

Die Sieger kommen aus

dem Landkreis Ammerland:

Beim bundesdeutschen

Finale des Wirtschaftsplanspiels

„Playbizz“ hat das Auszubildenden-Team

der Heizungsbaufirma

August Brötje

GmbH aus Rastede Anfang Juni

den Titel geholt.

Das Wirtschaftsplanspiel „Playbizz“

gibt es seit 2010 bundesweit.

Es ist ein Angebot der Bildungswerke

der Wirtschaft, in

Niedersachsen des Bildungswerks

der Niedersächsischen

Wirtschaft (BNW) – in Kooperation

mit Arbeitgeberverbänden.

Auszubildende schlüpfen dabei

in die Rolle von Managern, müssen

Risiken abwägen und Wettbewerbssituationen

analysieren,

um kluge unternehmerische

Entscheidungen zu treffen

– etwa zu Beschaffung, Produktion,

Vertrieb, Personal und Finanzen.

Verantwortung wie in

einem „richtigen“ Unternehmen

– inklusive Unsicherheit und

Zeitdruck.

Das digitale Lernformat kommt

bei den Jugendlichen gut an.

Denn „Playbizz“ ist ein sogenanntes

Fernplanspiel, es verbindet

die Auszubildenden online

miteinander. Die teilnehmenden

Teams erhalten ein

Handbuch und Zugangsdaten

zur Website des Online-Planspiels.

Auf der virtuellen Oberfläche

erarbeiten sie Entscheidungen,

die sie virtuell an die

Spielleitung senden.

Brötje Heizung hatte seinen

Auszubildenden zum zweiten

Mal die Möglichkeit eröffnet, an

„Playbizz“ teilzunehmen. Die

Brötje-Auszubildenden Tom

Schedemann, Jan-Marken

Schön und Jona Krüger hatten

sich zuvor gegen 53 Teams ins

Landesfinale qualifiziert, in dem

sie ihre vier Konkurrenten-

Teams besiegten.

Im bundesdeutschen Finale

machte es der Rasteder Nachwuchs

spannend bis zum

Schluss: Nach vier Entscheidungsrunden

konnte sich das

Team der August Brötje GmbH

dank analytischer Denkerfolge,

ausgezeichneter Teamfähigkeit

und strukturiertem Arbeiten

vom vierten auf den ersten Platz

vorarbeiten und damit überglücklich

den Titel und Pokal

nach Niedersachsen holen. Damit

haben die vier Sieger auch

bewiesen, dass sich betriebswirtschaftliche

Zusammenhänge

statt aus Lehrbüchern noch

effektiver lernen und quasi erleben

lassen, indem man einfach

selbst ein Unternehmen steuert

– auch wenn es nur ein simultanes

Planspiel bleibt. Die „Manager

von morgen“ haben sich zumindest

solide Schlüsselqualifikationen

für ihre weitere Berufskarriere

erarbeitet.

Den zweiten Platz belegte das

Team der Fries Holzsysteme

GmbH aus Schleswig-Holstein.

Dritter wurde das Team der Pfisterer

Kontaktsysteme GmbH

aus Baden-Württemberg. Ebenfalls

im Bundesfinale standen

Max Lamb GmbH & Co. KG (Bayern)

und ETS Elektrotechnische

Großhandels- und Service

GmbH (Sachsen). Organisiert

und geleitet wurde die Bundesendrunde

vom Bildungszentrum

Tannenfelde (Schleswig-Holstein).

„Playbizz“ steht Auszubildenden

aller Ausbildungsrichtungen

offen und wendet sich gleichermaßen

an gewerblich-technische

und kaufmännische Berufseinsteiger.

playbizz wird von den Bildungswerken

der Wirtschaft

als Planspiel-Wettbewerb

organisiert. Bei

dieser Wirtschaftssimulation,

die betriebliche Planungs-

und Entscheidungsprozesse

vereinfacht und

modellhaft darstellt, treten

die teilnehmenden Teams

aus unterschiedlichen

Unternehmen gegeneinander

an: zunächst auf Landesebene,

später auf Bundesebene.

P @ www.playbizz.de

Im Laufe der Zeit entwickelt

sich das Unternehmen zu einem

der führenden Heizungshersteller.

Ab 1966 wird auch in Augustfehn

produziert. Dort werden

Flachheizelemente gefertigt.

Aufgrund der geänderten

Marktanforderungen und der

gesunkenen Nachfrage nach

Stahlgliederradiatoren wird deren

Produktion in Rastede im

September 1995 eingestellt.

Die alten Hallen, einst Fertigungsstandort

für Radiatoren

und Stahlkessel, dann Lagerfläche,

werden abgerissen.

In 2017 hat Brötje erneut ein

Rekordergebnis abgeliefert.

Produziert werden am Rasteder

Standort aktuelle Produkte aus

der Brennwerttechnik und Wärmepumpen.

Insgesamt 4,5 bis 5 Millionen

Euro investiert das Unternehmen

derzeit in eine „Gläserne

Fabrik“, die letzten Arbeiten

finden in diesen Tagen statt.

Die August Brötje GmbH ist ein

Unternehmen der BDR Thermea

Group. Nachfolger des langjährigen

Geschäftsführers Sten

Daugaard-Hansen wird 2018

zum 15. August Heinz-Werner

Schmidt, derzeit Vice President

Sales and Marketing Building

Solutions Europe für die D-A-CH

Region (Deutschland, Österreich,

Schweiz) und Geschäftsführer

der Uponor GmbH.


Seite 8 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Tüftler weltweit auf Erfolgskurs

Ammerländer Ideenschmiede für Metall und Glas für Hof, Haus und Garten

VON HILDBURG LOHMÜLLER

UND SWANTJE SAGCOB

Mit Ideen aus Metall und

Glas für Haus, Hof und

Garten ist die Firma Hoklartherm

GmbH seit über 35 Jahren

zukunftsweisend unterwegs.

