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schmidt01

Ausgabe Nr. 12 – Juni 2018 . 4,95 Euro . ISSN 2196-1271 www.nutrition-press.com

nutrition-press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe

BOR

Ein fast unbekanntes

Spurenelement

Ein Beitrag von Dr. med.

Klaus-Georg Wenzel

Mikronährstoffe

Vitalstoffe

Nahrungsergänzungsmittel

Hersteller und Vertriebe

Mit Nahrungsergänzungsmitteln

können Sie


heißen wir deutsche „ja frau merkel” oder „ja regierung” und machen den hofdiener oder -knicks? 03

Auflistung der Autoren 04

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll? Dr. jur. Thomas Büttner LL. M. 06

Existenzgründung – Auf in die Selbstständigkeit ARAG 10

Fleur de Plastic – Welches Ausmaß der Umweltverschmutzung treibt auf uns zu? Dr. Rebecca Störmer 14

Gesundheit im besten Alter Daniela Lipgens 16

Einschränken – Nein Danke! Prof. Dr. Michael Zacharias 19

Ungewisse Zukunft für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diäten)

Dr. jur. Thomas Büttner LL. M. 21

Darmgesundheit – Granatapfelextrakt hemmt spezifisch das Wachstum und die Toxinproduktion

von Clostridium difficile Prof. Dr. Brigitte König 24

Bor – ein fast unbekanntes Spurenelement Dr. med. Klaus-Georg Wenzel 28

Mikronährstoffe im Leistungssport Uwe Gröber 30

NADH (Coenzym-1) – und seine Anti-Ageing Wirkungen Prof. Dr. Jörg Georg Birkmayer 36

Die Wahrheit über Coenzym Q10 und ihren vielen Aufbereitungen Teil I Prof. Dr. Enno Freye 39

Hypnose – Noch eine zeitgemäße Therapieform oder kann sie durch Medikamente ersetzt werden? Peter Abels 48

Bärlauch – mehr als nur eine Gewürzpflanze www.vitalstoffjournal.de 51

Vitamin D – Hype or Hope? Prof. Dr. med. Jörg Spitz 54

Biophotonen und Zellen Dr. med. Ori Wolff 56

Mikroalgen – Neue Kosmetiktrends Dr. Michael Sandmann & Prof. Dr. Sascha Rohn 60

Borreliose – was wirklich dahinter steckt Robert Schneider 62

Grapefruitkernextrakt – das natürliche Allzweckmittel gegen Bakterien, Viren, Pilze u.m. Jürgen Langhals 66

Die wildwachsende Blaubeere Jutta Suffner 69

Berufskrankheitsverordnung geändert BG RCI 72

Newsticker 73

Impressum

Nutrition-Press

Fachzeitschrift für Mikronährstoffe,

Vitalstoffe, Nahrungsergänzungsmittel,

Hersteller und Vertriebe

Print-Ausgabe ISSN 21951271

Herausgeber: NEM Verband mittelständischer

europäischer Hersteller und Distributoren von

Nahrungsergänzungsmitteln & Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, D - 56291 Laudert

Phone: +49 (0) 6746 8029820

Fax: +49 (0) 6746 8029821

Email: info@nem-ev.de, www.nem-ev.de

Chefredaktion: Manfred Scheffler (V.i.S.d.P.)

Leitender Redakteur: Manfred Scheffler

Redaktion: Liane Schmidt

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Gottfried Lange und Prof. Dr. Kurt S. Zänker

Juristischer Beirat: Dr. jur. Thomas Büttner LL. M.

Grafik/Layout: www.pp-grafikdesign.de

Anzeigenabteilung:

Liane Schmidt, Telefon: +49 (0) 6746 8029820

E-Mail: info@nutritionpress.com

Bildnachweis: Markus Mainka – Fotolia (Titel), Fotolia, privat

Erscheinungsweise: 2 mal pro Jahr: Frühjahr, Herbst

Einzelpreis: 4,95 Euro, zzgl. Versandkosten

Bestellung der Print-Ausgabe: info@nem-ev.de

Online-Ausgabe: ISSN 21968505

Online-Magazin und Media-Daten:

kostenlos unter www.nutritionpress.com

Printed in Germany

Copyright-Hinweis:

Die gesamten Inhalte des Magazins sind

urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte auf

Konzept und Gestaltung: NEM e.V.

Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit

ausdrücklicher Genehmigung des NEM e.V.

Offizielles Magazin des NEM e.V.:

NEM Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Horst-Uhlig-Str. 3, 56291 Laudert

Telefon: +49 (0)6746/80 29 82 0

Fax: +49 (0)6746/80 29 82 1

E-Mail: info@nem-ev.de

Internet: www.nem-ev.de

02 Nutrition-Press

www.nutrition-press.com


Editorial

heißen wir deutsche

„ja frau merkel”

oder „ja regierung”

und machen den

hofdiener oder -knicks?

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

klar, die überschrift soll provizieren. es kommt mir

aber so vor, als ob der hofstaat noch immer gilt.

im kleinen die fürstentümer, im grossen das königshaus

– und die eu – ist die gewachsene kaiserstruktur

– frei nach dem motto der könig hat gesprochen

und das volk beugt sich tief vor "dankbarkeit". es ist zwar

moderner geworden – und die regierungen beginnen sich

im digitalen zeitalter einzufinden – dennoch das preußische

zeitalter ist nicht „verloren“ und wird von mal zu mal

größer.

es geht mir nicht aus dem kopf, wie ich mehrfach von einer

behördenleiterin hörte: „aber der minister sagt“. in der

zwischenzeit ist der minister weg – aber ein neuer „könig“

da. vor wenigen tagen habe ich einen beamten kurz vor

seiner pension kennengelernt. ein unglaublich seltenes

exemplar an gebündeltem wissen. leider bestätigte er,

dass das preußische beamtentum immer noch klar gegliedert

ist (von oben nach unten).

ein untergebener hat dem vorgesetzten zu folgen und darf

seinen anweisungen nicht widersprechen – auch wenn er

es besser weiß. zum glück meinte dieser beamter „gott

sei dank habe ich ein wissen, das kein vorgesetzter hat,

insofern habe ich mein freiraum“ – das traurige der beamte

geht.

jetzt zu frau merkel: ein neues gesetz hat frau merkel unterschrieben

und im bundesrat eingebracht. kaum einer

hat‘s bemerkt. unter dem deckmantel des verbraucherschutzes

sollen für nahrungsergänzungsmitteln vertriebswege

VERBOTEN werden. die vertriebswege wandergewerbe

und kaffeefahrten – unter wandergewerbe kann

man unter umständen auch den direktvertrieb sehen,

oder auch Verkäufe auf Messen usw.

klar gibt es „schwarze schafe“ unter unternehmer – die

gibt es leider gottes in allen vertriebsformen, in der politik,

in ehrenhaften berufen, in religiösen vertretern – überall

wo menschen sind – keine frage, deshalb brauchen wir

regeln. in diesem fall brauchen wir nicht neue gesetze

sondern konsequentes verfolgen, denn gesetze um den

verbraucher zu schützen gibt es nun wirklich genug. nur

die freiheit eines ordentlichen unternehmens bzw. unternehmers,

produkte die der gesundheit dienlich sind, einzuschränken

ist „diktatorisch“ und nützt dem verbraucher

gar nichts, sondern schränkt ihn in seiner entscheidungsfreiheit

und seiner gesundheit ein.

welche vertriebswege sollen danach verboten werden? ist

der erste schritt, weg von der freien marktwirtschaft, hin

zu einem sozialistischen staat, eingeläutet? «

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Manfred Scheffler

Präsident NEM e.V.

Rheinland-Pfalz, Mai 2018

Nutrition-Press ist die offizielle Zeitschrift des

NEM e.V. Verband mittelständischer europäischer

Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln

& Gesundheitsprodukten e.V.

Nutrition-Press 03


Unsere Autoren in der Ausgabe Nr. 12 der nutrition-press

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel

sinnvoll? Seite 6

Ungewisse Zukunft für Lebensmittel

für besondere medizinische Zwecke

(bilanzierte Diäten) Seite 21

Dr. jur. Thomas Büttner

Rechtsanwalt, LL.M., Fachbereiche:

Lebensmittelrecht, Cosmeticrecht

Fleur de Plastic – Welches

Ausmaß der Umweltverschmutzung

treibt auf uns zu? Seite 14

Dr. Rebecca Störmer

Mikrobiologin

Gesundheit im besten Alter

Seite 16

Daniela Lipgens

Geschäftsführerin

hajoona GmbH

Einschränken – Nein Danke!

Seite 19

Prof. Dr. Michael Zahcharias

Zacharias Akademie

Autor, Sprecher, Berater für

Direktvertriebsunternehmen

Darmgesundheit – Granatapfelextrakt

hemmt spezifisch das Wachstum und

die Toxinproduktion von Clostridium

difficile Seite 24

Prof. Dr. Brigitte König

Magdeburg Molecular

Detections GmbH & Co. KG

Bor – ein fast unbekanntes

Spurenelement

Seite 28

Dr. med. Klaus-Georg Wenzel

Facharzt für Neurologie

und Psychiatrie

Mikronährstoffe im Leistungssport

Seite 30

Uwe Gröber

Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen

www.vitaminspur.de

NADH (Coenzym-1) –

und seine

Anti-Ageing Wirkungen

Seite 44

Prof. Dr. Jörg Georg Birkmayer

A 1090 Wien, Österreich

www.birkmayer-nadh.com

Die Wahrheit über Coenzym Q10

und ihren vielen Aufbereitungen Teil I

Seite 47

Prof. Dr. Enno Freye

Universität Düsseldorf/Deutschland

Arzt: Spezielle Schmerztherapie, Anästhesio logie,

Intensivmedizin und Suchttherapie, Nutrazeutika,

Mikronährstoffe, Zivilisationskrankheiten,

Renaturierung und Fachlicher Beirat des NEM e. V.

04 Nutrition-Press


www.nem-ev.de

Unsere Autoren in der Ausgabe Nr. 12 der nutrition-press

Hypnose – Noch eine zeitgemäße

Therapieform oder kann sie durch Medikamente

ersetzt werden? Seite 56

Peter Abels

Dipl. Ing. Heilpraktiker und Psychotherapeut,

Leiter des SteinbeisTransfer-Institut

Gesundheitsprävention, Therapie

und Komplementärmedizin der

Steinbeishochschule Berlin SHB

Vitamin D – Hype or Hope?

Seite 62

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Spezialgebiet Präventionsmedizin,

u. a. Gründer der "Akademie für

menschliche Medizin und der Deutschen

Stiftung für Gesundheit und Prävention",

Referent und Buchautor,

Fachlicher Beirat des NEM e. V.

Biophotonen und Zellen Seite 64

Dr. med. Ori Wolff

Praxis für ganzheitliche Medizin, Berlin

Dozent für Naturheilverfahren

H:G Hochschule für Gesundheit & Sport,

Technik & Kunst, Autor “NetzwerkMensch –

Information · Energie · Materie”

Mikroalgen – Neue Kosmetiktrends

Seite 68

Dr. Michael Sandmann

Projektleiter des Instituts für

Lebensmittel- und Umweltforschung

(ILU) e. V., Potsdam-Rehbrücke,

Externer Habilitand an der

Universität Hamburg

Mikroalgen – Neue Kosmetiktrends

Seite 68

Prof. Dr. Sascha Rohn

Institutsleiter des Instituts für

Lebensmittel- und Umweltforschung

(ILU) e. V., Potsdam-Rehbrücke,

Hochschulprofessor für Lebensmittelchemie

an der Universität Hamburg

Borreliose – was wirklich

dahinter steckt Seite 70

Robert Schneider

Heilpraktiker

Grapefruitkernextrakt – das natürliche

Allzweckmittel gegen Bakterien, Viren,

Pilze u.m. Seite 74

Jürgen Langhals

Geschäftsführer der BAFOXX UG

in Münster/Westf.

Sozius der Kanzlei TLS Rechtsanwälte

in Recklinghausen

Die wildwachsende Blaubeere

Seite 77

Jutta Suffner

Heilpraktikerin, Dipl.Ing.(bio-med)

mit Naturheilpraxis

Ursachenfindung: Diagnosesysteme

wie DELTASCAN,Vorträge,

Vitalstoffanalysen www.comed-tt.com

Weitere Beiträge:

Existenzgründung –

Auf in die Selbstständigkeit

ARAG – Seite 10

Bärlauch – mehr als nur

eine Gewürzpflanze

www.vitalstoffjournal.de – Seite 59

Berufskrankheitsverordnung

geändert BG RCI – Seite 80

Nutrition-Press 05


Wann sind Nahrungsergänzungsmittel

sinnvoll?

Am 20.03.2018 berichtete der NDR in der Sendung „Visite“ darüber

wann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist. Hierbei

wurde vor der Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln,

wie Eisen und Vitaminpräparate sogar gewarnt und als gefährlich eingestuft.

Dies hat uns dazu bewogen, entsprechend zu reagieren. Lesen Sie

hier die Stellungnahme an die Redaktion vom NDR von unserem Herrn

Dr. Büttner, in dieser er deutlich und mit aller Sachlichkeit die in der o. g.

Sendung, Behauptungen widerlegt.

Herr Dr. Büttner zitiert:

1. Leider mussten wir feststellen, dass in dem fraglichen

Beitrag die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

weitgehend undifferenziert als nicht sinnvoll und sogar gefährlich

diskreditiert wird. Unserer Ansicht nach führt dies

zu einer unangemessenen Verunsicherung der Verbraucher

und verleitet sie, auf den Einsatz von verkehrsfähigen,

sicheren und nützlichen Nahrungsergänzungsmitteln zu

verzichten, obwohl es hierfür keinerlei Veranlassung gibt.

Sicher mag es gesunde Verbraucher geben, die sich am

Tag ausgewogen ernähren, viel Obst und Gemüse zu sich

nehmen und keine besonderen physiologischen Bedürfnisse

haben. Dies entspricht jedoch nicht der Mehrzahl

der Durchschnittsverbraucher. Diese zeichnen sich vielmehr

gerade umgekehrt dadurch aus, dass sie sich regelmäßig

unausgewogen ernähren, z. B. durch Fastfood, Kantinenessen

oder einseitige Ernährungsformen wie Diäten,

Vegetarier, Veganer etc. Ferner gibt es natürlich die große

Gruppe von Personen in besonderen physiologischen Umständen,

wie z. B. Schwangere, Sportler, Senioren, die aufgrund

ihrer besonderen physiologischen Bedürfnisse und

Lebensgewohnheiten ebenfalls einen erhöhten Bedarf an

Nährstoffen aufweisen. Ergänzend dürfen wir darauf verweisen,

dass nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung

(BfR) die Anzahl der Personen, die einen

erhöhten Nährstoffbedarf haben, deutlich größer und umfassender

zu bestimmen ist.

Hierzu dürfen wir darauf verweisen, dass das Bundesinstitut

für Risikobewertung (BfR) z.B. für Vitamin A ausführt

„laut nationaler Verzehrstudie erreichen ca. 25 % aller

Altersgruppen nur 60-80 % der Empfehlungen, wobei die

Gruppe der 13-18-Jährigen die niedrigste Zufuhr aufweist

(Adolf et al, 1995). Ferner heißt es dort „Risikogruppen für

eine suboptimale Versorgung sind insbesondere Schwangere

und Stillende, bei denen eine ausreichende Zufuhr

dadurch erschwert wird, dass der Bedarf an Vitamin A in

diesen Lebensphasen erhöht ist ... Weitere Risikogruppen

für eine geringe Vitamin A Zufuhr sind Bevölkerungsgruppen,

die eine extrem einseitige Ernährungsweise bzw. Diäten

praktizieren.“

Zu Vitamin D heißt es dort „Die für die Bundesrepublik

Deutschland vorliegenden Daten über den Versorgungsstatus

an Vitamin D weisen darauf hin, dass das Risiko

eines klinischen Mangels oder Speicherentleerung für bestimmte

Altersgruppen, vor allem Schwangere, Stillende,

Säuglinge und Kleinkindern sowie ältere Menschen besteht,

insbesondere wenn Sie nur selten dem Sonnenlicht

ausgesetzt sind. Eine weitere Risikogruppe sind farbige

Migranten ... Die Inzidenz der Vitamin-D-Mangelrachitis

wird in Deutschland bei Kindern auf mindestens 400 Fälle

pro Jahr geschätzt“.

Zu Vitamin E heißt es dort, dass die mittlere tägliche Zufuhr

an Vitamin E in allen Altersgruppen der weiblichen

Personen mit 86% als nicht ausreichend bezeichnet wurde.

Für die Hälfte der Männer lag die Vitamin E Aufnahme

unter den von der DEG genannten Empfehlungen. Die

Mehrzahl der Frauen erreichte die Empfehlungen nicht.

Zu Vitamin K wird dort bestätigt, dass Vitamin-K-Mangelerscheinungen

durch einen echten Mangel an Vitamin K (z.B.

alimentär oder resorptiv) oder bei der therapeutischen

06 Nutrition-Press


Stellungnahme

Anwendung bestimmter Medikamente durch Blockade des

Vitamin-K-Zyklus hervorgerufen werden können. Das Risiko

eines Vitamin-K-Mangels wird bei Neugeborgenen und gestillten

Säuglingen besonders hoch eingeschätzt. Ursache

dafür ist der geringe Vitamin-K-Transfer durch die Plazenta.

Zu Vitamin B 1 heißt es dort, dass die für die BRD vorliegenden

Daten zur Aufnahme von Vitaminen bereits darauf

hinweisen, dass etwa 1/3 der Frauen die empfohlene Zufuhr

nicht erreichen. Mangelzustände könnten insbesondere

auch in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum auftreten.

Zu Vitamin B 2 heißt es dort, dass die für die BRD vorliegenden

Daten zur Aufnahme von Vitamin B 2 darauf

hindeuten, dass etwa 1/4 der erwachsenen Frauen die

für das Vitamin empfohlene Zufuhr nicht erreichen. Insbesondere

bei untergewichtigen Frauen und Männern sowie

in Abhängigkeit vom Zigaretten und Alkoholkonsum bestehen

Mangelzustände.

Auch für Vitamin B 6 wird festgestellt, dass bei 4,2% der

Bevölkerung suboptimale Versorgungszustände festgestellt

wurden. Zum Beispiel für untergewichtige Frauen,

aber auch bei Rauchern. Auch für Biotin wurde ein ernährungsbedingter

Biotin Mangel im Zusammenhang mit parenteraler

Ernährung, mit chronischem Verzehr von rohen

Eiern und mit Biotin freien Diäten beschrieben.

Zu Vitamin C wird festgestellt, dass sich z.B. bei Männern

über 55 Jahren eine höhere Prevalenz (14%) zu niedriger

Plasmaspiegel unterhalb des Referenzwertes abzeichnet.

Auch die Gruppe der Männer zwischen 35 und 44 Jahren

falle durch eine erhöhte Prevalenz niedrigerer Vitamin-C-Plasmagehalte

auf.

Nutrition-Press 07


Auch für schwangere Frauen und stillende Mütter wird ein

erhöhter Vitamin C Bedarf bestätigt. Zudem hat bereits

der europäische Gesetzgeber festgestellt, dass der Idealfall

einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung

in der Bevölkerung schlicht nicht zutrifft.

Bereits der Gesetzgeber hat in Erwägungsgrund 3 der

Richtlinie 2002/46/EG festgestellt: „Eine geeignete, abwechslungsreiche

Ernährung sollte in der Regel alle für

eine normale Entwicklung und die Erhaltung einer guten

Gesundheit erforderlichen Nährstoffe in den Mengen bieten,

die auf der Grundlage allgemein anerkannter wissenschaftlicher

Daten ermittelt wurden und empfohlen werden.

Aus Untersuchungen geht jedoch hervor, dass dieser

Idealfall in der Gemeinschaft nicht auf alle Nährstoffe und

alle Bevölkerungsgruppen zutrifft.“ Es wäre somit zutreffend

auszuführen, dass für normale gesunde Verbraucher,

die sich aus-gewogen und abwechslungsreich ernähren

und viel Obst und Gemüse am Tag essen es in der Regel

keiner weiteren Zufuhr von Vitaminen bedarf.

Normal ist dies jedoch gerade nicht. Die normale Ernährung

zeichnet sich vielmehr gerade durch einseitige Essensgewohnheiten

aus, Fast Food, Kantinenessen etc. Da

der Gesetzgeber somit schon festgestellt hat, dass bei

einer nicht ausgewogenen konventionell eher einseitigen

Ernährung es durch Essenszufuhr weiterer Nährstoffe wie

Vitamine, Mineralstoffe bedarf, ist auch diese Aussage in

Ihrem Beitrag zumindest gegenüber den Verbrauchern unklar

bzw. erweckt einen falschen Eindruck.

Verbraucher die sich in besonderen physiologischen Bedingungen

befinden und einen erhöhten Bedarf an Vitaminen/Mineralstoffen

aufweisen können zudem trotz

normaler Ernährung einen zusätzlichen Bedarf an konzentrierten

Vitaminen haben. Es recht gilt dies für die Verbraucher,

die sich nicht ausgewogen und abwechslungsreich

ernähren.

2. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls festzustellen,

dass die auf europäischer Ebene zu-ständige Europäische

Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gerade erst

vor kurzem den Nutzen von Vitaminen und Mineralstoffen

in Nahrungsergänzungsmitteln ausführlich über-prüft

hat. Basierend auf den wissenschaftlichen Bewertungen

der EFSA hat der europäische Gesetzgeber mit der VO

432/2012/EG eine Vielzahl von wissenschaftlich nachgewiesenen

Gesundheitswirkungen von Vitaminen und Mineralstoffen

bestätigt und ausdrücklich erlaubt.

Daraus können Sie entnehmen, dass nahezu alle Vitamine

und Mineralstoffe nach der ausführlichen Überprüfung

der zuständigen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit

einen nachgewiesenen Gesundheitsnutzen

haben. Einzige Voraussetzung ist, dass mit dem entsprechenden

Lebensmittel mindestens 15% der Referenzmengen

zugeführt werden müssen. Wird somit diese Dosierung

mit einem entsprechenden Nahrungsergänzungsmittel erreicht,

hat das Produkt nach der umfangreichen wissenschaftlichen

Überprüfung durch die EFSA einen Gesundheitsnutzen

für die angesprochen Verbraucher.

Insoweit wurden z. B. folgende

Wirkungen bestätigt:

Biotin: Energiestoffwechsel, Nervensystem, psychische

Funktionen, Haare, Schleimhäute, Haut;

Calcium: Blutgerinnung, Energiestoffwechsel, Muskelfunktionen,

Verdauungsenzyme, Knochen, Zähne;

Eisen: kognitive Funktionen, Energiestoffwechsel, rote

Blutkörperchen, Sauerstofftransport, Immunsystem,

Müdigkeit, Zellteilung;

Folat: Wachstum mütterlichen Gewebes während der

Schwangerschaft (Neuralrohr), Blutbildung, Homocysteinstoffwechsel,

psychische Funktionen, Immunsystem,

Müdigkeit, Zellteilung;

Jod: kognitive Funktionen, Energiestoffwechsel, Nervensystem,

Haut;

Kalium: Nervensystem, Muskelfunktionen, Blutdruck;

Kupfer: Bindegewebe, Energiestoffwechsel, Nervensystem,

Haarpigmente, Eisentransport, Hautpigmentierung,

Immunsystem, Zellschutz;

Magnesium: Ermüdung, Elektrolytgleichgewicht,

Energiestoffwechsel, Nervensystem, Muskelfunktionen,

Eiweißsynthese, psychische Funktionen, Knochen, Zähne,

Zellteilung;

Mangan: Energiestoffwechsel, Knochen, Bindegewebsbildung,

Zellschutz;

Niacin: Nervensystem, psychische Funktionen, Schleimhäute,

Haut, Müdigkeit;

Pantothensäure: Energiestoffwechsel, Müdigkeit, geistige

Leistung;

Phosphor: Energiestoffwechsel, Knochen, Zähne;

B2: Energiestoffwechsel, Nervensystem, Schleimhäute,

Blutkörperchen, Haut, Sehkraft, Energiestoffwechsel,

Zellschutz, Müdigkeit;

Selen: Spermabildung, Haare, Nägel, Immunsystem,

Schilddrüsenfunktion;

Thiamin: Energiestoffwechsel, Nervensystem, psychische

Funktionen, Herzfunktion;

Vitamin A: Energiestoffwechsel, Schleimhäute, Haut,

Sehkraft, Immunsystem;

B12: Energiestoffwechsel, Nervensystem, Homocystein-Stoffwechsel,

psychische Funktionen, rote Blutkörperchen,

Immunsystem, Müdigkeit;

B6: Energiestoffwechsel, Nervensystem, psychische

Funktionen, Blutkörperchen, Immun-system, Müdigkeit,

Hormontätigkeit;

Vitamin C: Kollagenbildung für eine normale Funktion der

Blutgefäße, Kollagenbildung für eine normale Funktion

der Knochen und Knorpelfunktionen, Haut, Zähne, Energiestoffwechsel,

Nervensystem, psychische Funktionen,

Immunsystem, Zellschutz, Müdigkeit;

Vitamin D: normaler Calciumspiegel, Knochen, Muskel-

08 Nutrition-Press


Stellungnahme

funktionen, Zähne, Immunsystem,

Zellteilung; Vitamin E: Zellschutz;

Vitamin K: Blutgerinnung, Knochen;

Zink: Säure-Basen-Stoffwechsel, Kohlenhydratstoffwechsel,

kognitive Funktionen, DNA-Synthese, normale

Fruchtbarkeit, Fettsäurestoffwechsel, Eiweißsynthese,

Knochen, Haare, Nägel, Haut, Testosteronspiegel, Sehkraft,

Immunsystem, Zellschutz.

Entgegen Ihrer Darstellung sind somit eine Vielzahl von

positiven wissenschaftlichen Auswirkungen von Vitaminen

und Mineralstoffen auf die Gesundheit wissenschaftlich

belegt und gesetzlich europaweit zugelassen. Soweit

bei Ihnen ausgeführt wird, dass für gesunde Verbraucher

Nahrungsergänzungsmittel nicht sinnvoll sind, ist festzustellen,

dass sich die von der EFSA geprüften und vom

europäischen Gesetzgeber zugelassenen gesundheitsbezogenen

Aussagen sich auf die „Erhaltung der normalen

Funktion“ beziehen, also gerade für gesunde Verbraucher

bestimmt sind.

3. Nicht nachvollziehbar ist es auch, dass bei Ihnen die

Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln weitgehend

differenzierungslos als gesundheitsschädlich dargestellt

wird. Dazu führen Sie aus, dass Vorsicht geboten sei,

falls sich im Darm Krebsvorstufen gebildet haben sollen,

könne eine hohe Zufuhr von Folsäure das Wachstum bösartiger

Tumore fördern, Vitamin E in Kapselform fördere

die Entstehung von Lungenkrebs, Antioxidantien, Vitamin

C und E könnten Sport weniger effektiv machen und die

jahrelang hoch dosierte Einnahme von Vitamin B 6 oder B

12 das Lungenkrebsrisiko bei Männern erhöhen. Ganz allgemein

könnten Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung

von Chemotherapie und Bestrahlung bei Krebspatienten

beeinträchtigen.

Hier lassen Sie den Verbraucher schon völlig damit allein,

was unter einer „hohen Dosierung“ zu verstehen sein soll.

Letztlich bleibt bei dem Verbraucher hängen, dass Nahrungsergänzungsmittel

gefährlich sind. Hier ist es doch

von entscheidender

Bedeutung, dem Verbraucher

zu vermitteln,

wann von einer

„hohen gefährlichen

Dosierung“ auszugehen

ist und wann nicht. Unserer

Ansicht nach vermengen

Sie hier hohe Dosierungen,

wie Sie für pharmakologisch

wirkende Arzneimittel gelten

und nicht etwa ernährungsphysiologische

Dosierungen, die allein

in Nahrungsergänzungsmitteln

erlaubt sind.

Publikationen im Zusammenhang mit Antioxidantien wie

Vitamin C und E beziehen sich auf drastisch hohe pharmakologische

Dosierungen, wie sie in Arzneimitteln zu

finden sind, nicht aber in Nahrungsergänzungsmitteln. In

Deutschland sind auch solche Nahrungsergänzungs-mittel

mit unsicheren, pharmakologischen Dosierungen

schlicht nicht verkehrsfähig und dürfen somit gemäß Art.

14 der VO 178/2002/EG ohnehin nicht in den Verkehr

gebracht werden. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

(EFSA) hat für die bereits genannten

gesundheitsbezogenen Aussagen festgestellt, dass für die

genannten Vitamine und Mineralstoffe keine Höchstmengenbeschränkung

notwendig ist.

Vor diesem Hintergrund würden wir es für sachgerecht

halten, wenn Sie die Verbraucher in einem weiteren Beitrag

über die tatsächliche Sach- und Rechtslage angemessen

informieren würden. Dies wäre im Interesse der

Verbraucher, damit sie weiterhin ihre verkehrsfähigen, sicheren

und nützlichen Produkte verwenden können und

für die Vertreiber von seriösen, verkehrsfähigen Produkten,

die durch Ihren Beitrag ebenfalls unangemessen in

der Öffentlichkeit diskreditiert werden. «

Fotos: Talaj – Fotolia (S. 7), manuela_kral – Fotolia (S. 9)

Dr. jur. Thomas Büttner LL. M.

Rechtsanwalt

Lebensmittelrechtlicher Beirat des NEM e.V.

20. März 2018

Nutrition-Press 09


Der eigene Chef sein –

davon träumen viele. Wie Sie

diese Chance nutzen und sich

dabei richtig absichern.

EXISTENZ

GRÜNDUNG

Auf in die Selbstständigkeit

Selbstständig zu arbeiten kann so schön sein: Man

verwirklicht seine Ideen, ist frei und unabhängig

und erntet auch noch den Gewinn für die selbst

erbrachte Leistung. Eine solide Vorbereitung hilft,

den Weg zur Selbstständigkeit frei zu räumen und sicher

zu beschreiten.

A und O einer erfolgreichen Existenzgründung sind Ihr

eigener Ideenreichtum und ein tragfähiges Geschäftskonzept,

das Sie in einem Businessplan fixieren sollten.

Dieser ebnet Ihnen den Weg: Er dient Ihnen nicht nur als

Fahrplan Ihres Vorhabens, er spielt auch bei potentiellen

Förderungen und Krediten die entscheidende Rolle.

Machen Sie sich frühzeitig mit den spezifischen Bedingungen

Ihrer Branche vertraut, identifizieren Sie potenzielle

Auftraggeber und Kunden und durchdenken Sie die Finanzierung.

Gewerbe, Franchise, Freiberuflich? Einzelunternehmen,

GbR oder AG?

Wie Sie Ihren Unternehmergeist ausleben, hängt zwar vor

allem von Ihrer Tätigkeit ab, doch bleiben die Formen der

Selbstständigkeit vielfältig: Sie können als Start-Up-Unternehmer,

Gewerbetreibender oder Freiberufler, allein oder

im Team durchstarten.

Das sind dann gleichzeitig auch die ersten Kriterien, nach

denen Sie die Rechtsform Ihres Unternehmens festlegen.

Entscheidend für die Rechtsform ist außerdem, ob Sie

eine Kauffrau beziehungsweise ein Kaufmann sind, ob Sie

die Haftung beschränken und ob und wie viel Kapital Sie

in Ihr Unternehmen einbringen wollen.

10 Nutrition-Press


Recht

Ein-Personen-Gründungen können vom Einzelunternehmen

bis hin zur Ein-Personen-AG reichen. Das Einzelunternehmen

beispielsweise ist sozusagen Grundstock der

Gesellschaftsformen. Es entsteht automatisch, wenn Sie

Ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden und Ihr Unternehmen

ins Handelsregister eintragen. Als Freiberufler

gründen Sie bereits ein Einzelunternehmen, wenn Sie

eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen und Ihre

Selbstständigkeit dort anzeigen.

Ob ein Gewerbe oder eine Freiberuflichkeit für Sie in Frage

kommt, entscheidet letztlich das Finanzamt – setzen Sie

sich also zeitnah mit diesem in Verbindung.

Gründen Sie Ihr Unternehmen zusammen mit mindestens

einem Partner, haben Sie verschiedene Formen der

Personengesellschaft zur Auswahl – von der Gesellschaft

bürgerlichen Rechts (GbR) über die Offene Handelsgesellschaft

(OHG) bis zur GmbH & Co. KG.

Viele Vorteile bieten Teamgründungen in Form von Kapitalgesellschaften

wie der GmbH, der AG oder der Genossenschaft.

Im Team lassen sich fachliche oder kaufmännische

Defizite ausgleichen. Mehr Gründungspartner

bedeuten auch mehr Eigenkapital, was die Finanzierung

von notwendigen Anschaffungen erleichtert.

Unser Rat

Beziehen Sie bei Ihrer Entscheidung auf jeden Fall Ihren

Steuerberater und Rechtsanwalt mit ein, denn die Rechtsform

Ihres Unternehmens wirkt sich finanziell, steuerlich

und rechtlich auf Sie als Gründer aus.

Alles zu Gewerbeamt und Gewerbeschein

Wer sich mit einem Gewerbe selbstständig machen will,

kommt um einen Besuch beim Gewerbeamt nicht herum.

Denn nur mit einem Gewerbeschein sind Sie dazu berechtigt,

eine Gewerbetätigkeit auszuführen. Ansonsten

drohen Bußgelder oder Steuernachzahlungen, bei denen

das Einkommen rückwirkend geschätzt wird – oftmals

zum Nachteil des Gewerbetreibenden. Und das trotz der

in Deutschland herrschenden Gewerbefreiheit.

Ihr Gewerbe können Sie beim zuständigen Gewerbeamt,

Ordnungsamt oder bei der Gemeindeverwaltung anmelden.

Um bei der Anmeldung unnötige Wartezeiten zu

vermeiden, ist es ratsam, sich schon im Vorfeld über die

erforderlichen Unterlagen zu informieren. Gegen Zahlung

einer Bearbeitungsgebühr – je nach Gemeinde zwischen

15 bis 65 Euro – bekommen Sie dort den umgangssprachlich

als „Gewerbeschein“ bezeichneten Gewerbeanmeldungsschein.

Er ist der offizielle Nachweis, dass Ihre Gewerbetätigkeit

gegenüber der Behörde angezeigt ist.

Das benötigte Formular für die Gewerbeanmeldung ist

beim Gewerbeamt oder – noch schneller und bequemer –

direkt online als Vordruck zum Herunterladen erhältlich.

Informationen hierzu gibt es auf der Internetseite der zuständigen

Gemeinde. Beim Ausfüllen des Formulars werden

folgende Angaben benötigt: persönliche Daten, private

Adresse, Telefon- und Faxnummer, Beginn der Tätigkeit,

die voraussichtliche Zahl der Mitarbeiter und die Art der

Tätigkeit.

Denken Sie bei der Anmeldung unbedingt an Ihre Personalpapiere

– Sie müssen sich ausweisen können. Ausländische

Staatsangehörige müssen zudem eine Aufenthaltsgenehmigung

der zuständigen Ausländerbehörde

vorlegen, welche die Erlaubnis beinhaltet, eine Gewerbetätigkeit

aufnehmen zu dürfen.

Teilweise Genehmigung erforderlich

Trotz Gewerbefreiheit brauchen Sie bei bestimmten Gewerbearten

– zum Beispiel im Gast- und Beherbergungswesen

und als Handwerker oder Makler – eine ausdrückliche

Genehmigung durch das Gewerbeamt. Dazu müssen

Sie, wenn Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen

ist, zudem auch einen Auszug aus dem Handelsregister

vorlegen. Bei ausländischen Unternehmen müssen Sie

zusätzlich einen Inlandsbevollmächtigten samt einer inländischen

Anschrift angeben.

