JGIM Verlag . Wer will schon SAMURAI sein?

juliegehtinsmuseum

* Aus der Serie WER WILL SCHON ... *
Kinderbuch ab 8 Jahren

Inhalt

5 Einleitung

6 Nichts für dich!

8 Ein hartes Training

10 Ein ganz besonderes Schwert

12 Eine unbequeme Rüstung

14 Könntest du auf ein Pferd aufspringen?

16 Könntest du einem Fürsten treu ergeben ein?

18 Bist du stark und selbstbeherrscht?

20 Eine mutige Truppe

22 Könntest du wochenlang in der Wildnis leben?

24 Könntest du eine feindliche Burg stürmen?

26 Liebst du die Ehre mehr als dein Leben?

28 Der letzte Samurai?

30 Wörterbuch

Einleitung

Da sind wir! Wo? In Japan. Wann? Frühes 17. Jahrhundert. Und du – du schlüpfst nun in

die Rolle eines Jungen aus einer ganz normalen japanischen Familie.

Wie andere Jungen hast du schon edle Samurai-Kämpfer in den Krieg ziehen sehen

und wunderbare Geschichten über ihre Heldentaten gehört: über ihre Tapferkeit, ihre

erstaunlichen Fertigkeiten und ihre Überlebenskünste. Ja,

sogar Zauberkräfte sollen die Samurai haben!

Wenn du groß bist, möchtest du auch

ein Samurai werden und alle Welt

in Erstaunen versetzen. Aber das

Leben eines Samurai ist nicht

nur ruhmreich und aufregend: Es

ist auch hart und gefährlich. Seit

Jahrhunderten bekämpfen sich

Samurai gegenseitig, um

mehr Macht und Reichtum

zu erlangen. Neuerdings

wurden aber Gesetze erlassen,

die die Samurai-Kämpfe beenden

sollen. Diese neuen Regeln verhindern aber

auch, dass jeder Junge ein Samurai werden kann.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

Lese dieses Buch und überlege: „Möchte ich

wirklich ein Samurai werden?“

Kleiner Tipp

Einige der verwendeten Begriffe kannst du

hinten im Wörterbuch nachschlagen (S. 30).

5


Die japanische

Gesellschaft

JAPAN hat eine uralte, traditionelle

Gesellschaftsstruktur. Jeder kennt seinen

Platz in der Gemeinschaft und muss

Höherstehenden seinen Respekt erweisen.

Es ist äußerst schwierig, in eine höhere

Gesellschaftsschicht aufzusteigen.

Der Kaiser und

die königliche

Familie

Shogun

(Heerführer)

Daimyo (Fürsten aus

alten Adelsfamilien;

ihnen gehören

Ländereien und Burgen,

einige sind auch

Armeeführer.)

Leider nichts für dich!

Samurai wurden erstmals um das Jahr 1200 berühmt. Zu dieser

Zeit konnte sich jeder tapfere Kämpfer um einen Platz als

Samurai in der Armee eines Kriegsherren bemühen. Aber im Jahr

1590 übernahm General Toyotomi Hideyoshi die Kontrolle über

Japan. Er verbot jedem Mann – mit Ausnahme der Samurai und

deren Söhne – den Besitz und den Kampf mit Schwertern. Von

da an konnte man nur Samurai werden, wenn man aus einer

Familie von Samurai stammte und eben nicht aus einer ganz

gewöhnlichen, so wie du. Das ist Pech!

Aber sei nicht traurig! Du bist nicht alleine. Die meisten

Japaner können kein Samurai werden, egal wie sehr sie deren

Wer darf kein

Samurai werden?

Mut, Hingabe und Können bewundern.

Samurai sind die Besten der Besten. Sie

blicken auf eine stolze, jahrhundertealte

Geschichte zurück.

FRAUEN UND MÄDCHEN. Die

Japaner glauben schon immer,

dass Kämpfen nur etwas für

Männer sei. Es gab zwar auch

einige Kämpferinnen, allerdings

waren sie eine sehr, sehr seltene

Ausnahme.

Kleiner Tipp

Als Linkshänder darfst

du nicht kämpfen!

Du könntest deinen

Kameraden in die Quere

kommen, die alle ihr

Schwert in der rechten

Hand halten.

