Stahlreport 2018.07

markushuneke

73. Jahrgang | Juli/August 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

7/8|18

Berlin im Hintergrund und die Berufsbildung im Blick:

Stahlreport-Interview mit Bundesministerin Anja Karliczek


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dr. Axel Willauschus

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Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Prüfung

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Dr. Axel Willauschus

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Stahl-Lexikon

Manfred Feurer

Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

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Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

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Flacherzeugnisse aus Stahl

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Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

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1. Auflage – Dez. 2010 | 119,00 €

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Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

Edelstahl Rostfrei

Production, Properties and Processing

Stainless Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

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1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


„Berufliche und akademische

Bildung sind gleichwertige

Bildungswege.“

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

das musste einfach einmal von kompetenter

Stelle aus formuliert werden: „Berufliche

und akademische Bildung sind gleichwertige

Bildungswege.“ Dieses Zitat von Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek

(Interview auf S. 50f) ist die wohl passendste

Gratulation für die Absolventen

des 20. Jahrgangs und die Anfänger im Jahrgang 2018 des

BDS-Fernstudiums (S. 52f), bringt die „Wertschätzung der

Leistung von Menschen in der beruflichen Bildung und im

Fernstudium“ auf den Punkt.

Das versucht – zum selben Thema – auch die Headline

dieses Heftes: „Berlin im Hintergrund und die Berufsbildung

im Blick“. Das in zahlreichen Zusammenhängen viel beschworene

Primat der Politik darf die entscheidenden Sachfragen

nur hintergründig begleiten. In der Bildung geht es nicht um

das, was Lobbyisten wünschen, entscheidend ist vielmehr,

was Lernende brauchen. Denn: Bildung bleibt die entscheidende

Voraussetzung für die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Die Entwicklung unserer Märkte ist ein weiteres Schwerpunktthema

dieses Heftes. Damit sind nicht nur die Konjunkturberichterstattung

(S. 28ff) oder die Erkenntnisse aus der

Abnehmergruppenanalyse 2017 (S. 36ff) gemeint, auch die

Vorgänge um die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium (S.

58ff) werden zum Lackmustest für nachhaltigen Erfolg, für

den erfolgreichen Ausgleich zwischen der Betriebswirtschaft

und der Volkswirtschaft.

Dass Lobbyismus und Sacharbeit sich nicht immer gegenseitig

ausschließen müssen, zeigen viele weitere Berichte in

der Rubrik „Verbände und Politik“ in diesem Heft (S. 61ff).

Passendstes Beispiel dafür ist einmal mehr der Stahl-Innovationspreis,

über den auf S. 62f berichtet wird: tolle Ideen

zu einem tollen Werkstoff. Diese Begeisterung findet sich in

diesem Heft in der Rubrik „LIfesteel“ wieder, die zudem von

der notwendigen Begeisterung des Branchennachwuchses

berichtet.

Und damit schließt sich der Kreis: Lernen ist auf Motivation

angewiesen. Und die vermittelt diese Ausgabe des „Stahlreport

in hoffentlich ausreichender Weise.

Mit sommerlichen Grüßen aus Düsseldorf, bin ich Ihr

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport/BDS-Bereichsleiter Berufsbildung

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Elsinghorst arbeitet mit VarioSave

10 Klöckner-Niederlassung in Landsberg erweitert

11 Hoberg & Driesch legt Grundstein für Investitionen

12 Vier neue Ziehlinien für das Schoeller Werk

14 Klöckner-Forum setzt auf Chancen durch

neue Technologien

16 Neues Langgutlager und Distributionssystem

für Kircherer

18 Stahl-Versteigerungsplattform von

Salzgitter-Mannesmann

ANARBEITUNG UND LOGISTIK

20 KASTO FutureDays18

22 Nissen&Velten veröffentlicht eNVenta4

MESSEN UND MÄRKTE

24 Erste Saw Expo

25 EuroBLECH 2018

26 Die Feuerverzinkungsindustrie und die Intergalva

KONJUNKTUR SPECIAL

28 Berichte und Nachrichten

BDS-RESEARCH

36 Abnehmergruppenanalyse 2017

48 Neueste Zahlen

BDS-BERUFSBILDUNG

50 Stahlreport-Interview mit

Bundesministerin Anja Karliczek

52 Abschluss und Auftakt im BDS-Fernstudium

BDS-KOMMUNIKATION

54 Trägertag: Eine Branche zeigt Profil

VERBÄNDE UND POLITIK

58 US-Zölle auf Stahl und die Reaktionen darauf

61 Stahlbautag in Duisburg

62 Stahl-Innovationspreis und Berliner Stahldialog

63 VDMA: Mit Berufsschulen gegen den

Fachkräftemangel

LIFESTEEL

66 Individuelle Lösungen mit Lochblechen

Stahlreport 7/8|18

3


Foto: Atterer

Persönliches

Kurznachrichten

Bild: Padersoft

Sandra Saake

ist in die Geschäftsführung der SE PADERSOFT

GmbH & Co. KG berufen worden. Die Diplom-

Kauffrau war nach Stationen bei Henkel und

Thyssen Schulte nach

Paderborn zu PADER-

SOFT gewechselt, leitete

zunächst den UNI-

TRADE ® -Support und

baute die Cloud-

Dienste auf. Jetzt führt

sie zusammen mit den

Gründungsgesellschaftern

Andreas Saake

und Arnold Katerle-

Böhm die Geschäfte des Softwareunternehmens

und koordiniert strategische Projekte der Handelssoftware

Unitrade.

Foto: DGfM

Hans Georg Leuck

war als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft

für Mauerwerk- und Wohnungsbau (DGfM) Mitinitiator

des Wohnungsbau-Tages in Berlin. „Er

hat den Branchen-Gipfel mit aus der Taufe gehoben

und zur festen Instanz für die Wohnungsbaupolitik

in Berlin

gemacht. Hans Georg

Leuck hat zehn Wohnungsbau-Tage

geprägt. Und er hat es

– als ‚politischer Lotse‘

der DGfM – geschafft,

der Wohnungsbaupolitik

zum Kurswechsel

zu verhelfen: mit mehr

sozialem und bezahlbarem Wohnungsbau, mit

einer neuen Förderung für Wohneigentum, mit

mehr Augenmaß bei der EnEV und mit dem

erklärten politischen Ziel, die Bauordnung einfacher

und einheitlicher zu machen“, würdigte Dr.

Hannes Zapf seinen Vorgänger und begründete

so dessen Wahl zum Ehrenvorsitzenden der

DGfM bei der jüngsten Verbandsversammlung.

14 Jahre lang hatte Dr. Hans Georg Leuck an der

Spitze der Vereinigung gestanden.

Silvius Grobosch

freut sich über die neue Adresse der BME: Der

Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und

Logistik e.V. hat seinen bisherigen Standort in

Frankfurt-Höchst verlassen und neue Geschäftsräume

in Eschborn bezogen. „Dort haben wir

zwei Etagen eines Büroturms in der Frankfurter

Straße 27 angemietet. Damit schlägt unser Verband

ein neues Kapitel in seiner mehr als 60-jährigen

Geschichte auf“, teilte Dr. Silvius Grobosch,

Mitglied des geschäftsführenden

BME-Bundesvorstandes, Ende Juni mit. Die neue

Postanschrift lautet: BME, Frankfurter Straße 27,

D-65760 Eschborn. Der BME ist dort unter folgender

zentraler Telefonnummer zu erreichen:

+49/61 96/58 28-0.

Henrik Schunk

ist zum Vizepräsidenten des Verbands Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gewählt

worden. Er rückt im Präsidium an die Stelle von

Norbert Basler, der sein Amt aus privaten Gründen

niedergelegt hat. Schunk ist seit 2002

Geschäftsführender Gesellschafter und CEO des

Automatisierungs-Spezialisten Schunk GmbH &

Co. KG mit Sitz in Lauffen am Neckar. Der Wirtschaftsingenieur

war von 2009 bis 2012 Mitglied

des Vorstands von VDMA Robotik + Automation.

Seit 2013 ist er Mitglied des VDMA-Hauptvorstands.

Auf europäischer Ebene ist Schunk bei

EUnited Robotics aktiv; von 2010 bis 2016 als

Chairman und seit 2017 als Vice Chairman. Der

VDMA vertritt mehr als 3.200 Betriebe des mittelständisch

geprägten Maschinen- und Anlagenbaus.

Mit 1,35 Mio. Erwerbstätigen im Inland

und einem Umsatz von 226 Mrd. € (2017) ist die

Branche größter industrieller Arbeitgeber und

einer der führenden deutschen Industriezweige

insgesamt.

Bernhard Thies

ist zum stellvertretenden Präsidenten der europäischen

Normungsorganisation CENELEC

(Europäisches Komitee für elektrotechnische

Normung) gewählt worden. Der ehemalige Sprecher

der Geschäftsführung der vom VDE getragenen

Normungsorganisation

DKE tritt sein

Amt 2019 an und

steht damit weiterhin

mit dem ihm nachfolgenden

CENELEC-Präsidenten

Dany Sturtewagen

aus Belgien an

der Spitze des Europäischen

Komitees für

Elektrotechnische Normung.

Ziel von Dr.-Ing. Bernhard Thies ist es, die

Stellung des CENELEC gegenüber der Europäischen

Kommission weiter zu verfestigen und die

CENELEC-Community in Zeiten politischer Instabilität

zu führen. „Der BREXIT und die America

first-Strategie von Präsident Trump belegen, dass

die Normungspolitik in und außerhalb Europas

immer wichtiger und kritischer wird“, erklärte das

ehemalige Mitglied der Geschäftsführung des

Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und

Informationstechnik (VDE) selbstbewusst.

Foto: VDE

Dieter Kempf

dürfte Präsident des Bundesverbandes der Deutschen

Industrie (BDI) bleiben. Präsidium und

Vorstand des BDI haben ihn in diesem Juni einstimmig

und erneut zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Die erste Amtsperiode des Präsidenten

läuft turnusgemäß Ende des Jahres aus. Gewählt

werden solle der 65-jährige Dieter Kempf, der

seit dem 1.1.17 BDI-Präsident ist, auf der Mitgliederversammlung

am 26.11.18. Vier Jahre

lang war Dieter Kempf zuvor Vizepräsident des

Verbandes.

Andreas Wachter

und sein Team von der Atterer Stahlcenter

GmbH in Marktoberdorf haben sich diesmal

besonders über den Besuch von Oliver Ellermann

(r.) gefreut. Der Vorstand der BDS AG

hatte die Urkunde über die zehnjährige Mitgliedschaft

des Unternehmens im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) im Gepäck, überreichte

sie dem Geschäftsführenden Gesellschafter

und wünschte alles Gute für die Zukunft

des Stahlcenters sowie seiner Mitarbeiter.

Wolfgang Niedziella

ist erneut zum Vorsitzenden des IECEE (IEC System

for Conformity Testing and Certification of

Electrotechnical Equipment and Components)

gewählt worden. „Ich bin dankbar für das Vertrauen

der IECEE-Mitglieder und freue mich,

diese Aufgabe ab 2019 für weitere drei Jahre

wahrnehmen zu dürfen“, freute sich der

Geschäftsführer des VDE-Instituts über seine

erste Wiederwahl. Seit 2016 führt er als erster

Deutscher in diesem Amt neben seiner Funktion

im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

e.V.

(VDE) den Vorsitz des

IEC-Gremiums. Dessen

Ziel es ist, die verschiedenen

nationalen

Zertifizierungs- und

Zulassungskriterien

aufeinander abzustimmen,

um den internationalen

Handel von

Foto: privat

4 Stahlreport 7/8|18


Foto: Scheinast Photography, Salzburg

elektrotechnischen Ausrüstungen und Komponenten

zu erleichtern. Dem Gremium gehören

56 Länder mit 550 Prüf- und Zertifizierungsstellen

an.

