Stahlreport 2018.05

markushuneke

73. Jahrgang | Mai 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

5|18

7 Aussteller

1 Standparty

Unzählige

Gespräche

5 Messetage

Gut getroffen – der BDS-Gemeinschaftsstand auf der wire & Tube 2018


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dipl.-Ing. Jochen Adams,

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Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

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Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

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Gut getroffen – der

BDS-Gemeinschaftsstand

auf der wire & Tube 2018

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Die größte und wichtigste Veranstaltung des laufenden

Jahres für viele Unternehmen der Stahlindustrie

wie auch der Stahldistribution liegt

bereits hinter uns: die Doppelmesse wire & Tube,

auf der sich im April über 70.000 Fachbesucher

bei mehr als 2.600 Ausstellern über die neuesten

Trends und Entwicklungen bei Draht und Rohr

informierten (siehe S. 14). Ein wichtiges Glied der Wertschöpfungsketten

dieser Branchen ist der Stahlhandel. 27 Mitgliedsunternehmen

des BDS haben als Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen

auf der wire & Tube präsentiert (siehe S. 16) – unter anderem auf

dem BDS-Gemeinschaftsstand, der hoch frequentiert und wieder ein

voller Erfolg war. Wir haben das mit viel Freude im Bild festgehalten

(siehe S. 34).

Großveranstaltungen – wie die wire & Tube – neigen dazu, anderes

zu überstrahlen. Man fährt daher gut, generell die Maxime zu befolgen,

sich nicht blenden zu lassen. Der Blick auf die Konjunktur (siehe ab

S. 26) hilft derzeit allerdings nur bedingt, nüchtern zu bleiben: Es

sieht im Zweifel derzeit ganz ordentlich aus. Das belegt auch der

Blick von BDS-Bereichsleiter Research, Jörg Feger, auf den Jahresbeginn

2018 (siehe S. 32).

Möglicherweise hilft beim Auf-dem-Boden-bleiben, sich mit der

ab dem 25. Mai 2018 in Kraft tretenden Datenschutzgrundverordnung

(DS-GVO) zu beschäftigen. Das Thema mag trocken erscheinen, ist

aber auch für Unternehmen des Stahlhandels unumgänglich. Rechtsanwältin

Bahar Beyaz und Rechtsanwalt Dr. Thorsten Hauröder der

Kanzlei Henseler & Partner Rechtsanwälte mbH fassen in einer

Artikelserie seit Anfang 2018 zusammen, worauf es bei der neuen

DS-GVO ankommt (siehe S. 40).

Die wire & Tube ist vorüber – mindestens eine wichtige Veranstaltung

steht aber noch auf dem Programm: der BDS-Trägertag am

7. Juni in Düsseldorf. Bei der eintätigen Fachtagung stehen alle wichtigen

Themen auf der Agenda – von der Marktentwicklung über Entwicklungen

bei Herstellern und Kunden bis hin zu Normungsfragen.

Für einen kleinen Kreis der Erwählten beginnt die zumindest in

beruflicher Hinsicht wichtigste Veranstaltung des Jahres Anfang

Juli. Dann startet ein neuer Jahrgang des BDS-Fernstudiums zum

„Betriebswirt/zur Betriebswirtin Stahlhandel“. Anmeldungen sind

noch bis Ende Mai beim BDS möglich (siehe S. 38).

Wie immer eine gute Lektüre und hoffentlich nützliche Informationen

wünscht

Markus Huneke

Redakteur Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

5 Offene Stahlhandels-Plattform gestartet

8 Sülzle baut Marktposition aus

STAHLPRODUKTION

9 Böllinghaus & Outokumpu: Schlüsselmärkte im Visier

WERKSTOFFE

Schwerpunkt Edelstahl

10 Edelstahl Rostfrei: Bier- und Stahllegierungen

12 Werkstoffeigenschaften: worauf es ankommt

MESSEN UND MÄRKTE

wire & Tube 2018

14 Auftragslage so gut wie seit Jahren nicht

16 Fotorundgang: der Stahlhandel auf der wire & Tube

20 ArcelorMittal: Investitionen in Qualität und

Digitalisierung

21 TataSteel: Erweitertes Gütenspektrum

22 thyssenkrupp: größtes virtuelles Materiallager

23 Benteler: Leichtere Autos, smarte Rohrverbindungen

24 Salzgitter AG: Messen im Doppelpack

KONJUNKTUR

26 Bauwirtschaft: Trends identifiziert

28 Einkaufsmanager-Index: an Fahrt verloren

29 BDI: weiteres Wachstum der Industrie

30 Mehr Maschinen- und Anlagenbau

BDS

32 Research: Gute Geschäfte

34 Treffpunkt Stahlhandel: BDS-Gemeinschaftsstand

auf der Tube

36 Vorschau auf den BDS-Trägertag 2018

38 BDS-Fernstudium: Jetzt kommt es darauf an!

40 Neue DS-GVO: Die rechtssichere Gestaltung ihrer

Webseite

WISSENSWERTES/VERBÄNDE

45 Holprige Digitalisierung des Einkaufs

LIFESTEEL

46 Interview: „Der Ausbilder wusste früher mehr als der

Auszubildende“

47 Interview: Die Technik muss der Pädagogik folgen

48 Designwerkstoff Stahl: neu möbliert

51 Impressum

Stahlreport 5|18

3


Persönliches

Kurznachrichten

Tim Hartmann

ist ab 1.9.18 für die Dauer von 5 Jahren auf

der Ebene der SHS zum Vorsitzenden der

Geschäftsführung der SHS – Stahl-Holding-

Saar bestellt worden

und übernimmt auch

das Ressort Finanzen.

Mit dieser Personalie

des 49-Jährigen

wird auch das

Gesamtkonzept der

Verantwortlichkeiten

Foto: Guido Werner

in dem komplexen

Unternehmensverbund

deutlich: Dr.

Bernd Münnich und Peter Schweda wurden

als Mitglieder der Geschäftsführung mit Wirkung

ab 1.1.19 wiederbestellt. Auf der Ebene

der Dillinger und DHS wurde Tim Hartmann

zum Vorsitzenden des Vorstandes von Dillinger

und von DHS für eine Mandatsdauer von

5 Jahren mit Wirkung ab 1.9.18 bestellt.

Außerdem übernimmt er das Finanzressort

im Vorstand von Dillinger. Auf der Ebene von

Saarstahl wurde Hartmann zum Vorsitzenden

des Vorstandes und Finanzvorstand für eine

Mandatsdauer von 5 Jahren mit Wirkung ab

01.09.18 bestellt. Des Weiteren wurde Dr.

Klaus Richter (57) bei Saarstahl als Mitglied

des Vorstandes und Vertriebsvorstand für

weitere 5 Jahre mit Wirkung ab 01.12.18

wiederbestellt.

Mitsugu Yamaguchi

ist per 1.4.18 zum neuen Präsidenten, CEO

und Representative Director des japanischen

Stahlkonzerns Kobe Steel ernannt

worden. Er war dort bisher Executive Vice

President. Mitsugu Yamaguchi folgte auf

Hiroya Kawasaki, der aufgrund eines Datenfälschungsskandals

zurückgetreten war.

Foto: VDMA

Foto: WGP

Isabel Corinna Knauf

ist vom Verwaltungsrat der in Sachen

Spezial langstahl weltweit tätigen SCHMOLZ

+ BICKENBACH AG als neues unabhängiges

Mitglied dieses Gremiums vorgeschlagen

worden. Die 1972 geborene Deutsche hat

einen Abschluss als Diplomingenieurin

Fachrichtung Bergbau der RWTH Aachen.

Sie war unter anderem bei der Thyssen-

Krupp Steel AG als Division Head im Bereich

Corporate Development/M&A tätig. Seit

2006 ist sie Mitglied des Group Management

Committee der Knauf-Gruppe, einem

führenden Hersteller von Bauprodukten mit

einem Umsatz von rund 7 Mrd. €. Die Entscheidung

war für Ende April nach Redaktionsschluss

für diese Ausgabe geplant.

Gleichzeitig bedankte sich der Verwaltungsrat

bei Vladimir Polienko und Dr. Heinz

Schumacher für die eingebrachte Fachkompetenz

und die zum Wohle des Konzerns

erbrachten Leistungen. Beide hatten sich

nicht zur Wiederwahl gestellt.

Fadi Abou Ganthous

sowie Helmut Maschke

und Alf Hendryk Wulf

sind auf dem diesjährigen Unternehmertreffen

der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau

in Frankfurt neu in den Vorstand gewählt

worden. Fadi Abou Ganthous ist CEO der

Energy Solutions EMEA, Siemens AG, Helmut

Maschke Geschäftsführer der Air Liquide Global

E&C Solutions Germany GmbH und Alf

Hendryk Wulf Vorsitzender des Vorstands der

GE Power AG. Als Stellvertreter des Großanlagenbau-Sprechers

Jürgen Nowicki (Foto), Linde

Engineering, wurden

Helmut Knauthe

(Head of Technology &

Innovation, Sustainability,

thyssenkrupp

Industrial Solutions

AG) sowie Dr. Hannes

Storch (Mitglied der

Geschäftsführung,

Outotec GmbH & Co.

KG) gewählt. Die beiden

Manager sollen den Sprecher unterstützen

und die Interessen des Großanlagenbaus in

der Öffentlichkeit vertreten.

Berend Denkena

hat sich kritisch zur Umsetzung des Industrie

4.0-Ansatzes geäußert, das auch die

diesjährige Hannover Messe stark beeinflusst

hat (vgl. Heft 6/18). Bereits vor fast

genau zwei Jahren hatte die Wissenschaftliche

Gesellschaft für Produktionstechnik

(WGP) mit einem Standpunktpapier Industrie

4.0 einen Weckruf an Politik und Wirtschaft

formuliert. „Wir hatten die Notwendigkeit

gesehen, den Blickwinkel

des Maschinenbaus

in die Diskussion

um die

Digitalisierung einzubringen

– und die

Schritte aufzuzeigen,

die aus unserer Sicht

dringend notwendig

sind, um das Konzept

von Industrie 4.0 Wirklichkeit werden zu lassen“,

erläuterte jetzt Prof. Berend Denkena,

Präsident der WGP und Leiter des Instituts

für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen

IFW der Leibniz Universität Hannover.

„Bis heute hat sich einiges getan. Doch noch

immer fehlen wichtige Schritte, um die Produktion

in Deutschland zukunftsfähig zu halten.“

Wiebke Sanders

hat sich als Chefredakteurin des Stahlmarkt

von ihren Leserinnen und Lesern verabschiedet.

„… in diesen Tagen endet meine

Tätigkeit in der Redaktion. Nach rd. 14 Jahren

Engagement als Chefredakteurin für die

Zeitschrift „stahlmarkt“, habe ich beschlossen,

noch einmal eine andere redaktionelle

Aufgabe anzunehmen“, schrieb die promovierte

Ingenieurin zum Abschied und

bekannte: „Der Stahlmarkt ist ein spannender

Wirtschaftssektor mit vielen interessanten

Menschen. Es war mir eine Freude,

dabei zu sein!“

Thomas Kaiser

hat zum 16.4.18 die Geschäftsleitung der

ZHH Bildungswerk gGmbH angetreten. Der

49-Jährige übernahm dort die Aufgaben des

ausgeschiedenen Geschäftsleiters Arnd

Gesatzki, der das Unternehmen des Zentralverbands

Hartwarenhandel (ZHH) zum Jahresende

2017 verlassen hatte.

Wolfgang Bauer

ist tot. Tief betroffen hat der bayerische Landesverband

Groß- und Außenhandel und

intermediäre Dienstleistungen (LGAD) darüber

informiert, dass Rechtsanwalt Dr. Wolfgang

Bauer am 18. April im Alter von nur

43 Jahren bei einem Verkehrsunfall aus dem

Leben gerissen wurde. Als Wirtschaftsjurist

hatte er viele Fachthemen sowie Ausschüsse

der Interessenvertretung betreut. Dazu

gehörte auch der Berufsbildungsausschuss

im Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen

(BGA), wo er sich in

Berlin als sympathische

Stimme Bayerns

regelmäßig

auch zu entsprechenden

Fragen des

Stahlhandels

äußerte.

Foto: LGAD

4 Stahlreport 5|18


Stahlhandel

Bericht

Quelle: XOM Metals

Klöckner & Co-Tochter XOM

Offene Stahl-Handelsplattform gestartet

Klöckner & Co hat bereits früh auf die Digitalisierung gesetzt, der produzentenunabhängige Stahldistributeur sieht sich

als Vorreiter in der Branche. Über die Digitaleinheit kloeckner.i arbeitet das Unternehmen mit mittlerweile rund

80 Mitarbeitern an der Digitalisierung der gesamten Liefer- und Leistungskette. Als Folge konnte CEO Gisbert Rühl auf

der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2017 nicht nur ein deutlich gesteigertes Ergebnis, sondern auch einen auf

zuletzt 19 % ausgeweiteten digitalen Umsatzanteil präsentieren. Jetzt geht Klöckner & Co mit einer offenen Industrieplattform

noch einen Schritt weiter und hat dafür mit der XOM Metals GmbH ein neues Startup gegründet. BDS-Vorstand

Oliver Ellermann sprach für den Stahlreport exklusiv mit XOM-COO Tim Milde und CTO Matthias Affeldt in Berlin.

Oliver Ellermann: Herr Milde,

wir befinden uns hier bei WeWork,

einem Coworking Space, der u.a.

den Vorteil sehr kurzer Kündigungsfristen

für die angemieteten Räumlichkeiten

hat. Ist das Ausdruck der

bei Klöckner & Co gelebten „fail fast

fail cheap“-Strategie?

Tim Milde (lacht): Nein, ganz im

Gegenteil. Im Falle eines schnellen

Scheiterns hätten wir erst gar keine

Räumlichkeiten angemietet. Aber

Spaß beiseite. Die Nutzung eines

Coworking Space hat für uns allein

praktische Gründe. Wir sind mit

unserer Plattform XOM live und

haben mit Outokumpu, Becker

Stahl und der Klöckner Deutschland

bereits drei namhafte Unternehmen

als Partner gewonnen und

erzielen signifikante Umsätze über

die Plattform. Für einen Coworking

Space als erstes Büro haben wir

uns entschieden, weil man in dieser

Umgebung schnell wachsen kann,

indem man weitere Räume für

zusätzliche Mitarbeiter anmietet.

Zudem ist der Austausch mit den

anderen hier ansässigen Startups

sehr hilfreich.

Warum haben Sie eine neue Firma

mit einer eigenen Plattform gegründet?

Hätte das Thema nicht kloeckner.i

mit erledigen können?

Tim Milde: kloeckner.i fokussiert

sich auf die Digitalisierung von Klöckner

& Co und den weiteren Ausbau

der proprietären Onlineshops. Der

Betrieb einer offenen Industrieplattform

erfordert hingegen ein hohes

Maß an Unabhängigkeit. Das hat auch

einen regulatorischen Hintergrund:

Auch wenn XOM durch Klöckner &

Co ins Leben gerufen wurde, verlangt

das Bundeskartellamt eine strikte

organisatorische Trennung beider

Gegenüber einem

Startup, das jetzt auf der

grünen Wiese anfangen

würde, haben wir einen

Wissensvorsprung

von ca. drei Jahren.

Matthias Affeldt (r.),

CTO XOM Metals GmbH

Unternehmen. So haben wir sichergestellt,

dass Klöckner & Co keinen

Zugriff auf die wettbewerbssensiblen

Daten der Plattformteilnehmer hat.

Inwiefern orientierten Sie sich bei der

Ausgestaltung von XOM an einem

(branchenfremden) Vorbild? Gibt es

Wettbewerber, die eine ähnliche

Lösung anbieten?

Tim Milde: Wir sind sehr stolz auf

XOM. Das ist unsere Plattform, die

wir nach unseren Vorgaben gebaut

haben. Wenn Sie aber nach anderen

Beispielen fragen, so zählt sicher die

chinesische Chemie-Plattform Mol-

Fotos: XOM Metals, Nils Bornemann

Stahlreport 5|18

5


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Noch ist XOM eine hundertprozentige

Tochter von Klöckner & Co.

Mittel- bis langfristig wollen wir

diese Beteiligung auf einen Minderheitenanteil

reduzieren.

Tim Milde (l.), COO XOM Metals GmbH

base mit ihren über 100.000 Anbietern

und Kunden dazu. Die Plattform

bietet auch zusätzliche Services wie

beispielweise Logistikdienstleistungen

an und wickelt fünf Jahre nach

der Gründung bereits monatlich

Geschäfte im Wert von über 100

Mio. € ab.

Haben Sie beim Aufbau von XOM auf

Knowhow von kloeckner.i zurückge -

griffen?

Matthias Affeldt: Ja, die Plattform

basiert auf dem gleichen technischen

Wir haben mit XOM eine kostengünstige

Lösung geschaffen, die zudem noch eine

deutlich höhere Reichweite als proprietäre

Onlineshops hat.

Matthias Affeldt, CTO XOM Metals GmbH

Gerüst, wie die Onlineshops von

Klöckner & Co. Zudem sind einige

Mitarbeiter von kloeckner.i zu XOM

gewechselt. Wir verfügen daher

bereits jetzt über umfangreiches

Knowhow, was den Verkauf von

Stahl- und Metallprodukten über das

Internet angeht. Gegenüber einem

Startup, das jetzt auf der grünen

Wiese anfangen würde, haben wir

allein aus dieser Kombination heraus

einen Wissensvorsprung von ca. drei

Jahren.

Seit wann ist die Plattform freigeschaltet?

Matthias Affeldt: Wir sind im Februar

mit einer Basisversion live

gegangen, die in einem ersten Schritt

die Kern-Funktionalitäten abdeckt.

Nun entwickeln wir die Plattform

im laufenden Betrieb und in ständiger

Interaktion mit unseren Partnern

und Kunden weiter. Mit dieser Vorgehensweise

stellen wir sicher, dass

wir uns nicht an den Bedürfnissen

der Nutzer vorbei entwickeln.

Kann XOM etwas, was die bisher

bekannten Lösungen von kloeckner.i

(noch) nicht können?

Matthias Affeldt: Der wesentliche

Unterschied ist, dass die Plattform

auch für direkte Wettbewerber von

Klöckner & Co offen ist. Viele Anbieter

sind noch wenig digitalisiert und

schrecken vor den hohen Kosten für

die Entwicklung eigner Digitalangebote

zurück. Wir haben mit XOM eine

kostengünstige Lösung geschaffen,

die zudem noch eine deutlich höhere

Reichweite als proprietäre Onlineshops

hat. Und für unsere Kunden

wird XOM zukünftig immer attraktiver:

Sie werden beispielsweise die

Möglichkeit haben, auf einer Plattform

die Angebote von verschiedenen

Anbietern einzuholen und zu vergleichen.

Damit setzen wir für unsere

Kunden neue Standards.

Wie steht es um die aktuelle Inhaberschaft

von XOM? Welche Beteiligungsverhältnisse

sind mittel- bis langfristig

geplant?

Tim Milde: Noch ist XOM eine hundertprozentige

Tochter von Klöckner

& Co. Mittel- bis langfristig wollen

wir diese Beteiligung auf einen Minderheitenanteil

reduzieren. Auch über

die Streuung der Anteile soll das hohe

Maß der Unabhängigkeit von XOM

zum Ausdruck kommen. Es laufen

bereits Gespräch mit Investoren für

eine erste Finanzierungsrunde.

BDS-Vorstand Oliver Ellermann (Mitte) sprach für den Stahlreport exklusiv mit

XOM-COO Tim Milde (links) und CTO Matthias Affeldt (rechts) in Berlin.

Sollen spezielle Kundengruppen angesprochen

werden, oder geht es um

alle stahlverarbeitenden Industrien?

Tim Milde: Wir sprechen alle stahlund

metallverarbeitenden Industrien

an. Mittel- bis langfristig ist über eine

Erweiterung des Produktportfolios

hinaus sogar noch mehr denkbar.

Warum sollten zukünftig beispielsweise

nicht auch Vorprodukte für die

6 Stahlreport 5|18


Chemieindustrie über XOM gehandelt

werden? Wir setzen uns hier keine

Denkverbote.

Kann ein Anbieter sowohl ein Händler

als auch ein Hersteller sein?

Matthias Affeldt: Aber natürlich.

Bereits heute sind vom Produzenten

über das Service-Center und den

Händler bis hin zu zahlreichen Verarbeitern

die wesentlichen Glieder

der Liefer- und Leistungskette der

Stahlindustrie auf der Plattform aktiv.

Gebühren: Was kostet es den Verkäufer,

wenn er Anbieter auf XOM sein

will?

Matthias Affeldt: XOM ist für Stahlund

Metallverarbeiter kostenfrei. Verkäufer

zahlen eine monatliche Fix-

Gebühr sowie eine umsatzabhängige

Variable. Diese gilt für alle über die

Plattform ausgeführten Transaktionen,

abhängig von der verkauften

Produktgruppe. Verkäufer haben

zudem die Möglichkeit, sich gegen

Entgelt von XOM händlerspezifische

Storefronts, also eigene Shops innerhalb

der Plattform, entwickeln zu lassen.

Was sind die nächsten Schritte?

