Positive Konfliktberatung bei Ehepaaren und Familien - Pfahl Leipzig

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Positive Konfliktberatung bei Ehepaaren und Familien - Pfahl Leipzig

Positive Konfliktberatung bei

Ehepaaren und Familien

Dr. Aylin und Jürgen Thiel

Pfahl-Bildungstag in Leipzig 2011


Die Einrichtung der Ehe

Genesis 2:18: Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass

der Mensch allein bleibt.

Genesis 2:24: Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und

bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch.

Kolosser 2:2: Dadurch sollen sie getröstet werden; sie sollen in

Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Einsicht zu

erlangen und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das

Christus ist.

Markus 10:9: Was aber Gott verbunden hat, das darf der

Mensch nicht trennen.


Glückliche Beziehung

• 90 % wünschen sich eine langfristige, meist lebenslange

intime Beziehung � wichtigster Lebensbereich: Ehe und

Familie

• Eine glückliche Partnerschaft zu führen steht an zweiter

Stelle (nach Gesundheit) der Wunschhierarchie.

� Bedürfnisse die wir uns selbst nicht befriedigen können.

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Scheidungen I

• Scheidung gilt als eines der am meisten belastenden

Erlebnisse

• Geschiedene Menschen gelten als Risikogruppe

• mittlere Lebenserwartung 4 Jahre geringer

• Scheitern eher als Fehlgriff bei Partnerwahl und weniger der

Institution Ehe zugeschrieben

• 75% der Geschiedenen heiraten wieder (davon 75% innerhalb

von 3 Jahren) � Scheidungsrate ist hier aber noch höher

• Soziale Vererbung von Scheidung

• Etwa ¾ der Scheidungsanträge werden von Frauen

eingereicht!

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Scheidungen II

• Scheidungsraten seit `62 kontinuierlich gestiegen

• Ca. jede zweite Ehe (Stadt) bzw. dritte Ehe (Land) wird

geschieden

• Zunehmende Zahl von minderjährigen Kindern sind betroffen

(1996: 116.000)


Soll die Ehescheidung leicht gemacht werden?

Möglichst

leicht

Lassen wie es

ist

Möglichst

schwer

Unlösbar

sein

Andere

Antwort

Weiß nicht

bzw.

keine

Angabe

Frauen im Alter

von unter 30

Jahren %

1953 1979

Männer im Alter

von unter 30

Jahren %

Frauen im Alter

von unter 30

Jahren %

Männer im Alter

von unter 30

Jahren %

14 15 43 55

16 15 21 19

25 32 18 14

35 27 3 1

0 0 1 0

10 11 14 11

100 100 100 100


Auswirkungen von Partnerschaftskonflikten

• Schlechte Beziehungsqualität ist häufig (> 40 % Scheidung). Ca.

15-20% sind unglücklich.

• Paarkonflikte korrelieren mit Verhaltensauffälligkeiten bei

• Kindern und Jugendlichen

• Paarkonflikte korrelieren mit physischer Gewalt gegen den

Partner und gegen Kinder

• Psychosoziale Belastungsfaktoren in der Kindheit haben

lebenslange Auswirkungen

Gesundheitssurvey Robert-Koch-Institut 2006: 22% der Kinder

(3-16 Jahre) psychisch auffällig und behandlungsbedürftig

• Ängste:10%

• Depression 5.4%

• Störungen des Sozialverhaltens: 7.6%

• ADHS: 2.2%

Familienkonflikte Hauptrisikofaktor


Warum sind Konflikte so schwer überwindbar?

Weil die Lösung der Konflikte unklar ist.


Vorbilder einer glücklichen Ehe

Es sind nicht die Differenzen zwischen den Partnern, die eine

Ehe zum Scheitern bringen, sondern die Art, wie die Partner

mit diesen Differenzen umgehen.

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Was ist das Ziel in jeder Partnerschaft?

Den Anderen glücklich machen.

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Paartherapie

Paartherapie – möglichst frühzeitig, damit noch etwas zu retten

ist.

(Saxena et al., 1998)

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Unglückliche Beziehung

Unglückliche Beziehung gekennzeichnet durch:

• hohes Maß an aversivem Verhalten

• gegenseitige negative Zuschreibungen und Vorhersagen

• abnehmende Attraktion, Zärtlichkeit und Sexualität

• zunehmende Vermeidung des anderen


Komponenten der Paartherapie

1. Steigerung der positiven Wahrnehmung

2. Kommunikationstraining

3. Problemlösetraining

4. Kognitive Interventionen

5. Krisenintervention

6. Bereicherung der Sexualität

Kompetenzen können wir erlernen, trainieren und

ausbauen, zu jedem Zeitpunkt im Leben!

