Stahlreport 2018.04

markushuneke

73. Jahrgang | April 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

4|18

Überzeichnet – Was die Zollentscheidungen von Präsident Trump deutlich machen


gegründet 1969

Europäischer

Stahldistributeur

Besuchen Sie uns auf der Tube Düsseldorf

16. - 20. April 2018, Halle 07, Stand 70C26

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG

Consolstraße 11, D-45889 Gelsenkirchen

Tel. +49(0)209/98251-10, Fax +49(0)209/98251-31

info@bepro.de, www.bepro.de


„Überzeichnet – Was die

Zollentscheidungen von Präsident

Trump deutlich machen“

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

zu überzeichnen, das ist ein aussagekräftiges

Mittel des Journalismus. Dafür ist die Titelgeschichte

dieses Heftes ein gutes Beispiel. Sie

macht eine derzeit vielbeachtete Rolle des

amerikanischen Präsidenten deutlich und animiert

den Leser gleichzeitig, sich auch mit

anderen Aspekten des Themas auseinander zu

setzen – in diesem Fall schwerpunktmäßig mit den europäischen

„Reaktionen auf US-Zölle für Stahl“ (S. 6f).

Weitere Schwerpunkte dieses Heftes beschäftigen sich mit

z dem anstehenden Doppel-Messeereignis Tube und wire, die im

April „an den Start“ gehen (S. 22ff),

z dem BDS-Rohrtag am 1.3.18 in Düsseldorf, der nach Meinung

des Berichterstatters eine „runde Sache“ war (S. 32ff), und mit

z bildungspolitischen Fragen, die in einer Art „Terminflut“

(S. 38ff) in den letzten Wochen vor allem in Berlin behandelt

worden sind.

In letztgenanntem Zusammenhang hat sich im Übrigen gezeigt,

dass Politiker keineswegs immer wie ein ‚Elefant im Porzellanladen‘

auftreten müssen. Die neue Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek (S. 39) jedenfalls hat sich erst Einarbeitungszeit

erbeten, bevor sie dem „Stahlreport“ – und übrigens auch dem

„Spiegel“ – ein Interview zu den spezifischen Herausforderungen

der Berufsbildung gibt.

Paradoxerweise hat sie gerade damit, also mit der Verschiebung

des Interviews, die Handlungskompetenz unter Beweis

gestellt, die für Karrieren mit Lehre und damit auch für den Bildungsweg

der neuen Ministerin aus dem Münsterland als typisch

gelten: Fach- und Sozialkompetenz.

Diese Kombination von Eigenschaften wird ebenfalls für die

Bewältigung eines weiteren Themas gebraucht, das sich wie der

berühmte rote Faden auch durch dieses Heft zieht: die Digitalisierung,

die in den letzten Wochen am Beispiel Facebook ähnlich

viele schlechte Schlagzeilen produziert hat wie der amerikanische

Handelsprotektionismus.

Manchmal muss erst übertrieben, überzeichnet werden, um

Probleme zu erkennen und dann zu lösen.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion eine erkenntnisreiche

Lektüre dieses neuen Hefts.

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Gastbeitrag zu den Reaktionen auf US-Zölle für Stahl

8 GABO STAHL - Stahl auf kurzen Wegen

12 E/D/E – Einkaufsverband knackt „magische“ Grenze

14 MEBA Steel – Langsamdreher schnell beschafft

18 Kicherer – Ausbau des Maschinenparks

MESSEN UND MÄRKTE

22 Tube & wire

28 Unternehmensbilanzen

(Benteler, Salzgitter, Klöckner)

BDS

30 Research: Jahresauftakt geglückt

32 Rohrtag am 1.3.18 in Düsseldorf

38 Berufsbildung: Terminflut und Politik

44 Recht: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in

Unternehmen (4)

VERBÄNDE UND POLITIK

46 Verbändebündnis Wohnungsbau …

und weitere Lobbyarbeit

WISSENSWERTES

48 Pädagogik hat Priorität auf der Didacta …

und weitere Termine

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

LIFESTEEL

50 Kunst und Korrosion

50 Impressum

Stahlreport 4|18

3


Persönliches

Kurznachrichten

Thomas Isajiw

ist künftig nicht mehr Leiter des Zentralbereichs

Unternehmens- und Marktkommunikation

der SMS group. Der 57-Jährige Prokurist

hat diese Funktion, die 2001 mit seinem Eintritt

in die Unternehmensgruppe geschaffen

worden war, „auf eigenen Wunsch und in bestem

gegenseitigen

Einvernehmen“ aufgegeben,

um sich einer

neuen Herausforderung

zu stellen. Burkhard

Dahmen, Vorsitzender

der Geschäftsführung

der SMS

group, weiter: „Wir

danken Thomas Isajiw

für seine hervorragenden

Leistungen.

Er hat die Unternehmens- und Marktkommunikation

aufgebaut, erfolgreich geleitet und konsequent

weiterentwickelt. Wir verabschieden

ihn mit Dank und Anerkennung für seine

geleistete Arbeit und wünschen ihm für seinen

weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang

alles Gute“. Der Düsseldorfer Anlagenbauer,

der auf derzeit schwierigen Märkten

unterwegs ist, hat den Bereich, in dem

Dr. Thomas Isajiw Verantwortung hatte, inzwischen

umstrukturiert.

Aditya Mittal

ist zum Präsidenten des weltweit größten und

gleichnahmigen Stahlherstellers ernannt worden.

Er soll in dieser neuen Position, zusätzlich

zu seinen bisherigen Funktionen – Chief Financial

Officer (CFO) von ArcelorMittal und Chief

Executive Officer (CEO) von ArcelorMittal

Europe – den Chairman und CEO von Arcelor-

Mittal, Lakshmi Mittal, unterstützen.

Hans Schotten

ist zum neuen Vorsitzenden der Informationstechnischen

Gesellschaft und damit zum Mitglied

des Präsidiums des Technologieverbandes

VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik

Informationstechnik

e.V.) gewählt

worden. Professor Dr.

Hans Schotten leitet

als Wissenschaftlicher

Direktor den Forschungsbereich

Intelligente

Netze am

Deutschen Forschungszentrum

für

Künstliche Intelligenz

Foto: SMS

Foto: VDE

(DFKI) und hat den Lehrstuhl für Funkkommunikation

und Navigation an der Technischen

Universität Kaiserslautern inne. Im Rahmen

seiner Forschung beschäftigt er sich unter

anderem mit Mobilfunktechniken und Funkkommunikation

und entwickelt neue Sicherheitstechniken

sowie Kommunikationsinfrastrukturen

für die Industrie. Nun verantwortet

er für die nächsten drei Jahre die Geschicke

der 10.000 Mitglieder starken Informationstechnischen

Gesellschaft im VDE.

Jörg Simon

ist vorzeitig durch den Aufsichtsrat der Nordwest

Handel AG für eine weitere Amtszeit bis

zum 31. Dezember 2021 als Vorstand Stahl,

Finanzen und Administration bestellt worden.

Dieser Beschluss wurde vom Aufsichtsrat zu

Anfang des Jahres gefasst. Mit Jörg Simon

setzt der Handelsverband mit Sitz in Dortmund,

wie auch im Jahr zuvor mit der Bestätigung

der Verlängerung des Vorstandsvorsitzes

von Bernhard Dressler, auf Kontinuität. „Ich

bedanke mich für das mir entgegengebrachte

Vertrauen. Ich freue mich zusammen mit meinem

Vorstandskollegen Bernhard Dressler und

der gesamten Belegschaft den Erfolg von

Nordwest für unsere Fachhandelspartner weiter

zu entwickeln und aktiv zu begleiten“, kommentierte

Jörg Simon seine erneute Berufung

zum Vorstand bei der Nordwest Handel AG.

Georg Wolf

hat seit dem 1.2.18 – mit einer langjährigen

Branchenerfahrung – im Einkaufsbüro Deutscher

Eisenhändler (EDE) in Wuppertal die Leitung

des Geschäftsbereichs Haustechnik übernommen

und damit die Nachfolge von Rolf

Kaps angetreten. Der E/D/E Geschäftsbereich

Haustechnik mit den Händlergruppierungen

WUPPER-RING, VGH International und mah

zeigte sich bei hoher Kapazitätsauslastung im

Handwerk zuletzt sehr robust. Insgesamt

wuchs das Umsatzvolumen um 12,2 % auf

knapp 1,4 Mrd.€.

Helmer Blikslager

ist aus Altersgründen aus der Leitung der

Arbeitskreise der Jungkaufleute des Stahlhandels

in Hamburg, Schleswig-Holstein und

Mecklenburg-Vorpommern ausgeschieden. Bei

einem Treffen der Ausbildungsleiter in diesen

Regionen (vgl. ges. Bericht in diesem Heft,

S. 41) bedankten sich u.a. Vertreter des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel (BDS), der

diese Arbeit in der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung

unterstützt, bei dem

Berufsschullehrer.

Helmer Blikslager

hatte diese Position

17 Jahre lang inne.

Sein Nachfolger ist

Michael Vorwerk, der

diese Leitungstätigkeit

wie sein Vorgänger

gemeinsam mit Stefan Jungblut wahrnehmen

wird, der ebenfalls als Berufsschullehrer

in Hamburg tätig ist.

Foto: BDS

Christoph Steiger

ist überzeugt, dass die „Kooperation zwischen

Forschung, Lehre und Industrie … gerade im

Bereich Digitalisierung verstärkt werden“

muss. Der Vorstand Digital Business in der

Hoffmann-Group, einem in München ansässigen

europäischen Systempartner für Qualitätswerkzeuge,

ist auch Mitglied des Boards des

Internet Business Cluster e.V. (IBC), eines

Kooperationsnetzwerkes von Universitätsinstituten

und Digitalunternehmen, dem die Hoffmann-Group

jetzt beigetreten ist. Vor diesem

Hintergrund ergänzte Dr. Christoph Steiger:

„Wir freuen uns deshalb auf eine enge Zusammenarbeit

mit dem IBC.“ Der Verein IBC war

2011 mit dem Ziel gegründet worden, Vordenker

aus der digitalen Welt mit jungen Talenten

zusammen zu bringen. Damit soll München als

Digitalstandort gestärkt und der Austausch

innerhalb der Tech- und Digital-Community

gefördert werden.

Michael Müller

und Fred Metzken

haben dem Kuratorium der Montan-Stiftung-

Saar in dessen erster Sitzung des Jahres mitgeteilt,

dass sie sich im Laufe des Jahres 2018

aus dem operativen Geschäft zurückziehen

werden. Dr. Michael Müller wird somit aus

dem Amt des Vorsitzenden der Geschäftsführung

der SHS – Stahl-Holding-Saar (SHS) und

Fred Metzken aus dem Amt des Sprechers des

Vorstandes von Dillinger, Saarstahl sowie des

Mitglieds der Geschäftsführung der SHS zum

31.8.18 ausscheiden. Mit den persönlich

getroffenen Entscheidungen wollen sowohl

Müller (63) als auchMetzken (62) den aus ihrer

Sicht anstehenden Generationswechsel an der

Spitze der saarländischen Stahlindustrie

ermöglichen sowie eine zukunftsweisende

Nachfolgeregelung vorbereiten bzw. aktiv

unterstützen. In diesem Sinne ist inzwischen

Tim Hartmann (49) mit Wirkung zum 1.9.18 für

4 Stahlreport 4|18


die Dauer von fünf Jahren zum Vorsitzenden

der Geschäftsführung der SHS bestellt worden.

Martin Leiß-Maier

ist am 19.3.18 im Alter von 86 Jahren gestorben.

Um den Seniorchef der Seb. und Ant.

Leiss GmbH & Co. KG in Neuötting trauern

die Familie sowie Geschäftsleitung und

Belegschaft des Unternehmens. Der Verstorbene

hatte bis Ende 2009 als Gesellschafter

und Geschäftsführer über 65 Jahre lang den

Aufbau und den Erfolg der Firma geprägt.

beständig für die Interessen

der kleinen

und mittleren

Betriebe im Baugewerbe

eingesetzt. Als

promovierter Bauingenieur

ist der Jubilar

seit 1973 in diversen

Funktionen für die

Jean Bratengeier

Gruppe tätig gewesen. Zudem setzt er sich seit

über 30 Jahren in ehrenamtlicher Tätigkeit für

seinen Berufsstand ein.

Foto: ZDB

Branche der Massivumformung auf unserem

Messestand zu erhalten“, so Tobias Hain.

Heinz Jörg Fuhrmann

ist für seinen Anteil an der Neuausrichtung und

der Zukunftsfähigkeit der Salzgitter AG von der

Stadt Salzgitter zu ihrem Ehrenbürger ernannt

worden. Praktisch habe die Stadt durch Investitionen

von mehren hundert Millionen Euro so

etwas wie eine Standortgarantie erhalten,

erfuhr der Vorstandschef der Salzgitter AG bei

dieser Gelegenheit.

Garrelt Duin

hat zum 1.3.18 bei ThyssenKrupp Industrial

Solutions die Personalverantwortung für die

Geschäftseinheiten im Anlagenbau übernommen.

Der ehemalige nordrhein-westfälische

Wirtschaftsminister gehörte bis zur letzten

Landtagswahl 2017 dem Kabinett der Ministerpräsidenten

Hannelore Kraft (ebenfalls SPD) an.

Bernhard Hauke

wird ab 1.7.18 die Chefredaktion für die Fachzeitschriften

„Stahlbau“ und „Steel Construction“

übernehmen. Der langjährige Chefredakteur

Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer, dessen

Wirken beide Publikationen geprägt hat, tritt

dann in den Ruhestand. Dr. Bernhard Hauke

war bisher Geschäftsführer und Sprecher der

Geschäftsführung von bauforumstahl e.V. Die

Zeitschrift „Stahlbau“ ist eng verbunden mit

den deutschsprachigen Verbänden bauforumstahl,

Stahlbau Zentrum Schweiz sowie dem

Österreichischem Stahlbauverband und

erscheint zwölf mal pro Jahr, ergänzt durch

spezielle Themenhefte. Der neue Chefredakteur

studierte in Darmstadt und Tokyo Bauingenieurwesen,

begann seine berufliche Kariere

bei Hochtief Engineering als Tragwerksplaner,

Design Manager und Forscher und war

anschließend für eine Dekade im bauforumstahl

verantwortlich. Er ist zudem in zahlreichen

Gremien und Ausschüssen aktiv.

Hans-Hartwig Loewenstein

hat Anfang dieses Jahres sein 75. Lebensjahr

vollendet. Er ist Präsident des Zentralverbands

des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und steht

seit 2006 an der Spitze dieser Branchenorganisation

der Bauwirtschaft. Der ZDB vertritt die

Interessen von rund 35.000 Mitgliedern. In

einem zunehmend globalisierten und industriefreundlichen

Umfeld hat sich Loewenstein

Christian Traumann

ist Präsident der interpack 2020. Er wurde in

der konstituierenden Sitzung des Messebeirates

zur kommenden interpack an dessen Spitze

gewählt. Traumann ist seit 2015 Vorsitzender

des VDMA Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen

und Verpackungsmaschinen und war

bereits 2011 Präsident der interpack. Er ist

Geschäftsführender Direktor und Group CFO

der MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG.

Die Positionen der Vizepräsidenten zur Messe

Interpack besetzen Markus Rustler, Geschäftsführender

Gesellschafter der Theegarten-Pactec

GmbH & Co. KG, und Roland Straßburger, CEO

der SCHÜTZ GmbH & Co. KGaA. Die Wahl aller

Kandidaten erfolgte einstimmig.

Tobias Hain

weist im Vorfeld der diesjährigen Hannover

Messe (23.-27.4.) auf den dortigen Branchentreff

der Massivumformung

hin, die in

Halle 5 mit einer

20 m² umfassenden

Ausstellungsfläche

vertreten ist. Der Auftritt

der Massivumformung

konzentriert

sich nach Angaben

Foto: Industrieverband Massivumformung

von Dipl.-Wirt.-Ing.

Tobias Hain,

Geschäftsführer

Industrieverband Massivumformung e. V., –

über das Thema Massiver Leichtbau hinaus –

auf die Trendthemen der Branche wie Massivumformung

4.0, Energieeffizienz, Elektromobilität

und Additive Fertigung. Der Ausstellungsstand

ist als Branchentreff für die Unternehmen

der Massivumformung und ihre Kunden

gedacht. „Die Massivumformung tritt

zwar kleiner auf als in den Vorjahren, aber

Besucher können gewiss sein, hochwertige

Informationen rund um die Technologie und

Foto: ZHH

Axel Hofmann

hat im März sein 80stes Lebensjahr vollendet.

Fast 25 Jahre lang hatte der gelernte Stahlhändler

für den Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) insbesondere in der Betreuung

der Mitgliedsunternehmen in Süddeutschland

gearbeitet und bis zu seiner Pensionierung

das BDS-Büro in Nürnberg geleitet. Vor

diesen Hintergründen gehört er seit seinem

Einstieg in die Branche bis heute zu den regelmäßigen

Lesern des „Stahlreport“.

65 Auszubildende

aus 14 Unternehmen nutzten im Rahmen der

Internationalen Eisenwarenmesse, Köln, den

„Tag des Auszubildenden“, initiiert vom ZHH

und der Kölnmesse, um die Partner im Werkzeug-,

Befestigungs- und Industriebedarf kennenzulernen

und das umfangreiche Angebot

der Branche zu erleben. Im Rahmen der traditionsreichen

Leistungsschau führte der Zentralverband

Hartwarenhandel e.V. (ZHH), Düsseldorf,

diese Veranstaltung zum fünften Mal

durch. Am letzten Messetag waren alle Auszubildenden

des Werkzeugfach- und des Produktionsverbindungshandelshandels

auf die Internationale

Eisenwarenmesse eingeladen. Dabei

nutzen 2018 mehr Unternehmen diese Möglichkeit,

um ihre Nachwuchskräfte der Branche

näher zu bringen. Ohne Fleiß kein Preis: 28

Fragen waren von den Auszubildenden im

Laufe des Vormittags auf den Ständen der teilnehmenden

Hersteller zu beantworten.

Stahlreport 4|18

5


Stahlhandel

Gastbeitrag

Reaktionen auf US-Zölle für Stahl

Überzeichnet

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Stahleinfuhren in

die USA mit einem Strafzoll in Höhe von 25 % zu belegen, schlägt

seit Wochen hohe Wellen – die Diskussion scheint aber zuweilen

überzeichnet. Das meint ansatzweise auch Andreas Schneider

(StahlmarktConsult in Leverkusen). Deshalb hat der Stahlreport ihn

gebeten, die entstandene Lage in einem Gastartikel übersichtlich und

nüchtern zu beurteilen. Der Autor stellt in diesen Zusammenhängen

die beiden entscheidenden Fragen nach einer Stahlschwemme

einer- sowie nach Nutznießern bzw. Geschädigten andererseits.

Seine Antworten spiegeln seine persönliche Meinung wider.

Foto: BDS

Andreas Schneider,

StahlmarktConsult in

Leverkusen.

Die europäische Stahlindustrie

warnt vor Handelsumlenkungen und

drängt die EU auf die Anwendung von

Schutzklauseln. Diese sogenannten

„Safeguards“ bedeuten nichts anderes

als eine mengenmäßige Beschränkung

von Stahleinfuhren aus Drittländern.

Damit aber handelt es sich um einen

schweren Eingriff in das Prinzip des

freien Handels, der aus guten Gründen

an strenge Bedingungen geknüpft ist.

Unter anderem müssen die Einfuhren

scharf ansteigen, einen ernsten Schaden

für die EU-Industrie verursachen

und im Interesse der EU sein.

Damit stellt sich die Frage, ob diese

Bedingungen erfüllt sind – und: Kommt

es zu einer „Stahlschwemme“ in die

EU?

Stahlschwemme?

Mit dem Hinweis auf eine bevorstehende

„Stahlschwemme“ von 13 Mio.

Tonnen versucht die EU-Stahlindustrie,

die Einführung von Importbegrenzungen

zu rechtfertigen. In welchem

Umfang die vom US-Markt ausgesperrten

Mengen tatsächlich in die EU kommen

werden, kann aber seriös niemand

vorhersagen, denn: Handelsströme hängen

von weltweiten Bedarfen, Preisrelationen

und Wechselkursen ab, die

sich dynamisch ändern.

Aus einer ganzen Reihe von Gründen

scheint allerdings ein zusätzliches

Einfuhrvolumen von 13 Mio. Tonnen

um ein Vielfaches überzeichnet.

Erklärtes Ziel der US-Maßnahmen

ist es, die US-Kapazitätsauslastung

(Flüssigstahl) von 72,3 % im Durchschnitt

des Jahres 2017 auf mindestens

80 % anzuheben. Interessanterweise

lag der Wert schon Mitte März bei 78,3%

– noch bevor die Zölle überhaupt in

Kraft getreten sind. Durch die Zölle sollen

die Stahlimporte des Landes um

13,3 Mio. Tonnen auf 22,7 Mio. Tonnen

abgesenkt werden. Es ist völlig

offen, in welchem Umfang und wie

schnell dies erreicht werden kann:

z Nach dem Stand vom 26. März 2018

waren Importe aus den fünf wichtigsten

Herkunftsregionen Kanada, Europäische

Union, Mexiko, Brasilien und

Süd-Korea sowie aus Argentinien und

Australien mindestens vorläufig ausgenommen.

Bleibt es dabei, sind insgesamt

mehr als 60 % der US-Importe

nicht von den Zöllen betroffen (vgl.

Abb. 1).

z Es wird zusätzlich damit gerechnet,

dass US-Kunden mehr als 4.500

Anträge auf erzeugnisspezifische Ausnahmen

stellen werden.

z Schließlich wird sich aufgrund der

astronomisch hohen Stahlpreise in

den USA in vielen Fällen der Export

künftig auch unter Inkaufnahme eines

Zolles von 25 % lohnen.

Bildnachweis: LOMAKIN/Shutterstock.com

Die wichtigsten Herkunftsländer für US-Stahlimporte in 2017 Abb. 1

Stahlwerk-Produkte in Mio. Tonnen

Thailand

Vietnam

Indien

China

Taiwan

Japan

Turkei

Russland

Mexiko

Korea

Brasilien

EU

Kanada

0 1 2 3 4 5 6

Quelle: US Department of Commerce/07.03.2018; eigene Berechnungen StahlmarktConsult

Diese Faktoren dürften den Importrückgang

viel schwächer ausfallen lassen als

ursprünglich geplant.

Selbst wenn letzten Endes doch die

in Frage stehenden 13 Mio. Tonnen vom

US-Markt „ausgesperrt“ werden würden,

dürfte diese Menge keineswegs

ausschließlich in die EU fließen. Nicht

nur ist die Nachfragedynamik in anderen

Regionen der Welt stärker und der

EU-Markt ist, auch im weltweiten Vergleich,

nach der Verhängung von zahlreichen

Antidumping-Zöllen keineswegs

mehr wirklich offen. Wichtiger

ist: Stahl wird nicht einfach „umgelenkt“

– er muss einen Käufer finden.

Eine Analyse zeigt, dass ca. 45 % der US-

Importe aus Halbzeugen und Rohren

bestehen (vgl. Abb.2). Dahinter steht

6 Stahlreport 4|18


häufig ein spezieller Bedarf von US-Unternehmen, der in der

EU bei weitem nicht in vergleichbarer Weise vorhanden ist.

Daher ist die Annahme falsch, die betroffenen Erzeugnisse

könnten ohne Weiteres einfach in der EU verkauft werden.

Die EU sollte das scharfe Schwert der Schutzmaßnahmen

nicht auf Basis höchst spekulativer Annahmen anwenden,

sondern zunächst einmal die tatsächliche Importentwicklung

in den kommenden Monaten analysieren. Eine

nicht zu lösende Schwierigkeit besteht allerdings darin,

„umgelenkte“ von „normalen“ Importzuwächsen abzugrenzen.

So ist es ein normaler Prozess, dass die von EU-Anti-

Dumping-Zöllen ausgesperrten Mengen durch Lieferungen

aus anderen Ländern ersetzt werden, wie es vor allem bei

Flachstahl schon seit Längerem zu beobachten ist.

Nutznießer und Geschädigte?

Auch die weiteren Kriterien für die Anwendung von Safeguards

sind nicht erfüllt. Eine ernste Schädigung der EU-

Stahlhersteller ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil ist die

Lage der Branche so gut wie lange nicht mehr, das Krisenjahr

2015 überwunden. Viele europäische Stahlhersteller

schreiben die höchsten Gewinne seit dem Boomjahr 2008

und haben ihre Ergebnisprognosen auch nach der Einführung

der US-Zölle nicht gesenkt. Die Auslastung der Werke

ist hoch, die Lieferzeiten sind in vielen Fällen überdurchschnittlich

lang.