An den Fiskus denken

In der Anfangszeit ist es wichtig, das Geschäft zum Laufen

zu bringen. Vor lauter Akquise sollten Sie aber das

Finanzamt nicht vergessen. Das kann unangenehm werden,

denn unter Umständen fordert das Finanzamt hohe

Nachzahlungen, wenn Unternehmer ihre Steuern nicht

entrichtet haben.

Die Steuererklärung müssen Sie regulär bis spätestens

zum 31. Mai des Folgejahrs abgeben. Wenn sie von einem

Steuerberater angefertigt wird, bis Ende Dezember. In

diesem Fall kommt der Bescheid wahrscheinlich im ersten

Quartal des nächsten Jahres zurück. Errechnet das

Finanzamt eine Steuerschuld, verlangt es eine Nachzahlung

für das vergangene Jahr und denselben Betrag ein

weiteres Mal für das laufende Jahr. Hinzu kommt eine entsprechende

Vorauszahlung für das kommende Vierteljahr.

Eine Ratenzahlung dieser Summe ist nur im Ausnahmefall

möglich! Allerdings muss sich der Schuldner dann an

strenge Vorgaben halten. Legen Sie also schon von den

ersten Einnahmen einen guten Steuer-Puffer an, damit die

ersehnte Selbstständigkeit nicht schnell wieder vorbei ist.

Welche Krankenversicherung ist die richtige?

Anders als zum Beispiel in den USA besteht in Deutschland

Krankenversicherungspflicht. Jeder Mensch muss bei

uns also eine Kranken versicherung haben. Dieser Pflicht

zur Krankenversicherung kann durch Mitgliedschaft in der

gesetzlichen Krankenversicherung oder durch Abschluss

einer privaten Krankenvollversicherung entsprochen werden.

Ab einem bestimmten Einkommen, der sogenannten

Jahresarbeits entgeltgrenze, können Angestellte zwischen

Nutrition-Press 11


gesetzlichen und privaten Krankenkassen wählen. Diese

Grenze liegt beispielsweise in 2017 bei 57.600 Euro brutto.

Als Selbstständiger haben Sie die Wahl unabhängig davon,

wie hoch Ihr Einkommen ist.

Für den Fall, dass Sie vor Beginn Ihrer Selbständigkeit

nicht pflichtversichert waren, müssen Sie dagegen nach

wie vor sogenannte Vorversicherungszeiten erfüllen, um

freiwilliges Mitglied werden zu können. Nach § 9 SGB V

müssen Sie dazu in den letzten fünf Jahren vor Ausscheiden

aus der Pflichtversicherung mindestens 24 Monate

oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen

mindestens zwölf Monate in der gesetzlichen Krankenversicherung

versichert gewesen sein.

Die Zeiten, in denen Sie über den Ehepartner oder die Eltern

kostenfrei familienversichert waren, bekommen Sie

dabei angerechnet. Den Beitritt müssen Sie der Krankenkasse

in diesem Fall drei Monate nach dem Ausschei den

aus der Versicherungspflicht anzeigen.

Bei der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung

handelt es sich um unterschiedliche Systeme. Die

gesetzliche Krankenversicherung ist als Solidargemeinschaft

organisiert, in der sich die Beiträge der Versicherten

unabhängig vom individuellen Risiko am Einkommen

orientieren. Familienangehörige, also Ehegatten und

Kinder, die nicht selbst versicherungspflichtig oder versicherungsfrei

sind, können in der Regel beitragsfrei

mitversichert werden. Die Leistungen der verschiedenen

gesetzlichen Krankenkassen sind im Wesentlichen vergleichbar.

In der privaten Krankenversicherung wird dagegen

ein dem individuellen Risiko entsprechender, also von

Alter und Gesundheitszustand abhängiger Beitrag erhoben.

Der Umfang des gewährten Versicherungsschutzes

variiert in Abhängigkeit vom gewählten Tarif. Die privaten

Krankenversicherungen ermöglichen damit Absicherungsniveaus

auch deutlich über dem der gesetzlichen Kassen.

Gesetzliche Krankenkassen für Selbstständige

Möchten Sie sich als Selbständiger freiwillig bei einer gesetzlichen

Krankenkasse versichern, müssen Sie nichts

tun, wenn Sie unmittelbar vor Aufnahme der Selbständigkeit

pflichtversichert waren. Denn mit einer Gesetzesänderung

zum 1.8.2013 wurde die sogenannte obligatorische

Anschlussversicherung eingeführt.

Das bedeutet: Waren sie vorher als Arbeitnehmer oder als

Arbeitsloser Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung,

läuft diese Versicherung als freiwillige Versicherung

weiter, wenn Sie nicht ausdrücklich innerhalb der

zweiwöchigen Frist Ihren Austritt erklären.

Mindesteinkommen und Versicherungsbeitrag

Der Beitrag von freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse

versicherten Selbstständigen richtet sich nur zum

Teil nach der wirtschaft lichen Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich

wird für die gesetzliche Krankenversicherung in

2017 ein Beitrag von 14 Prozent plus individueller Zusatzbeitrag

erhoben.

Bei hauptberuflich Selbstständigen wird dabei zunächst

von Beitragsbemessungsgrenzen ausgegangen. Selbstständige

mit einem Einkommen von über 4.350 Euro monatlich

zahlen im Jahr 2017 einen Krankenkassenbeitrag

von 609 Euro pro Monat. Bei einem Zusatzbeitrag von 1,1

Prozent sind das 656,85 Euro. Soll ein Krankengeldanspruch

(ab der 7. Arbeitswoche) mitversichert werden,

steigt der Beitrag auf 14,6 Prozent plus einen individuellen

Zusatzbeitrag. Liegt das tatsächlich erzielte Einkommen

unter der Beitragsbemessungsgrenze von 4.350 Euro,

wird das geringere Ein kommen zugrunde gelegt. Hierbei

gilt jedoch ein anzusetzendes Mindesteinkommen von

12 Nutrition-Press


Recht

2.231,25 Euro monatlich, selbst wenn das reale Einkommen

deutlich niedriger ist. Der Beitrag steigt, wenn ein

Anspruch auf Krankengeld mitversichert werden soll. Für

Existenzgründer und in bestimmen Härte fällen besteht die

Möglichkeit, das anzusetzende Einkommen zu reduzie ren.

Für das anzusetzende Einkommen gilt dann die Bemessungsgrundlage

von 1.487,50 Euro. Hinzu kommt der Beitrag

für die Pflege versicherung von 2,55 Prozent für Eltern

und 2,80 Prozent für Kinderlose, die das 23. Lebensjahr

überschritten haben.

Versicherungswechsel ist immer möglich

Als Selbständiger profitieren Sie davon, jederzeit in die

private Krankenversicherung wechseln zu können. Dabei

werden die Versicherungszeiten in der gesetzlichen auf die

Wartezeiten in der privaten Krankenversicherung angerechnet.

Der Wechsel zurück in die Gesetzliche ist dagegen von

der Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen abhängig.

Altersvorsorge, Arbeitslosenversicherung

und Rente

Wichtig: Fürs Alter vorsorgen

Neben Ihrer sozialen Absicherung für die Gegenwart liegt

nun auch die Vorsorge für den wohlverdienten Ruhestand

in Ihren Händen. Haben Sie als Angestellter bisher Rentenansprüche

erworben, können Sie als Selbständiger in

der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben. Das lohnt

sich vor allem, wenn Sie bereits viele Jahre Rentenbeiträge

geleistet haben. Möglich ist entweder die freiwillige

Mitgliedschaft oder eine Versicherungspflicht auf Antrag.

Die Deutsche Rentenversicherung berät Sie. Einige

Berufsgruppen, wie etwa Handwerker, Hebammen und

Künstler sind schon jetzt verpflichtet, in die gesetzliche

Rentenversicherung einzuzahlen. Andere Freiberufler und

Gewerbetreibende werden künftig ebenfalls verpflichtet,

eine Altersvorsorge nachzuweisen. So will die Politik der

Altersarmut vorbeugen.

Wenn Rentner sich selbstständig machen

Sie haben die Regelaltersgrenze (65. Lebensjahr, seit

2012 stufenweise auf das 67. Lebensjahr steigend) bereits

erreicht, beziehen eine Regelaltersrente und möchten sich

nun Ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllen? Nur

zu! Sie haben mit keinen Einbußen zu rechnen und können

ohne Einschränkung als Selbständiger hinzuverdienen.

Beziehen Sie allerdings eine Rente wegen voller Erwerbsminderung,

eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze

oder die Knappschaftsausgleichsleistung (KAL),

dürfen Sie monatlich nicht mehr als 450 Euro brutto

hinzuverdienen. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze

kann eine Rente wegen voller Erwerbsminderung

oder Altersrente nur noch als Teilrente gezahlt werden.

Der Bezug der KAL als Teilrente ist ausgeschlossen.

So sichern Sie Arbeitslosigkeit ab

Ähnlich wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung sieht

es bei der Arbeitslosenversicherung aus: Haben Sie schon

mehrere Jahre eingezahlt und arbeiten fortan mindestens

15 Stunden in der Woche, kann es sich auszahlen, die

Versicherungspflicht auf Antrag zu wählen. Bis zum Ablauf

des ersten Kalenderjahres nach Aufnahme der selbständigen

Tätigkeit zahlen Sie nur den halben Regelsatz

(§ 345b, § 434w SGB III). Den Antrag müssen sie innerhalb

von drei Monaten nach Aufnahme der selbständigen

Tätigkeit stellen.

Das passende Gerichtsurteil

Eine selbständige Kölnerin hatte drei Monate lang die fälligen

Beiträge zu ihrer freiwilligen Arbeitslosenversiche rung

in Höhe von 25 Euro monatlich nicht gezahlt. Sie sei zu

Beginn ihrer Selbstständigkeit in finanzielle Nöte geraten

und litt zudem unter psychischen Problemen. Zwar zahlte

die Frau die Beiträge nach, nach Ansicht des Bundessozialgerichts

aber zu spät. Die Richter verwiesen auf das

Gesetz, das bei einem dreimonatigen Zahlungsverzug

automatisch das Ende des Versicherungsverhältnisses

anordne. Der Gesetzgeber habe sich eindeutig für das

Versicherungsprinzip entschieden und daher den Fortbestand

des Versicherungsverhältnisses aus Gründen der

Risikobegrenzung an die rechtzeitige Zahlung der Beiträge

geknüpft, so die Richter. Eine Mahnung der Beiträge durch

die Bundesagentur für Arbeit sieht das Gesetz nicht vor

(Az.: B 12 AL 2/09 R).

Erleichterung für Künstler und Publizisten

Gerade für selbstständige Künstler und Publizisten in

der Anfangsphase können Versicherungsbeiträge eine

sehr hohe Belastung bedeuten. Seit 1983 können Sie die

Leistungen der Künstlersozialkasse (KSK) in Anspruch zu

nehmen. Dank des Gesetzes der Bundesregierung werden

Künstler oder Publizisten als Mitglied der KSK Arbeitnehmern

gleichgestellt und zahlen nur etwa die Hälfte des

Beitrags für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Die KSK übernimmt den Rest. Um in den Genuss dieser

Unterstützung zu kommen, müssen Sie neben dem anerkannten

Nachweis Ihrer Künstler- oder Publizisteneigenschaft

folgende Voraussetzungen erfüllen:

• selbstständig erwerbstätig sein und das nicht nur vorübergehend

• im Wesentlichen im Inland tätig sein

• nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen

• die Mindestverdienstgrenze von 3.900 Euro jährlich

erreichen. Berufsanfänger sind innerhalb der ersten

drei Jahre von dieser Regel ausgenommen.

Ihren monatlichen Beitrag berechnet die Künstlersozialkasse

nach Ihrem erwarteten Einkommen für das kommende

Jahr. Über die KSK sind Sie prinzipiell bei der

gesetzlichen Kasse Ihrer Wahl versichert, aber unter bestimmten

Voraussetzungen können Sie sich mit dieser

Unterstützung auch privat krankenversichern. «

Fotos: stadtratte – Fotolia (S. 10), Chaiyawat – Fotolia (S. 12)

Nutrition-Press 13


Fleur de Plastic

Welches Ausmaß der Umweltverschmutzung

treibt auf uns zu?

Das Fleur de Sel, die Salzblume, ist für Sie als ernährungsbewusste

Leser sicherlich ein Inbegriff

für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Dieses besonders kostbare Salz wird auch heute

noch an wenigen Orten in Portugal und Spanien, sowie in

Frankreich durch Handschöpfung gewonnen. Es ist Symbol

einer konsequenten naturnahen Ernährung, fern der

industriellen Herstellung. In den vergangenen Monaten

konnte eine alarmierende und gleichzeitig konsequente

Entdeckung gemacht werden: Es fanden sich Mikroplastikpartikel

in Stichproben der fünf gängigsten Fleur de Sel

Hersteller. In meinen vorherigen Artikeln (Nutrition-Press

5 und 8) berichtete ich bereits über einige Aspekte und

Außmaße der Plastikverschmutzung in unseren Weltmeeren.

Geschätzt umfassen über 70 % der ca. 150 Mio.

Meeresmüll Kunststoffe, die sich durch mechanische Reize

(UV-Strahlung und Wellenbewegungen sowie andere

Scherkräfte) in sekundäres Mikroplastik zersetzen. Die

Verweildauer von Kunststoffen in den Meeren kann dabei

laut derzeitigem Stand bis zu 600 Jahren (je nach Kunststoffart)

betragen. Kein Wunder also, dass sich die gewaltigen

Mengen Kunststoffmüll, die sich in den vergangenen

Jahrzehnten in den Meeren angereichert haben, nun

zu Mikroplastik zersetzen und konsequenterweise auch

in der Meeresumwelt und den Meeresbewohnern (u.a.

Seevögel, Meeressäuger, Fische) nachgewiesen werden.

Besonders von Mikroplastik geht dabei noch eine ganz andere

Gefahr aus: Die potentielle Anreicherung und Abgabe

von Schadstoffen. Mikroplastik hat die Eigenschaft als

Magnet zu fungieren, ausgerechnet für Schadstoffe und

ggf. auch für schädliche Bakterien. Das Feld der Mikroplastikforschung

ist dabei vergleichsweise noch sehr, sehr

jung. Die Entwicklung eines neuen Forschungszweiges,

vor allem betreffend einer globalen Problematik, wie die

der Kunststoffvermüllung der Meere, bedarf internationalen

Zusammenarbeit und Abstimmung. Methoden zur Mikroplastikdetektierung

in der Umwelt müssen getestet und

anerkannt werden. Besonders in den ersten Jahren dieser

Forschung kam es aufgrund verschiedener Methoden zu

unterschiedlichen Ergebnissen, unter anderem was die

14 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Belastung der Umwelt betrifft. Deshalb ist derzeit noch schwer abschätzbar,

wie stark unsere Umwelt von Mikroplastik als Umweltverschmutzung betroffen

ist und welche –auch gesundheitliche Folgen- sich für den Menschen

dadurch abzeichnen. Forschungsgruppen wie die Marine Microplastics Gruppe

von Dr. Gunnar Gerdts des Alfred-Wegener Instituts Helmholtz Zentrum

für Polar- und Meeresforschung bemühen erfolgreich darum, diese Lücke

zu schließen. Erst wenn sich Wissenschaftler auf geeignete Methoden verständigt

haben, kann die Umweltbelastung koordiniert untersucht werden.

Gleichzeitig sollen Labor- und Freilandexperimente dabei helfen, Aufschluss

darüber zu geben, welche Richtwerte einer Mikroplastikkontamination vertretbar

sind. Das Thema Mikroplastik stellt eine neue Umweltbelastung dar

und Wissenschaftler und Naturschützer vor entsprechende Herausforderungen.

Dieses Thema wird uns sicherlich noch in den kommenden Jahrzehnten,

wenn nicht Jahrhunderten begleiten. Wenn es gelingt schon heute den

Eintrag von Plastikmüll in die Umwelt zu reduzieren und gleichzeitig der vorhandene

Makro-Meeresmüll abgetragen werden kann, ist schon ein großer

Schritt getan. Denn die 150 Mio. Tonnen Müll haben noch immer das Potential

zu Mikroplastik zerrieben zu werden und die Folgen sind aus erläuterten

Gründen schwer zu überschauen. Artikel, wie der um den Nachweis von

Mikroplastik in Fleur de Sel werden auch in anderen Bereichen häufiger und

zu unseren Alltag werden. Besonders deshalb ist es wichtig, immer wieder

darauf aufmerksam zu machen, dass es sich dabei um ein globales Problem

mit unbekannter Konsequenz handelt. Natürlich ist die Erde kein „unbelastetetes

System“. Die Menschheit hat mit der zunehmenden Industrialisierung

schon große Spuren hinterlassen und die ersten Folgen werden schon seit

Jahrzehnten öffentlich gemacht. Sei es der Klimawandel, die Versauerung

der Meere, die Folgen der monokulturellen Landwirtschaft oder der Massentierhaltung.

Die Folgen dieser Prozesse und auch erste Erkenntnisse der

Makroplastikforschung (also jede Form des Kunststoffes, der auch visuell in

der Umwelt wahrnehmbar ist) werden in vielen Modellen berechnet und es

gibt entsprechende Maßnahmenvorschläge und eine Diskussionsgrundlage,

die auch für unsere globale Politik und schlussendlich auch unseren Alltag

wichtig ist. Dieser Weg wurde nun auch in Sachen Mikroplastik beschritten.

Hoffen wir, dass das politische Bewusstsein auf internationaler und nationaler

Ebene auch weiterhin hoch bleibt und damit all die aktuellen Initiativen

und die Forschung notwendige Unterstützung erfahren. Für Sie in Ihrem Alltag

gilt: Versuchen auch Sie Ihr Bewusstsein zu schärfen! Kunststoffe sind

eine wichtige Errungenschaft des letzten Jahrhunderts, doch leider gehen wir

derzeit nicht achtsam mit dem Produkt um. Versuchen Sie doch zum Beispiel

beim nächsten Einkauf auf Produkte mit unnötiger Plastikverpackung zu

verzichten. Auf diese Weise ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zukünftig

Fleur de Sel wieder reines Fleur des Sel und nicht etwa Fleur de Plastic ist. «

Autorin

Dr. Rebecca Störmer

Mikrobiologin

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Gesundheit im

besten Alter

Zum Glücklichsein gehört

eine vollwertige Ernährung

Vitamine und Nährstoffe bleiben wichtig

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Körperzusammensetzung.

Muskel- und Knochenmasse nehmen

ab, ebenso der Wassergehalt, während der Fettgehalt

zunimmt. Diese veränderte Körperzusammensetzung bewirkt

eine sinkende Stoffwechselrate. Wer jetzt noch zu

weniger körperlicher Aktivität neigt, begünstigt den Muskelabbau

weiter und senkt damit den Fettstoffwechsel zusätzlich.

Für die Ernährung bedeutet dies, dass Best-Ager

einerseits einen geringeren Energiebedarf aufweisen, d. h.

weniger Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß werden benötigt.

Gleichzeitig ist aber der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen

gleichbleibend oder teilweise sogar erhöht. Im

Klartext: Ältere Menschen sollten Lebensmittel mit hoher

Nährstoffdichte bei geringer Energiedichte verzehren.

Schleichende Gefahr – Mangelernährung

Abgesehen von den rein physischen Bedürfnissen gibt es

viele Gründe, weshalb gerade ältere Menschen Gefahr laufen,

mit ihrer Ernährung ihren Bedarf an Vitalstoffen nicht

zu decken. Dazu gehören Ernährungsbesonderheiten, die

individuelle Lebenssituation, Krankheiten und Medikation.

Im Bereich der Ernährungsbesonderheiten sind bei älteren

Menschen ein verändertes Kau-, Geschmacks- und Geruchsempfinden

anzutreffen. Eine eingeschränkte Beweglichkeit

führt zu einem geringeren Energieumsatz. Appetit

und Durst werden weniger intensiv erlebt und man fühlt

sich entsprechend länger satt.

Auch die persönliche Lebenssituation kann zu einer mangelnden

Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe führen.

Singles haben zum Beispiel weniger Motivation, sich

selbst ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten und greifen

häufiger zu industriell erstellten Fertigmenüs. Wer alleine

is(s)t, für den lohnt sich der Einkauf verschiedener

Lebensmittel kaum, weil er nicht die Möglichkeit hat, die

durch den Handel vorgegebenen Gebinde oder Packungen

alleine zu verbrauchen. Eine eingeschränkte Mobilität, Armut

oder eine geringe Rente können auch dazu führen,

dass geeignete frische Lebensmittel für ältere Menschen

nicht zugänglich oder schlicht unerschwinglich sind. Kommen

besondere Umstände wie Pflegebedürftigkeit hinzu,

kann die Nahrungsaufnahme aufgrund von Scham oder

Ablehnung zusätzlich eingeschränkt sein.

Typische altersbedingte Krankheiten wie Demenz, Diabetes

oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können das Ernährungsverhalten

älterer Menschen nachhaltig stören.

Nicht selten werden diese mit umfangreicher Medikation

behandelt, deren Nebenwirkungen zu weiterem Appetitverlust

oder Magen-Darm-Beschwerden führen. Von einer

16 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Mangelernährung ist dann die Rede, wenn eine Person ihren

Bedarf an Energie, Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen

und Spurenelementen über die Nahrung nicht deckt.

Sie leitet einen Teufelskreis ein, weil sie zu einem unkontrollierten

Abbau von Körpersubstanz führt und weitere

Krankheiten auslöst. Sie entsteht oft schleichend, ohne

dass die Betroffenen, ihre Angehörigen oder das Pflegepersonal

dies bemerken.

Welche Vitalstoffe im Alter nützlich sind

Für Jung und Alt gilt gleichermaßen das Gebot der möglichst

frischen, saisonalen und abwechslungsreichen Küche.

Doch während viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

für jedes Alter wichtig sind, gibt es einige Vitalstoffe,

die für ältere Menschen besonders nützlich sind.

Coenzym Q10

Das Coenzym Q 10 besitzt starke antioxidative Eigenschaften.

Diese schützen das Herz-Kreislauf-System vor

Schädigung durch freie Radikale. Besonders positive Auswirkungen

hat das Q10 auf Patienten mit Krebs, Parkinson

und Alzheimer. Insbesondere dunkles Fleisch und Innereien

von Tieren, die auf nährstoffreichen Weiden grasen,

sind wertvolle Q10 Lieferanten. Außerdem ist viel wertvolles

Q10 in Sesamöl, Sesamsamen, Erdnüssen, Makrelen,

vollwertigen Sojabohnen, Walnüssen, Pistazien, Spinat

und Brokkoli enthalten.

Folsäure

Zu hohe Homocysteinwerte erhöhen das Risiko für Arteriosklerose,

Schlaganfall und Herzinfarkt. Hier kann Folsäure

einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Gefäße leisten,

denn Folsäure gilt als Gegenspieler des schädlichen

Stoffwechselproduktes Homocystein. Experten bescheinigen

der Folsäure die Fähigkeit, den Homocysteinspiegel

zu regulieren. Folsäure spielt damit eine zentrale Rolle,

wenn es um den Kampf gegen Herzkreislauf-Erkrankungen

geht. Folsäure ist hauptsächlich im Inneren der Zellen

aktiv und damit an allen Wachstums- und Heilprozessen

beteiligt. Folsäurequellen aus dem Tierreich sind Rinderleber,

Eigelb, Milch, Käse und Milchprodukte. Pflanzliche

Folsäurelieferanten sind dunkelgrüne Blattgemüse, Salat,

Bohnen, Spargel, Weißkohl, Rosenkohl, Spinat, Brokkoli,

Tomaten, Karotten, Orangensaft, Vollkornprodukte, Weizenkeime

und Nüsse.

OPC

OPC steht für „Oligomere Proanthocyanidine“ und bezeichnet

eine Klasse von sekundären Pflanzenstoffen. Die

bekanntesten OPC-haltigen Pflanzenextrakte sind Ginkgo

biloba, Resveratrol (rote Weintraube), Pinienrindenextrakt

und Traubenkernextrakt. Sie kommen vor in Rotwein, roten

Weintrauben (Schalen), Heidelbeeren, Äpfeln und Erdbeeren.

OPC ist ein antioxidativ wirkender Pflanzenstoff

und gleichzeitig Spezialist für ganz besondere Körperteile.

OPC wirkt insbesondere auf die Haut, die Augen, das Immunsystem

und sogar auf den Hormonhaushalt.

Vitamin B12

Der Körper braucht Vitamin B12, um Blut zu bilden, Zellen

zu teilen, Fettsäuren abzubauen und Myelin aufzubauen.

Letzteres wird für die Hülle von Nervenfasern benötigt.

Der menschliche Körper kann Vitamin B12 nicht

selbst herstellen. Deshalb muss es von außen zugeführt

werden, normalerweise über das Essen. Es ist beispielsweise

enthalten in Fleisch, Sauerkraut oder Algen. Viele

Medikamente, die ältere Menschen häufig zu sich nehmen,

darunter Magensäureblocker, blutverdünnende Medikamente,

Cortison oder schmerzstillende Mittel gegen

Rheuma, hemmen die natürliche Aufnahme von Vitamin

B12. Deshalb leiden gerade ältere Menschen an Vitamin

B12 Mangel. Er führt zu Blutarmut, Gedächtnisstörungen,

Depressionen, Kribbeln in Armen und Beinen, ein pelziges

Taubheitsgefühl, Gangunsicherheit, Zungenbrennen,

Müdigkeit, Schwindel, Ausfall der Reflexe und erhöhter

Sturzneigung.

Beta Glucane

Beta Glucan ist ein langkettiges Zuckermolekül (Polysaccharid),

welches hauptsächlich in den Zellwänden von

Hafer, Gerste und Pilzen vorkommt. In dem aus dem chinesischen

Heilpilz Maitake gewonnenen Extrakt liegen Beta-D-Glucane

in ihrer reinsten und auch bioaktivsten Form

vor. Beta Glucane tragen bei einer täglichen Aufnahme zur

Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei

und sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel

nach der Mahlzeit weniger

stark ansteigt. Der Anstieg

des Blutzuckerspiegels hat

einen starken Einfluss auf

die Fettverbrennung. Ist

der Blutzuckerspiegel

hoch, schüttet der Körper

das Transport-Hormon

Insulin aus und

blockiert die Fettverbrennung.

Es liegt also

im Interesse von Menschen,

die Körperfett abbauen

möchten, die Insulinausschüttungen

möglichst

zu begrenzen.

Vorbeugen gegen

Mangelernährung

Feste Zeiten und ein bewusster auf die Bedürfnisse des

Einzelnen abgestimmter Ernährungsplan helfen älteren

Menschen, gegen Mangelernährung vorzubeugen. Zudem

sollte in angenehmer Atmosphäre und in Gemeinschaft gespeist

werden. Auch ein Getränk sollte stets in Reichweite

sein, sodass dem Körper genügend Flüssigkeit zugeführt

wird. Ist das eigene Einkaufen und Zubereiten von frischen

Speisen nicht möglich, kann eine Hilfe wie „Essen auf

Rädern“ organisiert oder eine sich ergänzende Wohngemeinschaft

(Mehr-Generationen-Haus) erwogen werden.

Nutrition-Press 17


so aufeinander abgestimmt sind, dass sie sich in ihrer

Wirkung verstärken. Sie sind außerdem geschmacklich

so zusammengestellt, dass sie nicht nur äußerst gesund,

sondern sogar ziemlich lecker sind. Als Getränk lassen

sie sich einfach und ohne Widerstände in den Alltag der

Senioren integrieren. Der Bundesverband Initiative 50Plus

macht regelmäßig mit seinen Verbraucherempfehlungen

auf solche Produkte aufmerksam. «

Fotos: detailblick-foto – Fotolia (S. 16),

ExQuisine – Fotolia (S. 17), Halfpoint– Fotolia (S. 18)

Neben diesen organisatorischen Möglichkeiten, können

Nahrungsergänzungsmittel helfen, die Gefahr von Mangelernährung

für ältere Menschen einzudämmen bzw. bestehenden

Mangelerscheinungen entgegenzuwirken. Wer

jedoch sowieso schon regelmäßig auf Medikamente angewiesen

ist, möchte nicht auch noch Vitalstoffe in Form

von Pillen und Pulvern dargeboten bekommen. Einige Hersteller

setzen deshalb auf die Kombination von Genuss

und Funktion. So sind beispielsweise All-in-One Getränke

verfügbar. Der Clou dieser Produkte ist, dass ihre Rezeptur

ausschließlich aus hochwertigen, pflanzlichen Inhaltsstoffen

bestehen, die nachhaltig produziert und sorgfältig

Autorin

Daniela Lipgens

Geschäftsführerin

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Ernährung | Prävention

Das Alter von 50 Jahren

wirft in beruflicher Hinsicht

für viele Menschen

neue Fragen auf. Manche

bereiten sich bereits auf

den Übergang ins Rentenalter

vor, denken über

Altersteilzeit und andere

Beschäftigungs-Modelle

nach. Andere möchten aber

auch noch einmal durchstarten,

vielleicht etwas Neues

ausprobieren, sich ein weiteres

Standbein aufbauen. Nicht

wenige stellen sich die Frage,

ob sie später einmal mit ihrer

Rente auskommen werden

und ob sie ihre Rentenzeit

genießen werden.

Einschränken – Nein Danke

Auch das Konsumverhalten von Menschen im besten

Alter verändert sich. Gesunde Ernährung, Vitalität,

Fitness, Nachhaltigkeit und Gesundheitsprävention

spielen eine größere Rolle. Bei der

Auswahl von Produkten, die zu diesem Lebensabschnitt

passen, verlässt man sich zunehmend auf den Rat von

Freunden und Experten und weniger auf Werbung und

schnelllebige Trends.

Nie zu spät für ein zweites Standbein

Kein Wunder also, dass gerade jung gebliebene Menschen

ab 50 Jahren neue Chancen im Network-Marketing oder

Personal-Franchise nutzen. Denn mit dieser Beschäftigungsform

lässt sich ein Zusatzeinkommen verdienen,

eine neue dauerhafte Einkommensquelle erschließen, die

Rente aufbessern und die aktive Teilhabe an wachsenden

Märkten gestalten.

Personal-Franchise ist eine selbständige berufliche Beschäftigungsform

im Direktvertrieb, die die jeweiligen

Vorteile von Selbständigkeit und Anstellung miteinander

verbindet, die Nachteile aber ausklammert. Sie ist besonders

im Produktbereich der Nahrungsergänzungsmittel

ein von vielen Unternehmen genutzter Absatzweg. Ein

Vertriebspartner oder eine Vertriebspartnerin im Personal-Franchise

nutzt das bestehende Geschäftskonzept

inklusive Produkt, Marketing, Logistik, Abrechnung, Ausund

Weiterbildung des Partnerunternehmens – wie im

Franchise nur ohne Franchisegebühr. Hier tätige Personen

empfehlen die Produkte des Partnerunternehmens und

bauen sich ein eigenes Netzwerk von Partnern auf. Dabei

läuft alles nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“.

Die Vergütung erfolgt gemäß einem transparenten Plan,

der eigene Verkaufserfolge und diejenigen des eigenen

Netzwerks gerecht und leistungsorientiert honoriert, ohne

dabei die Endkunden-Preise zu belasten. Vertriebspartner

und Vertriebspartnerinnen verdienen im Personal-Franchise

also genau so viel, wie sie selbst bereit sind zu leisten.

Hier kann jeder individuell seinen Bedarf und mögliche,

limitierende Faktoren berücksichtigen.

Nutrition-Press 19


Dies ist insbesondere für Menschen ab 50 Jahren interessant,

die ohne Risiko und Startkapital noch einmal den

Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen. Unabhängig

von Vor-Bildung, Alter oder familiärer Situation nutzen sie

im Personal-Franchise die Chance, sich ein zusätzliches

Einkommen aufzubauen – auch in Teilzeit und als Nebenverdienst

kann das eine gute Möglichkeit der Beschäftigung

sein.

Aktiv sein und von positiven

Menschen umgeben

Ein Geschäftsaufbau im Personal-Franchise erfordert

einen regen Kontakt mit anderen Menschen im eigenen

Umfeld. Auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer positiven,

energiegeladenen Gemeinschaft von vielen tausenden

Vertriebspartnern, die auf Tagungen, bei Schulungen

und Events des Partnerunternehmens regelmäßig zusammenkommen,

um voneinander zu lernen und sich auszutauschen,

ist für viele eine Bereicherung. Vertriebspartner

und -partnerinnen im Personal-Franchise bleiben somit

aktiv und lernen immer wieder neue Menschen kennen.

Da sie sich ihre Zeit frei einteilen können, büßen sie nicht

an Freiraum ein und gewinnen doch finanziell hinzu. Somit

lassen sich auch im besten Alter noch Karrieren schmieden

und Träume verwirklichen. Und wer

wollte nicht schon einmal selbst „der

eigene Chef“ sein?

Eine neue erfüllende Tätigkeit

in einer positiven Umgebung –

auch mit jungen Menschen –

steigert die Lebensfreude

von Senioren und Rentnern.

Autor

Professor

Dr. Michael Zacharias

Zacharias Akademie

(www.zachariasakademie.de)

Autor, Sprecher, Berater für Direktvertriebsunternehmen

Seit fast dreißig Jahren widmet er sich den Themen Direktvertrieb

und Network-Marketing – als Professor an der

Hochschule Worms, wo er von 1977 bis 2012 tätig war, als

Wissenschaftler für einschlägige Studien, sowie als Referent

vor Interessenten und aktiven Unternehmern der Branche.

Frauen nutzen ihr Potenzial

Insbesondere für Frauen ist Network-Marketing oder Personal-Franchise

eine attraktive Beschäftigungsform. Ihre

soziale und emotionale Kompetenz sowie ihre Beziehungsstärke

im Umgang mit Menschen macht sie hier besonders

erfolgreich. Da im Personal-Franchise vor allem die Arbeit

und der Zusammenhalt im Team gefragt sind, sind Frauen

in dieser Branche gut aufgehoben. Insgesamt waren laut

Statistik der WFDSA – World Federation of Direct Selling –

in 2016 weltweit über 107 Millionen Vertriebspartner im

Network-Marketing tätig, die für einen weltweiten Umsatz

in Höhe von 183 Milliarden US Dollar verantwortlich waren.

Mit einem Anteil von 75 Prozent dominieren Frauen

zahlenmäßig dieses Geschäft. Betrachtet man alleine

Europa so liegt der Anteil der Frauen sogar bei über 80

Prozent.

Fair und entspannt

Im Personal-Franchise gibt es keine Unterschiede im Karriere-

und Einkommensweg – ob Mann oder Frau, ob jung

oder alt – nur die Leistung zählt. Von zu Hause aus arbeiten,

im Umfeld der eigenen Familie, die eigene Wohnung

als Geschäftsumfeld zu verwenden – das alles sind Merkmale,

die insbesondere Menschen in der zweiten Lebenshälfte

ansprechen. «

Fotos: d-photodesign – Fotolia (S. 19), Jonas Glaubitz – Fotolia (S. 20)

20 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Ungewisse Zukunft für

Lebensmittel für besondere

medizinische Zwecke

(bilanzierte Diäten)

Im Lebensmittelhandel findet

sich eine Vielzahl unterschiedlicher

Produkte

mit für den Durchschnittsverbraucher

zum Teil nicht

verständlichen Verkehrsbezeichnungen,

wie z. B. diätetisches Lebensmittel,

Nahrungsergänzungsmittel oder

auch bilanzierte Diäten. Abzugrenzen sind

all diese Lebensmittel von pharmakologisch

wirkenden zulassungspflichtigen Arzneimitteln,

die für kranke Patienten bestimmt sind. Im Unterschied

dazu richten sich Nahrungsergänzungsmittel

und diätetische Lebensmittel in der Regel an gesunde

Verbraucher.

