Stahlreport 2018.06

markushuneke

73. Jahrgang | Juni 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

6|18

Mensch und Maschine – Körpersprache


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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4. Auflage

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Dr. Axel Willauschus

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Dipl.-Ing. Jochen Adams,

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Dr. Axel Willauschus

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Stahl-Lexikon

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Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

Manfred Feurer, Prof. Dr. Joachim Lueg,

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Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Peter Henseler

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Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

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1. Auflage – Dez. 2010 | 119,00 €

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Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

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Production, Properties and Processing

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Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Edelstahl Rostfrei

Herstellung, Eigenschaften und

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1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

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Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


Mensch und Maschine –

Körpersprache

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

zur diesjährigen Hannover Messe

(Schwerpunkt in diesem Heft auf S. 16)

ging das Bild um die Welt, das Sie auch

als Titelfoto dieses Heftes finden: Bundeskanzlerin

Angela Merkel wählt die

sogenannte „Ghettofaust“, um einen Roboter

zu begrüßen.

Körpersprache ist mindestens so vielseitig ausgestaltund

interpretierbar wie Gesprochenes und Geschriebenes.

Für das in diesen Zeiten und nicht nur in Hannover dominante

Thema der neuen Beziehungen zwischen Menschen und

Maschinen signalisiert der von Angela Merkel gewählte

Gruß auf jeden Fall eine gewisse Distanz, dass Menschen

und Maschinen eben nicht Hand in Hand arbeiten. Aus

hygienischen Gründen, wie sonst oft vorgebracht, wird die

Bundeskanzlerin diese Form einer ersten Kontaktaufnahme

wohl kaum gewählt haben, und auch die asoziale Ghettofaust

aus dem TV-Dschungelcamp dürfte der Politikerin eher

fremd sein.

Die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen

sind übrigens kein neues Thema und auch nicht auf die

Kooperation mit Robotern beschränkt, wie weitere Themen

dieser Juni-Ausgabe des Stahlreport zeigen:

Für den Stahlhandel ist insbesondere die Zusammenarbeit

zwischen Mensch und Software von Bedeutung. In einer

Marktübersicht geben wir ab S. 24 einen Überblick über

spezialisierte ERP-Systeme für die Branche. Ein ganz undigitales

Thema treibt die Branche derzeit übrigens in Sachen

Logistik um: Es herrscht Fahrermangel, wie Speditionsunternehmer

Marcel Hergarten im Interview erläutert (S. 22).

Um „Volldigitalität“ bemühen sich mehr und mehr auch die

Stahlproduzenten. In Österreich errichtet voestalpine derzeit

ein Stahlwerk, das ganz auf digitale Prozesse setzt – das

erste Stahlwerk in der EU seit Jahrzehnten übrigens.

Digitalisierung spielt auch in der BDS-Berufsbildung

eine große Rolle. Im Juli beginnt mit dem neuen Jahrgang

des BDS-Fernstudiums Betriebswirt/Betriebswirtin Stahlhandel

der zweite Jahrgang. der mit einem Mix aus digitalisierten

Inhalten und wiederkehrenden Präsenzseminaren

lernt (S. 34).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Jebens – komplexe Bauteile mit gewollter Torsion

8 Nordwest – Rückblick auf ein starkes Jahr

10 Hans Kohler AG – Maßanzüge aus dem Baukasten

STAHLPRODUKTION

14 voestalpine – Volldigitales Edelstahlwerk in Bau

MESSEN UND MÄRKTE

Hannover Messe/CeMAT

16 Künstliche Intelligenz

17 Zulieferer und der Leichtbau

19 Intralogistik – Digital und vernetzt

20 Künstliche Intelligenz

ANARBEITUNG & LOGISTIK

22 Hergarten – „Ohne Fahrer kein Transport“

24 Marktübersicht ERP-Systeme

BDS

30 Research: Das erste Quartal ist im Sack

32 Einladung zu Gebietsversammlungen 2018

34 Neuer Ausbildungsberuf „Kaufmann im E-Commerce“

VERBÄNDE & POLITIK

35 Wie der WGM mit der Digitalisierung umgeht

36 Bauindustrie – Herausforderung Fachkräftemangel

40 Preise und Lobe – Auszeichnungen des Deutschen

Stahlbaus

LIFESTEEL

44 Kunst der Spionage

46 Kunsthalle mit Edelstahlgewebe

48 Fassbrause in Stahldosen

49 Das intelligente Zweirad

50 Stahlrohr-Rahmen in der Architektur/Impressum

Stahlreport 6|18

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Nordwest

Ronald Rast

hat als Koordinator der Aktion „Impulse für den

Wohnungsbau“ die Bundesregierung aufgefordert,

die angekündigte Neubau-Offensive jetzt

schnell zu starten.

Das „Wohn- und Mieten-Paket“,

auf das

sich die Fraktionsführungen

der Großen

Koalition bei ihrer

Klausurtagung im

bayerischen Murnau

Foto: Impulse für den Wohnungsbau

geeinigt haben, sei

dafür eine gute

Grundlage. „Die

GroKo ist auf gutem Wohnungsbaukurs. Sie hat

erkannt, dass deutlich mehr Wohnungsneubau

dringend nötig ist. Aber auch der dazu notwendige

Etat im Bundeshaushalt darf jetzt nicht

halbherzig angegangen werden. Um die gesetzten

Ziele zu erreichen, werden CDU/CSU und

SPD ihr Wohnungsbaupaket wohl noch weiter

ausweiten müssen“, so Dr. Ronald Rast.

Claudio Kemper, Jörg Simon

und Christopher Rüther

(v.l.n.r.) aus dem Kompetenzteam im Stahlverbund

Phoenix der Nordwest Handel AG

freuen sich – nach den Erfolgen 2017 – für

das erste Quartal 2018 über eine Mengensteigerung

von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr

und damit einen absoluten Spitzenwert

der letzten Jahre. „Die Steigerung um 30,1 %

im abgerechneten Handelsvolumen auf

272 Mio. € liegt auf Top-Niveau“, erklärte

Jörg Simon, Nordwest-Vorstand Stahl, Finanzen

und Administration. Neben den deutschen

Fachhandelspartnern im Bereich Stahl

sind es weitere Partner aus den Nachbarländern,

die von den Leistungen in diesem

Nordwest-Segment überzeugt sind. „Wir

freuen uns insbesondere über neue Partner

in den Niederlanden, die zeigen, dass unser

Konzept ‚grenzenlos‘ ist und auch international

funktioniert“, stellte Christopher Rüther,

Geschäftsbereichsleiter Stahl, fest. Über die

Lage der gesamten AG informiert ein gesonderter

Bericht in diesem Heft (siehe S.X).

Dietrich Böntgen

ist seit Mitte April als Head of Sales Metal &

Mining der XOM Metals GmbH tätig. Das

Unternehmen mit Sitz in Berlin betreibt die

kürzlich online gegangene Handelsplattform für

Stahlprodukte und andere Werkstoffe XOM.

Als Branchenexperte mit langjähriger Erfahrung

im Stahl- und Werkstoffhandel

verantwortet

Böntgen den

Vertrieb der Plattform.

In ähnlicher

Funktion war Dietrich

Böntgen zuvor für die

Montanstahl GmbH

und deren Webshop-

Lösung aktiv.

Dieter Kuhlenkamp

verantwortet ab dem 1.7.18 die gemeinsame

Geschäftsführung, auf die sich der Bundesverband

Estrich und Belag (BEB), der Bundesverband

Parkett und Fußbodentechnik (BVPF) und

die Bundesfachgruppe Estrich und Belag im

Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)

verständigt haben. Die drei Branchenorganisationen

unterzeichneten eine entsprechende

Vereinbarung, nach der somit eine engere

Zusammenarbeit für das Bodenhandwerk erfolgen

soll. „Ein erster Schritt zur Schaffung einer

Plattform Fußbodenkonstruktionen ist

geschafft“, so Simon Thanner, Vorsitzender der

Bundesfachgruppe Estrich und Belag im ZDB.

Thanner hob die thematische Notwendigkeit

einer intensiveren Kooperation hervor: „Neben

der technischen Zusammenarbeit ist es wichtig,

als Branchenvertreter im Rahmen der Ausbildungsinitiative

des Bundesverbandes Parkett

und Fußbodentechnik ‚Zukunft Bodenhandwerk‘

sowie in der Aus- und Fortbildung

gemeinsam zu agieren.“

Holger Ade

hat kürzlich eine energiepolitische Broschüre

des Industrieverbands Massivumformung vorgestellt:

Auf 36 Seiten beschreibt die neue

Publikation Strategien der Unternehmen, die

Branche am hochpreisigen Energiestandort

Deutschland im internationalen Wettbewerb zu

behaupten. „Ob Vorgaben für die Emissionen

von Kraftfahrzeugen, Anforderungen an die Effizienz

von Anlagen oder Überlegungen zum vollständigen

Verzicht auf fossile Energieträger –

stets haben die Entscheidungen mittelbar oder

unmittelbar Einfluss auf die Produkte und Prozesse

auch in der Massivumformung. Höchste

Zeit also, dass der Industrieverband einen

Foto: UHL gmbH & Co. Stahl- und Metallbau KG

Fokus auf das Thema

Energieeffizienz legt“,

so Holger Ade, Leiter

Betriebswirtschaft im

Industrieverband. Die

Broschüre kann als

PDF-Version auf der

Internetseite des

Industrieverbands

Massivumformung e.

V. (www.massivumformung.de) kostenlos

heruntergeladen oder als Printexemplar

bestellt werden.

Foto: Deutsche Massivumformung

Roland Alnakoula

hatte jetzt die Ehre, Andreas Engelhardt sein

Tätigkeitsfeld erklären zu dürfen. Der Erstgenannte

ist Auszubildender beim Uhl Stahl- und

Metallbau in Würzburg, sein Zuhörer Geschäftsführender

und persönlich haftender Gesellschafter

der Bielefelder Schüco International KG

(v.r.n.l.). Die beiden so unterschiedlichen Unternehmen

verbindet eine Ausbildungspartnerschaft.

Jedes Jahr werden Uhl-Azubis von

Schüco in Bielefeld in einem viertägigen Seminar

gecoacht, wenn es um neue Kenntnisse bei

Türsystemen geht. Den Stein ins Rollen

gebracht hatte Uhl-Prokurist Ingo Hillebrand.

Nach der Betriebsbesichtigung in Würzburg hielt

der Schüco-Chef eine etwa 30-minütige Rede

vor der Uhl-Belegschaft. Der 55-Jährige äußerte

sich u.a. zu den Themen bzw. Herausforderungen

„Digitalisierung“, „Fachkräfte-Ausbildung“

und seiner persönlichen unternehmerischen

Vision.

Dominik Penninger und

Marius Friedl

sind besonders stolz darauf, dass die Mitarbeiter

der Hoffmann Group seit dem 1.5.18 im

Rahmen der 4. Work-Bike-Balance für die Unternehmensstiftung

Hoffmann Group Foundation

wieder in die Pedale treten. Für jeden Kilometer,

den sie per Fahrrad auf ihrem Arbeitsweg

zurücklegen, zahlt ihr Unternehmen bis Ende Juli

einen kleinen Geldbetrag an die Unternehmensstiftung.

Im Jahr 2017 kam auf diese Weise eine

4 Stahlreport 6|18


Foto: Hoffmann

Spende in Höhe von 9.365 € zustande. Die Initiative

„Work-Bike-Balance“ geht auf eine Anregung

der Auszubildenden der Hoffmann Group

aus dem Jahr 2014 zurück und wird seither jährlich

von der jüngsten Azubi-Generation organisiert.

Diesmal vor allem von Dominik Penninger

und Marius Friedl (v.l.n.r.). Unter dem Motto

„Werkzeuge schaffen Werte“ unterstützt der

Werkzeughändler Hoffmann mit seiner Stiftung

seit Jahrzehnten Kinder- und Jugendprojekte.

Lakshmi N. Mittal

ist vom American Iron and Steel Institute (AISI)

mit der Verleihung der Gary Medal geehrt worden.

Es handelt sich um die höchste Auszeichnung,

die der Stahlverband zu vergeben hat.

„Lakshmi Mittal hat das größte Stahl- und Bergbauunternehmen

der Welt geschaffen. Er ist

sowohl der Wissenschaft als auch der Kunst der

Stahlherstellung verpflichtet, und sein Talent,

ein nachhaltiges, transformatives Unternehmen

aufzubauen, wird die Welt für kommende Generationen

verändern“, begründete Thomas J. Gibson,

der Präsident des AISI, die Auszeichnung.

Mittal ist seit 2006 als Chairman und Chief Executive

Officer von Arcelormittal tätig, als das

Stahlunternehmen aus der Fusion der luxemburgischen

Arcelor SA und der 1976 gegründeten

niederländischen Mittal Steel Company entstanden

ist.

Hubert Schmidt

ist im Mai von der Mitgliederversammlung des

WSM einstimmig zum neuen Präsidenten

gewählt worden. Der Wirtschaftsverband Stahlund

Metallverarbeitung (WSM) mit Sitz in Düsseldorf

vertritt rund 5.000 vorwiegend familiengeführte

Betrieben der Branche. Dr. Hubert

Schmidt führt das vor über 80 Jahren gegründete

Familienunternehmen Hubert Stüken

GmbH & Co. KG in Rinteln. Er folgt auf Dr. Gerhard

Brüninghaus, der den Verband sechs Jahre

lang geführt hatte und wegen seines herausragenden

Engagements zum Ehrenpräsidenten

gewählt wurde. Neuer Vizepräsident ist Dr. Kai

Wilke, Geschäftsführender Gesellschafter der

Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG in Iserlohn.

Er gehört dem WSM Präsidium seit dem

Gründungsjahr des WSM im Jahre 2000 an und

übernimmt das Amt von Dr. Michael Krehl, der

sich nach sechsjähriger Amtszeit anderen

Herausforderungen widmet.

Ralf Gorski

ist seit Mai neuer Geschäftsführer der BDG-Service

GmbH, einer 100-prozentige Tochter des

Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-

Industrie e.V. (BDG). Der Gießereiberater folgt

auf Dipl.-Ing. Melanie Chomiak-Janus, die das

Unternehmen Ende Juli verlässt, der BDG-Service

aber als Kooperationspartner weiter verbunden

bleiben und das Team als Freiberuflerin

unterstützen wird. Die BDG-Service GmbH übernimmt

seit 2002 die Aufgaben eines technischen

Kompetenzzentrums für Gießereien, Gießereizulieferer,

Gussabnehmer und Entsorger.

Sie bietet umfangreiche Beratungsleitungen

sowie mithilfe ihrer modern ausgestatteten

Labore umfassende Serviceleistungen für die

gesamte Branche. Mit der neuen personellen

Aufstellung sollen die gute Marktposition und

das technische Know-how der BDG-Service

gesichert und erweitert werden.

3D-Bügelbiegeautomat

Die neueste Generation der Bügelbiegeautomaten

ist:

leistungsstark

energiesparend

wartungsfreundlich

Die EBA S-Serie bietet zahlreiche

Möglichkeiten zur Automatisierung:

Automatische Richtsatzverstellung

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Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Sichere Reproduzierbarkeit:

Jebens

fertigt mit einem

Brennschneidroboter

Schnitte, deren

Winkel sich entlang

der gesamten

Schnittkante der

Bauteile für komplexe

Schweißbaugruppen

beliebig

verändern können.

Einsparpotenzial bei teuren Fräszeiten

Komplexe Brennteile mit gewollter Torsion

Zeit ist Geld – auch bei der Fertigung von Anlagenkomponenten, denn Maschinenzeiten beeinflussen

die Bauteilkosten signifikant. Statt zu Fräsen, ermöglicht die Jebens GmbH durch das Brennen

der Bauteile hohe Abtragraten zu wirtschaftlichen Kosten – in vielen Fällen sogar bei komplexen

Geometrien. Mit einem Schnitt entfernt der Brennschneidspezialist über mehrere Ebenen massives

Material aus Stahltafeln oder -blöcken mit Stückgewichten bis zu 55 t. Für Kunden bedeutet dieses

Verfahren erhebliches Einsparpotenzial bei teuren Fräszeiten.

Bei der Bearbeitung großer

schwerer Brennteile mit aufwendigen

Geometrien fühlt sich die Jebens

GmbH in ihrem Element. Mit der

von ihr mehr und mehr perfektionierten

Technik des Brennens bietet

das Unternehmen eine zeitlich und

wirtschaftlich interessante Alternative

zur umfangreichen mechanischen

Bearbeitung von Stahltafeln

oder -blöcken mit bis zu 1.100 mm

Dicke.

Nur mit der Flamme fertigen die

Experten bei Jebens exakt nach Kundenvorgabe

enge Radien oder Ausklinkungen

mit unterschiedlichen

Schnitthöhen und -breiten. Da nur

wenige Unternehmen diese Bearbeitungsmöglichkeit

beherrschen,

kennen viele Konstrukteure sie gar

nicht.

Auf Wunsch bringt Jebens in die

Werkstücke auch noch den richtigen

Dreh: Sogar Bauteile, deren Winkel

sich entlang der Schnittkante kontinuierlich

ändert, fertigt der führende

Spezialist für Maßarbeit in

Stahl mit dem Brenner.

Brennrobotor schneiden

mehrlagig

Jebens setzt für den Dickenabtrag

verstellbare Brenner beziehungsweise

auf einem Roboter montierte

„Es gibt viele Anwendungen,

bei denen die

Vorbearbeitung durch

Brennen erheblich

effizienter ist als eine

komplette mechanische

Bearbeitung.“

Brenner ein, um auch komplexeste

Geometrien fertigen zu können. Die

Besonderheit dabei ist, dass die

Flamme nicht nur von oben brennen,

sondern Schnitte bis in die horizontale

Linie setzen kann. Das

erlaubt mehrlagiges Schneiden mit

sehr eng gesetzten Parametern.

Voraussetzung dafür ist eine

ausgeprägte Expertise in Brennerund

Temperaturführung, da ein

Brenner nicht mit der Präzision

eines Lasers arbeitet. So muss jedes

Bauteil mit individuellen Parametern

vorgeglüht werden, damit keine

Risse entstehen.

3D-Modelle zur

Schnittsimulation

Für die exakte Schnittführung setzt

Jebens auf eine vorgeschaltete 3D-

Simulation anhand von Modellen –

denn einen zweiten Versuch gibt es

am realen Werkstück nicht. Ein zu

großer Abtrag am tatsächlichen Bauteil

kann es komplett zunichte

machen. Doch die Schneidprofis von

Jebens haben große Erfahrung mit

dieser Technik, die sie auch zu komplexe

Bearbeitungsaufgaben befähigt

– beispielsweise das mehrlagige

Schneiden von Schrägen im 45°-

Winkel.

Auch bei kleineren Bauteilen

und engerer Schnittführung ist eine

derart anspruchsvolle Schneidtechnik

möglich – unter entsprechender

Berücksichtigung des Ausdehnungskoeffizienten

und angepasster

Brennerführung. Angesichts des

enormen Kosteneinsparpotenzials

ist diese Art der Vor- oder Komplettbearbeitung

laut Jebens zunehmend

gefragt.

Bauteil mit gewollter Torsion

Der Spezialist fertigt sogar Schnitte,

deren Winkel sich entlang der

gesamten Schnittkante kontinuierlich

verändern. Ergebnis: ein Bauteil

mit gewollter Torsion.

Für Fräsmaschinen ist die so

entstandene Drehung um die Längsachse

eine – sehr kostenaufwendige

– Standardaufgabe. Jebens setzt hierfür

erneut auf den Brennschneidro-

6 Stahlreport 6|18


Fotos: Jebens GmbH

boter und gewährleistet damit die

sichere Reproduzierbarkeit in Kleinserien.

Jebens fertigt mit

dem Fasenroboter

individuelle, konturverlaufende

Fasen und schneidet

in mehreren

Ebenen.

Schnittwinkel beliebig

einstellbar

Ein Beispiel sind Rippen, die als

Verstärkung von Stahlgießpfannen

zum Einsatz kommen. 120 mm breit,

245 mm dick und 928 mm lang,

wurde ihr Schnittwinkel über die

gesamte Bauteillänge von 72 auf 84

° verändert. Mit dem robotergesteuerten

Brenner wurden die Bauteile

mit Stückgewichten von 200 kg

geschnitten. Insgesamt 24 Rippen

wurden nach diesem Verfahren für

die Firma Wessels GmbH produziert

– alle mit dem identischen Twist.

Die Roboterprogrammierung für diesen

ersten Auftrag war allerdings

so komplex, dass hierfür eigens der

Hersteller der Steuerungssoftware

hinzugezogen werden musste.

Heute kann Jebens den Schnittwinkel

über die gesamte Bauteillänge

nahezu beliebig verändern.

Und das mit einer Präzision, dank

derer die Bauteile für manche Einsätze

nicht einmal durch Fräsen

gefinisht werden müssten. Die Fertigung

der Stahlgießpfannenrippe

mit der gewollten Torsion war binnen

einer Woche abgeschlossen.

Aus Sicht von Carsten Schmickler,

Geschäftsführer der Jebens GmbH,

ein klarer Beweis für das enorme

Potenzial, das dieses in seinem Haus

entwickelte Verfahren erschließt.

Mit Jebens zufolge 40 % Kostenersparnis

und 30 % kürzerer Bearbeitungszeit

habe dieses Bearbeitungsverfahren

einige gute

Argumente auf seiner Seite. Konstrukteure

großer Werkstücke mit

komplexen Bearbeitungsaufgaben

erhielten mit der Expertise und den

Bearbeitungsmöglichkeiten bislang

ungeahnte Optionen, um große Abtragraten

oder Schnitte mit sich verändernden

Winkeln schnell, sicher und

kostengünstig zu realisieren. 2

thyssenkrupp Schulte –

Cooling Tubes der Zukunft

Leistungsstärkere Kühlrohre entwickelt

thyssenkrupp Schulte, ein Unternehmen

der Business Area Materials Services, hat für die

Siemens Power & Gas Division neuartige Edelstahlrohre

zur Wasserkühlung von Generatoren entwickelt.

Nach mehr als zwei Jahren Entwicklung seien

die Cooling Tubes nun serienreif.

Die neue Generation von Kühlrohren soll extremen

Belastungen standhalten, besonders im

Bereich der Streck- und Dehngrenze sowie des

Biegewerts. Auftragsziel war es, die bislang verwendeten

nahtlosen Rohre durch leistungsstärkere

geschweißte Rohre zu ersetzen. Nach

umfangreichen Tests sei dies schließlich gelungen.

„Die große Herausforderung war es, ein Produkt

zu entwickeln, das alle technischen Anforderungen

des Kunden erfüllt und gleichzeitig eine

deutliche Kostenreduzierung mit sich bringt.

Beides haben wir erreicht, was nur durch die

Nähe zu unserem Kunden und den damit verbundenen

Austausch möglich war“, so Gerals

Mulot, Vertriebsleiter bei thyssenkrupp Schulte.

Die Siemens Power & Gas Division bietet Versorgungsunternehmen,

unabhängigen Stromerzeugern,

Anlagenbauern und Industriekunden

wie beispielsweise der Öl- und Gasindustrie ein

breites Spektrum an Produkten und Lösungen.

Zum Portfolio zählen unter anderem Generatoren

zur Stromerzeugung, die über Rohre gekühlt

werden müssen. Nun sollen weltweit alle Siemens-Standorte

bedarfsgerecht über das Logistik-Center

Essen mit den neuen Cooling Tubes

beliefert werden.

