Programmheft | Wachauer Festival-Nächte 2018

megaron76

Wachauer

Festival-Nächte

Spektakuläres Sommer-

Openair

16. – 19.08.2018

KIRCHENRUINE WACHAU


2018

29.09.

Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach

Kantaten zum Michaelisfest

19.30 Uhr Kunstkraftwerk Leipzig

19.30 Uhr | Kunstkraftwerk Leipzig

BWV 19/50/130/149

BWV 19/50/130/149

Julia Sophie Wagner Sopran Inga Jäger Alt

Julia Tobias Sophie Hunger Wagner Tenor Sopran Dominic Inga Große Jäger Bass Alt

Tobias amici musicae Hunger Tenor Chor & Dominic Orchester Große Leipzig Bass

amici Ron-Dirk musicae Chor Entleutner & Orchester Dirigent Leipzig

Ron-Dirk Entleutner Dirigent

www.amici-musicae.de

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Karten an allen bekannten

Vorverkaufsstellen.

Karten an allen bekannten

Vorverkaufsstellen.


Programm

Wachauer

Festival-Nächte

Grußwort

Ron-Dirk Entleutner 5

Programmübersicht

Wachauer Podium Junger Musiker 7

Donnerstag, 16. August 2018 // 20 Uhr

Joseph Haydn: Oratorium „Die Schöpfung“ 11

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // jeweils 20 Uhr

Kantatengottesdienst 27

Sonntag, 19. August 2018 // 10 Uhr

Künstler 29

Sponsoren/ Impressum 34

Programmübersicht

3


SAMSTAG

10. NOV. 18

20 UHR

THOMASKIRCHE

LEIPZIG

JAHRE

Landesjugendchor

Sachsen

FESTKONZERT

Poulenc | Gloria

Bernstein | Chichester Psalms

Martin | Messe für Doppelchor

Shira Patchornik (Sopran) | Landesjugendchor Sachsen

Jugendsinfonieorchester Leipzig | Ron-Dirk Entleutner

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der

Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags

beschlossenen Haushaltes.


Grußwort

Wachauer

Festival-Nächte

2018

Sehr geehrte Konzertbesucher

aus Nah und Fern, Liebe Freunde der

Wachauer Festival-Nächte“,

ich freue mich sehr, Sie hier in der eindrucksvollen

Kulisse der Kirchenruine Wachau begrüßen zu

dürfen. Seit nunmehr über 20 Jahren eröffnen die

Wachauer Festivalnächte“ die Konzertsaison der

„amici musicae“ und sind damit alljährlich ein wichtiger

Höhepunkt im Konzertkalender von Chor und

Orchester. Wenn auch akustisch und wettertechnisch

immer wieder eine Herausforderung, überzeugen

die Openair-Konzerte Jahr für Jahr durch eine

atemberaubende Atmosphäre.

Mit Franz Schuberts „Unvollendeter“ eröffnet das

Jugendsinfonieorchester Leipzig das verlängerte

Konzertwochenende. Daneben stehen anlässlich

„70 Jahre Israel“ Werke von Maurice Ravel, Ernest

Bloch und John Williams auf dem Programm. Seit

vielen Jahren verbindet das Orchester eine musikalische

Freundschaft mit der Leipziger Partnerstadt

Herzliya, dieser möchten die jungen Musikerinnen

und Musiker das Konzert widmen.

An den nächsten beiden Abenden bringen die

Gastgeber des Wochenendes mit Joseph Haydns

Oratorium „Die Schöpfung“ ein Werk in die Kirchenruine,

welches wie von allein mit den alten

Gemäuern zu verschmelzen scheint. Bereits zum

dritten Mal erklingt es im Rahmen des Festivals –

entsprechend groß ist die „Wiedersehensfreude“

mit diesem wunderbaren und einmaligen Werk.

Der Openair-Gottesdienst am Sonntag beschließt

auch in diesem Jahr die „Wachauer Festivalnächte“

und soll immer wieder ins Bewusstsein rufen,

dass die Kirchenruine Wachau in erster Linie ein

Gotteshaus ist. Im Rahmen der Kantatenreihe zu

„Bach333“ erklingt die Kantate „Lobet den Herrn,

meine Seele“ BWV 69a.

So wünsche ich Ihnen unvergessliche „Wachauer

Festivalnächte 2018“ und hoffe auf einen gut

gelaunten Petrus.

Herzlichst, Ihr Ron-Dirk Entleutner

Grußwort

5


LANDSCAPES

FR, 21.09.2018 · 20 UHR

KUNSTKRAFTWERK LEIPZIG, SAALFELDER STR. 8

BEDŘICH SMETANA: Die Moldau, aus dem Zyklus „Mein Vaterland“

RALPH VAUGHAN WILLIAMS: The Lark Ascending

DARIUS MILHAUD: „Scaramouche“ für Saxophon und Orchester, op. 165b

LUDWIG VAN BEETHOVEN: Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“, F-Dur, op. 68

DIANA KOSTADINOVA, Violine | BERND BARTOLOMÄUS, Saxophon

JUGENDSINFONIEORCHESTER Leipzig | RON-DIRK ENTLEUTNER, Dirigent

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen


Programm

Wachauer Podium

Junger Musiker

Donnerstag, 16. August 2018 // 20 Uhr

Franz Schubert –

Sinfonie Nr. 8 in h-Moll

„Die Unvollendete“, D 759

I. Allegro moderato

II. Andante con moto

Maurice Ravel –

„Kaddish“ aus „Deux Mélodies

Hébraïques“ (Bearbeitung für

Orchester und Violoncello)

SOLISTINNEN

Konstanze Pietschmann (Violoncello)

Johanna Kegel (Viola)

Diana Kostadinova (Violine)

Jugendsinfonieorchester Leipzig

Dirigent: Ron-Dirk Entleutner

Ernest Bloch –

„Suite hébraïque“

I. Rapsodie

II. Processional

III. Affirmation

John Williams –

Auszüge aus dem Soundtrack

zu „Schindlers Liste“

I. Theme

II. Jewish Town (Krakow Ghetto - Winter ’41)

III. Remembrances

Donnerstag, 16. August 2018 // 20 Uhr

7


Werkeinführung

70 Jahre Israel

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Staates Israel

widmet das Jugendsinfonieorchester Leipzig den heutigen Konzertabend der

deutsch-israelischen Freundschaft, welche das Orchester im Jahr 2016 bereits

auf eine Konzertreise nach Israel führte, die den jungen Musikerinnen und Musikern

in besonderer Erinnerung geblieben ist. Das Konzert eröffnen wird zunächst

Franz Schuberts (1797‒1828) „unvollendete“ Sinfonie in h-Moll, die Teil

des diesjährigen Repertoires auf der Sommerreise des Jugendsinfonieorchesters

in das Dreiländereck zwischen Österreich, Italien und Slowenien war.

