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weinheimer

Magazin für Kunst und Kultur

DER KUNSTBLITZ

kostenlos

Juli - September|2018

www.kunstblitz.de

32 Monet

Albertina Wien

20 Folkwang Museum

Unheimlich real

Kunsthalle München

DU BIST FAUST

39 ART 10 Wildau


www.art-a10.de

A10 WILDAU 11. 10. - 28. 10. 2018


UNTER UNS

Liebe Leser/innen,

vor hundert Jahren starben zwei große Namen

der österreichischen Kunstszene: Gustav

Klimt und Egon Schiele. Kein Wunder,

dass die zwei Persönlichkeiten in mehreren

Museen der Welt mit Ausstellungen und Vorträgen

geehrt werden. Das „Met Breuer“ in

New York zeigt mit der Ausstellung „Obsession“

erotische Arbeiten beider Künstler und

die von Pablo Picasso. Die Werke stammen

aus der Sammlung Scofield Thayer, der die

ersten Ausstellungen von Schiele und Klimt

1924 in Amerika organisierte.

Für diejenigen, die nicht gerade eine Reise in

die USA planen und gerne in Europa bleiben

möchten, empfehlen wir einen Sprung nach

Wien: Das Leopold Museum präsentiert noch

bis zum 4. November „Jahrhundertkünstler –

Gustav Klimt“, eine umfassende Schau seiner

künstlerischen Produktion.

Bleiben wir in Wien und werfen wir einen

Blick auf das Programm der Albertina: bis

zum 26. August, anlässlich ihres 85. Geburtstags,

zeigt das Museum eine Retrospektive

mit über 100 Werken der Künstlerin

Florentina Pakosta und ab 21. September

eine bedeutende Ausstellung von Claude

Monet mit Leihgaben aus über 40 verschiedenen

Sammlungen und mit fast 100 Gemälden.

Der „Meister des Lichts“ wird bis zum 6.

Januar 2019 das Publikum in der Albertina

begeistern. Wir sind gespannt, welche Besucherrekorde

die Ausstellung verzeichnen

wird.

Und wieder in Deutschland angekommen,

haben wir die „Qual der Wahl“. Eine Fülle

an anspruchsvollen Ausstellungen wartet

auf uns. Wir haben für unsere Beiträge

eine eigene Auswahl getroffen: Auf Seite 4

die Ausstellung „Erklär mir, Liebe!“, Clemens

Sels Museum Neuss (welch schönes Thema!).

„Das Erbe der Väter“, Seite 8, im Mittelrhein

Museum Koblenz, zeigt eine umfassende

Schau zur künstlerischen Produktion der

Malerfamilie Zick (die sich über fünf Generationen

erstreckt). „Du bist Faust“, Seite 14,

in der Kunsthalle München geht bis zum 29.

Juli. Für die Ausstellung „Unheimlich real“ im

Folkwang Museum, die am 27. September

beginnt, kommen über 80 Gemälde überwiegend

aus Privatsammlungen ins Museum.

Der Magische Realismus aus Italien findet

eine würdige Präsentation in Essen. Noch

ein Tipp: Zum 75. Geburtstag von Horst Sakulowski

präsentiert das Panorama Museum

Bad Frankenhausen auf zwei Etagen rund

130 Werke des Künstlers

Zum Schluss, möchten wir an dieser Stelle

alle Künstler/innen aus Berlin und aus der

Region Brandenburg daran erinnern, ihre Bewerbungen

für die ART A10 bis zum 31. Juli

zu senden. Teilnehmen lohnt sich! Die Ausstellung

ist für alle Teilnehmer kostenfrei!

3


DER KUNSTBLITZ | INHALT

4 CLEMENS SELS MUSEUM

8 MITTELRHEIN MUSEUM KOBLENZ

14 KUNSTHALLE MÜNCHENL

20 FOLKWANG MUSEUM

28 ALBERTINA WIEN

FLORENTINA PAKOSTA

32 ALBERTINA WIEN

CLAUDE MONET

Ary Scheffer

38 LEOPOLD MUSEUM

Faust und Margarete im Garten, 1846

216,5 x 135 cm, Öl/Leinwand

National Gallery of Victoria, Melbourne

42 PANORAMA MUSEUM

BAD FRANKENHAUSEN

© National Gallery of Victoria, Melbourne, erworben

................... in Gedenken an Dorothy Hicks mit Unterstützung

von Ian Hicks AM und Familie, 2007

IMPRESSUM

Herausgeber und Eigentümer: Patrizio Medagli Verantwortlich

für den redaktionellen Inhalt: Patrizio Medagli Redaktion: Harald

Klee, Patrizio Medagli, Helga Wicher, Giuliana Medagli, Claudia Rohde.

Redaktion Postadresse: Vohwinkeler Str. 154, 42329 Wuppertal

(Germany) Telefon 0202 738217, info@derkunstblitz.com, www.

derkunstblitz.de Redaktion Frankfurt, Postadresse: Am Sandhügel 30,

63150 Heusenstamm. Verlag: Weinheimer Verlags-GmbH Konzeption/Layout:

Eduardo Rahmani, Simonsstraße 80, 42117 Wuppertal,

Tel: 0202 451654, Fax: 0202 450086, info@ bvg-menzel.de, www.

bvg-menzel.de

Bildmaterial: Albertina Wien, Allee Center Magdeburg, ART A10

Wildau, Clemens Sels Museum Neuss, Folkwang Museum Essen,

Kunsthalle München, Leopold Museum Wien, The Metropolitan

Museum of Art New York, Mittelrhein-Museum Koblenz, Panorama

Museum Bad Frankenhausen, Kloster unser lieben Frauen Magdeburg,

Stadtsparkasse Magdeburg, Titelseite: Albertina Wien, Folkwang

Museum Essen, A10 Center Wildau, Kunsthalle München,

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine

Gewähr übernommen. Der Nachdruck ist – auch auszugsweise – nur

mit Quellenangabe gestattet. Mit Namen oder Initialen gezeichnete

Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die

der Edition ARTistica wieder

44 STADTSPARKASSE MAGDEBURG

46 ART A 10 WILDAU

50 THE METROPOLITAN MUSEUM OF ART

56 MAGDEBURG MUSEUM

58 ALLEE-CENTER-ART

62 NOTIZEN

4

SOMMER | 2018


9. Juni bis

30. September

2018

Mit der

Malerfamilie Zick

durch

zwei Jahrhunderte

DAS ERBE

DER VÄTER

FORUM

CONFLUENTES

Kunst.Kultur.Bildung.

MITTELRHEIN-MUSEUM

ROMANTICUM

TOURIST-INFORMATION

STADTBIBLIOTHEK

FORUM

MITTELRHEIN-MUSEUM

www.mittelrhein-museum.de

CONFLUENTES

ROMANTICUM

TOURIST-INFORMATION

Kunst.Kultur.Bildung.

STADTBIBLIOTHEK

5


DER KUNSTBLITZ | CLEMENS SELS MUSEUM

Giovanni Antonio Pellegrini (1675–1741)

„Angelica und Medor“

um 1715, Öl auf Leinwand

Clemens Sels Museum Neuss

Robert Schneider, Anschlag 1, 2013,

Acryl auf Leinwand, 150 x 105 cm

VG-Bildkunst, Bonn, Foto Nicolai Stephan

6

SOMMER | 2018


ERKLÄR MIR, LIEBE!

8. JULI – 14. OKTOBER 2018

Liebe ist wohl das stärkste und innigste

Gefühl, das wir empfinden können

und das unser Handeln maßgeblich

lenkt und steuert. Wir alle empfinden Liebe

und werden geliebt! In der Kunst fanden

und finden Gefühle innerer Verbundenheit

und Zuneigung schon immer Ausdruck.

Von melancholischer Zweisamkeit über heiteres

Miteinander bis hin zu frivoler Annäherung

zeugen die vielen unterschiedlichen

Darstellungen sich Liebender, die in der

aktuellen Sonderausstellung des Clemens

Sels Museums Neuss vom 8. Juli bis zum

14. Oktober 2018 präsentiert werden. Die

7


DER KUNSTBLITZ | CLEMENS SELS MUSEUM

Georges Braque (1882 – 1963)

Blatt aus: René Char: „Lettera Amorosa“,

Buch mit 29 Lithografien, gedruckt von Mourlot, Paris,

1963, Farblithografie auf Rives-Bütten, 31,8 x 25 cm

(Buchseite, Halbbogen)

Vermächtnis Dr. Irmgard Feldhaus, 2010

körperliche Liebe, das Begehren, wird insbesondere

in den mythologischen Erzählungen

der Antike thematisiert. Bis heute

illustrieren Künstler die anspielungsreichen

Texte mit ihren Bildern und greifen gerne

auf die jahrhundertalten Stoffe zurück.

Liebesbeziehungen spielen freilich auch in

religiösen Erzählungen eine zentrale Rolle.

Die Liebe zu Gott und die Liebe Gottes

werden immer wieder auf den Prüfstand

gestellt. Madonnendarstellungen zeigen

Maria und Jesus oft in einem statischen

Nebeneinander. Doch gibt es auch gefühlsintensive

künstlerische Schöpfungen,

die den Schmerz des unabwendbaren Ver-

Maurice Denis (1870 – 1943)

Couverture de la suite „Amour“ – Titelblatt der Folge „Liebe“

(Titel und 12 Blätter)

Ambroise Vollard, Paris 1911, 1892–1899

Farblithografie, 59,3 x 45,8 cm (Blattmaß), erworben 1954

8

SOMMER | 2018


Rudolf Bosselt (1871 – 1938)

„Frühling“ (Liebespaar, der Kuss), um 1912,

Bronze, 29 cm (Höhe),

erworben 1994 (gestiftet von Franz Sels, Neuss)

kennt jeder den unglücklichen Ausgang der

Geschichte um Romeo und Julia. Der Tod

nimmt unwiederbringlich, was wichtiger

als alles andere im Leben ist. Die Ausstellung

zeigt entlang zahlreicher Exponate

aus der großen hauseigenen Sammlung des

Clemens Sels Museums Neuss, wie variantenreich

Liebe zum Ausdruck kommt. Hier

erkennt sich jeder wieder!

lusts spürbar machen.

Profane Darstellungen zeugen von der grenzenlosen

und bedingungslosen Liebe zwischen

Eltern und Kindern. Darüber hinaus

dokumentieren Künstler auch die Rituale

um Liebesbeziehungen: auf einem Gemälde

einer Hochzeitsgesellschaft oder mit einer

amüsanten Skulptur eines Brautpaars.