DER KAISER ist der am meisten

verehrte Mann in Japan, die

mächtigsten aber sind die

Shogun. Seit 1192 haben die

Shogun im Namen des Kaisers

Japan beherrscht. Shogun

bedeutet „Großer General“.

Kaiser

Kriegsherren (Sie

führen Armeen

an und wurden

durch gewonnene

Schlachten

mächtig.)

Ashigaru (normale

Soldaten) und

Samurai

Bauern und ihre

Familien

BAUERN werden zuhause gebraucht. Sie

bauen jenes Getreide an, das alle Bewohner

Japans zum Überleben benötigen.

Handwerker,

Händler und

Städter

SCHAUSPIELER. Sie sind lustig,

talentiert und spielen Theater;

aber sie werden von der

Gesellschaft nicht respektiert.

Buddhistische

Gelehrte,

Mönche und

Nonnen – ihre

Stellung in der

Gesellschaft

hängt von ihrer

Herkunft ab.

DIE MEISTEN

JAPANER misstrauen

Fremden. Ende des

13. Jahrhunderts

versuchten

Mongolenkämpfer

vom asiatischen

Festland, Japan zu

besetzen. Neuerdings

trifft man auf andere

Fremde: christliche

Missionare aus Europa.

6 7

Samurai

Shogun


Ein hartes Training

Die Ausbildung zum Samurai beginnt bereits in einem

sehr jungen Alter – ungefähr mit 7 Jahren. Und es ist ein

hartes Training! Denn es soll auch aus dem schüchternsten

Jungen einen großen Krieger machen, der alle Arten von

Kampftechniken und Überlebenstechniken beherrscht.

Als Schüler würdest du Jahre damit verbringen, dich

im Umgang mit Waffen zu üben. Außerdem würde man

dich in Lesen, Geschichte und Dichtkunst unterrichten.

Deine Ausbildung würde auch deinen Charakter formen:

Ein Samurai muss gute Manieren, Respekt

gegenüber anderen und Selbstdisziplin zeigen.

Man lehrt einen Schüler, für seine Kameraden

zu leben – oder zu sterben – denn er ist ein

treues Mitglied einer Truppe.

Und, würdest du deine

Kindheit mit einem so harten

Training verbringen wollen?

Oder möchtest du lieber

Ich glaub, ich werd

mit Familie und Freunden

doch lieber Bauer!

ein ruhiges Leben haben?

DIE SCHULE soll den

Verstand schärfen.

Samurai-Familien

schätzen

Wissen und

Gelehrtheit

sehr.

Aber wann

darf ich endlich

kämpfen?

Feder

und Schwert,

gleichermaßen

wert.*

* altes japanisches Sprichwort. Es bedeutet, dass

Körper und Verstand gleichermaßen wichtig sind.

LESEN UND SCHREIBEN

zu können, ist nicht nur

nützlich, sondern auch

ein Zeichen dafür, dass du

ein edler und freimütiger

Mensch bist.

SCHÜLER lernen, ihre Lehrer

und Kampfmeister zu ehren.

Diese ehrwürdigen Meister sind

weise – und es lohnt sich, ihnen

zuzuhören.

LERNE STRATEGISCHES

DENKEN, indem du traditionelle

Spiele, wie etwa Go, spielst.

Diese Spiele lehren dich,

vorauszudenken und deine

Gegner zu überlisten.

SCHÜLER LAUSCHEN gerne

Geschichten über Samurai, die vor

langer Zeit gelebt haben. Deren

ruhmreiche Taten sind für alle ein

Vorbild.

Kleiner Tipp

Habe Glück! Wenn du Pech hast oder

in der Schule zu wenig gelernt hast,

könntest du schon in deiner ersten

Schlacht getötet werden.

Bereit für die

Reifeprüfung

Wenn Schüler ungefähr 14 Jahre alt

sind, nehmen sie an einer Genbuku-

Zeremonie teil, die den Eintritt ins

Erwachsenenalter markiert. Dann

dürfen die jungen Männer ihr Haar

in jener Art knoten, wie es für die

Samurai typisch ist. Dann sind sie

bereit zu kämpfen.

TAPFER! Kampfübungen

können furchteinflößend

und schmerzhaft sein.

Aber keine Sorge, die

Schüler lernen rasch,

sich zu verteidigen und

zurückzuschlagen.

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