Schließlich wären Importbarrieren auch nicht im Interesse

der EU. Denn dieses Interesse definiert sich nicht nur

durch Stahlhersteller, sondern durch die ganze Breite von

Wirtschaft und Gesellschaft. Je nach Ausgestaltung können

Importrestriktionen für Stahl beträchtlichen Schaden anrichten.

Dies wäre vor allem bei engen, länderspezifischen Quoten

der Fall.

z Eine Festschreibung von „historischen“ Liefermengen der

Vorjahre würde zwar Marktanteile und Gewinne der europäischen

Stahlindustrie sichern, aber jede Importdynamik

im Keim ersticken.

z Der Marktzugang für relativ neue Lieferländer wie zum Beispiel

Vietnam wäre verschlossen. Lieferanten aus Ländern,

die nicht mit Anti-Dumping-Zöllen belegt sind (z.B. Türkei

oder Indien), hätten keine Möglichkeit, ihre Liefermengen

zu steigern.

z Die in Teilen des Stahlmarktes bereits recht enge Versorgungslage

könnte sich verschärfen, die Gefahr künstlich

überhöhter Stahlpreise liegt auf der Hand.

US-Stahlimporte in 2017 nach Produktkategorien Abb. 2

In % der Gesamteinfuhren

Langprodukte

Rohre

Der Importwettbewerb würde ausgerechnet in einer Zeit

stark geschwächt, in der die Konzentration der EU-Stahlindustrie

zunimmt.

Leidtragende wären Stahlhändler, Stahlverarbeiter und

Konsumenten in der EU. Präsident Trump ist es offenbar

(noch) egal, dass diese Gruppen in den USA einen hohen Preis

für den Schutz der vergleichsweise kleinen Stahlindustrie

zahlen werden. Die EU sollte weiterdenken und die volkswirtschaftlichen

Folgewirkungen einbeziehen.

Stahl steht am Anfang von vielfach vernetzten Wertschöpfungsketten.

Daher sind die stahlverarbeitenden Industriezweige

auf weltweit wettbewerbsfähige Stahlpreise und

auf eine ausreichende Verfügbarkeit des wichtigsten Werkstoffs

angewiesen. Der international agierende Stahlhandel

braucht offene Märkte. Nicht zuletzt würden Einfuhrbeschränkungen

der EU zahlreiche Länder treffen, die sich

auf dem Boden eines regelbasierten Welthandelssystems

bewegen und selbst Opfer der US-Maßnahmen geworden

sind. 2

Letzte Meldung

22 %

19

23 %

Die EU-Kommission hat am 26.3.18 eine Untersuchung eingeleitet,

um festzustellen, ob die US-Zölle auf Stahl negative Auswirkungen

in Europa haben – etwa durch den Verkauf von mehr

chinesischem Stahl. Diese Prüfung könnte bis zu neun Monate

dauern. In dieser Zeit wären aber bereits vorläufige Maßnahmen

möglich.

Mehr Logistik

Beim Sägen und

Lagern von Metall sind

wir Technologieführer.

Als kompetenter

Partner

schaffen wir Mehrwerte,

die sich sehen

lassen können.

36 %

Halbzeug

Flachprodukte

Quelle: US Department of Commerce/ITC; Carbon & Allo Products,

gesamt 35,7 Mio. T.

Viele Faktoren sind im Metallhandel

für die Wirtschaftlichkeit verantwortlich.

Im Lager zählen dabei kurze

Zugriffszeiten und hoher Durchsatz.

KASTO Lagersysteme überzeugen

hier durch Geschwindigkeit und

Flexibilität für eine effizientere

Logistik.

Stahlreport 4|18

7

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TUBE 2018 Düsseldorf | 16.4. - 20.4.18 | Halle 6 Stand 6A07


Stahlhandel

Bericht

Rund 30.000 t Stahlprodukte: am

Hauptsitz in Essingen lagert GABO STAHL

aktiv etwa 12.000 verschiedene Artikel,

sowohl im Außenlager wie in der Halle

Frischer Wind bei GABO STAHL

Stahl auf kurzen Wegen

Ein breites Stabstahl-Sortiment, diverse Weiterverarbeitungskapazitäten sowie eine eigene

Warmbehandlung und sogar die Möglichkeit, zertifzierte Werkstoffprüfungen selbst

durchzuführen – das Produkt- und Dienstleistungsspektrum der Unternehmensgruppe um

GABO STAHL ist ungewöhnlich – und nicht nur für regionale Industriekunden interessant.

Auch als Zulieferer für den Handel positioniert sich das Unternehmen.

Halle 12,

Stand A06

[ KONTAKT ]

GABO STAHL GmbH

73457 Essingen

Tel. +49 736592380

www.gabo-stahl.de

Es ist laut, die Stahlstäbe knallen

gegeneinander, man versteht sein

eigenes Wort nicht mehr. „In 17 Schichten

arbeiten wir derzeit, montags bis

samstags“, sagt Thorsten Maier durch

den Lärm der vollautomatisierten Blankstahllinie

in der Werkshalle hindurch.

Für den Geschäftsführer der GABO

STAHL GmbH ist der Krach Musik in

den Ohren. Er begrüßt den Maschinenbediener

per Handschlag, dann geht

es weiter zu den Sägeanlagen. Es läuft

rund zurzeit, die Maschinen sind ausgelastet,

die Auftragslage ist „auskömmlich“,

wie es so schön heißt.

Mittler zwischen

Hersteller und Industrie

In der Werkshalle und auf der Außenfläche

des Stabstahl- und Schmiede-

halbzeug-Spezialisten la gern am

Stammsitz Essingen rund 30.000 bis

35.000 t Stahlprodukte, etwa 12.000

Artikel hat das Unternehmen derzeit

aktiv im Programm.

GABO STAHL ist zugleich schneller

Lieferant und flexibler Weiterverarbeiter.

Mit seiner großen Gütenvielfalt

versorgt das Unternehmen seine

Kunden mit kleinen, mittleren und

großen Tonnagen. „Wir sind im klassischen

SBQ-Bereich tätig“, beschreibt

Thorsten Maier die Ausrichtung. Mit

seinem Produkt- und Dienstleistungsprogramm

besetzt das mittelständische

Unternehmen erfolgreich eine

Marktnische, in der nicht viele vergleichbare

Angebote zu finden sind.

„Wir sind als Dienstleister ein Mittler

zwischen Stahlherstellern und Industrie

und können unsere Abnehmer

jederzeit mit großen Tonnagen oder

nicht-werksfähigen Mengen aus einem

breiten Gütenprogramm versorgen“,

erläutert Maier.

Eines der jüngsten Beispiele: Verbindungselemente

für Offshore-Windanlagen,

große massive Schrauben,

die nicht mal eben im Baumarkt um

die Ecke zu haben sind. „Der Kunde

benötigte insgesamt kein großes Volumen,

jedoch spezielle technologische

Eigenschaften. Mit diesem vergleichsweise

kleinen Bedarf von wenigen

Tonnen beliefert ihn kein Stahlwerk.

Aber bei uns ist er damit genau richtig“,

so Maier.

Das moderne Betriebsgelände mit

etablierten Abläufen bietet GABO

STAHL zudem die Möglichkeit, die

8 Stahlreport 4|18


Lagerhaltung für die Industriekunden

zu übernehmen und deren Fertigung

präzise und verlässlich zu beliefern.

Ein Leistungssegment, das bisher wenig

bedient wurde, findet immer mehr den

Zuspruch und macht GABO STAHL zum

strategischen Partner der Kunden.

Info GABO STAHL: Unternehmen der Gruppe

Stahlhandel und -bearbeitung

z GABO STAHL GmbH

- Essingen

(Firmensitz & Produktionsstandort)

- Dortmund (Niederlassung)

www.gabo-stahl.de

z HAPU Industrievertretungen GmbH

- Essingen

www.hapustahl.de

z M. DROSTE Stahlhandel GmbH

- Bochum

www.droste-stahl.de

Rundstähle bis 1.100 mm

Nicht nur mit dem breiten Leistungsportfolio

hat GABO STAHL strategisch

eine Unique Selling Proposition (USP)

– ein Alleinstellungsmerkmal – besetzt.

Auch der breite Mix aus verfügbaren

Dimensionen der Produkte ist so am

Markt nicht häufig anzutreffen. Rundstähle

sind zum Beispiel nicht nur bis

500 oder 800 mm, sondern bis zu 1.100

mm zu haben.

Dazu kommt ein breites Anarbeitungsspektrum.

Auf der Blankstahllinie

werden Stäbe von 16 bis 102

mm Durchmesser und einer Festigkeit

bis zu 1.250 MPa vollautomatisch

geschält, gerichtet, poliert und

auf Wunsch auch angefast. Insgesamt

13 Sägen, darunter eine neue Hochleistungskreissäge,

stehen für die

Herstellung von Fixlängen bereit.

Weitere Bearbeitungen wie beispielsweise

Bohrungen können mit externen

Partnern realisiert werden.

Dienstleistungen

z OWZ Ostalbwarmbehandlungszentrum

GmbH (Warmbehandlungszentrum)

- Aalen

www.owz-aalen.de

z SRT GmbH (Prüfungstechnik –

zerstörungsfreie Werkstoffprüfung)

- Essingen

www.srt-aalen.de

z WTL Werkstofftechnik-Labor GmbH

(akkreditiertes Prüfungslabor –

zerstörende Werkstoffprüfung)

- Essingen

www.wtl-aalen.de

Ungewöhnliche

Dienstleistungs-Kombination

Neben GABO STAHL mit seiner Niederlassung

in Dortmund gehören fünf weitere

Unternehmen zur Gruppe. Die

Kombination der verschiedenen

Geschäftsbereiche ist auf den ersten

Blick ungewöhnlich. Neben den Handels-

und Anarbeitungshäusern GABO

STAHL, HAPU Industrievertretungen

und DROSTE in Bochum gehören auch

akkreditierte Unternehmen für die

Werkstoffprüfung (SRT, WTL) sowie

ein Warmbehandlungszentrum (OWZ)

dazu. Auch wenn diese Kombination

ungewöhnlich ist – sie macht Sinn.

„Konzernunabhängig gibt es dieses

Angbot so nicht nochmal im Markt“,

sagt Thorsten Maier. 3

Stahlreport 4|18

9


Stahlhandel

Bericht

Partner für Blankstahlprodukte: spanende Bearbeitung von Rundstahl auf spitzenlosen Schälmaschinen in betriebseigenen Anlagen

3

Die Geschäftsbereiche ergänzen sich hervorragend. Brauchen

Kunden für den benötigten Rundstahl zum Beispiel

spezielle zerstörende oder nicht zerstörende Werkstoffprüfungen

bekommen sie bei GABO STAHL beides aus

einer Hand – und das dank der kürzeren Material- und Kommunikationswege

sehr zügig.

Ein Pfund, mit dem die Gruppe ebenfalls wuchern

kann, ist die Warmbehandlung. Von der Induktiv-Einzelstabvergütung

bis hin zu den großen, zum Teil mit Schutzgas

arbeitenden Öfen können Stäbe und Bauteile in ihren

Eigenschaften nach den Kundenwünschen eingestellt werden.

„Dieses Netzwerk an Dienstleistungen kommt den

Kunden zugute. Das Dienstleistungsangebot der GABO

Gruppe steht aber im einzelnen und unabhängig dem

gesamten Markt zur Verfügung“, sagt Thorsten Maier.

„Wir haben viel vor“

Seit letztem Jahr weht bei der GABO STAHL GmbH ein frischer

Wind. Das neu geformte Team hat in den letzten Monaten

viel voran getrieben – nicht nur bei GABO STAHL sondern

in der gesamten Unternehmensgruppe stehen die

Zeichen auf stabiles Wachstum. „Wir sind gerade dabei,

die Stellschrauben neu zu justieren, Abläufe und Performance

zu verbessern“, so Maier. Eine dieser Stellschrauben

ist die IT, eine andere der Maschinenpark. Gerade

wurden die Sägekapazitäten nochmals erweitert, nachdem

zuvor der Vertrieb durch einige neue Mitarbeiter

deutlich verstärkt wurde. „Mit unserem Team haben wir

eine schlagkräftige Mannschaft, mit der wir die Anforderungen

des Marktes perfekt umsetzen können“ – ein Signal

sowohl an die eigenen Mitarbeiter wie an den Markt.

„Wir glauben an den Erfolg, denn durch unser Produktund

Dienstleistungsspektrum haben wir ein großes Potenzial“,

ist der Geschäftsführer überzeugt.

Rückhalt bekommt das gesamte Team vom Gesellschafter

der Gruppe. Investor Dr. Stefan Laucher,

Geschäftsführer eines unter anderem auf IT-Beratung

spezialisierten Unternehmens zur Optimierung von

Geschäftsprozessen, digitaler Zusammenarbeit und

Business Intelligence in München (die – fast – gleichnamige

GABO mbh & Co. KG), hatte den Stahldienstleister

im vergangenen Jahr übernommen. Ziel sei, die

Unternehmensgruppe zu einem verlässlichen Partner

für Kunden und Lieferanten zukunftsfähig weiterzuentwickeln,

so der Gesellschafter. 2

Von der Einzelstabvergütung bis hin zu großen Kammeröfen: Stäbe und Bauteile können in ihren Eigenschaften nach Kundenwünschen eingestellt werden.

Fotos, 6: GABO STAHL

10 Stahlreport 4|18


Gesamtes Sortiment im Web

Online-Shop für Lochbleche

SCHÄFER Lochbleche bietet ab sofort

sein gesamtes Lagersortiment online an.

Neben einem transparenten, intuitiven

Zugang zum Portfolio liegt das Hauptaugenmerk

des Online-Shops auf einer stringenten

User-Führung. Nutzer sollen mit wenigen

Klicks zum gewünschten Lochblech finden,

so das Unternehmen.

Zahlreiche Filter- und Auswahleinstellungen

beispielsweise zu Lochbildern, Formaten,

Blechstärken und Materialien sollen schnell

und einfach zum individuellen Wunschblech

führen. Die entsprechenden Produktfilter

bedingen sich dabei gegenseitig, der User

bekommt nach jeder Eingrenzung eine Gesamtzahl

verfügbarer Lochbleche angezeigt. Eine

„Vergleichen“-Funktion ermöglicht die Gegenüberstellung

beliebig vieler Produkte. Anwendungsbeispiele

geben weitere Ideen zu Einsatzbereichen

und Designs mit Lochblechen.

Daneben bietet der Shop viele weitere

Features: Infolge einer Merkliste können

Kunden Produkte speichern, diese bei einem

erneuten Login schneller wiederfinden oder

ihre Bestellung nach einer Mengenprüfung

direkt über die Merkliste auslösen. Auf jeder

Produktdetailseite haben Kunden die Möglichkeit,

persönliche Fragen zu stellen oder

Produktbewertungen abzugeben. Integriert

in einen Footer sind Zertifikate, Angebote,

Möglichkeiten der Anarbeitung beziehungsweise

Blechweiterverarbeitung sowie eine

digitale Routenplanung für Werksabholungen.

Schließlich erlaubt eine mitscrollende

Menüleiste am seitlichen Bildschirmrand

jederzeit den Zugriff auf Schnellkontakt und

den aktuellen Hauptkatalog des Herstellers.

„Mit unserem Online-Shop ermöglichen

wir einen schnellen und transparenten

Zugang zu unserem Lagerportfolio – auch

abseits gängiger Öffnungszeiten. Getreu

dem Motto „Qualität schnell verfügbar“

haben wir großen Wert auf die Usability

und eine optimale Prozessabwicklung

gelegt. Der gesamte Bestellvorgang ist mit

wenigen Klicks abgeschlossen, die Ware

innerhalb von 24h liefer- oder abholbereit

– und das ab einer Bestellmenge von

einem Lochblech“, sagt Julia Niederer, verantwortliche

Marketing Managerin bei

SCHÄFER Werke.

Gitterträgerschweißanlagen

Die neueste Generation der Gitterträgerschweißanlagen

ist:

flexibel

vollautomatisch

verschnittfrei

Die VGA Versa dient der flexiblen Fertigung

von Gitterträgern und produziert Ihre

Aufträge just-in-time und vollautomatisch.

Die Anlage bietet zudem automatische

Höhenverstellung der Gitterträger

sowie eine optimale Integration in Ihr

Fertigungskonzept.

Progress Maschinen & Automation AG

Julius-Durst-Str. 100

I-39042 Brixen

Tel. +39 0472 979 100

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www.progress-m.com


XXXXXXXXXX Stahlhandel XXXXX Bericht Bezeichnung A XXXXX |

EDE überschreitet erstmalig 6-Mrd.€-Marke

Einkaufsverband knackt „magische“ Grenze

Die E/D/E-Gruppe hat 2017 eine symbolträchtige Grenze durchbrochen – und ein Handelsvolumen

von 6,04 Mrd. € erzielt. Ursachen für das Plus von 8,8 % waren dem Einkaufsverband zufolge vor

allem ein organisches Wachstum und ein Wachstum durch neue Mitglieder. Im Geschäftsbereich

Stahl durchbrach das Handelsvolumen die Marke von 1 Mrd. €.

Entscheidende Treiber der positiven Entwicklung

sind – neben einem starken organischen Wachstum

– die guten Ergebnisse im Stahlbereich sowie die

Haustechnik und starke neue Mitglieder. Auch das

Lagergeschäft entwickelte sich 2017 sehr gut, der

Umsatz stieg um 11,6 % auf 292,9 Mio. €.

Bereich Stahl überschreitet die Milliardengrenze

Eine Schallmauer hat im vergangenen Jahr auch der

Stahlbereich im EDE durchbrochen. Die ESH EURO

STAHL-Handel erzielte ein Plus von 32,7 % auf 1 Mrd. €

Handelsvolumen. Damit positioniere sich das EDE unter

den Einkaufskooperationen als Marktführer im Bereich

Stahl und als wichtiger Partner für den mittelständischen

Stahlhandel.

Die ESH profitierte 2017 von einer sehr guten Konjunkturlage

insbesondere im Bausektor. Neue starke Mitglieder

stützten die Entwicklung. Die Anfang 2018 verkündete

strategische Partnerschaft mit dem am Markt

erprobten steel.shop eröffne Händlern der ESH im digitalen

Wettbewerb mit großen Stahlhändlern und -herstellern

neue Wege.

Der EDE-Geschäftsbereich Haustechnik wuchs beim

Umsatz um 12,2 % auf knapp 1,4 Mrd. €. Die übrigen

Warenbereiche aus den EDE-Geschäftsbereichen wie

Werkzeuge, Baubeschläge, Arbeitsschutz etc. konnten

ebenfalls positive Akzente setzen.

Programm zur Stärkung des Tagesgeschäfts

Das vergangene Jahr nutzte der EDE, um im Rahmen

des Strategie- und Organisationsentwicklungsprozesses

EVOLUTION ein umfassendes Feedback von den Mitgliedsunternehmen

und überhaupt von EDE-Partnern

einzuholen und auszuwerten.

2018 sei nun das Jahr der Umsetzung. Ein Ergebnis

aus der Befragung ist unter anderem ein Programm

zur Stärkung der Leistungen im Tagesgeschäft, das

zahlreiche Projekte in allen Unternehmensbereichen

12 Stahlreport 4|18


Foto: EDE

„Mehr als 6 Mrd. € Handelsvolumen sind ein Erfolg,

der die Leistungsfähigkeit unserer Mitglieder und

Kooperationspartner spiegelt. Unsere Aufgabe ist es,

sie dabei bestmöglich zu unterstützen. 2018 werden

wir uns deshalb darauf konzentrieren, unsere

Leistungen im Tagesgeschäft für unsere Mitglieder

und Partner weiter zu stärken.“

Dr. Andreas Trautwein, Vorsitzender der Geschäftsführung der EDE-Gruppe

umfasst – wobei die Bedürfnisse der Mitglieder besonders

berücksichtigt werden.

Fokus auf Weiterentwicklung

Entwicklungsfelder für den EDE waren und sind auch

künftig unter anderem die Logistik sowie der E-Commerce-Bereich.

So wurde der Anteil der Endkundenbelieferung

weiter gesteigert: Insgesamt 73 % der Bestellungen

der EDE-Händler beim Zentrallager wurden

direkt an die Endkunden aus Handwerk und Industrie

ausgeliefert. Die Förderkapazitäten des EDE-Zentrallagers

soll weiter ausgebaut werden. Die EDE-E-Commerce-

und E-Business-Konzepte – und damit der Online-

Marktplatz für Handwerksbedarf Toolineo – sollen weiter

entwickelt werden.

Parallel werden die elektronischen Anbindungssysteme,

wie E-Procurement-Module, Multishop und das elektronische

DatenCenter eDC, weiterentwickelt. Um Händler

in Fragen ihrer Digitalstrategie zu unterstützen, wurde

der Bereich „Digital Marketing“ geschaffen.

Weichen stehen auf weiteres Wachstum

Für 2018 plant die EDE-Gruppe mit einem Handelsvolumen

von 6,3 Mrd. € – das entspricht einem Wachstum

von 226 Mio. € oder knapp 4 %. Die Wachstumsdynamik

aus dem vierten Quartal 2017 zeigte sich

schon im Januar: Das Handelsvolumen wuchs um fast

13 %. Alle Kernbereiche entwickelten sich bisher positiv,

besonders der Stahlbereich übertraf mit fast 40 %

plus die Planungen deutlich. 2

Unser Anspruch und unsere Stärke ist es,

schnell kundenspezifischen Anforderungen

und Wünschen gerecht zu werden.

Unsere Lagervorräte und die Flexibilität

durch viele Bearbeitungsmöglichkeiten

vor Ort hebt uns dabei vom Wettbewerb ab.

Jakob Adamczyk · Leitung Vertrieb

GABO STAHL GmbH

Streichhoffeld 1

D-73457 Essingen

Telefon: +49 7365 / 9238 0

info@gabo-stahl.de

GABO STAHL GmbH -

Niederlassung Dortmund

Weißenburger Straße 69

D-44145 Dortmund

Telefon: +49 231 / 545043 0

info@gabo-stahl.de

Potenziale

entfalten.

www.gabo-stahl.de

Wir stellen aus:

Halle 12 Stand A 06

16–20 April 2018,

Düsseldorf


Stahlhandel

Bericht

Spezialist für Großprojekte: das türkische

Handelshaus Polar, 1992 gegründet von

Mehmet Yasaroglu, beschafft Stahl für

große Kontraktnehmer und unterstützt sie

mit technischer Beratung.

Spezialist für besondere Stabstahlgüten

Langsamdreher schnell beschafft

Das Geschäftsmodell ist einfach: MEBA Steel liefert Stabstahl in Güten und Abmessungen,

die hier am Markt oft nur schwierig zu bekommen sind – und die der Stahlhandel wegen hoher

Lagerreichweiten nur ungern selbst vorhält. Dank bester Kontakte zu türkischen Produzenten,

Zuverlässigkeit und Flexibilität hat sich das Unternehmen von Gründer, Inhaber und Geschäftsführer

Mehmet Yasaroglu zu einem kompetenten Partner des Stahlhandels entwickelt.

Halle 4,

Stand D10

[ KONTAKT ]

Meba Steel & Industrial

Supplies Trade

GmbH

45356 Essen

Tel. +49 201

361493-0

www.mebasteel.de

Nicht viele sind die Strecke

Düsseldorf-Istanbul und zurück so

oft geflogen, wie Mehmet Yasaroglu.

Etwa ein- bis zweimal monatlich

pendelt der Unternehmer zwischen

der türkischen und der Rheinmetropole.

Yasaroglu ist ein echter Vollblut-

Unternehmer. Anfang der 1990er-

Jahre gründete der Kaufmann in der

Türkei das Unternehmen Polar – ein

Handels- und Beratungsunternehmen

für Großprojekte der Baubranche,

der industriellen Produktion

sowie einer Reihe weiterer Branchen.

Mit seinem Team aus rund 25

hochqualifizierten Ingenieuren berät

Polar große Kontraktnehmer in

Sachen Stahl, übernimmt Beschaffung

und Logistik. Jährlich setzt das

Unternehmen rund 100.000 t Stahlprodukte

ab – wobei der Fokus auf

höherwertigen Produkten liegt.

Doch vor allem hat sich das Polar-

Team um Mehmet Yasaroglu mit

technischer Projektberatung und

-organisation einen Namen gemacht.