Die bildende Kunst entdeckte noch zahlreiche

andere, bewegende Momente in

Liebesbeziehungen für sich: Emotional berührend

sind Bilder, die von gescheiterten,

tragischen Liebesbeziehungen berichten. So

Eröffnung der Ausstellung

Sonntag, 8. Juli, 11.30 Uhr

CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS,

Am Obertor, 41460 Neuss

Öffnungszeiten: Di–Sa 11–17 Uhr

und So + Feiertag 11–18 Uhr.

TIPP: Jeden ersten Sonntag im

Monat ist der Eintritt frei !

Weitere Informationen:

www.clemens-sels-museum-neuss.de

9


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Gustav Zick: Bucht von Neapel, Öl auf Leinwand, 60 x 117 cm, 1854, Privatbesitz

10

SOMMER | 2018


Das Erbe der Väter.

Mit der Malerfamilie Zick durch

zwei Jahrhunderte

bis 30.09.2018

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DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Conrad Zick: Selbstbildnis mit Palette in der Hand ,

Öl auf Holz, 26,5 x 17,9 cm, 1805,

©Mittelrhein-Museum Koblenz

Das Mittelrhein-Museum zeigt ab

dem 9. Juni 2018 eine umfassende

Ausstellung zur Malerfamilie

Zick. Damit knüpft es an zwei Sammlungsschwerpunkte

des Museums an, nämlich die

kurtrierer Hofkunst und die Malerei des 19.

Jahrhunderts in den Rheinlanden. Sicherlich

ist Januarius Zick der bekannteste Künstler

aus einer Familie, deren Angehörige sich

über fünf Generationen der Malerei gewidmet

hatten. Beginnend mit Johann Zick

(1702-1762), der etwa in Würzburg und

Bruchsal bedeutende Fresken schuf und

seinen Sohn ausbildete: Den universalen

Januarius Zick (1730-1797), der über alle

Gattungen und Techniken hinweg zu den

bedeutendsten deutschen Künstlern des 18.

Jahrhunderts gehört. Sein Talent und seine

handwerklichen Kenntnisse gab er an seinen

Sohn Conrad (1773-1836) weiter, dessen

Schaffen den Übergang zum 19. Jahrhundert

markiert. Sein Sohn Gustav Zick

(1809-1886) studierte an der Düsseldorfer

Akademie bei Wilhelm von Schadow und

stand schon ganz in deren Maltradition. Er

wurde für seine Tierbilder bekannt, schuf

jedoch auch Landschaften. Darüber hinaus

knüpfte er auch an die Familientradition an,

indem er Fresken seines Großvaters restaurierte

und Bilder kopierte.

Wiederum in ein ganz neues Feld begab

sich Gustavs Sohn Alexander (1845-1907),

der zwar an der Düsseldorfer Akademie als

Historienmaler ausgebildet war, aber später

in Berlin hauptsächlich als Buchillustrator

hervortrat. Die Ausstellung beleuchtet

unter sozial- und kunstgeschichtlichen

Aspekten die zugrundeliegenden historischen

Strukturen ebenso wie die Brüche

und Kontinuitäten, die sich innerhalb einer

fast zweihundert Jahre aktiven Künstlerfamilie

auftun. Von allen fünf Malern der

Familie Zick befinden sich Werke im Besitz

des Mittelrhein-Museums. Zudem konnte

vor einiger Zeit ein Teil des Zickschen Fa-

12

SOMMER | 2018


Johann Zick: Triumph der Judith, Öl auf Leinwand, 64 x 88 cm, 1754, ©Rheinisches Landesmuseum Mainz.

miliennachlasses erworben werden, welcher

aber ausschließlich zu Conrad, Gustav und

Alexander Dokumente enthält.

Ein Anliegen der Ausstellung ist es, das enorm

breite Spektrum des künstlerischen Schaffens

der Familie Zick durch alle Gattungen

und Techniken auszubreiten. Während die

Gemälde und Grafiken der Familie Zick problemlos

ausgestellt werden können, ist dieses

bei der Freskomalerei schwierig. Johann und

Januarius schufen im 18. Jahrhundert großformatige

Deckenfresken in den Schlössern

von Würzburg und Bruchsal sowie einigen

süddeutschen Kirchen. Diese Raum- und

Bilderlebnisse können dem Ausstellungsbesucher

abseits der erhaltenen Denkmäler nur

virtuell nahegebracht werden.

Auch im Koblenzer Schloss gab es große

Fresken von Januarius Zick. Leider sind sie

im Zweiten Weltkrieg durch die Folgen der

Bombenangriffe 1944 vollständig zerstört

worden. Glücklicherweise sind sie nicht

nur in Schwarzweißfotos, sondern auch in

Farbe überliefert. Dies verdankt sich einen

„Sonderauftrag“ der damaligen NS-Führung,

die aufgrund der Bombengefahr die gefähr-

13


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

BEGLEITPROGRAMM

Malworkshop mit Andreas Bruchhäuser

Figurenzeichnung mit Pastell

Samstag und Sonntag, 11.08. und

12.08.2018,

jeweils von 11-17 Uhr

Der Koblenzer Künstler Andreas Bruchhäuser

bietet den Teilnehmern eine praxisnahe

und lebendige Einführung in die figurative

Malerei.

Kosten: € 140,00

Anmeldung unter:

mrm-kasse@stadt.koblenz.de

Telefonische Anmeldung:

0261 129 25 20

Kunstgespräch mit dem Kunst- und

Kulturbüro DUCTUS

Dienstag, 21. 08. 2018 von 18-19.30 Uhr

Astrid Fries M.A. und Anna Maria Knerr M.A.

vom Kulturbüro Ductus beschäftigen sich

bei den Kunstgesprächen mit der Entwicklung

der Malerfamilie Zick vom Hofmaler

zum autonomen Künstler. Nach einer kleinen

Einführung und einem Glas Sekt geht

es in die Sonderausstellung. Dort werden

die Exponate der gesamten Zickfamilie genauer

unter die Lupe genommen.

Preis: 12 € (ermäßigt 10 €)

Anmeldung unter: kunst@ductus.info

oder mrm-kasse@stadt.koblenz.de

Telefonische Anmeldung:

0261 129 25 20

Kuratorenführung mit Dr. Irene Haberland zur Museumsnacht

Samstag, 08. 09. 2018 um 22 Uhr

Eintritt Museumsnacht: €10

BEGLEITPROGRAMM

14

SOMMER | 2018


Mittelrhein Museum

Zentralplatz 1

56068 Koblenz

info@mittelrhein-museum.de

www.mittelrhein-museum.de

Januarius Zick, Alexander der Große und die Familie

Die Enthaltsamkeit des Scipio, um 1780, ©MRM

dete barocke Deckenmalerei im Deutschen

Reich mit der gerade erst erfundenen Technik

des Farbfilms erfasste. Das Zentralinstitut

für Kunstgeschichte in München hat diese

Farbbilder digitalisiert und online gestellt.

Um den Ausstellungsbesuchern, insbesondere

auch Angehörigen jüngerer Generationen,

die räumliche Erfahrung der Zick-Fresken

zu ermöglichen, wurden diese in Form einer

„virtuellen Realität“ digital rekonstruieren.

Das Mittelrhein-Museum kooperierte dazu

mit mit dem Institut für Computervisualistik

der Universität Koblenz-Landau. Die Besucher

können die Deckenfresken in der Ausstellung

mit Hilfe von Virtual Reality Brillen

nun trotz der Zerstörung hautnah erleben.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter

Katalog.

Alexander Zick: Illustration zu Sakuntula von Friedrich

Bodenstedt, Tuschezeichnung, 30 x 20 cm,

©Mittelrhein-Museum

15


DER KUNSTBLITZ | KUNSTHALLE MÜNCHEN

Luis Ricardo Falero

Der Aufbruch der Hexen, 1878

145,5 x 118,2 cm, Öl/Leinwand

© Privatsammlung, Monza – Italien

16

SOMMER | 2018


Goethes Drama in der Kunst

Bis 29. Juli 2018

DU BIST FAUST

Goethes ›Faust‹ ist das weltweit

bekannteste Werk der deutschen

Literatur. Seit seiner Veröffentlichung

im frühen 19. Jahrhundert hat es

unzählige Künstler fasziniert und zu eigenen

Schöpfungen herausgefordert. Die

Ausstellung »Du bist Faust. Goethes Drama

in der Kunst« in der Kunsthalle München

präsentiert zahlreiche Gemälde, Grafiken,

Skulpturen, Fotografien, Vertonungen und

Filme von rund 70 Künstlern aus Europa

und den USA wie Eugène Delacroix (1798–

1863), Charles Gounod (1818–1893), Max

Beckmann (1884–1950), Karl Lagerfeld

(*1933), Sigmar Polke (1941–2010), Martin

Scorsese (*1942), Anselm Kiefer (*1945)

und Robert Mapplethorpe (1946–1989).

Die innovativ inszenierte Ausstellung

nimmt die Besucher mit auf eine Reise

durch das Drama und macht sie zu Weggefährten

Fausts auf seiner rastlosen Suche

nach Sinn und Ziel des modernen Lebens.

Goethes ›Faust‹ ist ein Menschheitsdrama

von größter Aktualität: Der Pakt mit dem

Teufel, die Liebesbegegnung mit Margarete,

der Treuebruch, die Selbstbetäubung im

orgiastischen Treiben der Walpurgisnacht,

Margaretes soziale Ächtung, ihr verzweifelter

Kindsmord, das tragische Ende im

Wahnsinn – all diese Szenen haben die

europäische Kulturgeschichte bis in die

Gegenwart geprägt und in verschiedenen

Ländern zu sehr unterschiedlichen Formen

der Auseinandersetzung angeregt.

Für eine Kunstausstellung mit literarischem

Thema ist »Du bist Faust« nicht nur in Bezug

auf die Werkauswahl, sondern auch hinsicht-

Eduard von Grützner

Mephisto, 1872, 67 x 54 cm Öl/Leinwand

Münchner Stadtmuseum

© Münchner Stadtmuseum

17


DER KUNSTBLITZ | KUNSTHALLE MÜNCHEN

Mark Antokolski

Mephisto, 1883, 173 cm x72 cm x 102 cm, Marmor

Staatliches Russisches Museum, Sankt Petersburg

© The State Russian Museum

lich der Präsentation ein Novum: Die Besucher

betreten selbst die Bretter, die die Welt bedeuten,

und werden zu Wegbegleitern Fausts,

Margaretes und Mephistos. Durch die theatrale

Ausstellungsgestaltung wird das Publikum

Teil der Inszenierung und sieht sich unmittelbar

mit den zentralen Fragen des Goethe-Dramas

konfrontiert. Im Titel der Ausstellung »Du bist

Faust« klingt an, dass uns Goethe s Faust, Margarete

und Mephisto den Spiegel vorhalten:

Themen wie Verführbarkeit, Jugendwahn, Egoismus

und ein unstillbarer Hunger nach mehr

bestimmen auch unser Leben.