Nahrungsergänzungsmittel zeichnen sich dadurch aus,

dass sie die allgemeine Ernährung ergänzen und ein Konzentrat

von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen wie z. B.

sekundäre Pflanzenstoffe, Aminosäuren, Enzyme beinhalten

und in abgemessenen kleinen Dosierungen wie z. B.

Kapseln, Tabletten, Pulverbeutelchen angeboten werden.

Diätetische Lebensmittel wurden in der Vergangenheit

für Personen in den Verkehr gebracht mit Störungen von

Verdauung, Resorption oder Stoffwechsel sowie solchen

Personen, die sich in besonderen physiologischen Umständen

befinden wie z. B. Schwangere, Senioren, Diabetiker

etc.

In der Zwischenzeit entspricht es dem Stand der Wissenschaft,

dass Diabetiker sich genauso gesund ernähren

sollen wie die normale Durchschnittsbevölkerung.

Deshalb hat der Gesetzgeber

die sogenannten

klassischen diätetischen

Lebensmittel für Diabetiker abgeschafft.

Zukünftig werden solche Produkte

als Nahrungsergänzungsmittel oder – wenn sie

nicht in entsprechenden arzneimitteltypischen Darreichungsformen

angeboten werden – als Lebensmittel des

Alltags verkauft.

Darüber hinaus erkennt der Gesetzgeber an, dass es besondere

Personengruppen gibt, für die es spezialgesetzliche

Regelungen gibt, wie z. B. in der VO 609/2013/EG

über Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel

für besondere medizinische Zwecke und Tagesrationen

für eine gewichtskontrollierende Ernährung.

Der europäische Gesetzgeber hat darin klargestellt, dass

für Säuglingsanfangsnahrung und –folgenahrung, Getreidebeikost

und andere Beikost, Lebensmittel für besondere

medizinische Zwecke und Tagesrationen für eine gewichtskontrollierende

Ernährung besondere Bedürfnisse

der Verbraucher gelten, die nicht mit denen der normalen

Nutrition-Press 21


wenn gezeigt werden konnte, dass die angesprochenen

Patientenkreise in irgendeiner

Form aus dem Produkt einen Nutzen

ziehen konnten, wie z. B. in der

schlichten Verringerung

der notwendigen Zufuhr

von pharmakologischen

Funktionsarzneimitteln mit Nebenwirkungen.

Bevölkerung übereinstimmen. Deshalb gibt es hier jeweils

eigenständige Rechtsgrundlagen und Anforderungen, die

die Produkte zu erfüllen haben. Von besonderem Interesse

sollen hier die Lebensmittel für besondere medizinische

Zwecke (bilanzierte Diäten) sein.

Diese sind definiert in Art. 2 der VO 128/2016/EU:

a) Diätetisch vollständige Lebensmittel mit einer Nährstoff-Standardformulierung,

die bei der Verwendung

nach den Anweisungen des Herstellers die einzige

Nahrungsquelle für die Personen, für die sie bestimmt

sind, darstellen können;

b) Diätetisch vollständige Lebensmittel mit einer für eine

bestimmte Krankheit oder Störung oder für bestimmte

Beschwerden spezifischen angepassten Nährstoffformulierung,

die bei Verwendung nach den Anweisungen

des Herstellers die einzige Nahrungsquelle für die

Personen, für die sie bestimmt sind, darstellen können;

c) Diätetisch unvollständige Lebensmittel mit einer

Standardformulierung oder einer für eine bestimmte

Krankheit oder Störung oder für bestimmte Beschwerden

spezifischen angepassten Nährstoffformulierung,

die sich nicht für die Verwendung als einzige Nahrungsquelle

eignen.

Die letztere Gruppe bezieht sich auf die sogenannten ergänzenden

bilanzierten Diäten, eine in der Praxis besonders

relevante Produktkategorie.

In der Vergangenheit hat der Bundesgerichtshof z. B. in

den Urteilen Priorin, Erfokol und MobilPlus die Verkehrsfähigkeit

solcher bilanzierten Diäten zur diätetischen

Behandlung von androgenetisch bedingter Alopezie,

rheumatoider Arthritis oder auch Hypercholesterinämie aus -

drücklich bestätigt. Grundvoraussetzung hierfür war nach

der einschlägigen Rechtsprechung des BGH jeweils eine

placebokontrollierte klinische Studie an einer repräsentativen

Probandenanzahl. Die Produkte durften keine

pharmakologische Wirkung eines Funktionsarzneimittels

aufweisen. Der vom Gesetzgeber geforderte medizinisch

bedingte Nährstoffbedarf lag für das Gericht dann vor,

Gegenüber der bisherigen Regelung in § 21 Abs. 2 DiätV

hat der Gesetzgeber nunmehr mit der VO 609/2013/EG

in Verbindung mit der VO 128/2016/EU klargestellt, dass

nicht mehr zu formulieren ist „zur diätetischen Behandlung

von …“, gefolgt von der Krankheit, sondern ab 22. Februar

2019 ist zu formulieren „zum Diätmanagement bei

…“, ergänzt durch die Krankheit. Allerdings betrifft diese

Änderung lediglich die deutsche Sprachfassung. In den

Sprachfassungen der anderen Europäischen Mitgliedsstaaten

war auch die bisherige Formulierung bereits „for

the dietary management of …“, während dies in Deutschland

übersetzt wurde in „zur diätetischen Behandlung

von …“. Diese sprachliche Änderung betrifft somit alleine

Deutschland.

Welche weiteren Folgerungen außerhalb dieser Kennzeichnungsänderung

hieraus zu ziehen sind, dürfte jedoch zukünftig

erheblichen Diskussionsbedarf bieten. Es zeichnet

sich bereits ab, dass einige Überwachungsbehörden die

Auffassung vertreten, dass hiermit nicht nur eine sprachliche

Änderung einhergeht, sondern der Gesetzgeber damit

klargestellt habe, dass die Produkte auch nicht faktisch in

der Lage sein sollen, kausal eine Krankheit oder krankhafte

Beschwerde „zu behandeln“.

Der Wortlaut deckt eine solche Interpretation der Behörden

allerdings nicht. Denn die Formulierung „zum Diätmanagement

bei …“ besagt unserer Einschätzung nach nichts

anderes, als dass das Produkt geeignet ist, den Patienten

bei seinem Management einer bestimmten Erkrankung zu

unterstützen, ihm dabei zu helfen, hierbei einen Betrag zu

leisten. Warum dies nicht auch eine klinische Verbesserung

seines Zustands sein soll, erschließt sich nicht.

Akzeptiert werden von den Behörden eine Verwendung

der Produkte bei der Unfähigkeit ausreichend klassische

Lebensmittel zu sich zu nehmen, wie z. B. bei Krebserkrankungen,

Operationen des Kopfes oder des Halses

oder die Unfähigkeit, ausreichende Mengen an Lebensmitteln/Nährstoffen

zu verdauen oder zu resorbieren

oder die Unfähigkeit, bestimmte Nährstoffe auszuscheiden

etc. Soweit die Behörden allerdings fordern, dass die

Krankheit den Ernährungsbedarf erst schafft, lässt sich

aus dem Wortlaut der Verordnung nicht entnehmen. Auch

in der Kommentarliteratur wird dagegen die Auffassung

vertreten, dass es sich hierbei lediglich um eine formale

Veränderung der Indikation handelt, mit der die diäteti-

22 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

sche Behandlung ersetzt wird durch das Diätmanagement, aber keine inhaltlichen

Änderungen damit verbunden seien, was die Produkte tatsächlich

können dürfen (Zipfel/Rathke Band III, C 140). Hierfür spricht auch, dass in

Erwägungsgrund 15 der VO 609/2013/EG nach wie vor von der „Regulierung

bestimmter Krankheitsbilder“ die Rede ist.

Auch die Scientific and technical guidance on foods for special medical purposes

in the context of Article 3 of Regulation (EU) No 609/2013 der EFSA

differenziert zwischen “nutritional” and “clinical” advantage. Dies befindet

sich im Einklang mit der bisherigen zitierten Musterrechtsprechung des

BGH, der ebenfalls irgendeinen klinischen Nutzen für den Patienten bereits

als ausreichend für einen medizinisch bedingten Nährstoffbedarf anerkannte.

Wie die Rechtsprechung sich hierzu entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Dem entsprechenden Leitlinienpapier ist jedenfalls zu entnehmen, welche

Informationen und wissenschaftlichen Daten ein Vertreiber des Produktes

vorlegen muss, damit sein Produkt die entsprechenden regulatorischen Anforderungen

erfüllen kann.

Ferner ist zu beachten, dass zukünftig bilanzierte Diäten mit einer vollständigen

Nährwertdeklaration gemäß den „big seven“ anzugeben sind, also

Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und

Salz. Ferner sind zu nennen sämtliche in dem Produkt enthaltenen Vitamine

und Mineralstoffe und die Menge an Bestandteilen von Proteninen, Kohlenhydraten

und Fetten und/oder sonstigen Nährstoffen und deren Bestandteile,

sofern diese Informationen zur zweckentsprechenden Verwendung notwendig

sind. Angaben aus der Nährwertdeklaration dürfen in der Kennzeichnung

nicht wiederholt werden. Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben sind

verboten, was nachvollziehbar ist, da diese sich auf gesunde Verbraucher beziehen

und nicht auf kranke Patienten. Gemäß Artikel 9 der VO 128/2016/

EG muss ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke vor dem Inverkehrbringen

an die zuständigen Behörden des Mitgliedsstaats gemeldet

werden unter Vorlage eines Musteretiketts sowie alle anderen Informationen,

die die Behörde vernünftigerweise verlangen kann. Lebensmittel für

besondere medizinische Zwecke, die der VO 609/2013/EG entsprechen,

nicht jedoch der VO 128/2016/EU dürfen bis zur Erschöpfung der Bestände

abverkauft werden, wenn sie vor dem 22. Februar 2019 in den Verkehr gebracht

oder gekennzeichnet wurden.

Im Ergebnis bleibt es dabei, dass es sich um eine sehr interessante Produktkategorie

handelt, da nach wie vor anders als bei sonstigen Lebensmitteln

oder Nahrungsergänzungsmitteln Krankheiten in der Deklaration genannt

werden dürfen. Auch hier bleibt es jedoch dabei, dass die Rechtslage die

Gerichte sicherlich auch in Zukunft umfassend beschäftigen wird. «

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GESUNDHEIT

Granatapfelextrakt

hemmt spezifisch

das Wachstum

und die

Toxinproduktion

von Clostridium

difficile

Mittlerweile soll so ziemlich jede Zivilisationskrankheit

– Reizdarm, Darmkrebs, Übergewicht,

Nierensteine, Allergien, Diabetes, Depressionen

und weitere Volkskrankheiten auf

das Konto einer aus der Balance geratenen Darmgesundheit

gehen. „Der Tod sitzt im Darm.“ So drastisch formulierte

der Arzt Paracelsus schon im 16. Jahrhundert die

Bedeutung des Darms für das gesamte Wohlbefinden des

Menschen. Darmgesundheit wird heutzutage gleich gesetzt

mit einem intakten intestinalen Mikrobiom (Darmmikrobiom).

Das Mikrobiom bezeichnet im weiteren Sinn die

Gesamtheit aller den Menschen oder andere Lebewesen

besiedelnden Mikroorganismen. Im engeren Sinn wird hierdurch

die Gesamtheit aller mikrobiellen Gene bezeichnet

und streng genommen vom Begriff der Mikrobiota unterschieden,

der die Gesamtheit aller Mikroorganismen umfasst.

Für die Mikrobiomforscher ist das Darmmikrobiom,

welches den Verdauungstrakt vom Mund bis zum After

besiedelt, eine Art Superorgan, das mit vielen Körperfunktionen

in dynamischer, wechselseitiger Verbindung steht.

Antibiotika als Auslöser einer

Infektion mit C. difficile

Eine Vielzahl von externen Faktoren, u.a. die Ernährung,

Stress, hygienische Bedingungen beeinflussen die Zusammensetzung

des Darmmikrobioms/Darmmikrobiota.

24 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Insbesondere Antibiotika können die Zusammensetzung

der Darmflora empfindlich stören; eine Erholung tritt oft

erst nach einem halben Jahr nach Beendigung der Antibiotikagabe

ein. Das strikt anaerob wachsende, stäbchenförmige

und sporenbildendes Bakterium Clostridium difficile

(neue Taxonomie Clostridioides difficile) wurde Ende der

1970er Jahre als Erreger von Durchfallerkrankungen in

Zusammenhang mit Antibiotikabehandlung identifiziert 1 .

Normalerweise ist C. difficile ein harmloser Geselle,

der sich allgegenwärtig unter anderem in Böden und im

Wasser tummelt. Er ist zudem ein Besiedler des Verdauungstrakts

von Vögeln, Reptilien und vielen Säugetieren

einschließlich des Menschen. Ist die Darmflora jedoch gestört,

etwa durch die Einnahme von Breitbandantibiotika

oder chronische Darmerkrankungen, bekommt Clostridium

die Oberhand. Das Bakterium bildet Sporen, denen

die Antibiotikatherapie nichts anhaben kann. Diese Sporen

können in der Umwelt bis zu 100 Jahre schlummern.

Schließlich keimen sie im Darm zu ihrer Stäbchenform aus

und bilden Toxine, die die Darmwand reizen oder sogar

lähmen.

Zunahme von Infektionen mit C. difficile

in der allgemeinen Bevölkerung

Neuere Untersuchungen zeigen, dass einer Clostri dium

difficile Infektion (CDI) eine Therapie mit fast jedem Antibiotikum

vorausgegangen sein kann. Inzwischen ist

C. difficile der häufigste Erreger Antibiotika-assoziierter

Durchfallerkrankungen sowohl bei Patienten im Krankenhaus

(nosokomiale Infektionen) als auch bei Patienten

ausserhalb des Krankenhaus (ambulant erworbene

Clostri dium-difficile-Infektion) 2,3 . Ambulant erworbene

CDI, auch „community-acquired“ genannt, machen inzwischen

Zehn bis 27 Prozent der Infektionen mit Clostridium

difficile aus. Obwohl Antibiotika wahrscheinlich die

entscheidende Rolle in der Pathogenese spielen, können

grundsätzlich auch andere Bedingungen, zum Beispiel die

Gabe von Protonen-Pumpen-Hemmern, die zu einer Insuffizienz

der intestinalen Schleimhautbarriere führen,

Kolonisation und Infektion mit C. difficile begünstigen.

So stellen C. difficile Infektionen ein allgemein

zunehmendes Problem mit nicht

überschaubaren Konsequenzen für die

allgemeine Gesundheit dar.

Toxine, einige Stämme aber auch nur Cytotoxin B. Ein weiteres

binäres Toxin (CDT) wird zusätzlich in einigen virulenten

Stämmen exprimiert. Hypervirulente Stämme, die

gleichzeitig mehrere Toxine in hoher Konzentration produzieren,

sind auf dem Vormarsch. Stämme, die keine Toxine

bilden können, gelten dagegen als apathogen 4 .

Eine Antibiotikatherapie gegenüber

C. difficile führt zu weiteren mikrobiellen

Dysbalancen im Darm

Während im Krankenhaus bei Durchfall auf eine Infektion

mit C. difficile untersucht wird, werden rund ein Viertel aller

ambulant erworbenen (community-acquired) Clostridium

difficile-Infektionen nicht diagnostiziert. Gründe dafür

sind z.B. nur leichte Beschwerden die den Patienten nicht

zum Arzt führen oder weil der Arzt keine entsprechende

Diagnostik auf eine Infektion mit C. difficile durchführt.

Vancomycin, Metronidazol und Fidaxomicin sind derzeit

die Antibiotika für die Behandlung von CDI. Allerdings wird

bereits von C. difficile Stämme berichtet, die resistent

gegenüber Metronidazol sind und eine verringerte Empfindlichkeit

gegenüber Vancomycin zeigen. Zudem kommt

es zu einem hohen Prozentsatz zu Rezidiven, also einem

erneuten Aufflammen der CDI. Die Entwicklung von multiresistenten

Bakterien ist auf den längeren Einsatz von Antibiotika

zurückzuführen. Ein interessanter Therapieansatz

ist sicherlich die Applikation vitaler Bakterien („Bakterientherapie“)

um eine schützende (protektive) Darmflora

zu rekonstituieren. Allerdings wird der Einsatz von klassischen

Probiotika, zu denen insbesondere Laktobazillen

und Bifidobakterien zählen, aufgrund der eingeschränkten

Qualität der meisten Studien weiterhin kontrovers diskutiert.

Eine allgemeine Empfehlung ist deshalb nicht möglich

auch wenn in zahlreichen Beobachtungsstudien und

einer randomisiert-kontrollierten Studie die Wirksamkeit

von komplexen Bakterientherapien als

„Mikrobiomtransfer“ belegt ist 4 .

Ein weiterer interessanter Therapieansatz

ist die Einnahme

von pflanzlichen Stoffen,

die antibakterielle

Eigenschaften haben.

C. difficile produziert Toxine

die die Darmwand schädigen

Krankheitsauslösend wirken die Virulenzfaktoren

Enterotoxin A und Cytotoxin

B, von C. difficile, die zu einer

zytotoxischen Schädigung der Intestinalzellen

und damit von einfacher Irritation

der Mukosa zu Magen/Darmbeschwerden,

Durchfall (Diarrhö) bis hin zu akut oder

chronisch verlaufende Entzündungen (Kolitiden)

führen. Pathogene Stämme produzieren zumeist beide

Nutrition-Press 25


Hoch wirksame antimikrobielle Substanzen

im Granatapfel

Pflanzen und Extrakte aus Pflanzenmaterialien wurden in

der traditionellen Medizin weltweit als antibakterielle Mittel

eingesetzt 5 . Granatapfelfrüchte (Punica granatum L.)

werden seit Jahrhunderten für Ernährungs- und medizinische

Zwecke verwendet. Granatapfelsaft ist reich an

Polyphenolen. Das Ellagitannin, Punicalagin (2,3-Hexahydroxy-diphenoyl-4,6-galagylglucose),

ist die am häufigsten

vorkommende Art von Polyphenolen im Granatapfelsaft 6 .

Ellagitannine (ETs) gehören zur chemischen Klasse der

hydrolysierbaren Tannine, die Ellagsäure (EA) bei der Hydrolyse

freisetzen. In einer Reihe von früheren Studien

wurden die Auswirkungen von Granatapfelpolyphenolen

auf das Wachstum einzelner Bakterienarten untersucht.

In einer neueren Studie konnte gezeigt werden, dass Granatapfelsaft

und insbesondere ein Granatapfelextrakt aus

Schalen und Samen (die nach der Saftherstellung übrig

geblieben sind) das Wachstum von Bifidobakterien, Laktobazillen

fördern und das Wachstum „ungünstiger“ Bakterien

in Stuhlkulturen hemmen 7 . Also war es naheliegend

anzunehmen, dass Extrakte aus Granatapfel auch C. difficile

im Wachstum hemmen.

Polyphenolgemisch des Granatapfels ist

hoch wirksam gegenüber C. difficile

Auf Grund der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse

zu den antimikrobiellen Eigenschaften des Granatapfels,

insbesondere seiner Komponenten wie der Phenole,

haben wir vermutet, dass Granatapfel sowohl die

Toxinproduktion von C. difficile Bakterien als auch deren

Wachstum hemmen oder sogar unterdrücken kann. Weiterhin

haben wir vermutet, dass die probiotischen Bakterien

(z. B. Laktobazillen, Bifidobakterien) in ihrem Wachstum

nicht beeinträchtigt sondern sogar gefördert werden.

Somit haben wir uns in den letzten Jahren intensiv mit

den einzelnen antimikrobiell wirksamen Komponenten

des Granatapfels und deren Einfluss auf das Bakterium C.

difficile beschäftigt. Die ersten Ergebnisse werden in der

peer-reviewed Zeitschrift „Infection and Drug Resistance“

(Dovepress) veröffentlicht 8 . In unsere Untersuchungen

haben wir zunächst vier multiresistente und hypervirulente

C. difficile Stämme des Typs NAP1/027/BI, je einen

Vertreter von Lactobacillus casei, Bifidobacterium animalis,

und Lactococcus lactis spp einbezogen. Die minimale

Hemmkonzentration (MHK) und die minimale bakterizide

Wirkung (MBK) einer definierten Polyphenolmischung des

Granatapfels bestimmten wir entsprechend den EUCAST

(http://www.eucast.org/) Richtlinien. Zusätzlich bestimmten

wir zu welchem Zeitpunkt die MHK/MBK bereits

ihre volle Wirkung zeigte. Weiterhin wurde analysiert ob

die Polyphenolmischung auch die Toxinproduktion der hypervirulenten

C. difficile Stämme unterdrücken kann. Unsere

Polyphenolmischung bestand aus 1561 mg/L Punicalagine;

387 mg/L Anthocyanine; 121 mg/L Ellagsäure

und 417 mg/L weiterer hydrolysierbarer Tannine.

26 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Referenzen:

[1] Bartlett JG, Onderdonk AB, Cisneros RL, Kasper DL: Clindamycin-associated

colitis due to a toxin-producing species of Clostridium in hamsters. J Infect

Dis 1977; 136: 701–5.

[2] Deshpande A, Pasupuleti V, Thota P, et al.: Community-associated Clostridium

difficile infection and antibiotics: a meta-analysis. J Antimicrob Chemother

2013; 68: 1951–61.

[3] Ott E, Saathoff S, Graf K, Schwab F, Chaberny IF: The prevalence of nosocomial

and community acquired infections in a university hospital: an observational

study. Dtsch Arztebl Int 2013; 110:533–40.

[4] Lübbert C, John E, von Müller L: Clostridium difficile infection-guideline-based

diagnosis and treatment.

Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 723–31. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0723

[5] Cowan MM. Plant products as antimicrobial agents. Clin.Microbiol.Rev.1999;

12 (4), 564-582.

[6] Gil MI, Tomas-Barberan FA, Hess-Pierce B, Holcroft DM, Kader AA. Antioxidant

activity of pomegranate juice and its relationship with phenolic composition and

processing. J Agric Food Chem. 2000; 48: 4581–89.

[7] Zhaoping Li et al. Pomegranate ellagitannins stimulate growth of gut bacteria in

vitro: Implications for prebiotic and metabolic effects. Anaerobe 2015;

34, 164e168.

[8] Sukumar M R, König B. Pomegranate extract specifically inhibits Clostridium

difficile growth and toxin production without disturbing the beneficial bacteria

invitro. Infection and Drug Resistance 2018, in press

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Zusammenfassung

Mit unseren Untersuchungen konnten wir zeigen, dass das Polyphenolgemisch

des Granatapfels a) das Wachstum der hypervirulenten Clostridium

difficile Stämme des Typs NAP1/027/BI in physiologischen Konzentrationen

(200 ml des Polyphenolgemisches) komplett abtöten kann; b) die abtötende

(bakterizide) Wirkung bereits nach 3 Stunden eintritt; c) die Toxinproduktion

der C. difficile bereits in sehr geringen Konzentrationen (20 ml)

inhibieren kann; d) das Wachstum der untersuchten probiotischen Bakterien

Lactococcus lactis spp., Lactobacillus casei, Bifidobacterium animalis nicht

hemmt. Damit eignet sich das Polyphenolgemisch des Granatapfels sowohl

zur Prophylaxe einer primären Infektion mit C. difficile bei Antibiotikaeinnahme

und eines Rezidivs mit C. difficile als auch zur Therapieunterstützung

bei einfachen, schweren und komplizierten Infektionen sowie Rezidiven. Wir

konzentrieren uns zurzeit auf den Einsatz des beschriebenen Polyphenolgemisches

im klinischen Umfeld sowie auf eine detaillierte funktionelle Charakterisierung

der Wirkung des Polyphenolgemisches auf das menschliche

Darmmikrobiom/Mikrobiota. «

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BOR

Ein fast unbekanntes

Spurenelement

Bor ist dem Laien meist unbekannt - vielleicht fällt

ihm auch das Stichwort Borax (früher benutzt zur

Lebensmittelkonservierung) ein. Auch die Wissenschaft

hat Bor über Jahrzehnte als für die menschliche

Gesundheit nicht wesentlich erachtet. Aber auch

wenn man international noch immer nicht sicher ist, ob

Bor ein lebensnotwendiges (essenzielles) Spurenelement

ist, so besteht doch kein Zweifel mehr an seiner wichtigen

Bedeutung für die Gesundheit. Nachdem es zunächst nur

für eine gesunde Knochendichte in seiner Bedeutung erkannt

wurde, kamen dann auch weitere Erkenntnisse zu

Gelenkbeschwerden, Hirnleistung und Hormonsystem. Es

ist wichtig für hohe Leistungsfähigkeit von Immunsystem,

Stoffwechsel einschl. Zellteilungen und Zellreperatur, Kalzium-

und Vitaminhaushalt.

Insbesondere mit Kalzium und Flavonoiden ist Bor wichtig

für Festigkeit und Elastizität von Zellwänden und Membranen.

Wenn es durch Bormangel zu einer vermehrten

Brüchigkeit der Zelle kommt, wird das Eindringen von

Noxen einschließlich Viren und Giften erleichtert. Dies

scheint als Umweltproblem beim Waldsterben eine Rolle

zu spielen: Schwer geschädigte Bäume des Hochschwarzwaldes

erholten sich durch hohe Bor-Gaben. Bor ist für

Pflanzen als struktureller Bestandteil der Zellwände ein

essenzieller Nährstoff und spielt auch eine Rolle bei der

Photosynthese

Besonders viel Bor ist enthalten in Soja, Pflaumen, Rosinen,

Rotwein und Nüssen. Dagegen sind in Fleisch- und

Milchprodukten die Borgehalte eher gering. Es wird gut

28 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

reinen Verschleißerscheinungen auch zu entzündlichen

Vorgängen (deshalb spricht man im englischen Sprachbereich

von Osteoarthritis), die Gelenkschwellungen, verminderte

Gelenkbeweglichkeit und andere arthritische Beschwerden

verursachen. Die Häufigkeit von Arthrose ist in

Ländern mit Bor-armen Böden (wie Jamaika und Mauritius)

mit 20-70 % deutlich größer als in Ländern mit Bor-reichen

Böden (wie etwa Israel) mit einer Arthrose-Häufigkeit von

0-10 %.

Eine erhöhte Boraufnahme ist mit einer verringerten Häufigkeit

und Sterblichkeit an Prostatakrebs assoziiert. Ähnliche

Forschungsergebnisse bestehen auch zu anderen

Krebserkrankungen. In einer epidemiologischen Studie

(NHAMES III) hatten die Männer mit der höchsten Bor-Aufnahme

gegenüber denjenigen mit der geringsten Bor-Aufnahme

ein um 64% verringertes Risiko, an einem Prostatakarzinom

zu erkranken. Auch an Brustkrebs-Zellinien

konnten ähnliche Effekte von Bor nachgewiesen werden.

aus der Nahrung aufgenommen - durchschnittlich wird die

tägliche Aufnahme von Bor auf etwa 2 mg/Tag geschätzt –

für die wesentlich bekannteren Spurenelemente Jod und

Selen sind es 0,1 – 0,2 mg. Bor ist also eigentlich gar nicht

so „selten“. Laut US-amerikanischen Ernährungsstudien

liegt die tägliche Aufnahme oft auch unter 1 mg/Tag. Da

Bor schnell über die Nieren ausgeschieden wird, kommt

es kaum zu Anreicherungen in den Geweben.

In einem Dosierungsbereich von 3-15 mg Bor pro Tag sind

keine Nebenwirkungen oder Interaktionen bekannt geworden.

Nebenwirkungen wie Appetitverminderung, Übelkeit

und Erbrechen hat man bei Zufuhrmengen oberhalb

100 mg/Tag beobachtet (insbesondere wenn zuviel Borax

aufgenommen wurde).

Bor-Verbindungen sind im Prinzip schon seit Jahrtausenden

bekannt. Da Bor bisher nicht als essenzielles Spurenelement

gilt, liegen derzeit auch keine offiziellen Zufuhrempfehlungen

vor. Die Obergrenze der täglichen sicheren

Zufuhr bei Erwachsenen wird etwa von der WHO mit 0,4

mg/kg Körpergewicht angegeben. Die Spiegel von Bor im

Blutplasma liegen zwischen bei 15-100 µg/l. Einige Ernährungswissenschaftler

und Borexperten wie Dr. Forrest H.

Nielsen vom US-Departement of Agriculture empfehlen

eine Zufuhr von mindestens 0,5-1 mg am Tag.

In den Nieren vermindert Bor die Ausscheidung von Kalzium

(und Magnesium) und es hilft auch dem Vitamin D und

damit der Kalziumeinlagerung in die Knochen – damit hat

es Bedeutung bei Osteoprose.

Über eine Verringerung freier Radikale (ROS) und eine

Hemmung von Cyclooxygenase (COX II) und Lipoxygenase

(LOX) werden Entzündungsvorgänge im Körper gebremst,

was sich insbesondere bei aktivierter Arthrose zeigt. Bei

einer aktivierten Arthrose kommt es häufig neben den

Bor hat auch Auswirkungen im Hormonhaushalt – etwa als

Hydroxylgruppen-Donator im Stoffwechsel der Steroidhormone

- dadurch erhöht es die Wirksamkeit von Östrogen

und wohl auch Testosteron, insbesondere soweit diese

(wie in und nach den Wechseljahren) im Körper knapp

vorhanden sind.

Im Bereich des Gehirns zeigen Studien die Beeinflussung

psychologischer und neurologischer Funktionen - etwa

von Erinnerungsvermögen, Motorik und Aufmerksamkeit.

Bormangel wird begünstigt durch gechlortes Wasser

(Trinkwasseraufbereitung), chlorierte Kohlenwasserstoffe

(zum Beispiel Holzschutzmittel und einige der Antibiotika)

aber auch durch hochprozentigen Alkohol.

Bei Unterversorgung mit Bor kommt es zu gehäuftem Auftreten

von Allergien einschl. Heuschnupfen und Hauterkrankungen.

Wenn man all das sieht, wundert es nicht, daß Bor vermehrt

wissenschaftlich erforscht und zunehmend in Nahrungsergänzungsmitteln

berücksichtigt wird. «

Fotos: Markus Mainka– Fotolia (S. 28), crevis – Fotolia (S. 29)

Autor

Dr. med.

Klaus-Georg Wenzel

Facharzt für Neurologie

und Psychiatrie

Nutrition-Press 29


Mikronährstoffe im Leistungssport

Die Idee des Menschen, seine körperliche

Leistungsfähigkeit durch den Verzehr Leistungsfördernder

Substanzen zu verbessern,

ist so alt wie der Sport selber.

Schon in der Antike versuchten die griechischen

Athleten ihre sportliche Leistung durch

die Einnahme von bestimmten Kräutern, Pilzen oder

tierischen Geschlechtsorganen wie zum Beispiel Stierhoden

zu steigern. Heutzutage gibt es im Spitzensport

kaum noch Athleten, die nicht regelmäßig ihren Stoffwechsel

mit Nahrungsergänzungsmitteln zur Optimierung der körperlichen

und mentalen Leistungsfähigkeit „tunen“. Erhöhte Trainingsintensitäten

und -umfänge sowie verschärfte Dopingkontrollen

(z.B. Trainingskontrollen) sind die Hauptgründe

warum Nahrungsergänzungsmittel im Leistungssport in

immer stärkerem Umfang eingesetzt werden.

Auch im Breitensport werden derartige Supplemente

immer häufiger eingenommen. Aus präventivmedizinischer

Sicht ist dies durchaus zu

begrüßen. Denn auch Breitensportler zählen

zu den Bevölkerungsgruppen, die ohnehin nicht immer

eine optimale Versorgungslage mit Mikronährstoffen wie

Selen, Eisen, Jod, B-Vitaminen und Vitamin E aufweisen.

Eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen äußert

sich beim sportlich Aktiven in einer geringeren Leistungs-

und Regenerationsfähigkeit sowie einer erhöhten

Infektanfälligkeit (Tab.1). Sportler verlieren durch den

hohen Energieumsatz, die vermehrte Schweißsekretion

und Ausscheidung über die Nieren zum Teil erhebliche

Mengen an Elektrolyten (v.a. Natrium) und Spurenelementen.

Bereits breitensportliche Belastungen mit einer

Schweißproduktion von etwa einem Liter pro Stunde führen

zu merklichen Verlusten an Kupfer, Zink und Eisen.

Nach intensivem Training oder nach Wettkämpfen kann es

auch noch Tage später zu einer vermehrten Ausscheidung

kommen. Körperliche Anstrengungen, Schweißverluste

und oxidativer Stress können daher schnell in einem

Mikronährstoffengpass münden.

Aufgrund ihres erhöhten Energieumsatzes weisen vor allem

Leistungssportler einen gesteigerten Bedarf an Mikronährstoffen

auf, der jedoch in der Regel nicht ausreichend

Sport: Mikronährstoffdefizite und Folgen

• Leistungsabfall

• Infektanfälligkeit

• Schmerzhafte Muskelkrämpfe

• Ausbleibende Trainingsfortschritte

• Verzögerte Regeneration

• Chronische Müdigkeit

• Erhöhtes Verletzungsrisiko

• Oxidativer Stress

Tabelle 1

über die Ernährung abgedeckt wird. Eine unzureichende

diätetische Zufuhr an Vitaminen und anderen Mikronährstoffen

wird insbesondere bei Sportlern beobachtet, die

dauerhaft ihre Energiezufuhr einschränken, zum Beispiel

im Turnen oder beim Gewichtmachen in Sportdisziplinen

mit Gewichtsklassen. Aber auch in anderen leistungsorientierten

Sportarten wie Schwimmen, Leichtathletik und

im Fußball ist eine mangelhafte Versorgung mit Mikronährstoffen

häufig.

30 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Sport und Mikronährstoffbedarf

Jede intensivere körperliche Aktivität, ob Breiten- oder

Leistungssport, führt nicht nur zu einem erhöhten Bedarf

an Energie liefernden Makronährstoffen (z.B. Kohlenhydrate),

sondern auch an den Katalysatoren unseres Stoffwechsels

den Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.

Mikronährstoffe spielen bei zahlreichen katabolen

(z.B. Glucoseoxidation zur ATP-Gewinnung) und anabolen

Stoffwechselprozessen (z.B. Muskelaufbau, Speicherung

von Muskelglykogen) eine zentrale Rolle (Abb.1). Daneben

sind sie an der Regulierung der Herzmuskelfunktion, der

Muskelkontraktion, der Nervenreizleitung, der Koordination

und des Säure-Basen-Gleichgewichtes beteiligt. Gerade

bei sportlichen Aktivitäten verbraucht der Körper mehr

Energie als normal. Körperliche Anstrengungen, Schweißverlust,

Essstörungen sowie eine erhöhte oxidative Belastung

können daher schnell zu einem Mehrbedarf an

Mikronährstoffen führen.

Mikronährstoffverluste über den Schweiß,

Urin und Stuhl

Mikronährstoffe, vor allem die Mineralien und Elektrolyte,

werden je nach Art, Dauer und Intensität der körperlichen

Belastung vermehrt über den Stuhl, den Urin und vor allem

über den Schweiß ausgeschieden. Die mittleren Flüssigkeitsverluste

bei Langzeitbelastungen in milden Umgebungsbedingungen

liegen bei etwa 1 Liter pro Stunde.