Tim Milde: Wir haben uns vorgenommen,

zügig weitere Partner auf der

Plattform einzubinden. Dadurch wollen

wir unser Wachstum deutlich

beschleunigen. Parallel treiben wir

mit Hochdruck den Ausbau der Plattform

über die Integration zusätzlicher

Features voran. Noch für dieses Jahr

ist zudem das Go Live von XOM in

den USA vorgesehen. 2

Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

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Umsatz mit digitalen Kanälen steigt weiter

Klöckner & Co 2018 erfolgreich gestartet

Der Umsatz von Klöckner & Co ist im 1. Quartal 2018 im Wesentlichen

preisgetrieben um 1,6 % auf 1,6 Mrd. € angestiegen. Das operative Ergebnis

(EBITDA) lag mit 56 Mio. € leicht über der prognostizierten Spanne von 45 bis

55 Mio. €, jedoch unterhalb des Wertes aus dem 1. Quartal 2017 von 77

Mio. €. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal ist im Wesentlichen

durch geringere Preiseffekte und einen schwächeren US-Dollar bedingt, sagte

Gisbert Rühl, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE, bei der Präsentation

der Zahlen. Das Konzernergebnis war mit 21 Mio. € nach 36 Mio. €

im Vorjahresquartal erneut deutlich positiv.

Weiter gut vorangekommen ist Klöckner & Co laut Rühl auch bei der digitalen

Transformation, die im Rahmen der Strategie „Klöckner & Co 2022“ eine

herausragende Stellung einnehme. Der über die digitalen Kanäle erzielte

Umsatzanteil ist zum ersten Quartalsende 2018 weiter auf 19 % gesteigert

worden. Der proprietäre Klöckner-Onlineshop habe sich zu einem Marktplatz

weiterentwickelt. Zu den Unternehmen, die Produkte über diesen Marktplatz

absetzen, gehören unter anderem Schäfer Lochbleche, das Stahlwerk Unna

sowie der Strahlmittelhersteller ERVIN.

Zudem ist die offene Industrieplattform XOM Metals im Feburar live gegangen.

Erste Transaktionen seien bereits erfolgreich über die Plattform abgewickelt

worden. Derzeit sei man dabei, weitere Investoren für XOM Metals zu

akquirieren, um den Klöckner-Anteil daran wie geplant auf eine Minderheitenbeteiligung

zu reduzieren, so Rühl.

In einem insgesamt positiven Marktumfeld erwartet Klöckner & Co für das

2. Quartal 2018 ein deutlich steigendes EBITDA von 65 bis 75 Mio. €. Für das

Gesamtjahr wird durch den Anstieg der Stahlnachfrage und die internen Optimierungsmaßnahmen

nunmehr mit einem leicht über dem Vorjahresniveau

liegenden operativen Ergebnis gerechnet. Sollte sich der aktuelle Trend zu

höheren Stahlpreisen im Jahresverlauf fortsetzen, würde dies zu einer weiteren

Ergebnissteigerung führen, sagte Rühl.

Stahlreport 5|18

7

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Stahlhandel

Bericht

Der Geislinger Standort wird als eigenständiges Tochterunternehmen SÜLZLE Hagmeyer GmbH innerhalb der SÜLZLE Gruppe geführt.

Foto: Sülzle Hagmeyer GmbH

Teile der insolventen REMAG-Gruppe übernommen

Sülzle baut Marktposition strategisch aus

Die SÜLZLE-Gruppe mit Hauptsitz im baden-württembergischen Rosenfeld hat zum 1. April 2018 Teile der insolventen

REMAG-Gruppe übernommen. Dazu gehören vier Standorte in Geislingen an der Steige, Göppingen, München und im

sächsischen Ehrenfriedersdorf. Einer der größten Stahlhändler und Biegebetriebe Deutschlands baut damit sein

deutschlandweites Netzwerk weiter aus.

Foto: Sülzle Stahlpartner GmbH

Foto: Sülzle Stahl Ehrenfriedersdorf GmbH

Der Standort Göppingen wird neue Niederlassung der SÜLZLE

Stahlpartner GmbH

Ehrenfriedersdorf im Erzgebirgskreis wird als eigene Gesellschaft

SÜLZLE Stahl Ehrenfriedersdorf GmbH Teil der SÜLZLE Gruppe

„Wir freuen uns, die Sülzle-

Gruppe mit vier gut aufgestellten

Standorten zu verstärken“, erklärte

Gesellschafter Andreas Sülzle.

„Unser oberstes Ziel ist es, die bestehenden

Kunden auch weiterhin flexibel

und in hoher Qualität zu beliefern.

Dabei stehen Partnerschaft und

umfassender Service im Mittelpunkt

unseres Handelns.“

Die REMAG-Gruppe hatte im

Oktober vergangenen Jahres ein

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

beantragt. Die Unternehmensgruppe

hat sich langjährig am Markt

etabliert und gewachsene Kundenbeziehungen

aufgebaut. Die einzelnen

Standorte besitzen unterschiedliche

Kernkompetenzen in den

Bereichen Stahlhandel, Stahlbau,

Bewehrung und Anarbeitung.

Der Sanierungsvorstand der

REMAG AG, Britta Hübner und ihr

Vorstandskollege Thomas Gebhardt

konnten gemeinsam mit der Cornelius

Treuhand Holding GmbH & Co.

KG aus Frankfurt, die treuhänderisch

die Anteile an den operativen Einheiten

der REMAG-Gruppe hält, aus

der Eigenverwaltung heraus vier

Standorte und etwa 200 Arbeitsplätze

in den drei Gesellschaften

sichern. Begleitet wurde die Eigenverwaltung

durch das Team um

Alfred Hagebusch, Partner der auf

Sanierungen spezialisierten Sozietät

Wellensiek. Als Berater hat den

Investorenprozess ACXIT Recovery

Management begleitet.

Die Standorte Geislingen an der

Steige und Ehrenfriedersdorf werden

als eigenständige Tochterunternehmen

innerhalb der Sülzle-Gruppe

geführt. Die Biegebetriebe in Göppingen

und München werden als

Niederlassungen in die Unternehmensgruppe

integriert. „Mit der

Übernahme bauen wir unsere Marktposition

in den Bereichen Stahlhandel,

Stahlbau und Anarbeitung strategisch

aus“, betonte Gesellschafter

Heinrich Sülzle. „Dadurch ergeben

sich neue Möglichkeiten und Synergien

für uns und unsere Kunden.“ 2

8 Stahlreport 5|18


Stahlproduktion

Bericht

Böllinghaus und Outokumpu bauen Partnerschaft aus

Europäische Schlüsselmärkte im Visier

Nachdem sie bereits vor zwei Jahren eine Verkaufs- und Marketing-Partnerschaft eingegangen

waren, haben Böllinghaus Steel und Outokumpu Long Products dieses Abkommen jetzt erweitert.

Bisher galt die Kooperation für den asisatischen Wirtschaftsraum, Lateinamerika und Europa – mit

Ausnahme von Deutschland und Großbritannien. Durch die erweiterte Kooperation ist Böllinghaus

Steel nun auch in diesen Ländern Vertriebspartner für kaltgezogenen und warmgewalzten Flach-,

Vierkant- und Sechskantstahl.

Böllinghaus hat im

Zuge der erweiterten

Kooperation mit

Outokumput in ein

neues Lager sowie

in ein erweitertes

Produktspektrum

am portugiesischen

Produktionsstandort

investiert.

„Wir sehen deutliche Vorteile

für unsere Kunden durch das Kooperationsabkommen

und freuen uns

darüber, die Zusammenarbeit mit

Outokumpu ausbauen und jetzt auch

den deutschen und den britischen

Markt bedienen zu können. Böllinghaus

Steel hat in diesem Frühjahr in

ein neues Lager und in mehr Ware

investiert, sodass wir jetzt noch schneller

in unsere zentraleuropäischen

Schlüsselmärkte liefern können“,

sagte Antonio Perea, Vertriebschef

bei Böllinghaus.

Das Übereinkommen und die

damit verbundenen Dienstleistungen

machten es Böllinghaus möglich, die

komplette Produktpalette in ganz

Europa und Asien anzubieten.

Zugleich biete es eine Plattform für

weiteres Wachstum. „Wir streben an,

der führende Lieferant für Sonderprofile

auf dem Markt zu werden“, so

Perea weiter.

Win-win-Situation

Die Partnerschaft mit Böllinghaus

Steel sei vorteilhaft sowohl für Outokumpu

als auch für Kunden von

Outokumpu, da sie es ermögliche,

das Geschäft weiter auszubauen,

sagte John Stansfield, Verkaufschef

bei Outokumpu Long Products

Europe.

„Böllinghaus Steel ist ein namhaftes

Unternehmen auf dem Sonderprofil-Markt

und bekannt für qualitativ

hochwertige Werkstoffe. Das passt

gut in unsere technischen und qualitativen

Stärken und schafft so ein gut

aufeinander abgestimmtes Angebot

für unsere Kunden“, so der Vertriebschef

weiter.

Im Rahmen der Partnerschaft

könne Böllinghaus Steel nun ein noch

umfassendes Spektrum an Sonderprofilen

sowie eine breite Palette an

Böllinghaus und

Outokumpu haben

ihre Kooperation auf

die europäischen

Schlüsselmärkte

Deutschland und

Großbritannien

erweitert.

warm- und kaltverformten Standardprofilen

anbieten. Das Portfolio beinhaltet

Sechskantstahl (8 bis 70mm)

sowie Vierkantstahl (8 bis 70mm).

Böllinghaus Steel, Spezialist für

Edelstahl-Langprodukte mit Sitz in

Hilden, produziert im eigenen Werk

in Portugal. Zu den Branchen, die das

Unternehmen beliefert, gehören die

chemische und petrochemische Industrie,

der Energiesektor, der Maschinenbau

sowie die Medizintechnik.

Der finnische Stahlhersteller Outokumpu

produziert Edelstahl-Langprodukte

vor allem für die Schwerindustrie.

Produktionsstandorte des

Konzerns befinden sich in Großbritannien,

Schweden und den USA. 2

Fotos: Outokumpu, Böllinghaus

Stahlreport 5|18

9


Werkstoffe

Schwerpunkt Edelstahl

Edelstahl Rostfrei besitzt

im Brauereiwesen eine

Schlüsselrolle …

Foto: WZV/Fürstenberg Brauerei

Edelstahl Rostfrei im Brauereiwesen

Bier- und Stahllegierungen

In Sachen Braukunst macht Deutschland keine andere Nation etwas vor: Deutsches Bier ist weltweit

Kult. Diesen internationalen Spitzenplatz festigt – neben der unerreicht hohen Anzahl an Brauereien

hierzulande – auch die führende Rolle in Brautechnik. Dabei übernimmt Edelstahl Rostfrei mit

Qualitätssiegel im Brauereiwesen – von der Produktion bis zum Ausschank – eine Schlüsselrolle.

Dabei geht es in übertragenem Sinne um Bier- und Stahllegierungen.

Gleich drei bahnbrechende

Erfindungen begründeten schon sehr

früh den Erfolg als eine der ältesten

Biernationen der Welt: Carl von Lindes

Kältemaschine erlaubte seit

1876 ganzjähriges Brauen. Heinrich

Beck entwickelte im gleichen Jahr

ein System, Bier ohne Qualitätsverluste

transportfähig zu machen,

indem er schädliche Mikroorganismen

durch Pasteurisierung entfernte.

Er war es auch, der gut 50

Jahre später das Potenzial von Edelstahl

für das Brauwesen erkannte

und ab 1928 die traditionellen Holzdurch

Edelstahlfässer für den Biertransport

ersetzte.

Heute verfügt Deutschland über

eine unaufhörlich wachsende Vielfalt

an Biersorten und -marken.

1.400 Brauereien widmen sich der

hohen Kunst des Bierbrauens und

produzieren 93,5 Mio. (Stand: 2017)

Hektoliter Bier – knapp 20 % davon

für den Export. Pro Jahr und Kopf

werden in Deutschland rund 104 l

Bier getrunken. So entstehen auf

modernsten Brauanlagen rund

6.000 unterschiedliche Biere nach

dem deutschen Reinheitsgebot –

jedes von ihnen mit charakteristischem

Geschmack.

Nach dem deutschen Reinheitsgebot

muss jedes in Deutschland

gebraute Bier vier natürliche Zutaten

enthalten: Wasser, Malz sowie Hopfen

und Hefe.

Wasser und Malz

Weiches Wasser kommt vor allem

für helle, hopfenbetonte Biere zum

Einsatz, hartes Wasser hingegen für

dunkle Sorten. Die Wahl des Malzes

bestimmt Farbe und Körper des Bie-

res. Allerdings ist seine Herstellung

eine Kunst für sich. Basis von Braumalz

ist Getreide: Gerste, Weizen,

Dinkel oder auch Roggen. In über

40 Malzvarianten findet die Vielfalt

der Biersorten ihre Entsprechung:

So verleiht Malz dem Bier beispielsweise

das Aroma von Nüssen, Honig

oder auch Karamell.

Warme Würzzubereitung

Im Sudhaus der Brauerei, dem sogenannten

Warmblock, wird das Malz

in großen Edelstahlsilos gelagert und

über Förderbehälter zur Schrotmühle

transportiert, wo die Körner zum Einmaischen

gemahlen werden. Abhängig

von der Größe einer industriellen

Brauerei kommen hierbei einzelne

Mühlen, integrierte Systeme mit

Malzbehältern aus Edelstahl oder

Silo-Systeme mit hohem Automati-

10 Stahlreport 5|18


sierungsgrad zum Einsatz. Unabhängig

von der Brauereigröße wird das

geschrotete Malz in Maischpfannen

mit dem Brauwasser ge mischt und

erhitzt. Die im Malz enthaltenen

natürlichen Enzyme wandeln wasserunlösliche

Stärke in löslichen

Malzzucker um. Dabei gehen die für

das weitere Brauen wichtigen Stoffe

des Malzes in die sogenannte Würze

über.

Der wertvollen Würze, die durch

Kochen auf die gewünschte Konzentration

gebracht wird dabei dann

Hopfen zugegeben.

Hopfen und Hefe

z Hopfen verleiht dem Bier seinen

typischen bitteren Geschmack und

bestimmt auch den Alkoholgehalt.

Verbliebene Trübstoffe von nicht

gelöstem Hopfen oder ausgefallenem

Eiweiß setzen sich durch Rotation

im sogenannten Whirlpool aus

nicht rostendem Stahl ab, sodass

die klare Würze abgezogen und

durch den Würzekühler in die Gärtanks

geleitet werden kann.

z Im Kaltblock einer Brauerei wird

die Würze nach dem Abkühlen mit

Hefe angereichert. Dabei hat der

Braumeister die Wahl aus mehr

als 200 Hefestämmen, um den

gewünschten Geschmack des Bieres

einzustellen.

Kühle Gärprozesse

In den Gärtanks erfolgt anschließend

bei exakt gesteuerter Kühlung die

Umwandlung des Zuckers in Alkohol

und Kohlensäure. Große, getrennt

regulierbare Kühlzonen mit qualitativ

hochwertig verarbeiteten Oberflächen

und Schweißnähten garantieren

sicheres Gären und Reifen der

Biere. Dabei ermöglicht der doppelwandige

Mantel der Edelstahltanks

auch ohne direkten Kühlraum die

nötige Kühlung. Nach Abschluss des

Gärvorgangs wird die Hefe wieder

abgezogen, das Jungbier heruntergekühlt

und in große Edelstahltanks

im Lagerkeller geleitet, wo es noch

bis zu mehrere Monate lang reift,

um sein endgültiges Aroma zu entfalten.

Währenddessen sinken auch

die letzten noch im Bier enthaltenen

Trübstoffe ab.

Sie werden anschließend mit großen

Tellerfiltern aus Edelstahlgewebe

herausgefiltert – ein Prozessschritt,

der über die physikalische

Stabilität des Biers nach der Abfüllung

entscheidet. Für eine optimale

Filtrationsqualität und Wirtschaftlichkeit

sind deshalb ebenso zuverlässige

wie leistungsfähige Filter aus

Edelstahlgewebe gefordert.

Alle Behälter und Anlagen im

Kaltblock – Gär-, Lager-, Druck- oder

Hefetanks, Prozess- und Reinigungstechnik

inklusive Tanks und Prozessverrohrung

– müssen dabei nicht nur

höchste Produktqualität und -sicherheit

gewährleisten, sondern auch den

geltenden Normen wie der Druckgeräterichtlinie

entsprechen. Tanks aus

Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel

sind deshalb für eine perfekte Gärung

und Lagerung unverzichtbar. Auslegung,

Design und Fertigung der

Brauereibehälter erfordern jedoch

sachgerechte Materialauswahl und

fachgerechte Verarbeitung mit

modernsten Fertigungsmethoden, um

die für die Bierherstellung erforderlichen

hohen hygienischen Standards

zu gewährleisten.

In Edelstahlkegs (keg=kleines

Fass) tritt das meiste Bier dann seine

Reise zum Ausschank an. Seit den

1960er-Jahren sind sie in der Bierindustrie

etablierter Standard. Die

Mehrwegfässer schützen das fertige

Produkt vor eindringendem Sauerstoff

und UV-Strahlen und verhindern

zugleich zuverlässig, dass CO 2

austritt. Als komplettes System aus

Edelstahlbehälter mit Ventil und

passendem Zapfkopf garantieren sie

keimfreie Lagerung und gleichbleibende

Qualität von der Abfüllung

bis zum Schanktisch. Prägungen am

Kopfring oder Laserinschriften

ermöglichen auf Wunsch ein individuelles

Branding. 2

… so wird beispielsweise Malz vor dem Schroten und Einmaischen in großen Edelstahlsilos gelagert.

Foto: WZV/Krones AG

Stahlreport 5|18

11


Werkstoffe

Schwerpunkt Edelstahl

Werkstoffeigenschaften

Worauf es ankommt

Edelstahl erhält seine Güte erhält durch verschiedene Legierungselemente, darunter mindestens

10,5 % Chrom, die normalen Stahl zu einem rostfreien, säurebeständigen Werkstoff veredeln. Es geht

um Eigenschaften, die ihn für ein weitreichendes Anwendungsspektrum qualifizieren. 1912 patentiert,

gibt es heute, über 100 Jahre später, kaum einen Bereich, in dem Edelstahl nicht eingesetzt wird.

Seine wartungsarme Langlebigkeit

und Wirtschaftlichkeit

machen den Werkstoff ebenso wie

seine außergewöhnliche Ästhetik

und ausgezeichnete Verarbeitbarkeit

für unzählige Einsatzmöglichkeiten

zur ersten Wahl. Die Breite der Werkstoffgruppe

birgt jedoch das Risiko,

dass ein für die jeweilige Anwendung

ungeeigneter nichtrostender

Stahl eingesetzt oder der Werkstoff

unsachgemäß verarbeitet wird. Orientierungshilfe

ist in diesem Zusammenhang

das seit 1958 international

geschützte Markenzeichen Edelstahl

Rostfrei.

Ob geschliffen, gebürstet, hochglanzpoliert

oder matt gestrahlt, ob

dessiniert, geprägt, gelocht, mustergewalzt

oder profiliert – auf

Wunsch auch in Farbe: Rostfreier

Edelstahl kann gestalterisch einzigartige

Lösungen mit hoher

mechanischer Belastbarkeit kombinieren.

Durch gezielte Umformung

wird der Werkstoff sogar

noch stabiler, ohne seine Zähigkeit

zu verlieren. Auf diese Weise zeichnet

er sich in Verbindung mit seinem

hohen Korrosionswiderstand

durch besondere Verschleißfestigkeit

aus.

Nichtrostende Stähle können zwar

problemlos verarbeitet werden – das

erfordert jedoch spezifische Kenntnisse,

Werkzeuge und Maschinen

sowie Fertigkeiten der verarbeitenden

Fachbetriebe. Handwerkliche

Perfektion, beste Material- und Verarbeitungsqualität

und die hohe Korrosionsbeständigkeit

des Werkstoffs

sind ausschlaggebend für die lange

Lebensdauer und die damit verbundenen

geringen Folgekosten.

Je glatter die Oberfläche, desto

weniger schnell kann der Werkstoff

angegriffen werden. Die ausgesprochen

guten hygienischen Eigenschaften

von Edelstahl Rostfrei leiten

sich nicht zuletzt aus dieser

Gesetzmäßigkeit ab. Mikroorganismen

aller Art finden keinen Nährboden,

heißes Wasser und milde

Reinigungsmittel reichen aus, um

Rückstände und Verunreinigungen

problemlos zu entfernen. Grundlage

für diese besondere Werkstoffeigenschaft

ist die so genannte „Passivschicht“:

Der in Edelstahl enthaltene

Chromanteil bewirkt im Zusammenwirken

mit dem Sauerstoff aus der

Luft oder einem anderen oxidierenden

Medium die Bildung einer

hauchdünnen Chromoxidschicht auf

der Materialoberfläche. Wird diese

beschädigt, bildet sie sich selbsttätig

neu, so dass die Oberfläche dauerhaft

ihre hygienische, porenfreie

Glätte behält.

So geht auch in der Lebensmittelindustrie

und -verarbeitung ohne

die korrosionsbeständigen Stähle

gar nichts. Sicherheit und Leistungsfähigkeit

von Edelstahl Rostfrei sind

die Gewähr für risikolose Prozesse

und wirtschaftliche Produktion – in

der milch- oder fleischverarbeitenden

Industrie ebenso wie bei Produzenten

von Backwaren oder Tiefkühlkost.

Die Resistenz gegen Wasser

sowie aggressive Säuren und Laugen

sichert die geschmacksneutrale Herstellung

von Getränken und Lebensmitteln

aller Art. Eigenschaften, die

sich auch bei Lagerung und Transport

zuverlässig bewähren. Die

glatte, Mikroorganismen keinen

Nährboden bietende Oberfläche

sowie die gute Verformbarkeit in

Verbindung mit fugenloser Verarbeitungsmöglichkeit

des Werkstoffs

Edelstahl Rostfrei ermöglichen eine

problemlose, keimfreie Reinigung

und erfüllen somit auch strengste

Hygiene-Vorschriften. 2

12 Stahlreport 5|18


Markenzeichen Rostfrei

Qualität mit Siegel

Quelle: WZV

Mit der Patentierung von nichtrostendem Stahl trat 1912 ein neuer

Werkstoff seinen bis heute ungebrochenen Siegeszug an. Heute

sind weltweit über 120 verschiedene Edelstahlsorten im Einsatz.

