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INFO

2/2003

32. Jahrgang

INFORMATIONEN

FÜR RELIGIONS-

LEHRERINNEN UND

RELIGIONSLEHRER

BISTUM LIMBURG

„Nimm und lies!“

Religionsunterricht im

Jahr der Bibel


EDITORIAL

Ernst Alt „Toraliebe“ © Gollenstein Verlag

Ständig sind wir hinter dem Willen Gottes her. „Dein Wille

geschehe!“ Hier wäre Religion jedenfalls intellektuell einmal ganz

einfach. Auf die berühmte Frage Kants. „Was soll ich tun?“ hatte Jesus

schon die einfache Antwort gegeben – den Willen des Vaters, nicht

mehr und nicht weniger: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so

auf Erden.“

Wenn es weiter nichts ist – so seufze ich manchmal –, wenn wir das

wirklich wüssten, worum wir immer beten! Die schlimmste Häresie

der Frommen ist die Verwechselung des eigenen Willens mit dem

Willen des Vaters. Je länger und je inbrünstiger einer um die Erkenntnis

dieses göttlichen Willens gebetet hat, umso mehr könnten die

Zweifel verschwinden und umso leichter wird es, den eigenen Willen

mit dem göttlichen zu verwechseln. Gegen diese Häresie der Frommen

steht die Szene am Ölberg, in der Matthäus Jesus selbst beten lässt:

„Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber.

Aber nicht wie ich will, sondern wie Du willst.“ Wo sonst sind wir

Jesus näher als in der Angst vor Gottverlassenheit. Wenn selbst Jesus

die Differenz zwischen dem göttlichen und dem eigenen Willen zum

Thema macht, sollten wir vor dieser Verwechselung gewarnt sein.

Im Jahr der Bibel denken wir auch einmal sehr grundsätzlich

darüber nach, was uns dieses Buch der Bücher bedeutet. Ehrwürdige

Titel wie „Heilige Schrift“, „Wort Gottes“ – enthalten

sie nicht das Versprechen oder doch wenigstens die

Aussicht, hier den Willen Gottes schlicht nachlesen zu

können? Was wüssten wir nicht alles gerne, Gottes

Willen, unser Schicksal, das, was uns in Zukunft erwartet.

Wie willkommen wäre doch der eine oder andere

Hinweis, der uns dort, wo sich der Weg teilt und wir uns

entscheiden müssen, nur einen winzigen Wink gäbe ob

rechts oder ob links.

Von Goethes Mutter wissen wir, dass sie eine routinierte

Bibelstecherin war: Mit einer Nadel in das geschlossene

Buch stechen und eine Stelle aufspießen, die dann zur

persönlichen Botschaft wird. Wer diese Methode

praktiziert, braucht keine Wahrsagerin und keine Tarot-

Karten mehr. Nehmen wir einmal an, die Nadel landet im

Buch Jesaja im 55. Kapitel, Vers 8-9: „Meint Gedanken

sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine

Wege, Spruch des Herrn. So hoch der Himmel über der

Erde ist, so hoch erhaben sind meine. Wege über eure

Wege, und meine Gedanken über eure Gedanken.“ Die Bibel ist das

gewaltige Dokument eines Gottes, der sich offenbart, indem er sich

entzieht. ER offenbart sich als einer, der nicht verfügbar ist, auch nicht

in Buchstaben.

Dr. Eckhard Nordhofen

– Dezernent –


BEITRÄGE

Gottes dunkle Seiten? Biblische Notizen wider die Verharmlosung

der Gottesrede / Klaus Scholtissek 84

UNTERRICHTSPRAXIS

Lernstraße „So wurde die Bibel“ / Christa Kuch 92

Szenisches Lesen von Bibeltexten im Religionsunterricht

der Grundschule / Gabriele Theuer 123

Drehbuch: Bibel – Biblische Geschichten

als Filmerzählungen / Franz Günther Weyrich 127

LITERATUR & MEDIEN

Literaturübersicht: Bibelausgaben 133

Internet-Links zum Jahr der Bibel 137

Rezensionen 137

INFOS & AKTUELLES

Zur Person 148

Coole Jungs und ein schmunzelnder Engel 149

Neuer Fachbericht der Kultusministerkonferenz

zum Katholischen Religionsunterricht 150

Sonderheft „Bibeljahr 2003“ 150

Bibel weltweit in 2.300 Sprachen 151

Mit der Bibel groß werden 151

Wissenswertes zur Bibel 151

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2003 152

Im Dienst der Kirche 152

INFO-Einzelheftbestellung 154

Veranstaltungen 155

SONSTIGES

Übersicht der Autoren/-innen und Rezensenten/-innen 157

Adressen Dezernat und Ämter 158

Impressum

Herausgeber:

Dezernat Schule und Hochschule im

Bischöflichen Ordinariat Limburg

Postfach 13 55, 65533 Limburg

Roßmarkt 12, 65549 Limburg

Fon 06431/295-235

Fax 0 64 31 /295-237

www.schule-und-hochschule.de

E-Mail: Schule@BistumLimburg.de

Schriftleitung:

Dipl.-Theol. Martin W. Ramb

Dezernat Schule und Hochschule

Postfach 13 55, 65533 Limburg

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Redaktion:

Franz-Josef Arthen, Christa Kuch,

Bernhard Merten, Martin E. Musch-

Himmerich, Martin W. Ramb, Franz-

Günther Weyrich

Offizielle Äußerungen des Dezernates

Schule und Hochschule werden als solche

gekennzeichnet. Alle übrigen Beiträge

drücken die persönliche Meinung der

Verfasser aus.

Nachdruck, elektronische oder photomechanische

Vervielfältigung nur mit besonderer

Genehmigung der Redaktion.

Bei Abbildungen und Texten, deren Urheber

wir nicht ermitteln konnten, bitten wir

um Nachricht zwecks Gebührenerstattung.

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Bücher kann nicht zugesagt werden.

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Druck:

JVA Diez, Limburger Straße 122

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Fon 06432/609-340

Fax 0 64 32 /609 -3 43

Für Interessierte haben wir die Ausgaben

ab Jahrgang 1999 auf unserer

Homepage archiviert.

www.ifrr.de

Beilagenhinweis:

Der Gesamtauflage ist ein Prospekt

des Verlages Bergmoser+Höller,

Aachen beigefügt.

Wir bitten um freundliche Beachtung.

Titelbild:

Ernst Alt „Toraliebe“

aus: Armin Schmitt (Hg.): Mnemosyne – Der Maler

und Bildhauer Ernst Alt © Gollenstein Verlag

ISSN 0937-8162 (print)

ISSN 1617-9234 (online)

INHALT


BEITRÄGE

84

Gottes dunkle Seiten?

Biblische Notizen wider die Verharmlosung der Gottesrede

1. Gegen die Halbierung des Lebens

durch Ausblendung des Leidens

und Sterbens

Von Gottes dunklen Seiten 1 zu sprechen,

geschieht weithin im Zusammenhang

einer Abwehr eines dunklen, verschatteten

und autoritären Gottesbildes,

das die „alte“, „vorkonziliare“ kirchliche

Verkündigung und Bußpraxis bestimmt

haben soll (und teilweise auch

bestimmt hat). Gegen die Kontrastfolie

des „strengen Richtergottes“ wird dann

gerne die einfache Verkündigung Jesu

vom barmherzigen, in seiner Menschenliebe

nie ermüdenden Vatergott gesetzt.

So verständlich und notwendig diese

Reaktion ist, die den liebenden Gott,

der selbst Liebe ist und Liebe schenkt,

herausstellt, bei einseitiger Überbetonung

kann auch sie eine lähmende, die

Menschen in vielen existenziellen Fragen

alleinlassende Wirkung entfalten:

Ein Gott, der alles und jedes liebt und

niemandem zu nahe tritt, wird als metaphysischer

Teddybär wahrgenommen

werden. Niemand braucht ihn und sich

selbst mehr ernst zu nehmen.

Solche zu Kitsch und Softversionen

neigende Gottesverkündigung trifft gegenwärtig

auf einen gesellschaftlichen

Trend, den sie unter Umständen – ohne

es zu wollen – noch verstärkt: die Verdrängung

des menschlichen Leidens

und insbesondere des Todes aus dem

öffentlichen und privaten Bewusstsein.

Die Grenzen und Fehler des Menschen,

seine Krankheiten und Schicksalsschläge

kommen in der immer modisch

jungen und sich dynamisch gerierenden

Werbe- und Medienwelt nicht vor.

Krankheiten und Tod, Ehescheidungen

und ihre Spätfolgen bei den Ehepartnern

und deren Kinder werden privatisiert,

aus der Öffentlichkeit immer

mehr verdrängt. Die Beerdigungen finden

immer häufiger „in aller Stille“ statt.

INFORMATIONEN 32 2/2003

Oft erfahren entferntere Angehörige

und Freunde erst nach der „stillen“ Beerdigung

oder Einäscherung vom Tod

ihres Verwandten oder Bekannten.

Der Tod selbst, seine Vorboten und

seine Folgen werden erfolgreich tabuisiert.

Das Leid und die Lebens-Schreie

der Kreaturen fallen den ungeschriebenen

Gesetzen des öffentlichen Lebens

zum Opfer. Es ist eben sehr viel leichter

und angenehmer, über die neuesten

Wellness-Angebote zu sprechen, als

den existenziellen Fragen und Nöten

bei sich selbst oder bei anderen nachzugehen.

Gerade angesichts dieser Situation

gibt es innergesellschaftlich und eben

auch im Religionsunterricht eine fatale

Weise, vom „lieben Gott“ zu sprechen,

die diesem gesellschaftlichen Trend

Vorschub leistet und damit letztlich die

Hoffnungslosigkeit der Welt verdoppelt.

Denn Leiderfahrungen der Kinder,

die am Religionsunterricht teilnehmen

sowie von Erwachsenen können

im Kontext der Gottesrede dann nicht

mehr angemessen thematisiert werden.

In der kirchlichen Praxis hat eine überzogene,

fast naive, ja harmoniesüchtige

Gottesverkündigung zu einem verbreiteten

Verlust der Leid- und Schmerzempfindlichkeit

der biblischen Gottesrede

und des biblischen Gottesglaubens

geführt. Charakteristisch für dieses

folgenreiche Defizit ist der Ausfall

der Klage in den Gottesdiensten, den liturgischen

Gebeten und damit auch in

der Gottesbeziehung über die erlittenen

und erfahrenen Verwundungen und Verletzungen.

Der Verlust der Klage gegenüber

Gott, ja der Gott-Anklage, die doch

ein so breites Fundament in der biblischen

Überlieferung und Gebetspraxis

hat (vgl. nur den Psalter) 2 , entdramatisiert

und verharmlost die Gottesbeziehung.

Eben diese hausgemachte Ausblendung

menschlicher Nöte und

Klaus Scholtissek

Schreie aus der privaten und gemeinschaftlichen

Gebetspraxis wird zum

Glaubensverlust vieler Menschen heute

beigetragen haben, weil sie einen

wesentlichen Teil ihrer Lebenserfahrungen

nicht angesprochen finden

und mithin als nicht ernst genommen

erfahren. Auch im Religionsunterricht

besteht die Gefahr, gerade die belastenden

und schwer zu verarbeitenden

Lebenserfahrungen von Schülern und

Schülerinnen auszublenden und zugleich

die Auswahl der biblischen

Stoffe so anzulegen, dass auch die widerständigen

Gottesaussagen ausgeblendet

werden.

Im Gegenzug kommt es darauf an,

Ernst zu machen mit der Regel, die für

eine im umfassenden Sinn heilsame

Rede von Gott unumgänglich ist:

„Kein Bereich unserer Wirklichkeit

muß und darf von Gott abgetrennt werden.“

3 Mit dem Zeugnis der Bibel im

Rücken gilt es, die dramatische und

darin beziehungsreiche Bindung Gottes

an den Menschen und des Menschen

an Gott neu zu entdecken. Ohne

menschliches Klagen in den verschiedenen

Gestalten kann die Größe und

Würde Gottes wie des Menschen angesichts

des Leidens der Kreaturen nicht

gewahrt werden. Es ist schlechterdings

fatal, die gesellschaftlich normierte

Negation bzw. Negativisierung des

Leidens christlich zu wiederholen bzw.

zu verstärken, die menschliche Lebenswirklichkeit

also zu halbieren, anstatt

sie bewusst zu unterlaufen und erst

so die Menschen in ihrer ganzen Wahrheit

in den Blick zu bekommen. „Die

heilende Kraft der Klage“ 4 kann sich

nur so entfalten. Kindern, die durch ihre

eigene Lebenswelt und die Medien

in erheblicher Dichte mit verschiedenen

Leid- und Todeserfahrungen konfrontiert

werden, brauchen gerade im

Religionsunterricht eine sensible und


zugleich ernsthafte Begegnung bzw.

Vermittlung von Gottesverkündigung

und ihrer tagtäglichen Erfahrung, die

gerade nicht idealisiert werden darf,

sondern in ihrer ganzen Härte wahrgenommen

und verarbeitet werden will.

2. Das personale Gottesbild der Bibel

Die Herzmitte der Herausforderung,

vor die die Christen der westlichen

Welt heute gestellt sind, ist ihr

personales Gottesbild. Denn es verdunsten

und erodieren nicht nur bestimmte

Formen von Kirchlichkeit,

von privater und öffentlicher Frömmigkeit,

von sichtbarer Gemeindegestalt

und christlichem Lebenszeugnis,

es verdunstet und erodiert nicht nur

der christliche Glaube, in dem Sinne,

dass bestimmte aus der Tradition überkommene

Glaubensaussagen und

Glaubensvollzüge abgelehnt werden.

Diese Phänomene könnten bei genauem

Hinsehen auch als ein kathartischer

Prozess angesehen werden, ein

Prozess, in dem sich die Glaubensgemeinschaft

der Kirche angesichts der

Zeichen der Zeit reinigt, neu ordnet

und im Sinne einer Entschlackungskur

verjüngt, an ihrem Ursprung ausrichtet

und so gleichsam zu ihrer jugendlichen

Dynamik des Anfangs zurückfindet.

Tatsächlich liegt unter diesen Prozessen

eine Unterströmung, ohne deren

Wahrnehmung und Aufarbeitung

alle anderen Optionen und Appelle,

und seien sie noch so treffend und

zielsicher benannt, zu kurz greifen.

Was heute verdunstet, aus dem

Blick gerät und manchen Zeitgenossen

schon fast peinlich berührt, das ist der

Glaube an einen personalen Gott, an

Gott als ein personales Gegenüber.

Das Wort Gott, von dem Martin Buber

einmal gesagt hat, dass es das missbrauchteste

Wort der Menschheitsgeschichte

ist, wird heute oftmals als

leere Chiffre verwendet, die dann je

nach Zuschnitt und Situation gefüllt

wird mit wohligen Gefühlen, mit dem

Einsatz für weltweite Gerechtigkeit,

als Identitätssicherung (als Balsam für

die ach so aufgescheuchten Seelen)

oder – was schon immer beliebt war –

als pädagogisches Instrument. Nur der

Gott der Bibel kommt in solchem Gerede

nicht mehr vor. Der lebendige

und lebenschaffende Gott, der dynamische

Gott der Bibel, die Gottsuche

und die Gottanklage, das Ringen mit

Gott, das Sich-Ergeben in Gott, das

Gotteslob gehen aus dem Blick verloren;

der nahe und der verborgene Gott,

der heilige und rufende, der mahnende,

der liebende und der zornige, der

unendlich überlegene und doch eifersüchtige,

der ganz und gar andere

Gott, der heilende und der verwundende

Gott, der entschiedene, der sich

bindende und der treue Gott geht

verloren.

Im Sinne eines dezidiert christlichen

Gottesbildes verliert sich zudem

der Gott mit menschlichem Antlitz, der

dreieine Gott, der in sich Gemeinschaft

ist und Gemeinschaft sucht, der in sich

verströmende Liebe ist. Es fehlt dann

die Rede von dem Gott, der andere Mitliebende

will (Johannes Duns Scotus),

keine Kopien, sondern Originale, von

dem suchenden Gott, der sich verzehrt

und der in törichter Liebe liebt, auch

wenn seine Liebe nicht beantwortet

wird. Aber eben diese töricht-liebende

Liebe Gottes ist alles andere als ein

Freibrief, sie nicht ernst zu nehmen und

auf ihr herumzutrampeln. Mit dem deus

semper maior und dem deus interior

intimo meo, um mit der theologischen

Tradition bzw. mit Augustinus zu sprechen,

verdunstet letztlich eine lebendige

Glaubenserfahrung und eine verbindliche,

in ein je eigenes, unvertretbares

Gottesverhältnis setzende Gottesbegegnung

im Glauben.

3. Die Dramatik der biblischen

Gottesbeziehung

Der Reichtum der biblischen Gottesverkündigung

wird spürbar und erkennbar,

wenn die vielfältigen Lebens-,

Leidens- und Glaubenserfahrungen aufmerksam

wahrgenommen werden, die

in den einzelnen Büchern der Bibel fest-

gehalten sind: Erfahrungen mit der

Schönheit, überwältigenden Größe, aber

auch gewaltigen Chaosmacht der

Schöpfung; Erfahrungen mit der Größe

und Würde der Geschöpfe, besonders

des Menschen, der als Abbild Gottes

geschaffen ist (Gen 1,27), zugleich

auch Erfahrungen mit dem Elend, der

Erbärmlichkeit und schier aussichtslosen

Schuldverstrickung des Menschen;

Erfahrungen mit politischer und wirtschaftlicher

Macht, der menschlichen

Verführbarkeit und Korruption; Erfahrungen

mit dem Glück des partnerschaftlichen

Miteinanders von Mann

und Frau; Erfahrungen mit Gewalt und

Krieg, Ohnmacht und Allmachtsphantasien;

Erfahrungen von menschlicher

Größe, menschlicher Zerbrochenheit

und Erlösungsbedürftigkeit. Untrennbar

verwoben mit diesen Erfahrungen

erzählt die Bibel in immer neuen Anläufen

und Konstellationen von Glaubens-

und Gotteserfahrungen, von Gott,

der alles Leben erschaffen hat und am

Leben erhält, der jeden Tag und jedes

menschliche Haar auf dem Kopf gezählt

hat, der gelingendes und glückliches

Leben in Fülle will. Die Bibel erzählt

von Jahwe als dem einen und einzigen

Gott Israels und der Welt, der

sich beginnend mit Abraham und Sarah

ein Volk beruft, um mit diesem Volk

zeichenhaft sichtbar für alle Völker einen

neuen Anfang zu setzen, in dem

Gottes Heilswille unübersehbar und

unüberhörbar aufleuchtet; sie erzählt

von dem vielfältigen Glauben und dem

Versagen mitten im Volk Gottes und

den immer neuen Anläufen und dem

immer neuen Bundesschluss mit Israel;

sie erzählt von tragischen und dramatischen

Komplikationen und Belastungen

der Gottesbeziehung und Gottes

unwiderruflicher Treue.

Die Bibel erzählt von dieser dem

wirklichen Leben entsprechenden Dramatik

individuell und kollektiv: Die Dramatik

der Gottessuche, der Gottesbegegnung,

des Gottesverlustes, der Gottesverlassenheit,

des Sturzes in die Einsamkeit

und Ausweglosigkeit und der

glücklichen neuen Begegnung mit Gott,

des Gottfindes und dem neuen Aufbruch

INFORMATIONEN 32 2/2003

BEITRÄGE

85


BEITRÄGE

86

zu dem je größeren Gott begegnet uns in

den vielen herausgehobenen (vgl. Abraham,

Sarah und die Erzelternerzählungen;

Elia, Jeremia, Rut; Ester und Judit)

und genauso in den auf den ersten Blick

unscheinbaren Personen- und Familiengeschichten

der Bibel.

Die Botschaft und Sendung Jesu und

seine Verkündigung als Messias Gottes

zum Heil der ganzen Welt ist hineingeschrieben

in die Gottesoffenbarung an

Israel, in die dramatische Bundesgeschichte

Gottes mit seinem Volk: In diesem

Jesus von Nazaret spricht Gott sich

selbst aus, wer er ist, wie er zu den Menschen

steht. Ein für alle Mal schenkt er

sich ihnen in unergründlicher Liebe – einer

Liebe, die den Tod nicht scheut, sondern

im Gegenteil vernichtet. Jesu Kreuzestod

ist paradoxerweise der Erweis einer

gewaltig-überlegenen Ohnmacht,

der Macht der Liebe, die alle politische

Macht, jedes irdische Kalkül zerstört. In

der gläubigen Begegnung mit diesem

Jesus, den der Tod nicht festhalten konnten,

in seiner auf Vertrauen gründenden

Nachfolge und in der spürbaren Nähe

und Gemeinschaft mit ihm ereignet sich

die verbindende und verbindliche Begegnung

mit Gott selbst. Davon erzählen

die Evangelien und die Briefe des

NT in all ihren einzelnen Szenen und

Abschnitten.

Die personalen Glaubens- und Lebenswege

im AT und im NT sind Identifikationsangebote,

den eigenen Glaubensweg

in ihnen zu erkennen und sich

in allen Höhen und Tiefen geborgen zu

wissen in dem Gott, der seine Liebe

niemals entzieht, und sei dieser Glaube

aufs äußerste und schmerzlichste geprüft:

Die Bibel verschweigt nicht die

gesamte Bandbreite an tiefen Leiderfahrungen,

an aussichtsloser Verfahrenheit

und Zerbrechlichkeit bzw.

Zerbrochenheit des Lebens (vgl. zugespitzt

das Buch Hiob; die Passion und

der Tod Jesu). Sie verschweigt nicht

das Ringen der Menschen um Gott, die

abgrundtiefe Klage von Menschen, deren

Gottverlassenheit geradezu körperlich

erfahrbar ist (vgl. Ps 22 und seine

Aufnahme in der Passion Jesu). Der

Psalter aus 150 Psalmen ist ein uner-

INFORMATIONEN 32 2/2003

schöpfliches Gebetbuch,

eine verdichtete Antwort

des Glaubens Israels auf

Gottes werbenden Ruf,

eine Sammlung von Gebeten,

die alle nur denkbaren

Lebenssituationen

des Menschen aufgreifen

und vor Gott tragen, um

sie so durchsichtig zu

machen für die unstillbare

Hoffnung auf Gottes

Hilfe. Es sind gerade die

zunächst so anstößigen

Fluchpsalmen, in denen

der Betende seine ehrlich

eingestandenen Rachebedürfnisse

und -wünsche

im Gebet vor Gott

ausspricht, sie Gott anheim

stellt und auf diese

Weise eben nicht selbst

in die Hand nimmt. 5

Wer der Mensch ist,

worin seine Grenzen und

Fehler einerseits wie seine Würde und

Annahme durch Gott bestehten, das

buchstabieren die Psalmen in einer

Weise, die poetisch, existenziell und

spirituell in der Weltliteratur keine Parallele

hat. 6 Bei Rainer Maria Rilke findet

sich folgendes Selbstzeugnis:

„Ich habe die Nacht einsam

hingebracht …

und habe schließlich … die

Psalmen gelesen,

eines der wenigen Bücher, in

dem man sich restlos unterbringt,

mag man noch so zerstreut

und ungeordnet und angefochten

sein.“ 7

Die Dramatik der jüdisch-christlichen

Gottesbeziehung lässt sich an einer

biblischen Schlüsselerzählung veranschaulichen:

In dem Ringen Jakobs

mit einem Unbekannten im Morgengrauen

am Jabbok (Gen 32,23-33)

schenkt uns die Bibel ein verdichtetes

Grundbild des biblischen Glaubens,

das fern ist von allem Kitsch und aller

billigen Vertröstung. 8 Rembrandt hat

Rembrandt • Jakobs Kampf mit dem Engel • um 1660 © Foto: akg-images

diese Urszene eindrucksvoll veranschaulicht.

Im Ringkampf mit dem

Fremden erhält Jakob einen neuen Namen:

„Du sollst nicht mehr Jakob heißen,

sondern Israel [d.i. Gottesstreiter].

Denn du hast mit Gott und mit Menschen

gestritten und hast obsiegt“

(32,28). Auch wenn diese Erklärung

des Namens Israel etymologisch keine

Ursprünglichkeit beanspruchen kann 9 ,

so bleibt dennoch festzuhalten: In Jakob,

der als Stammvater für das Gottesvolk

steht, ist das ganze Gottesvolk an

seinen ureigenen Platz verwiesen: mit

Gott zu ringen um seine Zuwendung,

um seinen Segen, den er für immer und

für alle Menschen bereit hält.

4. Die Reich-Gottes-Verkündigung

und Sendung Jesu

Die entscheidende Bezugsgröße des

neutestamentlichen Gottesbildes ist das

Alte Testament, aus dessen Sicht die

Verkündigung und Sendung Jesu, sein

Tod und seine Auferstehung gedeutet

werden. Die Gottesbotschaft des Juden

Jesus von Nazaret steht grundlegend in


der Kontinuität des biblischen Monotheismus,

sie hat teil an dem vielschichtigen

Gotteszeugnis Israels und setzt es

durchgehend voraus: Der Gott Jesu ist

der eine und einzige „Gott Abrahams

und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“

(Mk 12,27), der „Gott Israels“

(Mt 15,31), dem als „Pantokrator“ alle

Macht zukommt (Offb 1,8). Dies zeigt

sich an den schöpfungstheologischen

Aussagen des Neuen Testaments 10 und

dem darin verwurzelten biblischen

Menschenbild (der auf Gott hin geschaffene,

erlösungsbedürftige Mensch)

ebenso wie an dem durchgehenden Anspruch,

in der Kontinuität der biblischen

Verheißungsgeschichte zu stehen.

Nach neutestamentlichem Zeugnis

ist es derselbe Gott, der in Treue

und in Übereinstimmung mit seinem

Handeln an Israel und zu seinen Verheißungen

sich im Wirken Jesu von

Nazaret seinem auserwählten Volk zuwendet,

um es für die angebrochene

Königsherrschaft Gottes zu sammeln.

Es ist der Gott Israels, der in der Auferweckung

Jesu „aus den Toten“ an Jesus

selbst handelt und so den unwiderruflichen

Beginn der endzeitlichen Totenerweckung

initiiert (1 Kor 15), der in

seinem Messias Jesus den neuen Bund

schließt und die endzeitliche Heilsgemeinde

des Neuen Bundes auch für

Glaubende aus den Völkern öffnet.

Die Sendung Jesu zielt in allen ihren

Dimensionen auf die verbindliche,

heilsentscheidende An- und Zusage

der in seinem Wirken schon jetzt Platz

greifenden Königsherrschaft Gottes

(Mk 1,15). Vor allem anderen geht es

Jesus darum, dass allein Gottes heiliger

Wille geschehe (Mk 14,36; Lk 11,2).

Die Einzigkeit und Prärogative Gottes

gilt es allen anderen Ansprüchen gegenüber

zu bewahren, zu achten und

zu ehren (Mk 2,7; 10,18; Mk 12,29-30

[= Dtn 6,4]; 12,32; Mt 23,9). Die Durchsetzung

der vollendeten Gottesherrschaft

hängt nach biblischer Überzeugung

unmittelbar an der Anerkennung

und wirksamen Achtung der Einzigkeit

Gottes. Dieser Gottesherrschaft dient

Jesu proexistentes Wirken in Wort und

Tat, im Leben und im Sterben.

Charakeristisch für die Reich-Gottes-Verkündigung

Jesu ist seine einfache,

konkrete Rede von Gott, die Gottes

Wirken mit alltäglichen Vorgängen

und Erfahrungen vergleicht (Mk 4,3-

9.26-29.30-32; Mt 6,25-34; 7,7-11; Lk

15,1-32). Jesus verkündet Gott als gütigen,

verzeihenden und überreich beschenkenden

Vater (Mt 7,11; Lk 6,38;

11,5-13; 15,1-32). Im Wirken Jesu

wird eine unableitbare, einzigartige

Sendungsautorität erkennbar, die in

der radikalen Theozentrik und Proexistenz

Jesu auf eine ihm eigene Gottesbeziehung

und Gottunmittelbarkeit

verweist (vgl. die Anrede Gottes mit

„Abba, Vater“ in Mk 14,36 und ihre

Entfaltung im JohEv). Der Blasphemievorwurf

gegenüber Jesus (Mk 2,7;

14,61-64; Joh 5,18; 10,33) zeigt in aller

Schärfe, dass im Autoritätsanspruch

Jesu die Einzigkeit Gottes angesprochen

ist. Von diesem Gott verkündet

Jesus, dass er Israel jetzt in seinem

Wirken „zum Gegenstand seines

eschatologischen Erwählungshandelns

macht“ (Helmut Merklein). 11 Gottes

zuvorkommendem Handeln entspricht

auf der Seite der Menschen eine verbindliche

Antwort, eine verbindliche

Entscheidung für Gott, seine Herrschaft

und Jesus Christus, als dem

Mittler und Repräsentanten seiner

Herrschaft. Wer Gottes endzeitliche

Initiative und damit ihn selbst zurückweist,

der stellt sich selbst ins Abseits

und zieht sich selbst das Gericht zu

(vgl. Mk 8,38; 12,1-12). Als nachträgliche

Überlagerung einer harmlosen

Liebesverkündigung Jesu sind die neutestamentlichen

Gerichtsworte Jesu

(vgl. nur Mt 11,21-24 par Lk 10,13-15;

Mt 12,41f par Lk 11,31f; Mt 18,23-34)

gründlich missverstanden. Vor dem

„Zorngericht“ Gottes warnen Johannes

der Täufer und Jesus einhellig (Mt

3,7-12; vgl. auch die Gerichtsgleichnisse

Jesu). 12 Gottes Handeln in Jesus

Christus, seine sich durchsetzende

Herrschaft, die alles Widergöttliche

definitiv entmachtet (vgl. die Dämonenaustreibungen

Jesu), bringt das Gericht

mit sich, nicht als Droh- und Einschüchterungskulisse,

sondern als

durchsetzungsfähige Kraft gegenüber

allen Mächten, die die Gottesherrschaft

an ihrer Entfaltung hindern, als

Ort göttlicher Gerechtigkeit und als

Anwalt für die geschundenen und ausgebeuteten

Geschöpfe. 13

Das gewaltige Konfliktpotential

zwischen der Gottesherrschaft und der

unerlösten Schöpfung spiegelt sich anschaulich

in der weltpolitischen bzw.

-geschichtlichen Dramaturgie der Johannesoffenbarung,

die den Sturz des

Satans aus dem Himmel und die Entmachtung

der gotteslästerlichen Hure

Babylon (= die Weltmacht Rom) als

Voraussetzung für den neuen Himmel

und die neue Erde beschreibt.

So verstanden kann das Thema Gericht

als wesentlicher Teilaspekt der

Verkündigung Jesu auch im schulischen

Unterricht sinnvoll und klärend

angesprochen und reflektiert werden.

5. Gottes Liebe, Güte, Gerechtigkeit

und Zorn – ein spannungsvolles

Miteinander

Wie das Gottesbild des NT insgesamt

stehen auch die Gott zugeschriebenen

Eigenschaften in der Kontinuität des

biblischen Gottesglaubens: Liebe, Gerechtigkeit,

Gnade, Güte, Treue, Barmherzigkeit

(Erbarmen), Zorn, Rache und

Eifer(-sucht) markieren auf ihn selbst

zurückweisende Beziehungsaussagen zu

seinem erwählten Volk bzw. seinen Geschöpfen,

die im NT nicht systematisiert,

wohl aber verbunden und in ihrer gegenseitigen,

spannungsvollen Verwiesenheit

wahrgenommen werden. 14

(a) In einem Spitzensatz biblischer Theologie:

„Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8.16;

vgl. Joh 3,16) wird das Wesen Gottes als

sich hingebende, sich verschenkende

Liebe bestimmt: „Es ist das Sichverströmen

der stets sie selbst bleibenden

Unendlichkeit“ (Wilhelm Thüsing).

Auch Paulus betont das Moment der

schenkenden Liebe Gottes als primäres

Charakteristikum seiner Gottesverkündigung.

15 Als liebender Gott erweist der

„Vater“ sich in seinem „Sohn“, der wie-

INFORMATIONEN 32 2/2003

BEITRÄGE

87


BEITRÄGE

88

derum aus Liebe für die Rettung und

Versöhnung der Menschen sein Leben

hingibt (Gal 2,20; vgl. Joh 3,16) und so

die Einsetzung in die „Sohnschaft“ ermöglicht

(Gal 3,26; 4,4-7; Röm 8,14-

17) bzw. die Gotteskindschaft der Menschen

erneuert (Phil 2,15).

(b) Nach biblischer Überzeugung ist

Gottes Gerechtigkeit eng mit seinem

richtenden Handeln gegenüber den

Menschen in der Geschichte wie am

Ende der Zeit verknüpft (Ps 9,5-6; 96,13;

98,9; Apg 17,31). Gott ist der „gerechte

Gott“ schlechthin (Röm 3,26; Joh 17,25;

1 Joh 1,9; Offb 16,5). Im Horizont dieses

alttestamentlich-jüdischen Verständnisses

spricht Paulus von der Gerechtigkeit

Gottes als seiner Gemeinschafts-

bzw. Bundestreue gegenüber

seinem erwählten Volk. Gottes Gerechtigkeit

wird so zum Ausdruck seines

Heilshandelns und seiner Heilsgabe

(2 Kor 5,21: „Gerechtigkeit Gottes werden

in ihm“; Röm 5,17; 9,30), die allein

menschliche Gerechtigkeit (als Glaubensgerechtigkeit)

zu begründen vermag

(Röm 4,5-6; 5,19; Phil 3,9). Für

Paulus offenbart sich die Gerechtigkeit

Gottes im Evangelium als „Kraft Gottes

zum Heil für jeden, der glaubt“

(Röm 1,16). Die die Sünde aller Menschen

richtende und zugleich den glaubenden

Menschen zuteilwerdende, ihn

erlösende und heilende Gerechtigkeit

Gottes im stellvertretenden Sühnetod

Jesu Christi (Röm 3,21-26) ist das Zentrum

der paulinischen Lehre von der

Rechtfertigung. Sie hat ihren Grund in

der Liebe Gottes (Röm 5,8).

(c) Die im biblischen Kontext vertraute

Rede von der Güte Gottes wird im Neuen

Testament durch sein Heilshandeln

in Jesus Christus neu qualifiziert: Von

der Güte Gottes auch gegenüber den

Undankbaren und Bösen spricht Jesus

als Begründung für sein Gebot der

Feindesliebe (Lk 6,35; vgl. Mt 20,25).

Die zuvorkommende, überfließende Güte

Gottes sprengt alles rechnende, auf

Gegenseitigkeit angelegtes Denken und

Verhalten (Lk 6,38). Nach Paulus will

Gottes Güte zur Umkehr führen. „Der

INFORMATIONEN 32 2/2003

Reichtum der Güte, der Geduld und des

Großmutes“ Gottes bewirkt, dass er seinen

legitimen Zorn zurückhält, um den

Sündern Zeit zur Umkehr vor dem drohenden

Zorngericht nach den Werken

einzuräumen (Röm 2,4-6). Der erwiesenen

und im Glauben angenommenen

Güte Gottes gilt es im Glaubens- und

Lebensvollzug zu entsprechen, um nicht

die der Güte entgegengesetzte, ihr dennoch

zugehörige „Strenge“ Gottes erfahren

zu müssen (Röm 11,22).

(d) Gottes Treue und Wahrheit beziehen

sich im NT auf die Zuverlässigkeit

und Unwiderruflichkeit seiner gnadenvollen

Zuwendung zu den Menschen.

Im Unterschied zum Menschen ist Gottes

Treue unwiderruflich (Röm 3,3; 2

Tim 2,13). Gott handelt gegenüber seinem

Volk mit beständiger Treue (Röm

3,3-7; 11,29; 15,8; vgl. Gal 2,5). Letztgültig

gegeben und verwirklicht sieht

Paulus die wirkliche und wirksame

Wahrheit Gottes im Evangelium (2 Kor

4,2; 11,10; 13,8; Gal 5,7). Die johanneische

Theologie sieht in Jesus Christus

die personalisierte Wahrheit Gottes

(Joh 1,17; 4,24-26; 14,6; 17,17-19;

18,37): Jesus Christus selbst ist der geschichtlich-personale

Ort der Offenbarung

der Wahrheit Gottes. Die Johannesoffenbarung

verbindet das biblische

Zeugnis für die Wahrheit bzw. Wahrhaftigkeit

Gottes sehr eng mit seiner

Gerechtigkeit und Heiligkeit (Offb

6,10; 15,3; 16,7; 19,2).

(e) Paulus führt Gottes endzeitliches

Handeln in Jesus Christus, sein rettendes

Eingreifen für Juden und Christen

auf seine frei gewährte Barmherzigkeit

bzw. sein Erbarmen zurück, die Gottes

Auserwählten zuteil wird (Röm 9,15-18

[Ex 33,19]; 11,28-32; 15,9). Barmherzigkeit

wird hier in großer sachlicher

Nähe zu Gnade verwendet. Aus der erwiesenen,

unvergleichlich großen Barmherzigkeit

Gottes leitet sich die Forderung

an die Menschen ab, selbst auch

barmherzig zu handeln (Mt 5,7; 9,13

[Hos 6,6]; 12,7; 18,21-35; 23,23; Lk

10,25-37). Gottes Barmherzigkeit und

Gnade erweisen sich für seine Auser-

wählten als unwiderruflich und unbereubar

(11,29; vgl. Num 23,19; Jes 40,8),

auch sein Zorn kann um seines Erbarmens

willen umgestimmt werden.

(f) Weniger oft als im Alten Testament,

das Gottes Eifer(-sucht), genauer übersetzt:

seine „Eiferheiligkeit“, vielfältig

betont, spricht das NT nur selten vom

Eifer Gottes (vgl. 2 Kor 11,2: Paulus

„eifert“ um seine Gemeinde „mit dem

Eifer Gottes“). Das weitaus häufiger

begegnende Motiv der Rache bzw. des

Zornes Gottes wird im NT ebenfalls

aus dem AT übernommen (vgl. das

ausdrückliche Zitat von Dtn 32,35 in

Röm 12,19 und Hebr 10,30). Wie Johannes

der Täufer und Jesus spricht

auch Paulus vom „Zorn(-gericht)“

Gottes: Für ihn ist die „Offenbarung

des Zornes Gottes vom Himmel gegen

jede Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit

von Menschen“ (Röm 1,18) die

Kehrseite seiner Botschaft von „der

Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes“

(Röm 1,16-17), die aus dem Zorngericht

Gottes befreit (1 Thess 1,10;

5,9; Röm 5,9). Gottes Zorn gegen die

Sünde der Menschen wirkt in die Gegenwart

hinein (Röm 3,5; 4,15; 13,4-

5), findet sein Ziel jedoch am „Tag des

Zornes“ (Röm 2,5; vgl. 2,8; 9,22; 1

Thess 1,10; 5,9). Grundlegend gilt für

das gesamte biblische Zeugnis, dass

die Momente der göttlichen Vergeltung

bzw. Rache im Gericht darauf zielen,

seinem Volk, den Bedrängten und

Armen Recht und Gerechtigkeit zu

schaffen (u.a. Dtn 32,36; Ps 10,17-18;

26,1; Mi 7,9; Lk 18,1-8; Apg 7,24). So

sind Gottes Zorn und Eifer als Ausdruck

seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit

zu verstehen. 16

Da das Gericht und damit auch die

Rache Gott, dem endzeitlichen Richter,

allein vorbehalten ist (Lk 21,22), wird

alles zwischenmenschliche Richten und

Rächen untersagt (1 Thess 5,15; Röm

12,17-21; 14,4-13; 1 Kor 4,5; Jak 2,4-13;

5,9)! Im Gegenteil: Die Botschaft Jesu

fordert zur kreativen Überwindung des

gegenseitig aufrechnenden Verhaltens

bis hin zur Feindesliebe auf (Mt 5,38-48;


7,1-5; Lk 6,27-42). Wenn im NT von der

endgerichtlichen „Rache“ bzw. „Vergeltung“

Gottes die Rede ist bzw. von

ihm erbeten wird, dann nicht im Sinne

einer anthropomorph gedachten Befriedigung

von göttlichen Rachegelüsten,

sondern um der Wahrung und Durchsetzung

der Heiligkeit und Wahrheit

Gottes willen bzw. um der Rettung und

Würde aller Opfer und leidenden Kreaturen

willen (Offb 6,10-11; 19,2).

6. Gott als Feind des Menschen?

Die Theodizeefrage

In den jüngeren Schriften des Alten

Testaments (vgl. nur Hiob; Kohelet)

bricht mit großer Vehemenz die Frage

nach dem Leiden der Gerechten auf:

Wie verhält sich Gottes Güte zum ungezählten

Leiden der Frevler wie der

Gerechten? Wer ist verantwortlich für

die alltäglich erfahrbare Ungerechtigkeit?

Warum muss der Gerechte leiden?

Der biblischen Gottesbotschaft sind

zwei Auswege, diese Fragen zu beantworten,

verwehrt:

(a) die dualistische Delegation aller Verantwortlichkeit

für das Böse an ein auf

gleicher Höhe mit Gott stehendes „böses

Prinzip“ (einen kosmologischen Gegenspieler

Gottes). Dieses Weltbild widerspricht

der alleinigen Schöpfertätigkeit

und Allmacht Gottes wie sie das

monotheistische Bekenntnis Israels,

das sich nachexilisch wirksam artikulierte,

einschließt 17 ;

(b)die Verharmlosung und Relativierung

des Leidens: Dieser Ausweg widerspricht

der Schöpferliebe zu seinen

Geschöpfen, Gottes Güte und Gerechtigkeit.

Die biblischen Schriften bieten

keine systematische Lösung 18 für diese

bohrenden Fragen; letztlich führt

kein Weg daran vorbei, die Frage nach

der Verantwortlichkeit Gottes für das

Böse offen zu halten – um der Würde

und Größe Gottes selbst wie der Menschen

willen.

So führen manche biblischen Aussagen

auch das Unheil auf Gott zurück.

Bei Deuterojesaja heißt es:

Jes 45,5: Ich (bin) JHWH und keiner

sonst;

außer mir (gibt es) keinen

Gott. …

Jes 45,7: der gebildet hat das

Licht

und erschaffen hat die

Finsternis,

der gemacht hat Heil

und erschaffen hat Unheil.

Ich bin YHWH, der gemacht

hat all dies.

Hier, am Übergang vom Alleinverehrungsanspruch

Jahwes (Monolatrie)

zum Einzigkeitsanspruch Jahwes

(Monotheismus) stellt Jahwe sich

selbst als Urheber von Licht und Finsternis,

von Heil und Unheil vor. Er

übernimmt die Verantwortung für alles

Geschehen unter dem Himmel.

Auch die Krankheiten des Menschen

können mitunter auf Gott zurückgeführt

werden (vgl. Ps 88; Hiob

5,18: „Denn er schlägt Wunden, aber

er verbindet (sie auch); er zerschmettert,

aber (zugleich) heilen seine Hände“).

Bei diesen verstörenden Aussagen

der Bibel, die Gott als Feind des

Menschen anzusehen scheinen, ist

sehr genau auf den Zusammenhang zu

achten: In der existenziellen Bedrohung

durch Krankheit und Leid wendet

sich der Klagende, Flehende und

Betende an eben diesen Gott, den er

haftbar macht für seine Situation und

von dem er sich in letzter Auswegund

Hoffnungslosigkeit wirksame

Hilfe erwartet. 19

Ein analoger Fall ist die Rückführung

der Verstockung, genauer der

Herzensverhärtung der Menschen auf

Gott (vgl. Jes 6,1-11 20 ; Mk 4,10-12;

Röm 9-11; Apg 28,25-28). Anders als

von Gott verursacht, können und mögen

sich die biblischen Autoren die

für sie sonst unverständliche Glaubensverweigerung

der Menschen

nicht erklären. 21

7. Das Kreuz Jesu –

mächtige Ohnmacht

Aus kulturellen und religiösen Gründen

ist für Juden wie für Griechen und

Römer der Kreuzestod Jesu anstößig

und die Verkündigung des Gekreuzigten

als Messias ein gewaltiger Skandal

bzw. eine Torheit (1 Kor 1,23). 22 In

existenziell eindrucksvoller Weise hat

der Apostel Paulus, bedingt durch seine

eigene Biographie vom Christenverfolger

zum glühenden Christusboten, der

Bedeutung des Kreuzestodes Jesu nachgespürt.

Unter den neutestamentlichen

Autoren ist er zweifellos derjenige Autor,

der uns in seinen Briefen den tiefsten

Einblick gewährt in seine eigenen

Glaubenserfahrungen. Die Paulusbriefe

als die ältesten erhaltenen Schriften

des Urchristentums gehören nicht zur

leichtgewichtigen Erbauungsliteratur

(vgl. schon den Hinweis in 2 Petr 3,16).

In ihnen spiegelt sich das Ringen des

Apostels Paulus mit den Herausforderungen

und Widerständen, auf die er bei

seinen Missionsreisen trifft. Entwicklungen

innerhalb und außerhalb seiner

neugegründeten christlichen Gemeinden

zwingen ihn zur evangeliums- und

situationsgerechten Reflexion seiner

Verkündigung. Paulus entwickelt und

formuliert seine Theologie nicht am

Schreibtisch, sondern in konfliktträchtigen

Kontroversen. Im 1. Korintherbrief

entfaltet Paulus die Kreuzestheologie

als Schlüssel seiner gesamten theologischen

Reflexion (vgl. 1 Kor 1,10-2,16). 23

Vom Kreuz Jesu her gewinnt Paulus

seine theologischen Maßstäbe und Kriterien

zur Beantwortung der Herausforderungen

seiner Zeit; vom Kreuz Jesu

gewinnt er die Paradoxie als elementare

Denk- und Sprachform seiner Theologie.

24 „Die am Kreuz konstituierte

Weisheit Gottes ist die Krisis aller weltlichen

und menschlichen Weisheit. ...

Gerade die Paradoxie des Kreuzes macht

deutlich, daß Gott nicht den Bedingungen

der Menschen gehorcht und nicht

zu Bedingungen menschlicher Weisheit

zu erreichen ist.“ 25

Der Dreh- und Angelpunkt der paulinischen

Theologie, das Bekenntnis zu

INFORMATIONEN 32 2/2003

BEITRÄGE

89


BEITRÄGE

90

Jesus Christus als Gekreuzigtem und

Auferweckten, ist der Grund und Ursprung

der paradoxen Redeweise bei

Paulus: Vom Grundparadox des christlichen

Glaubens ausgehend, der Kreuzigung

und der Auferweckung des Gekreuzigten

zu unserem Heil, entfaltet

Paulus die Spannungen von Tod und Leben,

von Sünde und Gnade, von Fleisch

und Geist, von Gegenwart und Zukunft

in der neuen Schöpfung. Im gekreuzigten

und gestorbenen Christus erweist

sich die Kraft Gottes „für alle, die gerettet

werden“ (1 Kor 1,18) – dies ist die paradoxe

Grundaussage der paulinischen

Kreuzestheologie, die auf alle Aspekte

der paulinischen Lehre vom Heil für die

Menschen ausstrahlt (stellvertretender

Tod Jesu; Jesus wurde um unseretwillen

arm, zur Sünde, zum Fluch; der mitgekreuzigte

Apostel; der in der Taufe mit

Christus gestorbene Mensch). Im Leben

des Apostels wie in jedem christlichen

Leben zeigen sich in eigentümlicher Koexistenz

gleichzeitig Leiden und Trost,

Bedrängnis und Freude, Schmähung und

Lob, Tod und Leben (vgl. 1 Kor 4,9-13:

Paulus als „Schauspiel“ und „Abschaum“;

2 Kor 11,21b-12,10: Ruhm der

Schwachheit; die sogenannte Narrenrede

als anthropologisch gewendete Kreuzestheologie;

Phil 3,7-11; 2 Kor 1,2-11;

4,7-12; 6,8-10). In ihren eigenen Leiden

und in ihren Trosterfahrungen, in ihrer

eigenen Bedrängniss und in ihrer Freude

haben Paulus und wie er alle Glaubenden

teil an dem Niedrigkeitsweg Jesu

Christi und zugleich an der rettenden

Macht der Auferweckung durch Gott

(vgl. Phil 2,6-11), haben sie teil an der

gewaltigen Ohnmacht der Liebe, die alle

irdischen Mächte deklassiert. Weit entfernt

von einem naiven Triumphalismus

kennt und beschreibt Paulus das Seufzen

der menschlichen und außermenschlichen

Kreatur, die auf die „Freiheit

und Herrlichkeit der Kinder Gottes“,

auf die offenbare Erlösung harrt

(vgl. Röm 8,19-39), – „auf Hoffnung hin

sind wir erlöst“ (Röm 8,24).

