FSA-MAGAZIN-1819

mdsport

Ab sofort ist es im Buch- und Zeitschriftenhandel und bei vielen Vereinen für 4,90 Euro erhältlich.
Ein Interview mit dem DDR-Rekordnationalspieler und ehemaligen Zweitligatrainer Joachim Streich leitet das neue Magazin ein. Es enthält erstmals einen Sonderteil zur 2. Bundesliga und – wie gewohnt – die Analysen zur Lage in den Ligen sowie die Ansetzungen bis zur Landesklasse.
Die Vertreter Sachsen-Anhalts in der 2. Bundesliga, der 3. Liga, der Regionalliga Nordost, der NOFV-Oberliga Nord und Süd sowie die Verbandsligisten werden in Wort und Bild vorgestellt. Des Weiteren sind die Aufgebote aller Landesligisten enthalten.
Unsere neue Ausgabe präsentiert darüber hinaus Beiträge zum Landespokal der Frauen und Herren, zum Nachwuchs, zum Freizeit- und Breitensport und zu den Schiedsrichtern.
Ein umfangreicher Statistikteil rundet das 76-seitige Magazin ab.

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3. Liga

1. FCM und SC Paderborn im Gleichschritt in die 2. Bundesliga

Insolvenzen von Erfurt und Chemnitz überschatten die Saison

Eigentlich hatten sich die Fans des Halleschen

FC und des 1. FC Magdeburg vor

der Saison 2017/2018 auf die Duelle mit

dem ehemaligen Bundesligisten TSV 1860

München gefreut, aber es kam bekanntlich

anders. Der Traditionsverein erhielt keine

Lizenz für die 3. Liga. Davon profitierte

der SC Paderborn 07, der trotz des sportlichen

Abstiegs der 3. Liga erhalten blieb.

Ein Segen für die Ostwestfalen, wie sich

im Laufe der Saison herausstellen sollte.

Statt im Amateurbereich einen Neuanfang

zu nehmen, mauserte sich das Team von

Trainer Steffen Baumgart, der in der Rückrunde

der Saison 2007/2008 beim Ligakonkurrenten

1. FC Magdeburg spielte und

von März 2009 bis März 2010 Trainer der

damaligen Regionalligisten war, zu einem

der Aufstiegsaspiranten. Am 4. Spieltag

übernahmen die Paderborner erstmals die

Tabellenführung und ließen sich bis zum

Ende der Saison nicht mehr von einem

direkten Aufstiegsplatz verdrängen. In

der Rückrunde mussten sie den Platz an

der Sonne einige Male dem 1. FC Magdeburg

überlassen, zu ihrem Leidwesen auch

in der Schlussphase der Spielzeit, als die

Elbestädter mit einer tollen Serie die

Meisterschaft in der 3. Liga sicherten.

Während die Blau-Weißen ihren Aufstieg

feierten, hatte der Hallesche FC erneut

die angestrebten sportlichen Ziele weit

verfehlt und landete, wie in den beiden

Spielzeiten zuvor, auf einem unbefriedigenden

13. Platz.

Spannend blieb bis zum Saisonende der

Kampf um den Relegationsplatz, den sich

dank der drittbesten Rückrunde der Karlsruher

SC, der auch die fairste Mannschaft

der Liga stellte, sicherte. An einen möglichen

sofortigen Wiederaufstieg in die

2. Bundesliga hatte nach der Hinrunde

kaum jemand geglaubt, denn die Badener

hatten bereits 13 Punkte Rückstand

auf das Führungsduo SC Paderborn 07 und

1. FC Magdeburg. Der ehemalige Bundesligist

scheiterte jedoch in der Relegation

am FC Erzgebirge Aue (0:0, 1:3) und muss

eine weitere Spielzeit in der 3. Liga verbleiben.