Schon früh zeigte sich die Notwendigkeit, Halbzeuge und

Endprodukte, die aus anwendungsspezifisch ausgewähltem

Edelstahl gefertigt wurden, zu identifizieren und zu vermarkten.

Das Warenzeichen

Edelstahl Rostfrei.

Bereits 1958 wurde deshalb

das Markenzeichen Edelstahl Rostfrei

eingeführt, um Produkte qualitätsbewusster

Hersteller, Verarbeiter

und Anbieter entsprechend und eindeutig

zu kennzeichnen. Als Vergabestelle

dieses Qualitätssiegels

wurde zwei Jahre später der Warenzeichenverband

Edelstahl Rostfrei

e.V. (WZV) ins Leben gerufen. Mit

über 1.000 überwiegend mittelständischen

Mitgliedsunternehmen ist

er bis heute Sprachrohr und Servicepartner

jener Firmen, die das international

geschützte Markenzeichen

als Siegel für ihr Qualitätsversprechen

führen.

Im Mittelpunkt der Vergabe stehen

die anwendungsbezogen richtige

Werkstoffwahl und die sachgerechte

Be- und Verarbeitung. Per Satzung

verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen

zu dieser Qualitätsoffensive,

die für anspruchsvolle Kunden

eine unverzichtbare Orientierungshilfe

sein soll.

Intensiv überwacht der WZV deshalb

die ordnungsgemäße Nutzung

des Qualitätssiegels. Denn längst

hat das internationale Renommee

des Markenzeichens Label-Piraterie

hervorgerufen. Konsequent unterbindet

der WZV solches Vorgehen

– wenn es sein muss, auch mit juristischen

Mitteln. Regelmäßig werden

Firmen und Anbieter abgemahnt,

die Produkte mit dem Qualitätssiegel

bewerben, ohne sich den damit verbundenen

Auflagen zu unterwerfen.

Jüngst erst wurde in China der

Genehmigung eines zum Verwechseln

ähnlichen Qualitätssiegels

widersprochen.

Mit dem Aufbau eines ausgeklügelten

Liefer- und Leistungsverzeichnisses

auf der Verbandswebsite in

englischer und deutscher Sprache

bringt der WZV außerdem Angebot

und Nachfrage zusammen. Die durch

ihn gelisteten Unternehmen bieten

Qualität mit Siegel. 2


Messen

und Märkte

Bericht

Bilder: Messe Düsseldorf

wire 2018 und Tube 2018

Auftragslage so gut wie seit Jahren nicht

Es wird weltweit wieder mehr investiert – in die Infrastruktur, in den Bereich Automotive, in der

Elektroindustrie, in regenerative Energieprojekte und in Öl- und Gaspipelines. Profitiert davon

haben die Zulieferindustrien Draht, Kabel und Rohre bei den internationalen Messen wire und

Tube vom 16. bis 20. April 2018 in Düsseldorf.

Die Auftragslage der Hersteller von Investitionsgütern

wie Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen ist

hervorragend und die deutsche Wirtschaft profitiert

stark von der guten Weltkonjunktur. Mehr als 71.500

Fachbesucher (2016 waren es 69.500) aus 134 Ländern

kamen an fünf Tagen nach Düsseldorf, um sich auf

den Weltleitmessen wire, Internationale Fachmesse

Draht und Kabel, und Tube, Internationale Rohrfachmesse,

über Brancheninnovationen zu informieren und

Geschäftsabschlüsse zu tätigen.

Insgesamt 2.683 Unternehmen aus 67 Ländern präsentierten

ihre technologischen Highlights in 16 Messehallen

auf über 117.000 m 2 – ein Flächenplus von

rund 7.000 m 2 verglichen mit den Vorveranstaltungen

im Jahr 2016. „Uns als Messemachern ist es erneut

gelungen, den Draht-, Kabel- und Rohrindustrien am

Standort Düsseldorf eine weltweite Plattform als Basis

for Business zu bieten“, freute sich Joachim Schäfer,

Managing Director der Messe Düsseldorf GmbH, zum

Abschluss der fünf für ihn erfolgreichen Messetage.

Tube 2018

Das Angebot der Tube 2018 belegte eine Ausstellungsfläche

von über 52.000 m 2 . 1.241 Unternehmen aus

57 Ländern präsentierten sich. Bernhard Kleinermann,

Pressesprecher Salzgitter AG, unterstrich die internationale

Relevanz der Tube: „Der Salzgitter-Konzern hat

auf der Tube 2018 unter dem Claim „Mannesmann.

Das Rohr.“ seine internationalen Röhrenaktivitäten

präsentiert. Die positive Resonanz sowie die intensiven

Gespräche mit Kunden sowie Partnern aus dem Inund

Ausland haben wiederum gezeigt, dass die Tube

die wichtigste Kommunikationsplattform der Stahlrohrbranche

ist“, sagte der Branchenkenner. „Der

Geschäftsbereich Mannesmann mit seinem traditionsreichen

Markennamen wird auch in zwei Jahren auf

dieser Leitmesse ein wichtiger Aussteller sein“, so Kleinermann.

Draht- und Kabelmaschinen, Draht- und Kabelproduktion,

der Handel mit diesen Werkstoffen sowie weitere

Bereiche präsentierten sich in den Messehallen 9

bis 16. Insgesamt zeigten 1.442 Ausstellern aus 53

Ländern auf einer Fläche von 65.000 m 2 ihre Innovationen.

Resümee nach fünf Messetagen

Internationalität und Fachkompetenz zeichneten die

Besucher von wire 2018 und Tube 2018 aus – vielversprechende

Kundenkontakte und Aussichten auf gute

Nachmessegeschäfte prägten die Atmosphäre an den

14 Stahlreport 5|18


AUS EDELSTAHL

Über 70.000 Fachbesucher kamen Mitte April zu den

internationalen Fachmesse wire & Tube nach Düsseldorf.

NAHTLOSE

ROHRE

ab Lager verfügbar

Messeständen, so die veranstaltende Messe Düsseldorf.

Über 50 % der Besucher beider Fachmessen kamen

mit konkreten Investitionsabsichten. 70 % der Besucher

waren den Erhebungen zufolge Führungskräfte mit

hoher Entscheidungskompetenz.

Rohre und Zubehör, Rohmaterialien, Maschinen

zur Herstellung, Bearbeitung und Verarbeitung von

Rohren, Profile und der Handel mit Rohren aller Art

wurden von den Fachbesuchern der Tube 2018 am

stärksten nachgefragt.

Die Fachbesucher der wire 2018 interessierten sich

hauptsächlich für Maschinen zur Weiterverarbeitung

und Fertigung von Draht und Kabel, Stabstahl und

Band, Werkzeuge zur Verfahrenstechnik sowie Maschinen,

Geräte, Werkzeuge und Betriebsstoffe. Die Bereiche

Umformtechnik und Federnfertigungstechnik seien

ebenfalls stark nachgefragt gewesen. 20 % der Befragten

gaben an, sich für den Bereich Endprodukte zu interessieren.

70 % der über 71.500 Messegäste waren international,

ein Drittel davon reiste aus Übersee an. 55 %

der Messebesucher freuten sich, neue Lieferanten

gefunden zu haben.Vom 30. März bis 3. April 2020

finden wire und Tube wieder gemeinsam auf dem Düsseldorfer

Messegelände statt. 2

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

Wir haben, was Sie brauchen

– in allen gängigen Abmessungen und

Ausführungen direkt ab Lager.

Effizient und herrlich einfach – die Online Tool Box!

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

www.voss-edelstahl.com

Stahlreport 5|18

15

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


2018

Tube Düsseldorf

Fotorundgang

Der Stahlhandel auf der

wire & Tube 2018

16 Stahlreport 5|18


Stahlhandel auf der wire & Tube

ArcelorMittal Europe SA

BDS AG

Bepro Blech und Profilstahl Handelsgesellschaft

m.b.H. & Co KG

BUHLMANN Rohr-Fittings-Stahlhandel GmbH + Co. KG

Peter Drösser GmbH

GABO STAHL GmbH

Heitmann Stahlhandel GmbH & Co. KG

Hoberg & Driesch GmbH & Co. KG

Peter Holzrichter GmbH

HTI-Gruppe (RHEIN-RUHR COLLIN KG)

JACQUET Deutschland GmbH

Klöckner & Co Deutschland GmbH

MCB Deutschland GmbH

Meba Steel & Industrial Supplies Trade GmbH

N + F Handelsgesellschaft mbH Rohr und Rohrzubehör

PKS GmbH Peter Kördell Stahlhandel

rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH

Rohrhandel – Brunzel GmbH

Salzgitter Mannesmann Handel GmbH

Schierle Stahlrohre GmbH & Co. KG

SCHMOLZ + BICKENBACH AG

Carl Spaeter GmbH Oberhausen

STAPPERT Deutschland GmbH

StaRo Stahlrohrhandelsgesellschaft mbH

STAROFIT Klose GmbH & Co. KG

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG/RHB Voß GmbH

WITTE TUBE & PIPE SYSTEMS GMBH

Stahlreport 5|18

17


2018

Tube Düsseldorf

Fotorundgang

18 Stahlreport 5|18


Stahlreport 5|18

19


Messen

und Märkte

Berichte

Foto: ArcelorMittal

ArcelorMittal Tubular Products hat

neben den Investitionen in die

Digitalisierung auch breit in modernste

Produktionsanlagen investiert.

ArcelorMittal auf der wire & Tube 2018

Investitionen in Qualität und Digitalsierung

ArcelorMittal hat seine neuesten Innovationen auf der wire & Tube 2018 in Düsseldorf

vorgestellt. Im Fokus standen dabei unter anderem Präzisionsstahlrohre für Automobil- und

Industrieanwendungen. Die Marke Magnelis® von Arcelor Mittal Tubular Products bietet

dem Hersteller zufolge zum Beispiel einen bis zu zehnmal höheren Korrosionsschutz im

Vergleich zu herkömmlichen feuerverzinkten Rohren und verzinkten und aluminierten Rohren.

ArcelorMittal Europe – Long

Products investiere weiterhin in die

Lieferung von qualitativ hochwertigem

Stahl für die Automobilindustrie,

wo durch die Optimierung des

Kraftstoffverbrauchs und des Stahlgewichts

CO 2

-Emissionen gesenkt

werden müssen. Speziell auf die

Kundenbedürfnisse zugeschnitten

seien etwa die Stahllösungen

z Freeform ® – zur Herstellung ultrahochfester

Motorschrauben mit

verbesserter Wasserstoffbeständigkeit

z die Stahlschmiedegüte SOLAM ®

B11001 mit einer Streckgrenze von

über 1.100 MPa, die eine Gewichtsreduzierung

von 20 % und eine

Leistungssteigerung von 30 % bei

gleichzeitiger Vermeidung kostenintensiver

Wärmebehandlungsschritte

ermögliche, und

z die Stahlgüte SOLAM ® M2050 S-

Cor, entwickelt für Tragfedern zu

einer Gewichtsreduzierung von bis

zu 20 % dank der Verbesserung

der mechanischen Eigenschaften

sowie der Ermüdungsbeständigkeit

durch Korrosion.

Webplattform Net Steel

überarbeitet

Ein zentrales Thema bei Arcelor-

Mittal Europe – LongProducts ist

die Digitalisierung. „Wir haben vor

kurzem Net Steel, unsere kundenfreundliche

Webplattform, überarbeitet

und bieten verschiedene

Dienstleistungen an, um die Anforderungen

der Industrie 4.0 zu erfüllen.

Die Nutzer-Schnittstelle kann

vollständig individualisiert werden

und bietet den Kunden Echtzeit-

Updates und Transparenz“, erläuterte

Augustine Kochuparampil,

CEO von ArcelorMittal Europe –

Long Products.

Ein weiteres Beispiel sind die

EDI-Dienstleistungen (Electronic

Data Interchange) von ArcelorMittal,

wodurch der Datenfluss von und zu

den Kunden automatisiert wird.

Nachrichten für Auftragserfassung,

Auftragsbestätigung, Versandanzeige,

Zertifikat und Rechnung werden

automatisch erstellt und können

über nahezu jedes Verbindungs- und

Dateiformat ausgetauscht werden.

Das ermögliche ein Zertifikatsmanagement

auf den ERP-Systemen

der Kunden und trage dazu bei, den

Arbeitsaufwand und die Durchlaufzeit

der Prozesse deutlich zu senken.

Doch ArcelorMittal investiert

nicht nur in digitale Produkte, sondern

auch in die Hardware. So haben

die europäischen Werke des Konzerns

in den letzten Jahren unter

anderem in modernste Anlagen zur

Herstellung von Rohren investiert.

Dazu gehören eine neue Farbbeschichtungsanlage

für kaltgeformte

ge schweißte Rohre in Iasi (Rumänien)

im Jahr 2016, eine neue Melamin-Farbbeschichtungsanlage

in

Karviná (Tschechien), die im Herbst

2016 in Betrieb genommen wurde

sowie eine neue Feuerverzinkungsanlage

in Krakau (Polen) im Jahr

2017. 2

20 Stahlreport 5|18


Zusätzliche Wanddicken,

Größen und

Formen sowie

höhere Festigkeiten

– Tata Steel hat auf

der Tube 2018 seine

kaltgeformten Stahlbau-Hohlprofile

aus

dem Hybox-TT-Sortiment

für die automatisierte

Bauteilfertigung

vorgestellt.

Foto: Tata Steel

Tata Steel auf der Tube 2018

Erweitertes Gütenspektrum,

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Auf der diesjährigen Tube hat Tata Steel weiterentwickelte kalt- und warmgefertigte Hohlprofile und

Rohre vorgestellt, die für eine gleichbleibend gute Verarbeitung und nachhaltige Ökobilanzen sorgen –

so der Konzern. Außerdem präsentierte der Stahlhersteller zwei neue Online-Tools, mit denen Kunden

in der Weiterverarbeitung „das volle Potenzial“ aus den Stahlprodukten holen können.

Zu den Highlights des Messeauftritts

gehörten die Erweiterungen

des Hybox-TT-Sortiments – kaltgeformte

Stahlbau-Hohlprofile mit

engen Toleranzen und hochwertiger

Oberfläche für die automatisierte Bauteilfertigung.

Neben Güten mit höherer

Festigkeit wurde das Sortiment

um zusätzliche Wanddicken, Größen

und Formen für die Produktion von

Nutzfahrzeugen ergänzt. Die warmgefertigten

und gut schweißbaren

Hohlprofile Celsius 420 eignen sich

mit ihrer höheren Festigkeit und

engen Eckradien für leichte Konstruktionen

in der Bau- und Maschinenbauindustrie.

Der Automobilindustrie hat das

Unternehmen sein umfassendes

Angebot an hochfesten Präzisionsrohren

gezeigt. Diese kommen bei

der Konstruktion von Kopfstützen,

Verbundlenkern, Chassisstrukturen

oder Verstrebungen zum Einsatz und

reduzieren dort Gewicht und Kosten.

Transparente Nachhaltigkeit

bei Herstellung und Produkten

Die Kunden von Tata Steel profitieren

auch von der Implementierung richtungsweisender

Verfahren zur Quan-

tifizierung des Ressourcenverbrauchs.

Mit ihrer Hilfe können Produktions-

und Lieferketten bewertet

und noch nachhaltiger gestaltet werden.

Ein aktuelles Beispiel ist das

Programm für Umweltproduktdeklarationen

(Environmental Product

Declaration – EPD). Es ermittelt die

Auswirkungen von Produkten auf

die Umwelt mithilfe ganzheitlicher

Ökobilanzen (Life Cycle Assessments

– LCA): angefangen von der Rohstoffund

Produktherstellung über die Nutzungsphase

bis hin zur Recyclingfähigkeit.

Für sein engagiertes EPD-

Programm hat Tata Steel kürzlich

den renommierten „Steelie Award“

der World Steel Association erhalten.

Der Konzern ist zudem der erste

Stahlrohrhersteller, der alle seine

Betriebe nach der internationalen

Norm BES 6001 für eine verantwortungsvolle

Beschaffung in der Bauindustrie

zertifiziert hat.

Digitale Services für

optimalen Produkteinsatz

Ebenfalls hat Tata Steel auf der Tube

zwei neue Online-Tools für seine

Stahlbau-Hohlprofile vorgestellt: den

neuen „DNA Profiler“ und das „Blue

Book“. Über den kostenlosen und

webbasierten DNA-Profiler können

geeignete Produkte als 3D- und BIM-

Modelle (Building Information Modeling)

schnell ausgewählt werden.

Diese sind je nach benötigten Werkstoffdaten

und ihrem nativen Dateiformat

für die jeweilige Design-Software

anpassbar.

Mit dem Blue Book können Hohlprofile

komfortabel online bemessen

werden. Übersichtliche Tabellen

geben einen Überblick über die Materialeigenschaften

für Stahlbaukonstruktionen

nach Eurocode. Beide

Tools sind Teil des Technischen Kundenservices

(Customer Technical Services

– CTS) von Tata Steel, der auch

Dienstleistungen für die frühen Phasen

der Produktentwicklung, wie das

Early Vendor Involvement, umfasst.

„Mit unserem Angebot an fortschrittlichen

warm- und kaltgefertigten

Rohrprodukten, unserem starken

Engagement für Nachhaltigkeit und

unseren serviceorientierten Dienstleistungen

verhelfen wir unseren

Kunden konsequent zum Erfolg in

ihren Märkten“, sagte Henrik Adam,

Chief Commercial Officer von Tata

Steel in Europa. 2

Stahlreport 5|18

21


Messen

und Märkte

Bericht

Omnichannel – Echtzeit-Zugriff auf alle Produkte rund um die Uhr

Größtes virtuelles Materiallager der Welt

Nächster Schritt bei der digitalen Transformation: Die Werkstoffexperten des thyssenkrupp-Konzerns

haben ihr komplettes Sortiment digitalisiert und im nach eigener Aussage größten virtuellen

Werkstofflager der Welt zusammengefasst. Informationen zu rund 150.000 Produkten und Services

auf über 3,5 Mio. m 2 Lagerfläche an weltweit 271 Standorten stehen Kunden in Echtzeit rund um die Uhr

über einen individuellen Zugang zur Verfügung. Ermöglicht wird dies durch eine leistungsstarke,

eigenentwickelte KI (Künstliche Intelligenz)-Lösung.

Größtes virtuelles

Materiallager weltweit

– auf der Tube

2018 hat thyssenkrupp

Materials

Services seinen

Omnichannel-

Vertriebsansatz

vorgestellt.

Foto: thyssenkrupp

„Durch die digitale Vernetzung der weltweiten

Bestände unserer rund 150.000 Produkte stellen wir

unseren Kunden die größte Auswahl und bestmögliche

Verfügbarkeit unterschiedlichster Werkstoffe und Services

24/7 zur Verfügung “, erklärte Hans-Josef Hoß,

Mitglied des Bereichsvorstandes von thyssenkrupp Materials

Services auf der Messe Tube 2018. Ob Kunst- und

Rohstoffe, Stahlprodukte, NE-Metalle oder die vielfältigen

Dienstleistungen in den Bereichen Materials und Supply-Chain-Management

– die Kunden von thyssenkrupp

Materials Services wünschten heute einen individuellen

Zugriff auf das komplette Angebotsspektrum.

Maßgeschneiderte Kanäle

Entscheidend für den Erfolg eines Omnichannel-Ansatzes

sei die Bereitstellung aller gewünschten Kanäle. Bei

thyssenkrupp Materials Services können die Kunden

über individuelle Kundenportale, EDI-Schnittstellen,

Onlineshops und in Zukunft auch über externe Plattformen

ihren Bedarf bestellen. „Wir erfassen alle unsere

Artikel digital und bieten Informationen in Echtzeit.

Ob „just in time“ oder „just in sequence“ – der Kunde

bestellt so, wie er die Leistung benötigt und über den

Kanal, der für ihn am komfortabelsten ist. Wir richten

uns also komplett nach unseren Kunden, nach ihren

Bedürfnissen. Das ist die Basis für die immer smartere

Interaktion der Zukunft“, erklärte Axel Berger, Head

of Digital Transformation bei thyssenkrupp Materials

Services.

Positive Erfahrungen mit ersten Kunden seien bereits

im Rahmen eines Praxistests gesammelt worden. Ein

neues B2B-Portal innerhalb des Omnichannel-Ansatzes

ist dem Konzern zufolge als erster Schritt bereits im

Roll-Out. Der Go-live soll im Sommer 2018 erfolgen.

Ganzheitlicher Digitalisierungsanspruch

Bereits im vergangenen Jahr hatte thyssenkrupp mit

der Plattform toii, die den Maschinenpark bei thyssenkrupp

Materials Services vernetzt, laut eigener Aussage

einen zentralen Meilenstein bei der digitalen Transformation

erreicht. Im Zusammenspiel mit dem Omnichannel-Ansatz

sollen Abstimmungs- und Planungsprozesse

entlang der Wertschöpfungskette deutlich

einfacher und schneller ablaufen. Dies bedeute für alle

Teilnehmer der Lieferkette eine erhebliche Steigerung

ihrer unternehmerischen Effizienz. 2

22 Stahlreport 5|18


Foto: BENTELER

BENTELER hat auf der

Tube seine neuesten

Produktentwicklungen

vorgestellt – unter

anderem ein Stahlrohr

mit variablem Innendurchmesser

für Fahrwerk-Stabilisatoren.