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1. Steigerung positiver Wahrnehmung

a) Sensibilisierung für das Positive

„Den Partner dabei erwischen, wie er mir etwas Gutes tut“

• Nichts selbstverständlich nehmen

• 5:1 Regel!

b) Verwöhnungstage

• 1 Tag/ Woche

• unabhängig davon

wie der Partner

sich verhält

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2. Kommunikationstraining


2. Kommunikationstraining


2. Kommunikationstraining

Offene partnerschaftliche Kommunikation als

• Grundlage für ein effektives Problemlösen

• Voraussetzung für positiven Austausch im Zusammenleben

• entscheidende Bedingung für das Gefühl der Vertrautheit und

Nähe

Unzufriedene Paare:

• geringes Ausmaß an Aussprache und gegenseitigem

Verständnis

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2. Kommunikationstraining

Sprecherregeln

• Ich-Gebrauch (nicht „du“)

• direkte Benennung der Gefühle

• konkrete Situationen ansprechen

• Generalisierungen - „nie“, „immer“ vermeiden

• konkretes Verhalten ansprechen

beim Thema bleiben - „hier“ und „jetzt“

Zuhörerregeln

• Aufnehmendes Zuhören - nonverbal, Blickkontakt,

Zuwendung

• Paraphrasieren - Äußerungen in eigenen Wörtern zurück

melden

• Offene Fragen stellen - wenn Gefühle nicht direkt geäußert

werden

Positive Rückmeldung - wichtig für offene Kommunikation

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2. Kommunikationstraining


3. Problemlösetraining

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3. Problemlösetraining

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3. Problemlösetraining

Gefahr, dass Konflikte und Enttäuschungen ein kritisches

Maß überschreiten

• Zusammenbruch der konstruktiven

Interaktion

→ Zwangsprozess

Einsatz ineffektive Methoden zur

Verhaltensänderung

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4. Kognitive Interventionen

a) Irrationalen Annahmen und Erwartungen

• Partner soll Gedanken lesen können

b) Zuschreibungen / Attributionen

• Negative Motive unterstellen (Egoismus, Rücksichtslosigkeit,

Lieblosigkeit)

c) negative Vorhersagen:

z.B. „Wenn ich ihn bitte, lehnt er sowieso ab und regt sich auf.“

Methode: „Ich gebe ihm jetzt eine Chance… anders als sonst zu

reagieren.“ oder „Früher war sie ja auch anders.“

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5. Krisenintervention – Streit minimieren

Ziel: Verhinderung Eskalation, zeitnahe Versöhnung

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6. Bereicherung der Sexualität

• In Beziehungskrisen ist der sexuelle Bereich der erste der in

Mitleidenschaft gezogen wird und auch der letzte, der sich

bei einer Entspannung der Beziehung wieder einstellt.

• Folgen: längere Zeit körperlicher Entfremdung bedingt

schwer zu überwindende Hemmschwelle von Scham und

Angst vor Zurückweisung

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Wirksamkeit der Paartherapie

33%

17%

Verbesserung der Paarbeziehung

50%

erhebliche Verbesserung

leichte Verbesserung

Trennung

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Probleme mit den Kindern

Oft potenzieren sich die Partnerschaftlichen Probleme wenn

Kinder und Konflikte mit ihnen hinzu kommen.


Glückliche Ehe und Familie

Kolosser 3:19,21:

„Ihr Männer, liebt eure Frauen, und seid nicht aufgebracht gegen

sie! Ihr Väter schüchtert eure Kinder nicht ein, damit sie nicht

mutlos werden.“

David O. McKay hat gefordert:

„Mann und Frau dürfen niemals mit lauter

Stimme zueinander sprechen, es sei denn,

das Haus steht in Flammen.“

(Stepping Stones to an Abundant Life,

McKay, 1971, S. 294)


Das Beste, was Eltern für ihre Kinder tun können, ist …

… sich gegenseitig zu lieben!


Prävention

Ehevorbereitungsprogramme führen zu einer deutlich

reduzierten Scheidungsrate.

�zumeist hohe aktuelle Beziehungszufriedenheit, sind sich

gegenwärtig keiner schwerwiegender partnerschaftlicher

Probleme bewusst

�Verbesserung Kommunikations- Problemlösefertigkeiten


Familiendienst-Programm „Zur Stärkung der Ehe“

1. Grundsätze des Evangeliums anwenden

2. Liebevolle Kommunikation

3. Gleichwertigkeit und Einigkeit fördern

4. Zorn überwinden

5. Konflikte lösen

6. Die Ehe bereichern


Familiendienst-Programm „Zur Stärkung der Familie“

1. Erziehungsgrundsätze und –methoden

2. Kenntnis der kindlichen Entwicklung

3. Liebevolle Kommunikation

4. Wie man Kinder umsorgt und erzieht

5. Förderung des Selbstvertrauens

6. Wie man Wut überwindet

7. Konfliktlösung

8. Wie man verantwortungsvolles Verhalten lehrt

9. Einsatz von Konsequenzen


Take Home Message


Take Home Message

Auswirkungen von Paarkonflikten

• Austausch neg. Verhaltensweisen erhöht

• Kommunikation ist reduziert und destruktiv

• Gegenseitige Attraktivität nimmt ab

• Zufriedenheit mit der Beziehung sinkt

• Kinder leiden unter der psychosozialen Belastung

• Trennung erscheint als Lösung


Take Home Message

• Menschen, die in einer glücklichen Paarbeziehung leben,

haben eine höhere Lebensqualität und Lebenserwartung.

• Mit Hilfe einer Paartherapie können Sie festgefahrene

Muster durchbrechen und Ihre Beziehung wieder in die

gesunden und wohltuenden Bahnen lenken.

• Lernen Sie sich und Ihren Partner/ Ihre Partnerin besser

kennen, entdecken Sie neue Seiten aneinander und

kommen Sie so an neue, intensivere Stationen Ihrer Liebe.

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Fragen?


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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