Im Wettbewerb die Nase vorn

Business-Software

für erfolgreiche Unternehmen

www.nissen-velten.de


Stahlhandel

Bericht

Nordwest präsentiert Jahresbilanz

Rückblick auf ein starkes Jahr

Ein „extrem starkes“ Jahr voller Rekorde und Meilensteine – so stolz bilanzierten die Nordwest-Vorstände

Bernhard Dressler und Jörg Simon die Leistungen der Fachhandelspartner und des Nordwest-Teams im

vergangenen Jahr. Bei der Präsentation der Jahrebilanz zogen sie Anfang Mai ein mehr als positives

Resümee für die Nordwest Handel AG – und betonten immer wieder, „die Trendwende“ sei geschafft.

Mit einem Geschäftsvolumen

von 2.510,5 Mio. € im zurückliegenden

Geschäftsjahr hat die Nordwest

Handel AG den Vorjahreswert um

rund 17 % deutlich übertroffen. Damit

habe die Verbundgruppe einen neuen

Rekordwert erzielt, teilte das Unternehmen

mit. Rekordwerte wurden

dabei in zweierlei Hinsicht erreicht:

Zum einen hat Nordwest mit Blick

auf das gesamte Geschäftsvolumen

erstmalig in seiner Firmengeschichte

die 2,5-Mrd.-€-Marke überschritten,

zum anderen erreichte das Lagergeschäft

mit 151,2 Mio. € ebenfalls eine

neue Bestmarke.

Geschäftsbereich Stahl mit

deutlichem Anstieg

Neben dem Kerngeschäftsbereich

Bau-Handwerk-Industrie erreichten

insbesondere die Bereiche TeamFak-

„Unser gemeinsamer

Erfolg spiegelt sich auch

in der Kursentwicklung

der Aktie wider und zeigt

das Vertrauen, das die

Anleger in uns haben. 2017

stieg der Kurs der Nordwest-Aktie

erstmals auf

über 20 € – seit der Börsennotierung

1999.“

Jörg Simon,

Vorstand Finanzen/Administration

Nordwest Handel AG

tor/Services und Stahl einen deutlichen

Anstieg der Geschäftsvolumina.

Die größere abgesetzte Tonnage

führte im Geschäftsbereich Stahl

zusammen mit einem im Vergleich

zum Vorjahr höheren Preisniveau

zu einem Geschäftsvolumen von

940,9 Mio. € – und damit zu einer

Steigerungsrate von 17,2 % gegenüber

2016 (803,0 Mio. €). Die abgesetzte

Tonnage konnte im selben

Zeitraum um 4,3 % gesteigert werden.

Mit dem neuen Konzept „Stahlverbund

Phoenix“, mit dem Nordwest

die Bedürfnisse der Fachhandelspartner

und die wachsenden Anforderungen

des Marktes aufnehme,

aber auch durch den personellen

Ausbau des Stahlteams stärke man

die Zusammenarbeit mit den Fachhandelspartnern.

In dem Konzept werden alle

Stahlhandelspartner je nach ihrer

Umsatzgröße in drei unterschiedliche

Gruppen eingegliedert. Diese Einordnung

sei keine Wertung der jeweiligen

Leistungsfähigkeit, sondern

eine bedürfnisorientierte Zusammenführung

der verschiedenen Händler,

so Nordwest.

Strategie greift

Auch der Bereich Bau-Handwerk-

Industrie hat sich 2017 wie in den

vorangegangenen Jahren positiv entwickelt.

Das Geschäftsvolumen des

8 Stahlreport 6|18


Bereichs in Höhe von 913,5 Mio. €

übertraf mit einer Steigerung von

8,5 % das Volumen von 2016 (842,1

Mio. €) deutlich.Damit habe die Strategie

und das Konzept Fachhandelspartner

4.0+ gegriffen, bilanzierte das

Unternehmen.

Im Geschäftsbereich Haustechnik

wurde mit 202,7 Mio. € zwar ein

Minus von 17,8 % im Vergleich zum

Vorjahr (2016: 246,5 Mio. €) erzielt,

bereinigt um die Volumina der ausgeschiedenen

Händler konnte mit den

verbliebenen Fachhandelspartnern

zusammen jedoch ein zweistelliges

Wachstum von rd. 11 % erreicht werden,

meldete Nordwest. Die Entwicklung

war damit leicht besser als

erwartet.

Wachstumsmotor des Nordwest-

Konzerns sei weiterhin der Geschäftsbereich

TeamFaktor/Services gewesen.

Der Geschäftsbereich umfasst

hauptsächlich die Factoring-Aktivitäten

der Konzern-Gesellschaft Team-

Faktor NW GmbH. Durch den Ausbau

des Kundenstamms wurde mit einem

Geschäftsvolumen von 453,4 Mio. €

das Vorjahr um 77,4 % und damit die

allgemeine Marktentwicklung der

Factoring-Branche deutlich übertroffen.

Meilenstein Händlerentwicklung

Als Meilenstein im abgelaufenen Jahr

sieht Nordwest die positive Entwicklung

der Anzahl der Handelspartner.

Saldiert waren im vergangenen Jahr

45 neue Fachhandelspartner hinzugekommen,

so dass zum Jahresende

1.002 Häuser dem Nordwest-Konzernverbund

angeschlossen waren.

Ein Meilenstein sei auch das

Handball-Sponsoring. Seit dem vergangenen

Jahr sponsert der Einkaufsverbund

mit der Marke Promat den

Deutschen Handball Bund. Die Zusammenarbeit

ist auf eine Laufzeit von

36 Monaten festgelegt. Mit diesem

langfristigen Engagement will Nordwest

die Bekanntheit der Exklusivmarke

Promat in den Zielgruppen

Handwerk und Industrie steigern.

Ausblick

Die anhaltend positiven Wachstumssignale

erlauben auch für das

Geschäftsjahr 2018 eine positive

Umsatz- und Ergebnisprognose, teilte

Neue und innovative

Konzepte sowie Dienstleistungen

tragen ihren

wesentlichen Anteil dazu

bei, neue Handelspartner

von uns zu überzeugen

und bereits etablierte Partnerschaften

zu stärken.

Somit konnten wir 2017

bereits den Handelspartner

begrüßen.“

Bernhard Dressler,

Vorstandsvorsitzender Nordwest Handel AG

das Unternehmen mit. „Für das

Geschäftsjahr 2018 sind wir optimistisch

gestimmt und erwarten beim

Geschäftsvolumen eine Entwicklung

von +2 % bis +10 % gegenüber dem

Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT)

wollen wir damit nochmals um rund

15 % steigern und planen so ein

Rekordergebnis zwischen 9 und 10

Mio. €“, so die beiden Nordwest-Vorstände

Bernhard Dressler und Jörg

Simon im 99sten Jahr des Bestehens.

Der runde Geburtstag soll im kommenden

Jahr gebührend und mit lokalen

Bezügen in Dortmund gefeiert

werden – am 23.5.19.

Dass dabei nicht nur zurück, sondern

in die Zukunft geblickt wird, beweist

die Ankündigung, sich ab dem Jubiläumsjahr

auch im neuen Ausbildungsberuf

für Kaufleute im E-Commerce

zu engagieren und damit

Weichen hinsichtlich künftiger

Geschäftsmodelle zu stellen. 2

Stahlverbund PHOENIX – Positiver Trend setzt sich fort

Die gute Entwicklung im Stahlbereich hält auch in diesem Jahr weiter an.

Mit Ablauf des ersten Quartals 2018 meldet Nordwest Handel mit dem

Stahlverbund PHOENIX eine deutliche Mengensteigerung von 13,5 %

gegenüber dem Vorjahr und damit in Summe einen absoluten Spitzenwert

der letzten Jahre. „Die Steigerung um 30,1 % im abgerechneten Handelsvolumen

auf 272 Mio. € liegt auf Top-Niveau, erklärte Jörg Simon,

Nordwest-Vorstand Stahl, Finanzen und Administration.

Der Stahlverbund PHOENIX setze für den Nordwest-Stahlbereich und die

dort organisierten Fachhandelspartner des mittelständischen Stahlhandels

von Beginn an positive Signale. Das erst im letzten Jahr gestartete

Bonus- und Servicemodell sei bereits sehr gut etabliert. „Transparenz und

Konzentration sind die Kernaussagen, die das Konzept des Stahlverbunds

Phoenix gut beschreiben“, so Jörg Simon.

Neben den deutschen Fachhandelspartnern im Bereich Stahl seien auch

Partner aus den Nachbarländern von den Leistungen in diesem Nordwest-Segment

überzeugt: „Wir freuen uns insbesondere über neue Partner

in den Niederlanden, die zeigen, dass unser Konzept ‚grenzenlos‘ ist

und auch international funktioniert“, stellt Christopher Rüther, Geschäftsbereichsleiter

Stahl, fest.

Stahlreport 6|18

9


Stahlhandel

Bericht

Die Mehrwegestapler

von Hubtex

und Rohrer-Marti

kommen bei Hans

Kohler beim

Handling von groß

dimensionierten

Blechen und langen

Profilen zum Einsatz

Hans Kohler AG setzt auf Hubtex

Maßanzüge aus dem Baukasten

Ein ewiges Thema für jedes Handelsunternehmen: die Optimierung der internen Logistikstrukturen.

Auch die auf Edelstahl spezialisierte, in der Schweiz ansässige Hans Kohler AG arbeitet stetig an der

Verbesserung der Lagerstruktur. Dabei setzt Sie auch auf Mehrwegstapler von Hubtex.

Fotos: Hans Kohler AG

Das Bewährte hat weiter seinen

berechtigten Platz. So setzt das

Handelsunternehmen bei groß

dimensionierten Blechen und langen

Profilen auch in Zukunft auf manuelle

Mehrwegestapler. „Wir haben

die Zahl unserer Flurförderzeuge

stark reduziert, legen dafür aber

umso größeren Wert auf Qualität

und Passgenauigkeit der verbliebenen

Geräte“, erklärt Logistikleiter

Benno Kündig.

Benno Kündig, Logistikleiter bei Hans Kohler, legt bei seinen

Flurförderzeugen größten Wert auf Qualität und Passgenauigkeit.

Stapler modular konfigurieren

Durch das anhaltende Wachstum

seines Unternehmens und die stark

zunehmende Artikelvielfalt muss

Kündig den vorhandenen Lagerplatz

optimal nutzen. Deshalb ist die Hans

Kohler AG auf Stapler angewiesen,

die sich „perfekt an die vorhandenen

Platzverhältnisse und Gangbreiten

anpassen,“ so Kündig.

Zur verbesserten Logistik gehört

für das Unternehemen auch, sich

bei der Beschaffung der Mehrwegestapler

zu fokussieren – auf nur noch

ein bis zwei Lieferanten. Den Mitarbeitern

falle es so leichter, zwischen

den Geräten schnell zu wechseln.

Nach einer intensiven

Marktrecherche fiel die Entscheidung

auch auf Hubtex. Der deutsche

Hersteller konnte die Schweizer vor

allem in punkto Ergonomie und Qualität,

aber auch mit seinem Baukastensystem

überzeugen, mit dem sich

auch Sonderwünsche zu wirtschaftlichen

Kosten erfüllen ließen. So stehen

in jeder Leistungsklasse individuell

anpassbare Rahmenbreiten

und verschiedene Kabinenvarianten

zur Auswahl. Die einsatzspezifischen

Assistenzsysteme ergänzen das Portfolio.

In Kombination mit verschiedenen

Rahmenlängen und Batterieabmessungen

können sich Kunden

ihren individuellen Mehrwegestapler

konfigurieren, ohne dass er dadurch

zu einer kostspieligen Sonderkonstruktion

wird.

Schneller Service

Seit 2015 hat die Hans Kohler AG

bereits zwei Mehrwegestapler vom

Typ MQ40 angeschafft, so dass der

Stahlhändler schon einige Erfahrungen

mit Hubtex und dem Schweizer

Importeur, der Rohrer-Marti AG,

sammeln konnte. „Die Stapler haben

sich hinsichtlich ihrer Produktivität

und Zuverlässigkeit bestens im Alltag

bewährt“, betont Kündig.

Insgesamt liegt die Auslastung

der beiden MQ40 bei 80 %. Für das

laufende Jahr ist nun der Kauf eines

weiteren 4-Wege-Staplers geplant:

diesmal eines Staplers für das Blechlager

mit Verschlagsgrößen bis 6 x

2 m. Auch hierfür wurde wiederum

Hubtex angefragt. 2

10 Stahlreport 6|18


Erfolgreiche Zwischenbilanz nach 40 Jahren am Markt: Uwe Fien, Geschäftsführer

der Josef Fien GmbH Stahlhandel – Eisenbiegerei, blickt bei der Jubliäumsfeier

des Unternehmens im Mai 2018 positiv in die Zukunft.

Langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt: Geschäftsführer Uwe Fien (rechts)

dankte Martin Schick (25 Jahre), Hans-Peter Kaczmarek (20 Jahre) sowie Ralf

Chlebus (10 Jahre, vlnr.)

Stahlhandel Fien feiert 40jähriges Bestehen

Unternehmen und Mitarbeiter geehrt

„Jugendfrische hin und her, erst mit 40 ist man wer!“ Das gilt

für Unternehmen ebenso wie für Jubilantinnen und Jubilanten aus

Fleisch und Blut. Nach 40 Jahren erfolgreich am Markt darf man

schließlich unumwunden behaupten, etabliert zu sein. Anfang Mai

feierte die in Bad Säckingen ansässige Josef Fien GmbH, Stahlhandel

– Eisenbiegerei, dieses Jubiläum mit einem großen Fest für Mitarbeiter,

Kunden und Partnern.

In seiner Ansprache zog Geschäftsführer Uwe Fien eine positive

Bilanz. In Gedenken an seinen Vater – der das Unternehmen 1978

gegründet hatte und 2015 verstarb – betonte er, dass es im Laufe

der Jahre gelungen sei, einen „vorzeigbaren und leistungsstarken

Betrieb zu entwickeln“. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des

Produktspektrums und des Fokus auf individiuelle Kundenwünsche

würden auch weiterhin für die Josef Fien GmbH maßgebend sein.

Der Obermeister der Bauinnung des Landkreise Waldshut, Lothar

Zanotti, lobte die Stahlhandlung und Eisenbiegerei als flexibles,

zuverlässiges Unternehmen und sozialen Arbeitgeber.

Auf dem Jubiläumsfest wurden zudem einige Mitarbeiter geehrt, die

ebenfalls Jubiläen zu feiern hatten: Für zehn Jahre Betriebszugehörigkeit

wurde Ralf Chlebus geehrt. 20 Jahre ist Hans-Peter Kaczmarek

dabei. Für 25 Jahre Zugehörigkeit zur Firma sprach Geschäftsführer

Uwe Fien Martin Schick Dank und Anerkennung aus.


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Stahlproduktion

Bericht/Nachricht

So sieht das Werk später aus: Ein Computer-Rendering des neuen Edelstahlwerks in Kapfenberg

voestalpine investiert rund 350 Mio. € in neues Werk

Volldigitales Edelstahlwerk in Bau

Drei Jahre sind für die Bauarbeiten angesetzt, dann soll das neue Hightech-Edelstahlwerk von

voestalpine am am österrreichischen Standort Kapfenberg in Produktion gehen – und zugleich

Maßstäbe bei der Digitalisierung sowie in Sachen Umwelt setzen. Pro Jahr werden dort ab 2021

voraussichtlich rund 205.000 t anspruchsvollster Hochleistungsstähle vor allem für die Automobil,

die Luftfahrt- sowie die Öl- und Gasindustrie produziert.

Der Spatenstich für das Großprojekt

im April 2018 markierte den

offiziellen Beginn der dreijährigen

Bauphase. Mit einem Volumen von

bis zu 350 Mio. € ist die Investition

des voestalpine-Konzerns „nicht nur

ein Meilenstein für unseren Konzern

und den Standort Kapfenberg, sondern

auch ein positives Signal für die europäische

Industrie“, sagte Wolfgang

Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine

AG.

Freuen sich über den offiziellen Beginn der Bauphase (v.l.): Landesrätin

Barbara Eibinger-Miedl, Friedrich Kratzer (Bürgermeister

Kapfenberg), Margarete Schramböck (Bundesministerin für Wirtschaftsstandort

und Digitalisierung), LH Hermann Schützenhöfer,

Franz Rotter (Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der

High Performance Metals Division), Wolfgang Eder (Vorstandsvorsitzender

der voestalpine AG), Michael Schickhofer (LH-Stv.).

Erstes Stahlwerk seit Jahrzehnten

Erstmals werde seit Jahrzehnten wieder

in ein völlig neues Stahlwerk

investiert. „Mit dieser Investition verschafft

sich die voestalpine einen weltweiten

Technologie- und Kostenvorsprung

bei der Herstellung von

Hochleistungsstählen, der es uns

ermöglicht, diese Art der Produktion

auch auf lange Sicht global konkurrenzfähig

an einem traditionellen

europäischen Standort erhalten zu

können“, so Eder weiter.

Das neue High-Tech-Edelstahlwerk,

das die bestehende Anlage der

voestalpine Böhler Edelstahl GmbH

& Co KG in Kapfenberg ersetzen soll,

ist auf die Erzeugung von höchstqualitativem

Vormaterial für Flugzeugkomponenten,

Werkzeuge für die

Automobilindustrie, Equipment für

die Öl- und Gasförderung oder für den

3D-Druck von hochkomplexen Metallteilen

ausgelegt.

Maßstäbe bei Digitalisierung

und Umweltschutz

Die neue Anlage soll auf dem neuesten

Stand der Technik errichtet werden

– und bei digitalisierten Produktionsabläufen

internationale Standards setzen.

Rund 8.000 Prozessdaten sollen

laufend parallel erfasst und analysiert

werden.

Den hohen Digitalisierungsgrad

des neuen Edelstahlwerkes sieht die

Konzernspitze als Voraussetzung

dafür, Kunden künftig mit noch höheren

Werkstoffqualitäten versorgen

zu können und die Marktposition bei

Werkzeug- und Spezialstählen weiter

auszubauen.

Die entsprechende Forschungsund

Entwicklungsarbeit sowie die

Qualifizierung der voestalpine-Mitarbeiter

in den Bereichen Robotik,

Sensorik und Datenanalyse findet

dabei im eigenen Kompetenzzentrum

für Digitalisierung unmittelbar am

Standort des Werkes statt.

Auch in Sachen Umweltschutz

setze das Investment neue Maßstäbe:

Das Kernstück der Anlage – ein Elektrolichtbogenofen,

der hochreinen

Schrott in Kombination mit verschiedensten

Legierungsmetallen zu Edelstählen

erschmilzt – soll zu 100 %

mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen

betrieben werden. Zudem

sorgt künftig ein Rückgewinnungssystem

dafür, dass die erzeugte

Wärme werksintern weiterverwendet

sowie in das öffentliche Fernwärmenetz

eingespeist wird. Was die Küh-

14 Stahlreport 6|18


Bilanz des Geschäftsjahrs 2017

Dillinger hat sich „gut geschlagen“

Im neuen voestalpine-Edelstahlwerk werden

künftig Produkte unter anderem für die Automobild-

und die Luftfahrtindustrie hergestellt

– zum Beispiel Triebwerksscheiben.

lung der Produktionsanlagen betrifft,

plant voestalpine dank geschlossener

Kreisläufe mit einer Reduktion der

benötigten Kühlwassermengen um

bis zu 90 %.

Volkswirtschaftliche Effekte

inklusive

Die Vorbereitungen für den Bau der

neuen Produktionsstätte laufen seit

Herbst 2017. Der Standort in Kapfenberg

grenzt an ein bestehendes

Werksgelände vor Ort an und umfasst

eine Fläche von etwa sechs Fußballfeldern

(rund 50.000 m²). Bis zum

Sommer dieses Jahres sollen die ersten

Vergaben für den Hallen- und

Anlagenbau erfolgen. Ab 2019 ist die

Installation der Aggregate geplant.

Während der dreijährigen Bautätigkeit

werden vor Ort voraussichtlich

bis zu 1.000 temporäre Arbeitsplätze

geschaffen.

Das an die 350 Mio. € „schwere“

Investitionsprojekt zeitigt auch volkswirtschaftlich

nicht unwesentliche

Effekte: Wie eine Studie des Industriewissenschaftlichen

Institutes vom

September 2017 darlege, werde

alleine in der Bauphase (2018-2021)

durch das Projekt eine Bruttowertschöpfung

in Österreich von rund 240

Mio. € generiert, 145 Mio. € davon in

der Steiermark. Indirekt soll das Projekt

in der Errichtungsphase 3.500

nationale Arbeitsplätze absichern,

davon mehr als die Hälfte allein in

der Steiermark. 2

Die Dillinger Gruppe – Aktien-Gesellschaft

der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger)

mit ihren Tochtergesellschaften – hat sich

2017 angesichts weiterhin schwieriger

Bedingungen auf dem Grobblechmarkt gut

geschlagen. Diese Bilanz zog das Unternehmen

anlässlich der Präsentation der Zahlen

für das Geschäftsjahr 2017.

„Trotz der weiterhin massiven Überkapazitäten

und hohen Importmengen im Grobblechmarkt

ist es uns gelungen, Mengen

und Erlöse zu steigern und die Umsatz- und

Ergebniszahlen in der Gruppe deutlich zu

verbessern“, sagte der Sprecher des Vorstands

und Finanzvorstand von Dillinger,

Fred Metzken.

Der Grobblechmarkt in Europa blieb Dillinger

zufolge auch 2017 ein hart umkämpfter

Markt, auf dem die Kapazitätsauslastung

der europäischen Grobblechhersteller unbefriedigend

blieb. Während der Grobblechmarkt

im Bereich Offshore-Öl und -Gas

durch die eingebremsten Investitionen

wegen der niedrigen Öl- und Gaspreise wei-

Neue Hardox-Wearparts-Seite in deutscher Sprache

Verbesserter Verschleißteil-Support

SSAB hat die deutsche Version der

kürzlich überarbeiteten Hardox Wearparts®-Webseite

live geschaltet. Besucher

sollen das passende Stahlprodukt und

andere Verschleißmaterialien schneller und

komfortabler als bisher finden. Ebenso stehen

laut SSAB effizientere Tools zum Übermitteln

von Angebotsanfragen bereit.

„Die Hardox Wearparts-Website ist ein

wichtiges Element beim Aufbau einer starken

digitalen Präsenz“, so Nancy Matos,

Head of Market Development bei SSAB Services.

„Mit der Website als Grundlage

möchten wir Unternehmen mit verschleißintensiven

Umgebungen wie Bergwerken,

Steinbrüchen, Zementwerken und auch

anderen Branchen einen raschen Zugang zu

Informationen bieten, um das richtige Material

und die richtige Konstruktion für ihre

Einsatzbereiche zu wählen, um die Laufzeiten

ihrer Anlagen und Maschinen zu optimieren.“

terhin schwächelte, verzeichneten die

Bereiche Offshore-Wind sowie der europäische

Großrohrmarkt mit seinen Projekten

Nordstream 2 und EUGAL in 2017 eine

Sonderkonjunktur.