Hubert Koch

ist auf der Großen Gießereitechnischen Tagung

ausgezeichnet worden. Der pensionierte Leiter

Forschung, Entwicklung und Kundenservice bei

der Trimet Aluminium SE, Essen, nahm den Preis

in Salzburg entgegen. Er wird an Unternehmen

oder Personen verliehen, die sich in besonderer

Weise um die Werkstoff-, Prozess- und Produktentwicklung

in der Gießereibranche verdient

gemacht haben. Dr.-Ing. Erwin Flender (l.), Präsident

des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie

e. V., ehrte Dr.-Ing. Hubert Koch

(M.) u. a. als Miterfinder der Legierungen

AlSi10 MnMg, AlMg5Si2Mn und AlSi9Mn. Mit

seinen Entwicklungen und Veröffentlichungen

habe Dr. Koch die Voraussetzungen für die funktions-

und qualitätsgerechte Herstellung von

Strukturteilen für die Automobilindustrie im

Druckgießverfahren geschaffen, betonte Dr. Flender.

Rechts im Bild: Dr. Jens Wiesenmüller, Präsident

des Vereins Deutscher Gießereifachleute.

Markus B. Jaeger

leitet seit kurzem die politischen Aktivitäten des

Technologieverbandes VDE. Als Manager Political

+ Technical Affairs im Verband der Elektrotechnik

Elektronik und

Informationstechnik

(VDE) bildet der 44-

Jährige die zentrale

Serviceschnittstelle

zwischen der Technologieorganisation

und

der Politik in Berlin

sowie zur EU. Mit den

Schwerpunkten Technologie-

und Innovationsförderung,

Normung und Standardisierung,

Qualität und Sicherheit von Zukunftstechnologien

sowie intensiven Weiterbildungsaktivitäten

für Digitale Technologien versteht sich Jaeger als

serviceorientierter Ansprechpartner in allen

Foto: VDE

Foto: thyssenkrupp

Belangen des VDE. Markus B. Jaeger ist verheiratet

und hat zwei Söhne. Der studierte Jurist

blickt auf 20 Jahre Erfahrung in der Politik zurück

und war zuletzt seit 2007 als Referent im Deutschen

Bundestag tätig.

Wolfgang Eder

hat sich entschieden, sein Mandat als Chef des

österreichischen Stahl- und Technologiekonzerns

Voestalpine nicht für eine volle Amtszeit zu verlängern

und nach der Hauptversammlung im Juni

2019 als CEO zurückzutreten sowie aus dem

Vorstand des Linzer Unternehmens auszuscheiden.

Als Nachfolger für den 66-Jähringen nominierte

der Aufsichtsrat Herbert Eibensteiner. Der

54-Jährige Maschinenbauer ist seit 29 Jahren in

dem Konzern tätig und dort derzeit Chef der

Stahlsparte. Ob er das in seiner neuen Funktion

auch bleibt, gilt als noch nicht entschieden. Wolfgang

Eder, der dem Vorstand von Voestalpine

seit 24 Jahren angehört, soll dem Konzern auch

weiterhin verbunden bleiben. Im Gespräch ist,

dass er 2019 Aufsichtsrat wird und 2021 an die

Spitze dieses Kontrollgremiums rückt.

Amanuel Brhane, Renate Selbach,

Sven Karrasch und

Denise da Vaz

stehen für Vielfalt bei thyssenkrupp. Daran erinnerte

das Duisburger Unternehmen im Juni aus

Anlass des Diversity-Tages. 2014 aus Eritrea

geflohen, absolviert Amanuel Brhane (2. v. l.)

eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker.

„Wer auf Vielfalt setzt, kann viel gewinnen“, sagt

Denise Vaz (r.), die bei dem Stahlhersteller für

das Diversity-Management zuständig ist und aus

Brasilien stammt. Ähnlich äußert sich auch Sven

Karrasch (l.), 46 Jahre alt und Teamleiter in der

Stranggießanlage; er ist selbst viel gereist. Vielfalt

in Unternehmen heißt aber nicht nur, dass

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen

zusammenarbeiten. Entsprechend positioniert

sich die 58-jährige Renate Selbach (2.v.r.), die

seit 42 Jahren in dem Betrieb arbeitet – heute im

Marketing zuständig für das Bestell- und Abrechnungswesen.

Renate Selbach genießt es, eine

der älteren Mitarbeiterinnen zu sein.

Klaus-Ernst Krebs

ist tot. Der Chef von STAHL KREBS in Solingen

verstarb am 19.6.18 im Alter von 78 Jahren.

Mit ihm, so schreiben die Geschäftsführung,

die Gesellschafter und Mitarbeiter in der Traueranzeige,

„verlieren wir unseren ‚Boss‘, einen

wichtigen und wertvollen Ratgeber und Mentor,

einen sehr großzügigen und kinderlieben

Menschen, der immer ein offenes Ohr und

einen guten Blick für die Menschen in unserer

Firma sowie in seinem privaten und geschäftlichen

Umfeld gezeigt hat, und einen Unternehmer,

der seine Aufgabe mit unheimlich viel Leidenschaft

verfolgt und dabei die Werte eines

aufrichtigen Kaufmanns in außergewöhnlicher

Weise vertreten und gelebt hat.“

Reinhard Zirpel

ist von der Mitgliederversammlung des Verbands

der Internationalen Kraftfahrzeughersteller

(VDIK) für zwei Jahre erneut zum VDIK-Präsidenten

gewählt worden. Uwe Hochgeschurtz

(Vorsitzender des Vorstandes Renault Deutschland

AG) wurde zum VDIK-Vizepräsidenten

berufen. Neu in den Vorstand gewählt wurden:

Peter Hornig (Geschäftsführer Scania Deutschland

GmbH), Dr. Kolja Rebstock (Geschäftsführer

Mitsubishi Motors Deutschland Automobile

GmbH), Wolfgang Schlimme (Geschäftsführer

Citroen Deutschland GmbH) sowie Alain Uyttenhofen

(Präsident Toyota Deutschland

GmbH). Zum Vorstand gehören weiterhin:

Frank Jürgens (Sprecher der Geschäftsführung

Skoda Auto Deutschland GmbH) sowie Markus

Schrick (Geschäftsführer Hyundai Motor

Deutschland GmbH). Der VDIK war 1952 in

Frankfurt/M. gegründet worden. Heute gehören

dem Verband fast alle in Deutschland vertretenen

Generalvertretungen der internationalen

Hersteller mit insgesamt 36 Pkw- und

Nfz-Marken an.

Casimir Katz

wird in diesem Jahr mit der Konrad-Zuse-

Medaille ausgezeichnet. Dies hat das Konrad-Zuse-Kuratorium

des Zentralverbandes

des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in seiner

jüngsten Sitzung beschlossen. Der ZDB würdigt

damit besonders die Arbeit von Professor

Katz im Bereich der Simulation komplexer,

innovativer Bauaufgaben. „Schon kurz

nach seiner Promotion hat Dr. Katz Bahnbrechendes

für Forschung und Praxis im

Bauingenieurwesen geleistet. So die

Begründung des Konrad-Zuse-Kuratoriums

im ZDB.

Stahlreport 7/8|18

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Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Rasche Amortisation:

Pro Tag und Lkw

spart Elsinghorst mit

dem formschlüssigen

Ladungssicherungs -

system VarioSAVE

durchschnittlich 90

Minuten.

Stahltransport: Zeit sparen mit formschlüssigem Sicherungssystem

Mit Sicherheit mehr Effizienz

beim Stahltransport

Stahl-Mischladungen sind ein anspruchsvolles Transportgut: Hohes Gewicht und heterogene Maße

machen sowohl die Ladungssicherung als auch das effiziente Be- und Entladen zu einer Herausforderung.

Stahlhändler Elsinghorst arbeitet mit dem formschlüssigen VarioSAVE-System von Elting – und

erzielt damit Zeiteinsparungen von durchschnittlich 90 Minuten pro Tag und Lkw.

Langgüter, Flacheisen, Stabstahl,

Palettenware – die G. Elsinghorst

Stahl und Technik GmbH gilt

als Vollsortimenter in Sachen Stahl

und Werkstoffe. Rund 250 t schlagen

die Bocholter täglich um. Früher

bedeutete das viel zeitaufwändiges

Gurten und Zurren – doch das war

früher.

Anstelle von kraftschlüssigen

Spanngurten sichert der Stahlhändler

Elsinghorst seine Ladung seit

2009 mit dem formschlüssigen

Ladungssicherungssystem Vario-

SAVE. Um das volle wirtschaftliche

Potenzial von VarioSAVE auszuschöpfen,

hat Elsinghorst heute den

gesamten Workflow in der Be- und

Entladung auf das Ladungssicherungssystem

aus dem Hause Elting

Metalltechnik abgestimmt.

Das System basiert auf einem

Raster von Längs- und Querträgern

mit jeweils 70 mm breiten Rungentaschen.

Diese ermöglichen eine

formschlüssige Sicherung der Ware

in alle Richtungen durch simples

Einstecken der Rungen – immer

genau dort, wo es notwendig ist. „Eine

Runge hält auf 200 mm 2,5 t stand

– das ist einfache Mathematik“, sagt

Georg Nienhaus, Lademeister bei

Elsinghorst. Demgegenüber müssten

bei kraftschlüssiger Ladungssiche-

rung mit Spanngurten eine Vielzahl

unterschiedlicher Faktoren wie etwa

Vorspannkraft, Glei t reibwert, Zurrwinkel

und Ladeflächenbeschaffenheit

beachtet werden.

Einfach zweite

Ladeebene einziehen

Durch mehrere Steckrungen in einer

Reihe lässt sich an jeder beliebigen

Stelle der Ladefläche eine künstliche

Stirnwand realisieren. Mithilfe horizontaler

Verbindungselemente

ermöglicht das Steckrungensystem,

binnen Sekunden eine zweite Lade -

ebene einzuziehen, sodass der Stahl

mehrlagig transportiert wird. Beim

Ausladen lässt sich die zweite Ebene

ebenso schnell wieder zurückbauen,

sodass nahezu alle Güter entsprechend

der Entlade-Reihenfolge beladen

werden können.

Bei nicht palettierfähigem Stückgut

wird einfach der DEKRA-zertifizierte

VarioSAVE-Ladebalken zwischen

Ladegut und Fläche oder einzelnen

Ladungsebenen eingesetzt. Gerade

bei „kleinteiligen“ Stadttouren mit

Mischladungen und vielen Stopps

zeige sich der Vorteil von Vario-

SAVE. „Das System steigert nicht

nur die Effizienz bei unseren internen

Prozessen, sondern auch die

Zufriedenheit unserer Kunden, da

wir deren Be- und Entlader bei der

Auslieferung nicht länger in

Anspruch nehmen als unbedingt

nötig“, sagt Nienhaus.

Als weitere Mehrwerte des Systems

zählt der Lademeister Arbeitssicherheit

und Ergonomie auf: Beim

Beladen mit dem Magnetkran in

zuvor abgesteckte Ladeplätze ist kein

händisches Ausrichten des Ladegutes

mehr notwendig. „Das schont

den Rücken und senkt die Verletzungsgefahr

signifikant“, verdeutlicht

Nienhaus. „Ich sage meinen

Jungs immer: Der einzige Stahl, den

ihr während der Beladung anfassen

müsst, sind die Steckrungen!“

Win-win-Situation: Kunden profitieren

von hoher Schadensfreiheit

Während Elsinghorst interne Prozesse

optimiert und die Mitarbeiter -

gesundheit fördert, profitieren die

Kunden des Stahlhändlers gerade

bei empfindlichen Ladegütern wie

dünnen Blechen von der formschlüssigen

Ladungssicherung.

Jochen Küpper ist Logistikleiter

des ebenfalls in Bocholt ansässigen

Mittelständlers Spaleck GmbH & Co.

KG. Mit über 250 Mitarbeitern zählt

Spaleck zu einem der weltweit führenden

Hersteller von Siebtechnologie

für die internationale Abfall-

6 Stahlreport 7/8|18


Bilder: Elting

Das Ladungssicherungssystem VarioSAVE ermöglicht die formschlüssige Sicherung

durch Einstecken von Rungen in ein vorgegebenes Raster.

und Recyclingbranche sowie die

Nahrungsmittel- und Chemieindustrie.

„Schon bei unseren Vorprodukten

wie den Blechen von Elsinghorst

verlangen wir optimale Qualität.