BENTELER auf der Tube 2018

Leichtere Autos, smarte Rohrverbindungen

BENTELER hat sich auf der weltweit wichtigsten Messe für die Rohrindustrie, der Tube in Düsseldorf,

als innovativer Technologiepartner präsentiert und Lösungen für die Automobil-, Energie- und

Hydraulikindustrie gezeigt. Dabei bietet BENTELER alles aus einer Hand: von der Werkstoffentwicklung

über die Rohrproduktion bis zum weltweiten Vertriebs- und Logistiknetzwerk.

Auch BENTELER hat die vier

wesentlichen Trends der Automobilbranche

im Blick: Leichtbau, CO 2

-

Reduktion, Sicherheit und Kosteneffizienz.

„Wir machen die Bauteile

unserer Kunden leichter, indem wir

beispielsweise Fahrwerksfedern aus

Vollmaterial durch Rohrfedern ersetzen.

Das spart bis zu 40 % Komponentengewicht

ein“, erklärte Christian

Wiethüchter, Chief Sales and Operating

Officer BENTELER Steel/Tube.

Außerdem will das Unternehmen

die Fußgängersicherheit erhöhen –

mit Spezialrohren und Kolbenstangen

für Aktivatoren unter Motorhauben:

Sobald Sensoren einen Aufprall melden,

fahren Kolbenstange und Rohr

auseinander und heben die Motorhaube

an. So wird der Abstand zwischen

Haube und Motorblock größer

und das Verletzungsrisiko für Fußgänger

geringer.

Neue varID®-Technologie

macht Autos effizienter

Ein weiteres Highlight: Rohre mit

variablem Innendurchmesser für

Fahrwerk-Stabilisatoren. Bisher wurden

Stabilisatoren für das Fahrwerk

eines Autos aus massiven Stahlstäben

gefertigt. Um Gewicht zu reduzieren,

stellt man diese Bauteile heute zunehmend

aus Rohren her. Diese wiegen

rund 40 % weniger und sind damit

ein wichtiger Beitrag zu Leichtbaumaßnahmen

im Automobilbau.

Die neue varID ® -Technologie von

BENTELER soll Autos nun noch effizienter

machen: varID ® -Rohre sind

Rohre mit einem variablen Innendurchmesser

für Fahrwerk-Stabilisatoren.

„Sie gleichen die lokal wirkenden

Kräfte im Auto aus. Möglich

macht das ein spezieller Ziehprozess,

der die Wanddicke des Rohres an den

stark beanspruchten Stellen anpasst.

Das spart weitere 15 % an Gewicht.

Die Folge sind leichtere Fahrzeuge,

geringerer Kraftstoffverbrauch und

damit weniger Umweltbelastungen“,

erklärte Dr. Thorsten Andres, Leiter

Entwicklung BENTELER Steel/Tube.

Stahlgüte HPL500 hält

besonders hohen Drücken stand

Mit der Stahlgüte HPL500 hat BEN-

TELER einen neuen, hochfesten Stahl

für Hydraulik-Leitungssysteme entwickelt.

Diese kommen in vielen

Industriebereichen zum Einsatz, beispielsweise

bei Landmaschinen wie

in einem Mähdrescher oder Rübenroder.

HPL500 ist BENTELER zufolge

besonders langlebig. Die verbesserten

mechanischen Eigenschaften sorgen

einerseits dafür, dass Gewicht eingespart

werden kann. Andererseits

erhielten Kunden damit ein sehr leistungsfähiges

Hydrauliksystem, das

besonders hohen Drücken standhält.

Belastbare Rohrverbindungen

ohne Schweißen

Mit dem PreFiS Pressfitting System

hat BENTELER eine Lösung für starke

Rohrverbindungen entwickelt – einsatzbereit

ganz ohne Schweißen und

in wenigen Sekunden. Die metallisch

dichtenden Pressfittinge, die die

Rohre verbinden, kommen vor allem

bei Feuerlösch- oder Lackieranlagen

zum Einsatz. „Hier arbeiten unsere

Kunden auf kleinstem Raum. Mit

den neuen Presswerkzeugen klappt

das Verpressen noch einfacher“, so

Thomas Müller, Sales Manager im

PreFiS Team der BENTELER Distribution.

2

Stahlreport 5|18

23


Messen

und Märkte

Bericht/Nachricht

LogiMAT 2018

Erwartungen übertroffen

Die 16. LogiMAT hat ihre Tore mit

einem prozentual zweistelligen Wachstum bei

Besuchern, Ausstellern und Ausstellungsfläche

geschlossen.

Salzgitter AG auf der Tube 2018 und der Hannover Messe

Messen im Doppelpack

So unterschiedlich die Ausprägung der Tube auf der einen, der

Hannover Messe auf der anderen Seite auch ist: Beide sind wichtige

Dialogplattformen für den Austausch mit Kunden, Partnern und

der breiten Öffentlichkeit, so die Salzgitter AG. Deshalb war der

Stahlproduzent für diese Zielgruppen auf beiden Messen präsent.

Im Mittelpunkt des Tube-Messeauftritts

im April stand der Claim „MAN-

NESMANN. Das Rohr.“ Damit habe man

eine der bekanntesten Marken der

Stahlindustrie ganz nach vorn gestellt.

Im vergangenen Jahr haben alle rohrproduzierenden

100%igen Tochtergesellschaften

des Geschäftsbereichs Mannesmann

im Salzgitter-Konzern

umfirmiert: Die Unternehmen führen

nunmehr alle Mannesmann an erster

Stelle – ganz wie zu früheren Zeiten.

Das bekannte MW-Zeichen ist für alle

Gesellschaften das zentrale Bildelement

im Firmenlogo.

Handel zeigt e-Auction live

auf Hannover Messe

Der Salzgitter-Konzern präsentierte sich

in Hannover mit Themen aus den Bereichen

Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und

erneuerbare Energien. Ein Schwerpunkt

war das SALCOS-Projekt (SAlzgitter

Low CO 2

Steelmaking) mit seinem

Ansatz der CO 2

-Vermeidung bei der

Stahlproduktion. Ein Highlight für Besucher

waren virtuelle Rundgänge durch

komplexe Produktionsanlagen.

Ein weiteres Thema war die Direct

Print-Technologie der Salzgitter-Tochter

KHS: Die digitale Direktdruck-Technologie

ermöglicht die einfache individu-

elle Gestaltung von PET-Flaschen in

hoher Auflösung und 360-Grad-Ausstattung.

Das innovative Verfahren

verkürzt zusätzlich die Vorlaufzeit bis

zur Vermarktung von mehreren

Wochen auf wenige Minuten.

Auch der Handel mit den vielfältigen

Stahlprodukten ist längst in der

digitalen Welt angekommen. Der Salzgitter

Mannesmann Handel ist hier

ein Vorreiter mit seiner e-WORLD, die

den Kunden je nach Größe und Kooperationstiefe

die verschiedensten

Module zur Zusammenarbeit bietet.

Auf dem Stand der Salzgitter AG

war erstmals eine e-Auction von Stahlprodukten

gestartet worden. Sie können

entweder über eine Sofortkauf-

Funktion bezogen oder nach einer

Woche von dem Meistbietenden

erworben werden. Vorstandsvorsitzender

Prof. Jörg Fuhrmann stellte

diese Startaktion in den Zusammenhang

des Bemühens der Salzgitter AG,

sich auf der Messe als modern aufgestelltes

Unternehmen zu präsentieren,

was etwa für die Gewinnung von Nachwuchskräften

wichtig sei. Im Übrigen

gelte es, über solche Auktionen

(www.e-auction-steel.com) mehr über

Bedürfnisse von Kunden und deren

Marktverhalten zu lernen. 2

Mit 55.300 Fachbesuchern (+10,2 %) an den

drei Messetagen sowie über 1.500 internationalen

Ausstellern (+13 %) ist die 16. LogiMAT

– Internationale Fachmesse für Intralogistik-

Lösungen und Prozessmanagement im März

mit Spitzenwerten zu Ende gegangen. Damit

hat die LogiMAT den Angaben des Veranstalters

zufolge die Besucherzahlen um deutlich

mehr als 50 % im Vergleich zur Vorveranstaltung

vor drei Jahren gesteigert. Die Zahl der

Aussteller legte im gleichen Zeitraum um

mehr als 35 % zu.

„Der erneut deutliche Anstieg der Besucherzahlen

auf dem ohnehin bereits sehr hohen

Niveau der LogiMAT freut uns und hat unsere

Erwartungen noch einmal übertroffen“, konstatierte

Peter Kazander, Geschäftsführer des

LogiMAT-Veranstalters EUROEXPO Messeund

Kongress-GmbH, München.

Das Gros der Fachbesucher (84,1 %) war

einer unabhängigen Erhebung zufolge als Entscheider

vor Ort, um sich ein Bild von den

aktuellen Lösungsangeboten für die Intralogistik

zu machen und die Angebote direkt

miteinander zu vergleichen. Knapp die Hälfte

der Besucher hatte dabei konkrete Investitionsvorhaben

im Gepäck. Mehr als 5 % der

erteilten auf der Messe einen Zuschlag. „Die

LogiMAT ist eine hochspezialisierte Informationsplattform

und Arbeitsmesse“, unterstreicht

Kazander. „Hier werden Geschäfte

angebahnt und abgeschlossen.“

Weitere Zuwächse verzeichnete überdies die

als strategisches Kompetenzfeld in die Logi-

MAT integrierte TradeWorld. Die Kompetenz-

Plattform für Produkte und Lösungen, die

speziell auf die Prozesse der Handelslogistik

und des Omnichannelling ausgerichtet sind,

verbuchte einen Ausstellerzuwachs von fast

10 %.

Messeleiter Peter Kazander tritt als Frontmann

der LogiMAT von kommendem Jahr an

in die zweite Reihe. Als „Gesicht der Logi-

MAT“ übernimmt Michael Ruchty aus dem

Team der EUROEXPO künftig die Projektleitung

der Internationalen Fachmesse für Intralogistik-Lösungen

und Prozessmanagement.

24 Stahlreport 5|18


Digitalisierung als Schwerpunkt

Rückblick auf die Eisenwarenmesse

Mit insgesamt 2.770 Anbietern aus

58 Staaten und über 47.000 Fachbesuchern

(Plus 9 %) aus 143 Ländern ist im März nach

vier Tagen die Internationale Eisenwarenmesse

in Köln zu Ende gegangen. Entscheider

aus aller Welt nutzten die Nummer 1 der

Hartwarenbranche, um die Neuheiten, Innovationen

und Trends der Branche zu entdecken.

Flankiert wurde die Produktschau

durch das Eventprogramm, das die Digitalisierung

der Branche zum Schwerpunkt

hatte.

Ein positives Fazit zog auch Rainer Langelüddecke,

Geschäftsführer Fachverband Werkzeugindustrie

e.V. (FWI): „Die Messe verlief

aus Sicht unserer Mitglieder hervorragend.

Für manche Aussteller in der Halle 10, der

Werkzeughalle, reichten die vier Messetage

kaum aus, um alle Gespräche zu führen.

Allein schon aufgrund der hohen Internationalität

ist die Eisenwarenmesse für unsere

Branche ein absolutes Muss, denn unsere

Unternehmen haben zusammen eine Exportquote

von 70 % und wir liefern in 212 Länder

dieser Erde. Und viele Partner aus diesen

Ländern sind vor Ort in Köln, um Gespräche

zu führen und Geschäftsbeziehungen zu vertiefen.“

Auch aus Sicht von Thomas Dammann,

Hauptgeschäftsführer des Zentralverband

Hartwarenhandel e.V. (ZHH), war die Messe

Besucherplus: Die Eisenwarenmesse hat im März 9 % mehr Besucher angezogen,

als bei der Vorveranstaltung 2016 – insgesamt über 47.000 Gäste.

ein voller Erfolg und wichtiger Impulsgeber im

Zeichen der Digitalisierung. „Die Internationale

Eisenwarenmesse bot dem Handel wieder

eine gute Gelegenheit, viele wichtige

nationale und internationale Werkzeugpartner

zu treffen. Neben spannenden und attraktiven

Produktinnovationen konnten auch diverse

Vertriebs- und Marketingaspekte für das

eigene Geschäft mitgenommen werden.

Hierzu zählten beispielsweise die Themen

Digitalisierung oder die dargestellte Möglichkeit

des 3D-Drucks“, so Dammann.

Neben dem Trendthema bot die Internationale

Eisenwarenmesse mit dem BME-Einkäufertagen,

dem Hardware-Seminar und dem

Tag des Auszubildenden weitere Gelegenheiten

zum Informationsaustausch und Netzwerken.

[ Info ]

Die nächste Internationale Eisenwarenmesse

Köln findet vom 1. bis 4. März 2020 statt.

Bild: © Koelnmesse GmbH, Thomas Klerx

Preisverleihung auf der LogiMAT

Auszeichnung für beste Intralogistik-Produkte

Ein autonom agierender mobiler

Roboter, eine intelligente Softwarelösung,

die Schwingungen bei Regalbediengeräten

reduziert, und ein smarter Handschuh.

Diese drei innovativen Produktentwicklungen,

die sich erfolgreich im Praxiseinsatz

bewährt haben, wurden auf der diesjährigen

LogiMAT 2018, Internationale Fachmesse

für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement,

mit dem renommierten Preis

„BESTES PRODUKT“ ausgezeichnet.

Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern

und Journalisten wählte aus insgesamt über

100 eingegangenen Bewerbungen drei

Preisträger aus, die dem Namen „BESTES

PRODUKT“ alle Ehre machten.

In der Kategorie „Software, Kommunikation,

IT“ ging der Preis an die Berger Engineering

GmbH für die Weltneuheit SEOS®-Technologie.

Die SEOS-Technologie reduziert

Schwingungen von Regalbediengeräten und

ermöglicht damit einen höheren Lagerdurchsatz

in Hochregallagern. Das Grundprinzip

der SEOS-Software ist die Vermeidung

von Schwingungen, bevor sie

entstehen. So lassen sich hohe Beschleunigungswerte

realisieren, ohne dass Materialbelastung

und Verschleiß zunehmen.

In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-,

Hebe-, Lagertechnik“ ging der Preis an die

Magazino GmbH für den Roboter SOTO. Der

vollständig autonom agierende mobile

Roboter SOTO kann mithilfe von 3D-Kameratechnik

Objekte von einer Förderstrecke

greifen, auf dem Fahrzeug zwischenlagern,

zum Zielort navigieren und dort in Fachbodenregalen

zielgenau ablegen. Damit ist

SOTO weltweit der erste wahrnehmungsgesteuerte

Roboter, der dieses Spektrum an

Fähigkeiten in einer einzigen Lösung vereint.

Zum Einsatz kommt der intelligente

Roboter in erster Linie in Distributionszentren

der Fashionlogistik.

In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs-

und Verladetechnik, Ladungssicherung“

ging der Preis an ProGlove für den

smarten Handschuh ProGlove MARK. Der

intelligente Handschuh ermöglicht dem

Werker freihändig zu arbeiten und liefert

zusätzliches Feedback zu seinem Arbeitsprozess.

Stahlreport 5|18

25


Konjunktur

Bericht

Umsatz 2017

im Bauhauptgewerbe,

in % zum Vorjahr, nominal

Auftragseingang 2017*

im Bauhauptgewerbe, in % zum Vorjahr, nominal

+6%

+8,5%

+11,6%

+8,4% +6,5%

Betriebe 20+*

Wirtschaftsbau*

alle Betriebe

Wohnungsbau*

Öffentlicher Bau*

Was im Umfeld der Berliner Bautec aufgefallen ist

Trends identifiziert

Dynamisch wachsende Märkte, wie etwa die derzeit boomende Bauwirtschaft, decken schonungslos

die Schwachstellen in ihrem Umfeld auf, verlangen nach öffentlicher Förderung, initiieren Innovationen,

generieren gerne generelle Lösungen und rufen mit ihnen neue Akteure auf den Plan. Dies

ließ sich Ende Februar am Beispiel der viertägigen Berliner Baumesse Bautec beobachten. In deren

Hintergrund leuchteten stets die 4 Mrd. € möglicher Investitionen aus der Koalitionsvereinbarung.

Allein der Bedarf im Wohnungsbau

in Deutschland verlangt

nach bis zu 400.000 neuen Einheiten

pro Jahr. Da zur Bewältigung dieser

Aufgabe schlichtweg die Fachkräfte

fehlen, drängen sich als Patentrezepte

der verschärfte Kampf um

Köpfe sowie technische Lösungen

wie das serielle Bauen oder digitalisierte

Ansätze wie das BIM auf –

in der Hauptstadt im Messeumfeld

vor allem von den RKW-Kompetenzzentren

propagiert.

Bedarfe und Boom

Der Bedarf nicht nur im Wohnungsbau

trifft auf eine Branche im Boom.

In den Tagen der bautec zog das Bauhauptgewerbe

eine positive Jahresbilanz

für 2017 und formulierte für

das laufende Jahr viel Optimismus

(vgl. Abbildung):

Nach Angaben des Hauptverbands

der Deutschen Bauindustrie (HDB)

stiegen die Umsätze der Branche im

vergangenen Jahr auf 114 Mrd. €

und damit gegenüber 2016 nominal

um 6,0 % und real um 2,7 %. Etwa

30.000 neue Arbeitsplätze sind

dadurch entstanden (plus 4 %).

Der Optimismus für 2018 basiert

auf dem inzwischen bilanzierten

Auftragseingang im vergangenen

Jahr, der nominal um 6 % gestiegen

ist – zwischen 5 % im Wohnungsbau

und 7,2 % im Öffentlichen Bau. Für

den Wirtschaftsbau wird ein diesbezügliches

Plus von 6,9 % gemeldet.

Angesichts dieser Baubedarfe

entwickelt sich das Personalpotenzial

zu einem entscheidenden

Begrenzungsfaktor. Davon betroffen

sind nach Angaben des HDB insbesondere

kleine und mittlere Unternehmen.

„Auch wenn die aktuellen Ausbildungszahlen

einen Aufwärtstrend

zeigen, dürfen wir in unseren

Anstrengungen, mehr Jugendliche

für den Bauberuf zu begeistern, auf

keinen Fall nachlassen. Wir müssen

deshalb die Baubranche weiter konsequent

modernisieren und insbesondere

die Digitalisierung vorantreiben.“

So formulierte HDB-Vizepräsident

Andreas Schmieg bei der

Eröffnung des KarriereCenters auf

der Bautec.

In das so beschworene Konzept

passten – direkt oder indirekt – messebegleitende

Preisverleihungen,

wie beispielsweise zum Wettbewerb

„Auf IT gebaut“. Vom veranstaltenden

RKW-Kompetenzzentrum ausgezeichnet

wurde bei dieser Gele-

26 Stahlreport 5|18


+30.000

812.000

+4,0 %

Beschäftigte 2017

im Bauhauptgewerbe,

im Vergleich zum Vorjahr

Der Bau boomt: Neueste Zahlen aus dem

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

So stiegen die Umsätze um 6 % – die Branche

schaffte 30.000 neue Arbeitsplätze.

* Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten

Quelle: HDB

genheit aus dem gewerblich-technischen

Bereich u.a. auch Dachdecker

Simon Schlögel für seine intelligente

Verwaltung von Materialresten auf

Baustellen via materialrest24.de.

Verlockungen und Verführungen

Mit attraktiver Technik junge Menschen

in Berufe mit entsprechendem

Bedarf zu locken, ist die eine Seite

der auf der Bautec ausgespielten

Medaille. Auf der anderen Seite ging

es um verführerische Möglichkeiten,

die im Zeitalter der Digitalisierung

Problemlösungen zur Not auch mit

weniger Menschen ermöglichen sollen.

Dazu gehörten Ansätze wie das

serielle Bauen oder das „Building

Information Modeling“ (BIM), deren

Verbindung in einer konsequenten

Bauteilorientierung besteht:

Der „VIP Abend Serielles Bauen“

zum Auftakt der Bautec machte vor

allem deutlich, wie stark Digitalisierung

im Dienst der Vorfertigung zu

einer Industrialisierung des Bauens

führen kann – von der bei dieser

Gelegenheit geforderten standardisierten

bundesweiten Baugenehmigung

für solche modularen Wohneinheiten

über die Materialbeschaffung

und dessen Bearbeitung in

großem Stil bis hin zu einem professionellen

Facility-Management der

smarten Art. Nur in diesem Zusammenspiel

seien insbesondere die ökonomischen

und ökologischen Potenziale

des seriellen Bauens zu heben.

Bauteilorientiert zeigt sich auch

der BIM-Ansatz. Diese neue Arbeitsmethode

basiert auf der integralen

Vernetzung aller Baubeteiligten –

mit dem Ziel, Bauwerke schon in der

Planungsphase aus parametrischen

3D-Objekten zu modellieren, die

neben den geometrischen auch viele

alphanumerische Informationen enthalten,

wie sie beispielsweise aus

Stücklisten bekannt sind. Die Kommunikation

und der softwareneutrale

Datenaustausch zwischen den

zahlreichen Baubeteiligten wird

durch entsprechend offene Standards

ermöglicht.

Aktionen und Akteure

Die Bautec hat aber nicht nur die

genannten großen Trends deutlich

gemacht (im Werkstoffbereich übrigens

sehr holzlastig), sondern auch

viele Details präsentiert, die durch

die angesprochenen Entwicklungslinien

miteinander vernetzt werden.