Die Schwankungsbreiten der Schweißraten bewegen sich

hierbei unter vergleichbaren Bedingungen zwischen 0,5

und 1,7 Liter pro Stunde. Unter extremen Umständen (z.B.

große Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit) und bei sehr leistungsstarken

Athleten können stündliche Schweißraten von bis

zu 3 Litern und mehr auftreten. Die Flüssigkeitsverluste

während eines Fußball- oder Hockeyspiels können bei hohen

Temperaturen 4 bis 5 Liter erreichen.

Nutrition-Press 31


Elektrolyt- und Spurenelementverluste über den Schweiß (Durchschnittswerte)

Mineralstoff Konzentration im Schweiß (mg/l) Absorptionsrate (%)

Natrium 700 – 2000 100

Kalium 200 – 480 90-95

Magnesium 20 – 50 30-50

Calcium 0 – 70 20-40

Jod 0,03-0,05 90-100

Zink 0,5- 1,0 15-30

Kupfer 0,5-0,9 30-40

Eisen 0,3-0,7 10-15

Tabelle 2

Pro Liter Schweiß verliert der Körper um die 1000 mg Natrium

sowie kleinere Mengen an Kalium, Calcium, Magnesium,

Zink, Iod (30-50 μg/l), Eisen und Kupfer (siehe Tab.

2). Davon können auch die wasserlösliche Vitamine (z.B.

Vitamin B1) und einige Aminosäuren betroffen sein. Eine

genaue Kalkulation der Mineralstoff- und Spurenelementverluste

über den Schweiß ist jedoch schwierig, da diese

durch individuelle Adaptationsphänomene als auch die Intensität

und Art der Belastung beeinflusst werden.

Elektrolyte und Mineralstoffe

im Sport (Auswahl)

Die Elektrolyte Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid

sind von elementarer Bedeutung für die Muskelarbeit, den

Energiestoffwechsel, die Wärmeregulation und den Flüssigkeitshaushalt.

Je nach Umgebungstemperatur, Art und

Intensität der Belastung – vor allem im Ausdauerbereich –

können Wasserverluste von bis zu 3 Litern pro Stunde und

mehr auftreten. Bei schweißtreibender sportlicher Aktivität

ist eine leistungsgerechte Elektrolytversorgung deshalb

besonders wichtig.

Natrium

Im Sport verliert der Körper mit dem Schweiß größere

Mengen an Natrium (durchschnittlich etwa 2,5 g NaCl/

Liter), das er für die Muskelkontraktion und die Regulation

des Wasserhaushaltes unbedingt braucht. Der Natriumverlust

unterliegt allerdings selbst bei vergleichbaren

äußeren Bedingungen großen interindividuellen Schwankungen.

Hitzeungewohnte Personen können bis zu 4,5 g

NaCl pro Liter Schweiß (= 1,8 g Natrium/l) und mehr verlieren.

Bei Extremausdauerbelastungen können über den

Schweiß bei einem Wettkampf bis zu 10g Natrium ausgeschieden

werden. Die Natriumkonzentration im Blut betragt

135 bis 145 mmol/l. Ein Abfall des Natriumblutspiegels

unter 135 mmol/l wird als Hyponatriämie bezeichnet.

Eine Hyponatriämie (300mg/l

Sportgetränk) ergänzt werden. Ein zu hoher Kaliumspiegel

(Hyperkaliamie) beeinträchtigt die körperliche Leistungsfähigkeit

und ist mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen

verbunden. Nach der Belastung sollten kaliumreiche

Lebensmittel wie Kartoffeln, Gemüse und Reis

verzehrt werden.

Magnesium

Die Häufigkeit eines Magnesiummangels bei Sportlern

wird nach den Ergebnissen verschiedener Studien auf bis

zu 65 % geschatzt. Vorzeitige Ermüdung, Muskelschwache,

32 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

geringe Belastbarkeit, Neigung zu schmerzhaften Muskelund

Wadenkrampfen, Muskelverhärtungen, Lidzucken,

verschlechterte Regeneration und Trainingsanpassung

sind typische Symptome eines Magnesiummangels. Ist es

erst einmal zu einem Magnesiummangelsyndrom gekommen,

kann es langere Zeit in Anspruch nehmen, bis der

zellulare Magnesiumstatus wieder ausgeglichen ist. Fur

Leistungssportler kann das im Extremfall das Ende der

Wettkampfsaison bedeuten. Die hohen physischen und

psychischen Belastungen, denen Sportler unterliegen, fordern

die Entwicklung eines Magnesiummangels. Zu den

Hauptursachen für einen unzureichenden Magnesiumstatus

beim Sportler zahlen vor allem ein erhöhter Bedarf,

eine zu geringe Magnesiumaufnahme mit der Nahrung sowie

ein gesteigerter Magnesiumverlust über den Schweiß

und den Urin. Die hohe Stoffwechselaktivität im Sport

ist mit einem erhöhten Magnesiumbedarf verbunden, da

Anpassungsreaktionen des Körpers auf die erhöhte Belastung

sowie Reparatur- und Regenerationsprozesse den

Magnesiumhaushalt stark beanspruchen. An Magnesium

sollte vor allem bei Ausdauer- und Schnellkraftausdauersportarten,

wie Schwimmen, Rudern, Radfahren oder

Triathlon gedacht werden. Ohne Magnesium ist eine gute

Ausdauerleistung und Fitness überhaupt nicht möglich.

Magnesiummangel führt zu Übererregbarkeitszuständen,

die sich klinisch als Muskelkrampfe äußern können. Viele

Athleten, die zu Muskelkrämpfen neigen profitieren von

der zusätzlichen Einnahme von Magnesium.

Beim Sport wird die Magnesiumfreisetzung aus dem Gewebe

zudem durch Stressreaktionen verstärkt. Denn körperlicher

und psychischer Stress in Belastungssituationen

bewirken eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen,

die den ATP-Verbrauch und damit die Freisetzung des

intrazellularen Magnesiums verstärken. Auch eine Laktatazidose,

die bei intensiver Belastung im Grenzbereich

der körperlichen Leistungsfähigkeit unter Beteiligung des

anaeroben Stoffwechsels entsteht, fordert intrazellulare

Magnesiumverluste und damit auch die vermehrte Ausscheidung

des Mineralstoffs über den Urin. Wie tierexperimentelle

Untersuchungen gezeigt haben, können durch

die Gabe von Orotsaure zellulare Stoffwechselprozesse

gefordert, der Energiestoffwechsel verbessert und der

ATP-Gehalt gesteigert werden. Dadurch wird auch die Voraussetzung

für eine intrazellulare Magnesium-Fixierung

geschaffen und Magnesiumverlusten entgegen gewirkt.

In der Giessener Triathlonstudie konnte der Einfluss von

Magnesiumorotat auf die Leistungsfähigkeit eindrucksvoll

belegt werden: 23 Triathleten erhielten in der doppelblinden,

randomisierten Untersuchung über einen Zeitraum

von einem Monat entweder Magnesiumorotat oder Plazebo.

Die mit Magnesiumorotat behandelten Sportler

konnten ihre Leistungsfähigkeit im Schwimmen (500

Meter), auf dem Fahrrad (20 Kilometer) und beim Laufen

(5000 Meter) im Mittel um 12 % steigern. Der Energiestoffwechsel

wurde positiv beeinflusst und die Stressreaktionen

des Körpers reduziert. „Die Ergebnisse deuten darauf

hin, dass die Gabe von Magnesiumorotat bei den Triathleten

zu einer Adaptation des Energiestoffwechsels an eine

verbesserte Energieausbeute führt“, schlussfolgerte der

Studienleiter Dr. Sighard Golf von der Justus-Liebig-Universität

Giessen. Nach Magnesiumorotat-Gabe wurde die

Glucose besser verwertet und dadurch weniger Insulin benötigt,

mit der Konsequenz, dass für die aufzubringende

Leistung weniger Sauerstoff benötigt wurde

Eisen

Eisenmangel ist einer der häufigsten diagnostizierten Mineralstoffmangel

in der sportmedizinischen Praxis. Aufgrund

erhöhter Eisenverluste über den Magen-Darm-Trakt

(intestinale Mikrohämorrhagien), mit dem Schweiß und

Urin haben Sportler einen erhöhten Eisenbedarf, der nicht

immer durch eine ausgewogene fleischhaltige Ernährung

gedeckt wird. Neben vegetarisch sich ernährenden Sportlern

haben insbesondere Ausdauersportlerinnen sowie

jugendliche Sportler/innen menstruations- und wachstumsbedingt

ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines

Eisenmangels. Mit der Menstruation gehen etwa 25

bis 60ml Blut verloren, wodurch 12,5 bis 30 mg Eisen im

Monat ausgeschieden werden. Eine Unterversorgung mit

Eisen beeinträchtigt die Funktion einer Reihe von energieliefernden

Enzymen und schränkt darüber hinaus die Sauerstofftransportkapazität

und Sauerstoffverwertung ein.

Dadurch sinken vor allem die Trainingsanpassung und die

Ausdauerleistungsfähigkeit. Das Spurenelement Kupfer

ist durch seine Bedeutung für die oxidative Phosphorylierung

und die Bildung neuer Blutkörperchen (Erythropoese)

sehr eng mit dem Eisenstoffwechsel verbunden.

Bei Langstreckenläufern treten Eisenverluste vor allem

über den Schweiß und belastungsbedingte Blutverluste

im Gastrointestinaltrakt auf. 1 ml Blut enthält etwa 0,5

mg Eisen, so dass Blutverluste zu ausgeprägtem Eisenmangel

fuhren. Der gastrointestinale Blutverlust wird

durch die oft praktizierte Einnahme von Schmerzmitteln

wie nichtsterioidalen Antirheumatika gefördert. Nach

intensiven Ausdauerbelastungen sind auf diesem Weg

Eisenverluste von bis zu 2 mg pro Tag möglich. Ferner

Nutrition-Press 33


verlieren Sportler Eisen mit dem Schweiß. Auch die nach

hochintensiven Dauerlaufen beobachtete mechanische

Zerstörung roter Blutkörperchen unter der Fußsohle

kann zum Eisenverlust beitragen. Eisenmangel fuhrt beim

Sportler zu vorzeitiger Erschöpfung, Blutarmut (Anämie),

verstärkter At mung unter Belastung, beeinträchtig -

ter ae rober Ka pazität, erhöhtem Puls, chronischer Müdigkeit,

erhöhten Laktatwerten, schlechter Ausdauerleistung

und Infektanfälligkeit (z.B. häufige Infekte der oberen

Atemwege). Die gezielte individuelle Supplementierung

von Eisen nach Laboranalytik (Ferritin, Zielwert: 70-140

µg/l) kann bei Sportlern mit unzureichendem Eisenstatus

die Ausdauerkapazität deutlich verbessern.

Vitamine

Der Vitaminbedarf ist im Sport aufgrund des gesteigerten

Energieumsatzes erhöht. Das betrifft vor allem die für die

Energieproduktion aus Kohlenhydraten so wichtigen B-Vitamine.

Das bestätigen auch Untersuchungen an Sportlern,

bei denen eine unzureichende Versorgung anhand

von Blutparametern, insbesondere bei Thiamin und Vitamin

B6, festgestellt wurde. Infolge der geringen Speicherfähigkeit

des Körpers für die wasserlöslichen

Vitamine können bereits nach kurzer

Zeit erste Mangelerscheinungen auftreten.

Eine Unterversorgung mit Vitaminen

äußert sich beim Sportler rasch

durch unspezifische Symptome wie

eingeschränkte Leistungsfähigkeit,

ver län -

gerten Regenerationszeiten,

leichte Ermüdbarkeit,

erhöhte Infektanfälligkeit,

schlechte

Trainingsanpassung. Er -

höhte Homocysteinspiegel

im Plasma sind

beim Sportler mit einer

schlechteren Regeneration

und geringeren Stressresistenz

assoziiert.

Neben Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Vitamin B6, Folsäure

und Vitamin B12 bestehen häufig Probleme in der

Versorgung mit Vitamin D und E, insbesondere bei Sportlern

mit niedrig-kalorischen Diäten (z.B. Ballett, Turnen).

Kraftsportler sind oft nur unzureichend mit Vitamin B6

(Mehrbedarf durch höhere Proteinzufuhr) und Ausdauersportler

mit Vitamin B1 (Verlust über den Schweiß) versorgt.

Aufgrund des gesteigerten aeroben Stoffwechsels

und der hohen Sauerstoffbelastung ist auch der Bedarf an

antioxidativ wirksamen Vitaminen (z.B. Vitamin A, Vitamin

C, Tocopherole und Tocotrienole) und Carotinoiden erhöht.

Das Sonnenhormon Vitamin D

Die Leistungsfähigkeit eines Sportlers korreliert direkt mit

seinem 25(OH)D-Status. Die optimale Funktion sportassoziierten

biologischer Prozesse wird dann erreicht, wenn

der 25(OH)D-Status dem entspricht was heute noch in der

Natur lebende Völker (z.B. Masai), die eine ganzjährlich

natürliche Sonnenlicht-Exposition haben aufweisen. Der

25(OH)D-Spiegel für eine optimale sportliche Leistungsfähigkeit

dürfte bei Athleten zwischen 48 und 52 ng/ml

liegen. 1,25(OH)2D supprimiert die Expression von Myostatin,

welches das Muskelwachstum hemmt und reguliert

über VDR myogene Transkiptionsfaktoren, die eine zentrale

Rolle bei der Proliferation und Differenzierung der

Skelettmuskulatur spielen. Darüber hinaus reduziert die

Einnahme von Vitamin D bei Nicht-Sportlern und Sportlern

das Risiko für Atemwegsinfektionen, wie die Ergebnisse

aus zwei Meta-Analysen belegen. Als Sportler sollte

man seinen 25(OH)D-Status beim Arzt labormedizinischen

kontrollieren lassen und durch die tägliche Einnahme von

wenigstens 50 IE Vitamin D pro kg Körpergewicht in Form

eines Vitamin D-haltigen Öls (z.B. 1000 IE VD pro Tropfen),

welches mit einer Hauptmahlzeit eingenommen wird entsprechend

kompensieren. Der 25(OH)D-Zielwert im Sport

liegt bei etwa 50 ng/ml oder 125 nmol/l.

Mikronährstoffe im Profi-Fußball

Um den richtigen Bedarf an Mikronährstoffen von Fußballspielern

unter Trainings- und Punktspielbedingungen

zu ermitteln und gesundheitliche Schaden wie Muskelverkrampfungen,

Zerrungen und körperliche Leistungseinbusen

vorzubeugen, wurde bei 19 Fußballspielern einer

Bundesliga-Mannschaft (HSV) die individuelle Mikronährstoffversorgung

labordiagnostisch erfasst. Durch die Laboranalyse

vor Saisonbeginn (im Juli) und eine Kontrolle

im 1. und 2. Drittel der Bundesligasaison sollten die Vitamin-,

Mineralstoff- und Spurenelement-Supplementierung

individuell reguliert werden.

Alle Spieler waren dem gleichen Trainingsplan unterworfen

und wurden mit der gleichen Kost ernährt. Die fur Leistungs -

sportler übliche hochkalorische Kost (ca. 4000kcal) bestand

hauptsachlich aus Rindfleisch als Proteinlieferant

sowie aus einer ausgewogenen Menge an Kohlenhydraten,

Fetten und Ballaststoffen. Als flüssige Nahrung wurde

hauptsachlich Mineralwasser und nach jeden Training ein

34 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Weitere und ausführliche Informationen

zu Mikronährstoffen im Sport finden Sie in

dem Fachbuch: Gröber, U, Metabolic Tuning

statt Doping. 2., überarbeitete und erweiterte

Auflage Mikronährstoffe im Sport.

Hirzel Verlag, Stuttgart, 2018.

Mineralgetränk zum Ausgleich der Schweißverluste getrun -

ken. Es fand sonst keine Supplementierung statt. Zur Erfassung

des Mikronährstoff-Status wurden die Vitamine (Abb.

2) im Vollblut sowie die Mineralstoffen und Spurenelementen

(Abb. 3) im Serum, Erythrozyten und Urin bestimmt.

Die erste Laboruntersuchung vor dem Saison-Beginn zeigte

vor allem bei den 19 Fußballspielern eine Unterversorgung

an

• Vitaminen: A, B1, B12, Niacin und Vitamin E,

• Mineralstoffen: Natrium, Calcium und Magnesium,

• Spurenelementen: Kupfer, Selen und Zink.

Bei den Mineralstoffen war auffällig, dass die Unterversorgung

vor allem in den Zellen (rote Blutköperchen)

auftrat. Auf der Basis der Laborergebnisse erhielt jeder

Fußballer zielgerichtet gemäß seinen aus den Laboruntersuchungen

ermittelten Defiziten eine individuelle Supplementierung

der unterversorgten Vitamine, Mineralstoffe

und Spurenelemente (Tab. 3). Die individuell verordneten

Mikronährstoffe wurden mit Ausnahme von Natrium zur

Erleichterung der oralen Zufuhr und somit Erzielung einer

besseren Compliance von einer Apotheke verkapselt. Die

erste Kontrolluntersuchung (1. KM) nach 3 Monaten Spielzeit

ergab, dass die Supplementierung bei vielen Spielern

eine Verbesserung des Mikronährstoff-Status erbrachte.

Bei den Vitaminen B1, B12, sowie bei Kupfer und Calcium

war dagegen die verordnete tägliche Dosis offensichtlich

nicht ausreichend. Die Konsequenz war, dass bei den betroffenen

Spielern die Tagesdosis an Vitamin B1 von 50

auf 100mg, an Vitamin B3 von 200 auf 500mg und an Kupferglukonat

von 2 auf 4 mg gemäß den Laborergebnissen

erhöht wurde. Die Tatsache, dass selbst nach der regelmäßigen

individuellen Ergänzung von Vitaminen, Mineralstoffen

und Spurenelementen immer noch ein Teil der

Spieler bei der zweiten Kontroll-Untersuchung nach sechs

Monaten an einigen Mikronährstoffen unterversorgt war,

zeigt den deutlichen Mehrbedarf unter der starken körperlichen

und psychischen

Belastung im Leistungssport.

Nach Labordiagnostik supplementierte Mikronährstoffe

bei Unterversorgung

an

Vitamin A

Vitamin E

Vitamin B1

Vitamin B2

Vitamin B6

Vitamin B12

Niacin

Folsäure

Pantothensäure

Natrium

Kalium

Calcium

Magnesium

Phosphor

Eisen

Zink

Kupfer

Selen

Tabelle 3

Mikronährstoffe,

supplementierte Tagesdosis (p.o.)

7.500 I.E.

400 mg

50 - 100 mg

10 mg

40 mg

300 mg (z.Z. i.m.)

200 - 500 mg

5 mg

50 - 100 mg

Diätempfehlung: mehr salzen

1 g KCl

250 – 1.000 mg und /oder

Empf:1 l Milch u. Milchprodukte

60 – 200 mg Mg als Mg-Aspartat

200 – 300 mg Mg- bzw. Ca-HPO4

2 x je 100 mg Fe-Fumarat/Wo.

10 mg Zn-Orotat

2 - 4 mg Cu-Gluconat

100 mg Se-Hefe-Konzentrat

Im Vergleich zu den Bundesligasaisons aus den Jahren davor

(1983/84, 1984/85, 1985/86) traten in der aktuellen Saison

unter der individuellen Supplementierung von Vitaminen, Mineralstoffen

und Spurenelementen 85 % weniger Oberschenkelhalszerrungen,

75% weniger grippale Infekte und 50 % weniger

Bänderrisse (z.B. Kreuzband) auf! Außerdem waren die Regenerationsphasen

der Spieler auffällig kurz und die mentale Verfassung

in der Mannschaft stabil und ausgeglichen.

Kommentar:

In Anbetracht der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass die gezielte

individualisierte Supplementierung von Mikronährstoffen bei

Sportlern das Immunsystem stabilisiert, die Regenerationsfähigkeit

fördert, das Verletzungsrisiko reduziert und die mentale Leistungsfähigkeit

verbessert, sollte im hoch bezahlten Spitzensport

(z.B. Fußball, Tennis) bei den Athleten 2-4x im Jahr der Mikronährstoff-Haushalt

kontrolliert und entsprechend kompensiert werden.

Wer heute noch als Sportler an Apfelsaft-Schorle und vollwertige

Brötchen mit Banane glaubt, der muss sich nicht wundern, wenn

er dem sportlichen Erfolg immer hinter her läuft! «

Autor

Uwe Gröber

Akademie für

Mikronährstoffmedizin, Essen

www.vitaminspur.de

Literatur:

Gröber, U, Metabolic Tuning

statt Doping. Mikronährstoffe im

Leistungssport. 2., überarbeitet

und erweiterte Auflage.

Hirzel Verlag, Stuttgart, 2018.

Fotos: Franz – Fotolia (S. 30),

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photocrew – Fotolia (S. 33),

ExQuisine – Fotolia (S. 34)

Nutrition-Press 35


NADH

(Coenzym-1) – und

seine Anti-Ageing

Wirkungen

NADH, die Abkürzung für Nikotinamid-Adenin-

Dinukleotid-Hydrid, ist die biologische Form von

Wasserstoff. Er reagiert mit dem Sauerstoff in

jeder Zelle und produziert Energie in Form von

ATP (Adenosin-Tri-Phosphat). Je mehr ATP eine Zelle zur

Verfügung hat, desto besser funktioniert sie und desto

länger lebt sie. Es ist das wichtigste Coenzym in unserem

Körper. Der Begriff Anti-Ageing wird seit Jahren fast inflationär

verwendet, weil viele Forscher nach Substanzen und

Methoden suchen, die den Alterungsprozess verzögern

könnten. Was passiert, wenn unser Organismus älter wird.

Es sind im Wesentlichen 4 Phänomene, die für das Älterwerden

verantwortlich sind.

1. Abnahme der ATP – Energieproduktion in den Zellen

2. Schädigung der DNA

3. Oxidation von Lipidmembranen

4. Verkürzung der Telomeren

1. Abnahme der ATP-Energie Produktion in der

Zelle

Die zentrale Frage ist: Kann man die ATP Konzentration in

einer Zelle erhöhen? Die Antwort ist: Ja, mit NADH.Dies

wurde durch eine Studie an isolierten Herz Zellen nachgewiesen.

(Pelzmann et al. 2003), wobei gezeigt werden

konnte, dass nur NADH jedoch nicht seine oxidierte Form

NAD+ die Zellmembran passieren kann. Das bedeutet,

dass nur NADH die ATP Energie in der Zelle erhöhen kann,

aber nicht NAD+. Auch die Vorstufe von NAD+ das Nikotinamide

sowie das Nicotinamide Riboside können dies

nicht, weil diese auf Grund ihrer Ladung die Lipidmembran

der Zelle nicht penetrieren können. Das bedeutet, dass

weder NAD+ noch Nikotinamid oder Nicotinamide Riboside

zu einer ATP Erhöhung führt.

Seit einiger Zeit wird vor allem von Wissenschaftlern in

den USA propagiert, dass NAD+ bzw. seine Vorstufe, das

Nicotinamide Riboside ein wirksameres Anti Ageing Prä-

40 36 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

parat wäre als NADH. Den wissenschaftlichen Nachweis sind diese Kollegen

in den USA, wie z.B. Dr. David Sinclair, allerdings schuldig geblieben. Er behauptet,

dass man den NAD+ Spiegel in einer Zelle erhöhen muss, um die

ATP Energie in einer Zelle zu erhöhen. Wie man in Lehrbüchern der Biochemie

nachlesen kann, benötigt man bei der ATP Produktion NADH und nicht

NAD+. Dr. Sinclair behauptet auch, dass das NADH, das im Zitronensäurezyklus

produziert wird als Nebenprodukt anzusehen wäre. Auch diese Behauptung

ist unrichtig, weil nur NADH imstande ist, im Rahmen der oxidativen

Phosphorylierung ATP zu produzieren und nicht NAD+. Dr. Sinclair ignoriert

die wesentliche Tatsache, dass NAD+ und auch Nicotinamide- Riboside, das

unter dem Produktnamen NIAGEN zur Zeit mit enormen Werbeaufwand vermarktet

wird, von der Zelle nicht aufgenommen wird. Daher kann NAD+ oder

seine Vorstufen keine Anti Ageing Wirkung hervorrufen. Nicht nur bei Zellen

in Kultur sondern auch bei Menschen erhöht NADH die ATP Produktion. Bei

Athleten führte die Einnahme von 30 mg NADH pro Tag, bereits nach 1

Monat zu einer bis zu 12 % ATP Erhöhung in Muskelzellen, wie in Muskelbiospien

nachgewiesen werde konnte. (Misner B, 1999). Mit mehr ATP in Zellen,

Geweben und Organen funktionieren diese besser und bleiben länger vital.

2. NADH kann geschädigte DNA und Zellen reparieren

Die DNA wird ständig durch toxische Substanzen, Umweltgifte, UV-Strahlen

freie Radikale und Medikamente insbesondere durch Chemotherapeutika

geschädigt. Diese veränderte DNA verursacht Fehlfunktionen in Zellen, Geweben

und Organen. Unser Organismus verfügt jedoch über Enzyme, die

solche DNA Schäden reparieren kann. Ein Co-Faktor dieses DNA Reparatursystems

ist NADH und je mehr NADH eine Zelle zur Verfügung hat, desto

besser funktioniert die DNA Reparatur- Enzyme. In einer wissenschaftlichen

Studie wurde nachgewiesen, dass eine durch das Chemotherapeutikum Doxorubicin

verursachte DNA Schädigung durch NADH repariert werden kann.

(Zhang et al. 1998). Diese Forschergruppe konnte auch nachweisen, dass

Leberzellen, die mittels Röntgenstrahlen letal geschädigt wurden, durch

NADH zum größten Teil wieder revitalisiert werden konnten (Fa-Quan 2003).

Mit anderen Worten, NADH schützt vor Strahlenschäden und wäre demnach

ein wirksames Mittel zur Prävention von Strahlenschäden.

3. Oxidation von Lipidmembranen

NADH wirkt als starkes biologisches Antioxidans. Daher ist es lebensnotwendig,

dem Organismus genügend Antioxidantien zur Verfügung zu stellen, damit

die Angriffe der freien Radikale abgewehrt werden können. Dr. Richard A.

Passwater, Biochemiker und Experte für Antioxidantien in den USA, schreibt

in seinem Vorwort zu meinem Buch „NADH – The Energizing Coenzym“: „Es

gibt keine einzige Substanz im menschlichen Organismus, die man als das

wichtigste Molekül oder das bedeutendste Antioxidans bezeichnen könnte,

aber NADH kommt diesem Begriff so nahe, wie es für eine einzelne Substanz

nur möglich ist“. NADH ist das bedeutendste Co-Enzym in allen lebenden

Zellen. Es treibt Reduktions- und Oxidationsvorgänge im Zellstoffwechsel

an und ist das allerwichtigste biologische Antioxidans“

NADH reduziert die Lipid-Peroxidation. Wenn die Lipidkomponenten

der Zellmembranen oxidiert werden, gehen die Zellen und

damit das Gewebe zugrunde. Diese Effekte wurden im Rahmen

einer Studie an der Georgetown Universität in Washington

nachgewiesen

(Busheri et al. 1998).

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4. Verkürzung der Telomeren

Jede Zelle enthält einen Chromosomensatz, in dem ein

Großteil der Erbinformation in Form von DNA gespeichert

ist. Diese Information muss geschützt werden, damit die

ordnungsgemäße Funktion der Zelle erhalten bleibt. Dabei

übernehmen die Enden der Chromosomen, die Telomere,

eine wichtige Rolle. Sie schützen die chromosomale DNA.

Mit jeder Zellteilung kommt es aufgrund der semikonservativen

DNA-Replikation zu einer Verkürzung der Telomere.

Wenn die Telomere schließlich soweit verkürzt sind, dass

sie die Chromosomen nicht mehr schützen können, dann

senden die ungeschützten Chromosomenenden Signale

aus, die dafür sorgen, dass sich die Zelle nicht mehr teilt.

Dieser Zustand wird als „Seneszenz“ bezeichnet. Mit fortschreitendem

Alter gibt es immer mehr seneszente Zellen,

die zu einem Verlust von Gewebe- und Organ- Funktionen

führen. (Henning 2010). Mit Hilfe der Telomerelänge lässt

sich das biologische Alter eines Menschen abschätzen. Es

gibt einige wenige Laboratorien, die die Telomeren-Längen

bestimmen können. Eines dieser Labors hat unlängst bei

mehreren 50 bis 60 jährigen Menschen, die über Jahre

NADH eingenommenhaben, nachgewiesen, dass ihre Telomeren

Länge der von dreißig jährigen Menschen entspricht.

Dies ist ein Nachweis für die anti-Ageing Wirkung

von NADH. In der Zwischenzeit ist wissenschaftlich nachgewiesen

worden, Menschen mit längeren Telomeren leben

nicht nur länger, sondern bleiben auch länger gesund.

Die Aktivierung von Sirtuin-Enzyme ist ebenfalls ein Mechanismus

zur Verlängerung der Lebensdauer von Zellen.

Sirtuine sind konservierte Histon/Protein-Deacetylasen,

die lebensverlängernd und stressabwehrend wirken. Die

Aktivität der Sirtuine wird durch das Verhältnis von oxidiertem

zu reduziertem NAD (NAD+/NADH) reguliert. Da die

Verfügbarkeit von NAD+ vom zellulären Metabolismus und

dem Energiestatus abhängt, wird die Aktivität der Sirtuine

durch das Verhältnis von oxidiertem zu reduziertem NAD

(NAD+/NADH) reguliert. Das NAD+/NADH-Verhältnis ist

in ruhenden Zellen, die ihre Energie vorwiegend aus dem

oxidativen Metabolismus gewinnen, relativ hoch. Die sich

stark teilenden Zellen schalten dagegen auf eine anaerobe

Energiegewinnung um, und der NAD+/NADH-Quotient

fällt ab [5] . Die enge Verknüpfung der Sirtuinfunktion mit

dem zellulären Metabolismus spielt eine zentrale Rolle

Autor

Prof. Dr.

Jörg George Birkmayer

A 1090 Wien, Österreich

info@birkmayer-nadh.com

www.birkmayer-nadh.com

bei der Regulierung der Lebensdauer. Sirtuine sind zum

Beispiel für den lebensverlängernden Effekt der Kalorien

Restriktion verantwortlich. Eine verminderte Kalorienzufuhr

bewirkt bei allen bislang untersuchten Tieren inklusive

Säugern eine Steigerung der allgemeinen Fitness und

Verlängerung der Lebensspanne.

NADH hat wie dargestellt durch seine vielfältigen Wirkungen

einen wissenschaftlich nachgewiesenen Anti-Ageing

Effekt. Ein gesunder Lebensstil und eine sinnvolle, vorwiegend

vegetarische haben ebenso eine lebensverlängernde –

also eine Anti-Ageing Wirkung. «

Literatur:

1. Pelzmann B, Hallström S, Schaffer P, Lang P,Nadlinger K, Birkmayer

GD, Vrecko C, Reibnegger G and Koidl B. (2003) “NADHsupplementation

Decreased pinacidil-primed I K(ATP) in ventricular

cardiomyocytes by Increasing intracellular ATP” Brit. J. Pharm.

139, 749-754.

2. Birkmayer G.D, Nadlinger K. (2002); Stabilized NADH improves the

physical and mental performance in highly conditioned athletes.

J.Tumor Marker Onc. 16; 51- 55.

3. Misner B. (1999) Nicotinamide Adenine Dinucleotide (NADH) as a

biological ergogenic factor in short-term and prolonged exercise

Sport Nutrition, 16; 1-4.

4. Zhang JR, Vrecko K, Nadlinger K, Storga D, Birkmayer GD, Reibnegger

(1998) “The Reduced Coenzyme Nicotinamide Adenine Dinucleotide

(NADH). Repairs DNA damage of PC12 cells induced by doxorubicin”

J.Tumor Marker Oncol. 13, 5-17.

5 Fa-Quan L, Zhang JR (2003) X-ray induced LO2 cells damage rescued

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38 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die Wahrheit

über Coenzym Q1O

und ihren vielen

Aufbereitungen –

Teil 1

Neue Q10 Formulierungen

mit hoher Bioverfügbarkeit bei

ungewöhnlicher Effektivität

Das Nahrungsergänzungsmittel Coenzym Q10 ist zwar in aller

Munde, aber viele wissen nicht was es tatsächlich ist, wie

wichtig diese Substanz für den Organismus ist und welche

der unterschiedlichen Formulierungen der unterschiedlichsten

Hersteller auch wirklich helfen. So wird zwar viel Werbung

im Fernsehen mit Q10 gemacht, man kann tonnenwiese

Informationen im Internet herunterladen, aber ob diese

zahlreichen Q10-Formulierungen auch das halten was

sie versprechen und welches Produkt auch wirklich

den Erwartungen entspricht, versuche ich in dem

folgenden Artikel zu klären, um die ganze Wahrheit

über Q10 ans Licht zu bringen. Was ich im

Verkaufssektor und auch in den Apotheken beobachte

ist die Tatsache, dass viele Firmen die

Unwissenheit von Kunden missbrauchen, ihnen

ein Produkt empfehlen, dass Jugend, Frische und

Energie verleiht, ja sogar Krankheiten umkehren

soll, so dass hier eine eindeutige nicht nur Verdummung

vorgenommen wird, sondern der Kunde bewusst

betrogen wird. Und alles das nur, um ihm für ein nutzloses

Mittel das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aus diesem

Nutrition-Press 39


Abbildung 1

Chemische Formel von CoQ10 mit dem 1,4-Benzochinon,

das in den Positionen 2 und 3 eine Methoxygruppe in der

Position 6 eine Methyl-gruppe und in der Position 5 die

10 Isoprenoid-Seitenketten enthält, weswegen es als Q10

bezeichnet wird. So z.B. befinden sich in der Hefe Q-6, im

Bakterium Escherichia coli Q-8, in Nagetieren Q-9 und in den

meisten anderen Säugetieren einschließlich des Menschen

überwiegt Q-10 Isoprenoidseitenketten

Grunde bin ich den Dingen auf den Grund gegangen, habe

geforscht und recherchiert und mir alles das angeschaut

was tatsächlich verkauft wird. Aus der ganzen Palette

von Q10 Produkten habe ich besonders 3 Produkte aus

3 verschiedene Ländern Polen, Schweiz und Japan unter

die Lupe genommen, die mittlerweile marktherrschend

sind und die ANPREISUNGEN auf ihren Wahrheitscharakter

überprüft. Warum gerade diese drei Länder? Japan ist

heutzutage eines der grössten Q10 Lieferanten der Welt,

die Schweiz ist bekannt für ihre Qualität und das kleine

Land Polen, weil ich durch Zufall ein Produkt entdeckt

habe, dass nicht nur von der Qualität her den Anforderungen

entspricht, sondern auch die Inhaltstoffe enthält, die

dem Produkt seine, in zahlreichen Studien nachgewiesene

Einzigartigkeit verleiht. So wurde das Produkt nicht nur in

Europa als besonders effektiv ausgezeichnet, es interessieren

sich mittlerweile auch Unternehmen aus Amerika

und Kanada für seine Zusammensetzung.

Ich werde die Fakten zusammentragen und auch erklären,

was ein gutes Produkt ausmacht, worauf man als Konsument

achten sollte und, dass jeder ganz genau versteht

und weiss, welche Produkte auch die wünschenswerte

Wirkung vermitteln. Ich werde auch die Produkte beim

Namen nennen, die nur auf reines Marketing und Propaganda

aufgebaut sind, ohne jemals überhaupt den Nachweis

der grossmundig angepriesenen positiven Wirkungen

belegen zu können, stattdessen sie langfristig sogar zu

nachteiligen Effekten mit gesundheitlichen Schäden führen

können.