„Es gibt quasi kein Großprojekt in

der Türkei in den letzten Jahren, an

dem Polar nicht beteiligt ist“, so der

Unternehmer. Der Polar-Kundenkreis

erstreckt sich dabei weit über

die Türkei hinaus und umfasst den

gesamten Nahen und Mittleren

Osten, Mittel- und Osteuropa.

Schritt nach Deutschland

Kurz nach der Jahrtausendwende

hat Yasaroglu seine Fühler auch

nach Deutschland ausgestreckt –

und in Düsseldorf das Handelshaus

MEBA Steel & Industrial Supplies

gegründet. Fokus des Unternehmens,

dessen Name sich aus den

Anfangsbuchstaben seiner beiden

Kinder zusammensetzt – Tochter

Merve und Sohn Baris – war

zunächst der Export deutscher und

europäischer Stähle in die Türkei

sowie in den Nahen und Mittleren

Osten.

Der Export in die Türkei florierte,

das Geschäft entwickelte sich erfolgreich.

Nachdem sich MEBA Steel als

Exportunternehmen etabliert hatte,

war für Mehmet Yasaroglu die Zeit

für den nächsten Schritt gekommen.

Warum sollte, was sich in die eine

Richtung als Erfolg erwiesen hat,

nicht auch in die andere Richtung

funktionieren?

„Unser Fokus liegt klar auf dem Stahlhandel als

Kunde. Wir richten uns nicht an die Endverbraucher.“

Mehment Yasaroglu, Geschäftsführer MEBA Steel

14 Stahlreport 4|18


Stabstahl aus der Türkei

Die nötigen Kontakte zu Stahlherstellern

in der Türkei waren dank des

„Mutterunternehmens“ Polar vorhanden

– eine perfekte Ausgangsbasis

für das Vorhaben, türkischen

Stahl in Deutschland und Westeuropa

zu verkaufen.

Doch aller Anfang ist schwer. So

waren die türkischen Stahlhersteller,

für deren Produkte Yasaroglu

einen Vertriebskanal nach Deutschland

aufbauen wollte, zunächst

zurückhaltend. Schließlich hatten

sie selbst immer wieder versucht,

im deutschen Markt Fuß zu fassen.

Ohne Erfolg. Warum sollte nun

MEBA Steel gelingen, was den Konzernen

zuvor nicht gelungen war?

Hinzu kam, dass 2010/2011 ein

unsicheres konjunkturelles Umfeld

herrschte. Nach der Finanz- und

Wirtschaftskrise 2008/2009 war

der Markt geschrumpft. Zwar entwickelte

er sich verhältnismäßig

schnell wieder positiv, doch man

war vorsichtig.

Ein anspruchsvoller Markt

„Zu Beginn hat es uns außerdem

viel Zeit gekostet, zu verstehen, wie

der Markt hier im Einzelnen funktioniert.

Deutschland ist ein

anspruchsvoller Markt mit vielen

traditionsreichen Unternehmen. Als

Neuling hat man es da nicht leicht.

Aber ich bin ein Kämpfer, ich gebe

nicht auf. Und so hat sich nach und

nach das Geschäft in die richtige

Richtung entwickelt“, erzählt Yasaroglu.

Das Risiko hat sich ausgezahlt.

Beharrlichkeit und Flexibilität führten

zum Erfolg. Heute hat sich MEBA

Steel als Spezialist für besondere

Stabstahlgüten einen Namen als

zuverlässiger und flexibler Partner

erwirtschaftet.

Spezielle Güten und Abmessungen

Basis für den Erfolg war und ist die

einleuchtende Logik der Geschäftsidee

von MEBA Steel: Stabstahl in

Erfolg im anspruchsvollen deutschen Markt: MEBA Steel-Gründer und

Geschäftsführer Mehmet Yasaroglu.

Lagerhaltung in Essen: Seit 2010 beliefert MEBA Steel Kunden mit speziellen

Stabstahlgüten und -abmessungen aus der eigenen Lagerhaltung.

„Ich bin ein Kämpfer, ich

gebe nicht auf. Nach und

nach hat sich das Geschäft

in die richtige Richtung

entwickelt.“

besonderen Güten und Abmessungen

zu importieren, die am deutschen

Markt und von hiesigen Herstellern

nicht immer verfügbar sind.

Ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen

Import ist, dass die Qualität

des türkischen Stabstahls stimmt.

Sie stimmt für die von Yasaroglu in

den Blick genommenen Stabstähle.

„Die Qualität unserer Produkte entspricht

den Ansprüchen, die auf dem

deutschen Markt gestellt werden,

vollauf“, sagt der Geschäftsführer.

Dazu kommt, dass einige Werke

in der Türkei ein für den deutschen

Markt interessantes Güten- und

Abmessungsspektrum an Stabstählen

herstellen. Insbesondere die

„Slow mover“ werden von deutschen

und europäischen Herstellern nicht

durchgehend angeboten – eine

Nische, die MEBA Steel erfolgreich

besetzt hat. Das Handelsunternehmen

setzt auf die Produkte, die der

Stahlhandel hierzulande aufgrund

der damit einhergehenden Kapitalbindung

meist aus dem Programm

genommen hat.

3

Fotos: MEBA Steel, BDS/mh

Stahlreport 4|18

15


Stahlhandel

Bericht

„An erster Stelle steht nicht die Zahl unter

dem Strich, sondern die Qualität und

Quantität der Kundenbeziehungen.“

3 Eigener Lagerstandort in

Deutschland

Neben Zwischenlagerflächen im

Hafen von Antwerpen hat sich Yasaroglu

2010 für den Aufbau einer

eigenen Lagerhaltung in Deutschland

entschieden. „Nur mit eigenem

Lager hier vor Ort können wir Kunden

zuverlässig und kurzfristig mit

unseren Produkten versorgen –

dann, wenn sie das Material benötigen“,

sagt der Geschäftsführer.

Ein geeigneter Standort mit

6.000 m 2 Lagerfläche, Krananlage

sowie einem kleinen angeflanschten

Verwaltungstrakt wurde in

Essen gefunden. Verkehrstechnisch

günstig gelegen, können Kundenwünsche

nun schnell bedient werden.

Zielgruppe ist

der Stahlgroßhandel

Neben der zuverlässigen Beschaffung

und termingerechten Bereitstellung

kümmert sich MEBA Steel

auch um die Logistik – die bei Lieferungen

aus der Türkei durchaus

besonders ist. Denn anders als bei

hiesigen Lieferungen werden Stahlprodukte

aus der Türkei in der Regel

im Container transportiert – eine

Lieferart, die Stahlhandelsunternehmen

aufgrund des damit verbundenen

großen Aufwands beim Entladen

meist nicht akzeptieren.

„Mit unseren attraktiven Angeboten

und Dienstleistungen hat uns

der Markt heute akzeptiert. Wir liefern

zuverlässig und pünktlich, die

Qualität stimmt, wir sind ein flexibler

Partner“, sagt Yasaroglu.

Viel Wert legt er dabei auf gute

Kundenbeziehungen und Flexibilität.

„Für mich stehen Kunden im

Mittelpunkt. An erster Stelle steht

nicht die Zahl unter dem Strich, sondern

die Qualität und Quantität der

Kundenbeziehungen. Wir finden für

jeden die richtige Lösung, jedes

Anliegen wird individuell behandelt“,

so der Unternehmer. „Unser

Fokus liegt klar auf dem Stahlhandel

als Kunde. Wir richten uns nicht

an die Endverbraucher“, betont Mehmet

Yasaroglu. 2

Foto: Wuppermann AG

„We steel the web“ – unter diesem Motto präsentiert Wuppermann

auf der diesjährigen Tube in Düsseldorf seine neue Online-Plattform

im Stahlhandel für das produzierende Gewerbe (16.-20.4.,

Halle 3, Stand B30). Die Stahl-Plattform ist seit Februar 2018 live

geschaltet und bietet derzeit eine reine Anfragefunktion für

Rohrprodukte an, die bei der Wuppermann Polska sp. z o.o. im

polnischen Małomice gefertigt werden.

„We steel the Web“

– die neue Online-

Plattform im Stahlhandel

von Wuppermann

Wuppermann stellt „Tubes Online“ auf der Tube 2018 vor

Neue Web-Plattform für Stahlrohre

Neben umfangreichen Informationen

zum polnischen Standort,

zur Wuppermann-Gruppe sowie ausführliche

Beschreibungen zu den

angebotenen Rohren und Profilen

ist der Produktkonfigurator das Herzstück

von ‚Tubes Online‘: Dort können

Kunden zwischen Rohren und

Profilen aus schwarzem, gebeiztem

oder verzinktem Stahl auswählen.

Als nächstes entscheidet der Interessent

über die gewünschte Rohrund

Profilform: Rund-, Quadrat-,

Rechteck- und Ovalrohre sowie Sondergeometrien

sind im Angebot. Im

dritten Schritt wählt der Kunde die

Produkte gemäß seinen Spezifika-

tionen wie Durchmesser, Wanddicke,

Werkstoff, EU-Norm, Länge

sowie Menge aus und fügt sie

anschließend dem Warenkorb hinzu,

um so eine Anfrage zu generieren.

„Die wachsende Digitalisierung

macht auch vor der Stahlindustrie

nicht halt. Daher wollen wir mit

‚Tubes Online‘ bei Wuppermann die

Effizienz der Anfrageprozesse deutlich

steigern. Unser Ziel ist es, durchgängige,

digitale Informationsflüsse

ohne Medienbrüche zwischen Wuppermann

und den Kunden zu entwickeln

und zu etablieren, um so alle

Prozessabläufe schneller, einfacher

und effizienter zu gestalten“, sagt Dr.

Arndt Laßmann, Vorstand und CFO

der Wuppermann AG. „Die Plattform

ist so konzipiert, dass sich bei entsprechendem

Erfolg neben dem polnischen

Werk weitere Wuppermann-

Standorte und Funktionen flexibel

hinzufügen lassen.“

Auf der Tube 2018 in Düsseldorf

präsentiert Wuppermann auch sein

gesamtes Spektrum an Rohren und

Rohrkomponenten aus schwarzem,

gebeiztem und verzinktem Stahl. 2

[ Info ]

Die Plattform ist unter dem Link

https://tubes-online.com erreichbar.

16 Stahlreport 4|18


Onescrap – die

Handelsplattform für

Sekundärstoffe,

verspricht Recycling-

Unternehmen viele

Vorteile. Durch das

Online-Bieterverfahren

soll eine marktkonforme

und preistransparente

Vermarktung

gewährleistet werden.

Bild: Onescrap GmbH

E-Commerce-Plattform erweitert Sortiment

Metalxchange heißt nun Onescrap

Im Juni 2017 nahm die Handelsplattform Metalxchange ihren Betrieb auf, um Abfallerzeugern die

Vermarktung Ihrer Altmetalle und Schrotte zu vereinfachen. Die starke Nachfrage der Erzeugerseite,

auch weitere Recyclingmaterialien vermarkten zu können, veranlasste das Unternehmen nun dazu,

das Materialsortiment zu erweitern. Außerdem können Einkäufer von Recyclern und Verwertern ihre

Gesuche nun ebenfalls über das Online-Bieterverfahren platzieren. Dem größeren Materialangebot

trägt die Änderung des Namens Rechnung: Aus Metalxchange wurde Onescrap.

Zwar hatte Geschäftsführer Daniel Jürgenschellert

die Erweiterung des Sortiments bereits in die langfristige

Planung einbezogen. Das positive Kundenfeedback

und die große Nachfrage, neben Altmetall und

Schrott auch andere Materialien vermarkten zu können,

zieht jedoch schon jetzt die Erweiterung des Angebots

der E-Commerce-Plattform nach sich. Nun können

auch Altpapier, Altkunststoff, Altholz, Altglas sowie

andere nicht gefährliche Abfälle gehandelt werden.

Außerdem ist es möglich, dass Einkäufer auf der One -

scrap-Plattform selbst aktiv ihr Gesuch einstellen und

Verkäufer ihr Angebot anbieten. So sollen sich Anbieter

und Käufer online noch schneller und effizienter

miteinander vernetzen können.

Neuer Name – gleiches System

Auch nach der Erweiterung des Materialsortiments

und der Umbenennung in Onescrap bleibt das Grundprinzip,

mit dem das Unternehmen als Metalxchange

im Sommer 2017 startete, bestehen. Für die Nutzer

ergeben sich dem Unternehmen zufolge keinerlei Veränderungen.

Basierend auf weltweit gängigen Sorten für Sekundärrohstoffe,

bietet Onescrap eine börsenähnliche Vermarktung

von anfallenden Recyclingprodukten. Am

Recyclingkreislauf beteiligte Unternehmen können

gezielt Sekundärrohstoffe erwerben und vermarkten.

Standardisierte Ausschreibungsunterlagen sollen den

effizienten Ein- und Verkauf von Alt- und Abfallstoffen

ermöglichen.

Onescrap bündelt alle für Käufer und Verkäufer

handelsrelevanten Informationen in einem Medium

(Liefer- und Zahlungsbedingungen, Lieferzyklen und

Transporteinheiten sowie Bilder und Materialanalysen).

Die Handelsplattform will so den effektiven Austausch

und eine zeitgemäße effiziente Marktkommunikation

vorantreiben.

Die E-Commerce-Plattform ONESCRAP (vormals

METALXCHANGE) ist seit Juni 2017 in Betrieb. Geführt

wird das Unternehmen von Daniel Jürgenschellert. Der

Diplom-Kaufmann besitzt jahrelange Erfahrung auf

Verkäufer- und Käuferseite aus der Beratung von Automobilzulieferern,

Stahlhändlern und Maschinenbauunternehmen.

Zuletzt war er als Mitglied der Geschäftsleitung

für das deutsch/polnische Regionalgeschäft

der SCHOLZ-Gruppe verantwortlich, bevor er sich dazu

entschied, mit Onescrap einen B2B-Handelsplatz im

Internet zu schaffen. 2

Stahlreport 4|18

17


Stahlhandel

Bericht

Die Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG in Ellwangen gehört zu den größten mittelständischen Stahlhandlungen in Deutschland.

Das Kerngeschäft liegt im Großhandel von Stahl wie Walzstahl, Qualitätsstahl, Edelstahl-/NE-Metalle und Bewehrungsstahl sowie

stahlverwandten Produkten im Bereich Draht, Eisenwaren und Gitterroste, Tiefbauprodukten und Bewehrungstechnik.

Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG

Ausbau des Maschinenparks optimiert Produktion

Die Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG investiert in weitere Maschinen für die Bearbeitung von Bewehrungsstahl.

Zukünftig ergänzen ein Hochleistungsdoppelbiegeautomat MSR 20/6 MULTIROTOR sowie ein Fixlängenautomat

TWIN MSR 16/9 MULTIROTOR der progress Maschinen + Automation AG, einem Unternehmen der PROGRESS GROUP,

die hochmoderne Betonstahlbiegerei.

Kerngeschäft des in Baden-

Würtemberg ansässigen Stahlhandelunternehmens,

das als eines der

größten im mittelständischen

Bereich in Deutschland gilt, ist der

Eberhard Frick, Geschäftsführer,

Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG

Großhandel von Walzstahl, Qualitätsstahl,

Edelstahl-/NE-Metallen

und Bewehrungsstahl sowie stahlverwandten

Produkten im Bereich

Draht, Eisenwaren und Gitterroste,

Tiefbau und Bewehrungstechnik. In

diesem Segment ist das Portfolio in

Breite und Tiefe speziell auf die

Anforderungen von Fertigteilwerken,

der Bauindustrie und des Bauhandwerks

zugeschnitten.

Die Bearbeitung, das Schneiden

und Biegen von Betonstahl und Baustahlmatten

mit Schwerpunkt der

Ringmaterialbearbeitung erfolgt auf

modernsten automatischen Anlagen.

Das Portfolio umfasst Betonstahl

in Stäben, Betonstahlringe,

Lagermatten, Unterstützungskörbe,

Halbfertigkörbe, Bewehrungsdraht

in Ringen und Stäben, Gitterträger

und Schubträger.

Kosteneffiziente Produktion und

optimierter Produktionsfluss

Die Richtschneide-Biegemaschinen

des Typs MSR und Twin MSR der progress

Maschinen + Automation tragen

hier zu einer kosteneffizienten Produktion

bei. Die Maschinen arbeiten

vom Coil und optimieren so den Produktionsfluss.

Die Kopplung mit einer

Doppelbiegevorrichtung mit automatischem

Biegematrizenwechsel verwandelt

die Anlagen in ein multifunktionelles,

leistungsstarkes Coilbearbeitungszentrum

zur Produktion von

Stabmaterial und Bügeln.

Hauptmerkmale des Hochleistungsfixlängenautomats

TWIN MSR

16/9 MULTIROTOR zum Richten und

Ablängen von Betonstahl ab Ring sind

die Paralellproduktion zweier gleicher

Drahtdurchmesser, die innovative,

vorschubsynchrone progress-

18 Stahlreport 4|18


Richtschneide-Biegemaschinen des Typs MSR und Twin MSR der progress Maschinen +

Automation tragen zu einer kosteneffizienten Produktion bei. Die Maschinen arbeiten

vom Coil und optimieren so den Produktionsfluss.

Rotorrichttechnik sowie das Fehlen

von hydraulischen Antrieben und

hydraulischen Komponenten.

Als Antriebstechnik kommen ausschließlich

Elektroantriebe zum Einsatz.

Vorteile im Vergleich zu hydraulischen

Anlagen ergeben sich Progress

zufolge aus dem sehr niedrigen

Leistungs- und Energiebedarf und der

hohen Wartungsfreundlichkeit bei

sehr hoher Produktionsleistung.

Die Maschine verarbeitet einen Drahtstärkebereich

von 8 bis 16 mm. Der

Drahtdurchmesserwechsel erfolgt

vollautomatisch innerhalb weniger

Sekunden durch das Verfahren des

Rotortisches. Alle Drähte bleiben in

der Maschine eingespannt und sind

„just in time“ abrufbar. Dadurch kann

unabhängig von Drahtdurchmesser

oder Losgrößen sehr flexibl und

nahezu ohne Stillstände durch Rüstzeiten

produziert werden. Der Hochleistungsdoppelbiegeautomat

MSR

20/6 MULTIROTOR zum Richten,

Ablängen und Biegen von Betonstahl

arbeitet ebenso ohne hydraulische

Antriebstechnik. Selbst die Biegeköpfe

arbeiten elektromechanisch

bzw. pneumatisch. Diese Maschine

verarbeitet einen Drahtstärkebereich

von 8 bis 20 mm.

Gut gerüstet für Anforderungen

aus dem Bauwesen

Mit der Investition in die beiden

neuen Maschinen fokussiert Kicherer

auf die Anforderungen bei Anfragen

aus dem Bauwesen. „Beide Anlagen

sind für die Auftragsstruktur,

die wir zu bearbeiten haben, hervorragend

geeignet. Wir bewältigen

die Problematik des kurzen Planvorlaufes

sowie der immer kürzer

werdenden Lieferzeiten in erstklassiger

Weise“, erklärt Eberhard Frick,

Geschäftsführer der Friedrich Kicherer

GmbH & Co. KG.

„Mit Maschinen der progress

Maschinen + Automation AG haben

wir bereits langjährige, gute Erfahrungen

gemacht. So lag die Investition

in weitere Maschinen nahe. Für

unsere Kunden, die Bauunternehmer

und die Bauindustrie, ist zeitsparende,

kostengünstige und

äußerst präzise Produktion der Stahlbewehrung

ausschlaggebend. So

überzeugen wir mit der Qualität

unserer Produkte.“ 2

[ KONTAKT ]

Friedrich Kicherer

GmbH & Co. KG

73479 Ellwangen

Tel. +49 7961 885 0

www.kicherer.de

Progress Maschinen

& Automation AG

39042 Brixen/Italy

Tel. +39 0472 979-100

www.progress-m.com

Progress Group

GmbH

60549 Frankfurt am

Main/Germany

Tel. +49 6977 044044

www.progressgroup.info

NEU

SAZ Z Anfrageassistent

ent

Assistent

zur Coileinteilung!

Leistung in Lohnbearbeitung

und Logistik:

www.saz-stahl.de

Lohnservice

Längsteilen

Querteilen

Walzen

Logistik

Materialprüfung

Anfrageassistent


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Herbert Nauschnig

(li.), Technischer

Leiter, EHG

Stahlzentrum,

Dr. Markus Lutz,

Geschäftsführer

EHG Stahlzentrum

Das MEBAsteel-Gesamtanlagenkonzept

Kluge Technik, hohe Produktivität

Die Doppelgehrungsbandsägen MEBAsteel sind auf die Anforderungen im Stahlbau ausgerichtet.

Ausgestattet mit Materiallogistik und eingebunden in vernetzte Kommunikation schaffen

sie Produktivität und Prozesssicherheit bei hoher Qualität, verspricht der Hersteller. Auch das

österreichische EHG Stahlzentrum hat sich für ein Gesamtanlagenkonzept von MEBA entschieden.

„Im Rahmen einer Ersatzinvestition

haben wir eine Sägeanlage

für den Bereich Kommerzstahl

gesucht – das sind hauptsächlich

Träger, Hohlprofile und Rohre. Unser

Ziel sind perfekte Sägeschnitte und

die reibungslose Anarbeitung für

unsere Kunden. Hierfür benötigten

wir ein Sägekonzept mit hoher Produktivität

und Flexibilität, das gleichzeitig

unsere digitale Auftragsabwicklung

unterstützt“, erläutert Dr.

Markus Lutz, Geschäftsführer EHG

Stahlzentrum GmbH & Co OG. Die

Lösung hieß: MEBAsteel 1100 DGA-

3300 mit NC-Server und einem maßgeschneiderten

Konzept für die Zuund

Abfuhr des Materials.

Das EHG Stahlzentrum mit

Hauptsitz in Dornbirn, Österreich,

bietet seinen Kunden eigenen Angaben

zufolge eines der bestsortierten

Lager Mitteleuropas: 10.000 Artikel

in 100 verschiedenen Qualitäten an

Edelstahl, Qualitätsstahl, Blankstahl,

Rohren sowie Trägern. Für viele sei-

ner Kunden agiert der Vollanbieter

für Stahl und Metall als „Single

Source Partner“. Viele Kunden überlassen

die Materialwirtschaft im

Bereich Stahl und Metall komplett

dem Spezialisten EHG.

Die EHG übernimmt die Lagerhaltung,

das Kommissionieren, Etikettieren

sowie das Anarbeiten der

vielen verschiedenen Stähle genauso

wie die termingerechte Lieferlogistik,

in vielen Fällen „just in time“.

Und genau hier liegt auch die Alleinstellung

der EHG auf dem Markt.

Ein solch breites Sortiment mit

Lagerhaltung bedarf spezifischer,

auch personeller, Strukturen und

einer jahrzehntelangen stetigen Entwicklung.

Kapazitäten optimal genutzt

Herzstück des MEBA-Konzepts für

EHG ist der Doppelgehrungsautomat

MEBAsteel 1100 DGA-3300. Um

die Kapazität des Hallenkrans zum

Be- und Entladen optimal auszunutzen,

wurde sie genau zwischen zwei

Hallenschiffen eingepasst.

Mit einer Gesamtlänge von 38m

gewährleistet die MEBAsteel-Anlage

das Trennen von Werkslängen bis

zu 18 m. Durch die angetriebenen

Rollenbahnen sowie eine Parallelrollenbahn,

die neben der Säge über

die komplette Länge läuft, weist das

Gesamtkonzept eine hohe Produktivität

auf.

Eine vereinfachte und sichere

Abschnittentsorgung, auch von kurzen

Teilen, bringt die automatische

Überbrückungsrollenbahn mit sich.

Sie verstellt sich entsprechend je

nach Gehrung, um die Lücke zwischen

Maschine und Abfuhrrollenbahn

gut zu schließen.

Digitale Anbindung

erhöht Prozesssicherheit

Essentieller Bestandteil des Gesamtsystems

der EHG ist die digitale

Anbindung an ihre Kunden. Über

das Outsourcing-System „EHG com-

20 Stahlreport 4|18


Bilder: MEBA

plete“ erfolgt eine automatisierte

Auftragsabwicklung via E-Commerce-Anbindung.

Kundenaufträge

kommen digital bei EHG an und müssen

wiederum digital und automatisch

an die jeweiligen verarbeitenden

Systeme weitergeleitet werden.

Damit das Gesamtsystem funktioniert,

müssen auch die Sägelösungen

die automatisierte Durchgängigkeit

des Prozesses unterstützen.

Ein weiterer Grund, warum bei

der EHG die Wahl auf MEBA gefallen

ist.