Ein Beispiel dafür war aus dem

Bereich des Smart Home die Möglichkeit

der elektronischen Steuerung

etwa von Lüftungsanlagen.

Während die meisten Hersteller bisher

für ihre Produkte eine eigene

App entwickelt und interne Schnittstellen

genutzt haben, präsentierte

die LUNOS Lüftungstechnik GmbH

aus Berlin der Hauptstadt als Ergebnis

einer Kooperation eine neutrale

Zentrale – und damit einen Trend

im Trend.

„Smart Home als Markt“ war

übrigens auch eine Bautec-begleitende

Veranstaltung, zu der RKW

am letzten Messetag eingeladen

hatte, um „Geschäftsmodelle für die

Bauwirtschaft“ vorzustellen. Solche

Foto: Lunos GmbH

und ähnliche Aktivitäten sind in letzter

Zeit gerade in Ausstellungszusammenhängen

immer auffallender,

kommen aber nicht von ungefähr.

Seit seiner Gründung ist es das

Ziel des RKW, die Wettbewerbsfähigkeit

von kleinen und mittleren

Unternehmen zu steigern. Dazu werden

ihre Rationalisierungs- und Innovationsmöglichkeiten

ausgelotet und

Hilfen geboten, diese durch Informationen,

Beratung und Weiterbildung

auch nutzen zu können.

Das RKW Rationalisierungs- und

Innovationszentrum der Deutschen

Wirtschaft e.V. ist als bundesweites

Netzwerk regional und überregional

aktiv. In letztgenanntem Zusammenhang

erforscht das gemeinnützige

RKW-Kompetenzzentrum in Eschborn

im Auftrag des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie

und anderer Bundesministerien

Rationalisierungs- und Innovationsmöglichkeiten

von und für mittelständische

Unternehmen. 2

Vernetzung ist überall:

Neueste Technik für das

Smart Home.

Stahlreport 5|18

27


Konjunktur

Berichte

Einkaufsmanager-Index signalisiert Veränderungen

An Fahrt verloren

Die deutsche Industrie hat im März abermals an Fahrt verloren. Während sich die Produktionssteigerungsrate

den dritten Monat in Folge abschwächte, verlängerten sich die Lieferzeiten zum

dritten Mal innerhalb der letzten vier Monate mit neuer Rekordrate. Das signalisiert der

saisonbereinigte Einkaufsmanager-Index (EMI), der gegenüber Februar 2,4 Punkte einbüßte

und mit 58,2 auf dem tiefsten Wert seit Juli 2017 landete. Dass dies kein Grund zur Sorge sein

muss, signalisierten zahlreiche Bewertungen durch Experten.

Denn: Die Wachstumsrate war

im März jedoch nach wie vor ausgesprochen

hoch. Im Dezember 2017

hatte der PMI ein neues Allzeithoch

erreicht. Dieser EMI-Hauptindex spiegelt

das Ergebnis der März-Umfrage

zur Konjunkturlage in der deutschen

Industrie in einem Wert wider. Eine

EMI-Notierung unter der Referenzlinie

von 50 zeigt an, dass die Geschäfte

des Produzierenden Gewerbes im Vergleich

zum Vormonat schrumpften;

Werte über 50 signalisieren Wachstum.

Ein Index von 50 bedeutet keine

Veränderung zum Vormonat.

mehr ein Ende gefunden“, kommentierte

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin

der Helaba Landesbank

Hessen-Thüringen, die aktuellen

EMI-Daten. Die Normalisierung –

sowohl an den Märkten als auch bei

den Unternehmen – nehme ihren

Lauf. Deutschland werde demnach

das hohe Wachstumstempo des Vorjahres

nicht halten können.

„Die Produktion wächst weiterhin.

Allerdings sind die Engpässe

derzeit deutlich sichtbar: 60 % der

Industrieunternehmen nennen uns

den Fachkräftemangel als Risiko für

ihre Geschäftsentwicklung“, bewertete

DIHK-Konjunkturexpertin

Sophia Krietenbrink die aktuellen

EMI-Daten. Blieben Stellen dauerhaft

unbesetzt, könne dies zu verlängerten

Lieferzeiten und im schlimmsten

Fall dazu führen, dass Aufträge ganz

abgelehnt werden müssen, meinte

dazu die Expertin des Deutschen

Industrie- und Handelskammertags

(DIHK).

„Die Daten zeigen einmal mehr,

dass dieser Konjunkturzyklus einzigartig

ist, der eher in Kapazitätsengpässen

endet als in Inflation und

Zinssteigerungen. Es handelt sich

zudem um eine der längsten Expansionsphasen

in Deutschland. Auch

Bewertungen

„Den aktuellen EMI-Daten zufolge

hat das Produzierende Gewerbe in

Deutschland im März an Dynamik

verloren. Dennoch sind wir zuversichtlich,

dass der Industriemotor

auch in den kommenden Monaten

weiter rund läuft“, betonte dazu

Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik

e.V. (BME).

„Wie schon so oft laufen EMI und

Aktienmarkt parallel. Die hohe

Bewertung an den Aktienmärkten

sowie die äußerst euphorische Stimmung

der Unternehmen hat nunbleibt

rätselhaft, warum die deutschen

Unternehmen nicht mehr

investieren bei dieser Auslastung“,

sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt

der DekaBank, dem BME. Für die

kommenden Monate stünden die

Ampeln trotz der Abschwächung weiter

auf grün, und „es bleibt spannend,

wo uns dieser Aufschwung noch hinführt“,

fügte Kater hinzu.

Einkaufsmanager-Index

Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index

(EMI) gibt einen allgemeinen

Überblick über die konjunkturelle

Lage in der deutschen

Industrie. Der Index erscheint seit

1996 unter Schirmherrschaft des

Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME),

Frankfurt. Er wird vom Anbieter von

Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen

IHS Markit mit

Hauptsitz in London erstellt und

beruht auf der Befragung von 500

Einkaufsleitern/ Geschäftsführern

der verarbeitenden Industrie in

Deutschland (nach Branche, Größe,

Region repräsentativ für die deutsche

Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert

sich am Vorbild des US-Purchasing

Manager’s Index (Markit

U.S.-PMI). 2

28 Stahlreport 5|18


BDI sieht Höhepunkt der Erholung erreicht

Weiteres Wachstum der Industrie

Die deutsche Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr um 2,25 % zulegen, die heimische Industrie -

produktion um 2,5 % steigen. Das machte auf der Hannover Messe Mitte April BDI-Präsident

Prof. Dieter Kempf deutlich. Dies charakterisiere das neunte Jahr des aktuellen Aufschwungs, noch

besser werden könne es angesichts der drohenden Risiken aber wohl nicht mehr.

Diesen deutschen Aufschwung

trage besonders der Heimatmarkt

Europa. „Alle 28 EU-Staaten

wachsen. Das war keineswegs

immer so, sondern im vorigen Jahr

zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder

der Fall.“ Für das laufende Jahr

erwartet Kempf eine Steigerung der

realen Wirtschaftsleistung in der EU

um deutlich über 2 %. Die Weltwirtschaft

werde 2018 sogar um 4 %

mehr Wirtschaftsleistung zulegen,

da alle großen Volkswirtschaften

positive Trends meldeten.

„Nur: Besser als in diesem Jahr

wird es wohl nicht mehr. Dem

Wachstum in Deutschland, in Europa

und weltweit drohen künftig Einbußen

– verursacht hausgemacht wie

international; allen voran die immer

größere Bedrohung des freien Welthandels

und der Brexit.“

An inländischen Wachstumsbremsen

nannte Kempf vor allem

den Fachkräftemangel, den schleppenden

Breitbandausbau sowie aus-

bleibende Anreize für private Investitionen.

In seinem Forderungskatalog

an Gesellschaft und Politik hob

der BDS-Präsident vor allem den

Fachkräftemangel hervor: „Ich

erwarte von der Regierung, sich mit

Sozialpartnern und Bildungseinrichtungen

mehr um Qualifizierung zu

kümmern. Es muss darum gehen,

die betriebliche Ausbildung mehr

wertzuschätzen und die hohe Quote

der Studienabbrecher zu senken.

Großbritannien hinkt hinterher

Europapolitisch wurden auf der Pressekonferenz

des Bundesverbands

der Deutschen Industrie (BDI) vor

allem die Risiken des Brexit und die

schon jetzt spürbaren Verschlechterungen

deutlich. So ist das angesprochene

Wachstum in der EU 28

in Großbritannien am geringsten,

außerdem hätten Unternehmen

keine Planungssicherheit und leiden

unter dem Wertverfall der britischen

Währung. Immer mehr werde deutlich,

dass bis zum Austritt in 2019

und auch innerhalb der bis Ende

2020 verlängerten Frist keine nachhaltigen

vertraglichen Regelungen

erhandelt werden können. So drohe

das Kliff-Szenario, also der Abbruch

der geregelten (Wirtschafts-)Beziehungen.

Global betrachtet, sei der Erhalt

des Freihandels der entscheidende

Faktor. „Noch vor zwei Jahren sind

wir im BDI hier in Hannover voller

Zuversicht mit US-Präsident Obama

gemeinsam für den Sinn und gegenseitigen

Vorteil transatlantischen

Handels eingetreten. Seitdem ist der

Wind in der Handelspolitik deutlich

rauer geworden“, betonte der Verbandspräsident

unter Anspielung

auf den Handelskonfrontationen,

die sich gegenwärtig vor allem zwischen

den USA und China realisieren.

Die Volkswirtschaften dieser

Ländern stehen für ein Fünftel des

weltweit realisierten Handelsvolumens.

2

Stahlreport 5|18

29


Konjunktur

Bericht

VDMA erhöht die aktuelle Prognose deutlich

Mehr Maschinen- und Anlagenbau

Die größte industrielle Teilbranche in Deutschland, der Maschinen- und Anlagenbau, rechnet

für das laufende Jahr mit einer anhaltend guten Konjunktur. Der VDMA hat deshalb seine

Prognose für 2018 trotz bestehender Risiken von 3 % auf 5 % erhöht, wurde aus Anlass der

Hannover Messe Mitte April bekannt.

Quantitative Bedeutung

des Deutschen

Maschinen- und

Anlagenbaus für die

deutsche Industrie.

Das Wachstum der vergangenen

Monate dürfte sich national und

international trotz vieler Unsicherheiten

fortsetzen, sagte VDMA-Präsident

Carl Martin Welcker auf der

Wirtschaftspressekonferenz des Verbands

zum Auftakt der Hannover

Messe 2018. „Angesichts recht dynamischer

Auftragseingänge, die jetzt

nach und nach zu Umsatz werden,

sowie guter Perspektiven für die

Nachfrage erhöht der VDMA seine

Produktionsprognose von bisher real

plus 3 auf plus 5 Prozent“, erläuterte

Welcker. Der Maschinenbau in

Deutschland lebt dabei insbesondere

vom Export; mehr als drei Viertel aller

produzierten Güter werden ausgeführt.

„Wir erwarten hier ein Wachstum

auf breiter Basis mit Unterschieden

im Detail“, sagte der Präsident

des Verbands Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA). Positiv sind

die Aussichten insbesondere für den

größten Einzelmarkt, die Vereinigten

Staaten von Amerika, aber auch für

China und die EU-Partnerländer. „Einzig

für das Geschäft mit Großbritannien

rechnen wir mit einem stärkeren

Rückgang als 2017, als die Exporte

um 3 % sanken. Selbst ein Minus in

zweistelliger Größenordnung schließen

wir nicht aus – der Brexit wird

deutliche Spuren bei den Investitionen

auf der Insel hinterlassen“, sagte

der VDMA-Präsident.Der VDMA vertritt

mehr als 3.200 Betriebe des mittelständisch

geprägten Maschinenund

Anlagenbaus. Mit 1,35 Mio.

Erwerbstätigen im Inland und einem

Umsatz von 226 Mrd. Euro (2017) ist

die Branche größter industrieller

Arbeitgeber und einer der führenden

deutschen Industriezweige insgesamt.

2

Die grÖßten Industriezweige

Quelle: VDMA

Wirtschaftszweig Zahl der Beschäftigte in Tsd. 1 %-Änderung Umsatz 1 %-Änderung

Unternehmen Jahresdurchschnitt zum Vorjahr Mrd. EUR zum Vorjahr

2016 2017 2016 2017

Maschinenbau 6.459 1.005 1.019 1,4 215 226 5,4

Elektroindustrie 2 4.605 845 858 1,6 179 191 7,2

Kraftwagen und Kraftwagenteile 1.026 773 786 1,6 298 308 3,3

Chemische Industrie 1.224 292 294 0,6 106 114 7,4

Ernahrungsgewerbe 5.290 452 467 3,2 136 144 6,1

Verarbeitendes Gewerbe 37.373 5.246 5.327 1,5 1.393 1.473 5,8

1) Daten für fachliche Betriebsteile von Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten

2) Ohne Datentechnik

30 Stahlreport 5|18


Die ArGeZ weist positive Entwicklungen und viele Risiken auf

Ambivalentes von den Zulieferern

Die in der ArGeZ vertretene deutsche Zulieferindustrie blickt auf ein konjunkturell gutes Jahr

zurück und ist in 2018 noch besser gestartet. Indes zeigt das für April erhobene Geschäftsklima

der Branche zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen deutlich erkennbare Rückgänge auf.

Das hat mit belastenden Entwicklungen zu tun, die von der Arbeitsgemeinschaft aus Anlass der

Hannover Messe erläutert worden sind.

Der Umsatz der in der

Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ) vertretenen sechs

Verbände erreichte 2017 eine Größenordnung

von 235 Mrd. € und

damit gegenüber 2016 eine Steigerung

um 5,6 %. Die von 1,1 Mio.

Beschäftigten (plus 1,5 %) generierte

Produktion stieg um 3,3 %

auf einen Indexwert von 103,3 und

bedeutete zuletzt eine Kapazitätsauslastung

von 84,8 % (plus 3,5 %).

Wesentlich begrenzender Faktor

war in diesen Zusammenhängen

übrigens der zunehmender Mangel

an Fachkräften, wie Christian Vietmeyer

als Sprecher der ArGeZ

bestätigte.

Weitere Belastungen entstehen

den Zulieferern durch den zunehmenden

Protektionismus sowie

durch die als solche empfundenen

Benachteiligungen als Geschäftspartner

sehr viel marktmächtigerer

Abnehmer. Schließlich werden auch

Praktiken in der Normungsgebung

als Benachteiligung gewertet. In den

erstgenannten Zusammenhängen

betonten die Vertreter der ArGeZ in

Sachen Aluminium Probleme vor

allem mit den aktuellen Russlandsanktionen.

Die genannten Schwierigkeiten

hätten sich auch im jüngsten

Geschäftsklima der Zulieferindustrie

im April 2018 niedergeschlagen.

Und nach Einschätzung von Christian

Vietmeyer werden z.B. die zum

1. Mai anstehenden Entscheidungen

im Zollstreit der USA mit der EU

einen weiteren negativen Einfluss

nehmen können.

Die ArGeZ war 1993 von deutschen

Wirtschaftsverbänden gegründet

worden. Heute sind in der

Arbeitsgemeinschaft vertreten:

z der Bundesverband der Deutschen

Gießerei-Industrie (BDG),

70

60

50

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

z der Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden

Industrie (GKV),

z der Industrieverband Technische

Textilien (IVGT),

z der Wirtschaftsverband der deutschen

Kautschukindustrie (wdk),

z die Wirtschaftsvereinigung Metalle

(WV Metalle) sowie

z der Wirtschaftsverband Stahl- und

Metallverarbeitung (WSM)

Die ArGeZ repräsentiert rund 9.000

Zulieferunternehmen. 2

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland April 2018

Saldo der positiven und negativen Meldungen

Aktuelle Lage

Zukunftserwartungen

Jan 06 Jan 07 Jan 08 Jan 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Jan 14 Jan 15 Jan 16 Jan 17 Jan 18 Jan 19

Eckdaten der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie Januar bis Dezember 2017

Quelle: ArGeZ

Verband BDG GKV IVGT wdk WSM WV Metalle ArGeZ

1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± % 1-12.2017 ± %

Umsatz (Mio. €) 13.180 6,3 63.759 4,8 10.953 1,4 11.740 4,2 84.458 8,4 51.320 10,4 235.410 5,6

Kapazitätsauslastung (%) 82,4 4,1 82,6 6,3 80,3 -0,9 89,4 4,0 85,1 2,8 89,0 3,6 84,8 3,5

Exportquote (%) 34,4 2,1 36,8 -0,4 50,4 1,8 32,5 1,9 34,9 -0,4 46,5 0,5 38,5 0,3

Beschäftigte 77.737 0,9 323.000 1,9 53.973 0,9 75.000 0,3 464.590 2,9 108.120 0,9 1.102.420 1,5

Produktion:

(Index 2015=100) 102,2 2,9 104,7 3,8 104,7 3,7 99,1 1,9 108,6 5,2 100,2 1,6 103,3 3,3

Erzeugerpreise

(Index 2010=100) 103,9 1,7 107,4 0,6 109,1 0,6 111,6 2,0 106 2,3 106,8 3,6 107,5 1,8

Stahlreport 5|18

31


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Gute Geschäfte

Nach einem mengenmäßig ordentlichen Jahr 2017 verlief auch der Start in das Jahr 2018 für

die meisten Unternehmen der deutschen Stahldistribution vielversprechend. Weiterhin ist

der überwiegende Teil der Abnehmerbranchen gut oder sehr gut beschäftigt. Dies hat einen

entsprechenden positiven Effekt auf die Lagerabsätze.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis Februar bzw.

März 2018 vorliegenden

Zahlen. Wie

üblich, hat er seinen

monatlichen und

kommentierenden

Bericht anhand

der Kriterien Lagerabsatz,

-bestand,

-reichweite und

-verkaufspreise

gegliedert.

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), berichtet

zusammenfassend angesichts der

ihm für die ersten zwei bzw. drei

Monate des laufenden Jahres vorliegenden

Zahlen. Wie üblich, hat

er seinen monatlichen und kommentierenden

Bericht anhand der

Kriterien Lagerabsatz, -bestand,

-reichweite und -verkaufspreise

gegliedert.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 ist gut angelaufen.

Im Januar konnten knapp 997.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert

seit sechs Jahren. Im Februar

wurde ein Lagerabsatz von 931.000 t

verzeichnet. Besonders zulegen

konnte der Lagerabsatz bei Quartoblech,

Bandblech und oberflächenveredeltem

Blech. In den ersten zwei

Monaten des Jahres 2018 konnte bei

Walzstahlfertigerzeugnissen 5,4 %

mehr Tonnage als im Vorjahreszeitraum

abgesetzt werden. Auch bei

den Rohren wurden Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres

wurden von der deutschen Stahldistribution

2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies

ist der niedrigste Bestand seit

Dezember 2015. Zum Jahresstart

2018 setzte der übliche Lageraufbau

ein. Ende Februar wurden 2,42

Mio t Bestand gemeldet. Das sind

knapp 3 % weniger als zum Ende

des Vorjahresmonats bevorratet

wurde.

Lagerreichweite

Bei ordentlichen Absätzen und steigenden

Beständen lag die durchschnittliche

Lagerreichweite im Februar

bei 2,6 Monaten bzw. 78 Tagen.

Dies sind knapp 5 % weniger als im

Vorjahresmonat (vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten

beiden Monaten des Jahres 2018

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Im März gestaltete sich das

Bild uneinheitlicher. Das Preisniveau

lag Ende März 2018 deutlich

über dem des Vorjahreswertes (vgl.

Abb. 2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

32 Stahlreport 5|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

101

91 92

92

140

89 90 92

96 98

100 100

86

94 91 91

93

120

100

80

62

60

81 84 78 78 75 81 69 84 72 72 75 69 72 72 66 102 72 78

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Feb.

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 5|18

33


2018

Tube Düsseldorf

BDS-Gemeinschaftsstand

34 Stahlreport 5|18


Der BDS-Gemeinschaftsstand

auf der Tube 2018

Zahlreiche BDS-Mitglieder waren auf der wire & Tube

mit eigenen Ständen vertreten. Nach dem großen

Erfolg im Jahr 2016 präsentierten sich sechs Mitgliedsunternehmen

auch in diesem Jahr wieder unter

auf dem BDS-Gemeinschaftsstand – unter dem

bekannten Motto „TREFFPUNKT STAHLHANDEL“.

Auf dem rund 180 m 2 großen Stand in Halle 7 stellten

folgende Unternehmen aus:

z BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsgesellschaft

m.b.H. & Co. KG

z Drösser Stahlhandel GmbH, Köln

z MCB Deutschland GmbH, Dormagen

z RHB Voß GmbH, Düsseldorf

z Rohrhandel – Brunzel GmbH, Düsseldorf

z Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG, Neu Wulmstorf

Abgerundet wurde die Messepräsentation durch einen

Standabend am Messe-Dienstag. Mitglieder, die sich

auf dem Gemeinschaftsstand präsentieren, verfügen

durch das Stand-im-Stand-Konzept über einen individuellen

eigenen Bereich und profitieren von allgemeinen

zentralen Lounge-Bereichen.

Ziel des BDS ist es, seinen Mitgliedern die Möglichkeit

anzubieten, sich auf der Tube, einer wichtigen nationalen

wie internationalen Leitmesse, zu präsentieren.

Damit spricht der Verband in erster Linie die Unternehmen

an, die bisher nicht mit einem eigenen Stand

auf der Messe vertreten waren. Durch die konzertierte

Organisation ist es möglich, die Messeteilnahme auf

einem interessanten Preisniveau anzubieten.