Die konsolidierten Umsatzerlöse konnten

deutlich um 20,4 % verbessert werden und

beliefen sich auf 2,122 Mrd. € (Vorjahr:

1,762 Mrd. €). Das konsolidierte EBITDA

(Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)

belief sich auf 210 Mio. € (2016:

31 Mio. €).

Für das Geschäftsjahr 2018 sind die Erwartungen

von dem anhaltend schwierigen

Marktumfeld und den zahlreichen geopolitischen

Unsicherheiten geprägt und daher

eher verhalten. Vorbehaltlich möglicher

Umleitungseffekte auf den europäischen

Markt durch die Einfuhrbeschränkungen der

USA, rechnet die Dillinger-Gruppe für 2018

bei etwas geringeren Produktions- und

Absatzmengen mit Umsatz- und Ergebniszahlen

auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr.

Um Hardox Wearparts hat sich SSAB

zufolge ein weltweit wachsendes Netzwerk

mit zertifizierten Unternehmen gebildet, das

gegenwärtig mehr als 380 Center umfasst.

Durch die Einführung von zusätzlichen Sprachen

auf der Website soll es Kunden einfacher

gemacht werden, den geeigneten Hardox-Servicestandort

für ihren Betrieb zu

finden – und das heißt für SSAB nicht nur

das nächstgelegene Center, sondern auch

das mit den geeigneten Produktionskapazitäten.

So sollen Kunden auf der Seite nahegelegene

Center auswählen können, die die

benötigten Verschleißteile, die benötigten

Verarbeitung oder die erforderlichen industriellen

Anforderungen verfügbar haben.

Da immer mehr Benutzer mobil auf die

Website zugreifen, sei das Angebot zudem

für Smartphones optimiert.

[ Info ]

www.hardoxwearparts.com

Stahlreport 6|18

15


Messen

und Märkte

Hannover Messe/CeMAT

Foto: Deutsche Messe AG

Menschen und Maschinen: Bundeskanzlerin

Angela Merkel wählte bei

ihrem Rundgang auf der Hannover

Messe mit dem mexikanischen

Präsidenten Peña Nieto sozusagen als

Begrüßung eines Roboters die

sogenannte Ghettofaust.

Industrie und Logistik in Hannover

Künstliche Intelligenz

Nach fünf gemeinsamen Tagen sind Ende April die Hannover Messe und die CeMAT zu

Ende gegangen. Als digitales Doppel angekündigt (Stahlreport 5/18, S. 22f), fokussierten

beide Veranstaltungen die aktuellen Entwicklungen in den angesprochenen Branchen der

Industrie und der Logistik und vor allem auf die Situation zur Künstlichen Intelligenz.

Damit ging es – sozusagen rechtzeitig zum diesjährigen Tag der Arbeit – um deren Zukunft

und das Verhältnis von Menschen zu Maschinen; oder schon umgekehrt?

Bereits seit Jahren bildet die

HANNOVER MESSE den Rahmen für

eine Reihe von Ausstellungs- und Konferenzelementen

zu unterschiedlichen

industriellen Teilthemen. In diesem

Jahr zu/zur

z Integrated Automation, Motion &

Drives,

z Digital Factory,

z Energy,

z Research & Technology sowie – für

den Werkstoffbereich und seine Distribution

besonders interessant –,

z Industrial Supply (vgl. deshalb gesonderte

Zulieferer-Berichterstattung in

diesem Schwerpunkt).

Erstmals seit rund eineinhalb Jahrzehnten

fand zeitlich und räumlich

parallel in der niedersächsischen Landeshauptstadt

wieder die CeMAT (Centrum

für Materialflusstechnik) statt,

eine ebenfalls bereits traditionelle

Messe zu den Entwicklungen in der

Intralogistik und in den Wertschöpfungsketten.

(Vgl. gesonderte Berichterstattung

in diesem Schwerpunkt)

Messetrends im Doppelpack

Der Megatrend Digitalisierung hatte

diese erneute Messeannäherung möglich

gemacht – wie sich im April in

Hannover herausstellte, diesmal vor

allem in der Form künstlicher Intelligenz

(KI), die den für Industrie und

Logistik angebotenen Lösungen immer

deutlicher ein Gesicht bzw. Profil gibt.

Das damit angesprochene Verhältnis

von Menschen zu Maschinen bzw.

umgekehrt gilt in KI-Zeiten als eine

der spannendsten wirtschaftlichen

und auch gesellschaftlichen Fragestellungen.

Die Antworten bedürfen besonderer

Interpretationen – wie auch die

sogenannte Ghettofaust, die Bundeskanzlerin

Angela Merkel bei ihrem

Messerundgang für die Kontaktaufnahme

mit einem Roboter wählte. (Vgl.

dazu auch das Editorial in diesem

Heft.)

Wesentliche Veränderungen wurden

auf der Hannover Messe vor allem

auch durch das Engagement von Verbänden

deutlich (vgl. gesonderte

Berichterstattung in diesem Schwerpunkt),

die den Wirtschaftsgipfel an

der Leine im Übrigen auch für ihre

konjunkturellen Botschaften genutzt

haben (vgl. Stahlreport 5/18, S. 28ff).

Unter dem Leitthema „Integrated

Industry – Connect & Collaborate“

informierten sich in diesem Jahr nach

Veranstalterangaben rund 210.000

Besucher über die Innovationen der

insgesamt etwa 5.800 Aussteller der

Hannover Messe und CeMAT. The-

men wie KI, Machine Learning, industrielle

IT-Plattformen, der Ausbau der

Stromnetze für Elektromobilität, der

Einsatz von Robotik und autonomen

Systemen in Produktion und Intralogistik

sowie die Rolle des Menschen

in der vernetzten Fabrik wurden

intensiv diskutiert und an den Ständen

gezeigt.

Große Beachtung fand in diesen

Zusammenhängen auch das Partnerland

Mexiko, das sich als innovativer

Wirtschaftspartner und Industriestandort

präsentierte.

Die enge Vernetzung von Produktion

und Logistik wurde in den CeMAT-

Hallen diskutiert, denn ohne intelligente

Logistiksysteme dürfte die

digitale Fabrik nicht funktionieren.

Zu den Produkthighlights zählten Flurförderzeuge,

autonome Shuttle, Kommissionier-Roboter

sowie komplette

Anlagen. Assistenzsysteme waren weitere

Highlights. Die agile Fertigung

und die Intralogistik setzt auf fahrerlose

Transportsysteme, Drohnen und

Sprachassistenten.

Die nächste Hannover Messe wird

vom 1. bis 5. April 2019 ausgerichtet.

Das Partnerland ist dann Schweden.

Die nächste CeMAT findet vom 20. bis

24. April 2020 wieder gemeinsam mit

der Hannover Messe statt. 2

16 Stahlreport 6|18


Zulieferer intensivieren

den Datenaustausch,

um zu optimierten

Produkten

zu kommen: das Beispiel

Sitzschlitten.

Die Zulieferer und der Leichtbau

Bedeutung der Distribution

Der Marktplatz der Zulieferer gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Teilen der Hannover

Messe. Auf diese Weise konkretisiert sich immer wieder auch die Bedeutung der Distribution

sowie der Verbände für die Wertschöpfungsketten. So war es auch in diesem April, erneut mit

einem Schwerpunkt im Leichtbau. Dargestellt wurden meistens aktuelle industrielle

Vernetzungen, aber auch Einzellösungen fanden Wertschätzung.

Eines der Querschnittsthemen

in den drei den Zulieferern vorbehaltenen

Messehallen war der Leichtbau,

der sich nicht ohne Hintergrund an

den Übergängen zur digitalen Fabrik

positioniert hatte. Als Ort des Geschehens

profilierten sich außerdem das

Forum und die Speakers Corner auf

der neuen Integrated Lightweight Plaza

in Halle 5: Die Podiumsdiskussionen

zur Mittagszeit im Forum bewährten

sich ebenso wie der an dem anderen

Ort gepflegte Wissenstransfer und

Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus

dominierten Verbände und Unternehmen

sowie regionale und lokale Lösungen

das Geschehen.

Plaza und Forum

Auch wenn der Name es nicht ohne

Weiteres nahelegt: Die Massivumformung

war in diesem Jahr erstmalig

mit ihrem Branchentreff auf der Lightweight

Plaza vertreten. Die Branche

bot zusätzlich am zweiten Messetag

sechs auf die Trendthemen der Massivumformung

fokussierte Vorträge

an:

z Dipl.-Wirt.-Ing. Tobias Hain, Ge -

schäftsführer Industrieverband Massivumformung

e. V. stand zum Thema

„massiveTRENDS –Aktuelle Entwicklungen

in der Massivumformung“

auf dem Programm.

z Es folgte ein Vortrag vom Vorstandsvorsitzenden

des Industrieverbandes

Dr. Frank Springorum zum Thema

„massiverVORTEIL – Der Wert der

verbandlichen Zusammenarbeit für

den Mittelstand als Innovationstreiber

Deutschlands“.

z „massiveLÖSUNG – Hybridschmieden

– die Antwort für widersprüchliche

Anforderungen“ wurde ebenso

thematisiert wie beispielsweise

z „massiveEFFIZIENZ – Energieintensiv

und energieeffizient – kein Widerspruch

für die Massivumformer“ oder

z „massiverLEICHTBAU – Automobiler

Leichtbau durch Massivumformung“

und

z „massiveBIONIK – Additive Fertigung

im traditionell geprägten Mittelstand.“

Verbände und Unternehmen

„Die fortschreitende digitale Transformation

stellt an alle Glieder der Wertschöpfungskette

neue Anforderungen.

Sie durchdringt jede Branche und ist

damit auch für den Leichtbau von großer

Relevanz“, betonte Dr. Silvius Grobosch,

Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes

Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME), auf

einer Pressekonferenz anlässlich der

„Industrial Supply“ in Hannover.

Grobosch erinnerte daran, dass

„Leichtbau stets auch etwas mit Problemlösungen

zu tun hat“. Es gehe vor

allem um die Reduzierung von Emissionen,

geringeres Materialgewicht und

Ressourcenschonung. Unternehmen

kaufen laut Grobosch zwischen 50 bis

80 % ihres Umsatzes extern ein. Wenn

diese Firmen Leichtbau-Lösungen präsentieren

wollen, müssen sie seiner

Meinung nach nicht nur Material

beschaffen, sondern vor allem eng mit

den Lieferanten von Subkomponenten

zusammenarbeiten. Damit kaufen sie

Innovationen und Ideen ein. Denn der

Gewinner der Zukunft sei nicht der

Hersteller des Produktes, sondern der

Unternehmer mit dem besten Netzwerk

– bestehend aus den klügsten Ideen,

den kostengünstigsten Lieferanten, den

innovativsten Designern sowie der

effektivsten Supply Chain.

Angesichts der Herausforderungen,

welche die digitale Transformation

an die Wirtschaft stelle, müssten alte

Denkmuster aufgebrochen werden.

Dazu leiste der BME schon heute einen

wichtigen Beitrag. Grobosch: „Es geht

um neue Geschäftsmodelle, neue Lieferantennetzwerke

und weitere Qualitätssteigerungen.

Erst diese Faktoren

ermöglichen den Leichtbau der

Zukunft. Neue Technologien wie Data

Analytics helfen, effizientere und nachhaltigere

Problemlösungen zu finden

und bessere Supply Chains sicherzustellen.

Es geht beispielsweise nicht

mehr nur darum, sich Daten über seine

eigenen Lagerbestände zu verschaffen,

sondern auch über die Bestände und

Kapazitäten der Vorlieferanten. Ich

muss in Netzwerken denken.“

Was das in der Praxis bedeutet,

machte auf ihrem Stand auch die Salz- 3

Foto: Rosswag AG

Stahlreport 6|18

17


Messen

und Märkte

Hannover Messe/CeMAT

Foto: VDI

Foto: BAM

3 gitter AG deutlich. Die Handelssparte

des Konzerns zeigte in Hannover, wie

Material- und Kommunikationsfortschritte

gemeinsam ausgenutzt werden

können. Die Entwicklung neuer Stähle,

die Gewichtseinsparungen ermöglichen,

ging in den letzten Jahren einher

mit dem Aufbau von digitalen Plattformen,

die inzwischen unter der

Marke „e-World“ gebündelt sind.

Regionale und lokale Lösungen

Wie Leichtbaupotenziale in Zeiten von

Big Data gehoben werden können,

zeigte sich eindrucksvoll auch auf dem

Gemeinschaftsstand „Leichtbau aus

Baden-Württemberg“ in Halle 5 –

anhand eines additiv gefertigten Sitzschlittens

aus dem paralympischen

Biathlon: Um die Prozesskette in Gang

zu setzen, ermitteln Sensoren zunächst

das individuelle Gewicht der Person.

Dieser Wert wird dann an ein Product-

Lifecycle-Management-System (PLM)

weitergegeben, das als Schnittstelle

zum Datenaustausch dient. Dort sind

auch die CAD-Daten des Sitzes hinterlegt.

Mittels Simulation wird dann die

Struktur des Sitzes dem individuellen

Gewicht angepasst und zeitgleich einer

Optimierung unterzogen. Man erhält

dadurch nicht nur ein verbessertes

Produkt, sondern reduziert auch den

Materialeinsatz. Die optimierten CAD-

Daten werden über das PLM-System

an eine Online-Plattform weitergegeben,

die automatisch Angebote für

Preise und Lieferzeiten von Lieferanten

einholt.

Dieses Beispiel unterstreicht die

Bedeutung, die zeitgemäße Werkzeuge

wie 3D-Drucker inzwischen auch im

Metallbereich haben. So feierte der

Metal X der Ahlener Mark3D GmbH

auf der Hannover Messe seine Premiere.

Der 3D-Metalldrucker setzt auf

eine vollkommen neue Technologie

namens ADAM – Atomic Diffusion

Additive Manufacturing. Dieses Verfahren

gilt als revolutionär, weil das

Metall in einem Polymer eingebunden

ist, wodurch beim Druck kein giftiger

Zulieferer denken

über neue Konstruktionsfaktoren

nach, um zu besseren

Ergebnissen zu

kommen: Wölbstrukturen

bieten

Vorteile.

Zulieferer denken

über neue Materialien

nach, um

nachhaltiger zu

wirtschaften: afrikanische

Rohstoffe

für besseren

Beton.

Metallstaub entsteht. Durch den Sinterprozess

im Anschluss entsteht ein

Bauteil von enormer Festigkeit und

die Materialeigenschaften sind vergleichbar

mit Gussteilen. Dank ADAM

können auch spezielle Geometrien wie

beispielsweise geschlossene Wabenstrukturen

hergestellt werden. Das

Modell muss nicht mehr den Beschränkungen

der subtraktiven Fertigung

angepasst werden und der Konstrukteur

gewinnt maximale Designfreiheit.

Als Material sind derzeit Edelstahl,

Titan, Werkzeugstahl, Inconel und Aluminium

verfügbar.

Trotzdem bringen nach wie vor

auch reine Material- oder Konstruktionslösungen

enorme Vorteile für den

Leichtbau, wie in Hannover die Bundesanstalt

für Materialforschung und

-prüfung (BAM), das VDI Zentrum Ressourceneffizienz

sowie die Christian-

Albrechts-Universität zu Kiel unter

Beweis gestellt haben:

z Jenseits metallischer Fragestellungen

erforschen Wissenschaftler des BAM

derzeit gemeinsam mit afrikanischen

Kollegen, inwieweit pflanzliche Stoffe

als Rohstoffe für chemische oder

mineralische Zusatzstoffe von Beton

infrage kommen. Auf der Suche nach

optimierten Werkstoffen wird derzeit

u.a. mit Kokosfasern, Akaziensaft

oder Cassava-Schalen experimentiert.

z Und der VDI stellte in Hannover vor,

welche technischen Vorteile bionische

Leichtbaustrukturen für industrielle

Produkte haben und wie sie

zur Material- bzw. Energieeffizienz

in kleinen und mittleren Unternehmen

beitragen können. Experimentiert

wird derzeit in der Industrie mit

sechseckigen Wölbstrukturen, für

die Bienenwaben und Seeschildkrötenpanzer

Vorbilder sind.

z Eine flexible Alternative zu herkömmlichen

Schweiß- und Klebeverfahren

hat jetzt ein Forschungsteam der

Arbeitsgruppe „Funktionale Nanomaterialien“

der Christian-Albrechts-

Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam

mit der Kieler Phi-Stone AG entwickelt.

Basierend auf einem speziellen

Ätzverfahren lassen sich damit Aluminium

und Aluminiumlegierungen

sowohl miteinander als auch mit

Kunststoffen dauerhaft stabil verbinden.

2

18 Stahlreport 6|18


Die CeMAT zeigte die Tendenzen

in der Intralogistik auf

Digital und vernetzt

Es waren vor allem die begleitenden Foren, etwa

des VDMA, die auf der CeMAT in Hannover

deutlich machten, dass und – vor allem – wie die

Zukunft der Intralogistik digital und vernetzt ist.

Neben diesen qualitativen Aspekten kamen

immer wieder auch quantitative Gesichtspunkte

zur Sprache. Und es wurde die Nachhaltigkeit mit

ihren ökonomischen, sozialen und ökologischen

Aspekten zu einem wichtigen Maßstab.

Foto: Continental

Zur Realisierung der Qualität

war gut beraten, wer sich zur Systematisierung

der vielen intellektuellen

Impulse am Bild des Netzes orientierte:

Es wird nach außen wahrnehmbar,

benötigt im Innern als Bauplan ein

Regelungsystem, das viele Akteure an

den Knotenpunkten gleichzeitig optimieren

und integrieren sowie sogar

neue Ressourcen erschließen kann.

z So werden fahrerlose Transportsysteme

und -fahrzeuge in Lagern und

Produktionsstätten bereits heute

immer häufiger wahrgenommen.

Neue Methoden der Navigation sowie

eine immer ausgereiftere Sensorik

sorgen global für Effizienz und Prozessautomation

Lager- und Produktionslogistik.

z Andere Aspekte der Digitalisierung

beziehen sich auf die Prozesse innerhalb

von Supply Chains. Blockchains

könnten das Schlüsselelement sein,

um alle Beteiligten einer Supply Chain

digital zu vernetzen. Der Begriff Blockchain

wird ursprünglich für ein Konzept

genutzt, mit dem ein zentrales

Buchführungssystem trotz vieler Teilnehmer

dezentral geführt werden

kann.

z Neue Digitalisierungstechnologien

wie IT-Plattformen, Machine Learning

sowie Digital Twins schließlich erweitern

den Horizont der Logistikwelt in

vielen Anwenderbranchen. Durch die

stetig verbesserte Technik ist es möglich,

die einzelnen Teile und gesamte

Abläufe der Wertschöpfungskette zu

optimieren und auf diese Weise noch

effektiver und kostensparender zu

arbeiten.

z Große Datenmengen und die stark

gestiegene Rechenleistung bilden den

optimalen Rahmen für die Anwendungen

von Machine Learning im

Umfeld von Industrie 4.0. Viele bislang

ungenutzte Informationen können

so Teil der Wertschöpfungskette

werden und zur digitalen Transformation

von Unternehmen beitragen.

Plattformen werden den Logistikmarkt

voraussichtlich mehr und mehr

beherrschen.

z Auch Digital-Twin-Lösungen erlauben

in der Logistik unterschiedliche Perspektiven.

Der Digital Twin steht in

ständiger Interaktion mit seinem Partner.

Er erfasst die einzelnen Ebenen

des Lebenszyklus und analysiert sie.

Das Besondere: Beobachtungen und

Sensordaten aus dem laufenden

Betrieb fließen in Echtzeit in das

Modell zurück und können zur permanenten

Optimierung und für laufende

Updates genutzt werden.

Diese Vision von selbst optimierenden

intralogistischen Lösungen bedarf allerdings

weiterer Forschung und Entwicklung.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-

Institut für Materialfluss und Logistik

IML hat der VDMA Fachverband Fördertechnik

und Intralogistik drei Technologie-Roadmaps

für die Intralogistik

2025 erarbeitet. Entstanden sind konkrete

Handlungsempfehlungen des Verbands

des Deutschen Maschinen- und

Anlagenbaus (VDMA) für die Technologiefelder

Sensorik, Kommunikation

und Data Science.

Quantitativ beeindruckten Anbieter/Aussteller

wie die Hannoveraner

ContiTech AG. Aus diesem Unternehmen

stammt die Information, dass

2050 das globale Frachtvolumen im

gesamten logistischen Bereich mehr

als vier Mal so hoch sein wird wie

2010. Über 31.000 Billionen Tonnenkilometer

Güter würden dann voraussichtlich

jährlich per See- oder Luftfracht

sowie über die Straße und

Schiene weltweit transportiert. Der

effiziente Transport von Gütern sei

die Hauptvoraussetzung für die Mobilität

von morgen und übermorgen.

Automatisierung und Digitalisierung

seine dabei wesentliche Treiber, also

Mit-Verursacher dieser unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten

nicht

unkritisch zu sehenden Entwicklung.

Nachhaltigkeit

z Ökonomisch dominierten in Hannover

naturgemäß unternehmensbezogene

Erfolgsmeldungen. So krönte die

STILL GmbH nach eigenen Angaben

ihre Innovationsleistung mit dem

IFOY Award: „Eine weitere der begehrten

Intralogistik-Trophäen ging an

den Hamburger Intralogistikanbieter

– und zwar in der Kategorie Counter

Balanced Truck.

z Die Maschine-Mensch-Schnittstelle

und damit die soziale Komponente

der Nachhaltigkeit hatte auch die ZF

Friedrichshafen AG im Blick, die für

Hannover eine Weltpremiere angekündigt

hatte: ZF zeigte einen „hochautomatisierten

Gabelstapler, der

sehen, denken und handeln kann.“

z Ein weiteres Schwerpunktthema der

CeMAT brachte immer wieder auch

die ökologischen Aspekte der Logistik

zu Sprache. Auf der erstmals durchgeführten

Port Technology Conference

zeigten Referenten die – auch volkswirtschaftlichen

– Potenziale durchgängig

digitaler Prozesse für Häfen

auf. 2

Komplexer werdende

Prozessketten

weiter optimieren

sowie die

Betriebs- und Prozesskosten

in das

Lagerhaltung verbessern:

Das Lager

der Zukunft ist nach

Ansicht von Continental

automatisiert und

vernetzt – aber noch

von Menschen überwacht.

Stahlreport 6|18

19


Messen

und Märkte

Hannover Messe/CeMAT

Nach einer VDE-

Umfrage muss vor

allem die Hochschulausbildung

angepasst

werden, um KI als

Schlüsseltechnologie

der Digitalisierung in

Deutschland zu fördern.

Grafik: VDE

Das Thema für die Verbände

Künstliche Intelligenz

Auf der Hannover Messe Ende April war Künstliche Intelligenz das Thema der Stunde. Experten

sprechen von einem „gigantischen Potenzial“ für die Industrie, und doch machte sich auch Unsicherheit

breit. Die kommt aus der Bevölkerung, während die Wirtschaft und ihre Verbände dagegen halten.

Laut einer Studie des Bundesverbands

Digitale Wirtschaft, gehen

69 % der Befragten davon aus, dass

durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz

„massenhaft Arbeitsplätze“ wegfallen

werden, 48 % denken, dass Menschen

im Verhältnis Mensch-Maschine

den Kürzeren ziehen werden. Den

Grund dafür sehen die Autoren der Studie

aber vorrangig im fehlenden Verständnis

für und Vertrauen in die Technologie.