Das familiengeführte

Unternehmen mit 100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern entwickelt

und produziert Gewächshäuser,

Wintergärten,

Schwimmbad-Überdachungen,

Pavillons, Terrassenüberdachungen,

Solarveranden und

vieles mehr.

Rund um den Globus

Als Kompetenzführer im Gewächshausbereich,

wie aber

auch im Sonderbau von Wintergärten,

Orangerien und anderen

Konstruktionen aus Metall und

Glas, hat sich das Unternehmen

aus Apen (Landkreis Ammerland)

darauf spezialisiert,

Potenziale für qualitative Lösungen

zu verwirklichen. Dabei

setzt Hoklartherm auf zertifiziertes

und vielfältiges technisches

Know-how im Schweiß- und Biegebereich.

Hoklartherm ist rund

um den Globus mit etwa 40 Vertriebspartnern

bei den Kunden

vor Ort. Qualitative Produkte,

bester Service und exzellente

Beratung sind das Credo des

Unternehmens.

Vorliebe für Gewächshäuser

Im August 1982 wurde die Firma

Hoklartherm in Westerstede-Lindern

durch Dipl.-Ing. Werner

Hollander gegründet. Aber

bereits 1978 ist das erste Gewächshaus

„das Thermo-Rundbogen-Gewächshaus“

im Garten

der Familie Hollander errichtet

worden. Dieses Gewächshaus

fand im Bekanntenkreis

so viel Interesse, dass diesem

Modell schnell weitere Gewächshäuser

dieser Art folgten.

Die Basis einer erfolgreichen

Geschäftsidee.

„Durch die Ergänzung und die

stetige Weiterentwicklung des

Gewächshausprogramms haben

wir uns zum größten Hersteller

von Hobby-Gewächshäusern

im hochwertigen Bereich in

ganz Deutschland einen Namen

gemacht, betonen die Geschäftsführer

Mirko Metjengerdes

und Gerrit Wermter. Zum

Die Solarveranda Berlin hat den Bogen raus und erlaubt das

Sitzen unter freiem Himmel bei jeder Wetterlage.

Der drehbare Glaspavillon Rondo mit 180°-Öffnung lässt sich vielfältig nutzen.BILDER: HOKLARTHERM

Portfolio gehören auch Wintergärten,

Schwimmbad- und Terrassen-Überdachungen

sowie

Pavillons. Im Jahr 2000 folgte

der Neubau der Produktionsstätte

in Apen, dem jetzigen Firmenstandort

mit Verkaufs- und

Ausstellungsgelände. Für Interessierte

lohnt sich ein Besuch

in Apen allemal: Im rund

20.000 Quadratmeter großen

Ausstellungsgarten kann nach

Herzenslust flaniert, gestaunt

und gedanklich schon mal gestaltet

werden.

Der dynamische Familienbetrieb

legt seinen Schwerpunkt

auf Eigenentwicklungen und

Eigenproduktion. Die fachkompetenten

und kreativen Köpfe

des Unternehmens blicken voraus

und haben Freude am Entwickeln

neuer Produkte – sie

sind als Tüftler stets einen

Schritt voraus.

Mehrfach ausgezeichnet

Die innovativen Konstruktionen

aus Aluminium wurden mit verschiedenen

bedeutenden Preisen

ausgezeichnet, darunter

der Innovationspreis für die

kraftunterstützende Schiebetechnik

für die Solarveranda

Berlin im Jahr 2000 und der

Bayrische Staatspreis für den

Pavillon Rondo (2010). Mit dem

Export eines Pavillons „Rondo“

nach Dubai 2015 wurden die

weltweiten Handels-Kontakte

weiter ausgebaut.

Erst im letzten Jahr konnte mit

dem mobilen Balkon-Terrassen-

Gewächshaus TERRA eine Weltneuheit

auf den Markt gebracht

werden. Es lässt sich als Hochbeet

nutzen und mit Bodenrahmen

aus Aluminium und Kunststoff-Verglasung

ergänzen.

Ein weiterer, ebenfalls sehr erfolgreicher

und auf Zukunft ausgerichteter

Schwerpunkt der Firma

Hoklartherm ist der Bereich

Zuarbeitung und Lohnfertigung

auf dem Gebiet der Biegetechnik,

Blechverformung und

Schweißen. Mit individuellen

Lösungen für das Handwerk,

die Industrie und den privaten

Haushalt setzt das Unternehmen

schnell, präzise, zuverlässig

und innovativ jeden Auftrag

um. Qualität und ganzheitliches

Denken und Handeln stehen im

Vordergrund der Arbeit.

Sehr ernst nimmt das Ammerländer

Unternehmen das gesellschaftliche

Engagement und

freut sich, Menschen mit Migrationshintergrund

und Lernschwächen

eine berufliche

Perspektive zu geben. Dieses

besondere Engagement wurde

2015 durch das Land Niedersachsen

mit einem Wirtschaftspreis

für Integration und Inklusion

ausgezeichnet.

P @ www.hoklartherm.de


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 9

Landtechnik-Branche

weiter auf der Sonnenseite

Auch Amazone-Werke und Grimme-Werke setzen Erfolgskurs fort

VON SIEGFRID SACHSE

Die Landtechnik-Branche befindet

sich weiter auf der Sonnenseite

der Konjunktur. Nachdem

die in Deutschland produzierenden

Landmaschinen- und Traktorenhersteller

bereits 2017 ein

außerordentlich gutes Geschäftsjahr

verzeichneten und

mit einem kräftigen Umsatzplus

von zehn Prozent auf 7,9 Milliarden

Euro das zweitbeste Jahresergebnis

aller Zeiten erreichten,

zeichnet sich für 2018 eine Fortsetzung

des Erfolgskurses ab.

Der Verband Deutscher Maschinen

und Anlagenbau (VDMA)

rechnet für die heimischen Landtechnikstandorte

in diesem Jahr

mit einem Produktionsvolumen

von insgesamt acht Milliarden

Euro.