Seit der Wiederentdeckung der „Unvollendeten“

im Jahre 1865, nachdem das Werk gut 40 Jahre

unbeachtet im Besitz des Schubertfreundes Anselm

Hüttenbrenner gelegen hatte, ist die Sinfonie bis heute

ein vieldiskutiertes Thema innerhalb der Musikwelt. Oft

steht dabei die Frage im Raum, ob die Sinfonie ihren

Beinamen zu Recht oder zu Unrecht trägt. Vielfach

wird die These vertreten, Schubert allein habe mit

seinen beiden Sätzen Allegro moderato und Andante

con moto alles ausgedrückt, worauf es ihm ankam,

weshalb weitere Sätze schlicht überflüssig gewesen

seien. Tatsächlich scheint der Siegeszug der zweisätzigen

Fassung durch die weltweiten Konzertsäle

diese Annahme zu bestätigen, allerdings gibt es daran

ebenso berechtigte Zweifel. Denn als Schubert 1822

die Arbeit an der Sinfonie aus bisher unbekannten

Gründen abbrach, lagen neben den beiden ersten

Sätzen, die vollständig von ihm in Partitur gesetzt

wurden, Fragmente zu einem dritten Satz vor. Es ist

daher davon auszugehen, dass Schubert ursprünglich

eine vier Sätze umfassende Sinfonie plante, deren

Form somit der zeitgenössischen Konvention entsprochen

hätte, genau wie Schuberts übrige Sinfonien, die allesamt

viersätzig gearbeitet sind. In der Vergangenheit gab

es deshalb wiederholt Versuche zur Vervollständigung

der „Unvollendeten“, allerdings konnte sich bisher

keine dieser Fassungen fest im Konzertrepertoire

etablieren. Doch egal, wie Schubert sie ursprünglich

konzipiert haben mag, beschritt er mit der Sinfonie

in h-Moll neue Wege. Waren seine früheren Sinfonien

noch weitestgehend von einem heiteren Charakter

geprägt, so lässt die „Unvollendete“ all die jugendliche

Unbeschwertheit der vorangegangenen Werke hinter

sich und die dramatischen Konflikte, die auch biografisch

geprägt gewesen sein mögen, treten deutlich zu Tage.

Das Grabmotiv der tiefen Streicher am Beginn des

ersten Satzes kündigt bereits Unheilvolles an und wird

von ruhelosen Sechzehntelbewegungen der Violinen

gefolgt, über denen sich schließlich das Hauptthema

der Exposition in den Oboen und Klarinetten entfaltet.

In diesen spannungsreichen Ablauf tritt nun unerwartet

das Seitenthema, eine zarte Ländlermelodie, deren

8 Donnerstag, 16. August 2018 // 20 Uhr


Idyll jedoch fortwährend durch heftige Forzato-Akzente

getrübt wird. Durchführung und Reprise steigern

diesen Konflikt schließlich weiter bis zum Satzfinale.

Der anschließende zweite Satz wirkt dann deutlich

entrückter und wiegt den Zuhörer zunächst in Sicherheit,

bevor sich die Dramatik des ersten Satzes

abermals Bahn bricht und sich am Ende schließlich

die Gewissheit einstellt, dass auch Unvollendetes

höchste Vollendung sein kann.

„Erhoben und geheiligt werde sein großer Name auf

der Welt.“ Mit diesen Worten beginnt das Kaddisch, das

zu den bedeutendsten jüdischen Gebetstexten zählt.

Im Gottesdienst gliedert das Gebet zur Lobpreisung

Gottes die verschiedenen liturgischen Abschnitte und

ist darüber hinaus ein fester Bestandteil des jüdischen

Bestattungsritus, bei welchem es am Grab von Verstorbenen

gesprochen wird. Im Auftrag der russischen

Sopranistin Alvina Alvi vertonte Maurice Ravel (1875

–1937) das Kaddisch im Jahr 1914 als ersten Teil seiner

Deux mélodies hébraïques für Gesangsstimme und

Klavier, später folgte eine überarbeitete Fassung für

Orchester. Daneben existieren diverse Bearbeitungen

des Werkes, bei denen die Gesangsstimme durch

Violine oder Violoncello getauscht wird. Zur Vorbereitung

auf die Komposition seines Kaddish studierte

Ravel eingehend jüdische Volkslieder, weshalb die

Melodiestimme bevorzugt Tonleitern verarbeitet,

die charakteristisch für die jüdische Musik und die

synagogale Gebetsrezitation sind. An die Rezitationspraxis

des jüdischen Gottesdienstes ist dann auch

die rhythmische Gestaltung des Stückes angelehnt,

welches augenscheinlich kein festes Metrum erkennen

lässt und den Melodieverlauf äußerst frei handhabt.

Im Gegensatz zu Ravel beschäftigte sich der schweizerisch-amerikanische

Komponist Ernest Bloch (1880

–1959) nicht nur punktuell mit jüdischer Musik,

sondern durch alle Phasen seines Schaffens hinweg,

weshalb man ihn zu den Vorreitern einer „jüdischen

Renaissance“ in der Musik des 20. Jahrhunderts

zählte. Der Auseinandersetzung Blochs mit jüdischen

Themen bzw. mit seinen eigenen jüdischen Wurzeln

entstammt gleichsam die Suite hébraïque für Viola

und Orchester (1951). Das als Triptychon angelegte

Werk verarbeitet eine Reihe traditioneller jüdischer

Melodien, die Bloch der Jewish Encyclopedia, einem

zwölfbändigen Nachschlagewerk zur Kultur und

Geschichte des Judentums, entnahm.

Zum Abschluss des Konzertabends erklingen schließlich

drei Stücke aus der Filmmusik zu Steven Spielbergs

„Schindlers Liste“. Die Musik zum Film, der auf

erschütternde Weise die Schrecken des Holocaust

schildert, komponierte Spielbergs langjähriger Freund

und bevorzugter Komponist John Williams (*1932), der

sich zunächst jedoch nicht im Stande sah überhaupt

Musik für den Film beizusteuern, da er aus Respekt

vor dem historischen Hintergrund der Handlung

fürchtete, den Ansprüchen nicht gerecht werden

zu können. Bestärkt durch seinen Freund Spielberg

erkannte Williams schließlich die sich ihm bietenden

Möglichkeiten und komponierte eine einfühlsame

Musik, die einen starken Kontrapunkt zu den oftmals

drastischen Bildern des Films bildet.