Dass Künstliche Intelligenz (KI)

mehr Chancen bringt als Risiken birgt,

meint man dagegen im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA). Die Entwicklung und der Einsatz

von Künstlicher Intelligenz (KI) in

der Industrie brauche allerdings einen

verlässlichen europäischen Rahmen –

ohne jedoch den Raum für künftige

Innovationen einzuschränken. Als ausgewogene

Grundlage dazu bewertet

der Maschinenbau die aktuelle Mitteilung

zu Künstlicher Intelligenz in

Europa, welche die EU-Kommission

vorgestellt hat. „Um ein brauchbares

Regelwerk für Künstliche Intelligenz

aufzustellen, müssen wir international

zusammenarbeiten. Deswegen begrüßen

wir die Anstrengungen der Europäischen

Kommission ausdrücklich“,

sagt VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.

Sachlich debattieren

Gleichzeitig mahnt der VDMA, dass die

öffentliche Debatte über Förderung und

Regulierung von KI weiterhin sachlich

geführt werden muss. „Wir hoffen, dass

bei Künstlicher Intelligenz die Wettbewerbsfähigkeit

der Industrie im Vordergrund

steht und die Debatte nicht

getrieben wird von Angst vor Arbeitsplatzverlusten

oder Ideen wie einer

Robotersteuer“, sagt Welcker. „Künstliche

Intelligenz, so wie sie in der Industrie

vorkommt, ist sehr detailbezogen

und lösungsorientiert und weit weg

von Horrorszenarien, die sich eher aus

Science-Fiction-Filmen ableiten.“

KI-Technologien wie beispielsweise

„maschinelles Lernen“ werden in der

Industrie bereits erfolgreich angewandt,

etwa bei der Erkennung von Mustern

zur Fehlererkennung oder bei der Fernwartung

von Maschinen. Der VDMA

erwartet, dass KI in Zukunft eine zuneh-

mend größere Rolle im Maschinenbau

spielen wird und beispielsweise selbstlernende

Maschinen zu einer effizienteren

Produktion und damit zu mehr

Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Die

Sorge vor großen Jobverlusten hält der

Verband für unbegründet und verweist

auf den hohen Automatisierungsgrad

in Deutschland, der zwar zu veränderten

Jobprofilen, aber insgesamt zu

einem Aufbau von Arbeitsplätzen

geführt hat.

Auch der Verein Deutscher Ingenieure

geht nicht davon aus, dass durch

die neuen Systeme großflächige Jobverluste

zu befürchten sind. „Wenn wir

die digitale Transformation und die

Möglichkeiten der KI richtig bewerten

und angehen, wird daraus ein Jobmotor,“

so Vereinsdirektor Ralph Appel.

Es sei Verantwortung von Entwicklern

und Anwendern, einen möglichen Kontrollverlust

zu verhindern.

Je schneller die Digitalisierung,

und vor allem die Vernetzung vieler

Gegenstände, Fahrzeuge, Maschinen

und Lieferketten voranschreitet, umso

akuter wird auch die Gefahr von Datenmissbrauch

und Hacking-Angriffen.

20 Stahlreport 6|18


Auch das machte die Messe klar. KI-

Systeme verarbeiten eine Unmenge

der gesammelten Daten, und müssen

deshalb besonders reguliert und gesichert

werden. Experten warnen, dass

ein Großteil der neuen Gadgets und

Systeme so schnell wie möglich auf

den Markt gebracht wird, ohne dass

die Hersteller großen Wert auf maximale

Sicherheit legen. Dagegen geht

etwa das Deutsche Forschungszentrum

für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern

vor. Die Forscher setzen Mikrofone

in Industriemaschinen ein, da ein

verändertes Geräuschprofil möglicherweise

ein Hinweis für einen Hack sein

kann, und versuchen mit sogenannten

Honigtöpfen, also vorgetäuschten Zielen,

die Strategien der Angreifer zu

entlarven.

KI – Schlüsseltechnologie

der Digitalisierung

Auch angesichts solcher Ansagen fordert

der Verband Elektrotechnik Elektronik

und Informationstechnik (VDE) eine

Innovationsoffensive für KI, um den

digitalen Wandel von Wirtschaft und

Gesellschaft erfolgreich vorantreiben

zu können und damit den Wirtschaftsstandort

zukunftsfähig zu machen. Das

habe der VDE Tec Report 2018 ergeben,

eine Umfrage des Technologieverbands

VDE unter den 1.350 Mitgliedsunternehmen

und Hochschulen der Elektround

Informationstechnik.

„Künstliche Intelligenz ist eine

Schlüsseltechnologie der Digitalisierung,

deren Entwicklung wir auf allen Ebenen

vorantreiben müssen“, sagte VDE-CEO

Ansgar Hinz bei der Vorstellung des

VDE Tec Reports auf der Hannover

Messe. Das betreffe die Forschung &

Entwicklung, die Aus- und Weiterbildung

und den KI-Einsatz in der Anwendung.

Hinz: „Unser Ziel muss es sein,

in der KI-Entwicklung mit den Innovationsführern

außerhalb Europas auf

Augenhöhe zu kommen. Unsere große

Chance liegt in der Verbindung von KI

und unserem Know-how in der industriellen

Produktion, Automatisierung

und dem Maschinenbau. Der Schlüssel

zum Erfolg: KI in die Anwendung hinein

zu bringen und Geschäftsmodelle in die

industrielle Nutzungsphase zu implementieren.“

Gerade darin liege die große

Chance für den innovativen und dynamischen

deutschen Mittelstand. 2

WIR machen den Mehrwert.

Für unseren Standort Bremen suchen wir zum nächstmöglichen

Zeitpunkt

Vertriebsmitarbeiter (m/w)

für den Bereich

Schiffbau/Maschinenbau

Die Klöckner & Co Deutschland GmbH ist einer der größten

produzentenunabhängigen Stahlhändler des Landes. Unsere hochqualitativen

Vorprodukte und Angebote für Industrie- und Handwerkskunden

sind jederzeit bundesweit verfügbar. Als Pioniere der

Digitalen Transformation bieten wir zudem unsere gesamte

Produktpalette in unserem Onlineshop an und entwickeln stetig

neue, webbasierte Services und Plattformen. Tagtäglich schaffen in

Deutschland rund 1.100 Mitarbeiter echten Mehrwert, indem sie

unsere Abnehmer termingerecht mit unseren Qualitätsprodukten

versorgen und auf Wunsch auch die Anarbeitung bis zum montagefertigen

Teil übernehmen.

Das erwartet Sie:

Betreuen eines definierten Kundenstammes

Entwickeln von nachhaltigen Kundenbeziehungen, Durchführen

von Kundenbesuchen

Bearbeiten von Anfragen, Erstellen und Nachhalten von Angeboten

Auftragsabwicklung

Neukundenakquise

Durchführen von vertriebsfördernden Aktivitäten

Das erwarten wir:

den erfolgreichen Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung

Produktkenntnisse im Bereich Schiffbau/Maschinenbau

Anarbeitungskenntnisse im Bereich Brennschneiden

Fähigkeit zum Lesen technischer Zeichnungen

gute SAP- und Microsoft-Office-Kenntnisse

starke Kundenorientierung

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eine spannende, herausfordernde Aufgabe in einem netten Team

ein umfangreiches Weiterbildungsangebot

eine leistungsgerechte Bezahlung

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Dann bewerben Sie sich bitte direkt über das Online-Bewerbungsformular

auf unserer Karriereseite unter

www.kloecknerdeutschland.de. Wir freuen uns auf Sie!

Annette Schwane | Personalbereich | Tel. +49 203 307-2560

Stahlreport 6|18

21


Anarbeitung

und Logistik

Interview

Die Gründe für die flächendeckenden

Preiserhöhungen in der Speditionsbranche

offen zu kommunizieren, ist

ihm wichtig, sagt Marcel Hergarten,

Geschäfsführer der Hergarten Gruppe.

Fotot: Hergarten GmbH

Brummende Wirtschaft und Fahrermangel lassen Frachtkosten steigen

„Ohne Fahrer kein Transport“

Ende 2017 sind die Preise für Lkw-Frachten europaweit deutlich gestiegen – und auch im ersten

Quartal 2018 blieb der Trend zu hohen Frachtpreisen ungebrochen. „Die Speditionsbranche befindet

sich im Umbruch. Für die kommenden Jahre wird eine jährliche Preissteigerung von fünf bis zehn

Prozent prognostiziert “, sagt Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten Gruppe, einem

bundesweit operierenden Logistikanbieter für die Stahlbranche. Im Interview erläutert der Transportunternehmer

die Gründe für die steigenden Frachtpreise.

Frachtraum wird teurer. Auch

für die Kunden der Hergarten Gruppe?

Marcel Hergarten: Ja, leider. Wir

wollen für unsere Kunden immer

ein verlässlicher Partner sein und

ihnen einen gleichbleibend ausgezeichneten

Service zu gleichbleibenden

Preisen bieten. Aufgrund der

Güter werden über die Straße transportiert.

Der Frachtraumbedarf steigt

über nahezu alle Industriezweige

rasant an. Stahl ist dabei für die meisten

Spediteure, die ihre knappen Ladekapazitäten

möglichst geschickt und

gewinnbringend verteilen müssen,

ein eher unattraktives Transportgut,

Momentan haben wir permanent ein Verhältnis von

drei Ladungen zu einem Lkw – eine so hohe

Kapazitätsauslastung hatten wir noch nie.

Marcel Hergarten, Geschäftsführer Hergarten GmbH

extremen Laderaumverknappung

müssen jedoch auch wir nun die

Preise anpassen und Kosten an

unsere Kunden weitergeben.

Was sind die Gründe für die geringen

Ladekapazitäten?

Zunächst natürlich die boomende

Wirtschaft allgemein. Immer mehr

da die Ladezeiten lang und die Verpackungen

aufwendig sind. Daher

werden andere Branchen bevorzugt.

Den Stahlhändlern stehen weniger

Logistikdienstleister und somit weniger

Frachtraum zur Verfügung. Für

die Hergarten Gruppe ist der Stahltransport

seit jeher Kerngeschäft.

Unsere Standorte und unsere 180

Lkw große Flotte sind auf den Transport

von Stahlgütern zugeschnitten.

Momentan haben wir permanent ein

Verhältnis von drei Ladungen zu

einem Lkw – eine so hohe Kapazitätsauslastung

hatten wir noch nie.

Ausschlaggebend für die knappen

Frachtraumkapazitäten und der damit

verbundenen Frachtkostenerhöhung

in unserem Unternehmen ist der branchenweite

Fachkräftemangel. Alle

suchen händeringend nach qualifizierten

Mitarbeitern, insbesondere

nach Lkw-Fahrern. Ohne Fahrer kein

Transport. Das klingt simpel, die Tragweite

dieser Zusammenhänge ist

jedoch leider nicht allen Kunden und

Geschäftspartnern bewusst.

Wieso ist es so schwer gutes Personal

zu finden?

Zum Beispiel wegen der teils horrenden

Gehaltsforderungen von

Bewerbern, die sich ihren Arbeitsplatz

ja quasi aussuchen können.

22 Stahlreport 6|18


Wir bezahlen unsere Mitarbeiter

bereits übertariflich, bieten eine praxisorientierte

Ausbildung und haben

eine äußerst geringe Mitarbeiterfluktation.

Das zeugt für mich von

Zufriedenheit und ist wichtigste

Voraussetzung für die Einhaltung

unserer Qualitätsstandards.

Hinzu kommt, dass der Job des

Berufskraftfahrers aktuell leider ein

sehr schlechtes Image hat. Staus,

Unfallrisiko, familienunfreundliche

Arbeitszeiten – das ist so die weitverbreitete

Vorstellung. Unserer Meinung

nach ist das viel zu eindimensional

Den Stahlhändlern stehen weniger Logistikdienstleister

und somit weniger Frachtraum zur Verfügung.

Marcel Hergarten, Geschäftsführer Hergarten GmbH

betrachtet. Was zu den Aufgaben eines

Berufskraftfahrers wirklich alles dazu

gehört, wie viel Abwechslung der

Berufsalltag bietet und welche Möglichkeiten

bestehen, den Job familienfreundlich

zu gestalten, wissen die

Wenigsten. Hier mangelt es schon an

Aufklärung in den Schulen. Deshalb

engagieren wir uns auch dort.

Alles in allem wird der Kampf

um die Fachkräfte und damit um

Frachtraum im Zuge der aktuellen

Entwicklungen aus unserer Sicht

also immer extremer. Das schlägt

sich in den Personalkosten und

schließlich auch in den Frachtkosten

nieder.

Was tun Sie, abgesehen von der

Preiserhöhung, die Situation zu entschärfen?

Wir versuchen das Übel an der Wurzel

zu packen, indem wir unsere Mitarbeiter

aktiv binden, eine gute Ausbildung

bieten, über die Medien, auf

Messen und durch Kooperationen

Personal akquirieren. Darüber

hinaus pflegen wir die partnerschaftlichen

Beziehungen zu Subunternehmen

und sorgen mit Zukäufen

von kleinen und mittelständischen

Speditionen für mehr Flexibilität.

Neue Partner- oder Subunternehmen

zu finden, ist derzeit jedoch fast ein

Ding der Unmöglichkeit aufgrund

alternativloser Preisforderungen

oder eigener Dauerauslastung.

Könnte die Politik bei der Auflösung

des Dilemmas helfen?

Die freie Marktwirtschaft muss sich

hier in den nächsten Jahren selbst

regulieren. Letztlich fehlt der Speditionsbranche

allerdings tatsächlich

die Lobby. 2

Hergarten erweitert

Lagerkapazität

Die Hergarten Gruppe hat ihre

Lagerkapazitäten um zwei Hallen in

Bremen und Neuss erweitert. Mit

eigenen Umschlags- und Lagerflächen

in Bremen will der familiengeführte

Stahllogistiker den norddeutschen

Raum nun endgültig

erschließen. Bisher war die Unternehmensgruppe

dort nur mit einem

individuellen Vor-Ort-Service aktiv.

Seit Juni hat Hergarten nun eine

7.500 m 2 große Lagerhalle gemietet.

„Das hat sich einfach für uns angeboten,

da die Halle aufgrund ihrer

bisherigen Nutzung durch einen

Stahlhändler ja schon hervorragend

für die Anforderungen unserer Stahlkunden

optimiert ist“, so Geschäftsführer

Marcel Hergarten. Gelagert

werden können Stahlprodukte mit

Abmessungen bis zu 12 m Länge. An

dem Standort stehen zehn Krananlagen

zur Verfügung, zudem besteht

die Möglichkeit, kundenspezifische

Sägeanlagen zu integrieren. Im Februar

2018 hatte Hergarten zudem

eine Lagerhalle in Neuss erworben,

die rund 10.000 m 2 Fläche umfasst.

Das ebenerdige Lager verfügt über

acht Krananlagen mit Nutzlasten bis

jeweils 15 t und befindet sich in

unmittelbarer Nähe zum Autobahnzubringer

und zum Neusser Hafen.

Auch hier bietet das Speditionsunternehmen

neben der Lagerung von

Stahlprodukten einen Säge- und

Anarbeitungsservice. Allein in der

Stadt Neuss stellt die Hergarten

Gruppe nun rund 22.000m 2 Lagerfläche

zur Verfügung.

WaWi I Anarbeitung I Bestandsoptimierung I eShop

100% INTEGRIERT

ERP-WARENWIRTSCHAFTSSYSTEM für echte


Marktübersicht

ERP-Systeme für den Stahlhandel

ERP-Systeme für

24 Stahlreport 6|18


den Stahlhandel

Für die Abläufe und Prozesse im Unternehmen ist das ERP-System Rückgrat und

Lebensader zugleich. Die Wahl des passenden Systems ist daher eine Entscheidung

von großer Tragweite.

Läuft das System rund, ist es die Basis für den unternehmerischen Erfolg – und

kann im Wettbewerb das Zünglein an der Waage sein. Hakt das ERP-System

jedoch, ist der Erfolg im schlimmsten Fall gefährdet.

Neben objektiven Kriterien – wie Umfang der Funktionen der Lösung, verfügbaren

Modulen oder die Anbindung ans Hochregallager – spielen bei der Auswahl

auch das Vertrauen in den Anbieter und die „Chemie“ eine wichtige Rolle.

Schließlich wird über viele Jahre, oft Jahrzehnte, mit einer ERP-Lösung

gearbeitet.

In unserer „Marktübersicht ERP-Systeme“ geben wir einen Überblick über spezialisierte

ERP-Lösungen für den Stahlhandel geben, der eine Orientierungshilfe

im Dschungel der ERP-Lösungen geben soll.

Dazu haben wir bekannte Software-Hersteller um Antworten auf einen mit

Experten erstellten Kriterienkatalog gebeten.

Teilgenommen haben acht ERP-Anbieter (siehe Innenteil), bei denen wir uns

dafür herzlich bedanken.

Stahlreport 6|18

29


Marktübersicht

ERP-Systeme für den Stahlhandel

ERP-Systeme für den Stahlhandel …

Basisdaten ERP-Lösungen

… werden von den befragten Anbietern überwiegend selbst entwickelt – oft auf Basis von Microsofts .NET-

Plattformen, aber auch anderen Plattformen und Entwicklungsumgebungen wie Java, Oracle Forms oder Comarch.

… werden von den befragten Herstellern in mindestens zwei Nutzungsmodellen angeboten: on premise

(Installation vor Ort) oder im Rechenzentrum. Darüber hinaus wird oft auch ein Cloud-Betrieb angeboten.

… werden meist lizenzbasiert abgerechnet – also abhängig von der Zahl der Nutzer, inklusive Wartungskosten.

Aber auch Mietmodelle sind oft zu finden. Seltener spielen Leasing- und Finanzierungsangebote eine Rolle.

8

Technologische Basis Nutzungsmodell Abrechnungsmodell

4

1

Eigene

Lösung

Basis .NET

Eigene

Lösung

Basis Java

Branchespezifisch

erweiterte

Software*)

on premise

Cloud

Rechenzentrum

lizenzbasiert

Mietmodell

*) u.a. auf Basis von Oracle Forms, Comarch, Microsoft Dynamics NAV

**) Doppelantworten waren möglich

Allgemeiner Leistungsumfang – eigene/externe Funktionen

... bieten im Großen und Ganzen einen ähnlichen Leistungsumfang bei den Grundfunktionen – Vom

Modul Rechnungswesen über die Lagerverwaltung bis hin zum Webshop und zur Biegerei-Lösung. Unterschiede

gibt es aber dabei, ob die Funktionen als externes Produkt in das ERP-System integriert werden

oder vom Anbieter selbst programmiert werden.

Fotos: BDS/mh mit freundlicher Genehmigung der Saarländischen Handelsgesellschaft mbH S.H.G.

Business Control

Dr. Fister

GWS

KI STEEL

Nissen & Velten

OttComputer

SE Padersoft

SH Computersysteme

Rechnungswesen

Lagerverwaltungssystem

= eigenes Produkt = externes Produkt

Mandantenmanagement

Webshop

DMS/Archivierung

Projektmanagement

Biegerei-Lösung

EDI/XML-Schnittstelle

X

Weitere Features

siehe Antworten

individuelles Cockpit

Zeugnisverwaltung, automatische Verrechnung

LZ und SZ, Restlängenverwaltung, mobile Endgeräte

25 Stahlreport 6|18


Die Einführung eines ERP-Systems

Die Einführung ist eine entscheidende und sensible Phase bei der

Nutzung eines neuen ERP-Systems. Dabei zeigt sich, wie gut Projektplanung

in der Praxis funktioniert. Sind die Funktionen gut aufgesetzt?

Ist das Roll-Out gut getimed? Wurden die Budgets passend

geplant? Ist der Anwender flexibel und offen genug, um die Einführung

(und Nutzung) erfolgreich zu gestalten?

Alle befragten Anbieter räumen einer soliden Projektplanung und

einer guten und vertrauensvollen Kommunikation einen sehr hohen

Stellenwert ein. Ebenso sind alle Anbieter der Ansicht, dass es dem

Projekt nützt, beim Kunden einen Ansprechpartner zu haben, der

mit allen nötigen Kompetenzen ausgestattet ist. Sieben von acht

Unternehmen sind der Meinung, dass es am Ende eine hohe Bedeutung

hat, den geplanten Aufwand einzuhalten.

Fünf der befragten acht Unternehmen geben an, die Bereitschaft

der Kunden, eigene Prozesse in Frage zu stellen, habe eine hohe

Bedeutung für den Erfolg des Projekts. Vier der Unternehmen meinen,

dass es im laufenden Projekt eine höhere Bedeutung hat,

wichtige Entscheidungen sorgfältig abzuwägen, als sie schnell zu

treffen – auch wenn das im Zweifel einen höheren Aufwand bedeutet.

Zwei Unternehmen geben an, dass es eine große Hilfe wäre,

einen IT-Fachmann auf Kundenseite als Ansprechpartner zu haben.

Änderungen während der Einführung

Die meisten Anbieter sehen Änderungen während der Einführungsphase

als dazugehörigen Teil jedes Projekts, der sich nicht vermeiden

lässt. Ein Anbieter gibt an, Änderungen möglichst im Vorfeld

vermeiden zu wollen.

Schulung

Was empfehlen die befragten Anbieter ihren Kunden, wenn es um

die anfängliche Schulung der Mitarbeiter geht? Die meisten sind

der Ansicht, zu Beginn eher gründlich zu schulen – unter anderem,

um den Supportaufwand später möglichst gering zu halten. Nur ein

Anbieter würde den Schulungsaufwand zu Beginn möglichst gering

halten.

Wie Anbieter einige allgemeine Aussagen zur Einführung

eines ERP-Systems bewerten

neutral *) eher hohe Bedeutung k. A.

Eine möglichst detaillierte und umfassende Projektplanung

ist Grundlage jeder ERP-Einführung. 0 8

Gute Kommunikation mit dem Kunden ist entscheidend für den

Erfolg der Einführung. 0 8

Unter dem Strich ist es sehr wichtig, den geplanten Aufwand

möglichst einzuhalten. 1 7

Flexibilät in der Projektdurchführung ist entscheidend. 3 4 1

IT-Fachkenntnisse auf Kundenseite machen die Einführung des

ERP-Systems sehr viel einfacher. 6 2

Die Bereitschaft auf Kundenseite, eigene Prozesse in Frage zu stellen, ist sehr wichtig. 3 5

Wichtige Entscheidungen sollten nicht schnell, sonder wohl überlegt

getroffen werden können – auch wenn es etwas mehr Budget bedeutet. 4 4

Es ist sehr wichtig, einen Ansprechpartner auf Kundenseite zu haben,

der mit allen nötigen Kompetenzen entscheiden kann. 0 8

*) Die möglichen Antworten umfassten die Optionen „eher geringe Bedeutung“, „neutral“, „eher hohe Bedeutung“ und „keine Angabe“

Wie führen Anbieter ein ERP-System typischerweise ein?

… werden mit einer großen Bandbreite verschiedener Methodiken

beim Anwender eingeführt. Jeder ERP-Anbieter setzt auf seine eigenes

Einführungssystem, in das die langjährige Erfahrung der Häuser

einfliesst. Von gängigen Projektmanagementmethoden über Workshops

bis hin zu Methoden aus der „agilen“ Softwareentwicklung ist

alles dabei.