Auch bei den Amazone-Werke H.

Dreyer GmbH & Co. KG mit

Stammsitz in Hasbergen-Gaste

und bei der Grimme Landmaschinenfabrik

in Damme setzt

sich die positive Entwicklung von

2017 in diesem Jahr fort. Die

Nachfrage nach neuen Amazone-Maschinen

habe im bisherigen

Verlauf des Jahres weiter zugelegt,

heißt es in einer Stellungnahme

des Unternehmens. Die

Produktionsanlagen seien sehr

gut ausgelastet. Den Angaben

ANZEIGE

Das Amazone-Werk in Hasbergen-Gaste.

BILD: SVEN KLEINEWOERDEMANN

zufolge arbeitet die Belegschaft

in Schichtarbeit, in Saisonzeiten

je nach Werk und Produktionsschwerpunkt

sogar dreischichtig.

Ein Grund für den positiven

Trend sind die im Herbst 2017

auf der Agritechnica vorgestellten

Amazone-Neuheiten, die große

Nachfrageimpulse gesetzt

hätten. Auch die vor kurzem

stattgefundene Hausmesse

Amatechnica, bei der man 4000

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Seite 10 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

uFORTSETZUNG VON SEITE 9

Besucher aus Deutschland sowie 2000

Besucher aus 29 Exportländern begrüßen

konnte, habe dies noch einmal verstärkt.

Hinzu kommt nach Angaben des Unternehmens

die zur Zeit allgemein gute Investitionsstimmung

der Landwirte und Lohnunternehmer

in Deutschland wie auch in

den Exportländern.

Auf den zunehmend volatilen internationalen

Märkten könne es jedoch sehr schnell

auch zu Nachfragerückgängen kommen,

zum Beispiel wenn sich agrarpolitische

Rahmenbedingungen ändern oder nationale

Investitionsförderprogramme auslaufen,

heißt es in diesem Zusammenhang.

Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2018

wird deshalb als „verhalten optimistisch“

beurteilt und das Unternehmen

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WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 11

Das Grimme-Werk in Damme. :

geht von einer Umsatzsteigerung

„im niedrigen einstelligen Bereich“

aus.

Im Geschäftsjahr 2017 war der

Umsatz der Amazone-Unternehmensgruppe

um 12,6 Prozent

auf den neuen Rekordwert von

457 Millionen Euro gestiegen,

wozu alle Kompetenzbereiche

beitrugen. Die Umsätze der Produktionsbereiche

Bodenbearbeitung

und Pflanzenschutz hätten

sich überdurchschnittlich entwickelt.

Bei einem Exportanteil von

rund 80 Prozent konnten insbesondere

auf den Märkten in

Polen, Rumänien, der Ukraine,

Kasachstan, Südafrika und

Weißrussland deutliche Absatzsteigerungen

verzeichnet werden.

Das sehr gute Ergebnis in

2017 zeige, dass die Innovationspolitik

sowie das auf vielen

Märkten weiter verstärkte Engagement

Früchte tragen“, betonen

die Geschäftsführer Christian

Dreyer und Dr. Justus Dreyer.

Zusammen mit den Vertriebspartnern

sei man als Spezialist

für den intelligenten Pflanzenbau

sehr gut aufgestellt.

Im vergangenen Jahr waren bei

Amazone rund 1850 Mitarbeiter

beschäftigt. Der Bedarf an Fachkräften

sei auch bei dem Unternehmen

groß, heißt es hierzu.

Bisher gelinge es mit Hilfe eines

intensiven Auszubildenden- und

Personalmarketings wie auch

durch die Übernahme der Auszubildenden,

diesen Bedarf zu decken.

Nach dem besten Geschäftsjahr

2017 mit einem Umsatz

von rund 458 Millionen Euro

steuert das Familienunternehmen

Grimme mit Stammsitz in

Damme in 2018 auf ein neues

Rekordjahr zu. Den Angaben zufolge

sorgten die stabilen

Marktpreise bei Kartoffeln, Gemüse

und Zuckerrüben für ein

gutes Investitionsklima bei den

Anwendern weltweit. Ein weiterer

Schub wird auf die vielen

neuen Innovationen zurückgeführt,

die das Unternehmen auf

der Landtechnikmesse Agritechnica

im November 2017 in

Hannover vorgestellt hat.

Schwerpunkt seien hier die

Leistungsteigerung der Maschinen

und die Einführung neuer

und weiterentwickelter Assistenzsysteme,

die die Bedienung

der Maschinen erleichtern. Mit

über 150 Maschinentypen bietet

Grimme das umfangreichste

und breiteste Produktionsprogramm

in der Kartoffel-, Rübenund

Gemüsetechnik an.

Auch das Russlandsgeschäft erholt

sich nach Angaben des

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Seite 12 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Das Werk in Rieste.

Der Grimme Varitron 470 :

Unternehmens „auf gutem Niveau“. Grimme

sei zudem sehr stark in der Digitalisierung

der Landwirtschaft involviert, Die

Vorstellung einer eigenen Kundenplattform

myGrimme, die Implementierung

einer Gebrauchtmaschinenbörse mit

Maklerfunktion und die kontinuierliche

Weiterentwicklung der Grimme App mit

Konfiguratorfunktion seien weitere Maßnahmen,

die sehr positiv vom Markt aufgenommen

würden, heißt es weiter.

Gute Chancen für die Zukunft rechnet

sich Grimme in China aus, wo vor kurzem

in einem neuen Werk in Tianjin (130 Kilometer

südöstlich von Peking) die Produktion

aufgenommen wurde. Mit über 13

Millionen Euro ist das Projekt eines der

umfangreichsten Einzelinvestitionen im

Ausland in der über 150jährigen Firmengeschichte.