ZUM AUSSTELLUNGSPARCOURS

Die Ausstellung bietet zunächst eine Einführung

zur Entstehung des ›Faust‹, an dem

Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) fast

60 Jahre lang arbeitete. Anschließend betreten

die Besucher die Welt des Dramas

und werden Zeugen des ›Prologs im Himmel‹:

Gott und der Teufel wetten um Fausts

Seele. Zu sehen sind eigenhändige Zeichnungen

von Goethe, prominente Bühnenbildentwürfe

des frühen 20. Jahrhunderts

sowie Filmausschnitte der berühmten Theaterinszenierungen

von Gustaf Gründgens

(1899–1963) und Peter Stein (*1937). Der

Parcours stellt anschließend die Protagonisten

vor und führt entlang der Handlung

durch das Drama. Als erste der drei Hauptfiguren

hat der diabolische Verführer und

geistreiche Schalk Mephisto seinen Auftritt.

Gemälde und Skulpturen aus dem 19.

Jahrhundert, aber auch Werke von Sigmar

Polke und Robert Mapplethorpe beleuchten

Mephistos schillernden Charakter aus

unterschiedlichsten Perspektiven. Ausgewählte

Sequenzen der Verfilmung von

Klaus Manns (1906–1949) ›Mephisto‹

(1981) mit Klaus Maria Brandauer (*1943)

zeigen zudem, wie sich der prominenteste

Mephisto-Darsteller des 20. Jahrhunderts,

Gustaf Gründgens, während der 1930er-

Jahre als politischer Opportunist den neuen

nationalsozialistischen Machthabern

andiente. Der folgende Ausstellungsraum

lässt die Besucher in Fausts Studierzimmer

eintreten: Der Gelehrte ist verzweifelt, da

18

SOMMER | 2018


Frank Cadogan Cowper

Eitelkeit, 1907, 57,1 x 38,1 cm, Öl/Leinwand

Royal Academy of Arts, London © Royal Academy of

Arts, London | Foto: John Hammond

ihm die letzte Einsicht in den Gesamtzusammenhang

des Lebens verwehrt bleibt. Werke

von Künstlern wie Carl Gustav Carus (1789–

1869), Georg Friedrich Kersting (1785–

1847) oder Nam June Paik (1932–2006)

vergegenwärtigen Fausts vergebliche Suche

nach höchster Erkenntnis und seine daraus

resultierende Melancholie. Zugleich reflektieren

sie die heillosen Folgen eines wissenschaftlichen

Strebens, das keine Grenzen

akzeptiert. Um das Scheitern vergessen zu

können, geht Faust den Pakt mit Mephisto

ein, lässt sich verjüngen und in eine Welt

des Rausches entführen. Als junger Edelmann

umwirbt er die Bürgerstochter Margarete,

die in den unzähligen Figurenporträts

des 19. Jahrhunderts immer wieder als unschuldige

und fromme Jungfrau dargestellt

worden ist. Bereits um 1850 formierte sich

eine regelrechte Gretchen-Ikonographie,

die nach und nach auch in die Populärkultur

einging, wie die Ausstellung unter anderem

anhand von 150 Postkarten aus dem frühen

20. Jahrhundert veranschaulicht. Von

der Liebesbeziehung zwischen Faust und

Gretchen haben sich Maler und Bildhauer

aus ganz Europa inspirieren lassen. Auf ein

besonderes Interesse stießen dabei immer

wieder die Verführung Gretchens mit Hilfe

kostbarer Juwelen sowie der erste Kuss

zwischen ihr und Faust. Der Augenblick, in

dem Gretchen den Schmuck entdeckt, ist im

19. Jahrhundert vielfach als Schlüsselszene

aufgegriffen worden: nicht nur von prominenten

Malern, sondern auch von Komponisten

wie Charles Gounod, in dessen

›Faust‹-Oper (Uraufführung 1859 in Paris)

die sogenannte Juwelen-Arie zu den musikdramatischen

Höhepunkten zählt. Binnen

weniger Jahre eroberte die Oper die Bühnen

der Welt und popularisierte die Liebesgeschichte

zwischen Faust und Gretchen. Die

von Franz Schubert (1797–1828) bis Hugo

Wolf (1860–1903) reichende Musikliteratur

zum ›Faust‹ wird in einem weiteren Kapitel

beleuchtet. Im Anschluss illustrieren Werke

unter anderem von Eugène Delacroix, Gabriel

von Max (1840–1915) und Julia Margaret

Cameron (1815–1879) die dramatischen

Begebenheiten um Margarete in der Folge

19


DER KUNSTBLITZ | KUNSTHALLE MÜNCHEN

Ary Scheffer

Faust und Margarete im Garten, 1846

216,5 x 135 cm, Öl/Leinwand

National Gallery of Victoria, Melbourne

© National Gallery of Victoria, Melbourne, erworben

in Gedenken an Dorothy Hicks mit Unterstützung

von Ian Hicks AM und Familie, 2007

ihrer unehelichen Schwangerschaft: Eindringlich

werden der Tod ihres Bruders Valentin,

ihre Verzweiflung, die sie zur Kindsmörderin

werden lässt, und ihr Ende im

Kerker dargestellt. Die Walpurgisnacht, in

die sich Faust von Mephisto zeitgleich entführen

lässt, wird ebenfalls in effektvollen

Gemälden vergegenwärtigt. Insbesondere

das orgiastische Treiben der Hexen regte

bildende Künstler immer wieder zu freien

Umsetzungen an. Das Spektrum reicht hier

von der expliziten Darstellung weiblicher

Nacktheit bei Luis Ricardo Falero (1851–

1896) bis zur abstrakten Formensprache

Willi Baumeisters (1889–1955). Ein weiterer

Raum ist schließlich dem zweiten Teil

des ›Faust‹ gewidmet. Er präsentiert die

berühmten Illustrationszyklen von Max

Slevogt (1868–1932), Franz Stassen (1869–

1949) und Max Beckmann. In diesen eindringlichen

Bildfolgen begegnet Faust den

Betrachtern als ein von inneren Widersprüchen

gekennzeichneter Zeitgenosse.

Bevor die Besucher die Ausstellung und

mit ihr die Welt des Dramas verlassen, geht

es noch einmal zurück zum geschriebenen

Wort: Der letzte Ausstellungsraum präsentiert

aufwendig ausgestattete Buchausgaben,

wissenschaftliche Editionen und

Comics. Abschließend formuliert eine eigens

für die Ausstellung produzierte Video-

Installation noch einmal die großen Fragen

des ›Faust‹-Dramas; die Texte schrieb der

Münchner Schriftsteller Albert Ostermaier

(*1967) für die Schauspieler/innen Werner

Wölbern, Bibiana Beglau und Andrea Wenzl

vom Münchner Residenztheater.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Theatinerstraße 8 | 80333 München

T +49 (0)89 / 22 44 12 |

kontakt@kunsthalle-muc.de

www.kunsthalle-muc.de

20

SOMMER | 2018


FLORENTINA

PAKOSTA

Florentina Pakosta, Vorfreude, 1981; Museum der Moderne, Salzburg

TÄGLICH 10 BIS 18 UHR, MI & FR BIS 21 UHR

WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM &

FONDATION CORBOUD

Obenmarspforten

(Am Kölner Rathaus)

D - 50667

Telefon: +49 (0)221 / 221 211 19

www.wallraf.museum30. 5. BIS 26. 8. 2018

21


DER KUNSTBLITZ | FOLKWANG MUSEUM

Unheimlich real

Große Sonderausstellung

zur italienischen Malerei

Giorgio de Chirico

Piazza d’Italia (Souvenir d’Italie), 1924-25 Italienischer

Platz (Souvenir aus Italien)

Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm Rovereto, MART-Museo di

arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto ©

MART -Archivio Fotografico e Mediateca

der 1920er Jahre

22

SOMMER | 2018


MUSEUM FOLKWANG ESSEN

28. SEPTEMBER 2018 – 13. JANUAR 2019

ERÖFFNUNG: 27. SEPTEMBER 2018, 19 UHR

23


DER KUNSTBLITZ | FOLKWANG MUSEUM

Felice Casorati

Gli scolari, 1927-28 Die Schüler

Öl auf Leinwand, 169 x 151 cm Galleria d’Arte Moderna

Empedocle Restivo, Palermo © Civita

Carlo Sbisà

Magia, 1928 Magie

Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm Privatsammlung ©

Paolo Bonassi, Trieste

Die groß angelegte Ausstellung Unheimlich

real. Italienische Malerei

der 1920er Jahre präsentiert mehr

als 80 Gemälde des Magischen Realismus,

eine Kunstbewegung, die in Italien nach

dem Ersten Weltkrieg entsteht. Herausragende

Werke wichtiger Protagonisten wie

Felice Casorati, Antonio Donghi und Ubaldo

Oppi sind ebenso in der Schau vertreten wie

die einflussreichen Gemälde von Giorgio de

Chirico und Carlo Carrà. Überwiegend stammen

die Werke aus Privatsammlungen, viele

sind erstmals überhaupt in Deutschland

ausgestellt.

Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges,

kehren europaweit sowie in den

USA viele Künstler ab 1918 zu einer realistischen

Darstellung zurück und wenden

sich zunehmend vom Expressionismus ab.

Die Darstellung der Realität ist in Italien

von besonderer Intensität: Anknüpfend an

die metaphysische Malerei von Giorgio de

Chirico und den im Pariser Neoklassizismus

ausgerufenen „rappel à l‘ordre“, also die

Rückkehr zur Ordnung, lassen die Malerinnen

auf ihren Gemälden die Zeit stillstehen.

Sie fügen ihren realistischen Darstellungen

eine traumhafte, unheimliche, mitunter

verstörende Anmutung hinzu. Hinter dem

Vertrauten lauert das Unheimliche, unter

der glatten Oberfläche der Abgrund.