Gregor Richter, Juni 2018

Donnerstag, 16. August 2018 // 20 Uhr

9


FRAGMENTS

SO, 25.11.2018 · 19 UHR

GEWANDHAUS LEIPZIG, GROSSER SAAL

ANTON BRUCKNER: Sinfonisches Symphonisches Praeludium

ANATOLE LIADOV: Fragment from the Apocalypse, op. 66

CLAUDE DEBUSSY: Le Martyre de Saint Sébastien, Fragments Symphoniques

FRANZ SCHUBERT: Sinfonie Nr. 8 „Unvollendete“, h-Moll, D759

JUGENDSINFONIEORCHESTER Leipzig | RON-DIRK ENTLEUTNER, Dirigent

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen


Programm

Joseph Haydn

„Die Schöpfung“

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

AUSFÜHRENDE

Franziska Bobe (Sopran) Gabriel, Eva

Stephan Scherpe (Tenor) Uriel

Diogo Mendes (Bass) Raphael, Adam

„amici musicae“, Chor & Orchester, Leipzig

Musikalische Leitung: Ron-Dirk Entleutner

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

11


Werkeinführung

Joseph Haydn (1732–1809)

Die Schöpfung,

Hob. XXI:2

„Die Täg, Herr Vetter, haben wir z‘ Wien ein anders

Spektakel ghabt, und über das Spektakel hat unsre

schöne Welt so gar den Durchmarsch der Russen

vergessen. Da hat der berühmte Hayden die Erschaffung

der Welt in der Musik aufgeführt, und da kann

ich den Herrn Vettern die Völln gar nicht beschreibn.

So lang s‘ Theater steht: ists nicht so voll gwesen.

[…] ich wird auch in mein Leben kein so schöne

Musik mehr hörn […] Da hat bloß d‘ Musik den

Donner und den Blitz ausdruckt, und da hat der

Herr Vetter den Regenguß und `s Wasser rauschen

ghört, und da haben d‘ Vögel wirklich sungen, und

der Löw hat brüllt, und da hat man so gar hören

können, wie d‘ Würmer auf der Erden fortkriechen.

Kurz, Herr Vetter, ich bin noch nie so vergnügt ausn

Theater fortgangen, und hab auch die ganze Nacht

von der Erschaffung der Welt tramt.“

So beschreibt Josef Richter im März 1799 in seiner

Zeitschrift Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn

Vetter in Kagran eine Aufführung der Schöpfung, die

damals in Wien offenbar großes Aufsehen erregte.

Nach Auflösung der fürstlichen Kapelle Esterházy

1790 konnte deren ehemaliger Kapellmeister

Joseph Haydn als „freischaffender Künstler“, mit

einer ordentlichen „Pension“ ausgestattet, zwei

große Auslandsreisen nach London, dem damaligen

Zentrum der musikalischen Welt, unternehmen, wo

er die in England ständig gepflegte Händelsche

Oratorientradition kennenlernte. Ihn beeindruckten

nicht nur die Werke selbst, sondern auch deren ungebrochene

Popularität, sodass in ihm der Wunsch

aufkeimte, vergleichbares für sein Land und seine

Sprache zu schaffen. Wie es der Zufall wollte, fiel

dem Komponisten am Ende seiner zweiten Reise

1795 in London ein ursprünglich für Georg Friedrich

Händel verfasstes Textbuch mit dem Titel The

Creation in die Hände, welches er zu Hause in Wien

dem Baron Gottfried van Swieten vorlegte, der es

für ihn übersetzte und bearbeitete.

Das Libretto, ein Konglomerat aus Bibeltexten und

John Miltons Epos Paradise Lost (1667), setzt sich

deutlich von den Dogmen der kirchlich-christlichen

Lehre ab. Ein wichtiger Akzent liegt dabei in der

Abkopplung des Schöpfungs-Themas von seiner

traditionellen heilsgeschichtlichen Einbettung.

Die Handlung endet nämlich vor dem ersten

Sündenfall. Nicht Erbsünde und Erlösung stehen

im Zentrum der Betrachtung, sondern die Erhabenheit,

Schönheit und Zweckmäßigkeit der Welt.

Darin bildet das erste Menschenpaar die Krone der

Schöpfung. Das Erlebnis der in der Schönheit der

Welt erscheinenden göttlichen Güte, ein Lobpreis

mit staunender Betrachtung auf die Größe Gottes

macht hier den Grundton aus. Weltfreudig, nicht

weltflüchtig – es ist der Geist der Aufklärung mit

seinem anthropozentrischen Weltbild, der hier weht.

In drei Teilen, untergliedert in 14 Bildern und

34 Musiknummern erzählen und kommentieren

die Erzengel Gabriel (Sopran), Uriel (Tenor) und

Raphael (Bass), durchsetzt von monumentalen

Chören, die sechs Tage der Schöpfung, wobei sich

der letzte Teil ausschließlich der Vorstellung des

ersten Menschenpaars und der Lobpreisung Gottes

widmet. Der erste Teil schildert mit der Erschaffung

12 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


der Erde, der Pflanzen und des Firmaments die

ersten vier Tage, im zweiten Teil kommen Tiere

und Mensch hinzu. Der dritte Teil thematisiert das

Leben der ersten Menschen Adam (Bass) und Eva

(Sopran) und gipfelt in zwei abschließenden großen

Lob- und Dankeschören.

Musikalisch verbindet Haydn die Oratorientradition

Händels mit der plastischen und tonmalerischen

Musiksprache der Klassik, die er selbst besonders in

seinen Sinfonien mitentwickelt hatte. Die Orchesterbesetzung

wechselt von Nummer zu Nummer, wobei

das volle Orchester den drei C-Dur-Abschnitten des

ersten Teils – der Erschaffung des Lichts, dem Solo

mit Chor „Mit Staunen“ und dem Schlusschor –

sowie den Schlusschören der beiden anderen Teile

vorbehalten ist. Einen wesentlichen Anteil an der

Orchesterwirkung hat auch die kontrastreiche und

differenzierte Dynamik. Die Tonarten der einzelnen

Nummern sind so angeordnet, dass sie wirkungsvoll

sowohl für Abwechslung und Kontrast als auch für

Einheit und Zusammenhang sorgen. Dabei markiert

die Tonart C-Dur einige der charakteristischsten

Stellen, in denen das „Licht“, das „Wunderwerk“,

„die Himmel“ und „das Firmament“, „der Mensch“

und „die Welt, so groß, so wunderbar“ besungen

werden. Die Chöre, meist eng mit einer oder

mehreren Solostimmen verbunden, bilden wie in

Händels Messias tragende Säulen. Einige sind fugiert,

andere konzertierend. Letztere bleiben aber auch

durch ihre kräftig bewegten Bässe und sanglich

geführten Mittelstimmen der barocken Tradition

verbunden. Bei dem einzigen reinen Duett, das

sich in der Schöpfung findet, handelt es sich um

ein Liebesduett „Holde Gattin“ zwischen Adam

und Eva mit nachklingender Empfindsamkeit und

einer sich stetig steigernden Leidenschaft: „Mit dir

ist Seligkeit das Leben“. Das Duett lässt sich mit

dem kirchlichen Dogma des Sündenfalls ebenfalls

nicht in Einklang bringen und spaltete die Geister

mit einem Vergleich zu Adonis und Venus auf der

einen Seite und Worten des höchsten Lobes, wie

dem eines anonymen Kritikers vom Januar 1801

auf der anderen Seite:

„Wer, der je die Macht der Liebe gefühlt hat, kann

dem Ausdrucke des letzten Duetts widerstehen? Es

berührt alle Saiten des Herzens […] Alle Gefühle, alle

Scenen gegenwärtiger oder vergangner Seligkeiten

erheben sich mit dem Zauber dieser Harmonien

in der Seele.“

Die Schöpfung wurde im April 1798 erstmals,

jedoch vor geschlossener Gesellschaft im Palais

Schwarzenberg aufgeführt. Das Wiener Publikum

musste danach noch ein knappes Jahr auf die

Uraufführung im Burgtheater warten. Sie mündete

in tosendem Beifall, in den selbst der Kaiser einfiel.

Danach wurden Aufführungen der Schöpfung zu

regelmäßigen musikalischen Veranstaltungen in

der Fastenzeit und zum Advent. Haydn dirigierte

viele dieser Aufführungen selbst. Berühmt wurde

sein letzter öffentlicher Auftritt am 27. März 1808,

als das Werk zu Ehren seines 76. Geburtstages in

der Universität aufgeführt wurde und zu dem er

auf einem Sessel herbei getragen werden musste.

Unmittelbar nach Erscheinen der Partitur Ende

Februar 1800 erklang die Schöpfung überall in

Europa, meist in der jeweiligen Landessprache. Ihr

weltweiter Erfolg rief zahlreiche Chorgründungen

hervor und begünstigte die weitere Pflege des

Oratoriums innerhalb und außerhalb der Kirche.

Nicole Waitz, Juli 2018

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

13


Programm

Joseph Haydn: „Die Schöpfung“, Hob. XXI:2

Oratorium in drei Teilen

Text von Gottfried van Swieten

Uraufführung: Wien, 1798

1. TEIL

Einleitung. Die Vorstellung des Chaos

Recitativo mit Chor

Raphael

Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde;

und die Erde war ohne Form und leer;

und Finsternis war auf der Fläche der Tiefe.

Chor

Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser:

Und Gott sprach: Es werde Licht, und es ward Licht .

Uriel

Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis.

Aria mit Chor

Uriel

Nun schwanden vor dem heiligen Strahle

Des schwarzen Dunkels gräuliche Schatten,

Der erste Tag entstand.

Verwirrung weicht, und Ordnung keimt empor.

Erstarrt entflieht der Höllengeister Schar

In des Abgrunds Tiefen hinab,

Zur ewigen Nacht.

Chor

Verzweiflung, Wut und Schrecken

Begleiten ihren Sturz.

Und eine neue Welt

Entspringt auf Gottes Wort.

14 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Recitativo

Raphael

Und Gott machte das Firmament, und teilte die Wasser, die unter dem Firmament waren, von den

Gewässern, die ober dem Firmament waren, und es ward so.

Da tobten brausend heftige Stürme;

wie Spreu vor dem Winde, so flogen die Wolken.

Die Luft durchschnitten feurige Blitze,

und schrecklich rollten die Donner umher.

Der Flut entstieg auf sein Geheiß der allerquickende Regen,

der allerverheerende Schauer, der leichte, flockige Schnee.

Chor mit Solo

Gabriel

Mit Staunen sieht das Wunderwerk

Der Himmelsbürger frohe Schar,

Und laut ertönt aus ihren Kehlen

Des Schöpfers Lob,

Das Lob des zweiten Tags.

Chor

Und laut ertönt aus ihren Kehlen

Des Schöpfers Lob,

Das Lob des zweiten Tags.

Recitativo

Raphael

Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel zusammen an einem Platz, und es

erscheine das trockne Land; und es ward so. Und Gott nannte das trockne Land „Erde“ und die

Sammlung der Wasser nannte er „Meer“; und Gott sah, dass es gut war.

Aria

Raphael

Rollend in schäumenden Wellen

Bewegt sich ungestüm das Meer.

Hügel und Felsen erscheinen;

Der Berge Gipfel steigt empor.

Die Fläche, weit gedehnt,

Durchläuft der breite Strom in mancher Krümme.

Leise rauschend gleitet fort

Im stillen Tal der helle Bach.

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

15


Programm

Rezitativo

Gabriel

Und Gott sprach: Es bringe die Erde Gras hervor, Kräuter, die Samen geben, und Obstbäume, die

Früchte bringen ihrer Art gemäß, die ihren Samen in sich selbst haben auf der Erde; und es ward so.

Aria

Gabriel

Nun beut die Flur das frische Grün

Dem Auge zur Ergetzung dar.

Den anmutsvollen Blick

Erhöht der Blumen sanfter Schmuck.

Hier düften Kräuter Balsam aus;

Hier sprosst den Wunden Heil.

Die Zweige krümmt der goldnen Früchte Last;

Hier wölbt der Hain zum kühlen Schirme sich,

Den steilen Berg bekrönt ein dichter Wald.

Recitativo

Uriel

Und die himmlischen Heerscharen verkündigten

den dritten Tag, Gott preisend und sprechend:

Chor

Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier!

Lasst euren Lobgesang erschallen!

Frohlocket dem Herrn, dem mächtigen Gott!

Denn er hat Himmel und Erde

Bekleidet in herrlicher Pracht.

Recitativo

Uriel

Und Gott sprach: Es sei'n Lichter an der Feste des Himmels, um den Tag von der Nacht zu

scheiden, und Licht auf der Erde zu geben; und es seien diese für Zeichen und für Zeiten und für

Tage und für Jahre. Er machte die Sterne gleichfalls.

Recitativo

Uriel

In vollem Glanze steiget jetzt die Sonne strahlend auf; ein wonnevoller Bräutigam, ein Riese stolz

und froh, zu rennen seine Bahn.

16 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Mit leisem Gang und sanftem Schimmer schleicht der Mond die stille Nacht hindurch.

Den ausgedehnten Himmelsraum ziert ohne Zahl der hellen Sterne Gold, und die Söhne Gottes

verkündigten den vierten Tag mit himmlischem Gesang, seine Macht ausrufend also:

Chor mit Soli

Chor

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,

Und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

Gabriel, Uriel, Raphael

Dem kommenden Tage sagt es der Tag;

Die Nacht, die verschwand, der folgenden Nacht.