Es war für mich überraschend festzustellen, dass ein Produkt

aus Polen mit dem Namen Q10 Revolution ® , das von

der Firma JAG Group Polska hergestellt und vertrieben

wird, als einziges Produkt auf der Welt neben seinem hohen

Q10 Anteil, als Zusatz auch den für die Zellfunktion

wichtigen Stoff NADH enthält, eine Produktentwicklung

die belegt wie fortschrittlich im Denken die Polen sein können,

ein Produkt entwickelt zu haben auf das sie nun wirklich

stolz sein können. Trotz gegenteiliger Äusserungen einer

von Big Pharma gesponserten Vertriebsorganisation,

die ihre eigenen Produkte auf den polnischen Markt grossmundig

vertreiben, hat es der bescheidene Hersteller

von Q10 Revolution ® geschafft, seine Produkte auf dem

Polnischen und Europäischen Markt zu verkaufen, weil

Qualität immer noch vor Quantität rangiert, eine Erkenntnis

die, wenn auch langsam, der Verbraucher begreift.

Denn viele der in den europäischen Ländern angebotenen

Q10-Produkte verstossen eigentlich rechtlich gegen die

herrschenden Bestimmungen für Nahrungsmittelergänzungen

resp. wegen Vortäuschung von Versprechungen

sollten sie vom Markt genommen werden. Denn auf dem

Gesundheitsmarkt sollten nur seriöse Produkte angeboten

werden, deren Wirkung auch nachgewiesen wurde,

deren Inhaltstoffe nicht giftig sind und wo der Verbraucher

für sein Geld auch eine positive Wirkung verspürt.

So erfährt der Kunde z.B. bei allen Q10-Gelkapseln oder

Q10-Tabletten, die preislich auch noch hoch angesiedelt

sind, eine herbe Enttäuschung. Ich erkläre in dem Artikel,

warum Q10 in hohen Konzentrationen von > 300

mg/Tag eingenommen werden sollte und die Einnahme

von 30, 50, oder 100 mg keinen Sinn macht, wieso der

Zusatz von NADH in der Q10 Revolution ® -Formulierung

einen Quantensprung darstellt, wie Q10 am optimalsten

eingenommen werden sollte, ob als Tablette, als Gelkapsel,

als Spray, oder als Flüssigkeit. Auch erkläre ich detailliert

warum die Bioverfügbarkeit eine entscheidende

Rolle bei der Aufnahme von Q10 spielt und werde drauf

eingehen, warum Mediziner, Naturtherapeuten und sogar

einige Apotheker grosse Fehler machen, wenn es um die

Heilung von Patienten geht. Indem sie darauf verzichten

auf die therapeutischen Wirkungen von Coenzym Q10 hinzuweisen,

sind sie nicht auf dem neusten Wissensstand

und haben von der mitochondrialen Medizin noch nicht

einmal ansatzweise etwas gehört, geschweige denn sind

sie in der Lage, dieses Wissen auch in der Praxis umzusetzen.

Q10 ist nicht nur für den Erwachsenen in unserer

mit Giften belasteten Umwelt von Bedeutung- vielmehr

ist es vorherrschend auch enorm wichtig für die geistige

Entwicklung der heranwachenden Jugend, die die Zukunft

eines Landes darstellt und deshalb mit den optimalsten,

geistigen Vorrausetzungen ausgerüstet sein sollte, das

Land voranzubringen. Dass der regelmässige Einsatz einer

so wichtigen Substanz wie Q10 bei allen chronischen Erkrankungen

sinnvoll ist und sogar einen präventiven, vorbeugenden

Charakter hat, wird in dem Artikel ebenfalls

eingehend erläutert. Es ist die vorherrschende Forderung,

mit einem Produkt den Patienten nie zu schaden, eine

Prämisse die eingehalten werden muss und bei jeglicher

40 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Formulierung dürfen nicht die geldlich-merkantilen Interessen

im Vordergrund stehen, die dann letztlich dem Verbraucher

nur Nachteile bringen. Es ist nicht das Etikett auf

der Verpackung wichtig, sondern der Inhalt, weswegen die

mit grossen Buchstaben in vielen Produkten beworbenen

Angaben oft nicht stimmig sind. Solche Marketingstrategien

werden u.a. auch in Polen durchgeführt. So hat z.B.

das angeblich hochwertige Q10 Produkt der Firma NSP

auf dem Gesundheitsmarkt nichts zu suchen, enthält es

doch einen Sojaextrakt der genmodifiziert und mit dem als

krebserzeugend eingestuften Glyphosat verunreinigt ist.

Einleitung

CoQ10 oder kurz Q10 ist eine vitamin-ähnliches Substanz

die eine vitale Rolle bei der Herstellung von Energie innerhalb

jeder Zelle spielt. Es ist auch als Ubiquinon bekannt,

weil seine chemische Struktur (Abb. 1) die eines Quinons

ähnelt und es sich allgegenwärtig (abgeleitet von lat. ubi)

in den Zellen befindet wo es den Betriebsstoff für die kleinen

Kraftwerke in den Zellen, den Mitochondrien, liefert 1 .

Physikochemischen Eigenschaften von CoQ10

Aufgrund seiner physikochemischen Eigenschaften weist

CoQ10 (Tabelle 2) eine biphasische Absorption nach der

oralen Einnahme auf, wobei eine erste Plasmaspitzenkonzentration

nach 5 bis 6 Stunden und eine zweite Spitzenkonzentration

nach 24 nachweisbar ist 2 . Diese verspätete

Spitzenkonzentration wird der Umverteilung aus der Leber

zurück in den Kreislauf zugeschrieben. Auch wird aufgrund

von Forschungsdaten angenommen, dass mindestens

eine Dosis von 150 bis 300 mg einer diätetischen Formulierung

von Q10 notwendig sind, um eine ausreichende

Wirkung zu erreichen 3, 4 . Durch Verwendung einer in Fett

gelösten Formulierung und durch die gleichzeitige Aufnahme

von Q10 über fettreiches Essen kann die Absorption

gesteigert werden. Die Halbwertszeit von CoQ10, d.h. die

Zeit in der der Q10-Spiegel um die Hälfte abgenommen

hat, beträgt 1-2 Wochen. Auch wird vermutet, dass CoQ10

eine nichtlineare Absorption aufweist, d.h. bei höheren

Dosierungen von Dosen > 400 mg/Tag vermindert sich

die Absorptionsrate 5 .

Halbwertszeit

30-50 Stunden

Elimination aus dem Körper 0.0647- 1.3062 L/h

Erscheinungsform Orange-gelbliche Kristalle

bei Raumtemperatur

Empirische Formel C59H90O4

Molekulargewicht 863.358

Schmelzpunkt

49°Celsius

Löslichkeit

Unlöslich in Wasser,

eingeschränkte Löslichkeit

in Ölen und Fetten, löslich in

nichtpolaren Lösungsmitteln

wie Äther, Benzin, Hexan

CAS Registrierung No: 303-98-0

Tabelle 2 Physikochemischen Eigenschaften von Ubiquinon (CoQ10)

Aufgaben von CoQ10

Die hauptsächlichste Aufgabe von CoQ10 im Körper besteht

in der zellulären Energiegewinnung, d.h. der Synthese

von Adenosintriphosphat (ATP). Es ist eine der wichtigsten

Komponenten in den Mitochondrien (Abb. 2) von

denen sich bis zu 2000 in jeder Zelle befinden 1 . Hierbei

wird Q10 zum Teil über die Nahrung aufgenommen, aber

auch im Körper selbst produziert wo Q10 als Coenzym an

der oxydativen Phosphorylierung massgeblich beteiligt ist

und über 95% der gesamten Körperenergie (ATP) erzeugt

wird 6, 7 . Die Organe mit dem höchsten Energiebedarf – wie

Herz, Lunge, Hirn und Leber – weisen deshalb auch die

höchste CoQ10-Konzentration auf 8 .

Die Mitochondrien, der Hauptwirkort von CoQ10, können

in der Tat als Kraftwerke bezeichnet werden, wo am Ende

das energiereiche Adenosintriphosphat (ATP) entsteht.

CoQ10 ist aber auch ein wirkstarkes Antioxidans das in

der Lage ist Sauerstoffradikale zu neutralisieren, wodurch

zelluläre und mitochondriale Gewebeanteile vor der zerstörerischen

Wirkung von Sauerstoffradikalen (ROS genannt)

geschützt werden 1, 6 .

Abbildung 2

Das Mitochondrium (links) im Elektronenmikroskop mit seinen wichtigen

Anteilen, der elektronischen Transportkette (ETC, rechts), wo über

den Ubiquinonpool CoQ10 auch das NADH (=Q1 oder Nicotinamid-

Adenin-Dinukleotid Dehdrogenase) im Komplex I als Verstärker in der

Kettenreaktion im Rahmen der Herstellung von ATP fungiert

Nutrition-Press 41


Acetyl-L-carnitine

CoQ10 ist somit eine wichtige Komponente innerhalb

der elektronischen Transportkette (auch Atmungskette

genannt) der Mitochondrien, wo Energie aus den energetischen

Nahrungsstoffen Glukose, Eiweiss und Fett

hergestellt wird, ein Prozess der mit dem Ausdruck «oxydative

Phosphorylierung» belegt wurde, weil hierzu Sauerstoff

benötigt und am Ende eine Phosphatgruppe an das

Adenosin-di-phosphat angehängt wird. Die Nahrung wird

hierbei in biologische Energie, das Adenosintriphosphat

(ATP) umgewandelt, die die Zellfunktionen und alle andren

synthetischen Prozesse (Zellerneuerung, Hormonsynthesen,

usw.) im Körper am Laufen halten (Abb. 1). CoQ10

ist aber auch ein wichtiger Co-faktor bei der Aktivität

von Enzymsystemen innerhalb der Mitochondrien, die als

Komplex I, II, III und IV innerhalb der Elektrontransportkette

bezeichnet werden 9, 10] . Hierbei kommt CoQ10 die

Aufgabe zu, Elektronen vom Komplex I (Nicotinamide-Adenin-Dinukleotid

Dehydrogenase oder NADH) und Komplex

II (Succinate Dehydrogenase) auf den Komplex III (Ubiquinon-Cytochrom

C Reduktase) über seine Redoxeigenschaften

(Reduktion-Oxidation) zu übertragen. Während

dieses Prozesses der Elektronenübertragung innerhalb

der Elektronentransportkette entsteht schliesslich das lebensnotwendige

ATP (Abb. 3). Somit kann CoQ10 als die

Schlüsselfigur innerhalb der zellulären Energieherstellung

angesehen werden.

Treibstoff

Mitochondrien

Sauerstoff

Transport durch mitochodriale Membran

Part B – Umwandlung

von ADP zu ATP

Part A – ATP Spiegel

Energie

Abbildung 3: Der letzte Schritt in der Herstellung des energiereichen

ATP innerhalb jeder Zelle des menschlichen Organismus (ausgenommen

die roten Blutkörperchen), eine lebenswichtige Komponente für eine

ausreichende Körperfunktion, wobei der Organismus am Tag etwa so

viel ATP herstellt wie das Köpergewicht beträgt. Nach 11 .

Weil über die heutzutage moderne Nahrung nur unzureichend

CoQ10 aufgenommen wird, andererseits der

Organismus im Alter auch die Fähigkeit verliert CoQ10

selber herzustellen, muss substituiert werden. So z.B. ist

nachgewiesen worden, dass mit der heutigen westlichen

Ernährung nur 5mg CoQ10/Tag aufgenommen werden,

eine Dosis die deutlich unterhalb des Bedarfs liegt 12 . Eine

CoQ10 Supplementierung mag noch bei einem jungen Erwachsenen

nicht notwendig sein; sie ist jedoch absolut

notwendig bei einem körperlich aktiven Menschen, bei

der älteren Bevölkerung 13 und besonders ist ein Mangel

bei allen chronischen Erkrankungen vorhanden. Dies sind

die Gruppen die am meisten von einer Q10-Supplementierung

profitieren 14 .

Spiegel

CoQ10 Verteilung im Herzmuskel

mit zunehmendem Alter

20 Jahre 40 Jahre 80 Jahre

Abbildung 4: Abfall der Q10-Konzentration im Herzmuskel bei verschiedenen

Altersklassen. Nach 15

Unterschiedliche Bioverfügbarkeit

verschiedener Q10 Formulierungen

Die am häufigsten auf den Markt angebotenen Formulierungen

von Q10 bestehen aus Pulver, das in Form von

gepressten Tabletten oder als 2kammrige Kapseln resp.

als Gelkapseln in einer öligen Suspension angeboten werden.

Weil jedoch reines Q10 in Wasser unlöslich ist und

auch nur eine eingeschränkte Löslichkeit in Ölen und Fetten

besteht, zeigen beide Formulierungen eine sehr ver -

minderte Bioverfügbarkeit (Tabelle 1). Es kann hieraus

zwanglos abgleitet werden, dass alle (!) Q10 Tabletten

und auch Kapselformulierungen eine sehr geringe Löslichkeit

mit einer sehr eingeschränkten Resorption aus dem

Gastrointestinaltrakt des Menschen haben, wobei Tabletten

und Gelkapseln im optimalsten Fall eine

Resorption von allenfalls nur 3% aufweisen

(Tabelle 1). Um jedoch das Solubilisierungsprofil

von Q10 zu optimieren und damit

eine Verbesserung der Resorption aus

dem Dünndarm zu erreichen, sind

zwei CoQ10 Produkte entwickelt

worden (Greenspeed ®

und Q10 Revolution ® ) die

eine deutlich verbesserte

Bioverfügbarkeit zu allen

Konkurrenzprodukten

aufweisen. Sowohl im

Laboratorium (Solubilisie-

rungsstests und Untersuchungen

an Caco-2 Zellkulturen) als auch

in Untersuchungen am Tier und

Menschen konnte eine zu allen

Konkurrenzprodukten eindeutig

höhere Solubilisierung und Bioverfügbarkeit

nachgewiesen werden 5, 16-18 .

42 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Produktspezifität Löslichkeit in Wasser (%)

Gepresste Q10 Tabletten 1.0-3.0

Hartschalkapseln mit Q10 Pulver gefüllt 1.0-3.0

Weichgelkapseln (ölige Q10 Suspension) 1.0-3.0

Kaubare einfache Q10 Oblate 1.0-5.0

ChewQ ® Oblate, speziell aufbereitet 70-80

Hydro-Q-Sorb ® (Pulver in öliger Suspension) 70-80

Q10 Revolution ® , flüssig, solubilisiert

in Nachtkerzenöl 90-100

Greenspeed ® flüssig, solubilisiert mit

natürlichen Membraninhibitoren 90-100

Liquisorb ® , PureSorb Q10

flüssiges Q10 in einer wässrigen Nanolösung 100

Tabelle 1: Die charakteristischen Lösungsprofile verschiedener Coenzyme

Q10 Produkte im Vergleich untereinander. Nach [19]

Formulierungen von Q10 mit hoher Bioverfügbarkeit

– nicht alles ist empfehlenswert

Liposomales CoQ10 ® ist eine flüssige Zubereitung, die in

Liposomen (Fettkügelchen) eingebettet Q10 enthält und

dadurch eine Optimierung im Rahmen der Resorption aus

dem Intestinaltrakt erfährt (Fa. Greenleaves Vitamins/

USA). Dies konnte in Vergleichsuntersuchungen im Laboratorium

und in Bioverfügbarkeitsstudien am Menschen

nachgewiesen werden 20, 17 . Somit ist Liposomales Q10®

eine schon fast ideale Formulierung mit erhöhter Bioverfügbarkeit

für alle die Patienten, die Q10 vorzugsweise

oral einnehmen wollen wie z.B. Kinder, ältere Menschen

und alle diejenigen, die Schluckbeschwerden haben.

Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass alle diese Studienergebnisse

zwar einen erhöhten Plasmaspiegel nachweisen

konnten. Es wurde jedoch nie eindeutig belegt,

wieviel von dem resorbierten Q10, nach überwinden

der Intestinalmembran, auch wirklich

innerhalb der Zelle ankommt, dem

Ort wo es bei der Synthese in

den Mitochondrien gebraucht

wird und wo es erst seine

volle Wirkung mit Steigerung

der ATP Synthese

entfaltet.

Ein weiteres Produkt das für alle diejenigen geeignet ist,

die keine Tabletten oder Kapseln schlucken wollen oder

dazu nicht in der Lage sind, ist die kaubare CoQ10 Tablette

ChewQ ® , die eine erhöhte Bioverfügbarkeit (aka einen hohen

Plasmaspiegel) in Löslichkeitsuntersuchungen im Labor

und in Cao2-Zellkulturen aufwies 18 . Jedoch ist es auch

hier ungewiss, wieviel von dem resorbierten Q10 wirklich

von der Zelle, dem eigentlichen Ort der wünschenswerten

Q10-Wirkung, aufgenommen wird (Tabelle 2).

Wie aus der Tabelle 2 zu entnehmen ist, besteht insbesondere

bei den meistens angebotenen Q10 Kapseln ein

massgeblicher Nachteil darin, dass sie eine sehr geringe

Bioverfügbarkeit aufweisen. Dies liegt besonders daran,

dass eine Kapsel, auch wenn sie in einer öligen Suspension

angeboten wird, eine sehr schlechte Löslichkeit für

Q10 aufweist, so dass die Substanz die wässrige Membranoberfläche

des Dünndarms nicht passieren kann.

Denn die wässrige Schleimhautoberfläche des Darms lässt

nicht ohne weiteres wasserunlöslicher Produkt passieren,

um in den Kreislauf zu gelangen. Solch ein offensichtlicher

Nachteil kann durch eine Nano-Dispersion umgangen werden,

d.h. der Verteilung in einer Lösung, wo faktisch alle

Q10-Moleküle aufgrund ihres kleinen Durchmessers von

300 Nanometer oder darunter, die ansonsten undurchdringliche

Barriere, die Zellzwischenräume im Dünndarm,

überwinden. Diese Eigenschaft ermöglicht es, dass ungehindert

sämtliches Q10 hindurchwandern kann, so dass

am Ende eine fast 100% Resorption stattfindet (Tabelle 2).

Es muss jedoch die wiederholte Einnahme einer Q10-Nanolösung

mit Vorsicht betrachtet werden. Denn in-vitro (im

Reagenzglas) Untersuchungen mit Lungenzellen konnten

eindeutig belegen, wie die Zugabe von Nanopartikel zu

zytotoxischen (zellschädigenden) Effekten führte 19 . Denn

es werden durch die Nanotechnologie die grundlegenden

physikochemischen Eigenschaften eines Moleküls vollständig

verändert. Es dringt das Molekül nicht nur durch

sämtliche Lipidbarrieren einer Zelle, es kommt hierdurch

auch zu einer Herunterregulierung im Zellwachstum mit

folgenden apoptotischen (selbstmordauslösenden) Effekten.

Diese Reaktionen erfolgen unabhängig von der Konzentration

wobei auffällig war, dass mit zunehmender Löslichkeit

dieser Nanopartikel, dies auch mit einer Zunahme

in der Toxizität einherging 21 . So z.B. lösten niedrige Konzentrationen

des löslichen Zinkoxids einen starken Abfall

im Zellmetabolismus und im Wachstum aus. Und während

bei höheren Konzentrationen die Toxizität nachliess, wurde

dies der Tatsache zugeschrieben, dass die Nano Zinkoxidpartikel

miteinander verklumpten. Im Gegensatz hierzu

wiesen nichtlösliche Metalloxide keine negativen Auswirkungen

auf das Zellverhalten auf. Besonders jedoch waren

sämtliche Konzentrationen von unbeschichteten Nano-Eisenoxid,

unabhängig von der Konzentration, besonders

toxisch, ein Effekt der von dem Löslichkeitsgrad der Partikel

abhing 22 . Hieraus kann zwanglos extrapoliert werden,

insbesondre dann wenn es um die Gesundheit geht, dass

alle sonstigen Nano-Formulierungen oder Produkte die

Nutrition-Press 43


Nano-Q10 Partikel wie sie z.B. in der Formulierung Q40

(Nisshin Pharma) vorliegen, bezüglich ihrer Sicherheit

mehr als fraglich anzusehen sind. Denn die Nano-Technologie

ist eine neuartige Technik, die mittlerweile angefangen

beim Bier bis hin zur Babynahrung, eingesetzt wird

und nie auf Sicherheit überprüft wurde 23 . Obgleich die US

Food and Drug Administration (FDA) Behörde aktuell die

Unbedenklichkeit für Nanopartikel, nicht fordert so verlangt

sie jedoch nur vom Hersteller den Beweis zu liefern,

dass diese Essenszusätze als sicher anzusehen sind. Und

trotzdem diese Technik auch in zahlreichen Vitaminprodukten

zum Einsatz kommt, wurde der Nachweis einer Unbedenklichkeit

sowie das Fehlen nachteiliger Folgen auf

Gesundheit und Umgebung bisher nie eindeutig belegt.

Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es auch nur wenige veröffentlichte

Studien der Regierung oder wissenschaftlicher

Stellen zur Frage der Unbedenklichkeit für Gesundheit und

Umgebung, dies obgleich bekannt ist, dass Nanopartikel

eine höhere chemische Wechselwirkung aufweisen und

mehr aktiv in chemische Reaktionen als das Grundmolekül

eingreifen.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild

Gelkapseln und Tabletten weisen ein sehr niedrige

Löslichkeit und Bioverfügbarkeit von Q10 auf, so dass

Q10 auf natürlichem Weg den Organismus verlässt

ohne jemals die Zellen zu erreichen, wo es so dringend

zur ATP Synthese benötigt wird.

Auch der Versuch mit Hilfe eines Emulgators wie Polysorbat

20 oder 80 die Solubilisierung von Q10 zu steigern ist

mehr als bedenklich 24 . Und obgleich hiermit das Problem

der verminderten Bioverfügbarkeit gelöst werden kann,

so stellt der Emulgator Polysorbat insofern ein Nachteil

dar weil er, wie in menschlichen Hautzellen und in Tierversuchen

gezeigt werden konnte, für die Mitochondrien

toxisch ist. Denn hierbei kommt es zur Zellzerstörung mit

Auflösung der Zellmembran, einer anschliessenden Apoptose

(Selbstmord) und einem vorprogrammierten Zell -

tod 25, 26, 27 . Aus diesem Grunde ist der Emulgator Polysor bat

als Solubilisierungsvermittler, so wie er in der VESisorb ®

Technologie vorliegt und sich in dem Produkt VESisorb ®

Ubiquinol-QH niederschlägt, abzulehnen; dies obgleich

hiermit eine gesteigerte Resorption aus dem Darm mit einem

bis zu 308% höheren Blutplasmaspiegel resultiert 28 .

Ähnliche Überlegungen gelten somit auch für jegliche Nano-Aufbereitungen,

wo die Bioverfügbarkeit bis auf 100%

gesteigert werden kann, ein Verfahren, das jedoch eindeutig

toxisch für die Mitochondrien ist und deshalb zur Steigerung

der ATP-Synthese nicht verwendet werden sollte.

Hat Ubiquinol Vorteile gegenüber Ubiquinon?

Wie schon oben erwähnt stellt Ubiquinol die reduzierte

Form von Ubiquinon dar (Abb. 2). Es sind im Grunde genommen

die gleichen Moleküle nur mit dem Unterschied,

dass wenn Ubiquinon reduziert wird, es zwei zusätzliche

Elektronen aufnimmt und dadurch zum Ubiquinol wird.

Dieser Prozess findet in den Mitochondrien tausend Mal

innerhalb einer Sekunde statt wobei der Prozess dazu dient

mehr Wasserstoffionen in das Innere der Mitochondrienmembran

zu leiten (Abb. 2), so dass hieraus letztendlich

das höherwertige ATP aus ADP entstehen kann. Andererseits

ist zwar die relative Bioverfügbarkeit von CoQ10 in

seiner reduzierten Form, dem Ubiquinol, wie auch Untersuchungen

am Menschen zeigen konnten, um den Faktor

8 eindeutig höher 17, 20 . So konnte in einer Untersuchung

am Menschen dies insofern belegt werden, indem hiermit

signifikant höhere Plasmaspiegel als üblich zu erreichen

sind 17, 20 .

Es ist jedoch fraglich, ob diese höheren Plasmaspiegel sich

auch in einer Verbesserung der mitochondrialen Aktivität

niederschlagen und ob die von mehreren Firmen angepriesene

verbesserte Bioverfügbarkeit in ihrem Produkt Ubiquinol

auch wirklich Vorteile gegenüber dem Ubiquinon

mit sich bringt. Denn in Tests konnte dieser Vorteil von

Ubiquinol gegenüber Ubiquinon nicht bestätigt werden

29

. Somit ist der Vorteil von Ubiquiniol, trotz einer verbesserten

Bioverfügbarkeit, nur als Marketingmassnahme zu

sehen 30 , sodass sich daraus neben einem erhöhten Preis

keine wesentlichen Vorteile, d.h. eine Steigerung der ATP

Ausbeute, ergeben. Denn, wie auch bei allen anderen Formulierungen

mit Ubiquinon, ist es nicht der Plasmaspiegel

der die ATP-Synthese antreibt, sondern vielmehr ist es das

CoQ10 welches tatsächlich über die Zellemembran bis in

die Mitochondrien mit seiner elektronischen Transportkette

gelangt, damit sich hieraus auch einer Erhöhung des

ATPs ergibt. Letzteres macht eine Untersuchung deutlich,

wo nach der 5-wöchigen Einnahme unterschiedlicher Formulierungen

von CoQ10 der ATP-Anteil im Lymphozyten

von Probanden bestimmt wurde. Hierbei zeigt sich eine

deutliche Überlegenheit der beiden mit Ubiquinon angereicherten

Produkte Greenspeed ® und Q10 Revolution ®

gegenüber einer mit Ubiquinol aufbereiteten Formulierung

(Tabelle 3).

Andererseits darf auch nicht vergessen werden, dass

Ubiquinol nicht als Nahrungsmittergänzung im EU Gesetz

gelistet wird und somit unter das Arzneimittelgesetz fällt,

wobei viel höhere Auflagen zur Zulassung zu erfüllen sind.

Dass trotzdem einige Hersteller, ohne diese Vorgaben zu

Q10 | Formulierung pmol/106 cells | Kontrolle pmol/106 cells | nachher

Greenspeed ® 214.1 +/- 70.9 880.9 +/- 104.9**

Q10 Revolution ® 216.3 +/- 83.1 639.8 +/- 304.1**

Kaneka Ubiquinol ® 211.8 +/- 90.9 480.9 +/- 219.7*

Der Anteil von Adenosintriphosphat (ATP) innerhalb

von Leukozyten bei Probanden nach einer 5wöchigen

Einnahme unterschiedlicher Q10 Formulierungen,

dargestellt mit Hilfe der Luziferaseaktiviät.

Signifikanzniveau **p < 0.0055; *p < 0.05). Nach [29]

Tabelle 3

44 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

erfüllen, Ubiquinol auf den Markt gebracht haben, zeigt

wie oberflächlich die Behörden mit neuen Produktzulassungen

umgehen bzw. auch hier der Spruch gilt: wo kein

Kläger ist auch kein Richter!

Es kann deshalb zusammengefasst werden

Es ist nicht der Plasmasigel von CoQ10 der darüber

eine Aussage zulässt, ob die jeweilige Formulierung

(Ubiquinon oder Ubiquinol) auch in einer höheren

Synthese des energiereichen Endprodukts ATP

mündet- denn Voraussetzung hierzu ist die gleichzeitige

transmembranale Diffusion von CoQ10 zu den

Mitochondrien wo es zur ATP Synthese benötigt wird

Weil im Körper ein dauernder Wechsel von der oxidierten

zur reduzierten Form und umgekehrt stattfindet, ist es somit

irrelevant, welche Form von CoQ10 der Verbraucher

einnimmt. Und obgleich alle Firmen die notwendigen Sicherheits-

und toxikologische Studien mit ihren CoQ10

Ubiquinon-Formulierung gemacht haben, so täuschen sie

die Verbraucher, indem sie vorgeben, auch mit dem Ubiquinolprodukt

ähnliche Untersuchungen vorgenommen zu

haben. Dies ist jedoch öfters nicht der Fall, so dass der

Anwender sich in trügerischer Sicherheit wähnt die durch

nichts gerechtfertigt ist.

Diese Hinweise sollen schließlich das Augenmerk auf ein

weiteres Ubiquinol-Podukt richten, dass zwar in den USA

hergestellt, aber in Polen (mittlerweile auch ein fremdbestimmtes

Land) unter dem Namen UbichinolQ10 von der

Firma Visanto vertrieben wird. Neben den vielen nicht

nachgewiesenen angeblichen Vorteilen und den hiervon

auch ausgehendem, höheren Plasmaspiegeln gegenüber

Ubiquinon, enthält es jedoch dermassen viele toxische

Zusatzstoffe, dass von einer Einnahme abgeraten werden

muss. Diese toxischen Zusätze spiegeln sich auch in den

verschiedenen E Nummern wider:

1. Rapsöl dient zum Zwecke der Emulgierung, d.h. um Q10

gleichmässig in der Lösung zu verteilen. Dieses Produkt ist

jedoch ein Transfett dem jegliche biologische Wertigkeit

im Zuge der chemischen Aufbereitung verloren gegangen

ist. Es ist ein Entzündungsverstärker und weil ein grosser

Teil von Rapsöl sich auch in der heutigen prozessierten

Nahrung befindet, das chemisch extrahiert und gehärtet

(hydrogenisiert) wurde, entstehen bei diesem Prozess

Transfettanteile von bis zu 40% 31, 32 die einer Arteriosklerose

mit Herzversagen Vorschub leisten 33 .

2. E407 oder Glycerolester eine Fettsäure, die als Emulgator

(Stoff der hilft nicht mischbare Stoffe in Emulsion

zu halten) eingesetzt wird. Es ist eigentlich ein chemisch

gewonnenes Extrakt aus Pflanzenöl (deswegen auch billig)

ein weiteres Transfett und ein Verstärker für Entzündungsvorgänge

auch an den Mitochondrien, was letztlich zum

Untergang dieser Organellen führt 34 .

3. E901 oder Sojalecithinfett, teilweise gehärtet und ein

weiteres Transfett, das die Mitochondrien beeinträchtigt.

Was hierbei besonders als störend empfunden wird, ist die

Tatsache, dass fast alle Sojaprodukte von genetisch veränderten

Organismen stammen und wo das ursprünglich

genetische Material mit Hilfe der Gentechnologie verändert

wurde. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Länder

in der EU und viele Nationen der ganzen Welt (ausser den

USA) wegen den von einer Gentechnologie ausgehenden

Gesundheitsproblemen, diese veränderten Genprodukte

in ihrem Land verboten haben.

4.E322 oder Sojalecithin, ein chemischer Abkömmling

vom genmodifizierten Soja, dient als weiterer zusätzlicher

Emulgator; neben den schon erwähnten Gesundheitsnachteilen

beeinflusst es besonders das Mikrobiom, d.h.

die Gesamtheit der ’Darmbakterien dahingehend, dass

die guten Darmbakterien vermindert werden und sich

eine Allergie manifestiert 35 .

5. E1422 oder acetyliertes Distärkeadipate, ist ein weiteres

chemisch verändertes Produkt, das dem enzymatischen

Abbau der Stärke im Darm gegenüber resistent

ist; es kann zu Blähungen und Schmerzen sowie einer

vermehrten Gasbildung im Darm führen 36, 37 . Zusätzliche

kann diese abbauresistente Stärke die Symptome eines

vorhandenen Reizdarms verstärken 38 .

6. E422 oder pflanzliches Glycerol, ein chemisch extrahiertes

Produkt, das zur Geschmacksverbesserung der

Formulierung beitragen soll und öfters Verunreinigungen

nach dem Extraktionsverfahren aufweist.

7. E407 oder Carrageenan, ein Verdickungsmittel welches

zu Entzündungen führt (wird deswegen auch experimentell

zur Entzündungsauslösung in die Rattenpfote

gespritzt); es kann aber auch weitere Probleme wie eine

entzündliche Darmerkrankung, eine Gelenksentzündung,

eine Sehnenscheidenentzündung oder eine Gallenblasenentzündung

auslösen 39 .

8. E150 oder Sulfitkaramellfarbe, ein Zusatzstoff zur

Braunfärbung- ist in allen Colagetränken und auch im

Bier enthalten- wodurch letzteres erst seine bernsteinartige

Farbe erhält. Hiervon können Darmbeschwerden

ausgelöst werden und weil es auch sog. karamellisierte

Endprodukte enthält, geht von ihm eine entzündungs- und

allergiefördernde Wirkung aus. Jedoch sind

es die bei der chemischen Herstellung

der Karamellfarbe entstehenden Nebenprodukte

wie 2-MEI und 4-MEI

(2- und 4-Methylimidazol), als

kanzerogen anzusehen, weswegen

im Staate Kalifornien in

den USA sie auf die Liste der

Krebsauslöser gesetzt wurden 40 .

Nutrition-Press 45


9. E339 iii oder Dinatriumphosphat, wird deshalb eingesetzt

um die Eigenschaften des Produkts zu verstärken

und dient auch gleichzeitig als Emulgator in der polnischen

Ubiquinollösung. Dieser Zusatzstoff ist gesundheitlich

insofern bedenklich, weil er als Indikator für eine eintretende

Herzkreislaufproblematik mit möglicher Todesfolge

angesehen wird [41].

Es muss deshalb festgehalten werden

Will der Verbraucher sicher gehen, eine Q10 Formulierung

einzunehmen, die für seine Mitochondrien

nicht toxisch ist, so sollte er die Inhaltsangaben genau

studieren, damit ein Produkt erworben wird, dass sein

Geld auch wert ist

Zum Schluss noch einige Worte dazu, wann in seltenen

Fällen Ubiquinol hilfreich sein kann. Es sind die Menschen

(insbesondere Personen mit asiatischen und/oder spanischen

Hintergrund) wo das für die Umwandlug von Ubiquinon

zu Ubiquinol notwendige Enzym, die Thioredoxinreduktase,

fehlt. Des Weiteren gibt es Personen mit einer

genetischen Punktmutationen dem Nucletidpolymorphismus

(NQO1), die das notwendige Enzym ebenfalls nicht

aufweisen 42 und wo der Einsatz von Ubiquinol gerechtfertigt

ist.

Letztlich muss erwähnt werden, dass Ubiquinol eine sehr

reaktionsfreudige Substanz ist die, wenn sie in Kontakt

mit Sauerstoff aus der Umgebung kommt, rasch in Ubiquinon

umgewandelt wird. Dies ist auch der Grund warum

alle Ubiquinolformulierungen in luftdichte Verpackungen

angeboten werden, ein Verfahren das kostenintensiver ist,

viel know-how bei der Abfüllung erfordert und letztlich sich

auch in einen, im Gegensatz zu Ubiquinon, höheren Preis

niederschlägt. Und während Ubiquinol eine eher cremige,

weisse Erscheinung aufweist, kann jeder sehr schnell den

Unterschied zu Ubiquinon darin erkennen, dass es jetzt

mehr eine gelblich bis orange Farbe angenommen hat. Daraus

kann zwanglos geschlossen werden, dass die vorher

dicht versiegelte Probe beschädigt ist und dem Luftsauerstoff

ausgesetzt war. Solch eine rasche Umwandlung geschieht

auch bei den dicht versiegelten Ubiquinolkapseln,

die bei Sauerstoffkontakt dann eine gelbliche, oxidierte

Farbe, das Ubiquinon, annehmen. «

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Zusammengefasst ergibt sich

das folgende Bild

Es ist letztlich unerheblich, welche Form von

CoQ10 verwendet wird – während die reduzierte

Form viel teurer ist, so bringt sie jedoch dem Kunden

keine nachweisbaren Vorteile

Fotos: Christoph Burgstedt – Fotolia (S. 47),

www_teledesign_de – Fotolia (S. 50)

46 Nutrition-Press


Ernährung Ernährung | Prävention | Prävention

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bilanzierte Diäten

Funktionellen

Lebensmitteln

Bio-Produkten

Ergänzungsfuttermitteln

Cosmetic

» Teil II folgt in der nutrition press

Nr. 13 im November 2018.