Entstanden sind stimmungsvolle Bilder

24

SOMMER | 2018


Carlo Carrà

Vasi sul davanzale, 1923 Blumentöpfe auf dem Fensterbrett

Öl auf Leinwand, 52 x 67 cm Privatsammlung Courtesy

Galleria dello Scudo, Verona

von enormer malerischer Qualität in einnehmenden

Farben. Aus einer Beschäftigung

mit Künstlerinnen des Quattrocento

wie Piero della Francesca und deren detailgetreuer

Abbildung und perspektivischer

Zeichnung, entwickeln die Protagonistinnen

des Magischen Realismus‘ Stillleben,

Porträts, Szenen des häuslichen Lebens,

Architekturdarstellungen und Akte. Hinzu

kommt das Spiel mit Masken und Maskeraden,

welche die Verwischung der Realität

motivisch ins Bild bringen. Anhand der vielfältigen

Themengruppen und Motive wird

offenbar, dass der Magische Realismus keineswegs

eine in sich geschlossene Gruppe

von Künstler/innen bezeichnet.

25


DER KUNSTBLITZ | FOLKWANG MUSEUM

Ubaldo Oppi

Ritratto della moglie sullo sfondo di Venezia, 1921

Die Frau des Künstlers vor venezianischer Kulisse

Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm Collezione Privata

Roma © Carlo Baroni, Rovereto

Der vom Kunsthistoriker Franz Roh 1925

geprägte Begriff „Magischer Realismus“,

beschreibt eine rätselhafte Atmosphäre, in

welcher die Dinge in der Schwebe bleiben:

„Mit ‚magisch‘ im Gegensatz zu ‚mystisch‘

sollte angedeutet sein, daß das Geheimnis

nicht in die dargestellte Welt eingeht, sondern

sich hinter ihr zurückhält.“

Die Ausstellung Unheimlich real. Italienische

Malerei der 1920er Jahre bringt erstmalig

in Deutschland die wichtigen Werke

des Magischen Realismus zusammen und

macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Damit eröffnet sie die Diskussion über ein

bisher hierzulande nur wenig bekanntes Kapitel

der europäischen Kunstgeschichte.

Unterstützt durch die National-Bank

Gefördert von der Kunststiftung Essen

Antonio Donghi

Donna al caffè, 1931 Frau im Café

Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm Fondazione Musei Civici

di Venezia, Galleria Internazionale d‘Arte Moderna

di Ca‘ Pesaro © Archivio Fotografico – Fondazione

Musei Civici di Venezia Foto: Franzini C.

Folkwang Museum

Museumsplatz 1

45128 Essen

T.: 49 201 8845 160

F.: 49 201 889145 000

www.museum-folkwang.de

Eintritt: 8 Euro / 5 Euro

Katalog bei Hirmer: € 39,90

Öffnungszeiten:

Di – So 10 – 18 Uhr

Do und Fr 10 – 20 Uhr

Mo geschlossen

26

SOMMER | 2018


SAKULOWSKI

WELTBILD

7.7. - 21.10.2018

Panorama Museum

Bad Frankenhausen

Tel.: 034671 / 6190

www.panorama-museum.de

Di bis So 10 - 18 Uhr

Christophorus, 1987, Öl auf Holzfaserplatte, 142 x 124 cm, Kunstsammlung 27Gera


DER KUNSTBLITZ | ALBERTINA WIEN

Florentina Pakosta 1994/1,

1994 Acryl auf Leinwand

Besitz der Künstlerin

© Bildrecht, Wien, 2018

28

SOMMER | 2018


AUSSTELLUNGSORT PROPTER HOMINES HALLE, ALBERTINA

Florentina Pakosta

Bis zum 26. August 2018

Florentina Pakosta, 2018

Foto © Lisa Rastl

Die ALBERTINA widmet

Florentina Pakosta

(*1933 in Wien) anlässlich

ihres 85. Geburtstags

eine groß angelegte Retrospektive

mit über 100 Werken.

Über Jahrzehnte hinweg hat

sie kontinuierlich wie konsequent

feministische Positionen

und Anliegen vertreten.

Parallel zur Ausstellung

entsteht in der ALBERTINA in

enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin

ein umfassendes Werkverzeichnis, das die

Grundlagen für die zukünftige Forschung

und die Auseinandersetzung mit ihren Arbeiten

schafft. Florentina Pakosta befasst

sich im Gegensatz zu anderen Vertreterinnen

der Feministischen Avantgarde nicht

mit dem eigenen Körper als Projektionsfläche,

sondern mit denen mächtiger Männer.

In ihren Satirischen Arbeiten prangert sie

patriarchale Machtstrukturen an, indem sie

sie überzeichnet. Von Anfang an stehen dabei

die Rolle(n) der Frau und ihre Ungleichheit

im Verhältnis zu jener der Männer im

Fokus. Diese Thematik zieht sich als roter

Faden durch ihr gesamtes Œuvre: In surrealen

Körperstudien verschmelzen

die Personen mit Accessoires

ihrer Eigenschaften und

werden so zu Hybridwesen

aus Toilettenschüsseln, Scheren,

Skalpellen oder Waffen.

PHYSIOGNOMIE DER MACHT

Die Ausstellung spannt einen

großen Bogen von den 1970er-

Jahren bis in die unmittelbare

Gegenwart, von Anfang an ist Florentina

Pakosta politisch und gesellschaftlich engagiert.

Die Künstlerin konzentriert sich

weitgehend auf das Medium Zeichnung. Inhaltlich

reicht das Spektrum ihrer Themen

von akribisch ausgearbeiteten physiognomischen

Studien und surrealistisch verfremdeten

Körperbildern bis hin zu monumentalen

Porträtzeichnungen. In surrealistischer Manier

kombiniert sie die Physiognomien mit

Schraubstöcken, Sägen oder Messern, verformt

Lippen zu Vogelschnäbeln oder setzt

ihren Figuren Gegenstände als eigenartige

Trophäen auf dem Kopf, die diese männlichen

Karikaturen der Macht entzaubert und

demaskiert. In großformatigen Zeichnungen

29


DER KUNSTBLITZ | ALBERTINA WIEN

Florentina Pakosta, Rosa Flutlicht, 2016, Acryl auf LeinwandBesitz

der Künstlerin© Bildrecht, Wien, 2018

studiert sie in Anlehnung an den Bildhauer

Franz Xaver Messerschmidt (1736–1783)

Grimassen und Masken als Ausdruck von

geschlechtercodiertem Machtverhalten.

Erst Ende der 1970er-Jahre beginnt sie, auf

Leinwand zu arbeiten, und es dauert etliche

weitere Jahre, bis schließlich Farbe Eingang

in ihr Werk findet. In ihren Menschenmassen

und Warenlandschaften thematisiert sie

in den 1980er-Jahren in ihren Bildern die

Auflösung des Individuums in der Masse und

das Verschwinden des Subjekts.

Immer wieder begegnen wir den Selbstbildnissen,

die Florentina Pakosta mal ernsthaft,

mal selbstbewusst, mal kämpferisch zeigen.

1976 erscheint ihr Porträt hinter einem Maschendrahtzaun,

ausgegrenzt, als Beobachterin

von außen, der der Zugang zur Kunstwelt

verwehrt bleibt. In dem Selbstbildnis „Zungenschlag“

hingegen stellt sich mit geöffnetem

Mund dar, aus dem ein Arm mit geballter

Faust herausschnellt. Florentina Pakosta verkehrt

die tradierte Rollenverteilung zwischen

Mann und Frau. Über Jahrhunderte hinweg

war es der männliche Künstler, der die (oftmals

nackte) Frau porträtierte. Es war der

männliche Blick auf Brüste, Genitalien und

weibliche Rundungen, der das Bild der Frau

in der Kunstgeschichte prägte und für die

Nachwelt festhielt. Florentina Pakosta dreht

die Blickrichtung um: Sie richtet als Künstlerin

den Blick auf den Mann und erkennt in

ihm den Willen zur Macht, zur Dominanz. In

einer Reihe von Zeichnungen konzentrierte

sie sich ausschließlich auf das männliche Geschlecht,

schaut gerade dort und nur dort hin:

Eine Perspektive, die das Gemächt entzaubert.

Florentina Pakosta Masochistisch, 1983, Schablonentechnik

auf Papier Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2018

SCHONUNGSLOSER BLICK

30


ABSTRAKTION UND FARBIGKEIT

Ab etwa Mitte der 1980er-Jahre wendet Florentina

Pakosta sich von den schwarz-weiß

gehaltenen und gegenständlichen Arbeiten

nach und nach einer geometrisch-abstrakten

Formensprache zu. In ihren stets dreifarbigen,

so genannten Trikoloren Bildern, die sie bis

heute fortführt, prallen Farben in derart energetischen

Konfrontationen aufeinander, dass

ihr Anblick regelrecht schmerzhaft ist. Die

Entwicklung von figurativen Darstellungen

hin zu einer reinen, gegenstandsfreien Malerei,

die nur mehr aus farbigen, geometrischen,

linearen Gitterstrukturen besteht, überrascht.

Doch eint diese beiden unterschiedlichen

Bilderwelten eine starke Klammer: der stets

gegenwärtige Bezug auf gesellschaftliche

Verhältnisse. Auch in den abstrakten Werken

offenbaren sich Strukturen männlich und aggressiv

dominierter undurchdringlicher Netzwerke.

Ein mutiger und radikaler Schritt, der

für Florentina Pakosta keinen Bruch mit dem

bisherigen Schaffen bedeutet: „Im geglückten

Zusammenspiel fordern die drei Farben vom

Betrachter emotionale Flexibilität, Assoziationsvermögen,

Imaginationskraft und Abbau

verkrusteter Denkmodelle und Vorurteile.“

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Künstler sowie Künstlergemeinschaften.

Zugelassen werden Arbeiten aus den Bereichen

Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie sowie

Bildhauerei, Skulpturenbau und Design.

Die Veranstaltung ART WUPP findet in

der Unihalle Wuppertal statt.

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31


DER KUNSTBLITZ | ALBERTINA WIEN

32

SOMMER | 2018


Claude Monet

21. September 2018 – 6. Jänner 2019

Claude Monet

Am Strand von Trouville, 1870

Öl auf Leinwand

Musée Marmottan Monet, Paris / The Bridgeman Art Library

33


DER KUNSTBLITZ | ALBERTINA WIEN

Im Herbst 2018 zeigt die Albertina die

erste umfassende Präsentation von

Claude Monet (1840–1926) seit über

20 Jahren in Österreich. Die Ausstellung

spannt den Bogen von seinen ersten vorimpressionistischen

Werken bis hin zu seinen

allerletzten Gemälden, die in seinem Garten

in Giverny entstanden sind. Die Retrospektive

ist mit fast 100 Gemälden von über 40

Leihgebern aus der ganzen Welt bestückt.

Monet steht wie kein anderer für die

Malerei des Impressionismus. Der französische

„Meister des Lichts“ war ein zentraler

Wegbereiter der Malerei im 20. Jahrhundert.