Problematisch kann hier das Sicherungsverfahren

des Niederzurrens

sein. Denn durch zu hohe Vorspannkräfte

können die schweren, aber

dennoch empfindlichen Bleche

schnell verzogen werden“, berichtet

Küpper.

Gerade bei filigranen Blechen

bedeute das Nachbearbeitung der

gelieferten Teile oder im schlechtesten

Fall Reklamationen. „Diese ganze

Schadenskette lässt sich mit Vario-

SAVE weitestgehend ausschließen“,

sagt Küpper. Hinzu komme, dass ein

geschulter Fahrer mit der formschlüssigen

Ladungssicherung

erfahrungsgemäß nur den Bruchteil

der Zeit benötigt, die das Lösen und

anschließende Verzurren der Gurte

dauert. „Damit blockiert der Lieferant

Elting Geräte- und Apparatebau

wesentlich kürzer den Wareneingang

und nimmt unsere Manpower

und technische Infrastruktur nicht

länger als unbedingt nötig in

Anspruch“, sagt Küpper. Denn weil

die Entladereihenfolge schon beim

Beladen berücksichtigt wird, entfällt

umständliches Zwischenlagern mit

dem Stapler.

Nicht nur deshalb setzt Küpper

auch beim eigenen Warenausgang

gerne auf Spediteure mit VarioSAVE-

Ausstattung. Zudem steht Küpper als

Verlader in der Verantwortung für die

vorschriftsmäßige Sicherung gemäß

VDI-Richtlinie 2700. Bei rein kraftschlüssiger

Ladungssicherung bedeutet

das einen hohen Kontrollaufwand:

Sind genug funktionstüchtige Gurte

an Bord, wie steht es um deren Verschleiß,

sind Neuanschaffungen nötig?

„Gut ist es dann, wenn mittels des

Steckrungensystems schnell und einfach

ein Formschluss hergestellt werden

kann“, sagt Küpper. 2

Die Elting Geräte- und Apparatebau GmbH & Co. KG ist Hersteller von

Fahrzeugbaukomponenten und Ladungssicherungssystemen für die

Transport- und Logistikbranche sowie von metallischen Halbzeugen für

Industrie und Handwerk. Das Unternehmen verfügt über 80 Jahre Erfahrung

in der Metallbearbeitung. In der Auftragsfertigung deckt Elting von

der Planung über Zuschnitt und Umformung bis hin zu Schweißbaugruppe

und Endmontage alle Schritte der CNC-Blechverarbeitung ab. Eine weitere

Kernkompetenz ist die Fertigung groß dimensionierter Rohr- und

Profil-Laserteile in Stahl, Edelstahl und Aluminium. Mit Fertigungsdimensionen

von bis zu 408 mm Durchmesser bzw. 300 x 300 mm auf 15 m

Länge gehört die 3D-Rohrlaseranlage der Elting Geräte- und Apparatebau

GmbH & Co. KG zu den größten Anlagen Europas. Dabei ist Elting fertigungstechnisch

für mittlere bis große Losgrößen ausgelegt. Das Familienunternehmen

produziert ausschließlich in Deutschland an den beiden

Standorten Isselburg und Bocholt im Münsterland und beschäftigt über

70 Mitarbeiter.

Das Großhandelshaus für Stahlrohre Hoberg &

Driesch hat mit der RSC Röhrenhandel GmbH

eine Spezialistin für die Anarbeitung und

den Vertrieb von nahtlosen und geschweißten

Präzisions-Stahlrohren und Profilrohren

übernommen.

Hoberg & Driesch übernimmt

RSC Röhrenhandel

Rohr-Anarbeitung erweitert

Die Hoberg & Driesch GmbH & Co.

KG hat die Gesellschaft RSC Röhrenhandel

GmbH in Wesseling übernommen.

Das RSC – Rohr-Service-Center wurde

1987 gegründet und beschäftigt sich

hauptsächlich mit dem Vertrieb und der

Anarbeitung von nahtlosen und

geschweißten Präzisions-Stahlrohren und

Profilrohren. Der Kundenkreis von RSC

umfasst vor allem Automobilzulieferer,

aber auch Möbelhersteller und Hersteller

von Förderlogistiksystemen. Das Unternehmen

beschäftigt am Standort Wesseling

südlich von Köln ca. 40 Mitarbeiter.

„Wir erhoffen uns durch diese Transaktion

eine signifikante Stärkung unserer

Position im deutschen Markt für Rohranarbeitung“,

so die Geschäftsführung der

Hoberg & Driesch GmbH & Co. KG.

„Zusammen mit unserer Tochtergesellschaft

MUT Automotive in Tschechien

sehen wir uns nun für die weitere Expansion

im Geschäftsbereich Anarbeitung

gut aufgestellt. Die bereits vorhandenen

Anarbeitungsmöglichkeiten der Hoberg &

Driesch Gruppe in Deutschland sollen

zeitnah am Standort Wesseling konzentriert

werden.“

Stahlreport 7/8|18

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kloeckner-d.de/karriere

WIR machen den Mehrwert.


Abdifatah M. O.,

Auszubildender Fachlagerist

Einer, der den Unterschied macht!

Eine Ausbildung bei Klöckner hat es in sich.

Ob nun die Arbeit im Wareneingang oder

an der Brennschneidemaschine, dass Beund

Entladen der LKW oder die Kommissionierung

von Waren, unsere Auszubildenden

schaffen von Beginn an echten Mehrwert.

Und damit das auch so bleibt, unterstützen

wir sie mit vielfältigen Weiterbildungsangeboten

wie externen Schulungen oder Kranund

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Stahlhandel

Berichte

Bilder: Klöckner & Co Deutschland

Anfang Juni 2018

eingeweiht: Die

neue Halle des

Klöckner-Standorts

Landsberg.

Neue Halle pünktlich zum Standort-Jubiläum

Mehr Power in Landsberg

Am 1. Juni 2017 war Baubeginn – ziemlich genau ein Jahr später war sie fertig: die neue Halle

der Klöckner-Niederlassung in Landsberg mit 4.500 m 2 Grundfläche und 3.000 m 2 versiegelter

Freifläche. Einschließlich Maschinen und Krananlagen betrug das Investment rund 4,5 Mio. €.

Damit sei man gut für die Zukunft aufgestellt, so die Niederlassungsleitung.

Die neue Halle wurde im Anschluss

an die beiden bereits vorhandenen

Hallen gebaut. Mit

Abschluss dieser Baumaßnahme verfügt

der Standort Landsberg nun

über insgesamt sechs Hallen mit

einer überdachten Fläche von insgesamt

24.000 m² und einer Freifläche

von 6.000 m².

Damit ist Landsberg der größte

Standort in der Region Ost der Klöckner

& Co Deutschland GmbH, zu der

neben Landsberg auch die Niederlassungen

in Zwickau und Kaufungen

gehören. Von Landsberg aus ist

es nun möglich, das komplette Lieferprogramm

für die Region Ost

bereitzustellen.

Größeres Produktspektrum,

weniger Logistik-Kosten

„Durch diese Erweiterung können

wir unsere Kunden in der Region

mit rund 3.000 t mehr Material versorgen“,

machte die Niederlassungsleitung

deutlich. Diese Tonnage setzt

sich im Wesentlichen aus Rostfreisowie

Aluminiumprodukten im

Flach- und Langproduktebereich

zusammen.

Eine Investition in die Zukunft

sei die Anschaffung einer neuen

Folier- und Vereinzelungsanlage,

mit der erstmals Formate von

2.000 x 4.000 mm bearbeiten werden

können. Das Invest sei auch vor

dem Hintergrund einer autarken

Versorgung innerhalb der Region

Ost durchgeführt worden, so das

Unternehmen. Hierdurch ergäben

sich erhebliche Einsparungen im

Bereich Transporte und eine schnellere

Verfügbarkeit für die Kunden.

Buntes Programm

zur Einweihungsfeier

Offiziell eingeweiht wurde die Halle

am 8. Juni 2018, zeitgleich mit dem

25-jährigen Jubiläum des Standorts.

Grund genug, dies mit einem großen

„Tag des Kunden“ zu feiern. Kunden

konnten dabei unter anderem die

neue Halle sowie die Folier- und Ver-

Eine Investition in die Zukunft: Die neue Folierund

Vereinzelungsanlage, mit der Formate von

2.000 x 4.000 mm bearbeitet werden können.

einzelungsanlage in Aktion besichtigen,

einen Rundgang durch den

Sägepark machen und der Präsentation

der Rohrlaserbearbeitung am

Standort Velten folgen. Ebenso wurden

den Gästen Einblicke in den

Online-Shop vermittelt.

Ein Highlight des Tags war das

„Off-Road-Event“, bei der die Gäste

auf einer anspruchsvollen Strecke

Panzer und Off-Road-Fahrzeuge fahren

konnten. Auch fürs leibliche

Wohl war gesorgt: beim Profi-Grillen

mit den „BBQ-Brothers“. Die Niederlassung

Landsberg hat ihre 25-jährige

Geschichte gebührend gefeiert.

Und mit der Hallenerweiterung sei

man nun bestens gewappnet für die

Zukunft. 2

10 Stahlreport 7/8|18


Bilder: Hoberg & Driesch

So soll es nach Fertigstellung

im Sommer

2019 aussehen:

Animation der

Erweiterung des

Hoberg & Driesch-

Zentrallagers in

Düsseldorf

HOBERG & DRIESCH legt Grundstein für Hochregallager und neue Hallen

Investition in Stahlrohr-Lagerkapazität

Hoberg & Driesch, eines der führenden europäischen Großhandelshäuser für Stahlrohre, hat im

Juni 2018 symbolisch die Erweiterung des Zentrallagers in Düsseldorf-Rath und den Bau einer

zweiteiligen Hochregalanlage gestartet. Damit zeige das Unternehmen großes Vertrauen in die

Zukunft des Stahlrohrmarktes sowie die Funktion des klassischen lagerführenden Handels.

Im Rahmen der Feierlichkeiten

wurde der Grundstein von Düsseldorfs

Oberbürgermeister Thomas Geisel

gemeinsam mit den Gesellschaftern

Toni Driesch und Stephan Hoberg

sowie den beiden Geschäftsführern

der Hoberg & Driesch Röhrengruppe,

Hanns-Jörg Westendorf und Dr. Marcus

Schubbe, gelegt.

Bis zum Jahr 2020 sollen am

Hauptsitz des Unternehmens vier

Lager aus Voerde, Düsseldorf-Heerdt,

Düsseldorf-Reisholz und Düsseldorf-

Rath zu einem einzigen großen Zentrallager

zusammengefasst werden.

Dazu sollen mit einem hohen

Investitionsaufwand zwei neue Hallen,

ein Hochregallager und ein Freilager

entstehen. Die Erweiterung

des Zentrallagers umfasst auch den

Neubau eines Sozialgebäudes und

von 20 neue Parkplätzen, da mit der

Erweiterung auch 70 neue Arbeitsplätze

am Standort geschaffen werden.

Inbetriebnahme für

Sommer 2019 geplant

Die Hallenfläche wird mit den Neubauten

um 7.000 m 2 erweitert. Sie

beträgt zukünftig 43.000 m 2 , auf denen

bis zu 42.000 t Stahlrohre gelagert wer-

den sollen. Allein die 26 m hohe, vollautomatische

Hochregalanlage mit

7.500 Kassetten bietet eine Lagerkapazität

von rund 20.000 t. Die Inbetriebnahme

der Hochregalanlage und

des Anbaus ist für den Sommer 2019

geplant.

Die zweite große Investition nach

der Lagererweiterung im Jahr 2014

zeige, dass Hoberg & Driesch großes

Vertrauen in die Zukunft des Stahlrohrmarktes

und den klassischen

lagerführenden Handel hat und die

Position als Marktführer in Deutschland

ausbauen will.

Neben dem lagerführenden Handel

investiert Hoberg & Driesch auch

in seine anderen Geschäftsfelder, Premiumprodukte

und Projekte sowie

die Rohranarbeitung. Erst kürzlich

hat das Unternehmen die RSC Röhrencenter

GmbH in Wesseling übernommen

(siehe Meldung S. 7). RSC

konzentriert sich auf die Bearbeitung

von Präzisionsstahlrohren, vor allem

für die Automobilindustrie. 2

Legten symbolisch

den Grundstein für die

neuen Hallen und das

Hochregallager von

Hoberg & Driesch

(v.l.n.r.): Dr. Marcus

Schubbe (CFO, Hoberg

& Driesch GmbH & Co.