Autor

Prof. Dr. Enno Freye

Universität Düsseldorf/Deutschland

Arzt: Spezialgebiete Spezielle Schmerztherapie,

Anästhesiologie, Intensivmedizin und

Suchttherapie, Nutrazeutika, Mikronährstoffe,

Zivilisationskrankheiten, Renaturierung

und Fachlicher Beirat des NEM e. V.

www.lebens-mittelmanufactur.de

LEBENS-MITTEL MANUFACTUR GMBH

Rudeloffweg 9, 14195 Berlin

Telefon 030-89000-120

Telefax 030-89000-121

info@lebens-mittelmanufactur.de

Nutrition-Press 47


HYP

NO

SE

Hypnose –

noch eine

zeitgemäße

Therapieform

oder kann

sie durch

Medikamente

ersetzt

werden?

Vor dem Einstieg in die Thematik einige Anmerkungen

zur Geschichte der Hypnose. Hypnose wird

seit vielen tausend Jahren als therapeutische Methode

zu Heilzwecken genutzt. Antidepressiva als

Form medikamentöser Behandlung wurden erst 1957 eingeführt.

Hypnose zu Heilzwecken gehört zu den ältesten,

nachweisbaren Therapien der Menschheitsgeschichte.

So finden sich etwa 4000 v. Chr. bei den Sumerern, einem

der ältesten Kulturvölker der Menschheitsgeschichte,

Hinweise darauf, dass in ihrer Kultur erfolgreich mit

Hypnose gearbeitet wurde. Auch im alten Ägypten scheint

die Hypnose etwa 1500 Jahre v. Chr. bekannt gewesen

zu sein, wie aus Niederschriften dieser Zeit hervorgeht.

In Griechenland wurde im Rahmen des Asklepios-Kults

48 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Hypnose zu Heilzwecken angewandt. In den diesem Kult

zugeordneten Schlaftempeln wurden psychische Erkrankungen

mittels Hypnose behandelt. Die Römer übernahmen

diese Heilmethode. In diesem Zusammenhang wurde

ca. 290 v. Chr. der Tempelschlaf als therapeutisches Mittel

mit heilender Wirkung eingeführt. Die christliche Kirche

übernahm Elemente der Hypnose in

ihre Meditation. Meditation wurde

in dieser Zeit überwiegend

in Klöstern praktiziert. Danach

verliert sich die Spur

der Hypnose. Sie scheint

fast in Vergessenheit geraten

zu sein.

Erst gegen Ende des 17.

Jahrhunderts wird, angeregt

durch den portugiesischen

Abbé Faria, der Trancezustände

in Indien kennen gelernt

hatte, erneut über die mögliche heilende

Wirkung solcher Trancezustände in der damaligen

interessierten Elite nachgedacht. Ob Anton Mesmer im

gleichen Zeitraum durch den Abbé inspiriert wurde oder

er seine eigenen Quellen gefunden hatte, mag dahingestellt

sein. In jedem Fall hat Mesmer

im 17. Jahrhundert die Hypnose

nachhaltig aus ihrem

Tiefschlaf erweckt und

in den Blick der Öffentlichkeit

gerückt. Durch

seine eigene Methode

des Ausstreichens, die

er auf den Magnetismus

zurückführte (mesmerisieren),

versetzte er

den Patienten in einen Trancezustand.

Aufgrund seiner

großen Erfolge bei psychisch belasteten

Patienten geriet er bei seinen

Kollegen in Misskredit.

Später wurde die Hypnose an der Schule von Nancy offiziell

mit der Klinik verbunden. Hier wurde die Hypnose auch

unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten angewandt.

Sigmund Freud, der spätere Begründer der Psychoanalyse,

besuchte diese Ausbildungsstätte.

Der Terminus Hypnose wurde 1843 durch den Arzt James

Braid eingeführt. Abgeleitet wurde der Begriff vom griechischen

Wort Hypnos = Schlaf. Diese Bezeichnung trifft

den Zustand nicht korrekt, denn der in Trance versetzte

Patient schläft nicht. Er befindet sich in einem Wach-

Schlaf-Zustand. Mit einem schlafenden Patienten kann

keine psychotherapeutische Arbeit geleistet werden. Der

Begriff ist jedoch zur feststehenden Bezeichnung geworden

und jeder weiß worum es geht.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte

I.H. Schulz das Autogene Training. Eine Form der

Autosuggestion, die es ermöglicht, sich selbst für eine gewisse

Zeit in eine positive Trance zu versetzen. In der modernen

Hypnosetechnik spielt der Arzt und Hypnosetherapeut

Milton Erkison eine wichtige Rolle. In den 1980er

Jahren führte er die indirekte Hypnosetechnik ein, die

auch so nach ihm benannt wurde.

Seit etwa 20 Jahren findet die Hypnose auch in Deutschland

zunehmend Anerkennung. Sie kann in allen Bereichen

der Psychotherapie eingesetzt werden und deckt

somit Bereiche in der psychotherapeutischen und in der

klinischen Medizin ab. Voraussetzung sind jedoch gut ausgebildete

Therapeutinnen und Therapeuten. Der wissenschaftliche

Beirat Psychotherapie, bestehend aus Mitgliedern

der Psychotherapeuten- und Ärztekammer, hat die

Hypnose in mehreren Bereichen im Sinne des Psychotherapeutengesetzes

anerkannt

Wie wirkt Hypnose und wo kann sie

beispielsweise eingesetzt werden?

Die Angst vor Kontrollverlust in der Hypnose.

Hypnose im Vergleich zu Medikamenten.

Nach diesem kurzen Einblick in die Geschichte der Hypnose,

wenden wir uns den oft gestellten Fragen in der täglichen

Praxis zu.

Wie wirkt die Hypnose?

Hypnose ist kein Schlaf. Über die gesamte Hypnosezeit,

selbst in der tiefen Hypnose, sind die Patientinnen und

Patienten entspannt wach. Es ist ein wohltuendes Gefühl

angenehmer Entspannung. Für die Zeit der Entspannung,

fällt alle Last, die Patientinnen und Patienten mit sich herumtragen,

ab.

Kontrollverlust

Ein Kontrollverlust ist nicht gegeben. Die oft geäußerte

Angst vor der ersten Hypnose ist unbegründet. Patientinnen

und Patienten in der Hypnose werden zu keinem

Zeitpunkt etwas sagen oder tun, was sie auch nicht im

wachen Zustand sagen oder tun würden. Dennoch ist

Hypnose Vertrauenssache. Patientinnen und Patienten

sollten sich vor einer Hypnose ausführlich mit ihren Therapeutinnen

und Therapeuten über ihre Probleme unterhalten.

Außerdem sollten Patientinnen und Patienten deren

Ausbildung erfragen. Entsteht im Vorgespräch das Gefühl,

dass es sich um einen vertrauensvollen Kontakt handelt,

dass man sich verstanden fühlt, ist eine wichtige Hürde

genommen und einem guten Therapiebeginn steht nichts

mehr im Wege. Werden jedoch der Kontakt oder die Stimme

des Therapeuten als unangenehm empfunden, ist von

einer Hypnose abzuraten.

Fazit: Therapeut und Umfeld müssen dem Patienten ein

angenehmes Gefühl vermitteln.

Nutrition-Press 49


So kann die Hypnose eine helfende Therapie sein bei:

• Angststörungen

• Schlafstörungen

• Ess-Störungen

• Posttraumatischem Belastungssyndrom

• Blockaden, auch bei Lernblockaden

• bei vielen chronischen Erkrankungen

• Depressionen

• Suchterkrankungen

• Schmerztherapie

• Stressbewältigung, Burnout-Syndrom

• Herstellung von Selbstvertrauen

Dies sind nur einige beispielhafte Störungen, bei denen

Hypnose eingesetzt werden kann.

Was geschieht bei einer Hypnose?

Wer schon einmal ein Autogenes Training oder eine wie

auch immer geartete Meditation durchgeführt hat, weiß

um das Gefühl einer angenehmen Entspannung. Allen, die

solch ein Gefühl noch nicht erleben konnten sei gesagt, es

ist einfach wohltuend, allen Ballast von sich abzuwerfen.

Hypnose ist tiefer als Meditation oder Autogenes Training.

Sie ist einfach wohltuend.

In diesem angenehmen, wohltuenden Zustand können

dann die Therapeutin oder der Therapeut positive Konditionierungen

vornehmen, indem sie die den Patienten belastende

Dinge durch positive Sätze ersetzt. Um in dieser

Weise therapeutisch tätig werden zu können, muss vor

jeder Hypnosesitzung ein ausführliches Gespräch stattfinden,

in welchem die Besonderheiten besprochen werden.

Bei einem guten Therapieverlauf wird der Patient die ihn

belastenden Dinge immer mehr ablegen und durch die

neuen Konditionierungen ersetzen. So erfährt der Patient

für sich neue Sicherheit und Stärkung im täglichen Leben.

Wobei kann Hypnose eingesetzt werden?

Hypnose kann in vielen Bereichen eingesetzt werden, in

denen die konventionellen therapeutischen Maßnahmen

nicht die gewünschten Ergebnisse bringen. Die Erfahrung

zeigt, dass Hypnose oft schnelle Wirkung zeigt. Diese

schnellere Wirkung ist möglich, weil in der Hypnose ein

direkter Zugang zur tiefen Ebene des Bewusstseins hergestellt

wird. Nicht selten können Ursachen gezielt aufgedeckt

werden, die dem Patienten erst im Nachgang

bewusst werden und dann ausgeräumt werden können.

Hypnose und Medikamente im Vergleich

Es ist so als wolle man Äpfel und Birnen vergleichen.

Bei einem Vergleich dieser beiden Obstsorten wird man

schnell feststellen, sie sind in ihrer Struktur anders und

jede ist für sich gesondert zu betrachten. Die Hypnose

ist angelegt, die Ursache des Problems zu suchen, wenn

möglich zu eliminieren und durch neue Konditionierungen

den Lebensweg des Patienten zu verbessern und sein Problem

aufzulösen.

Mit einem Antidepressivum oder einem Beruhigungsmittel

können keine Gedanken verändert werden. Antidepressiva

oder Beruhigungsmittel sprechen nicht mit mir.

Sie können lediglich vorübergehend beruhigend einwirken

und daher Entspannung bewirken. Auf Dauer können ein

Antidepressivum oder ein Beruhigungsmittel nicht die Lösung

des Problems sein.

Jede Therapie hat ihr Für und Wider. Die Behandlung richtet

sich nach der Art der Beschwerden. Bei der Hypnose

blickt man auf mehrere tausend Jahre an Erfahrung zurück.

In den Händen erfahrener Therapeutinnen und Therapeuten

richtet sie keinen Schaden an und kann als ein

adäquates Behandlungsmittel im psychotherapeutischen

Bereich angesehen werden. «

Autor

Peter Abels

Dipl. Ing. Heilpraktiker und

Psychotherapeut

Leiter des Steinbeis-Transfer-Institut

Gesundheitsprävention, Therapie

und Komplementärmedizin der

Steinbeishochschule Berlin SHB

Fotos: dule964 – Fotolia (S. 56), pixabay, Victor Tongdee – Fotolia (S. 58)

50 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Bärlauch – mehr als nur

eine Gewürzpflanze

Bärlauch (Allium ursinum), im Volksmund auch Bärenlauch, Waldknoblauch

oder Wilder Knoblauch genannt, zählt zu den ältesten

Nutz- und Heilpflanzen in Europa. Als ein Vertreter der Amaryllisgewächse

(Amaryllidacea) gehört Bärlauch zur Gattung der Lauchgewächse

(Allium). Weitere bekannte Vertreter dieser Gattung sind

Lauch, Zwiebel und Knoblauch. Im Gegensatz zu Knoblauch und

Zwiebel ist der Bärlauch jedoch in Europa heimisch. Frischer Bärlauch

wird gerne zum Würzen, für Wildkräutersalate oder als Bärlauchpesto

verwendet. In der Naturheilkunde wird der Bärlauch insbesondere

bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.

Merkmale des Bärlauchs

Bärlauch ist in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch

und fühlt sich vor allem in schattig-feuchten Laub- und Mischwäldern

sehr wohl. Aufgrund seiner Ausbreitungsfreude

ist er mittlerweile auch wild in vielen Gärten und Parks

anzutreffen. Kultiviert wird der mehrjährige Bärlauch vor

allem in Osteuropa, z.B. in Tschechien und der Slowakei.

Der Bärlauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die

eine Wuchshöhe von etwa 20 cm bis zu einem halben

Meter erreicht. Zwischen Ende Februar und Ende März

treiben die länglichen Knollen im Boden die ersten Blätter

aus. Oft flächenartig ausgebreitet verströmt der Bärlauch

sein intensives knoblauchartiges Aroma. Ab Ende März

beginnt der Bärlauch zu blühen. Nach der weißen Blüte

verlieren die dunkelgrünen, lanzettförmigen Blätter fast

völlig ihren Geschmack und werden bitter.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der unverkennbare

Duft des Bärlauchs. Zerreibt man Bärlauchblätter

zwischen den Händen, kann man sofort den charakteristischen

Knoblauchduft riechen. Den Blättern von

Maiglöckchen und Herbstzeitlose fehlt dieser Duft. Wurden

jedoch bereits ein paar Bärlauchblätter geerntet, haftet

der Knoblauchgeruch an den Händen und stellt somit

kein sicheres Unterscheidungskriterium mehr dar. Daher

sollten immer mehrere Unterscheidungsmerkmale betrachtet

werden. (s. Tabelle 1)

Bärlauch – Achtung Verwechslungsgefahr!

Bärlauch selbst zu sammeln ist möglich, aber nur

für sehr erfahrene Sammler empfehlenswert,

denn es muss auf giftige "Doppelgänger" geachtet

werden. Besonders das Maiglöckchen

und die Herbstzeitlose können mit

dem Bärlauch verwechselt werden.

Nutrition-Press 51


Bärlauch Maiglöckchen Herbstzeitlose

Duft Starker Knoblauchduft Kein Knoblauchduft Kein Knoblauchduft

Blattunterseite Matt Glänzend Glänzend

Wuchsform Immer nur ein Blatt pro Stiel Immer mindestens zwei Kein Stiel

Blätter pro Stiel

Blätter Weiche Blätter Festere Blätter Festere Blätter

Tabelle 1

Inhaltsstoffe des Bärlauchs

Wie für Blattgemüse und Kräuter üblich, zeichnet sich der

Bärlauch durch wenige Kalo rien (ca. 19 kcal pro 100 g), einen

hohen Wasseranteil, sowie eine hohe Nährstoffdichte

aus. Als Mitglied der Familie der Lauchgewächse hat Bärlauch

ähnliche Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorzüge

wie Lauch, Zwiebel oder Knoblauch. Auch der Bärlauch

enthält schwefelhaltige Verbindungen als charakteristische

Inhaltsstoffe. Der Schwefelgehalt im Bärlauch ist vor

der Blüte am höchsten.

Die bekannteste schwefelhaltige Verbindung

ist das Alliin, das zu einem

prozentualen Anteil von rund

0,5 % in frischem Bärlauch

vorkommt. Wer -

den die Pflanzenzellen

des Bärlauchs

durch

pflücken oder

schneiden zerstört tritt das Alliin in Kontakt mit dem

ebenfalls im Bärlauch enthaltenen Enzym Allinase.

Dieses wandelt das Alliin in Allicin um.

Frische Blätter enthalten ca. 0,005 % Allicin,

getrocknete ca. 0,07 %. Allicin ist

für den typischen Bärlauch- bzw.

Knoblauchduft verantwortlich.

Allicin ist vor allem für seine

keimtötende und antibakterielle

Wirkung bekannt. Es gilt als natürliches Antibiotikum. Darüber

hinaus reguliert es zu hohe Cholesterinwerte und ist

ein bewährtes Mittel gegen Arteriosklerose.

Neben den schwefelhaltigen Verbindungen enthält der

Bärlauch ätherisches Öl, Flavonoide, Chlorophyll, sowie

zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ähnelt dem rotem

Blutfarbstoff Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport

im Blut verantwortlich ist. Anstelle des Eisenmoleküls im

Zentrum des Hämoglobins enthält Chlorophyll ein Magnesiummolekül.

Chlorophyll verbessert die Blutbildung und die

Sauer s tof fver sor gung. Zudem unter s tützt es die Entgif tung.

Bärlauch weist einen hohen Gehalt an Chlorophyll auf.

100 g Bärlauch liefert 422 mg Chlorophyll.

Zum Vergleich: die Brennnessel enthält

360 mg Chlorophyll, Petersilie 210 mg und Spinat

115 mg.

Bärlauch –Vitamine und Mineralstoffe

Frischer Bärlauch enthält zahlreiche Vitamine

und Mineralstoffe. Besonders hoch ist die Konzentration

an Vitamin A, C und den Mineralstoffen Ei -

sen und Kalium. Bär lauch liefert pro 100 g Frischgewicht

150 mg Vitamin C (150 % RDA), 200 µg

Vitamin A (25 % RDA) in Form von 1200 µg Beta-Carotin,

2,9 mg Eisen (20,5 % RDA) und 336 mg Kalium

(16,8 % RDA).

52 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Vitamin C fungiert als starkes Antioxidans. Es fängt freie

Radikale ab und bietet so vielfachen Schutz vor zahlreichen

Krankheiten. Der Körper braucht Vitamin C zur Unterstützung

seiner Abwehrkräfte und zur Gesunderhaltung

der Blutgefäße. Vitamin C ist an der Wundheilung beteiligt

und notwendig für den Aufbau und Erhalt gesunder Knochen,

Zähne, Zahnfleisch, Knorpel und Haut. Vitamin C

verbessert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung, unterstützt

die Funktion des Nervensystems und ist für die

Energiegewinnung aus der Nahrung erforderlich. Vitamin

A wird für ein funktionsfähiges Immunsystem benötigt

und ist für die Zellfunktion unentbehrlich. Vitamin A hilft,

Haut und Schleimhäute gesund zu erhalten und ist für den

Sehvorgang notwendig. Außerdem trägt es zu einem

normalen

Eisenstoffwechsel

bei. Als Bestandteil des Hämoglobins

im Blut ist Eisen für

den Transport und die Speicherung

von Sauerstoff zuständig.

Eisen ist wichtig für den Energietransport

und das Immunsystem.

Eine unzureichende

Versorgung mit Eisen kann zu

Müdigkeit, Abgeschlagenheit,

Haarausfall, Konzentrationsstörungen

bis hin zu einer ausgeprägten

Eisenmangelanämie

(Blutarmut) führen. Kalium ist für

den Wasser- und Elektrolythaushalt

des Körpers notwendig. Der Körper

braucht Kalium für die Muskeltätigkeit,

einschließlich des Herzens. Kalium

ist zudem an der Blutdruckregulation

beteiligt.

Die medizinische Nutzung

von Bärlauch

Bärlauch ist den meisten als Gemüse- und

Gewürzpflanze ein Begriff. Die zahlreichen

Inhaltsstoffe ermöglichen jedoch auch eine naturheilkundliche

Anwendung. In der Antike und im

Mittelalter war der Bärlauch eine häufig verwendete

Heilpflanze. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut

bei Verdauungsstörungen sowie als gutes Mittel zur

Blutreinigung.

Die in den Blättern und Wurzeln enthaltenen Schwefelverbindungen

aktivieren die Tätigkeit von Galle und Leber und

fördern so die Verdauung. Gleichzeitig sind die schwefelhaltigen

Verbindungen und Flavonoide förderlich bei Bluthochdruck

und wirken senkend auf den Cholesterinspiegel.

Das schwefelhaltige Allicin wirkt keimtötend und anti -

bakteriell. Es gilt als natürliches Antibiotikum und unterstützt

die Schleimlösung bei Erkältungen und Bronchitis.

In der Volksmedizin werden sowohl die Zwiebel als auch

die Blätter verwendet. Die Bärlauchzwiebel findet Anwendung

u.a. bei Bluthochdruck und Arterienverkalkung. Die

Blätter hingegen werden hauptsächlich bei Beschwerden

des Magen-Darm-Trakts (Blähungen, Krämpfe) verwendet.

Bärlauch ist häufig Bestandteil von Entgiftungskuren.

Therapeuten empfehlen den Bärlauch im Rahmen der

Amalgam-Sanierung und zur Ausleitung von anderen

Schadstoffen. Insbesondere der Schwefel,

aber auch viele weitere bärlauchtypische Inhaltsstoffe,

unterstützen die Ausleitung von

Giftstoffen und Schwermetallen. Die Ent giftung

von Schwermetallen (insbesondere von Quecksilber)

nach Dr. Klinghardt zählt zu den bekanntesten Kuren. Zum

Einsatz kommen Bärlauch, Chlorella-Alge und Koriander,

wobei Bärlauch und Chlorella-Algen die Basis der Therapie

bilden. Bärlauch kann laut Dr. Klinghardt Schwermetalle

aus dem Bindegewebe lösen, so dass diese über

die Niere ausgeschieden werden können. Chlorella-Algen

lösen und binden Giftstoffe im Darm. Erst nach erfolgreicher

Entgiftung des Bindegewebes wird Koriander

ergänzt. Koriander dient der Entgiftung des zentralen

Nervensystems. Als Nahrungsergänzungsmittel sind Bärlauchkapseln

erhältlich, die meist das getrocknete und

pulverisierte Bärlauchkraut enthalten. Möglich ist auch

die Verwendung einer Bärlauchtinktur. Diese besteht

aus Bärlauchextrakt in einer ca. 30 %igen alkohlischen

Lösung.

Die Verwendung von Bärlauch in der Küche

Als Gemüse- und Gewürzpflanze erfreut sich Bärlauch

zunehmender Beliebtheit, so dass er mittlerweile im

Frühjahr in vielen Supermärkten und Wochenmärkten

angeboten wird. Die Bärlauchpflanze ist zwar komplett

essbar, genutzt werden aber vorwiegend die frischen

Blätter. Durch das Aroma des Bärlauchs erhalten

Nutrition-Press 53


Frühlingsgerichte eine dezente Knoblauchnote. Der

unangenehme Mundgeruch, wie nach dem Knoblauchver

zehr, bleibt jedoch aus bzw. is t wesentlich ger inger.

Wie bei allen frischen Kräutern gilt auch bei Bärlauch,

durch Hitzeeinwirkung gehen charakteristische Inhaltsund

Geschmacksstoffe verloren. Daher wird Bärlauch

meist roh für Dips, Kräuterbutter und Pesto oder als Würzoder

Salatzutat verwendet.

Einkaufs- und Küchentipps für Bärlauch

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Bärlauchblätter

saftig grün und fest sind. Schlaffe oder angegilbte

Blätter sind weniger aromatisch. Da mit dem Einsetzen

der Bärlauchblüte das Aroma nachlässt, sollten in einem

Bund keine oder nur sehr wenige Blüten vorhanden sein.

Die Verarbeitung von Bärlauch geht schnell und unkompliziert:

Einfach abspülen, trockenschütteln, in feine Streifen

schneiden oder hacken. Bärlauch sollte möglichst am Tag

des Einkaufs verzehrt werden. Der gewaschene Bärlauch

kann in einer Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks

maximal zwei bis drei Tage gelagert werden. Bärlauch lässt

sich jedoch gut einfrieren und so im Gefrierschrank mehrere

Monate aufbewahren. Auch das Verarbeiten zu Pesto

oder Bärlauch-Öl ist eine Möglichkeit der Konservierung.

Die Verträglichkeit von Bärlauch

Bärlauch ist sehr gut verträglich. Zu hohe Dosen können,

wie auch beim Knoblauch, zu Magenbeschwerden führen.

Hilfreich könnte es dann sein, die gehackten Blätter einige

Stunden in warmer Milch ziehen zu lassen. Sie sind

dann milder und bekömmlicher. Allgemein gilt: Wer Knoblauch

nicht ver tr ägt, r eagier t meis t auch auf Bär lauch.

In sehr seltenen Fällen kann Bärlauch Allergien auslösen. «

Fotos: von Wolkenegg – Fotolia (S. 59), emuck – Fotolia (S. 59),

oxie99 – Fotolia (S. 60), unpict – Fotolia (S. 62)

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des www.vitalstoffjournal.de

Vitamin D

Hype or Hope?

Ein Positionspapier der Akademie

für menschliche Medizin

Anfang 2018 habe ich vor Laien einen Vortrag mit eben diesem Titel

gehalten, der anschließend auf YouTube veröffentlicht und zwischenzeitlich mehr

als 200.000 Mal angeschaut wurde. In meinen Augen ein klares Zeichen, dass

Vitamin D in der Bevölkerung mit „Hope“ verbunden wird. Ganz anders dagegen

die Darstellung in zahlreichen Medienberichten, die im Zusammenhang mit

Vitamin D den Begriff „Hype“ vermitteln. Wie kann das sein, dass ein und

dieselbe Substanz solch unterschiedliche Reaktionen hervorruft?

54 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die Antwort ist wohlbekannt: unterschiedliche Interessenlagen!

Nachdem die stetig zunehmenden

wissenschaftlichen Untersuchungen zu Vitamin D

nicht nur den bevölkerungsweiten Mangel, sondern

auch die ausgeprägten schützenden und gesundheits -

fördernden Eigenschaften von Vitamin D belegen, kann

eine „Kranken-Industrie“ an der Verbreitung dieser Botschaft

nicht interessiert sein. Also werden mit den üblichen

Mitteln der Medienmanipulation und gezielten Gutachten

(namentlich nicht genannter) Experten gegenteilige

Meinungen verbreitet und damit Unsicherheit in der Bevölkerung

ausgelöst. Beliebte Mittel zum Zweck sind dabei

neben den schon genannten Gutachten sogenannte

Reviews. Diese angeblich ultimative Form der objektiven

und der Akademie für menschliche Medizin (AMM), initiierte

„Netzwerk Spitzen-Gesundheit“ das zukünftig gezielt

weiter ausgebaut werden soll, um professionelle Arbeit für

die Gesundheit der Bevölkerung zu leisten. Einzelheiten

zum Ausbau des Netzwerkes werden auf dem Portal der

AMM publiziert. Für 2018 ist als erster Schwerpunkt der

Aktivitäten des Netzwerkes das Projekt „Vitamin D in den

Medien“ vorgesehen. Zu dem Maßnahmenkatalog gehört

unter anderem das Internetportal „Sonnenallianz“ (www.

sonnenallianz.de), der „1. International Workshop zur

Hochdosistherapie Vitamin D“ (www.kongress-menschliche-medizin.de),

ein neues Buch mit dem Titel „Vitamin D-

Mangel, die unterschätzte Gefahr“, das zu Sonderkonditionen

bezogen werden kann (www.spitzen-praevention.de),

Beurteilung von Gesundheitsdaten wird zunehmend dazu

missbraucht, aus der Fülle der wissenschaftlichen Publikationen

gezielt solche auszuwählen, die der gewünschten

Botschaft dienen, obwohl angeblich die gesamte Literatur

berücksichtigt wurde. Hinzu kommen Interviews mit soge -

nannten „Experten“, bei denen es sich jedoch häufig nicht

um Wissenschaftler mit fundierten Fachkenntnissen, sondern

um „Eminenzen“ irgendwelcher Institutionen handelt,

die mit großer Überzeugung ihr begrenztes und häufig veraltetes

Wissen darlegen – ungeachtet einer völlig anderen

Datenlage in den aktuellen wissenschaftlichen Publikationen.

Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Nun, Jammern

ist hier genauso wenig angezeigt wie „Leserbriefe“ an

die entsprechenden Medien. Hier hilft nur der alte Grundsatz,

dass gemeinsam auch die (vermeintlich) Schwachen

stark sind. Im politischen Alltag dieser Republik nennt

man die dabei eingesetzten Maßnahmen schlicht „Lobbyarbeit“.

Diese gelingt jedoch nur, wenn man als einzelnes

Unternehmen über entsprechend reichlich finanzielle

Mittel verfügt, um die benötigte Lobbyarbeit zu bezahlen,

oder eben mit Gleichgesinnten etwas auf die Beine stellt.

Diesem Ziel dient das gemeinsam von der Deutschen Stiftung

für Gesundheitsinformation und Prävention (dsgip)

sowie ein offener Brief der Stiftung DSGIP (www.dsgip.

de) an den Aufsichtsrat der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten.

Dieses Dokument enthält neben dem Hinweis

auf die unzulässig einseitige Berichterstattung eine Dokumentation

zum aktuellen Stand der Vitamin D Forschung

und wird allen interessierten Unternehmen zur Verfügung

gestellt. Stiftung und Akademie laden alle engagierten Akteure

ein, sich an der Gestaltung und dem weiteren Ausbau

des Netzwerkes zu beteiligen. Mal schauen, was wir

gemeinsam bewirken können. «

Autor

Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Präventionsmedizin

Spezialgebiet Präventionsmedizin,

u. a. Gründer der "Akademie für

menschliche Medizin und der Deutschen

Stiftung für Gesundheit und Prävention",

Referent und Buchautor,

Fachlicher Beirat des NEM e.V.

js.amm@spitzen-praevention.de

Fotos: snyGGG – Fotolia (S. 62), viriyastock88 – Fotolia (S. 63)

Nutrition-Press 55


BIOPHOTONEN UND ZELLEN

Das steuernde

elektromagnetische Feld

(EMF) von Lebewesen

Die grundlegende Bedingung der Entstehung und

der Erhaltung des Lebens auf der Erde war und

ist das natürliche elektromagnetische Feld des

Universums, speziell von Sonne, Mond und Erde.

Alles Leben hat sich in diesem natürlichen EMF entwickelt

und die Koppelung mit diesem EMF ist die Basis für die

Aufrechterhaltung des Lebens auf unserem Planeten; Lebewesen

werden durch ihr eigenes ordnendes EMF gesteuert.

EM Felder wurden zuerst von Maxwell ca. 1875

beschrieben und mathematisch dargestellt. Die Elementarteilchen

des EM Feldes sind die masselosen Lichtteilchen/die

Photonen, die über den photoelektrischen

Effekt von Einstein mit den Elektronen verbunden sind.

Elektronen sind im Gegensatz zu den Photonen Teilchen

des EMF mit geringer Masse. Der photoelektrische Effekt

spiegelt damit den Welle-Teilchen Dualismus der Quantenphysik

wieder. In unserem Körper werden Photonen als

Biophotonen bezeichnet; sie bringen mittels des EMFs,

Energie und Information bis in die Tiefe unserer Zellen und

vermitteln mit Lichtgeschwindigkeit die gesamte Kommunikation.

Alle chemischen und metabolischen Vorgänge in

Lebewesen sind letztlich quantenphysikalische Prozesse

des EMFs.

Das elektromagnetische Feld im

Mitochondrom

Meist ist uns nicht bewusst, dass unsere gesamte Alltagselektronik

elektromagnetische Felder als Grundlage

verwendet und dass diese elektronischen Geräte letztlich

Anwendungen der Quantenphysik sind. Nicht nur das

Radio, das CD-Abspielgerät, das Röntgengerät oder der

Laserdrucker bezeugen die Existenz elektromagnetischer

Wellen, sondern auch unser Mitochondrom, die Gesamtheit

aller Mitochondrien eines Lebewesens.

Das mitochondrale elektromagnetische Feld (EMF) wird in

einer Arbeit von Georgios Bagkos u.a. als Schlüssel der

Regulation in der Zelle bezeichnet. Die mitochondriale

56 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Membran bauen diese Elektronen ein niederfrequentes,

pulsierendes elektromagnetisches Feld auf. Dieses Feld

dient der in den Elektronen gespeicherten Information als

eine Art „Transportmedium“. Denn mittels der Interaktion

der Elektronen in der Membran mit den Protonen des

Zwischenmembran-Raums gelangt, vermittelt über die

Frequenzen des elektromagnetischen Feldes, die Information

wie über „Funk“ zu den Protonen im Zwischenmembranraum.

Diese in den Protonen gespeicherte Information

wird auf den fünften Enzymkomplex der Atmungskette

– die ATP-Synthase – und von dort letztlich auf das ATP

übertragen. Das ATP fungiert dabei als Speicher für Energie

und Information. Über die Elektronentransportkette

gelangt so auf eine hoch effektive Weise eine „Resonanzinformation“

zu den Protonen im Zwischenmembranraum

des Mitochondriums und letztlich wird über die ATP-Synthase

das Adenosin zu einem ,,informierten“ ATP. Deshalb

kann das Mitochondrom nicht nur als Kraftwerk der Zelle

sondern zugleich als Transformator von Information, Energie

und Materie angesehen werden.

Funktion ist durch die Schwankungen des Mitochondralen-Membran-Potentials

und damit durch das Elektromagnetische

Feld des Mitochondroms mit seinen Frequenzen

innerhalb eines bestimmten Bereichs gekennzeichnet. Die

Wiederherstellung eines normalen Feldes und eines normalen

Membranpotentials wird als eine notwendige Bedingung

für die normale Kern(Zell-) funktions- und Krebstherapie

vorgeschlagen.

Das Mitochondrom – Der Transformator von

Information, Energie und Materie

Ein Mitochondrium, auch das Kraftwerk der Zelle genannt,

ist aus einer Doppelmembran aufgebaut: der inneren, bestückt

mit Proteinen der Atmungskette, und der äußeren

Membran. Der Elektronenfluss in der inneren Membran

des Mitochondriums koppelt mit dem Wasserstoff(H2)-

und dem Protonentransport(H+) in der Atmungskette

(chemiosmotische Theorie von Peter Mitchell). Durch

den Elektronenfluss der Atmungskette in der inneren

All dies geschieht nicht etwa in der Zeit, die Sie gebraucht

haben, dies zu lesen oder etwa gar in der Zeit, die ich gebraucht

habe, um dies zu schreiben, nein, die meisten

dieser Schritte geschehen in Lichtgeschwindigkeit von ca.

300 000 km pro Sekunde unzählige Male in den vielen

Atmungsketten der vielen Mitochondrien der ca. 80 Billionen

Zellen unserer Körper. Die Elektronen als materielle

Teilchen des elektromagnetischen Feldes gehen nicht nur

miteinander in Wechselbeziehungen, sondern kommunizieren

auch mit den Biophotonen. Als nicht- materielle Bestandteile

des Lichts sind Photonen die kleinste Menge an

elektromagnetischer Strahlung einer beliebigen Frequenz.

Wie die Elektronen stehen sie untereinander in Wechselwirkung,

sind miteinander verschränkt - auf spezielle Art

vernetzt. Als Lichtquanten sind auch sie wie die Elektronen

„Objekte“ der Quantenphysik. Ob Welle oder Teilchen,

materiell oder nicht- materiell, dem Beobachter oder einer

geordneten Struktur folgend – im Reich der Quanten begegnen

wir vielen Widersprüchen. So wie in der Natur. Die

Natur ist widersprüchlich, mal materiell, mal feinstofflich.

Nutrition-Press 57


deren Phosphorylierung. Hier sind der direkte Zusammenhang

und die Verbindung unterschiedlicher Schichten der

Zelle – zwischen Biochemie, EMF (mit seinen Photonen)

und Informatik – zum Greifen nah.