Chor

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,

Und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

Gabriel, Uriel, Raphael

In alle Welt ergeht das Wort,

Jedem Ohre klingend, keiner Zunge fremd.

Chor

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,

Und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament.

2. TEIL

Recitativo

Gabriel

Und Gott sprach: Es bringe das Wasser in der Fülle hervor webende Geschöpfe, die Leben haben,

und Vögel, die über der Erde fliegen mögen in dem offenen Firmamente des Himmels.

Aria

Gabriel

Auf starkem Fittige schwinget sich der Adler stolz,

Und teilet die Luft

Im schnellesten Fluge zur Sonne hin.

Den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,

Und Liebe girrt das zarte Taubenpaar.

Aus jedem Busch und Hain

Erschallt der Nachtigallen süße Kehle.

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

17


Programm

Noch drückte Gram nicht ihre Brust,

Noch war zur Klage nicht gestimmt

Ihr reizender Gesang.

Recitativo

Raphael

Und Gott schuf große Walfische und ein jedes lebende Geschöpf, das sich beweget, und Gott sie,

segnete sprechend:

Seid fruchtbar alle, mehret euch! Bewohner der Luft, vermehret euch und singt auf jedem Aste!

Mehret euch, ihr Flutenbewohner, und füllet jede Tiefe! Seid fruchtbar, wachset, mehret euch!

Erfreuet euch in eurem Gott!

Und die Engel rührten ihr' unsterblichen Harfen und sangen die Wunder des fünften Tags.

Terzetto

Gabriel

In holder Anmut stehn,

Mit jungem Grün geschmückt,

Die wogichten Hügel da.

Aus ihren Adern quillt

In fließendem Kristall,

Der kühlende Bach hervor.

Uriel

In frohen Kreisen schwebt,

Sich wiegend in der Luft,

Der munteren Vögel Schar.

Den bunten Federglanz

Erhöht im Wechselflug

Das goldene Sonnenlicht.

Raphael

Das helle Nass durchblitzt der Fisch

Und windet sich in stetem Gewühl umher.

Vom tiefsten Meeresgrund wälzt sich Leviathan

Auf schäumender Well' empor.

Gabriel, Uriel, Raphael

Wie viel sind deiner Werk', o Gott!

Wer fasset ihre Zahl?

18 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Chor mit Soli

Der Herr ist groß in seiner Macht,

Und ewig bleibt sein Ruhm.

Recitativo

Raphael

Und Gott sprach: Es bringe die Erde hervor lebende Geschöpfe nach ihrer Art; Vieh und

kriechendes Gewürm und Tiere der Erde nach ihren Gattungen.

Recitativo

Raphael

Gleich öffnet sich der Erde Schoß

Und sie gebiert auf Gottes Wort

Geschöpfe jeder Art,

In vollem Wuchs und ohne Zahl.

Vor Freude brüllend steht der Löwe da.

Hier schießt der gelenkige Tiger empor.

Das zackig Haupt erhebt der schnelle Hirsch.

Mit fliegender Mähne springt und wieh'rt,

Voll Mut und Kraft, das edle Ross.

Auf grünen Matten weidet schon das Rind,

In Herden abgeteilt.

Die Triften deckt, als wie gesät,

Das wollenreiche, sanfte Schaf.

Wie Staub verbreitet sich,

In Schwarm und Wirbel,

Das Heer der Insekten.

In langen Zügen kriecht am Boden das Gewürm.

Aria

Raphael

Nun scheint in vollem Glanze der Himmel;

Nun prangt in ihrem Schmucke die Erde.

Die Luft erfüllt das leichte Gefieder;

Die Wässer schwellt der Fische Gewimmel,

Den Boden drückt der Tiere Last.

Doch war noch alles nicht vollbracht.

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

19


Programm

Dem ganzen fehlte das Geschöpf,

Das Gottes Werke dankbar sehn,

Des Herren Güte preisen soll.

Recitativo

Uriel

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde, nach dem Ebenbilde Gottes schuf er

ihn. Mann und Weib erschuf er sie. Den Atem des Lebens hauchte er in sein Angesicht, und der

Mensch wurde zur lebendigen Seele.

Aria

Uriel

Mit Würd' und Hoheit angetan,

Mit Schönheit, Stärk' und Mut begabt,

Gen Himmel aufgerichtet steht der Mensch,

Ein Mann und König der Natur.

Die breit gewölbt' erhab'ne Stirn

Verkünd't der Weisheit tiefen Sinn,

Und aus dem hellen Blicke strahlt

Der Geist, des Schöpfers Hauch und Ebenbild.

An seinen Busen schmieget sich,

Für ihn, aus ihm geformt,

Die Gattin, hold und anmutsvoll.

In froher Unschuld lächelt sie,

Des Frühlings reizend Bild,

Ihm Liebe, Glück und Wonne zu.

Recitativo

Raphael

Und Gott sah jedes Ding, was er gemacht hatte; und es war sehr gut; und der himmlische Chor

feierte das Ende des sechsten Tages mit lautem Gesang.

Chor mit Terzetto

Chor

Vollendet ist das große Werk;

Der Schöpfer sieht's und freuet sich.

Auch uns're Freud' erschalle laut!

Des Herren Lob sei unser Lied!

Gabriel, Uriel

20 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Zu dir, o Herr, blickt alles auf;

Um Speise fleht dich alles an.

Du öffnest deine Hand,

Gesättigt werden sie.

Raphael

Du wendest ab dein Angesicht;

Da bebet alles und erstarrt.

Du nimmst den Odem weg;

In Staub zerfallen sie.

Gabriel, Uriel, Raphael

Den Odem hauchst du wieder aus,

Und neues Leben sprosst hervor.

Verjüngt ist die Gestalt der Erd' an Reiz und Kraft.

Chor

Vollendet ist das große Werk.

Des Herren Lob sei unser Lied!

Alles lobe seinen Namen;

Denn er allein ist hoch erhaben,

Alleluja, Alleluja.

3. TEIL

Recitativo

Uriel

Aus Rosenwolken bricht,

Geweckt durch süßen Klang,

Der Morgen jung und schön.

Vom himmlischen Gewölbe

Strömt reine Harmonie

Zur Erde hinab.

Seht das beglückte Paar,

Wie Hand in Hand es geht!

Aus ihren Blicken strahlt

Des heißen Danks Gefühl.

Bald singt in lautem Ton

Ihr Mund des Schöpfers Lob.

Lasst unsre Stimme dann

Sich mengen in ihr Lied.

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

21


Programm

Chor mit Duetto

Eva, Adam

Von deiner Güt', o Herr und Gott,

Ist Erd' und Himmel voll.

Die Welt, so groß, so wunderbar,

Ist deiner Hände Werk.