Diese von Paulus immer wieder angesprochene

Gleichzeitigkeit von Leidund

Trosterfahrungen entspricht der

Selbstwahrnehmung von Schülern und

INFORMATIONEN 32 2/2003

Schülerinnen sicher mehr als das einseitige

Insistieren auf einer Gottesrede,

die immer nur den alles über alles liebenden

Gott herausstellt.

8. Den Leidenden nahe –

neu von Gott reden

Das biblische Gotteszeugnis und die

in der Bibel festgehaltenen und überlieferten

Gotteserfahrungen sind nicht

harmlos; sie wissen und beziehen sich

auf ausnahmslos alle menschlichen und

gesellschaftlichen Lebenswirklichkeiten.

Innerhalb der vielfältigen biblischen

Gottesrede gibt es einen durchgehenden

Bezug auf die Leidenserfahrungen

der Menschen, auf die hin und für

die das biblische Gotteszeugnis spricht.

Ohne die Korrespondenz zwischen

menschlichen Ohnmachts-, Leidensund

Schulderfahrungen einerseits und

Gottes dramatischer Option für die erlösungsbedürftige

Menschheit, besonders

für die Armen und Zukurz-Gekommenen,

andererseits verliert die biblische

Gottesrede ihre Balance und innere

Achse. Ohne das klare und unmissverständliche

Ja Gottes zu seiner Schöpfung

einerseits und zugleich das ebenso

klare und unmissverständliche Nein

Gottes zu allen Gestalten des Bösen und

Unmenschlichen wird das biblische

Gotteszeugnis verdunkelt, werden die

heilsamen Kräfte des biblischen Ringens

um Gottes Zuwendung paralysiert.

Die in ihrer Unbeirrbarkeit so eindrücklich

beschriebene Macht der Liebe Gottes

zu seinen Geschöpfen wäre dem

Verdacht ausgesetzt, regressive Projektionen

zu bedienen, wäre sie nicht begleitet

von der wirksamen Macht, Überlegenheit

und Entschiedenheit Gottes,

diese Liebe gegen alle Lieblosigkeit,

gegen alle Mächte des Todes wirksam

durchzusetzen. Davon sprechen die

biblischen Aussagen von Gottes Zorn,

seiner Rache und seinem Gericht.

Die Verkündigung der liebende

Nähe Gottes zu den Leidenden ist zuletzt

nur dann hilfreich und rettend,

wenn Gott die Macht hat und diese

Macht auch einsetzt, um die unüber-

schaubar großen Leiderfahrungen, Demütigungen

und Erniedrigungen der

Menschen wirksam zu überwinden,

um so seiner Gerechtigkeit uneingeschränkte

Geltung zu verschaffen, die

die Opfer der Geschichte rehabilitiert.

Das ist die biblische Hoffnungsperspektive,

das ist die Hoffnungsperspektive

aller Gotteszeugen. In der Erwartung

des neuen Himmels und der

neuen Erde im himmlischen Jerusalem

findet sie ihren dichtesten Ausdruck

(vgl. Offb 21,1-22,5).

Vielleicht lässt sich auf diesem Hintergrund

einmal eine Unterrichtsreihe

konzipieren, welche die oft sehr sensibel

formulierten Todesanzeigen und

Grabgestaltungen von Kindern, die

durch Krankheit oder Unfälle gestorben

sind, aufnimmt und bespricht.

Als Beispiel für eine das Leiden der

Menschen und ihre existenziellen Nöte

ernst nehmende Sprache des Glaubens

sei auf die jüdische Dichterin Nelly

Sachs hingewiesen. 26 Ihre vom biblischen

Gottesglauben und der biblischen

Gottessprache durchtränkten und

durchlittenen Verse sind Geschenke,

die unter die Haut gehen und erschütternd-nah

ansprechen.

Über Abraham schreibt sie:

„Sehnsucht aus Durst geboren,

der erste Erwachende zu einem unsichtbaren

Gott.

Aus einem den Körper fast zerreißenden

Heimweh wird er durch die

bilderlosen Sphären ans Ende gejagt.

Kosmos antwortet.

Es wird gleichsam Blut mit den Sternen

gewechselt.

Bis die Wunde Gott erreicht ist.

Abraham ist zum Tode und zum Leben

getroffen von der Wunde Gott.“

Abschließend sei ihr Gedicht „JAKOB“

vorgestellt:

(a) O Israel,

Erstling im Morgengrauenkampf

wo alle Geburt mit Blut

auf der Dämmerung geschrieben

steht.


O das spitze Messer des Hahnenschreis

der Menschheit ins Herz gestochen,

o die Wunde zwischen Nacht und

Tag

die unser Wohnort ist!

(b) Vorkämpfer,

im kreißenden Fleisch der Gestirne

in der Nachtwachentrauer

daraus ein Vogellied weint.

(c) O Israel,

du einmal zur Seligkeit endlich

Entbundener –

des Morgentaus tröpfelnde Gnade

auf deinem Haupt –

(d) Seliger für uns,

die in Vergessenheit Verkauften,

ächzend im Treibeis

von Tod und Auferstehung

und vom schweren Engel über uns

zu Gott verrenkt

wie du!

Anmerkungen

01 Vgl. zu dieser Formulierung die beiden Bände von

W. Dietrich – Chr. Link: Die dunklen Seiten Gottes

I. Willkür und Gewalt, II. Allmacht und Ohnmacht,

Neukirchen-Vluyn I (1995) 3 2000; II 2000.

Vgl. auch das Themenheft: „Gericht und Zorn

Gottes im Neuen Testament“: ZNT (Heft 9) 5

(2002).

02 Vgl. weiterführend: Georg Steins (Hg.): Schweigen

wäre gotteslästerlich. Die heilende Kraft der Klage,

Würzburg. 2000. Klage (Jahrbuch für Biblische

Theologie 16), Neukirchen-Vluyn 2001 (Lit.).

03 W. Dietrich – Chr. Link: Die dunklen Seiten Gottes I

(s. Anm. 1) 14.

04 Vgl. den gleichnamigen, instruktiven Beitrag von

G. Beirer, in: Schweigen wäre gotteslästerlich

(s. Anm. 2) 16-41.

05 Vgl. hierzu: E. Zenger: Psalmen. Auslegungen 4: Ein

Gott der Rache? Fluchpsalmen verstehen, Freiburg.

2003. (aktualisierte Neuauflage; Lit.); J. Ebach: Der

Gott des Alten Testaments – Ein Gott der Rache?,

in: Junge Kirche 55 (1994) 130 – 136.

06 Vgl. weiterführend die neue, instruktive Studie von

B. Janowski: Konfliktgespräche mit Gott. Eine Anthropologie

der Psalmen, Neukirchen-Vluyn. 2003.

07 R. M. Rilke: Briefe an seinen Verleger, Leipzig. 1934.

247; übernommen aus B. Janowski: Konfliktgespräche

(s. Anm. 6) VII.

08 Vgl. hierzu weiterführend: J. Ebach: Der Kampf am

Jabbok, in: Ders. u.a. (Hg.): „Leget Anmut in das Geben“

(Jabboq 1), Gütersloh. 2001. 13-43; I. Fischer:

Der erkämpfte Segen (Gen 32,23-33), in: BiKi 58

(2003) 100-106 (mit Hinweis auf die Parallelität von

Gen 30,8 und 32,29).

09 J. Schreiner: Theologie des Alten Testaments (NEB

Ergänzungsband 1), Würzburg. 1995. 42f, weist darauf

hin, dass Israel am ehesten mit „Gott streitet (für

sein Volk)“ bzw. „Gott herrscht“ zu übersetzen ist.

Dann wäre in Gen 32 eine interessante Umkehrung

der ursprünglichen Richtungsaussage gegeben.

10 Vgl. nur Röm 1,18-32; 8,18-22; Mk 2,27; 10,6; Mt 6,26-

30; Joh 1,1-18; Apg 17,24; Hebr 1,1-3; 1 Tim 4,4.

11 Vgl. weiterführend H. Merklein: Jesu Botschaft von

der Gottesherrschaft (SBS 111), Stuttgart. 3 1989.

12 Vgl. weiterführend Ders.: Gericht und Heil. Zur heilsamen

Funktion des Gerichts bei Johannes dem Täufer,

Jesus und Paulus, in: Schöpfung und Neuschöpfung

(JBTh 5), Neukirchen-Vluyn. 1990. 71-92.

13 Vgl. weiterführend: G. Theißen – A. Merz: Der historische

Jesus. Ein Lehrbuch, Göttingen. 3 2001. 241-250

(„Das Verhältnis von Gericht und Heil in der Verkündigung

Jesu“); Ch. Riniker: Die Gerichtsverkündigung

Jesu, Frankfurt .1999. M. Reiser: Eschatologie in der

Verkündigung Jesu, in: SNTU 27, 2002. 155-177.

14 Vgl. exemplarisch zur Spannung zwischen Gottes

Gerechtigkeit und Güte: R. Scoralik (Hg.): Das Drama

der Barmherzigkeit Gottes. Studien zur biblischen

Gottesrede und ihrer Wirkungsgeschichte in

Judentum und Christentum (SBS 183), Stuttgart.

2000. Dies., Gottes Güte und Gottes Zorn. Die Gottesprädikationen

in Exodus 34,6f und ihre intertextuellen

Beziehungen zum Zwölfprophetenbuch (HBS

33), Freiburg. 2002.

15 Vgl. 1 Thess 1,4; Gal 5,22; 2 Kor 13,11; Röm 1,7; 9,13;

11,28 [Gottes Liebe zu Israel; vgl. Mal 1,2-3]; 5,1-11;

8,31-39.

16 Vgl. weiterführend: V. A. Lehnert: Wenn der liebe

Gott „böse“ wird – Überlegungen zum Zorn Gottes

im Neuen Testament, in: ZNT (Heft 9) 5, 2002. 15-25

(Lit.); vgl. auch: R. Miggelbrink: Der Zorn Gottes. Geschichte

und Aktualität einer ungeliebten biblischen

Tradition, Frankfurt. 2000. (Lit.); Ders.: Der zornige

Gott. Die Bedeutung einer anstößigen biblischen

Tradition, Darmstadt. 2002. (zu letzterem vgl. die Besprechung

von K. Erlemann, in: ZNT Heft 9 5 [2002]

70-72); M. Theobald: Zorn Gottes. Ein nicht zu vernachlässigender

Aspekt der Theologie des Römerbriefs,

Ders.: Studien zum Römerbrief (WUNT 136),

Tübingen. 2001. S. 68 - 100.

17 Von einem zweiten Urprinzip neben Gott zu unterscheiden

ist die biblische Rede vom „Teufel“ bzw. „Satan“.

Vgl. weiterführend: W. Kasper – K. Lehmann

(Hg.): Teufel – Dämonen – Besessenheit. Zur Wirklichkeit

des Bösen, Mainz. 1978.

18 Vgl. hierzu: W. Groß – K.-J. Kuschel: „Ich schaffe

Finsternis und Unheil!“ Ist Gott verantwortlich für

das Übel? Mainz. 1992. 60-103.170-218 (Lit.).

19 Vgl. hierzu W. Groß: Das Negative in Schöpfung

und Geschichte: YHWH hat auch Finsternis und Unheil

erschaffen (Jes 45,7); und: Ders.: Gott als Feind

des Einzelnen? Psalm 88, in: Ders. – K.-J. Kuschel:

Finsternis (s. Anm. 18) 34-59.

20 Vgl. hierzu: W. Groß: Kann Gottes Prophet scheitern?

Gott verstockt Israel (Jes 6,1-11), ebd. 15-33.

21 Vgl. zum Befund im Markusevangelium: K. Scholtissek:

„Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren

habt ihr und hört nicht?“ (Mk 8,18). Lernprozesse

der Jünger Jesu im Markusevangelium, in: Forschungen

zum Neuen Testament und seiner Umwelt.

FS A. Fuchs (Linzer Philosophisch-Theologische

Beiträge 7), hg. v. Chr. Niemand, Frankfurt a. M.

– Bern. 2002. 191-222.

22 Vgl. hierzu: Dtn 21,22-23; 11 Q19 64,6b-13a (während

Dtn von der Aufhängung eines bereits Toten

spricht, bezieht 11 Q19 sich auf den Tod durch Kreuzigung);

Cicero, Pro Rabirio 5,16; Plinius, der Jüngere,

Ep. X 96,8 (der römisch-heidnischen Welt erscheint

die Verkündigung eines gekreuzigten Erlösers als

superstitio prava immodica, als „wüster, maßloser

Aberglaube“).

23 Vgl. weiterführend: Th. Söding: Kreuzestheologie

und Rechtfertigungslehre. Zur Verbindung von

Christologie und Soteriologie im Ersten Korintherbrief

und im Galaterbrief (1992), in: Ders.: Das Wort

vom Kreuz. Studien zur paulinischen Theologie

(WUNT 93), Tübingen 1997, 153-182 (Lit.); H. Merklein:

Das paulinische Paradox des Kreuzes (1997),

in: Ders.: Studien zu Jesus und Paulus II (WUNT

105), Tübingen 1998, 285-302 (Lit.); W. Kraus: Ist Gott

inhuman? Zur Rede von Gott angesichts des Kreuzestodes

Jesu, in: Zeitwende 72 (2001) 77-89.

24 Vgl. Gerhard Hotze: Paradoxien bei Paulus. Untersuchungen

zu einer elementaren Denkform in seiner

Theologie (NTA.NF 33), Münster. 1997.

25 Vgl. H. Merklein: Paradox (s. Anm. 23) 292.

26 Vgl. N. Sachs: Zeichen im Sand. Die szenischen

Dichtungen, Frankfurt 1962; Dies.: Das Leiden Israels,

Frankfurt 1969; zu ihrem Werk vgl. B. Lermen –

M. Braun: Nelly Sachs. „An letzter Atemspitze des

Lebens“, Bonn 1998; vgl. auch einführend: G. Fuchs:

Im „Durchschmerzen“ des Leidens. Klage und

Trost in den Jakob-Gedichten von Nelly Sachs, in:

Schweigen wäre gotteslästerlich (s. Anm. 2) 168-

174 (vgl. ebd. auch die oben zitierten Verse von Nelly

Sachs).

Prof. Dr. Klaus Scholtissek ist Studiendekan

des Theologischen Studienjahrs

Jerusalem an der Hagia Maria Sion Abbey

/ Dormition Church in Jerusalem

und vertritt zur Zeit den Lehrstuhl für

Biblische Theologie (Schwerpunkt Neues

Testament) an der Universität Koblenz-Landau

(Campus Landau).

Veröffentlichungen (Auswahl)

Scholtissek, K.: Die Vollmacht Jesu. Traditions- und redaktionsgeschichtliche

Analysen zu einem Leitmotiv markinischer

Christologie (NTA.NF 25), Münster 1992, 340 S.

Ders.: Vollmacht im Alten Testament und Judentum.

Begriffs- und motivgeschichtliche Studien zu einem bibeltheologischem

Thema (mit einem Ausblick auf das

Neue Testament) (PaThSt 24), Paderborn 1993, 186 S.

Ders.: In ihm sein und bleiben. Die Sprache der Immanenz

in den johanneischen Schriften (HBS 21), Freiburg

i. Br. 2000, 436 S.

Fabry, H.-J.; Scholtissek, K.: Der Messias (NEB Themen.

Perspektiven des Alten und Neuen Testaments 5; hg. v.

Ch. Dohmen - Th. Söding), Würzburg 2002.

INFORMATIONEN 32 2/2003

BEITRÄGE

91


UNTERRICHTSPRAXIS

92

„So wurde die Bibel“

Lernstraße mit 18 Stationen

Hinweise zum Einsatz der Lernstraße

Für ein 4. Schuljahr, das ich seit 3

Jahren unterrichtete, konzipiert, ist

die Lernstraße eine Form der Freiarbeit,

die leistungsdifferenziertes und

selbständiges Arbeiten gewährleistet.

Es setzt voraus, dass die Schüler/-innen

diese Unterrichtsform gewöhnt

sind. Ansonsten sind längere Erklärungen

der Arbeitsform und Hinweise

auf die Einhaltung der Regeln, vielleicht

auch Unterstützung der Lehrerin/des

Lehrers bei einzelnen Stationen

notwendig.

Vorbereitung:

Außer

den Stationenschildern mit der Nummer

und dem Thema [A (rot) für

Pflichtstationen, B (gelb) für Wahlstationen,

C (grün) für Zusatzstationen],

� Informations- und Arbeitsblättern

in genügender Anzahl,

sind noch Materialien für einzelne Stationen

zu besorgen und gegebenenfalls

in DIN A 4 - Größe zu kopieren:

� Station 3

1. Zeitstrahl mit Pfeilen und Zeitabschnitten;

2. Ratekarten (möglichst auf DIN A 4

Karteikarten) zu den einzelnen Personen

enthalten:

– auf der Vorderseite eine kurze Lebensbeschreibung

möglichst mit Bildern,

so dass eine Identifizierung

sehr schnell möglich ist. Hilfen dazu

findet man in:

– Stephen Motyer: 444 Menschen

der Bibel. Das illustrierte who is

who. – Stuttgart. 1998;

– Anneliese Pokrandt: Elementarbibel.

– Lahr. 1998;

– Anne-Laure Fournier le Ray: Das

große Buch vom Christentum.

– Freiburg. 1999;

INFORMATIONEN 32 2/2003

–Walter Prügger: Wer bin ich?

Große Gestalten des Alten Testaments

und ihre Lebensgeschichte.

– Heinsberg. 2002;

– auf der Rückseite den Namen und die

Lebensdaten und möglichst auch ein

typisches Bild.

� Station 5

Spiele und Rätsel zur Bibel (erhältlich

im Amt für Kath. Religionspädagogik

[RPA] bzw. selbst Kopien

herstellen aus Rätsel- und Spielebüchern).

� Station 6

Steine (weicher Sandstein, Ytong,

Schiefer), Linolmesser oder Meißel,

für den Schiefer reicht eine größere

Büroklammer, Goldbronze, Pinsel.

� Station 7

Ton, alte Zeitungen als Unterlage,

Holzrolle, Nagel.

� Station 8

Informationen zur Geschichte des

Buches

– Bilder einer Schriftrolle und eines

Kodex, z.B. Folie 1 a+b aus: Hans

Eggenberger/Christian Keller/Adrian

Müller/Michael Schwarz/René

Däschler: Die Bibel – überliefert

und gelebt. Ein Medienpaket.

Hg.: Katechetisches Institut der

evang.-ref. Landeskirche des Kantons

Zürich in Zusammenarbeit

mit der kath. Kirchlichen AV-Medienstelle

Zürich. – Zürich. 1987.

(erhältlich im RPA);

– Papyrus;

– Pergament;

– Buchstabenrätsel aus: Eleonore

von Dincklage (Hg.): Unterwegs

durch die Bibel. Lernstraße in 17

Stationen für die Sekundarstufe.

Station 8. – Stuttgart. 1996.

� Station 11

Schere, Kleber.

� Station 12

Nach Möglichkeit Dias aus der Reihe:

Das Abenteuer von Qumran

Christa Kuch

(im RPA erhältlich), Diabetrachter,

Schere, Kleber.

� Station 14

Bibelbibliothek im Ordner (Regalbretter

in einen Ordner kleben/

schrauben und die einzelnen biblischen

Bücher aus Holzleisten aussägen

und beschriften (notfalls

reicht das Arbeitsblatt).

� Station 15

– Farbstifte, echte Schreibfeder, Tinte,

Goldstifte,

–Vordrucke von Initialen z.B.: Thimothy

Noad/Patricia Seligman:

– Historische Initialen entwerfen

und gestalten. – Augsburg. 2001

oder über Word Art Schriftart

„Old Cologne Regular“ oder „Rothenburg

Decorative“ Buchstaben

hohl ausdrucken. Möglichst die

Initialen aller Schüler/-innen.

– Kopien von mittelalterlicher Buchmalerei,

z.B.: Das Book of Kells.

Thames & Hudson Ltd. – London.

2000.

– Kopie einer Seite der Gutenberg-

Bibel zum Ausmalen (erhältlich

im Gutenberg-Museum, Mainz).

– Folien Nr. 17, 16, aus: Hans Eggenberger

u.a.: Die Bibel – überliefert

und gelebt. Ein Medienpaket

(s. Station 8).

� Station 18

– Bibelstellen auf Karten (möglichst

laminiert) z.B.: Mt 22,37;

Mt 25,40; Mt 5,9; Ps 103,2;

Ps 23,1; Ps 27,1; Ps 28,7; Ps 36,6;

Ps 37,5; Ps 86,11; Mt 11,29;

Mt 1,28; Mt 7,12; Mt 7,7;

Mt 5,44+45; Gen 12,2; Jes 54,10;

Joh 8,12; Joh 11,25; Joh 14,6;

Joh 15,5; Mt 5,5.

–Weißes Papier DIN A 5.

– Farbiges Papier DIN A 4.

Jede Schülerin/jeder Schüler benötigt

einen Schnellhefter, Schreibmaterialien,

DIN A 4-Papier.


Regeln zur Arbeit mit der Lernstraße:

(werden in der Klasse für alle sichtbar

aufgehängt und vorher vereinbart, insbesondere

für Klassen ohne Freiarbeitserfahrungen)

– Jede Schülerin/jeder Schüler bringt

für die Zeit der Arbeit an der Lernstraße

nur den Schnellhefter, Mäppchen,

Farbstifte, Schere, Kleber mit.

– Jede Schülerin/jeder Schüler heftet

seine Laufkarte in den Schnellhefter.

– Die Laufkarte gibt Hinweise auf

die einzelnen Stationen der Lernstraße.

– Die A-Stationen (rot) müssen in den

ersten Stunden erarbeitet werden,

von den B-Stationen (gelb) können

4 ausgewählt werden, die C-Stationen

(grün) sind freiwillig.

– Die Schüler/-innen lesen zunächst

in Ruhe die Laufkarte durch. Dann

schauen sie sich die Stationen an und

entscheiden sich für die erste, die sie

bearbeiten wollen.

– Eine neue Station darf erst dann begonnen

werden, wenn die vorherige

beendet wurde.

– An einer Station darf immer nur eine/r

arbeiten oder zwei in Partnerarbeit.

Wie Kinder mit Gott reden

Manche Religionsstunden vergisst

man nicht, so wie z.B. diese:

Zu Beginn des zweiten Schuljahres

war unser Thema: „Beten –

Auf Gott hören, mit Gott sprechen“.

Ich gab den 28 Kindern,

die gerade lesen und schreiben gelernt

hatten, den schwierigen Auftrag,

ein Gebet zu schreiben.

Während manche Kinder noch

Hilfen und Hinweise brauchten,

andere gerade ihr Heft aufgeschlagen

hatten, war Ludwig

schon fertig und zeigte mir sein

Gebet:

„Lieber Gott, ich frage mich,

wie du aussiehst. Amen.“

Ich antwortete ihm: „Ja, das

frage ich mich auch. Male doch

noch ein Bild dazu.“

Kurze Zeit später kam Ludwig

schon wieder mit seinem Heft. Er

hatte ein Bild von der Welt gemalt

und mitten hinein zwei Augen Nase

und Mund, allerdings nur ganz

schwach angedeutet mit Bleistift.

Ich sagte: „Das finde ich prima,

dein Bild. Es ist eine ganz tolle

Idee. Aber du kannst es noch besser

malen, so richtig schön bunt.“

Ludwig schaute mich ratlos an

und antwortete: „Das kann ich

doch nicht. Welche

Farben soll

ich denn nehmen?

Ich weiß doch

nicht, wie er aussieht.“

Ich kapitulierte:

„Ja, dann

musst du es wohl

so lassen.“ Ludwig

erklärte sich

bereit, dem Bild

einen bunten Rahmen

zu machen

und den Text noch

bunt zu unterlegen.

Als ich die

Stunde reflektierte,

wurde mir bewusst,

dass Ludwig

mir sein Bild

von Gott erklärt

hatte: Man kann

Gott in seiner

Schöpfung wahrnehmen.

Aber man

muss schon sehr

aufmerksam sein,

um ihn zu sehen. Leicht ist er zu

übersehen. Man kann ihn sich

auch nicht selbst ausmalen, mit

den Farben, die man gerne hätte.

– Schüler/-innen, die Stationenarbeit

nicht gewöhnt sind, brauchen Zeit,

um sich mit der Arbeitsform vertraut

zu machen. Hilfestellung ist

auch notwendig, damit sie den vorgesehenen

Zeitrahmen einhalten

und ihre „Pflichtstationen“ erarbeiten.

Die „Kür-Stationen“ sind reizvoller.

– Wer mit der Arbeit an einer Station

fertig ist, räumt alle Materialien

wieder ordentlich zusammen.

Gott bleibt für uns Menschen eine

Frage, ein Geheimnis.

Christa Kuch

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Name:

Laufkarte für die Lernstraße: „So wurde die Bibel“

Station Bedingungen Kurze Inhaltsangabe/Ergebnis

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

Das Buch der

Bücher B

Menschen erzählen ihre Erfahrungen

mit Gott A

Erzählungen von Gott werden über viele

Jahrhunderte wörtlich weitergegeben B

Die Entstehung der Schrift

- Bildzeichen

- Von der Bildschrift zur Lautschrift

A (rot) = Diese Station musst du in den ersten Stunden durchlaufen

B (gelb) = Diese Stationen kannst du wählen. Mindestens 4 solltest du erarbeiten.

C (grün) = Zusatzstation. Nicht verpflichtend.

INFORMATIONEN 32 2/2003

A

Rätsel und Spiele

zur Bibel C

Wichtige Texte (Gesetze) werden in

Stein gehauen C

Wichtige Texte werden auf Tontafeln

geschrieben C

Damit schrieb man zur Zeit des Neuen

Testaments (Papyrus, Pergament) B

Hebräisch, die Sprache der

Israeliten A

Die Sprache des

Neuen Testaments A

Wie die hebräische Bibel

entstand A

Das Abenteuer von

Qumran C

Wie das

Neue Testament entstand A

Die Bibel, eine

Bibliothek A

Kostbarkeiten aus

dem Mittelalter B

Übersetzungen der

Bibel B

Wie man eine

Bibelstelle findet A

18. Meine

Bibelstelle B

Kann immer wieder

besucht werden

Kann öfter besucht

werden


Arbeitsauftrag:

Lies dir das Merkblatt: „Das Buch der Rekorde“ durch und fülle das Arbeitsblatt aus!

Das Wort „Bibel“ heißt ins Deutsche übersetzt:

Die Bibel ist das Buch der Rekorde. Es ist zum Beispiel das:

Kein anderes Buch der Welt wurde

Kein anderes Buch der Welt wurde

Kein anderes Buch der Welt wurde

Kein anderes Buch der Welt wurde

Du kannst auch noch versuchen, das Textpuzzle zusammenzusetzen.

Das Buch der Bücher

Station 1

Das Buch der Bücher

Buch der Welt.

Buch der Welt.

Buch der Welt.

Buch der Welt.

Unser deutsches Wort „Bibel“ kommt vom griechischen Wort „Biblion“ = das Buch und vom lateinischen

Wort „Biblia“ = die Bücher. Die Bibel – die Heilige Schrift der Christen – war über Jahrhunderte das

wichtigste Buch der Welt. Daher erklärt sich der Name „Das Buch“.

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

96

Merkblatt

1. Kein anderes Buch hat so lange

Zeit gebraucht, bis es geschrieben

war: 1600 Jahre.

2. Die Bibel wurde von mehr als 40

Autoren *) geschrieben, die sich

gar nicht kannten.

3. Die Autoren der Bibel waren ganz

unterschiedlich: Könige und

Fürsten, Dichter und Denker,

Propheten und Politiker, Bauern

und Fischer.

4. Kein anderes Buch wurde über

Jahrhunderte so oft und so genau

immer wieder abgeschrieben.

5. Kein anderes Buch wurde in so

viele Sprachen übersetzt.

6. Kein anderes Buch wird in fast allen

Ländern der Welt gelesen.

7. An keinem anderen Buch haben

so viele Wissenschaftler geforscht

wie an der Bibel.

Wissenschaftler entdecken alte Handschrift

Die Bibel ist auch das Buch der Rekorde

Ein Textpuzzle

INFORMATIONEN 32 2/2003

Die Geschichten der Bibel wurden zuerst auf Papyrus oder

Pergament geschrieben. Von solchen alten Handschriften fin-

den die Forscherinnen und Forscher manchmal nur kleine

Stückchen, die sie erst mühsam

wie ein Puzzlespiel zusammenset-

8. Von keinem anderen Buch gibt es

so viele archäologische **) Fundstücke

wie von der Bibel.

9. Früher wurde die Bibel handgeschrieben

auf Pergament ***) mit

selbstgemachten Farben aus gemahlenen

Edelsteinen und mit

Gold. Diese Bibeln waren sehr

teuer und kostbar. Nur Könige

und reiche Klöster konnten sich

eine solche Bibel leisten. Wenige

dieser Bibeln sind bis heute erhalten.

Sie werden in den Schatzkammern

der Museen aufbewahrt.

Die kostbarste Handschrift

des 12. Jahrhunderts ist

das Evangeliar Heinrichs des Löwen.

8 kg Gold wurden bei der

Herstellung verwendet. Dieses

Buch wurde 1983 von der Bundesrepublik

für 32,5 Millionen

zen müssen.

Manche dieser Stücke sind über

2000 Jahre alt. Solche Schriften

hat man zum Beispiel in den Fels-

höhlen von Qumran am Toten Meer

DM (16,3 Mill. €) gekauft. Es ist

das teuerste Buch der Welt.

10. Die Bibel war das erste gedruckte

Buch der Welt: um das Jahr 1440

von Johannes Gutenberg in

Mainz.

11. Heute gibt es die ganze Bibel auf

einer CD oder sogar auf einem

Dia: das kleinste Buch der Welt.

12. Die Bibel ist das meist verfilmte

Buch der Welt.

Kennst du diese Wörter?

*) Autoren = Menschen, die Bücher schreiben.

**)

archäologisch = etwas aus uralter Zeit Gefundenes.

***)

Pergament = Haut von Tieren (Leder), die man als

Schriftstück zubereitete.

� Hinweis für den Lehrer: Text kopieren, vergrößern auf DIN A 4 und als Puzzle zerschneiden, dann die einzelnen Teile auf ein Blatt

kleben und als Materialsatz für die Schüler kopieren.

entdeckt. Sie waren dort in großen

Tonkrügen aufbewahrt. Im Lauf der

Jahre waren aber viele Schriftrol-

len in winzige Stückchen zerfallen.

Die Forscher wollen nun wissen, um was für Texte aus der

Bibel es sich handelt. Deshalb müssen sie nun diese alten

Schriften zusammensetzen, entziffern und übersetzen. Dann

erst kann man sehen, was in den alten Handschriften steht und

ob unsere heutige Bibel mit diesen Texten übereinstimmt.

Durch solche Handschriftenfunde wissen wir heute, dass sich

der Text der Bibel in den 2000 Jahren kaum verändert hat.

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): UUntteerwweegs ddurcchh diiee Bibel.. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe.

– Stuttgart. 1996. Station 14. © 1996 by Hänssler-Verlag, D-71087 Holzgerlingen


Arbeitsauftrag:

1. Höre dir die Geschichte „Ist der Mond ein Gott?“ auf der Kassette an oder lies sie!

2. Das Loblied auf Gott, den Schöpfer, das die Priester vor ungefähr 2500 Jahren gedichtet haben, finden wir heute noch

auf den ersten Seiten der Bibel. Es ist recht lange geraten und heute schwer zu verstehen. Deshalb ist der Text hier mit

verschiedenen Schriften geschrieben.

Nimm ihn dir. Lies ihn durch.

Versuche dann, die Aufgaben auf Deinem Arbeitsblatt zu bearbeiten.

Ihr könnt euch gegenseitig helfen.

3. Lies das Merkblatt: Menschen erzählen ihre Erfahrungen mit Gott!

Arbeitsblatt:

Station 2

Menschen erzählen ihre Erfahrungen mit Gott

Das Schöpfungslied ist keine Geschichte, sondern wie ein Lied mit 7 Strophen geschrieben. Welche Satzteile wiederholen

sich öfter?

Warum schreiben die Priester das Schöpfungslied auf?

Schreibe mit eigenen Worten, warum die Priester ihre Erfahrungen mit Gott weitererzählen möchten:

Wie würdest du heute ein solches Lob auf die Schöpfung schreiben?

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Ist der Mond ein Gott?

Daniel und Jakob sitzen auf den

Stufen des prachtvollen Tempels und

schauen auf das bunte Treiben der vielen

Menschen in der riesigen Stadt Babylon.

Der Tempel ist dem Gott Marduk

geweiht. Marduk gilt bei den Babyloniern

als der König von den vielen

Göttern, die von den Babyloniern verehrt

werden.

Daniel und Jakob sind keine Babylonier;

sie sind Juden aus Jerusalem.

Vor zehn Jahren hatte der mächtige König

von Babylon die Stadt Jerusalem

erobert und die meisten Bewohner als

Gefangene in das Land der Babylonier

verschleppt. Und nun lebten sie hier in

der Fremde, fern von ihrer Heimat, unter

fremden Menschen, die andere Götter

anbeteten. Sie sind traurig und sehnen

sich zurück nach Jerusalem und

dem Tempel Jahwes. Doch auch der ist

zerstört. Die Juden in Babylon treffen

sich immer wieder am Sabbat zum Gottesdienst.

Auch Daniel und Jakob kommen

an jedem Sabbat. Der Sabbat war

der Tag, der Jahwe, dem Gott Israels,

geweiht ist. Er soll an den Bund erinnern,

den das Volk Israel mit Gott hat.

Ein Priester predigt: „Wir sind selber

schuld, dass so großes Unheil über unser

Volk gekommen ist. Denn wir haben

uns nicht an den Bund gehalten,

den wir mit Gott hatten. Wir haben den

Bund gebrochen, weil wir nicht auf

Jahwe gehört haben.“

Das haben die Juden inzwischen

eingesehen, wenigstens die meisten.

Doch, wie soll es weitergehen? Wird

INFORMATIONEN 32 2/2003

das Unheil bleiben? Die Priester trösten

die Juden: „Gott wird uns nicht fallen

lassen. Er wird uns retten; denn er

ist barmherzig. Doch wir müssen uns

bessern. Wir müssen umkehren. Wir

müssen Gottes Gebote halten. Ganz

genau. Und vor allem: Wir müssen dem

Gott Israels treu bleiben und dürfen

nicht anfangen, die Götter der Babylonier

zu verehren. Nur Jahwe ist Gott,

er allein.“

Nach dem Gottesdienst treffen Daniel

und Jakob den Priester Esdras. Sie

kennen ihn gut und unterhalten sich oft

mit ihm. „Du hast recht mit dem, was

du eben im Gottesdienst gesagt hast“,

sagen sie zu ihm. „Wir waren heute

morgen am Marduktempel und haben

beobachtet, dass auch einige von uns

Juden in den Tempel gingen, um Marduk

anzubeten.“ „Das ist schlimm“,

sagt der Priester. „Sie meinen, Marduk

würde ihnen helfen, weil er als so

mächtig gilt.“ Jakob unterbricht ihn:

„Ja, das stimmt. Die Babylonier erzählen,

dass Marduk die Meeresgöttin Tiamat

erschlagen und aus ihrem Körper

den Himmel erschaffen hat. Und Marduk

soll auch den bösen Gott Kingu erschlagen

haben und aus seinem Blut

die Menschen erschaffen haben. Deshalb

sind die Menschen so böse.“

„Und?“, der Priester schaut ihn fragend

an: „Glaubst du so etwas auch? Du

weißt doch, dass nur Jahwe Gott ist und

dass alles von ihm kommt. Nicht Marduk,

sondern Jahwe hat den Himmel

und die Erde, die Sonne, den Mond und

die Sterne und das Meer und die Berge

erschaffen.“

Jakob überlegt: „Die Babylonier sagen

aber, dass Sonne, Mond und Sterne

göttliche Mächte sind. Ist der Mond

wirklich ein Gott?“ „Nun denke doch

einmal genau nach!“, antwortet der

Priester, „Wie kann der Mond ein Gott

sein? Der Mond ist nichts weiter als eine

Lampe am Himmel, genau wie die

Sonne. Die Sonne ist für den Tag da;

und der Mond soll uns Menschen in der

Nacht leuchten. Es sind Dinge, die Gott

für uns geschaffen hat. Mehr nicht!

Gott hat sie uns gegeben; sie sind für

uns da. Aber sie sind keine Götter. Sie

sind Geschöpfe Gottes.“ Daniel hat

aufmerksam zugehört, als der Priester

das erklärte. „So gut wie du“, sagt er

bewundernd, „hat mir das noch keiner

erklärt. Jetzt verstehe ich das alles viel

besser. Das solltet ihr Priester auch den

anderen Juden aus unserer Gemeinde

einmal so erklären. Dann werden sie

unserem Gott besser treu bleiben“. Jakob

nickt: „Ja, vielleicht könnt ihr

Priester einmal aufschreiben, was Jahwe

alles erschaffen hat: die Sonne, den

Mond, die Berge, die Wasser in den

Wolken, die Wasser im Meer, die Fische,

die Tiere auf dem Feld. Vielleicht

könnt ihr ein Gedicht daraus machen

oder ein Loblied!“

Jakob hat sich in Begeisterung geredet,

Daniel bremst ihn etwas ab:

„Das gäbe aber ein langes Gedicht mit

vielen hundert Strophen.“ Der Priester

denkt nach. „Das ist ein guter Vorschlag.

Wir können ja ein Lied mit sieben

Strophen machen; genau so viele

Strophen wie die Woche Tage hat. Und

wenn wir das Lied gemeinsam am Sabbat

singen, dann werden auch alle daran

erinnert, dass wir sechs Tage arbeiten

sollen, am siebenten Tag aber ruhen

sollen. So hat es Gott befohlen. Ich

werde einmal mit den anderen Priestern

darüber sprechen.“

Aus: Günther Weber: Wie wir Menschen leben 4. Ein

Religionsbuch für das vierte Schuljahr. – Freiburg.

4. Auflage. 1992. S. 66-67. © Verlag Herder


Schöpfungslied (aus Gen 1,1-2,3)

Im Anfang schuf Gott Himmel und

Erde; die Erde aber war wüst und wirr,

Finsternis lag über der Urflut.

Gott sprach: Es werde Licht. Und es

wurde Licht.

Gott sah, dass das Licht gut war und Gott

nannte das Licht Tag, und die Finsternis

nannte er Nacht.

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: erster Tag.

Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe

mitten im Wasser und scheide

Wasser von Wasser.

Und Gott nannte das Gewölbe Himmel.

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: zweiter Tag.

Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb

des Himmels sammle sich an einem

Ort, damit das Trockene sichtbar

werde. So geschah es. Das Trockene

nannte Gott Land, und das angesammelte

Wasser nannte er Meer. Gott sah,

dass es gut war.

Dann sprach Gott: Das Land lasse

junges Grün wachsen, alle Arten von

Pflanzen, die Samen tragen, und von

Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen

mit ihrem Samen darin. So geschah

es. Gott sah, dass es gut war.

Merkblatt

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: dritter Tag.

Dann sprach Gott: Lichter sollen am

Himmelsgewölbe sein, um Tag und

Nacht zu scheiden.

Sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe

sein, die über die Erde hin leuchten. So

geschah es.

Gott machte die beiden großen Lichter,

das größere, das über den Tag herrscht,

das kleinere, das über die Nacht

herrscht, auch die Sterne. Gott sah,

dass es gut war.

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: vierter Tag.

Dann sprach Gott: Das Wasser wimmele

von lebendigen Wesen, und Vögel

sollen über dem Land am Himmelsgewölbe

dahinfliegen. Gott sah, dass es

gut war.

Gott segnete sie und sprach: Seid

fruchtbar, und vermehrt euch, und bevölkert

das Wasser im Meer, und die

Vögel sollen sich auf dem Land vermehren.

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: fünfter Tag.

Dann sprach Gott: Das Land bringe

alle Arten von lebendigen Wesen her-

Menschen erzählen ihre Erfahrungen mit Gott

Die Bibel ist nicht so entstanden wie

heute Bücher entstehen. Heutige Bücher

werden Satz für Satz gedacht und

geschrieben, meist mit Hilfe eines

Computers.

Bevor die Bibel geschrieben wurde,

wurde sie gesprochen: laut, wortwörtlich

von Eltern zu Kindern und

Enkelkindern. Sie ist „Wort Gottes“

als gesprochenes, nicht als gedachtes

Wort.

Die Anfänge der Bibel reichen in eine

Zeit zurück, in der die Buchstaben-

schrift noch nicht erfunden war. Natürlich

wollten die Menschen auch damals

ihre Erfahrungen weitergeben, Gesetze

und Regeln aufstellen, Lieder und Geschichten

behalten.

Darum fassten sie alles, was ihnen

wichtig war, in feste Sprachformen. Sie

hatten dafür ein gutes Gedächtnis. Was

ihnen überliefert worden war, gaben sie

wortwörtlich an ihre Kinder und Kindeskinder

weiter. Über Jahrtausende

gab es bei allen Menschen nur eine

„mündliche Überlieferung“.

vor, von Vieh, von Kriechtieren und von

Tieren des Feldes. So geschah es. Gott

sah, dass es gut war.

Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen

machen als unser Abbild, uns

ähnlich. Gott schuf also den Menschen

als sein Abbild; als Abbild

Gottes schuf er ihn. Als Mann und

Frau schuf er sie. Gott segnete sie,

und Gott sprach zu ihnen: Seid

fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert

die Erde.

Dann sprach Gott: Hiermit übergebe

ich euch alle Pflanzen auf der ganzen

Erde, die Samen tragen, und alle Bäume

mit samenhaltigen Früchten. Euch

sollen sie zur Nahrung dienen.

So geschah es.

Gott sah alles an, was er gemacht hatte:

Es war sehr gut.

Es wurde Abend, und es wurde

Morgen: der sechste Tag.

Am siebten Tag vollendete Gott das

Werk, das er geschaffen hatte, und er

ruhte am siebten Tag, nachdem er sein

ganzes Werk vollbracht hatte.

Und Gott segnete den siebten Tag

und erklärte ihn für heilig; denn an

ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze

Werk der Schöpfung vollendet

hatte.

Dabei hatte das gesprochene Wort

einen hohen Rang. Es durfte nicht verändert

werden. Noch in späteren Zeiten,

als es schon die Schrift gab, fand das

gesprochene Wort höhere Achtung als

das geschriebene. Bei uns ist es heute

genau umgekehrt.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

99


UNTERRICHTSPRAXIS

100

Was Menschen mit Gott erlebt haben

und was sie von Gott weitererzählen

wollten, das haben sie nicht sofort

aufgeschrieben.

Wenn wir an den Anfang der Bibel gehen

wollen, dann müssen wir 4000 Jahre

zurückgehen. Damals gab es natürlich

noch keine Computer, keine Kopierer, ja

Arbeitsauftrag:

INFORMATIONEN 32 2/2003

Station 3

Erzählungen von Gott werden über viele

Jahrhunderte weitergegeben

man kannte noch nicht einmal Papier.

Erst vor ungefähr 3000 Jahren wurden

die ersten Texte der Bibel auf Buchrollen

aufgeschrieben. Diese Texte wurden

immer wieder abgeschrieben,

manchmal auch geändert, ergänzt und

neue dazugeschrieben und das 2500

Jahre lang. Erst als vor über 500 Jahren

Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand,

konnte man viele Bücher drucken.

Wenn man einmal eine Seite der Bibel

abschreibt, dann kann man ungefähr

ahnen, welche Arbeit es war, die Bibel

über Jahrtausende immer wieder abzuschreiben

und sie so an spätere Generationen

weiterzugeben.

1. Lege den Zeitstrahl in einer geraden Linie aus:

� Orientiere dich, wo unser heutiges Datum ist.

� Suche dein Geburtsjahr.

� Suche das Jahr 0. Es gibt das Jahr der Geburt Christi an. Davor sind die Jahre vor Christus (v.Chr.) und danach die

Jahre nach Christus (n.Chr.).

2. Ordne die roten Zeitabschnittskärtchen von der Entstehung der Bibel den einzelnen Jahren oder Jahrhunderten zu.

3. Im Religionsunterricht hast du inzwischen schon einige wichtige Personen der Bibel und der Kirche kennen gelernt

(z.B. Abraham, Josef von Ägypten, Mose, Josua, Samuel, König David, König Salomon, Prophet Elia, Prophet Daniel,

Jesus, Apostel Petrus, Apostel Paulus, Kaiser Konstantin, Martin Luther).

� Lege die Rate-Karten vor dich auf den Tisch, so dass jede Karte mit dem Satz beginnt: „Kennst du diese Person ...?!“

(Nicht schummeln!)

� Suche dir die Personen aus, die du (vom Religionsunterricht) kennst und deren Namen du raten kannst.

� Drehe die Karte um. Dort findest du die Lösung und Arbeitsaufträge.

� Wie viele Personen hast du erraten? Trage sie in deine Laufkarte ein!

Zeitabschnitte der Bibelentstehung

1800 – 1000 vor Christus (v. Chr.)

Das Alte Testament (AT) wurde in hebräischer Sprache mündlich überliefert.

1000 – 100 vor Christus (v. Chr.)

Das Alte Testament (AT) wurde in hebräischer Sprache schriftlich überliefert.

Von ungefähr 0 – 30 nach Christus (n. Chr.)

lebte Jesus Christus.

Um 50 – 120 nach Christus (n. Chr.)

wurde das Neue Testament (NT) in griechischer Sprache aufgeschrieben.

Von 120 nach Christus (n. Chr.) – bis heute

wurde die Bibel zuerst von Hand und dann durch den Buchdruck immer wieder vervielfältigt.


2000

v. Chr.

1900

v. Chr.

1800

v. Chr.

Bitte trage per Hand die Zahlen im Abstand von hundert Jahren von

2000 v. Chr. bis 2100 n. Chr. in die großen Spalten des Zeitstrahls ein.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

101


UNTERRICHTSPRAXIS

102

Arbeitsauftrag:

Die Entstehung der Schrift

Eine indianische Bildgeschichte

Die älteste Schrift ist eine Bilderschrift.

Wenn Kinder Bilder malen, erzählen

sie damit auch Geschichten.

Hier ist eine indianische Bilderschrift,

spiralförmig angelegt. Diese Erzählspirale

muss von innen nach außen gelesen

werden. Versuche den folgenden

Lesevorschlag Schritt für Schritt an der

Bildfolge zu erklären:

Ein Indianer und seine Frau (mit

Rock) haben Streit miteinander. Er

will zur Jagd gehen, aber sie ist dagegen.

Trotzdem nimmt er seine Waffen,

Pfeil und Bogen, und geht in den

Wald. Dabei gerät er in ein heftiges

Unwetter und sucht eine Zuflucht. Er

entdeckt zwei Indianertipis, in jedem

Zelt ist ein einsamer kranker Mensch.

Darum bleibt er nicht dort, sondern

geht weiter und kommt zu einem

Fluss. Dort fängt er einen Fisch; er

Moderne Bildzeichen

Die indianische Bildgeschichte

können Menschen aller Sprachen verstehen.

Buchstaben-Schriften setzen dagegen

Sprachkenntnisse voraus. Auch

wenn ich lesen kann, kann ich doch

noch nicht ein französisches Buch lesen.

Weil heute aber oft Menschen aus

vielen Sprachen zusammenkommen,

zum Beispiel beim Sport, auf Flughäfen,

an Bahnhöfen, hat man eine neue

Bilderschrift erfunden, sogenannte

Piktogramme, die ebenfalls jeder „le-

INFORMATIONEN 32 2/2003

Station 4

Die Entstehung der Schrift

– Bildzeichen –

– Von der Bildschrift zur Lautschrift –

isst ihn und verweilt noch zwei Tage

an diesem Ort.

Dann setzt er seinen Weg fort und

findet die Spur eines Bären. Er findet

und tötet den Bären und hat nun eine

üppige Mahlzeit. Danach zieht er weiter

und kommt zu einem indianischen

sen“ kann. Was bedeuten obige Bildzeichen?