Quantenbiologie: Wissen schafft Ganzheit -

auch in der Welt der Quanten

Sowohl in der Biologie als auch in der Medizin wird in

nächster Zukunft eine Beschäftigung mit dem EMF und

den Quantenphänomenen von Lebewesen notwendig werden.

Die Quantenbiologie beschäftigt sich bereits heute

mit der quantengetriebenen Photosynthese bei Pflanzen

und Mikroorganismen, mit der Quantenverschränkung

im Vogelkompass, mit dem Quanten-Tunnel-Effekt von

Elektronen und Protonen der Atmungskette (von der bekannt

ist, dass Wellenlängen von 240 - 630 nm bei den

einzelnen Stufen der Atmungskette bestimmend sind); mit

der Quanten-Kohärenz der Ionenkanäle im Gehirn und mit

der quantenbasierten genetischen Information der DNS.

„In einem Punkt ... besteht kein Zweifel: vieles von dem,

was so wunderschön und einzigartig (in der Natur) ist …

erwächst aus der Tatsache, dass ihre Wurzeln wie unsere

eigenen in der Welt der Quanten liegen.“

Orthomolekulares(D3+Kalzium) und Elektronik

im Zytoskelett der Zelle

Ähnlich wie in der Atmungskette spielt die Phosphorylierung

im Zytoskelett der Zelle und auf der Stoffwechselebene

eine wichtige Rolle. Auf biochemischer Ebene ist die

Phosphorylierung von Molekülen durch das Anhängen

einer Phosphatgruppe verantwortlich für die Regulation

von Zellprozessen. Ein Beispiel dafür ist das Tubulin

der Mikrotubuli im Zytoskelett der Zelle. Die einzelnen

phosphorylierten und die einzelnen nicht phosphorylierten

Tubulin-Moleküle ergeben im Gitter der Tubuli unterschiedliche

Muster. Aus den verschiedenen Mustern

der Phosphorylierung resultieren auf den Gittern Verbindungen

aus entweder zwei oder drei Elementen (binärer

oder ternärer Modus). In der Abbildung einer Arbeit von

Hamerhof et.al. sehen Sie ein Tubulin-Gitter mit dem für

die Phosphorylierung von Tubulin verantwortlichen (Calcium-Calmodulin-Kinase-)

Enzym. Die Autoren dieser Arbeit

haben für die jeweiligen verschiedenartigen Muster

der Tubulin-Gitter unterschiedliche Mengen an Bits von

Informationen berechnet, abhängig von den unterschiedlichen

(Patches A- oder B-) Gittern und auch in Abhängigkeit

vom jeweiligen (binären oder ternären) Modus. Diese

Tubulin-Gitter mit verschiedenen Phosphorylierungs-Muster

entsprechen Umschaltungen in Transistoren; also von

elementaren Bauteilen elektronischer Geräte. Die Funktion

der elektronischen Umschaltungen an den Mikrotubuli

hängt von dem oben beschriebenen Calcium-Calmodulin-Kinase-Enzym

ab, das sowohl von ATP als auch vom

Kalziumhaushalt gesteuert wird. Der Kalzium-haushalt ist

direkt von Vitamin D3 und Vitamin K2 abhängig. Berechnet

wurde schließlich der quantitative Informationsgehalt

der unterschiedlichen Tubulingitter in Abhängigkeit von

Die Ebene des EMF bildet die kybernetische-steuernde

Ebene von Lebewesen auf der Erde. Die Arbeit mit dem

EMF des Menschen eröffnet dem Therapeuten Möglichkeiten,

in und mit der Steuerung des Patienten zu diagnostizieren

und zu therapieren. Dies erweitert die Medizin

und erhöht deren Wirkungsgrad. Kybernetik, Netzwerkwissenschaften

und Mitochondrale Medizin (i.S. der sekundären

Mitochondropathie) sind Aspekte dieser quantenphysikalischen

Prozesse und werden zusammen mit

dem Modell der „KörperInformatik im NetzwerkMensch“

im Buch NetzwerkMensch dargestellt. «

Anmerkung zur Transistorfunktion des Zytoskeletts:

Ein Transistor ist ein elektronisches Bauelement zum Schalten und

Verstärken von elektrischen Signalen, ohne dabei mechanische

Bewegungen auszuführen. Transistoren sind die weitaus wichtigsten

„aktiven“ Bestandteile elektronischer Schaltungen, welche beispielsweise

in der Nachrichtentechnik, der Leistungselektronik und

in Computersystemen eingesetzt werden. Besondere Bedeutung haben

Transistoren in integrierten Schaltkreisen, was die derzeit weit

verbreitete Mikroelektronik ermöglicht. Der Begriff „Transistor“ ist

eine Kurzform des englischen transferresistor, was in der Funktion

einem durch eine angelegte elektrische Spannung oder einen elektrischen

Strom steuerbaren elektrischen Widerstand entspricht. Da

die Wirkungsweise einer entsprechenden Elektronenröhre, nämlich

der Triode, ähnelt, wird der Transistor auch als „Halbleitertriode“

bezeichnet. Wikipedia

• The First Transistor Information zur Herkunft des Wortes

„Transistor“ auf der Webseite der The Nobel Foundation

• J.R. Pierce: The naming of the transistor. In: Proceedings of the

IEEE. 86, Nr.1, 1998, S.37-45, doi:10.1109/5.658756.

• Patent CA272437: Electric Current Control Mechanism.

Veröffentlicht am 19. Juli 1927, Erfinder: Julius Edgar Lilienfeld

(Eintrag beim kanadischen Patentamt).

58 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Denke Vernetzt – Handele Ganzheitlich

Bei den meisten Transformationsprogrammen

geht es nur darum, die alten Möbel in den alten

Räumen umzustellen.

Mag sein, dass manchmal sogar Anstalten

gemacht werden, einige Stücke wegzuwerfen.

Aber eine echte Transformation erfordert, die

Räume völlig neu zu gestalten – die alten vielleicht

sogar abzureißen.

Echte Transformation erfordert, dass wir das

Denken hinter unserem Denken verändern:

wir müssen die Nervenbahnen im Gehirn

richtiggehend neu verschalten.

Danah Zohar

Literatur:

Al-Khalili J., Mc Fadden J(2015): Der Quantenbeat des

Lebens-Wie Quantenbiologie die Welt neu erklärt. Ullstein

Buchverlage GmbH, Berlin

Hameroff S. (2012): Cytoskeletal signaling: is memory encoded

in microtubule lattices by CaMKII phosphorylation? PLoS computational

biology, 10.1371/journal.pcbi.1002421

Mitchell, PD (1961): Coupling of phosphorylation to electron

and hydrogen transfer by a chemi-osmotic type of mechanism;

in: Nature. 191, S. 144-148

Neffe, Jürgen (2005,7): Einstein, eine Biographie. Rowohlt,

Reinbek b. Hamburg

Penrose, R (1994): Schatten des Geistes. Wege zu einer neuen

Physik des Bewusstseins. Spektrum Akademischer Verlag,

Heidelberg

Pienta KJ, Coffey DS (1991): Cellular harmonic information

transfer through a Tensegrity- matrix system; in: Medical

hypotheses 34:88-95

Popp, F-A (1987):Biophotonen – neue Horizonte in der Medizin.

Haug Verlag (Thieme), Stuttgart

Popp, F-A (1996): Biologie des Lichts. Grundlagen der ultraschwachen

Zellstrahlung. Blackwell, Berlin

Priel A, Ramos AJ, Tuszynski JA, Cantiello HF (2006): A biopolymer

transistor: electrical amplification by microtubules; in:

Biophys J. Jun 15;90(12):4639-43

Smith, CW/Simon B (1989): Electromagnetic Man: Health and

Hazard in the electrical environment. St. Martin’s Press, New

York

von Szent-Györgyi, A (1989): Intermolecular electron transfer

may play a major role in biological regulation, defense and

cancer; in: Bioelectronics, Science Vol. 161 no. 3845 pp.988-

990/1968

Vester, F (2011,8): Die Kunst vernetzt zu denken. Ideen und

Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität. dtv,

München

Wolff O. (2015): NetzwerkMensch-Information, Energie, Materie.

LehmannsMedia, Berlin

Zohar D (2000): Am Rande des Chaos: Neues Denken für chaotische

Zeiten. Midas Management Verlag AG, St. Gallen

Autor

Dr. med. Ori Wolff

• Praxis für ganzheitliche Medizin, Berlin

• Dozent für Naturheilverfahren

H:G Hochschule für Gesundheit & Sport,

Technik & Kunst

• Autor “NetzwerkMensch –

Information · Energie · Materie”

Fotos: rost9 – Fotolia (S. 64), Sebastian Kaulitzki – Fotolia (S. 67)

Nutrition-Press 59


MIKROALGEN –

NEUE KOSMETIKTRENDS

Das Potential der Mikroalgen

Mikroalgen sind aquatische Organismen, die in der Lage

sind, nahezu überall auf der Welt zu gedeihen. Die kleinen

Überlebenskünstler bilden eine sehr heterogene Gruppe

aus schätzungsweise mehreren Millionen Arten. Sie beinhalten

einen hohen Anteil an Proteinen, Lipiden, Kohlenhydraten

1 , sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren 2,3 .

Ihre Resistenz gegen Umweltstress ist eine wesentliche

Grundlage für ihre technologische Nutzung. Mittlerweile

gibt es eine Vielzahl von Hinweisen auf positive Einflüsse

der Algen auf die menschliche Gesundheit. Es gibt aber

immer noch nicht genügend gesicherte Daten, spezifische

Effekte eindeutig zuweisen zu können 4,5 . Algen finden

immer mehr Einzug in die Regale der Supermärkte. Dort

gibt es Produkte wie Getränke, Smoothies, Teigwaren und

Backwaren 6 . Die sehr große Anzahl an Mikroalgenarten

beinhaltetet auch eine große Vielfalt an hochwertigen Inhaltsstoffen

4 und bioaktiven Substanzen, die zunehmend

den Einsatz in Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln,

aber vor allem in Kosmetika 7 beflügeln.

Kosmetische Anwendungen

Viele Algen beinhalten Sekundärmetabolite, die für Ihre

positive Wirkung auf die Haut bekannt sind. Darunter fallen

Substanzen zum Schutz vor UV-Licht oder die Vorbeugung

von Hautschlaffheit und Falten. Die postulierten Mechanismen

beruhen dabei auf der antioxidativen Aktivität

der Substanzen die auch Schutz vor Hautalterung durch

Antioxidantien verspricht. Die Zahl

der verschiedenen kosmetischen

Formulierungen, die hochwertige

Inhaltsstoffe (meist in Extraktform)

aus den Algen enthalten, steigt stetig

an. Ein Grund dafür ist auch das positive

Image von nachhaltig produzierbaren

Algen. Auch wenn einige kosmetische Effekte

und deren molekularer Ursprung schon in der

Literatur beschrieben wurden, so sind die Mehrzahl

an hochwertigen Inhaltsstoffen und ihre Wirkungen nicht

genau bekannt. In der Praxis ist eine Vielzahl der beobachteten

Wirkungen in Patenten beschrieben, die wahrscheinlich

auch auf einer komplexen Mischung aus bioaktiven

Stoffen besteht, ohne jedoch die physiologischen/

biochemischen Ursachen der Wirkungen zu erklären. Im

Folgenden sind einige Wirkungen beschrieben, um Einblicke

in dieses interessante Thema zu gewähren.

Sonnenschutz

UV-Filter werden empfohlen um die Haut vor Beschädigung

(Sonnenbrand, Lichtalterung, Lichtdermatose und

Hautkrebs) durch übermäßige Sonneneinstrahlung zu

schützen. Formulierungen aus verschiedenen Algen, zeig -

ten einen effektiveren UV-Schutz als herkömmliche

Sonnenschutzprodukte 8-10 . Zusätzlich zur reinen Absorp-

Abbildung: Die Alge Haematococcus pluvialis wird auch in kosmetischen Rohstoffen

wegen ihrer besonders hohen antioxidativen Aktivität genutzt (Foto: ILU e.V.).

60 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

tionen des UV-Lichtes, treten häufig auch protektive

Mechanismen über Antioxidantien auf, die das Übermaß

an entstehenden Radikalen abfangen. Darunter sind niedermolekulare

Antioxidantien, wie Carotinoid- und Vitaminderivate

sowie phenolische Verbindungen, aber auch

Enzyme.

Nutzung in Feuchtigkeitscremes

Einige Proteine und Proteinhydrolysate von Porphyra,

Spirulina und Chlorella besitzen eine besonders hohe Affinität

zu Haut und Haaren. Diese sorgen für eine Kombination

aus Viskosität und Feuchtehaltevermögen in

Produktformulierungen 11,12 . Kosmetika mit Algenpeptiden

können in einer ganzen Vielzahl von Produkten für Haut

und Haar-Pflege bis hin zu Badezusätzen genutzt werden.

Produkte konnten im Vergleich zu Kontrollen z.B. einen

besseren Hautglanz und ein verbessertes Feuchtigkeitsgefühl

oder bei Haaren ein einfacheres Kämmen ermöglichen

11 .

Anti-Aging Produkte

Zu dieser Kategorie gehören Kosmetika, die das Aussehen

von gealterter Haut nachträglich verbessern. Die Hautalterung

wird unter anderem durch ökophysiologische Faktoren

(z.B. Umweltstress oder UV-Licht), sowie intrinsische

Faktoren (u.a. natürliche physiologische Reaktionen

oder genetische Ursachen) verursacht. Extrakte aus den

verschiedenen Algen zeigten eine Vielzahl von positiven

Wirkungen, wie eine stimulierte Kollagensynthese 13 . Spirulina-Extrakte

verringerten Zeichen der Hautalterung und

Dehnungsstreifenbildung. Chlorella-Extrakte unterstützten

die Hautregeneration und die Faltenreduktion durch

Stimulation der Kollagensynthese im Gesicht 14,15 . Extrakte

der Alge Phaeodactylum hatten Einfluss auf die Proteasomenaktivität

in verschiedenen Hautzellen. Damit wurden

die schädigenden Effekte von UV-Licht vermindert und

zusätzlich die Hautstraffheit und die Ebenheit der Haut

gesteigert 16 .

Hautaufhellung

Whitening-Produkte, die insgesamt für einen helleren Teint

sorgen sollen und Pigmentflecke aufhellen, liegen immer

mehr im Trend. Eine Möglichkeit diese Wirkung zu erzeugen,

ist die Hemmung des Enzyms Tyrosinase, welches

normalerweise den Hautfarbstoff Melanin erzeugt. Extrakte

der Gattung Nannochloropsis wurden für diese Wirkung

zur Anwendung in Cremes patentiert. Diese enthalten u.a.

das Pigment Zeaxanthin, das als Tyrosinase-Hemmer gilt 17 .

Haarpflege

Produkte mit besonders hohem Algenölanteil von Chlorella

waren in der Lage Haut und Haare flexibler und weicher

zu machen 18 . Auch eine Mischung aus verschiedenen Polysachariden

aus Chlorella wird im Moment in Produkten

für die Steigerung der Hautgesundheit und des Hauterscheinungsbildes

vertrieben 19 .

Fotos: Nicola Vernizzi – Fotolia (S. 68), Caito – Fotolia (S. 68)

Nutrition-Press 61

Autoren

Dr. Michael Sandmann,

Projektleiter des Instituts für Lebensmittel-

und Umweltforschung (ILU) e. V.,

Potsdam-Rehbrücke, Externer Habilitand

an der Universität Hamburg

Ausblick

Beim Begriff Mikroalgen denken viele unweigerlich als erstes

an die grüne Farbe in der Regenwassertonne und diese

Assoziation ist zunächst richtig. Auf den ersten Blick sieht

man den kleinen „Alleskönnern“ ihr Potential nicht an,

aber viele Forscher sind überzeugt, dass Mikroalgen in Zukunft

einen großen Beitrag für eine nachhaltige, biobasierte

Wirtschaft leisten können. Auch auf dem kosmetischen

Sektor sind in Zukunft mehr und mehr Anwendungen zu

erwarten. Viele der hochwertigen Inhaltsstoffe der Algen

wie Antioxidantien, Pigmente und mehrfachungesättigte

Fettsäuren, spielen auch in der bewussten Ernährung eine

zunehmend wichtigere Rolle. «

Prof. Dr. Sascha Rohn

Institutsleiter des Instituts für Lebensmittelund

Umweltforschung (ILU) e. V., Potsdam-

Rehbrücke, Hochschulprofessor für Lebensmittelchemie

an der Universität Hamburg

Literatur:

1 Draaisma R. B, Wijffels R. H, Slegers PM E, Brentner L. B, Roy A., Barbosa

M. J, Food commodities from microalgae, Current Opinion in Biotechnology,

Volume 24, Issue 2, 2013, Pages 169-177

2 Ward, O. P.; Singh, A. Omega-3/6 fatty acids: A\alternative sources of production.

Process Biochem. 2005, 40, 3627−3652.

3 Bruneel, C.; Lemahieu, C.; Fraeye, I.; Ryckebosch, E.; Muylaert, K.; Buyse,

J.; Foubert, I. Impact of microalgal feed supplementation on omega-3 fatty

acid enrichment of hen eggs. J. Funct. Foods 2013, 5, 897−904.

4 Mark L. Wells & Philippe Potin & James S. Craigie & John A. Raven, Sabeeha S.

Merchant, Katherine E. Helliwell, Alison G. Smith, Mary Ellen Camire, Susan H.

Brawley; Algae as nutritional and functional food sources: revisiting our

understanding J Appl Phycol (2017) 29: 949.

5 M. Sandmann, S Rohn, Mikroalgen: Unerschöpfliches Potenzial für Gesundheit

und Ernährung, Nutrition-Press 9, 16-19 (2016)

6 M. Sandmann, B. Dörrbecker, C. Hertel, V. Heinz, S. Rohn (2017) Mikroalgen in

Mürbeteiggebäck, brot+backwaren (5): 74-77 ISSN 0172-8180.

7 M. B. Ariede, T. M. Candido, A. L. Morocho Jacome, M. V. R. Velasco, J. C. M. de

Carvalho, A. R. Baby, Cosmetic attributes of algae - A review, Algal Research, (25):

483-487 (2017).

8 C. O'connor, S.C. Skill, C.A. Llewellyn, Topical Composition, PCT/GB2011/

051138, (2011).

9 A. Lotan, Biologic Sunscreen Composition, PCT/IL2011/000974, (2012).

10 N. Huner, M. Krol, A. Ivanov, F. Sarhan, Solar Radiation Protection Composition,

09/830, 193 (2004).

11 H. Hagino, M. Saito, Use of Algal Proteins in Cosmetics, 03029218.9, (2010).

12 H. Hagino, M. Saito, Cosmetics, 10/739, 085 (2004) (doi:US 20100322867A1).

13 L. Zanella, P. Pertile, M. Massironi, M. Massironi, E. Caviola, Extracts of Microalgae

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14 H.M.D. Wang, C.C. Chen, P. Huynh, J.S. Chang, Exploring the potential of using

algae in cosmetics, Bioresour. Technol. 184 (2015) 355–362, http://dx.doi.org/10.

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15 S.K. Kim, Y.D. Ravichandran, S.B. Khan, Y.T. Kim, Prospective of the cosmeceuticals

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19 I. Chung-Soon, D. Vincent, R. Regentin, A. Coragliotti, Heterotrophic Cultivation of

Hydrocarbon-producing Microalgae, 12/497, 257 (2012).


BORRELIOSE

was wirklich

dahinter

steckt

Borreliose oder auch Lyme-Borreliose – nach dem Ort in den USA benannt,

wo für mehrere Arthritisfälle unter Kindern als Schuldiger die Hirschzecke

verurteilt wurde – ist in der Medizin ein sehr kontrovers diskutiertes Thema.

Lange Zeit hielt sich die Auffassung, dass ein Bakterium mit dem Namen Borrelia

burgdorferi durch Zeckenbisse auf den Menschen übertragen wird und

all die bisher unerklärlichen Symptome von Gelenkschmerzen (rheumatoider

Arthritis), multipler Sklerose, Fibromyalgie, chronisches Müdigkeitssyndrom,

Nebennierenschwäche, Darmprobleme oder Schilddrüsenerkrankungen

auslöst. Neuerdings werden auch Bakterien wie Bartonella oder Parasiten

wie Babesia als Übeltäter benannt aber dies wird jetzt alles durch eine Veröffentlichung

von Anthony William in seinem New York Times Bestseller-Buch

„Mediale Medizin“ in Frage gestellt. Er benennt Viren der Herpes Familie

(Epstein-Barr, HHV-6 und diverse Herpes-Zoster-Stämme sowie Cytomegalie-

Viren) als die wahren Verursacher der Symptome.

Nachfolgend werde ich in Kürze beschreiben, was

in „Mediale Medizin“ ausführlich über Borreliose

dargestellt ist. Ich finde die Aussagen von William,

der bereits Zigtausenden von Erkrankten mit

seiner Sicht und den daraus resultierenden Behandlungen

geholfen hat, einleuchtend. Sie sind revolutionär, denn sie

widersprechen medizinischen Dogmas, wie z.B. dem der

Autoimmunerkrankungen. Laut William greift der Körper

sich nicht selbst an.

Bakterien und Parasiten sind

nicht die Ursache

Die Symptome der Lyme-Borreliose, die mit denen der Autoimmunerkrankungen

identisch sind, werden nicht durch

die vorgenannten Bakterien oder Parasiten ausgelöst –

mit anderen Worten: Lyme Borreliose wird nicht durch

Zecken und nicht durch Borrelia burgdorferi hervorgerufen

– auch nicht durch Bartonella oder Babesia.

62 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Borrelia burgdorferi ist ein ganz normaler Teil unserer Umgebung

und kommt bei allen Menschen und Tieren vor –

auch bei völlig gesunden. Die Borreliose-Tests (ELISA und

Western Blot), die entweder Antikörper auf das Bakterium

oder Antikörper auf dessen verschiedene Proteine nachweisen

sind oft bei solchen Patienten negativ, die die Symptome

der Lyme-Borreliose haben. Und gleichzeitig gibt es

bei gesunden Menschen ohne diese Symptome dennoch

positive Tests. Fortschrittliche Labore haben daher zunehmend

die Testmethoden infrage gestellt, mit dem Ziel,

bessere Tests zu entwickeln aber immer noch in der falschen

Annahme, dass Bakterien oder Parasiten der Grund

für die Erkrankung sind. Die Diagnose „Borreliose“ wurde

daher auch zunehmend ohne Untermauerung durch ein

positives Testergebnis gestellt. Es hieß dann einfach, dass

man sich auf die Tests nicht verlassen kann. Auch heißt es

längst nicht mehr nur, das Zeckenbisse Borreliose hervorbringen

sondern auch Moskitos oder Bremsen, die einen

Patienten vor Jahren möglicherweise gestochen haben,

sollen jetzt die Übeltäter sein.

Antibiotika – die falsche Therapie

Da die Ursache für die Borreliose-Symptome dem falschen

Schuldigen zugesprochen wurden war auch die Therapie

falsch. Antibiotika können zwar Bakterien abtöten aber Viren,

die wahren Schuldigen, werden durch Antibiotika nur

stärker. So wurde und wird oft aus einem zunächst vergleichsweise

leichten Fall eine ausgewachsene gesundheitliche

Krise. Das Problem Nummer eins bei Patienten

mit Borreliose-Symptomen ist ein entzündetes Zentralnervensystem

auf das starke Antibiotika einen zusätzlichen

Reiz ausüben. Die hierdurch verursachten Symptome, wie

Schmerzen, Schüttelfrost und Fieber werden dann fälschlicherweise

als ein Anzeichen der Besserung angesehen –

als sogenannte Herxheimer-Reaktion, bei der Bakterien absterben,

während der Körper entgiftet. In Wirklichkeit zeigen

diese Symptome aber, dass etwas ganz und gar nicht

stimmt. Antibiotika töten nicht nur die Übeltäter unter den

Bakterien. Die gleichzeitige Zerstörung von Darmbakterien

ist für das Immunsystem und die Verdauung ein Desaster.

Somit schwächt man entscheidend den einzigen natürlichen

Feind der Viren und befeuert deren weitere Ausbreitung.

Es ist daher von entscheidender Bedeutung Antibiotika

zu meiden, wenn Borreliose-Symptome vorliegen.

Wie wird Borreliose tatsächlich ausgelöst

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Symptome, die

einer Borreliose zugeordnet werden in Wahrheit durch Viren

der Herpes-Familie ausgelöst werden. Dabei ist der

wirkliche Grund für den Systemkomplex Lyme-Borreliose

von Fall zu Fall unterschiedlich. Menschen, die mit dem

Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert sind können die Symptome

genauso haben, wie solche mit dem humanen Herpesvirus

6 (HHV-6). Auch Herpes-Zoster Stämme können

die Symptome bewirken und ebenso Cytomegalie-Viren.

Die Symptome äußern sich in Fieber, Gelenkschmerzen

(rheumatoide Arthritis), Kopfschmerzen (Migräne), Muskel-

Nacken und brennenden Nervenschmerzen, chronisches

Müdigkeitssyndrom, Herzrasen und neurologischen

Symptomen jeder Art.

Die hier erwähnten Viren trägt der Erkrankte typischerweise

bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten unwissentlich

in sich, bevor es zum Ausbruch der Symptome kommt.

Sie halten sich in Leber, Milz, Dünndarm oder den Ganglien

des Zentralnervensystems auf, wo sie dem Immunsystem

entkommen. Traumatische Ereignisse in körperlicher

oder emotionaler Hinsicht, schlechte Ernährung oder andere

Auslöser wecken das Virus sozusagen auf – es entzündet

das Zentralnervensystem und schwächt damit die

Immunabwehr noch weiter. Auch Schwermetallvergiftung,

inbesondere durch Amalgam spielt eine wesentliche Rolle

– Schwermetallgifte gehören sozusagen zur Lieblingsnahrung

von Viren. Diese ganzen Umstände und Substanzen

sind dabei nicht die Ursache der Krankheitssymptome;

vielmehr tragen sie dazu bei, dass bereits bestehende –

ruhende – Vireninfektionen aktiviert werden.

Borreliose-Auslöser nach Häufigkeit

Es ist sicher selten nur ein Umstand oder eine Substanz,

die eine Virusinfektion mit Borreliose-Symptomen hervorruft.

Dennoch gibt es nach William eine Rangliste und

danach ist der häufigste Auslöser von Borreliose Schimmel,

weil dieser das Immunsystem über das permanente

Einatmen der Pilzsporen bis zum Zusammenbruch belastet.

Bereits an zweiter und dritter Stelle stehen quecksilberhaltige

Amalgamfüllungen und Quecksilber in anderen

Zusammenhängen (es wäre jedoch falsch, deswegen alle

Amalgamfüllungen auf einmal zu entsorgen, weil dies das

Nutrition-Press 63


Immunsystem extrem belasten würde). Weitere Auslöser

sind Pestizide und Herbizide sowie Insektenvernichter

im häuslichen Umfeld. Es folgen als Auslöser Tod in der

Familie, gebrochenes Herz, die Belastung bei der Pflege

einer geliebten Person, Spinnenbisse und Bienenstiche,

Medikamente (Antibiotika und Benzodiazepine), Drogenmissbrauch,

Geldsorgen, körperliche Verletzungen,

Schwimmen in bakterienbelasteten offenen Gewässern,

Teppichreinigungsmittel, Anstrichfarbe, Schlaflosigkeit

und ganz zum Schluß (in weniger als 0,5 %) auch der Zeckenbiss.

Nach einer Aktivierung des schlafenden Virus

kann es noch eine Weile dauern, bis es sich

soweit vermehrt hat, dass sich die Krankheitssymptome

äußern.

Borreliose behandeln

Mit den folgenden Schritten kann

die zuvor beschriebene Virusinfektion

zurück in den Ruhezustand

gezwungen und harmlos

gemacht werden: Zunächst

müssen Sie natürlich dafür

sorgen, dass Ihr Immunsystem

nicht durch vermeidbare

Verursacher, wie Schimmelpilze

ständig belastet

wird. Auch empfiehlt sich

eine Schwermetallausleitung

nach Anthony William (siehe

nächstes Kapitel) als Basiskur.

In seinem Buch „Mediale Medizin“

sind darüber hinaus noch

weitere Hinweise unter dem Kapitel

„Endlich gesund werden“, die

ich an dieser Stelle nicht aufführe.

Nennen möchte ich jedoch bestimmte

heilsame Lebensmittel, die dem Körper

helfen, Viren abzuwehren oder sich davon zu

erholen: Sternanis, Spargel, wilde Blaubeeren,

Rettich, Sellerie, Zimt, Knoblauch, Aprikosen und

Zwiebeln. Sie helfen auf unterschiedliche Weise bei der

Bekämpfung von Viruszellen, der Entgiftung, der Reparatur

von Gehirnzellen und der Erholung des Zentralnervensystems.

Insbesondere empfiehlt William jedoch folgende

Heilkräuter und Nahrungsergänzungen:

Thymian: tötet Viren bei Kontakt (passiert die Blut-Hirnschranke

und kann dadurch Viren im Hirnstamm und in

der Rückenmarksflüssigkeit erreichen)

Zitronenmelisse: tötet Kofaktoren der Virusinfektion ab

(Streptococcus, E. coli, Bartonella, Babesia, Mycoplasma

pneumoniae und Chlamydophila pneumoniae sowie den

Hefepilz Candida). Dadurch wird das Immunsystem entlastet.

Zink: vermindert Entzündungen und befördert die Immunantwort

auf ein Neurotoxin von Viren der Herpesfamilie

Süßholzwurzel: verhindert wirksam die Beweglichkeit und

Vermehrung von Viruszellen

L-Lysin: verstärkt die Wirkung der Süßholzwurzel

Lomatiumwurzel (Lomatium dissectum oder Wüsten-Petersilie):

befördert den Abbau von viralen und bakteriellen

Spaltprodukten sowie toten Viren- und Bakterienhüllen

Reishi-Pilzpulver und Reishi-Extrakt: fördert u.a. die

Bildung von Lymphozyten, Thrombozyten sowie Neutrophilen

und stärkt dadurch das Immunsystem

Kolloidales Silber: tötet Viren bei Kontakt

Astaxanthin: Antioxidans, das von Viren beschädigtes

Hirn- und Nervengewebe repariert

Naszierendes Jod: stabilisiert und stärkt

das Hormon system

64 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Schwermetallausleitung nach Anthony William

Nach Anthony William ist die beste Methode der Schwermetallentgiftung

der tägliche Verzehr der folgenden fünf

Mittel:

• Saft aus Gerstengraspulver: (1-2 TL Pulver in Wasser

oder Saft gemischt). Dieser Saft zieht Schwermetalle aus

Milz, Darm, Bauchspeicheldrüse und dem Fortpflanzungssystem.

Er bereitet das Quecksilber für die komplette Aufnahme

durch Spirulina vor.

• Spirulina: (2 TL in Wasser, Kokoswasser oder Saft

gemischt oder 8 Presslinge mit etwas Wasser). Zieht

Schwermetalle aus Gehirn, Zentralnervensystem und Leber

und absorbiert darüber hinaus Metalle, die durch den

Gerstensaft extrahiert wurden.

• Korianderkraut*: (1 Tasse davon pürrieren und einem

Smoothie oder Saft oder einer Avocadocreme zufügen).

Hiermit erreicht man schwer zugängliche Stellen und kann

sehr alte Schwermetallablagerungen extrahieren. *Anstelle

von Korianderkraut kann man auch eine Tinktur aus den

Korianderfrüchten verwenden, die sich ebenso bewährt hat.

• Wilde Blaubeeren: (täglich eine große Handvoll). Diese

ziehen Schwermetalle aus dem Gehirn; füllen Lücken auf,

die durch die Schwermetallausleitung entstanden sind,

was besonders in den Geweben wichtig ist. Wilde Blaubeeren

sind das beste Nahrungsmittel, um Alzheimer entgegenzuwirken.

Tip: In den Tielkühlabteilungen von EDEKA

und REWE findet man wilde Blaubeeren aus Kanada.

• Lappentang (Dulse): aus dem Atlantik (1-2 gehäufte

Esslöffel roh verzehren oder in Wasser, Saft oder einen

Smoothie mischen). Dulse bindet Quecksilber, Blei, Aluminium,

Kupfer, Cadmium und Nickel und überwindet

die Blut-Hirn-Schranke. Anders als andere Algen kann

Lappentang Quecksilber im Alleingang entfernen. Er gelangt

in die Tiefen und an die versteckten Plätze, wo er an

Quecksilber bindet und es nicht mehr freigibt, bis es den

Körper verlässt. Wichtig: 2 Gramm Dulse (1 gehäufter Esslöffel)

enthält ca. 160 Mikrogramm Jod. Wer unter einer

Jodmangelerkrankung leidet sollte max. 200 Mikrogramm

Jod täglich aufnehmen – also einen gut gehäuften Esslöffel.

Für alle mit gesunder Schilddrüse liegt der empfohlene

Wert bei max. 500 Mikrogramm Jod, der durch zwei Esslöffel

nicht überschritten wird.

Für einen optimalen Effekt sollten möglichst alle fünf

Bestandteile innerhalb eines Tages gegessen werden.

Wenn Sie das nicht schaffen versuchen Sie es mit zwei

bis drei Bestandteilen.

Meine Empfehlung ...

... ist ein schmackhafter Smoothie mit den vier Bestandteilen:

Gerstengras (2 TL), Koriandertinktur (5 Tropfen),

gefrorene Wilde Heidelbeeren ( 1 Tasse), getrocknete

Dulse (1 – 2 Esslöffel) und dazu eine Banane und 1

Packung (330 ml Kokoswasser). Eine Stunde später kann

man dann noch die 8 Spirulina-Presslinge mit einem Glas

Wasser einnehmen – fertig.

Und wenn Sie den Smoothie über sind, dann variieren

Sie indem Sie mal die Koriandertinktur weglassen (dann

separat einnehmen) oder die Dulse weglassen, die Sie

auch als schmackhaften Snack zubereiten können:

„Zwei Esslöffel Dulse in einer kleinen Pfanne mit wenig

Wasser einweichen und sofort erhitzen bis das Wasser

nahezu vollständig verdunstet ist. Etwas Olivenöl dazu

geben (z.B. Bio Zitronen-Olivenöl von Finca La Torre)

und kurze Zeit weiterbraten (dabei unter dem Rauchpunkt

bleiben). Dieser Snack passt zu vielen herzhaften

Speisen als Beilage.“

Anthony William verspricht eine deutliche Besserung,

wenn man sich für längere Zeit quasi sklavisch an den Plan

hält. Nach seiner Meinung gibt es nichts Besseres für die

Gesundheit als das Ausleiten von Schwermetallen. «

Ich empfehle zur weiteren Unterstützung die Bücher von Anthony

William: „Mediale Medizin“ und „Medical Food“ (ist in deutsch) zu

studieren.

Fotos: Carsten Stolze – Fotolia (S. 70), psdesign1 – Fotolia (S. 71), pixabay

Autor

Robert Schneider

Heilpraktiker

Nutrition-Press 65


GRAPEFRUIT

KERNEXTRAKT

Das natürliche Allzweckmittel gegen

Bakterien, Viren, Pilze und noch mehr

Es dürfte nicht viele Früchte geben, auf welche die Bezeichnung “Superfood” derart

passend ist, wie bei der Grapefruit. Genauer gesagt geht es hier um ein Abfallprodukt

der Grapefruit, nämlich ihre Kerne und die weiße Haut, aus welchen ein hochwirksamer

Extrakt gewonnen wird. Dieser Extrakt gilt seit langem als “Geheimtipp” bei

erhöhtem Infektionsrisiko durch Bakterien, Viren und Pilze, weshalb

es als pflanzliches Antibiotikum bezeichnet wurde. 1 Neuere

Studien zeigen aber auch, dass ein Inhaltsstoff aus dem Extrakt

vor dem gefürchteten Volksleiden, das Metabolische

Syndrom, schützen könnte. 2

Zusammensetzung und Inhaltsstoffe

Die Grapefruit ist eine hervorragende Quelle u.a. für Vitamin C, Vitamin

A, Folsäure, Vitamin B5, Kalium, Calcium, Magnesium und

Eisen. 3 Diese sind jedoch im Wesentlichen in der Frucht enthalten.