Chor

Gesegnet sei des Herren Macht,

Sein Lob erschall' in Ewigkeit.

Adam

Der Sterne hellster, o wie schön

Verkündest du den Tag!

Wie schmückst du ihn, o Sonne du,

Des Weltalls Seel' und Aug'!

Chor

Macht kund auf eurer weiten Bahn

Des Herren Macht und seinen Ruhm!

Eva

Und du, der Nächte Zierd' und Trost,

Und all das strahlend' Heer,

Verbreitet überall sein Lob

In euerm Chorgesang!

Adam

Ihr Elemente, deren Kraft

Stets neue Formen zeugt,

Ihr Dünst' und Nebel,

Die der Wind versammelt und vertreibt:

Eva, Adam, Chor

Lobsinget alle Gott, dem Herrn,

Groß wie sein Nam‘ ist seine Macht.

Eva

Sanft rauschend lobt, o Quellen, ihn!

Den Wipfel neigt, ihr Bäum'!

Ihr Pflanzen duftet, Blumen haucht

Ihm euern Wohlgeruch!

Adam

Ihr, deren Pfad die Höh'n erklimmt,

Und ihr, die niedrig kriecht,

Ihr, deren Flug die Luft durchschneid't,

22 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Und ihr im tiefen Nass:

Eva, Adam, Chor

Ihr Tiere, preiset alle Gott!

Ihn lobe, was nur Odem hat!

Eva, Adam

Ihr dunklen Hain', ihr Berg' und Tal',

Ihr Zeugen uns'res Danks;

Ertönen sollt ihr früh und spät

Von unserm Lobgesang.

Chor

Heil dir, o Gott, o Schöpfer, Heil!

Aus deinem Wort entstand die Welt.

Dich beten Erd' und Himmel an;

Wir preisen dich in Ewigkeit.

Denn er allein ist hoch erhaben,

Alleluja, Alleluja.

Recitativo

Adam

Nun ist die erste Pflicht erfüllt;

Dem Schöpfer haben wir gedankt.

Nun folge mir, Gefährtin meines Lebens!

Ich leite dich, und jeder Schritt

Weckt neue Freud' in unsrer Brust,

Zeigt Wunder überall.

Erkennen sollst du dann,

Welch unaussprechlich Glück

Der Herr uns zugedacht,

Ihn preisen immerdar,

Ihm weihen Herz und Sinn.

Komm, folge mir, ich leite dich.

Eva

O du, für den ich ward,

Mein Schirm, mein Schild, mein All!

Dein Will' ist mir Gesetz.

So hat's der Herr bestimmt,

Und dir gehorchen bringt

Mir Freude, Glück und Ruhm.

Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr

23


Programm

Duetto

Adam

Holde Gattin, dir zur Seite

Fließen sanft die Stunden hin.

Jeder Augenblick ist Wonne,

Keine Sorge trübet sie.

Eva

Teurer Gatte, dir zur Seite

Schwimmt in Freuden mir das Herz.

Dir gewidmet ist mein Leben,

Deine Liebe sei mein Lohn.

Adam

Der tauende Morgen,

O wie ermuntert er!

Eva

Die Kühle des Abends,

O wie erquicket sie!

Adam

Wie labend ist

Der runden Früchte Saft!

Eva

Wie reizend ist

Der Blumen süßer Duft!

Eva, Adam

Doch ohne dich, was wäre mir -

Adam

Der Morgentau,

Eva

Der Abendhauch,

Adam

Der Früchte Saft,

Eva

Der Blumen Duft.

Eva, Adam

Mit dir erhöht sich jede Freude,

Mit dir genieß ich doppelt sie;

Mit dir ist Seligkeit das Leben;

Dir sei es ganz geweiht.

24 Freitag, 17. August und Samstag, 18. August 2018 // 20 Uhr


Recitativo

Uriel

O glücklich Paar, und glücklich immerfort,

Wenn falscher Wahn euch nicht verführt,

Noch mehr zu wünschen, als ihr habt,

Und mehr zu wissen, als ihr sollt!

Chor

Singt dem Herren alle Stimmen!

Dankt ihm alle seine Werke!

Lasst zu Ehren seines Namens

Lob im Wettgesang erschallen!

Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit!

Amen!

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Wir feiern weiter!

Die Kantate wieder mehr in den

Fokus des Gottesdienstes zu

rücken, ist ein wichtiges Anliegen

der „amici musicae“. Ihrer jeweiligen

Bestimmung im Kirchenjahr

entsprechend erklingen folgende

Kantaten an ausgewählten Sonnund

Feiertagen:

Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden – BWV 47

23. September 2018, 9.30 Uhr | Thomaskirche Leipzig

Kantaten zum Michaelisfest – BWV 19/50/130/149 (Konzert)

29. September 2018, 19.30 Uhr | Kunstkraftwerk Leipzig

Gott der Herr ist Sonn und Schild – BWV 79

31. Oktober 2018, 10 Uhr | Peterskirche Leipzig

Nun komm, der Heiden Heiland – BWV 62

2. Dezember 2018, 9.30 Uhr | Thomaskirche Leipzig

Und es waren Hirten in derselben Gegend – BWV 248/II

26. Dezember 2018, 9.30 Uhr | Thomaskirche Leipzig

Ausführende: Franziska Bobe | Reglint Bühler | Viola Blache | Christiane Wiese |

Hanna Hagel | Inga Jäger | Tobias Hunger | Stephan Scherpe | Robert Pohlers |

Paul Kmetsch | Martin Häßler | Dominic Große | Diogo Mendes | Felix Plock | Tobias Ay |

Andreas Drescher | „amici musicae“, Chor & Orchester, Leipzig | Ron-Dirk Entleutner


Programm

Kantatengottesdienst

Mit Aufführung der Bach-Kantate BWV 69a

„Lobe den Herrn, meine Seele“

Sonntag, 19. August 2018 // 10 Uhr

AUSFÜHRENDE

Franziska Bobe (Sopran)

Stephan Scherpe (Tenor)

Diogo Mendes (Bass)

„amici musicae“, Chor & Orchester, Leipzig

Musikalische Leitung: Ron-Dirk Entleutner

Diese Kantate ist ein Beispiel dafür, welche Schätze in den unscheinbaren „nach Trinitatis“-Bezeichnungen

verborgen liegen. Bach selbst war von ihr offenbar so begeistert, dass er sie 1748

sogar zu einer Ratswechsel-Kantate umarbeitete. Liturgisch geht es an diesem Sonntag um die

Heilung eines Taubstummen, der, nachdem er seine Stimme wiedergefunden hat, freudig ausruft:

„Alsdenn singt mein Mund mit Freuden: Gott hat alles wohlgemacht!“ Die Lobpreisung und den

Dank vertont Bach in einem festlichen Eingangschor, der mit Trompeten, Pauken und dreifachem

Oboen-Chor der Besetzung eines Weihnachtsfeiertags entspricht.