8

4

1

Anbieter

Workshop

Projektphasen

Anlehnung

an Projektmanagementstandards

andere


Spezifische Stahlhandels-Funktionen

... weisen bei den stahlspezifischen Funktionen größere Unterschiede auf. Zum Standard gehören die Einbindung

der Anarbeitung, eine Chargenverwaltung und die Disposition anhand der Reichweite und des Verbrauchs.

Darüber hinaus bieten die meisten Anbieter auch eine Schnittoptimierung, Tourenplanung und Schnittstellen zu

automatischen Hochregallägern. Auch Scanning-Lösungen mit mobilen Geräten sind die Regel. Nicht jeder der

befragten ERP-Anbieter bietet eine Produktionsplanungsfunktion oder eine Planung der Maschinenauslastung an.

Hierbei kommt es bei der Wahl eines passenden Systems auf die individuellen Bedürfnisse an.

Business Control

Dr. Fister

GWS

KI STEEL

Nissen & Velten

OttComputer

SE Padersoft

SH Computersysteme

Anarbeitung

Schnittoptimierung

Scanning-Lösungen/

mobile Geräte

Chargenverwaltung

Tourenplanung

Schnittstellen zu autom.

Hochregallägern

Disposition anhand

Reichweite und Verbrauch

X

X X X X

X

X

X

X

PPS-Modul mit Betriebsdatenerfassung

pro Arbeitsgang

Maschinenauslastung/

Kapazitätsplanung

X

X

X

= Funktion enthalten X = Funktion nicht enthalten

Funktionen der Biegerei-Lösung des ERP-Systems

projektbezogene Preise und Konditionen

Schweißtechnik/Mattenschweißen

Projektleitstand

Tourenplanung

spezifische Frachtkosten

Schnittoptimierung/Mattenoptimierung

objektbezogene Auswertung: Soll-Ist-Vergleich

Ressourcenauslastung

Anschlusskörbe

Bohrpfähle

Maschinensteuerung

Staffeleingabe

Anpassung an neue Formen

0 1 2 3 4 5 6

Befragte ERP-Anbieter


Biegerei – externe Lösung

oder eigene Entwicklung?

Business Control

Dr. Fister

GWS

KI STEEL

Nissen & Velten

OttComputer

SE Padersoft

SH Computersysteme

externe Lösung Eigenentwicklung

Möglichkeiten, verwandte

Branchen/Sortimente abzubilden

SHK

Beschläge

Werkzeuge

Bauelemente

0 1 2 3 4 5 6 7 8

Befragte ERP-Anbieter

Erläuterung zur Marktübersicht

Diese Marktübersicht soll einen groben Überblick über das Angebot

an speziell auf den Stahlhandel ausgerichteten ERP-Systemen

geben – ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Anspruch auf Vollständigkeit wollen wir ebensowenig dabei erheben,

alle Aspekte dieses komplexen Themas angesprochen zu

haben – bei dem wir uns aus Platzgründen, noch mehr aber wegen

der letztlich fehlenden Fachexpertise auf eine subjektive Auswahl

an Fragen beschränkt haben. Viele wichtige Fragen bei der Auswahl

eines ERP-Systems mussten daher außen vor bleiben.

Wer für die Einführung auf der Suche nach weiteren und detaillierteren

Informationen ist, wird im Netz bei einem der etablierten und

seriösen Portale fündig – unter anderem etwa bei Softselect,

IT-Matchmaker oder Selecterp. Eine große Rolle für die eigene

Bewertung passender ERP-Systeme spielen neben Informationen

der Hersteller selbst sowie von Fachmagazinen auch persönliche

Empfehlungen.

Wichtige Begriffe erklärt

ERP Enterprise-Ressource-Planning

Java Entwicklungsumgebung von Oracle (auch Name

einer Programmiersprache)

.NET Software-Infrastruktur von Microsoft („Entwicklungsumgebung“)

on premises Vor-Ort-Nutzungsmodell für serverbasierte Computerprogramme

PPS Produktionsplanungs- und Steuerungssystem

SHK Sanitär, Heizung, Klima

Teilnehmer der Marktübersicht

Stahl Control

Anbieter

Business Control Software GmbH

Iserlohn

58638

z Kontakt: Ulrich Berbüsse,

Geschäftsführer

info@stahl-control.de

Tel. +49 2371 478225-0

easy4steel

Anbieter

Dr. Fister GmbH

40549 Düsseldorf

z Kontakt: Tobias Fister,

Geschäftsführer

tobias@fister.de

Tel. + 49 177 4935946

gevis ERP

GWS Gesellschaft für

Warenwirtschafts-Systeme mbH

48155 Münster

z Kontakt: Andreas Wanstrath,

Vertriebsleiter Branchenvertrieb

andreas.wanstrath@gws.ms,

Tel. +49 251 7000-3913

KI/STEEL

Anbieter

KI GmbH DV-Lösungen

33602 Bielefeld

z Kontakt: Bodo Salzsieder

bodo.salzsieder@ki-gmbh.de

Tel. +49 521 43060416

eNVenta Stahl

Anbieter

Nissen & Velten Software GmbH

78333 Stockach

z Kontakt: Bernd Rech, Vertrieb

bernd.rech@nissen-velten.de

Tel. +49 7771 879-0

StaWiKon

Anbieter

OttComputer GmbH

40764 Langenfeld

z Kontakt: Marcel Marx,

Entwicklungsleiter

m.marx@ottcomputer.de

Tel. +49 2173 9724-51

UNITRADE ®

Anbieter

SE PADERSOFT GmbH & Co. KG

33100 Paderborn

z Kontakt: Britta Holtgrewe,

Marketing

britta.holtgrewe@unitrade.com

Tel. +49 175 1271621

SHCware ® stahl

Anbieter

SHComputersysteme GmbH

67346 Speyer

z Kontakt: Peter Uhl,

Prokurist & Vertriebsleiter

pu@shcom.de

Tel. +49 6232 663-165

Stahlreport 6|18

28


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Das erste Quartal ist im Sack

Der Jahresanfang 2018 war für die deutsche Stahldistribution recht ordentlich. Trotz einiger politischer

Krisen, drohender US-Schutzzölle und der Diskussion um mögliche Reaktionen der EU darauf ist der

überwiegende Teil der Abnehmerbranchen gut oder sehr gut beschäftigt. Dies hat einen entsprechenden

positiven Effekt auf die Lagerabsätze.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis März bzw. April

2018 vorliegenden

Zahlen. Wie üblich,

hat er seinen

monatlichen und

kommentierenden

Bericht anhand der

Kriterien Lagerabsatz,

-bestand,

-reichweite und

-verkaufspreise

gegliedert.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 ist gut gestartet. Im Januar konnten

knapp 997.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert seit sechs Jahren.

Im Februar wurde ein Lagerabsatz von 931.000 t verzeichnet.

Die Tonnage im März war mit 986.000 t im

Vergleich zum starken Vorjahresmonat rückläufig. Hier

spielten aber auch die wenigen Arbeitstage und die

Osterferien eine entsprechende Rolle. Besonders zulegen

konnte der Lagerabsatz bei Quartoblech, Bandblech

und oberflächenveredeltem Blech. Der Lagerabsatz bei

Langprodukten war, sicherlich auch der kalten Witterung

geschuldet, leicht rückläufig. In den ersten drei Monaten

des Jahres 2018 konnte bei Walzstahlfertigerzeugnissen

knapp 1 % mehr Tonnage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

abgesetzt werden. Bei Rohren wurden deutlichere

Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres wurden von der deutschen

Stahldistribution 2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies ist der niedrigste Bestand seit Dezember

2015. Zum Jahresstart 2018 setzte der übliche

Lageraufbau ein. Dieser gestaltete sich ein gutes Stück

stärker als in den vergangenen Jahren. Ende März wurden

2,53 Mio t Bestand gemeldet. Das sind rund 4 % mehr als

zum Ende des Vorjahresmonats bevorratet wurde.

Lagerreichweite

Bei ordentlichen Absätzen und steigenden Beständen

lag die durchschnittliche Lagerreichweite im März bei

2,6 Monaten bzw. 78 Tagen. Dies sind 12 % mehr als

im Vorjahresmonat (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise recht starke

Preisanstieg, der im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten beiden Monaten des

Jahres 2018 konnten bei fast allen Produkten Preissteigerungen

festgestellt werden. Im März und April gestaltete

sich das Bild uneinheitlicher. Das Preisniveau lag

Ende April 2018 ein gutes Stück über dem des Vorjahreswertes.

Bei Langprodukten und Rohren ist der Unterschied

deutlicher als bei Flachprodukten (vgl. Abbildung

2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen Größen beantwortet im

Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research: Feger-BDS@stahlhandel.com

30 Stahlreport 6|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

101

91 97

96 98

100 100

92 140

89 90

86

94 91 91

93

99

120

100

80

62

60

81 84 78 78 75 69 84 72 72 75 69 72 72 66 102 72 78 78

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

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4. Q. 2014

1. Q. 2015

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4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

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4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

1. Q. 2010

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4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 6|18

31


BDS

Kommunikation

Wahlen und mehr

BDS-Gebietsversammlungen

Der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel – BDS AG lädt in diesen

Wochen zu den diesjährigen insgesamt

fünf Gebietsversammlungen ein. Sie finden

im September statt, stellen wichtige Branchenthemen

vor und sind der Rahmen für

die anstehenden Wahlen zu den Gebietsvorständen.

Alle zwei Jahre trifft sich die Stahldistribution

zu diesem deutschlandweiten Informations-

und Meinungsaustausch. Zu den

BDS-Gebietsversammlungen sind Vertreter

von Mitgliedsunternehmen herzlich eingeladen.

Folgende Veranstaltungen finden

statt:

z Montag, 10. September 2018, Soltau

(Gebiete Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein

und

Bremen/Niedersachen)

z Dienstag, 11. September 2018, Brehna

(Gebiete Berlin/Brandenburg und Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen)

z Mittwoch, 12. September 2018, Merk -

lingen (Gebiete Baden-Württemberg/

Südbayern/Nordbayern)

z Donnerstag, 13. September 2018, Groß-

Gerau (Gebiete Hessen/Rheinland-

Pfalz/Saarland)

Freitag, 14. September 2018, Duisburg

(Nordrhein-Westfalen)

Auch für dieses Jahr hat der BDS wieder ein

interessantes Programm geplant. Neben

marktspezifischen und rechtlichen Themen

werden auch technische Themen behandelt.

In letztgenanntem Zusammenhang

konnten Referenten der Signode Industrial

Group gewonnen werden.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 10

Uhr, das Ende ist für spätestens 13 Uhr vorgesehen.

Nähere Informationen werden den

BDS-Mitgliedsunternehmen in Kürze per

Rundschreiben zugehen. Wer aus praktischen

Gründen übrigens bei einer Versammlung

eines anderen Gebiets teilnehmen möchte, ist

herzlich eingeladen, das zu tun. Es besteht

dann allerdings kein Wahlrecht auf der „fremden“

Gebietsversammlung. Die Teilnahme an

den Veranstaltungen ist kostenlos. Der BDS

freut sich auf rege Beteiligung.

An diesen Orten zeigt der BDS in diesem Jahr mit

Gebietsversammlungen Flagge.

Quelle: BDS

Nachrichten aus dem BDS

Zuwächse und Veränderung

Neuestes Mitglied im Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) ist seit Mitte April 2018 die Pühl GmbH & Co KG, Herscheider

Straße 33, in 58840 Plettenberg. Aus dem Düsseldorfer Verband gibt

es weitere außerdem weitere Nachrichten.

Bereits vorher in diesem Jahr neu hinzugekommen waren als Mitglieder:

z S.A. Herregods – Franssen NV, Bergstraße 35, B-4700 Eupen

z Alpos Rohr- und Metallhandel Deutschland GmbH, Schorner Str. 10,

82065 Baierbrunn

z Wilhelm Große Glanemann Stahl- und Röhrengroßhandel Nachfolger,

Neue Mühle 18, 48739 Ledgen

z Sipro Sideprodukte AG, Grindelnstr. 5, CH-8954 Geroldswil

z OSEMETALL Steel Solutions GmbH, Halkskestr. 1, 40880 Ratingen

z Meba Steel & Industrial Supplies Trade GmbH, Karl Legien-Str. 12,

45356 Essen

z Prokilo Deutschland GmbH, Ackerstraße 144, 51065 Köln

z FICEP.de GmbH, Otto Hahn-Str. 42, 48529 Nordhorn

Unterdessen hat die zum 1.1.18 umfirmierte Knauf Interfer Stahl Service

Center GmbH eine neue Post- und Lieferanschrift (Werk Walter

Patz, Walter Patz-Str. 1, 57555 Mudersbach) bekanntgegeben – und

als neue Rechnungsadresse: Graf Beust-Allee 37, 45141 Essen.

Eine Branche zeigt Profil

Wie entwickelt sich der Markt für Stahlträger in den kommenden

zwei Jahren? Wie gestaltet sich die Nachfrage und welche Anforderungen

stellen Kunden? Diese und weitere Fragen rund um

den Markt für Stahlträger werden auf dem BDS-Trägertrag am 7.

Juni in Düsseldorf von renommierten Branchenexperten diskutiert

– für den Mehrwehrt an Information und Vernetzung (siehe

hintere äußere Umschlagsseite dieses Hefts). Der BDS-Trägertag

wird am 6. Juni mit einemkommunikativen Get-together ab 19 h

im Düsseldoffer Van der Valk-Tagungshotel eröffnet. Nach dem

Netzwerken-Auftakt geht es inhaltlich am folgenden 7. Juni in die

Vollen. Auf der begleitenden Fachausstellung präsentieren sich

auch Ausrüster und Dienstleister der Branche:

z Behringer GmbH, Kirchardt

z BEPRO GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen

z Fehr Lagerlogistik AG, CH-Winterthur

z Ficep.de GmbH, Nordhorn

z GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH, Münster

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH, Westerheim

z Montanstahl GmbH, Oelde

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z Scheffer Krantechnik GmbH, Sassenberg

z SURPEX BV, NL-Haaksbergen

z Voortman Steel Machinery, NL-Rijssen

z WESPA Metallsägenfabrik Simonds Industries GmbH,

Melsungen

32 Stahlreport 6|18


Berufsbildung

Fernlernen

Intensive Kooperation

Die Zusammenarbeit zwischen

BDS und dem Forum DistancE Learning

(FDL) gestaltet sich immer intensiver. Am

4. Mai tagte der FDL-Vorstand beim BDS,

und am 7. Juni ist die Gruppe der Anbieter

in Düsseldorf zu Gast. Das Forum DistancE

Learning ist dem Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) kompetenter

Kooperationspartner, wenn es um die

Durchsetzung der Interessen von Fernstudienangeboten

geht. Deshalb hat sich der

Stahlhandelsverband in die Gruppe der

Fernunterrichtsanbieter eingereiht, und

Dr. Ludger Wolfgart, Bereichsleiter

Berufsbildung beim BDS, ist seit Januar

2018 Vorsitzender dieses Kreises und

damit Teil des FDL-Vorstands. Zur nächsten

Sitzung der Anbieter stößt wegen der

Bedeutung der vorgesehenen Tagesordnung,

es geht u.a. auch um die neue

Datenschutzgrundverordnung, auch der

Hochschulkreis mit Anbietern akademischer

Qualifikationsmöglichkeiten im

Fernstudium. Dritte Säule im FDL ist der

Pädagogische Arbeitskreis, in dem regelmäßig

auch die Staatliche Zentralstelle

für Fernunterricht (ZFU) mitwirkt. Dessen

nächstes Treffen ist am 14.6.18 in

Regensburg.

Koordiniert wird diese Gremienarbeit

über den Vorstand, einen Geschäftsführer

und das Präsidium. Der BDS ist in diesen

Zusammenhängen an der Anerkennung

von Fernlernangeboten im Rahmen

des Deutschen Qualifikationsrahmens

interessiert, konnte auf der anderen Seite

aber auch erstmals Compliance-Aspekte

in das Ringen um die Positionierung auf

den Märkten einbringen.

Das FDL hatte auf seiner Mitgliederversammlung

im November des vergangenen

Jahres beschlossen, noch in diesem

Jahr den Verbandssitz von Hamburg nach

Berlin zu verlegen. Hintergrund für diese

Entscheidung ist die Erkenntnis, dass

ohne unmittelbare Teilnahme an den bildungspolitischen

Entscheidungsprozessen

in Berlin die Interessen im Fernlernbereich

nicht sachgerecht vertreten

werden können.

Pläne zu einer geänderten Reihenfolge der Vermittlung

Neuer Jahrgang im BDS-Fernstudium

Der BDS will auf jeden Fall zum 1.

Juli 2018 einen neuen Jahrgang seines Fernstudiums

starten – ggf. auch unabhängig

von der Zahl der angemeldeten Teilnehmer.

Dafür wird zurzeit zusätzlich geprüft, ob die

im Zuge der Digitalisierung erfolgte Modularisierung

bereits jetzt für eine geänderte

Reihenfolge der Vermittlung der technischen,

wirtschaftlichen sowie methodischen

Inhalte des Studiums und damit für

Synergieeffekte mit dem Jahrgang 2017

genutzt werden kann.

Der neue Jahrgang 2018 würde auf jeden

Fall am 1.7.18 mit dem Einführungsseminar

in Soltau beginnen, dem – intensiver als bisher

– virtuelle Klassenzimmer folgen. Thematisch

geht es dabei in den ersten sieben

Monaten zunächst um die Vermittlung von

Übersichten zu den drei Fachbereichen und

ab dem vierten Quartal 2018 um Inhalte der

Technik. Dieser Block könnte dann ab

Februar 2019 unterbrochen werden, um

gemeinsam mit dem Jahrgang 2017 die Vermittlung

der weiteren wirtschaftlichen und

methodischen Studieninhalte zu realisieren.

Der neue Jahrgang könnte dann – wie vorgesehen

– das

Angebot im Juni

2021 abschließen,

als „Betriebswirtinnen/Betriebswirte

Stahlhandel BDS“.

Eine solche Lösung

war bei der jüngsten

Studienreform

zur Digitalisierung

zwar erst für spätere

Jahrgänge

angedacht und

durch die Staatliche

Zentralstelle für

Sie bringen

Motivation mit?

Wir liefern das

Know-how!

Machen Sie berufliche Karriere durch ein

berufsbegleitendes Fernstudium

fern-studium

Betriebswirt Stahlhandel (BDS)

Fernunterricht (ZFU) vorläufig zugelassen

worden, bietet sich aber angesichts der

aktuellen Anmeldezahlen schon jetzt zur

Realisierung an, um wirtschaftlicher arbeiten

zu können. An den zu unterrichtenden

Inhalten und deren Qualität ändere sich

dadurch nichts, nur an der Reihenfolge der

Vermittlung, betonte der BDS dazu. Er hat

in diesen Tagen alle Beteiligten über diese

Pläne informiert, die auch für verspätete,

also nach dem 31.5.18, eingegangene

Anmeldungen gelten.

Die Prüfungen

Wie Leistungsnachweise im Fernstudium optimiert werden

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Mit diesem Flyer

wirbt der BDS für den

neuen Jahrgang im

BDS-Fernstudium.

Bei aller Begeisterung für das BDS-Fernstudium: Die Prüfungen sind für die meisten

Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft der Spaßverderber. Das könnte sich jetzt im Zusammenhang

mit zwei Veranstaltungen ändern.

In einer erstmals durchgeführten Prüfungswerkstatt haben sich Prüflinge und Prüfer des Jahrgangs

2017 vom 20. bis 22. April in Rösrath intensiv darüber ausgetauscht, welche Standards

für die entsprechenden Leistungsnachweise gelten sollten. Die Veranstaltung war Teil

des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, den der veranstaltende BDS bei der vorläufigen

Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht hatte genehmigen lassen.

Klarheit wurde in Rösrath nicht nur hinsichtlich der Prüfungsanforderungen geschaffen, vereinbart

wurde auch ein Katalog von Maßnahmen zur Verbesserung der Vorbereitungen.

Von dieser Veranstaltung des Jahrgangs 2017 dürfte auch der 20. Jahrgang profitieren, der

vom 24. bis 27. Juni in Karlsruhe zur Abschlussprüfung antritt. In Rösrath hatten sich nämlich

nicht nur die angehenden Prüflinge sondern auch die Prüfer von erfahrenen Trainern

beobachten lassen, um zu erfahren, wie Verhalten in Prüfungen optimiert werden kann.

Schließlich geht es in dem dreijährigen berufsbegleitenden Fernstudium mit einem

Betriebswirt-Abschluss nicht nur darum, Prinzipien wie ein richtiges Feedback zu lehren,

sondern auch zu praktizieren. Das geschieht im Rahmen eines Methodenteils, der in den

letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, um die Studieninhalte der Technik sowie der

Wirtschaft erfolgreich zu vermitteln – und zu prüfen.

Foto: BDS

Stahlreport 6|18

33


BDS

Berufsbildung

Foto: Zickwolff

Sascha Wagner wird Kaufmann im E-Commerce

Ein neuer Ausbildungsberuf

nimmt konkrete Formen an

Mit Beteiligung des BDS startet zum 1. August 2018 ein neuer

Ausbildungsberuf – für angehende Kaufleute im E-Commerce.

Eines der ersten Ausbildungs- und BDS-Mitgliedsunternehmen in

diesem Bereich ist die Otto Zickwolff GmbH. Der erste Kandidat,

der bei dem Rohrspezialisten die Chance zu dieser neuen

Ausbildung bekommt, ist „digital Native“ Sascha Wagner.

Inzwischen liegt für dieses Engagement auch entsprechendes

Begleitmaterial des Bundesinstituts für Berufsbildung vor.

BGA

Demnächst in

der Ausbildung

zum Kaufmann

E-Commerce:

Sascha Wagner.

[ Info ]

Im Buchhandel kann

die Umsetzungshilfe

bereits zum Preis

von 19,90 € bestellt

werden (ISBN-13:

9783763959488,

ISBN-10:

3763959483).

Das Handelsunternehmen

reagiert damit auf die rasante Digitalisierung

der Prozesse – im direkten

Verkauf, aber auch in allen Backoffice-Bereichen.

„Die Digitalisierung

der Prozesse ist in vollem Gange.

Das gilt auch für den Handel, der

weiterhin sein Augenmerk auf Beratung

und Qualität legt“, sagt Martin

Haiss, Geschäftsführender Gesellschafter

der Otto Zickwolff GmbH

in Saarbrücken. „Bei uns bleibt der

persönliche Kontakt in der Beratung

zentral, alles andere soll und muss

in Zukunft vollautomatisiert über

digitale Prozesse erfolgen. Rechnungsstellung,

Warenverbuchung

und vieles mehr.“

Als Martin Haiss und sein Mitarbeiter

Roland Rebeck – er wird die

Ausbildung betreuen – die näheren

Angaben zum neuen Berufsbild

sahen, waren sie sich schnell einig:

„Das passt bestens auf unsere Anforderungen.

Die Ausbildung gibt uns

die Möglichkeit, im Betrieb einen

Experten aufzubauen, der gemeinsam

mit uns diese Zukunftsaufgabe

gestalten kann.“

Bereits seit vier Generationen verfolgt

Zickwolff eine klare Philosophie:

Das Unternehmen will für seine Kunden

der kompetenteste und beste

Fachgroßhändler rund ums Rohr sein.