In der Anfangsphase werden

in dem chinesischen Werk 50 Personen

beschäftigt, ausgerichtet ist es auf 200

Mitarbeiter. Nach Angaben von Projektleiter

Christoph Grimme wird der Produktionsschwerpunkt

anfänglich bei Maschinen

für das Legen, Pflegen, Ernten und

Lagern von Kartoffeln liegen, die speziell

für den chinesischen Markt entwickelt

worden sind.

Das Land der aufgehenden Sonne ist für

das Dammer Unternehmen allerdings

kein Neuland, denn dort ist man bereits

seit über 20 Jahren aktiv. China ist mit

über fünf Millionen Hektar Kartoffeln das

größte Anbauland weltweit und hat in den

letzten Jahren eine rasante Entwicklung

hinter sich. Die chinesische Regierung

hat die Kartoffel zu den vier wichtigsten

Grundnahrungsmitteln überhaupt erklärt

und will den Kartoffelanbau massiv ausweiten.

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Seite 14 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Echterhoff-Baugruppe auf Erfolgskurs

Auftragspolster liegt bei 220 Mio. Euro – Anteil der öffentlichen Hand bei 78 Prozent

VON SIEGFRID SACHSE

Die Bauwirtschaft ist so gut ins

Jahr 2018 gestartet wie seit

2011 nicht mehr. Fast alle Wirtschaftszweige

des Bauhauptgewerbes

legten kräftig zu. Der

Hautverband der Deutschen

Bauindustrie hat deshalb seine

Prognose über die Entwicklung

der baugewerklichen Umsätze

im Bauhauptgewerbe für dieses

Jahr von zunächst nominal vier

Prozent auf sechs Prozent angehoben.

Bei stärker steigenden

Preisen als 2017 dürfte dies

einem realen Wachstum von

zwei Prozent entsprechen, heißt

es in dem Ausblick der Organisation.

Für 2019 geht der Hauptverband

zudem von einem nominalen

Umsatzplus in gleicher Höhe

aus.

Triebfeder der Baukonjunktur

bleibt den Angaben zufolge der

Bohrgerät

Wohnungsneubau, wo mit einem

weiteren Anstieg der Fertigstellungszahlen

auf 330 000 bis

340 000 Einheiten gerechnet

wird. Damit würde dieser Bereich

aber weiterhin hinter dem im Koalitionsvertrag

angepeilten Ziel

BILD: ECHTERHOFF

von 375 000 Wohnungen pro

Jahr zurückbleiben. Fertigstellungszahlen

in dieser Größenordnung

ließen sich jedoch nicht von

heute auf morgen realisieren, betont

die Standesorganisation.

Die Bauwirtschaft brauche Zeit,

ihre Kapazitäten an das stark

steigende Nachfrageniveau anzupassen.

Der Wirtschaftsbau hat den Angaben

zufolge 2017 den Anschluss

an den allgemeinen Bauaufschwung

geschafft. Der Investitionsstandort

Deutschland

– noch vor einigen Jahren als unattraktiv

abgeschrieben – erlebe

derzeit eine Renaissance, betont

der Verband. Im öffentlichen

Bau profitiere die Branche zur

Zeit von der Investitionswende

des Bundes im Verkehrswegebau.

Auch die Echterhoff-Baugruppe

mit Stammsitz in Westerkappeln-

Velpe blickt optimistisch in die

Zukunft. Bereits 2017 war der

Umsatz des Unternehmensauf

135 (2016: 120) Millionen Euro

gestiegen und der Personalbestand

auf 465 (440) Mitarbeiter

aufgestockt worden. Dieserposi-

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WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 15

positive Trend setzt sich 2018 fort.

Nach Angaben von Firmenchef Thomas

Echterhoff und Geschäftsführerin

Jutta Echterhoff-Becke, die das vor

mehr als 155 Jahren von Gottlieb Diedrich

Echterhoff gegründete Familienunternehmen

in fünfter Generation

leiten, wird für dieses Jahr ein Umsatz

von 150 Millionen Euro angepeilt. Der

aktuelle Auftragsbestand liegt bei

220 Millionen Euro. Der Anteil der Öffentlichen

Hand am Auftragsvolumen

beträgt dabei 78 Prozent.

Zum Umsatz in 2017 trugen der Brückenbau/Ingenieurbau

43 (2016:

40) Prozent bei, der Kanalbau unverändert

35 Prozent und der Hochbau

22 (25) Prozent bei. Auch in den kommenden

Jahren setzt Echterhoff vor

allem auf diese drei Teilbereiche. Bemerkenswert

ist in diesem Zusammenhang,

dass sich das Betätigungsfeld

des Unternehmens vor allem in

den letzten Jahrzehnten immer wieder

gewandelt hat. Im Rahmen der

Neuorientierung der Geschäftspolitik

wurden zum Beispiel der Straßenbau

und der Eisenbahnoberbau zugunsten

des Ingenieurbaus aufgegeben.

Dafür engagierte sich das Unternehmen

in neuen Sparten wie dem Spezialtiefbau

und Rohrvortrieb, Rammund

Bohrarbeiten, Stollenbau sowie

im Hochbau und Schlüsselfertigbau.

Laut Thomas Echterhoff, der seit Mai

2016 auch Präsident des Bauindustrieverbandes

Niedersachsen-Bremen

ist, haben die seit Ende 2015 zu verzeichnenden

Bemühungen, die internen

Prozesse im Unternehmen zu verbessern

und in allen Bereichen effektiver

zu werden, zu klaren Verbesserungen

der Auftrags- und Ergebnisstruktur

beigetragen. Der Firmenchef

betont in diesem Zusammenhang,

dass die kontinuierliche Qualitätsund

Prozessoptimierung „weiterhin

sehr ernsthaft betrieben wird“.

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Während in vielen Wirtschaftszweigen

erheblich über Facharbeitermangel

geklagt wird, gibt man sich bei

Echterhoff in dieser Hinsicht gelassener.