Von der Bilderschrift zur Lautschrift

Der Weg von der Bilderschrift zum

Buchstaben war eine große Leistung.

Statt der zahllosen Bildzeichen versuchte

man, die Sprachlaute aufzuschreiben.

Man zählte die Laute, die

Zeltdorf, glaubt aber, dass es Feinde

sind, läuft darum weiter, bis er zu einem

See kommt. Als er um den See herumgegangen

ist, sieht er einen Hirsch. Er

erlegt ihn und kehrt mit der Beute zu

seiner Frau zurück.

man beim Sprechen hörte; es waren etwa

zwei Dutzend.

Sobald man Zeichen für diese Laute

hatte, konnte man alles schreiben. Die

vielen hundert Bildzeichen wurden

überflüssig. Und so entstanden die neuen

Lautzeichen.

Man wählte kurze Wörter mit verschiedenen

Anfangslauten, für jeden

Laut eines.


Hier sind vier Beispiele:

Zu diesen häufigen Wörtern kannten

die meisten Leute die Bildzeichen:

Die Bedeutung der fremden Wörter ist

nicht schwer zu erraten.

Trage ein, was die Bildzeichen darstellen.

Nun stehen diese Zeichen nicht

mehr für Sachen, sondern nur noch für

die Anfangslaute.

Wir können also lesen: . . . .

DALETH ALEPH NUN KAPH

FISCH STIERKOPF SCHLANGE HAND

Die vier „Bilder“, die jetzt als Buchstaben dienen, lassen sich auch für andere Wörter zusammenstellen:

Im Laufe der Zeit wurden die Buchstaben weiter vereinfacht:

Die ursprüngliche Bedeutung der Bildzeichen ging verloren:

Dann kehrten die Griechen die Schreibrichtung um:

Inder und Araber machten diese Kehrtwendung nicht mit. Sie lesen und schreiben bis heute von rechts nach links.

Aus: Hubertus Halbfas: Unterrichtswerk für die Sekundarstufe I. Religionsbuch für das 5. Schuljahr. Arbeitsheft. Düsseldorf 1993. S. 30-33. © Patmos Verlag, Düsseldorf

Arbeitsauftrag:

Suche dir genügend Mitspieler und probiert ein Spiel aus.

Station 5

Rätsel und Spiele zur Bibel

Suche dir ein Rätsel – und wenn nötig eine Partnerin/einen Partner – und versuche es zu lösen.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

103


UNTERRICHTSPRAXIS

104

Station 6

Wichtige Texte (Gesetze) werden in Stein gehauen

Auf dem Friedhof sehen wir oft

Grabsteine, die den Namen und

manchmal auch noch Sterbe- und Geburtstag

oder Beruf angeben. In alter

Zeit hat man wichtige Texte – wie zum

Der Stein von Rosette war der Schlüssel,

der das Geheimnis der Hieroglyphen

erschloss. Der Text ist ein Erlass

des Königs Ptolemäus von 196 v. Chr.

in zwei Sprachen (Ägyptisch und

Griechisch) aber drei Schriften:

Hieroglyphen (oben)

Demotisch (Mitte)

Griechisch (unten)

INFORMATIONEN 32 2/2003

Beispiel Gesetze – in Stein eingeritzt

oder gemeißelt, damit der Text für jeden

sichtbar ist und unverändert erhalten

bleibt.

Arbeitsauftrag:

Auf Bildern sieht man oft, wie Mose

die 10 Gebote auf 2 Steinplatten trägt.

Man erkennt die 10 Gebote an den römischen

Zahlen:

1. Stein:

(Gebote, die das Verhalten zu Gott

beinhalten)

I

II

III

2. Stein:

(Gebote, die das Verhalten der

Menschen zueinander beinhalten)

IV

V

VI

VII

VIII

IX

X

Ritze in die Steintafeln die römischen

Zahlen der 10 Gebote ein. Male die Zahlen

mit Goldfarbe aus.


Arbeitsauftrag:

Arbeitsauftrag:

Station 7

Wichtige Texte werden auf Tontafeln geschrieben

Bei Ausgrabungen im Zweistromland, dem heutigen Irak, wurden die ältesten erhaltenen Inschriften der Welt aus der Zeit

3000 v. Chr. gefunden. Tontafeln waren in diesen Ländern das Schreibmaterial.

In die weichen Tontafeln wurde der Text eingeritzt.

Die Tontafeln wurden durch Trocknen oder Brennen gehärtet.

Walze ein Stück Ton glatt und forme es als Tafel. Dann ritze einen Bibelvers in den Ton ein und stelle die Tafel zum

Trocknen weg.

Die Tafel kann, wenn sie trocken ist, im Brennofen gebrannt werden (gibt es in den meisten Schulen).

1. Lies die Info-Karten :

� „Die Geschichte des Buches“;

� „Papyrus“.

2. Schau dir die Abbildung an

der Pergament-Schriftrolle;

des Kodex Papyrus.

Station 8

Damit schrieb man zur Zeit des Neuen

Testamentes (Papyrus, Pergament)

3. Fühle das Papyrusblatt an und halte es gegen das Licht, ebenso das Pergamentblatt.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

106

Infokarte

Die Geschichte des Buches

Das älteste Papier wurde aus den

Stengeln einer schilfartigen Pflanze,

dem Papyrus, hergestellt (Abb.1).

Das Papyrusmark wurde kreuzweise

aufeinander gelegt und fest zusammengeklopft.

Diese Papyrusblätter setzte man in

langen Streifen zusammen, dann wurden

sie beschrieben und zur Aufbewahrung

aufgerollt. Solche Schriftrollen

waren die ersten „Bücher“ (Abb.2). Sie

wurden in Tonkrügen aufbewahrt.

Zum Schreiben benutzte man Rohrfedern

aus Schilf und Tinte, die aus verschiedenen

Pflanzen, Ruß und Wasser

hergestellt wurden.

Infokarte

„Papyrus“

Bereits im 3. Jahrtausend benutzten die Ägypter Papyrus

als Schreibmaterial. Papyrus, eine Schilfart,

wächst am Ufer des Nil (Bild 1). Das Mark der Stengel

wird in dünne Streifen geschnitten (Bild 2). Diese

Streifen werden in mehreren Schichten kreuzweise

übereinander gelegt (Bild 3).

Anschließend werden die Papyruslagen gepresst,

getrocknet und geglättet (Bilder 4 + 5). Mehrere Blätter

können zu einer Rolle zusammengeklebt werden. Zum

Schreiben benutzten die Ägypter Rohrferdern aus

Schilf und Tinte aus Ruß und Wasser (Bild 6).

INFORMATIONEN 32 2/2003

Da Papyrus teuer war, nahm man für

alltägliche Aufschriebe einfache Tonscherben,

die es überall in großen Mengen

gab, und wie sie schon 2000 Jahre

vor Christus benutzt worden waren.

Assyrer, Griechen und Römer benutzten

auch Schreibtafeln aus Holz,

die mit Wachs beschichtet waren. Später

schrieb man auf Pergament, das ist

besonders behandelte Ziegen- oder

Schafshaut.

Etwa im 2. Jahrhundert nach Christus

band man die Papyrusblätter zu einer Art

Buch zusammen, dem Codex (Abb. 3).

1947 entdeckte ein Hirtenjunge in

der Wüste Juda durch Zufall uralte

Schriftrollen. Er suchte in den Höhlen

von Qumran (Abb. 4) nach seinen

Schafen. Dabei stieß er auf viele merkwürdige

Tonkrüge. Als der Junge die

Krüge öffnete, enthielten sie kostbare

Schriftrollen. Sie wurden bald weltberühmt.

Die Wissenschaftler erkannten,

dass es sich hier um biblische Handschriften

handelte, die aus der Zeit 200

vor Christus stammten.

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch

die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe.

– Stuttgart. 1996. Station 8. © 1996 by Hänssler-

Verlag, D-71087 Holzgerlingen

Aus: Hans Freudenberg: Freiarbeit mit Religionsunterricht

praktisch. Materialien für die Grundschule.

Band 1. – Göttingen 2000. S. 143. © Vandenhoeck

& Ruprecht, Göttingen


Arbeitsauftrag:

Die Bibel wurde in fremden Sprachen geschrieben.

Das Alte Testament (=AT) entstand in Israel. Dort sprachen und schrieben die

Menschen hebräisch. Wir nennen deshalb den ersten Teil der Bibel – das Alte

Testament – auch Hebräische Bibel.

Hebräisch,

die Sprache der Israeliten

Andere Länder, andere Schriften – in Israel schreibt man von

sknil hcan sthcer

( ).

Und man schreibt mit Buchstaben, die alle in ein Quadrat passen würden. Im

hebräischen Alphabet gibt es nur Konsonanten (Mitlaute). Die Vokale (Selbstlaute)

werden als kleine Zeichen über oder unter die Buchstaben gesetzt.

Versuche, die folgenden Worte zu lesen:

Station 9

Hebräisch, die Sprache der Israeliten

– so heißt ihr Land

– so begrüßen sie sich

Wenn du möchtest, kannst du jetzt deinen Namen mit hebräischen Buchstaben

schreiben:

Das hebräische Alphabet

Hier kannst du nachsehen, wie die

hebräischen Buchstaben geschrieben

werden.

Das hebräische Alphabet umfasst eigentlich

nur die Konsonanten. Erst

später, etwa im 7. Jahrhundert, ergänzten

jüdische Gelehrte Zeichen für die

Vokale. Diese wurden im Text unter

die Konsonanten gesetzt.

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch

die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe.

– Stuttgart. 1996. Station 7. © 1996 by Hänssler-

Verlag, D-71087 Holzgerlingen

INFORMATIONEN 32 2/2003

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UNTERRICHTSPRAXIS

108

Arbeitsauftrag:

Das Neue Testament (= NT ) wurde in griechisch geschrieben. Wir nennen es

deshalb auch die Griechische Bibel.

INFORMATIONEN 32 2/2003

Griechisch,

die Weltsprache im römischen Reich

Die Menschen, die Jesus nachfolgten und an Jesus als ihren Heiland glaubten,

nannten sich Christen. Zunächst gab es nur in Israel Christen, bald schon aber,

waren Christen im ganzen römischen Reich zu finden. Die „Weltsprache“, die

Sprache mit der man sich im ganzen römischen Reich verständigen konnte, war

damals Griechisch.

Deshalb verwendeten auch die Christen Griechisch als ihre Sprache. Paulus, der

sich sehr engagierte hatte, dass möglichst viele Menschen die frohe Botschaft von

Jesus Christus kennen lernen, schrieb den christlichen Gemeinden in Griechisch.

1. Versuche, die folgenden Namen zu lesen

Ιησους

Μαρια

Παυλος

Station 10

Die Sprache des Neuen Testaments

2. Schreibe deinen Namen in griechischen Buchstaben:

Das griechische Alphabet

Hier kannst du nachsehen, wie die

griechischen Buchstaben geschrieben

werden.

Manche Laute werden aus zusammengesetzten

Buchstaben gebildet:

ου = u

Ein Häkchen vor oder über dem Anfangsbuchstaben

ist das H, zum Beispiel:

‘∝ = Ha.

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch

die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe.

– Stuttgart. 1996. Station 7. © 1996 by Hänssler-

Verlag, D-71087 Holzgerlingen


Arbeitsauftrag:

1. Die ältesten biblischen Geschichten

entstanden in einer Zeit, in der man

noch nicht schreiben konnte. Sie

konnten deshalb nur mündlich weitergegeben

werden, indem sie erzählt

wurden. Der Großvater und

die Großmutter erzählten ihrer Familie,

der Vater und die Mutter ihren

Kindern. Sie erzählten immer

und immer wieder, bis die Kinder

die Geschichten mit genau denselben

Worten erzählten, wie sie schon

der Urururgroßvater und die Ururururgroßmutter

vor 100 Jahren erzählt

hatten. Auch Lieder und Gebete

wurden so in der Familie gelernt

und weitergegeben.

Station 11

Wie die hebräische Bibel entstand

Lies das Merkblatt: „Wie die hebräische Bibel entstand“!

Merkblatt

2. Dann wurden einzelne Geschichten,

Gebete und Gesetze aufgeschrieben.

3. Erst zur Zeit des Königs David wurden

Schreiber (Redakteure) beauftragt,

Schriften zu sammeln und in

Buchrollen zusammenzuschreiben.

Das war sehr viel Arbeit und auch

teuer. Die Buchrollen waren wertvoll

und wurden gesammelt. Was

wir heute Altes Testament (AT)

oder hebräische Bibel nennen, ist

also kein einheitliches Buch, sondern

eine Sammlung unterschiedlicher

Buchrollen, die über einen

Zeitraum von fast 1000 Jahren geschrieben

worden sind. Nach ihren

Inhalten fasste man die Buchrollen

zu Gruppen zusammen:

� Die ersten fünf Bücher der Bibel

(Tora);

� Geschichtliche Bücher (Erzählungen

von den Königen);

� Psalmen (Lieder, Gedichte und

Gebete);

� Weisheitsbücher (Sprichwörter

und Lehrweisheiten);

� Prophetische Bücher (Leben

und Reden der Propheten);

4. Noch viel später stellte man dann

fest, was zur hebräischen Bibel gehört.

Man nennt das die Kanonbildung

oder Kanonisierung.

Jetzt kannst du auf dem Arbeitsblatt

Bilder und Texte zuordnen:

Redaktion der

Überlieferung

Kanonisierung

der Schriften

Mündliche

Überlieferung

Schriftliche

Überlieferung

Im 2. Arbeitsauftrag gibt’s was zu

schnippeln und zu kleben !

Aus: Francois Traudisch/Christoph Goldmann: Folienatlas

Religion. Serie 2: Altes Testament. Foliensatz XI.

–Freiburg. 1975. © Verlag Herder

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Arbeitsauftrag:

Leider ist hier einiges durcheinandergeraten. Schneide alle Bilder und Erklärungen aus und bringe sie in die richtige Reihenfolge.

Die Buchstaben im rechten unteren Eck der Kästchen ergeben ein Lösungswort. Klebe alles in deinen Ordner ein.

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe. – Stuttgart. 1996. Station 6. © 1996 by Hänssler-Verlag,

D-71087 Holzgerlingen

INFORMATIONEN 32 2/2003


Arbeitsauftrag:

Lest die Infokarte: „Die Schriftrollen am Toten Meer“ mit verteilten Rollen mehrere Male durch!

Malt die Bilder aus. Stellt dann aus den Bildern und dem Text eine Zeitungsseite zusammen.

Infokarte

Bild l

An einem heißen Sommertag ziehen

Beduinen mit ihren Schaf- und Ziegenherden

durch die einsame und karge

Steppe nordwestlich des Toten Meeres.

Im Flusstal bei Qumran schlagen sie ihre

Zelte auf. Ein paar Tage wollen sie hier

bleiben und ihre Tiere weiden lassen.

Bild 2

Früh am Morgen zieht Muhammad

mit seiner Ziegenherde los. Der Beduinenjunge

ist erst 15 Jahre alt. Doch bei

den Beduinen müssen auch 15-Jährige

schon mithelfen. Muhammad sucht einen

Weideplatz für die Herde. Im

Schatten einer Schirmakazie kann er

die Tiere beobachten, in die Ferne sehen

-und davon träumen, unverhofft einen

verborgenen Schatz zu finden, von

dem die Alten abends am Lagerfeuer so

spannend erzählen.

Bild 3

Herabpolternde Steine schrecken den

jungen Hirten aus seinem schönen

Traum: Eine Ziege hat sich weiter oben

in den zerklüfteten Felsen verstiegen und

eine Steinlawine ausgelöst. Muhammad

schaut angestrengt an der Felswand

hoch: Wenige Meter neben seiner Ziege

entdeckt er ein Loch, kaum größer als der

Kopf eines Menschen. Das Loch scheint

in eine Höhle zu führen. Muhammad hat

längst seine Ziege vergessen; er ist ganz

aufgeregt. Schnaubend erreicht er die

seltsam geformte Öffnung. Er schirmt

die Augen gegen die blendende Sonne

Station 12

Das Abenteuer von Qumran

Die Schriftrollen am Toten Meer

ab, doch das Höhlendunkel ist undurchdringlich.

Er wirft einen Stein durch die

Öffnung – klirrend zerbricht etwas

Bild 4

Neugierig zwängt sich der Junge

durch den schmalen Eingang. Im Dämmerlicht

erspäht er mehrere etwa 60 cm

hohe Tonkrüge. Ob in ihnen wirklich geheimnisvolle

Schätze verborgen sind?

Vorsichtig öffnet er den Deckel des

ersten Kruges: Leer! Der zweite Krug:

Leer! Muhammad ist enttäuscht!

Bild 5

Doch im dritten Krug stößt er auf

ein Bündel staubiger Lappen. Er zieht

es heraus. Beim Berühren zerfällt das

Leinen, das im Innern eine braune Pergament-Rolle

birgt. Was soll er bloß mit

diesem alten Leder anfangen? Er will

die Rolle schon wegwerfen, da entdeckt

er Buchstaben und Schriftzüge. Er kann

sie nicht entziffern. Wie fast alle Beduinen

hat Muhammad nie lesen und

schreiben gelernt. Auch anderen Krügen

entnimmt der Hirte alte Pergament-

Rollen. Er trägt sie abends ins Lager –

vielleicht kauft Schumacher Kando in

Bethlehem das alte, gut erhaltene Leder,

um es zu Sandalen zu verarbeiten.

Bild 6

Durch Zufall hören Altertumsforscher

in Jerusalem von Muhammads

Fund in den Bergen am Toten Meer. Sie

untersuchen die Rollen mit ihren merkwürdigen

Schriftzeichen und werden

ganz erregt: Diese alten, handgeschriebenen

Rollen sind mit Gold nicht zu bezahlen!

Vor ihnen liegen 2000 Jahre alte

kostbare Bibelhandschriften des Alten

Testaments. Sie sind trotz ihres Alters

hervorragend erhalten, weil die Krüge,

die sie bargen, sorgfältig versiegelt waren.

Tatsächlich ist Muhammad auf einen

Schatz gestoßen, doch ganz anders, als er

es unter der Akazie geträumt hatte. Die

sensationelle Entdeckung lockt Wissenschaftler

aus aller Welt ans Tote Meer.

Zehn andere Höhlen mit weiteren

Schriftrollen werden entdeckt. Sie alle

gehörten zur Bibliothek des nahe gelegenen

Klosters Qumran. Als 70 Jahre vor

Christi Geburt Krieg ausbrach und römische

Soldaten vorrückten, versteckten

die Qumran-Mönche die Schriftrollen in

den unwegsamen Bergen hinter ihrem

Hauptquartier. Das Kostbarste, das sie

besaßen, sollte auf keinen Fall den heidnischen

Feinden in die Hände fallen!

Aus: Hans Freudenberg: Freiarbeit mit Religionsunterricht

praktisch. Materialien für die Grundschule.

Band 1. – Göttingen. 2000. S. 141/142. © Vandenhoeck

& Ruprecht, Göttingen

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Arbeitsauftrag:

Auch das Neue Testament (NT) –

die griechische Bibel – ist nicht von einem

Autor erdacht worden. Jesus

selbst hat keine Schriften hinterlassen.

Er hat auch nicht seinen Jüngern den

Auftrag gegeben, mitzuschreiben, was

er sagte und tat. Es hat über 100 Jahre

gedauert, bis das NT so war, wie wir es

heute kennen. Wir können auf diesem

Weg vier Abschnitte unterscheiden:

1. Abschnitt ( ca. 27-30 n.Chr.)

Jesus verkündet die Frohe Botschaft

vom Reich Gottes und wirkt

machtvolle Taten. Er wird gekreuzigt

und die Jünger erleben: Jesus ist auferstanden

und hat uns seinen Geist gesendet.

Station 13

Wie das Neue Testament entstand

Lies das Merkblatt: „Wie das Neue Testament entstand“!

Jetzt kannst du auf dem Arbeitsblatt Bilder und Texte zuordnen:

Merkblatt

Christi

Geburt

30 n. Chr.

50 n. Chr.

100 n. Chr.

2. Abschnitt ( ca. 30-50 n.Chr.)

Die Jünger Jesu erzählen weiter,

was sie gesehen und gehört haben. Sie

treffen sich am Sonntag zum Abendmahl,

erzählen von Jesus und seiner

Botschaft. Die Apostel reisen in viele

Städte und Gemeinden und erzählen

die Frohe Botschaft weiter. Sie taufen

neue „Christen“ und unterrichten sie

im Glauben an Jesus.

3. Abschnitt ( ca. 50-70 n.Chr.)

Einige fangen an, aufzuschreiben,

was sie von Jesus wissen. So entstehen

kleine Sammlungen von Jesu Worten

und Jesu Taten, von seinem Tod und

seiner Auferstehung. Die Apostel

schreiben Briefe an die Christen in den

Gemeinden, die sie besucht haben.

4. Abschnitt ( ca. 70-100 n.Chr.)

Die Briefe der Apostel werden gesammelt

und immer wieder abgeschrieben

und weitergegeben.

Die vier Evangelien entstehen. Um 70

n.Chr. sammelt Markus als erster Worte

und Taten von Jesus und schreibt

sein Evangelium.

– Um 80 schreibt Matthäus sein

Evangelium.

– Um 90 entsteht das Lukasevangelium.

– Um 100 ist das Johannesevangelium

fertig.

Schriftliche

Aufzeichnungen

Mündliche Überlieferung

Leben Jesu

Sammlung der Briefe

Abfassung der Evangelien

Aus: Francois Traudisch/Christoph Goldmann: Folienatlas

Religion. Serie 1: Neues Testament. Foliensatz 1

– Freiburg. 1974. © Verlag Herder

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Arbeitsauftrag:

Die Bibel ist eine Bibliothek mit 73 Büchern.

1. Nimm dir eine Bibel und schlage das Inhaltsverzeichnis auf.

2. Dann nimm dir den Ordner „Die Bibelbibliothek“ und schlage ihn auf. Kippe die „Bücher“ aus dem Regal auf den Tisch.

3. Nun sortiere die Biblischen Bücher in der richtigen Reihenfolge in das „Regal“. Du kannst dich am Inhaltsverzeichnis

der Bibel orientieren.

4. Ergänze auf dem Arbeitsblatt die fehlenden Bücher.

Arbeitsblatt

INFORMATIONEN 32 2/2003

Station 14

Die Bibel, eine Bibliothek

Nach: Michael Schwarz/Adrian Müller/Hans Eggenberger/Immanuel Leuschner: Die Bibell – überliefert und gellebtt.

Unterrichtshilfen. – Zürich. 1987. Kopiervorlage 33. © Theologischer Verlag Zürich


Arbeitsauftrag:

1. Lies das Merkblatt „Buchmalerei“!

2. Schau dir in Büchern die wunderschönen Kopien aus mittelalterlichen Bibeln an.

3. Die Anfangsbuchstaben – Initialen – wurden immer besonders schön gestaltet. Suche dir einen Buchstaben aus und

versuche, ihn so schön zu malen wie in den Vorlagen.

4. Benutze die Schreibfeder und Tinte und schreibe deinen Namen.

5. Du kannst aber auch versuchen, eine Kopie der 1. Seite der Gutenbergbibel auszumalen.

Merkblatt

Buchmalerei

Station 15

Kostbarkeiten aus dem Mittelalter

Im Mittelalter waren die Mönche bemüht, die

Bibel als das „Buch der Bücher“ besonders kostbar

und würdig auszustatten. Ihre besondere Mühe galt

dem ersten Buchstaben eines Buches oder eines Kapitels

(Initiale), dem sie häufig eine ganze Seite

widmeten.

Selbstverständlich konnten sich nur reiche Leute

wie Fürsten, Könige und Kaiser solche kostbaren

Bibeln anfertigen lassen. Für die einfachen Leute

gab es seit dem 13. Jahrhundert sogenannte „Armenbibeln“,

die neben dem Text auch eine große Zahl

von Bildern enthielten.

Auch an den Buchdeckeln zeigt sich die Ehrfurcht,

mit der die Menschen des Mittelalters der Bibel begegneten.

Das Photo gibt den „Goldenen Kodex“ von

St. Emmeram aus dem 9. Jahrhundert wieder. Er trägt

seinen Namen zu Recht, denn sein Einband besteht

aus reinem Gold und ist mit über hundert Perlen und

über achtzig Edelsteinen besetzt.

Als erstes größeres Werk der Buchdruckerkunst

wurde die Bibel im Jahre 1455 durch Johannes Gutenberg

gedruckt. Er fertigte 150 Exemplare an, etwa

30 auf Pergament und 120 auf Papier. Für jede

Pergament-Bibel benötigte er die Häute von 170

Kälbern. Die Anfangsbuchstaben und Zierleisten

sind handgemalt.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Arbeitsauftrag:

1. Lies das Merkblatt:

� „Eine bahnbrechende Erfindung“;

� „Übersetzungen der Bibel“;

� „Die Kunst, die Bibel zu übersetzen“.

2. Schau dir die Zehn verschiedenen Bibelübersetzungen von Markus l, 1-4 an.

3. Schreibe Dinge auf, die es zur Zeit der Entstehung der Bibel (vor 3000-2000 Jahren) noch nicht gab:

4. Fallen dir auch Dinge ein, die es damals gab, aber heute nicht mehr?

Merkblatt

Gedruckt wurde schon vor Gutenberg

per Holzdruck. Hierbei wurde Papier auf

den bearbeiteten und mit Farbe versehenen

Holzstock gelegt und abgerieben – ein aufwändiges

und langwieriges Verfahren.

Grundgedanke der Erfindung Gutenbergs

war die Zerlegung des Textes in alle Einzelelemente

wie Klein- und Großbuchstaben,

Satzzeichen, Ligaturen und Abkürzungen,

wie sie aus der Tradition der mittelalterlichen

Schreiber allgemein üblich waren.

Diese Einzelelemente wurden als seitenverkehrte

Lettern in beliebiger Anzahl gegossen,

schließlich zu Wörtern, Zeilen und Seiten

zusammengefügt. Urform oder Prototyp

für jeden Buchstaben war der Stempel. In

die Stirnseite eines Stahlstifts wurde das

Zeichen geschnitten, so dass sich ein seitenverkehrtes

präzises Relief ergab. Nun wurde

INFORMATIONEN 32 2/2003

Station 16

Übersetzungen der Bibel

Eine bahnbrechende Erfindung

der jeweilige Stempel, die Patrize, in einen

rechteckigen Block aus weicherem Metall,

in der Regel wohl Kupfer, „abgeschlagen“,

d. h. senkrecht mit dem Schlag eines Hammers

eingetieft. Die so erzeugte Matrize

musste nachbearbeitet und begradigt werden,

so dass eine rechtwinkliger Kubus mit

geraden Seiten entstand. Das seitenrichtige

Bild sollte eine einheitliche Tiefe haben,

weshalb die Oberfläche mit einer Feile bearbeitet

wurde. Um den Guss einer Letter zu

bewerkstelligen, entwickelte Gutenberg das

Handgießinstrument. Zwei Teile umschließen

einen rechteckigen Gießkanal, dessen

eines Ende durch Einsetzen der Matrize verschlossen

wurde. Nach dem Guss der Lettern

im Handgießinstrument musste der Angusszapfen

entfernt werden. Jede Letter hatte

eine „Sollbruchstelle“, so dass alle Let-

tern automatisch die gleiche Höhe erhielten.

Das Handgießinstrument, der bedeutendste

Teil der Erfindung, ermöglichte es, im

schnellen Wechsel die jeweils benötigten

Mengen an unterschiedlichsten Lettern zu

gießen. Das Gussmetall war eine Legierung

aus Blei, Zinn und weiteren Beimischungen,

die ein schnelles Erkalten und eine ausreichende

Dauerhaftigkeit unter dem hohen

Druck der Presse gewährleistete. Die Druckerpresse,

die gegenüber dem bis dahin bekannten

Reiberdruck eine enorme Beschleunigung

des Druckvorgangs bewirkte,

war eine Spindelpresse mit spezieller Ausrüstung

für die effektive und gleichmäßige

Übertragung des Druckbildes von der Form

auf das Papier oder auch das Pergament.

Aus: www.gutenberg.de/erfindung.htm am 20.02.2003


Merkblatt

Wir lesen die Bibel heute in unserer

Sprache. Aber das ist eigentlich

nicht selbstverständlich. Die Bibel

wurde zuerst in hebräischer und griechischer

Sprache geschrieben. Außerdem

hat es weit über 1000 Jahre gedauert,

bis alle Schriften der Bibel geschrieben

waren. Die meisten Christen,

die sich für die Bibel interessierten,

wohnten im römischen Reich.

Die Sprache war zunächst Griechisch,

später Latein. Also wurde die Bibel

ins Lateinische übersetzt und immer

wieder abgeschrieben. Lesen konnten

die Bibel nur die Leute, die Latein gelernt

hatten, meistens die Priester und

Mönche. Sie lasen den Leuten die lateinischen

Bibeltexte vor und erklärten

sie in Deutsch oder Englisch oder

Französisch ...

Merkblatt

Übersetzungen der Bibel

Viele Künstler malten biblische

Geschichten an die Kirchenwände, so

dass die armen Leute, die keine Bücher

hatten, sich die Geschichten anschauen

konnten.

Martin Luther übersetzte 1522 die

Bibel in die deutsche Sprache. Das

ganz Besondere war, dass er die Bibel

so übersetzte, wie die Leute gesprochen

haben. Luther wollte, dass die

Menschen die Bibel in ihrer Sprache

verstehen konnten. Bis heute ist Luthers

Bibelübersetzung überliefert.

Es ist auch heute noch nicht einfach,

die Bibel zu übersetzen, auch

wenn man die hebräische und griechische

Sprache kann. Vor 3000 bis

2000 Jahren sah die Welt ganz anders

aus als heute. Viele Dinge von damals

kennen wir heute gar nicht mehr. Viele

Die Kunst, die Bibel zu übersetzen

1522 übersetzte Martin Luther das

Neue Testament ins Deutsche. 1534

hatte er die ganze Bibel übersetzt. Zu

seiner Zeit gab es allerdings kein Wörterbuch

für die Rechtschreibung, in

dem man nachschlagen kann, wie ein

Wort zu schreiben ist. Denn Deutschland

war ein Flickenteppich von Fürstentümern.

Um von Bad Homburg

nach Frankfurt zu gelangen, musste

man fünf Grenzen passieren.

Weil Deutschland aber in unzählige

kleinere und größere Ländereien

zersplittert war, gab es ebenso viele

deutsche Sprachen. Um nun die Bibel

möglichst gut ins Deutsche zu übertragen,

hat Martin Luther, wie er selbst

sagte, „den Leuten aufs Maul geschaut“.

Das heißt, er hat genau hingehört,

wie man auf der Straße miteinander

sprach, und hat dann versucht, die

Bibel in die Sprache der Menschen auf

der Straße zu übertragen. Das war besonders

schwierig, weil es in Deutschland

viele deutsche Sprachen und

dementsprechend viele deutsche

Schreibweisen gab.

Da knapp hundert Jahre zuvor der

Buchdruck von Johannes Gutenberg

erfunden war, konnte die Bibelübersetzung

von Martin Luther gedruckt

werden. Man musste nicht mehr jede

einzelne Bibel mühsam von Hand abschreiben,

was Wochen oder Monate

dauerte.

Ein Buchdrucker setzte jede Seite

der Bibel aus einzelnen Buchstaben in

Spiegelschrift zusammen und konnte

dann die einzelne Bibelseite so oft

drucken, wie man wollte. Die Zeit,

die man dann für eine einzelne Seite

brauchte, war viel geringer als wenn

man sie von Hand abgeschrieben hätte.

Daher wurden die Bibeln billiger

Dinge, die wir heute haben, kannte man

damals noch nicht.

Heute ist die Bibel in fast alle Sprachen

der Welt übersetzt.

und konnten von viel mehr Leuten gekauft

und gelesen werden.

Da viele Menschen die Bibel lesen

wollten, verbreitete sich die Übersetzung

von Martin Luther über ganz

Deutschland mit all seinen Fürstentümern

hinweg, und man lernte anhand

der Bibel in allen deutschen Ländern

eine gemeinsame Schriftsprache.

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Zehn verschiedene Bibelübersetzungen von Markus 1,1-4

Aus: Hans Freudenberg: Freiarbeit mit Religionsunterricht praktisch. Materialien für die Grundschule. Band 1. – Vergrößern auf DIN A 3 – Göttingen. 2000. S. 140.

© Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen

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Arbeitsauftrag:

Station 17

Wie finde ich eine Bibelstelle?

Es gibt unzählige verschiedene Bibelausgaben.

Wenn in einer Klasse fast jede Schülerin und jeder Schüler eine andere Bibelausgabe hat, dann kann man nicht einfach sagen:

„Schlage auf Seite 28!“. Deshalb muss man wissen, wie die Bibel aufgebaut ist.

Lies zuerst den Text: „Wie finde ich eine Bibelstelle?“

Jetzt kannst du sicher ohne Schwierigkeiten dein Arbeitsblatt Biblische „Viechereien“ lösen.

Wie finde ich eine Bibelstelle?

1. Zuerst schlage ich das Inhaltsverzeichnis

der Bibel auf.

(Achtung: Manche Bibeln haben

getrennte Inhaltsverzeichnisse für

das Alte und das Neue Testament.

Das Inhaltsverzeichnis für das Neue

Testament steht dann dort, wo das

Neue Testament anfängt.)

2. Ich suche das genannte Buch (also

z.B. Lukas) im Inhaltsverzeichnis

des Alten Testaments (AT) oder

Neuen Testaments (NT). Ich schlage

die Seite auf, auf der es beginnt.

(Achtung: Das Neue Testament beginnt

wieder mit Seite 1!)

3. Nun suche ich das angegebene

Kapitel (z.B. Kapitel 19). Oben

auf jeder Seite stehen die Kapitelzahlen.

4. Wenn ich das Kapitel gefunden habe,

suche ich darin den angegebenen

Vers (z.B. Vers 2). Die Verse

erkennt man an den kleinen Zahlen

vor den Sätzen.

Vers

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch

die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe.

– Stuttgart. 1996. Station 3. © 1996 by Hänssler-

Verlag, D-71087 Holzgerlingen

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Biblische „Viechereien“

Biblische „Viechereien“

In der Bibel gibt es auch allerhand Tierisches:

Suche in der Bibel die Tiere, die sich hinter den angegebenen Bibelstellen verbergen und trage sie ein (Beachte: ä, ö, ü = ae,

oe, ue). Die fett umrandeten Kästchen ergeben ein Lösungswort, das Du unten eintragen musst. Trage die Buchstaben in den

grau hinterlegten Kästchen in der richtigen Reihenfolge unten bei der Bibelstelle __ 7,1 ein. Schlage dort nach und kontrolliere

Dein Lösungswort.

Lukas 15,4: Davon hat einer ziemlich viele

Psalm 104,21: Sie brüllen nach Raub

Lukas 16,21: Sie belästigen den armen Lazarus

Sprüche 6,6: Der Faule kann von ihr lernen

3. Mose 11,7: Das soll ein frommer Jude nicht essen

Johannes 3,14: Sie wird von Mose erhöht

Offenbarung 12,3: Ein böser Geselle

Matthäus 6,19: Was der Rost nicht frißt, das fressen sie

Markus 6,38: Zwei davon sind dabei

Lukas 11,12: Kein guter Ersatz für ein Ei

2. Mose 7,28: Hüpferlinge, die im Nil zu viel werden

2. Mose 16,13: Ein schmackhaftes Federvieh

Bibelstelle:

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7,1

Lösungswort:

Was steht über sie im Bibellexikon?

Aus: Eleonore von Dincklage (Hg.): Unterwegs durch die Bibel. Lernstraße in 17 Stationen für die Sekundarstufe. – Stuttgart. 1996. Station 3. © 1996 by Hänssler-Verlag,

D-71087 Holzgerlingen


Arbeitsauftrag:

Suche dir ein Bibelwort, das dir gefällt.

Überlege dir, was dir dieses Bibelwort sagt.

Lies jemandem dein Bibelwort vor und erzähle ihm, was dir an deinem Bibelwort wichtig ist.

Lerne das Bibelwort auswendig.

Station 18

Meine Bibelstelle

Schreibe dein Bibelwort in ganz schöner Schrift auf. Suche dir einen farblich passenden Rahmen und klebe dein Blatt als

Bild auf.

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Test – Lernstraße: „So wurde die Bibel“

Name: Klasse:

1. Hier stimmt manches nicht. Streiche alle falschen Aussagen durch!

–Viele Bibeltexte gab es lange Zeit nur als gesprochenes Wort (Erzählungen, Lieder).

– Jesus hat sich zuerst einmal alles notiert, was er den Menschen sagen wollte.

– Menschen, die nicht lesen können, haben oft ein besser trainiertes Gedächtnis.

– Jesus hat nichts aufgeschrieben. Was wir von ihm wissen, stammt allein aus mündlicher Überlieferung.

– „Bibel“ heißt ins Deutsche übersetzt: „Das Buch“.

– Gott brauchte nur 7 Tage, um die Welt zu erschaffen. Das wissen wir heute zum Glück genau, weil Moses uns das so aufgeschrieben

hat.

2. Erst durch die Erfindung der wurde es möglich, Gedanken und

Erfahrungen mit Gott aufzuschreiben.

3. Die ältesten „Schriften“ waren keine Buchstabenschriften, sondern:

4. Die Bibel wurde ursprünglich in zwei Sprachen geschrieben:

das AT in und das NT in .

5. Die Bibel ist kein einheitliches Buch, sie besteht aus Einzelschriften, die

zu Zeiten entstanden sind.

6. Die Bibel ist eigentliche eine ganze Bibliothek. Sie besteht aus vielen .

Um eine Bibelstelle zu finden, sind alle Bücher der Bibel in und eingeteilt.

7. Suche diese Bibelstellen und trage ein:

Mt 6,34 „

und Lk 6,31 „

Vielleicht kannst du einige dieser Wörter gebrauchen:

Bildzeichen – Büchern – Computer – Griechisch – Hebräisch – Kapitel – Lateinisch – Schrift – verschiedenen – Verse

– vielen – Zimmern

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“.

“.


Szenisches Lesen von Bibeltexten im

Religionsunterricht der Grundschule

Gabriele Theuer

1. Die Ergebnisse der PISA-Studie

sowie von IGLU als Herausforderung

an den Religionsunterricht

Mit den ernüchternden Ergebnissen

der im Jahr 2000 durchgeführten internationalen

PISA-Studie an 15jährigen

Schülerinnen und Schülern rückte die

Lesekompetenz der deutschen Schüler/

-innen wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Lesekompetenz bedeutet nach PISA

die Fähigkeit, „geschriebene Texte unterschiedlicher

Art in ihren Aussagen,

ihren Absichten und ihrer formalen

Struktur zu verstehen und in einen größeren

Zusammenhang einordnen zu

können, sowie in der Lage zu sein, Texte

für verschiedene Zwecke sachgerecht

zu nutzen.“ Sie bildet eine unerlässliche

Bedingung für jede Art selbstständigen

Lernens (PISA-Studie, S. 10).

Nach PISA verfügen nun nahezu

23 % der getesteten deutschen Schüler/-innen

über eine so gering ausgebildete

Lesekompetenz, dass sie als „potenzielle

Risikogruppe“ eingestuft werden.

10 % der Schüler/-innen sind weder

in der Lage, in einem Text die vorhandenen

Informationen zu ermitteln,

noch den Hauptgedanken oder die Intention

des Autors in einem Text zu erkennen,

selbst dann nicht, wenn es sich

dabei um ein Thema handelt, das ihnen

vertraut ist, oder wenn der Hauptgedanke

sehr deutlich herausgestellt ist.

Noch weniger sind sie in der Lage, über

einen Text zu reflektieren und seine Aussage

bewerten zu können. Die PISA-

Autoren resümieren: „Mit etwa 20% des

Altersjahrgangs ist der Anteil schwacher

und schwächster Leser in Deutschland

ungewöhnlich groß“ (PISA-Studie,

S. 15). Auch die Lesekompetenz der

anderen (77%) Schüler/-innen ist geringer

entwickelt als die der Schüler/

-innen in mehr als der Hälfte der beteiligten

Länder.

Das schlechte Abschneiden der

deutschen Schülerinnen und Schüler ist

umso alarmierender, da die Studie einen

direkten Zusammenhang zwischen

der Lesekompetenz und allen anderen

für die kognitive Entwicklung wichtigen

Kompetenzen belegt. Von der Entfaltung

der Lesekompetenz hängt es ab,

ob und inwieweit sich alle anderen

wichtigen Kompetenzen ebenfalls entwickeln.

Die Förderung der Lesekompetenz

der deutschen Schülerinnen und

Schüler bereits in der Grundschule ist

also von zentraler Bedeutung.

Nicht ganz so erschreckend wie die

Ergebnisse von PISA sind die einer

weiteren aktuellen internationalen Untersuchung,

genannt IGLU, die sich

speziell auf Grundschüler/-innen am

Ende der vierten Jahrgangsstufe bezieht

und deren Ergebnisse im April

2003 erschienen sind. Diese Studie ermittelte

– im Gegensatz zu Pisa – hinsichtlich

des Leseverständnisses ein relativ

hohes Niveau der deutschen Grundschulkinder

(Mittelwert: 539 Punkte von

insgesamt 650 Punkten; rund 2/3 der

Kinder erreichen Testwerte zwischen

472 und 606 Punkten, die mittleren 50 %

liegen überwiegend im Bereich der

Kompetenzstufe III [implizit im Text erhaltene

Sachverhalte aufgrund des Kontextes

erschließen] von insgesamt vier

Kompetenzstufen; vgl. Bos, S. 7.10f.).

Allerdings erreichen mehr als ein

Drittel aller Kinder des Jahrgangs

höchstens die Kompetenzstufe II (angegebene

Sachverhalte aus einer Textpassage

erschließen); nur wenige erreichen

die Stufe IV (mehrere Textpassagen

sinnvoll miteinander in Beziehung

setzen). Es gibt also am Ende der Grundschulzeit

eine nicht unerhebliche Anzahl

von Kindern, die offensichtlich

während der Grundschulzeit nicht die

notwendige Unterstützung zur Entwicklung

ihrer Lesekompetenzen er-

hielten (Bos, S.14). Diese Schülerinnen

und Schüler bedürfen einer gezielter

Förderung des Leseverständnisses sowie

zunächst ihrer Lesemotivation.

Im Unterschied zu PISA untersuchte

IGLU neben der Fähigkeit, Informationen

aus Texten zu ermitteln, auch die

„Literarische Erfahrung“ der Grundschulkinder.

Dies meint, dass sich die

Kinder in die Figuren der Erzählung hineindenken

und -fühlen können, dass sie

Gefallen am sprachlichen Ausdruck

finden und Freude am Lesen haben.

(Spinner, S. 10). IGLU geht davon aus,

dass es bei Grundschulkindern mehr auf

eine grundlegende, allgemeine Vertrautheit

mit dem Lesen ankommt und dass

altersgemäße erzählende Texte eine wesentliche

Rolle spielen. Daher fragte

IGLU auch nach den Gefühlen der Figuren,

nach Gründen für diese Gefühle,

nach den Gedanken der Figuren u.Ä.

Die „literarische Erfahrung“ entspricht

zum einen der Zielsetzung des

Deutschunterrichts – einem lebendigen

Umgang mit literarischen Texten,

der die Förderung von Phantasie und

Einfühlung einschließt und die Freude

an sprachlicher Gestaltung weckt –

schließt aber auch überfachliche Bildungsziele

wie die Förderung der Vorstellungsfähigkeit,

der Reflexion auf

menschliche Verhaltensmotive und des

Einfühlungsvermögens ein.

Hier sind v.a. jene Unterrichtsfächer

herausgefordert, in denen nicht die

Vermittlung instrumentellen Wissens

im Zentrum steht, sondern die Förderung

jener Fähigkeiten, die auf das Innewerden,

das Wahrnehmen und Deuten

der Welt gerichtet sind. Eine besondere

Rolle spielt dabei der Religionsunterricht,

da es hier wesentlich darum

geht, (biblische) Texte sinnentnehmend

lesen zu lernen und zu sich selbst in Beziehung

zu setzen. Im Religionsunterricht

steht somit die Förderung jener

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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Faktoren, die laut Pisa wie auch laut

IGLU die Lesefertigkeit ausmachen,

im Zentrum der Unterrichtsprozesse.

Religiöse und biblische Texte sind dabei

von besonderer Bedeutung, denn

sie sind per se so angelegt, dass sie die

Schüler/-innen zur Reflexion, zum Hineindenken

und -fühlen in fremde Personen,

zum Überschreiten ihrer Erfahrungsräume

sowie zum Innewerden, zur

Beziehung auf sich selbst herausfordern.

Es kommt nun darauf an, bei den

Grundschulkindern das Interesse an

Bibeltexten zu wecken und ihre Motivation

zum Lesen der biblischen Texte

zu fördern. Als eine vielversprechende

Möglichkeit bietet sich hier das szenische

Lesen von Bibeltexten an.

2. Szenisches Lesen von Bibeltexten

– Ablauf

Das szenische Lesen ist eine besondere

Form von rollenverteiltem Lesen.

Indem es den Text im wörtlichen Sinn

vor Augen stellt, macht es sehr gut

Textzusammenhänge, die Entwicklung

der Erzählung und vor allem die Beziehungen

der Personen sichtbar.

2.1.Vorstufe: rollenverteiltes Lesen von

Bibeltexten

Um biblische Erzählungen mit

Grundschulkindern szenisch zu lesen,

ist es notwendig, bei der Einführung der

Methode in mehreren Schritten vorzugehen:

Eine Vorstufe ist das rollenverteilte

Lesen der biblischen Texte. Ein Erzähltext,

in dem mehrere Personen auftreten

und zu Wort kommen, wird von

mehreren Schülern bzw. Schülerinnen

gelesen.

Zunächst werden die Rollen verteilt.

Ein Schüler bzw. eine Schülerin

liest den Erzähler. Die wörtlichen Reden

werden von denjenigen gelesen,

die die entsprechende biblische Person

„verkörpern“. Personengruppen können

von zwei bis drei Schülern gleichzeitig

gelesen werden.

INFORMATIONEN 32 2/2003

Wichtig ist, dass die Schüler/-innen

den Text (in einer altersgemäßen Sprache)

gut gegliedert erhalten, am besten

auf einem Textblatt, und dass die wörtlichen

Reden deutlich herausgestellt

sind (z.B. Beginn einer neuen Zeile –

einrücken).

Besonders bei der Einführung der

Methode, vor allem, wenn diese Art des

Lesens von biblischen Erzählungen

den Grundschulkindern noch wenig

vertraut ist, ist es hilfreich, wenn der

Lehrer, die Lehrerin die Äußerungen

der verschiedenen Personen auf den

entsprechenden Textblättern jeweils

markiert und diese Textblätter dann an

die Schüler/-innen verteilt, die die jeweilige

Rolle lesen.

Diese Methode des Lesens von biblischen

Erzählungen bietet mehrere

Vorteile gegenüber dem herkömmlichen

Lesen: Der Text wird lebendiger

aufgenommen, die Dialoge werden

„sicht“barer, die Charaktere treten

deutlicher hervor. Zudem werden die

Schüler/-innen zu einer eigenen Stellungnahme

motiviert. Durch das Verkörpern

einer der biblischen Personen

wird die Identifikation bzw. die persönliche

Auseinandersetzung mit dieser

Person erleichtert.

2.2.Durchführung des szenischen

Lesens

1. Schritt: Rollenverteiltes Lesen des

Bibeltextes (s.o.)

2. Schritt: In die Rolle hineinfinden

Nachdem die biblische Erzählung

ein erstes Mal gelesen wurde, tragen

die Schüler/-innen die dort genannten

Personen sowie einige Merkmale von

diesen zusammen, die ihnen während

des Lesens aufgefallen sind. Der Lehrer,

die Lehrerin hält die Äußerungen

stichpunktartig an der Tafel bzw. am

OHP fest und ergänzt sie ggf.

Anschließend werden die Schüler/-innen,

die eine der biblischen Personen

verkörpern, durch gezielte Impulse

angeleitet, sich in die genannten

Personen bzw. in eine dieser Personen

hineinzuversetzen (z.B. „Überlege,

wie Du N.N. beschreiben würdest.