Ganz gleich, ob es um den allgemeinen

Bedarf, die effiziente Lösung aus

einer Hand für nationale und internationale

Projekte, die wirtschaftliche

Bereitstellung von C-Teilen oder um

dringend benötigte Teile für eilige

Reparaturmaßnahmen geht. Dazu

setzt das Unternehmen auf Qualität

und Zuverlässigkeit. Denn die Produkte

von Zickwolff werden in komplexen

Anlagen eingesetzt, die ohne

Unterbrechung funktionieren müssen.

Als Vollsortimenter achtet Zickwolff

auf eine leistungsstarke Logistik

und eine rasche Verfügbarkeit der

Produkte.

Spannende Kombi aus Technik

und Kundenkontakt

Am 1. August 2018 geht es dann los.

Mit Sascha Wagner startet ein „Digital

Native“ seine Ausbildung zum

E-Commerce-Kaufmann bei Zickwolff.

Auf die Frage, was ihn an

einem alteingesessenen und erfahrenen

Handelsunternehmen reizt,

sagt Wagner: „Die Digitalisierung

erfasst alle Lebensbereiche. Im Handel

ist sie verknüpft mit dem persönlichen

Kontakt und der individuellen

Beratung. Eine Kombination

auf die ich mich sehr freue.“

Wagner wechselt für die Ausbildung

aus der Theorie in die Praxis.

„In den ersten Semestern meines

Studiums habe ich gemerkt, dass

mich die Praxis, die Anwendung im

Alltag viel mehr reizt, als die Theorie.“

Bei Zickwolff kann er nun als

einer der ersten Auszubildenden im

neuen Berufsbild Akzente setzen

und die bereits etablierten E-Commerce-Strukturen

bei Zickwolff mit

weiterentwickeln.“

„Für uns als Unternehmen ist

diese Ausbildung eine tolle Sache“,

sagt Roland Rebeck als Ausbilder.

„Mit Sascha Wagner haben wir für

uns eine optimale Besetzung finden

können. Ich bin mir sicher, dass er

von unserer Erfahrung im Bereich

E-Commerce profitieren wird und

wir gemeinsam den Weg der Digitalisierung

konsequent weiterverfolgen

werden.“

Inzwischen kann Zickwolff und

können andere Interessenten auch

auf eine entsprechende Ausbildungshilfe

zurückgreifen. Die lange angekündigte

Umsetzungshilfe des Bundesinstituts

für Berufsbildung (BIBB)

zum neuen Beruf Kaufmann/Kauffrau

im E-Commerce wird in Kürze erscheinen,

kündigte der BGA im April an.

BDS gestaltet Berufsbildung mit

Der Bundesverband Großhandel

Außenhandel Dienstleistung (BGA)

hatte über seinen Berufsbildungsausschuss

in Zusammenarbeit u.a. mit

dem Einzelhandel die Einführung des

neuen Ausbildungsberufs mitgestaltet.

In diesem Gremium arbeitet auch Dr.

Ludger Wolfgart mit. Deshalb ist der

Bereichsleiter Berufsbildung beim

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) auch an einem zweiten Projekt

beteiligt – der für 2020 anstehenden

Neuordnung des

Ausbildungsberufs Kauffrau/Kaufmann

im Groß- und Außenhandel. Sie

steht bei der nächsten Sitzung des

Berufsbildungsausschusses am 4.6.18

in Berlin auf der Tagesordnung.

„Sowohl bei dem neuen Ausbildungsberuf

als auch bei der Neuordnung

ging und geht es darum, die Ausbildungsmöglichkeiten

der Realität in

den Handelsunternehmen anzupassen

und damit für den Branchennachwuchs

attraktiver zu machen“, sagt der 63-

Jährige zu diesem Engagement. 2

34 Stahlreport 6|18


Verbände

und Politik

Bericht

Wie der WGM mit der Digitalisierung umgeht

Unterschiedliche Flughöhen

Die Digitalisierung ist im NE-Metallhandel angekommen, und die Branche stellt sich den entsprechenden

Herausforderungen. Wie dies geschieht, das hat ein Symposium deutlich gemacht, zu dem

der WGM Mitte Mai nach Dresden eingeladen hatte: Die Verbandsmitglieder wählen sozusagen

unterschiedliche Flughöhen, um das Problem zu erfassen und um Lösungsansätze zu entwickeln.

Dieses System strukturierte auch

das Programm der Tagesveranstaltung

in Dresden, zu der vom Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug

(WGM) im Vorfeld der diesjährigen Mitgliederversammlung

eingeladen worden

war. So gab es am Vormittag mehrere

Grundsatzreferate mit Übersichtscharakter,

bevor am Nachmittag auf dieser

Basis mit den Themen Marketing, Lager,

Anarbeitung und Arbeitsplätze werkstoffhandelsspezifische

Betrachtungen

angestellt wurden.

So hatte die rund 100 Teilnehmer

vor allem Prof. Dr. Klemens Skibicki

mit seiner eloquent vorgetragenen

These wachgerüttelt, das digital vernetzte

Zeitalter verändere die Rahmenbedingungen

aller Branchen grundlegend.

Bisher erfolgreiche Wertschöpfungsketten

und Kommunikationsstrukturen

verlören an Bedeutung, stattdessen

würden agil vernetzte Prozesse

immer wichtiger. Der Referent lehrt

Marketing an der Cologne Business

School und verfolgt dort den Forschungsschwerpunkt

der digitalen

Transformation.

Die Vormittagsveranstaltung sozusagen

zusammen fasste dann Dr. Kai

Hudetz – mit einem interessanten Blickwinkel:

„Es geht nicht um digitalen Handel,

sondern um Handel im digitalen

Zeitalter“, formulierte der Geschäftsführer

des Kölner Instituts für Handelsforschung

und machte damit deutlich, dass

die Herausforderung nicht auch schon

die Lösung ist. Einen Ansatz dafür aber

beschrieb er, als er mahnte, „vom Kun-

den her zu denken“ und damit zum zweiten

Teil des Symposiums überleitete.

z Darin machte zunächst Lennart A.

Paul deutlich, dass und wie die Lehre

zur Führung eines Unternehmens vom

Markt her neu geschrieben werden

muss. Für eine neue Generation von

Marketingexperten brachte der Gründer

von warenausgang.com und eTribes

authentisch zum Ausdruck, dass

die Customer Journey durch die Digitalisierung

als wichtigster Bezugspunkt

für unternehmerisches Handeln

„immer komplexer“ wird. Dass damit

auch eine zunehmende zeitliche und

sprachliche Dynamik einhergeht,

unterstrich anschließend Niklas Friederichsen,

Geschäftsführer der

Mapudo GmbH.

z Doch nicht nur die Lehre vom Marketing

muss neu geschrieben oder zumindest

überarbeitet werden. Das machte

Simon Pfennigs deutlich, der dem Auditorium

seine Thesen über das Werkstofflager

der Zukunft vortrug. Dabei

machte er deutlich, dass es nicht um

ein vollautomatisiertes Lager geht, sondern

um zunehmend vernetzte Strukturen,

die eine digitale Unterstützung

des menschlichen Wirkens in diesem

zentralen Teil der Distribution darstellen.

Ein Ergebnis dieses Prozesses, so

der Unternehmensberater, könnten

seiner Meinung nach eines Tages große

Zentralläger sein, die gleich für mehrere

unterschiedliche Werkstoffe

genutzt werden.

z Die naheliegende Brücke vom Lager

zur Anarbeitung beschritt mit seinem

Beitrag anschließend Dr. Marco Schneider.

Er ist Bereichsleiter Fertigungsund

Prozesstechnik sowie Abteilungsleiter

Leichtbautechnologien am Stuttgarter

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung.

Ausgehend vom Internet der Dinge,

also von der zunehmend selbst gesteuerten

Kommunikation von Maschinen,

werden sich seiner Meinung nach entlang

der neuen Lebenszyklen für Werkzeuge

in den Bereichen Anarbeitung

und Produktion neue Ökosysteme entwickeln.

z Von neuen Arbeitsplätzen sprach

anschließend der Geschäftsführende

Gesellschafter der PHAT CONSUL-

TING, Nils Langemann. Im Zeitalter

der Digitalisierung komme es in solchen

Jobs zunehmend darauf an, teamfähig

zu sein, mahnte er vor allem die

Chefs. Erfolgreiche Vernetzung sei

diesbezüglich nicht nur auf technische

Lösungen angewiesen, sondern

zusätzlich auch auf das Managen von

Prozessen auf der Basis kultureller

Konsensfindung.

Ebenfalls im Team wurde die Veranstaltung

moderiert – von WGM-

Geschäftsführer Nikolai Malanowski

und Dr. Frank Schmitz, Geschäftsführer

von Ki:EMONDO. Beide sind im Übrigen

in dem – ebenfalls bereits digitalisierten

– Fernstudium engagiert, das

der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) in Kooperation u.a. mit

dem WGM seit dem vergangenen Jahr

anbietet. 2

Stahlreport 6|18

35


Verbände

und Politik

Bericht

2018 2019

Umsatz im Bauhauptgewerbe,

nominal, in % zum

Vorjahr

+7%

+5% +6% +6%

+6%

Wirtschaftsbau

Bau insgesamt

Bau insgesamt

Wohnungsbau

Öffentlicher Bau

Digitalisierung und Fachkräftemangel am Tag der Deutschen Bauindustrie

Züge in die Zukunft

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil brachte es angesichts des Veranstaltungsortes des Tages der

Deutschen Bauindustrie Mitte Mai im früheren Dresdner Bahnhof in Berlin auf den Punkt: „Hier kamen

früher Züge aus Sachsen an, heute fahren von hier aus Züge in die Zukunft.“ Der Umgang der Branche

mit der Digitalisierung und die Bewältigung des Fachkräftemangels standen in der heutigen „Station

Berlin“ im Mittelpunkt. Für den Hintergrund gab es die Erkenntnis, dass es dem Bau derzeit konjunkturell

gut geht (vgl. Kasten), auch perspektivisch, weshalb der veranstaltende Verband aber keineswegs

auf Forderungen an die Politik verzichtete.

Diese Wünsche hätte Peter

Hübner, Präsident des Hauptverbands

der Deutschen Bauindustrie,

gerne direkt an den als Redner angekündigten

Bundesminister des

Innern, für Bau und Heimat, Horst

Seehofer, weitergeben. Der musste

sich bei der Großveranstaltung aus

terminlichen Gründen jedoch von

seinem Parlamentarischer Staatssekretär

Marco Wanderwitz vertreten

lassen. So erläuterte der, dass der

Bundesregierung die großen Herausforderungen

im Baubereich durchaus

bewusst und diese deshalb im Koalitionsvertrag

berücksichtigt worden

seien: Etwa die Voraussetzungen zu

schaffen für rund 1,5 Mio. neue

Wohneinheiten in vier Jahren. Zur

erforderlichen Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur

verwies

Marco Wanderwitz auf den anderen

als Redner angekündigten Unionsminister,

Andreas Scheuer.

Die Vernetzung

Den Weg in die Digitalisierung der

Baubranche zeigte Professor Hans-

Jörg Bullinger in einem Impulsvortrag

auf. Der Senator der Fraunhofer-

Gesellschaft beschrieb dabei einen

gesellschaftlichen Megatrend, den er

seinen Zuhörern aber immer wieder

anhand von Beispielen aus der Baubranche

deutlich machte.

So könne man in Zukunft nicht

mehr wie früher einfach nur ein Parkhaus

mit klassischen Einstellplätzen

bauen. Ohne eine eigene Energieinfrastruktur

aus alternativen und lokalen

Quellen sowohl für das Gebäude

als auch die Fahrzeuge sowie ein vernetztes

Management auf der Basis

einer großen Fülle in und an dem

Parkhaus zur Verfügung stehender

Daten, die mittels künstlicher Intelligenz

ausgewertet werden, ergebe

die Realisierung eines solchen Objektes

in Zeiten der Digitalisierung kei-

nen Sinn mehr, müssten etwa Solartankstellen

und ein Windkraftwerk

gleich mitgebaut werden.

Bis 2025 würden insgesamt eine

Billion Objekte im Internet der Dinge

miteinander kommunizieren – bei

zunehmender zeitlicher Dynamik.

Deshalb gelte es, spätestens jetzt in

das Thema einzusteigen, und der

Fraunhofer-Verbund habe mit seiner

aktuellen Studie für die Bauwirtschaft

zu einem solchen Engagement die

Grundlagen gelegt.

Der Nachwuchs

Als richtungsweisend in Sachen

Beseitigung des Fachkräftemangels

erwies sich – neben dem Referat von

Bundesarbeitsminister Hubert Heil,

der für die Zukunft mehr Ausbildungs-

und Beschäftigungsfähigkeit

anmahnte und dies als Beitrag der

Politik versprach, der Kurzvortrag

von Dr. Marc Herz. Der Unterneh-

36 Stahlreport 6|18


2018 2019

+18.000

830.000

790.000

+2,2 %

+15.000

845.000 +1,8 %

Beschäftigte

im Bauhauptgewerbe,

Anzahl, im

Vergleich zum Vorjahr

Grafik: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

mensberater war sichtlich der jüngste

Teilnehmer in der anschließenden

Diskussionsrunde, deren Zusammensetzung

damit seine These belegte,

im Werben um die junge Generation

auf jeden Fall authentisch zu bleiben.

So kam die Begeisterung für die

Baubranche vor allem intellektuell

und theoretisch über – was auch der

Tatsache geschuldet war, dass die

Organisatoren des Tages der Bauwirtschaft

dieses Zukunftsthema wiederum

in zeitlicher Konkurrenz zu

der Mittagspause und in einen Nebenraum

des alten Bahnhofgeländes und

damit sozusagen auf einem Abstellgleis

platziert hatten. Immerhin gab

der Moderator – von den sehr individuell

oder auch gar nicht anreisenden

Politikern unter Druck stehend

– seiner Hoffnung Ausdruck, dass es

dieser Aspekt der Zukunftssicherung

der Branche beim nächsten Mal auf

die Hauptbühne schafft.

Die Forderungen

Zusammenfassend forderte der Präsident

des Hauptverbands der Deutschen

Bauindustrie mit dem Branchentreffen,

das in ein Sommerfest

mündete, mehr Zeit, mehr Projekte

und mehr Geld:

z Fertigstellungszahlen in einer Größenordnung

von 375.000 neuen

Wohneinheiten ließen sich nicht

von heute auf morgen realisieren.

Die Bauwirtschaft brauche Zeit, ihre

Kapazitäten an das stark steigende

Nachfrageniveau anzupassen.

z Finanzmittel für den öffentlichen

Bau stünden auf der Ebene des Bundes

zwar ausreichend zur Verfü-

gung; es komme jetzt darauf an,

diese Mittel auch in Projekte umzusetzen.

In diesem Zusammenhang

mahnte Hübner bei der Bundesregierung

ein Planungsbeschleunigungsgesetz

an.

z Schließlich appellierte der Präsident

angesichts des kommunalen Investitionsstaus

an den Bund, einen

Prognose erhöht

Was das Bauhauptgewerbe erwartet

Investitionsfonds zugunsten struktur-

und steuerschwacher Kommunen

einzurichten. Der Bund müsse

– trotz der vielen Entlastungen, die

er in der vergangenen Legislaturperiode

für die Kommunen auf den

Weg gebracht habe – bei der Finanzierung

der kommunalen Investitionen

„im Boot bleiben“. 2

„Das deutsche Bauhauptgewerbe bewegt sich weiter auf Expansionskurs.

Wir haben deshalb unsere Jahresauftaktprognose über die Entwicklung

der baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe von nominal 4 auf

6 % angehoben“, erklärte Mitte Mai in Berlin der Präsident des Hauptverbandes

der Deutschen Bauindustrie, Dipl.-Ing. Peter Hübner. Er verband

seine Prognose mit einer Reihe politischer Forderungen (s.o.).

Bei stärker steigenden Preisen als 2017 dürfte dies einem realen Wachstum

von 2 % entsprechen. Für 2019 geht der Hauptverband von einem

nominalen Umsatzplus in gleicher Höhe aus.

Treiber der Baukonjunktur bleibt auch 2018 der Wohnungsneubau: Hübner

rechnet hier mit einem weiteren Anstieg der Fertigstellungszahlen auf

330.000 bis 340.000 Einheiten. Damit bleibe der Wohnungsneubau aber

weiterhin hinter dem im Koalitionsvertrag angepeilten Ziel von 375.000

Wohnungsfertigstellungen pro Jahr zurück.

Der Wirtschaftsbau hat im vergangenen Jahr den Anschluss an den allgemeinen

Bauaufschwung geschafft. Als positive Wachstumsfaktoren

nannte Hübner die anhaltende Investitionsneigung des verarbeitenden

Gewerbes, insbesondere der Industrie, die lebhafte Nachfrage nach Büroarbeitsplätzen,

die vorsichtige Belebung beim Breitbandausbau sowie die

Investitionsbereitschaft der Deutschen Bahn, die sowohl den Netzausbau

als auch die Modernisierung ihrer Bahnhöfe vorantreibe.

Im öffentlichen Bau profitiert die deutsche Bauwirtschaft derzeit von der

Investitionswende des Bundes im Verkehrswegebau. Von 2014 bis 2017

seien die Verkehrsinvestitionen des Bundes von 10,3 auf gut 13,4 Mrd. €

gestiegen. Für das laufende Jahr sei ein weiterer Aufwuchs der Investitionsmittel

auf 14,2 Mrd. € vorgesehen, erläuterte er. Dagegen stecken

viele Kommunen weiterhin im Investitionsstau: Zwar hätten die Städte

und Gemeinden in den vergangenen Jahren ihre Ausgaben für Baumaßnahmen

erhöht, erklärte Präsident Hübner, dieser Zuwachs reiche jedoch

nicht aus, um den anhaltenden Werteverzehr des öffentlichen Kapitalstocks

zu bremsen.

Stahlreport 6|18

37


Verbände

und Politik

Nachrichten/Bericht

Kostenlose Praxistipps

BIM-Leitfaden Stahlbau vorgestellt

Gemeinsam mit dem Verlag Ernst &

Sohn hat das Bauforum Stahl auf der 3.

Gemeinschaftstagung „Digitales Planen und

Bauen“ am 6. März in Darmstadt den „BIM-

Leitfaden Stahlbau“ vorgestellt.

Building Information Modeling (BIM;

deutsch: Bauwerksdatenmodellierung)

beschreibt eine Methode der optimierten

Planung, Ausführung und Bewirtschaftung

von Gebäuden und anderen Bauwerken mit

Hilfe von Software. Dabei werden die Bauwerksdaten

digital modelliert, kombiniert

und erfasst. Das Bauwerk ist als virtuelles

Modell auch geometrisch visualisiert.

Ziel des jetzt vorgestellten BIM-Leitfadens

ist es, Unternehmen der Stahlbaubranche

praktische Ansatzpunkte an die Hand zu

geben, welche neuen Aufgaben und Erwartungen

der BIM Prozess mit sich bringt, wie

die Einführung ihre Arbeitsweisen beeinflussen

kann und wie sie sich erfolgreich in diesem

Prozess einbringen können. Der Leitfaden

beleuchtet dabei sechs Zielgruppen im

Stahlbau und den Einfluss von BIM auf ihre

Arbeitsprozesse und Verantwortlichkeiten in

Bauprojekten: Projektsteuerer, Ingenieurbüros,

Stahlbau-Nachauftragnehmer, Stahlbau-

Hauptauftragnehmer, Lohnfertiger sowie

Bauunternehmen mit Stahlbau.

Auf insgesamt 16 Seiten werden Anforderungen,

Verantwortlichkeiten und Chancen

herausgearbeitet, denen sich jeder Teilnehmer

am digitalen Planungsprozess künftig

wird stellen müssen. Dabei wird schwerpunktmäßig

auf Einsatzszenarien der oben

genannten Akteure in Bezug zum BIM-Prozess

eingegangen.

[ Info ]

Der „BIM-Leitfaden Stahlbau“ steht auf der

Homepage von bauforumstahl zum kostenlosen

Download bereit unter www.bauforumstahl.de und

wurde innerhalb der Rubrik „bauforumstahl news“

im Heft 2 der Zeitschrift „Stahlbau“ veröffentlicht.

Freundlich begrüßt:

Konstituierung des

neuen Bauausschusses

Schon lange und auch in der neuen

Bundesregierung gibt es kein eigenes Bundesbauministerium

mehr. Vor diesem Hintergrund

erklärte Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer

des Hauptverbandes der

Deutschen Bauindustrie, im April und damit

kurz vor dem Verbandstag (vgl. gesonderte

Berichterstattung), zur Konstituierung des

neuen Ausschusses für Bau, Wohnen,

Stadtentwicklung und Kommunen:

„Wir begrüßen sehr, dass das Thema

bezahlbares Wohnen und Bauen in der

neuen Legislaturperiode durch die Einsetzung

eines eigenen Ausschusses mehr politisches

Gewicht erhalten wird. Jetzt müssen

die richtigen Weichen gestellt werden,

damit die jährlich mindestens benötigten

350.000 Wohnungen schnell geschaffen

werden können. Das sind aus unserer Sicht

insbesondere die Bereitstellung von kostengünstigem

Bauland und die Beseitigung

kostentreibender Standards bei Stellplätzen,

Dachbegrünungen, Lärmschutz oder

Barrierefreiheit. Vor allem aber muss eine

bundeseinheitliche Bauordnung durchgesetzt

werden, um Prozesse zu standardisieren

und zu beschleunigen sowie Typenhäuser

deutschlandweit einzusetzen. In diesem

Zusammenhang ist auch der Einsatz des

seriellen und modularen Wohnungsbaus

voranzubringen.“

Handelskongress

fokussiert Kunden

Der nächste Deutsche Handelskongress findet

am 14./15.11.18 in Berlin statt und

fokussiert einmal mehr den Kunden. Das hat

der veranstaltende Handelsverband Deutschland

(HDE) jetzt bekanntgegeben – mit dem

Hinweis, dass das Thema durch die zunehmende

digitale Freiheit dieser Zielgruppe

erheblich an Komplexität gewinnt. Auf dem

Programm der Veranstaltung stehen auch

wieder eine begleitende Ausstellung sowie

die Verleihung des deutschen Handelspreises

2018 im Rahmen eines Abendevents.

[INFO]

Weitere Informationen zum Handelskongress

unter www.handelskongress.de

38 Stahlreport 6|18


Offshore-Windparks

Neue Multimedia-Reportage des VDMA

FDL-Fachforum zeigt in Berlin die Trends auf

Fernlernen in der

digitalen Welt

Der frühere Fernlernverband, das heutige Forum

DistancE-Learning (FDL), veranstaltet jährlich im

Herbst eine themenspezifische Fachtagung, auf der

aktuelle Trends in der Bildungsbranche – und hier

speziell im mediengestützten Lernen, im Fernstudium

und Fernunterricht – aus unterschiedlichsten

wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, bildungspolitischen

und praxisorientierten Perspektiven beleuchtet

werden. Das diesjährige FachForum findet am

12.11.18 in Berlin statt: „Zukunft der Bildung – Trends

und Konsequenzen der Digitali.