KG), Toni Driesch

(Gesellschafter), Thomas

Geisel (Oberbürgermeister

der Stadt

Düsseldorf), Stephan

Hoberg (Gesellschafter),

Hanns-Jörg Westendorf

(CEO, Hoberg &

Driesch GmbH & Co.

KG).

Stahlreport 7/8|18

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Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

Stärkung der Marktposition

ORI Martin

übernimmt Ferrosider

Bild: Schoeller Werk

Das Schoeller Werk hat seine Produktionskapazitäten im Bereich der nachgezogenen

Präzisionsrohre um vier neue Conti-Ziehlinien erweitert.

Investition in leistungsfähigen Maschinenpark

Vier neue Ziehlinien

für das Schoeller Werk

Der Hersteller von längsnahtgeschweißten Edelstahlrohren,

Schoeller Werk, hat vier neue State-of-the-Art-Ziehlinien in

Betrieb genommen. Damit setze man die Modernisierung

des Maschinenparks fort, teilte das Unternehmen mit.

Mit den neuen Anlagen seien die Fertigungskapazitäten für

nachgezogene Präzisionsrohre erweitert und gleichzeitig

die Effizienz in der Produktion gesteigert worden.

Um den hohen Anforderungen

der Kunden aus Automobilwirtschaft,

Industrie, Medizintechnik oder der

Offshore-Industrie auch künftig

gerecht zu werden, hat das Schoeller

Werk seine Produktionskapazitäten

im Bereich der nachgezogenen Präzisionsrohre

um vier neue Conti-Ziehlinien

erweitert.

Die Anlagen wurden in enger

Zusammenarbeit mit spezialisierten

Maschinenbauern speziell auf die

Bedürfnisse des Unternehmens aus

der Eifel zugeschnitten. So sorge beispielsweise

die Integration von einzelnen

Arbeitsschritten, wie das Trennen,

die Reinigung der Rohroberfläche

und das Wickeln der Rohre zu Coils

für einen deutlichen Effizienzgewinn.

Zahlreiche Prüfmöglichkeiten werden

direkt im laufenden Umformprozess

abgebildet. So werde auch der Materialausschuss

deutlich reduziert.

Das Schoeller Werk stellt jeden

Monat rund 1,5 Mio. Meter gezogene

längsnahtgeschweißte Edelstahlrohre

her. Die neuen Hochleistungsziehlinien

kommen vor allem bei der Fertigung

von hochbelastbaren Control-

Line- und Chemical-Injection-Rohren

in der Offshore-Industrie sowie von

Kraftstoffleitungen für die Automobilindustrie

zum Einsatz.

„Mit dem zur Edelstahlverarbeitung

optimierten Maschinenpark

stellen wir eine gleichbleibend hohe

Qualität unserer längsnahtgeschweißt

nachgezogenen Edelstahlrohre si -

cher“, so Gerd Breuer, Bereichsleiter

Rohrzug im Schoeller Werk. 2

ORI Martin, der in Brescia ansässige

Stahlkonzern für Spezialstähle, hat

die Mehrheit an Ferrosider S.p.A, einem

Walzwerk in Ospitaletto in direkter Nähe

Brescias, erworben.

Ferrosider erwirtschaft jährlich einen

Umsatz von über 120 Mio. €, beschäftigt

rund 100 Mitarbeiter und ist spezialisiert

auf die Herstellung von Stabstahl, Rundstahl,

Vierkantstahl, Flachstahl, Breitflachstahl,

Winkelprofilen, UPN-, IPE- und

T-Trägern für die Maschinenbau- und

Stahlbauindustrie.

Obwohl der Stahlmarkt sich momentan

einem sehr guten Konjunkturzyklus

gegenübersehe, habe ORI Martin es im

Hinblick auf die Vertikalisierung seiner

Halbfertigprodukte vorgezogen, in ein

bestehendes Geschäft zu investieren,

statt in einem bereits gesättigten Markt

neue Produktionskapazitäten aufzubauen,

teilte das Unternehmen mit.

Die Kontinuität des Geschäfts von Ferrosider

werde durch Federica und Quinto

Stefana gewährleistet, der nicht nur

bedeutender Aktionär, sondern auch

Vizepräsident und Geschäftsführer (CEO)

bleiben soll. Unterstützt werden sie von

Piero Bettinzoli, der als zusätzlicher

Geschäftsführer von ORI Martin benannt

wurde. Vorsitzende der Gesellschaft wird

Dr. Annamaria Magri Martin, stellvertretender

Vorsitzender Uggero De Miranda.

Mit dieser Vereinbarung profitiere Ferrosider

von einer „wichtigen Aufwärtsintegration“.

Hierdurch kann Ferrosider von

der ORI Martin-Gruppe Spezialstähle

beziehen, die auch für den Automobilsektor

bestimmt sind, sowie die Präsenz auf

dem Markt für Stabstahl als einer der

wichtigsten europäischen Akteure weiter

ausbauen. ORI Martin sowie Mauro und

Quinto Stefana äußerten ihre volle Zufriedenheit

über den Abschluss.

12 Stahlreport 7/8|18


Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

100 % Leistung

bis zum Anschlag!

Bild: thyssenkrupp

Der Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge der thyssenkrupp Elevator AG hat den Deutschen

Ingenieurbaupreis 2018 gewonnen.

Über 2.500 t Stahl verbaut

Aufzug-Testurm gewinnt Ingenieurbaupreis

Der Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge

der thyssenkrupp Elevator AG

ist mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis

2018 ausgezeichnet worden. Der von der

Werner Sobek Stuttgart AG geplante Turm

überzeugte die Jury mit seiner Fassade und

Konstruktion. Der Spatenstich des von der

thyssenkrupp Business Services GmbH in

Auftrag gegebenen Testturms in Rottweil

fand bereits im Oktober 2014 statt. Seitdem

waren 15.000 m 3 Beton und mehr als

2.500 t Stahl verbaut worden.

Der Turm wiegt insgesamt rund 40.000 t.

Seit Dezember 2016 werden in ihm Hochgeschwindigkeitsaufzüge

erforscht, entwickelt

und zertifiziert. Im Oktober 2017

wurde in der obersten Etage außerdem eine

Besucherplattform eröffnet – die höchste

Aussichtsplattform Deutschlands auf einer

Höhe von 232 m.

Die Stahlkonstruktion des Testturms

besteht aus sechs Stahlrohrwendeln, die

auf A-Böcken gelagert, im Abstand von

etwa 2,7 m von der Betonoberfläche von

unten bis oben je etwa einmal um den Turm

herumgeführt werden. Das polymerbeschichtete

Gewebe schützt den Bau vor

allem vor intensiver Sonneneinstrahlung

und reduziert die Eigenbewegung des

Gebäudes, indem sie die Windkräfte zerlegt.

In dem Testturm, der einen Durchmesser

von 20,5 m hat, befinden sich zwölf Turmschächte

für das Testen von Aufzugstechnologien.

Neues Sandwichpaneelen-Werk für SAB-profiel

SAB-profiel, ein Tochterunternehmen von Tata Steel und Hersteller von Stahlprofilen und

Sandwichpaneelen für die Bauindustrie, bekommt eine neue Produktionsstätte. Ab 2019

soll die Fertigung aus dem niederländischen Nieuwegein an den nahe gelegenen Standort

Geldermalsen verlegt werden. Der Neubau mit zwei Produktionsanlagen biete ausreichend

Erweiterungsmöglichkeiten und sei sehr gut an das niederländische Autobahnnetz angeschlossen,

wie das Unternehmen mitteilte.

„Der Markt für Stahl-Sandwichpaneele wächst stetig, vor allem durch immer höhere Isolier -

anforderungen, die Zunahme nachhaltiger Gebäudesanierungen und den verpflichtenden

Austausch von Asbestdächern. Mit der neuen Produktionsstätte reagieren wir auf die

Nachfrage des Marktes, indem wir unsere Fertigungskapazitäten ausbauen und unseren

Kunden einen noch besseren Service bieten können“, erklärte Theo Henrar, CEO von Tata

Steel Netherlands.

Stahlreport 7/8|18

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aus Edelstahl und das

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Stahlhandel

Bericht/Nachrichten

Bild: BDS/mh

Gisbert Rühl (l.), Vorstand von Klöckner & Co, begrüßt die Gäste zum Auftakt des Klöckner Forums „Mehrwert Innovation“ Anfang Juni in Berlin.

Klöcker Forum „Mehrwehrt Innovation“

Chancen durch neue Technologien

Wie verändert die Digitalisierung die Stahldistribution? Auf diese Frage hat das Klöckner Forum

„Mehrwert Innovation“, zu dem Klöckner & Co Deutschland Anfang Juli nach Berlin eingeladen hatte,

zwar nicht die eine, richtige Antwort gegeben. Doch einige gute Beispiele. Eine generelle Bilanz des

Tages: Wer sich heute mit den neuen Technologien auseinandersetzt, hat morgen die voraussichtlich

bessere Ausgangsposition.

Der „Main-Act“ fegte – angekündigt von CEO Gisbert

Rühl – gleich zu Beginn des Klöckner-Forums durch die

Berliner Sky Lounge: Der Bundesvorsitzende der FDP,

Christian Lindner. Nun ist Lindner kein ausgewiesener

Experte, um das Potenzial aktueller Technologieentwicklungen

für den Stahlhandel im Detail zu beurteilen. Doch

reden kann der Mann ja – wie man so sagt. Und so führte

er hoch über Berlin in der Sky Lounge in einer knappen

halben Stunde die Grundpositionen freiheitlich-liberaler

Politik aus – durchaus unterhaltsam und mit Sinn für das

Publikum. Zusammengefasst: Entlastung bei Steuern und

Abgaben, Deregulierung und Bürokratieabbau, Investitionen

in neue Technologien.

Weiter ging es dann weniger staatsmännisch mit dem

handfesten Thema, welche Auswirkungen die Digitalisierung

auf die Supply Chain bei Klöckner hat.

Digitalisierung und

klassische Anarbeitung

Wenn es um Digitalisierung im Stahlhandel geht, liegt es

auf der Hand, dass Themen wie Online-Shop, EDI-Schnittstelle

& Co oft im Vordergrund stehen. Diese neuen Vertriebs-

und Kommunikationsinstrumente haben sich zwar

mittlerweile zum Standard der Branche entwickelt. Doch

welche Rolle sie im Einzelnen konkret spielen können

und welches Potenzial in den neuen Technologien steckt,

ist oft weniger klar.

Daher stellte auch Klöckner & Co Deutschland – deren

Vorsitzender der Geschäftsführung, Sven Koepchen, eben

falls als Gastgeber vor Ort war – auf dem Forum erneut

vor, wie das Unternehmen innovative Technologien bündelt.

In der „Klöckner Supply Chain“ ist es Kunden zum

Beispiel möglich, ihr eigenes ERP-System mit dem Klöckner-System

zu verbinden und Bestellungen direkt von

System zu System zu schicken. Das hat eine Reihe von

Vorteilen, wie die Vermeidung von doppelten Eingaben,

Fehlerminimierung oder die Möglichkeit, effiziente Freigabeprozesse

einzurichten.

Einen Schritt weiter geht die EDI-Anbindung, die den

Beschaffungsprozess noch umfassender automatisiert und

so die Bearbeitungsgeschwindigkeit weiter erhöht, den

manuellen Aufwand senkt und die Datenqualität steigert.

Doch auch wenn Daten und automatisierte Prozesse

für den Stahlhandel eine immer größere Rolle spielen –

gedreht, gefräst und gebrannt werden müssen die Stahlprodukte

immer noch: Der werksunabhängige Distributeur

bietet vom CNC-Drehen und -Fräsen über das (Tief-)bohren

bis hin zum Brennschneiden und der 3D-Laserbearbeitung

14 Stahlreport 7/8|18


von Rohren ein breites Spektrum an Bearbeitungsdienstleistungen.