Dank der webfähigen, vernetzten

Panelsteuerung der MEBAsteel

1100 DGA-3300 konnte der Doppelgehrungsautomat

in die vorhandene

Daten-Infrastruktur und bestehende

Lagersysteme vor Ort eingebunden

werden. Sie bietet Optionen wie die

Erstellung von Sägeprogrammen in

der Arbeitsvorbereitung, den Import

von Sägeprogrammen aus CAD mit

DSTV-Schnittstelle und Datenexport

oder den Teleservice zur Fernwartung.

Der MEBA NC-Server liefert die

nötige Software zum Handling von

Sägeteilen. Die Datenvorbereitung

sowie das Erstellen der Sägeprogramme

erfolgt am PC beziehungsweise

an mehreren PCs im Büro, so

dass sich der Werker auf das Sägen

selbst konzentrieren kann.

Kluge Technik für

mehr Wirtschaftlichkeit

Beim Doppelgehrungsautomat

MEBAsteel 1100 DGA-3300 können

Mit einer Gesamtlänge von 38 m ermöglicht

die MEBAsteel-Anlage das Trennen von

Werkslängen bis zu 18m. Durch die Rollenbahnen

sowie eine Parallelrollenbahn steht

das Konzept für eine hohe Produktivität.

über das 90°-Sägen hinaus beidseitige

Gehrungen einfach und wirtschaftlich

durch Schwenken des

Sägerahmens und der Materialauflage

eingestellt werden.

Für den Stahlhändler EHG, der

über das modernste Schneide- und

Sägezentrum Europas verfügt, war

diese Gehrungstechnik ein weiteres

entscheidendes Kaufkriterium.

„Dank der beidseitigen Gehrung der

MEBAsteel für verschiedenste Längen-

und Winkelkombinationen können

alle Produkte in unserem Portfolio

auf der Maschine bearbeitet

werden, die auf Gehrung geschnitten

werden müssen“, so Geschäftsführer

Dr. Markus Lutz.

Als eigenen Angaben zufolge erster

Hersteller der Branche hat MEBA

nahezu alle Modelle seiner Produktpalette

über alle Baugrößen hinweg

so konstruiert, dass sowohl der Sägevorschub

als auch der Materialeinschub

über elektrische Servoachsen

Herzstück des MEBA-Konzepts für EHG: der Doppelgehrungsautomat MEBAsteel 1100

DGA-3300.

erfolgen. Spielfreie Kugelrollspindeln

bewegen die Sägeeinheit und

den Materialeinschub schnell, präzise

und konstant auf und ab, beziehungsweise

vor und zurück. Der

gesamte Vorgang erfolgt nahezu

geräuschlos. Aufgrund der elektrischen

Systeme wird während des

gesamten Sägevorgangs das Hydrauliksystem

nur zur Aufrechterhaltung

von Materialspannung und

Sägebandspannung benötigt. Somit

ist lediglich Öldruck, jedoch kein

Ölstrom notwendig. Der Öldruck

wird von einem Hydraulik-Membranspeicher

gespeichert. Einmal

aufgepumpt, hält er den statischen

Öldruck ohne Zuschalten einer

Pumpe aufrecht. Die Hydraulikpumpe

ist während des Sägevorgangs

komplett ausgeschaltet und

verbraucht keine Energie, erwärmt

kein Öl und es findet auch keine

Ölalterung statt.

Persönlicher Service

in jeder Projektphase

Das schwäbische Familienunternehmen

MEBA sieht sich in jeder

Projektphase als Partner seiner

Kunde und legt großen Wert auf

eine unkomplizierte, persönliche

Betreuung. Genau diesen Aspekt

lobt Dr. Markus Lutz: „Von der Beratung

zur Anlage, der perfekt auf

unsere Anforderungen ausgerichteten

Planung und Konstruktion des

Gesamtkonzepts unserer Anlage,

über die Inbetriebnahme bis hin

zum After-Sales-Service haben wir

sehr positive Erfahrungen gemacht.

Nicht zuletzt stimmen Qualität und

das Preis-Leistungs-Verhältnis bei

MEBA.“ 2

Stahlreport 4|18

21


Messen

und Märkte

Tube & wire

Metallmessengipfel

Tube und wire gehen an den Start

Kurz vor Beginn des rohr- bzw. drahtbezogenen Metallmessengipfels aus Tube und wire

sind die Ausstellungshallen so gut gebucht wie noch nie in der über 30-jährigen Geschichte

der beiden Events in Düsseldorf. Diesmal dauert die Leistunsgschau vom 16.-20.4.18.

Quellen, 2: Messe Düsseldorf

Mit diesen beiden

Messelogos wird für

die Tube …

… und für die wire in

Düsseldorf geworben.

Nie zuvor wurden für Tube

und wire so viele Quadratmeter vermietet

wie in diesem Jahr. Beide

Messen zusammen belegen rund

120.000 m 2 netto; das sind rund

10.000 m 2 netto mehr als das Endergebnis

beider Messen von 2016 –

und das war bereits hervorragend.

An fünf Messetagen werden

innovative Technologien, neue

Maschinen und Anlagen sowie Produkte

und Dienstleistungen aus der

Draht-, Kabel- und Rohrindustrie

präsentiert.

Rohre

Die Tube 2018 präsentiert sich mit

rund 1.000 Unternehmen aus mehr

als 50 Ländern in den Messehallen

3 bis 7.0/7a und den Hallen 16, 17

sowie in Teilen der temporären Halle

18. Maschinen und Anlagen zur Rohrherstellung,

Rohrbearbeitung und

Rohrverarbeitung sowie Rohmaterialien,

Rohre und Zubehör, Gebrauchtmaschinen,

Werkzeuge zur Verfahrenstechnik,

Hilfsmittel, Mess-,

Steuer-, Regel- und Prüftechnik gehören

zum umfangreichen Angebot.

Pipelines und der Bereich der

OCTG-Technologie, Profile und

Maschinen sowie Plastic Tubes

ergänzen das Angebot.

Rohrzubehör befindet sich in den

Hallen 16 und 17, der Handel mit

Rohren und die Rohrherstellung sind

in den Messehallen 3 und 4, 7 und

16 zu finden, die Rohrumformtechnik

schließt sich in der Halle 5 an.

Maschinen und Anlagen sowie Rohrbearbeitungsmaschinen

werden in

den Hallen 6 und 7a präsentiert. Profile

und Plastic Tubes befinden sich

in den Hallen 3 bis 7.0, 7a sowie 16

und 17.

Anhaltend starke Nachfragen

aus China sorgen dafür, dass erneut

ein China-Pavillon eingerichtet wird.

Unter dem Dach des Slogans „meet

China’s expertise“ präsentieren sich

chinesische Unternehmen aus den

Bereichen der Draht-, Kabel- und

Rohrindustrie gemeinsam in der

Halle 16.

Drähte

Zur wire 2018 haben sich aktuell

ca. 1.200 Aussteller aus etwa 50 Ländern

angemeldet. Belegt sind über

65.000 m 2 Ausstellungsfläche.

Die wire 2018 findet in den Messehallen

9 bis 16 und Teilen der temporären

Halle 18 statt: Gezeigt werden

Maschinen und Anlagen zur

Drahtherstellung und Verarbeitung,

Werkzeuge und Hilfsmaterialien zur

Verfahrenstechnik sowie Werkstoffe,

Spezialdrähte und Kabel. Außerdem

präsentieren sich Innovationen aus

den Bereichen Mess-, Steuer- und

Regeltechnik, Prüftechnik und Spezialgebiete.

Der Fokus liegt 2018 noch stärker

als bisher auf den Möglichkeiten

der Gasfasertechnologien. Glasfaser

sind leistungsstärker, schneller und

oft zuverlässiger als herkömmliche

Materialien. Damit reagiert die Messe

Düsseldorf auf den zunehmenden Einsatz

von Glasfasertechnologien in der

Energiewirtschaft, den Bau- und Kommunikationsbranchen.

Die Bereiche Draht- und Kabelmaschinen,

Draht- und Kabelproduktion,

der Handel sowie Glasfasertechnologien

präsentieren sich

in den Hallen 9 bis 14 und 16, die

Verbindungs- und Befestigungstechnologien

(Fastener Technology)

schließen sich in der Halle 15 an. Gitterschweißmaschinen

(Mesh Welding)

und Federfertigungstechnik

(Spring Making) sind in der Halle 13

zu finden. 2

[ Info ]

Aktuelle Informationen zu beiden Messen

gibt es in den Internetportalen unter:

www.wire.de und www.Tube.de

22 Stahlreport 4|18


®

Vorträge und Networking

Branchentreff zum Auftakt

Auch in diesem Jahr nutzt die Montan- und Wirtschaftsverlag

GmbH die Messen Tube und wire (16.-20.4.18)

dazu, um zum inzwischen 10. stahlmarkt-Branchentreff einzuladen:

für den 16.4.18 zwischen 17:30 Uhr und 21:00 Uhr

in den Raum 26/28 im CCD Süd der Messe Düsseldorf. Auf

dem Programm stehen Vorträge, und es gibt die Möglichkeit

zum Networking.

16.-20.04.2018

Gemeinschaftsstand

BDS

Halle 7/C25

Impulsvorträge von erfahrenen Branchenkennern befassen

sich dann mit den Märkten von Stahlrohren, Stabstahl

und Walzdraht, außerdem mit der Digitalisierung im

Stahlhandel. Was bedeutet das für das Tagesgeschäft der

Stahlhändler? Mit welchen Entwicklungen ist dies verbunden:

auf den Märkten, in den verschiedenen elektronischen

Kommunikationsformen (New Media) und im „Einkauf

4.0“?

Nach den Vorträgen, die ab 18:00 Uhr Dr. Dirk Bissel

(Vorsitzender der Vallourec Deutschland GmbH und Vorsitzender

des Vorstands der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre

e.V.) zum Thema „Zur Lage auf dem Stahlrohrmarkt“

eröffnet und u.a. Tobias Fister (Dr. Fister GmbH)

mit Antworten auf die Frage fortsetzt, wie die Digitalisierung

im Stahlhandel die tägliche Arbeit verändert, gibt es

dann die Möglichkeit, sich in entspannter Runde bei Buffet

und Getränken auszutauschen und Networking zu

betreiben.

DIE

PAKET-

LÖSUNG

günstig und praktisch

Langprodukte

einfach zusammen

bestellen:

EDELSTAHL

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STAHLROHRE

[ Info ]

Alle Details und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter:

https://www.stahleisen.de/stahlmarkt/branchentreff/

Voß 11

Werkzeuge für Muttern

Als Spezialist für die Innengewindebearbeitung präsentiert

die BASS GmbH & Co. KG auf der diesjährigen wire

in Halle 15 Stand G15 innovative Werkzeuglösungen zur

Mutternherstellung. Prozesssicherheit und höchste Qualität

bei der Gewindeherstellung machen exzellent gefertigte

Muttern aus. Nicht zuletzt bedingt durch verschiedenste

Grundwerkstoffe der Verbindungselemente, das

gewählte Umformverfahren, die geforderten Toleranzen

und weitere Einsatzbedingungen, ist es aber für Hersteller

schwer, die besten Werkzeuglösungen zu finden. Hochwertige

Materialen, angepasste Geometrien und neue

Beschichtungen ermöglichen das Gewindeschneiden und

Gewindefurchen mit hoher Schnittgeschwindigkeit und

führen so zu Leistungssteigerung. Die geringere Bearbeitungszeit

und hohe Standzeit der Werkzeuge senken die

Kosten in der Herstellung.

Effizient und herrlich einfach – die Online Tool Box!

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

www.voss-edelstahl.com

Kurze Wege:

Voß/Voss: 11 x vertreten

in Europa und darüber hinaus,

unterstützt durch 220 Mitarbeiter.

Stahlreport 4|18

23

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Messen

und Märkte

Tube & wire

Gemeinschaftsstand auf der Tube 2016

Foto: BDS AG

BDS und Mitglieder auf der Messe Tube 2018

Treffpunkt Stahlhandel:

Ein Gemeinschaftsstand

Vom 16. bis 20. April 2018 findet in Düsseldorf die Tube & wire, die internationale Rohrfachmesse,

statt. Zahlreiche unserer Mitglieder werden wieder mit eigenen Ständen vertreten sein. Nach dem

großen Erfolg mit dem ersten Gemeinschaftsstand im Jahr 2016 präsentieren sich ebenfalls unter

einem Dach und unter dem bekannten Motto „TREFFPUNKT STAHLHANDEL“ zum zweiten Mal

der BDS und sechs seiner Mitglieder auf einem Gemeinschaftsstand.

Treffen Sie uns!

Halle 7, Stand

C25/26

Auf den rund 180 m 2 in Halle

7, Stand-Nr. C25/26, stellen folgende

Unternehmen aus:

z BDS AG – Bundesverband Deutscher

Stahlhandel

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsgesellschaft

m.b.H. & Co. KG

z Drösser Stahlhandel GmbH, Köln

z MCB Deutschland GmbH, Dormagen

z RHB Voß GmbH, Düsseldorf

z Rohrhandel – Brunzel GmbH, Düsseldorf

z Voß Edelstahlhandel GmbH & Co.

KG, Neu Wulmstorf

Abgerundet wird die Messepräsentation

durch einen Standabend am

Dienstag.

Die teilnehmenden Unternehmen

verfügen durch das Stand-im-Stand-

Konzept über einen individuellen

eigenen Bereich und profitieren von

allgemeinen zentralen Lounge-Bereichen.

Internationale Kontakte, viele

Gespräche, großes Kaufinteresse

und tatsächliche Abschlüsse sowie

die Erwartung auf ein interessantes

Nachmessegeschäft prägten die

Stimmung auf den Messen der vergangenen

Jahre. Ziel des BDS ist es,

seinen Mitgliedern die Möglichkeit

anzubieten, sich ebenfalls auf dieser

wichtigen Leitmesse dem nationalen

und internationalen Publikum

zu präsentieren. Damit spricht der

Verband in erster Linie die Unternehmen

an, die bisher nicht mit einem

eigenen Stand auf der Messe vertreten

waren. Durch die konzertierte

Organisation war es möglich, die

Messeteilnahme auf einem interessanten

Preisniveau anzubieten. 2

Info

Bereiche für alle

BDS-Mitglieder nutzbar

Für alle ordentlichen BDS-Mitglieder

besteht ebenfalls die

Möglichkeit, die Lounge-Bereiche

auf dem Messestand zu nutzen,

um Ihre Kunden zu Gesprächen

einzuladen.

Vorläufiger Entwurf des Gemeinschaftsstands

auf der Tube 2018

24 Stahlreport 4|18


Fotos, 2: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Die KASTOwin tube A 5.0 ist ein Bandsäge-Vollautomat, der

speziell für die Bearbeitung von Rohren optimiert worden ist.

UNITOWER ist ein flexibles Turmlagersystem, das im Vergleich

zur konventionellen Boden- und Kragarmlagerung laut Hersteller

wesentlich platzsparender und damit wirtschaftlicher ist.

Sägen und lagern

Was Kasto auf der Tube präsentiert

Auf der Tube in Düsseldorf zeigt die KASTO ausgewählte Produkt-Highlights aus ihren beiden

Geschäftsbereichen Säge- und Lagertechnik. Dazu zählt beispielsweise eine vollautomatische

Bandsäge, die speziell für die Bearbeitung von Rohren konzipiert ist. Besucher können auf dem

Messestand (Halle 6, Stand 6A07) außerdem ein flexibles und kompaktes Langgut-Turmlagersystem

in Aktion erleben.

Die KASTOwin tube A 5.0 ist

ein Bandsäge-Vollautomat, der speziell

für die Bearbeitung von Rohren

optimiert wurde. Die größte Neuerung:

Im Vergleich zu den anderen

KASTOwin-Modellen ist die Bewegungsrichtung

des Sägevorschubs

um 180 Grad gedreht, gesägt wird

von der Auflagefläche nach oben.

Dies minimiert den Störeinfluss

durch Sägespäne, die sich auf dem

Rohrboden absetzen, und sorgt damit

für einen effizienten, präzisen und

werkzeugschonenden Sägevorgang.

Der Schnittbereich der KASTOwin

tube A 5.0 liegt für Rundmaterial bei

500 mm, die kleinstmögliche

Abschnittlänge bei 10 mm. Die

Schnittgeschwindigkeit lässt sich

per frequenzgeregeltem Antrieb zwischen

12 und 150 m/min stufenlos

einstellen. Hartmetall-Sägebänder,

wie sie für verschiedene Rohrmaterialien

notwendig sind, lassen sich

auf der KASTOwin tube A 5.0 ohne

weiteres Zubehör einsetzen, argumentiert

der Hersteller. Die Spannung

des Sägebands erfolgt hydraulisch,

die Reinigung mit einer auswechselbaren,

elektrisch angetriebenen

Späneräumbürste. Spannstock

und Sägevorschub sind mit spiel-

freien Linearführungen ausgestattet,

Kugelrollspindelantriebe sorgen

für kontrollierte Schnitt- und Materialvorschub-Bewegungen.

Drei Ausführungen

Das Turmlagersystem UNITOWER

ist in drei verschiedenen Ausführungen

zur Lagerung von Langgut, Blechund

Flachprodukten sowie Behältern

erhältlich. Die Türme sind als

Baukastensystem mit einzelnen

Modulen konzipiert, wodurch sich

auch individuelle Lösungen einfach

realisieren lassen. Als Ladungsträger

kommen Kassetten, Paletten oder

Tragegestelle zum Einsatz, die maximale

Einlagerlänge liegt je nach

Modell zwischen 2.000 und

14.600 mm. Systemhöhen bis 25 m

sind mit dem Unitower möglich. Mit

ihrer variablen Beladehöhe bieten

die Turmlager eine flexible Lösung,

die im Vergleich zur konventionellen

Boden- und Kragarmlagerung

wesentlich platzsparender und damit

wirtschaftlicher ist, argumentiert der

Hersteller.

Das Handling der Ladungsträger

übernimmt ein Regalbediengerät mit

Lasttraverse. Das sorge für schnelle

Zugriffszeiten und spare – auch dank

effizienter Antriebe – Energie. Einund

Auslagerstationen ließen sich

zudem vollautomatisch mit weiterer

Fördertechnik oder Bearbeitungsmaschinen

verbinden, um den innerbetrieblichen

Materialfluss zu optimieren.

Die KASTO Maschinenbau GmbH

& Co. KG mit Sitz im badischen

Achern ist auf die Säge- und Lagertechnik

für Metall-Langgut spezialisiert.

Das Unternehmen bezeichnet

sich als weltweiter Markt- und Technologieführer

für Metallsägemaschinen,

halbautomatische und automatische

Langgut- und Blechlagersysteme,

automatische Handlingeinrichtungen

für Metallstäbe, Bleche und

Zuschnitte sowie die dazugehörige

Software. Kasto feierte 2014 sein 170-

jähriges Bestehen und zählt somit zu

den ältesten Familienbetrieben in

ganz Europa. 160 Patente, mehr als

140.000 in alle Welt gelieferte Sägemaschinen

und über 1.800 installierte

Automatiklager belegen den

Erfolg des Unternehmens. Neben

einem Zweigwerk im thüringischen

Schalkau verfügt Kasto über Tochtergesellschaften

in England, Frankreich,

Singapur, der Schweiz und den

USA. 2

Stahlreport 4|18

25


Messen

und Märkte

Tube & wire

Die Roboter und die Rohre

Mensch und Maschine

Das Thema Industrie 4.0 bestimmt auch die diesjährigen Präsentationen auf der wire und Tube, stellte

Messechef Friedrich-Georg Kehrer in seinem Interview zu diesen Events fest (3/18, S. 24f). Ein Beispiel

dafür ist das zunehmende Miteinander von Mensch und Roboter in Sachen Rohre, das sich die Messe

Düsseldorf am Beispiel von Transfluid angesehen und gemeinsam mit anderen Ausstellern analysiert hat.

Schwächen bei der Konzentration und Ausdauer

– niemals! Roboter gelten seit jeher als verlässliche

und unverzichtbare „Kollegen“ der Industriemitarbeiter.

Sie übernehmen in diesen Zusammenhängen zunehmend

das Schweißen, Biegen, Trennen, den Transfer

und die Ablage von Rohren. Künstliche Intelligenz und

maschinelles Lernen werden Roboter zukünftig noch

flexibler machen und den rein repetitiv arbeitenden

Roboter auf Dauer ablösen.

Ein Beispiel

Morgens zur Arbeit und erstmal den Fernseher einschalten.

Passt auf den ersten Blick nicht wirklich. Und

doch wird genau das zur Realität bei der kamerakontrollierten,

vollelektrischen Fertigungszelle der Schmallenberger

Transfluid Maschinenbau GmbH. Diese Zelle

ist das Herzstück eines intelligenten Rohrbearbeitungssystems.

Über einen Großbildschirm flimmern nicht

aktuelle Nachrichten, wohl aber wertvolle Informationen

zu Energieverbrauch, CPK-Wert und Stückzahl der

bisher bearbeiteten Rohre.

Ein wichtiger Baustein des Bearbeitungszentrums

von Transfluid sind Roboter, die bei der Fertigung von

Klimaleitungen eingesetzt werden. Neben dem Kamerakontrollsystem

verfügt die Bearbeitungsanlage über

ein Magazin, ein 4-Achsen-Handlingsystem, zwei Kombinationsmaschinen

zur Rohrumformung, eine Biegemaschine,

eine Anfaseinheit, einen Nadeldrucker und

zwei Roboter.

Eine Seite des Rohres wird vor dem Biegevorgang

immer mit einer Rohrumformmaschine in Kombination

bearbeitet, während die zweite Seite nach dem Biegevorgang

spanlos nachbeschnitten und danach ebenfalls

umgeformt wird. Falls erforderlich, hält der Roboter

das bearbeitete Rohr anschließend in eine Entgratvorrichtung.

„Beide Enden können mithilfe der Kamera

optisch kontrolliert werden“, erläutert Stefanie Flaeper,

Geschäftsführerin bei Transfluid. „Alternativ hält

der Roboter das Rohr in eine Beschriftungseinheit, in

der es dann an allen Positionen markiert werden kann

– und zwar ganz ohne Spannvorrichtung.“

Über eine Umformanlage mit Rundtakttisch könnten

darüber hinaus zwei Rohre über einen Flansch miteinander

verbunden werden. Für den Fertigungsprozess

bedeute das neben einem Höchstmaß an Sicherheit eine

hohe Ausbringung bei 100 Prozent dokumentierter

Qualität – und für die informative „Unterhaltung“ per

Großbildschirm ist nebenbei auch noch gesorgt.

Roboter haben sich bei der Rohrbearbeitung bewährt.

Sie „sorgen für kontrolliertes Handling“, betont Flaeper.

Ein Roboter sei optimal für die Fertigung von gebogenen

Bauteilen geeignet. „Dagegen haben sie eher

eine geringe Bedeutung beim Handling langer und gerader

Rohre. Hier sind Linearsysteme schneller.“ Vor

allem in der Verarbeitung sind Roboter weit verbreitet,

„weil hier komplexe Handlingsaufgaben oder relativ

schwere Bauteile manipuliert werden müssen.“

Zusammenfassende Ausblicke

Der Einsatz von Robotern besitzt bereits heute ein großes

Leistungsvermögen: Überall da, wo Mitarbeiter qualitativen

Einfluss auf Produkte nehmen können, ist das

Potenzial auch sehr hoch. Als ein wichtiger Treiber bei

der Roboter-Anwendung gilt der Automotive-Sektor.

Und ein Ende der Entfaltung des Potenzials ist nicht

in Sicht. So waren Roboter bisher vor allem repetitiv

und haben mit der immer gleichen Präzision und Wiederholgenauigkeit

gearbeitet. „Die Anforderungen der

Zukunft sind andere – gerade im Bereich professionel-

Die Faszination Roboter kommt erst durch das …

26 Stahlreport 4|18


Fotos, 2: Messe Düsseldorf

… Miteinander von Mensch und Maschine zur Geltung.

ler Servicerobotik und Servicerobotik“, erklärt Alexander

Bay, Marktsegment Manager CNC/Machining bei

Kuka Roboter. „Wenn Roboter in andere Bereiche vordringen

wollen, müssen sie flexibler werden. Dabei

kann maschinelles Lernen helfen.“

Roboter werden zunehmend auch Teil von Industrie

4.0. Der Roboter als flexibles Produktionselement

wird dabei in der Lage sein, Daten in der Produktion

zu sammeln und diese mit den IT-Systemen auszutauschen.

Bay: „Produktionsabläufe werden dadurch noch

effizienter und die Systeme können schnell auf individualisierte

Kundenwünsche reagieren.“

Ein weiterer Trend ist die Vereinfachung der Programmierung.