Versuche, dich so hinzustellen, wie du

meinst, dass N.N. stehen würde ...“).

Es empfiehlt sich, dass dazu alle Schüler/-innen

für ca. 2-3 Minuten ruhig

werden und evtl. die Augen schließen.

3. Schritt: Rollenverteiltes Lesen des

Bibeltextes mit Gesten und Bewegungen

– Szenisches Lesen

Wie beim rollenverteilten Lesen

wird der Bibeltext beim szenischen Lesen

in verschiedenen Rollen gelesen.

Zusätzlich drücken die Schüler/-innen,

die die Äußerungen der verschiedenen

Personen lesen, alle nachvollziehbaren

Gesten und Bewegungen des Textes

mit Gesten bzw. durch Körperhaltung

oder Bewegungen aus (z.B. oben – unten,

Distanz – Nähe, Aggression – Zuwendung).

Der Bibeltext wird so im

Körperausdruck, in Haltungen, Gesten

und Raumbewegungen sichtbar.

Wichtig ist, dass der Lehrer/die

Lehrerin den Schülern/-innen vor Beginn

des Szenischen Lesens einige

Hinweise gibt, dass diese Form des

Textlesens gewählt wird, um ihnen zu

erleichtern, die biblische Erzählung

besser zu verstehen. Es soll nicht darum

gehen, „eine Show abzuziehen“

oder sich über andere zu amüsieren.

Es empfiehlt sich, dass zunächst der

Lehrer, die Lehrerin die Rolle des Erzählers

übernimmt. So kann während

des Lesens etwas Regie geführt werden,

indem bestimmte Bewegungsanweisungen

im Text betont bzw. gegebenenfalls

nochmals wiederholt (z.B.:

„da drehte Maria sich um“; „da wendete

Jesus sich ihm/ihr zu“) werden.

Am besten sitzen alle Schüler/-innen

in einem großen Halbkreis. Die

agierenden Schülerinnen und Schüler

stehen an verschiedenen Orten vor der

Klasse, so dass alle einen guten Blick

auf das Textgeschehen haben. Die

Schülerinnen und Schüler, die keine

Rolle übernommen haben, lesen nicht

selbst im Text mit, sondern sehen und

hören genau hin, wo und wie sich das

Textgeschehen vollzieht.


Um Störungen von Seiten der Zuschauenden

vorzubeugen, empfiehlt es

sich, den Beobachter/-innen zu verdeutlichen,

wie wichtig es ist, dass sie

das Geschehen gut beobachten, und ihnen

klare Beobachtungsaufträge zu geben

(z.B.: Wie stehen die Personen am

Anfang zusammen? Wie am Ende? Bewegen

sie sich aufeinander zu oder

voneinander weg? ...). Diese Beobachtungsaufträge

werden dann im folgenden

Auswertungsgespräch aufgegriffen

(s.u.).

4. Schritt: Den Ablauf wiederholen

Um die Bewegungen des Textes

deutlich vor Augen zu stellen, empfiehlt

es sich manchmal, im Anschluss

an das Szenische Lesen die Bewegungen

des Textes in ihrer Abfolge gleich

noch einmal wiederholend in den

Raum zu stellen. Die Schüler und

Schülerinnen, die die biblischen Personen

gelesen und verkörpert haben,

spielen stumm noch einmal die Bewegungen,

die diese Personen im Lauf

der Erzählung ausführen. Dies erleichtert

den Zuschauer/-innen, den

Gesamtablauf der Bewegung der biblischen

Erzählung vom Anfang bis

zum Schluss noch besser nachzuvollziehen.

5. Schritt: Aus der Rolle heraustreten

Im Anschluss an das Szenische Lesen

ist es notwendig, dass alle Schüler/

-innen, die eine biblische Person verkörpert

haben, bewusst aus ihrer Rolle

heraustreten. Eine Möglichkeit ist z.B.,

die Rolle wie einen Overall abzustreifen

(von der Schulter abwärts, erst über

den rechten, dann über den linken Arm

abstreifen, danach über den Oberkörper

und den Bauch, über beide Beine

herunterziehen, schließlich mit dem

rechten und danach mit dem linken Fuß

heraustreten und danach das „Kleidungsstück“

hinter sich ablegen, z.B.

über die Stuhllehne). Alle Schüler/-innen

recken und strecken sich und versammeln

sich dann im Stuhlkreis zum

Auswertungsgespräch.

6. Schritt: Auswertungsgespräch

Zunächst äußern die Schüler/-innen,

die eine Rolle übernommen haben,

wie es ihnen in der Rolle erging,

wie sie sich als betreffende biblische

Figur fühlten und was ihnen durch die

Darstellung an dieser Person aufgefallen

ist. Anschließend tragen die Beobachterinnen

und Beobachter zusammen,

was sie an Textbewegungen

wahrgenommen haben. Hilfreich sind

hier einige strukturierende Impulsfragen

des Lehrer/der Lehrerin:

– Was haben wir gehört? Welche Bewegungen

haben wir gesehen?

– Mit wem und womit fängt die Erzählung

an? Mit wem und womit

hört sie auf?

– Wie stehen die Personen am Anfang

der Geschichte zusammen? Wie am

Ende? Bewegen sie sich voneinander

weg oder aufeinander zu?

Im Anschluss an diese Auswertungsrunde

können entweder im Unterrichtsgespräch

oder mit Hilfe von gezielten

Arbeitsaufträgen in (evtl. arbeitsteiliger)

Gruppenarbeit einige wesentliche

Aspekte der biblischen Erzählung

weiter vertieft werden. Es lohnt

sich, dabei immer wieder einige aus

dem Szenischen Lesen gewonnenen

Beobachtungen in Erinnerung zu rufen.

2.3. Erweiterungsmöglichkeit: Gedanken

und Gefühle der biblischen

Personen

Diese Erweiterungsmöglichkeit bietet

sich an, wenn eine Identifikation mit

den Personen der biblischen Erzählung

angestrebt wird, wenn es darum geht,

sich in die Gedanken und Gefühle der

handelnden Personen einzufühlen.

Diese Ergänzungsmöglichkeit kann

sinnvoll nach dem ersten Szenischen

Lesen eingesetzt werden, bei dem der

Text mit Gesten und Bewegungen wiedergegeben

wurde. Nun können sich –

in einem zweiten Durchgang – hinter die

Akteure, die das Textgeschehen darstellen,

weitere Schülerinnen und Schüler

stellen, welche die „Gefühle“ und „Gedanken“

der biblischen Personen wiedergeben,

die sie bei ihnen vermuten.

Bei dieser Methode werden unsere

eigenen Projektionen, die wir beim Lesen

in die Geschichte hineinlegen,

sichtbar gemacht und getrennt vom

Text gesehen. Im Vordergrund wird die

Textebene, im Hintergrund die Gefühls-

und Erfahrungsebene der Schüler/-innen

sichtbar.

Hier wird jeweils nach kleinen Sinnabschnitten

(1-3 Verse) die Lesung

durch den Lehrer, die Lehrerin gestoppt,

und die betreffenden Schüler/-innen

werden zur Äußerung der „Gedanken“

und „Gefühle“ der jeweiligen biblischen

Person aufgefordert: „Ich denke oder

fühle als Jakob, als Sara, als Petrus ...“.

Diese Variante eignet sich besonders

gut bei Texten mit starken Gefühlsregungen

oder bei gefühlsmäßig

vorbelasteten Texten, bei denen damit

zu rechnen ist, dass viele Vorurteile

schon ins Verständnis des Textes hineingetragen

werden, oder bei denen

(Ab-)Wertungen von biblischen Personen

im Spiel sind (z.B. die Erzählung

von der „Sünderin“ (Lk 7,36-50 / Mt

26,6-13 / Mk 14,3-9), von Zachäus (Lk

19,1-10) oder das Gleichnis vom verlorenen

Sohn (Lk 15,11-32) oder vom

Pharisäer und Zöllner (Lk 18,10-14).

Allerdings erfordert diese Variante

großes Einfühlungsvermögen und pädagogisches

Geschick der Leitung sowie

eine empathische Atmosphäre (s.u.).

3. Vorteile und mögliche Gefahren

und Grenzen der Methode

Das Szenische Lesen ist eine anschauliche

und die Grundschulkinder

ansprechende Methode der Texterarbeitung,

bei der es gelingt, die Schülerinnen

und Schüler in die biblische Erzählung

einzubeziehen und mit ihr ins

Gespräch zu bringen. Sie bleibt – im

Unterschied zum freien Rollenspiel,

bei dem wir viel Eigenes in den Text

eintragen – beim Text und seinen

Strukturen, seinen Bewegungen, seinen

Räumen.

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

126

Das Szenische Lesen macht sehr

gut Textzusammenhänge und vor allem

Entwicklungen und Beziehungen von

Personen sichtbar. Oft zeigt die Methode

unmittelbar, allein dadurch, dass wir

uns den Text im wörtlichen Sinn vor

Augen stellen, wohin uns eine biblische

Erzählung bewegen will.

Bei der Ergänzungsmöglichkeit

durch eigene Gedanken und Gefühle

muss der Lehrer/die Lehrerin damit

rechnen, dass bei den Schüler/-innen

bislang verdrängte innere Erfahrungen

aufbrechen können. Der Lehrer, die

Lehrerin muss daher kompetent genug

sein, junge Menschen zu begleiten, bei

denen persönliche Erfahrungen und

Gefühle aufbrechen und behutsam und

sensibel damit umgehen.

Es ist zudem schwierig und erfordert

große pädagogische und psychologische

Kompetenz des Lehrers/der

Lehrerin, nach der Darstellung der Erzählung

mit den Schülern/-innen auszuwerten,

welcher Art ihre eigenen

Projektionen im Vergleich zum Text

sind. Bei der Ergänzungsmöglichkeit

besteht daher die Gefahr, dass die subjektiven

Äußerungen der Schülerinnen

und Schüler als Textbotschaft missverstanden

werden können.

4. Praxisbeispiel: Der gestohlene

Segen (Gen 27)

Um die Methode des Szenischen

Lesens zu illustrieren, soll abschließend

ein Praxisbeispiel skizziert werden: Der

„gestohlene Segen“ und seine Auswirkungen

auf das Familiengefüge.

Rollen: Isaak, Rebekka, Jakob und

Esau.

Das Szenische Lesen führt gut die

Veränderungen im Familiengefüge vor

Augen:

– Die Ausgangsposition zeigt eine

enge Beziehung zwischen dem Vater

Isaak und dem Erstgeborenen

Esau sowie eine zwischen Mutter

Rebekka und dem Zweitgeborenen

INFORMATIONEN 32 2/2003

Jakob. Letztere setzt sich schließlich

durch, weshalb der Text mit

dieser endet; das spannungsreiche

Geschehen entwickelt sich also auf

diese Konstellation zu.

– Der „Patriarch“ Isaak bewegt sich

selber nicht vom Platz, sondern lässt

alle zu sich kommen; gerade dadurch

ist aber sein Aktionsradius im Vergleich

zu dem Rebekkas sehr klein.

– Im Unterschied zu Isaak ist Jakob

ständig in Bewegung, aber immer

in Zuordnung auf Bezugspersonen

hin (Rebekka, Isaak), indem er die

ihm gegebenen Handlungsanweisungen

ausführt. Die absolute Hörigkeit

Jakobs auf Rebekka hin

kommt in seinen Gesten sehr gut

zum Ausdruck. Auch beim Vater tut

er nur, was ihm gesagt wird.

– Esau bewegt sich zunächst nur

vom Vater her und auf den Vater zu.

Als ihm der Vater nichts mehr zu

geben hat, lebt er seine Aggression

gegen den Bruder (eigenständig?)

aus; er wendet sich aber nicht gegen

den Vater.

– Fast alle Impulse im Text gehen

ausschließlich von Rebekka aus.

Sie will auch die Folgen tragen (den

Fluch Gottes). Selbst am Schluss

bemerkt sie als erste die Mordabsichten

Esaus und weiß wieder die

Lösung, der Jakob folgen soll: die

Flucht zu ihrem Bruder Laban.

Diese Beobachtungen können im

Gespräch aufgegriffen und zu den Konsequenzen

des Betrugs weitergeführt

werden.

– Am Ende des Textes stehen alle Familienmitglieder

isoliert da:

– Jakob ist auf der Flucht.

– Rebekka, die alles für ihren Lieblingssohn

tat, bleibt alleine zurück,

entfremdet von ihrem Mann und

von ihrem ersten Sohn, die sie beide

hintergangen hat.

– Esau ist draußen, vom Vater im

Stich gelassen (der sich an die Normen

hält und nur einen Segen vergibt),

von der Mutter hintergangen,

vom Bruder ausgestochen.

– Isaak kann seiner Frau (und seinem

jüngeren Sohn) nicht mehr trauen;

den Erstgeborenen, der ihm nahe

stand, hat er enttäuscht und (unabsichtlich)

dessen beraubt, was er

ihm mitgeben wollte.

– Folgerichtig bricht das Familiengefüge

auseinander: Jakob flieht,

Esau geht später weg. Dies birgt

– trotz schmerzhafter Prozesse –

aber zugleich die Chance zur Neuund

Weiterentwicklung.

Dr. Gabriele Theuer ist Wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für

Religionspädagogik der Johann Wolfgang

Goethe-Universität, Frankfurt.

Literatur

W. Bos u.a. (Hg.): Erste Ergebnisse aus IGLU. Schülerleistungen

am Ende der vierten Jahrgangsstufe im internationalen

Vergleich, Münster 2003.

Vgl. ders.: Erste Ergebnisse aus IGLU. Schülerleistungen

am Ende der vierten Jahrgangsstufe im internationalen

Vergleich. Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse:

http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/IGLU/home.html.

Grundmann, Hilmar: Die Ergebnisse der PISA-Studie

als Herausforderung für den Religionsunterricht:

www.rpi-loccum.de/pisagru.html, 27.03.2003.

Hecht, Anneliese: Bibel erfahren. Methoden ganzheitlicher

Bibelarbeit, Stuttgart 2001.

Kaspar H. Spinner: Lesekompetenz – Was untersuchte

IGLU und was nicht? in: „Und nun also IGLU“, April

2003, S. 10-12.


Drehbuch: Bibel

Biblische Geschichten als Filmerzählungen Franz Günther Weyrich

„Ich suche einen guten Film über

das Leben Jesu. Meine Schüler wissen

immer weniger über ihre Religion, und

auch von den grundlegenden Texten

aus der Bibel kann ich kaum noch

Kenntnisse voraussetzen. Die biblischen

Texte im Unterricht zu lesen, ist

auch nur sehr begrenzt möglich; sie

gelten als schwer und wenig interessant.

Da wäre ein Film sicher eine gute

und auch bei Schülern beliebte Alternative,

und sie bekämen so in relativ kurzer

Zeit einen umfassenden Überblick

über das Leben Jesu.“

Solche und ähnliche Anfragen sind

in Medienstellen zunehmend häufiger

zu hören. Und als Verantwortlicher für

eine solche Stelle wird man entsprechende

Materialien bereithalten und

seine „Kundschaft“ bedienen können.

Nicht nur die Evangelientexte des Neuen

Testaments, auch viele alttestamentliche

Erzählungen sind inzwischen

Filmstoffe geworden. Von ersten kurzen

Filmen über das Leben Jesu noch

aus den Kindertagen des Kinos über die

monumentalen Bibelfilme des amerikanischen

Films der 50er und 60er Jahre

bis hin zu dem bislang umfassendsten

Projekt, der Verfilmung der Bibel von

der Genesis bis zur Apostelgeschichte,

ist mittlerweile fast der gesamte Kosmos

biblischer Geschichten auch auf

Zelluloid (bzw. Videoband) gebannt.

An Material mangelt es also nicht.

Doch ich muss gestehen (das soll aber

niemanden von solchen Anfragen abhalten),

keiner dieser Filme ist ein

wirklich geeignetes Material für eine

solche Anfrage. Das heißt nicht, dass

solche Filme nicht sinnvoll im Religionsunterricht

einzusetzen wären, aber

eben nicht als „Ersatz“ für biblische

Texte. Anders gesagt: Ohne die Bibel

geht es nicht, und wenn Spielfilme (und

nur um solche geht es hier) in diesen

Zusammenhängen Verwendung finden,

dann als „Kontrast- oder Vergleichs-

König der Könige © Cinetext

Folie“ für Bibeltexte. Filme können dabei

den Blick schärfen für den Charakter

dieser Texte als Offenbarungstexte

und vielleicht auch neu motivieren, sie

(wieder) zu lesen. Wenn dies gelänge,

so wäre dies viel – Filme sind aber keine

Alternative zur biblischen Lektüre

und auch als Material zur Information

über biblische Personen m.E. nur begrenzt

brauchbar. Für die Frage, welcher

Film für den Unterricht geeignet

und wie bzw. mit welcher Zielsetzung

er einzusetzen ist, scheint es mir sinnvoll,

das Verhältnis Bibeltext/Film näher

zu bestimmen. Dabei lassen sich

zumindest drei Gruppen von Filmen

ausmachen.

1. Die Bibel als Filmerzählung –

Die klassischen Bibelfilme

Fragt man nach bekannten Bibelfilmen

so würde man wohl Filmtitel wie

DIE BIBEL (I 1965), DIE 10 GEBOTE

(USA 1925 bzw. 1956), KÖNIG DER KÖ-

NIGE (USA 1960), DIE GRÖßTE GE-

SCHICHTE ALLER ZEITEN (USA 1963)

oder auch JESUS VON NAZARETH (I 1989)

und KÖNIG DAVID (USA 1984) genannt

bekommen. Allen diesen Filmen ist gemeinsam,

dass sie biblische Texte

gleichsam als Vorlage für ein Drehbuch

benutzen, das dann in Bilder umgesetzt

wird. Das heißt, aus erzählenden Texten

wird eine Filmerzählung, eine

Handlung wird in dramatische Bilder

umgesetzt. Man sollte sich dabei bewusst

machen, worin das entscheidende

Kriterium für Auswahl und Umsetzung

der biblischen Texte liegt: Es geht

hier weder darum, so etwas wie einen

historisch korrekten Ablauf von Ereignissen

darzustellen (und das hat sicher

nichts mit dem Scheitern der „Leben-

Jesu-Forschung“ zu tun), noch geht es

darum, die Botschaft, das Kerygma

biblischer Texte im Medium Film zu

vermitteln (vermutlich kennt keiner der

Drehbuchautoren den Namen Rudolf

Bultmann). Die zentralen Kriterien

sind keine theologischen oder religionspädagogischen,

sondern dramaturgische:

Es geht darum, aus dem Stoff

INFORMATIONEN 32 2/2003

UNTERRICHTSPRAXIS

127


UNTERRICHTSPRAXIS

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Bibel – Die Schöpfung © Cinetext

einen Film zu machen, der unterhaltsam,

spannend, bewegend ist und der

die Menschen ins Kino, weniger aber in

die Kirche lockt. Damit ist auch aus

solchen Filmen direkt weder historisch

noch theologisch etwas für einen Religionsunterricht

zu erheben. Wohl aber

kann man mit spezifischen Fragestellungen

an einen Vergleich Film – Bibeltext

herangehen: Welches Gottesbild ist

jeweils erkennbar? Welche Gottesbeziehung?

Welche Funktion/Bedeutung

haben Wunder, und wie werden sie verstanden/dargestellt?

Worin besteht das

„Außergewöhnliche“ einer Figur / der

Person Jesus? u.v.m. Eine solche Vorgehensweise

hat nicht nur eine religionspädagogische,

sondern auch eine

medienkritische bzw. -pädagogische

Dimension, insofern als dadurch deutlich

werden kann, dass die Umsetzung

eines Stoffes in ein anderes Medium

immer zugleich auch Auswirkungen

auf dessen „Inhalte“ hat.

Das Gesagte gilt auch, wenngleich

mit Einschränkungen, für zwei Filme,

die man sicher auch als Bibelfilme im

besagten Sinn bezeichnen kann, die

aber wohl kaum als rein kommerzielle

Produkte verstanden werden können.

Sie sind m.E. die mit Abstand interessantesten

Bibelfilme. Die Rede ist von

DAS ERSTE EVANGELIUM NACH MATTHÄUS

(I/F 1964) von Pier Paolo Pasolini und

INFORMATIONEN 32 2/2003

DER MESSIAS (I/F 1975) von Roberto

Rosselini. Beide liefern eine sehr spezifische

und individuelle Deutung der

Person Jesus von Nazareth, die aber

vielleicht weniger an der Botschaft der

Texte als an der Persönlichkeit des

Künstlers orientiert ist. Pasolinis Film

bietet darüber hinaus den Vorzug, sich

auf einen Evangelientext zu beschränken.

Auch hier wird man mit einem

Vergleich unter einer übergeordneten

Fragestellung (Jesusbild des Films –

des Evangeliums) sinnvoll arbeiten

können, jedoch ist dies wohl nur in der

Sek II leistbar. Zudem sind beide Filme

zwar ästhetisch reizvoller, aber wesentlich

„undramatischer“ als die genannten

und damit für viele Schüler „unattraktiver“.

2. Die Bibel im Film erzählt –

Genesis von Ermanno Olmi

Bei der eingangs erwähnten Reihe

von Bibelverfilmungen von der Genesis

bis zum Neuen Testament, von der

mehrere Filme bereits im deutschen

Fernsehen zu sehen waren, nimmt der

erste eine Sonderstellung ein: Der Film

GENESIS (D/I 1993), unter der Regie des

italienischen Regisseurs Ermanno Olmi,

überwiegend in Marokko gedreht,

nähert sich dem narrativen und theolo-

gischen Kosmos des Buches Genesis

auf eine für einen Spielfilm ungewöhnliche

Weise. Olmi, der mit Dokumentarfilmen

seine Laufbahn begann, trat

ab Ende der 50er Jahre mit Spielfilmen

auf, die dem italienischen Neorealismus

verpflichtet waren und zunehmend

auch dezidiert religiöse, christliche

Themen aufgriffen. Vielleicht ist

dies auch der biographische Hintergrund

für seine Herangehensweise an

die Erzählungen des Buches Genesis.

Auf den ersten Blick sind es zwei

Momente, mit denen sich Olmis Film

von anderen Bibelverfilmungen absetzt.

Zum einen macht Olmi sie als Erzählungen

kenntlich: Von den Schöpfungsgeschichten

bis zu Noah und dem Bundesschluss

erzählt ein alter Nomade einem

Hirtenjungen. Damit verweist Olmi

nicht nur auf die Erzähltraditionen dieser

Geschichten, sondern konterkariert damit

zugleich auch jenen „dramaturgischen

Naturalismus“, der klassischen

Bibelverfilmungen (und auch den folgenden

Filme dieser Reihe) eigen ist.

Obwohl Kain oder Noah beispielsweise

im Film als Personen zu sehen sind, werden

sie vom Zuschauer wohl kaum in der

sonst üblichen Weise mit den biblischen

Figuren, von denen die Texte erzählen,

identifiziert werden. Dass dies gelingt,

hat aber auch mit dem zweiten besonderen

Moment des Films zu tun. Olmi setzt

die Erzählungen nicht in der gängigen

Weise in Film-Handlung um. Seine Erzählweise

ist sehr zurückgenommen und

undramatisch (so ist beispielsweise der

Brudermord gar nicht im Bild zu sehen),

und er durchbricht den narrativen Fluss

immer wieder durch Naturaufnahmen,

aber auch mit assoziativen Bildern aus

der modernen Welt. Der ikonographische

Kosmos der Erzählungen wird immer

wieder aufgebrochen und damit die

Bedeutung der Erzählungen vom Damals

ins Heute verlagert: Was über den

„Anfang“ erzählt wird, sagt weniger etwas

über den „Hergang“, sondern über

den „Fortgang“, ja über den „Ausgang“

der Geschichte des Menschen und der

Welt mit Gott.

Es ist hier nicht der Raum die theologischen

Linien und die ästhetische


Konzeption des Films nachzuzeichnen 1 ,

aus religionspädagogischer Perspektive

sei an dieser Stelle aber noch Folgendes

angemerkt: Den Film im Ganzen

im Unterricht einzusetzen, setzt ein

interessiertes und aufnahmefähiges Publikum

voraus. Der eher meditative

denn dramatische Charakter des Films

erfordert schon eine deutliche Bereitschaft,

sich auf eine bildstarke, aber

handlungsarme Konzeption einzulassen.

Für eine Erarbeitung der theologischen

Fragen ist der Film aber m.E.

sehr gut geeignet. Dies wird wohl nur

in der Sek II zu leisten sein. Auf der anderen

Seite scheint es mir aber auch gut

möglich, den Film nur in einzelnen Abschnitten

einzusetzen. Durch seine im

Kern klare Gliederung (Schöpfung –

Paradies – Kain und Abel – Noah) und

den weitgehenden Verzicht auf durchgängige

Figuren und deren Psychologisierung

kann man auch mit solchen

„Bruchstücken“ im RU arbeiten. Dies

wird wahrscheinlich sogar auch im Bereich

der Primarstufe möglich sein, wo

die Schönheit der Film-Bilder noch

einmal eine ganz eigene Wirkung entfalten

kann.

3. Die Bibel als Folie für die

Filmerzählung –

NAZARIN von Luis Buñuel

Filme dieser Kategorie sind sicher

keine „Bibelfilme“ im engeren Sinn.

Hier geht es nicht darum, eine biblische

Erzählung in eine dramatische Filmhandlung

umzusetzen, sondern die Verbindung

zwischen Film und Text ist

wesentlich indirekter. Nicht selten bedarf

es beim Zuschauer mehr oder weniger

umfangreicher Bibelkenntnisse,

um eine solche Verbindung überhaupt

herzustellen. In diese Kategorie gehören

etwa Filme wie JESUS VON MONTREAL

(Kan. 1989) von Denys Arcand, DIE

LETZTE VERSUCHUNG CHRISTI (USA

1988) von Martin Scorsese, THE GAR-

DEN (GB/BRD 1989) von Derek Jarman,

MARIA UND JOSEF (F 1985) von

Jean-Luc Godard, der DEKALOG-FILM-

ZYKLUS (Pol./BRD 1988) von Krzysztof

Kieslowski und nicht zuletzt auch

Monty Pythons DAS LEBEN DES BRIAN

(GB 1970) von Terry Jones, der wie

auch Scorseses Verfilmung des Katzantzakis-Romans

häufig als Bibelfilm

missverstanden wurde.

Filme dieser Kategorie liefern m. E.

die mit Abstand interessantesten Ansatzpunkte

für den Religionsunterricht.

Dabei sollte man sich als Religionslehrer

allerdings eine Frage ganz zu Beginn

der Vorbereitung stellen: Ist das

Verhältnis Film/Bibel ein eher affirmatives

oder ein adversatives? Anders gesagt:

Eröffnet der Film für Zuschauer/

-innen/die Schüler/-innen Zugänge zur

biblischen Botschaft, oder steht der

Film in Kontrast zur christlichen Deutung

der Texte bzw. kann er als Kritik

an ihr verstanden werden? Damit soll

jedoch nicht suggeriert werden, dass eine

Zuordnung zur zweiten Gruppe gegen

einen Einsatz im Unterricht spricht,

wohl aber, dass mit einem solchen Film

anders im Unterricht gearbeitet werden

muss. Auch sollte man sich in der Beantwortung

dieser Frage nicht vorschnell

am Urteil einer Kritik orientieren,

die ausschließlich dessen dogmatische

oder historische „Korrektheit“ beurteilt.

Ein Film wie MARIA UND JOSEF,

heftig angefeindet ob seiner vermeintlich

blasphemischen Darstellung einer

nackten Maria, ist weder obszön noch

blasphemisch, sondern eine sensible

und virtuose Meditation über das Geheimnis

der Schöpfung und des Lebens

wie der Liebe, die der biblischen Botschaft

allemal näher ist als der Bibelkitsch

mancher unverdächtiger Filme.

Eine Romanverfilmung wie DIE LETZTE

VERSUCHUNG CHRISTI, auch diese heftig

kritisiert wegen einer nicht züchtig

verhüllten Maria und der so ganz „unbiblischen“

Versuchungsvision des sterbenden

Christus am Kreuz, ist – bei allen

Schwächen – vielleicht näher und

allemal konkreter am Geheimnis des

„wahren Menschenseins Jesu Christi“

als die entrückten und aseptischen Jesusdarstellungen

anderer Filme. Und

nicht zuletzt: Selbst ein Film wie Monty

Pythons DAS LEBEN DES BRIAN, bei

dem ich den Vorwurf der Blasphemie

zwar nicht teilen, wohl aber noch am

ehesten nachvollziehen kann, liefert in

seinen stärksten Momenten eine Kritik

an bestimmten Erscheinungsformen der

Religion, die auch der dogmatisch geschulte

Christ nachvollziehen und nachsprechen

kann.

Aus dieser zweiten Abteilung – Filme,

die biblische Texte in (religions-)

kritischer Absicht aufgreifen – sei nun

einer etwas ausführlicher vorgestellt,

der m.E. zu ganz verschiedenen Themen

des RU sinnvoll eingesetzt werden

kann und der vermutlich wenig be-

Nazarin © Cinetext

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

130

kannt ist. Es handelt sich um den Film

NAZARIN des spanischen Regisseurs

Luis Buñuel. Buñuel, der sich in seiner

Autobiographie einmal als „Atheist

von Gottes Gnaden“ bezeichnet hat,

galt noch bis vor wenigen Jahrzehnten

als Regisseur, dessen Filme von kirchlichen

Stellen als für den Katholiken

„abzuraten“ bezeichnet wurden. In der

Tat sind Kritik, ja Spott gegenüber Kirche

und Christentum Motive, die fast

alle Filme Buñuels durchziehen, häufig

eher am Rande, in einigen Fällen aber

auch zentrale Elemente seiner Filme,

so etwa in SIMON IN DER WÜSTE, DIE

MILCHSTRASSE oder VIRIDIANA.

Von diesen Filmen unterscheidet

sich NAZARIN wohl vor allem dadurch,

dass Buñuel sich hier sehr ernsthaft und

tiefgründig mit dem Christentum auseinandersetzt

und zwar sowohl im Hinblick

auf seine „sichtbare Erscheinungsform“,

die Kirche, als auch in Bezug

auf deren Ideale und Ansprüche. Es ist

leicht, eine solche Kirchenkritik von

der Differenz zwischen Anspruch und

Wirklichkeit her zu formulieren (und

vielleicht auch ebenso leicht, diese Kritik

„abzutun“), schwieriger hingegen,

wenn sie das Ideal, den Anspruch selbst

berührt, noch dazu in einem Bereich,

der gerade auch von außen betrachtet

eine der großen Stärken der christlichen

Kirchen ausmacht: ihr soziales

Engagement, ihre karitative Arbeit.

Genau das tut Buñuel, und das macht

m.E. seinen Film, trotz einer gewissen

Patina, die er nach über 45 Jahren natürlich

angesetzt hat, noch immer aktuell

und bedenkenswert.

Haupt- und Titelfigur des Films, der

1958 in Mexiko produziert und auf den

folgenden Filmfestspielen in Cannes

prämiert wurde, ist ein katholischer

Priester, Padre Nazario, der im Armenviertel

eines Dorfes irgendwo in Mexiko

gegen Ende des 19. Jahrhunderts

lebt. Deutlich setzt Buñuel diese Figur

von anderen Priester-Figuren seines

Films ab: Nazario verzichtet auf jeden

unnützen Besitz und erst Recht auf

Reichtümer. Alles was er bekommt und

nicht zum Leben braucht, gibt er den

Armen, die beständig vor seiner Tür

INFORMATIONEN 32 2/2003

stehen. Er hat dadurch schon einen gewissen

Ruf, so dass sich gelegentlich

auch einmal Angehörige der Oberschicht,

der Politik in diesem Viertel sehen

lassen, um sich diesen „seltsamen

Heiligen“ aus der Nähe anzusehen,

nicht ohne abschließend eine Spende zu

hinterlassen, die dieser dann entweder

sogleich an einen Bettler weitergibt

oder sich stehlen lässt. Eines Tages steht

Andara, eine Prostituierte, vor der Tür.

Sie hat in einem Streit mit einer Kollegin

diese niedergestochen und wurde

selbst dabei verletzt. Nun bittet sie Nazario

um Zuflucht. Nur widerwillig

nimmt Nazaio sie auf und auch nur bis

sie wieder gesund ist, vielleicht auch in

der Hoffnung, diese „Sünderin“ zu einem

besseren Leben bekehren zu können.

Doch das ungleiche Paar bleibt

nicht unentdeckt. Bald spricht man

schon davon, dass ein Pater mit einer

Prostituierten unter einem Dach lebt.

Um einer Entdeckung durch die Polizei

zuvor zu kommen, flüchtet Andara und

vernichtet alle Spuren in der Wohnung,

indem sie diese in Brand steckt. Hilfe

bei dieser Brandstiftung, wenn auch unfreiwillige,

erhält sie dabei von einer

jungen Frau aus der Nachbarschaft.

Beatriz leidet unter der schroffen Zurückweisung

ihres Geliebten – ein Macho

reinsten Wassers –, dem sie offenbar

nicht willig genug ist, weshalb sie

schon einen (wenngleich eher halbherzigen)

Selbstmordversuch verübt hat.

Nach dem Brand wird Padre Nazario

vor seinen Vorgesetzten, Don Angel, zitiert,

gut situiert und angesehen, der ihm

eine Tasse Schokolade anbietet, um ihm

dann zu eröffnen, dass er das Dorf zu

verlassen habe. Er persönlich wisse

zwar um Nazarios Unschuld, doch aufgrund

der Umstände sei er nicht länger

als Priester tragbar. Er werde zwar nicht

seines Amtes enthoben, dürfe sich aber

nicht als Priester zu erkennen geben.

Nazario lässt die Tasse Schokolade unberührt

stehen und geht – gehorsam und

ohne erkennbaren Groll.

Erste Station auf seiner nun folgenden

Wanderschaft, die Buñuel zunehmend

als Kreuzweg inszeniert, ist eine

Gruppe Bauarbeiter. Nazario bittet um

Arbeit, und als der Vorarbeiter ihm kein

Geld zusagen kann, bietet Nazario an,

für ein warmes Essen zu arbeiten. Dies

ruft den Groll der anderen Arbeiter hervor:

Es herrscht große Arbeitslosigkeit

und ein Mann, der nur für Essen arbeitet,

verdirbt nicht nur die Löhne, sondern

verhindert auch, dass andere Arbeit finden.

Die Arbeiter machen ihm versteckt

aber deutlich klar, dass er hier nicht erwünscht

sei, und Nazario verlässt die

Baustelle. Nach dessen Abgang stellt der

Aufseher seine Arbeiter zur Rede und

zieht schließlich auch eine Pistole. Pater

Nazario, schon weit weg vom Geschehen,

hört aus der Ferne einen Schuss.

Auf seinem Weg trifft er auch Beatriz

und Andara wieder, die sich ihm

anschließen. Obwohl er ihre Begleitung

ablehnt, geben sie nicht auf, und

ihm gelingt es nicht, sie abzuschütteln.

Andara bittet ihn zu einem kranken

Kind in ihrem Dorf: Er solle ein „Wunder“

wirken und es wieder gesund machen.

Nazario, der um die „Wunderund

Abergläubigkeit“ der Menschen

weiß, lehnt dies zunächst ab, erklärt

sich aber dann doch bereit, am Bett des

Kindes um Gottes Hilfe zu beten. Dort

angekommen, sieht er sich mit Befremden

zunehmend in die Rolle eines

Wunderheilers gedrängt, und alle Bemühungen,

Gott als den „einzigen, der

dieses Kind retten kann“, darzustellen,

scheitern letztlich. Als das Kind am

nächsten Tag wieder gesund ist, ist Nazario

für alle der „Wunderheiler“.

Nächste Station auf ihrem Weg ist

ein Dorf, in dem die Pest wütet. Nazario

ist sofort bereit zu helfen, aber Andara

fügt sich nur widerwillig. Doch sie

können nur wenig tun, die meisten

Menschen sind bereits tot. Als Nazario

in einem Haus eine sterbende Frau findet,

will er ihr die Beichte abnehmen

und die letzte Ölung spenden. Sie aber

verlangt immer nur nach ihrem Geliebten.

Auf seine fast schon verzweifelte

Bitte, zu bereuen, zu beichten, um so

ins ewige himmlische Leben einzugehen,

erhält er nur die lapidare Antwort:

„Kein Himmel. Juan!“ Als eben dieser

ins Haus tritt, verjagt er die ungebetenen

Gäste und umarmt seine Frau.


Doch nicht nur den Notleidenden

des Landes auch seinen „Jüngerinnen“

Beatriz und Andara versucht er, die

christliche Botschaft nahezubringen: Er

predigt ihnen von der „reinen Liebe“,

der Liebe, die sich auf alle Menschen

richtet. Seine Botschaft von der christlichen

„caritas“ scheint aber nur bei Beatriz

auf fruchtbaren Boden zu fallen –

für sie scheinbar ein Gegenmodell zur

„amor“, die sie bereits leidvoll erfahren

hat –, während Andara nicht nur vom

Verständnis, sondern auch von der Umsetzung

her sich damit schwer tut.

Der letzte Teil des Films beginnt

mit der Verhaftung Nazarins und Andaras,

die sich ihr mit Gewalt zu widersetzen

versucht und von Nazario deshalb

zurechtgewiesen wird. Beatriz begleitet

freiwillig „ihren Heiligen“, der auf

dem Weg zum Gefängnis dem Spott anderer

Mitgefangener ausgesetzt ist. Ein

Vierter im Bunde ist Ujo, ein „hässlicher

Zwerg“, der sich in Andara verliebt

hat („du bist hässlich, trotzdem

mag ich dich“). Doch dieser Bund

Zum anderen ist wohl auch erkennbar,

dass Buñuels Film ein „Thesenfilm“

ist: Weniger in der „Psychologie

der Figuren“ als in Strukturen und

Konstellationen des Films artikuliert

sich Buñuels Kritik an Kirche und

Dogma. Aus einer Gegenüberstellung

der Hauptfigur mit den Personengruppen

des Films, lässt sich dies m.E. auch

im Unterricht erarbeiten.

Eine Leitfrage für Schüler kann dabei

eine Gegenüberstellung Szenenbe-

bricht am Ende auseinander: Andara

wird – von Ujo begleitet – mit den anderen

Gefangenen abtransportiert. Beatriz,

die ihrer Mutter von der „reinen

Liebe“ und Nazarin vorschwärmt,

muss erkennen, dass ihr Verhältnis zu

Nazario ein erotisches ist und bricht zusammen.

Sie wird – obwohl ein weiteres

Mal von ihrem Geliebten gedemütigt,

der sie um Wasser bittet, nur um es

vor ihr auszuschütten – zu ihm zurückkehren.

Und Nazarios Scheitern kulminiert

in einer Szene im Gefängnis:

Auch hier wird er von Mitgefangenen

drangsaliert und kann nur noch mit

Mühe seine Friedfertigkeit aufrechterhalten,

bis ihm ein Mitgefangener zu

Hilfe kommt. Als er diesen daraufhin

als „guten Menschen“ bezeichnet,

muss er erfahren, dass er einem

Schwerverbrecher diese Hilfe verdankt,

der Nazarios ethische Orientierung

zusammenbrechen lässt: „Ja, du

bist gut und ich bin schlecht, aber was

macht das für einen Unterschied? Wir

können beide nichts ändern!“ Am

Biblische Bezugspunkte Pater Nazario – Jesus

· Sammlung der Jünger (� Frauen, die aber trotz seiner Ablehnung mitkommen wollen)

· Kritik der Mächtigen (� Priester, Offizier)

· Unbedingte Parteinahme für die Armen (� Bauer, der nicht grüßt, � Umgang mit Huren)

· Besitzlosigkeit (� gibt alles, was er hat, den Armen)

· Predigt der Nächstenliebe (� Beatriz)

· Verweigerung eines Zeichens (� Frauen mit dem kranken Mädchen – Lk)

· Verhaftungsszene (� Ablehnung der Gewalt)

· Gang nach Golgatha (� Schlusssequenz)

· Verhöhnung und Spott (� Mitgefangene)

· Aussehen (� Stirnkranz)

· Verhalten gegenüber Kranken (� Pestkranke – Aussätzige)

ginn – Szenenende sein. Fast durchgängiges

Prinzip in Buñuels Film ist,

seine Hauptfigur mit „besten Absichten“

in eine Situation hinein gehen zu

lassen. In fast allen Szenen endet dies

nicht nur entgegen dessen Erwartungen,

sondern häufig völlig desolat (�

Aufnahme Andaras in sein Haus, Baustelle,

pestkranke Frau u.a.m.). Im Anschluss

daran wäre dann nach den

Gründen für diese Entwicklung zu fragen,

womit sich Buñuels kichen- bzw.

nächsten Tag wird Nazario allein, nur

von einem Polizisten begleitet, abgeführt.

Auf dem Weg begegnen sie einer

Frau, die beiden Dürstenden eine Ananas

anbietet. Nazario weicht vor dieser

Geste zunächst zurück, nimmt dann

aber die Gabe zögernd an. Mit der Ananas

im Arm geht er mit verzweifeltem

Gesichtsausdruck weiter. Seinen Gang

begleiten Trommeln ( die einzige „Off-

Musik“ im ganzen Film!), und dami

endet auch der Film.

Diese etwas ausführliche Inhaltangabe

macht wohl deutlich, wie Buñuel

mit den neutestamentlichen Texten umgeht:

Die Geschichte seines Paters Nazario

wird immer stärker der Passionsgeschichte

Jesu angenähert und man

wird eine Reihe von Parallelen ausmachen

können, nicht selten aber auch in

charakteristischer „Umkehr“. So wird

etwa aus der Sammlung der Jünger das

„Nachlaufen der Jüngerinnen“, und auch

mit der biblischen Erzählung von den

Jungfrauen am Brunnen geht Buñuel

kontrapunktisch um.

christentumskritische Position näher

bestimmen lässt.

Von hier aus kann unter verschiedenen

Perspektiven weitergearbeitet werden.

In einer kirchengeschichtlichen

Einheit könnte gefragt werden, ob bzw.

wo solche Kritik berechtigt war (und

vielleicht noch ist) und wie damit umzugehen

ist. Unter einer ethischen Perspektive

könnte die Gegenüberstellung

von Gesinnungs- und Verantwortungsethik

(neu) thematisiert werden. Im

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UNTERRICHTSPRAXIS

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UNTERRICHTSPRAXIS

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„Sorge“ um sozialen Status

(� Entlassung Nazarios)

reiche, angesehene Kirche

(� Schokolade)

Rahmen der Beschäftigung mit Fragen

von Mission und Entwicklungshilfe wäre

zu fragen, wie kirchliche Arbeit in

diesem Feld heute gerade diese Kritik

aufgreift, um effektive Arbeit leisten zu

können. Darüber hinaus ließen sich auch

Begriffe wie „strukturelle Sünde“, „Erbsünde“,

„Dogma vs. Dogmatismus“,

„Befreiung“ u.a.m. mit diesem Film angehen.

Und nicht zuletzt wäre zu fragen,

ob diese Kritik, gemessen an heutiger

Wahrnehmung von Kirche und Christentum,

denn (noch) berechtigt erscheint,

bzw. welche Bedeutung sie für

INFORMATIONEN 32 2/2003

Kirche Pater Nazario Volk (Reaktionen/Folgen)

Abkehr von jesuanischen Idealen

(� Reichtum / Besitz / Macht)

predigt und praktiziert Nächstenliebe wollen „geschlechtliche“ Liebe, bzw.

sind nur dazu fähig (� Beatriz)

Predigt vom jenseitigen Himmelreich /

Trost angesichts des Todes

mein eigenes Glaubens- und Kirchenverständnis

hat.

Zugegeben: Der Film ist schon eine

harte Herausforderung, sowohl für Lehrer

als auch für Schüler. Fast 50 Jahre

alt, in schwarzweiß gedreht, in

Deutschland nur in der Originalfassung

mit deutschen Untertiteln aufgeführt,

und auch Buñuels Obsessionen, seine

Neigung zu Surrealismus und Groteske

sind sicher nicht „jedermanns Sache“.

Und dennoch lohnt ein solcher Gang in

jene vielleicht schon etwas staubige

Kammer der Filmgeschichte – für den

wollen keinen jenseitigen Trost, sondern

diesseitige Liebe

(� pestkranke Frau)

Verzicht auf Reichtum und Besitz schädigt Arbeiter (Wirtschaftssystem)

Nachfolge Jesu / „Güte“ Jesu als einzig

erstrebenswertes Ideal

Buñuels Kritik am Christentum/Katholizismus

„Güte“ kein Garant für „Erfolg“ der

Nächstenliebe (� „gut oder schlecht –

kein Unterschied“)

Filmliebhaber, für den Theologen, für

den Menschen, der religiös zu fragen

nicht verlernt hat (oder lernen will).

Franz Günther Weyrich ist Leiter des

Amtes für katholische Religionspädagogik

in Wetzlar.

Anmerkung

1

Einen guten ersten Überblick hierzu gibt der Aufsatz

von Hans Gerhold: Genesis – Die Schöpfung, in:

Walter Zahner (Hg.): Die Bibel: Das Alte Testament

– Die Filme: Genesis – Die Schöpfung, Abraham,

Jakob, Josef. – München u. Frankfurt/M. 1995. S. 42-52.

Der Band liegt ebenso wie der Film (als VHS-Kassette)

bei den Ämtern für katholische Religionspädagogik

der jeweiligen Bezirke vor.

· „Idealistisches“ Menschenbild der christlichen Religion: Menschen können ethische Ansprüche nicht erfüllen

bzw. wollen sie nicht erfüllen („Weltfremdheit“ des Christentums).

· Transzendenz bedeutet nicht automatisches humanes Handeln, Glaube nicht notwendigerweise Güte.

· Strukturen der Welt verhindern, dass ethisches Handeln (das angestrebte Gute) auch tatsächlich zum Wohl der

Menschen beiträgt (Widerspruch von Anspruch und Realität) � Verantwortungsethik vs. Gesinnungsethik.

· Abkehr der (Amts-)Kirche von der jesuanischen Botschaft (� Pakt mit den Mächtigen).

Jetzt bitte schon vormerken!

45. Limburger Kreuzwoche

Tag der Religionspädagogik 2003

Der Sinn für die Fülle.

Mystagogie und Religionsunterricht – Ein Widerspruch?

Dienstag, 9. September 2003

Bald mehr unter: www.religionsunterricht-bildet.de


Literaturübersicht – Bibelausgaben

1. Schulbibelausgaben und Kommentare

1.1 Grundschule

Bibel für die Grundschule. Hg. v. d.

Deutschen Bischofskonferenz. Illustrationen:

Jenny Dalenoord. – Düsseldorf:

Patmos Verlag/Kevelaer: Verlag Butzon

& Bercker/Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk/München:

Kösel-Verlag. 1979.

256 S. m. 65 vierfarb. Ill., € 10.95 (Lernmittelfrei

zugelassen in Hessen und

Rheinland-Pfalz)

– Zugänge zu biblischen Texten. Eine

Lesehilfe zur „Bibel für die

Grundschule“. Erarb. v. H. Zirker/G.

Hilger/T. Aurelio/C. Bussmann/H.-J.

Perrar/F.J. Schierse und K. Sorger. –

Düsseldorf: Patmos Verlag.

– Das Alte Testament. – 4. Aufl. 2000.

324 S., € 22.00 (ISBN 3-491-78014-4)

– Das Neue Testament. – 4. Aufl.

1998. 344 S., € 22.00 (ISBN 3-491-

78013-6)

Die Bibel für den Unterricht. Ausgewählt

und erläutert von Josef Quadflieg.

Bilder von Rita Frind. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 3. Aufl. 2002. 288 S. m.

über 200 Abb., € 10.95 (ISBN 3-491-

73416-9) (Lernmittelfrei zugelassen in

Rheinland-Pfalz für die Grundschule)

– Quadflieg, Josef/Frind, Rita: Die Bibel.

14 Overheadfolien mit Begleitheft

(48 S.) für Schule und Gemeinde. –

Düsseldorf: Patmos Verlag/München:

Deutscher Katecheten-Verein. 1998.

€ 15.50 (ISBN 3-491-73334-0)

– Quadflieg, Josef: Die Bibel für den

Unterricht. – Düsseldorf: Patmos

Verlag.