Stahlreport 5|18

35


BDS

Kommunikation

BDS-Trägertag 2018

Eine Branche zeigt Profil

Wie entwickelt sich der Markt für Stahlträger in den kommenden zwei Jahren?

Wie gestaltet sich die Nachfrage und welche Anforderungen stellen Kunden?

Diese und weitere Fragen rund um den Markt für Stahlträger werden auf dem

BDS-Trägertrag am 7. Juni in Düsseldorf von renommierten Branchenexperten

diskutiert – für den Mehrwehrt an Information und Vernetzung.

Es fängt bereits am Vorabend an: Der BDS-Trägertag wird am 6. Juni mit einem

kommunikativen Get-together ab 19 h im Düsseldoffer Van der Valk-Tagungshotel eröffnet.

Nach dem Netzwerken-Auftakt geht es inhaltlich am folgenden 7. Juni in die Vollen.

Ausrüster präsentieren sich

Begleitend zur Tagung präsentieren sich auf dem BDS-Trägertag 2018 auch die Ausrüster

und Dienstleister der Branche.

z Behringer GmbH

z Fehr Lagerlogistik AG

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH

z Montanstahl GmbH

z OttComputer GmbH

z Scheffer Krantechnik GmbH

z SURPEX BV

z Voortman Steel Machinery, NL-Rijssen

z WESPA Metallsägenfabrik Simonds Industries GmbH

36 Stahlreport 5|18


Programm

z Marktentwicklung und Tendenzen für Stahlträger 2018/2019

z Formstahl-Einkauf aus Kundensicht

z Formstahl in der Anwendung

z aktuelle Rechtsthemen

z Herstellung von Formstahl – neueste Trends

z Quo vadis Stahlbau?

Jetzt online anmelden unter:

www.stahlhandel.com/traegertag2018

Foto: BDS

Stahlreport 5|18

37


BDS

Berufsbildung

Anmeldeschluss im BDS-Fernstudium

Jetzt kommt es darauf an!

Über die Zusammensetzung des Jahrgangs 2018 im BDS-Fernstudium

wird in diesen Wochen entschieden: Die offizielle Anmeldefrist

endet am 31.5.18 – damit der Kurs ab 1.7.18 planmäßig beginnen

kann. Zwischen 15 und 30 neue Kommilitoninnen und Kommilitonen

mit dem Ziel eines Abschlusses als Betriebswirte „Stahlhandel

(BDS)“ sind möglich. Im Erfolgsfall würde dieser Titel nach dreijährigem

berufsbegleitenden und digitalisierten Fernstudium im Juni 2021

verliehen.

Der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) informiert

die Branche bereits seit

Anfang des Jahres über

das 22. Angebot dieser

Art – u.a. mit Hilfe eines

Flyers, der auch dieser

Ausgabe des Stahlreports

beigelegt ist. Im

Übrigen hält der Verband

für Interessentinnen

und Interessenten

weiteres Informationsmaterial

bereit.

(Wynands-BDS@stahlhandel.com).

Daraus geht hervor,

dass branchennah in

drei Fachbereichen

unterrichtet wird:

z Technik (Werkstoff- und Produktkunde

sowie Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Grundlagen

und Führungsthemen)

z Methoden (insbesondere Lern- und

Lehrtechniken – einschließlich der Ausbildereignung).

Foto: BDS

Sie bringen

Motivation mit?

Wir liefern das

Know-how!

Machen Sie berufliche Karriere durch ein

berufsbegleitendes Fernstudium

fern-studium

Betriebswirt Stahlhandel (BDS)

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Mit diesem Flyer wirbt der BDS

für den Jahrgang 2018 im Fernstudium.

Die entsprechende Wissensvermittlung

erfolgt in fünf Präsenzveranstaltungen

mit insgesamt rund 20 Tagen, die durch

virtuelle Klassenzimmer ergänzt und

inhaltlich vor allem über rund 60 Lernmodule

angeboten werden. Die sind als

Ausdruck oder direkt am Bildschirm

bearbeitbar. Der Lernerfolg wird über

Korrekturaufgaben zu diesen Modulen

kontrolliert, vor allem aber in drei Prüfungsveranstaltungen

sowie mittels einer

anzufertigenden Studienarbeit.

Der Berufsbildungsbereich des anbietenden

BDS ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert,

und dieses Studium ist von der

Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht

in Köln genehmigt.

Außerdem besitzt der

BDS die alleinigen Markenrechte

an diesem

Produkt. Außerdem können

erfolgreiche Absolventen

dieses Fernstudiums

ihre weitere

berufliche Karriere in der

Branche durch Angebote

der Stahlhandelsakademie

begleiten lassen.

Zulassungsvoraussetzungen

sind eine

abgeschlossene Berufsausbildung

(nicht

zwangsläufig im Stahlhandel),

Berufsbegleitung

während des Studiums

sowie – zum

Zeitpunkt der Prüfung

– fünf Jahre Berufspraxis.

Das BDS-Fernstudium, das auch

Blicke in die verwandten Branchen des

NE-Metallhandels und des Recyclings

ermöglicht, orientiert sich bereits seit

2010 an den Vorgaben des Deutschen

Qualifikationsrahmens (DQR). Der ist

handlungsorientiert und basiert auf der

Vermittlung von Kompetenzen, die es

über allgemeine Lernziele ermöglichen

sollen, sich die jeweils nötigen fachlichen

und sozialen Qualifikationen

selbst anzueignen. Der DQR vereinigt

alle schulischen, beruflichen und akademischen

Abschlüsse in einem achtstufigen

System, das diese Bildungsergebnisse

vergleichbar (nicht gleich)

machen soll. Gemäß Selbsteinschätzung

anhand eines vom Fernlernverband

FDL vorgegebenen Kriterienkatalogs

hat der BDS die Betriebswirte Stahlhandel

BDS auf Stufe 7 eingeordnet.

Der entspricht im akademischen

Bereich ein Master-Abschluss. 2

Erste Prüfungswerkstatt

im Fernstudium

Feedback

Feedback, also eine geregelte Reaktion

auf das Verhalten eines Partners,

ist im Fernstudium der angehenden

Betriebswirte des Stahlund

Metallhandels ein wichtiges

Unterrichtsthema und zugleich ein

entscheidendes Werkzeug innerhalb

dieses Berufsbildungsangebotes.

Das haben jetzt die 27 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer des Studienjahrgangs

2017 und die Mitglieder

des Prüfungsausschusses erlebt, die

sich Mitte April in Rösrath bei Köln

zur ersten Prüfungswerkstatt des

reformierten Fernstudiums getroffen

haben.

In der zweieinhalbtägigen Veranstaltung

ging es zunächst darum, im Rahmen

einer schriftlichen Probeprüfung die bereits

im ersten Studienhalbjahr vermittelten Kompetenzen

zum Feedback zu testen. Nach dieser

Wissensüberprüfung stand die Anwendung

dieser Fähigkeiten im Mittelpunkt –

bezogen auf die Erfahrungen, die alle beteiligten

Partner in den ersten drei Studienquartalen

miteinander gemacht haben. In

einem moderierten Prozess fanden nach

den Feedback-Regeln eine Sammlung der

dafür wichtigen Aspekte und ein intensiver

Austausch über die Wertung dieser Gesichtspunkte

statt. Am Ende standen umfangreiche

Listen mit Vorschlägen zur weiteren Optimierung

des Fernstudiums – vor allem im

Hinblick auf die Realisierung der gewünschten

Prüfungsleistungen.

Deren einzelne Teile gliederten inhaltlich,

formal und chronologisch den weiteren

Verlauf der Prüfungswerkstatt:

z So gab es Probeprüfungen zu Themen

aus den drei Fachbereichen Technik,

Wirtschaft und Methoden.

z Diese Tests fanden abwechselnd schriftlich

nach der Multiple Choice-Methode oder

mündlich anhand von Falllösungen statt.

z Dabei ging es sowohl um die Zwischenprüfungen

zur Technik (2./3.2.19) und zur

Wirtschaft (im IV. Quartal 2019) als auch

um die über den Jahreswechsel 2019/2020

zu verfassende Studienarbeit sowie um

die Abschlussprüfung im Juni 2020, die

auch den Nachweis der Ausbildereignung

umfasst.

38 Stahlreport 5|18


Berufsbildung auf dem Branchenforum Stahl in Dortmund

Strategisches und

Konzeptionelles

Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen

lädt regelmäßig zum Branchenforum Stahl ein – diesmal am 19.4.18

in Dortmund und wieder auch zu Fragen der Berufsbildung. Bei

dieser Gelegenheit mahnte Dr. Ludger Wolfgart vom BDS als Gast

an, zu diesem Thema allem strategischen Vorgehen ein tragfähiges

inhaltliches Konzept zugrunde zu legen.

Foto: BDS

Bei der Prüfungswerkstatt in Rösrath

entstanden im Zuge eines moderierten Feedback

To do-Listen zur weiteren Optimierung des

BDS-/VDM-/WGM-Fernstudiums.

Zum Schluss äußerten sich alle Beteiligten

zu den erarbeiteten Ergebnissen zufrieden.

Insbesondere zeigte sich die Studentenschaft

besser über die gestellten inhaltlichen

Anforderungen informiert und hinsichtlich

ihres Prüfungsverhaltens vorbereitet. In

letztgenanntem Zusammenhang kam allen

Beteiligten zugute, dass insbesondere die

mündlichen Probeprüfungen von einem

Trainerteam aus Andrea Benner und Axel

Hengst beobachtet wurden, die anschließend

wertvolle Hinweise zu einer auch verhaltensoptimierten

Prüfungspraxis geben

konnten – den Studierenden ebenso wie

dem Prüfungsausschuss, der zudem immer

wieder auch die inhaltlich definierten Messlatten

deutlich machen konnte.

Die im Jahrgang 2017 beteiligten Verbände,

der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) sowie der Verband Deutscher

Metallhändler (VDM) und der Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug (WGM),

hatten diese Prüfungswerkstatt ganz

bewusst auch für die nahezu zeitgleich stattgefundene

Berufsbildungswoche des Bundespräsidenten

angemeldet, um dessen

Ansatz zu mehr Wertschätzung für die berufliche

Bildung zu unterstützen. Immerhin

hatte in Rösrath rund ein halbes Dutzend

an weitgehend ehrenamtlich tätigen Prüferinnen

und Prüfern ihr Wochenende in die

vorbereitende Unterstützung der angehenden

Prüflinge investiert.

Eine ganz besondere Art von Prüfung

gab es für die Teilnehmer im Übrigen am

Abend des ersten Veranstaltungstages – bei

einem Ausflug nach Köln. Dort waren Aufgaben

einer Kölsch-Ralley zu lösen. 2

Fotos, 2: BDS

Den seit einigen Jahren immer

intensiver beklagten Lücken im Personalbereich

der Logistik, insbesondere

bei den Berufskraftfahrern, sei

im Übrigen nur durch eine höhere

Wertschätzung gegenüber diesen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern erfolgreich

zu begegnen. Diese Wertigkeit

sei inhaltliche Basis für das geforderte

Konzept – und anhand zweier aktueller

Zeitschriften-Beispiele nachzuvoll -

ziehen. So zeigte der Bereichsleiter

Berufsbildung im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) das Titelbild

3/18 der von ihm als Chefredakteur

verantworteten Fachzeitschrift

Stahlreport sowie das Cover von handfest

Nr. 100, das für das Handwerk

seiner Meinung nach vorbildlich und

zudem am Deutschen Qualifikationsrahmen

orientiert, Karrierechancen

aufführt.

Dabei kommt es seiner Meinung

nach darauf an, die Berufsbildung

immer als arbeitslebenslanges Gesamtsystem

zu betrachten und das auch

so zu vermitteln – von der Aus- über

die Fort- bis zur Weiterbildung. Auch

seien Verbände möglicherweise gut

beraten, nicht zu sehr auf Hilfe von

außen zu warten, sondern das Heft

73. Jahrgang | März 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Gut gefahren – Mitarbeiter machen Erfolg

3|18

des Handelns selbst in die Hand zu nehmen.

Dabei biete sich gegenwärtig aber

die Chance, den politischen Rückenwind

zu nutzen. Wolfgart nannte in diesem

Zusammenhang die berufsausbildungsbezogene

Vergangenheit der neuen Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek

und die von Bundespräsident Frank-

Walter Steinmeier ausgerufene und

damit ganz aktuelle Berufsbildungswoche.

Neben dieser Einheit „Erfolgsfaktor

Personal in Stahl und Logistik – Personalstrategien

und Maßnahmen in der

Stahlbranche“ gab es weiteren Input,

zu dem auch Christian Plattner, Personalberater

bei Kühne + Nagel (AG & Co.)

KG, insbesondere in Sachen „Generation

Z“, referierte und unter der Moderation

von Michael Cordes von der Verkehrsrundschau

zudem mit den Referentenkollegen

diskutierte. So auch mit Stefan

Windgätter, dem Vorsitzenden des Fachausschusses

Stahltransporte und -logistik

im VWL NRW e.V.

Weitere Themen des Branchenforums

waren u.a. die Situation der deutschen

Stahlindustrie im globalen Umfeld

sowie die Zukunft der Schwerlastverkehre

am Wirtschaftsstandort Deutschland.

2

Argumentation mit

Titelbildern: Ludger

Wolfgart mahnte

mit diesen beiden

aktuellen Beispielen

Wertschätzung …

… und komplette

Karrierekonzepte an.

Stahlreport 5|18

39


BDS

Recht

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Unternehmen (5)

Die rechtssichere Gestaltung Ihrer Webseite

Die unternehmenseigene Webseite ist als digitales Schaufenster und zur optimalen Vorstellung

der angebotenen Dienstleistungen unerlässlich. Die Webseite stellt jedoch auch eine Gefahrenquelle

dar, da auf dieser zahlreiche rechtliche Vorgaben umgesetzt werden müssen. Ist dies nicht

der Fall, können auf das Unternehmen Kosten aufgrund einer Abmahnung zum Beispiel durch

einen Wettbewerber zukommen. Rechtsanwältin Bahar Beyaz und Rechtsanwalt Dr. Thorsten

Hauröder der Henseler & Partner Rechtsanwälte mdB zeigen, worauf es bei der rechtssicheren

Gestaltung einer Webseite aus datenschutzrechtlicher Sicht ankommt.

Fotos, 2: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Bahar Beyaz,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Rechtswalt Dr.

Thorsten Hauröder,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mdB

Zur Verbesserung ihres Angebots,

zur Anpassung ihrer Webseite

an das Surfverhalten der Nutzer und

zu Marketingzwecken nutzen viele

Unternehmen verschiedene Tools,

die personenbezogene Daten der Nutzer

erfassen und damit eine Analyse

des „digitalen Fingerabdrucks“

ermöglichen. Personenbezogene

Daten sind hierbei nicht nur der

Name und die E-Mailadresse des Nutzers,

sondern auch dessen IP-

Adresse. Das Erheben, Speichern und

Weitergeben dieser Daten unterliegt

als Datenverarbeitung gesetzlichen

Anforderungen, deren Einhaltung

durch die Bereitstellung einer entsprechenden

Datenschutzerklärung

verdeutlicht werden muss.

Datenschutzerklärung

Nach § 13 TMG (Telemediengesetz)

ist jeder Webseitenbetreiber zur

Bereitstellung einer Datenschutzerklärung

verpflichtet. Danach müssen

die Nutzer zu Beginn des Nutzungsvorgangs

über Art, Umfang und Zwe-

cke der Erhebung und Verwendung

ihrer personenbezogenen Daten und

über etwaige Weitergaben dieser

Daten unterrichtet werden. Eine

Datenschutzerklärung sollte deshalb

umfassend, transparent und in klar

verständlicher Weise verfasst werden.

Die DS-GVO knüpft dabei an die

bisher geltenden inhaltlichen Anforderungen

an und erweitert diese teilweise.

Der Inhalt einer Datenschutzerklärung

richtet sich nunmehr an

die Informationspflichten nach Art.

13 ff. DS-GVO, so dass alle Datenschutzerklärungen

bis zum 25. Mai

2018 an die DS-GVO angepasst und

überarbeitet werden müssen. Spätestens

dann sollten auch fehlende

Datenschutzerklärungen verfasst

werden, um rechtliche Konsequenzen

zu vermeiden und die erforderliche

Transparenz nach der DS-GVO

zu gewährleisten.

Im Rahmen der Datenschutzerklärung

müssen Nutzer zunächst

über den Namen und die Kontaktdaten

des Verantwortlichen für die

Datenerhebung, demnach des Webseitenbetreibers,

informiert werden.

Die DS-GVO verlangt nunmehr auch,

dass Nutzern die Kontaktdaten des

Datenschutzbeauftragten mitgeteilt

werden müssen. Diese Angaben sollen

Nutzern eine schnelle Kommunikation

bei eventuellen Fragen und

Auskunftsersuchen zur Verarbeitung

ihrer personenbezogenen Daten

ermöglichen.

Ferner soll die Datenschutzerklärung

über den Zweck und die

Rechtsgrundlage des jeweiligen

Datenverarbeitungsprozesses, sofern

einschlägig, über das berechtigte

Interesse daran und darüber, ob die

Absicht einer möglichen Datenübertragung

außerhalb der Europäischen

Union erfolgen wird oder nicht, informieren.

Darüber hinaus soll auch die

geplante Speicherdauer für die verarbeiteten

personenbezogenen Daten

angegeben werden. Wichtig ist in

diesem Zusammenhang auch, dass

Nutzer umfassend über ihre bestehenden

Rechte wie Auskunft, Berich-

40 Stahlreport 5|18


Bewerbungstools

Auch im Rahmen eines Online-

Bewerbungstools werden personenbezogene

Daten der Bewerber verarbeitet.

Für die Verarbeitung von

Bewerberdaten dient § 26 Abs. 1 des

neuen Bundesdatenschutzgesetzes

(BDSG-neu) als Ermächtigungsgrundtigung,

Löschung, Einschränkung

der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit

und Widerspruch zu unterrichten

sind. Darüber hinaus sind sie

über das Beschwerderecht bei der

zuständigen Aufsichtsbehörde und

das Bestehen etwaiger automatisierter

Entscheidungsfindungen über

ihre personenbezogenen Daten zu

informieren.

Kontaktformular

Bei der Bereitstellung eines Kontaktformulars

sind ebenfalls besondere

Anforderungen zu beachten. Kontaktformulare

werden häufig zur

Beantwortung von Kundenanfragen

und -Anliegen genutzt, so dass notwendigerweise

deren personenbezogenen

Daten, wie Name und E-

Mailadresse erhoben und gespeichert

werden. Nach § 13 Abs. 7 TMG gilt

seit dem 1. Januar 2016 für deutsche

Webseitenbetreiber die Pflicht für

eine SSL-Verbindung (https://) für

Webseiten mit Kontaktformularen.

Darüber hinaus muss ein Kontaktformular

auch eine Checkbox zur

Zustimmung zu den Datenschutzerklärungen

der Webseite enthalten,

um die Einwilligung der Nutzer zur

Übermittlung der Kontaktdaten und

deren Kenntnisnahme vom Inhalt

der Datenschutzerklärung dokumentieren

zu können. Erst nachdem der

Nutzer diese Checkbox mit einem

Haken versehen hat und damit seine

Zustimmung zum Inhalt der Datenschutzerklärung

abgibt, sollte die

Kontaktanfrage versendet werden

dürfen. Damit einhergehend sollte

in der Datenschutzerklärung die Verarbeitung

der personenbezogenen

Daten, die mittels Kontaktformular

übermittelt werden, umfassend

beschrieben werden.

tigung über die Kenntnisnahme der

Datenschutzerklärung durch die Einrichtung

einer Checkbox einzuholen.

Nach Anmeldung zu einem Newsletter

werden in regelmäßigen Abständen

weitere E-Mails versendet und

somit die E-Mailadresse als personenbezogenes

Datum dauerhaft

genutzt. Aus diesem Grund muss der

Nutzer vor dem Absenden der

Newsletter-Anmeldung auf die Möglichkeit

des jederzeitigen Widerrufs

hingewiesen werden. Um das hierfür

erforderliche Double-Opt-In-Verfahren

zu erfüllen, sollten die Nutzer

auch hier eine Checkbox anklicken.

Auf zweiter Stufe ist das Versenden

einer E-Mail notwendig, mit der die

Nutzer die Bestellung des Newsletters

durch das Anklicken eines Links

bestätigen. Zur eigenen Absicherung

und Erleichterung des Nachweises

sollten die Vorgänge genau dokumentiert

werden.

Webtracking, Cookies & Co.

Fast jede Webseite nutzt Cookies und

Webtracking-Tools, um das Surfverhalten

der Nutzer genauer zu analysieren

und zu erfassen. Meist wird

hierbei beim Aufrufen einer Webseite

ein Cookie auf dem Rechner des Nutzers

gespeichert, welches unter anderem

eine Identifikationsnummer enthält.

Wird die Seite erneut besucht,

kann der Webseitenbetreiber diese

Nummer auslesen und den Nutzer

auf diese Weise wiedererkennen.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht

sind Nutzer über jedes verwendete

Webtrackingtool und dessen Funktionsweise

umfassend in der Datenschutzerklärung

zu informieren.

Außerdem sollten entsprechende

Links eingefügt werden, durch deren

Anklicken das Tracking durch das

jeweilige Tool verhindert wird. Das

Verwenden eines solchen Tools, ohne

die Nutzer hierüber zu informieren,

ist abmahnfähig.

Kurzinformation zur DS-GVO

Anlässlich der Reformierung des Datenschutzrechtes

ab Mai 2018 werden die wichtigsten Änderungen und

damit einhergehenden praktischen Anforderungen in

Unternehmen in der monatlich veröffentlichten Reihe

„Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Unternehmen“

von Rechtsanwalt Dr. Thorsten Hauröder und

Rechtsanwältin Bahar Beyaz von Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB dargestellt.