Er malte am Meer, an der Steilküste

der Normandie und an den Ufern der Seine.

Die Wasseroberflächen seiner Bilder reflektieren

die leuchtenden Farben üppiger Vegetation

im Sommer und den geheimnisvoll

grau und blau gefrierenden Dunst seiner

Landschaften im Winter. Monets Licht und

Farben wechseln auf der Leinwand mit der

sich stets verändernden Natur und mit der

Vielfalt an atmosphärischen Eindrücken, die

der Maler vor den Motiven empfindet. Um

sie in ihrer Erscheinungsvielfalt zu erfassen,

malt er viele seiner Motive in Serien.

Claude Monets leidenschaftlicher Auseinandersetzung

mit der Pflanzen- und

Claude Monet

Charing Cross Bridge, Dampfschwaden im Nebel, Impression,

1902, Öl auf Leinwand, Musée Marmottan Monet, Paris / The

Bridgeman Art Library

Claude Monet

Der Seerosenteich, um 1917—1919

Öl auf Leinwand, Albertina, Wien. Sammlung Batliner

34

SOMMER | 2018


Claude Monet

Das Parlament, Sonnenuntergang,

1900/01

Öl auf Leinwand

Kunstmuseen Krefeld,

Kaiser Wilhelm Museum

Claude Monet

Seerosen, 1907

Öl auf Leinwand

Musée Marmottan Monet,

Paris / The Bridgeman

Art Library

Claude Monet

Junge Mädchen in einem Boot,

1887, Öl auf Leinwand

Tokyo, National Museum of

Western Art

35


DER KUNSTBLITZ | ALBERTINA WIEN

Wasserwelt im Garten seines Landhauses

in Giverny und seinem bislang wenig untersuchten

Farbkonzept widmet sich die

Albertina in einer großen, monografischen

Ausstellung. Drei Gemälde aus der eigenen

Sammlung sowie bedeutende Leihgaben

aus internationalen Museen und Privatsammlungen

beleuchten Monets Werdegang

vom Realismus über den Impressionismus

bis hin zu einer Malweise, bei der

sich die Farben und das Licht allmählich

vom Gegenstand lösen und das Motiv von

der Naturbeobachtung unabhängig wird.

Mit seinem Spätwerk bereitet Monet erst

nach seinem Tod der Malerei des abstrakten

Expressionismus den Boden.

Albertina Wien

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Claude Monet

Die Kathedrale

von Rouen, das

Portal und der

Albanturm in

der Dämmerung,

1893

Öl auf Leinwand

Juliana Cheney

Edwards Collection,

Photograph

© Museum of

Fine Arts, Boston

Claude Monet

Die Kathedrale von Rouen in der Sonne, 1893

Öl auf Leinwand

Tompkins Collection – Arthur Gordon Tompkins Fund

© Museum of Fine Arts, Boston

36

SOMMER | 2018


37


DER KUNSTBLITZ | LEOPOLD MUSEUM

GUSTAV KLIMT

Jahrhundertkünstler

38

SOMMER | 2018


GUSTAV KLIMT 1862–1918DIE BRAUT, 1917/18 (UNVOLLENDET) THE BRIDE, 1917/18 (UNFINISHED) Öl, Kreide auf Leinwand | Oil, chalk on canvas 165 × 191 cmKlimt-Foundation,

Wien | ViennaFoto | Photo: Klimt-Foundation, Wien | Vienna

bis 04.11.2018

39


DER KUNSTBLITZ | LEOPOLD MUSEUM

war er selbst Teil dieser sich auf akademische

Traditionen berufenden Kulturepoche.

Ein künstlerischer Paradigmenwechsel und

die Ausbildung eines individuellen Stils

setzten bei Klimt Mitte der 1890er-Jahre

ein, als er erste Entwürfe zu den skandalt-

MORIZ NÄHR 1859–1945GUSTAV KLIMT MIT KATZE,

1911 GUSTAV KLIMT WITH CAT Fotografie | Photography

27,9 × 21,8 cm Klimt-Foundation, Wien | Vienna-

Foto | Photo: Klimt-Foundation, Wien | Vienna

Das Leopold Museum widmet dem „Jahrhundertkünstler“

Gustav Klimt (1862-1918),

im Rahmen des Wiener Moderne-Themenjahres

2018, eine umfassende Ausstellung.

Die Schau macht, anlässlich des 100. Todestages

Klimts, dessen künstlerische

Wandlung vom späten Historismus hin zum

bedeutendsten Vertreter der Wiener Secession,

eindrucksvoll nachvollziehbar.

Zwei Jahrzehnte bevor Gustav Klimt als

streitbarer Kämpfer gegen die Kunst der

Gründerzeit und des Historismus im Zuge

der Gründung der Secession 1897 auftrat,

GUSTAV KLIMT 1862–1918 SITZENDE DAME MIT OR-

NAMENTIERTEM UMHANG IM PROFIL NACH LINKS,

UM 1910 SEATED LADY WITH ORNAMENTED SHAWL IN

PROFILE FROM THE LEFT, C. 1910 Bleistift, weiße Kreide,

roter Farbstift auf Japanpapier Pencil, red crayon,

heightened with white chalk on Japanese paper 55,8 ×

37,1 cm Leopold Museum, Wien | Vienna Foto | Photo:

Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger

rächtigen Fakultätsbildern für den Festsaal

im Wiener Universitätsgebäude anfertigte.

Die Künstler der Secession, die einen Bruch

von konservativen Tendenzen vollzogen

und den Weg für den Jugendstil ebneten,

40

SOMMER | 2018


des Leopold Museum und der Privatsammlung

Leopold, Sammlungsexponate der

Klimt-Foundation, Werke einer neuen, dem

Museum überantworteten Dauerleihgabe

eines Klimt-Nachfahren sowie ausgewählte

nationale und internationale Leihgaben.

GUSTAV KLIMT 1862–1918 WEIBLICHER HALBAKT NACH RECHTS IN KNIEND-KAUERNDER STELLUNG. STUDIE ZU

„LEDA“, 1913/14 FEMALE SEMI-NUDE FROM THE RIGHT IN KNEELING-COWERING POSITION. STUDY FOR “LEDA”,

1913/14 Bleistift auf Japanpapier | Pencil on Japanese paper 37 × 56 cm Leopold Museum, Wien | ViennaFoto | Photo:

Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger

machten Klimt zu ihrem ersten Präsidenten.

Mit seinem ornamental-dekorativen

Stil wurde Klimt zu ihrem bedeutendsten

Vertreter und einem begehrten Porträtisten

der Frauen des Wiener Großbürgertums.

Gleichwohl schuf er hocherotische, der Ekstase

und Sinnlichkeit geschuldete, symbolistisch

aufgeladene Frauendarstellungen.

Die von Hans-Peter Wipplinger in Zusammenarbeit

mit Sandra Tretter kuratierte

Präsentation zeigt neben den Beständen

LEOPOLD MUSEUM

MuseumsQuartier,

Museumsplatz 1, 1070 Wien

Tel. +43.1.525 70-0 (werktags)

E-Mail: office@leopoldmuseum.org

41


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM BAD FRANKENHAUSEN

SAKULOWSKI

WELTBILD

07.07.2018 bis 21.10.2018

Selbstporträt, 2008

Graphit, 39,9 x 47,5 cm

Privatsammlung (Courtesy of Bilderhaus Krämerbrücke,

Erfurt)

Zum 75. Geburtstag von Horst Sakulowski

präsentiert das Panorama

Museum Bad Frankenhausen rund

130 Werke des Künstlers auf zwei Etagen,

darunter Gemälde und Druckgrafiken,

vor allem aber Zeichnungen, die seit

den 1990er Jahren entstanden sind und

Sakulowski als absoluten Meister seines

Faches ausweisen. Aus der jüngsten Zeit

stammen außerdem Gemälde „frisch von

der Staffelei“.

42

SOMMER | 2018


Der Alptraum des Diktators, 1979

Öl auf Holzfaserplatte, 67cm x 103 cm

Kunstsammlung Gera

Der Thüringer Künstler hat in den 1960er

Jahren unter Bernhard Heisig an der Hochschule

für Grafik und Buchkunst in Leipzig

studiert und gilt als Vertreter der Leipziger

Schule, der sich schon früh mit kontrovers

diskutierten Gemälden einen Namen gemacht

hat.

Seit den 1970er Jahren orientiert Sakulowski

auf den Surrealismus und integriert

entsprechende Bildelemente in seine

dem Realismus verpflichtete Welterzählung.

Vor dem Hintergrund eines persönlichen

Verlusts widmet er sich in den 1980er

Jahren zunehmend dem Tod und der Endlichkeit

des Seins. Verfall, Verwesung und

Neubeginn sickern in seine Darstellungen

ein, in die Zeichnungen und Gemälde

ebenso wie in Installationen und Filme.

Daneben tanzen Marionetten und „falsche

Musen“ durch die Bilder und wirken genauso

bedrohlich wie „Das Gerücht“, das

Sakulowski immer wieder bedrängt. Dem-

43


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM BAD FRANKENHAUSEN

entsprechend schreien Figuren in unzähligen

Werken gegen alle Widrigkeiten des

Lebens an.

In den letzten Jahren spielen zunehmend

Motive aus der Passion Christi eine Rolle.

Steht die Pietà für das Mitleid, das dem

Künstler als christlichem Humanist von jeher

zu eigen ist, wühlen die Darstellungen

des Gekreuzigten den Betrachter in ihrer

emotionalen Intensität auf. Sie scheinen

Pietà, 1997

Reihe »Spuren«, Graphit auf getöntem Papier, 63,5 x

51,5 cm, Privatsammlung (Courtesy of Bilderhaus Krämerbrücke,

Erfurt)

Egon Schiele (Tulln 1890-1918 Wien). Stehender Akt mit orangenen Drapierungen 1914

Aquarell, Gouache und Graphit auf Papier, (46,4 x 30,5 cm).

Das Metropolitan Museum of Art, New York, Vermächtnis von Scofield Thayer, 1982

JULY 3–OCTOBER 7, 2018

At The Met Breuer

44

SOMMER | 2018


sich mehr im Diesseits denn im Jenseits zu

bewegen und verkörpern Sakulowskis stetes

Ringen mit dem eigenen Glauben. Zugleich

verweisen sie auf Erlösung und Vergebung

– dem ersten Schwerpunkt der Ausstellung,

dem Versuchung und Verführung als zweiter

Themenkomplex gegenübersteht. Die

Bereiche, zunächst als Antipoden gedacht,

ergänzen sich, überlappen und verschmelzen

schließlich zu dem, was sich als „Weltbild“

des Künstlers bezeichnen lässt.