– Kommentar Altes Testament. –

1996. 440 S., € 26.00 (ISBN 3-491-

78473-5)

– Kommentar Neues Testament. –

1998. 412 S., € 26.00 (ISBN 3-491-

78476-X)

1.2 Sekundarstufe I

Schulbibel. Hg, v. d. Deutschen Bischofskonferenz.

– Düsseldorf: Patmos

Verlag/Kevelaer: Verlag Butzon & Bercker/Stuttgart:

Verlag Kath. Bibelwerk/

München: Kösel-Verlag. 1979. 432 S., 32

Farbtaf., 4 Landkarten, € 12.95 (Lernmittelfrei

zugelassen in Hessen und Rheinland-Pfalz)

1.3 Sekundarstufe I und II

Die Bibel. Einheitsübersetzung. Altes

und Neues Testament. – Freiburg

u.a.: Verlag Herder. 1999. 1.472 S., Anhang:

12 Karten, Einf. in jed. bibl. Buch,

€ 8.00 (ISBN 3-451-28000-0) (Lernmittelfrei

zugelassen in Hessen und Rheinland-Pfalz)

Die Bibel. Einheitsübersetzung. Gesamtausgabe.

– Stuttgart: Katholische

Bibelanstalt. Neuaufl. 2003. 1.456 S., 12

Karten, Einf. in jed. bibl. Buch, € 12.20

(ISBN 3-920609-25-5) (Lernmittelfrei zugelassen

in Hessen und Rheinland-Pfalz)

Das Neue Testament. Einheitsübersetzung.

– Stuttgart: Katholische Bibelanstalt.

12. Aufl. 2001. 672 S., 4 Karten

€ 7.60 (ISBN 3-920609-17-4) (Lernmit-

2. Bibelausgaben und Hilfsmittel – Eine Auswahl –

2.1. Bibelausgaben und Auswahlbibeln

Die Bibel. Einheitsübersetzung. Altes

und Neues Testament. – Freiburg

u.a.: Verlag Herder. 1999. 1.452 S., An-

hang: 12 Karten; Einf. in jedes biblische

Buch, € 8.00 (ISBN 3-451-28000-0)

Die Bibel. Einheitsübersetzung. Gesamtausgabe.

– Stuttgart: Verlag Kath.

telfrei zugelassen in Hessen und Rheinland-Pfalz)

Münchener Neues Testament

(MNT). Studienübersetzung i.A. des

Collegium Biblicum München e.V. hg.

von Josef Hainz. – Düsseldorf: Patmos

Verlag. 6. Aufl. 2002. 506 S. m. Sachanhang

und Landkarten, € 16.00 (ISBN 3-

491-71083-9) (Lernmittelfrei zugelassen

in Hessen und Rheinland-Pfalz)

Synopse zum Münchener Neuen

Testament. Für das Collegium Biblicum

München e.V. hg. v. Josef Hainz. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 2., durchges. u.

bearb. Aufl. 1998. 264 S., € 16.00 (ISBN

3-491-71102-9) (Lernmittelfrei zugelassen

in Hessen und Rheinland-Pfalz)

Evangelien-Synopse der Einheitsübersetzung.

Von Carl Heinz Peisker. –

Haan: Oncken Verlag/Stuttgart: Verlag

Kath. Bibelwerk. 5. Aufl. 2001. 384 S.,

€ 14.90 (ISBN 3-7893-7155-6=Oncken;

3-460-32121-0=KBW)) (Lernmittelfrei zugelassen

in Hessen)

Patmos-Synopse. Übersetzung der

wichtigsten synoptischen Texte mit Parallelen

aus dem Johannesevangelium,

den apokryphen Evangelien und der

frühchristlichen Literatur. Von Franz Joseph

Schierse mit einer Einführung von

Werner Trutwin. – Düsseldorf: Patmos

Verlag. 25. neubearb. u. erw. Aufl. 2002.

172 S., € 10.95 (ISBN 3-491-75143-8)

(Lernmittelfrei zugelassen in Rheinland-Pfalz)

Bibelwerk. Neuaufl. 2003. 1.456 S.,

€ 7.98 (ISBN 3-460-33007-4)

Neue Jerusalemer Bibel. Einheitsübersetzung

mit dem Kommentar der

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

133


LITERATUR & MEDIEN

134

Jerusalemer Bibel. – Freiburg u.a.: Verlag

Herder. 11. Aufl. 2000. 1.900 S.

m. 4 seit. farb. Kartenanhang, € 39.50

(ISBN 3-451-27800-6)

Das Alte Testament. Einheitsübersetzung.

– Stuttgart: Katholische Bibelanstalt.

Neuaufl. 2001. 1.136 S. m. 12

Karten, € 12.90 (ISBN 3-920609-02-6)

Die Psalmen. Einheitsübersetzung.

– Stuttgart: Katholische Bibelanstalt.

6. Aufl. 2001. 273 S., € 4.90 (ISBN 3-

920609-16-0)

Das Neue Testament. Einheitsübersetzung.

Einführung in jedes Buch,

4Karten. – Stuttgart: Katholische Bibelanstalt.

12. Aufl. 2001. 672 S., € 7.60

(ISBN 3-920609-17-4)

Das Neue Testament. Übersetzt von

Fridolin Stier. Aus dem Nachlass hg.

von Eleonore Beck, Gabriele Miller und

Eugen Sitarz. – Düsseldorf: Patmos Verlag/München:

Kösel-Verlag. 1989. 580 S.,

€ 21.50 (ISBN 3-491-77779-8=Patmos/

3-466-20315-5=Kösel) (Rezension in

INFORMATIONEN 1/2/1991, S. 44)

Münchener Neues Testament

(MNT). Studienübersetzung i.A. des

Collegium Biblicum München e.V. hg.

von Josef Hainz. – Düsseldorf: Patmos

Verlag. 6. Aufl. 2002. 506 S. m. Sachanhang

und Landkarten, € 16.00 (ISBN 3-

491-71083-9) (Rezension in INFORMA-

TIONEN 4/1988, S. 14)

Die Bibel. Einheitsübersetzung mit

Kommentar v. Eleonore Beck. – Stuttgart:

Kath. Bibelwerk. 2001. 1.642 S., 4 farb.

Karten, € 24.90 (ISBN 3-460-31970-4)

Die Bibel. Auswahlbibel. Mit Einführungen

und Meditationen von Anselm

Grün. – Freiburg u.a: Verlag Herder.

2. Aufl. 2003. 635 S., € 19.90 (ISBN

3-451-27858-8)

Neue Jugendbibel mit Kommentar

und Lexikon. Hg.: Deutscher Katecheten-Verein

e.V. München. Konzeptentwicklung,

Textauswahl u. Kommentie-

INFORMATIONEN 32 2/2003

rung: Rainer Dillmann/Agnes Wuckelt

u. Studierende. – Stuttgart: Verlag Kath.

Bibelwerk. 2003. 256 S., zahlr. s/w-Fotos,

6 Karten, € 9.90 (ISBN 3-460-

32585-2) (Rezension in INFORMATIO-

NEN 2/ 2003, S. 143)

Leuchtfeuer. Gute Nachricht Themenbibel.

– Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk/Deutsche

Bibelgesellschaft. 2002.

1.344 S., durchg. zweifarb. Druck. 80 farb.

Themenseiten, € 14.00 (ISBN 3-460-616

34-2=KBW/3-438-01634-6=Bibelges.)

Gute Nachricht Bibel. Taschenausgabe

ohne Spätschriften des AT. –

Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft/

Verlag Kath. Bibelwerk. 2000. 1.344 S.,

€ 8.00 (ISBN 3-438-01620-6=Bibelges./

3-460-61620-2=KBW)

Gute Nachricht für dich. Gesamtausgabe

mit den Spätschriften des AT.

– Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft/

Verlag Kath. Bibelwerk. 2000. 1.526 S. m.

96 Farbseiten, € 10.00 (ISBN 3-438-01631-

1=Bibelges./3-460-61631-8=KBW)

2.2 Synopsen und Konkordanzen

Vollständige Synopse der Evangelien.

Nach dem Text der Einheitsübersetzung.

Mit wichtigen außerbiblischen

Parallelen. Hg. von Otto Knoch unter

Mitarbeit von Eugen Sitarz. – Stuttgart:

Katholische Bibelanstalt. 2. Aufl. 1989.

360 S., € 23.90 (ISBN 3-920609-28-X)

Kleine Stuttgarter Konkordanz zur

Einheitsübersetzung. – Stuttgart: Verlag

Kath. Bibelwerk. 2003. ca. 500 S., ca.

€ 25.00 (ISBN 3-460-32275-6)

Synopse zum Münchener Neuen

Testament. Für das Collegium Biblicum

München e.V. hg. v. Josef Hainz. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 2., durchges. u.

bearb. Aufl. 1998. 264 S., € 16.00 (ISBN

3-491-71102-9) (Rezension in INFOR-

MATIONEN 4/1991, S. 55)

Konkordanz zum Münchener Neuen

Testament. Hg. v. Josef Hainz/Martin

Schmiedl/Josef Sunckel. – Düssel-

dorf: Patmos Verlag. 1998. 1.040 S.,

€ 44.90 (ISBN 3-491-71107-X) (Rezension

in INFORMATIONEN 4/1999, S. 44)

2.3 Nachschlagewerke

Münchener Theologisches Wörterbuch

zum Neuen Testament. Hg. v. Josef

Hainz/Alexander Sand. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 1997. 464 S., € 17.50

(ISBN 3-491-77014-9) (Rezension in

INFORMATIONEN 2/1999, S. 38)

Haag, Herbert: Biblisches Wörterbuch.

Sonderausgabe. – Freiburg u.a.:

Verlag Herder. 2003. 448 S. m. 46 s/w-Ill.,

€ 15.40 (ISBN 3-451-28008-6) (Rezension

in INFORMATIONEN 2/2003, S. 141)

Kleines Stuttgarter Bibellexikon.

– Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk. Überarb.

Neuaufl. 1999. 308 S., € 7.90 (ISBN

3-460-30054-X) – CD-ROM. 2000.

€ 21.00 (ISBN 3-460-01007-X)

Reclams Bibellexikon. Hg. v. Klaus

Koch, Eckhart Otto, Jürgen Roloff, Hans

Schmoldt. – Stuttgart: Philipp Reclam

jun. 6., verb. Aufl. 2000. 584 S. m. 138

Abb., 6 Karten, € 19.90 (ISBN 3-15-

010470-X) (Rezension in INFORMATIO-

NEN 1/2002, S. 51)

Lexikon der biblischen Personen.

Mit ihrem Fortleben in Judentum,

Christentum, Islam, Dichtung, Musik

und Kunst. Von Martin Bocian unter

Mitarbeit von Ursula Kraut und Iris

Lenz (Kröners Taschenausgabe; Bd.

469). – Stuttgart: Verlag A. Kröner. 1989.

X, 510 S., € 21.50 (ISBN 3-520-46001-7)

(Rezension in INFORMATIONEN 2/3/

1990, S. 50)

Calvocoressi, Peter: Who’s who in

der Bibel (dtv 32540). – München:

Deutscher Taschenbuch Verlag. 12. Aufl.

2003. 252 S. m. 37 s/w u. 53 farb. Abb.,

€ 19.50 (ISBN 3-423-32540-2) (Rezension

in INFORMATIONEN 2/2003, S. 142)

Reclams Lexikon der Bibelzitate.

Von Hans Schmoldt, – Stuttgart: Philipp

Reclam jun. 2002. 336 S., € 14.90 (ISBN


3-15-010510-2) (Rezension in INFOR-

MATIONEN 2/2003, S. 142)

2.4 Einführungen

Stendebach, Franz Josef: Einführung

in das Alte Testament. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 6. Aufl. 2001.

308 S., € 14.95 (ISBN 3-491-69033-1) (Rezension

in INFORMATIONEN 4/1994,

S. 22f.)

Schierse, Franz Joseph: Einführung

in das Neue Testament. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 6. Aufl. 2001. 172 S., € 9.95

(ISBN 3-491-69032-3)

Struppe, Ursula/Kirchschläger, Walter:

Einführung in das Alte und Neue

Testament. – Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk.

1998. XII, 133 S./VI, 152 S.,

€ 19.80 (ISBN 3-460-33035-X) (Rezension

in INFORMATIONEN 2/1999, S. 36f.)

Stuttgarter Altes Testament. Einheitsübersetzung

mit Kommentar und

Lexikon. Hg. v. Erich Zenger. – Stuttgart:

Katholische Bibelanstalt. 2003.

ca. 1.800 S., 2 farb. Vorsatzkarten, ca.

€ 42.00 (ISBN 3-920609-45-X)

Stuttgarter Neues Testament. Einheitsübersetzung

mit Kommentar und

Erklärungen. Hg. v. Erich Zenger. –

Stuttgart: Katholische Bibelanstalt.

2000. 589 S., 2 farb. Karten, € 21.50

(ISBN 3-920609-43-3)

(AT und NT zusammen. 2 Bände. –

Stuttgart: Katholische Bibelanstalt,

€ 50.00 (ISBN 3-920609-47-6)

Mertens, Heinrich A.: Handbuch

der Bibelkunde. Literarische, historische,

archäologische, kulturkundliche,

geographische Aspekte des AT und NT.

– Düsseldorf: Patmos Verlag. 1997. XIV.

862 S., € 24.95 (ISBN 3-491-77021-1)

(Rezension in INFORMATIONEN 4/1984,

S. 28)

Die Bibel. Geschichte und Gegenwart.

– Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk.

3. Bibelausgaben für Kinder – Eine Auswahl –

Frey, Astrid/Pitsch, Ralf/Stangl, Herbert:

Mit der Bibel groß werden. Kinderbibeln

im Vergleich. – Bonn: Borromäusverein

e.V. 2002. 120 S., € 10.00

(ISBN 3-920126-05-X)

Die große Kinderbibel. Nacherzählt

von Murray Watts. Ill. von Helen Cann. –

München: Pattloch Verlag/Gießen: Brunnen

Verlag. 2002. 352 S. mit durchg. vierfarb.

Ill., € 19.90 (ISBN 3-629-01260-4=

Pattloch/3-7655-6706-X=Brunnen)

Das große Bibel-Bilderbuch. Gemalt

von Kees de Kort. Text: Hellmut Haug. –

Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft.

2000. 352 S. € 25.00 (ISBN 3-438-04142-

1) dazu: Das große Bibel-Hörbuch. 27

Biblische Geschichten und 18 Bibellieder

v. André Pouwer und Christan Grotenberg.

Doppel-CD. Spieldauer 143 Min.

– Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft.

2000. € 20.00 (ISBN 3-438-01918-3)

Neukirchener Kinder-Bibel. Text:

Irmgard Weth. Ill. v. Kees de Kort. Mit

Hörbuch-CD. – Neukirchen-Vluyn: Kalenderverlag

des Erziehungsvereins.

13. durchges. Aufl. 2001. 328 S., 96 Bilder,

€ 14.90 (ISBN 3-920524-44-6)

Die neue Bilderbibel. Erzählt von

Josef Quadflieg. Vierfarb. ill. v. Tomie de

Paola. – Düsseldorf: Patmos Verlag.

4. Aufl. 2003. 128 S., € 14.95 (ISBN 3-

491-79415-3)

Komm, freu dich mit mir. Die Bibel

für Kinder erzählt. Text: Karin Jeromin.

Ill. v. Rüdiger Pfeffer. – Stuttgart:

Deutsche Bibelgesellschaft. 1999.

240 S. m. zahlr. Abb., € 8.00 (ISBN 3-

438-04010-7)

Die Kinder Bibel. Erzählt von Lois

Rock. Farb. ill. v. Christina Ballit. – Stuttgart:

Verlag Kath. Bibelwerk. 2001.

224 S., € 19.90 (ISBN 3-460-24500-X).

2002. 240 S. vierfarb. m. über 240 Farbu.

sw-Ill., € 49.90 (ISBN 3-46030213-5)

2.5 Atlanten

Bibel Atlas. Text: Stephan Motyer. Illustrationen:

Brina Delf. – Stuttgart: Verlag

Kath. Bibelwerk. 2001. 48 S. m.

zahlr. farb Abb. und Karten, € 9.90

(ISBN 3-460- 32599-2)

Calwer Bibelatlas. Erarb. v. Wolfgang

Zwickel. – Stuttgart: Calwer Verlag.

2000. 56 S. m. 16 farb. Karten, 1 s/w

Karte. Register. Format: DIN A 4, € 9.90

(ISBN 3-7668-3702-8)

Herders Großer Bibelatlas. Hg. v.

Othmar Keel und Max Küchler. – Freiburg

u.a.: Verlag Herder. 2. Aufl. 2002.

255 S. m. zahlr. farb. Abb. und Karten.

Sonderausgabe Großformat, € 29.90

(ISBN 3-451-27998-3) (Rezension in IN-

FORMATIONEN, 1/2003, S. 66)

Elementarbibel. Ausgewählt, in

acht Teile gegliedert und in einfache

Sprache gefasst v. Anneliese Pokrandt.

Ill. v. Reinhard Herrmann. – Lahr: Verlag

E. Kaufmann. 1998. 592 S., über 500

farb. Abb., € 22.00 (ISBN 3-7806-2439-7)

Kinderbibel. Text: Werner Laubi. Ill.

v. Annegret Fuchshuber. – Lahr: Verlag

E. Kaufmann. 8. Aufl. 2002. 280 S.,

durchgeh. farb. ill., Kartenanh., € 21.00

(ISBN 3-7806-2409-5)

Auf dem Weg. Bibel für Kinder. Von

Baukje Offringa. Mit Bildern von Lika

Tov. – Donauwörth: Verlag Auer. 1996.

319 S., € 20.80 (ISBN 3-403-02746-5)

Die Bibel mit Bildern von Lisbeth

Zwerger. Ausgewählte Texte aus der Guten

Nachricht mit Einführungen v. Hannelore

Jahr. – Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk/Stuttgart:

Deutsche Bibelgesellschaft.

2000. 160 S., durchgehend vierfar-

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

135


LITERATUR & MEDIEN

136

big, € 21.00 (ISBN 3-460-30670-X=KBW/

3-438-01666-4=Bibelgesellschaft)

Die große Patmos Bibel. Gesamtausgabe

Altes und Neues Testament.

Für die Jugend erzählt v. A.-M. Cocagnac

u. Hans Hoffmann. Vierfarb. Ill. v.

Jacques Le Scanff. – Düsseldorf: Patmos

Verlag. 17. Aufl. 2003. 256 S., € 19.90

(ISBN 3-491-79020-4)

Die neue Patmos Bibel. Von José

Maria Rovira Belloso u. Hans Hoffmann.

Bilder: Carmen Solé Vendrell. –

Düsseldorf: Patmos Verlag. 4. Aufl.

2000. 320 S. m. 187 Abb., € 19.90 (ISBN

3-491-79406-4)

Die Bibel für Kinder. Erzählt v. Eleonore

Beck. Ill. v. Margret Bernard-Kress.

– Kevelaer: Verlag Butzon & Bercker.

2000. 128 S. m. 32 vierfarb. Ill., € 12.40

(ISBN 3-7666-0303-5)

Die Bibel in 365 Geschichten. Erzählt

u. hg. v. Elmar Gruber. Farb. ill. v.

John Haysom. – Freiburg u.a.: Verlag

Herder. 16. Aufl. 2002. 415 S., € 19.80

(ISBN 3-451-20591-2)

Die Bibel unserer Kinder. Biblische

Geschichten in Auswahl für Kinder von

Anne de Vries. Bilder von Hermine F. Schäfer.

– Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk.

1991. 256 S. m. 60 vierfarb. u. 60 zweifarb.

Bildern, € 12.90 (ISBN 3-460-32591-7)

Die große Arena-Kinderbibel. Das

Alte und Neue Testament. Mit ausführ-

4. Bibelcomics

Andersen, Jeff/Maddox, Mike: Die

Bibel. Das Buch der Bücher als packende

Comic-Story. – Asslar: Verlag

Schulte und Gerth. 2000. n. pag.,

€ 22.95 (ISBN 3-89437-691-0)

Comicbibel. Gezeichnet von Rüdiger

Pfeffer. – Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft.

1992 ff. je Heft 48 S.,

durchgehend farb. ill., € 8.80

INFORMATIONEN 32 2/2003

lichem Sachteil. Text v. Joaquín Maria

Garcá de Dios und Maria Menédes-

Ponte. Farb, ill. v. Rocio Martinez und Teresa

Novoa. Aus d. Span. v. Antoinette

Gittinger und Renate Weitbrecht. –

Würzburg: Arena Verlag. 2002. 352 S.,

€ 20.90 (ISBN 3-401-05399-X)

Die große illustrierte Kinderbibel.

Hg. v. Claude-Bernard Costecalde. Farb.

ill. v. Peter v. Dennis. – Stuttgart: Verlag

Kath. Bibelwerk. 2001. 384 S. mit über

1000 Ill., 1.200 Fotos und 50 Karten,

€ 24.90 (ISBN 3-460-32594-1)

Die große Ravensburger Kinderbibel.

Erzählt von Thomas Erne. Farb. mit

Bildern von Ulises Wensell. – Ravensburg:

Ravensburger Buchverlag. 1996.

157 S., € 19.95 (ISBN 3-473-33925-3)

Die große Ravensburger Bibel. Altes

und Neues Testament. Text: Trevor

Barnes. Aus d. Engl. v. Thomas Erne.

– Ravensburg: Ravensburger Buchverlag.

7. Aufl. 2002. 256 S. m. Fotos u. farb.

Ill., € 25.00 (ISBN 3-473-35896-X)

Das Ravensburger Buch der Biblischen

Geschichten. Erzählt von Max

Bollinger. Ill. v. Silvio Neuendorf. – Ravensburg:

Ravensburger Buchverlag.

1999. 186 S. m. zahlr. farb. Ill., € 14.95

(ISBN 3-473-34360-9)

Herders Kinderbibel. Erzählt v. Ursel

Scheffler. Farb. ill. v. Bettina Gotzen-Beek. –

Freiburg u.a.: Verlag Herder. 2. Aufl. 2002.

224 S., € 14.90 (ISBN 3-451-27999-1)

– Jesus der Galiläer 1 und 2. – 1992.

(ISBN 3-438-04319-X und 04320-3)

– David & Saul. – 1995. (ISBN 3-

438-04321-1)

– David & Söhne. – 1997. (ISBN 3-

438-04322-X)

– Rut – Happy End in Bethlehem. –

2000. (ISBN 3-438-04323-8)

– Adam, Eva & Co. – 2002 (ISBN 3-

438-04324-6)

Kinder-Bibel. Mit Bildern v. Sieger

der. – Stuttgart: Verlag Kath. Bibelwerk.

5. Aufl. 2002. 160 S., 40 Farbbilder.

€ 19.90 (ISBN 3-460-28021-2)

Die Bibel. Für Kinder ausgewählt

und erläutert von Josef Quadflieg. Bilder

von Rita Frind. Mit einer Sachkunde

zur Welt der Bibel. – Düsseldorf:

Patmos Verlag. 2. Aufl. 1999. 288 S. m.

ca. 300 Abb., € 24.90 (ISBN 3-491-

79444-7)

Mit Gott unterwegs. Die Bibel für

Kinder und Erwachsene neu erzählt.

Text: Regine Schindler. Bilder v. Stepán

Zavrel. – Zürich: Verlag bohem press.

2003. 277 S., € 24.00 (ISBN 3-85581-

402-3)

Die Bibel mit Bildern von Esben

Hanefelt Kristensen. Bibeltexte ausgew.

und übers v. Klaus Knoke. – Stuttgart:

Deutsche Bibelanstalt. 2001. 352 S.

€ 21.00 (ISBN 3-438-01496-3)

Meine Bibel. Durchgeh. ill. v. Ronald

Parusel. – Stuttgart: Verlag Kath.

Bibelwerk. 2001. 158 S., 16 vierfarb.

Bildseiten, € 12.90 (ISBN 3-460-

28023-9)

Der Morgen weiß mehr als der

Abend. Kinderbibel v. Jörg Zink. Mit Bildern

v. Hans Deininger und Andrea

Deininger-Bauer. – Stuttgart: Kreuz Verlag.

1997. 153 S., ill., € 16.90 (ISBN 3-

7831-1587-6)

Die Bibel im Bild. Biblische Geschichten

als Comic-Hefte. – Stuttgart:

Deutsche Bibelgesellschaft. 1998. je

Heft 60 S., € 4.00

– AT. Heft 1-11 (ISBN 3-438-04301-

04311)

– NT. Heft 12-15 (ISBN 3-438-

04312-04315)

Zusammenstellung: Bernhard Merten


Internet-Links zum Jahr der Bibel

Die Internetseite zum Jahr der Bibel mit

vielen Arbeitshilfen

www.2003dasjahrderbibel.de

Veranstaltungskalender der Erzdiözese

Freiburg, Büchertipps, ein Quiz und

Links

www.bibel2003.de

Die (evangelische) Deutsche Bibelgesellschaft

und das (katholische) Bibelwerk

informieren über ihre Arbeit und

präsentieren die Bibel online

www.dgb.de; www.bibel-werk.de

Die wertvolle Gutenbergbibel aus dem

Jahr 1454 online

www.gutenbergdigital.de/gudi/start.htm

Rezensionen

Kirchschläger, Walter

GGrruunnddkkuurrss BBiibbeell..

AAlltteess TTeessttaammeenntt

(Topos plus Tb.; 471) – Kevelaer: TOPOS plus Verlagsgemeinschaft.

Neuaufl. 2002. 126 S., € 7.90

(ISBN 3-7867-8421-3)

Kirchschläger, Walter

GGrruunnddkkuurrss BBiibbeell..

NNeeuueess TTeessttaammeenntt

(Topos plus Tb.; 422) – Kevelaer: TOPOS plus Verlagsgemeinschaft.

Neuaufl. 2002. 125 S., € 7.90

(ISBN 3-7867-8422-1)

Auf jeweils 124 Seiten enthalten die kleinformatigen

Bücher 33 bzw. 32 in leicht verständlicher

Sprache geschriebene Kapitel, so dass diese

echten „Taschen“-Bücher auch gut zwischendurch

gelesen werden können. Der leichteren Lesbarkeit

dient der Abdruck biblischer Texte, was

manches Nachschlagen erspart. Die beiden Bändchen

sind laut Klappentext „zur persönlichen

Weiterarbeit und zur Arbeit in Bibelkreisen“ gedacht,

aber auch Religionslehrer/-innen dürften

sie mit Gewinn lesen.

Behandelt werden einerseits Einleitungsfragen,

so z.B. die Frage nach der politischen und religiösen

Situation im Palästina der Zeit Jesu oder

die Frage, was ein Evangelium eigentlich ist. Daneben

stellt Kirchschläger aber auch einzelne

Schriftsteller wie die vier Evangelisten, einzelne

Bilder, Landkarten und Fotos der Ausgrabungen

in Qumran

www.ku-eichstaett.de/qumran

Vier Bibelausgaben (Luther, Elberfelder,

Hoffnung für Alle, Gute Nachricht),

nach Stichworten durchsuchbar

www.bibelserver.de

Eine Menge interessanter und guter

Ratespiele zur Bibel

www.ekd.de/spiele

Die Dachorganisation von mehr als

200 nationalen Gesellschaften informiert

über Neuigkeiten

www.biblesociety.org

Schriften oder Schriftengruppen in ihrer jeweiligen

Eigenart kurz vor. Das geschieht allerdings

so kurz, dass die theologische Eigenart etwa

der Evangelien – ausgenommen ist hier das Markusevangelium,

das insgesamt mehr Raum erhält

– oder der Paulus-Briefe kaum erkennbar wird.

Kirchschläger schreibt entsprechend seiner Zielgruppe

so, dass etwas mehr Informationen als in

gängigen Bibelausgaben zu finden sind, dass aber

andererseits keine Frage tiefgreifend bearbeitet

wird. Hinsichtlich der exegetischen Methoden

wird auf die historisch-kritische Exegese und die

moderne Sprachwissenschaft verwiesen. Auch die

diesbezügliche Darstellung ist äußerst knapp, so

dass nicht einmal alle Methoden genannt und die

Genannten nicht mit ihren exakten Namen bezeichnet

werden. Man mag zur tiefenpsychologischen

Auslegung stehen wie man will, aber dass ein Hinweis

auf diese Methode völlig fehlt, erscheint

doch als unzeitgemäß. Etwas flapsig ist im Bändchen

zum AT von der Geschichte mit dem Apfel

die Rede, obwohl von einem Apfel in der Sündenfallgeschichte

gar keine Rede ist.

Trotz dieser Kritik sind die Bändchen empfehlenswert.

Man kann ruhig sagen, dass sehr viel

von dem besprochen wird, was für die meisten

Christen von Interesse sein dürfte und was sie sich

sonst nur schwer in dieser leicht verständlichen

Art beschaffen können. Das gilt auch und gerade

für das Bändchen zum AT, in dem es u. a. um den

Gottesnamen, den Exodus, das Bundesverhältnis

Gottes zu Israel, dessen Geschichte und die Propheten

geht, um nur einige Themen zu nennen. Ei-

Linklisten rund um das Neue Testament.

Die Thematik reicht von feministischer

Bibeltheologie über religiöse

Kunst bis zu Jesusfilmen

www.ntgateway.com

Eine Seite über Bibelstudien und Ausgrabungen

im Heiligen Land

www.custodia.org/sbf

Zusammenstellung: Martin Ramb

Hinweis der Redaktion

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 – 312 O 85/98 – ‘Haftung

für Links’ hat das Landgericht (LG) in Hamburg entschieden,

dass man die Inhalte einer gelinkten Seite

ggf. mit zu verantworten hat, wenn man sich nicht ausdrücklich

von ihnen distanziert. Hiermit erklären wir

dementsprechend, dass wir für keine der Seiten, zu denen

Links bestehen, Verantwortung übernehmen.

nige den Bänden beigegebene Graphiken und

Landkarten erleichtern den Überblick, auch wenn

ein Teil der Karten arg klein geraten ist.

Angesprochen sind, wie inzwischen deutlich

geworden sein dürfte, mit alldem nicht rein wissenschaftliche

interessierte Leser, sondern gläubige

Christen, die nicht nur mehr über die Bibel wissen

wollen, sondern die sich auch mit den allerorten

kursierenden kritischen Anfragen zu biblischen Inhalten

auseinandersetzen müssen. Ihnen gibt

Kirchschläger wertvolle Hilfen und auch Ratschläge

für die äußere Gestaltung der Lektüre der Bibel.

Wenn das Buch von Religionslehrern gelesen

wird, so könnte es jenen Lesern mit guter biblischer

Vorbildung vergleichbar einer Predigt das

sagen, was sie eigentlich schon wissen, was aber

doch immer wieder in Erinnerung gerufen werden

muss. Dieser Gruppe sind die beiden Bücher

aber auch wegen der jedem Kapitel beigegebenen

Anregungen zum Weiterdenken zu empfehlen. Viele

dieser Anregungen lassen sich als Arbeitsaufträge

in der Schule verwenden, und es sind auch

kreative und handlungsorientierte Ideen dabei.

Walter Lütgehetmann

Krachmalnik, Daniel

SScchhrriiffttaauusslleegguunngg

Das Buch, Exodus im Judentum

(NSK-AT, 33/3) – Stuttgart: Verlag Katholisches

Bibelwerk. 2000. 184 S., DM 39,80 (ISBN 3-

460-07333-0)

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

137


LITERATUR & MEDIEN

138

Der Autor, Professor für Jüdische Philosophie

und Geistesgeschichte sowie für Jüdische Religionspädagogik

an der Hochschule für Jüdische

Studien, Heidelberg, und Privatdozent für Jüdische

Philosophie an der Universität Heidelberg, legt in

diesem Band des Neuen Stuttgarter Kommentars

zum Alten Testament (NSK-AT) eine informative

Einführung in die jüdische Weise der Schriftauslegung

vor. Dem Herausgeber der Reihe, Christoph

Dohmen, ist es zu danken, dass so auch der Rezeptions-

bzw. Wirkungsgeschichte der heiligen

Schriften Rechnung getragen wird, deren Kenntnis

auch für heutige Ausleger von Bedeutung ist.

Der Band wird eröffnet mit einer umfangreichen

Einleitung, die der Rabbinerbibel und

– unter dem Kunstwort PaRDeS – den Methoden

jüdischer Exegese gewidmet ist (11-32). Es werden

dann, mit Bezug auf bestimmte Schriftstellen,

Themen behandelt, die für das jüdische

Selbstverständnis bis heute von entscheidender

Bedeutung sind: Israel – JHWH – Kalender – Sachor

mit einem Exkurs über den Begriff der Haggada

– Vorsehung – Gebete – Tora – Amalek – Sinai

– Talmud – Allerheiligstes – Menora – Schabbat

– Goldenes Kalb – Zion.

Aus der Fülle des Gebotenen kann nur einiges

hervorgehoben werden. In dem Kapitel „Sachor“

geht es um das „Gedenken“ der grundlegenden Geschichtstatsachen

und Religionslehren Israels bzw.

des Judentums. Mit diesem Sich-Erinnern setzt Israel

„Zeichen oder macht sich vielmehr selbst zum

Vorzeichen einer anderen, besseren Weltordnung,

in der nicht die Pharaonen, die sterblichen Götter

dieser Welt, das letzte Wort haben (...) Es handelt

sich bei den jüdischen Zeremonien also nicht um

die Zelebration und Tradition einer partikularistischen

Identität, sondern um die Affirmation der

Mission des Judentums als einer Weltreligion, die

im Zeichen des Exodus die Erlösung der unterdrückten

Menschheit verheißt, nicht nur um die Erziehung

der Israeliten, sondern des Menschengeschlechts“

(72f.).

Mit Berufung auf Martin Buber und Franz Rosenzweig

wird das Wort ‘Tora’ mit „Weisung“

wiedergegeben und erklärt: „Eine ‘Weisung’ ist

zwar auch ‘Gesetz’ und ‘Lehre’, allerdings nicht

im Sinne einer Sammlung von starren Sätzen und

Gesetzen, sondern im Sinne lebendiger ‘Unterweisung’“

(90) – entgegen dem scheinbar unausrottbaren

Klischee vom Judentum als einer starren

Gesetzesreligion.

Für einen Christen überraschend ist die Aussage

im Sinai-Kapitel: „Für die Rabbinen war der

Sinai nicht das Ende, sondern der Anfang eines

Offenbarungsprozesses, in dem nicht Mose, ja

nicht einmal Gott das letzte Wort behält“ (106)

– was durch zwei rabbinische Erzählungen illustriert

wird, die darauf hinauslaufen, dass die Tora

den Gelehrten zur Auslegung gegeben ist und

Gott ihre Mehrheitsentscheidungen auch dann

billigen muss, wenn sie objektiv falsch sind.

„Gott nimmt diese Revolution mit der Genugtuung

eines Vaters hin, der sich über die Freiheit seiner

erwachsen gewordenen Kinder freut“ (109).

Zum Sabbat wird höchst aktuell erklärt: „Mit

dem Schabbat kehrt in die titanische, prometheische

Arbeitswelt für kurze Zeit der paradiesische

Friede zurück“ (135). Es wird auf Erich Fromm

verwiesen, der in seinem Hauptwerk „Haben oder

INFORMATIONEN 32 2/2003

Sein“ den Schabbat geradezu zu einem „Existenzial“

erhoben hat (136).

Das reichhaltige Buch schöpft aus einer Fülle

jüdischer Tradition. Die großen jüdischen Bibelausleger

kommen ausgiebig zu Wort: Es seien

hier nur erwähnt Raschi (1040 - 1105) in Frankreich,

Maimonides (1135 - 1204) in Südspanien

und Ägypten, Moses Mendelssohn (1729 - 1786),

der in Berlin wirkte, mit Gotthold Ephraim Lessing

befreundet war und mit Immanuel Kant korrespondierte.

Er war der Großvater des Komponisten

Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Franz Josef Stendebach

Reemts, Christiana

SScchhrriiffttaauusslleegguunngg

Die Psalmen bei den Kirchenvätern

(NSK-AT; 33/6). – Stuttgart: Verlag Katholisches

Bibelwerk. 2000. 216 S., DM 44,00 (ISBN 3-

460-07336-5)

Der Kommentarreihe des Neuen Stuttgarter

Kommentars – Altes Testament (NSK-AT) kommt

der Verdienst zu, auch der Wirkungsgeschichte

der biblischen Texte Raum zu geben – „aus der

Einsicht, dass in ihr oft das aufbricht, was im Text

verborgen angelegt ist“, wie der Herausgeber

Christoph Dohmen schreibt. Der vorliegende

Band aus der Feder der Benediktinerin Christiana

Reemts (unter Mitwirkung von Placidia Bielefeld)

wendet sich der Psalmenauslegung der Kirchenväter

zu. Nach einer instruktiven Einführung

in die Methode der Kirchenväterexegese (12-32;

vgl. auch NSK-AT 33/2, 1999, 11-45) wird ihre

Auslegung einzelner Psalmen am Beispiel konkreter

Texte von Justin (2. Jh.) bis Cassiodor (6.

Jh) – jeweils mit knappen Kommentierungen –

vorgestellt. Theologische Höhepunkte sind zweifellos

Origines (3. Jh.), Hieronymus (4. Jh.), Augustinus

(4./5. Jh.) und Theodor von Mopsuestia

(4./5. Jh.). Mit Ausnahme Theodors, der der

streng historisch denkenden Schule von Antiochia

angehörte, sind die anderen Väter von der

alexandrinischen Schule geprägt und betreiben

somit eine typologische und allegorische Schriftauslegung.

In ihr werden die Psalmen faktisch

den Juden genommen und christologisch „vereinnahmt“

– ein für das Verhältnis von Kirche und

Judentum verhängnisvoller Schritt, der heute

rückgängig zu machen ist. Bei allem Respekt vor

der großen Leistung der Kirchenväter – heutige

Exegese muss die Psalmen zunächst aus ihrem eigenen

sozio-kulturellen Kontext heraus zu verstehen

suchen: als Gebetbuch Israels, das bis heute

in geschichtlicher Kontinuität zuerst dem Judentum

gehört. Erst dann kann nach der Rezeptionsgeschichte

der Psalmen im Neuen Testament

und in der Theologie der Kirche gefragt werden,

die in der Tat neue Perspektiven des Verständnisses

zu eröffnen vermag. Es ist das Verdienst der

beiden Autorinnen, die große Theologie der ausgehenden

Antike wieder lebendig werden zu lassen

und dadurch auch einen verschärften Blick

auf deren Problematik zu provozieren.

Einige Hinweise: Auf S. 42 hat sich der

Druckfehlerteufel eingeschlichen: die Referenz-

stelle für die Paradiesströme ist Gen 2,9f. Zu

S. 141 ist zu bemerken, dass der Wiederaufbau

des Jerusalemer Tempels nach dem Exil bereits

515 v. Chr. abgeschlossen war und nicht erst unter

Esra/Nehemia ca. 100 Jahre später.

Franz Josef Stendebach

Stendebach, Franz Josef

WWeeggee ddeerr

MMeennsscchheenn

Versuche einer Anthropologie des Alten Testaments

(Ethik–Gesellschaft–Wirtschaft; 11). – Frankfurt:

IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation.

2001. 345 S., € 21.50 (ISBN 3-88939-558-9)

Dieses Buch ist nur zu empfehlen. Es handelt

sich nicht um theologische Spezialliteratur, die

niemand braucht, sondern um eine Darstellung

der grundlegenden Dimensionen menschlicher

Existenz aus alttestamentlicher Sicht. Der Autor

hat sich dazu von dem Freiburger Philosophen

Eugen Fink inspirieren lassen, der im Leben des

Menschen fünf Lebensfelder oder „Koexistentialien“

unterscheidet: Liebe, Spiel, Herrschaft, Arbeit

und Tod. Bei der Lektüre des Buches wird

schnell deutlich, weshalb die Religion nicht als

eigenes Lebensfeld neben den anderen erscheint:

Die Lebenswelt des Alten Testaments kannte

noch nicht die Trennung zwischen profaner und

religiöser Welt, in der die Religion als ein vom

Rest getrenntes Segment der Wirklichkeit betrachtet

wird. Vielmehr wurde alles und damit

eben auch jene fünf Lebensfelder auf dem Hintergrund

des Glaubens erfahren.

F. J. Stendebach untersucht jedes der Lebensfelder

in einem eigenen Kapitel und untergliedert

sie jeweils doppelt: Zur „Liebe“ gehören die

„Ethik der Solidarität“ und die „Menschwerdung

des Menschen als Frau und Mann“, zum „Spiel“

zählen „Der Kult – Dienst vor JHWH“ und „Lebensfreude“,

zur „Herrschaft“ werden „Staat und

Gesellschaft“ sowie „Gewalt und ihre Überwindung“

untersucht. „Der Mensch und seine Welt“

und „Weisheit als Weltbewältigung und Lebensklugheit“

untergliedern das Lebensfeld „Arbeit“,

während das Feld „Tod“ durch „Der Umgang mit

dem Leid“ und „Die Annahme und Überwindung

des Todes“ befragt wird.

Jedes Kapitel beschließt der Autor mit der Meditation

eines Psalms. Diese „Meditationen“ setzen

aber die wissenschaftliche Auseinandersetzung

mit den Texten, diesmal eben den ausgewählten

Psalmen, fort und versetzen den Leser

keineswegs in eine meditative Stimmung. Das ist

aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

In der Abfolge der Lektüre kann der Leser zwischen

den Kapiteln problemlos variieren, was auch

einer späteren zweiten Lektüre zugute kommt. Das

Buch ist in allgemein verständlicher Sprache geschrieben,

und der Lesefluss wird nicht durch Fußnoten

gebremst. Der Lektüre kommt auch zugute,

dass die relevanten Texte abgedruckt sind. Dabei

wurde die Lesbarkeit aber nicht mit einem Verzicht

auf wissenschaftliche Genauigkeit erkauft. F. J.

Stendebach stellt zwar seine eigene Position dar,


aber es kommen auch zahlreiche abweichende

Meinungen zu Wort, so dass der Leser einen Einblick

in die Schwierigkeiten exegetischer Argumentation

und exegetischer Arbeit erhält. Davon

und von den vielen im Buch angeführten Textstellen

braucht sich aber niemand abschrecken zu lassen,

weil sich vieles auch problemlos überlesen

lässt. Deshalb ist das Buch für eine breite Leserschaft

interessant, sowohl für diejenigen, die sich

einen ersten Überblick verschaffen wollen, als

auch für jene, die sich Anregungen für eine vertiefende

Beschäftigung holen möchten. Auch wer

sich schon lange mit alttestamentlichen Texten befasst,

kann sich aus der Erschließung so wichtiger

Texte wie des Dekalogs, der Schöpfungsberichte

oder prophetischer Literatur aus gegenwärtiger

Forschungslage Anregungen erwarten. Es dürfte

deutlich geworden sein, dass der Untertitel des Buches

restlos untertrieben ist.

Für Lehrerinnen und Lehrer wird sich das

Buch allemal lohnen, weil die fünf Lebensfelder

als didaktische Kategorien verstanden werden

können und sich auf der Basis dieses Buches relativ

schnell eine Unterrichtseinheit zur Anthropologie

des Alten Testaments oder zu einzelnen

der oben genannten Themen konzipieren lässt.

Aus den genannten zentralen Texten lässt sich eine

Auswahl treffen, mit der Lerngruppen selbst

im Buch genannte Erkenntnisse erarbeiten können.

Wegen des Ausgangspunktes der Untersuchung

in den grundlegenden Lebensfeldern ist eine

Korrelation gegeben, die im Unterricht die Bibel

nahe bringen, aber auch zur Reflexion des eigenen

Lebens verhelfen und damit Lebenshilfe

leisten kann.

Hinweise auf das Neue Testament finden sich

nur sehr selten, aber das ist in diesem Fall eher

wohltuend, weil nicht gleich alles christlich vereinnahmt

wird, sondern das Erste Testament als

eigenständige Urkunde der Offenbarung Gottes

erscheint. Auch mit Schlussfolgerungen für die

Gegenwart ist der Autor äußerst zurückhaltend.

Ab und an hält es ihn aber nicht, Konsequenzen

anzumahnen, so z. B. zur Rolle der Frau in Gesellschaft

und Kirche oder zum Umgang mit der

Schöpfung. Walter Lütgehetmann

Deuser, Hermann

DDiiee ZZeehhnn GGeebboottee

Kleine Einführung in die theologische

Ethik. (UB 18233). – Stuttgart: Verlag Ph. Reclam.

2002. 179 S., € 4.60 (ISBN 3-15-018233-6)

Hermann Deuser ist Professor für Systematische

Theologie und Religionsphilosophie im

Fachbereich Evangelische Theologie der Universität

Frankfurt. Daraus erklärt sich die im Untertitel

genannte schwerpunktmäßige Ausrichtung

des Büchleins; exegetische Forschungsergebnisse

sind aber ständig präsent. Nach einer Darstellung

der Textgrundlage, die sich auf die Trennung in

zwei Tafeln und die Zählweise bezieht, geht es

um die Stellung des Dekalogs im Alten und im

Neuen Testament sowie in der Theologie. Ein eigenes

Kapitel widmet sich den Auslegungs-

prinzipien in Gestalt des Verallgemeinerungs-, des

Realisierungs- und des Glaubensprinzips. Darauf

folgt die Behandlung der einzelnen Gebote. Da

nicht mehr ausdrücklich auf die genannten Prinzipien

zurückgegriffen wird, steht das diesbezügliche

Kapitel etwas isoliert da. Den Abschluss

bilden drei sehr nützliche Synopsen. Die erste

zeigt die beiden biblischen Dekalogfassungen,

die zweite unter der Überschrift „Katechismustexte“

die jüdische, die katholische, die ev.-reformierte

und die ev.-lutherische Tradition. Die dritte

Synopse bietet unter der jew. Kapitelüberschrift,

die den Gebotssinn verdeutlichen soll, die Fassung

aus Luthers Katechismus und einen vom Autor

vorgeschlagenen Wortlaut. Zwischen Abkürzungsverzeichnissen

und einem Register finden

sich wertvolle weiterführende Literaturhinweise.

Nicht zuletzt die ständigen Rekurse auf Luther

machen deutlich, dass die Darstellung aus ev. Sicht

verfasst wurde. Diese Bezüge nehmen aber nicht

überhand und sind gewiss auch für Katholiken interessant.

Katholische, jüdische, islamische, buddhistische

und hinduistische Sichtweisen werden

hier und dort einbezogen.

Die Arbeit ist mit aller wissenschaftlichen Sorgfalt

verfasst und doch sehr gut lesbar geschrieben.

Der Autor zeigt, wie lohnend die Überwindung der

Trennung von Exegese und Systematischer Theologie

einerseits sowie von Fachwissenschaft und

Lebenspraxis andererseits ist. Als Grundaussage

zur Bedeutung des Dekalogs formuliert Deuser:

„Klar ist, dass ohne die zweite Tafel von Ethik im

lebensorientierenden, allgemein menschlichen, säkularen,

philosophischen Sinn des Begriffs gar

nicht gesprochen werden könnte, während es umgekehrt

seit der europäischen Aufklärung und der

bis heute gängigen Religions-, Kirchen- und Christentumskritik

nicht mehr ohne weiteres klar ist,

dass es ohne die erste Tafel gar keine fundierte –

weil durch religiöse Überlieferung erst starke und

begründete – Ethik geben könnte.“ Als Aussage

von Christ zu Christ ist das schön und gut, aber

eine nähere Begründung wäre doch angebracht

gewesen. Dazu hätte auch die Frage nach einer

theonomen oder autonomen Begründung des atl.

Ethos sowie einer möglichen Lösung mittels der

Schöpfungstheologie gehört.

Die Relevanz des Dekalogs auch für unsere

Zeit dürfte zwar kaum bestritten werden, aber

Deuser gelingt es, diese im Rahmen der bundesrepublikanischen

Gesellschaft und darüber hinaus

an konkreten Beispielen aufzuzeigen, und zwar

nicht nur für diejenigen Gebote, deren Bedeutung

ohnehin kein vernünftiger Mensch abstreiten kann.

So argumentiert der Autor mit Hilfe des ersten

Gebots gegen das Klonen, befasst sich mit dem

Schwur in öffentlichen Eidesformeln, mit dem

Straftatbestand der Gotteslästerung, mit der Frage

nach einer Kriegsführung im Dienst des Friedens,

mit modernen Lebensformen der Geschlechter

usw.