Der aus den Kernen und der Haut gewonnene Extrakt ist insbesondere

im Hinblick auf die enthaltenen Flavonoide von Interesse. Neben

Hesperidin, Quercetin und Rutin ist vor allem Naringenin in den

Fokus von Studien gerückt. 4

Antimikrobielle / Antibakterielle Wirkung

Viele begeisterte Anwender als auch die traditionelle Medizin in einigen

Ländern setzen bei Grippe, Erkältung, aber auch bei Pilzinfektionen auf die

Wirkung von Grapefruitkernextrakt. Diverse Studien zeigen: zu Recht! Denn

die potente antimikrobielle und antibakterielle Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe

konnte wiederholt nachgewiesen werden. 5

• Wirkung gegen Magenbakterium Helicobacter Pylori: Helicobacter

pylori gilt u.a. als Verursacher von Magenschleimhautentzündungen

(Gastritis). Eine polnische als auch eine italienische

Studie zeigten, dass die Einnahme von Grapefruitkernextrakt

die Hemmung bzw. Abtötung von Helicobater Pylori bewirken

konnte. 6 Ein Forscherteam aus Korea belegte zudem die hemmende

Wirkung auf E. coli Bakterien. 7

66 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

• Wirkung gegen Hefepilze: Auch die hervorragende

Hemmung bzgl. des Wachstums von Hefepilzen, wie

Candida albicans und Candida tropicalis, konnte in

Studien nachgewiesen werden. 8

• Sogar Wirkung gegen MRSA: Englische Forscher

stellten in einer Studie fest, dass insbesondere eine

Kombination von Grapefruitkernextrakt und Geraniumöl

beste antibakteriellen Ergebnisse gegen das

antibiotika-resistente MRSA erzielte. 9

Naringenin schützt vor Metabolischen Syndrom

Grapefruitkernextrakt enthält den Bitterstoff Naringin,

aus welchem im Körper das Flavonoid Naringenin gebildet

wird. Naringenin wird schon seit längerer Zeit für den

Einfluss der Grapefruit auf die Triglyceride im Blutkreislauf

verantwortlich gemacht. 10 Aktuelle Studien an Mäusen

zeigen, dass Naringenin vor dem sog. Metabolischen Syndrom

schützen könnte, welches die Hauptrisikofaktoren

für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes umfasst,

nämlich Übergewicht, Bluthochdruck, zu hoher Blutzuckerspiegel

und zu hohe Cholesterinwerte.

“Die Fettleibigkeit, die sich bei den Mäusen mit der verabreichten

fettreichen Ernährung eigentlich hätte entwickeln

müssen, wurde durch das Naringenin komplett verhindert.”

So berichtete der Forschungsleiter Murray

Huff von der University of Western Ontario. 11

Die Studie zeigte somit, dass Naringenin zumindest bei

Mäusen jene Stoffwechselstörungen positiv beeinflussen

konnte, die zu Diabetes führen könnten. Weiterhin verringerte

Naringenin die Fähigkeit der Leberzellen, Cholesterin

zu produzieren und es regulierte den Blutzuckerspiegel,

indem es die Insulinwerte senkte. 12 Sofern bei dem

Menschen eine ähnliche Wirkung erzielt werden könnte,

wäre eine Therapie des Metabolischen Syndroms greifbar.

Weitere Eigenschaften

Hochwertiger Grapefruitkernextrakt ist selbst in hoher

Dosierung ungiftig, womit eine Überdosierung im Regelfall

so gut wie ausgeschlossen werden kann. Auch äußerlich

sollten bei längerer Anwendungsdauer keine Irritationen

auftreten. 13 Eine Ausnahme besteht bei einer Allergie gegen

Zitrusfrüchte.

Anders als bei Einnahme von Antibiotika wird überdies die

Darmflora bei Einnahme von Grapefruitkernextrakt nicht

gestört; ggf. sogar verbessert. Die körpereigenen Abwehrkräfte,

resultierend aus einer gesunden Darmflora,

bleiben also erhalten. Die Darmflora muss also nicht neu

aufgebaut werden, was stets die Gefahr einer Pilzinfektion

nach einer Antibiotika-Therapie mit sich bringt. Zudem

können Bakterien keine Resistenzen gegen Grapefruitkernextrakt

entwickeln, was einen weiteren erheblichen Vorteil

gegenüber Antibiotika darstellt.

Naringenin hilft dabei, Gefässwände abzudichten und sie

elastisch zu halten sowie Mikroablagerungen zu reduzieren.

Ausserdem hilft es bei der Normalisierung des Hämatokrit-Wertes

und fördert den Abbau alter roter Blutzellen.

Das Flavonoid Hesperidin, welches ebenfalls im Grapefruitkernextrakt

enthalten ist, wirkt positiv auf das

Herz-Kreislauf-System, da es die Funktionen der

Kapillaren verbessert und deshalb zur Senkung

von erhöhtem Blutdruck beiträgt. 14

Die wirksamen Bitterstoffe bzw. Flavonoide

wie Naringin und Hesperidin befinden sich

bevorzugt in den bitteren Kernen, der Schale

und der weißen Haut von Grapefruits. Wohl

kaum jemand würde diese Bestandteile der

Grapefruit mit Genuss verzehren wollen. Grapefruitkernextrakt

ist daher eine hervorragende

Quelle für die Aufnahme dieser wertvollen

sekundären Pflanzenstoffe.

Nutrition-Press 67


Verwendung

Grapefruitkernextrakt findet in vielfältiger Weise äußerlich

und innerlich Verwendung, auch in der traditionellen Medizin

einiger Länder. Hierbei ist u.a. zu nennen:

• bei Atemwegserkrankungen, Erkältung und

grippalen Infekten.

• bei Pilzinfektionen, wie Candida albicans, Herpes,

Scheiden- und Hautpilzen.

• bei Entzündungen.

• bei Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Die Aufnahme kann unterschiedlich erfolgen:

• als Tropfen, insbesondere bei äußerlicher Anwendung.

• mittels leicht schluckbarer und einfach zu

dosierender Kapseln.

• mittels gut kaubarer Tabletten.

Neben- und Wechselwirkungen

Bei der Einnahme von Grapefruitextrakt ist auf mögliche

Wechselwirkungen mit verordneten Arzneimitteln zu achten.

Die enthaltenen Flavonoide können eine enzymhemmende

Wirkung haben und sich daher nachteilig auf die

Aufnahme von Medikamenten auswirken. Auch bei einer

Zitrusfruchtallergie sollte ggf. keine Verwendung stattfinden.

Eine Rücksprache mit dem Arzt ist in beiden Fällen

vorab erforderlich. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen,

bis auf eine sog. Heilkrise, zu erwarten.

Fazit

Bei der gegebenen Studienlage und den zahlreichen

positiven Berichten ist die Bezeichnung als pflanzliches

Antibiotikum nicht weit hergeholt. Der Autor selbst

nimmt täglich Grapefruitkernextrakt in Kapselform ein;

die Zeiten erhöhten Infektionsrisikos gingen endlich

spurlos vorüber. Im Gegensatz zu herkömmlichen Antibiotika

bekämpft der Grapefruitkernextrakt als natürliches

Allzweckmittel auch Pilzinfektionen und schädigt

nicht die Darmflora. Ein wahres Superfood! «

Literatur:

1 Aruna M. Pflanzliche Antibiotika: Geheimwaffen aus der Natur. Siewert

Gräfe und Unzer, 2013. S. 62

2 Goldwasser J, Cohen P, Yang E, Balaguer P, Yarmush M, Nahmias Y:

"Transcriptional Regulation of Human and Rat Hepatic Lipid Metabolism by

the Grapefruit Flavonoid Naringenin: Role of PPARα, PPARγ and LXRα"

Published: August 25, 2010 https://doi.org/10.1371/journal.pone.0012399

3 https://www.vitamine.com/lebensmittel/grapefruit/ sowie Schwarz P.

Grapefruitkernextrakt. Paracelsus Magazin: Ausgabe 6/2011. https://www.

paracelsus.de/magazin/ausgabe/201106/grapefruitkernextrakt/

4 Gorinstein S, Caspi A, Libman I, Lerner HT, Huang D, Leontowicz H,

Leontowicz M, Tashma Z, Katrich E, Feng S, Trakhtenberg S. Red grapefruit

positively influences serum triglyceride level in patients suffering from coronary

atherosclerosis: studies in vitro and in humans. Journal of Agricultural

and Food Chemistry. 2006 Mar 8;54(5):1887-92. PubMed PMID: 16506849

5 u.a. Reagor L, Gusman J, McCoy L, Carino E, Heggers JP, "The effectiveness

of processed grapefruit-seed extract as an antibacterial agent."J Altern

Complement Med. 2002 Jun;8(3):325-40.

6 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/grapefruitkernextrakt.html

m.w.N.; Bae EA, Han MJ, Kim DH. In vitro anti-Helicobacter pylori activity of

some flavonoids and their metabolites. Planta Medica. 1999 Jun;65(5):442-

3. PubMed PMID: 10454900

7 Ko KY, Geornaras I, Paik HD, Kim KT, Sofos JN. Effects of Plant-Derived

Extracts, Other Antimicrobials, and Their Combinations against Escherichia

coli O157:H7 in Beef Systems. Journal of Food Protection. 2015

Jun;78(6):1090-7. PubMed PMID: 26038897

8 Krajewska-Kułak E, Lukaszuk C, Niczyporuk W, "Effects of 33% grapefruit

extract on the growth of the yeast--like fungi, dermatopytes and moulds",

Wiad Parazytol. 2001;47(4):845-9

9 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/grapefruitkernextrakt.html

m.w.N.; Edwards-Jones V, Buck R, Shawcross SG, Dawson MM, Dunn K, "The

effect of essential oils on methicillin-resistant Staphylococcus aureus using

a dressing model.", Burns. 2004 Dec;30(8):772-7.

10 Chiba H, Uehara M, Wu J, Wang X, Masuyama R, Suzuki K, Kanazawa K,

Ishimi Y. Hesperidin, a citrus flavonoid, inhibits bone loss and decreases

serum and hepatic lipids in ovariectomized mice. Journal of Nutrition. 2003

Jun;133(6):1892-7. PubMed PMID: 12771335

11 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/grapefruitkernetxraktmetabolisches-syndrom-ia.html

12 Assini JM, Mulvihill EE, Sutherland BG, Telford DE, Sawyez CG, Felder SL,

Chhoker SS, Edwards JY, Gros R, Huff MW. Naringenin prevents cholesterolinduced

systemic inflammation, metabolic dysregulation and atherosclerosis

in Ldlr-/- mice. J Lipid Res. 2013;54:711-724. (PMID: 23269394); sowie

Assini JM, Mulvihill EE, Burke AC, Sutherland BG, Telford DE, Chhoker SS,

Sawyez CG, Drangova M, Adams AC, Kharitonenkov A, Pin CL, Huff MW.

Naringenin prevents obesity, hepatic steatosis and glucose intolerance

in male mice independent of Fibroblast Growth Factor 21. Endocrinology

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13 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/grapefruitkernextrakt.html m.w.N.

14 https://www.zentrum-der-gesundheit.de/grapefruitkernextrakt.html m.w.N.

Autor

Jürgen Langhals

Geschäftsführer der BAFOXX UG

in Münster/Westf.

Sozius der Kanzlei TLS Rechtsanwälte

in Recklinghausen

Fotos: Sasha_Brazhnik– Fotolia (S. 74), Leonid Nyshko – Fotolia (S. 75),

dule964 – Fotolia (S. 75), Claudio Divizia – Fotolia (S. 76)

68 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

Die wildwachsende Blaubeere

(Vaccinium myrtillus):

Hochpotentes Mittel aus

der Natur und Ihr Einsatz

bei (chronischen) Entzündungen,

Migräne,

Tinnitus sowie

neurodegenerativen

Erkrankungen

Schon seit langem ist bekannt, dass vielen Krankheiten wie z.B. dem Metabolischen

Syndrom, Migräne, Tinnitus, (neuro-) degenerativen und rheumatoiden Erkrankungen,

Parodontis und Augenerkrankungen (AMD) eine Ursache zugrunde liegt:

unterschwellige Entzündungen. Mit der Natur als Vorbild können sowohl präventiv

als auch im Heilprozess wildwachsende Blaubeeren unterstützen.

Akute Entzündungsreaktionen als Zeichen eines

funktionierenden Körpersystems sind notwendig.

Zytokine (Entzündungsstoffe) wie Interleukin

1 und TNF alpha werden aktiviert, um

das Körpersystem zu regulieren. Werden jedoch zu viele

Zytokine gebildet, ist der Körper nicht in der Lage, hier

zu reagieren. Dies führt zu Gewebsschädigungen, die in

chronischen Entzündungen bzw. Autoimmunerkrankungen

münden können.

Schnelle Bekämpfung der akuten Entzündung

Jeder Mensch ist individuell und damit in seiner Regulations-fähigkeit

einzigartig. Sind genügend antientzündliche

Stoffe vorhanden, kann der Körper schnell und

effektiv auf Entzündungsreize reagieren und das System

regulieren. Der Durchschnittsdeutsche jedoch greift häufig

zur klassischen Schmerztablette (NSAR), um kurzfristig

Linderung zu erlangen, jedoch ohne die Entzündung wirklich

auszuheilen. Der Weg in die chronische Entzündung

ist vorprogrammiert.

Diagnosefindung

Ausser den herkömmlichen Labormethoden nutze ich zusätzliche

Diagnostiksysteme, dessen Vorläufer in der russischen

Raumfahrt zu finden sind. Der DELTA-SCAN tastet

mittels Kopfhörer das komplette Zellsystem des Menschen

ab, vergleicht die erfassten Signale und wertet diese aus.

Nicht nur Tendenzen zu Krankheiten, Belastungen mit

Nutrition-Press 69


Mikroorganismen, sondern auch Entzündungsvorgänge

können erkannt werden. Ebenso Belastungen aus unserer

Umwelt, Vitalstoffmangel u.v.m. werden dargestellt. Die

individuelle Dosierung von Präparaten und Medikamenten

ist hiermit möglich, damit Patienten auf unnötige Wirkstoffe

verzichten können. Oft ist weniger mehr. Auch mittels

Haaren oder einem Blutstropfen kann diese Untersuchung

durchgeführt

Silent Inflammation

Leider wird oft übersehen, das sich eine primäre Entzündung

unbemerkt auf ein weiteres Organ ausbreiten kann

(z.B. auf den Herzmuskel / Myokarditis). Eine Parodontitis

kann so unter Umständen eine Endokarditis oder Arthritis

begünstigen. Oft unterschätzt das auch eine erhöhte Menge

an Bauchfett die Freisetzung von Entzündungs-mediatoren

wie TNF-alpha begünstigt.

Multiple Sklerose, auch hier Entzündungen im Spiel

Untersuchungen bei MS Erkrankten signalisieren, dass

auch hier chronische Entzündungen mit im Spiel sind. Die

Zerstörung der Myelin-scheiden führt zu Ausfall-erscheinungen.

Ursache für diese Zerstörung sind vermutlich

chronische Entzündungen, die an den beschädigten Stellen

entstehen (Quelle: Medizin-Aspekte, Ausgabe Januar

2018).

Tinnitus, „Klingeln im Ohr“

Die Ursachen sind multifaktoriell und reichen von Stress

über Wirbelsäulenprobleme, von Medikamentenunverträglichkeiten

bis hin zu Stoffwechselstörungen. Die Grund -

ursache liegt jedoch oft in Schädigungen des Ohres aufgrund

von Entzündungen oder starker Lärmeinwirkung.

Migräne und Entzündungen

Migräne wird erklärt als „ neuro-angiologische Folgereaktion

äußerer Reize “. Durch verstärkte Neuronenaktivität

werden Boten-stoffe zu schnell an cerebrale Blutgefäße

abgegeben. Es kommt zur Entzündung, die Gefäßwände

quellen auf und verlangsamen den Blutfluss. Diese

Mangel-durchblutung löst die Migräneaura aus. Durch

Kurzschlüsse an den Nervenenden wird der Entzündungsprozess

verstärkt. Die Gefäßwand wird beschädigt, Gefäßerweiterung

und Ödeme sind die Folge. Gleichzeitig werden

proinflammatorische Neuropeptide freigesetzt und

durch die starke Entzündung ist die Gefäßwand extrem

schmerz-empfindlich.

Hilfe aus der Natur , auch für unser Gehirn

Um all diesen Ursachen entgegenzuwirken, sollte auf verschiedenen

Ebenen angesetzt werden:

• der Entzündung und dem Ödem

• am Gefäßsystem mit der beschädigten Gefäßwand,

• an der Schmerzentstehung

Hier kommt eine traditionell bekannte Frucht zur Hilfe: die

(wildwachsende) Blaubeere. Ihre besondere Wirkweise

liegt in der Hemmung von proinflamma-torischen Enzymen

wie TNF-alpha und NF-kappa B. Durch diese entzündungshemmende

Wirk-weise dient sie u.a. als Schutz vor

Arteriosklerose. Die enthaltenen sog. Anthocyane (Bioflavonoide)

verbessern den Gehirnstoffwechsel und beeinflussen

sogar die Gehirnleistung nachweisbar. Auch Menschen

mit Depressionen profitieren von den Wirkstoffen.

Schon im Jahr 2005 wurde in der Zeitschrift “ Neurobiology

of Aging“ (Elsevier) eine Studie veröffentlicht mit dem

Titel „The beneficial effects of fruit polyphenols on brain

aging“. Hier werden die positiven Effekte der Polyphenole

auf die Gehirn-alterung dargestellt. Die Anthocyane helfen

beim Abtransport biochemischer Abfallprodukte im Gehirn

und regen die Neubildung von Gehirnzellen an. Bioflavonoide

sind ausserdem am Redoxsystem beteiligt, das

heisst sie wirken antientzündlich, antiviral, antiallergisch,

anti-oxidativ, gefäßprotektiv und neuroprotektiv. Es liegen

Untersuchungen vor, das ein spezielles Blaubeerkonzentrat

im Hamstermodell nachweislich die Mikrozirkulation

sowie die Permeabilität am durchblutungs-gestörten Magen

verbessert. Auf der Liste der antioxidativ wirkenden

Lebensmittel steht die (wildwachsende) Blaubeere ganz

oben mit einem TAC Wert (Total Antioxidant Capacity Test)

von 92,60; wobei das Maximum der Skala 100 beträgt.

Antioxidantien haben eine herausragende bioaktive Wirkung

als Radikalfänger. Freie Radikale entstehen heute

nicht nur durch emotionale Belastungen, Stress, Ernährung,

Krankheiten, sondern auch durch Umweltbelastungen.

Es sind hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die

als Nebenprodukte des Stoffwechsels im Körper gebildet

werden. Kommen diese im Übermaß vor, so spricht man

von oxidativem Stress, der zu Zellschädigungen führen

kann und den Alterungsprozess maßgeblich beeinflusst.

Viele sog. Zivilisationskrankheiten werden z.Teil auf oxidativen

Sterss zurückgeführt.

Entzündungen und Krebs

Besonders das antioxidative Flavonol Quercetin aus der wildwachsenden

Blaubeere wirkt sowohl antiinflammatorisch

70 Nutrition-Press


Ernährung | Prävention

als auch direkt auf die Zellen der glatten Muskulatur. Als

Wirksubstanz gegen die freien Radikale wird ebenfalls

das Krebsrisiko gesenkt. Sogar das deutsche Ärzteblatt

schreibt bereits im Jahr 2006 „Wie chronische Entzündungen

zu Krebserkrankung führen“ (Jg 103, Heft 10;

10.03.2006).

Augen-, Magen-Darm-, und Hauterkrankungen

Der Blaubeerfarbstoff wurde schon lange in der Volksmedizin

zur Gesunderhaltung in der Augenheilkunde, speziell

bei der Netzhaut verwendet. Durch den hohen Anteil an

Pro Vitamin A kann das für die Sehkraft wichtige Vitamin

A gebildet werden.

Blaubeersorte (vaccinium myrtillus, europäische wildwachsende

Blaubeere) extrahiert und durch den Zusatz von

Vitaminen und Mineralstoffen optimiert. Jahrzehntelange

For-schung und Entwicklung haben aus dem Fruchtwunder

ein diätetisches Lebensmittel ent-stehen lassen was

seit November 2017 wieder auf dem deutschen Markt erhältlich

ist.

Im zweiten Weltkrieg wurde die positive Wirkung des blauen

Farbstoffs (Anthocyanidine stabilisieren die Spannkraft

der Augenmuskulatur) auf die Augen entdeckt (Optimierung

des Nachtsehens). Bereits Hildegard von Bingen

beschrieb dies bereits im Mittelalter. Schon in den 60er

Jahren wurden placebo-kontrollierte Studien in Italien und

Frankreich mit Freiwilligen zum Thema Sehfähigkeit erfolgreich

durchgeführt.

In der Zahnheilkunde macht die Blaubeere durch den

hohen Gehalt an Gerbstoffen als Entzündungshemmer

bei Paro-dontits von sich reden. Gerbstoffe unterstützen

ebenfalls die Magen - Darmschleimhaut positiv (Unterstützung

bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen).

Auch bei Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis, die

genau wie Psoriasis zu den entzündlichen Hauterkrankungen

zählen, können die wertvollen Inhaltsstoffe der

Blaubeere zur Linderung und Vorbeugung dienen. Bei Tinnituspatienten

konnte überraschenderweise in Versuchen

gezeigt werden das bestimmte Blaubeerextrakte in Kombination

mit bestimmten Antioxidantien und Mikronährstoffen

sehr signifikante Behandlungserfolge erzielen; sprich

sich die Beschwerden zumindest reduzieren. Schaut man

in die Tierwelt so ist bekannt, das Tiere die im Wald massivem

Stress ausgesetzt sind Heidelbeeren von den Sträuchern

fressen. Auch die Vierbeiner profitieren von den

antioxidativen und antientzündlichen Eigen-schaften der

Blaubeere. Warum wohl befinden sich die Wirkstoffe der

Blaubeere in der Schale? Als Schutz vor Einwirkungen von

aussen wie UV Strahlung und Starklicht. Auch hier wieder

die Natur als Vorbild.

Blaubeerkonzentrat mit hoher Wirksamkeit

Für den maximalen Nutzen werden die Wirkstoffe nach

einem speziellen Auszugsverfahren aus einer bestimmten

Prävention

Zusammenfassend kann man sagen das die Blaubeere mit

Ihren Wirksubstanzen sowohl präventiv als auch in akuten

Situationen unterstützend eingesetzt werden kann.

Ein gesunder Lebensstil gehört genauso wie eine gesunde

Ernährung und Bewegung zum ganzheitlichen System

Mensch. Nur so kann der Körper die Regulationsfähigkeit

auf äußere Einflüsse aufrecht erhalten. Die unterstützende

Wirkung eines weltweit einzigartig, patentierten diätetischen

Lebensmittels frei von Nebenwirkungen und frei

von Wechselwirkungen gibt Hoffnung NSAR zumindest zu

reduzieren bzw. ganz zu eliminieren. Man beachte das bereits

1g des Konzentrates die Wirkstoffe von 1.5 kg wildwachsenden

Blaubeeren enthalten.

Anwendungsbeobachtungen zeigen Mut machende Erfolge

beim Einsatz bei Migräne, Kopfschmerzen (Micontran ® ),

Tinnitus (Tinnisan ® ), Augenerkrankungen, (AMD), Parodontitis,

neuro-degenerativen Erkrankungen (z.B. MS, Demenz)

sowie (chronischen) Entzündungen (Oxibalance ® ). «

Autor

Fotos: azure – Fotolia (S. 77), pixabay

Jutta Suffner

Heilpraktikerin,

Dipl.Ing.(bio-med) mit Naturheilpraxis

noch in Traben-Trabach, bald an der Ostsee

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Nutrition-Press 71


Berufskrankheiten-

Verordnung geändert

2. Harnblasenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

(PAK). PAK entstehen arbeitsbedingt vor

allem in Kokereien und Teerraffinerien, in der Elektrographitindustrie,

im Straßenbau sowie bei der Schornsteinreinigung.

3. Auch aufgenommen wurde die "Fokale Dystonie" als Erkrankung

des zentralen Nervensystems bei Instrumentalmusikern

durch feinmotorische Tätigkeit hoher Intensität.

Weiterhin wurden zwei Berufskrankheiten erweitert: Die

Berufskrankheit Nummer 4113 (Lungenkrebs durch PAK)

um die Erkrankung "Kehlkopfkrebs" und Berufskrankheit

Nummer 4104 (Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs in Verbindung

mit Asbest) um "Eierstockkrebs".

Der Bundesrat hat am 7. Juli 2017 einer Änderung

der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) zugestimmt.

Mit der Änderung werden drei weitere

Krankheiten in die Anlage 1 zur BKV aufgenommen

sowie zwei Berufskrankheiten um weitere Krankheitsbilder

erweitert. Die Anpassung der Verordnung

sowie der Berufskrankheiten-Liste erfolgte aufgrund von

neuen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen auf

der Basis wissenschaftlicher Empfehlungen des Ärztlichen

Sachverständigenbeirats "Berufskrankheiten" (ÄSVB)

beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die Verordnung tritt am ersten Tag des Kalendermonats

in Kraft, der auf die Verkündung dieser Verordnung folgt.

Zu den neu aufgenommenen Krankheiten gehören:

1. die chronisch-myeloische oder chronisch-lymphatische

Leukämie durch 1,3-Butadien, ein farbloses Gas, das insbesondere

zur Weiterverarbeitung bei der Herstellung

verschiedener Kunst-Kautschuksorten sowie in der Kunststoffindustrie

verwendet wird.

Die fünf Erkrankungen konnten aufgrund der Veröffentlichung

der wissenschaftlichen Begründungen des Ärztlichen

Sachverständigenbeirats bereits vor der Änderung

der Verordnung als so genannte Wie-Berufskrankheiten

anerkannt werden.

Als Berufskrankheiten kommen nur Erkrankungen in Frage,

die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft

durch besondere Einwirkungen verursacht sind,

denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in

erheblich höherem Maß als die übrige Bevölkerung ausgesetzt

sind. Liegt eine Berufskrankheit vor, besteht das

vorrangige Ziel darin, mit allen geeigneten Mitteln die

Folgen der Erkrankung zu mildern und eine Verschlimmerung

zu vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, erbringt

die Unfallversicherung Leistungen von der medizinischen

Versorgung, über Rehabilitation bis hin zur sozialen und

beruflichen Reintegration.

(Quelle: DGUV)

https://www.bgrci.de/presse-medien/aktuelle-meldungen/

berufskrankheiten-verordnung-geaendert/

Fotos: Lightspruch – Fotolia (S. 80)

72 Nutrition-Press


Recht

news

nutraingredients.com, 27.04.2018

Humanitarian aid must do more to meet elderly

nutrition needs, NGO urges

Older people’s nutritional needs during food shortages should

be a priority after a charity highlighted the lack of due care and

attention afforded to the elderly in an emergency response.

Quelle: https://www.nutraingredients.com/#

tagesschau.de vom 19.04.2018

Schärfere EU-Regeln: "Wo Bio draufsteht, muss

Bio drin sein"

Der Hunger auf Öko-Lebensmittel wächst. Aber ist Bio auch wirklich

immer Bio? Gegen den Etikettenschwindel hat die EU neue

Regeln gebilligt: Zukünftig gibt es strengere Kontrollen bei Produktion

und Import.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/bio-lebensmittel-eu-101.html

scinexx.de vom 18.04.2018

Antike Pest: Begünstigt durch Lichtmangel?

Dunstschleier aus Vulkanausbrüchen hemmte Pflanzenwachstum

und Vitaminbildung

Fatale Trübung: Forscher haben eine weitere Ursache für die

große Pestepidemie der Spätantike entdeckt. Zwei große Vulkanausbrüche

sorgten nicht nur für ungewöhnliche Kälte - ihre

Dunstschleier lösten auch einen Lichtmangel bei Pflanzen und

vielleicht sogar Menschen aus. Denn Baumringdaten belegen,

dass ab dem Jahr 536 die Sonneneinstrahlung zwei Jahrzehnte

lang messbar absank – das könnte Missernten, Hunger und die

Anfälligkeit der Menschen für den Pesterreger erklären, so die

Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports".

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22629-

2018-04-16.html

scinexx.de vom 03.04.2018

Schadet schon eine Fettsünde dem Herzen?

Ein einziger Milchshake löst bereits deutliche

Veränderungen in Blut und Gefäßen aus

Folgenreiche Leckerei: Schon eine einzige besonders fettreiche

Mahlzeit kann sich offenbar negativ auf die Herzgesundheit auswirken,

wie eine Studie zeigt. Im Experiment führte bereits der

Genuss nur eines Dickmacher-Milchshakes bei körperlich fitten

Männern zu schädlichen Veränderungen in Blut und Gefäßen.

Während sich gesunde Menschen von diesem Effekt womöglich

schnell wieder erholen, könnte er für Menschen mit Vorerkrankungen

ein großes Risiko bedeuten, berichten Forscher.

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22584-

2018-04-03.html

zeit.de vom 22.03.2018

Plastikstrudel im Pazifik viermal größer als

Deutschland - Der große Plastikstrudel im

Pazifik ist größer als gedacht – und er wächst

weiter. Die schwimmende Müllhalde bringt es

laut einer neuen Studie auf 79.000 Tonnen.

Im Pazifik schwimmt noch deutlich mehr Plastikmüll als bislang

bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie

in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Demnach hat der

größte Müllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien eine Fläche

von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern. Das ist mehr

als vier Mal die Fläche Deutschlands.

Quelle: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-03/umweltverschmutzung-ozeane-muellstrudel-plastikmuell

scinexx.de vom 20.03.2018

Auch Nicht-Antibiotika stören die Darmflora

- Jedes vierte Medikament hemmt unsere

Darmbakterien

Unterschätzte Wirkung: Nicht nur Antibiotika können die nützliche

Mikrobengemeinschaft in unserem Darm aus dem Gleichgewicht

bringen. Andere Medikamente haben einen ähnlichen Effekt,

wie eine Studie zeigt. Demnach hemmt jedes vierte der für

die Untersuchung analysierten Nicht-Antibiotika das Wachstum

von Bakterien, die natürlicherweise im menschlichen Darm vorkommen

- vom Entzündungshemmer bis zum Antipsychotikum.

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22546-2018-03-20.html

wissenschaft.de vom 15.03.2018

Schnabeltiermilch – Quelle neuer Antibiotika?

Es sieht aus wie eine Fantasiegestalt, legt Eier, versorgt die Jungtiere

dann aber mit Milch – ausgerechnet eines der skurrilsten

Wesen der Erde könnte zu einem Lebensretter für die Menschheit

avancieren, geht aus einer Studie hervor: Die Milch des Schna-

Nutrition-Press 73


Spannende News aus

den Medien im Ticker

beltiers enthält eine ungewöhnliche Substanz, die zur Entwicklung

neuer Antibiotika führen könnte, berichten die Forscher.

Quelle: https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/

schnabeltiermilch-quelle-neuer-antibiotika/

bvl.bund.de vom 15.03.2018

Höchstmengenempfehlungen zur Verwendung

von Vitaminen und Mineralstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktualisiert seine

Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in

Nahrungsergänzungsmitteln (NEM).

Quelle: https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/05_

Fachmeldungen/2018/2018_03_15_Hoechstmengen_Vitamine_Mineralstoffe_NEM.html?nn=1535174

scinexx.de vom 02.03.2018

Züchtet das Immunsystem scharfe Erreger?

Wenn man eine Erkrankung überstanden hat, kann sich bekanntlich

eine gewisse Immunität gegenüber einer erneuten Infektion

mit den gleichen Erregern bilden. Oft schützt sie aber nicht ganz

– genau diese unvollständige Immunität könnte die Entwicklung

immer gefährlicherer Keime begünstigen, legt eine Studie an Vögeln

nahe. Da nur die schärfsten Erreger erneut zuschlagen können,

verbreiten sie sich in einer Population demnach besonders

gut. Modellberechnungen der Forscher zufolge könnte dieser Effekt

die Aggressivität von Infektionskrankheiten enorm erhöhen.

Quelle: https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/

zuechtet-das-immunsystem-scharfe-erreger/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=wissenschaft.

de_02-03-2018

Wissenschaft.de vom 01.03.2018

Vorzeitig gealterte Gehirne im Blick

Vorzeitig gealtert – dabei denkt man zunächst meist an das Aussehen

von Menschen: In Falten und Co spiegeln sich die Alterungsprozesse

wider. Im Fall des Gehirns sind sie hingegen nicht

so einfach erkennbar. Diesbezüglich berichten deutsche Forscher

nun über Fortschritte: Ihr sogenanntes „BrainAGE-Verfahren“

ermöglicht es, das biologische Alter des Gehirns zu bestimmen

und damit möglicherweise problematische Effekte bei der Hirnreifung

oder von neurodegenerativen Prozessen aufzuzeigen.

Quelle: https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/vorzeitig-gealterte-gehirne-im-blick/?utm_source=newsletter&utm_

medium=email&utm_campaign=wissenschaft.de_02-03-2018

Wissenschaft.de vom 28.02.2018

Dieser Feld-Roboter sieht bei Unkraut rot –

Eine Alternative zu Glyphosat?

Der „Bonirob“ könnte Landwirten eines Tages Feldarbeit abnehmen:

Der Roboter fährt autonom über den Acker, analysiert die

Pflanzen, düngt gezielt und zerstampft Unkraut.

Quelle: https://www.wissenschaft.de/bildervideos/videoportal/tiefsee-und-raumforscher-entwickeln-roboter-2-2/

Zentrum der Gesundheit vom 22.02.2018

Glutamat verstärkt Schmerzen

Der Geschmacksverstärker Glutamat wird vielen Fertigprodukten

zugesetzt. Würzsaucen und Speisewürzen sind oft nur deshalb so

herrlich würzig, weil sie mit Glutamat versetzt sind. Auch in vielen

Restaurants und Kantinen wird inzwischen mit Glutamat gewürzt.

Glutamat jedoch gilt ab einer gewissen Menge als Nervengift.

Zwar wird immer wieder bestritten, dass der Stoff gesundheitsschädlich

sei. Doch zeigten Forscher im Februar 2018, dass

Glutamat offenbar chronische Schmerzzustände verschlimmern

kann – und dass die Schmerzen nachlassen, wenn Glutamat gemieden

wird.

Quelle: https://nachrichten.zentrum-der-gesundheit.de/glutamat-verstaerkt-schmerzen-180204018.html

t-online.de vom 20.02.2018

Studie belegt Wirksamkeit: Bittermelone kann

gegen Diabetes helfen

Das Gewächs Momordica charantia, die Bittermelone oder Bittergurke,

stammt aus China und Indien und hat einen hervorragenden

Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel – es senkt ihn.

In vielen asiatischen Ländern weiß man das längst. Nun haben

deutsche Forscher die Wirksamkeit des Extraktes aus der Pflanze

in einer wissenschaftlichen Studie belegt. Und die ist beachtlich.

Quelle: http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_83263418/studie-belegt-wirksamkeit-bittergurke-kann-gegen-diabetes-helfen.html


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