Der Aus-, Fort- und Weiterbildung kommt im Zuge

der Digitalisierung eine doppelte Funktion zu. Zum einen

besteht ihre Aufgabe darin, Menschen inhaltlich auf die

Anforderungen einer Arbeits- und Lebenswelt 4.0 vorzubereiten

und den digitalen Wandel zu begleiten. Zum anderen

ist der Bildungsbereich selbst von massiven formalen Umwälzungen

durch Digitalisierung, Globalisierung und Entwertung

bisher anerkannter Qualifikationen unterworfen. Das Fach-

Forum 2018 will sich deshalb intensiv mit den richtungsweisenden

Entwicklungen in der Branche, mit Erfahrungen

aus der Praxis sowie aktuellen Forschungserkenntnissen

aus der Wissenschaft beschäftigen und bildungspolitische

Vorstellungen thematisieren, welche die Digitalisierung in

der Weiterbildung betreffen und die Branche Fernstudium/

Fernunterricht in ihrem Kern tangieren.

Für den Blick aus der wirtschaftlichen Perspektive auf

das diesjährige Tagungsthema konnte Michael Janning

gewonnen werden. Janning leitet bei SAP das globale Technologietraining

zu Themengebieten wie Programmierung,

Datenbankbetrieb und Systemintegration. Im Rahmen

seines Vortrages auf dem FachForum geht er auf den ständigen

Veränderungsprozess ein, den digitale Technologien

auslösen und der sich auf alle Unternehmen auswirkt.

„Neben dem rein technologischen Wandel in Bereichen

wie IT-Sicherheit, mobilen Anwendungen oder Big-Data-

Analysen bedeutet dies auch eine kontinuierliche Weiterentwicklung

und Weiterbildung der Mitarbeiter eines Unternehmens“,

so Janning. 2

[ Info ]

Weitere Informationen zu der Tagesveranstaltung, an die sich die

feierliche Verleihung der diesjährigen Studienpreise und am Folgetag

die FDL-Mitgliederversammlung anschließen, gibt es unter

www.fachforum-distance-learning.de.

Der VDMA hat auf eine neue Multimedia-Reportage aus seinem

Haus hingewiesen, die Materialaspekte zu Offshore-Windparks

thematisiert. Solche Berichte können gut auch im Rahmen von Fernunterricht

eigesetzt werden.

Die Offshore-Windindustrie hat sich nach den Beobachtungen im

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in den vergangenen

Jahren rasant entwickelt und leistet einen bedeutenden

Beitrag zur deutschen Stromversorgung. Die Riesenwindmühlen auf

dem offenen Meer stellten Betreiber und Ingenieure allerdings vor

große Herausforderungen: Hohe Luftfeuchtigkeit, salzige Gischt,

Stürme und Niederschläge führten zu Korrosionsschäden der Stahlkonstruktionen

unter und über der Wasseroberfläche. Daher spiele

der Korrosionsschutz bei Offshore-Anlagen eine wichtige Rolle. Autogene

Schweißverfahren wie das Flammspritzen bereiteten die Oberflächen

der Sockel- und Turmelemente optimal für den Einsatz in

Offshore-Windparks vor. Beim Zuschnitt von Stählen und Blechen sei

unter anderem das autogene Brennschneiden mit seiner hohen Fertigungspräzision

gefragt.

Die neue VDMAreportage ist verfügbar unter dem Titel „Hart am

Wind-Offshore-Windparks technisch anspruchsvoll und dennoch rentabel“.

Der VDMA fordert ausdrücklich dazu auf, seine Storys unter

http://bit.ly/2g5SAPw in das eigene Angebot einzubilden.

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Stahlreport 6|18

39


Verbände

und Politik

Berichte

Auszeichnungen des Deutschen Stahlbaus

Preise und Lobe

Der Preis des Deutschen Stahlbaus 2018 ist an

Barkow Leibinger aus Berlin für das neue

Vorführ- und Vertriebszentrum des deutschen

Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf in den

USA gegangen. Der BMI-Sonderpreis wurde für

das Verkehrskommissariat in Kißlegg zuerkannt.

Und auch die Entscheidungen über den Förderpreis

des Deutschen Stahlbaues 2018 sowie die

Lobe sind getroffen: Auf den ersten Platz kam das

Projekt „Wohnen im Wildpark Stadion“.

1. Preis des Deutschen

Stahlbaues

2018: Trumpf Smart

Factory in den USA.

Sonderpreis des

Bundesinnenministeriums:

Verkehrskommissariat

Kißlegg

(links).

1. Platz bei den Förderpreisen:

Wohnen

im Wildpark Stadion.

Zum zweiten Mal in Folge ist es

mit der Trumpf Smart Factory einem

Industriebau gelungen, den Stahlbaupreis

für sich zu beanspruchen. „Die

archaisch anmutende Vierendeel-Konstruktion

ist in ihrer unbehandelten

Oberfläche ein imposanter räumlicher

Abschluss, der zudem in dem dunklen,

metallischen Glanz der Halle eine architektonische

Präsenz verleiht, die so

ganz anders ist, als ein Hightech-Showroom

auf den ersten Blick vermuten

lässt“, so die Meinung der Juroren.

Der Sonderpreis des Bundesministeriums

des Innern, für Bau und Heimat

2018 ging an brixner architekten aus

Stuttgart für die Erweiterung des Verkehrskommissariats

in Kißlegg. Die

Tragwerksplanung stammt von Wilhelm

+ Partner aus Stuttgart, der Bauherr

ist die Vermögen und Bau Baden-

Württemberg aus Ravensburg „Was

aus einer Erweiterung von Büroräumen

gemacht wurde, ist eine Meisterleistung.

Alle Bauelemente erhalten eine

Sichtbarkeit und ästhetische Präsenz,

die zugleich leicht und filigran sind

und ein Spiel von Licht und Schatten

zaubern“, lobte die Jury.

Im März hatte an der TH Köln auch

die Jury für die Förderpreise und Lobe

getagt: 1. Platz: Wohnen im Wildpark

Stadion – München/Valerio Calavetta/

Lehrstuhl Prof. Ludwig Wappner, Dr.-

Ing. Ulrike Fischer/Karlsruher Institut

für Technologie. Neben dem ersten bis

dritten Preis und den Loben vergibt

die Jury dieses Jahr zum zweiten Mal

auch den Forschungspreis des Deutschen

Ausschusses für Stahlbau

(DASt). Die Gewinner werden später

bekanntgegeben.

Alle Jurysitzungen wurden von Dr.

Bernhard Hauke in seiner Funktion

als Sprecher der Geschäftsführung des

Bauforums Stahl moderiert. Die Verleihung

der Preise und Urkunden an

die Sieger sowie Ausgezeichneten

erfolgt am Tag der Stahl.Architektur,

dem zweiten Kongresstag des 39. Deutschen

Stahlbautages, am 12. Oktober

2018 in Duisburg.

Das bauforumstahl (BFS) fördert

das Bauen mit Stahl und ist ein Forum

rund um Architektur, das ressourceneffiziente

und wirtschaftliche Planen

und Bauen sowie das Normenwesen.

BFS bietet unabhängige Beratung und

Wissenstransfer und repräsentiert rund

500 Mitglieder entlang der gesamten

Prozesskette: Stahlhersteller, Stahlhändler,

Stahlbauer, Zulieferer,

Feuerverzinkungsbetriebe, Rohstoffanbieter

und Hersteller von Brandschutzbeschichtungen,

Planende sowie

Vertreter der Wissenschaft. 2

Fotos, 3: BFS

40 Stahlreport 6|18


TOP-10 Stahl-Importländer

(2017, in Millionen Tonnen Steel Mill-Products)

Veränderung der TOP-10 Importländer*

(Anfang 18/Anfang 17, Millionen Tonnen Steel Mill-Products)

40

35

EU

USA

-1,3

4,7

Südkorea

-5,7

Grafik: Wirtschaftsvereinigung Stahl

19

16

14 14

12 11

9

7

Türkei

Thailand

China

Mexiko**

Indonesien**

Indien

-0,6

-0,1

-0,1

0,4

1,8

1,6

Taiwan

-0,2

Stahlimporte 2017 und ihre Veränderungen im Jahresvergleich.

*2018: jeweiliger Meldestand auf Jahresniveau hochgerechnet

**keine Meldung 2018 - Vergleich 2.Hj/.1.Hj. 2017

Furcht und Fakten

Wirtschaftsvereinigung Stahl zum Handelsstreit

In der Auseinandersetzung um US-amerikanische Zölle auf europäischen

Stahl hatte die Wirtschaftsvereinigung Stahl zum vorletzten

Monatswechsel – also vor der jüngsten Entscheidung in dieser Sache

– noch einmal grundlegend Befürchtungen formuliert und Zahlen veröffentlicht,

die nachweisen sollen, dass die EU zusätzlich im Fokus der

drohenden Umleitungseffekte steht.

„Noch hoffen wir, dass die USA die Europäische Union dauerhaft von

den Strafzöllen auf Stahl ausnehmen. Damit bliebe für die Stahlindustrie

in Deutschland der Zugang zu dem wichtigsten Auslandsmarkt

außerhalb der EU gewahrt. Zudem würde die US-Administration anerkennen,

dass Stahl aus Europa keine Bedrohung für die eigene nationale

Sicherheit darstellt.“ Das erklärte Präsident Hans Jürgen Kerkhoff.

Unabhängig davon, ob es zu einer vorübergehenden oder dauerhaften

Befreiung kommt, bleibe der US-amerikanische Stahlmarkt zu

erheblichen Teilen abgeschottet „… und wir sehen schon jetzt erste

Tendenzen zu massiven Handelsumlenkungen auf den offenen europäischen

Markt.“

Das von der EU-Kommission eröffnete Schutzklauselverfahren (Safeguard)

sei deshalb ein wichtiger Schritt, um die Stahlindustrie in

Deutschland und Europa vor einer erneuten Importschwemme zu

schützen. Jetzt komme es auf die rasche Anwendung entsprechend

den Regeln der Welthandelsorganisation an. Ziel sollte sein, dass die

EU-Stahlindustrie nicht die Rechnung für den amerikanischen Protektionismus

zahlt.

„Safeguards sollen temporär Schaden verhindern. Mittelfristig muss

es das Ziel sein, die US-Strafzölle vollständig und für alle Länder wieder

aufzuheben. Protektionismus ist Gift für die Weltwirtschaft und

schadet letztlich allen, auch den USA.“

Exklusive Zusammenarbeit:

Bauforum Stahl sowie Ernst & Sohn

Der Ernst & Sohn Verlag veröffentlicht

seit Beginn dieses Jahres die Nachrichten

und Neuigkeiten von bauforumstahl in

seiner Fachzeitschrift Stahlbau exklusiv.

Verband und Verlag sehen in dieser Symbiose

eine Weiterführung ihrer bisherigen,

gemeinsamen Aktivitäten auf einem höheren

Niveau und eine Zusammenführung zwischen

den im Bauwesen beteiligten Firmen

und Institutionen, eine Klammer um Forschung,

Herstellung, Entwurf und Planung

bis zur Ausführung.Der Verlag Ernst & Sohn

war 1851 gegründet worden und zählt sich

zu den führenden Fachverlagen für Bauingenieure

im deutschsprachigen Raum. Zum

Programm gehören mittlerweile zehn Fachzeitschriften,

vier davon in englischer Sprache,

sowie Sonderhefte und zahlreiche

deutsch- und englischsprachige Bücher. Die

Zeitschrift Stahlbau ist eine der renommiertesten

Fachzeitschriften des Verlages und

erscheint bereits im 86. Jahrgang.

Das Bauforum Stahl (BFS) fördert das Bauen

mit Stahl und ist ein Forum rund um Architektur,

das ressourceneffiziente und wirtschaftliche

Planen und Bauen sowie das

Normenwesen. BFS bietet unabhängige

Beratung und Wissenstransfer und repräsentiert

rund 500 Mitglieder entlang der

gesamten Prozesskette: Stahlhersteller,

Stahlhändler, Stahlbauer, Zulieferer, Feuerverzinkungsbetriebe,

Rohstoffanbieter und

Hersteller von Brandschutzbeschichtungen,

Planende sowie Vertreter der Wissenschaft.

Stahlreport 6|18

41


Verbände

und Politik

Berichte

Neues Verbändebündnis präsentiert sich in Berlin

Organisierte Kreislaufwirtschaft

Die deutsche Kreislaufwirtschaft formiert sich. Der von Prognos erstellte Statusbericht des neuen

Bündnisses wurde im Mai in Berlin vorgestellt. Zuvor hatte insbesondere die BDSV, eines der

Mitglieder der jungen Allianz, in der Öffentlichkeit zu den entsprechenden Themen Stellung bezogen.

Der neue „Statusbericht der

deutschen Kreislaufwirtschaft 2018“

zeigt auf der Basis umfassender

quantitativer Analysen, wo die Branche

heute steht und an welchen Stellen

noch Regelungs- bzw. Handlungsbedarf

zur Schließung und

Optimierung der Stoffkreisläufe

besteht. Vor nicht allzu langer Zeit

hätten sich die Leistungen der Abfallwirtschaft

noch auf das Sammeln,

Transportieren und Deponieren von

Abfällen konzentriert. Heute sei die

Kreislaufwirtschaft ein System

unterschiedlichster und aufeinander

abgestimmter Anlagen, Technologien

und Dienstleistungen mit einer

Vielzahl von Wertschöpfungsstufen.

Angesichts der gesellschaftlichen,

wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen

Bedeutung der

Kreislaufwirtschaft unterstreicht

die erstmalige Zusammenarbeit

mehrerer Verbände das gemeinsame

Verständnis der Branche, die Kreislaufwirtschaft

nicht nur als Gesamtsystem

zu begreifen, sondern auch

aktiv für die Verbesserung der Rahmenbedingungen

zu sorgen, entsprechende

Lobbyarbeit zu organisieren.

Zu dem neuen Bündnis gehören

z der Bundesverband der Deutschen

Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft

e. V. (BDE),

z die Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e. V. (BDSV),

z der Bundesverband Sekundärrohstoffe

und Entsorgung e.V. (bvse),

z der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie

e. V. (VHI),

z die Interessengemeinschaft der

Thermischen Abfallbehandlungsanlagen

e. V. (ITAD),

z der PlasticsEurope Deutschland e. V.,

z der Verband Deutscher Metallhändler

e. V. (VDM),

z der Verband Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau e. V. (VDMA)

sowie

z der Verband kommunaler Unternehmen

e. V. (VKU).

Zum ersten Global Recycling Day am

18.3.18 hatten die Verbände BDSV

(Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling-

und Entsorgungsunternehmen),

bvse (Bundesverband Sekundärrohstoffe

und Entsorgung) und

VDM (Verband Deutscher Metallhändler)

in einer gemeinsamen Presseerklärung

darauf hingewiesen, dass

die Branche hilft, eine nachhaltige

Rohstoffgrundlage für Wirtschaft und

Gesellschaft zu schaffen. Ziel des Aktionstages

war es, der Gesellschaft das

Thema Recycling näherzubringen,

der Politik Denkanstöße und Handlungsempfehlungen

zu geben sowie

Recycling als „Siebte Ressource“ zu

etablieren.

Einen Monat später hatte die

BDSV die Stahlschrottbilanz für 2017

vorgelegt. Demnach habe sich das

kräftige Wachstum der deutschen

Wirtschaft und insbesondere die verbesserte

Lage der Stahlindustrie positiv

auf die Stahlrecyclingbranche ausgewirkt.

Die Rohstahlproduktion hätte

2017 mit 43,56 Mio. t einen um 3,5

% höheren Wert als im Vorjahr

erreicht. Dabei setzten laut dieser

Quelle Stahlwerke und Gießereien in

besonderem Maße auf den Sekundärrohstoff

Stahlschrott und steigerten

den Einsatz um 8 % auf 25 Mio. t. Der

Zukauf vom Handel lag dabei gut 5

% über dem Vorjahreswert. Einschließlich

Export betrug die Lieferleistung

der deutschen Stahlrecyclingunternehmen

rund 22 Mio. t

Stahlschrott.

„Es ist erfreulich zu beobachten,

dass gerade in der Stahlindustrie die

Gedanken von Nachhaltigkeit und

Kreislaufwirtschaft mehr und mehr

an Bedeutung gewinnen.“, sagt BDSV-

Hauptgeschäftsführer Dr. Rainer Cosson.

Die Lieferung spezifikationsgerechten

und qualitätsgesicherten

Schrotts durch Recyclingunternehmen

sei ein Schlüssel dafür, dass die

Decarbonisierung der Stahlproduktion

erfolgreich vorankomme. 2

42 Stahlreport 6|18


DVS-Kongress findet in Friedrichshafen statt

Schweißen und verwandte Verfahren

Angefangen von aktuellen Themen „Additive Fertigung“ und „Industrie 4.0“

bis hin zu Dauerbrennern wie „Arbeitsschutz“ und „Stahlbau“ bietet der DVS

bei seinem nächsten Kongress der fügetechnischen Branche am 17./18.9.18 in

Friedrichshafen die Möglichkeit zu einem interessanten Wissensaustausch.

Der DVS CONGRESS ist ein fester

Bestandteil im alljährlichen Veranstaltungskalender

des Deutschen Verbands für

Schweißen und verwandte Verfahren. Dieses

Treffen findet traditionell im September statt

und er vereint unter seinem Dach

verschiedene Einzelveranstaltungen:

Die Große Schweißtechnische

Tagung (GST) und der DVS-Studentenkongress

sind dabei feste

Bestandteile. Sie bieten zusammen

als „Place to be“ die Möglichkeit,

sich ausführlich über aktuelle und

individuelle Fachthemen aus

Industrie und Handwerk, in Vorträgen

oder im Dialog mit Experten

der Branche zu informieren.

www.dvs-congress.de/2018

So dürfen die Kongressteilnehmer

auch dieses Mal auf aktuelle

Fragen und Lösungsvorschläge aus der Füge-

, Trenn- und Beschichtungstechnik gespannt

sein. Das Vortragsprogramm der GST ist

eine Mischung aus praxisorientierten Vorträgen

sowie praxisnahen Ergebnissen der

anwendungsbezogenen Forschung. Und auch

die Vorträge beim Studentenkongress sollen

Nichtrostende Stähle

Aktualisierte Zulassung

Die bauaufsichtliche Zulassung

Z-30.3-6 „Erzeugnisse, Bauteile und Verbindungsmittel

aus nichtrostenden Stählen“

des Deutschen Instituts für Bautechnik

(DIBt) ist mit Datum vom 5.3.18 aktualisiert

worden. Die Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei ISER) gibt die neue ABZ Z-30.3-6

als Sonderdruck 862 heraus, der als

Download oder als gedrucktes Einzelexemplar

kostenfrei abgerufen werden kann.

Im Rahmen der Neuausgabe wurden im

Wesentlichen redaktionelle Änderungen vorgenommen

und bestehende Sachverhalte,

Quelle: DVS

PROGRAMM

DVS CONGRESS 2018

17. /18. September 2018, Friedrichshafen

Große Schweißtechnische Tagung

DVS-Studentenkongress

im Kultur- und Congress-Centrum

Graf-Zeppelin-Haus, Friedrichshafen

innovative Einblicke in die Welt des Schweißens

und der verwandten Verfahren bieten.

Die jungen Referenten bieten direkt am

ersten Kongresstag Beiträge zu den Themen

„Prozessanalyse und -entwicklung“, „Prozessoptimierung

und -eignung“

sowie „Anwendungen von

modernen Lichtbogenprozessen“.

Die beiden besten Vorträge

werden noch vor Ort mit

den DVS-Studentenawards ausgezeichnet.

Ein Novum ist die Begleitung

des Verbandstreffens

vorab auf den Social Media-

Kanälen Facebook (www.facebook.com/

dvscongress) und

Xing (xing.to/dvscongress

2018). Auf diesem Weg erhalten

Interessierte aktuelle Programmhinweise

und lernen erste Teilnehmer

kennen.

Damit man sich vorab über das Vortragsangebot

zum DVS-Kongress informieren

kann, stehen das Programm sowie die Anmeldemöglichkeiten

seit April online unter

www.dvs-congress.de/2018 zur Verfügung. 2

bspw. zum Korrosionsschutz thermisch

geschweißter oder thermisch geschnittener

Bauteile und im Mauerwerksbau, zum Laserund

Elektronenstrahlschweißen sowie zur

Voraussetzung für das Schweißen nichtrostender

Stähle, präzisiert, um die Eindeutigkeit

der Anwendung zu fördern und Interpretationsspielräume

auszuschließen. Das weiterhin

in sich geschlossene Regelwerk für den Einsatz

nichtrostender Stähle im bauaufsichtlichen

Bereich ist bis zum 1. Mai 2022 gültig.

[ Info ]

Weitere Informationen gibt es u.a. per E-Mail

oder im Netz: info@edelstahl-rostfrei.de

www.edelstahl-rostfrei.de/Publikationen/ISER-

Publikationen

Bild: Institut Feuerverzinken

Das neue Special „Fahrradparken“

des Instituts Feuerverzinken bietet Referenzbeispiele

für den ruhenden Fahrradverkehr.

Eine fahrradfreundliche Stadt zeichnet

sich demnach auch durch gute und ausreichende

Parkmöglichkeiten für den

ruhenden Fahrradverkehr aus. Dies gelte

sowohl für pendlerorientierte Angebote

im Umfeld von Knotenpunkten des

Öffentlichen Personen Nahverkehrs als

auch für geschützte, vandalismussichere

Abstellmöglichkeiten im privaten Wohnumfeld.

Das Special „Fahrradparken“ will gute

Lösungen und Referenzbeispiele zeigen,

die den Erwartungen von Fahrradfahrern

gerecht werden und die einen Kontrapunkt

gegen Vermüllungstendenzen

durch „wildes“ Fahrradparken im öffentlichen

Raum setzen. Die aufgezeigten Beispiele

reichen vom kleinen Fahrradhaus

für zehn Fahrräder über Automatik-Parksysteme

für mehr als 100 Fahrräder bis

zu mehrstöckigen Parkhäusern für 1.000

und mehr Bikes. Zudem geht das Special

auf relevante Normen für Fahrradparksysteme

ein. Allen Lösungen gemeinsam

ist, dass feuerverzinkter Stahl als

bewährter und dauerhafter Werkstoff für

Fahrradparksysteme aller Art zum Einsatz

kam.

[ Info ]

Feuerverzinken

Special

Fahrradparken

Feuerverzinker

Special zum Fahrradparken

Das Special „Fahrradparken“ ist kostenlos

downloadbar unter https://www.feuerverzinken.com/fahrradparken

sowie als Printversion

bestellbar beim Institut Feuerverzinken

GmbH, Postfach 140451, 40074 Düsseldorf,

Fon: 0211/6907650, Fax: 0211/690765-28.

Stahlreport 6|18

43


XXXXXXXXXX

Lifesteel

Bericht

Monolithische Kunst aus Stahl: Körper für die neue BND-Zentrale.

© Stefan Sous, Kunst © Ulrich Schwarz, Fotografie

Filigrane Kunst aus Stahl: Palmen für die neue BND-Zentrale

© Ulrich Brüschke, Kunst; Foto: BBR/Alexander Obst/Marion Schmieding

Der funktionslose Corten-Block und die stählernen Palmen des BND

Die Kunst der Spionage

Mehrere Beispiele für Kunst am Bau gibt es am neuen Standort des Bundesnachrichtendienstes

in Berlin-Mitte, der auch quantitativ bedeutend ist. Zwei davon verwenden Stahl: Zum einen ein

offenbar funktionsloser monolithischer Körper aus Corten des Düsseldorfer Künstlers Stefan

Sous. Zum anderen gibt es stählerne Palmen, die ebenfalls eigentlich nur der Spionage dienen

können, mutmaßt Peter Becker.