Viele der angesprochenen Bereiche werden nur

kurz angerissen. Das ist einerseits unbefriedigend,

birgt aber die Chance, das Buch als Diskussionsgrundlage,

z. B. im Unterricht oder in der Gemeinde,

verwenden zu können. Dem kommt entgegen,

dass der Autor dankenswerterweise nirgends seine

Meinung aufdrängt oder moralinsauer den Zeigefinger

erhebt. Z. T. ist nur schwer auszumachen,

welche Position er überhaupt vertritt. Nicht alles

lässt sich mit kath. Sichtweisen in Übereinstimmung

bringen, so z. B., wenn Deuser die frühen

Entwicklungsphasen des ungeborenen Lebens als

„werdendes menschliches Leben“ (S. 91) bezeichnet

und anscheinend die Lösung favorisiert, welche

therapeutisches Klonen unter bestimmten Beschränkungen

doch zulassen möchte.

Ob die Kapitelüberschriften und die Vorschläge

für eine zeitgemäße Formulierung immer gelungen

sind, darüber lässt sich diskutieren, aber

gerade das dürfte auch für Schülerinnen und Schüler

lohnenswert sein. Alles in allem ist dies ein

sehr lesenswertes und damit empfehlenswertes

Buch, und das zu einem günstigen Preis.

Walter Lütgehetmann

Schmiz Gustav

DDiiee ZZeehhnn GGeebboottee

Situationen – Maßstäbe – Entscheidungen.

Ein unterrichtspraktisches Handbuch

mit Arbeitsblättern für die Klassen 10-13 in

den Fächern Religion und Ethik. – Limburg-Kevealer:

Lahn-Verlag. 2002. 135 S., € 14.90 (ISBN 3-

7840-3242-7)

Ein gutes Beispiel, wie man ein altbewährtes

Gerüst mit Leben füllt, ist „Ein unterrichtspraktisches

Handbuch mit Arbeitsblättern ...“. Ohne

Zweifel haben die „Zehn Gebote“ einen nicht zu

unterschätzenden Einfluss auf das Denken in unseren

Kulturen. Angesichts der sich immer wieder

wandelnden Gesellschaft mit ihren Fragen

und Problemen, dies besonders intensiv in der gegenwärtigen

Zeit, ist es notwendig, diese Veränderungen

in den Blick zu bekommen und im

Geiste dieser „Wertoffenbarung Jahwes“, was die

Zehn Gebote ja sind, vernünftige und glaubhafte

Antworten zu geben.

Bekanntlich waren in vergangenen Jahrhunderten

diese Texte als „Forderungen“ interpretiert

worden, wie auch noch das „Gotteslob“ in

seinem ersten Beichtspiegel formuliert. Inzwischen

hat sich ein anderes, der ursprünglichen

Absicht gemäßes Verständnis weitgehend durchgesetzt.

Darauf baut auch das vorliegende

„Handbuch“ auf.

Ein erstes Kapitel führt zu allgemeinen Einleitungsfragen,

wie die unterschiedliche Zählweise

der Zehn Gebote, oder Denkanstößen zur persönlichen

Standortbestimmung. Die Inhalte der einzelnen

Gebote sind merklich frei von Verboten,

wie sie noch in jüngster Zeit in manchen Religionsbüchern

und vergleichbaren Werken üblich

waren, aber immer mehr einer neuen Sichtweise

weichen müssen. Das vorliegende Handbuch befasst

sich mit gegenwärtigen Situationen und Verhaltensformen,

die dann auf ihre Wirkungen und

Folgen untersucht werden.

In den recht umfangreichen Überlegungen zum

ersten Gebot gelten Technik, Fortschritt, Geld,

Konsum, Sport als neue Götzen, wenn sie verabsolutiert

werden. Alternativen, wie eine solche

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

139


LITERATUR & MEDIEN

140

Elisabeth von Thüringen vorgelebt hat, und Überlegungen

zum Fragenkreis „Gottesbild – Menschenbild“

können zum Nachdenken anregen. Sehr

überzeugend sind die Gedanken zum Sabbat/

Sonntag. Besonders umfangreich ist der Teil zum

5. Gebot: Du sollst nicht morden. Thematisiert

werden neben den klassischen Fällen wie Mord,

Selbstmord, Euthanasie, Todesstrafe und Abtreibung

auch Krieg, Hunger in der Dritten Welt,

Sucht und Drogen, Verhalten im Straßenverkehr,

Umwelt, Gewalt in den Medien, Leben der Tiere.

Damit werden Probleme, die immer deutlicher

unsere Lebenswelt bestimmen, in den Mittelpunkt

unseres Denkens gerückt. Das mit sechs

Seiten eher knapp gehaltene 6. (und 9.) Gebot behandelt

die Sexualität nur ganz am Rande.

Schwerpunkte bilden Gedanken zu gelingender

und gescheiterter Partnerschaft. Gerade weil

nicht (nur) ein verklärter Idealzustand angepriesen

wird, entspricht das Dargestellte eher der

Wirklichkeit. Ganz deutlich warnen die Texte vor

einer Panikreaktion, wenn einmal die Harmonie

zwischen den Partnern leidet. „Die Liebe zwischen

Mann und Frau beginnt dort, wo die beiden

merken, dass sie nicht zusammen passen“, so wird

ein angeblich von Sigmund Freud stammender

Satz zitiert. Option für die Armen und die Lügen

in den Massenmedien sind die Hauptgedanken in

den beiden letzten Geboten (7. und 8. Gebot).

Die Arbeitsblätter enthalten mehr Text als bildliche

Darstellungen. Die zum großen Teil zeitgenössischen

Texte sind von sehr hohem Niveau.

Deshalb bietet sich ein Einsatz in der Klasse 10 nur

dann an, wenn er einen Abschluss bildet. Die Fragen

zu jedem Arbeitsblatt erleichtern das Arbeiten

mit den einzelnen angesprochenen Themen.

Nahezu unverzichtbar ist der 2. Teil des Handbuches:

der Kommentar. Hier erhält der Lehrende

neben „einer grundsätzlichen Orientierung zum jeweiligen

Gebot unterrichtspraktische Hilfen:

sachliche (biblisch-theologische, ethische) Hintergründe,

methodische Ratschläge“ und bisweilen

auch Lösungsvorschläge. Helmut Bahr

INFORMATIONEN 32 2/2003

Esther Brünenberg/Thomas

Meurer

DDiiee BBiibbeell

Die 100 wichtigsten Daten und Begriffe – Gütersloh:

Gütersloher Verlagshaus. 2003. 127 S., € 8.50

(ISBN 3-579-01388-2)

Weltweit ist die Bibel mit 21 Millionen Exemplaren

pro Jahr immer noch das meistgedruckte

Buch. Darf man daraus ableiten, dass die Bibel aktuell

auch das meistgelesene Buch ist? Zur Lieblingslektüre

deutscher Jugendlicher, soviel ist sicher,

zählt sie schon seit längerem nicht mehr. Im

Religionsunterricht zeigen sich bei Schülerinnen

und Schülern oft erschreckend große Lücken im

Wissen um die Bibel und ihre zentralen Gestalten.

Aber auch die Älteren sind längst nicht mehr so bibelfest

wie einst. Wer persönlich gerne wieder etwas

mehr von der Bibel wüsste, aber die zuweilen

mühsame Lektüre dieses umfangreichen Buches

noch scheut, dem bietet sich jetzt auf dem Buch-

markt unter dem Titel Die Bibel. Die 100 wichtigsten

Daten und Begriffe ein neues Werk, das den Anspruch

erhebt, in allgemein verständlicher Form die

wichtigsten Informationen zur Bibel zu enthalten.

In exakt 100 Artikeln werden praktisch alle

Schriften des Kanons der Lutherbibel behandelt,

lediglich bei den Apokryphen wurden Abstriche

gemacht. Darüber hinaus enthält das Buch Kurzbeschreibungen

der wichtigsten biblischen Gestalten

sowie Erläuterungen zu zentralen Ereignissen

der Geschichte Israels (z.B. Verkündigung

der zehn Gebote); auch einige wichtige

biblische Begriffe (z.B. Reich Gottes) werden erklärt.

Die Artikel sind lebendig geschrieben und

erfreulich kurz. Da der Konzeption des Buches

entsprechend alle Artikel etwa denselben Umfang

haben (ca. eine Druckseite), darf man sich als Leser

jedoch nicht daran stören, dass z.B. der Jesus-

Artikel genauso lang ist wie der Artikel über die

Diakonin Phoebe, die im Neuen Testament lediglich

am Ende des Römerbriefs erwähnt wird.

Beim Vergleich der einzelnen Artikel fällt auf,

dass die beiden Autoren unterschiedliche Schwerpunkte

gesetzt haben. Thomas Meurer, der den

größten Teil der alttestamentlichen Artikel verfasst

hat, beschränkt sich im wesentlichen darauf,

den Inhalt der biblischen Bücher zu skizzieren.

Dagegen legt Esther Brünenberg, die für den neutestamentlichen

Teil verantwortlich zeichnet und

darüber hinaus einige alttestamentliche Artikel

geschrieben hat, mehr Wert darauf die Erkenntnisse

der historisch-kritischen Forschung einzubringen

und die theologischen Kernaussagen der biblischen

Schriften herauszuarbeiten. Beide Zugehensweisen

haben ihre Vor- und Nachteile, so dass

sich nicht das eine Konzept gegen das andere ausspielen

lässt. Manch einer mag vielleicht bedauern,

dass es dem Lektorat nicht gelungen ist, die

Autoren hier auf eine Linie zu bringen, doch die

Mehrzahl der Leser dürfte sich daran nicht stören,

da die Artikel in ihrer je eigenen Art sachkundig

abgefasst und informativ sind.

Das Buch überzeugt vor allem durch die Qualität

seiner Artikel. Esther Brünenberg und Thomas

Meurer verstehen es, die biblischen Bücher und ihre

Gestalten kompetent, anschaulich und in leicht

verständlicher Sprache darzustellen. Die Kürze der

Artikel dürfte auch weniger lesefreudige Zeitgenossen

zur Lektüre ermutigen. Das Buch empfiehlt

sich daher vor allem für Leute, die sich in möglichst

knapper Form über biblische Themen informieren

möchten, ohne dabei mit exegetischen Fachdiskussionen

belastet zu werden. Christian Nanz

Wilckens, Ulrich

TThheeoollooggiiee ddeess

NNeeuueenn TTeessttaammeennttss

Band I: Geschichte der urchristlichen Theologie.

Teilband 2: Jesu Tod und Auferstehung und die

Entstehung der Kirche aus Juden und Heiden.

– Neukirchen-Vluyn 2003. 289 S., € 29.90 (ISBN 3-

7887-1895-1).

Dieses Buch des bekannten evangelischen Exegeten,

begonnen lange vor seiner Zeit als Bischof

(1981-1991), ist ein Ereignis. Eine Kostprobe: „Die

alte Tradition des Mahlberichts gibt das tatsächliche

Geschehen beim Päsachmahl wieder, das Jesus in

der Nacht des 15. Nisan mit seinem engsten Jüngerkreis

der Zwölf im ‘Obergemach’... (das als solches

der Urgemeinde bekannt war) gehalten hat ...“ Es

sei eigenartig, „wie selbstverständlich in der Forschung

angenommen wird, die Aussage vom Sühnetod

Christi stamme zwar sowohl in der Liturgie

des Herrenmahls als auch im Kerygma (1 Kor 15,3)

aus alter Tradition, sei aber in der Gemeinde entstanden“,

viel plausibler sei: „Jesus selbst ist es gewesen“,

der seinen Tod so deutet“ (83f).

Die Entscheidungen fallen im ersten Teilband:

Die historisch-kritische Bibel-Exegese wird auf

ein gesundes Maß zurückgeführt, die Bestreitung

der Wunder und der Auferstehung Jesu als auf einem

„weltanschaulichen [Vor]urteil“ des 19. Jahrhunderts

beruhend entlarvt und die Geschichtswissenschaft

in ihr Recht eingesetzt: „Das Urteil

darüber, ob ein noch so ungewöhnliches Ereignis

geschehen ist oder nicht, ist ... letztlich Sache des

Historikers und kann durch naturwissenschaftliche

Erkenntnisse nicht vorentschieden werden“

(1,27f). Das NT wird als die logische Fortsetzung

des AT begriffen: Es ist derselbe Gott, der sich im

AT als der barmherzige „Ich-bin-da für euch“ offenbart

hat, der nun in Jesus da ist und das Heil für

alle Menschen wirkt, entsprechend seiner eigenen

Wesensaussage: „Jahwe ist ein barmherziger und

gnädiger Gott, langmütig und reich an Liebe und

Treue“ in Ex 34,6 (1,7-11), das im ersten Band

18mal zitiert wird. Mit der Einbeziehung frühjüdischer

Gedankenwelt will das Werk auch dem

jüdisch-christlichen Dialog dienen (1,40). Das

„Differenzkriterium“ verliert an Bedeutung.

Durchweg werden die Lehrsprüche und Gleichnisse

Jesu im Hinblick auf das von ihm verkündete

und auch von den Juden erwartete kommende

Gottesreich und das Endgericht ausgelegt und

gewinnen so einen letzten Ernst. In vielen (kleingedruckten)

Exkursen und in den Anmerkungen

werden die exegetischen Diskussionen zu einzelnen

Textstellen von Billerbeck über Jeremias bis

Luz, Pesch und Gnilka referiert, sodass das Buch

zugleich selbst ein Bibel-Kommentar ist, nach

Themen geordnet.

Dieses Programm wird konsequent durchgeführt.

Die Verbindung zum AT wird auch im 2.

Teilband immer wieder hergestellt, und zwar an

entscheidenden, heftig diskutierten Stellen, die

für Exegese und Dogmatik von ausschlaggebender

Bedeutung sind, so bei Mk 10,45, dem Wort

Jesu, in dem er eine Deutung seines Todes als

„Lösegeld für viele“ gibt, und das Wilckens mit

starken Argumenten für ein echtes Jesuswort hält:

„Eindeutig steht hier Jes 53 im Blick“ (17). Entsprechend

erkennt er auch die Leidensvoraussagen

(wenigstens Mk 9,31) Jesus selbst zu (5-11),

und die Selbstbezeichnung Jesu alsder Menschensohn“

wird in einer langen Darlegung als nur

im Munde Jesu möglich und sinnvoll erwiesen

(der eschatologische König von Dan 7,13 wird

nie in der zeitgenössischen Literatur mit Leiden

assoziiert und von der Urkirche nie mit dem Auferstandenen

verbunden, sondern nur mit dem vorösterlichen

Jesus), nachdem er so lange als eine

Bildung der Urkirche angesehen wurde (28-53).


Hier wirkt Wilckens wohltuend konservativ und

„katholisch“, d.h. allgemeinchristlich und für alle

Konfessionen akzeptierbar. – Danach folgt die Behandlung

des Passionsberichts, der als zusammenhängende

Erzählung die Geschehnisse einer einzigen

Woche, nachher von Stunden, wiedergibt

(54-107): Einzug in Jerusalem, Salbung in Bethanien,

Tempelreinigung, das Abendmahl mit der

Deutung Jesu, die er darin seinem Tod gibt („das

Blut des Bundes, vergossen für die vielen“), Gefangennahme,

Verhandlung vor dem Hohen Rat

und Prozess vor Pilatus werden ausführlich als

historisch glaubwürdig und „auf konkreter Erinnerung

beruhend“ (87) erwiesen. Demnach sind

nicht die galiläischen Konflikte um das Sabbatgebot,

sondern der Einzug in Jerusalem als Messias,

die Ankündigung der Zerstörung des Tempels

und die provozierende Tempelreinigung Anlass

für das Todesurteil des Hohenpriesters (90.93).

Vor Pilatus wird er als politischer Königsprätendent

verklagt und verurteilt. Dann folgt „der Bericht

über die Kreuzigung Jesu, der ebenso realistisch

wie schriftnah formuliert ist“ (103). Ähnlich

wie bei den eingangs zitierten Abendmahlsworten

stellt sich Wilckens auch beim Auferstehungsbericht

Mk 16,1-6 gegen die „nahezu einhellige

Auffassung der Forschung“, dass die Worte des

Engels: „er ist auferweckt worden“ dem urchristlichen

Credo 1 Kor 15,3-5 nachgebildet, also unecht

seien (110-112). Sie gehören vielmehr sachlich

und sprachlich zum ursprünglichen Passionsbericht,

auf den dieser seit Mk 8,31; 9,31 zuläuft.

Es folgen Erörterungen über die Geschichtlichkeit

des leeren Grabes und in Kap.XI über die unbestreitbare

Geschichtlichkeit der Erscheinungen

des Auferstandenen anhand der alten Glaubensformel

1 Kor 15,5ff. Allerdings folgt Wilckens

dann Mk 16,7 und Mt 28,7.16, dass sie alle in Galiläa

stattgefunden haben, dementsprechend seien

Joh 20 und Lk 24 ungeschichtlich: Hier „argumentiert

der Erzähler“ (149). Worte des Auferstandenen

seien aber niemals „frei erfunden“

(138.142). Er ist nicht ins irdische Leben zurückgekehrt,

sondern lebt als erster im „endzeitlich

vollkommenen Leben“ (136f.151). Drei Kapitel

über die Apostelgeschichte schließen sich an: Urgemeinde,

Entstehung der Evangelienliteratur (2-

Quellen-Theorie), Kirche aus Juden und Heiden.

Vieles kann hier nur angedeutet werden. Das

Buch ersetzt dem gestressten Religionslehrer viele

Bücher, weil es sie zusammenfasst und beurteilt.

In ihm spricht nicht nur ein Wissenschaftler,

sondern ein Glaubender und ein Seelsorger.

Heinz-Jürgen Vogels

Klaus Berger

SSiinndd ddiiee BBeerriicchhttee

ddeess NNeeuueenn TTeessttaa-mmeennttss

wwaahhrr??

Ein Weg zum Verstehen der Bibel – Gütersloh:

Kaiser, Gütersloher Verlagshaus. 2002. 213 S.,

€ 19.95 (ISBN 3-579-05193-8)

Der Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger

ist ein Querdenker. Etablierte Forschungsthe-

sen und eingefahrene Denkwege werden von ihm

mit Vorliebe kritisch hinterfragt und auf ihre Plausibilität

hin überprüft. So auch in seinem neuesten

Buch. Hinter dessen Titel („Sind die Berichte des

Neuen Testaments wahr?”) verbirgt sich eine eingehende

Revision der liberalen Bibelhermeneutik,

die bis heute von vielen Exegeten bei der Auslegung

des Neuen Testaments angewendet wird.

Im ersten Kapitel des Buches zeigt Berger beispielhaft

an David Friedrich Strauss, William

Wrede, Wilhelm Bousset und Rudolf Bultmann

auf, wie sich die liberale Hermeneutik entwickelte

und wie durch sie die historische Glaubwürdigkeit

der Evangelien im Laufe der Zeit immer

stärker erschüttert wurde. Ausgehend vom modernen

Realitätsempfinden wurden die meisten neutestamentlichen

Berichte von Erscheinungen und

Wundern Jesu als legendarisch beurteilt, womit zugleich

die historische Glaubwürdigkeit dieser Berichte

grundsätzlich in Frage gestellt war. Der historische

Gehalt der Evangelien schwand im Licht

der liberalen Bibelhermeneutik auf ein Minimum.

Klaus Berger steht der liberalen Bibelhermeneutik

skeptisch gegenüber, denn er verdächtigt

ihre Anwender, allzu leichtfertig und ohne deutliche

Kriterien zwischen Legende und historisch

verlässlichen Informationen zu trennen. Die

Leichtfertigkeit im Urteil gegenüber den biblischen

Texten ist seiner Ansicht nach „nur mit

Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte erklärbar

und aus dem Interesse, das Anstößige, Unbequeme,

so recht im intellektuellen Diskurs nicht

Vorzeigbare zu eliminieren” (S. 22). Die Aporien

und falschen Plausibilitäten der liberalen Bibelhermeneutik

aufzuweisen, ist eines von zwei Zielen,

die Berger in seinem Buch verfolgt. Das

zweite Ziel ist die Entwicklung einer wissenschaftlich

überzeugenden Alternative zu dieser

Art von Hermeneutik.

Das ambitionierte Vorhaben beginnt Berger mit

einer Prüfung verschiedener Prämissen der historisch-kritischen

Exegese. Er setzt sich z.B. mit

den konkurrierenden Überlieferungen zu Jesu

Todesdatum auseinander oder prüft die Kriterien

zur Unterscheidung zwischen echten und unechten

Jesusworten. Dabei möchte er zum einen den

Blick dafür öffnen, dass sich bei einer erneuten

historischen Prüfung neutestamentlicher Befunde

durchaus noch neue Einsichten gewinnen lassen,

zum anderen will er aufweisen, dass die in

der Exegese üblichen Unterscheidungen zwischen

„echt” und „unecht” bzw. zwischen „vorösterlich”

und „nachösterlich” streng genommen nicht

begründbar sind, weil es keine Unterscheidungskriterien

gibt, die einer wissenschaftlichen Prüfung

standhalten.

Mit einer Erörterung des biblischen Wahrheitsbegriffs

leitet Berger über auf das Problem,

dem sein Hauptinteresse gilt, der Frage, welcher

Realitätsgehalt den neutestamentlichen Berichten

über die Engelerscheinungen, die Verklärung

und Himmelfahrt Jesu, die Auferweckung des Lazarus

und die Auferstehung Jesu zukommt. Während

die Vertreter der liberalen Hermeneutik in

der Regel Berichte dieser Art in das Reich der

Mythen und Legenden verweisen, versucht Berger

zu begründen, dass sie ein tatsächliches Geschehen

(„mystisches Faktum”) beschreiben. Um

zu vermeiden in die bibelfundamentalistische

Ecke gestellt zu werden, versucht Berger seine

These mit philosophischen Theorien von Nikolaus

Cusanus, Alvin Plantinga und Kurt Hübner

wissenschaftlich zu begründen. Wenn Berger etwa

die Verklärung Jesu als ein mystisches Faktum

begreift, so tut er dies unter der Voraussetzung,

dass es mehrere Bereiche von Wirklichkeit gibt.

Der Theorie nach wird nur einer dieser Bereiche

von der Wissenschaft erfasst; der Bereich der

mystischen Wirklichkeit (dem Ereignisse wie die

Verklärung Jesu zuzuordnen wären) dagegen

kann nur auf dem Wege der Mystik erreicht werden.

Alles, was im Neuen Testament mit Gott,

dem Teufel und den Engeln in Verbindung gesehen

wird, also alles Übersinnliche und mit der

modernen Rationalität nicht Erklärliche, weist

Berger dem Bereich der mystischen Wirklichkeit

zu. Vor diesem Hintergrund sieht er dann z.B.

nicht mehr die Notwendigkeit, ein Ereignis wie

die Verklärung Jesu als eine Erzählung nachösterlichen

Ursprungs begreifen zu müssen. Seiner Ansicht

nach handelt es sich bei der Verklärungserzählung

vielmehr um die Beschreibung einer

mystischen Erfahrung, welche die Jünger bereits

zu Jesu Lebzeiten machten, wobei ihnen ein zentraler

Gehalt von Jesu göttlichem Wesen offenbart

worden sei. Berger geht es also auch hier darum,

die klassische Differenzierung zwischen vor- und

nachösterlichen Erzählungen aufzubrechen und

als wissenschaftlich nicht haltbar zu erweisen.

Das neue Buch von Klaus Berger ist ein anregendes

Werk mit einer ganzen Reihe von originellen

und erwägenswerten Gedanken. Auch wenn

nicht jeder von Bergers Gedanken sofort zu überzeugen

vermag, so gelingt es dem Autor doch,

dass man nach der Lektüre des Buches die althergebrachten

historisch-kritischen Auslegungsprinzipien

nicht mehr ganz so unkritisch anwendet,

wie man das bislang getan hat. Das Buch empfiehlt

sich in erster Linie für Leserinnen und Leser,

die über eine solide exegetische Vorbildung

verfügen. Christian Nanz

Haag, Herbert

BBiibblliisscchheess

WWöörrtteerrbbuucchh

– Freiburg u.a.: Verlag Herder. 1994/2003. 448 S.

m. 46 Abb. und Karten, € 14.90 (ISBN 3-451-

28008-6)

In einer preiswerten Sonderausgabe wird das

1994 letztmals überarbeitete „Biblische Wörterbuch“

des 2001 verstorbenen em. Professors für

alttestamentliche Exegese an der Universität Tübingen

jetzt einem breiteren Interessentenkreis

zugänglich gemacht.

In über 800 Stichwörtern von Aaron bis Zyrene

bietet der Band präzise Informationen zu Personen,

Orten und Dingen, die in der Bibel vorkommen

oder mit ihr in Verbindung stehen. Dieses

Basiswissen wird durch Abbildungen, Übersichten

und Karten ergänzt. Haag spart dabei bewusst,

wie er in seinem Vorwort erwähnt, bibeltheologische

Fragen und Auseinandersetzungen

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

141


LITERATUR & MEDIEN

142

mit der Fachliteratur aus, um nicht nur Übersichtlichkeit

und Klarheit der Informationen dadurch

zu gewähren, sondern auch Nichttheologen einen

einführenden Zugang und ein klares Verhältnis

zur biblischen Welt zu ermöglichen (S. 3).

Auch wenn eine Überarbeitung und Einarbeitung

neuerer Forschungsergebnisse leider nicht erfolgt

sind, bleibt das jetzt im Taschenbuchformat

vorgelegte Wörterbuch unverzichtbar für alle, die

sich mit der Bibel in persönlicher Lektüre, im Gottesdienst,

in der Gemeindekatechese und erst recht

im Religionsunterricht befassen. Bernhard Merten

INFORMATIONEN 32 2/2003

Schmoldt, Hans

RReeccllaammss LLeexxiikkoonn

ddeerr BBiibbeellzziittaattee

– Stuttgart: Verlag Philipp Reclam jun. 2002. 336 S.,

€ 14.90 (ISBN 3-15-010510-2)

„Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit

zu Ende kommt. Pred 1,8. – Gemeint ist wohl:

Weil die Worte der menschlichen Sprache der vielschichtigen

Wirklichkeit nicht gerecht werden, vermag

niemand umfassende, endgültige Aussagen

über die Wirklichkeit zu machen“ (240). – Dazu der

Text Koh 1,8 der „Einheitsübersetzung“: „Alle

Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles

ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet,

nie wird ein Ohr vom Hören voll.“

Schmoldts Lexikon von ca. 2000 Bibelzitaten,

einschließlich von Bibeltexten abgeleiteten Redensarten

sowie von einzelnen Wörtern der religiösen

Sprache oder der Umgangssprache basiert

auf Luthers Bibelübersetzung. Passim ist die heutige

Lutherübersetzung beigefügt. Die „Einheitsübersetzung“

bleibt unberücksichtigt. Der Hinweis,

dass bei den mit Fundstellen angegebenen

Texten die jeweilige literarische Gattung zu beachten

ist, verhindert größere Missverständnisse. Jeder,

der seine Rede mit Zitaten aus vorliegendem

Lexikon meint garnieren zu müssen und nicht haarscharf

an der Sinnmitte des Bibeltextes vorbeireden

will, ist nicht entbunden, sich in einer Bibel den Zusammenhang

des Zitats zu vergegenwärtigen. Die

knappsten Erklärungen Schmoldts sind unzureichend.

Die Lektüre eines Kommentars ist oft angeraten.

Die Suche nach Bibelzitaten, deren genauer

Wortlaut dem Leser nicht (mehr) bekannt ist, wird

durch ein Register (325-336), „das über die halbfett

gedruckten Ordnungsbegriffe hinaus weitere in den

Zitaten enthaltene Wörter aufführt“ (6), erleichtert.

Bernhard Jendorff

Schmoldt, Hans

KKlleeiinneess LLeexxiikkoonn

ddeerr bbiibblliisscchheenn

EEiiggeennnnaammeenn

(UB 8632). – Stuttgart: Verlag Ph. Reclam. 1990.

247 S., € 4.60 (ISBN 3-15-008632-9)

In der Bibel kommen über 2000 Namen vor

von Personen, Gruppen, Stämmen, Völkern. Da-

runter sind ebenso die mächtigen Völker des Altertums

wie die Syrer, Babylonier, Perser, Römer,

dazu Stämme und Sippen, manche noch geläufig

(Pharisäer, Sadduzäer), die Mehrzahl heute jedoch

kaum noch bekannt. Das Hauptinteresse der

Bibel gilt jedoch den Einzelpersonen: Auch hier

wird manchem in der Darstellung ein breiter

Raum gewidmet (z.B. David, Salomo, Judith) die

meisten jedoch werden nur einmal erwähnt, häufig

nur als Glieder einer Ahnenreihe.

Die Vielfalt all dieser Namen ist Gegenstand

dieses Lexikons. Hans Schmoldt strebt dabei

Vollständigkeit an: Namen von Einzelpersonen,

Namensträger, fremdsprachige Titel, Beinamen,

Völker, Stämme, Gruppierungen und Gruppen.

Erläutert werden bei jedem Namen Abstammung

und Wirken, soweit dazu in der Bibel oder in zeitgenössischen

historischen Quellen berichtet

wird. Neben der Bedeutung des Namens wird/werden

die genaue(n) Fundstelle(n) angegeben.

Das Bändchen ist eine vorzügliche Ergänzung

zu Reclams Bibellexikon (Stuttgart. 6. verb.

Aufl. 2000; vgl. dazu Besprechung in INFOR-

MATIONEN, Heft 1/2002, S. 51), an dem der

Verf. ebenfalls mitgewirkt hat und aus dem zahlreiche

Angaben hier eingeflossen sind.

Bernhard Merten

Calvocoressi, Peter

WWhhoo’’ss wwhhoo iinn ddeerr

BBiibbeell

Aus dem Engl. v. Angela Hausner (dtv 32540). –

München: Deutscher Taschenbuch Verlag. Text: 12.

Aufl. 2003. ill. Originalausgabe 2002. 252 S. mit 53

Farb- u. 37 s-w. Abb., € 19.50 (ISBN 3-423-32540-2)

„Ein Who’s who der vorliegenden Art ist keine

Enzyklopädie, sondern ein Verzeichnis von

Namen, deren Auswahl von Ruhm oder Gunst

bestimmt wird“ (7). Mehr als 450 Frauen und

Männer aus dem Alten und Neuen Testament und

den Apokryphen von Aaron bis Zofar werden in

diesem Band vorgestellt und ihre Geschichte erzählt:

berühmte, weniger berühmte, bekannte,

Nebenfiguren ohne jegliche Berühmtheit. Mit

ausführlichen, bisweilen aber auch nur wenige

Zeilen umfassenden Beiträgen will der Verf. „zu

allen aufgenommenen Personen die in der Bibel

genannten Fakten anführen“ (7). Neben die Persönlichkeitsdarstellungen

treten ausführliche Erläuterungen

zu einzelnen wichtigen Sammelbegriffen

(z.B. Ägypten, Assyrien und Babylonien,

Propheten, Richter u.a.). Zusätzlich zu der Unterrichtung

über die einzelnen Personen, ihr Herkommen,

ihre Geschichte in der Schrift werden

häufig auch Hinweise geboten auf deren Vorkommen

in bedeutenden Werken der Kunst, Musik

und Literatur, denen die biblischen Gestalten

oder Handlungen als Vorlage gedient haben, und

durch Farb- und Schwarzweißabbildungen illustriert.

Abgeschlossen wird der jeweilige Abschnitt

mit der Angabe der Bibelstelle, in welcher

der/die Beschriebene vorkommt.

Abgerundet wird der Band durch eine Einführung,

die sich auch mit der Einteilung, Ent-

stehung, Überlieferung und Sprache der Bibel befasst,

durch fünf Stammbäume (Adam/Noach;

Abrahams Großfamilie; Jakob; Ruth und der

Stammbaum Isais; Die Makkabäer; Herodes d. Gr.

und seine Dynastie), drei Karten und ein Register

der Personen, über die es keine eigenen Artikel im

Textteil gibt. Der Band will kein Bibellexikon ersetzen,

aber er ist eine im flüssigen Stil geschriebene,

willkommene Orientierungshilfe bei der Lektüre

der Bibel. Eine Fülle von Verweisen, immer

dann wenn ein neuer Name angeführt wird, durchzieht

den gesamten Text. Der Leser wird, folgt er

diesen, auf immer neuen Wegen in und durch die

Bibel geführt. Bernhard Merten

Schmoldt, Hans

BBiibblliisscchhee

GGeesscchhiicchhttee

(UB 18086). – Stuttgart: Verlag Ph. Reclam. 2000.

299 S., 2 Karten., € 6.10 (ISBN 3-15-018086-4)

Wer aus der biblischen Überlieferung eine

biblische Geschichte herausfiltern möchte,

steht vor einem Grundproblem: Für die meisten

Ereignisse gibt es keine andere Quelle als die

Bibel selbst. Schmoldt weist in seinem Vorwort

auf die Spärlichkeit außerbiblischer Quellentexte

hin, aber es wäre doch angebracht gewesen,

die hermeneutische Schwierigkeit einer

historischen Befragung von Glaubenstexten sowie

das Verhältnis von schriftlichen Quellen

und nicht-schriftlichen, archäologischen Überresten

(deren Bedeutung Schmoldt in seine

Schilderung einbezieht) eigens zu erörtern. Das

Fehlen einer derartigen Erörterung schlägt sich

immer dort nieder, wo der Leser mit Wertungen

des Autors konfrontiert wird, die er glauben

mag oder auch nicht. Z. B. „meint“ Schmoldt,

es gebe keine Notwendigkeit, die „Erzväter-

Überlieferungen“ in toto für unhistorisch anzusehen.

Schmoldt geht also von einem gewissen

Grundvertrauen in die Zuverlässigkeit der Texte

aus, was der Leser teilen mag, aber nicht

muss. Im Rahmen seiner Schilderung der Frühgeschichte

Israels stellt der Autor fest, Simson

sei „sicherlich als historische Gestalt aus der

Frühzeit Israels anzusehen, aber wir wissen

nicht, ob auch alle Taten, die von ihm berichtet

werden, historisch sind“ (S. 108). Angesichts

der von Simson berichteten Taten ist das wohl

doch etwas gewagt. V. a. aber passt es nicht zu

der vom Autor zur Exodusüberlieferung vertretenen

Sicht, die Spaltung des Meeres und die

Verwandlung eines Stabes in eine Schlange hätten

„gar keinen Anhalt in der Wirklichkeit“ (S.

71). Weshalb soll die Spaltung des Meeres unhistorisch

sein, während es anscheinend für

möglich gehalten wird, dass Simson 1000 Philister

mit einer Eselsbacke erschlägt? Weshalb

wird Simson für eine sicher historische Gestalt

gehalten? Meist formuliert Schmoldt vorsichtig,

betont, was alles ungewiss sei und im Dunkeln

liege. In jedem Fall wäre es gerade angesichts

der schwierigen Quellenlage sinnvoll gewesen,

zu Beginn Kriterien zu benennen, auf


die sich die Einschätzung von Historizität im

Einzelfall stützen kann.

Schmoldt beginnt sein Buch mit einer Darstellung

der in der Bibel gebräuchlichen Zeiteinteilungen

und der damit verbundenen jahreszeitlichen

Feste. Auf kurze Ausführungen zum Schauplatz

der biblischen Geschichte folgt im größten Teil

des Buches ein Abriss der Geschichte Israels.

Schmoldt erzählt die Inhalte der für seine Darstellung

relevanten biblischen Überlieferung jew. kurz

nach und wertet diese dann aus. Die Zusammenfassungen

sind für Leser, welche die biblischen

Texte nicht ganz präsent haben, sicher sehr nützlich.

Das gilt auch für die Exkurse zu den Begriffen

„Hebräer“, „Richter“, „Israel“ sowie zu den „Rahmenformeln

der Königsbücher“ und zu „Probleme(n)

der Chronologie der Königszeit“.

Die Darstellung ist gut lesbar und wird durch

Literaturhinweise, ein Namenregister und zwei

Karten ergänzt. Leider sind die Literaturhinweise

sehr spärlich, und es ist unverständlich, dass nicht

auf die neutestamentliche Zeitgeschichte von Bo

Reicke verwiesen wird. Die Karten zeigen leider

nur Palästina, obwohl die biblische Geschichte einen

größeren Raum umfasst.

Nicht nachvollziehbar ist die auf die Einleitung

folgende Übersicht „Abkürzungen der biblischen

Bücher“. Da zum Neuen Testament nur die vier

Evangelien, die Apostelgeschichte, und drei Briefe

genannt werden, ist die Überschrift schlicht falsch.

Die Beschränkung auf wenige neutestamentliche

Schriften hängt damit zusammen, dass

Schmoldt sich mit seiner biblischen Geschichte

vorrangig auf das Alte Testament bezieht. Als Begründung

schreibt er: „Denn die Form, die Absicht

und der Inhalt der neutestamentlichen Berichte unterscheiden

sich derart gravierend von denen des

Alten Testaments, wo es um die Ursprünge und das

Schicksal eines ganzen Volkes geht, dass im Rahmen

einer ‘Biblischen Geschichte’ ein Schlusskapitel

über Jesus und die Anfänge des Christentums,

nämlich das Wirken des Apostels Paulus, genügen

muß.“ (S. 9/10) So pauschal ist das nichtsagend und

für Leser nicht nachvollziehbar, zumal es ja auch

erhebliche Übereinstimmungen gibt. Die Ausführungen

zur neutestamentlichen Zeitgeschichte sind

äußerst kurz. Wenn der Autor schon als Historiker

über Jesus schreibt, hätte er wenigstens die wenigen

außerbiblischen Quellen und deren Inhalt erwähnen

sollen. Paulus als den eigentlichen Begründer

der christlichen Theologie (S. 282) auszugeben,

ist ebenso verfehlt wie von seiner „Bekehrung“

(ebd.) zu sprechen. Paulus war kein Heide, sondern

Jude, er wurde nicht bekehrt, sondern berufen.

Trotz dieser Kritik ist das Buch für diejenigen zu

empfehlen, die sich weder die „Geschichte des Volkes

Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen“ von

Herbert Donner noch den genannten Band von Reicke

leisten können oder wollen und die neben einer

preiswerten Alternative auch ein leichte und leicht

lesbare Lektüre suchen. Walter Lütgehetmann

Georg Langenhorst

GGeeddiicchhttee zzuurr BBiibbeell

Texte – Interpretationen – Methoden.

Ein Werkbuch für Schule und Gemeinde.

– München: Kösel-Verlag. 2001. 279 S. m. Abb.,

€ 19.95 (ISBN 3-466-36565-1)

Georg Langenhorst ist in religionspädagogischen

Kreisen schon seit längerem als Experte für

den Dialog von Theologie und Literatur bekannt.

Mit dem Werkbuch „Gedichte zur Bibel“ hat er

diesmal eine umfangreiche Arbeitshilfe für den

Religionsunterricht, konkret für die Bibelarbeit,

vorgelegt. In neun Abteilungen stellt Langenhorst

insgesamt 30 Gestalten aus dem Alten und Neuen

Testament vor, indem er jeweils zwei moderne Gedichte

als Schlüssel zu den biblischen Figuren interpretiert.

So erschließt der Autor z.B. die Gestalt

des Abraham mit Hilfe von Gedichten aus der Feder

von Elke Lasker-Schüler und Nelly Sachs, die

Figur der Ester durch die Auslegung von Gedichten

Rainer Maria Rilkes und Gertrud Kolmars,

Psalmen in den Variationen von Peter Huchel und

Paul Celan. In den Abteilungen zu Gestalten des

Neuen Testaments nimmt Langenhorst nicht nur

„Randfiguren“ wie Herodes, Johannes und Maria

Magdalena in den Blick, sondern entfaltet den

Weg Jesu mit Hilfe der Themenfelder „Lebensspuren

in Galiläa“ (192) und „Deutungen von Passion

und Auferweckung“ (219). Die verschiedenen biblischen

Gestalten werden vom Verfasser jeweils in

einer knappen, aber konzisen Sachanalyse eingeführt,

dann folgen Gedicht und Interpretation, diese

verbunden mit einer „Didaktischen Verortung“

und „Methodischen Vorschlägen“.

Langenhorst liefert im Rahmen dieser Struktur

nicht nur ein praktikables und stoffreiches Kompendium

für die Unterrichtsvorbereitung, er führt

auch in einem übersichtlichen Theorieteil in die

wichtigsten Grundpositionen des Dialogs von

Theologie und Literatur ein, indem er die Vielzahl

der Gesprächsformen zu fünf „religionsdidaktische

Gewinndimensionen“ (28) zusammenfasst.

Demnach leistet der literaturtheologische Dialog:

– Textspiegelung, d.h. das Bewusstmachen religiöser

bzw. biblischer Inhalte und Sprachformen;

– Sprachsensibilisierung, d.h. Nachdenken über

die „Potentiale und Grenzen von Sprache“ (28);

– Erfahrungserweiterung, d.h. Weitergabe und

Deutung existentieller menschlicher Erfahrung

in literarischer Form;

– Wirklichkeitserschließung, d.h. phänomenologische

Beschreibung menschlicher Wirklichkeit;

– Möglichkeitsandeutung; d.h. Thematisierung

einer Hoffnung und Sehnsucht nach einem

diese Welt transzendierenden Mehr.

Mit Blick auf die konkrete Begegnung von Bibel

und Literatur sichtet Langenhorst die zahlreichen

Ansätze im Bereich der literarischen Bibelrezeption

und kategorisiert diese in acht „Idealtypen“

(14 u.ö.). Hier markiert er auch seinen konkreten

Ansatz, der diesem Buch zu Grunde liegt: So

versuche er „eine eigene Strategie, die sich weder

mit der von [Horst Klaus, CS] Berg so genannten

‘Wirkungsgeschichtlichen Auslegung’ noch mit

der ‘Auslegung durch Verfremdung’ deckt. Sie

lehnt sich vielmehr an das Konzept der ‘dialogischen

Exegese’ an“ (23). Mit dieser Strategie will

Langenhorst u. a. gegen den Wissensverlust, den

Erfahrungsverlust und den Wissensverlust in Sachen

Bibel anschreiben. Diesem Projekt ist nur Erfolg

zu wünschen. Clauß Peter Sajak

NNeeuuee JJuuggeennddbbiibbeell

Hg. Deutscher Katecheten-Verein

e.V., München. – Stuttgart:

Verlag Katholisches Bibelwerk. 2002. 256 S., ill. 6

Karten, € 9.90 (ISBN 3-460-32585-2)

Die „Neue Jugendbibel“ verdankt ihre Konzeptentwicklung,

Textauswahl und Kommentierung

den Professoren Rainer Dillmann und

Agnes Wuckelt unter Mitarbeit von Studierenden

der Katholischen Fachhochschule NW, Abt. Paderborn,

Fachbereich Theologie.

Die Auswahl der Texte – entnommen der Einheitsübersetzung

der Heiligen Schrift – hat sich

von der heutigen Lebenswelt junger Menschen, ihren

Fragen und Herausforderungen leiten lassen.

Die Stichworte, unter denen Schrifttexte aus dem

AT und NT ausgewählt worden sind, umschreiben

deutlich ihre Fragen in der gegenwärtigen Lebenssituation:

Beziehungen; Zeit zum Leben; Arbeit

und Freizeit; Mann und Frau; Liebe; Familie; Geschichten,

die das Leben schreibt; Streit; Angst;

Gewalt; Schule; Tod; Glaube; Hoffnung.

Diesen Lebensbezügen werden die biblischen

Texte zugeordnet. Sie sind mit kurzen Erläuterungen

versehen, welche die kulturgeschichtlichen

Hintergründe des jeweiligen Textes

aufzeigen und unbekannte Begriffe erklären.

Ein im Anhang (S. 242 ff.) angefügtes „Who ist

who?“ charakterisiert Namen und Personen der

jeweiligen Passage. Eine weitere Übersicht unter

der Überschrift „Wo liegt?“ (S. 242 ff.) bietet

knappe Informationen über in den Texten

vorkommende Städte und Orte und wird ergänzt

durch mehrere Karten aus verschiedenen Zeitspannen.

„Zum Weiterlesen“ soll eine Textspalte anregen,

die auffordert, sich eingehender mit biblischen

Texten zu befallen, die das gleiche Thema

ansprechen. Das Gesagte lässt deutlich werden,

dass die Textauswahl nicht der Anordnung einzelner

Schriften der Vollbibel folgt, sondern bewusst

den Themen der heutigen Lebenswelt junger

Menschen zugeordnet ist.

Ein Verzeichnis der biblischen Bücher und deren

Abkürzungen, der zitierten Bibelstellen und

eine Zeittafel runden das Ganze ab.

Diese „Neue Jugendbibel“ erschließt in oft

überraschender Weise Texte des AT und NT für

unsere Gegenwart und bietet so jungen Menschen

als thematisch orientierte Auswahlbibel

neue Zugänge zur Gesamtbibel.

Bernhard Merten

„„GGeehheeiimmaakkttee JJeessuuss ––

EEiinn bbiibblliisscchheess

AAddvveennttuurree GGaammee““

– Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk und

Deutsche Bibelgesellschaft. 2002. € 49.90. Sys-

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

143


LITERATUR & MEDIEN

144

temvoraussetzungen: PC mindestens 166 MHz,

mindestens 32 MB verfügbares RAM; 32-Bit

Farbmonitor mit mindestens 800 X 600 Auflösung,

Soundblaster kompatible Soundkarte

und entsprechende Lautsprecher, CD-Rom-

Laufwerk (16x oder höher), Windows 95, 98,

ME, NT, 2000, XP.

Wir schreiben das Jahr 31 nach Christi Geburt,

genauer gesagt das Jahr 15 der Regierung des römischen

Kaisers Tiberius. Ein Wanderprediger

namens Jesus sorgt für Unruhe. Ist dieser der Messias

oder ein Scharlatan? Das Spiel „Geheimakte

Jesus“ entführt uns mit einer detailgenauen und

realistischen Grafik in den Landstrich Galiläa zu

dieser Zeit.

Den Spielern/-innen wird der Auftrag erteilt, Jesus

zu finden und ihm tatkräftig zur Seite zu stehen.

Dafür müssen mit detektivischem Spürsinn Abenteuer

bestanden werden, geheime Schriften entziffert,

Kontakte zu Verbindungsleuten aufgenommen

und geheime Verstecke entdeckt werden. Auf dem

Weg durch die zehn verschiedenen Levels begegnen

die Spieler/-innen verschiedenen biblischen

Personen und sind auch bei Verrat und Kreuzigung

dabei. Am Ende eines jeden Levels gibt es eine Abschlussanimation

und eine Kurzzusammenfassung

der Handlung als Geheimaktennotiz.

Zum Testen habe ich mir jugendliche Unterstützung

gesucht: Philipp, 10 Jahre, ist ein spielerfahrener

Computerfreak und familiär christlich

sozialisiert.

Wir haben beim Spielen schnell gemerkt,

dass man sich zur Lösung der einzelnen Aufgaben

die Texte der animierten Personen genau

anhören muss, wobei dies zumindest meinem

zehnjährigen Testspieler schwerfiel. So erfährt

man beim Schmied beispielsweise, dass der

Stadtschreiber helfen kann. Bei diesem findet

man mit viel Glück auch die Stelle im Tierrelief,

an der sich mit Mausklick ein geheimer

Gang öffnet. Allerdings sind viele Hinweise

sprachlich und inhaltlich recht komplex, so

dass man viele Fährten eher zufällig findet oder

fünfmal an der gleichen Stelle lang laufen

muss, bis man weiterkommt. Das ist symptomatisch

für das ganze Spiel: In den teils recht großen

Ortschaften wird nicht angezeigt, welche

Personen angesprochen werden können und

welche Türen sich öffnen. So bleibt nichts anderes

übrig, als jeden Menschen anzurempeln

und gegen jede Tür zu laufen, in der Hoffnung

hier weiter zu kommen. Dies wird zusätzlich

dadurch erschwert, dass die Städtchen über

mehrere Bildschirme verteilt sind und man

schnell die Orientierung verliert. So haben Philipp

und ich für das erste Level immerhin neunzig

Minuten gebraucht. Da hat sich die Prophezeiung

„Du musst tiefgründig forschen. Für die

Faulen ist jeder Weg versperrt“ von unserer ersten

Kontaktperson in Jericho tatsächlich bewahrheitet.