Das Unternehmen habe derzeit

aufgrund der andauernden und kostenintensiven

Ausbildungsaktivitäten

einen geringeren Facharbeiterbedarf

als vielfach andere Firmen, betont die

Geschäftsführung. Gegenwärtig habe

Echterhoff 50 Auszubildende, mit

steigender Tendenz.

Thomas Echterhoff, der vor einiger

Zeit kritisierte, dass die Behörden

über Jahrzehnte hinweg Personal abbauten,

was auch negative Auswirkungen

bei der Auftragsvergabe hatte,

sieht inzwischen in dieser Hinsicht

eine gewisse Wende. Seiner Ansicht

nach würden von Behördenseite nunmehr

verstärkte Anstrengungen

unternommen, Fachpersonal anzuwerben

und aufzubauen. Allerdings

litten die Behörden unter dem gleichen

Fachkräftemangel wie alle Bereiche

der deutschen Wirtschaft, insbesondere

in MINT- und Ingenieurberufen.

Ansprechpartner bei Echterhoff:

Kai Knake, 05456-81186,

Kknake@Echterhoff.de

Klappbrücke über die Hunte bei Berne.

BILD: ULLI.MUELLER


Seite 16 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Verbraucher setzen immer

mehr auf ausgewählte Tropfen

Davon profitiert auch der Haselünner Spirituosenhersteller Heydt

VON SIEGFRID SACHSE

Der Generationswechsel ist

bei vielen Familienunternehmen

ein heikles Thema. Die

meisten Firmenchefs würden es

gerne sehen, wenn die Kinder

die Nachfolge antreten. Tatsache

ist aber, dass weniger als

die Hälfte der Betriebe innerhalb

der Familie übertragen werden.

Oftmals haben Kinder, Enkel

sowie andere Verwandte

ganz andere Berufswünsche

und Vorstellungen als den Einstieg

in das vielfach seit Jahrzehnten

bestehende Familienunternehmen.

Auch in den Bereichen Handel

und Gastronomie mangelt es

verschiedentlich an Nachfolgern

„aus der eigenen Sippe“. Bei

der Haselünner Private Kornbrennerei

H. Heydt, die im Jahr

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Heydt: Hendrik Heydt, 05961-9445-20, hendrik.heydt@heydt.de:

1860 von Henrich Heydt gegründet

wurde, klappte der Stabwechsel

innerhalb der Familie

jedoch reibungslos. Anfang

2008 stieg Hendrik Heydt als

Juniorchef in das Unternehmen

ein, das nunmehr in der fünften

Generation besteht. Der 39jäh-

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rige Diplom-Kaufmann zeichnet

im Betrieb insbesondere für den

Einkauf, Controlling und die Produktentwicklung

verantwortlich.

Sein Vater Hubert Heydt schaue

zwar fast noch jeden Morgen im

Betrieb vorbei, mische sich aber

nicht in das Tagesgeschäft ein,

betont der Juniorchef. Bei wichtigen

Entscheidungen sei der

Rat des Vaters allerdings nach

wie vor gefragt.

Hendrik Heydt, der jüngste von

drei Söhnen, half bereits als

Schüler im elterlichen Betrieb

mit. Seine beiden Brüder hatten

schon früh signalisiert, dass sie

den Traditionsbetrieb nicht

übernehmen wollten.

Der heutige Juniorchef baute

seinen beruflichen Werdegang

gezielt auf die späteren Anforderungen

auf. Nach einer Ausbildung

als Bankkaufmann erfolgte

ein dreijähriges duales Studium

zum Diplom-Kaufmann mit

dem beruflichen Part in einem

Getränkefachgroßhandel. Anschließend

arbeitete er dreieinhalb

Jahre bei der Glashütte in

Düsseldorf.

Hendrik Heydt entschied sich

für den Job in der Spirituosenbranche,

der durch einen harten

Konkurrenzkampf zwischen nationalen

und internationalen

Herstellern gekennzeichnet ist.

Hinzu kommt, dass der Markt

für Spirituosen seit Jahren stagniert

– der Pro-Kopf-Verbrauch

liegt in Deutschland seit einiger

Zeit konstant bei etwa 5,4 Liter.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang:

Die Bundesbürger

trinken nicht mehr Alkohol,

aber dafür immer mehr ausgewählte

Tropfen. Davon profitiert

auch das Haselünner Unternehmen,

das neben dem Korn auch

Getränke auf Wodkabasis, Liköre

und Fruchtbrände herstellt.

In der Verkaufspolitik konzentriert

sich Heydt vor allem auf

zwei Strategien: Neben dem

Massengeschäft mit Produkten

wie dem bekannten Kräuterlikör

HKT setzen auch die Haselünner

zunehmend auf edle Tropfen.

So reift in Eichenfässern

immer wieder ein Korn, der erst

in einigen Jahren verkauft wird.

Das Vertriebsgebiet des Spirituosenherstellers

erstreckt sich

vor allem auf Niedersachsen,

Bremen, Hamburg und das

nördliche Nordrhein-Westfalen.

In Japan ist Heydt mit seinen zur

Zeit 32 Beschäftigten mit

Fruchtlikören erfolgreich. Das

Unternehmen setzt beim Absatz

vor allem auf Supermärkte und

den Fachhandel. Aber auch über

das Internet werden die Produkte

zunehmend vertrieben. Hendrik

Heydt zeigt sich in dieser Hinsicht

von den bisherigen Erfolgen

„positiv überrascht“.

Ziel der Geschäftspolitik ist es,

die konsequente Qualitätsorientierung

fortzusetzen. Dies sei

eine wichtige Voraussetzung bei

den Bemühungen, auch künftig

in dem umkämpften Spirituosenmarkt

bestehen zu können,

betont der Juniorchef. Der Erhalt

der Selbständigkeit hat für

die Emsländer absoluten Vorrang.