Eine begehbare Biografie ergänzt die Präsentation

und macht Sakulowskis Werke im

Kontext seines Lebens erfahrbar.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit

160 Farbabbildungen und Texten

von Gerd Lindner, Bonnell Robinson,

Susanne Hebecker, Dieter

Gleisberg, Johanna Huthmacher

und Matthias Liebel erhältlich.

Außerdem erscheint unter dem

Titel „Scherz und Gewissen – Der

Künstler Horst Sakulowski“ eine

Biografie, geschrieben von Rolf

Sakulowski.

08 | 09 | 2018 – 06 | 01 | 2019

AMBITUS.

Kunst und Musik heute

Künstlerinnen und Künstler:

Cory Arcangel, Candice Breitz, Robbie

Cornelissen, William Engelen, Jonas

Englert, Brian Eno, Douglas Henderson,

Annika Kahrs, Rainer Kohlberger,

Christina Kubisch, Kaffe Matthews,

Bjørn Melhus, Michaela Melián, Haroon

Mirza, People Like Us (Vicki Bennett),

Anri Sala, Marc Sabat und Mareike Lee,

Yehudit Sasportas, Richard T. Walker u.a.

45


DER KUNSTBLITZ | STADTSPARKASSE MAGDEBURG

Kunst außerhalb der Museen:

DIE STADTSPARKASSE MAGDEBURG

Margaret Stange-Gläsener und Mathias Geraldy. Im

Vordergrund dieSkulptur von Dietmar Witteborn,

“Magdeburger Reiterin“. Im Hintergrund ein Gemälde

von Dieter Ladewig„Ticket“

Margaret Stange-Gläsener und Mathias Geraldy.

Im Hintergrund eine Arbeit von Helga

Borisch „Textiler Wandteppich“

Eine Welt ohne Kunst, möchte ich mir

nicht vorstellen und Sie? Wenn ich

ernsthaft versuchen würde ein solches

Szenario zu visualisieren, wenn ich mir

ausdenke, dass mein Alltag ohne Bilder und

Skulpturen umgeben wäre, könnte ich mir

in weniger als einer Minute eine Depression

einfangen. Das passiert wahrscheinlich bei

einem langfristigen Lichtentzug, vielleicht ist

Kunst für mich so etwas wie Licht. Beide Elemente

bereichern das Leben, beflügeln meine

Kreativität und bilden mein Wesen. Das

hat die Werbung auch längst gemerkt und

sie beliefert uns mit irgendwelchen Slogans

und Bildern von talentierten Fotografen. Ich

sehe sie gerne und bin immer auf der Suche

nach niveauvollen Werbeanzeigen, die mich

nachdenklich machen und meiner Fantasie

freien Lauf lassen. Kunst ist nicht nur in

Museen zu finden. Von meiner Sorte gibt

es zum Glück viele. Ich erkenne sehr schnell

wer, mehr oder weniger, ein Bewunderer der

Kunst ist, denn unsere Augen leuchten sobald

wir wieder ein Kunstwerk an den Wänden

entdecken. Wir umgeben uns gerne mit

Kunstgegenständen, unsere Seele „fühlt“ die

Umgebung, die Farben, die Formen, die Ausstrahlung.

Wir sind gerne dort wo Kunst präsent

ist. Es gibt beispielhafte Banken, Praxen

und Firmen, die ihre Arbeitsräume schon seit

langem und das nicht nur zufällig, mit Kunst

bestücken.

Würden Sie gerne vor einer leeren und

vielleicht sogar grauen Wand arbeiten? Ein

46

SOMMER | 2018


derartiger Raum würde mich mich an ein

Gefängnis oder an alte Klischees von Krankenhäusern

erinnern (in dem der Patient

daran erinnert wird, dass er krank ist). Es

Mathias Geraldy, zu seiner Rechten die

Skulpturen von Ulrich Wohlgemut, „Köpfe“.

gibt zum Glück mittlerweile schöne Gesundheitshäuser,

mit viel Kunst und folglich besser

gelaunten Patienten. Dort ist heutzutage

auch die Heilungskraft der Kunst ein bewiesenes

Thema.

KUNST BRAUCHT FÖRDERER!

Stadtsparkassen sind Institutionen die

Gutes tun, in dem sie meist lokale Kunst

ankaufen , um zugleich die Künstler/innen

der Kunstszene ihrer Stadt zu fördern. Diese

sehr beispielhafte Einstellung, begleitet von

zahlreichen sozialen Initiativen, verdient

Anerkennung und sie bekommt sie selbstverständlich

auch von uns.

Zu diesen Förderern zählt auch die Stadtsparkasse

Magdeburg. Ohne ihr gemeinnüt-

ziges Engagement wären so manche kulturellen

Projekte auf sich allein gestellt und

wahrscheinlich nicht realisierbar.

Wie unsere Leser/innen sicherlich in Erinnerung

behalten haben, wird der Allee-

Center-ART-Preis, (siehe Artikel Seite..) seit

2015 auch von der Sparkasse Magdeburg

unterstützt und die Erträge ihrer 1997

gegründeten Stiftung für Kunst und Kultur,

werden jährlich an förderungswürdige

Kunst-Aktionen ausgeschüttet. Somit

ist eine kontinuierliche Unterstützung des

kulturellen Lebens auch in wirtschaftlich

schwierigen Zeiten möglich.

Weiterhin wurden und werden auserlesene

Kunstwerke und Sammlungen angekauft,

um sie für die Allgemeinheit zugänglich

zu machen. Wir hatten im Frühling diesen

Jahres Glück und konnten uns zusammen

mit Margaret Stange-Gläsener (Managerin

Allee-Center Magdeburg) und Matthias

Geraldy (Pressesprecher der Stadtsparkasse)

einen Überblick über die Kunstsammlung direkt

vor Ort verschaffen.

Die Etagen des Sparkassenbaus sind mit

vielen Werken bedeutender Künstler/innen

bestückt, wie diverse Fotografien von David

Lynch oder Gemälde von Max Uhlig, von

Dieter Ladewig und Josef Ebnöther, um nur

einige zu nennen.

Wirklich eine facettenreiche und sehenswerte

Sammlung von Bildern, Plastiken und

Objekten, die einen Aufenthalt in der Filiale

nur bereichern kann!

47


DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

Künstler bewerben sich für die nächste ART A10

Wildau – 11.10.-28.10.2018

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

Letzter Aufruf für Kunstschaffende der Bereiche Fotografie,

Bildhauerei/ Objektkunst und Malerei!

Anfänglich noch mit Fragezeichen behaftet,

hat sich die ART A10 nun zu einer

der beliebtesten Kunstmeilen der dortigen

Kunst- und Kulturszene etabliert. Dieses

haben wir nicht zuletzt Sven Schulze

(Center Manager A10 Center) zu verdanken,

der sich jedes Jahr mit großem persönlichen

Engagement für dieses Kunst-

Juwel in seinem Center einbringt.

ART A 10 2017 - Auch Sven Schulze (Center Manager

A10 Wildau) stellt sich für ein Interview zur Verfügung.

Daraus ist eine sehenswerte Reportage entstanden.

Während der Ausstellung haben alle

teilnehmenden Künstler/innen die einmalige

Gelegenheit, circa 500‘000 Besuchern

ihre eigene Kunstproduktion zu zeigen.

Die professionelle Präsentation ist vergleichbar,

wie die auf einer internationalen

Kunstmesse und die Vergabe von drei

Kunstpreisen bereichert zusätzlich das

Konzept der Kunstaktion.

48

SOMMER | 2018


- BEWERBUNGEN -

Noch bis zum 31.07.2018 können sich

professionell arbeitende Künstler/innen der

Region Berlin Brandenburg mit ihren Arbeiten

für die ART A10 in Wildau bewerben.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert

keinen Abschluss an einer anerkannten

Akademie, gefragt ist gekonnte Kunst

auf hohem Niveau, auch von talentierten

„Selfmade-Künstlern“.

Es sind bis zu zehn Fotos der Arbeiten aus

der Produktion der letzten zehn Jahre (in

digitaler Form oder auf Fotopapier entwickelt)

einzureichen. Zudem sollten die Fotos

mit den üblichen Werkbeschreibungen

(Titel / Größe / Technik / Entstehungszeit)

versehen sein. Eine kurze Biographie ist außerdem

erforderlich. Das Material kann per

Mail (art-a10@city-art.info) oder persönlich

unter der nachstehenden Adresse an

der Kundeninformation des A10-Centers

Wildau eingereicht werden:

A10 Center Wildau, Centermanagement,

Chausseestr. 1, 15740 Wildau

Es gibt keinerlei Einschränkungen bezüglich

der Themenwahl und der Formate der

Kunstwerke (vorausgesetzt ihre Lieferung

und Installation stellt keine Gefährdung

und kein Hindernis für die Besucher dar).

Die Aussteller/innen haben keinerlei Ge-

ART A 10 2017 - Die Künstlerin Sylvia Seelmann (Preisträgerin)

gibt gerade ein Interview für den Fernsehsender rbb.

ART A 10 2017 - Besucher der Ausstellung vorden Bildern

des Künstlers Günter Böhme(Preiträger 2017)

49


DER KUNSTBLITZ | ART A 10 WILDAU

bühren zu tragen, allerdings sind sie für einen

sicheren Transport ihrer Werke selbst

verantwortlich und müssen für die entsprechenden

Kosten aufkommen.

Die Arbeiten sind während der Ausstellungszeit

über das Center versichert und sie

können zum Verkauf angeboten werden.

„KUNSTPREIS BRANDENBURG“

Am Tag der Vernissage (die sehr gut von

Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft

besucht wird) werden auch die Namen der

drei Preisträger bekannt gegeben.

Den „Publikumspreis“, dotiert mit

500,00 Euro, wählt das Publikum direkt

im Center mittels Wahlkarte (auch in diesem

Fall ist die Abgabe eines Kunstwerkes

nicht vorgesehen).

Die Bewerbungsfrist endet am 31. 07.

2018. Die Organisation freut sich auf Ihre

Bewerbungen.

Die Teilnahmebedingungen entnehmen

Sie bitte der Web.Seite: www.art-A10.de.