Ab dem 25.05.2018 gilt in der Europäischen Union die

Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO). Sie enthält

strengere Bestimmungen und Vorgaben für den

Umgang der Unternehmen mit personenbezogenen

Daten ihrer Mitarbeiter und Kunden. Im Zuge der

Reform wird auch das noch geltende Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) durch das neue Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG-neu) ersetzt, welches die

genannte Verordnung ergänzt. Die E-Privacy-Verordnung,

voraussichtlich ab 2019 geltend, soll an die

DS-GVO anknüpfen und deren Regelungsbereich

spezifisch für die Nutzung elektronischer Kommunikationsdienste

und -vorgänge komplettieren.

Newsletter

Auch der Newsletter ist ein beliebtes

Marketing-Tool, bei dessen Einrichtung

datenschutzrechtliche Voraussetzungen

zu erfüllen sind. Mit der

Anmeldung zu einem Newsletter

werden für gewöhnlich die E-Mailund

IP-Adresse gespeichert, so dass

personenbezogenen Daten verarbeitet

werden. Auch hier ist im Rahmen

des Anmeldevorgangs die Einwilligung

des Nutzers und dessen Bestälage.

Danach ist die Verarbeitung

von Daten potentieller Beschäftigter

gestattet, sofern dies zur Begründung

des Beschäftigtenverhältnisses notwendig

ist. Bewerber sind vor Absenden

des ausgefüllten Bewerbungstools

auf die Datenschutzerklärung

hinzuweisen, deren Kenntnisnahme

auch hier durch das Anklicken einer

entsprechenden Checkbox bestätigt

werden sollte. Im Falle einer Verwendung

eines solchen Bewerbungstools

sollte die Datenschutzerklärung

umfassend den Umgang mit den

Bewerberdaten beschreiben.

Fazit

Eine umfassende und inhaltlich konforme

Datenschutzerklärung ist das

Aushängeschild einer Webseite über

den datenschutzgemäßen und verantwortlichen

Umgang mit personenbezogenen

Daten der Nutzer. Die

inhaltlichen Anforderungen sind

gesetzlich klar und streng definiert.

Vor diesem Hintergrund sollten

Unternehmen ihre Datenverarbeitungsvorgänge

und eingesetzten

Tools genau erfassen und ihre Webseitenbesucher

in transparenter Form

über ihre Datenschutzerklärung informieren.

Der Stellenwert einer Datenschutzerklärung

ist nicht zu unterschätzen,

da sie im World Wide Web

jederzeit, von überall und durch jeden

abgerufen werden kann. 2

Stahlreport 5|18

41


Wissenswertes/

Verbände

Nachrichten

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Entwicklung der Ausbildungsvergütungen

Das Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) hat zu Beginn dieses Jahres erneut

seine Ergebnisse der Auswertung der tariflichen

Ausbildungsvergütungen vorgelegt –

für Industrie, Handel und Handwerk.

Im Jahr 2017 sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen

demnach im Gesamtdurchschnitt

um 2,6 % gestiegen; dies entspricht

dem Niveau der Tarifverdienste. Der

Anstieg der Vergütungen erfolgte im 20.

Jahr in Folge. Er fiel allerdings deutlich

schwächer aus als in den Jahren zuvor.

Bundesweit kamen die Auszubildenden

2017 auf eine Vergütung von durchschnittlich

876 € brutto im Monat.

Rund 25 % der Auszubildenden erreichen

inzwischen eine monatliche Vergütung von

1.000 € und mehr. Auf 750 € und mehr

kommen sogar knapp 80 % der Auszubildenden.

Detaillierte Zahlen und Übersichten

finden sich in den Auswertungen des

BIBB.

Entgratete Oberflächen

Fachtagung in Nürtingen

Beim Zerspanen, Stanzen, Schneiden

und Gießen entstehen Grate, scharfe Kanten

oder Auffaserungen, die für eine Weiterverarbeitung

und einwandfreie Funktion der

Bauteile entfernt werden müssen. Problemlösungen

bot eine Tagung am 3./4.5.18 in

Nürtingen.

Die weisen für den dreijährigen Ausbildungsberuf

der Kaufleute im Groß- und

Außenhandel im Schnitt eine monatliche

Ausbildungsvergütung von 910 € in den

alten Bundesländern und 850 € in den

neuen Bundesländern auf – gestaffelt nach

Ausbildungsjahren: 840 €, 910 €, 982 €

(alt) sowie 787 €, 847 €, 917 € (neu).

Zum Vergleich: Die ebenfalls dreijährige

Handwerksausbildung zum Friseur/zur

Friseurin wird im Monatsdurchschnitt

bundesweit mit 522 € vergütet.

Dabei ging es um gleich zwei hilfreiche

Aspekte, denn: Fertigungsschritte wie Entgraten,

Verrunden und die Herstellung von

Präzisionsoberflächen beeinflussen nicht

nur Qualität und Präzision von Werkstücken,

sondern auch die Wirtschaftlichkeit

der Teileherstellung und damit die Wettbewerbsfähigkeit.

Der Einsatz anforderungsgerechter,

prozesssicherer und effizienter

Verfahren ist deshalb ein Muss.

Die 6. Fachtagung Entgrattechnologien und

Präzisionsoberflächen bot Expertenwissen,

innovative Lösungen und Praxisbeispiele für

diese Fertigungsschritte mit hohem Wertschöpfungspotenzial.

Auf der von fairXperts

veranstalteten Tagung standen folgende

Punkte auf dem Programm:

z „Störende Grate prozesssicher entfernen“,

z „Softwarelösungen für die digitale Unterstützung

und Automation“,

z „Forschungsprojekte, Entwicklungen und

Trends“ sowie

z „Feinstbearbeitung von Oberflächen“.

Die begleitende Ausstellung gibt Unternehmen

die Möglichkeit, Lösungen und neue

Entwicklungen zu präsentieren und sich mit

Teilnehmern direkt auszutauschen.

[ Info ]

Weitere Infos unter www.fairXperts.de

Für die Zukunft lernen

BIBB-Kongress in Berlin

Konzepte stehen im Mittelpunkt

des 8. Berufsbildungskongresses des

Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Der findet am 7. und 8. Juni 2018 unter

dem Motto „Für die Zukunft lernen:

Berufsbildung von morgen – Innovationen

erleben“ im Berlin Congress Center (bcc)

statt. Erwartet werden knapp 1.000

Berufsbildungsexpertinnen und -experten

aus dem In- und Ausland.

Auf dem BIBB-Kongress soll eine Standortbestimmung

für die berufliche Bildung

in Deutschland vorgenommen und Richtungsweisendes

für die nächsten Jahre

präsentiert werden. Hierzu soll der Kongress

als Plattform für einen Wissenschafts-Politik-Praxis-Dialog

einen Beitrag

leisten.

Im Rahmen der Veranstaltung werden

u.a. sechs parallele Foren angeboten:

z Forum I: „Digitalisierung: Aus- und Weiterbildung

für neue Arbeitswelten“

z Forum II: „Lernorte mit Zukunft: Kooperativ

und digital“

z Forum III: „Work-based Learning: Berufliche

Kompetenz in Europa und der

Welt“

z Forum IV: „Schule und dann: Duale

Berufsausbildung zwischen Wunsch und

Wirklichkeit“

z Forum V: „Migration und Integration:

Der Beitrag beruflicher Bildung“

z Forum VI: „Gesundheit und Pflege: Perspektiven

für die berufliche Bildung“

Der im Abstand von vier Jahren stattfindende

BIBB-Kongress will allen Entscheidungsträgern

und Multiplikatoren der

beruflichen Bildung aus Politik, Wirtschaft,

Gewerkschaften und Wissenschaft

sowie aus der Berufsbildungspraxis

– in Betrieben, Kammern, Verbänden,

Innungen, Bildungseinrichtungen und

Berufsschulen – eine herausragende

Gelegenheit für einen intensiven Erfahrungs-

und Meinungsaustausch bieten.

[ Info ]

Weitere Informationen im Internetangebot

des BIBB unter kongress2018.bibb.de.

42 Stahlreport 5|18


Bildungskongress der Bundeswehr

Die nächste Ausgabe des traditionellen (Aus-)Bildungskongresses der Bundeswehr findet

vom 4.-6.9.18 an der Helmut Schmidt-Universität in Hamburg statt. Zu dem diesjährigen

Themenfeld („(Aus)Bildung neu denken. Auf dem Weg zu einer neuen Ausbildungskultur im

Spiegel von beruflicher Identität, künstlicher Intelligenz und Existenzsicherung“) versprechen

die Veranstalter ein vielfältiges Programm. Mehr als 100 Experten aus Wissenschaft

und Praxis werden das Kongressthema in Plenums- und Panelveranstaltungen diskutieren.

Mit mehr als 50 Ausstellenden gibt es auf der begleitenden Messe weitere Informationsund

Kommunikationsmöglichkeiten.

[ Info ]

Weitere Informationen sind zur Tagung (jankec@hsu-hh.de) und zur Ausstellung

(joerg.meister@hsu-hh.de) per E-Mail möglich.

ISO 9001:2015 – Anleitung für kleine Unternehmen.

Hinweise von ISO/TC 176 (Deutsche

Übersetzung des englischsprachigen Buches

„ISO 9001:2015 for Small Enterprises – What

to do? Advice from ISO/TC 176“);

Beuth Verlag GmbH (Hg);

1. Auflage 2017; 184 Seiten – A5 – broschiert;

Buch: 48 €/ISBN 978-3-410-27398-1

E-Book: 48 €/ISBN 978-3-410-27399-8

E-Kombi: 62,40 €;

Buchtipp

QM für Kleine

„Dafür sind wir zu klein!“ Dieses

Argument wird man in Zukunft nicht mehr

hören, wenn sich die Firmenleitungen mit

der Veröffentlichung „ISO 9001:2015 –

Anleitung für kleine Unternehmen“

beschäftigt haben. Dieses Handbuch enthält

eine Anleitung spezielle für Unternehmen

dieser Größenordnung, damit die

ein Qualitätsmanagementsystem auf der

Grundlage der Norm in der aktuellen Fassung

aus dem Jahr 2015 entwickeln und

umsetzen können.

Einleitend werden Hinweise zu Qualitätsmanagementsystemen,

zu Umgang und

Einführung, zur Bedeutung der Norm und

zur Terminologie gegeben. Den größten

Teil des Buches aber machen die Anleitungen

zur Umsetzung der Normanforderungen

aus, denen auch die Orginaltexte

aus der Norm vorangestellt sind. Im

Anhang findet sich eine Checkliste zur

Einführung eines Qualitätsmanagementsystems,

Informationen zur Zertifizierung

und grundsätzliche Prinzipien.

[ Info ]

www.beuth.de/go/qm-kleine-unternehmen

Aktuelle Ausbildung

Mehr Stellen als Bewerber

Mehr Ausbildungsstellen als im

Vorjahreszeitraum wurden von Oktober

2017 bis März 2018 der Bundesagentur

für Arbeit (BA) und den Jobcentern gemeldet

(plus 3 %, 14.700). Die so bekannt

gewordenen Bewerbermeldungen liegen

dagegen unter denen des Vorjahres. Rein

rechnerisch überstieg im März 2018 die

Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen

die der gemeldeten Bewerber (100 : 88).

Allerdings ist der Ausbildungsmarkt

knapp sechs Monate vor Beginn des

neuen Ausbildungsjahres traditionsgemäß

noch sehr in Bewegung. In den letzten

Jahren war dabei bis März ein merklich

höherer Anteil an Ausbildungsstellen des

gesamten Berichtsjahres gemeldet als

das bei den Bewerbern der Fall war. Deshalb

sei es für eine fundierte Bewertung

zu früh. Die bereits in den Vorjahren zu

beobachtenden regionalen, berufsfachlichen

und qualifikatorischen Disparitäten

erschwerten allerdings auch 2017/18 den

Ausgleich von Angebot und Nachfrage

erheblich.

In zwei Kernberufen des Handels stellt

sich die aktuelle Datenlage (soweit bislang

verfügbar) laut BA im Vergleich zum

März 2017 wie folgt dar:

z Kaufleute im Einzelhandel:

– 29.194 gemeldete Stellen (+8,4 %)

– 20.703 unbesetzte Stellen (-13,1 %)

z Kaufleute im Groß- und Außenhandel

(nur Großhandel):

– 9.997 gemeldete Stellen (+0,8 %)

– 6.095 unbesetzte Stellen (+6,3 %)

Stahlreport 5|18

43


Wissenswertes/

Verbände

Nachrichten

Geschichten statt Märchen

Ergebnisse des

Storytelling-Projekts

Zum Projekt „Ökonomische Bildung

im Handel“ stehen inzwischen alle

17 Geschichten (Lerneinheiten) inklusive

Begleitmaterial für Lehrer und Dozenten

kostenfrei auf der Projektwebseite

http://www.oeb-handel.de zum

Download zur Verfügung. Über diese Realisierung

einer entsprechenden Ankündigung

hat die Zentralstelle für Berufsbildung

im Handel e.V. informiert.

Engagement für eigentlich Unbekanntes

Was BITKOM-Umfragen zu Tage fördern

Interessant Widersprüchliches fördern

die regelmäßigen Recherchen von

BITKOM zu Tage: „Zwei Drittel befürworten

digitale Schulbücher“, hieß es im vergangenen

Herbst, „Fast jeder Zweite bildet

sich online weiter“ wurde dazu Mitte

Januar ergänzt, obwohl die Mehrheit „noch

nie etwas von digitalen Plattformen

gehört“ hat, wie wenige Tage später

ergänzt wurde.

Vielleicht war es ja eine Meldung zwischendurch,

die entscheidende Erklärungen lieferte:

„6 von 10 Bundesbürgern würden in

bestimmten Situationen eher Entscheidungen

einer KI akzeptieren als die eines Menschen.“

Maschinelle Logik in der Form

Künstlicher Intelligenz (KI) kann demnach

menschliche Inkonsequenz heilen, legt der

Digitalverband damit nahe.

Nur 4 von 10 Personen (40 %) lehnen es

grundsätzlich ab, eine KI-Entscheidung zu

akzeptieren. „Künstliche Intelligenz hat ein

enormes Potenzial, unser Leben zu verbessern

– etwa im Gesundheits- und Bildungswesen

oder in der Verwaltung. Sie bietet

große Chancen für Unternehmen und hat

bereits heute eine erstaunlich hohe Akzeptanz

in der Bevölkerung. Dabei sollte der

Grundsatz gelten, dass bei zentralen Entscheidungen

ein Mensch das letzte Wort

hat und die KI ihn dabei unterstützt“, sagte

Bitkom-Präsident Achim Berg.

Bitkom vertritt mehr als 2.500 Unternehmen

der digitalen Wirtschaft. Sie erzielen

allein mit IT- und Telekommunikationsleistungen

jährlich Umsätze von 190 Mrd. €,

darunter Exporte in Höhe von 50 Mrd. €.

Die Bitkom-Mitglieder beschäftigen in

Deutschland mehr als 2 Mio. Mitarbeiter.

Die Verbandsmitglieder bieten Software, IT-

Services, Telekommunikations- oder Internetdienste

an, stellen Geräte und Bauteile

her, sind im Bereich der digitalen Medien

tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen

Wirtschaft.

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

24 Unternehmen haben sich im März zum Bundesverband Künstliche Intelligenz (KI)

zusammengeschlossen, der den menschen-zentrierten menschen-dienenden Einsatz von

KI-Technologien fördern soll. (industryof-things.de) Unterdessen wurde bekannt, dass die

BITKOM-Akademie gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche

Intelligenz den bundesweit ersten Zertifikatslehrgang „Ausbildung zum KI-Manager“ anbietet.

(bitkom-akademie.de) Nach 4.0 und Big Data gelten lernende Systeme als neueste

Stufe der Digitalen Transformation und haben die diesjährige Hannover Messe bestimmt

(vgl. Heft 6/18).

Mit dem Erzählen von Geschichten wird

seit Jahrtausenden Wissen vermittelt. Im

Unterricht wurde diese Methode bisher

allerdings kaum genutzt. Das genannte

Projekt bringt Storytelling in die Aus- und

Weiterbildung im Handel: Anhand von

Geschichten rund um eine WG in Berlin-

Neukölln werden ökonomische Zusammenhänge

vermittelt und Kompetenzen

entwickelt (vgl. Heft 1/2 18, S. 56).

Die Module laufen auf allen Betriebssystemen

(Windows, Mac, Android, iOS etc.).

Als SCORM 1.2-Pakete sind sie in alle

gängigen Lernplattformen (moodle, ILIAS,

etc.) importierbar.

Zudem steht eine Demoversion für die

Zielgruppe Geprüfte Handelsfachwirte auf

der Lernplattform myFLexnet im Öffentlichen

Bereich (http://elearning.zbb.de)

bereit.

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung.

Bei Fragen gibt es Antworten

Mail info@zbb.de oder per Telefon unter

030-78097740.

Stahl Tag in Frankfurt

Der nächste MBI-Stahl Tag findet am

26./27.9.18 in Frankfurt/M. statt.

Darauf hat die einladende Martin Brückner

Infosource GmbH & Co. KG hingewiesen.

Es handelt sich bereits um die 13.

Veranstaltung dieser Art. Sie beleuchtet

aktuelle Vorgänge auf den Stahlmärkten.

[ Info ]

Weitere Einzelheiten und Anmelde -

möglichkeiten gibt es im Netz unter

www.mbi-infosource.de.

44 Stahlreport 5|18


BME-Barometer zur Elektronischen Beschaffung

Holprige Digitalisierung

des Einkaufs

Der Einkauf kommt an E-Tools zur Optimierung seiner Prozesse langfristig

nicht vorbei. Das haben die meisten Unternehmen erkannt. Allerdings lassen

die Nutzungsquoten der Systeme derzeit noch zu wünschen übrig. Deshalb

muss die Mehrheit der Firmen einiges tun, um die Basisprozesse digital in den

Griff zu bekommen. Das sind zentrale Ergebnisse der BME-Studie „Barometer

Elektronische Beschaffung 2018“.

Die Untersuchung wurde auch in diesem Jahr gemeinsam von Prof. Dr. Ronald

Bogaschewsky (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Holger Müller (HTWK Leipzig)

im Auftrag des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)

mit den Partnern Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich

(BMÖ) sowie der Allocation Network GmbH durchgeführt. An der Befragung nahmen

zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 insgesamt 303 Unternehmen aus Industrie,

Dienstleistungsgewerbe, Handel und öffentlichen Institutionen teil. Darunter befanden

sich zu etwa gleichen Teilen Großunternehmen und mittelständische Betriebe.

Die zentralen Umfrageergebnisse stellte Prof. Dr. Holger Müller im März den rund

1.300 Teilnehmern der 9. BME-eLÖSUNGSTAGE in Düsseldorf im Detail vor. Dort

wurde den Fachbesuchern anhand von Best-Practice-Lösungen aufgezeigt, wohin für

den Einkauf die Reise in das digitale Zeitalter geht und wie er zum Treiber dieser Entwicklung

werden kann.

„Die diesjährige Umfrage hat klar aufgezeigt, dass die Implementierung digitaler

Arbeits- und Produktionsprozesse entlang der gesamten Lieferkette kein Selbstläufer

ist. Vor allem Mittelständler tun sich damit noch schwer“, betonte BME-Hauptgeschäftsführer

Dr. Silvius Grobosch. Daraus leite der Einkäuferverband für sich die Aufgabe

ab, seine Mitglieder noch umfassender über die Megatrends in Industrie 4.0 sowie den

vom Internet der Dinge ausgehenden neuen Geschäftsmodellen zu informieren. 2

Neue Branchenstudie

Perspektiven im Stahlgeschäft

In diesen Tagen erscheint vom

Stahlhandels-Institut in Meerbusch die

neue Branchenstudie „Kurz- und mittelfristige

Perspektiven im Stahlgeschäft“. Autor

ist Prof. Dr. Lothar Grebe. Die Veröffentlichung

bietet u.a. Überblick zu den Wachstumsperspektiven

im Euroraum und in

Deutschland (Teil 1), eine Beschreibung der

Entwicklung der Stahlmärkte in der EU (Teil

2) und in Deutschland (Teil 3). Letztgenannter

befasst sich mit der gegenwärtigen

Marktpositionierung der Stahlwerke, des

lagerhaltenden Stahlhandels sowie der

Stahl-Service-Center und will einen umfassenden

Ausblick auf die zu erwartende wirtschaftliche

Entwicklung auf Seiten der relevanten

Stahlverarbeiter (Baugewerbe,

Stahlbau, Maschinenbau und Fahrzeugbau)

in diesem und im kommenden Jahr bieten.

Dabei geht es auch um markante technologische

Trends in einzelnen Sektoren (z.B.

Automobilwirtschaft). In dem abschließenden

Sonderteil werden ausgewählte Werkstoffe

für industrielle Einsatzzwecke behandelt,

darunter Qualitäts- und Edelbaustahl,

Werkzeugstahl und rostfreier Stahl.

[ Info ]

Weitere Auskünfte und Bestellmöglichkeiten

gibt es u.a. per E-Mail: lothargrebe@me.com.

Ausgezeichnet

Preise beim BME

Auf dem 11. Wissenschaftlichen Symposium

„Supply Management“ in Mannheim

hat der BME seine Förderpreise für den wissenschaftlichen

Nachwuchs verliehen. Kompetente

Lösungen für Beschaffung und Logistik

zeichnet der Verband im Übrigen auch

2018 mit einem Innovationspreis aus.