Das Unternehmen will

auch künftig nicht um jeden

Preis expandieren. Im Vordergrund

stünde das Ertragsdenken.

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The Power of Water


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 17

Die emco Group:

Mit Innovation und Design

international ausgezeichnet

Die Lingener emco Group versteht sich

seit jeher darauf, mit innovativen Produkten

internationale Trends in Design

und Funktion zu setzen. Derzeit besonders

im Fokus steht für das Forschungsund

Entwicklungsteam bei emco das Thema

Licht. Die völlig neu entwickelte Stehund

Arbeitsplatzleuchte Attenzia belegt

hier eindrucksvoll die Innovationskraft der

emco-Ingenieure und brachte dem Unternehmen

bereits internationale Anerkennung

für ihre besondere Funktionalität

und das außergewöhnliche Design ein.

Die 1.200 emco Mitarbeiter beweisen

ihre Kompetenz weltweit in den Geschäftsfeldern

Architecture (als Badausstatter

im Premiumsegment sowie Hersteller

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Seite 18 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Suche nach Fachpersonal für Kämmerer

eine der größten Herausforderungen

Geschäftsführer Jürgen Oess: Kontakte in Schulen vertieft.

Fachpersonal zu finden,

ist für die Firma Kämmerer

eine der größten Herausforderungen.

Beim

Osnabrücker Produzenten

von hochwertigen

Spezialpapieren hat

deshalb auch die Ausbildung

nach wie vor einen

hohen Stellenwert. So

habe man beispielsweise

die Kontakte in

Schulen vertieft, betont

Geschäftsführer Jürgen

Oess. Auszubildende

des Unternehmens würden

ihre Berufe den

Schülerinnen und

Schülern vorstellen.

VON SIEGFRID SACHSE

Herr Oess, der finnische Konzern

hat zum Ende 2016 sein

Osnabrücker Tochterunternehmen

an Kämmerer verkauft. Wie

hat sich dies bisher auf die Geschäftspolitik

ausgewirkt?

Die Firma Kämmerer blickt auf

eine bewegte jüngere Vergangenheit

zurück. Wenn man so will

sind wir mit der jüngsten Entwicklung,

dem von Ihnen genannten

Zukauf, wieder näher bei unseren

Anfängen. Wir sind ein regional

verankertes Unternehmen,

das weltweit aktiv ist. Die Investition

ist auf Langfristigkeit angelegt,

denn ein einheitlicher

Standort ist immer wettbewerbsfähiger.

Die größte Auswirkung ist,

dass wir nicht mehr Teil eines

Konzerns sind. Die Entscheidungswege

sind kürzer. Davon

profitieren die Kunden. Dazu war

der Kauf ein wichtiges Signal an

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Zeit, an der zwei Gesellschaften

an einem Standort

tätig waren, ist vorbei. Alle Kolleginnen

und Kollegen sind wieder

Teil der Kämmerer-Familie.

Wie setzt sich die Gesellschafterstruktur

zusammen?

Seit Anfang 2017 gibt es zwei

Jürgen Oess, Geschäftsführer der KÄMMERER Spezialpapiere

GmbH in Osnabrück.

BILD: KÄMMERER

Schwestergesellschaften: die

Kämmerer Spezialpapiere

GmbH und die Kämmerer Paper

GmbH. An dem Unternehmen

sind drei Gesellschafter beteiligt:

die FK Paper Beteiligungs-

GmbH, die Querino GmbH sowie

Managementmitglieder von

Kämmerer.

Wie hoch war 2017 der Umsatz

von Kämmerer, und mit wie vielen

Beschäftigten wurde er erzielt?

Der Jahresumsatz des Unternehmens

lag im vergangenen

Jahr bei 155 Millionen Euro. Am

Osnabrücker Standort sind rund

400 Mitarbeiter beschäftigt.

Wie sieht die Produktionspalette

von Kämmerer aus?

Kämmerer ist Produzent von

hochwertigen Spezialpapieren.

Das Unternehmen betreibt zwei

Papiermaschinen, auf denen

Dekorpapiere und Schleifpapiere

hergestellt werden. Auf einer

weiteren Papiermaschine werden

Posterpapiere, Tapetenpapiere

und Silikonrohpapiere –

darunter versteht man Trägerpapiere

für Selbstklebeetiketten

– produziert. Da der Standort

also über fünf Produktgruppen

verfügt, ist er sehr flexibel

aufgestellt und kann auf Marktveränderungen

schnell reagieren.

Wie hoch sind die zur Verfügung

stehenden Produktionskapazitäten?

Die drei Maschinen verfügen

über eine Gesamtkapazität von

140.000 Tonnen, wobei die

größte Maschine 100.000 Tonnen

produzieren kann.

Für welche Bereiche wird in

erster Linie produziert?

Unsere industriellen Produkte

werden überwiegend in der Bau-,

Möbel-, Holzwerkstoff- und Metallindustrie

verwendet. Die Posterpapiere

werden hingegen in

der Werbebranche genutzt.

Wie sieht es mit den Exportaktivitäten

aus?

Der Export ist ein ganz wesentliches

Standbein des Unternehmens.

Bei technischen Spezialpapieren

stehen die hohen Qualitätsanforderungen

im Vordergrund

– die Transportwege spielen

eine untergeordnete Rolle.

Rund 50 Prozent der Produkte

werden ins Ausland verkauft,

davon wiederum die Hälfte innerhalb

Europa. Außerhalb von

Europa sind Asien, Nordamerika

und Brasilien die Hauptabsatzgebiete.

Hat Ihr Unternehmen Probleme

ausreichend Fachpersonal zu

finden?

Wir sind ein Unternehmen, das

in technisch aufwendigen Verfahren

Spezialprodukte fertigt.