4.000 t Metallpulver pro Jahr

Der 3D-Metalldruck ist eine wachsende und für viele Branchen

sehr spannende Technologie. Wie der Werkzeugmaschinenhersteller

und Produzent industrieller Elektronik

Trumpf damit umgeht, hat Rainer Grünauer, Vertriebsleiter

Additive Manufacturing der Trumpf Laser- und Systemtechnik

GmbH, vorgestellt.

Branchen, in denen der 3D-Metalldruck schon heute

eine Rolle spielt sind die Zahnmedizin, die Schmuckbranche

und auch die Luftfahrtindustrie. Für die Stahlanwendung

sind unter anderem der Automobilbau sowie der Werkzeug-

und Formenbau Segmente, für die der 3D-Metalldruck

Bedeutung hat. Bis 2020 liege der jährliche Pulververbrauch

für 3D-Druck um 4.000 t, sagte Rainer Grünauer.

Eine Hürde, die diese Technologie aber noch nehmen

müsse, sei es – lapidar gesagt –, sie in die Köpfe der Ingenieure

zu bekommen. Die beste Technologie nütze nichts,

wenn die Konstrukteure keine Kenntnisse darüber haben,

welches Potenzial sie hat. Dementsprechend investiere

Trumpf in die Ausbildung.

OM zielt auf Tradergeschäft

Die Industrieplattform XOM Materials stellte Tim Milde,

einer der beiden Geschäftsführer des jungen Berliner

Unternehmens, vor. Ziel der Handelsplattform ist es laut

Milde, die ineffizienten Tradinggeschäfte im Stahlhandel

durch effizientere Abläufe über XOM zu ersetzen.

Dazu rede man derzeit sehr viel mit Stahlwerken, Service-Centern

und Händlern im Markt. Werke haben laut

Milde hohes Interesse daran, Überwalzungen sowie 2-

und 3A-Material, die jetzt noch an Trader gegeben werden,

selbst zu vermarkten. Indem Werke das Material über

XOM vermarkteten, könnten sie die eigene Marge daran

erhöhen und erhielten zudem die Kundenkontakte, die

heute der Trader nutzt.

„Wir machen etwa das, was ein heute ein Trader macht

– und da sind wir die günstigere Alternative“, so Milde.

Der Fokus von XOM liegt Milde zufolge voll auf den Standardgeschäften.

„Wir werden keine Laserbearbeitung oder

tiefere Anarbeitung machen“, so Milde weiter. Die größte

Hürde für die Digitalisierung im Stahlhandel sieht der

XOM-Geschäftsführer übrigens im fehlenden „Materialmapping“

der Branche – sprich: in der fehlenden Standardisierung

der Materialinformationen. 2

Stahl und Bewehrung, Holzwerkstoffe und

Zimmereibedarf gehören.

Durch Fusionen und Akquisitionen zu einem

Stahlhandelsunternehmen geworden, unterhält

die Weyland GmbH heute ein zentrales

Lager am Firmensitz in St. Florian sowie

eines in Tschechien. Ein weiteres, partnerschaftlich

geführtes Unternehmen komplettiert

das Angebot des Stahlhändlers: Das

SLC Stahl Logistik Center im Wiener Hafen

Lobau, das von den Unternehmen Jepsen

Stahl, H-Metall und Weyland betrieben wird.

Bild: Weyland

Vater und Firmenchef Otto Weyland sen. zusammen mit seinem Sohn Otto Weyland jun.

Otto Weyland 80 Jahre – 185 Jahre Weyland GmbH

Ein bemerkenswerter Jubilar

Im Jahr 1833 gründete August Weyland

im österreichischen Schärding am Inn

ein Einzelhandelsgeschäft. Seither sind die

Geschicke der Firma Weyland in Familienhand

– was sich auch in Zukunft wohl nicht

ändern wird. Denn gegenwärtig ist bereits

die sechste Weyland-Generation in der

Geschäftsleitung aktiv.

Gut 100 Jahre nach Firmengründung hatte

sich der Einzelhandel in einen Großhandel

gewandelt. In den Folgejahren verschob

sich der Geschäftsschwerpunkt immer stärker

auf den Eisenhandel. Heute stellt sich

die Weyland GmbH als ein seit vielen Jahrzehnten

erfolgreiches Familienunternehmen

im Großhandel dar, zu dessen Sortiment

Im Mai 2018 haben Otto Weyland sen.,

seine Familie und Mitarbeiter aus ganz

Europa den 80. Geburtstag des Seniorchefs

gefeiert, im Folgemonat beging man

gemeinsam das 185. Jahr des Bestehens.

Zeitgleich fand der im Zwei-Jahres-Rhythmus

bei Weyland abgehaltene Industrieund

Handwerkertag statt. Es gab also mehrere

gute Gründe zu feiern.

„Mit Otto Weyland an der Spitze haben wir

niemals den Boden unter den Füßen verloren“,

lobte Norbert Thumfart, neben Otto

Weyland sen. und Otto Weyland jun.

Geschäftsführer der Firmengruppe, den

Seniorchef in seiner Laudatio.

Stahlreport 7/8|18

15


Stahlhandel

Bericht

Kicherer verfolgt mittels QR-Code den

Weg seiner Stahlprofile durch das Lager.

Über 10.000 Kassetten fasst das neu installierte

UNICOMPACT-Wabenlager von KASTO.

Jede Kassette kann

Metern Länge und

aufnehmen.

Neues Hochleistungs-Langgutlager und Distributionssystem

Hoch hinaus für schnellere Abläufe

Beim mittelständischen Stahlhändler Kicherer in Ellwangen wurde es wieder eng. Der Ausbau des

Sortiments sowie die steigenden Ansprüche an immer kürzere Lieferfristen machten ein effizienteres

Warenlager unabdingbar. Nicht nur wegen der langjährigen Partnerschaft entschied sich das Unternehmen

für ein flexibles Hochleistungs-Langgutlager und Distributionssystem aus dem Hause KASTO.

Fotos: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

„Wir haben ein tolles Programm,

brauchen aber viel zu lange,

um die Lkw zu beladen“, fasst Eberhard

Frick, geschäftsführender

Gesellschafter der Friedrich Kicherer

GmbH, die Ausgangssituation

zusammen. Konkret ging es um eine

Anlage, die bedeutend schneller ist

als die vorhandenen Stapeljoch-Systeme,

sowie um die Erweiterung des

bestehenden Stahlcenters. Schon

während der ersten Berechnungen

wurde den Beteiligten klar, dass

nicht nur die Lagerkapazität, sondern

auch der Warenfluss optimiert

werden musste. Damit war der Neubau

eines zweiten Stahlcenters sowie

eines Büro- und Multifunktionsgebäudes

beschlossen. Um eine optimale

Lagerlösung zu erhalten, konsultierte

Kicherer zwei bekannte

Anbieter für Langgutlager – darunter

KASTO.

Erfolgreiches

Traditionsunternehmen

Die Geschichte des Traditionsunternehmens

Kicherer begann vor 300

Jahren. Gegründet als Nagelschmie -

de in der Innenstadt von Ellwangen,

übernahm 1884 Friedrich Kicherer

das Geschäft, baute es zu einem

Eisen- und Haushaltswarengeschäft

aus und übergab es seinen Töchtern

Auguste und Maria. 1950 stieg Ernst

Frick ein und unterstützte in der

Geschäftsleitung. 17 Jahre später

übernahm er die „Friedrich Kicherer

Eisenwarenhandlung“ komplett und

entwickelte diese zum Großhandelsunternehmen

weiter. 1978 sowie

1989 und 1992 traten Eberhard,

Hans-Jörg und Gunter in die Führung

des elterlichen Unternehmens ein.

„Einer wird gewinnen“, erinnert

sich Eberhard Frick an das Motto

der drei Brüder, bezogen auf die

damalige Wirtschaftslage: Die neu

erschlossene Anbindung an das

Autobahnnetz erhöhte den Konkurrenzdruck

unter den Stahlhändlern.

„Zunächst sah es so aus, als ob der

Wettbewerb gewinnen würde“,

erklärt der geschäftsführende Gesellschafter.

Doch durch die geschickte

Erweiterung des Portfolios und die

Optimierung der logistischen Prozesse

wuchs das Familienunternehmen

weiter zu einem führenden

Anbieter von Stahl, Eisenwaren, Bauartikeln

und Bauelementen. Die

jüngste Firmengeschichte ist geprägt

von Neubauten, Geländezukäufen,

Erweiterungen und Modernisierungen.

2014 wurde die Geschäftsleitung

um die Mitgesellschafter Friederike

und Daniel Frick erweitert

und damit die Weichen zur Sicherung

der Unternehmensnachfolge

gestellt.

210.000 t Stahl pro Jahr

Heute zählt Kicherer zu den größten

mittelständischen Stahlhandlungen

in Deutschland und beschäftigt über

350 Mitarbeiter. Moderne Logistik

und Lagertechnik ermöglichen einen

Umschlag von 210.000 t Stahl pro

Jahr. Sechs automatische Lagersysteme

von KASTO und 44 Krananlagen

optimieren dabei die Prozesse.

Das erste hat der Lagerexperte

bereits 1995 in Ellwangen installiert.

Im Laufe der langjährigen Zusam-

16 Stahlreport 7/8|18


Materialien mit bis zu sechs

Traglasten bis 3,4 Tonnen

Endstation für die Manipulatoren: die Verladestationen Die Projektbeteiligten von Kicherer (v.l.): Günther

Seibold (Projektteam), Simon Utz (Stellv. IT-Leitung),

Hans-Jörg Frick (Geschäftsführer), August Ehrsam

(Projektteam), Eberhard Frick (Geschäftsführer), Maximilian

Utz (IT-Leitung), Paul Rieger (Technischer Betriebsleiter)

menarbeit kamen Regalanlagen für

Röhren, Stapeljoche für Stahlbauprofile,

Winkel und Siederohre sowie

ein UNILINE 3.0-Blechlager mit 610

Kassetten hinzu. Getrieben wurden

die Investitionen meist durch das

Ziel, das Sortiment auszubauen und

schneller liefern zu können. „Unsere

Erfahrungen mit den KASTO-Systemen

sind durchweg positiv“, betont

der Geschäftsführer.

Ziel: Deutlich schnellere

Abfertigung

Den Zuschlag für das jüngste Projekt,

ein Langgutlager mit zentraler Beladestation,

erhielt erneut KASTO. Die

innovative und flexible Lösung überzeugte

Kicherer ebenso wie die Solidität,

die Liefertreue und die positiven

Erfahrungen, die der Ellwangener

Stahlhändler sowohl auf menschlicher

als auch auf technischer Ebene in den

vergangenen Projekten mit dem

Unternehmen aus dem badischen

Achern gesammelt hat.

Weitere Anforderungen waren

ein stabiler und prozesssicherer

Betrieb sowie die nahtlose Anbindung

an das vorhandene IT-System,

da Kicherer schon seit 1995 auf ein

papierloses Warenmanagement

setzt. Zudem soll sich die Beladezeit

deutlich reduzieren, wie Hans-Jörg

Frick erklärt: „Im Moment fährt

unser Lkw zum Beladen durch sieben

Hallen. Wenn es optimal läuft,

braucht er dafür 75 Minuten. Ziel

ist, die Zeit dafür auf unter eine

Stunde zu reduzieren.“

Fünf Bediengeräte

in drei Gassen

Die KASTO-Lösung basiert auf einem

UNICOMPACT-Lager, das mit einer

Höhe von 15 und einer Länge von

115 m Platz für rund 10.000 Kassetten

hat. Jede Kassette kann Materialien

mit bis zu 6 m Länge und

Traglasten bis 3,4 t aufnehmen. Das

schnelle Ein- und Auslagern ermöglichen

die fünf Regalbediengeräte

(RBG), die auf drei Regalgassen verteilt

sind. Dabei übernimmt das

zweite RBG in einer Regalgasse als

„Slave“ überwiegend Einlager- und

Austauschaufträge zwischen den

KASTO-Wabenlager-Anlagen, Sägeund

sekundäre Kommissionieraufträge.