„Des Weiteren die Online-Verknüpfung

der Roboter, um Daten aus externen Systemen, zum Beispiel

CAD, übernehmen zu können“, ergänzt Stefanie

Flaeper, Geschäftsführerin bei Transfluid. Eine Herausforderung

sei es, die Roboter auch für sehr kleine Produktionsgrößen

einsetzen zu können, was heute nur

bedingt möglich sei.

Großes Potential für die Zukunft sieht Kuka in den

Bereichen 3C, Logistik und Service- bzw. Consumer-

Robotik. Außerdem wandere, so Bay weiter, Robotik

von dem sehr geordneten Umfeld der industriellen Produktion

in das „chaotischere“ private Umfeld. Künstliche

Intelligenz helfe dabei, Robotersysteme auf Unwägbarkeiten

und Veränderungen einzustellen.

Sicher ist auf jeden Fall: „Roboter werden näher an

den Menschen rücken, das heißt Roboter werden noch

mehr Aufgaben von Menschen übernehmen, die Menschen

unterstützen, um bestimmte schwierige Aufgaben

umzusetzen“, ist sich Transfluid-Geschäftsführerin

Flaeper sicher. „Interessant wäre es auch, wenn der

Roboter sehr präzise die Bewegung eines Menschen in

einem Produktionsprozess nachahmen könnte, ohne

programmiert werden zu müssen.“ Mensch und Roboter

Seite an Seite, sozusagen. Die Generation R übernimmt

… 2

Wir freuen uns

auf Ihren Besuch!

16.-20.04.2018

STAND 6.

B 12

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VOLLAUTOMATISCHE

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CNC-gesteuerter Drehtisch für Gehrungsschnitte

Automatische Verarbeitung von Flach-,

Winkel- und Massiv-

material und Rohren

Automatische Sortierung

von Anschnitt / Rest- und Gutteilen

teilen

Mehrfach Front- und Heckschnitte

Kombinierbar mit vertikaler Bohrachse KDV für automatischen

tischen

Bohr-/Sägebetrieb

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Stahlreport 4|18

27


Messen

und Märkte

Nachricht/Berichte

Messen – Konjunktur – Bilanzen

Ausblick auf die Berichterstattung im Mai

In der nächsten Ausgabe des Stahlreport (5/18)

wird nicht nur ausführlich über den Verlauf der Messen

Tube und wire informiert (vgl. in diesem Heft S. 22ff),

bilanziert werden zudem – wie angekündigt – auch die

bautec gegen Ende des Winters in Berlin, die Kölner

Eisenwarenmesse und die Stuttgarter LogiMAT im März

sowie die für April in Essen anstehende Cutting World.

Es kann jetzt schon verraten werden, dass sich die Digitalisierung

wie ein roter Faden auch durch diese Dokumentationen

ziehen wird.

In die nächste Rubrik „Messen und Märkte“ (5/18)

gehört zudem traditionsgemäß der aktuelle konjunkturelle

Quartalsblick auf wichtige Abnehmerbranchen des

Stahlhandels – von der Automobilproduktion bis zu den

Entwicklungen bei den Zulieferern – sowie die abschließende

Berichterstattung zu den in diesen Wochen vermehrt

anstehenden Jahresabschlüssen 2017 von Unternehmen.

Mit diesen Bilanzen aus für die Stahldistribution

wichtigen Häusern wird nachfolgend bereits

begonnen.

Foto: Benteler

Freuen sich über

gute Ergebnisse

2017 der Benteler

Gruppe: Finanzvorstand

Guido Huppertz,

Vorsitzender

des Vorstands Ralf

Göttel und Vorstandsmitglied

Isabel Diaz (v.l.).

Was Benteler zu melden hat

Umsatzstärkstes Jahr

2017 war für Benteler das umsatzstärkste Jahr der rund

140-jährigen Unternehmensgeschichte: Die Gruppe

erwirtschaftete einen Umsatz von 7,856 Mrd. €. Das ist

eine Steigerung um 433 Mio. Euro oder 5,8 % – verglichen

mit dem Geschäftsjahr 2016.

Das EBIT, also das Ergebnis

aus der operativen Geschäftstätigkeit,

übertrifft mit 206,8 Mio. € ebenfalls

den Vorjahreswert (191,2

Mio. €) – und zwar um 8,2%. Das

Konzernergebnis liegt mit 100,8 Mio.

€ leicht unter jenem von 2016 (110,9

Mio. €). Dies ist vor allem auf die

höhere Steuerquote, Sondereffekte

im Vorjahr und höhere Zinszahlungen

in 2017 zurückzuführen.

Auch sonst hat sich die BENTE-

LER Gruppe nach eigenen Angaben

stabil entwickelt: Die liquiden Mittel

bewegten sich weiterhin auf

hohem Niveau und die Finanzierungsstruktur

sei solide.

„Die Zahlen des vergangenen

Geschäftsjahres zeigen, dass wir

auch bei hoher Marktvolatilität und

kompetitivem Umfeld erfolgreich

sind“, sagte Ralf Göttel, Vorstandsvorsitzender

der BENTELER International

AG. Alle drei Divisionen

erreichten 2017 ein deutliches

Umsatzwachstum – „über dem des

Marktes“, wie Ralf Göttel betonte.

Das sei die Grundlage für die künftige

Unternehmensentwicklung:

„Mit unseren Produkten und Lösungen

werden wir den Wandel der

Mobilität weiter formen“, sagte Ralf

Göttel: „Gemeinsam mit und für

unsere Kunden.“

z Die Division Automotive, mit 78,4 %

die umsatzstärkste Division der

Gruppe, steigerte ihren Umsatz im

Vergleich zum Vorjahr um 7,1 %

auf 6,296 Mrd. €. Sie erreichte dies

insbesondere durch das Engagement

in den Wachstumsmärkten

Asien, Osteuropa und Brasilien,

wo sie durch Kundennähe die

Chancen im Markt nutzte. Das spiegelt

auch das Ergebnis wider, das

sich zum vierten Mal in Folge verbesserte.

z Der Umsatz der Division Steel/Tube

erhöhte sich im Vergleich zu 2016

deutlich – um 24 % auf 1,023

Mrd. €. Dies sei einerseits auf die

gestiegene Nachfrage an Ölfeldrohren

(OCTG, Oil Country Tubular

Goods, Anm.) zurückzuführen.

Andererseits griffen die effizienzsteigernden

Maßnahmen in der

Operating Unit Welded

(geschweißte Rohre). Auch das

Ergebnis sei erfreulich.

z Die Division Distribution, ihr Anteil

am Gruppenumsatz beläuft sich

auf 8,9 %, profitierte von der verbesserten

Marktsituation und dem

gestiegenen Preisniveau: Der

Umsatz im klassischen Rohrhandel

erhöhte sich auf 716 Mio. €.

Der Ausbau der Vertriebskompetenz

sowie die Optimierung der

Logistik – etwa durch das Zentrallager

in Duisburg – hätten sich

positiv auf das operative Ergebnis

vor Steuern und Zinsen ausgewirkt.

Man werde die im Vorjahr entwickelte

Strategie weiterhin konsequent

umsetzen“, erklärte Vorstandsvorsitzender

Ralf Göttel. Dieses

Konzept „2022“ basiert auf drei

Säulen:

z Konsequente Weiterentwicklung

des Kerngeschäfts

z Gezieltes Wachstum

z Leistungsorientierte Unternehmenskultur

2

28 Stahlreport 4|18


Was der Salzgitter-Konzern zu berichten hat

Hervorragende Resultate

Vor dem Hintergrund eines im Flachstahlbereich deutlich verbesserten,

aber insgesamt nach wie vor herausfordernden Marktumfelds

hat der Salzgitter-Konzern sein Geschäftsjahr 2017 mit dem

höchsten Vorsteuergewinn seit der Finanzmarktkrise abgeschlossen.

Haupttreiber hierfür seien hervorragende Resultate der

Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel sowie erhebliche Effekte

aus den umgesetzten internen Maßnahmenprogrammen gewesen.

Der Außenumsatz des Konzerns

hatte sich im Geschäftsjahr 2017 hauptsächlich

erlösbedingt auf 8.990,2 Mio.€

erhöht (2016: 7.905,7 Mio. €). Mit 238,0

Mio. € hat sich der Gewinn vor Steuern

(2016: 53,2 Mio. €) im selben Vergleich

mehr als vervierfacht. In diesem

Resultat sind 79,3 Mio. € Beitrag aus

dem Aurubis-Engagement (2016: 19,1

Mio. €) und in Summe 82,9 Mio. € Aufwendungen

für strukturverbessernde

Maßnahmen des konzernweiten Optimierungsprogramms

„FitStructure

SZAG“ sowie die bilanzielle Anpassung

des Anlagevermögens der Salzgitter

Mannesmann Grobblech GmbH enthalten

(Sondereffekte 2016: –2,3 Mio.€).

Aus 193,6 Mio. € Nachsteuergewinn

(2016: 56,8 Mio. €) errechnen sich

3,52€ Ergebnis je Aktie (2016: 1,00 €)

sowie 8,6 % Verzinsung des eingesetzten

Kapitals (ROCE; 2016: 2,7 %).

Der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter

AG, Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann,

erklärte hierzu: „Mit der vierten

Ergebnissteigerung in unmittelbarer

Folge verzeichneten wir den höchsten

Vorsteuergewinn seit Ausbruch der

Finanzmarktkrise. Ein wesentlicher

Treiber hierfür war die verbesserte

Situation des Stahlmarktes – vor allem

des Flachstahlsegments. Das Ergebnis

2017 ist gleichfalls der eindeutige Beleg

für die Wirksamkeit der seit 2012 umgesetzten

strukturellen Veränderungen

sowie der verdiente Lohn für die darin

investierte Arbeit. Freude über das

Erreichte ist jetzt durchaus angebracht;

zum Zurücklehnen in Selbstzufriedenheit

besteht indes kein Anlass, denn das

Umfeld ist und bleibt für weite Teile

unseres Konzerns herausfordernd.

Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches

Flachstahl wuchs im Wesentlichen

aufgrund höherer Durchschnittspreise

für Flachstahlprodukte bei

nahezu stabilem Versand um knapp

ein Fünftel auf 2.159,8 Mio. € (2016:

1.814,6 Mio. €). Mit 182,0 Mio. €

Gewinn vor Steuern steigerte das Segment

sein Resultat vor allem als Folge

der verbesserten Erlösqualität erheblich

(2016: –2,3 Mio. €).

Der Absatz des Geschäftsbereiches

Handel blieb primär als Folge

wegen des nur teilweise zufriedenstellenden

internationalen Projektgeschäfts

unter dem Vorjahresniveau.

Die Preissteigerungen in allen Bereichen

führten dennoch zu einem höheren

Außenumsatz (3.229,9 Mio. €;

2016: 2.855,0 Mio. €). Der Kundenstamm

der digitalen Handelsaktivitäten

sei im Berichtszeitraum kontinuierlich

ausgeweitet worden. Nahezu

10 % des Umsatzes des deutschen

lagerhaltenden Handels seien im Jahr

2017 über digitale Schnittstellen realisiert

worden. Der Geschäftsbereich

Handel erwirtschaftete 70,5 Mio. €

Gewinn vor Steuern und übertraf so

das Resultat der Vergleichsperiode

(2016: 45,2 Mio. €) signifikant. 2

Jahresbilanz Klöckner & Co

Ergebnis gesteigert

Im Geschäftsjahr 2017 hat Klöckner & Co den Umsatz um 9,8 %

auf 6,3 Mrd. € gesteigert. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg um

12,3 % auf 220 Mio. €. Das Konzernergebnis verbesserte sich von

38 Mio. € auf 102 Mio. €.

Der operative Cashflow erhöhte

sich um 8,4 % von 73 Mio. € auf 79

Mio. €. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten

konnten von 444 Mio. € auf 330

Mio. € reduziert werden. Die Eigenkapitalquote

war zum Bilanzstichtag mit

42 % (31.12.2016: 40 %) weiterhin sehr

solide.

„An der deutlichen Ergebnisverbesserung

möchten wir unsere Aktionäre

teilhaben lassen. Vorstand und Aufsichtsrat

werden der Hauptversammlung

eine auf 30 Cent erhöhte Dividende

vorschlagen“, sagte Gisbert Rühl,

Vorsitzender des Vorstands der Klöckner

& Co SE, bei der Präsentation der

Jahresbilanz Ende Februar.

Ein weiterer Umstand, über den

sich der Klöckner-CEO gefreut haben

dürfte, sind die Zahlen zur Digitalisierung

– die sich der Konzern deutlich

auf die Fahnen geschrieben hat. Die

digitale Transformation hat sich im vergangenen

Geschäftsjahr bei Klöckner

„weiter beschleunigt“, hieß es. So

konnte der über digitale Kanäle erzielte

Umsatzanteil von 13 auf 18 % gesteigert

werden.

Seit Ende letzten Jahres werden die

Onlineshops durch die Öffnung für

Anbieter komplementärer Produkte zu

Marktplätzen ausgebaut. Parallel dazu

ist bereits die erste Version der auch

für direkte Wettbewerber offenen Industrieplattform

unter dem Namen XOM

live gegangen. Für 2018 erwartet Klöckner

& Co in den wesentlichen Absatzmärkten

Europa und USA einen Anstieg

der realen Stahlnachfrage von 1 bis 2 %

bzw. rund 3 %. Entsprechend sollte der

Konzernumsatz leicht zunehmen. Selbst

wenn positive Preiseffekte im Gegensatz

zu 2017 weitgehend ausbleiben

sollten, geht Klöckner & Co unterstützt

durch „Optimierungsmaßnahmen“ und

eine erhöhte Stahlnachfrage davon aus,

zumindest ein operatives Ergebnis auf

dem Niveau des Vorjahres zu erreichen.

Sollte sich der aktuelle Trend zu höheren

Stahlpreisen fortsetzen, würde sich

dies zusätzlich positiv auf das operative

Ergebnis auswirken. 2

Foto: Klöckner

Gisbert Rühl,

Vorsitzender des

Vorstands der

Klöckner & Co SE

Stahlreport 4|18

29


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Jahresauftakt geglückt

Das Jahr 2017 ist für die deutsche Stahldistribution überwiegend erfreulich verlaufen. Im Vergleich zu

2016 konnte ein Anstieg des Lagerabsatzes von etwas mehr als 2 % verzeichnet werden. Preislich lagen

alle Produkte teilweise deutlich über dem Vorjahresniveau. Auch für 2018 sind die Aussichten gut. Die

meisten Kundenbranchen melden volle Auftragsbücher.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

für Januar und Februar

2018 vorliegenden

Zahlen. Wie

üblich, hat er seinen

monatlichen und

kommentierenden

Bericht anhand

der Kriterien Lagerabsatz,

-bestand,

-reichweite und

-verkaufspreise

gegliedert.

Lagerabsatz

Insgesamt verlief der Lagerabsatz

bei Walzstahlfertigerzeugnissen im

Jahr 2017 positiv. In den meisten

Monaten konnte mehr Menge als im

jeweiligen Vormonat abgesetzt werden.

Insgesamt wurden im vergangenen

Jahr 11,05 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

ausgeliefert. Dies

ist so viel wie seit 2012 nicht mehr.

Auch das Jahr 2018 ist gut angelaufen.

Im Januar konnten knapp

997.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt werden. Dies ist der

beste Januarwert seit sechs Jahren.

Besonders erfreulich gestaltete sich

der Lagerabsatz bei Bandblech, kaltgewalztem

und oberflächenveredeltem

Blech.

Lagerbestand

Den höchsten Lagerbestand erreichten

die Läger der deutschen Stahldistribution

im vergangenen Jahr

schon im Februar. In fast allen Fol-

gemonaten wurden dann die

Bestände abgebaut. Zum 31. Dezember

2017 wurden von der deutschen

Stahldistribution 2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet.

Dies ist der niedrigste Bestand seit

Dezember 2015. Zum Jahresastart

2018 setzte der übliche Lageraufbau

ein. Zum 31. Januar wurden

knapp 2,38 Mio. t Bestand gemeldet.

Das ist 1 % weniger als zum

Ende des Vorjahresmonats bevorratet

wurde.

Lagerreichweite

Bei guten Absätzen und steigenden

Beständen lag die durchschnittliche

Lagerreichweite im Januar bei 2,4

Monaten bzw. 72 Tagen. Dies sind

knapp 9 % weniger als im Vorjahresmonat

(vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der

teilweise recht starke Preisanstieg,

der im Jahr 2016 angefangen hatte,

im Jahr 2017 fort. Auch zu Anfang

des Jahres 2018 konnten bei fast

allen Produkten Preissteigerungen

festgestellt werden. Das Preisniveau

lag Ende Februar 2018 deutlich über

dem des Vorjahreswertes (vgl. Abb.

2 und 3).

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

2

30 Stahlreport 4|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

101

91 92

92

140

89 90

92

96

92

98

100 100

86

94 91 91

120

100

80

62

60

81 84 78 78 75 78 81 69 84 72 72 75 69 72 72 66 102 72

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Jan.

2017

Feb.

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 4|18

31


BDS

Rohrtag

Rund 130 Teilnehmer kamen zum BDS-Rohrtag

BDS-Rohrtag 2018

Eine runde Sache

Der Saal war „ausverkauft“: Rund 130 Teilnehmer waren Anfang März nach Düsseldorf

gekommen, um sich auf dem BDS-Rohrtag über die aktuellen Trends und Entwicklungen auf

dem Stahlrohrmarkt zu informieren. Von Konjunktur bis Konsolidierung, von Digitalisierung

bis Trump standen alle derzeit wichtigen Themen auf dem Programm.

Fotos: BDS AG

Aktuell lägen die Stahlrohrund

Vormaterialmärkte preismäßig

nah beieinander – ob Präzisionsrohre,

Nahtlosrohre, Groß- oder Edelstahlrohre,

Warmbreitband oder Quartobleche.

Das sagte Frank Harms,

Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung

Stahlrohre e.V. zum Auftakt

des BDS-Rohrtages.

Im Verlauf der letzten etwa acht

Jahre seien zwar zum Teil deutliche

Ausschläge der einzelnen Produkte

sowohl nach oben wie nach unten zu

beobachten gewesen – etwa bei

Grobblech und Nahtlosrohren im

Positiven (um 2011) sowie bei Warmbreitband

oder Edelstahlrohren

(2015) im Negativen. Derzeit liegt

den Zahlen des Statistischen Bundesamts

zufolge das Preisniveau aber

wieder etwa auf dem Level von 2010,

so Harms.

Doch die Märkte seien insgesamt

schwierig. „Die Hersteller haben in

Spannende Themen, interessante Diskussionen – der BDS-Rohrtag 2018

den vergangenen Jahren gelitten –

und tun es zum Teil heute noch“, so

der Geschäftsführer der Interessenvertretung.

Einen deutlicheren Trend zeigen

die Rohstoffmärkte. Seit 2010 bis etwa

2016 befanden sich die Preise für

Kokskohle, Erz und Stahlschrott im

Sinkflug. Seit 2016 diversifizierte sich

die Preisentwicklung, wobei der

Schrottpreis kontinuierlich nach oben

ging. Kokskohle verzeichnete eine

sehr volatile Entwicklung, der Erzpreis

vollzog eine Seitwärtsbewegung.

„Das war und ist für Hersteller und

Verarbeiter nicht einfach zu managen“,

sagte Harms.

Ein Großteil der weltweiten Stahlrohrproduktion

ist vom Öl- und Gaspreis

abhängig, unterstrich der

Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung

Stahlrohre e.V. Als 2014 der

Ölpreis gleichsam eingebrochen war,

hatte dies – und hat noch immer –

direkte Auswirkungen auf den Markt

für nahtlose Rohre. Die „furchtbaren

Einbrüche“ vor allem des hiesigen

Nahtlosmarkts wurden von der guten

32 Stahlreport 4|18


Konjunktur im Rest der Welt einigermaßen

kompensiert.

Vor allem der Infrastrukturausbau

der Schwellenländer treibt die

Nachfrage. In den „entwickelten“ Ländern,

unter anderem Deutschland, ist

die Nachfrage jedoch gering, so

Harms.

Einen nicht zu unterschätzenden

Einfluss auf die Entwicklung der Stahlrohrmärkte

hat China. „Innerhalb von

18 Jahren hat sich die chinesische

Produktion von Null auf einen Anteil

von über 50 % an der Weltstahlrohrproduktion

entwickelt“, machte

Harms deutlich.

Dabei ist der chinesische Markt

Harms zufolge sehr schwer einzuschätzen.

„Das Land ist so riesig, die Entwicklungen

gehen so schnell voran,

dass es sogar für die Zentralregierung

schwierig ist, alles im Auge zu behalten.

Es werden Werke eröffnet, andere

modernisiert, bei wieder anderen die

Produktion wegen Umweltauflagen

oder wegen fehlender Gasversorgung

eingestellt“, sagte Harms.

Die EU-Marktversorgung mit nahtlosen

Rohren liege dabei mittlerweile

wieder auf einem ordentlichen Niveau.

Der deutliche Abwärtstrend bei der

Produktion seit 2014 liegt Harms

zufolge auch an Werkstoffsubstitutionen

sowie aus der EU verlagerter

Maschinenproduktion. „Erfreulich ist,

dass die Produktion in der EU mittlerweile

wieder angezogen ist“.

Ein aktuelles Thema für den Stahlrohrmarkt

ist derzeit die Wirtschaftspolitik

der Trump-Administration. Wie

irrational aus Sicht der WV Stahlrohre

die Entscheidungen zuweilen sind,

machte Harms am Beispiel der Präzisrohre

deutlich. Bei diesem Produkt

besteht der Anteil der in die USA exportierten

Mengen aus Spezialitäten, die

dort größtenteils nicht hergestellt werden.

„Wir sind davon ausgegangen,

dass dieser Bereich von den von der

Trump-Administration angekündigten

Zollmaßnahmen nicht betroffen sein

würde“, so Harms. Man habe aber nicht

mit der Irrationalität der Entscheidungen

gerechnet. So wurden erhebliche

Zölle auf Präzisrohre unter anderem

aus Deutschland erhoben.

Grund dafür sei der politische

Wille, die von der Trump-Administration

ebenfalls angekündigte Steuerreform

unter anderem durch Einfuhrzöllen

auf Importgüter zu finanzieren.

Aus diesem Grund habe man einer

möglichen juristischen Gegenwehr

auch wenig Chancen eingeräumt –

und sie unterlassen. „Wir haben stattdessen

auf die Gegenwehr der Verarbeiter

in den USA gebaut“, sagte

Harms – die sich mit der Bitte um

argumentative Hilfe vereinzelt an die

WV Stahlrohre gewendet haben.

Dennoch sind die Metall-Ausfuhren

aus Deutschland in die USA im 3

„Wir haben nicht mit der Irrationalität

der Entscheidungen der Trump-Administration

gerechnet.“

Frank Harms, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre e.V.

Stahlreport 4|18

33


BDS

Rohrtag

„Wir werden als Stahlbauunternehmen

künftig noch mehr Produktionsschritte

nach außen verlagern müssen, um

marktgerecht fertigen zu können.“

Dirk Lehmann, Geschäftsführer der Claus Queck GmbH.

Auf Reklamationen

richtig reagieren

„Sie brauchen Adrenalin!“, rief Rechtsanwalt

Tim Lieber von der Kanzlei

Henseler & Partner dem Auditorium

nach der Mittagspause zu – und lieferte

es in Form eines Reklamations-

3 vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

„Das ist die andere Seite der Medaille.

Die Wirtschaft in den USA brummt,

zumindest kurzfristig“, bilanzierte

der Verbandsgeschäftsführer.

Die Produktion in den USA ist

dank kurzfristiger Impulse sehr gut

ausgelastet und kommt zum Teil

nicht nach. „Die Unternehmen sind

gezwungen, Material zu importieren“,

so Harms. Alles in allem seien

die konjunkturellen Rahmenbedingungen

für den Stahlrohrmarkt so

gut wie lange nicht“, zog Harms

einen Schlussstrich.

Stahlbau – Dokumentationspflichten

werden wichtiger

Wie sehen die Kunden des Rohrhandels

die Beschaffung? Was ist für sie

wichtig, welche Parameter stehen

dabei im Vordergrund? Antwort auf

diese Fragen aus der Perspektive eines

Stahlbauunternehmens gab Dirk Lehmann,

Geschäftsführer der Claus

Queck GmbH.

Das Stahlbauunternehmen hat in

den vergangenen Jahren eine Reihe

spektakulärer Großprojekte realisiert.