Die grafische Gestaltung erinnert eher an ein

liebevoll gestaltetes Bilderbuch, als an übliche

3D-Welten von Star-Wars & Co. Die Steuerung

mit den Pfeiltasten ist auch für Ungeübte einfach,

aber die Spielerfigur bewegt sich leider etwas

„stolperig“ durch die Landschaft. Philipp

INFORMATIONEN 32 2/2003

haben die Verschiebepuzzle („Boi, cool!“) nach

dem klassischen Point-and-Click-Verfahren am

besten gefallen. Dabei müssen z.B. verborgene

Gegenstände wie Tonkrüge und Diamanten gefunden

und an anderer Stelle wieder eingesetzt

werden. Gut gelungen ist auch der Sound: Sowohl

die Sprecher/-innen und Musikuntermalung

als auch die Geräuschkulisse sind sehr ansprechend.

Die vom „freien historiker büro“ aus Bergisch

Gladbach entwickelte „Geheimakte Jesus“

wurde von einer breiten medialen Öffentlichkeit

durchweg positiv aufgenommen. „Die

Welt“ kommt zum Schluss: „Es ist ein schönes

Spiel ... mit jeder Menge Edelsteinen, Verfolgungsjagden

und sogar einer Anstiftung zum

Diebstahl.“ Und auch die Computerzeitschrift

„ct“ resümiert: „Das Spiel besticht durch logische

Handlungsfolge, reizvolle Rätselaufgaben

und gelungenen Sound.“ Das Spiel war außerdem

gemeinsam mit 23 anderen Computerprogrammen

für den Deutschen Bildungssoftwarepreis

„digita 2003“ nominiert, kam bei

der Preisvergabe am 1. April aber nicht zum

Zuge.

So werden denn auch in der Werbung durch

die Deutsche Bibelgesellschaft die didaktischen

Qualitäten und die Eignung für den Religionsunterricht

herausgestellt. Im Booklet der CD

widmet sich ein Kapitel der Einsetzbarkeit im

Unterricht und auch auf der Homepage der

Deutschen Bibelgesellschaft bekommen Lehrer/-innen

nützliche Informationen zu Lösung

und zum Anwählen der einzelnen Levels. (Deutsche

Bibelgesellschaft, Hinweise für den

Einsatz im Unterricht, http://www. dbg.de

12.03.04)

Ich halte das Spiel allerdings nur für begrenzt

einsetzbar: Positiv ist zwar, dass das Spiel nicht

den Schnelligkeitswahn vieler andere Computerspiele

unterstützt, da auf einen Highscore

oder ähnliches verzichtet wird. Aber leider haben

Philipp und ich die Erfahrung gemacht, dass

wir sehr lange brauchten, um ein einzelnes Level

zu durchlaufen, was in einer 45-minütigen

Religionsstunde problematisch sein kann. Ob

die Schüler/-innen bei diesem Spiel wirklich

viel über Jesus lernen, ist auch zu hinterfragen:

Nachdem wir uns eine halbe Stunde durch Level

1 „Johannes der Täufer und Jesus von Nazareth“

bewegten, fragte mich Philipp, von welchem Johannes

die ganze Zeit gesprochen wurde ... .

Wenn das Spiel im Religionsunterricht zum Einsatz

kommt, sollten sich die Lehrer/-innen intensiv

damit beschäftigen und die Schüler/-innen

ausführlicher in die Logik und Funktionsweise

des Spieles einführen als es im Booklet

geschieht. Hinsichtlich der Altersgruppe gibt es

im Spiel keine genauen Angaben, und eine Empfehlung

ist auch schwierig, da die schlichte grafische

Präsentation eher Grundschulkinder ansprechen

dürfte, diese aber inhaltlich überfordert

sind. Aber für Kinder ab 10 Jahren ist das

Spiel sicher ein großer Spaß. Philipp zumindest

hat sich „echt gefreut“ als ich ihm das Spiel als

Dankeschön für seine Hilfe geschenkt habe.

Gunda Ostermann

Günter Lange

BBiillddeerr zzuumm

GGllaauubbeenn

Christliche Kunst sehen und verstehen. – München:

Kösel-Verlag. 2002. 351 S., zahlr. z.T. farb.

Abb., € 19.95 (ISBN 3-466-36585-6)

Günter Lange, Professor em. der Universität

Bochum, ist ein hochverdienter Religionspädagoge,

der in den vergangenen 40 Jahren entschieden

dazu beigetragen hat, die Bedeutung

der Kunstgeschichte und ihrer Bilder im Religionsunterricht

zu begründen und zu stärken.

Günter Lange hat mit all seinen Veröffentlichungen

zu Bildern der Kunstgeschichte Religionslehrerinnen

und Religionslehrern Kenntnisse

und Materialien vermittelt, die im Unterricht relevant

werden konnten und noch können. Seine

Bildanalysen und Bilddeutungen waren kenntnisreich

und für den Unterricht in der Schule sowie

für die Arbeit in der Gemeinde außerordentlich

hilfreich. Sein Schriftenverzeichnis der vergangenen

40 Jahre zählt über 120 Texte, die vornehmlich

in den Katechetischen Blättern veröffentlicht

wurden. Was Wunder also, dass der

Kösel-Verlag, als Statthalter der Katechetischen

Blätter, diesem bedeutenden Religionspädagogen

zum 70. Geburtstag ein Buchgeschenk

machte. Das liegt nun unter dem Titel Bilder

zum Glauben. Christliche Kunst sehen und verstehen

vor.

Das Geburtstagsbuch ist eine Sammlung von

23 Texten (Aufsätze, Vorträge, Predigt) von

Günter Lange zu Bildern mit biblischen Themen

aus der Kunstgeschichte. Das älteste unter

den reichhaltig gedruckten Bildern des Bandes

zeigt eine Grabstele mit einer Ritzung einer stillenden

Mutter aus Ägypten des 4./5. Jahrhunderts,

die auch als Marienbild gelesen werden

kann; das jüngste abgedruckte Bild zeigt die

Pinselzeichnung Josef Hegenbarts von der Versuchung

Jesu von 1958. Der früheste Aufsatz des

Buches geht auf das Jahr 1974 zurück, die meisten

Aufsätze sind jüngeren Datums, zwischen

1995 und 2001 entstanden. Alle Aufsätze sind

von dem großen kunsthistorischen Wissen des

Religionspädagogen Lange durchdrungen und

zeugen von seinem Engagement für und seinem

Interesse an der Sache. Die kunsthistorische und

theologische Breite der Studien Langes wird

durch einen großen fachwissenschaftlichen Apparat

am Ende des Buches belegt.

Die Leistungen Langes in der Vergangenheit

werden nicht dadurch geschmälert, dass hier

auch kritisch zu diesem Buch Stellung genommen

wird bzw. Fragen notiert werden: Ist es

wirklich nötig, dass in diesem Geburtstagsband

Aufsätze publiziert werden, die Religionspädagoginnen

und Religionspädagogen noch vor

kurzem in den Katechetischen Blättern lesen

konnten? Ist die Isolierung der Texte aus ihrem

Zusammenhang in den Katechetischen Blättern

oder dem Fragekontext einer Tagung oder Festschrift

für das Verständnis der Texte für Nicht-

Kunsthistoriker hilfreich? Ist die Zusammenstellung

der Texte und Bilder unter den Über-


schriften Christusbilder, Bilder aus dem Leben

Jesu, Bilder von der Passion Jesu, Osterbilder

und Hoffnungsbilder nicht eher zufällig? Wenn

Lange oder der Verlag mit dieser Publikation

Religionspädagoginnen und Religionspädagogen

und Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter

erreichen wollen, warum sind dann die

religionspädagogischen Bemerkungen zu den

besprochenen Bildern so knapp und fast flüchtig

gesetzt? Warum wurden manche Bilder so

gedruckt, dass die Betrachterin und der Betrachter

die besprochenen Einzelheiten gar

nicht sehen können bzw. mit vielem hin und her

von Seite zu Seite erobert werden müssen? Warum

gibt es bei dem großen Anhang von 40 Seiten

kein Bildregister? Warum eigentlich taucht

bei Lange kein einziges Bild auf, das man als

zeitgenössisch bezeichnen kann, also für die

Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

steht, wo doch nach Lange für Religionsunterricht

und Katechese „an und für sich (...) religiöse

Bilder aus unserer Zeit zu bevorzugen“

wären.

Wenn „das vorliegende Buch (...) den lernwilligen

Theologen und Theologinnen (...) im

Rahmen des Möglichen und in vereinfachter

Form, exemplarisch mit dem vertraut machen

(will), was man von kompetenten Autoren der

Bildwissenschaften zur Vor- und Nachbereitung

einer Bildbegegnung lernen“ kann (S. 10), dann

ist dies doch auch an für die Kunstgeschichte

exemplarischen Bildern zu zeigen und nicht an

Nebenkriegsschauplätzen, wie z.B. das schockierte

Jesuskind, der nackte Jesus, der letzte

Schrei Jesu oder der Christus triumphans des

österlichen Kuppelfreskos von Neresheim.

Exemplarisch sind diese vorgestellten Bilder für

den Religionsunterricht, die Katechese und die

Erwachsenenbildung nicht. Hier blieb eine

Chance des Geburtstagsbuches ungenutzt. Vielleicht

nutzt sie ein anderer Autor. Vorzulegen

wäre ein Buch, das Religionslehrerinnen und

Religionslehren und denen, die im Gemeindedienst

stehen, ermöglicht, mit inhaltlich wie formal

exemplarischen Bildern der Kunstgeschichte

ein sehendes Verstehen von Bildern

christlicher Thematik zu lernen und zu lehren.

August Heuser

Gaß, Erhard

GGeebbuurrtt JJeessuu iinn

WWoorrtt uunndd BBiilldd

(Wort und Bild; Bd. 1). – Tübingen: Legat-Verlag. 1997.

144 S. m. 64 Abb., € 19.80 (ISBN 3-932942-00-0)

Aßmus-Neumann, Friederike

LLeebbeenn JJeessuu iinn WWoorrtt uunndd BBiilldd

(Wort und Bild; Bd. 2). – Tübingen: Legat-Verlag. 1998.

144 S. m. 59 Abb., € 19.80 (ISBN 3-932942-01-9)

Neumann, Jörg

LLeehhrree JJeessuu iinn WWoorrtt uunndd BBiilldd

(Wort und Bild; Bd. 3). – Tübingen: Legat-Verlag. 1999.

192 S. m. 85 Abb., € 26.80 (ISBN 3-932942-02-7)

Ostarhild, Heike

PPaassssiioonn JJeessuu iinn WWoorrtt uunndd BBiilldd

(Wort und Bild; Bd. 4). – Tübingen: Legat-Verlag. 2000.

144 S. m. 58 Abb., € 19.80 (ISBN 3-932942-03-5)

Gaß, Erhard

DDeerr aauuffeerrssttaannddeennee CChhrriissttuuss iinn

WWoorrtt uunndd BBiilldd

(Wort und Bild; Bd. 5). – Tübingen: Legat-Verlag. 2001.

144 S. m. 62 Abb., € 19.80 (ISBN 3-932942-04-3)

Vielen Menschen sind heute Kunstwerke in

Kirchen und Museen mit der Darstellung christlicher

Motive fremd geworden, weil ihnen oftmals

das Wissen fehlt, das die Voraussetzungen

für das Verstehen christlicher Kunstwerke erst

schafft. Sie sehen allein den künstlerischen

Wert der Bilder, die Darstellung, ohne deren

Aussage immer richtig einordnen zu können.

Zwar sind zu einzelnen Kunstwerken und -epochen

themen- und/oder werkorientierte, interessante

und auch im christlichen Sinne aussagekräftige

Einzelveröffentlichungen erschienen,

aber sie sprechen zumeist nur einen begrenzten

Interessentenkreis an. So ist der Wunsch verständlich,

die von Experten einem ausgewählten

Leser- und Hörerkreis vorgetragenen Informationen

und Interpretationen christlicher

Kunst auch einem breiteren Kreis zugänglich

zu machen.

Diese Idee hat Erhard Gaß im Legat-Verlag

aufgegriffen und in einer Reihe von fünf Bänden

umgesetzt: Sie sollen „allen Interessierten den

Zugang zu diesem Bereich abendländischer

Kunst und Kultur erleichtern. Dazu wird an Beispielen

gezeigt, wie während der 2000 Jahre, die

seit Christi Geburt vergangen sind, Künstler das

biblische Wort in Bilder umgesetzt haben“. (E. Gaß

in seinem Vorwort zur Buchreihe „Wort und

Bild“ in allen Bänden.)

Wie es der Reihentitel bereits ausdrückt, werden

die einzelnen Stationen des Lebens Jesu von

der Geburt bis zu seiner Auferstehung in „Wort

und Bild“ dargestellt. Das „Wort“ ist der Bibel

entnommen, die Bilder der Kunst vom Altertum

bis zur Gegenwart.

Einfache kunstgeschichtliche, kunsthistorische

und biographische Erläuterungen stellen den

Künstler, seine Zeit und sein Bild vor. Verbunden

mit den entsprechenden biblischen Texten, bieten

sie eine kompakte Einführung in die Ikonographie

des Lebens Jesu, die weder kunstgeschichtliches

noch bibelkundliches Vorwissen

voraussetzt. Zusätzlich werden im Text grau unterlegte

Begriffe gesondert erläutert.

Nicht ganz verständlich bleibt – trotz mancher

Erläuterungsversuche –, warum für die Bibelzitate

nicht eine einheitliche Übersetzungsvorlage

– sei es die Lutherbibel oder die Einheitsübersetzung

– benutzt worden ist. Auch für ein

Register der Künstler in den einzelnen Bänden

wäre der Benutzer sicher dankbar.

Insgesamt gesehen, ist eine liebevoll gestaltete,

mit großartigem auch in der Wiedergabe

hervorragendem zumeist farbigem Bildmate-

rial versehene Buchreihe entstanden, die gerade

im Bezug auf einen breiten Leser- und Betrachterkreis

oft im Laufe der Zeit verschüttetes

Kunst- und Bibelwissen wieder vergegenwärtigt.

So ist sie auch im Kunst- und Religionsunterricht

gut einsetzbar, vermag sie doch in der

textlichen und bildlichen Vorbereitung auf Einzelthemen

gezielte Hilfen zu vermitteln.

Bernhard Merten

Widmann, Gertrud (Hg.)

DDiiee BBiillddeerr ddeerr BBiibbeell

vvoonn SSiieeggeerr KKööddeerr

Erschließende und meditative

Texte. Limitierte Sonderausgabe

zum Jahr der Bibel. 2003. – Ostfildern: Schwabenverlag.

2003. 232 S., 104 Bildtafeln, (davon 96

in Farbe) € 14.90 (ISBN 3-7966-1111-7)

Aus der großen und großartigen Ausgabe

„Die Bibel. Mit Bildern von Sieger Köder“ (Ostfildern,

10 2002) werden hier 104 der 107 Darstellungen

in Verbindung mit neuen, erschließenden

und meditativen Texten vorgestellt. Eine

überaus eindrucksvolle Sammlung aus dem

reichhaltigen Schaffen des Pfarrers und Malers

Sieger Köder ist hier zusammengetragen worden.

„Nimm und sieh!“ ist eine Aufforderung,

welche die Herausgeberin in ihrem Vorwort, in

Abwandlung eines aus der Lebensgeschichte

von Augustinus berichteten Wortes, an die Betrachter

richtet. Und sie zitiert dazu auch eine

Aufforderung des Künstlers selbst: „Und merkt

euch, Bilder sind zum Sehen da!“(7).

Losgelöst von jedwedem Text sollte man sich

zunächst den Bildern zuwenden. Tut man dies, so

wie es auch der Rezensent getan hat, nimmt man

sich die Zeit anzuschauen, macht den Versuch,

die Aussagen der einzelnen Bilder zu lesen, ist dies

wahrhaftig eine Expedition des Schauens in Ausdrucksformen

bildhafter Aussage, die den Betrachter

zum Meditieren, zur eigenen Bildexegese hinführen

wird. Und dies geschieht, gerade weil die

Darstellung biblischer Texte und Gedanken keineswegs

einfach zugänglich sind, sondern erarbeitet

werden wollen.

Die erschließenden und meditativen Texte, die

hier von 27 Autorinnen und Autoren, „Weggefährtinnen

und Weggefährten auf dem künstlerischen,

geistlichen oder auch freundschaftlichen

Weg“(7) mit Sieger Köder, geboten werden,

bieten einen jeweils eigenen subjektiven Zugang

zu den einzelnen Bildern, die zu einer weiteren vertiefenden

Hinführung nach dem eigenen Betrachten

helfen können.

Da diese Bilder auch als Dias und Postkarten

(Schwabenverlag, Ostfildern) erhältlich sind, kann

ich mir gut vorstellen, dass sie im Religionsunterricht

(aber auch in der Kunsterziehung) und

in der Gemeindekatechese eine vorzügliche Rolle

spielen können, besonders dann wenn man den

Betrachtern die Möglichkeit bietet, sich zunächst

in diese Bilder zu vertiefen und sich eigene Gedanken

zu ihrer Aussage zu machen.

Bernhard Merten

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

145


LITERATUR & MEDIEN

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INFORMATIONEN 32 2/2003

Beinert, Wolfgang

IIcchh hhaabb ddaa eeiinnee

FFrraaggee ……

Auskunft zum Glauben der Christen. – Regensburg:

Verlag F. Pustet. 2002. 286 S., € 19.90 (ISBN

3-7917-1791-X)

Wo überhaupt noch ernsthaft nach dem christlichen

bzw. katholischen Glauben gefragt wird,

da fällt es oft schwer, die Frage kurz, theologisch

korrekt, zeit- und adressatenbezogen zu beantworten.

Was heißt Glauben? Was wissen wir von

Gott? Gibt es eine Vorherbestimmung? Verdammt

Gott? Für die Toten beten? usw.

Dieses „kleine Seminar“ des emeretierten Regensburger

Dogmatikers ist das Resümee vieler

Gespräche und Diskussionen im Kontext der Erwachsenenbildung.

„Das Interesse an Religion

und theologischer Information ist, scheinbar paradox,

im Wachsen begriffen, obschon alle anderen

Parameter des kirchlichen Lebens absteigende

Tendenz aufweisen“ (5). Für den theologisch

interessiert Fragenden werden in den 52

überschaubaren und gut verständlichen Kapiteln

diejenigen „Themen besprochen, die nach der Erfahrung

des Verfassers heutzutage besondere

Aufmerksamkeit erfahren oder die in der gegenwärtigen

Situation des Christentums von vorzüglicher

Bedeutung sind“ (9).

Neben den üblichen Themen einer solchen

Hinführung nennen die Überschriften auch andere

Akzente: Menschenrechte – Christenrechte, Gewissen,

Streiten in der Kirche, Reinkarnation, Geschichtlichkeit

des Glaubens, Heilender Glaube.

Ein besonderes Gewicht erhalten alle kirchenbezogenen

Inhalte, daneben ist jedoch auch den großen

anderen Religionen je ein Kapitel gewidmet.

Die zugeordneten s/w-Abbildungen sind passend

gewählt und lockern den Text zwar auf, steigern

aber leider nicht die optische Attraktivität.

Das größere Plus bleibt beim Text, der in einfacher

Sprache mittels treffender Beispiele, Vergleiche

und Zitate dem Fragenden solide Auskunft

gibt. Ein zusätzliches Schlagwortverzeichnis

unterstützt das gezielte Suchen.

Für den unterrichtlichen Gebrauch ist das

Buch aufgrund der anderen Zielgruppe nur bedingt

nutzbar, doch z. B. für Lehrkräfte erfüllt es

einen hinreichenden Dienst der theologisch-sachlichen

Vergewisserung und persönlichen Anregung.

Reiner Jungnitsch

Waldenfels, Hans

CChhrriissttuuss uunndd ddiiee

RReelliiggiioonneenn

(Topos plus Tb.; 433). – Kevelaer: TOPOS plus Verlagsgemeinschaft.

2002. 136 S., € 8.90 (ISBN 3-

7867-8433-7)

Es gibt Bücher, die man , wenn man sie gelesen

hat, nicht so einfach aus der Hand legt. Der

Reiz des Lesens stellt sich wieder neu ein. Ein

solch lesenswertes Buch, für einen breiten Leserkreis

geschrieben, hat der emeritierte Bonner

Fundamentaltheologe und Religionsfachmann

Hans Waldenfels vorgelegt. Es ist gleichsam die

Summe seines langjährigen theologischen Schaffens

im Kontext der Religionen. Der Pluralismus

der Religionen fordert uns heute in all unseren

Lebenslagen heraus. Im Religionsunterricht steht

das Thema obenan auf der Wunschliste der Schüler/-innen.

Wie gehen wir konkret mit Menschen

um, die mit uns und unter uns leben, aber einer

fremden Religion angehören? Wie ist das Selbstverständnis

der Religionen zu sich selbst? Welche

Antworten geben wir in Bezug auf den Anspruch

der Religionen der Welt? Fragen über Fragen,

die H. Waldenfels aufgreift und vom Grundsätzlichen

her beleuchtet. Dem Autor kommt es

vor allem darauf an, die alternativen Denk- und

Lebensangebote anderer Religionen zu kennen,

um so gegebene Vorurteile abzubauen. Wer aber

in den Religionendiskurs eintritt, muss sich,

schon um der Redlichkeit seiner selbst und seines

Gesprächspartners willen, sich seines eigenen

Standortes bewusst sein. Hier aber zeigt sich ein

fundamentaler Mangel im christlichen Raum.

Denn angesichts der Verdunstung des christlichen

Glaubens, tendiert die Antwortfähigkeit von

Christen gen Null. Mit der Aussage des Konzils

von Chalkedon (451) „Jesus Christus: wahrer

Mensch und wahrer Gott”, die das ureigentliche

des christlichen Bekenntnisses und seiner Botschaft

zum Ausdruck bringt, haben nicht wenige

Christen ihren Schwierigkeiten. So fordert uns H.

Waldenfels mit Blick auf die Person des gekreuzigten

und auferstandenen Jesus von Nazareth

auf, nach-zudenken, dass die christologische

Aussage von Chalkedon erneut zu einem zentralen

Prüfstein des christlichen Glaubens geworden

ist. Chalkedon ist für die christliche Position existentiell

bedeutsam. Auf diesem Hintergrund, so

H. Waldenfels, ist auch die eigentliche Stoßrichtung

der im Herbst 2000 publizierten Instruktion

der römischen Glaubenskongregation „Dominus

Jesus” angezeigt und zu lesen.

Nachdrücklich weist H. Waldenfels darauf

hin, dass Begegnung der Religionen und Mission

sich keinesfalls ausschließen, auch wenn

nicht selten innerhalb des Diskurses einer Theologie

der Religionen einer Selbstrelativierung

des christlichen Zeugnisses das Wort geredet

wird. Eine Theologie der Religionen aber, die

darum weiß, dass der Wahrheitsanspruch,

grundgelegt in der Person Jesu Christi, der von

sich selbst sagt, dass er der Weg, die Wahrheit

und das Leben ist, wird auf die missionarische

Bezeugung des eigenen Weges unter allen anderen

in der Welt nicht verzichten können.

Zwei Gesichtspunkte sind für H. Waldenfels

für den Gedankengang des Buches und somit für

den Leser von grundlegender Bedeutung: „Es

muss hin- und hergeschaut werden. Auf der einen

Seite stehen gläubig-suchende Christen, auf der

anderen Seite unendlich viele Menschen außerhalb

des Christentums, die ebenfalls suchen und

nicht selten von eigenen Überzeugungen geprägt

sind. Sie miteinander ins Gespräch bringen, ist

nicht zuletzt deshalb wichtig, weil es so viele Aufgaben

gibt, an deren Lösung im vor- und außerreligiösen

gesellschaftlichen Raum die Religio-

nen aufgerufen sind mitzuarbeiten. Denn der Dialog,

der ansteht, beschränkt sich keineswegs darauf,

dass die Religionen sich wechselseitig mit

sich selbst beschäftigen” (S. 9f.).

Das von H. Waldenfels vorgelegte Buch bietet

eine Fülle von Informationen und Argumentationshilfen

für den in unseren Tagen immer wichtiger

werdenden Dialog der Religionen. Das

Buch selbst ist didaktisch vorzüglich gearbeitet.

Der Textfluss wird an ausgewählten Stellen

unterbrochen durch – optisch abgesetzte – markante

Texte aus dem Schriftgut der Religionen,

wie bekannte und weniger bekannte Mandalas

und Zeichen das geschriebene Wort auf nachdenkenswerter

Weise ins Bild bringen. Am Ende

finden sich unter dem „Stichwort: Theologie der

Religionen” eine Problemskizze dieser theologisch

relevanten Disziplin und ein „Kleines Wörterbuch”,

in dem lexikalisch, die im Text vorkommenden

Fremdbegriffe nochmals ausführlich beschrieben

werden.

Für Religionslehrer/-innen und Schüler/

-innen liegt hier eine Veröffentlichung vor, die,

im Religions-, Philosophie- und Ethikunterricht

eingesetzt, mit dazu beiträgt, sich des eigenen

Standortes bewusst zu werden und sich einzulassen

auf das uns zukommend Fremde und Unbekannte.

Hier haben wir eine Fülle von Anregungen,

die, im Unterricht vorgestellt, ein dialogisches

Verstehen und Verständnis von Kulturen

und Religionen fördern. Günter Riße

Gyger, Pia

MMaarriiaa..

TToocchhtteerr ddeerr EErrddee ––

KKöönniiggiinn ddeess AAllllss

Visionen der neuen Schöpfung. Mit Bildern v. Susan

Hermann-Csomor. Mit einem Vorwort von

Leonardo Boff. – München: Kösel-Verlag. 2002.

256 S., € 19.95 (ISBN 3-466-36604-6)

Wer lebensprägend noch Marienwallfahrten

und -andachten erlebt, Hochfeste gefeiert und

Rosenkranz gebetet hat, wird dieses Buch mit

Dankbarkeit, aber auch mit Erstaunen zur

Kenntnis nehmen: Werden hier doch – nach Jahren

marianischer Zurückhaltung und mariologischer

Reserve, zumal in ökumenischer Rücksicht

– all jene Bilder und Symbolaussagen wieder

wachgerufen, die z.B. in der Lauretanischen

Litanei, aber auch in den Mariendogmen und

-festen der Kirche im Zentrum stehen. „Die Mariendogmen

sind eine Einladung, uns nicht nur

auf die Erforschung des unendlich Großen (Makrokosmos)

und die des unendlich Kleinen (Mikrokosmos),

sondern ebenso auf die Erforschung

des unendlich Tiefen, auf die Erforschung

und Erfahrung des grundlosen Grundes

im menschlichen Herzen einzulassen.“ (45).

Von der „zärtlichen Mutter aller unerlösten

Schöpfung“ ist die Rede, von Maria als „Königin

des Friedens“, als „Braut des Auferstandenen“

und „Wegbereiterin universeller Transformation“,

„Leitbild für die Entwicklung

menschlichen Potentials“. Wie in den Marien-


Enzykliken und – gebeten von Pius XII. oder Johannes

Paul II. werden hier Bilder Mariens meditiert,

freilich mehr mit therapeutischer Einfühlung

und im Interesse bloß humanistischer Psychologie:

Gottesgebärerin, Ewig-Jungfrau, Unbefleckt

Empfangene, mit Leib und Seele zum

Himmel Erhobene. Was die europäische und lateinamerikanische

Volksfrömmigkeit über Jahrhunderte

hin ausgestaltet hat, wird hier – eher

romantisch, esoterisch und für die Gebildeten

unter den Verächtern der Marienverehrung –

schöpferisch neu entfaltet. So entstehen teilweise

poetisch sehr gelungene und spirituell dichte

Texte – etwa über „die Stationen des Kreuzweges

im Leib der Menschheit“ oder über die in

Marias „mütterlicher Liebe erlösten Schattenreiche“.

Sympathisch berührt das durchweg positive

Denken, dem Evangelium gemäß. Im Stil

prophetischer Gottesrede lässt die Autorin –

Psychotherapeutin und Zen-Meisterin in der

Leitung des St. Katharina-Werkes in Basel – ihre

ökosophische Gesamtschau vom göttlichen

Ich verkünden: „eins und alles“, Manifest seiner

All-Versöhnung von allem und jedem (durchaus

auf der Spur der Hymnen des jungen Teilhard de

Chardin). Die Mischung von biographischen

und reflexiven Aussagen, von therapeutischen

und (tiefen-) ökologischen Perspektiven, von feministischen

und interreligiösen Optionen ist

einladend und anregend. Natürlich werden auch

die Aussagen des Neuen Testamentes und der

christlichen Tradition benannt und wenigstens

teilweise meditiert – aber eine stringente Methode,

die die assoziative Zusammenstellung der

Texte auch argumentativ nachvollziehbar machen

würde, fehlt.

Dass – um nur dieses Beispiel zu nennen –

die Mariendogmen stets streng anthropologisch

und soteriologisch auszulegen sind, also den

Zusammenhang von Heil und Heilung für

Mensch und Welt in den Blick nehmen, ist

längst zentral für jede Dogmenhermeneutik und

Kirchenpraxis; dass sie aber gleichermaßen

christologisch, also auf das Geheimnis Jesu und

die Wirklichkeit Gottes hin, zu entfalten bleiben

– erst so kommt das spezifisch Christliche

ganz zur Geltung –, bleibt in diesem Buche unterbestimmt.

Zudem wüsste ich gerne Genaueres

über das hier leitende Bild von Frau und

Mann – ist doch ein Grund für die Verkümmerung

der Marienverehrung die Feminisierung

des Gottesglaubens in der Männerkirche, also

ein unerlöster Geschlechterdualismus mit entsprechender

Marienprojektion. Intuitive Assoziation

und überschwengliche Betroffenheit geben

in diesem großzügig gestalteten Buch den

Ton vor. Auch die Bebilderungen – von Kunst

lässt sich leider nicht sprechen – bleiben in einer

symbolisierenden, psychologisierenden

Binnenwelt, (für mich) haarscharf am Rande

des Kitsches. Leonardo Boff (der schon 1982

die abenteuerliche These vertreten hatte, dass

der Heilige Geist sich so mit Maria verbunden

habe wie der göttliche Logos mit Jesus) schreibt

in seinem empfehlenden Vorwort, dass es ein

Glück sei, dass hier eine religiös und therapeutisch

tief erfahrene Nicht-Theologin schreibe;

dadurch würde die Gefahr des theologischen

Rationalismus und einer bloßen Verkopfung

vermieden und die Tiefenstruktur gerade auch

kirchlicher Überlieferungen reicher und glaubwürdiger

aktualisiert. Muss aber solches Bemühen

um Ganzheitlichkeit auf Kosten der theologischen

Reflexion und des historischen-kritischen

Umgangs mit Bibel und Tradition geschehen?

Die Bewertung des Buches wird also

je nach Standpunkt schwanken zwischen Begeisterung

und Entsetzen: für die einen (wie

den Klappentext des Verlages) eine „mitreissende

Vision“ und „atemberaubende Sinndeutung“,

gewiss eine beeindruckende und anregende

Übersetzungsleistung – für andere eine

theologisch leichtgewichtige, gnostisierende

Sophiologie ohne politischen Praxisbezug –

stromlinienförmig und marktgerecht im Zeitgeist

postmoderner Nachkirchlichkeit. Die für

die frühe Christenheit lebensentscheidende

Auseinandersetzung mit esoterischen Synkretismen

steht offenkundig heute wieder auf der

Tagesordnung. Dazu grenzüberschreitend beizutragen

und wichtige Fragen der Unterscheidung

hervorzurufen, ist ein Verdienst dieses anregenden

Buches. Gotthard Fuchs

Heuser, August / Nessler,

Nikolaus A.

FFrraannkkffuurrtteerr

KKiinnddeerrddoommffüühhrreerr

– Frankfurt: Druckerei Henrich. 2001. 16 S., 20 teils.

farb. Abb., € 5.00 (ISBN 3-821606-44-6)

Ein gewichtiges Buch wird dem Kind in die

Hand gegeben: Mit ca. 300 g hat der Frankfurter

Kinderdomführer ein recht hohes Gewicht und

mit knapp DIN A 4-großen Seiten im Querformat

eine unhandliche Größe. Die Erwartung, dass der

stabile Karton und die Spiralheftung der besseren

Handhabung bei Rätsel-, Mal- oder Fragespielen

dienen sollen, bleibt im wesentlichen unerfüllt.

Völlig unklar ist, warum immer nur eine Seite bedruckt

ist, die Rückseite aber frei bleibt.

Meist widmet sich jede der 16 Seiten einem

bestimmten Ausstattungsstück im Dom, das

durch ein Foto mit Bildnummer dem gleich daneben

befindlichen fließenden Text zugeordnet und

dessen Standort durch einen roten Punkt im stets

wiederkehrenden Kirchengrundriss aufzufinden

ist – vorausgesetzt, jemand erklärt dem Kind die

abstrakte Zeichnung und den Umgang mit einem

Grundriss als Lageplan. Auf die Architektur und

den Baustil wird nicht eingegangen.

Die Auswahl des jeweiligen Formats und der

Schwarzweiß- oder Farbausführung der Fotos

ist nicht immer überzeugend.

Inhaltlich gibt der Frankfurter Kinderdomführer

durchaus Hilfestellung, wie manche Darstellungen

und Anordnungen im Kirchenraum in

einfacher Sprache zu vermitteln sind – wenn

auch gelegentlich etwas stark vereinfacht (z.B.

Dieser Ort hießt deshalb Chor, weil dort während

der Messe die Sänger standen.“)

Eine kindgerecht Ansprache ist jedoch nicht

immer gelungen: Der Tonfall ist meist recht dozierend

und selbstgefällig, mitunter sogar kommandierend.

Und die Anrede „Liebes Mädchen,

lieber Junge“ erinnert an die Schulfibeln

unserer Eltern und Großeltern. Vor allem aber

fehlt das Angebot des Selbstentdeckens und

kreativen Gestaltens bis auf je eine Ausnahme.

Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von

Wissen.

Die Idee, eine Leitfigur mit auf den Weg zu

geben, ist gut und bewährt. Schade ist nur, dass

der kindliche Besuch ihr nirgends im Dom begegnen

wird – außer indirekt auf einem Hinweisschild.

Ansonsten schwirrt das fiktive Mädchen

aus dem Grab recht unmotiviert durch das

Buch und wird willkürlich „Thekla“ genannt.

Ihr Ausmalbild lässt wenig Spielraum für Kreativität

und Phantasie.

Die unvorteilhaften Schwarzweißfotos des

Grabfundes lassen den Schatz der „Thekla“ – entgegen

der Behauptung im Text – nicht gerade

spektakulär erscheinen. Zudem verweist die zwei

Seiten lange Ausführung auf das Museum, bezieht

sich also nicht auf die unmittelbare Wahrnehmung

vor Ort und ist leider auch nicht an geeigneter

Stelle als Spur in ein neues Abenteuer angelegt.

Sehr gelungen und lesenswert sind die Ausführungen

über den „Maria-Schlaf-Altar“, vor allem

durch den Hinweis auf Parallelen zu unserem

heutigen Sprachgebrauch. Ebenfalls gut gelöst ist

der Umgang mit schwierigen Themen wie z. B.

die kindgerecht Erklärung des Reliquienkultes

am Beispiel der Schädelreliquie des Apostels

Bartholomäus und die Wiedergabe der Vita des

Märtyrers an separater Stelle (hier auf der Rückseite

des Buches). Diese Gelegenheit zur Vertiefung

spezieller Themen, von Darstellungen oder

Details, hätte häufiger genutzt werden dürfen

(– es gäbe ja genügend freie Rückseiten!). Leider

beschränkt sich der Autor häufig auf die bloße

Aufzählung der Figuren, nur gelegentlich werden

diese kurz und gut erklärt wie z. B. Nikodemus,

Maria von Magdala und Longinus. Hinweise auf

die Bedeutung des Bildprogramms fehlen völlig,

so leider auch beim Nordportal.

Lobenswert ist das Bemühen, auf die Veränderungen

des Kirchenbaus und seiner Ausstattung

aufmerksam zu machen. Dazu gehören

die wechselvolle Geschichte mancher Altäre im

19. Jh., die Darstellung der Zerstörungen durch

den 2. Weltkrieg oder der Hinweis auf die modernen

Fenster der Wahlkapelle, zu denen auch

eine Bibelstelle zitiert wird. Die Geschichte der

historischen Bedeutung der Wahlkapelle und

der Politik für den Frankfurter Dom wird anschaulich

und überzeugend vermittelt.

Schließlich klingt die Einladung zum Gottesdienst

ehrlich und unaufdringlich. Und die Aufforderung

zur Suche nach dem Wappen der Familie

Frosch ist genau so, wie man es sich in einem

Kirchenführer für Kinder wünscht. Insgesamt

aber wird dem kindlichen Bedürfnis nach

Entdeckungen und der Löcher-in-den-Bauch-fragenden

Neugier, die aus seiner unmittelbaren

Wahrnehmung und Beobachtung resultiert, zu wenig

Rechnung getragen. Annette Grundmeier

INFORMATIONEN 32 2/2003

LITERATUR & MEDIEN

147


INFOS & AKTUELLES

148

Zur Person

„Doppelspitze“ im Amt für kath. Religionspädagogik

im Bezirk Main-Taunus

Seit 1. August 2002 teilt sich Christiane

Krüger-Blum zusammen mit

Wolfgang Bentrup die Leitung des in

Hofheim ansässigen Amtes für katholische

Religionspädagogik im Bezirk

Main-Taunus. Wolfgang Bentrup, der

das Amt bisher alleine leitete, reduziert

seinen Stellenumfang auf eigenen

Wunsch um die Hälfte.

Krüger-Blum studierte an der Johann

Wolfgang von Goethe-Universität

Frankfurt das Lehramt für Grundschulen;

ihr Referendariat absolvierte

sie im Anschluss in Wiesbaden. Daran

schloss sich 1997 der Vorsitz des BDKJ

in der Diözese Limburg an. Von 1998

bis 2001 war sie Jugendbildungsreferentin

im Bezirk Main-Taunus.

Im Amt für katholische Religionspädagogik

ist Christiane Krüger-Blum

schwerpunktmäßig für die Aus- und

Fortbildung der Religionslehrer/-innen

zuständig. Neben ihrer neuen Tätigkeit

im Amt unterrichtet sie kath. Religion

an einer Gesamtschule im Main-Taunus-Kreis.

Krüger-Blums große Leidenschaft

gilt dem Theater. Seit Jahren spielt sie

im Improvisationstheater bei der Wiesbadener

Gruppe „Subito!“. Neben dem

eigenen Spielen leitet sie Kurse und

Workshops rund ums Theater. Für Anfragen

zum Thema Theater, Schule,

Gemeinde, Jugendgruppe usw. steht sie

gerne zur Verfügung. MR

Am 1. April 2003 feierte Gisela

Roos, Sekretärin im Amt für katholische

Religionspädagogik Westerwald, ihr

25-jähriges kirchliches Dienstjubiläum.

Johann Wolfgang Goethe-Universität,

Frankfurt am Main

Im April 2002 wurde Professor Dr.

Bernd Trocholepczy auf den Lehrstuhl

INFORMATIONEN 32 2/2003

für Religionspädagogik und Mediendidaktik

an der Johann Wolfgang Goethe-Universität,

Frankfurt am Main, berufen.

Geboren 1952, hat er nach seinen

Studien an der Ruhr-Universität in Bochum

und der Albert-Ludwigs-Universität

in Freiburg (Abschluss: Dipl.-

Theol.) 1979 sein Erstes Staatsexamen

für das Lehramt an Gymnasien (Katholische

Religionslehre, Deutsch) abgelegt.

Weitere Stationen seiner Tätigkeit

waren: 1980-1984 Wissenschaftlicher

Assistent am Arbeitsbereich Fundamentaltheologie

und Christliche Religionsphilosophie

an der Universität

Freiburg, 1984-1990 Persönlicher Referent

des Bischofs von Aachen, Prof.

Dr. Klaus Hemmerle, 1990-1997 Akademischer

Rat am Arbeitsbereich für

Pädagogik und Katechetik der Universität

Freiburg. Nach der Promotion

(1991) und Habilitation (1996) hatte er

von 1997-2002 die Professur für Praktische

Theologie an der Universität

Hannover inne.

Als seine Arbeitsschwerpunkte in

Frankfurt bezeichnet Prof. Trocholepczy

die Bereiche: Neue Medien und

Religionsunterricht; Kinder- und Medienreligion;

Ökumenische Religionspädagogik;

Erarbeitung eines Konzeptes

„Personale Religionsdidaktik“;

Aufbau eines Studienganges „Religion,

Kirche, Medien“.

2002 begann auch Dr. Gabriele

Theuer ihre Tätigkeit als Wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Lehrstuhl

für Religionspädagogik in Frankfurt

am Main. An der Universität Bamberg

hatte sie zunächst ein Studium für das

Lehramt an Grundschulen mit der Fächerkombination:

Katholische Theologie

(Wahlfach), Mathematik, Geschichte

und Kunst (Didaktikfächer)

1989 mit dem Ersten Staatsexamen

und das Referendariat an einer Grundund

Hauptschule 1991 mit dem Zweiten

Staatsexamen abgeschlossen. Daran

schloss sich 1991-1998 ein Studi-

um der Katholischen Theologie an der

Eberhard Karls-Universität in Tübingen

an, das sie mit der Promotion im

Fach Altes Testament abschloss. Seit

1994 ist Frau Dr. Theuer als Freie Mitarbeiterin

im Katholischen Bibelwerk,

Stuttgart, als Referentin in Fortbildungsveranstaltungen,

auch für Religionslehrer/-innen,

mit Vorträgen sowie

als Autorin verschiedener Publikationen

und Artikel zu biblischen

Themen tätig. Dabei ist sie (Mit-)Herausgeberin

der Reihe „FrauenBibel-

Arbeit“ und eines neuen Bibelkurses

„Männer, Frauen und die Bibel“ (beide:

Verlag Katholisches Bibelwerk).

Ab dem Sommersemester 2003 wird

sie auch eine Lehrveranstaltung „Einführung

in das Alte Testament“ an der

Justus-Liebig-Universität in Gießen

übernehmen.

Seit Oktober 2002 ist Clemens

Bohrer M.A. ebenfalls als Wissenschaftlicher

Mitarbeiter im Fachbereich

Katholische Theologie der Universität

Frankfurt am Main tätig. Geboren

1973 besuchte er zunächst das

Gymnasium in Wadersloh, unterbrach

diese Schulzeit für eine Ausbildung als

Heizungsbauer, um 1995 sein Abitur in

Wadersloh abzulegen. An der Universität

Tübingen studierte er von 1995-

2002 die Fächer Philosophie (Hauptfach),

Katholische Theologie und Latein

(Nebenfächer) und absolvierte den

Magisterstudiengang. Nach Praktika

bei der Bertelsmann Stiftung im Bereich

Medien in Gütersloh und an der

Katholischen Akademie in Berlin werden

in Frankfurt seine Aufgabenschwerpunkte

sein: Didaktik der neuen Medien;

Aufbau des Bereiches „Neue Medien“,

insbes. Entwicklung einer Lernumgebung

für seminarbegleitende

e-learning-Module; Mitarbeit bei der

Errichtung eines Studienganges „Religion,

Kirche, Medien“ in Kooperation

mit verschiedenen Fachbereichen; Betreuung

des Webauftritts. B.M.


Dr. August Heuser zum Museumsdirektor

ernannt

Dr. August Heuser, Oberkustos im

Dommuseum in Frankfurt am Main, erhielt

am 7. April 2003 die Ernennungsurkunde

zum Dommuseumsdirektor.

Überreicht wurde sie von Dr. Eckhard

Nordhofen, dem für die Museen zuständigen

Dezernenten des Bistums.

Dr. Heuser wurde 1949 in Frankfurt

geboren. Er studierte Theologie, Germanistik,

Pädagogik und Kunstge-

schichte. Die bisherigen beruflichen

Stationen des neuen Direktors waren

die Leitung des Referates Kunst und

Kultur bei der Katholischen Akademie

der Diözese Rottenburg-Stuttgart und

die Leitung des Kulturreferates der

Deutschen Bischofskonferenz.

Er betreut das Dommuseum seit

nunmehr drei Jahren, in denen er besonders

durch die Kooperation mit

dem Ikonen-Museum, zuletzt durch

die Ausstellung „Der Glanz des christlichen

Orients“ hervorgetreten ist.

Coole Jungs und ein schmunzelnder Engel

Eine lange graue Mauer. Dann endlich

das Tor – der Eingang zur Philosophisch-Theologischen

Hochschule

Sankt Georgen. Und plötzlich ist da ein

kleiner Park, durch den sich schmale

Wege zu weißen und lachsfarbenen Gebäuden

schlängeln. Studenten stehen

herum, lachen, manche rauchen. Vielleicht

ist es hier gar nicht so „heilig“,

weltfremd und grau, wie das mancher

wohl von einer theologischen Hochschule

erwarten würde?

Um das herauszufinden, sind mehr

als 180 Schüler und andere Interessierte

zu einem „Schnuppertag“ gekommen.

Nachdem sie über den Campus

und durch die Bibliothek geführt worden

sind, Vorlesungen mitgehört, eine

Messe besucht und gemeinsam zu Mittag

gegessen haben, sitzen sie nun Lehrern,

Mitarbeitern und Studenten der

Hochschule gegenüber, die ihnen Sinn

und Zweck der Ausbildungsstätte näherbringen

möchten.

Aber nicht nur die Jesuiten von Sankt

Georgen wollen Interesse am Studienfach

Theologie wecken. Auch der Dekan

und der Studiendekan des Fachbereichs

Katholische Theologie der Frankfurter

Universität haben sich jüngst mit Schülern

zusammengesetzt. In einem großen

Raum mit den typischen hohen Decken

der Gebäude am Campus Westend haben

sie Tische und Stühle zusammengeschoben.

Nähe soll entstehen, zwischen ihnen

und den etwa 30 Schülern, die nach Vor-

lesungsbesuch, Bibliotheksführung und

Mitarbeit in einem Seminar nun alle

noch weiteren Fragen loswerden sollen.

Sie erfahren zum Beispiel, dass ein

Schwerpunkt des Fachbereichs in der

Auseinandersetzung mit Christentum in

anderen Kulturkreisen liegt. In jedem

Jahr doziere ein Gastprofessor aus einem

fremden Land, erläutert Dekan Thomas

Schreijäck. Die potentiellen Theologie-

Studenten um den Tisch nicken interessiert.

Besucher jenseits des Klischees

Auf dem Podium in Sankt Georgen

hat jeder Teilnehmer drei Minuten Zeit,

sein Themen- oder Aufgabengebiet zu

präsentieren. Worte wie Exegese, Mentorat

oder Dogmatik sind dabei manchen

der „schnuppernden“ Gäste sicher

nicht geläufig. Trotzdem hören alle Jugendlichen

zu. Manche mit nach oben

gegelten oder bunt gefärbten Haaren,

manche in einer viel zu großen, aber

um so cooleren Jacke, den Arm lässig

auf die Schulter des Nachbarn gelegt.

Natürlich sind auch die vertreten, die

ein bisschen brav aussehen, die ins Klischee

des „typischen Kandidaten“ für

ein Theologiestudium passen.

Ähnlich unterschiedlich sind die

Patres auf dem Podium: Einer sitzt kerzengrade,

gibt sehr präzise Antworten;

ein anderer scherzt viel; Hochschulrektor

Pater Helmut Engel schmunzelt in

Dem Dommuseum kommt auch im

Zusammenhang mit dem geplanten

Umbau des „Hauses am Dom“, das gemeinsam

mit dem Museum für Moderne

Kunst genutzt werden wird, eine besondere

Bedeutung zu. Dr. Heuser

sieht neben der Pflege und Präsentation

des antiquarischen Bestandes von

Schatzkammern und Museum in der

Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen

Kunst seine besondere Herausforderung.

sich hinein. Allen gemeinsam ist, dass

sie sich Zeit und ihr Gegenüber ernst

nehmen. Keine Frage wird übergangen

oder abgetan. Ernst in der Sache, aber

in humoristischer Form werden die Anliegen

der Hochschule und der Gäste

besprochen.