Sonntag, 19. August 2018 // 10 Uhr

27


Programm

Johann Sebastian Bach (1685–1750)

„Lobe den Herrn,

meine Seele“

BWV 69a

1. Chor

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,

was er dir Gutes getan hat!

2. Rezitativ (Sopran)

Ach, dass ich tausend Zungen hätte!

Ach wäre doch mein Mund

Von eitlen Worten leer!

Ach, dass ich gar nichts redte,

Als was zu Gottes Lob gerichtet wär!

So machte ich des Höchsten Güte kund;

Denn er hat lebenslang so viel an mir getan,

Dass ich in Ewigkeit ihm nicht verdanken kann.

3. Arie (Tenor)

Meine Seele,

Auf, erzähle,

Was dir Gott erwiesen hat!

Rühmet seine Wundertat,

Lasst ein gottgefällig Singen

Durch die frohen Lippen dringen!

4. Rezitativ (Alt)

Gedenk ich nur zurück,

Was du, mein Gott, von zarter Jugend an

Bis diesen Augenblick

An mir getan,

So kann ich deine Wunder, Herr,

So wenig als die Sterne zählen.

Vor deine Huld, die du an meiner Seelen

Noch alle Stunden tust,

Indem du nie von deiner Liebe ruhst,

Vermag ich nicht vollkommnen Dank zu weihn.

Mein Mund ist schwach, die Zunge stumm

Zu deinem Preis und Ruhm.

Ach! sei mir nah

Und sprich dein kräftig Hephata,

So wird mein Mund voll Dankens sein.

5. Arie (Bass)

Mein Erlöser und Erhalter,

Nimm mich stets in Hut und Wacht!

Steh mir bei in Kreuz und Leiden,

Alsdenn singt mein Mund mit Freuden:

Gott hat alles wohlgemacht!

6. Choral

Was Gott tut, das ist wohlgetan,

Darbei will ich verbleiben.

Es mag mich auf die rauhe Bahn

Not, Tod und Elend treiben:

So wird Gott mich

Ganz väterlich

In seinen Armen halten.

Drum lass ich ihn nur walten.

28 Sonntag, 19. August 2018 // 10 Uhr


Künstler

Jugendsinfonieorchester der

Musikschule Leipzig

Als Flaggschiff der zweitgrößten Musikschule

Deutschlands schaut das Jugendsinfonieorchester

der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian

Bach“ auf eine über 30jährige Geschichte zurück.

1985 durch Iwan Iwanow gegründet, wuchs

das Orchester schnell zu einem hervorragenden

Klangkörper heran. Das Leipziger Gewandhaus,

die Thomaskirche wie auch die Kongresshalle

gehören seitdem zu den regelmäßigen Konzertorten.

Vielfach preisgekrönt zählt es zu den besten

deutschen Jugendorchestern und reist als Botschafter

der Musikstadt Leipzig durch die ganze

Welt. Konzertreisen führten die knapp 90 jungen

Musikerinnen und Musiker im Alter von 14–20

Jahren durch ganz Europa, nach Israel, Äthiopien,

Kanada und in die Vereinigten Staaten. Das

Jugendsinfonieorchester Leipzig ist mehrfacher

Bundespreisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs.

Konstanze Pietschmann –

Violoncello

Johanna Kegel – Viola

Diana Kostadinova – Violine

Die drei in Leipzig geborenen Solistinnen des

Jugendsinfonieorchesters können trotz ihres

jungen Alters schon auf zahlreiche Preise auf

Bundes- und Landesebene sowie Stipendien

zurückblicken. Diese erhielten sie nicht nur im

Künstler

29


Künstler

Rahmen solistischer Auftritte, sondern ebenso

für Darbietungen anspruchsvoller Kammermusik.

Konstanze Pietschmann erhielt ihren ersten

Cellounterricht bereits mit drei Jahren bei Gerda

Scharf an der Musikschule Leipzig. Im März 2016

wurde sie in die Nachwuchsförderklasse von

Anna Niebuhr an der Hochschule für Musik und

Theater Leipzig aufgenommen, wo sie im kommenden

Oktober ihr Studium bei Prof. Peter Bruns

beginnen wird. Konstanze Pietschmann spielt

ein Violoncello des Geigenbaumeisters Ehrfried

Wunderlich (Wohlhausen) aus dem Musikinstrumentenfonds

der Kulturstiftung des Freistaates

Sachsen. Die musikalische Ausbildung von Johanna

Kegel begann mit 5 Jahren bei Sieglinde

Fenner an der Leipziger Musikschule zunächst

im Fach Violine. Erst während ihres Unterrichts

bei Marie Smalla wechselte sie im Jahr 2014 zur

Bratsche. Johanna Kegel spielt im mehrfach ausgezeichneten

Streichquartett „Con passione“

mit Konstanze Pietschmann und ist seit einigen

Jahren Teil der Begabtenförderung des Freistaates

Sachsen im Fach Viola. Auch Diana Kostadinova

erhielt ab dem 5. Lebensjahr Geigenunterricht

bei Christine Tauber an der Musikschule

Leipzig. Seit August 2016 wird sie dort von Prof.

Andreas Hartmann unterrichtet und ist seit 2018

Konzertmeisterin des Jugendsinfonieorchesters.

Einen bisherigen Höhepunkt bildete 2017

die Aufführung von Beethovens Tripelkonzert

in C-Dur op. 56 durch ihr Trio „Passionissimo“

mit den Bergischen Symphonikern. Diana Kostadinova

ist Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung

und der sächsischen Mozartgesellschaft.

Franziska Bobe – Sopran

Die in Halberstadt geborene Sopranistin Franziska

Bobe studierte an der Hochschule für Musik

Würzburg zunächst Schulmusik, dann Gesang

bei Martin Hummel und Prof. Monika Bürgener.

Schon in der Studienzeit erarbeitete sie sich ein

breit gefächertes Repertoire, das vom Barock bis

zur Moderne reicht. Wichtige Impulse erhielt die

freischaffende Sängerin durch Meisterkurse bei

Margreet Honig, Christian Elsner und Axel Bauni.

Derzeit wird Franziska Bobe sängerisch von Sibylla

Rubens betreut. Ihre rege Konzerttätigkeit ist

von der Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten

wie Frieder Bernius, Jörg Straube, Kay Johannsen

und Ensembles wie Stiftsbarock Stuttgart,

Concerto Palatino, Musica Alta Ripa geprägt. Seit

2012 ist Franziska Bobe Mitglied des Solisten-

30 Künstler


ensembles Stimmkunst, das im Zyklus „Bach:

Vokal“ bis zum Jahr 2021 unter der Leitung von

Kay Johannsen in der Stiftskirche Stuttgart das

gesamte Vokalwerk Johann Sebastian Bachs

aufführt.