Die geringen Anfahrmaße des

Regalbediengerätes sorgen dafür,

dass möglichst viel Raum für Lagerzwecke

genutzt wird. Die RBG fahren

mit bis zu 180 m/min die Lagerplätze

an und stellen somit das Langgut

nach dem Prinzip „Ware-zur-Person“

zügig an den Ausgabestationen

bereit. Direkt an das System angebunden

sind drei Bandsägemaschinen

vom Typ KASTOwin F. Um die

kommissionierten Materialien automatisch

an den Verladeplatz zu

bringen, installiert KASTO zwei

Manipulatoren auf getrennten Fahrschienen.

Von diesen aus gelangt

das Langgut über eine Fördertechnik

zu einer von 25 Verladestationen.

Zum Umwickeln mit Stretchfolie

steht ebenfalls eine Station mit einer

Verpackungsmaschine bereit. Das

System ist für eine extrem hohe Verfügbarkeit

ausgelegt.

Sämtliche Bestandteile des neuen

Logistiksystems haben die IT-Abteilungen

von Kicherer und KASTO

gemeinsam in einer einheitlichen

Software abgebildet. Dabei handelt

es sich auch um eine mobile Variante

des Warehouse Management Systems

KASTOlogic. Neben der Einlagerung

und Kommissionierung ist

auch der Versand angebunden, inklusive

einer Versandkontrolle. „Jeder

Bund, der kommissioniert wurde,

wird nochmal beim Beladen gescannt

und automatisch in der Dispositionssoftware

als geladen markiert,“

erklärt der IT-Experte Maximilian

Utz von Kicherer.

So ist jeder einzelne Schritt, den

das Material im Lager absolvieren

muss, jederzeit einsehbar. Das vereinfacht

die Bedienung, vermeidet

Fehler und sorgt dafür, dass Kicherer

seine hohe Lieferqualität und -schnelligkeit

auch bei einem wachsenden

Sortiment sicherstellen kann.

„KASTO lieferte letztlich die für

uns bessere Lösung“, betont Eberhard

Frick. „Ich bin mir sicher, dass auch

dieses Lager die hohe Leistung und

Qualität haben wird, die wir von

KASTO gewohnt sind.“ 2

Stahlreport 7/8|18

17


Stahlhandel

Bericht

Stahl-Versteigerungsplattform e-AUCTION gestartet

Deal!

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben soeben 12 t schwere Profilträger ersteigert!

So oder so ähnlich werden Sie benachrichtigt, wenn Sie auf der neuen

Handelsplattform e-AUCTION des Salzgitter Mannesmann Stahlhandels

eine Auktion gewonnen haben. Mit e-AUCTION geht das Unternehmen

seit Mai 2018 einen im digitalen Handel bisher einzigartigen Weg. Kunden

profitieren von attraktiven Angeboten sowie einfachen und transparenten

Transaktionsprozessen, erklärt Thomas Schöler, Leiter Business Solutions bei

Salzgitter Mannesmann Stahlhandel, im Gespräch mit dem Stahlreport.

eCommerce Lösungen

für den Stahlhandel:

die e-WORLD

des Salzgitter

Mannesmann

Stahlhandel.

Der Leiter Business

Solutions Thomas

Schöler bei der Kickoff-Präsentation

der

neuen Handelsplattform

e-AUCTION auf

der Hannover Messe

2018 – mit prominenter

Unterstützung

aus dem Hintergrund

von Prof.

Dr. Heinz Jörg Fuhrmann,

Vorsitzender

des Vorstands der

Salzgitter AG.

Bilder: SZMH

Erste wenige Wochen ist die

neue Handelsplattform e-AUCTION

„live“ – wie es in der IT-Sprache heißt.

Doch schon nach dieser kurzen Zeitspanne

zeichnet sich ab, dass das Projekt

von Thomas Schöler ein Erfolg ist.

„Wir sind von den Ergebnissen der

ersten Wochen sehr positiv überrascht“,

so der Leiter Business Solution

des Salzgitter Mannesmann Stahlhandels.

„Wir konnten gleich zu Beginn

auch kommerzielle Erfolge verbuchen.“

„Die Branche steht der Digitalisierung

viel aufgeschlossener

gegenüber als noch vor drei

Jahren. Es hat ein Umdenken

stattgefunden.“

Thomas Schöler, Leitung Business

Solutions, Salzgitter Mannesmann

Stahlhandel GmbH

Ein schöner Erfolg – der für Thomas

Schöler ein Zeichen dafür ist, dass sich

im Stahlhandel in den vergangenen

drei Jahren viel getan hat. „Unser Eindruck

ist, dass die Branche den Angeboten

der Digitalisierung insgesamt

Attraktive Angebote

Wie man es von anderen Auktionsplattformen

– wie Ebay – gewohnt ist,

geht es auch auf e-AUCTION darum,

das zur Versteigerung gestellte Produkt

oder Produktbündel innerhalb

einer vorher festgelegten Frist zu

ersteigern. Wer das letzte höchste

Gebot abgibt, gewinnt die Auktion.

„Es geht um ein klassisches Takeit-or-leave-it-Geschäft

– mit attraktiven

Angebotspreisen“, erläutert Thomas

Schöler. Versteigert werden zum Beispiel

Profilträger oder Bleche in unterschiedlichen

Paketgrößen und Abmessungen

– mal 12 t HEB 200, mal 25 t

HEA 160 und andere. Nicht versteigert

werden zurzeit Produkte, die bereits

bearbeitet wurden – ein Beispiel sind

Brennteile.

Die Laufzeiten der Auktionen sind

unterschiedlich lang, von einigen Stunden

bis hin zu Tagen. Zum Teil sind

die Auktionen auch mit einer Sofortviel

aufgeschlossener gegenübersteht

als noch vor drei Jahren. Es hat ein

Umdenken stattgefunden“, so der Digitalisierungsexperte.

Ein Baustein der

Digitalisierungs-Strategie

Die neue Auktionsplattform der Handelstochter

des Salzgitter-Konzerns ist

Teil der eCommerce-Gesamtstrategie

des Salzgitter Mannesmann Stahlhandels.

Unter der e-WORLD, für die ein

Globus aus Puzzleteilen aus Stahl als

Symbol gewählt wurde, sind alle Lösungen

zusammengefasst, die den Kunden

Instrumente und Schnittstellen für die

digitale Beschaffung anbietet.

Drei digitale Lösungen für den

Stahlvertrieb hat Salzgitter Mannesmann

Stahlhandel bisher entwickelt

und in den Markt gebracht: den

e-SHOP sowie die beiden Lösungen

e-CONNECT und e-CONNECT Exclusive

Partnership. Das vierte Puzzleteil

des e-WORLD-Globus ist nun die

e-AUCTION. Doch warum ausgerechnet

eine digitale Auktionsplattform?

„Wir haben uns gefragt, wie wir

für unsere Kunden über die bestehenden

Lösungen e-SHOP und e-CON-

NECT hinaus noch weiteren Mehrwert

schaffen können“, erläutert Thomas

Schöler den Ansatz für die Auktionsplattform.

Während der e-SHOP eine „Pickand-Choose-Lösung”

für Kunden bietet,

die damit eher einen unregelmäßigen

Bedarf diverser Stahlprodukte decken,

richten sich die beiden e-CONNECT-

Varianten an Kunden, für die eine tiefere

Vernetzung der Systeme über

Schnittstellen vorteilhaft ist. Die

e-AUCTION ergänzt dieses Spektrum:

„Damit bedienen wir eine ganz andere

Nische, als mit unseren anderen Lösungen“,

so Thomas Schöler. So richtet

sich e-AUCTION (derzeit) nicht vorrangig

an Stahl-Endanwender, sondern,

je nach Produkt, vor allem an

Händlerkunden und Brennbetriebe.

18 Stahlreport 7/8|18


kaufen-Option versehen. „Wir wollen

die Auktionen für unsere Kunden so

interessant machen, dass sie das Angebot

von sich aus regelmäßig besuchen,

um zu sehen, ob sie einen guten Deal

abschließen können“, erläutert Thomas

Schöler die Strategie.

Ein Vertriebskanal mehr

„Wir sehen, dass die e-AUCTION eine

gute Ergänzung zu dem üblichen, eher

mitarbeiter-getriebenen Vetriebsgeschäft

sein kann“, so der eCommerce-

Experte weiter – wobei er die Betonung

auf das Wort „Ergänzung“ legt.

„Für uns steht weiterhin der Kunde

im Mittelpunkt der Bemühungen des

Salzgitter Mannesmann Stahlhandels

– wir digitalisieren ja nicht der Digitalisierung

wegen“, so Schöler. Der

dezentrale Vertrieb mit seinen hervorragenden

Kundenbindungen habe

auch weiterhin hohe Bedeutung.

Kunden können mit den digitalen

Lösungen der e-WORLD ihre Beschaffung

zwar einfacher und effizienter

gestalten. Auf die persönliche Betreuung

müsse er bei aufkommenden

Fragen aber nicht verzichten. Im Gegenteil:

Die neuen digitalen Vetriebsprozesse

sollen auch den eigenen Vertrieb

von Aufgaben der Kategorie „wiederkehrende

Fleißarbeit“ in der Abwicklung

entlasten.

Erst so werden Kapazitäten für die

„eigentlichen“ Vertriebsaufgaben frei.

Denn „in Zukunft geht es noch mehr

als heute darum, Kunden beratend zur

Seite zu stehen. Dabei helfen uns die

digitalen Lösungen“, ist Schöler überzeugt.

e-AUCTION erst am Anfang

Trotz des Erfolgs beim Start der Plattform

möchte der eCommerce-Experte

noch keine richtige Bilanz abgeben.

„Der Erfolg beim Start hat uns natürlich

gut gefallen. Doch es ist zu früh, um

jetzt schon ein seriöses Gesamtbild zu

erhalten“, so der Leiter Business Solutions.

Derzeit werden die Ergebnisse, die

man mit der Plattform erzielt, beobachtet,

analysiert und gegebenenfalls

justiert. „Was wir derzeit verauktionieren

ist der erste Schritt“, sagt Schöler.

Wir üben. Wir sehen uns genau

an, wie was läuft, warum etwas vielleicht

nicht so läuft und versuchen,

das zu verbessern“. So seien einige

Auktionen geradezu „explodiert“, während

andere aus zunächst nicht offensichtlichen

Gründen nicht gezündet

haben. „Trägerprodukte etwa liefen

sehr gut, wie wir festgestellt haben“,

so Schöler.

Das wirft interessante Fragen auf:

Welche Laufzeiten der Auktionen sind

erfolgreich? Sind 2,5 t eine gute Paketgröße

– oder besser 12 t?

Wie sich die Plattform weiterentwickelt

– dazu hat Schöler mit seinem

Team aus konzernweit beteiligten

Mitarbeitern eine Reihe von Ideen.

e-AUCTION im Überblick

Wer bei der Versteigerungsplattform

e-AUCTION der Salzgitter Mannesmann Stahlhandel

GmbH mitbieten möchte, muss entweder

bereits Unternehmenskunde sein oder

sich im ersten Schritt registrieren lassen.

Neue Accounts werden individuell geprüft –

unter anderem wird intensiv gecheckt, ob das

angemeldete Unternehmen tatsächlich hinter

der jeweiligen Anmeldung steht. So wird

sichergestellt, dass nur Stahl kaufende Unternehmen

tatsächlich an Auktionen teilnehmen

können. Preise und Auktionsverläufe sind

erst nach dem Login sichtbar. Viel Wert hat

Salzgitter Mannesmann Stahlhandel dabei –

wie bei allen digitalen Lösungen des Hauses

– auf prozesssichere, solide und verlässliche

Online-Transaktionen gesetzt.

Das Prinzip der Auktionen ist einfach: Wer am

Ende das höchste Gebot abgibt, erhält den

Zuschlag. Bei ausgewählten Auktionen wird

zusätzlich ein Sofortkauf zu einem festgelegten

Preis angeboten.