Der Gewinner des „BME-Wissenschaftspreises

2018“ ist Dr. Benedikt Schulte, Julius-Maximilians-Universität

Würzburg. In seiner Arbeit

„Integrierte Nachfrage- und Lieferkettensegmentierung

mit Service-Differenzierung“ untersucht

Schulte eine Herausforderung, vor der

viele Unternehmen stehen: Während die Vernetzung

und die Abhängigkeiten in Lieferketten

zunehmen, werden die Anforderungen der Kunden

höher und zunehmend unterschiedlicher.

Ergebnis der Untersuchung ist u.a., dass Service-Differenzierungsstrategien

nicht unter

allen Umständen profitabel sind. So müssen –

neben unterschiedlichen Ansprüchen der Kunden

– weitere Bedingungen wie preisliche

Beschränkungen vorliegen, damit Service-Differenzierungsstrategien

profitabel sind.

Noch in diesem Jahr vom Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

(BME) prämiert werden auch innovative Leistungen

und Konzepte von Unternehmen, welche

die Effizienz von Einkauf, Supply Chain

Management und Logistik dauerhaft steigern.

Um diesen BME-Innovationspreis 2018 können

sich Einkaufs- und Logistikabteilungen

bewerben. Voraussetzung ist, dass das eingereichte

Konzept in der Praxis verwirklicht

wurde und nachweislich zum Unternehmenserfolg

beiträgt.

Eine unabhängige Fachjury des BME-Innovationspreises

wählt die besten Konzepte aus und

Foto: Anna Logue/BME e.V.

Von links: BME-Bundesvorstand Prof. Michael

Eßig, Dr. Benedikt Schulte und BME-Hauptgeschäftsführer

Dr. Silvius Grobosch.

lädt die nominierten Unternehmen im September

2018 zur Präsentation ein. Aus dieser

Runde geht der Gewinner hervor. Die offizielle

Bekanntgabe und Verleihung des BME-Innovationspreises

2018 erfolgen dann im Rahmen

des 53. BME-Symposiums Einkauf und Logistik

(14.-16. November 2018) in Berlin.

(www.bme.de)

Stahlreport 5|18

45


XXXXXXXXXX

Lifesteel

Interviews

„Der Ausbilder wusste früher mehr

als der Auszubildende.“

Wirtschaftsingenieurin Kathrin Anandasivam

ist Ausbildungsleiterin bei Trumpf

Foto: TRUMPF GmbH + Co. KG

Interview mit Kathrin Anandasivam von Trumpf

„Der Ausbilder wusste früher mehr

als der Auszubildende“

Bedingt „Industrie 4.0“ auch „Bildung 4.0“? Und wie gestaltet sich der entsprechende

Transformationsprozess? Das waren zwei von vielen Fragen, die mit der „Didacta“ Ende Februar

in Hannover beantwortet werden sollten (vgl. Bericht in Heft 4/18, S. 48 f). „Der Ausbilder wusste

früher mehr als der Auszubildende.“ Mit dieser Aussage brachte Kathrin Anandasivam eines

der Probleme auf den Punkt. Die Wirtschaftsingenieurin ist Ausbildungsleiterin bei dem auch

Stahl verarbeitenden Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf und äußerte sich in einem Interview

gegenüber der Deutschen Messe AG, das nachfolgend wiedergegeben wird:

Frau Anandasivam, was sind

die größten Veränderungen, welche

die Digitalisierung in der beruflichen

Bildung mit sich bringt?

Kathrin Anandasivam: Die größte

Veränderung ist sicherlich, dass wir

den jungen Menschen noch stärker

beibringen müssen, lebenslang zu

lernen, weil die technischen Entwicklungen

immer schneller vorangehen.

Es ist ziemlich sicher, dass keiner

unserer Auszubildenden und dual

Studierenden am Ende seines Arbeitslebens

genau denselben Job machen

wird, den er bei uns nach der Ausbildung

übernimmt. Dass sie sich immer

wieder neu erfinden und motivieren,

etwas Neues zu lernen, sind Kompetenzen,

die wir ihnen auf jeden Fall

mitgeben müssen. Natürlich darf auch

keine Scheu vor digitalen Medien

bestehen. Man muss auf dem neuesten

Stand bleiben, um sich immer

wieder in die neuen Themen einarbeiten

zu können.

Sehen Sie die heutigen Auszubildenden

durch die Schule ausreichend auf

eine digitale Arbeitswelt vorbereitet?

Ich bin der Meinung, dass das mit den

Schulen noch nicht ausreichend funktioniert.

Wir kooperieren eng mit einigen

Schulen, und es wird bereits viel

getan: In Baden-Württemberg kommt

beispielweise nach und nach Informatik

in den Lehrplan. Aber es bedarf

noch einiger Zusammenarbeit und

auch Unterstützung von Bund und

Ländern, damit noch mehr digitale

Themen im Schulalltag verankert werden

können.

Sollte es Ihrer Meinung nach ein

Pflichtfach Informatik oder Medienkompetenz

geben, um die Schülerinnen

und Schüler auf die Anforderungen

der Industrie 4.0 vorzubereiten?

Es ist immer die Frage, was der

Inhalt ist. Nur weil ich Medien

bedienen kann, bin ich noch lange

nicht auf die digitale Transformation

oder Digitalthemen vorbereitet.

Den Umgang mit digitalen Medien

beherrschen die jungen Leute, die

neu bei uns anfangen, zwar deutlich

besser als wir. Die werden damit

groß. Aber wenn wir von Medienkompetenz

sprechen, zählen

andere Fragen. Wie verifiziere ich

das, was ich digital erlebe? Was ist

hier überhaupt wahr? Was setzte

ich ein, was setze ich nicht ein?

Solche Medienkompetenzen müssen

auf jeden Fall Schulstoff sein.

Es wäre auch gut, wenn die breite

Masse der Schüler mehr mit echter

Programmierung in Berührung

käme. Damit sie lernen, wie die

Medien, die sie ständig verwenden,

überhaupt entstehen.

Welche Herausforderungen birgt die

Digitalisierung für die Ausbilderinnen

und Ausbilder?

Die Digitalisierung ist dermaßen

schnelllebig, dass Ausbilder zukünftig

nie mehr den Wissensvorsprung

haben werden, den sie mal gewohnt

waren. Der Ausbilder wusste früher

immer mehr als der Auszubildende

– das dreht sich im Bereich der digitalen

Medien mittlerweile um. Diese

Entwicklung wird sich auch fortsetzen,

denn so schnell wird man sich

die neuen Themen der Digitalisierung

gar nicht aneignen können. Der

Ausbilder muss lernen, zum Coach

zu werden und die neuen Themen

gemeinsam mit den Auszubildenden

zu erlernen. Die Herausforderung

wird immer sein, schnell genug zu

sein und die Energie zu finden, am

Ball zu bleiben. 2

46 Stahlreport 5|18


Interviews mit Wassilios E. Fthenakis

Die Technik muss

der Pädagogik folgen

Bestimmt die Digitalisierung die Lernkonzepte der Zukunft oder steht sie in deren Dienst? Das

waren zwei der entscheidenden Fragen auf der diesjährigen Bildungsmesse „Didacta“ Ende

Februar in Hannover (vgl. Bericht in Heft 4/18, S. 48 f). „Die Bildung in der digitalen Welt gelingt

nur, wenn die Technik der Pädagogik folgt“, hat dazu Prof. Dr. Wassilios Fthenakis formuliert.

Er ist Präsident des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft und hat sich aus Anlass der Messe

in mehreren Interviews gegenüber der Deutschen Messe AG zu dieser Problematik geäußert.

Einige seiner diesbezüglichen Äußerungen, die sich auf alle Bildungsbereiche beziehen, sind

nachfolgend zusammengestellt.

Foto: Didacta

„Die Bildung in der

digitalen Welt

gelingt nur, wenn

die Technik der

Pädagogik folgt.“

Prof. Dr. Wassilios

Fthenakis, Präsident

des Didacta Verbandes

der Bildungswirtschaft

Die Pädagogen aller Bildungsbereiche

… benötigen Unterstützungsangebote,

die eine neue Bildungsqualität

sichern und die dazu

befähigen, die wachsenden Anforderungen

an ihren Beruf zu leisten.

Wassilios E. Fthenakis: Neue Technologien

verbessern die Bildungsqualität

nicht automatisch. Die Bildung

in der digitalen Welt gelingt

nur, wenn die Technik der Pädagogik

folgt. Wir brauchen deshalb eine konstruktiv-kritische

Debatte über die

Digitalisierung im Bildungsbereich.

Wie kann die Qualität verbessert werden?

Wir müssen vor allem die Fach- und

Lehrkräfte unterstützen. Sie sind

das Herzstück guter, professioneller

Bildung. Sie sind auf Konzepte und

Instrumente angewiesen, die Lehrund

Lernprozesse stärken. Das

gelingt nur, wenn die Rahmenbedingungen

für ihre Arbeit verbessert,

fließende Übergänge im Bildungsverlauf

gestaltet und neue didaktische

und methodische Ansätze angewandt

werden, die differenzierte und

individuelle Bildungsprozesse

ermöglichen. Sie benötigen Unterstützungsangebote,

die eine neue

Bildungsqualität sichern, gerade

auch im Hinblick auf die zunehmend

digitalisierte Welt.

Die Digitalisierung war der Programmschwerpunkt

der Didacta

2018. Welche Effekte auf das Lehren

und Lernen hat der Einsatz digitaler

Technik?

Zahlreiche aktuelle Studien zeigen,

dass der Einsatz neuer Technik in

Lernprozessen zu einer Stärkung

der Lernmotivation, zu einem höheren

Engagement der Kinder und zu

höherer Zufriedenheit führen kann.

Zudem stärkt sie selbstgesteuertes,

kooperatives Lernen, problemlösendes

und kreatives Verhalten. Kinder

entwickeln komplexe und situationsunabhängige

Beziehungen zueinander

– digitale Kompetenz, die

heute als eine der vier Kulturtechniken

neben Lesen, Schreiben und

Rechnen betrachtet wird. Neue Konzepte

erweitern den Lernraum, beispielsweise

mittels der Augmented

Reality (erweiterte Realität): Bildungsräume

und -inhalte, die dem

Lernenden allein über seine Sinne

nicht zugänglich, nicht verfügbar

oder nicht sichtbar sind. Sie sollten

in den Bildungsprozess eingebettet

werden.

Lernen wir in der digitalen Welt besser?

Der Einsatz digitaler Technik führt

nicht automatisch zu besseren Lernerfolgen.

Das Potenzial der Digitalisierung

kann nur ausgeschöpft werden,

wenn bestimmte Voraussetzungen

erfüllt werden.

Welche sind das?

Auch hier hat die Forschung bereits

Erkenntnisse geliefert, die man in

vier Punkten zusammenfassen kann:

Erstens die Bereitstellung einer

Breitband-Infrastruktur. Sie ermöglicht

den schnellen Zugang zu Informationen.

Wichtig ist hierbei auch

der Support, der garantiert, dass die

Technik funktioniert und auf dem

neuesten Stand bleibt.

Zweitens, die Qualifizierung der

Fachkräfte, damit sie ihre Vorbehalte

abbauen und ihre eigene digitale

Kompetenz stärken können. Sie

sollten in der Lage sein, in Kooperation

mit anderen Fachkräften,

geeignete didaktische Einheiten zu

entwickeln.

Daraus folgt drittens die wichtigste

Voraussetzung: Wir benötigen

geeignete pädagogisch-didaktische

Konzepte, die den sinnvollen Einsatz

neuer Technik erst ermöglichen und

rechtfertigen.

Und schließlich, viertens, wird

die Familie eine zentrale Rolle spielen.

Deshalb müssen sich neue Formen

der Kooperation etablieren,

auch unter Nutzung der digitalen

Medien. 2

Stahlreport 5|18

47


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Lifesteel

Bericht

Tisch Passage von caussa

Schlüsselbrett Trak von Echtstahl

Garderobe Piro und Wanduhr Tik von Echtstahl

Stahl ist bei jungen Designern ein beliebtes Material

Neu möbliert

Auf der Möbelmesse IMM Cologne in Köln Anfang dieses Jahres zeigten auch junge Designer

ihre neuen Kreationen. Dabei zeigte sich, dass Stahl in diesen Kreisen ein beliebtes Material

ist. Peter Becker hat sich umgeschaut – und manchmal auch probegesessen. Seine Eindrücke

von dieser Messe und früheren Präsentationen:

Auffallend an der Wertschätzung

der jungen Kreativen für Stahl

ist, wie sehr sie seine hohe Nachhaltigkeit

schätzen.

Echtstahl

Bei Echtstahl mit Sitz in Troisdorf

ist der Name Programm. Das 2014

gegründete Unternehmen versteht

sich als modern und verwendet deshalb

Stahl: „Das robuste und stabile

Material ist besonders nachhaltig,

da es unbegrenzt wiederverwertet

werden kann.“ Ziel der Kreationen

sind „zeitlos schöne, langlebige und

hochwertig verarbeitete Produkte“,

heißt es weiter. Verwendet wird

farbig pulverbeschichtetes Stahlblech

oder -rohr. Auch Wollfilz

kommt als Bezug zur Verwendung.

Der wird aus einem nachwachsenden

und biologisch vollständig

abbaubaren Naturmaterial hergestellt.

Hängelampen von Gie El

Fotos: Gie EL, caussa, Echtstahl, favius

48 Stahlreport 5|18


Lounge Chair und Stuhl Hama von Echtstahl

Beistelltisch Network von favius

Neuheiten auf der Messe waren der

Stuhl Hama, den es auch als verbreiterten

Lounge Chair gibt, und die

Garderobe Piro. Der Designer ist

Mark Braun.

Weitere Objekte von Echtstahl

sind die Tische der Serie 123 (Design:

Thomas Schnur). Hinter Tik, Trik,

Trak verbergen sich eine Uhr, ein

Zeitungsregal und ein Schlüsselbrett,

entworfen von jojorama produktgestaltung.

Plateau ist der Name für das

Regalbrett und den Beistelltisch von

Felix Klingmüller. Das Beistellmöbel

ES wurde von Geschäftsführer David

Piel selbst entworfen. Er ist gelernter

Stahlformenbauer und bringt das

Knowhow für das Machbare mit.

(www.echtstahl.de)

caussa

Bei caussa aus Münster betont man

das „traditionelle handwerkliche

Knowhow“, das sich in der Produktion

niederschlägt. Vorgestellt auf

der diesjährigen Messe wurde der

Tisch Passage: Er besteht aus einem

durchgehenden Streifen Stahlblech,

der an der Kantbank gefaltet wird.

Das sieht einfach aus, wenn man

das Ausgangstück betrachtet, verlangt

aber zuallerletzt doch noch das

Biegen von Hand. Trickreich werden

im Endprodukt die nebeneinander

liegenden Bleche an Ort und Stelle

gehalten. Die Tischplatte kommt erst

nachher obendrauf.

Auch diese Firma betont, dass

ihre Materialien aus der Umgebung

kommen und die Fertigung in heimischen

Betrieben erfolgt.

Wachsen will man zwar, das aber

überschaubar und ohne in die industrielle

Massenproduktion zu geraten.

Das Unternehmen wurde 2016 von

Jan Drücker und Andreas Kowalewski

gegründet. (http://caussa.de)

favius

Auch bei favius aus Regensburg stehen

in der Selbstdarstellung „pure

Materialien, Ästhetik und Handwerkskunst

– hergestellt in Deutschland“

an erster Stelle. Langlebigkeit

sei neben der Funktionalität ein

Kennzeichen der Produkte, erreicht

durch ein „zeitloses Design jenseits

von schnelllebigen Trends“.

Das Unternehmen zeigte jetzt

bzw. bereits früher in Köln seinen

Kaffee- beziehungsweise Beistelltisch

Network. Dafür wird ein

Geflecht aus Edelstahldraht verwendet,

um der leichten Konstruktion

die nötige Stabilität zu geben. Wie

Firmenchef Christian Stoffel sagt,

Tisch der Serie 123 von Echtstahl

ließ er sich bei dem Design vom Aussichtsturm

auf dem Stuttgarter Killesberg

inspirieren. Das Stück gibt

es auch als Hocker. (www.favius.de)

Gie El

Die Lampenschirme des Designerehepaars

Maria und Jacek Rypuła

sind eigentlich Skulpturen. Auch ist

rostiges Stahlblech ein ziemlich

ungewöhnliches Material für Alltagsgegenstände.

Aber die beiden

jungen Kreativen setzen generell

auf ungewöhnliche Ideen: Ihre Lampen

geben einem Raum eher einen

Akzent, als dass sie ihn wirklich ausleuchten

würden. Verwendet werden

LED-Leuchten.

Der Name des Unternehmens ist

Gie El. Das ist ein Spiel mit dem antiken

Begriff Genius Loci, mit dem die

Atmosphäre eines Ortes beschrieben

wird. (www.gie-el.eu) 2

Stahlreport 5|18

49


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Lifesteel

Bericht

Ausstellungs- und

Lernort: die DASA

in Dortmund

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Foto: DASA

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Aktualisierte Ausstellung in Dortmund

Neue Arbeitswelten

Bisher kannte sie niemand, die neuen Arbeitswelten. Doch dann füllte

sich der 800 m 2 große Ausstellungsraum in der DASA. Und am 5. Mai

2018 eröffnet der generalüberholte Bereich Neue Arbeitswelten. Damit

können nicht nur die Dortmunder einen interessanten Blick in die

Zukunft werfen, die beispielsweise vom Thema Digitalisierung geprägt

sein wird – wie auch immer wieder die Hefte des Stahlreport.

Ziel der neuen Präsentation ist

es, sich über die Zukunft der Arbeitswelt

und deren Gestaltung Gedanken zu

machen. Wie wollen wir künftig arbeiten?

Was ist und bleibt uns wichtig? Weil

Prognosen immer nur Möglichkeiten

sind, präsentieren die Veranstalter eine

Art Vorstellungsraum. Damit soll ein

offener Diskurs möglich werden, damit

die Besucher ihre Gedanken und Spuren

hinterlassen können.

Die DASA – Arbeitswelt Ausstellung

ist ein 1993 als Deutsche Arbeitsschutzausstellung

eröffnetes Museum in Dortmund

und will kreativer Lernort für

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

sein. Der ist in die Bundesanstalt für

Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eingegliedert.

Die neue Präsentation teilt sich in

fünf Bereiche. Optische und inhaltliche

Klammer ist eine Visionenwand mit rund

200 Bildern aus 150 Jahren zu Gedankenspielen

zur Zukunft. Megatrends reißen

an, wohin die Reise gehen könnte.

Konkreter führen die „Themeninseln“

vor Augen, was derzeit in der Arbeitswelt

auf dem Vormarsch ist. Dabei treffen

wenige ausgesuchte Objekte wie eine

Flugdrohne auf Menschen aus der

Zukunft.

„Die Zukunft stellt Museen leider

keine Objekte zur Verfügung“, so Gre-

gor Isenbort, Leiter der DASA. Doch

dass zum Beispiel Globalisierung,

demografischer Wandel und Digitalisierung

weiter ganz oben auf der

Agenda stehen, ist mittlerweile

unstrittig. Die neue Ausstellung will

diese Trends für die Besucher einordnen

und ihre Interpretation mit

Hilfe von digitalen Medien anbieten.

Es gibt trotzdem buchstäblich

Greifbares zu sehen, wie einige technische

Objekte. Da ist zum Beispiel

Bin:Go, eine superleichte Konstruktion,

die rollend Dinge transportiert

und nur fliegt, wenn es nicht anders

geht. Das ist energiesparend, sicher

und hochintelligent. Damit steht das

in Dortmund entwickelte Stück für

das Thema Logistik. Raum erhalten

auch die Bereiche „Industrie 4.0“ oder

„Dienstleistungen“, wo etwa ein Lasten-

E-Bike neue Formen der Flexibilität

und Mobilität erkennen lässt.

Schließlich kann jeder sein persönliches

Zukunftsprofil erstellen.

Die Architektur und Gestaltung

der Neuen Arbeitswelten geht auf

das das preisgekrönte Architekturbüro

Holzer/Kobler zurück. Die DASA

ist täglich geöffnet (Montag bis Freitag,

9 bis 17 Uhr, Wochenende 10

bis 18 Uhr). Das Standard-Ticket kostet

8 €. 2

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilagen von der BDS

AG Bundesverband Deutscher Stahlhandel bei.

50 Stahlreport 5|18


Sie bringen die Motivation mit?

Wir liefern das Know-how!

Berufliche Karriere durch ein berufsbegleitendes und digitales Fernstudium

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Die neue Gruppe („Jahrgang 2018“) beginnt am 1. Juli 2018.

Argumente:

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und Deutschen

Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte:

z Technik (Werkstoffe, Produkte, Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz, Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen:

z ca. 60 Studienmodule

z 6 Präsenzphasen

z Virtuelle Klassenzimmer

z Studienarbeit und 3 weitere Prüfungen

fern-studium

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon: 0211 86497-0

www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Trägertag 07.06. Düsseldorf

Flacherzeugnisse – Feinbleche –

Oberflächenveredelung (Seminar) 11.-12.06. Duisburg

Einführung Fernstudium 01.-05.07. Soltau

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Verkauf (Seminar/Webinar) 11.-12.09. Soltau

Gebietsversammlungen 10.-14.09. bundesweit

Nichtrostende Stähle (Seminar) 17.-18.09. Wetzlar

Werkstoff- und Produktkunde (Lernteam/Webinar) 05.-06.11. Kehl

Verkauf (Lernteam/Webinar) 08.11. Hamburg

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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