Erster Preis: Eine kompetente Jury wählt

aus allen Exponaten ein Kunstwerk für

die Kunstsammlung des A10 Centers. Das

bedeutet, dass der mit mit 3.000,00 Euro

dotierte Preis, an einen Kunstschaffenden

vergeben wird, der im Gegenwert eins seiner

Werke (von der Jury ausgewählt) der

A10-Center-Kunstsammlung überlässt

(unabhängig vom realen Marktwert seiner

Arbeit, der eventuell auch unter oder über

dem oben genannten „ART A10-Preis“ liegen

kann).

Der zweite Kunstpreis ist mit 1.500,00

Euro dotiert (die Abgabe eines Kunstwerkes

ist in diesem Fall nicht vorgesehen).

ART A 10 2017 - Die Künstlerin Monika Haupt mit

ihrer Skulptur, „Sprung“.

50

SOMMER | 2018


ART A 10 2017 - Skulpturen des Künstlers

Uli Mathes

ART A 10 2017 - Ein Gemälde der Künstlerin Karin Koch

ART A 10 2017 - Die Künstlerin Andrea Streit vor ihren

Zeichnungen

ART A 10 2017 - Eine Fotografie des

Künstlers Ludwig Till

51


DER KUNSTBLITZ | THE METROPOLITAN MUSEUM OF ART

Gustav Klimt (Baumgarten 1862–1918 Wien) Liegender Akt mit Drapierung, Rückansicht, ca. 1917–1918

Graphit auf Papier. Das Metropolitan Museum of Art, New York,Vermächtnis von Scofield Thayer, 1982

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SOMMER | 2018


OBSESSION

AKTBILDER VON KLIMT, SCHIELE UND PICASSO

AUS DER SAMMLUNG SCOFIELD THAYER

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DER KUNSTBLITZ | THE METROPOLITAN MUSEUM OF ART

Bis 7. Oktober 2018 - Das Met Breuer, Etage 2

Die Ausstellung „Obsession: Aktbilder

von Klimt, Schiele und Picasso

aus der Sammlung Scofield Thayer“

zeigt im Sommer auf dem Met Breuer eine

Auswahl aus der Sammlung Scofield Thayer

des Metropolitan Museum of Art mit rund

50 erotischen und suggestiven Aquarellen,

Zeichnungen und Drucken von Gustav Klimt,

Egon Schiele und Pablo Picasso. Die Ausstellung

bietet einen fokussierten Blick auf

diese wichtige Sammlung und zeigt brillante

Arbeiten dieser bedeutenden Künstler;

gleichzeitig betont sie auch den hundertsten

Todestag von Klimt und Schiele.

Scofield Thayer (1889-1982), Ästhet und

Sohn einer wohlhabenden Familie, war von

1916 bis 1926 Mitherausgeber und später

alleiniger Herausgeber der Literaturzeitung

Dialvon. In dieser avantgardistischen Zeitschrift

führte er die Amerikaner u.a. in die

Schriften von TS Eliot, Ezra Pound, DH Lawrence,

Arthur Schnitzler, Thomas Mann und

Marcel Proust ein. Er begleitete die Beiträge

dieser Autoren häufig mit Reproduktionen

moderner Kunst. Thayer sammelte zwischen

1921 und 1923 in London, Paris, Berlin und

Egon Schiele (Tulln 1890–1918 Wien) Stehender

Akt mit schwarzen Strümpfen, 1917Aquarell und

Kohle auf PapierDas Metropolitan Museum of Art,

New York, Vermächtnis vonScofield Thayer, 1982

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SOMMER | 2018


Pablo Picasso (Malaga 1881–1973 Mougins, France) Erotische Szene (La Douceur), 1903 Öl auf Leinwand

Das Metropolitan Museum of Art, New York, Vermächtnis von Scofield Thayer, 1982

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DER KUNSTBLITZ | THE METROPOLITAN MUSEUM OF ART

Gustav Klimt (Baumgarten 1862–1918 Wien)

Liegender Akt, ca. 1912–13, Graphit auf Papier,

Das Metropolitan Museum of Art, New

York, Vermächtnis von Scofield Thayer, 1982

Egon Schiele (Tulln 1890-1918 Wien) Stehender

Akt mit orangenen Drapierungen, 1914, Aquarell,

Gouache und Graphit auf Papier, (46,4 x 30,5 cm).

Das Metropolitan Museum of Art, New York, Vermächtnis

von Scofield Thayer, 1982

Wien -in atemberaubender Geschwindigkeit-

etwa 600 Werke aus Papier. Während

er Patient von Sigmund Freud in Wien war,

erwarb er eine große Gruppe von Aquarellen

und Zeichnungen von Schiele und Klimt,

die zu dieser Zeit in Amerika unbekannt

waren. Als 1924 eine Auswahl aus seiner

Sammlung in der New Yorker Montross

Gallery gezeigt wurde - fünf Jahre vor der

Eröffnung des Museum of Modern Art -gewannen

diese Künstler an Anerkennung. Im

selben Jahr, fand jedoch eine Ausstellung in

Thayers Geburtsstadt Worcester, Massachusetts

(im Worcester Art Museum) wiederum

keine Bewunderung, als sie gezeigt wurde.

56

SOMMER | 2018


Egon Schiele (Tulln 1890–1918 Wien) Selbstporträt,

1911, Aquarell, Gouache und Graphit auf Papier.

Das Metropolitan Museum of Art, New York,

Vermächtnis vonScofield Thayer, 1982

1929 verfasste Thayer sein Testament und

überließ seine Sammlung dem Metropolitan

Museum of Art . Er zog sich in den späten

1920er Jahren aus dem öffentlichen Leben

zurück und lebte bis zu seinem Tod 1982 als

Einsiedler auf Martha‘s Vineyard und in Florida.

Obsession: Aktbilder von Klimt, Schiele und

Picasso aus der Scofield Thayer Collection

wird von Sabine Rewald, der Kuratorin für

Moderne Kunst von Jacques und Natasha

Gelman, in der Abteilung für moderne und

zeitgenössische Kunst des Metropolitan Museum

of Art, organisiert.

Egon Schiele (Tulln 1890–1918 Wien) Liegender

Halbakt mit erhobenen Armen, 1914, Graphit auf

Papier. Das Metropolitan Museum of Art, New

York, Vermächtnis von Scofield Thayer, 1982

Die Ausstellung wird von einem von The Met

herausgegebenen Katalog begleitet, und

wird teilweise von der Peter Jay Sharp Foundation

ermöglicht.

Die Barrie A. Deedee Wigmore Foundation

unterstützt die Ausstellung.

The Met Breuer

945 Madison Avenue,

New York, NY 10021

Phone: 001-212-731-1675

57


DER KUNSTBLITZ | MAGDEBURG

AMBITUS. Kunst und Musik heute

Anri Sala: Take Over, 2017, 2-Kanal-Projektion

Das Wort Ambitus bezeichnet den Tonumfang

und steht Pate für den Titel der Ausstellung,

die das Kunstmuseum Kloster Unser

Lieben Frauen Magdeburg ab September

2018 zeigt. Von den tiefsten Tiefen bis zur

höchsten Note beschreibt er die Spannweite

von Stimme oder Instrument in einem

Musikstück. Und so ist auch die Ausstellung

angelegt: Sie umfasst die ganze Bandbreite

von der Klangkunst bis zur zeitgenössischen

Musik und zur Bildenden Kunst. Die

Ausstellung bietet damit die seltene Gelegenheit,

Kunstwerke aus diesen Bereichen

in einem gemeinsamen Kontext zu erleben.

Im Kunstmuseum liegt der Schwerpunkt

auf den neueren Entwicklungen in diesem

künstlerischen Zwischenreich. Mit Werken,

die nach der Jahrtausendwende entstanden

sind, wird ein weites Feld zwischen

Kunst und Musik eröffnet: vom Zauber einer

abstrakten Klangwelt der Elektrostatik

in der „Cloud“ von Christina Kubisch über

den harten Nullpunkt der Musik bei Rainer

Kohlbergers „not even nothing can be free

of ghosts“ bis hin zu Anri Salas „Take Over“.

Bei dieser monumentalen Videoinstallation

entwickelt sich ein Spiel der bildlichen wie

musikalischen Assoziationen, in das man in

58

SOMMER | 2018


Brian Eno: Chord Tritone, 2017, light box: LED lights, Perspex, wood, unique music composition on usb stick,

65 x 130 x 19 cm, photography Todd White courtesy Paul Stolper Gallery, London 2018

der Medienlounge unter dem Dach eintauchen

kann.

Einen ersten Höhepunkt wird die Ausstellung

schon am Eröffnungstag am 8.

September finden: Abends wird mit dem

„Water Walk“, benannt nach einem Stück

von John Cage, eine Verbindung zwischen

dem Kunstmuseum und dem Gesellschaftshaus

(Haus der Musik) geschaffen.

Bespielt mit künstlerischen Interventionen,

Musik, Kunst- und Lichtinstallationen

wird der Weg entlang der Elbe zum Ziel.

Die Ausstellung im Kunstmuseum läuft bis

6. Januar 2019.

Teilnehmende Künstlerinnen

und Künstler (Auswahl):

Werner Amann, Cory Arcangel, Candice

Breitz, Robbie Cornelissen, William

Engelen, Jonas Englert, Brian Eno, Douglas

Henderson, Annika Kahrs, Rainer

Kohlberger, Christina Kubisch, Kaffe

Matthews, Bjørn Melhus, Michaela Melián,

People Like Us (Vicki Bennett), Anri

Sala, Marc Sabat und Mareike Lee, Yehudit

Sasportas, Richard T. Walker

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DER KUNSTBLITZ | ALLEE-CENTER-ART

Künstler bewerben sich für die nächste

Allee-Center-ART 2019 !

Kreative und professionelle Kunstschaffende

aus dem Raum Sachsen Anhalt (auch

ohne den Abschluss an einer Kunstakademie)

können sich bis spätestens Ende Dezember

2018 für die nächste erfolgreiche

Kunstausstellung in Magdeburg bewerben.

Unter dem Motto „Die Leichteste ART, der

KUNST zu begegnen“ setzt sich Frau Stange-Gläsener

(Center-Managerin des Allee-

Centers Magdeburg) auch im nächsten Jahr

wieder für die Schau in Ihrem Hause ein. Ihr

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

stetiges Engagement für die Allee-Center-

ART und somit für die Kunstszene der Region

Sachen Anhalts hat sich bewährt, denn

die Ausstellung schreibt seit 2013 Erfolgsgeschichte.

Wir erinnern an dieser Stelle, dass das Allee-Center

während der Ausstellungsdauer

einige hunderttausende Besucher zählt.