Unter anderem den für drei Flugzeuge

ausgelegten Maintenance Hangar für

die damalige Air Berlin in Düsseldorf

oder die Formel-1-Rennstrecke Yas

Marina Circuit in Abu Dhabi.

Neben Großprojekten hat sich die

Claus Queck GmbH in den letzten Jahren

vor allem im Lärmschutzbereich

„gut aufgestellt“ und ebenfalls eine

Reihe von Projekten realisiert, wie

eine Lärmschutzeinhausung auf der

A1 bei Köln oder Schutzwände auf

der A7 bei Hamburg.

Für die Durchführung solcher Projekte

sah Lehmann vor allem vier

Punkte, die von Bedeutung seien: die

Qualität der Produkte, Termintreue,

stabile Preise sowie ein „vernünftiges

Schadens- und Krisenmanagement“.

Eine Bilanz seiner Ausführungen:

Normen, Vorgaben und technische

Regelwerke werden für die Projektdurchführung

insgesamt immer wichtiger.

Kunden forderten vermehrt

Nachweise und Zeugnisse. Insbesondere

in der Verkehrsinfrastruktur –

unter anderem dem Brückenbau –

spiele die Dokumentation der entsprechenden

Nachweise für das eingesetzte

Material und die gefertigten

Konstruktionen eine immer größere

Rolle.

Zusätzliche Anforderungen entstünden

hierbei, wenn der Stahlhandel

noch weitere Anarbeitungsaufgaben

übernehme, sagte Lehmann.

„Wir werden als Stahlbauunternehmen

künftig noch mehr Produktionsschritte

nach außen verlagern

müssen, um marktgerecht fertigen

zu können“, so der Geschäftsführer

weiter. So sei es für die meisten Stahlbauunternehmen

bei Konturschnitten

nicht wirtschaftlich, eigene

Maschinen vorzuhalten. Wichtig für

die Claus Queck GmbH ist dabei,

dass der Dienstleister die entsprechende

Prozessqualifizierung für den

Schneidprozess (DIN EN 1090-2) vorweisen

kann – damit er in den eigenen

Qualitätsmanagementprozess

eingebunden werden kann.

„Nachzuweisen, dass es sich bei den bemängelten

Rohren tatsächlich um Rohre des betreffenden Händlers

handelt, ist oft gar nicht so einfach, wie es zunächst

aussieht und daher eine wichtige Frage in Reklamationsfällen.“

Rechtsanwalt Tim Lieber von der Kanzlei Henseler & Partner

34 Stahlreport 4|18


„Flanschen und Fittings haben eine große

Bedeutung für den Markt, denn: Jede Rohrleitung

geht irgendwann mal um die Ecke.“

Dr. Axel Willauschus von der BUHLMANN Rohr-Fittings-Stahlhandel GmbH + Co. KG

falls, der die Herzfrequenz auf jeden

Fall nach oben triebe, wäre man betroffen.

Worum ging es? In dem von Lieber

geschilderten Fall waren von

einem Händler Rohre für den Bau

eines Wärmetauschers geliefert worden.

Der Wärmetauscher wurde gefertigt,

vom Hersteller getestet, für gut

befunden und ausgeliefert. Vom Endanwender

in die chemische Anlage

eingebaut, zeigte sich schließlich an

mehreren Rohren eine Undichtigkeit.

Ein daraufhin erstelltes Gutachten

legte ein Verschulden des Herstellers

der Rohre nahe. Der Hersteller des

Wärmetauschers kam daraufhin mit

erheblichen Schadensersatzansprüchen

mit der Begründung auf den

Händler zu, das Material sei mangelhaft

gewesen.

Bei Reklamationen, bei denen eine

hohe Schadenssumme im Raum steht

– wie überhaupt bei Reklamationen

– gilt es Lieber zufolge in Ruhe zu

überlegen, wie darauf angemessen

und richtig zu reagieren ist.

Eine hilfreiche Orientierungshilfe

dabei gibt es beim BDS, verwies Lieber:

den „Leitfaden zur Reklamationsbearbeitung“.

Dieser Leitfaden stattet

Vertriebsmitarbeiter mit einer Fragenliste

aus, die sie im Falle von Reklamationen

zu Rate ziehen können.

Insgesamt 15 Punkte führt die „Checkliste“

an, die als Argumentationshilfe

im Reklamationsfall herangezogen

werden kann.

Frage Nummer Eins der Liste: Sind

die bemängelten Produkte überhaupt

Produkte, die vom betreffenden Händler

verkauft wurden? Über diese

scheinbar simple Frage werde gern

und viel gestritten, so Lieber. Die

Beweislast liegt dabei übrigens beim

Käufer der Produkte, in diesem Fall

Rohre. „Nachzuweisen, dass es sich

bei den bemängelten Rohren um

Rohre des Händlers handelt, ist oft

gar nicht so einfach, wie es zunächst

aussieht“, so Lieber weiter.

Frage Nummer zwei: Wann wurden

die Rohre geliefert? „Das ist eine

wichtige Frage, denn die Ansprüche

könnten verjährt sein“, unterstrich

der Stahljurist. Im Allgemeinen verjähren

Ansprüche nach einer Frist

von zwei Jahren. Unternehmen

haben aber die Möglichkeit, durch

entsprechende Angaben in den allgemeinen

Verkaufsbedingungen

diese Frist auf ein Jahr ab Lieferung

zu verkürzen.

Eine entscheidende Frage der

Checkliste ist, ob der Kunde eine ordnungsgemäße

Wareneingangskontrolle

gemacht hat. „Das interessiert

die Gerichte, denn die Antwort darauf

entscheidet möglicherweise über den

gesamten Fall“, sagte Lieber. Wurde

die ordnungsgemäße Wareneingangskontrolle

versäumt oder nicht fristgerecht

durchgeführt – Faustregel

sind hier fünf Tage nach Wareneingang

– führt allein dieser Umstand

in der Regel zu Ablehnung aller

Ansprüche.

Weitere Fragen der Checkliste

sind:

z Wurden in der mitgelieferten Prüfbescheinigung

Abweichungen zur

Bestellung dokumentiert?

z Liegt überhaupt ein Mangel vor und

war dieser bereits bei der Auslieferung

vorhanden?

z Hat der Kunde die Ware vor dem

Einbau intensiv verarbeitet bzw.

daraus ein neues Produkt gefertigt?

Der Leitfaden zur Reklamationsbearbeitung

wurde in einem Rundschreiben

des BDS im Dezember

2017 den Mitgliedsunternehmen zur

Verfügung gestellt. Die Liste kann

jederzeit beim BDS bezogen werden.

US- und europäische

Normen im Vergleich

Der Markt für Rohre, Fittings und

Flansche für druckgeführte Rohrleitungen

und Anlagen Flansche und

Fittings ist kein kleiner Markt. Weltweit

werden jährlich rund 95 Mio. t

dieser Rohrprodukte hergestellt, in

Deutschland sind es etwa 250.000 t

pro Jahr.

Da die Rohre für den Einsatz in

besonders herausfordernden Umgebungen

bestimmt sind – vor allem

in Raffinerien, Kraftwerken, Chemieanlagen

sowie in der Lebensmittelbranche

– , sind für die Herstellung

und den Handel die technischen

Regelwerke von Bedeutung. Eine

besondere Herausforderung bei dem

Umgang damit ergibt sich daraus,

dass international zwei große Regelsysteme

beim Umgang mit Rohren

und Rohrzubehör für druckgeführte

Anlagen gibt: die europäischen Normen

auf der einen Seite, die US-amerikanischen

Regelwerke auf der

anderen Seite.

Die Regelwerke an sich seien

„sehr einfach“, sagte Dr. Willauschus

von der BUHLMANN Rohr-

Fittings-Stahlhandel GmbH + Co.

KG: „Druckgeführt sind entweder –

in der Öl- und Gasgewinnung – die

Regelwerke des American Petroleum

Institute (API) oder bei druckgeführten

Anlagen ASME Boiler and

Pressure Vessel Code – das ist das 3

Stahlreport 4|18

35


BDS

Rohrtag

„Als lagerhaltender Handel kann man nicht ohne

Lager agieren. Wenn man Großhandel sein will, muss

man Rohre dahaben. Auch solche, die sich vielleicht

weniger häufig umschlagen.“

Hanns-Jörg Westendorf, Geschäftsführer der Hoberg & Driesch GmbH & Co. KG

3 Äquivalent zur Druckgeräterichtlinie

der EU.“

Für die Einhaltung der Normen

trage zwar letztendlich der Kunde die

Verantwortung. „Der muss richtig

bestellen“, sagte Dr. Willauschus. Die

Aufgabe des Handels sei jedoch hierbei

Hilfestellung zu leisten.

So sei bei Rohrleitungen für niedrige

Drücke und moderate Temperaturen

die Wand eines nahtlosen Rohres

nach dem europäischen Standard

EN 10216-1 für die eigentliche Funktion

überdimensioniert. „Wir brauchen

sie aber für die stabile Konstruktion“,

so Willauschus.

Die europäische Norm erlaubt den

Einsatz sowohl nahtloser wie

geschweißter Rohre. Ein Vorteil

geschweißter Normalwandrohre

gegenüber nahtlosen Rohren sei die

bessere Maschinenschweißbarkeit.

„Bei Nahtlosrohren sind die Wanddicken

nicht immer absolut gleichmäßig“,

sagte Willauschus.

Werden insbesondere Chemieanlagen

nach amerikanischen Standards

konstruiert, dominieren die nahtlosen

Rohre. Laut Willauschus ist die

entsprechende amerikanische Norm

ASTM/ASME „ein recht konservatives

Regelwerk“. Die Regeln der USamerikanischen

Standardisierungsorganisation

ASTM und des Verbands

der Maschinenbauingenieure ASME

kennen keine unterschiedlichen Rohrprodukte

für Raum- und erhöhte Temperatur.

Das führt dazu, dass das nahtlose

Rohr ASTM A106 das „Bread-&-

Butter-Rohr“ für Einsatztemperaturen

zwischen -29 °C bis 450 °C ist.

Bei Tieftemperaturanwendungen,

etwa der Ammoniakproduktion, sei

der ASME-Code „sehr konsequent“,

so Willauschus. „Für die Basisgüte

Grade B ist nach ASME-Vorschriften

bei -29 °C Schluss. Darunter muss

bis -48 °C Grade 6 genommen werden,

darunter bis -101 °C Grade 3“,

sagte Willauschus. Daher habe das

nahtlose Rohr ASTM A333 Grade 6

eine so hohe Marktbedeutung für

ASME-Anlagen. Demgegenüber sei

das europäische Regelwerk für Chemieanlagen

(EN 13445, EN 13480)

weniger konsequent. „Der P235GH

darf bis zu -60 °C eingesetzt werden,

wenn man seine Streckgrenze nur zu

25 % ausnutzt“, sagte Willauschus.

Diese und ähnliche Regelungen führten

dem Rohrexperten zufolge dazu,

dass das nahtlose Tieftemperaturrohr

P215NL beziehungsweise P265NL ein

„nahezu totes Produkt“ sei.

Bei Wärmetauscherrohren ist die

Situation umgekehrt. Während nach

US-Regeln in Wärmetauschern sowohl

nahtlose wie geschweißte Rohre aus

C-Stählen zugelassen sind (wobei der

Markt für geschweißte Rohre größer

sei als der für den Nahtlosbereich),

sehen die europäischen Normen nur

nahtlose Rohre vor. „Da dünne Rohre

bessere Wärmeübertragungen bringen

als dickere, werden hier vor allem

nahtlose Präzisrohre verwendet“, so

Willauschus.

Für Anwendungen bei hohen Drücken

und hohen Temperaturen vor

allem in Kraftwerken dominieren in

beiden Regelwerken nahtlose dickwandige

Kesselrohre.

Große Unterschiede weisen die

Normen bei Hydraulik- und Pneumatik-Druckleitungsrohren

(HPL-Rohre)

auf. In Europa wird das HPL-Rohr von

der Druckgeräterichtlinie geregelt.

„Hier kennt man in der Anwendung

nur nahtlose HPL-Präzisrohre“, so Willauschus.

In den USA sind HPL-Rohre

das Normungsgebiet der SAE (Society

of Automotive Engineers). Eingesetzt

werden dort sowohl nahtlose wie

geschweißte Rohre.

Eigene Kompetenzen klären

Der Rohrhandel muss seine eigenen

Kompetenzen besser definieren. Das

sagte der Geschäftsführer der Hoberg

& Driesch GmbH & Co. KG Hanns-Jörg

Westendorf zum Auftakt seines Vortrags.

Sorgen machen Westendorf eine

„falsche Wir-können-Alles-Haltung“,

die er im Stahlrohrhandel wahrnehme.

Es sei jedoch besser, die eigenen Kompetenzen

klar zu erkennen und zu

definieren, was man kann – und was

man besser lässt.

Herausforderungen sieht sich der

Stahlrohrgroßhandel von vielen Seiten

ausgesetzt. Die Hersteller seien

in den vergangenen Jahren aufgrund

schlechter Marktverhältnisse von der

Not getrieben worden. Eine Antwort

der Lieferanten sei es, neue Kundenkreise

erschließen zu wollen, näher

an die Verbraucher zu rücken und

„in gewisser Weise die Position des

Handels“ zu übernehmen.

„Etwa 50 Produzenten gibt es in

der Rohrproduktion in Deutschland,

demgegenüber stehen rund 200 Händler.

Der Markt ist fragmentiert. Die

Anarbeitung wird vom Handel dabei

oft als Allheilmittel angesehen“, so

Westendorf. Damit differenziere man

sich vom Wettbewerb. „Die Kunden

nutzen das“, betonte Westendorf.

Auch auf der Kundenseite warten

Herausforderungen. Westendorf

zufolge wird die Rolle des Handels

von Kunden oft als überflüssig ange-

36 Stahlreport 4|18


„Über 130 Teilnehmer, fünf Referenten sowie zehn

Aussteller haben den BDS-Rohrtag mit spannenden und

aktuellen Themen zu einer runden Sache gemacht. “

Oliver Ellermann, Vorstand BDS AG

letzten Jahre werden sich noch verstärken,

ist Westendorf überzeugt.

Die Herstellermärkte werden sich

dem Geschäftsführer von Hoberg &

Driesch zufolge verändern. „Die Produzenten

werden aus Mitteleuropa

abwandern.“

Der Schlüssel zum Erfolg liege

darin, sich über seine Kompetenzen

klar zu werden. „Jeder redet über

Anarbeitung. Aber für Handel und

Anarbeitung sind ganz andere Kennzahlen

wichtig. Handel und Anarbeitung

müssen daher organisatorisch

klar getrennt werden. Nur so können

die erfolgsrelevanten Kennzahlen optimiert

werden“, sagte Westendorf.

Auch habe der Handel an vielen Stellen

die Anarbeitungskompetenz gar

nicht.

Die Digitalisierung sieht Westendorf

vor allem als Aufgabe, die internen

Prozesse modern zu gestalten –

zum Beispiel mit einer Bestellabwicklung

auf EDI-Basis, dem elektronischer

Versand von Auftragsbestätigung

und Rechnung sowie der autosehen.

Zugleich erhöhe sich die

Preissensibilität. Auch kundenseitig

fragmentiere sich der Markt

zunehmend. neben wenigen Großkunden

werden mehr und mehr kleinere

Kunden bedient. Weitere Tendenzen

seien ein Just-in-Time-Denken,

dass sich stärker durchsetze,

mehr kleinlosige Aufträge, sowie

weniger Differenzierung der Kunden

beim Materialursprung sowie

die wachsende Bedeutung der technischen

Dienstleistung – eine Tendenz,

die dem Handel zugute

komme.

„Für die derzeitige Situation hat

der Handel aber auch selbst Verantwortung

zu tragen“, sagte Westendorf.

„Zu lange haben wir als Branche

auf Intransparenz gesetzt“, so Westendorf.

Zudem hat die Kapitalbindung

für Sortiments-Entscheidungen hohe

Bedeutung, wodurch Tiefe des Angebots

flacher geworden sei.

„Wir können nicht gleichzeitig

Vollsortimenter und nah an jedem

Kunden sein. Das geht nicht. Wir müssen

uns auf unsere Handelskunden

konzentrieren und sollten nicht versuchen,

in Wettbewerb zum Regionalhandel

zu treten. Man muss klar

definieren, in welchen Feldern man

tätig sein will“, so Westendorf.

Hinzu komme die Überschätzung

persönlicher Kontakte im Vertrieb.

„Niemand verkauft mehr etwas, weil

er persönliche Kontakte zum Kunden

hat“, sagte Westendorf. Die Kundenbeziehungen

müssten auf einem festen

Fundament stehen. „Dazu gehören

Kompetenzen“, so Westendorf.

Die aktuelle Marktlage täusche

über den tatsächlichen Sachverhalt

gegenwärtig hinweg. Die Trends der

Ausstellerliste BDS-Rohrtag 2018

matischen Verbuchung von „Intercompany-Prozessen“.

„Die Digitalisierung wird meiner

Meinung nach überschätzt. Es reicht

nicht, nur auf Plattformen zu setzen“,

sagte Westendorf. „Wenn der Kunde

alle Produkte nebeneinander sieht

und auch die Preise einsehen kann,

ist das zumindest für Hoberg & Driesch

schlecht“, so Westendorf weiter.

Ziel muss dem Geschäftsführer

zufolge sein, die Digitalisierung zu

nutzen, um das aktuelle Geschäftsmodell

effizienter zu betreiben. Daten

müssen angeglichen werden, Prozessbrüche

soweit es geht vermieden werden.

Voraussetzung dafür sei die Standardisierung

der Prozesse, etwa der

Preiskalkulation.

„Wir müssen die Stärken, die der

Handel hat, dem Markt zeigen“, bilanzierte

Westendorf. Eine kontinuierliche

Weiterentwicklung einer innovativen

Produktpalette sowie gewünschter Serviceleistungen

seien zukunftsfähig. „Starken

Werken müssen starke Handelsorganisationen

gegenüberstehen.“ 2

Folgende Unternehmen präsentierten sich begleitend zur Tagung in einer

Ausstellung:

z Behringer GmbH, Kirchardt

z Fehr Lagerlogistik AG, CH-Winterthur

z KASTO Maschinenbau GmbH & Co., Achern

z Messe Düsseldorf GmbH / Tube, Düsseldorf

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH, Westerheim

z Montanstahl GmbH, Oelde

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z PFEIFER Seil- und Hebetechnik GmbH, Memmingen

z Scheffer Krantechnik GmbH, Sassenberg

z verticalgalva Voigt & Müller, Kissing

z WESPA Metallsägenfabrik Simonds Industries GmbH, Düsseldorf

[ Info ]

Die Vorträge des

BDS-Rohrtags stehen

kostenlos auf der

BDS-Webseite zur

Verfügung:

www.stahlhandel.com/

rohrtag2018/

Stahlreport 4|18

37


BDS

Berufsbildung

Berufsbildung im Aufwind

Terminflut

Die Berufsbildung verspürt Aufwind: In den letzten Jahren bescherte die Digitalisierung der jobbegleitenden

Bildung zunächst technischen Auftrieb. Dann gewann die Berufsbildung durch die Neuordnung

von Ausbildungsordnungen auch pädagogisch zunehmend an Dynamik. Und drittens schließlich berief

die Bundeskanzlerin eine neue Bildungsministerin mit der Begründung, Anja Karliczek sei durch ihre

eigene berufliche Bildungskarriere für dieses politische Bundesamt besonders geeignet. Eindeutigstes

Indiz für die zunehmende Bedeutung der beruflichen Bildung aber ist der wachsende Konkurrenzkampf

in diesem Bereich, dem sich auch der BDS stellen muss– u.a. durch die Wahrnehmung von

Terminen, die sich in den Monaten Februar/März gehäuft und vor allem auf Berlin konzentriert haben.

Informationen sind die wichtigsten Waffen in diesem Wettbewerb.

Das betrifft im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) vor

allem, aber nicht nur, das gerade

erst digitalisierte Fernstudium zur

Betriebswirtin/zum Betriebswirt im

Stahlhandel. Die Werbung für den

neuen Jahrgang läuft auf Hochtouren

(vgl. Anzeige auf der dritten

Umschlagsseite in diesem Heft).

Aber auch die verbandliche

Begleitung des neuen Arbeitskreisangebots

für die überbetriebliche

Ausbildungsbegleitung im Stahlhandel

gehört in diese Zusammenhänge.

Das hat das Arbeitskreisleitertreffen

in Hamburg am 28.2.18 gezeigt

(vgl. gesonderten Bericht in diesem

Heft, S. 41).

In dieses terminliche Umfeld

passten und passen zudem die Bildungsmessen

„Learntec“ (3/18,

S. 42f) und „Didacta“ (vgl. gesonderten

Bericht in diesem Heft, S. 48f)

im Januar/Februar sowie

z der Fernunterrichtstag am 2.3.18,

z die Sitzungen der Berufsbildungsausschüsse

des Handels am 5.3.18

in Berlin,

z das Treffen des Pädagogischen

Arbeitskreises im FDL am 7.3.18

in Köln

z sowie vom 20.-22.4.18 in Rösrath

die in die vom Bundespräsidenten

ausgerufenen Berufsbildungswoche

fallende Prüfungswerkstatt

(vgl. gesonderte Berichte in

diesem Heft, S. 40ff bzw 3/18,

S. 32).

Und dann war da noch die Vereidigung

des neuen Bundeskabinetts

am 14.3.18 – natürlich ohne Beteiligung

des BDS, dem Bildungsministerin

Karliczek inzwischen für

den Stahlreport in naher Zukunft

aber immerhin ein Interview in Aussicht

gestellt hat. (vgl. nachstehenden

Kasten). 2

38 Stahlreport 4|18


Die Ministerin aus dem Münsterland

Karriere als Kriterium für Karliczek

Natürlich war an ein anderes Interview zum Fernstudium gedacht,

als der Stahlreport im Märzheft für April einen entsprechend aktuellen

Beitrag ankündigte (S. 32). Doch dann preschte Bundeskanzlerin

Angela Merkel mit einer besonderen Personalie vor – und berief

mit Anja Karliczek eine authentische Vertreterin der Berufsbildung

zur neuen Bundesbildungsministerin. Offenbar eine kluge Wahl,

denn die Neue wollte gegenüber dem Stahlreport zu der Thematik

nicht nur aufgrund persönlicher Erfahrungen Stellung nehmen, sondern

erbat sich Zeit zur fachlichen Einarbeitung. So ist das

Gespräch aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

„Sie ist sozusagen das lebendige Beispiel dafür, wie man berufliche Bildung,

Vereinbarkeit von Beruf und Familie, akademische Bildung auch auf

neuen und ungewohnten Bildungswegen sehr, sehr gut vereinbaren

kann.“ So begründete Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26.2.18, warum

sie sich als Nachfolgerin von Prof. Dr. Johanna Wanka für ihre CDU-Parteifreundin

Anja Karliczek entschieden hatte.

Die dreifache Mutter aus dem münsterländischen Brochterbeck kann –

erfolgreich – gleich zwei Berufsausbildungen im Bankwesen und im Hotelfach

sowie ein universitäres Fernstudium der Betriebswirtschaftslehre

vorweisen. Politisch tätig war sie zuletzt als parlamentarische Geschäftsführerin

der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, dem sie seit

2013 als zweimal direkt gewählte Abgeordnete angehört.

Vor dem Hintergrund dieses beruflich/politischen Werdegangs dürfte es

mehr als spannend werden, wie die 46-Jährige als Bundesministerin für

Bildung und Forschung Wirtschaft und Wissenschaft, Berufliches und

Akademisches zusammen- und gemeinsam voranbringen will bzw. kann.

Konkretisieren könnte sich dies

z nicht nur anhand des Umgangs mit der eigenen Karriere, sondern

zudem etwa

z anhand der berufsbezogenen Nachhaltigkeitsdebatte, die auch für Karrieren

das Zusammenspiel sowohl von ökonomischen als auch ökologischen

und sozialen Aspekten nahelegt, oder

z im Umgang mit dem Deutschen Qualifikationsrahmen, der vor einem

europaweiten Hintergrund alle Abschlussmöglichkeiten in einem System

zusammenfasst und damit vergleichbar macht.

Zu solchen und ähnlichen Fragen hat die neue Bundesministerin für Bildung

und Forschung dem Stahlreport Antworten in Aussicht gestellt,

nachdem sie sich „zunächst einen tieferen Einblick in die Themen des

Ministeriums“ verschafft, hat – wie es in der Antwort aus dem Bundesministerium

an den BDS heißt.

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Wirkt seit 2013 als Bundestagsabgeordnete in Berlin. Nun ist sie die neue Bundesbil -

dungsministerin. Anja Karliczek steht in besonderer Weise für eine Karriere mit Lehre.