Der SV Wehen Wiesbaden, nach Abschluss

der Hinrunde auf dem 3. Platz, den er

auch bis zum 34. Spieltag inne hatte, wurde

in der Endabrechnung Vierter. Einziger

Trost für die verpasste Relegation war die

Qualifikation für die 1. Runde des DFB-

Pokals. Die Wiesbadener hatten mit Manuel

Schäffler, der 22 Treffer erzielte, den besten

Torschützen der Liga in ihren Reihen.

Benjamin Girth vom SV Meppen, der beim

1. FCM ausgebildet wurde, und Sven Michel

vom SC Paderborn kamen jeweils auf 19

Tore. FCM-Torjäger Christian Beck wurde

im November 2017 und Februar 2018 von

den Zuschauern der ARD-Sportschau zum

Torschützen des Monats gewählt.

Die Sachsen-Anhalt Derbys in der 3. Liga konnte in der Saison 2017/2018 beide der

1. FC Magdeburg für sich entscheiden. Das Hinspiel endete 2:1 (Titelbild). In der Rückrunde

unterlagen die Männer um HFC-Kapitän Klaus Gjasula (l.) – im Duell mit Charles-

Elie Laprevotte – im ERDGAS Sportpark mit 0:2.

Foto: Thomas Böttcher

Der Abstiegskampf war in der Saison

2017/2018 frühzeitig entschieden. Nach

der Hinrunde belegten der SV Werder

Bremen II, der Chemnitzer FC und der FC

Rot-Weiß Erfurt die Abstiegsränge. Der SC

Preußen Münster, der FSV Zwickau und die

Sportfreunde Lotte lagen mit nur einem

bzw. zwei Punkten vor den Abstiegsrängen

auch in der Gefahrenzone. In der Rückrunde

konnte die Bundesligareserve des SV

Werder Bremen nur 14 Punkte einfahren

und musste in die Regionalliga absteigen.

Die Gründe für den Abstieg des Chemnitzer

FC und des FC Rot-Weiß Erfurt

lagen nicht nur im sportlichen, sondern

vor allem im wirtschaftlichen Bereich.

Beide Vereine meldeten in der 2. Halbserie

Insolvenz an und bekamen jeweils neun

Punkte abgezogen.

Damit fehlt der 3. Liga, die in ihre elfte

Spielzeit geht, mit den Erfurtern der einzige

Verein, der von Anbeginn – seit der

Saison 2008/2009 – dabei war. Aus der

Gründungssaison sind in der neuen Spielzeit

die ehemaligen Zweitligisten Eintracht

Braunschweig und SpVgg Unterhaching

sowie der FC Carl Zeiss Jena und

der VfR Aalen vertreten.

Die 3. Liga war noch nie so namhaft besetzt

wie in der neuen Saison. Es gibt ein

Stelldichein der Meister. Der Absteiger aus

der 2. Bundesliga, 1. FC Kaiserslautern,

wurde viermal Deutscher Meister. Eintracht

Braunschweig und der TSV 1860 München

wurden jeweils einmal Meister.

Der FC Carl-Zeiss Jena kann auf drei

DDR-Meistertitel (einmal als SC Motor)

verweisen. Der F.C. Hansa Rostock wurde

in der Schicksalssaison 1990/1991

NOFV-Meister und qualifizierte sich für die

1. Bundesliga.

Für den Halleschen FC, der als einziger

Vertreter aus Sachsen-Anhalt in der

3. Liga vertreten ist, sind der 1. FC Kaiserslautern

und Eintracht Braunschweig

keine Unbekannten. 2015 unterlagen sie

Eintracht Braunschweig in der 1. Runde

des DFB-Pokals mit 0:1 und 2016 warfen

sie die Pfälzer nach einem dramatischen

Spiel mit 4:3 aus dem Pokalrennen.

Während die beiden Absteiger aus der

2. Bundesliga, Braunschweig und Kaiserslautern,

sicher den direkten Wiederaufstieg

im Visier haben, wird der Kampf um

den Klassenerhalt in der neuen Saison an

Brisanz zunehmen, denn erstmals wird es

vier statt bisher drei Absteiger geben.

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