- Die nächste Allee-Center-ART 2019 in

Magdeburg sucht für Ihre sechste Edition

erfahrene Künstler/Künstlerinnen aus

Sachsen Anhalt, die sich auf Grund ihrer

Kunstproduktion und Biografie angesprochen

fühlen. -

Bei Interesse senden Sie bitte, bis spätestens

Ende Dezember 2018, maximal 10 Fotos

der Werke (die Sie in der Allee-Center-

ART 2019 präsentieren wollen), per E-mail

an folgende Adresse: ausstellung@alleecenter-art.de

Wer heute noch keinen PC besitzt oder

keine Internetverbindung nutzt, kann die

Bewerbung in Form einer Mappe an der

Kundeninformation des Allee-Center Magdeburg

abgeben oder per Post an die nachstehende

Adresse schicken:

DER KUNSTBLITZ

„Allee-Center-ART 2019“

Vohwinkeler Str. 154

42329 Wuppertal

DIE TEILNAHME AN DER VERANSTALTUNG IST FÜR DIE KÜNSTLER/INNEN KOSTENLOS!

Die Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte der Webseite www.allee-center-art.de

Ausstellungsort: Allee-Center, Magdeburg – Ausstellungszeitraum: 7.3.-30.03.2019

60

SOMMER | 2018


Allee-Center-ART 2018 !

Durch die Kooperation des Allee-Centers

mit der Stadtsparkasse und der Stadt

Magdeburg (die sich im Rahmen der Otto

Kampagne einbringt) hatten die Teilnehmer/innen

wieder die Gelegenheit, einen

der drei Kunstpreise zu gewinnen.

Den ersten Preis (in Höhe von 1.500

Euro, die das Allee-Center zur Verfügung

gestellt hat) erhielt in diesem Jahr die

Künstlerin Pauline Ulrich (wie unsere Leser/innen

sicherlich noch wissen, gewann

sie ein Jahr zuvor den Publikumspreis).

Ihre Plastiken und gekonnten Keramikarbeiten

haben nicht nur die Jury überzeugt,

sondern auch einige aufmerksame Kunstsammler/innen,

die jedes Jahr den Weg

zur Ausstellung finden, um neue „Schätze“

für sich entdecken zu können.

Den zweiten Preis, mit tausend Euro

dotiert, wurde von der Stadtsparkasse

Magdeburg gespendet. Der Pressesprecher

und Leiter der Unternehmenskommunikation

des Bank-Instituts, Mathias Geraldy,

war auch in diesem Jahr Mitglied der Jury,

zusammen mit Margaret Stange-Gläsener

(Allee-Center Magdeburg), Rainer Nitsche

(Beigeordneter – Dezernat für Wirtschaft,

Tourismus und regionale Zusammenar-

Von l. Nach r. Georg Bandarau (Pro M Magdeburg), die

Künstlerin Iris Band und Margaret Stange-Gläsener

(Managerin Allee-Center Magdeburg).

Ein echter Liebhaber von Pauline Ulrichs Arbeiten.

Der Kunstsammler Johannes Wirries hat bereits zwei

Kunstwerke für seine Sammlung erworben.

61


DER KUNSTBLITZ | ALLEE-CENTER-ART

Hans-Rainer Otto Rausch „Leporello“

beit der Landeshauptstadt Magdeburg), Dr.

Uwe Förster (Museum unser lieben Frauen)

und Georg Bandarau (Pro M Magdeburg).

Der dritte Preis (mit 500,00 Euro und

von Pro M Magdeburg gestellt) ging an

die Malerin Iris Band und wurde eigens

vom Publikum durch die Abgabe einer

Wahlkarte, entschieden.

Die Kunstsammlerin Dr. Olga Sokolova hältdas Werk

„Blütenraub“in ihren Händen. Daserworbene Objekt stammt von

Rosemarie Ullrich (Mutter von Pauline), die zum ersten Mal in

diesem Jahr an der Allee-Center-ART teilgenommen hat.

Auch im Jahr 2019 werden drei Preise

von der Allee-Center-ART ausgeschrieben.

Wir dürfen uns erneut auf eine spannende

Ausstellung und somit auf ein heißes

Rennen um die Preise freuen.

Auch der Künstler Hans-Rainer Otto Rausch ließ sich

die Gelegenheit nicht entgehen, ein Kunstwerk der

Kollegin Iris Band für seine eigene Kunstsammlung zu

erwerben .Foto: Der Künstler Hans-Rainer Otto Rausch

mit seiner Frau (in der Mitte die erworbene Landschaft).

Hans Gieraths und Pauline Ullrich. Der Kunstsammler hat

die Skulptur„Dshamilja“während der Ausstellung für seine-

Sammlung entdeckt.

62

SOMMER | 2018


Von l. Nach r. Rainer Nitsche (Beigeordneter–Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit

der Landeshauptstadt Magdeburg), Margaret Stange-Gläsener (Managerin Allee-Center Magdeburg),

Pauline Ullrich (Preisträgerin), Georg Bandarau (Pro M Magdeburg) und Mathias Geraldy (Leiter Unternehmenskommunikation

und Pressesprecher der Stadtsparkasse Magdeburg).

Die Künstler/innen der Allee-Center-ART 2018

Zur Erinnerung listen wir nochmals alle teilnehmenden Künstler/innen auf, die

diese Ausstellung mit ihrer Partizipation erneut sehenswert gemacht haben: Christoph

Ackermann (Malerei), Iris Band (Malerei),Sandra Eichler (Malerei),Diana Gehlhoff

(Drucktechniken), Christoph Kunze (Fotografie), Philipp Liehr (Skulpturen),

Frank Nitsche (Malerei & Drucktechniken), Sebastian Noe (Objekte & Skulpturen),

Hans-Rainer Otto Rausch (Drucktechniken), Bernd Steinert (Malerei), Ingrid Thielbeer

(Malerei), Johanna Marika Thoms (Malerei), Pauline Ullrich (Skulpturen, Drucktechniken),

Rosemarie Ullrich (Skulpturen, Objekte), Ines Zimmermann (Malerei).

63


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

MUSEUM FÜR FOTOGRAFIE BERLIN

KÜNSTLER KOMPLEX

FOTOGRAFISCHE PORTRÄTS VON BASELITZ BIS WARHOL. SAMMLUNG PLATEN

BIS 7. OKTOBER 2018

EINE SONDERAUSSTELLUNG DER KUNSTBIBLIOTHEK – STAATLICHE MUSEEN ZU BERLIN

Anhand von rund 180 Arbeiten der Jahre

1917 bis 2000 zeigt die Ausstellung nicht

nur die Vielfalt fotografischer Künstlerporträts,

sie lässt auch die Kunst- und Künstlergeschichte

des letzten Jahrhunderts Revue

passieren. Berühmte aber auch wenig

bekannte Fotografinnen und Fotografen,

darunter Berenice Abbott, Brassaï, Henri

Cartier-Bresson, Helga Fietz oder Jérôme

Schlomoff sind mit ikonischen Porträts von

Pablo Picasso und Salvador Dalí über Frida

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

Kahlo und Andy Warhol bis hin zu Jeff Koons

und Marina Abramović vertreten. Die

Werke stammen aus der Sammlung Angelika

Platen.

Der Begriff des Künstlers wird häufig

mit Genialität, Einfallsreichtum und Gestaltungsfreiheit

verbunden, während Carl

Gustav Jung den Begriff „Komplex“ als

ein Gefüge von Gefühlen, Gedanken und

Erinnerungen definiert, das sich um einen

bedeutenden Zusammenhang in der Psyche

gruppiert und das Denken und Handeln

bestimmt. Die Ausstellung verbindet

beide Begriffe und untersucht den Künstler

als eine aus bestimmten Vorstellungen

und Motiven zusammengefügte bildliche

Erscheinung – exemplarisch manifestiert

im fotografischen Porträt. Die Fotografin

Angelika Platen – selbst eine bedeutende

Künstlerporträtistin – hat die vielfältigen

Formen des fotografischen Künstlerbildnisses

in einer umfangreichen Sammlung vereinigt.

Rund 160 Exponate daraus werden

Robert DoisenauLes Pains de Picasso,

1952© Robert DOISNEAU/RAPHO

Bernard SilbersteinFrida Kahlo, 1940©

Bernard G. Silberstein, FAPS, FRPS

Lieselotte StrelowJoseph Beuys, 1967©

Gesellschaft Photo-Archiv e.V. Bonn / VG

Bild-Kunst,Bonn 2018

64

SOMMER | 2018


Wilfried Grootens

Wilfried Grootens, Ohne Titel

Bemaltes ,verklebtes, poliertes Floatglass

65


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

im Sommer 2018 im Museum für Fotografie

zu sehen sein. Die Schau fächert tradierte

ebenso wie experimentelle Facetten des

Künstlerporträts auf. Arbeiten von Berenice

Abbott, Brassaï, Henri Cartier-Bresson,

Gisèle Freund, Heinz Hajek-Halke und Arnold

Newman sind neu zu entdecken neben

weniger bekannten Fotografinnen und Fotografen

wie Helga Fietz, Hildegard Heise

oder Jérôme Schlomoff, die mit ihren ikonischen

Bildnissen von Georg Baselitz, Jean-

Michel Basquiat, Max Beckmann und Ernst

Wilhelm Nay in die Fotografiegeschichte

eingegangen sind. Gleichzeitig werden außergewöhnliche

Künstlerbildnisse vorgeführt,

die das repräsentative Porträtformat

konterkarieren, etwa Christopher Makos‘

transvestitische Aufnahmen von Andy Warhol.

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

„Künstler Komplex – Fotografische Porträts

von Baselitz bis Warhol. Sammlung

Platen” wird großzügig gefördert durch die

Sparkassen-Finanzgruppe, Hauptförderer

der Staatlichen Museen zu Berlin.

Thomas AdelMarina Abramovi?, 1994© Thomas Ade

Pablo VoltaJean Arp, 1958© Pablo Volta

Museum für Fotografie

Jebensstr. 2, 10623 Berlin

Di, Mi, Fr, Sa + So 11 – 19 Uhr, Do 11 – 20 Uhr

Bildung, Vermittlung, Besucherdienste

Genthiner Str. 38

D – 10785 Berlin

Tel 030 266 424242 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)

Ken HeymanRoy Lichtenstein, 1964© Ken Heyman

66

SOMMER | 2018


2019

AUSSTELLUNG - 7. bis 30. März 2019

ART KUNST

Die leichteste , der zu begegnen!


FLORENTINA

PAKOSTA

Florentina Pakosta, Vorfreude, 1981; Museum der Moderne, Salzburg

TÄGLICH 10 BIS 18 UHR, MI & FR BIS 21 UHR

30. 5. BIS 26. 8. 2018

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