Das bedeutet zwangsläufig,

dass wir gut ausgebildetes

Fachpersonal benötigen. Deshalb

hat für Kämmerer die Ausbildung

schon immer einen hohen

Stellenwert genossen. Ausbildungsberufe

sind Papiertechnologe,

Industriemechaniker

sowie Elektroniker für Betriebstechnik,

wir haben regelmäßig

mehr als 20 Auszubildende.

Fachpersonal zu finden, ist

auch für Kämmerer mittlerweile

eine der größten Herausforderungen.

Nur attraktive Unternehmen

werden gute Mitarbeiter

halten können. Die Papierindustrie

muss sich da allerdings

nicht vor anderen Wirtschaftszweigen

verstecken. Sie

hat ein gutes Gehaltsgefüge

und bietet vielseitige, technisch

interessante Berufe. Doch trotz

dieser guten Rahmenbedingungen

sind wir in den vergangenen

Jahren immer aktiver geworden,

um die passenden Nachwuchskräfte

zu finden. Ein naheliegender

Schritt war es, sich auf Azubimessen

zu präsentieren. Dazu

haben wir die Kontakte in

Schulen vertieft. So stellen etwa

unsere Azubis ihre Berufe

den Schülerinnen und Schülern

vor.

Noch ein paar Worte generell

zur Lage in der deutschen

Papierindustrie: Wie sah die Bilanz

für 2017 aus und wie sind

die Erwartungen für dieses

Jahr?

Der Verband Deutscher Papierfabriken

hat für 2017 eine positive

Bilanz gezogen – und dieser

Einschätzung schließt sich

Kämmerer an. Auch wir auf ein

stabiles Jahr zurückblicken,

was Umsatz, Auslastung der

Maschinen und Mitarbeiterzahl

betrifft. Gerade technische

Papiere und Spezialpapiere –

wie sie Kämmerer produziert –

wurden im Verhältnis zur gesamten

Papierindustrie besonders

gut nachgefragt, so dass

auch die Erwartungen für das

laufende Jahr positiv sind. Allerdings:

Die immer mehr steigenden

Rohstoffpreise – insbesondere

im Zellstoffbereich – bereiten

uns Sorgen.


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Seite 20 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Wo Exzellenz

immer wieder nachwächst

Rund 60000 Studierende prägen das Bild Münsters nachhaltig.

BILD: ANGELIKA KLAUSER

Bildungshunger, Wissensdurst

– hier geht es

um Münsters „Grundnahrungsmittel“:

Denn

Münster lebt von der

Wissenschaft. Und das

ganz wörtlich: Universität

und Klinikum sind

die größten Arbeitgeber

der Stadt.

Rund 200 Studierende auf

1000 Einwohner – eine solche

Dichte ist einzigartig unter

Deutschlands großen Städten.

Die rund 60000 Immatrikulierten

an neun Hochschulen – darunter

mit der WWU eine der

größten deutschen Universitäten

– verleihen der ehrwürdigen

Hansestadt ihr auffallend

junges Gesicht. Angezogen

werden sie nicht allein durch

die besondere Lebensqualität,

sondern vor allem durch die

reiche Wissenschafts- und Forschungslandschaft

der Stadt.

Institute von Max-Planckund

Fraunhofer-Gesellschaft

sowie von der Helmholtz-Gemeinschaft

oder die Unternehmen

im Technologiepark sowie

im Center for Nanotechnology

(CeNTech) und im Nano-Bioanalytik

Zentrum (NBZ) begründen

Münsters Ruf als führender

Wissenschaftsstandort mit

internationalem Renommee.

Insbesondere im Bereich der

Nanotechnologie hat sich

Münster als Wissenschaftsstadt

von europäischem Rang

etabliert, die weiter auf Wachstumskurs

ist: Im Wissenschaftspark

entstehen gerade

mit dem Multiscale Imaging

Center und dem Center for Soft

Nanoscience zwei große neue

Forschungszentren der Universität.

Mit dem Universitätsklinikum

und seinen angeschlossenen

Forschungseinrichtungen

und Laboren, dem Exzellenzcluster

„Cells in Motion“ sowie

einem dichten Netz aus ausgezeichneten

Kliniken setzt sich

das Oberzentrum des Münsterlandes

mit über 17000 Beschäftigten

als „Gesundheitsstadt“

ersten Ranges in Szene.

Im Bereich der Geistes- und

Sozialwissenschaften bietet

der Exzellenzcluster „Religion

und Politik“ an der Westfälischen

Wilhelms-Universität –

als bundesweit größter Forschungsverbund

zum Thema

Religionen – beste Voraussetzungen

für eine aktuelle Auseinandersetzung

zum sensiblen

Verhältnis von Religion und

Politik.

Darüber hinaus ziehen

Stadt, Hochschulen und Wirtschaft

in der „Allianz für Wissenschaft“

an einem Strang,

um das Profil Münsters als

Stadt von Wissenschaft und

Lebensart zu schärfen und im

internationalen Wettbewerb

der Städte zu punkten. Fünf

Themen stehen hierbei besonders

im Fokus: „Nanobioanalytik“

sowie „Medizin“ repräsentieren

Zukunftsbranchen, in

denen Münster und das Münsterland

bereits bestens etabliert

sind. Die Strukturen des

nanobioanalytischen Forschungs-Netzwerks

sind exzellent

und von internationaler

Bedeutung, was sich auch in

vielen internationalen Tagungen

und Kongressen ausdrückt,

die in Münster stattfinden.

Einen weiteren Schwerpunkt

bildet der Westfälische

Frieden. Mit den jährlichen Programmwochen

„Münster 1648

– Dialoge zum Frieden“ dokumentiert

Münster seine historisch

begründete Kompetenz

auf diesem Gebiet. Vierter

Schwerpunkt ist Münster als

„Stadt der Bildung“, welche

sich auch durch eine enge Verzahnung

von Wissenschaft und

Schule auszeichnet. Und ganz

frisch hinzugekommen: „Nachhaltige

Stadtentwicklung“, ein

Thema, bei dem insbesondere

die Fachhochschule ihre ausgewiesene

Forschungsstärke

einbringen wird.