Wer eine Auktion für sich entschieden hat,

kann sich die Produkte per Spedition aus

Die wichtigste: Auf das Hören, was

die Kunden sagen. „Wir haben uns

grundsätzlich erstmal keine künstlichen

Grenzen gesetzt – indem wir

uns beispielsweise von vornherein

darauf festlegen, nur Produkte des

Stahlhandels zu verauktionieren“,

erläutert Schöler. „Wenn sich herausstellt,

dass wir mit der e-AUCTION

für Kunden noch dieses und jenes

Problem lösen können – warum sollten

wir das nicht machen? Wer weiß,

vielleicht stellt sich ja heraus, dass

ein „Black Friday“-Sale im Stahlhandel

ein Renner ist!“ 2

Erfolg mit der

e-AUCTION: Thomas

Schöler, Leiter Business

Solutions der

Salzgitter Mannesmann

Stahlhandel,

im Gespräch mit

BDS-Vorstand Oliver

Ellermann.

dem jeweiligen Lagerstandort abholen oder

gegen Aufpreis liefern lassen – wobei nur solche

Pakete angeboten werden, die physisch

an einem Ort lagern.

Wie bei Ebay wird, wer im Lauf einer Auktion

überboten wird, über das höhere Gebot

benachrichtigt. Wer eine Auktion nicht erfolgreich

abschließt, wird über den finalen Preis

informiert, den das Produktpaket erzielt hat –

Hinweise auf Auktionen mit ähnlichen Produkten

inklusive.

Die Auktionsplattform ist in deutscher und –

für das internationale Geschäft – auch in englischer

Sprache verfügbar.

Eine anschauliche Erläuterung der

e-AUCTION ist auf dem YouTube-Kanal des

Salzgitter-Konzerns zu finden (YouTube –

Stichwort „E-Auction Salzgitter“).

[ Info ]

Bild: BDS/mh

Die Webadresse der e-AUCTION lautet:

https://www.e-auction-steel.com.

Stahlreport 7/8|18

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Armin Stolzer (M.), Gesellschafter der KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG,

präsentierte die neue KASTOmiwin A4.6 im Rahmen der FutureDays18.

KASTO FutureDays18

Orange Zeiten stehen bevor

„Orange your future…“ lautete das Motto der KASTO FutureDays18. Eröffnet wurde die traditionelle Leistungsschau

des Acherner Säge- und Lagerspezialisten am Mittwoch, 13. Juni 2018, durch Armin Stolzer. Unter seiner Ägide

als Geschäftsführer hat sich KASTO zum Weltmarktführer für Metallsägemaschinen, halb- und vollautomatische

Lagersysteme sowie automatisierte Handling-Einrichtungen für Metall-Langgut, Bleche und Zuschnitte entwickelt.

Dieser Erfolg basiert auf rund 170 Patenten und wird durch mehr als 140.000 weltweit ausgelieferte Sägemaschinen

sowie über 1.900 installierte Automatiklager dokumentiert.

Die Prognosen sehen vielversprechend

aus, gab Armin Stolzer im

Rahmen der Eröffnungsrede bekannt.

Schon im vergangenen Jahr ist der

Umsatz des Acherner Maschinenbauunternehmens

auf über 112Mio. €

gestiegen. Für das Jahr 2018 rechnet

Stolzer mit einer weiteren Steigerung.

Die Auftragslage sei gut und KASTO

expandiere weiter – jüngst mit einer

Niederlassung im chinesischen Taicang.

Neues im Sägenbereich

Drei zukunftsweisende Neuentwicklungen

gibt es bei den Schwenkrahmen-Bandsägen

der Baureihe KAS-

TOmicut. Die KASTOmicut E 4.6 ist

speziell für einseitige Gehrungswinkel

bis 60 ° konzipiert und ist für

Rundmaterialien bis 335 mm Durchmesser

und Flachmaterialien mit

Abmessungen bis zu 460 x 335 mm

ausgelegt.

Mit der KASTOmicut U 4.6 können

Anwender sogar bis zu 520 mm

breites Flachmaterial bearbeiten

sowie Gehrungsschnitte von -45 bis

+60 ° ausführen. Bei dieser Anlage

erfolgt die Materialspannung über

einen hydraulischen Horizontalspannstock.

Dies vereinfacht das Handling

und erhöht gleichzeitig bei kleinen

Serienschnitten die Ausbringung.

Für Nutzer, die hauptsächlich kleinere

Werkstücke sägen, hat KASTO

die Baureihe um die kompakte KAS-

TOmicut P 1.8 erweitert. Die Maschine

besitzt einen Schnittbereich von bis

zu 180 mm und ist ebenfalls für

Gerad- und Gehrungsschnitte von null

bis +45 ° geeignet.

Neu ist auch die Maschinenserie

KASTOmiwin. Mit ihr erhält eine Doppelgehrungsbandsäge

für Abläng- und

Gehrungsschnitte zwischen -45 und

+60 ° Einzug in das Angebot von

KASTO. Als halbautomatische KAS-

TOmiwin U 4.6 und automatische A

4.6-Variante ist sie insbesondere für

Zuschnitte im Stahlbau, Stahlhandel,

20 Stahlreport 7/8|18


Anlagen- sowie im Sondermaschinenbau

konzipiert.

Neuerungen gab es ebenfalls bei

den tec-Bandsägeautomaten, die

KASTO umfassend überarbeitet hat.

Der optimale Einsatz von Hartmetall-Sägebändern

lag dabei im Fokus

der Entwickler. Weitere Optimierungen

betreffen den Sägevorschub

sowie den Hauptantrieb. Zudem

erkennen die neuen tec-Versionen

dank KASTOrespond die Kräfte am

Werkzeug und passen den Vorschub

entsprechend an.

Service aus der Ferne

Darüber hinaus erweckte eine Neuentwicklung

für den Service die Auf-

merksamkeit der Fachbesucher. Mit

der innovativen Lösung zur Fernwartung

„VisualAssistance“ will KASTO

über Tablet, Smartphone oder Smart

Glasses die Behebung von Störungen

sowie Instandhaltungsarbeiten deutlich

beschleunigen. Dafür verbinden

sich Anwender per Video- und Audio-

Stream mit den Service-Mitarbeitern

bei KASTO, die ihren Blick so unmittelbar

auf die Maschine richten und

über die App auch visuelle Hilfestellung

leisten können – beispielsweise

in Form von eingeblendeten Markierungen

im Live-Video.

Präsentiert wurde zudem die

mobile Variante des Warehouse

Management Systems KASTOlogic:

KASTOmobile vereint von der Einlagerung

und Kommissionierung bis

hin zum Versand alle Prozessschritte

im Materialfluss und ist ab sofort verfügbar.

Die eindeutige Zuordnung von

Ein- und Auslagerungen beziehungsweise

Bestand erfolgt über einen QR-

Code, den der Anwender einfach per

Handheld einliest.

Interessante Vorträge zu den Themen

Industrie 4.0 und Security Automation

in vernetzten Industrieanlagen

sowie Einblicke in die Zusammenarbeit

beim Entwicklungsprozess zwischen

KASTO und dem Zulieferer für Flugzeugstrukturen

Premium Aerotec rundeten

neben zahlreichen Werksführungen

das Rahmenprogramm ab. 2

Bewährtes besser

machen war

das Ziel bei der

Überarbeitung

der KASTOtec-

Sägeautomaten.

Bilder: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

Stahlreport 7/8|18

21


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Mobile Apps selbst entwickeln

Mithilfe der eNVenta-Entwicklungsumgebung

Framework Studio

lassen sich jetzt auch ApplikatioeNVenta

4: Mobile

eNVenta-Anwendung auf

dem Smartphone – hier

am Beispiel Inventur.

Bild: Nissen & Velten

Die Arbeitswelt ist im Wandel: Eine wachsende Zahl von

Tätigkeiten ist nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz im

Büro gebunden. Mobile Geräte verändern die Erwartungen an

Bedienkonzepte. Mit der neuen Version eNVenta 4 hat

Nissen & Velten diese Erwartungen aufgenommen – und die

Flexibilität und Mobilität seiner Unternehmenssoftware

ausgebaut. Die Benutzeroberfläche passt sich jetzt an die

verwendeten Eingabegeräte an. Und Unternehmen können

individuelle eNVenta-Anwendungen für Smartphones und

Tablets selbst erstellen.

Nissen & Velten veröffentlicht eNVenta 4

ERP-System mit adaptiven

Oberflächen und App-Baukasten

Nissen & Velten hat mit

eNVenta 4 eine vollkommen neue

technische Basis für die grafische

Benutzeroberfläche entwickelt, teilt

der Softwarehersteller mit. Die Darstellung

der Eingabemasken passt

sich jetzt an die verfügbare Bildschirmgröße

beziehungsweise an

die verwendeten Endgeräte an. Ähnlich

wie bei responsiven Webseiten

wird so die zur ergonomischen Darstellung

von Informationen verfügbare

Bildschirmfläche optimal

genutzt.

Im Zuge der Neuentwicklung

wurden auch die Farben und Symbole

der Nutzermaske sowie die

Anordnung der Bedienelemente optimiert.

Die Entwicklung orientierte

sich dabei am Design mobiler Lösungen,

das den Anwendern bereits vertraut

ist.

nen programmieren, mit denen

sich Teilfunktionalitäten von

eNVenta ERP auf mobilen Endgeräten

nutzen lassen. Mithilfe einer

eNVenta-App sind diese auf mobilen

Plattformen wie etwa Android

und iOS lauffähig. So kann jedes

eNVenta-Anwenderunternehmen,

welches über Framework Studio-

Know-how verfügt, seine individuellen

eNVenta-Apps programmieren.

Alternativ lassen sich diese

auch bei Nissen & Velten und den

eNVenta-Partnern in Auftrag

geben. Anwendungsbeispiele sind

etwa Apps zur Erfassung von

Arbeitszeiten im Außendienst oder

für die Inventur im Lager.

Sehen, welcher Kunde

gerade im Webshop ist

Mit eNVenta 4 habe Nissen & Velten

die Basis für eine ganze Reihe von

Lösungen für den Großhandel gelegt.

So wird aktuell ein Beratungsassistent

entwickelt, der es dem Telefonverkäufer

im Handelsunternehmen

erlaubt, mit den Besuchern des eigenen

Web shops eins zu eins zu kommunizieren.

So kann beispielsweise

ein Handwerker bei Beratungsbedarf

per Chat auf einen Fachberater

zugreifen. Umgekehrt kann der Berater

auch einen seiner Kunden aktiv

kontaktieren: Zum Beispiel, wenn

dieser länger auf einer Produktseite

verweilt.

Der Beratungsassistent biete

dem Fachgroßhandel die Option, sein

Profil auch im Internet durch Fachkompetenz

gegenüber den großen

Online-Plattformen zu schärfen und

die Kundenzufriedenheit zu steigern.

„eNVenta 4 ist der Startpunkt

und die Voraussetzung für eine

ganze Reihe weiterer Entwicklungen.

Wir arbeiten aktuell an der

Umsetzung vieler spannender Ideen,

welche die Vision eines modernen,

flexiblen, intelligenten und durchgängigen

Multichannel-ERP-Systems

spürbar voranbringen werden“, so

Geschäftsführer Jörg Nissen. 2

22 Stahlreport 7/8|18


und mittlere namhafte Unternehmen in ganz

Deutschland. Durch die Übernahme erweiterte

die GWS das eigene Produktportfolio

und stärke die Wachstumsstrategie der faveo

insbesondere im Cloud-ERP-Business. Für

Kunden und Mitarbeiter ergeben sich keine

Änderungen. Durch die Mehrheitsbeteiligung

an faveo ergänzt die GWS ihr Leistungsportfolio

um weit verbreitete Anwendungen mit

Fokus auf Handels-, Online- und Fertigungsunternehmen.

Die Stärke der faveo ist eine

selbstentwickelte auf der Basis von Microsoft

Dynamics NAV basierende Lösung, die als

Cloud-SaaS-Dienst angeboten und erfolgreich

unter dem Namen faveo365 vermarktet

wird. Damit bedient faveo einen IT-Trend, der

in den kommenden Jahren deutliches Wachstum

erfahren werde.