An der Universität bringen Dekan

und Studiendekan ebenfalls Licht ins

Dunkel: Die Schüler erfahren, dass

Theologie hier nicht durch spirituelle

Erfahrungen, sondern mit wissenschaftlicher

Arbeit erschlossen werden

soll. Dabei dürfe aber die menschliche

Komponente nicht zu kurz kommen,

betont Studiendekan Bernd Trocholepczy:

„Wir sind für Sie da, wenn Sie

uns brauchen.“ Außerdem verstehe

sich die Fakultät als Service-Einrichtung,

es gelte also nicht: „Wer zu uns

kommen will, muss anklopfen.“

Menschliche Wissenschaft

Die „Schnupperer“ sind dementsprechend

angetan. Daniela Palazzo,

die in diesem Jahr ihr Abitur macht,

fühlt sich wohl im Fachbereich Katholische

Theologie: „Hier herrscht eine

sehr persönliche Atmosphäre.“ Außerdem

sei dieser „Schnuppertag“ eine angenehm

kleine und dadurch überschaubare

Veranstaltung gewesen. In Sankt

Georgen grinst einer der Jungen mit den

zu großen Jacken: „Es gab schulfrei für

die Besichtigung, also war sie gut – aber

INFORMATIONEN 32 2/2003

INFOS & AKTUELLES

149


INFOS & AKTUELLES

150

jetzt gefällt es mir hier auch.“ Sein zum

Lachen bereites Gesicht würde sowohl

nach Sankt Georgen als auch an die

Universität passen, wo Wissenschaft

ernst genommen und gleichzeitig mit

erfrischender Menschlichkeit vermittelt

zu werden scheint.

Der Katholische Religionsunterricht

ist bei Schülern, Eltern und Lehrern beliebt.

Dafür sprechen auch die geringen

Abmeldezahlen der Schülerinnen und

Schüler vom Religionsunterricht. Sie liegen

bundesweit unter 5 Prozent, so der

neue Fachbericht „Zur Situation des Katholischen

Religionsunterrichts in der

Bundesrepublik Deutschland“, der am

18. März 2003 von der Kultusministerkonferenz

(KMK) in Berlin vorgestellt

wurde. Der Bericht wurde vom Sekretariat

der KMK in Abstimmung mit

dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz

erstellt und schreibt

den Vorgänger-Bericht von 1992 fort.

Erstmals bezieht er auch die neuen

Länder ein.

Probleme gibt es beim Religionslehrernachwuchs.

Der Bericht stellt

fest: „Aufgrund der Altersstruktur der

Religionslehrerschaft und der niedrigen

Zahl der Theologiestudierenden ist

in den nächsten Jahren mit einem Mangel

an Fachlehrern und in der Folge mit

einer Verschlechterung der Unterrichts-

INFORMATIONEN 32 2/2003

Eine Studentenvertreterin an der Jesuiten-Hochschule

fasst ihre Erfahrungen

für die Besucher mit dem Zitat einer

Kommilitonin zusammen: „Hier

kommt keiner so raus, wie er reingekommen

ist.“ Ihrem Gesichtsausdruck

nach meint sie das im positivsten Sinn.

versorgung zu rechnen. Dies trifft insbesondere

für die Berufs- und Sonderschulen,

aber auch für die Schularten

des Sekundarbereichs I zu.“

Neben den wichtigsten Rechtsbestimmungen

und Erlassen in den Ländern

informiert der Fachbericht über

die Unterrichtsversorgung. Vor allem

in den Berufs- und Sonderschulen sei

der Stundenausfall schon jetzt beträchtlich

und betrage in vielen Regionen

50 Prozent und mehr. Daran sei

nicht nur der Lehrermangel schuld. „Oftmals

werden Religionslehrer so stark in

ihrem anderen Fach eingesetzt, dass sie

nur wenige Stunden Religionsunterricht

erteilen können“, erläuterte der

Vorsitzende der Kommission für Erziehung

und Schule der Deutschen Bischofskonferenz,

Weihbischof Engelbert

Siebler (München und Freising),

bei der Vorstellung des Berichts. „Wir

stehen somit vor der paradoxen Situation,

dass immer mehr Religionslehrer

immer weniger Religionsunterricht erteilen.“

Beruhigend fügt sie noch hinzu: „Und

an die Mauer gewöhnt man sich auch

irgendwann.“ Annette Gosewinkel

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung

aus: © Frankfurter Allgemeine

Zeitung, 04.02.2003, Nr. 29, S. 50

Neuer Fachbericht der Kultusministerkonferenz zum

Katholischen Religionsunterricht

Sonderheft „Bibeljahr 2003“ – Suchen. Und Finden

„Suchen. Und finden. 2003. Das Jahr

der Bibel“ heißt das Leitwort, unter

dem die Kirchen im laufenden Jahr das

Buch der Bücher wieder stärker ins öffentliche

Bewusstsein stellen wollen.

Aus diesem Anlass hat die Katholische

Nachrichten-Agentur (KNA) eine Vielzahl

von Beiträgen zusammengestellt,

die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln

mit der Heiligen Schrift ausei-

nandersetzen. Doch trotz der Fülle der

Themen kann auch diese – teilweise bebilderte

– Sonderpublikation nur eine

kleine Auswahl sein. Schließlich geht

es in ihr um nicht mehr oder weniger als

um die meistgelesene und wichtigste

Schrift der vergangenen 2000 Jahre.

Die bebilderte DIN A4-Broschüre

kostet pro Exemplar 7,70 € bei E-Mail-

Versand (inkl. 7 % Mehrwertsteuer)

Der Fachbericht gibt auch Auskunft

über die Bekenntnisgebundenheit des

Religionsunterrichts, die Stundentafeln

und Belegverpflichtungen in den verschiedenen

Schularten. Er beschreibt

die Grundsätze und Ziele des Katholischen

Religionsunterrichts und stellt

die Formen der kirchlichen Mitverantwortung

und Mitwirkung dar.

Der Fachbericht ist im Internet unter

www.kmk.org veröffentlicht.

Pressemitteilung der DBK.

und 9,90 € bei Postversand (inkl. 7 %

Mehrwertsteuer und Versandkosten).

Mengenrabatt auf Anfrage.

Bezugsadresse: Katholische Nachrichten-Agentur

GmbH, Adenauerallee 134,

53113 Bonn, E-Mail redbonn@kna.de.


Bibel Weltweit in 2.303 Sprachen

Weltweit gibt es biblische Schriften

nach Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft

(DBG) in 2.303 Sprachen.

Im vergangenen Jahr seien 16 Sprachen

neu hinzugekommen, teilte die Bibelgesellschaft

in Stuttgart mit. Die meisten

Übersetzungen liegen in Afrika vor.

Dort ist die Bibel in 647 Sprachen zu

„Mit der Bibel groß werden“

„Mit der Bibel groß werden“ heißt

das vom Borromäusverein herausgegebene

Buch. In ihm werden Kinderauswahlbibeln

kritisch bewertet sowie auf

Bibelbilderbücher und Bibelcomics

hingewiesen.

Den Hauptteil des Bandes bildet der

Beitrag von Herbert Stangl. Nach einführenden

Bewertungsüberlegungen

stellt er auf der Grundlage seiner intensiven

Auseinandersetzung mit der Thematik

18 Kinderbibeln vor. Dabei geht

er auf Besonderheiten der jeweiligen

Textfassungen, auf die Entstehung der

Titel, auf erkennbare Traditionen und

in besonderer Weise auf die Illustrationen

ein. Die Besonderheit des Beitrages

von Stangl besteht darin, dass zu

seinen Ausführungen die angesprochenen

Illustrationen vierfarbig abgebildet

werden. In Stangls Beitrag stehen die

Illustrationen zu den zentralen und in

zahlreichen Kinderbibeln aufgenommen

Themen „Noah und die Sintflut“

und „Das Gleichnis vom barmherzigen

Vater“ im Mittelpunkt.

In Ergänzung zu diesem umfangreichen

Beitrag hat sich die Religionspädagogin

Astrid Frey, mit der Frage

auseinandergesetzt, wie Bibelbilderbücher

für Kinder z.B. im Kindergarten,

in der Grundschule und in der Gemeindearbeit

eingesetzt werden können. An

den Beispielen „Schöpfung“ und „Ostern“

stellt sie einige grundsätzliche

Wissenswertes zur Bibel

Herausgegeben von der Deutschen

Bibelgesellschaft und dem Katholischen

Bibelwerk e.V. ist zum Jahr der

Bibel unter dem Reihentitel „Wissens-

theologische Überlegungen vor und

skizziert an einigen ausgewählten Titeln

Umsetzungsmöglichkeiten: Welche

Fragen können gestellt, wie kann

das Interesse von Kinder (und Erwachsenen)

geweckt werden?

Das besondere Verhältnis von Texten

und Bildern in Comics behandelt

Rolf Pietsch. Nach einigen Schlaglichtern

auf die Entwicklung religiöser Bildergeschichten,

werden empfehlenswerte

Titel und Bewertungskriterien

genannt.

Mit einem Posterset „Mit der Bibel

groß werden“ legt der Borromäusverein

ein zweites Angebot zum Bibeljahr

vor. Es besteht aus 6 Postern mit jeweils

vier Illustrationen (Format etwa

70 x 100 cm, vierfarbig), die in gängigen

Bilderrahmen gut präsentiert werden

können. Drei Poster widmen sich

der Noah Geschichte und drei weitere

bieten Illustrationen zum barmherzigen

Vater. Es ist schon spannend zu sehen,

wie sich die unterschiedlichen Künstler

in den vergangenen 20 Jahren mit diesen

biblischen Texten auseinandergesetzt

haben. Dies betrifft sicher zum einen

die Illustrationsstile und zum anderen

die unterschiedlichen Situationen,

die sie zur Darstellung bringen. Ist es

die Sorge um den ungestümen oder die

versöhnende Haltung gegenüber dem

„braven“ Sohn? Ist es das Geschehen in

der Arche oder kommt eher die Ein-

wertes zur Bibel“ eine kleine Broschürenreihe

erschienen, die kompetent,

kompakt und anschaulich Antwort auf

Fragen rund um die Bibel geben will.

lesen. Gesamtausgaben existieren laut

DBG in 405 Sprachen, das Neue Testament

in 1.034 und einzelne biblische

Bücher in 864 Sprachen.

samkeit von Noahs Familie mit den

Tieren in der Arche inmitten der Flut

zum Ausdruck?

Beide Produkte zum Bibeljahr 2003

verfolgen das Ziel, praxisnahe Arbeitsmaterialien

anzubieten, die auch über die

Aktionszeit hinaus noch Bestand haben

können. Die Bewertungskriterien für Bibeln

und Comics gelten sicher auch für

Titel, die erst in Zukunft erscheinen werden.

Die Anregungen zum Einsatz mit

Bilderbüchern kann man leicht auf biblische

Kinderbücher zu anderen Themenbereichen

übertragen.

(Auszugsweiser Nachdruck mit

freundlicher Genehmigung des Borromäusverein

e.V. Bonn aus KÖB, Heft

4/2002, S. 46-47)

Literatur (Auswahl)

Frey, Astrid/Pitsch, Rolf/Stangl, Herbert: Mit der Bibel

groß werden. Kinderbibeln im Vergleich. – Bonn: Borromäusverein

e.V. 2002. 120 S., durchgehend vierfarb. ill.,

Format DIN A 4, € 10.00 (bv-Medien-Nr.: 535 563)

Mit der Bibel groß werden. Posterset. – Bonn: Borromäusverein

e.V. 2002. 6 Poster. Format 70 x 100 cm, vierfarbig.

Verpackt in Rolle, € 15.00 (bv-Meiden-Nr. 535 569)

Bestellung für beide Materialien [jew.

zzgl. Porto]: Borromäusverein e.V., Postfach

12 67, 53002 Bonn; www.borro.de

Jedes Heft umfasst 40 Seiten mit zahlreichen

Illustrationen.

Preis je Heft 1.00 €.

INFORMATIONEN 32 2/2003

INFOS & AKTUELLES

151


INFOS & AKTUELLES

152

Nr. 1: Empfehlenswerte Kinderbibeln

vorgestellt von Maike Lauther-

Pohl und Anke Vogt. – 2002.

(ISBN 3-438-06613-0)

Nr. 2: Basiswissen Bibel. Eine kurze Einführung

in das Buch der Bücher. –

2002. (ISBN 3-438-06614-9)

INFORMATIONEN 32 2/2003

Nr. 3: Einführung in das Alte Testament.

Seine Entstehung und seine

Schriften von Siegfried Herrmann.

– 2002. (ISBN 3-438-

06615-7)

Nr. 4: Einführung in das Neue Testament.

Seine Entstehung und seine

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2003

Armin Greder (60), Autor und Illustrator

aus der Schweiz, erhält den

mit 5.000,00 EUR dotierten Katholischen

Kinder- und Jugendbuchpreis

2003. Mit der Auszeichnung, die die

Deutsche Bischofskonferenz in diesem

Jahr zum 14. Mal verleiht, wird

sein Bilderbuch „Die Insel“ gewürdigt.

Das im Düsseldorfer Verlag „Sauerländer“

erschienene Buch wurde unter

302 Publikationen aus 66 Verlagen

ausgewählt. Der Preis wurde am

Im Dienst der Kirche

Mit dem Segen und guten Wünschen

zu ihrem Auftrag endete am

16. Mai 2003 die feierliche Verleihung

der Missio Canonica an 35 Religionslehrerinnen

und Religionslehrer durch

Generalvikar Dr. Geis. Die kirchliche

Sendung im Rahmen einer Eucharistiefeier,

die von den Lehrerinnen und

Lehrern musikalisch mitgestaltet wurde,

bildete den Abschluss und Höhepunkt

der Missio-Tagung des Dezernats

Schule und Hochschule.

Lehrerinnen und Lehrer jeder

Schulart waren vertreten. Sie erteilen

katholischen Religionsunterricht in

der Diaspora oder in katholischen Gegenden,

in Klassen mit einem großen

Anteil verschiedener Nationen und unterschiedlicher

Lernniveaus, in Schulen

mit städtischem oder eher ländlichem

Gepräge.

Trotz aller Unterschiede wurde in

der Tagung und der gemeinsamen Begegnung

in Limburg eines deutlich:

19. März in München verliehen. Greder

hat eine Lehre als Bauzeichner absolviert.

Von 1971 bis 1998 lebte er in

Australien und war dort auch als Lehrer

an der Universität Brisbane tätig.

Das Buch schildert, wie die Bewohner

einer Insel einen fremden Mann am

Strand finden und ihn nur widerwillig

bei sich aufnehmen. Schließlich setzen

sie den Fremden auf sein Floß und

schieben ihn aufs Meer zurück. Sie

verbrennen das Boot des Fischers und

Missionarisch, beauftragt und gesendet,

im festen Bewusstsein um den eigenen

Standort und die Aufgabe, sollen

und wollen die Religionslehrerinnen

und Religionslehrer ihren nicht immer

einfachen Dienst erfüllen. In seiner

Predigt verwies Generalvikar Dr. Geis

auf das Leben des heiligen Johannes

Nepomuk, den Tagesheiligen der Aussendungsfeier:

Sein Zeugnis und seine

bildhafte Bedeutung als „Brückenheiliger“

können Orientierungen für einen

gelungenen Religionsunterricht sein:

Wie Nepomuk sind Religionslehrerinnen

und Religionslehrer Zeugen für unseren

Glauben, gerade im schulischen

Lebensraum, sowie Brückenbauer zwischen

den jungen Menschen, Kollegen

und Kolleginnen wie auch Eltern.

Nicht zuletzt wurden aber auch offene

Fragen thematisiert, die aus der

Sicht und momentanen Entwicklung

der Kirche nicht ohne Interesse sein

dürften: Z.B. die Frage der Zusammen-

Schriften von Walter Klaiber. –

2002. (ISBN 3-438-06487-X)

Nr. 6: Deutsche Bibelübersetzungen. Das

gegenwärtige Angebot – Information

und Bewertung von Hellmut

Haug. – 2002. (ISBN 3-439-

6618-1).

fassen einen radikalen Entschluss:

Niemals mehr wollen sie Fische essen,

die aus dem Meer kommen, das ihnen

den Fremden gebracht hat. Fortan umgibt

eine hohe Mauer die Insel. Greder

sei eine packende und eindringliche

Geschichte gelungen, die zeige, dass

die Ausgrenzung von Fremden negative

Auswirkungen auf die Gesellschaft

habe, die sich von ihren Ängsten beherrschen

lasse, erklärte die Jury.

Religionslehrer/-innen als Zeugen und Vermittler im schulischen Lebensraum

arbeit von katholischen Religionslehrkräften

und den Gemeinden am Ort;

besonders wurde hier auf die Bedeutung

der Ämter für katholische Religionspädagogik

hingewiesen, wo nicht

selten Begegnungen zwischen dem

pfarreilichen und schulischen „Kirchenpersonal“

stattfinden. Weiterhin

angesprochen wurden Chancen und

Grenzen katechetischen und pastoralen

Wirkens in der Schule, die Bedeutungsvielfalt

von Religionsunterricht

und die Rolle des Religionslehrers, der

Religionslehrerin allgemein u.v.m.

Im Zusammenhang damit tauchte

immer wieder die Frage nach den Möglichkeiten

auf, auch über die Religionsstunde

hinaus tätig zu werden. Die Vertreter

des Dezernates konnten hier auf

verschiedene Projekte hinweisen, die

derzeit bearbeitet werden, um sowohl

der Schulpastoral als auch der Zusammenarbeit

der Grundschule mit Pfarreien

neue Impulse zu geben.


Jetzt bitte schon vormerken!

45. Limburger Kreuzwoche

Tag der Religionspädagogik 2003

Dienstag, 9. September 2003

Bald mehr unter: www.religionsunterricht-bildet.de

Im Austausch und im

persönlichen Erleben im

Hohen Dom zu Limburg

konnten sich die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

im wahrsten Sinne

des Wortes selbst auf

den Weg machen und ankommen!

In einer „meditativenStandortbestimmung“,

im persönlichen

Gespräch, im Feiern der

Eucharistie und dem Zusammensein

im Bildungshaus

der Pallottinerinnen

wurden manche

Aspekte neu entdeckt

und andere vertieft. So

bleibt, allen Beteiligten

ein herzliches Danke zu

sagen für die vielen belebenden

und positiven

Impulse durch ihren Religionsunterricht

und ihr

Engagement.

Im Einzelnen erhielten folgende Damen und Herren die Missio Canonica:

Saskia Becker

Silke Böhmer

Tanja Yvonne Daniel

Vanessa Friede

Monika Genzler

Markus Gruber

Karl-Heinz Herrig

Christina Heß

Josefa Maria Hybner-Kauß

Heike Ibeler

Sebastian Jung

Steffen Kandler

Heike Kolletzki

Thomas Leistner

Christoph Lutz

Gaby Marx

Jutta Merz

Elke Meyer

Ralf Peifer

Christine Prehler

Jutta Renner

Anja Ruppert

Yvonne Schäfer

Daniela Scheitza

Markus Schickel

Claudia Schlöffel

Andrea Schmaus

Christiane Sturm

Gudrun Teck-Sauerwein

Christina Thurn

Evamaria Vogel

Roswitha Zenker

Burghard Förster

Anzeige

Wissenswertes über PISA und

den Religionsunterricht

Eine Orientierungshilfe für Religionslehrerinnen

und Religionslehrer

Vorgelegt von den rheinland-pfälzischen

(Erz-)Diözesen:

Köln, Limburg, Mainz, Speyer, Trier

Erarbeitet von:

Bernd Lambert, Josef Meller, Martin

W. Ramb, Dr. Clauß Peter Sajak,

Dieter Skala

Herausgeber:

Bischöfliches Ordinariat Limburg

Dezernat Schule und Hochschule

Postfach 13 55

65533 Limburg/Lahn

Fon 06431/295-235

Fax 06431/295-237

E-Mail schule@bistumlimburg.de

www.bistumlimburg.de

Redaktion: Martin W. Ramb

Herstellung: JVA Diez

Limburger Straße 122, 65582 Diez

© Verlag des Bischöflichen Ordinariates

Limburg, Limburg/Lahn 2003

1. Auflage 2003

Auflage: 13.000

ISBN 3-921221-14-5

Die DIN A5-Broschüre ist für 1.00 €

(zzgl. Versandkosten) zu beziehen über:

Bischöfliches Ordinariat Limburg

Dezernat Schule und Hochschule

Postfach 13 55

65533 Limburg/Lahn

Fon 06431/295-235

Fax 06431/295-237

E-Mail schule@bistumlimburg.de

Versand erfolgt mit Rechnung.

Der Sinn für die Fülle.

Mystagogie und Religionsunterricht

Ein Widerspruch?

INFORMATIONEN 32 2/2003

INFOS & AKTUELLES

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Bestell-Liste

Themen der Hefte 1980 – 2003

Die nachfolgenden Hefte können, solange der Vorrat reicht, nachbestellt werden:

Jahrgang 1980

Heft 1/2: *Audiovisuelle Medien

Heft 3: * Die Bibel im Religionsunterricht

Heft 4: Audiovisuelle Medien �

Jahrgang 1981

Heft 1/2: Beten in der Schule �

Heft 3: Im Dialog �

Heft 4: * Für euch und für alle

Jahrgang 1982

Heft 1/2: Religiöse Erziehung in der Eingangsstufe �

Heft 3: Religionsunterricht in der Primarstufe �

Heft 4: * Religionsunterricht

Jahrgang 1983

Heft 1: * Katholische Soziallehre

Heft 2/3:* Nehmet einander an ...

Heft 4: * Das Reich Gottes ist nahe ... (Mk 1.15)

Jahrgang 1984

Heft 1/2:* Maria

Heft 3: * Das Kirchenjahr

Heft 4: Lebenswege – Glaubenswege �

Jahrgang 1985

Heft 1/2:* 750 Jahre Limburger Dom

Heft 3: * Theologie der Befreiung

Heft 4: Armuts-Bewegungen �

Jahrgang 1986

Heft 1/2: Kirche im Aufbruch �

Heft 3: Christen und Juden �

Heft 4: Mit Widersprüchen leben �

Jahrgang 1987

Heft 1/2:* Christen und Muslime

Heft 3: * Christen und New Age

Heft 4: Christen und Schöpfung �

Jahrgang 1988

Heft 1: Afrika begegnen – MISEREOR ‘88 �

Heft 2/3: Schule und Leben �

Heft 4: * Mystik und Politik

Jahrgang 1989

Heft 1/2: Brennpunkt: Religionsunterricht �

Heft 3: * Sakramente im Religionsunterricht

Heft 4: * Der leidende Mensch – Der leidende Gott

Jahrgang 1990

Heft 1: * Paulus – Der Lehrer

Heft 2/3:* Religion und Musik

Heft 4: * Impulse für die Kirche

Jahrgang 1991

Heft 1/2: *Prophetinnen und Propheten im

Religionsunterricht

Heft 3: Mitwelt – Schöpfung �

Heft 4: Neue Rede von Maria �

Jahrgang 1992

Heft 1/2:* Herausforderung Islam

Heft 3: * Biotechnik und Ethik

Jahrgang 1993

Heft 1: Qumran Essener Jesus �

Heft 2/3:* Sterben / Tod / Eschatologie

Heft 4: Religionsunterricht und Literatur �

Jahrgang 1994

Heft 1: * Fundamentalismus in Gesellschaft und Kirche

Heft 2: * Von Gott reden im Religionsunterricht

Heft 3: Kirchengeschichte im Religionsunterricht �

Heft 4: Das Erste Tesament und die Christen �

Jahrgang 1995

Heft 1: „Wenn die Kirche zur Schule geht ...“ �

Heft 2: „Ich werde von meinem Geist ausgießen

über alles Fleisch“ (Apg 2,17) �

Heft 3: Gespeicherte Erinnerung –

Das Museum als Lernort �

Heft 4: „Ich war hungrig; und ihr ...“ (Mt 25,35; 42)

Vom Umgang mit der Armut �

Anzahl Anzahl

Jahrgang 1996

Heft 1: „Ihr seid zur Freiheit berufen ...“ (Gal 5,13)

Er-löst! �

Heft 2: „Er stellte ein Kind in ihre Mitte ...“ (Mt 18,1) �

Heft 3: „... und spielte vor ihm allezeit.“ (Spr. 8,30 b) �

Heft 4: Konfessionalität des Religionsunterrichts �

Jahrgang 1997

Heft 1: * „Und vergib uns unsere Schuld.“ (Mt 6,12)

Heft 2: * Alternativ leben

Heft 3: Mit mehr Sinn(en) leben �

Heft 4: „Typisch Mädchen?“

Mädchenerziehung in der Schule �

Jahrgang 1998

Heft 1: „Kehrt um, damit ihr am Leben bleibt!“

(Ez 18,32) �

Heft 2: „Vergesst mir die Berufsschüler nicht“ �

Heft 3: Gemeinschaft der Heiligen. Große Gestalten des

Bistums und ihre Wirkung in unserer Zeit �

Heft 4: * Juden – Muslime – Christen.

Die drei Kinder in Abrahams Schoß

Jahrgang 1999

Heft 1: Gottes Erde – Zum Wohnen gemacht.

Unsere Verantwortung für die Schöpfung �

Heft 2: Ende? Apokalyptische Visionen in

Vergangenheit und Gegenwart �

Heft 3: Begegnungen mit dem Buddhismus �

Heft 4: Jugendliche Identität–Christlicher Glaube �

Jahrgang 2000

Heft 1: * Heiliges Jahr 2000

Heft 2: * RU online. Neue Medien im Religionsunterricht

Heft 3: Kirchenraum als Lernort �

Heft 4: „Schwarz greift ein“. Vom kritischen Verhältnis

kirchlicher Religiosität zur „civil religion“

Jahrgang 2001


Heft 1: Erinnerung für die Zukunft.

Kirchengeschichte im Religionsunterricht �

Heft 2: * Religionsunterricht – Da steckt Musik drin

Heft 3: * Chancen sehen – Der Religionsunterricht der

Zukunft

Heft 4: Auf der Suche nach einer lebendigen

Mystik

Jahrgang 2002


Heft 1: In der Spur des Auferstandenen –

leiblich auferstehen �

Heft 2: „Das wäre ja gelacht!“ Humor und

Komik im Religionsunterricht �

Heft 3: Perspektivenwechsel – Behinderung mit

anderen Augen sehen �

Heft 4: Was ist schief an PISA? �

Jahrgang 2003

Heft 1: * Der achte Schöpfungstag?

Heft 2: „Nimm und lies!“ �

* Diese Ausgaben sind vergriffen.

je Ausgabe € 1.60

INFO

Name

Vorname

Schule

Straße

PLZ/Ort

Telefon

Bitte ausfüllen, kopieren

und faxen an:

06431/295-237

oder per Post senden an:

Dezernat

Schule und Hochschule

Bischöfliches Ordinariat

Limburg

Dipl.-Theol. Martin W. Ramb

Postfach 1355

65533 Limburg


Veranstaltungen

PÄDAGOGISCHES

der Bistümer im Lande Hessen

PZ 29/2003

04.07.2003, 18.00 Uhr, bis 06.07.2003, 13.00 Uhr

Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod

„Jeder Morgen ist eine neue Berufung“

(M. Buber)

Möglichkeiten einer Besinnung

Methoden/Elemente

Karl Wilhelm Wolf, Limburg

Lehrer/-innen aller Schularten

Eigenkostenanteil: 18.00 €

PZ. 30/2003

24.08.2003, 16.00 Uhr, bis 28.08.2003, 15.00 Uhr

Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod

6. Nauroder Musische Werkwoche

in Zusammenarbeit mit dem DKV

Stefan Herok, Wiesbaden; u.a.

Religionslehrer/-innen; Mitarbeiter/-innen im Pastoralen Dienst

Preis auf Anfrage

PZ 31/2003

25.08.2003, 14.30 Uhr, bis 27.08.2003, 13.00 Uhr

Kloster Jakobsberg, Gau-Algesheim/Ockenheim

„Anfang gut – alles gut !?“

Konstruktive Konfliktlösung und Regeln lernen zur

Gewaltprävention von Anfang an.

Bernadette Grix, Offenbach

Lehrer/-innen der Grundschule, insbes. bei Übernahme eines 1. Schuljahres

oder einer neuen Klasse

– Begrenzte Teilnehmerzahl (max. 15) –

Eigenkostenanteil: 18.00 €

PZ 32/2003

26.08.2003, 10.00 Uhr, bis 28.08.2003, 17.00 Uhr

Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft

St. Georg, Westernohe

Erlebnispädagogik in der Schule – I

Gerhard Röthing, Rennerod; Michael Vyskocil, Rennerod

Lehrer/-innen Sekundarstufe I und II und Berufsbildende Schulen

Eigenkostenanteil: 30.00 €

PZ 33/2003

10.09.2003, 14.30 Uhr, bis 12.09.2003, 13.00 Uhr

Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod

Medienzentrum, Wiesbaden

Einführung in das Internet

Andreas Greif, Fulda

Religionslehrer/-innen aller Schularten

– Begrenzte Teilnehmerzahl (max. 20) –

Eigenkostenanteil: 18.00 €

SScchhrriiffttlliicchhee AAnnmmeelldduunnggeenn werden umgehend erbeten, spätestens jedoch bis vier Wochen vor Lehrgangsbeginn an: PPääddaaggooggiisscchheess ZZeenn-ttrruumm

ddeerr BBiissttüümmeerr iimm LLaannddee HHeesssseenn,, WWiillhheellmm--KKeemmppff--HHaauuss,, 6655220077 WWiieessbbaaddeenn--NNaauurroodd. Fon: 06127/77285; Fax: 0 61 27/7 72 46.

E-Mail: pz.hessen@t-online.de; Homepage: www.pz-hessen.de. Die Lehrgänge sind gem. Erlass des Hessischen Kultusministeriums vom

01.07.1997 – Nr. V B 3.1-960/5000-2000 – in Verbindung mit Erlass vom 17.06.2002 Nr. VII-7-095.b. 02-01 als Fortbildungsveranstaltungen

anerkannt. Unterrichtsbefreiung für die Teilnahme an den Lehrgängen erfolgt bei 1-3tägigen Veranstaltungen durch die Schulleitung, bei

4- und mehrtägigen Veranstaltungen durch das Staatliche Schulamt (vgl. Erlass des HKM v. 01. Juli 1997 – B V 3.1-960/5000-2000)

Hessisches Landesinstitut für

Pädagogik (HeLP),

Fachbereich Kath. Religionslehre

10.09.2003, 13.00 Uhr (Ankunft in Weimar) bis 13.09.2003

Buchenwald-Weimar

Studienfahrt

Kultur und Unkultur der Deutschen

Fächerverbindendes Arbeiten an historischen Orten

unter museumspädagogischen Gesichtspunkten

J. König, Weimar; M. Waldraff, Herborn

Lehrer/-innen für Religion, Geschichte, Ethik, Deutsch, Kunst

Eigenkostenanteil: € 90.00

AAnnmmeelldduunnggeenn aann:: HHeessssiisscchheess LLaannddeessiinnssttiittuutt ffüürr PPääddaaggooggiikk ((HHeeLLPP)),, RReeiinnhhaarrddsswwaallddsscchhuullee,, RRootthhwweesstteenneerr SSttrr.. 22--1144,, 3344223333 FFuullddaattaall..

Zur Anmeldung benutzen Sie bitte die im offiziellen Programm des HeLP eingehefteten Anmeldekarten (in jeder Schule vorhanden!). Bitte melden

Sie sich unbedingt rechtzeitig an, am besten sofort bei Beginn des Schulhalbjahres, da jedesmal erhebliche Schwierigkeiten auftreten,

wenn 6 Wochen vor Lehrgangsbeginn noch nicht genügend Anmeldungen vorliegen. Im übrigen ist es auch für die Planungen der Schulleitungen

einfacher, bereits am Beginn des Schulhalbjahres Genehmigungen zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen erteilen zu können.

INFORMATIONEN 32 2/2003

INFOS & AKTUELLES

155


INFOS & AKTUELLES

156

Katholische Akademie

Rabanus Maurus,

Frankfurt am Main

– Öffentliche Tagungen – Auswahl –

Tagung Nr.: 2334

Fachbereich Kath. Theologie der Universität Frankfurt

am Main,

Campus der Universität, Grüneburgplatz 1, Frankfurt

am Main

02. Juni 2003

Religion im Film

Dies Academicus

Kosten: 10.00 €, ermäßigt 5.00 €

Tagung Nr. 2335

Liebighaus, Museum alter Plastik, Schaumainkai 71,

Frankfurt am Main

25. Juni 2003, 18.00-20.00 Uhr

„Liebe verschönt unsre Jugend“

Bibelschule Königstein

Programm 2002

Ursulinenkloster St. Angela, Gerichtstr. 19, 61462 Königstein

26.-30.08.2003

Wanderwoche mit der Bibel

Wandern im Taunus

Teilnehmergebühr: 175.00 €

1. oder 2.12.2003

Johannes im Kirchenjahr

(nicht nur) für Pfarrer und Pastorale Mitarbeiter/-innen

Teilnehmergebühr: 20.00 €

INFORMATIONEN 32 2/2003

Paris um 1770 - Kunst und Musik im Zeitalter der

Aufklärung

Dr. Marianne Bückling; Dr. Stefan Scholz

Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Kosten: 5.00 €

Tagung Nr. 2337

Institut für Geschichte der Naturwissenschaft,

Universität Frankfurt am Main

28. Juni 2003, 10.00-17.00 Uhr

Physik – Theologie

Akademikertag

PD Dr. Regine Kather, Universität Freiburg; Dr. Berthold Suchan,

Universität Gießen; PD Dr. Hans Dieter Mutschler, Universität

Frankfurt am Main

Kosten: 10.00 €; ermäßigt: 5.00 €

Tagung Nr. 2338

Evang. Akademie Arnoldshain, Schmitten Taunus

29. Juni bis 07. Juli 2003

Fernsehworkshop Entwicklungspolitik

Nähere Informationen auf Anfrage.

Gesamtprospekt, nähere Informationen und ausführliche Tagungsprogramme erhalten Sie bei: KKaatthhoolliisscchhee AAkkaaddeemmiiee RRaabbaannuuss

MMaauurruuss,, Eschenheimer Anlage 21, 60318 Frankfurt am Main. Fon: 069/1501-300; Fax: 069/1501-305; E-Mail: info@KARM.de;

Internet: www.KARM.de.

Über die Kurse:

Grundkurs Neues Testament 2003

(8 Wochenende) und

Aufbaukurs Altes Testament 2003

(5 Wochenende)

erteilt Interessenten die Bibelschule Königstein

(Anschrift s.u.) nähere Auskünfte.

Unser Beitrag zum „Jahr der Bibel 2003“

Alternative bzw. ergänzende Wege der

Bibelauslegung

14.09.2003, 09.00-18.00 Uhr

PD Dr. Hanna Liss, Hamburg

Jüdische Bibelauslegung


27.09.2003, 09.00-18.00 Uhr

Dr. Brigitte Lob, Mainz

Feministische Bibelarbeit

08.11.2003, 09.00-18.00 Uhr

Prof. Dr. Dieter Zeller, Mainz

Religionsgeschichtliche Bibelarbeit

AAuusskküünnffttee erteilt: BBiibbeellsscchhuullee KKöönniiggsstteeiinn ee..VV..,,

UUrrssuulliinneennkklloosstteerr SStt.. AAnnggeellaa,, GGeerriicchhttssttrr.. 1199,,

6611446622 KKöönniiggsstteeiinn,,

Fon: 06174/9381-0; Fax: 06174/9381-55;

E-Mail: Bibelschule.Koenigstein@gmx.de

RHEINLAND - PFALZ

ILF

M A I N Z

ILF-Nr. 21.193

17.-21.06.2003

Ursulinenkloster, Bornheim

Leiten von Gruppen im Wechsel der

Interessen

Anneli Baum-Resch, Mainz; Sr. Lioba Michler, Bornheim

Religionslehrer /-innen aller Schularten, bes. Multiplikator/-inn/en

in der Lehrerfortbildung

Teilnehmerbeitrag: ca. 20.00 € pro Tag

ILF-Nr. 21.191

20.-.28.06.2003

Forum Vinzenz Pallotti, Vallendar

Fortbildung für Fortbildner

TZI Seminar

Referentin: Inge Morteani, München

Multiplikatore/-innen in der Lehrerfortbildung

Institut für Lehrerfortund

-weiterbildung (ILF),

Mainz

ÜÜbbeerrrreeggiioonnaallee

VVeerraannssttaallttuunnggeenn

AAnnmmeelldduunnggeenn erfolgen sscchhrriiffttlliicchh – d.h. bis spätestens 3

Wochen vor Kursbeginn – mit der AAnnmmeellddeekkaarrttee (erhältlich

beim Schulleiter oder beim ILF Mainz, Postfach 24 50,

55014 Mainz; Fon: 0 61 31 / 28 45 - 0;

Fax: 0 61 31 / 28 45 25) an das ILF Mainz üübbeerr ddiiee SScchhuull-lleeiittuunngg..

Unsere Autorinnen und Autoren:

Burghard Förster

Turnstraße 13, 56203 Höhr-Grenzhausen

Dipl.-Päd. Christa Kuch

Berliner Str. 62, 61348 Bad Homburg

StL i. K. Bernhard Merten

Altheimstr. 18, 60431 Frankfurt am Main

Dr. Eckhard Nordhofen

Postfach 13 55, Roßmarkt 12, 65533 Limburg

Dipl.-Theol. Martin W. Ramb

Im Silbertal 5, 56203 Höhr-Grenzhausen

Prof. Dr. Klaus Scholtissek

Friedrich-Spee-Str. 32, 97072 Würzburg

Dr. Gabriele Theuer

Reichsburgstr. 8, 60489 Frankfurt am Main

Franz Günther Weyrich

Limburger Str. 52, 65555 Limburg

Unsere Rezensentinnen und Rezensenten:

OStR Helmut Bahr

Auf der Au 22, 56132 Dausenau

OR Dr. Gotthard Fuchs

Steubenstr. 17, 65189 Wiesbaden

Annette Grundmeier

Mühlheimer Str. 46, 53909 Zülpich

Dommuseumsdirektor Dr. August Heuser

Rauenthaler Weg 1, 60529 Frankfurt am Main

Prof. Dr. Bernhard Jendorff

Sandfeld 18 C, 35396 Gießen

Dipl.-Theol. Dipl.-Religionspäd. Reiner Jungnitsch

Eichenweg 3, 64839 Münster

Dr. Walter Lütgehetmann

Reichenberger Str. 31a, 63452 Hanau

StL i. K. Bernhard Merten

Altheimstr. 18, 60431 Frankfurt am Main

Dipl.-Theol. Christian Nanz

Königsberger Str. 71, 48157 Münster

Wiss. Mitarb.’ Gunda Ostermann

Universität Osnabrück, Institut für Kath. Theologie,

Schloßstr. 4, 49069 Osnabrück

Prof. Dr. Günter Riße

Richthofenstr. 43, 53177 Bonn

Dr. Clauß Peter Sajak

Burgunderweg 12 C, 55130 Mainz

Prof. P. Dr. Franz Josef Stendebach OMI

Drosselweg 3, 55122 Mainz

Dr. Heinz-Jürgen Vogels

Buschhovener Str. 30, 53347 Alfter

INFORMATIONEN 32 2/2003

INFOS & AKTUELLES

157


SONSTIGES

158

Dezernat Schule und Hochschule

im Bischöflichen Ordinariat Limburg (Stand: 15.06.2003)

Roßmarkt 12 · 65549 Limburg · Postfach 1355 · Fon: 06431/295-235 · Fax: 06431/295-237

E-Mail: schule@bistumlimburg.de · Internet: www.schule-und-hochschule.de

Abteilung I

Leiter Dr. Eckhard Nordhofen (-234)

Referat Grund-, Haupt- und Realschule Dipl.-Theol. Katharina Sauer (-360)

Referat Religionspädagogische Aus- und Weiterbildung

pastoraler MitarbeiterInnen und Geistlicher Burghard Förster (-438)

Referat Grundsatzfragen Religionsunterricht Dipl.-Theol. Martin W. Ramb (-434)

Referat Schriftleitung der INFO für Religionslehrerinnen und Religionslehrer Dipl.-Theol. Martin W. Ramb (-434)

Referat Hochschulen Dipl.-Theol. Martin W. Ramb (-434)

Referat Stiftung Dey Dipl.-Theol. Martin W. Ramb (-434)

Referat Sonderschulen Dipl.-Theol. Katharina Sauer (-360)

Referat Schulpastoral Burghard Förster (-438)

Sekretariat Sabrina Gilles (-424), Marianne Roos (-460), Jutta Stähler (-235)

Abteilung II

Leiter Dipl.-Theol. Andreas von Erdmann (-431)

Referat Berufliche Schulen Dipl.-Theol. Andreas von Erdmann (-431)

Referat Gestellungsverträge, Personal- und Haushaltsfragen Dipl.-Theol. Andreas von Erdmann (-431)

Referat Katholische Schulen Dipl.-Theol. Andreas von Erdmann (-431)

Abteilung III

Leiter Studiendirektor i. K. Gerhard Hielscher (-430)

Ämter für Katholische Religionspädagogik in Hessen und Rheinland-Pfalz,

Referat Gymnasien, Gesamtschulen Studiendirektor i. K. Gerhard Hielscher (-430)

Referat Schulelternarbeit Studiendirektor i. K. Gerhard Hielscher (-430)

Referat Religionspädagogische Biblio- und Mediothek des Dezernats Rosemarie Hansel (-435)

Referat Diözesanbibliothek vakant

Referat Verlag Birgit Höhler (-393)

Referat Bistumsbibliothek vakant

Sekretariat Bistumsbibliothek Gabi Gabb (-393)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Montag bbiiss Donnerstag 10.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr. In den FFeerriieenn nach AAbbsspprraacchhee..

Ämter für Katholische Religionspädagogik

in den Bezirken (Stand: 15.06.2003)

Bezirk Frankfurt am Main

Eschenheimer Anlage 20 (Dienstgebäude)

Eschenheimer Anlage 21

60318 Frankfurt am Main (Postanschrift)

Fon: 069/15011-79; Fax: 069/5975503

E-Mail: relpaed.ffm@gmx.de Internet:

www.kath.de/bistum/limburg/kma/hdv/rpa/index.htm

Leiter: Schulamtsdirektor i. K. Peter Eberhardt (-78)

Geschäftsführerin/Referentin für Religionspädagogik:

Gemeindereferentin Sabine Christe (-77)

Gemeindereferentin Ute Schüßler (-77)

Leiter der AG Berufsschulen:

INFORMATIONEN 32 2/2003

Berufsschullehrer Harald Sturm

Sekretariat: Rita Merkel, Waltraud Schäfer (-79)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

In der Schulzeit: Mo 14.00-18.00 Uhr; Di 12.30-16.30

Uhr; Mi 16.00-18.00 Uhr; Do 9.00-12.00 Uhr und

12.30-16.30 Uhr; Fr 9.00-12.00 Uhr;

In den Ferien auf Anfrage.

Bezirk Hochtaunus

Bischof-Ketteler-Haus

Dorotheenstr. 9-11, 61348 Bad Homburg

Fon: 06172/6733-0; Fax: 06172/20519


(Kath. Bezirksamt)

Internet: www.kath-bezirksamt-hochtaunus.de

E-mail: kuch@kath-bezirksamt-hochtaunus.de

Leiterin: Dipl.-Päd. Christa E. Kuch (-22)

Sekretariat: Heidemarie Behrens (-21)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Di - Do 12.30-16.00 Uhr und nach Vereinbarung,

außer in den Ferien

Bezirk Lahn-Dill-Eder

Bismarckstr. 13, 35683 Dillenburg

Fon: 02771/80 08-0; Fax: 02771/80 08-17

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: relpaed.LDE@bistum-limburg.de

Leiterin: Dipl.-Theol. Beate Mayerle-Jarmer (-11)

Sekretariat: Elvira Heinrich (-0)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo und Mi 8.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Di und Do 8.00-12.00 Uhr; Freitag 8.00-11.00 Uhr

Bezirk Limburg

Franziskanerplatz 3, 65589 Hadamar

Fon: 06433/88 1-0 / 88 1-45; Fax: 06433/88 1-46

E-Mail: relpaed.lm@bistum-limburg.de

Leiter: Rektor i.K. Franz-Josef Arthen (-44)

Sekretariat: Gabi Heun (-45)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo und Mi 9.30-11.30 Uhr; Di und Do 13.30-16.30 Uhr

Bezirk Main-Taunus

Vincenzstr. 29, 65719 Hofheim

Fon: 06192/2903-10; Fax: 06192/2903-26

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: relpaed.mt@bistum-limburg.de

Internet: www.kbzamt-mt.de

Leiter: Dipl.-Theol. Wolfgang Bentrup (-15)

Christiane Krüger-Blum (-18)

Sekretariat: Heidrun Garkisch (-16)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Zu den Bürozeiten des Bezirksamtes

Mo - Do 9.00-16.00 Uhr; Freitag 9.00-13.00 Uhr

In den Ferien können die Öffnungszeiten nicht

garantiert werden.

Bezirk Rheingau

Zollstr. 8/1, 65366 Geisenheim

Fon: 0 6722/5038-0; Fax: 06722/5038-18

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: rpa@kath-rheingau.de

Leiter: Martin E. Musch-Himmerich (-23)

Sekretariat: Marga Heine (-17)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo - Do 9.00-12.00 Uhr und 13.00-16.00 Uhr

Bezirk Rhein-Lahn

Gutenbergstr. 8, 56112 Lahnstein

Fon: 02621/9406-40; Fax: 02621/9406-49

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: rKBezirks@RZ-online.de

Leiter: Andreas Kollas ( - 40)

Sekretariat: Eva-Margaret Kern ( - 13)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo - Fr 9.00-12.00 Uhr; Di 14.00-16.00 Uhr

und nach telefonischer Vereinbarung

Bezirk Untertaunus

Mainzer Allee 38, 65232 Taunusstein

Fon: 06128/9825-0; Fax: 06128/9825-86

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: bza-ut@gmx.de und rp-ut@gmx.de

Leiter: Martin E. Musch-Himmerich (- 80)

Sekretariat: Helga Hornig (- 0)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo - Fr 8.30-11.30 Uhr; Di und Mi 14.30-16.30 Uhr

und nach Vereinbarung

Bezirk Westerwald

Auf dem Kalk 11, 56410 Montabaur

Fon: 02602/6802-0; Fax: 02602/6802-25

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: relpaed.ww@bistum-limburg.de

Leiter: Rektor i.K. Josef Weingarten ( - 23)

Sekretariat: Gisela Roos ( - 22)

Bibliothek: Rita Kurtenacker ( - 27)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo - Fr 10.00-12.00 Uhr; Mo und Do 14.30-16.30 Uhr

In den Ferien geschlossen

Bezirk Wetzlar

Kirchgasse 4, 35578 Wetzlar

Fon: 06441/4 47 79-18; Fax: 06441/4 47 79-50

(Kath. Bezirksamt)

E-Mail: relipaed.wetzlar@gmx.de

Internet: www.kath-bezirksamt-wetzlar.de

Leiter: Franz Günther Weyrich (-20)

Sekretariat: Grazyna Andrzejewski (-18)

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo und Fr 8.30-12.00 Uhr; Di, Mi und Do 13.00-17.00 Uhr

und nach Vereinbarung

Bezirk Wiesbaden

Roncalli-Haus, Friedrichstr. 26-28, 65185 Wiesbaden

Fon: 0611/174-0; Fax: 0611/174-122

(Stadtsynodalamt)

E-Mail: rpa@roncallihaus.de

Leiter: Dipl.-Theol. Stefan Herok (-112)

Berufsschulseelsorge:

Dipl.-Theol. Silvia Althofen-Dülz (-115)

Sekretariat: Gisela Meffert (-113)

Das Sekretariat ist Di - Fr von 10.00-12.00 Uhr besetzt.

Öffnungszeiten der Bibliothek und Mediothek:

Mo 14.00-18.00 Uhr; Di und Fr 10.00-12.00 Uhr

Mi 10.00-12.00 Uhr; 14.00-16.00 Uhr

Do 10.00-12.00; 14.00-19.00 Uhr

INFORMATIONEN 32 2/2003

SONSTIGES

159


„Denn niemand von uns

ist davor gefeit, sich aus

einem unpassenden Gott

einen uns passenden Gott

zu machen.“

ISSN 0937-8162

Paul M. Zulehner

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