Stephan Scherpe – Tenor

Stephan Scherpe sammelte erste sängerische

Erfahrungen in der Domkantorei seiner Geburtsstadt

Merseburg. Seit seinem Studienabschluss

bei Prof. Berthold Schmid in Leipzig ist

er hauptsächlich im konzertanten Bereich zu

erleben. Dabei kann er auf ein Repertoire von

Schütz bis Dupré zurückgreifen. Seine besondere

Vorliebe gilt der Interpretation der Vokalwerke

J. S. Bachs und F. Mendelssohn Bartholdys, aber

auch dem Lied widmet er sich zunehmend mit

großem Interesse. Engagements führten den

Sänger bisher u. a. zu bedeutenden Musikfestivals

im gesamten Bundesgebiet sowie in die

Schweiz, in die Niederlande, nach Belgien, Dänemark,

Italien, Monaco, Österreich, Frankreich,

Japan und in die USA. So arbeitet er mit namhaften

Ensembles, wie La Petite Bande unter Sigiswald

Kuijken, dem Bach-Collegium Stuttgart

unter Helmuth Rilling, dem Stiftsbarock Stuttgart

unter Kay Johannsen, dem Zürcher Ensemble

La partita, dem Freiburger Barockorchester

sowie den Virtuosi Saxoniæ (letztere unter Leitung

von Ludwig Güttler) und dem Thomanerchor

Leipzig (Gotthold Schwarz) zusammen.

Diogo Mendes – Bass

Diogo Mendes wurde 1991 in Augsburg geboren

und begann bereits mit fünf Jahren seine instrumentale

und vokale Ausbildung bei den Augsburger

Domsingknaben. Auch heute ist der Bariton

noch als Solist des Chores zu hören. Den Bachelor

beendete er 2016 bei KS Prof. Jürgen Kurth an

der Hochschule für Musik und Theater Leipzig,

wo er auch seit dem Wintersemester 2016/2017

im Master bei KS Prof. Roland Schubert studiert.

Auftritte führten ihn bereits ins Leipziger Gewandhaus,

ins Schumann-Haus und in die Leipziger

Thomaskirche, wo er als Solist beim Bachfest

zu hören war. Erste Opernerfahrungen sammelte

Diogo Mendes in Hochschulproduktionen als Graf

Eberbach in Albert Lortzings „Der Wildschütz“,

Künstler

31


Künstler

„Felix Mendelssohn Bartholdy“, Leipzig gründete

er das Ensemble „amici musicae“, Chor & Orchester,

Leipzig, mit dem er bis heute erfolgreich im

In-und Ausland konzertiert. Zwei Schwerpunkte

bestimmen sein musikalisches Schaffen, das Werk

Johann Sebastian Bachs und selten aufgeführte

Chorsinfonik. Seit 2000 leitet er überaus erfolgreich

das Jugendsinfonieorchester der Musikschule

Leipzig „Johann Sebastian Bach“, das mehrfacher

Bundespreisträger ist. Ein besonderes Augenmerk

legt Ron-Dirk Entleutner auf die Ausbildung und

Förderung junger Musikerinnen und Musiker. 2007

wurde er als Universitätsmusikdirektor nach Koblenz

berufen und übernahm im Sommer 2015

die Leitung des Landesjugendchores Sachsen.

als Fürst Ottokar in Carl Maria von Webers „Freischütz“

und als Landarzt in Hans Werner Henzes

gleichnamiger Oper. In der Spielzeit 2014/2015

debütierte er an der Leipziger Oper als Marchese

d’Obigny in „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Diogo

Mendes ist 1. Preisträger des Lortzing-Wettbewerbs

in Leipzig 2014.

Ron-Dirk Entleutner – Dirigent

Tief in der Musiktradition seiner Heimatstadt verwurzelt,

zählt der ehemalige Thomaner Ron-Dirk

Entleutner zu den interessantesten Dirigenten

persönlichkeiten Leipzigs. Bereits während seines

Studiums an der Hochschule für Musik und Theater

32

Künstler


„amici musicae“,

Chor & Orchester, Leipzig

Das Ensemble „amici musicae“, Chor & Orchester

Leipzig wurde 1994 von Ron-Dirk Entleutner gegründet

und hat sich seitdem zu einem wichtigen

Bestandteil des Leipziger Musiklebens entwickelt.

Der Hauptschwerpunkt des Ensembles liegt auf

der Pflege der Musik J. S. Bachs, die sich in Kantaten-,

Passions- und Oratoriumsaufführungen zeigt,

aber auch in der Gestaltung der Motetten der Thomaskirche

sowie der regelmäßigen Teilnahme am

Bachfest Leipzig. Durch die Kooperation mit dem

Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig

kommen zudem große chorsinfonische Werke zur

Aufführung, zuletzt das Requiem von G. Verdi. Neben

diesen traditionellen Formaten laden die amici

musicae jedes Jahr im Sommer zum „Wachau-

Festival“ in die Kirchenruine Wachau ein sowie

zu „Klangfabriken“, in denen Repertoire verschiedener

Epochen und Besetzungen sowie das

Zusammenspiel von Musik, Licht, Raum und Tanz

erlebbar gemacht werden. Diverse Konzertreisen

führten das Ensemble auf die Azoren, nach Italien,

Japan und in die USA.

Künstler

33


Sponsoren/Impressum

Partner

Mit freundlicher Unterstützung der

Stadt Markkleeberg

Ein herzlicher Dank gilt:

dem Förderverein der Kirchenruine Wachau e.V.

Impressum

„amici musicae“,

Chor & Orchester, Leipzig

Wachauer Festival-Nächte

16. bis 19. August 2018

www.wachau-festival.de

Künstlerische Leitung:

Ron Dirk Entleutner

Gestaltungskonzept:

annodare GmbH – Agentur für Marketing und

visuelle Kommunikation Leipzig

Satz:

Juliane Bergner

amici musicae e.V.

Arndtstraße 64, 04275 Leipzig

1. Vorsitzender: Matthis Gaebel

E-Mail: vorstand@amici-musicae.de

Web: www.amici-musicae.de

34 Sponsoren/ Impressum


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04179 Leipzig T +49 (0) 341 4929 1500


DIE BACH-MOTETTEN

31.10. | 18 UHR | PETERSKIRCHE

amici musicae, Chor & Orchester, Leipzig

Ron-Dirk Entleutner

KLANGFABRIK.AMICI-MUSICAE.DE

Karten an allen bekannten

Vorverkaufsstellen.

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