Stahlreport 4|18

39

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BDS

Berufsbildung

Von guter Stimmung und zukunftsweisenden Entwicklungen: Ergebnisse des BranchenChecks 2018 des

Forums DistancE-Learning

Erkenntnisse an einem Fernstudientag

Information und Irrtum

Den bundesweiten Fernstudientag am 2.3.18 mit über 100 unterschiedlichsten Aktionen zur Bewerbung

dieser Bildungsform hat das FDL zum Anlass genommen, die neuesten Erkenntnisse zu Lage der Branche

zu veröffentlichen: Wie der entsprechende Check gezeigt habe, ist die Stimmung gut und sind die

Erfolge groß. Diese Möglichkeiten müssen an andere Akteure auf den Bildungsmärkten aber erst noch

vermittelt werden, wie ein vom BDS recherchiertes Beispiel zeigt, das als Irrtum begonnen hatte.

Der angesprochene Branchen-

Check ist eine traditionelle Erhebung

des Fachverbands Forum DistancE-

Learning (FDL), deren Ergebnisse in

diesem Jahr erstmals anlässlich des

Fernstudientages veröffentlicht worden

sind. Im Mittelpunkt der Umfrage

standen wieder Selbsteinschätzungen

der Branche. Den in der Abbil-

dung oben vorgestellten Daten liegt

eine anonyme Onlinebefragung von

Instituten zugrunde, die nach der

Definition des entsprechenden Gesetzes

Fernunterricht bzw. Fernstudien

anbieten. Beteiligt hatten sich diesmal

77 Anbieter unterschiedlicher

Größe – u.a. auch der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS), der ein

Fernstudium zur Betriebswirtin/zum

Betriebswirt anbietet.

Von daher war das Interesse in

der Redaktion des vom BDS herausgegebenen

Stahlreport groß, am Fernstudientag

auch die Informationsveranstaltung

im Lette Verein Berlin zu

besuchen – wo sich aber schnell

herausstellte, dass das dortige Event

Foto: BDS

Das Schema über den Weg vom Erz zum Stahl liegt dem Fernstudium des BDS ebenso zugrunde, wie es den fachlichen Hintergrund für

den Präsenzunterricht der Metallographen im Lette-Institut in Berlin-Schöneberg bildet – hier im Flur der entsprechenden Abteilung.

40 Stahlreport 4|18


0 20 40 60

Foto: BDS

Quelle: FDL

Auch Claus-Joachim Harder (Mitte), Mitglied im BDS-Vorstandsrat, unterstützt die Tätigkeit

der neuen Arbeitskreisleitung (v.l.n.r.) Stefan Jungblut und Michael Vorwerk.

mit distanzbezogenen Unterrichtsformen

gar nicht zu tun hatte, ganz

einfach ein terminlicher Zufall vorlag.

Der vermittelte aber immerhin

die Erkenntnis, wie viele Bildungsanbieter

noch überzeugt werden können/müssen

– wenn schon nicht vom

Fernunterricht, so doch wenigstens

vom Blended Learning, also von

gemischten Unterrichtsformen.

Ein solcher Weg zu nachhaltigem

Lernerfolg könnte gerade für das

Lette-Klientel reizvoll sein, wie

Gespräche am Rand des Tages der

offenen Tür ergaben: Hinter dem

1866 von Wilhelm Adolf Lette gegründeten

Bildungsinstitut in Berlin-Schöneberg

stand ein „Verein zur Förderung

der Erwerbstätigkeit des weiblichen

Geschlechts“. Mehr als 150

Jahre später haben insbesondere die

Teilnehmerinnen an den heute dort

angebotenen vollschulischen Ausbildungen

noch immer das Problem,

unterschiedliche Lebensrollen sozial,

ökonomisch und ökologisch erfolgreich

miteinander zu verbinden. Elemente

des Fernunterrichts sind dabei

bisher noch kein Thema – obwohl

beispielsweise bei der Ausbildung in

der Metallographie in Berlin-Schöneberg

zur Veranschaulichung des

Weges vom Erz zum Stahl Unterrichtsmaterial

eingesetzt wird, das

der BDS erfolgreich auch für sein

Fernstudium verwendet und als

Herausgeber immer wieder aktualisiert.

2

Arbeitskreise des Stahlhandels im Norden stellen sich neu auf

Staffelwechsel

Die Arbeitskreise der Jungkaufleute des Stahlhandels in Hamburg,

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben bei einem

Treffen von Ausbildungsleitern personell und inhaltlich die Weichen

für die nächste Saison gestellt. An der Sitzung Ende Februar in Hamburg

nahm auch Dr. Ludger Wolfgart teil – Bereichsleiter Berufsbildung

beim BDS, der diese Einrichtung der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung

im Norden unterstützt.

Arbeitskreise sind im Stahlhandel

eine traditionelle Einrichtung, um

Themen der Ausbildung in den Unternehmen

branchenorientiert aufzugreifen

und im Übergang zur Fort- bzw.

Weiterbildung zu vertiefen. Der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) fördert diese Aktivitäten inhaltlich,

personell und administrativ.

Diese Kooperation findet künftig

mit Stefan Jungblut und – neu –

Michael Vorwerk statt. Die beiden

Hamburger Berufsschullehrer bilden

seit April die neue Arbeitskreisleitung,

nachdem Helmer Blikslager im

März aus Altersgründen und nach

17 Jahren in diesem weitgehend

ehrenamtlichen Engagement ausgeschieden

ist (vgl. „Persönliches“ in

diesem Heft, S. 4).

Neben diesen Personalien standen

auf der Tagesordnung der Sitzung

der Rückblick auf das abgelaufene

Semester und der Ausblick auf

die neuen Angebote im zweiten Halbjahr

2018:

z Zuletzt hatten auf dem Programm

der Arbeitskreise 20 Veranstaltun-

gen gestanden, für die in Hamburg

15 und in Schleswig-Holstein 18 Teilnehmer

aus insgesamt 15 Stahlhandelsbetrieben

angemeldet worden

waren.

z Auch die neuen Angebote in der zweiten

Hälfte dieses Jahres werden wieder

technische sowie wirtschaftliche

Themen der Branche aufgreifen und

insbesondere die Möglichkeit bieten,

diese in Betriebsbesichtigungen zu

Produktion, Handel und Verarbeitung

zu vertiefen.

Dazu will das Team der Arbeitskreisleitung

bis Juni die entsprechenden

Planungen abschließen, um das Angebot

dann ausschreiben zu können.

Anmelden können sich danach auch

Nicht-Mitglieder im BDS, der solchen

Unternehmen dann aber einen erhöhte

Semestergebühr berechnen wird. 2

[ Info ]

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten:

bds-jungkaufleute@web.de.

Stahlreport 4|18

41


BDS

Berufsbildung

Sitzungen der Berufsbildungsausschüsse des Handels

Konkurrenz um Karrieren

Die gegenwärtig große Dynamik der Veränderungen bei der Gestaltung von Karrieren in Unternehmen

bekamen Anfang März die Berufsbildungsausschüsse des Groß- und Außenhandels sowie des Einzelhandels

und in ihren Sitzungen in Berlin zu spüren – und damit auch der BDS: Es ging dabei um neue

bzw. veränderte Ausbildungsberufe für Kaufleute sowie um die (vor allem auch) politische Positionierung

der entsprechenden Fort- und Weiterbildung. Auf dem Berufsbildungsmarkt geht der Konkurrenzkampf

um die klügsten Köpfe in die nächste Runde, wurde beim BGA und beim HDE deutlich.

Info Berufsbeschreibung

Auf der Basis des entsprechenden

Eckwertekonzeptes wird

der Bundesverband Großhandel

Außenhandel Dienstleistungen

(BGA) ab diesem Frühjahr mit den

Sozialpartnern in die vorgeschriebenen

Gespräche mit den Sozialpartnern

eintreten, um die Ausbildung

von Kaufleuten im Groß- und Außenhandel

zu aktualisieren. Der Arbeitstitel

„Kaufmann/Kauffrau für Großund

Außenhandelsmanagement“

gibt die Richtung der Reform vor:

Prozesse gestalten (vgl. Kasten). Das

Neuordnungsverfahren soll 2019

oder spätestens 2020 abgeschlossen

werden.

In diesem Verfahren schon weiter

sind – u.a. – der BGA und der

Handelsverband Deutschland (HDE)

in Bezug auf den ganz neuen Ausbildungsberuf

für Kaufleute im E-

Commerce. Nach der Veröffentlichung

Ende des vergangenen Jahres

im Bundesgesetzblatt, und nachdem

die Fragen der Beschulung

geklärt werden konnten, starten die

ersten Bewerber mit diesem Karriereweg

bereits ab 1.8.18. Katharina

Weinert, Abteilungsleiterin Bildungspolitik

und Berufsbildung

beim HDE, rechnet nach wie vor

damit, dass in diesem Jahr bundesweit

1.000 solcher Starts gelingen.

Sie begründet diesen Optimismus

auch mit dem branchenübergreifenden

Charakter dieses Angebots, an

dessen Entwicklung auch der BGA

beteiligt war.

Konzept

In ein und dieselbe Richtung argumentierten

BGA und HDE auch, als

Michael Assenmacher vom Deutschen

Industrie- und Handelskammertag

(DIHKT) im gemeinsamen

Teil der Sitzung das Konzept „Dual

mit Wahl plus“ vorstellte: nämlich

ablehnend. Es geht bei diesem Konzept

um die Antwort des DIHKT auf

die Herausforderungen an die gegenwärtige

duale Ausbildung: „Höhere

Berufsbildung“ bis auf Stufe 5 des

Deutschen Qualifikationsrahmens

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement

Die Ausbildung von Kaufleuten im Groß- und Außenhandel soll aktualisiert werden. Die Richtung

der Veränderungen gibt eine neue Berufsbeschreibung vor, mit der die zuständigen Experten

in die Antragsgespräche gehen:

„Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement kaufen Waren im In- und Ausland ein, verkaufen

sie an Handel, Handwerk, Industrie und Dienstleistungssektoren weiter und bieten

warenbezogene Serviceleistungen an. Dabei nutzen sie verschiedene Vertriebskanäle. Sie

beobachten und analysieren den Markt, ermitteln und kalkulieren Preise, beraten Kunden

umfassend über das Waren- und Dienstleistungssortiment, führen zielgruppengerechte Marketingmaßnahmen

durch und bearbeiten den Zahlungsverkehr im Zusammenwirken mit anderen

Beteiligten. Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement planen, überwachen und optimieren

Beschaffungs- und Logistikprozesse, steuern den Daten- und Warenfluss über Wirtschaftsstufen

hinweg und wickeln elektronische Geschäftsprozesse unter Beachtung von

Datenschutz und Datensicherheit ab. Sie werten betriebliche Kennzahlen aus, leiten Konsequenzen

für das Unternehmen ab und berücksichtigen in ihrem kaufmännischen Handeln

Aspekte der Nachhaltigkeit.“

– auch durch die Wahrnehmung von

Angeboten der Kammerorganisationen.

Die Vertreter der Handelsverbände

sahen bei ihren Sitzungen, in

denen auch der Bundesverband

Deutscher Strahlhandel (BDS) durch

Dr. Ludger Wolfgart vertreten war,

in dieser Argumentation eine klare

Abwertung der bisherigen Ausbildung

und damit ein falsches Signal.

Auch diese arbeitsgeberorientierten

Kritiker mussten jedoch erkennen,

dass es der DIHKT mit seinem einseitigen

Vorstoß begrifflich immerhin

schon bis in den Koalitionsvertrag

geschafft und damit eine Grundlage

für die nächsten vier Jahre in

der Bildungspolitik und den dazu

sich abzeichnenden Konkurrenzkampf

geschaffen hat.

Trotz der sich so abzeichnenden

Wettbewerbspositionen wird der

Koalitionsvertrag in Sachen Bildungspolitik

arbeitgeberseitig aber eher

positiv gesehen: „Die Attraktivität

der Beruflichen Bildung steigern zu

wollen und die als gleichwertig mit

der akademischen Bildung anzusehen,

ist begrüßenswert. Ebenso die

Berufliche Bildung mit einem Berufsbildungspakt

(in Analogie zum Hochschulpakt)

zu stärken, indem die

beruflichen Schulen gleichermaßen

wie allgemeinbildende Schulen in

alle Förderprogramme, insbesondere

auch zur digitalen Bildung, einzubeziehen

sind, ist positiv zu bewerten.

Es ist sicherzustellen, dass das Vorhaben

im Austausch mit allen aktiven

Berufsbildungsakteuren zu konzipieren

und umzusetzen ist.“ So

heißt es – ungeachtet einzelner Kritikpunkte

– in einer Stellungnahme

des HDE zu den bildungspolitischen

Grundlagen des Koalitionsvertrages,

der sich in der Sitzung auch der BGA

angeschlossen hat. 2

42 Stahlreport 4|18


Pädagogischer Arbeitskreis tagte in Köln

Kreativ technikkritisch

In einem positiven Sinn und kreativ technikkritisch gab sich

der Arbeitskreis Pädagogik im FDL bei seiner Sitzung am

7.3.18 in Köln: Im Mittelpunkt standen das mobile Lernen

und Trends in der entsprechenden Lernmaterialerstellung.

Außerdem ging es um aktuelle verbandliche Planungen,

die auch den BDS betreffen.

Den Rahmen für dies kritische

Auseinandersetzung gaben Hinweise

aus dem neuesten Horizon

Report ab (https://www.nmc.org/

publication/nmc-horizon-report-

2017-higher-education-edition-de).

In diesen Berichten werden – stark

US-amerikanisch geprägt – regelmäßig

neue Technologien identifiziert

und vorgestellt, die sich im Bildungsbereich

entwickeln. Demnach

stehen in den nächsten zwei Jahren

Blended-Learning-Designs sowie kollaboratives

bzw. kooperatives Lernen

im Mittelpunkt des Interesses.

Mittelfristig geht es um die Neuge-

staltung von Lernräumen und die

Messung von Lernprozessen. Und

langfristig interessant scheint die

Beförderung von Innovationskulturen

sowie von Deeper-Learning-

Methoden zu sein.

In solche Zusammenhänge einzuordnen

waren auch die tools, die

dem Arbeitskreis beispielhaft vorgestellt

wurden – vor allem für die

Entwicklung von webbased Trainings

und Prüfungsapps. Bei der

Diskussion darüber nahm der

Arbeitskreis des Forums DistancE

Learning (FDL) die Grundfrage der

bisherigen Bildungsmessen dieses

Jahres (vgl. gesonderte Berichterstattungen

in diesem Heft, S. 44f)

auf: Folgt die Pädagogik der Technik,

oder ist es umgekehrt? Ziel der kritischen

Auseinandersetzung im

Fernlernverband zu diesen Themen

jedenfalls ist es, einen Kriterienkatalog

zu erarbeiten, mit dem die Nutzung

digitaler Lernlösungen bewertet

werden kann.

An diesem Projekt wird in den

nächsten Sitzungen des Pädagogischen

Arbeitskreises weitergearbeitet.

Der trifft sich am 14.6.18 in

Regensburg und im Januar 2019 in

Saarbrücken. Auch auf dem Fachforum

des Fernlernverbandes am

12.11.18 in Berlin dürfte es um diese

und ähnliche Themen gehen. Der

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) begleitet das Wirken des

Pädagogischen Arbeitskreises im

FDL als Mitgliedsverband sehr engagiert,

weil dort für die Zulassung

von Fernunterrichtsgängen wichtige

Fragen besprochen und entsprechende

Antworten erarbeitet werden.

2


BDS

Recht

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Unternehmen (4)

Weitergabe personenbezogener Daten …

Anlässlich der Reformierung des Datenschutzrechtes ab Mai 2018 sollen die wichtigsten

Änderungen und damit einhergehenden praktischen Anforderungen an Unternehmen in der

monatlich veröffentlichten Reihe „Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Unternehmen“ von

Rechtsanwalt Dr. Thorsten Hauröder und Rechtsanwältin Bahar Beyaz von Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB, Düsseldorf, dargestellt werden. Im vierten Teil dieser Reihe geht es dabei

nachfolgend um die Weitergabe personenbezogener Daten.

Fotos, 2: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Bahar Beyaz,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Rechtswalt Dr.

Thorsten Hauröder,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mdB

Die Pflicht zum sorgsamen

Umgang mit personenbezogenen

Daten erfordert ein hohes Maß an Sensibilität.

Vor allem bei der Weitergabe

von personenbezogenen Daten und

der Entscheidung, welcher Personenkreis

Zugriff auf diese Daten haben

soll, sind Unternehmen gehalten,

gesetzliche Vorgaben zu beachten.

Hierbei ist insbesondere zwischen den

Empfängerkategorien und den damit

einhergehenden unterschiedlichen

Anforderungen an die Weitergabe zu

differenzieren.

… innerhalb des Unternehmens

Insgesamt bringt die Geltung der Datenschutz-Grundverordnung

(DS-GVO)

einen erheblichen Mehraufwand mit

sich, so dass Unternehmen zur Schaffung

von umfassenden neuen Strukturen

und Prozessen gezwungen sind.

Im Hinblick auf die Weitergabe von

personenbezogenen Daten innerhalb

des Unternehmens gibt es grundsätzlich

aber keine Änderungen, da dies

keine Weitergabe an Dritte darstellt

und die personenbezogenen Daten weiterhin

von dem Unternehmen als Verantwortlicher

im Sinne der DS-GVO

verarbeitet werden.

Das Unternehmen entscheidet

hierbei grundsätzlich frei über die

Zwecke und Mittel der Verarbeitung

sowie über die Auswahl der Mitarbeiter

hinsichtlich der Einräumung von

Zugriffs- und Zugangsrechten. Da

jedoch mit der Geltung der DS-GVO

erhöhte Bußgelder drohen, sind auch

im Rahmen der internen Weitergabe

die vorgesehenen Verarbeitungsgrundsätze

der Rechtmäßigkeit, Transparenz,

Zweckbindung, Datenminimierung,

Richtigkeit, Speicherbegrenzung,

Integrität und Vertraulichkeit

zu beachten.

Zur Wahrung dieser Verarbeitungsgrundsätze

ist vor allem die Einrichtung

von technischen und organisatorischen

Maßnahmen (TOMs)

vorgeschrieben. Vor diesem Hintergrund

ist die Schaffung von Zugriffsund

Zugangskontrollen notwendig,

die es ermöglichen, die innerbetriebliche

Weitergabe zu regulieren und

die Kontrolle über den berechtigten

Personenkreis innezuhaben. Darüber

hinaus sollte ein Verfahren zur regelmäßigen

Überprüfung, Bewertung und

Evaluierung der Wirksamkeit dieser

technischen und organisatorischen

Maßnahmen eingerichtet werden. Ein

Unternehmen muss also schriftlich

festhalten, was es konkret unternommen

hat und unternimmt, um dem

Datenschutz gerecht zu werden.

… an Dritte

Eine Weitergabe personenbezogener

Daten an außerhalb des eigenen

Unternehmens stehende Dritte ist

grundsätzlich nur möglich, wenn

hierfür ein Erlaubnistatbestand vorliegt.

Die Einwilligung der Betroffenen

zur Weitergabe ist hierbei eine

der Möglichkeiten, welche jedoch in

der Praxis eher gemieden wird, da die

Erteilung der Einwilligung hohen

Anforderungen unterliegt und sie

jederzeit widerrufen werden kann.

Einwilligungen, die bisher erteilt wurden,

sollten außerdem vor dem

25.05.2018 auf ihre Wirksamkeit und

Konformität mit den geänderten Vorgaben

der DS-GVO hin überprüft werden.

Sofern die Weitergabe nicht auf

einer Einwilligung beruht, sieht Art.

6 der DS-GVO einen Katalog von

Erlaubnistatbeständen vor: Eine Weitergabe

ist auch dann erlaubt, wenn

sie zur Erfüllung eines Vertrages oder

einer vorvertraglichen Maßnahme

zwischen dem Betroffenem und dem

Verantwortlichen erforderlich ist.

Diese Norm umfasst viele Bereiche

unternehmerischer Prozesse – wie

z.B. die Weitergabe personenbezogener

Daten an Logistikunternehmen,

Zahlungsdienstleister etc.

44 Stahlreport 4|18


Die Weitergabe ist außerdem auch dann

möglich, wenn sie aufgrund berechtigter

Interessen erfolgt. Hierunter fallen

nicht nur rechtliche, sondern auch tatsächliche,

wirtschaftliche oder ideelle

Interessen. In den Erwägungsgründen

der DS-GVO wird ein solches berechtigtes

Interesse z.B. bei der Betrugsprävention

und Direktwerbung bejaht.

Sofern weder eine Einwilligung

noch ein anderer gesetzlicher Erlaubnistatbestand

vorliegt, ist zwischen

dem Unternehmen und dem Empfänger

personenbezogener Daten ein sog.

Auftragsdatenverarbeitungsvertrag zu

schließen. Dies betrifft Fälle der externen

Verarbeitung von Daten durch

hierzu beauftragte Dritte – wie z.B. eine

externe Lohnbuchhaltung, Rechenzentren

oder die Wartung der IT-Systeme

durch technische Dienstleister. Ein solcher

Datenaustausch auf Grundlage

der Auftragsverarbeitung wird durch

die DS-GVO nunmehr erschwert, da

dieser nunmehr modifizierten Bedingungen

unterliegt. Fortan wird auch

der Auftragsverarbeiter in deutlich stärkerem

Maße für den Schutz der verarbeiteten

Daten und für die Einhaltung

des Datenschutzrechts verantwortlich

sein als es nach bisheriger Rechtslage

vorgesehen war.

… innerhalb eines Konzerns

Die Übermittlung von personenbezogenen

Daten zwischen Verantwortlichen,

die Teil einer Unternehmensgruppe

sind, ist aus Sicht des Datenschutzrechtes

mit der Weitergabe an Dritte

gleichzusetzen. Die Datenschutzgrundverordnung

kennt nach wie vor kein

Konzernprivileg, so dass es bei der

grundsätzlichen eigenen Verantwortlichkeit

jedes Unternehmens bleibt.

Demnach ist die Weitergabe personenbezogener

Daten innerhalb des Konzerns

nur möglich, sofern die Einwilligung

des Betroffenen vorliegt, eine

gesetzliche Erlaubnisnorm einschlägig

ist oder aber ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag

zwischen dem übermittelnden

und dem empfangenden

Unternehmen besteht.

Die konzerninterne Datenübermittlung

ist jedoch durch Erwägungsgrund 48

der DS-GVO als „berechtigtes Interesse“

privilegiert. Darin werden zum Beispiel

“interne Verwaltungszwecke” als ein

“berechtigtes Interesse” anerkannt, so

dass auch innerhalb des Konzerns ein

Datenaustausch möglich ist.

… in Drittländer

Innerhalb der Europäischen Union gilt

der Grundsatz des freien Datenverkehrs.

Die Übermittlung personenbezogener

Daten in Staaten außerhalb

des Europäischen Wirtschaftsraums

unterliegt jedoch strengeren Anforderungen

und bedarf einer gesetzlichen

Erlaubnis.

Hierzu gehören die sog. Angemessenheitsbeschlüsse

der EU-Kommission

nach Art. 45 DS-GVO, welche das

Vorliegen eines angemessenen Datenschutzniveaus

in dem Zielland bestätigen,

so dass die Datenübermittlung

zulässig ist. Derzeit hat die EU-Kommission

solche Angemessenheitsbeschlüsse

unter anderem für die Schweiz,

Teile von Kanada, Israel, Argentinien

und Andorra gefasst. Als Beispiel für

einen Angemessenheitsbeschluss ist

auch das Privacy-Shield-Abkommen

zwischen der Europäischen Union und

den USA zu nennen. Hierbei können

sich US-Unternehmen in eine entsprechende

Liste eintragen und sich auf

diese Weise für die Einhaltung des europäischen

Datenschutzniveaus bereit

erklären, so dass eine Übermittlung an

diese Unternehmen zulässig ist.

Demgegenüber ist eine Datenübermittlung

auch auf Grundlage von

geeigneten Garantien zulässig. Hierbei

müssen den betroffenen Personen

die in Art. 46 DS-GVO aufgezählten

gesetzlichen Garantien und stets

durchsetzbare Rechte sowie wirksame

Rechtsbehelfe zum Schutz ihrer personenbezogenen

Daten zur Verfügung

stehen. Bei den in Art. 46 DS-GVO

genannten Garantien handelt es sich

um z.B. um Binding Corporate Rules

nach Art. 47 DS-GVO, EU-Standardvertragsklauseln,

Standardvertragsklauseln

der Aufsichtsbehörden, nach

Art. 40 DS-GVO genehmigte Verhaltensregeln

und Zertifizierungsmechanismen

nach Art. 42 DS-GVO.