Der Block von Stefan Sous,

gewaltig groß und dennoch in einem

Teil schwebend, soll „als autarkes,

fremdes, unergründliches Ding einen

subtilen Hinweis auf die Funktion

des Dienstes geben: das Unbekannte

aufklären und die eigenen Geheimnisse

bewahren“, wie es auf der

Homepage des zuständigen Bundesamtes

für Bauwesen und Raumordnung

heißt.

Die beiden 22 m hohen Palmen

mit grünem Stahl-Stamm und kräftiger

Metall-Krone hat der Nürnberger

Künstler Ulrich Brüschke mit „0

Grad Breite“ betitelt. Er verweist

damit auf Täuschung und Verheimlichung:

„Inspiriert sind die Palmen

von tatsächlichen, strategisch als Palmen

getarnten Funkmasten“, so das

Bundesamt.

Zu den Pseudo-Palmen gab es

kürzlich im Berliner Landesparlament

eine kleine Anfrage, die reichlich

Witzeleien in der Presse nach

sich zog. Der Abgeordnete der Grünen,

Stefan Gelbhaar, hatte vom

Senat wissen wollen, ob es überhaupt

eine Baugenehmigung für die Bäume

aus Metall gab und, wenn ja: „Was

wurde genau genehmigt?“

Die Überschrift seiner Anfrage

lautete „The last one“, und Gelbhaar

ist inzwischen in den Bundestag

gewechselt. In der Antwort

seitens der Bauverwaltung wurde

lapidar darauf verwiesen, dass es

sich um Kunst am Bau handelte

und dass wegen „Geringfügigkeit“

der Angelegenheit keine besondere

Genehmigung verlangt worden

wäre.

Für den Neubau-Komplex auf

einer Fläche von 10 ha– das entspricht

etwa 14 Fußballfeldern – wurden rund

20.000 t Stahl und 135.000 m 3 Beton

verwendet. Die einzelnen Gebäude

umfassen über 5.000 Räume, 14.000

Fenster und 8.000 Innentüren. Das

Hauptgebäude ist mit deutlichem

Abstand zur Straße in einer rasenbedeckten

Senke angeordnet. Zu DDR-

Zeiten befand sich auf dem Gelände

das Stadion der Weltjugend. 2

44 Stahlreport 6|18


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Trägertag 07.06. Düsseldorf

Flacherzeugnisse – Feinbleche –

Oberflächenveredelung (Seminar) 11.-12.06. Duisburg

Einführung Fernstudium 01.-05.07. Soltau

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Verkauf (Seminar/Webinar) 11.-12.09. Soltau

Gebietsversammlungen 10.-14.09. bundesweit

Nichtrostende Stähle (Seminar) 17.-18.09. Wetzlar

Werkstoff- und Produktkunde (Lernteam/Webinar) 05.-06.11. Kehl

Verkauf (Lernteam/Webinar) 08.11. Hamburg

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM


XXXXXXXXXX

Lifesteel

Berichte/Nachricht

Filigrane Membran

vor einem gigantischen

Bau: die

Kunsthalle Mannheim

hat eine Hülle

von Kufferath, …

Museum in Mannheim

Kunsthalle mit Edelstahlgewebe

von Kufferath

Als Paradebeispiel bürgerlichen Engagements und architektonischen Geschicks gilt Deutschlands größter

Museums-Neubau, die Ende 2017 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete Kunsthalle

Mannheim. Nach dem Konzept von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner ist eine „Stadt in der

Stadt“ entstanden, die in Anspielung auf den historischen Grundriss Mannheims klassische Museums -

architektur neu interpretiert. Visuell verbunden wird die Komposition raumbildender Kuben durch eine

filigrane Haut aus bronzefarbigem Edelstahlstahlgewebe der GKD – Gebr. Kufferath AG.

Nach rund zweieinhalbjähriger

Bauzeit präsentiert sich das Museums-

Ensemble mit Billing-Bau aus dem Jahr

1907, verbindendem Athene-Trakt und

der neuen Kunsthalle – nach dem

Hauptstifter Hector-Bau genannt – als

einladende Einheit. Die Kunsthalle

ersetzt den marode gewordenen Mitzlaff-Bau,

eine 1983 erstellte Erweiterung.

Der von gmp als Sieger eines zweistufigen

Architektenwettbewerbs entworfene

Neubau ordnet sich durch eine

bewusst reduzierte Sprache der Jugendstilarchitektur

des Altbaus unter. Für

die städtebaulich exponierte Lage entwarfen

die Architekten einen monolithischen

fugenfreien Betonkörper, der

sich in die Bebauung am Friedrichplatz

einfügt und an den historischen Bau

anschließt.

Ihr Konzept des Museums besteht

aus 13 versetzt angeordneten Kuben

unterschiedlicher Höhe und Breite. Als

Hommage an den schachbrettartigen

Grundriss des auch Quadratestadt

genannten Mannheims entstand so ein

Geflecht aus offenen und geschlossenen

Räumen mit je nach Standort des

Betrachters wechselnden Perspektiven.

Sieben dieser Kuben gruppieren sich

um das Herz der neuen Kunsthalle

Mannheim, dem 700 m 2 großen, 22 m

hohen, offenen Atrium. Über Galerien,

Terrassen und Brücken sind sie miteinander

verbunden. Diese führen die

Besucher immer wieder zu ihrem Ausgangspunkt

im Atrium zurück. Dadurch

erinnert das Museumserlebnis an die

Dynamik und Architektur einer Stadt.

Insgesamt drei Ausstellungsebenen –

in der ersten Etage mit dem geschosshohen

Stadt-Fenster, das einen imposanten

Blick auf den Wasserturm bietet

– erschließen der Kunsthalle neue Möglichkeiten

der Präsentation. Das mit

einem Glasdach überspannte, lichtdurchflutete

Atrium eröffnet Blickbeziehungen

in alle Richtungen.

Variierende Transparenz

Die Fassadenverkleidung aus Edelstahlgewebe

verbindet die reale urbane

Umgebung mit ihrem künstlerischen

Pendant und lässt Stadt wie Museumsbesucher

am gegenseitigen Leben teilhaben.

Dazu wählten die Architekten

vor den großformatigen Glasflächen

einen deutlich höheren Transparenzgrad

des Gewebes als vor den Faserzementplatten

vor den Kuben. Diese variierende

Transparenz bewahrt die

Wirkung des architektonischen Konzepts

unabhängig vom Betrachtungsabstand.

So verliert die gewebte Haut

trotz der gewaltigen Dimensionen von

Baukörper und Hülle auch aus der

Ferne nichts von ihrer textilen Wirkung.

46 Stahlreport 6|18


Foto: Michael Miltzow

Die Radstation in

unmittelbarer

Nähe zum Erfurter

ICE-Bahnhof

wurde auf einem

tortenstück-ähnlichen

Restgrundstück

erbaut.

… die Abends durch ein ausgeklügeltes

Lichtkonzept von unten angestrahlt wird.

Möglich wurde das durch die von GKD

speziell für dieses Objekt entwickelte

Gewebekonstruktion, die selber wie

ein Kunstwerk wirkt. In vierkettige

Kettseilgruppen aus naturbelassenem

Edelstahl webte das Unternehmen

Edelstahldrähte und -rohre mit unterschiedlichen

Durchmessern – drei

beziehungsweise 25 mm – ein. Dabei

galt es, die durch die Dickenunterschiede

bedingten variierenden Spannungsverhältnisse

im Gewebe webtechnisch

vollständig zu nivellieren,

um an der Fassade die hohen statischen

Anforderungen durch Windund

Schneelasten zu erfüllen.

Aus insgesamt 72, jeweils circa

20 m langen und 3,26 m breiten

Paneelen entstand so eine filigrane

Membran, die der Kunsthalle ihr variantenreiches

Gesicht verleiht. Mit

dezenter Brillanz des warmen Bronzetons

nimmt das fertige Gewebe die

Farbigkeit des Sandsteins der Nachbargebäude

auf. Zu jeder Tageszeit

und Witterung, von nah oder fern, verändert

die über 4.600 qm große Fassade

aus Edelstahlgewebe ihr Aussehen.

Aus dem Museum heraus erlaubt

die transparente Hülle den unverstellten

Blick auf die Stadt und den Wasserturm.

Gleichzeitig gewährt sie Passanten

einladende Einblicke in das

museale Leben. So wird die Metallgewebefassade

zum Bindeglied zwischen

Stadt und Museum. 2

Fotos, 2: GKD Konstantin Meyer

Feuerverzinktes Parken

Radhaus am Erfurter Bahnhof

Um die Verlagerung vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel in

Kombination mit der Nutzung von Fahrrädern zu fördern, schaffen

viele Städte zusätzliche Verbindungen und Parkmöglichkeiten in

Form von „Bike and Ride“-Stationen im Umfeld von Nahverkehrs-

Knotenpunkten. Als Beispiel dafür verweist der Industrieverband

Feuerverzinken auf die Radstation in unmittelbarer Nähe zum

Erfurter ICE-Bahnhof, die mit feuerverzinktem Stahl auf einem

tortenstück-ähnlichen Restgrundstück erbaut wurde.

Das von Osterwold Schmidt

Exp!ander Architekten BDA entworfene

Radhaus schafft in höhenmäßigem

Versatz 200 Radparkplätze,

größtenteils in Doppelparkern für

eine rasche allseitige Bedienung

gestapelt. Ein Kernraum bietet

zudem einen extra gesicherten

Abstellraum mit Ladestationen für

E-Bikes.

Die gewählte feuerverzinkte

Stahlkonstruktion vereint die Vorzüge

von Langlebigkeit und Robustheit

selbst bei rabiater Nutzung

durch Geschwindigkeit und permanenten

Nutzerwechsel mit den konstruktiven

Möglichkeiten und Vorteilen

der Stahlbauweise. Zudem

ermöglicht sie eine filigrane Auf -

lösung der Tragkonstruktion, so dass

die dreieckigen und trapezförmigen

Flächen unter Verkleidung von Polycarbonatplatten

und Streckmetall

viel Lichteinfall bei Tag und gleichermaßen

Leuchtkraft im Dunkeln

begünstigen. Das Streckmetall

schafft je nach Lichtverhältnissen

eine wechselnde Wirkung zwischen

sicherndem Panzer und transluzenter

Haut.

Die Fahrrad-Doppelstockparker

bestehen ebenfalls aus feuerverzinktem

Stahl. Konstruktion, Ausstattung,

Verkleidung und die expressive

Form verleihen dem eigentlichen

„Fahrradschuppen“ Dynamik

und Bewegung und machen ihn zu

einem bereichernden Stadtmöbel.

Durch die Verwendung von feuerverzinktem

Stahl, wurde eine dauerhafte

und nachhaltige Lösung mit

gestaltprägender Wirkung geschaffen.

Zudem erfüllt feuerverzinkter

Stahl die Anforderungen der Norm

DIN 79008-1 „Stationäre Fahrradparksysteme…“,

die vorschreibt, dass

Metallteile an Fahrradparksystemen

mindestens gemäß Korrosivitätskategorie

C3 gegen Korrosion geschützt

werden müssen und feuerverzinkten

Stahl nach DIN EN ISO 1461 als korrosionsbeständig

einstuft.

Der Industrieverband Feuerverzinken

e.V. und seine Serviceorganisation,

das Institut Feuerverzinken

GmbH, vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie.

Im Jahr 2016

wurden in Deutschland mehr als

1,8 Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige

Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes

durch Feuerverzinken

sind u. a. Architektur und

Bauwesen sowie die Verkehrstechnik

und der Fahrzeugbau. 2

[ Info ]

Weitere Informationen zum Feuerverzinken

unter: www.feuerverzinken.com

Stahlreport 6|18

47


Lifesteel

Berichte

Von harter Arbeit und

nächtlicher Erholung

Stahltradition in Riesa

Ein noch nicht ganz gelöstes Rätsel

gibt eine Ausstellung über 175 Jahre Stahltradition

in Riesa auf: Die Sächsische Zeitung

suchte zur Ausstellungseröffnung im

Frühjahr noch nach Zeitzeugen, um hinter

das Geheimnis des Nachtsanatoriums für

die Stahlarbeiter zu kommen. Ansonsten

beantwortet die Präsentation noch bis

zum 24. Juni aber alle herkömmlichen Fragen

zur Geschichte dieses Industriestandortes.

Foto: Ardagh

Matt steht glänzend da

Fassbrause in Stahldosen

mit neuer Oberfläche

Die Ardagh-Gruppe hat Getränkedosen produziert, die den ‚Matte

Impact‘-Effekt für Krombachers Fassbrause auf Stahl bringt. Es ist

das erste Mal, dass Ardagh eine matte Oberfläche auf Stahldosen

produziert.

Neu: Matte Oberflächen auf Getränkedosen aus Stahl.

Mit diesem Effekt soll die

Getränkedose einen sowohl visuellen

als auch haptischen Mehrwert bringen,

der eine hohe Qualität des Produkts

repräsentiert: Fassbrause, ein

alkoholfreies Erfrischungsgetränk,

das deutschlandweit im Trend liegt.

Die neue Oberfläche besteht aus

einem speziellen Grundlack in den

Farben weiß oder transparent. „Wir

wollten uns den weißen Matt-Basislack

zunutze machen, da er Farben

auf intensive, aber sehr natürliche

Weise zur Geltung bringt“, sagt Lars

Dammertz, Leiter Neue Marken in

der Krombacher Brauerei und dort

verantwortlich für die Fassbrause.

Ardaghs neueste Innovation

resultiert aus dem Erfolg von ‚Matte

Impact‘, das bislang nur für Aluminiumdosen

verfügbar war. „Der

Markt für matte Verpackungsdesigns

wächst kontinuierlich, da die Lebensmittel-

und Getränkeindustrie zunehmend

diese Art von Effekt verwendet“,

sagt Dirk Schwung, Verkaufsdirektor

bei Ardagh Metal Beverage.

„Wir freuen uns, diese gefragte

Lösung in unser Stahlportfolio mit

aufzunehmen und die wachsende

Nachfrage unserer Kunden nach

dynamischen Oberflächen zu erfüllen.

Der Matt-Effekt ist jetzt auf 330 -

ml-Standard-Stahldosen von Krombachers

Fassbrause mit den

Geschmackssorten ‚Zitrone‘ und

‚Cola-Orange‘ auf dem deutschen

Markt verfügbar.

Die Ardagh-Gruppe gilt als Weltmarktführer

für Glas- und Metallverpackungen,

der diese für die

meisten der weltweit führenden

Marken in der Lebensmittel-,

Getränke- und Verbraucherindustrie

herstellt. Ardagh betreibt 109

Produktionsstätten in 22 Ländern,

beschäftigt über 23.500 Mitarbeiter

und erwirtschaftet einen weltweiten

Umsatz von über 7,6 Mrd. €. 2

Begonnen hatte die Riesaer Stahltradition

1843. Nach Informationen des Stadtmuseums

bestätigte das Sächsische Ministerium

des Inneren den Gebrüdern Alexander

und Heinrich Schönberg in jenem Jahr,

das erste Eisenhüttenwerk betreiben zu

dürfen. Allerdings nicht in Riesa, sondern

in Gröba – damals noch eine eigene

Gemeinde. „Damit wurde die Entwicklung

zu einem bedeutenden sächsischen Industriestandort

eingeleitet. Kein anderer

Industriezweig hat die Region so geprägt“,

heißt es vom Stadtmuseum zu der Ausstellung.

Die Schau wird noch bis Juni im Haus

am Poppitzer Platz zu sehen sein.

Zu sehen sind viele Bilder der anstrengenden

Arbeit – monströse Hochöfen und glühendes

Metall. Aber nicht nur. „Es kam

uns auch darauf an, das Leben abseits des

Stahlwerks zu zeigen“, erklärte Museumschefin

Maritta Prätzel. So hatte der

Betrieb vor allem zu DDR-Zeiten einen großen

Einfluss auf das alltägliche und kulturelle

Leben in der Stadt. „Es gab eine

ganze Menge Einrichtungen, die dem VEB

Rohrkombinat Stahl- und Walzwerk zugeordneten

waren. Übrigens nicht nur in

Riesa“, so Prätzel. „Es gab zum Beispiel

Ferienheime in Binz, Wehlen, Moritzburg

und Steinbach. Die Stahlwerker konnten

sich für einen Urlaub dort bewerben.“

Ein bisschen ausspannen konnten die

Arbeiter aber auch in Riesa: im sogenannten

Nachtsanatorium. Auch davon erzählt

die Ausstellung. „Das Nachtsanatorium in

der Klötzerstraße war dafür gedacht, dass

die Arbeiter abseits ihrer Familien eine

ruhige Nacht verbringen konnten, wie in

einer Art Pension“, erklärt Prätzel. Ihrer

Information nach war es das erste Nachtsanatorium

in der DDR.

48 Stahlreport 6|18


Studierenden-Wettbewerbe mit neuen Ideen fürs Fahrrad

Das intelligente Zweirad

Der gute alte Drahtesel wird immer moderner: Um noch mehr Fahrradfahrer auf die Straßen zu

bringen, haben Freiburger Studenten den Prototypen SmartFaraday entwickelt, der zahlreiche am

Fahrrad messbare Daten erfasst und sie selbstständig ins Internet lädt. Und aus Karlsruhe stammt

die Idee vom Self-Balancing Bike.

Beim SmartFaraday handelt

es sich um ein intelligentes und

energieautarkes Fahrradpedal, das

sich problemlos an jegliche Fahrradmodelle

anbringen lässt und

auch Zweiräder der alten Generation

„intelligent“ werden lässt. Der Radler

hat die Möglichkeit, alle Daten

wie Leistung (Tretkraft), Geschwindigkeit

und Position auf einer Webseite

oder per Smartphone in Echtzeit

auszulesen. Die Energie für die

Messungen erzeugt der Fahrer

durch das Treten des Pedals selbst.

Die flächendeckende Internetanbindung

ermöglicht weitere Sicherheitsanwendungen

wie Diebstahlschutz

und Notfallkontaktierung

bei einem Unfall. Damit hat ein

Team (s. Foto) der Albert-Ludwigs-

Universität Freiburg die Jury des

Studentenwettbewerbs COSIMA

überzeugt und kürzlich den ersten

Platz sowie ein Preisgeld von

1.000 € gewonnen.

Platz drei und ein Preisgeld von

500 € erhielten Sarah Eisenkolb,

Maike Akermann und Felix Heller

von der Hochschule Karlsruhe, Technik

und Wirtschaft für ihre Idee eines

selbstständig balancierenden Fahrrads.

Mit ihrem „Self-Balancing Bike“

möchten sie dem Fahrer kurze Zwischenstopps,

wie etwa den Gang

zum Bäcker, ermöglichen, ohne das

Fahrrad extra parken zu müssen.

Mit ihrem Mikrosystem möchten sie

speziell E-Bikes aufrüsten.

Seit 2009 veranstaltet der Verband

der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

mit Unterstützung

des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung diesen Wettbewerb,

bei dem Studierende von Fachhochschulen

und Hochschulen im

deutschsprachigen Raum Ideen für

neue Einsatzmöglichkeiten von

Mikrosystemen entwickeln. COSIMA

steht für Competition of Students in

Microsystems Applications.

Die Gewinnerteams haben sich

im Übrigen auch für den internationalen

Wettbewerb iCan 2018 qualifiziert.

Vom 24. bis 27. Juni 2018

treffen sie in Hongkong mit ihren

Projekten auf Teams aus der ganzen

Welt. 2

Foto: Michaela Handrek-Rehle/VDE

Das erfolgreiche Team

SmartFaraday: (v.l.)

Konstantin Hoffmann,

Dominik Ledere,

Ann-Kathrin Leiting und

David Stork.

Stahlreport 6|18

49


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Lifesteel

Bericht

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Multifunktional

Stahlrohr-Rahmen

in der Architektur

Südlich von Basel erinnert ein umgebautes Transitlager an ein

prächtiges Schiff. Der in den Spitz laufende Aufbau hat drei Etagen,

allesamt gesichert durch Jakob Webnet-Frames. Das sind bespannte

Stahlrohr-Rahmen mit unterschiedlichen Funktionen.

Mit dem Umbau des Transitlagers

in ein gemischtes Quartier hat

das dänische Architekturbüro BIG die

Fläche des ehemaligen Lagerhauses

verdoppelt. Wo früher importierte

Autos lagerten, wird heute gewohnt

und gearbeitet. Auf die bereits bestehende

Stahlbaukonstruktion mit vier

Geschossen haben die Architekten

einen blitzförmigen, dreigeschossigen

Leichtbau gesetzt. Der ursprüngliche

Gebäudeteil bringt heute Büros, Ateliers

und Gewerberäume unter. Auf

den drei Etagen im Aufbau über dem

sogenannten Schiffsdeck wird ausschließlich

gewohnt.

Ziel beim Umbau war es, die Großzügigkeit

und Eigenheit des Industriebaus

so weit wie möglich zu erhalten,

wie Architekt Bjarke Ingels auf

der Website des Projektes verrät. Beim

Aufbau hingegen hätten sie sich an

klassischen Gedanken des Wohnungsbaus

orientiert: Fünf kleinere,

quergestellte Einheiten ermöglichen,

dass das Sonnenlicht von vier Seiten

einstrahlt. Dank der schräggestellten

Einheiten sind unterschiedliche pri-

vate Terrassen mit Weitblick entstanden.

Alle Terrassen sind mit Webnet-

Frames der Jakob AG gesichert. Das

Webnet ist eine nahezu transparente

Geländerfüllung und ermöglicht optimale

Lichteinstrahlung sowie ungestörte

Weitsicht für die Mieter. Das

Webnet gilt als passend zu alt und

neu, zu rustikal und zu elegant, zu

Stahl und zu Beton. Es füge sich optimal

in das ausdruckstarke Gebäude

ein, ohne den Gesamteindruck zu

stören. Wie das Gebäude selbst, ist

auch das Webnet multifunktional:

Dient es beim Transitlager als

Geländerfüllung, nutzt man es

anderswo als Trennelement, als Kletterhilfe

für Pflanzen oder als Absturzsicherung

bei Brücken oder Helikopter-Landeplätzen.

Webnet-Frames sind mit Drahtseilnetz

vorbespannte Rohrrahmen.

Auf Maß produziert, lassen sie sich

am Einsatzort innerhalb kürzester

Zeit mit wenigen Handgriffen installieren.

Webnet-Frames sind aus hochwertigem

Edelstahl hergestellt. 2

Foto: Jakob AG

Multifunktionale

Rohrrahmen

prägen das umgebaute

ehemalige

Autolager im

schweizerischen

Münchenstein.

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom BundesverbandMaterialwirtschaft,

Einkauf und Logistik

e.V. (BME) bei.

50 Stahlreport 6|18


Sie bringen die Motivation mit?

Wir liefern das Know-how!

Berufliche Karriere durch ein berufsbegleitendes und digitales Fernstudium

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Die neue Gruppe („Jahrgang 2018“) beginnt am 1. Juli 2018.

Argumente:

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und Deutschen

Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte:

z Technik (Werkstoffe, Produkte, Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz, Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen:

z ca. 60 Studienmodule

z 6 Präsenzphasen

z Virtuelle Klassenzimmer

z Studienarbeit und 3 weitere Prüfungen

fern-studium

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon: 0211 86497-0

www.stahlhandel.com

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