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 21

Auch schön anzuschauen: Der Neubau der Diözesanbibliothek in der münsterischen Innenstadt.

BILD: FJNASCH


Seite 22 WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018

Ein Erbe, das verpflichtet

1648 wurde in Münsters

Rathaus europäische Geschichte

geschrieben. 370

Jahre später – im Europäischen

Kulturerbejahr

2018 – steht die Stadt

ganz unter dem Leitthema

„Frieden.Europa“.

Am 24. Oktober 1648 beendete

der Westfälische Frieden von

Münster und Osnabrück die Katastrophe

des Dreißigjährigen

Krieges, der Europa blutig verwüstet

hatte. Schon vorher, am

15. Mai des Jahres, war im

münsterischen Ratssaal der

Teilfrieden zwischen Spaniern

und Niederländern beschworen

worden – er besiegelte das Ende

des bereits 80 Jahre dauernden

Unabhängigkeitskrieges

und damit die Selbständigkeit

der Niederlande. Diese Schwurszene

hat Gerard Terborch in

einem berühmten Gemälde

festgehalten. Und im heutigen

„Friedenssaal“ des Historischen

Rathauses sind die Porträts

der Gesandten zu besichtigen,

die damals die Weichen für

das Europa von heute stellten.

Der Westfälische Frieden erwies

sich in mehrfacher Hinsicht

als neuartig und folgenreich.

Mit ihm ging das Zeitalter

der blutigen Konfessionskriege

zu Ende. Zugleich erfolgte die

Lösung der verworrenen Konflikte

auf dem Wege von Dialog

und gleichberechtigten Verhandlungen.

Das war damals

keineswegs selbstverständlich:

Der Streit um protokollarische

Fragen und Rangfolgen nahm

viel Zeit in Anspruch. Am Ende

jedoch – und obwohl Spanien

und Frankreich ihren Krieg noch

fortsetzten – stand das Gerüst

einer europäischen Friedensordnung

zwischen gleichberechtigten,

souveränen Staaten. Damit

war ein Grundstein gelegt,

Die Unterzeichnung des Friedens in Münster auf einem Gemälde von Gerard ter Borch (1648) :


WIRTSCHAFTSKRAFT 01/2018 Seite 23

Im Friedenssaal des münsterischen Rathauses wurde der Friedensvertrag 1648 ratifiziert.

BILD: BARBARA KRAUS

der das moderne Völkerrecht

bis heute prägt. Und als Symbol

der historischen, aber auch

aktuellen Bedeutung dieses Ereignisses

für ganz Europa trägt

Münsters Historisches Rathaus

mit dem Friedenssaal

seit 2015 das Europäische

Kulturerbe-Siegel – gemeinsam

mit seinem Osnabrücker

Pendant.

Eine Ehrung, die 2018, im

Europäischen Kulturerbejahr

ausgerufen von der Europäischen

Kommission, besonders

verpflichtet: Das Gemeinschaftsprojekt

„Frieden.Europa“

bündelt drei unterschiedliche

Vorhaben. Eine Großausstellung

– als erstmaliges Kooperationsprojekt

von fünf

Münsteraner Museen – spürt

dem „Frieden. Von der Antike

bis heute“ nach. Zugleich präsentiert

Münsters Rathaus

eine neue, weitgehend digitale

Aufbereitung der europäischen

Dimension des Erinnerungsortes.

Und mit dem Jugend-Begegnungsprojekt

„Labor Europa“

ist auch der Osnabrücker

Beitrag in Münster präsent.

„Frieden.Europa“ bildet in

Münster zweifellos einen Höhepunkt

des „Friedensjahres“

2018 – aber es steht beileibe

nicht im luftleeren Raum. So

greift Münster bereits seit

2008 mit den Veranstaltungswochen

„1648 – Dialoge zum

Frieden“ die eigene friedenspolitische

Tradition verstärkt

und unter aktuellen Fragestellungen

auf: Zum Programm gehören

eine Schülerakademie,

das Treffen der Religionsgemeinschaften

und hochkarätige

Podiumsdiskussionen. Ein

breites zivilgesellschaftliches

Bündnis veranstaltet jährlich

den Friedenskulturmonat September.

Und alle zwei Jahre verleiht

die Wirtschaftliche Gesellschaft

für Westfalen und Lippe

in Münster den Internationalen

Preis des Westfälischen Friedens

– und zwar in zwei Teilen:

So finden sich unter den Preisträgern

nicht nur prominente

Namen wie Helmut Kohl, Kofi

Annan, Daniel Barenboim, Helmut

Schmidt oder sogar die Besatzung

der Internationalen

Raumstation ISS, sondern jeweils

auch Gruppen junger

Menschen, die sich besonders

aktiv für Frieden und Verständigung

engagieren. In diesem

Jahr sind die baltischen Staaten

als Preisträger ausersehen,

gemeinsam mit der Pfadfinderbewegung.

Und dass der 101. Katholikentag,

der im Mai zehntausende

Engagierte und Prominente

in die Stadt zog, unter dem Thema

„Suche Frieden“ steht –

was könnte besser zu Münster

und seinem Friedensjahr 2018

passen?


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Bild: AirportPark FMO

Bild: AirportPark FMO

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zu den Drehkreuzen Frankfurt/Main und

München.

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Der 1. Bauabschnitt mit rund 380.000 m²

Nettofläche ist nahezu komplett verkauft,

weitere Ausbaustufen befinden sich daher

in Vorbereitung. Das Gesamtgebiet umfasst

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Angesiedelt haben sich u. a. der fränkische

Verpackungshersteller Schumacher

Packaging und die Firma Dream Tec.

Schumacher Packaging baut sein neues

Werk kontinuierlich auf dem 150.000 m²

großen Betriebsstandort aus. Dream Tec

hat seine Büro- und Hallenkapazitäten

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