Sofern das Zielland kein angemessenes

Datenschutzniveau aufweist oder

die Datenübermittlung nicht auf Grundlage

von geeigneten Garantien erfolgt,

ist eine Übermittlung der personenbezogenen

Daten ausnahmsweise in den

Fällen des Art. 49 DS-GVO zulässig.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn

eine ausdrückliche Einwilligung des

Betroffenen vorliegt, nachdem dieser

über die bestehenden möglichen Risiken

derartiger Datenübermittlungen

ohne Vorliegen eines Angemessenheitsbeschlusses

und ohne geeignete Garantien

unterrichtet wurde. Als Beispiel

sei auch der Fall genannt, in dem die

Übermittlung für die Erfüllung eines

Vertrages zwischen der betroffenen

Person und dem Unternehmen oder zu

Durchführung von vorvertraglichen

Maßnahmen auf Antrag der betroffenen

Person erforderlich ist.

Fazit

Unternehmen sollten im Rahmen einer

umfassenden Analyse feststellen, welche

Daten sie verarbeiten und wer auf

diese Zugriff hat. Bei einer Weitergabe

von Daten an außerhalb des Unternehmens

stehende natürliche oder juristische

Personen ist zudem zu beachten,

auf welchem Erlaubnistatbestand

die Weitergabe beruht und ob die

Voraussetzungen hierfür erfüllt sind.

In diesem Zusammenhang sollten vor

allem fehlende Einwilligungserklärungen

eingeholt und Auftragsdatenverarbeitungsverträge

geschlossen oder

bereits bestehende auf ihre Vollständigkeit

hin überprüft werden. Bei einer

Übermittlung in Drittländer sind

zudem die gesetzlichen Anforderungen

zu berücksichtigen. In jedem Fall

sollte jedoch bedacht werden, dass die

beabsichtigte Weitergabe den Betroffenen,

z.B. im Rahmen der Datenschutzerklärung

auf einer Webseite, mitgeteilt

werden muss, so dass dem geforderten

Grundsatz der Transparenz entsprechend

gehandelt wird. 2

Kurzinformation zur DS-GVO

In der Europäischen Union gilt ab dem 25.5.18 gilt die

Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Sie enthält

strengere Bestimmungen bzw. Vorgaben für den

Umgang der Unternehmen mit personenbezogenen

Daten ihrer Mitarbeiter und Kunden als bisher.

Im Zuge der Reform wird auch das noch geltende Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) durch das neue Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG-neu) ersetzt, welches die

genannte Verordnung ergänzt. Die E-Privacy-Verordnung,

voraussichtlich ab 2019 geltend, soll an die

DS-GVO anknüpfen und deren Regelungsbereich spezifisch

für die Nutzung elektronischer Kommunikationsdienste

und -vorgänge komplettieren.

Stahlreport 4|18

45


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

Verbändebündnis Wohnungsbau zeigt sich zufrieden

Wissenschaft plus Interessenvertretung

Ein Jahrzehnt Einsatz für den Wohnungsbau hat sich offenbar gelohnt. Jedenfalls äußerte sich das entsprechende

Verbändebündnis Anfang März in Berlin mit dem damals noch erwarteten Koalitionsvertrag

(1,5 Mio. neue Wohneinheiten bis 2021) zufrieden, und auch die damals noch geschäftsführende

Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks zog eine positive Bilanz „seit 2009“. Ein Geheimnis dieses

Erfolgs ist offenbar das auch diesmal bewährte Veranstaltungsmuster der Wohnungsbautage: Wissenschaft

plus Interessenvertretung.

Die Forschungsseite übernahmen

diesmal gemeinsam mit der Studie

„Das Baujahr 2018 im Fakten-

Check“ das Pestel-Institut (Hannover)

und die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes

Bauen (ARGE Kiel). Analysiert

wurden die Rahmenbedingungen

zum Wohnungsbau – vom Woh-

nungs- bis zum Baulandmangel, von

den Baukostentreibern bis zum Stadt-

Land-Wohnen.

Vor allem die Kosten und in diesem

Zusammenhang insbesondere

die dafür verantwortlichen Verschärfungen

von Normen bzw. Gesetzen

gerieten schnell in den Mittelpunkt

des Interesses der Veranstaltung in

der Vertretung Nordrhein-Westfalens

beim Bund. Selbst Ministerin Barbara

Hendricks, die vor vier Jahren mit

dem Anspruch einer Versöhnung von

Bauen und Umwelt angetreten war,

hatte aus dem Brandschutz dazu ein

Beispiel beizutragen – und die Hoff-

Kostenentwicklung

für die Herstellung

eines Quadratmeters

Wohnraum –

zwischen 2000 und

2017.

Kostenentwicklung für die Herstellung eines Quadratmeters Wohnraum

Index Januar 2000 = 100

+ 55

+ 36

+ 28

160

150

140

130

120

110

+ 16

+ 3

+ 36

EnEV 2002/

2014/ab 2016)

WSchV 1995/

HeizAnlV

(bis 2002)

+ EEWärmeG EnEV

(ab 2009)

zusätzliche

Anforderungen

[KG 300/400]

+27 %

Preisentwicklung

100

90

Quelle: ARGE//eV

Lebenshaltungskosten

Baupreisindex für Wohngebäude (Destatis) - ohne Qualitäts- und Anforderungsveränderungen

Bauwerkskostenindex für Wohngebäude (ARGE) - mit Qualitäts- und Anforderungsveränderungen

46 Stahlreport 4|18


Foto: BDS

nung, dass die eine oder andere überzogene

Forderung übrigens im Einklang

mit den Feuerwehren zurückgenommen

werden könnte.

Ein Preistreiber, den die Studie

nennt: das „Energiespar-Diktat“. Durch

die verschärften energetischen Anforderungen

seien insbesondere die Kosten

beim technischen Ausbau von

Wohnhäusern seit dem Jahr 2000 um

zusätzlich rund 16 Prozentpunkte

gestiegen. Bereits heute seien die Kosten,

die auf die Energieeinsparverordnung

zurückzuführen seien, beim

Neubau enorm hoch: Über einen Zeitraum

von 20 Jahren überschritten sie

– bei heutigen Energiepreisen – die

tatsächlich eingesparten Energiekosten

um den Faktor 170 Prozent. (Vgl.

Abb.)

Zweitens machten der Wohnungsbau-Tag

und die Studie deutlich, welche

sozialen Auswirkungen die Kostensteigerungen

für die Bautätigkeit

auch haben. So hätten in Großstädten

zwischen gut einem Drittel und der

Hälfte aller privaten Haushalte durch

ihr Einkommen grundsätzlich

Anspruch auf eine Sozialwohnung –

jedenfalls auf dem Papier. Tatsächlich

seien bundesweit allerdings nur

6 % aller Miet- Sozialwohnungen. Hier

klaffe eine „gewaltige Versorgungslücke“.

Angesichts dieser Schieflage fordert

das Verbändebündnis Wohnungsbau,

dass jede fünfte Wohnung, die

neu zu errichten ist, eine Sozialwohnung

sein müsse. Zudem dürfe der

Bund seine Mitverantwortung für den

sozialen Wohnungsbau nicht verlieren.

Konkretisiert wurden diese und

Lobte das Zusammenspiel

zwischen

Interessenvertretung

und Forschung

im Verbändebündnis:

BDB-

Präsident Stefan

Thurn.

weitere Forderungen in einem Zehn-

Punkte-Katalog zum Koalitionsvertrag,

der nach Auffassung der beteiligten

Verbände nun dringend umzusetzen

sei.

Als ein möglicher Lösungsansatz

für die aufgezeigte Problematik wurde

auch auf dem Wohnungsbau-Tag das

serielle Bauen genannt, das auf der

Berliner „Bautec“ eine Woche vorher

eine wichtige Rolle gespielt hatte (Vgl.

gesonderte Berichterstattung im

nächsten Heft). Dies sei auch deshalb

sinnvoll, weil die Aufwandsentwicklung

in der Bauvorbereitung inzwischen

besonders bedrohlich ausfalle.

Darauf hatte Andreas Ibel in der vorgeschalteten

Pressekonferenz hingewiesen,

als Präsident im Bundesverband

Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen

(BFW).

Der BFW ist eine der sieben Organisationen,

die sich im Verbändebündnis

Wohnungsbau zusammengeschlossen

haben. Dazu gehören

auch der Deutsche Mieterbund, die

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-

Umwelt, der Zentralverband Deutsches

Baugewerbe, der Bundesverband

deutscher Wohnungs- und

Immobilienunternehmen, die Deutsche

Gesellschaft für Mauerwerksund

Wohnungsbau sowie – als einzige

Handelsorganisation – der Bundesverband

Deutscher Baustoff-Fachhandel

(BDB). Dessen Präsident, Stefan

Thurn, hatte auf der Pressekonferenz

für das Verbändebündnis vor

allem das Zusammenspiel von Interessenvertretung

und Forschungsvorhaben

gelobt. 2

Information und mehr

Veranstaltungen der Verbände

Nur kurz kommt die Verbändelandschaft

über Ostern zur Ruhe, danach gehen

Information und Interessenvertretung bis zur

Sommerpause in die nächste Runde:

z Als „Chance gegen die Rentenarmut“ durch

die eingesparte Miete im Alter propagiert

das Verbändebündnis Wohneigentum eben

solche Immobilien. Dazu gibt es am 18.4.

unter Führung des Verbands Privater Bauherren

in Berlin eine Pressekonferenz, die

an die Aktivitäten des Verbändebündnisses

Wohnungsbau (vgl. ges. Bericht S. 46f)

anknüpft.

z Für den 19.4. hat der Verband Verkehrswirtschaft

und Logistik Nordrhein-Westfalen

zum 18. Branchentreff nach Dortmund

eingeladen. Das Thema „Der Kampf um

Ressourcen in Stahl und Stahllogistik

(verband@vwl.de)

z Die traditionsreiche Emailtechnische

Tagung des Deutschen Email Verbands

(dev) findet in diesem Jahr vom 23.-25.

April in Bad Neuenahr statt.

Auskünfte/Anmeldemöglichkeiten gibt es

unter info@emailverband.de.

z Noch bis zum 15.5.18 können sich Entwickler,

Forscher, Designer und Erfinder um den

Innovationspreis 2018 des Industrieverbandes

Feuerverzinken bewerben:

www.feuerverzinken.com/innovationspreis.

z Die Digitalisierung greift der Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug (WGM)

am 16.5.18 in Dresden im Rahmen eines

Symposiums auf. Dabei geht es u.a. um

Szenarien zum „Metallhandelslager im Jahr

2030“ sowie um die „Anarbeitung im Zeitalter

der Digitalisierung“.

(www.wgm.berlin/digitalisierung)

Der BME zieht um

Der Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf

und Logistik e.V. (BME) zieht Mitte Juni dieses

Jahres von seinem bisherigen Standort in Frankfurt-Höchst

nach Eschborn. „Dort haben wir

zwei Etagen eines Büroturms in der Frankfurter

Straße 27 angemietet. Damit schlägt unser Verband

ein neues Kapitel in seiner mehr als 60-

jährigen Geschichte auf“, teilte Dr. Silvius Grobosch,

inzwischen BME-Hauptgeschäftsführer,

im Januar in Frankfurt mit. Der BME will seine

Mitglieder und Geschäftspartner rechtzeitig

über das genaue Umzugsdatum sowie die

neuen Eschborner Telefonnummern informieren.

Die Postanschrift lautet künftig: BME,

Frankfurter Straße 27, D-65760 Eschborn.

Stahlreport 4|18

47


did18 180126

Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Didacta 2018 in Hannover – die ganze Welt der Bildung.

Foto: Deutsche Messe AG

Didacta in Hannover

Pädagogik mit Priorität

Wer eigentlich führt in Zeiten der Digitalisierung in der beruflichen Bildung Regie – die Technik oder

die Didaktik? Nach dem Remis auf der „Learntec“ im Januar in Karlsruhe (3/18, S. 42f) gab es knapp

einen Monat später auf der „Didacta“ in Hannover eine eindeutige Antwort: die Pädagogik. Deutlich

wurde an der Leine allerdings auch, dass und wie die Digitalisierung einen Schwerpunkt im Bereich der

beruflichen Bildung ausbilden wird: Entscheidende Akteure dabei sind die Lehrer bzw. Ausbilder.

Didacta Hallenplan

Frühe Bildung

(Halle 11)

Schule / Hochschule

(Hallen 11 – 12)

Berufliche Bildung / Qualifizierung

(Halle 13)

didacta DIGITAL

(Halle 13)

Rahmenprogramm

(Convention Center)

Thematische Aufteilung

der Didatca auf die

Messehallen in Hannover.

Eine kleine Unsicherheit ergab

sich allerdings durch die Hallenaufteilung

in Hannover: Die dort belegten

Ausstellungsflächen widmeten

sich in drei Teilen der frühen Bildung,

den Schulen sowie den Hochschulen

und – in einer Halle (13)

WEST 1

gemeinsam – der Beruflichen Bildung

sowie der Digitalisierung (vgl.

Abb.). Ob das nun Absicht oder der

Not geschuldet war, mit diesen Themen

keine ganze Halle füllen zu können,

blieb das Geheimnis der Messemacher.

Klar wurde aber auch, dass

SÜD 1

Quelle: Deutsche Messe AG

es im Bereich der beruflichen Qualifizierung

eine enge Verbindung zwischen

Industrie 4.0 und Bildung 4.0

gibt.

Dies macht auch das Interview

deutlich, das Kathrin Anandasivam,

Ausbildungsleiterin beim Werkzeugmaschinenhersteller

Trumpf, im

Umfeld der Bildungsmesse gegeben

hat. Und klar ist auch: Die Technik

muss der Pädagogik folgen. So jedenfalls

formulierte es Prof. Dr. Wassilios

E. Fthenakis als Präsident des

Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft

in einem weiteren Interview,

das in Teilen im nächsten Heft abgedruckt

wird.

Auf die Lehrer kommt es an

In diesen Zusammenhängen machte

der Bildungsexperte zudem deutlich,

dass den Lehrkräften und deren

Qualifikation für berufliche Bildung

im digitalen Zeitalter die entscheidende

Bedeutung zukommt. Dieser

Aspekt spiegelte sich auch im

48 Stahlreport 4|18


Begleitprogramm der fünftägigen

Messe wider. Insgesamt fanden während

der diesjährigen didacta rund

1.400 Vorträge, Seminare, Workshops

und Podiumsdiskussionen

statt. Bis zum Schluss der Veranstaltung

hatten rund 840 Aussteller

etwa 73.000 Besucherinnen und

Besucher begrüßen können.

Weitere Zahlen lieferte der Verband

Bildungsmedien e.V. aus Frankfurt/Main:

2017 haben die deutschen

Bildungsmedienverlage mehr als

8.000 Titel für die allgemeinbildende

Schule, die berufliche Bildung und die

Erwachsenenbildung auf diesen rund

600 Mio. € umfassenden Markt

gebracht – mit unterschiedlichen

Schwerpunkten: Mehr als zwei Drittel

dieses Umsatzes entfielen auf die

allgemeinbildenden Schulen, nur ca.

10 % auf die berufliche Bildung. Wilmar

Diepgrond, Vorsitzender des Bildungsmedienverbandes,

zeigt sich

in diesen Zusammenhängen im Übrigen

davon überzeugt, dass sich in

allen Bereichen Lehrkräfte und Lernende

derzeit spürbar auf den Wechsel

von Print zu Digital vorbereiten.

Fortbildung ist entscheidend

Fakten dazu lieferte pünktlich zur

Didacta die Bertelsmann Stiftung und

legte in ihrem „Monitor digitale Bildung“

auch gleich den Finger in die

Wunde: Digitale Medien seien zwar

zunehmend auch in Klassenzimmern

präsent. Um sie dort sinnvoll einzusetzen,

müssen die Lehrkräfte lernen,

mit ihnen auch umzugehen. Das

so erkennbare Defizit liegt vielfach

in de Lehrerausbildung begründet.

Angehende Lehrkräfte könnten vielerorts

an der Digitalisierung vorbeistudieren.

„Ich sehe ein Hinterherhinken

der Universitäten“, sagte dazu

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter

Meidinger in einem Zeitungsinterview.

Und Friedrich Hubert Esser als

Präsident des Bundesinstituts für

Berufsbildung nutzte bei ähnlicher

Gelegenheit die Chance, seine Klientel

als Musterschüler zu präsentieren:

Schon 2016 habe das Bundesbildungsministerium

die Initiative

„Berufsausbildung 4.0“ gestartet.

Bundesweit würden so mindestens

1.200 Ausbilderinnen und Ausbilder

geschult. 2

Politisches Signal

Innovationspreise verliehen

Das Bundesumweltministerium und der

Bundesverband der Deutschen Industrie haben

im Februar in Berlin den Deutschen Innovationspreis

für Klima und Umwelt an sieben

Preisträger verliehen. Obwohl Stahl dabei

keine wichtige Rolle gespielt hat, bescherte die

Preisverleihung der Branche einmal mehr die

Zusage der Politik, die Innovationspotenziale

dieses Werkstoffs weiter zu fördern.

Gehaltvolle Termine

Mehr Know-how im April

Nach der Osterpause gibt es in der

zweiten Aprilhälfte u.a. fünf besondere Termine,

Wissenswertes zu erfahren, sein Knowhow

aufzubessern:

z Die Fachtagung „Sozial kompetent – dual

ausgebildet“ findet am 16.4.18 im/vom

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

in Berlin statt. Anmeldungen konnten

bis 1.4.18 per E-Mail erfolgen: sozialkompetenz@dlr.de.

z Einen Tag später, nämlich am 17.4., gibt

es – ebenfalls in der deutschen Hauptstadt

– den „Gesellschaftlichen Dialog

Ethik & Digitalisierung – Vertrauen in

unsere vernetzte Welt“. Im Humboldt

Carré mit dabei sein sollen auch Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmeier und

Bundesjustizministerin Katarina Barley.

(www.wegweiser.de)

So wies Jochen Flasbarth, Staatssekretär im

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,

Bau und Reaktorsicherheit, in seiner Eröffnungsrede

darauf hin, dass es für Branchen mit

begrenztem finanziellen Potenzial bei großem

öffentlichen Interesse für Innovationsforschung

auch weiterhin Förderungen geben werde. Er

verwies in diesem Zusammenhang ausdrücklich

auf die Stahlindustrie und den damals noch

nicht unterschriebenen, aber bereits ausgehandelten

neuen Koalitionsvertrag.

Prämiert wurden herausragende Umweltinnovationen

von deutschen Unternehmen und

Forschungseinrichtungen. Bei den diesjährigen

Preisträgern geht es u.a. um klimafreundliche

Kühlsysteme im Einzelhandel, neue Rohstoffe

zur Papierherstellung, Gerbstoffe für Leder und

Erneuerbare Energien. Ausgezeichnet wurden

sechs Preisträger in fünf Kategorien. Mit einem

Sonderpreis „Innovation und biologische Vielfalt"

wurde ein weiteres Projekt gewürdigt. Das

Preisgeld betrug je Kategorie 25.000 €.

Die diesjährigen Stahl-Innovationspreise werden

im Juni ebenfalls in Berlin verliehen.

z Den „12. Infotag Werkzeugbau 2018“ gibt

es am 19.4.18 in Aachen. Dort treffen sich

auf Einladung des Verbands Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Unternehmer

und Entscheider aus dem Werkzeug-

und Formenbau. (www.vdma.org)

z Um „Werkstoffe und additive Fertigung“

geht es bei einer Fachtagung am

25./26.4.18 in Potsdam. Veranstalterin ist

die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde

(DGM). (www.dgm.de)

z Der bundesweite berufsbezogene Aktionstag

für Mädchen einer- und Jungen andererseits,

der Girls’Day und der Boys’Day, findet jeweils

am 26.4.18 statt. An diesem Tag laden Unternehmen,

Universiäten und Institutionen Schülerinnen

und Schüler ab der 5. Klasse ein, um

Berufe vorzustellen. (www.girls-day.de)

(www.boys-day.de)

Treffen der Kaufmännischen Ausbildungsleiter

Das Kuratorium der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) hat zur diesjährigen

Tagung der Kaufmännischen Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter nach Hamburg

eingeladen. Die Veranstaltung findet unter dem Titel „Digitalisierung: Alles neu in der Ausbildung?“

in Kooperation mit dem AGA Unternehmensverband und der Kühne Logistics University

am 12. und 13. Juni in der HafenCity Hamburg statt. Mit einem neuen Format, bei

dem auf kurze Plenumsbeiträge 90-minütige Vertiefungsphasen in Einzelforen folgen, sollen

die Aspekte der Digitalisierung der Ausbildung in ihrer Vielfalt beleuchtet werden. Auch gibt

es wieder ein Abendprogramm, bei dem Netzwerke gepflegt und Diskussionen des Tages

weitergeführt werden können. Programm und Anmeldeformular: http://www.kwb-berufsbildung.de/aktuelles/veranstaltungen/

Stahlreport 4|18

49


XXXXXXXXXX

Lifesteel

Nachricht

Trickster von Angelika Summa wurde von The Coatinc Company oberflächenveredelt.

Konservierte Kunst

Trickster ist gegen Korrosion geschützt

Kunst muss manchmal konserviert werden. So auch die Skulptur

„Trickster“, die von der Würzburger Künstlerin Angelika Summa kreiert und im

vergangenen Jahr auf der ART Karlsruhe ausgestellt wurde.

Der Name „Trickster“ bedeutet „Der Listenreiche“ und steht in der Literatur

bzw. Mythologie für eine Figur, die zwiespältige Gegensätze in sich vereint.

Betrachtet man Summas Kunstwerk, so passt dieser Name wie kein Zweiter:

Unperfektion und Unregelmäßigkeit treffen auf klare Strukturen und zeigen

deutlich, dass jedes Detail des Werks sorgfältig geplant wurde und auch so

bewahrt werden sollte.

Insgesamt 207 cm misst die zweiteilige Skulptur und besteht aus gebogenen

sowie geschweißten Winkeleisen. Nach ihrer Entstehung wurde sie bei Coatinc

Würzburg feuerverzinkt und pulverbeschichtet. Die Herausforderung des

Projekts: Führungszapfen bzw. -schienen durften durch die Veredelung keineswegs

zu dick werden, da die beiden Teile sonst nicht mehr aufeinander gepasst

hätten. Auch das Feinverputzen ist bei dem verwendeten Material schier ein

Ding der Unmöglichkeit, so dass die Verzinkung selbst bereits perfekt ausfallen

musste. Susanne Kolb, Geschäftsbereichsleiterin, und Christian Schmidt,

Leiter Pulverbeschichtung, haben das Projekt deshalb persönlich betreut.

Durch die Duplex-Technik erhalten Oberflächen einen bis zu 2,5-fach längeren

Korrosionsschutz, als es bei einer einfachen Feuerverzinkung der Fall ist.

Damit sich Kunstfreunde noch viele Jahre über „Trickster“ freuen können, hat

The Coatinc Company ihren Beitrag geleistet: mit einer außergewöhnlich

anspruchsvoll aufgebrachten Oberflächenveredelung.

Foto: Wolf-Dietrich Weissbach

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

50 Stahlreport 4|18


Sie bringen die Motivation mit?

Wir liefern das Know-how!

Berufliche Karriere durch ein berufsbegleitendes und digitales Fernstudium

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Die neue Gruppe („Jahrgang 2018“) beginnt am 1. Juli 2018.

Argumente:

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und Deutschen

Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte:

z Technik (Werkstoffe, Produkte, Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz, Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen:

z ca. 60 Studienmodule

z 6 Präsenzphasen

z Virtuelle Klassenzimmer

z Studienarbeit und 3 weitere Prüfungen

fern-studium

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon: 0211 86497-0

www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Blankstahl (Seminar) 10.-11.04. Ludwigsburg

Stahleinkauf (Kooperation) (Seminar) 24.-25.04. Duisburg

Trägertag 07.06. Düsseldorf

Flacherzeugnisse – Feinbleche –

Oberflächenveredelung (Seminar) 11.-12.06. Duisburg

Einführung Fernstudium 01.-06.07. Soltau

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Verkauf (Seminar/Webinar) 11.-12.09. Soltau

Gebietsversammlungen 10.-14.09. bundesweit

Nichtrostende Stähle (Seminar) 17.-18.09. Wetzlar

Werkstoff- und Produktkunde (Lernteam/Webinar) 05.-06.11. Kehl

Verkauf (Lernteam/Webinar) 08.11. Hamburg

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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