Bild: GWS

Vertragsunterzeichnung bei der GWS faveo (v.l.n.r.): Georg Mersmann, Geschäftsführer GWS mbH,

Christoph Eberz, Gründer der faveo GmbH, Udo Lorenz Geschäftsführer GWS mgH

Wachstumsstrategie fortgesetzt

GWS übernimmt Mehrheit an Clouddienstleister

Die Münsteraner GWS Gesellschaft

für Warenwirtschafts-Systeme mbH hat die

Anteilsmehrheit an der Essener faveo AG

erworben. faveo, 1995 gegründet, ist langjähriger

ERP-Spezialist und bietet unter anderem

Cloud Business-Lösungen auf Basis von

Microsoft Dynamics NAV an. Das Unternehmen

betreut aktuell mehrere hundert kleine

Udo Lorenz, Geschäftsführer der GWS, sieht

den Nutzen der Beteiligung vor allem in dem

deutlich vergrößerten Produktportfolio: „Wir

werden durch die gebündelte Kompetenz

unseren Kunden noch bessere Lösungen, insbesondere

bei cloudbasierten Diensten bieten.“

Der Zusammenschluss mit der GWS sei

für die faveo ein logischer Schritt, um den

wachsenden Anspruch der Kunden im Cloud-

ERP-Markt noch besser bedienen zu können,

sagte Christoph Eberz, Gründer der faveo.

Früh seien sich die beiden Partner einig

gewesen, dass im Management die gleichen

Blickwinkel, Werte und Ziele gelebt werden.

Alles spreche damit für eine partnerschaftliche

und erfolgreiche Zusammenarbeit in der

Zukunft.

STAHL TAG 2018

26. - 27. September 2018 | Frankfurt a.M.

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Messen

und Märkte

Berichte

saw expo – die erste

Messe, die sich ganz

auf das industrielle

Sägen konzentriert.

Die erste Auflage der

Messe in Augsburg

vom 19.-22. Juni

wurde von den Ausstellern

sehr positiv

bewertet.

Bilder: untitled exhibitions

Zufriedene Aussteller und Fachbesucher bei Messe-Premiere

Erste Saw Expo mit positivem Fazit

Vom 19. bis 22. Juni fand die erste Saw Expo, internationale Fachmesse der Sägebranche, auf dem

Gelände der Messe Augsburg statt. 63 Aussteller aus 14 Nationen präsentierten unter dem Motto

„all about cutting“ ihr Produkt- und Leistungsportfolio. Der Anteil internationaler Aussteller lag

bei 40 % – wobei Italien und die Türkei darunter die am stärksten vertretenen Nationen waren.

100 % Special-Interest, das

war es, was die erste Saw Expo in

Augsburg verkörperte. Intensive

Gespräche, konkrete Anfragen: Jeder

Besucher, der die Messe besuchte,

war angereist, da er sich nur zum

Thema Sägen informieren wollte und

auf der Suche nach neuen Geschäftsbeziehungen

und Lösungen war, so

der Messeveranstalter untitled exhibitions.

Für die Sägebranche sei das ein

durchaus neues Messe-Erlebnis

gewesen, präsentieren sich die Unternehmen

doch sonst im Rahmen von

sehr großen, sehr internationalen

und auf ein breites Spektrum metallverarbeitender

Technologien ausgerichteten

Messen mit hoher Besucherfrequenz.

Doch beides kann sich

ergänzen: „Wir sind seit vielen Jahren

treuer Aussteller auf der Tube. Dort

geht es darum, ,sehen und gesehen

zu werden‘. Der schnelle Kontakt,

das kurze Gespräch reichen hier in

der Regel aus und sind von allen

Beteiligten gewollt. Mit der Saw Expo

ist jetzt ein passendes Gegenstück

entstanden. Dort möchte man mit

den Kunden in Ruhe Fachgespräche

führen sowie mit den Ausstellern

Netzwerke und Partnerschaften bilden.

Diese Kombination lässt uns

gemeinsam neue und interessante

Wege beschreiten“, sagt Gerhard

Breuer, Geschäftsführer beim Kölner

Hersteller für Reinigungs- und Entfettungsanlagen

Bous.

63 Aussteller aus 14 Nationen präsentierten dem Fachpublikum an den vier

Messetagen ihre Produkte und Dienstleistungen rund um das Sägen.

Viel Zeit für

konzentrierte Gespräche

Special-Interest bedeutet also: Die

Branche nimmt sich Zeit für Gespräche

untereinander. Alles spielt sich

auf vergleichsweise engem Raum

ab, es herrscht eine konzentrierte

Arbeitsatmosphäre ohne den Trubel

einer Großmesse in- und außerhalb

der Messehalle.

Das Fachpublikum der Saw Expo

kam aus 25 Nationen. Der interna-

24 Stahlreport 7/8|18


tionale Besucheranteil war mit 29 %

für eine Premierenmesse vergleichsweise

hoch. Den größten Anteil an

internationalen Besuchern hatten

Fachleute aus der Schweiz, Österreich

und Italien. Insbesondere auf

Einladung der Aussteller kamen

Besucher auch von weit her nach

Augsburg – so etwa aus Japan, den

USA und Russland.

„Die Saw Expo als Idee fasziniert,

es geht nur ums Sägen. Für uns war

diese Messe ein voller Erfolg“, sagt

Dogan Süzen, Managing Director der

Schweizer Rodo AG.

Die Saw Expo sieht sich als

Messe aus der Branche für die Branche.

Zwischen dem Veranstalter, der

untitled exhibitions gmbh, und den

Ausstellern fanden in Augsburg während

der Messe immer wieder intensive

Gespräche statt – die nun weitergeführt

würden. „Für uns waren

es hochspannende Tage in Augsburg,

die uns wieder einmal gezeigt haben:

Der Mut, Neues zu starten und konsequent

daran zu arbeiten wird

belohnt. Aussteller und Besucher

haben einen ersten Eindruck bekommen,

was eine Special-Interest Messe

leisten kann: einen kompakten Überblick

über ein Marktsegment und

gleichzeitig einen intensiven Einblick

in die Kompetenz der Aussteller

mit Zeit für ausführliche Fachund

Projektgespräche, sagte Tanja

Waglöhner, Geschäftsführende Ge -

sellschafterin von untitled exhibitions.

Darauf gelte es nun aufzubauen,

die konzeptionellen Wünsche der

Aussteller zu bündeln und zu operationalisieren

sowie konsequent an

der Bekanntheit der Saw Expo und

ihrer Marktdurchdringung zu arbeiten.

Zahlreiche Zusagen aus dem

Ausstellerkreis für die nächste Auflage

der saw expo liegen bereits vor,

teilte der Veranstalter mit. Aktuell

laufen die Gespräche zum optimalen

Turnus sowie der Dauer der neuen

Messe.

[ Info ]

Weitere Infos zur neuen Messe unter

www.sawexpo.de

[ Info ]

Weitere Infos auf

www.euroblech.de

EuroBLECH 2018

Digitalisierung im Blick

Die EuroBLECH 2018, 25. Internationale Technologiemesse für

Blechbearbeitung, findet vom 23. bis 26. Oktober 2018 auf dem

Messegelände in Hannover statt. Gut ein viertel Jahr vor der Messe

haben sich rund 1.400 Aussteller aus 38 Ländern ihre Standfläche auf

der Weltleitmesse für die Blechbearbeitungsindustrie gesichert.

Die wichtigsten Ausstellerländer

auf der EuroBLECH 2018 sind momentan

nach Deutschland Italien, die Türkei

und China. Laut aktuellem Stand ist

bereits annähernd die Ausstellungsfläche

der letzten Messe belegt, meldet

der Veranstalter Mack Brooks Exhibitions.

Für Konstrukteure, Produktionsund

Fertigungsleiter, Qualitätsmanager,

Einkäufer, Handwerker, technische

Direktoren sowie Experten aus Forschung

& Entwicklung und Verbänden

ist die EuroBLECH alle zwei Jahre eine

Pflichtveranstaltung, um die neuesten

Trends und Maschinen in der Blechbearbeitung

zu entdecken.

Intelligente digitale Lösungen

Besucher erwartet in diesem Jahr die

komplette Bandbreite an intelligenten

Lösungen und innovativen Maschinen

für die moderne Produktion in der Blechbearbeitung,

die in Form von vielen

Live-Demonstrationen an den Messeständen

präsentiert werden. Derzeit

spielt die digitale Transformation in der

Industrie eine große Rolle, die unter

anderem eine erhöhte Effizienz und

damit hergehend einen gesteigerten

Automatisierungsgrad der Produktion

und die vorausschauende Wartung

ermöglicht.

Diese Entwicklungen gibt auch das

diesjährige Motto der EuroBLECH „Am

Puls der Digitalisierung“ wieder, denn

Industrie 4.0 und die damit verbundene

„Smart Factory“ sind inzwischen auch

in der Blechbearbeitung angekommen

und selbst für kleine und mittelständische

Unternehmen, die in naher Zukunft

in diese Technologien investieren möchten,

ein wichtiger Bereich. „Die digitale

Transformation ist im Moment ein wichtiges

Thema in der Industrie. Diese erfordert

eine enge Zusammenarbeit entlang

der gesamten Wertschöpfungskette, von

der Produktionssteuerung bis hin zur

Wartung“, so Evelyn Warwick, Messedirektorin

der EuroBLECH.

„Intelligente Fertigungsumgebungen

zu schaffen, die auf dem sicheren Austausch

von Informationen und der Vernetzung

von Maschinen und Prozessen

basieren, ist dabei die Herausforderung

für Unternehmen in der Blechbearbeitungsindustrie.

Die EuroBLECH 2018 bietet

Besuchern die Möglichkeit, Lösungsansätze

für diese Herausforderungen zu

ergründen und Geschäftspartner zu finden,

mit denen sie diese Abläufe, Maschinen

und Systeme in ihre Produktion integrieren

können“, so Evelyn Warwick

weiter.

Das Messeprofil

Die EuroBLECH ist die weltweit größte

Messe für die Blechbearbeitungsbranche

und für Besucher ein Marktplatz, um

neue und innovative Produktionslösungen

zu entdecken und einzukaufen. Die

EuroBLECH umfasst 15 Technologiebereiche

und deckt somit die gesamte Technologiekette

der Blechbearbeitung ab:

Blech, Halbzeuge, Zulieferteile, Handling,

Trennen, Umformen, flexible Blechbearbeitung,

Rohr-/Profilbearbeitung, Fügen,

Schweißen, additive Fertigung, Verarbeitung

hybrider Strukturen, Oberflächenbearbeitung,

Werkzeuge, Steuerungsund

Regeltechnik, CAD/CAM/CIM-Systeme,

Qualitätssicherung , Betriebs – und

Lagereinrichtungen sowie Forschung &

Entwicklung.

Die EuroBLECH 2018 belegt

erneut die Hallen 11, 12, 13, 14, 15,

16, 17 und 27 auf dem Messegelände

in Hannover. 2

Stahlreport 7/8|18

25


Messen

und Märkte

Berichte

Innovative architektonische Anwendungen wie

Fassaden-Elemente oder Straßenbrücken schaffen

neue Potentiale für das Stückverzinken.

Kontinuierlich wachsend mit positivem Blick nach vorne

Die Feuerverzinkungsindustrie in Deutschland

Durch Stückverzinken wird Stahl für viele Jahrzehnte vor Korrosion geschützt und bedarf während dieser Zeit keiner

Wartung und Instandhaltung. Jährlich werden hierdurch Korrosionsschäden in Milliardenhöhe verhindert. Feuerverzinken

ist ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung und -erhaltung. Das wurde im Juni auf der Intergalva deutlich.

„Die deutsche Stückverzinkungsindustrie

ist ein mittelständisch

geprägter Dienstleistungssektor

und hat im Jahr 2017 rund

1,9 Millionen Tonnen Stahl stückverzinkt.

Ungefähr 80 Prozent dieses

Volumens wurden im Lohnauftrag

feuerverzinkt“, erläutert Paul

Niederstein, Vorstandssprecher des

Industrieverbandes Feuerverzinken,

der Interessenvertretung der

deutschen Stückverzinkungsindustrie.

In Deutschland gibt es etwa 147

Verzinkereien, die rund 4.800 Menschen

Arbeit geben und einen

Umsatz von rund 760 Millionen Euro

erzielen. Im Jahr 2017 wurden

110.000 Tonnen Zink für das Stückverzinken

eingesetzt. Wenn man die

letzten zwei Jahrzehnte betrachtet,

kann die Entwicklung der Stückverzinkungsindustrie

in Deutschland

als durchweg positiv bewertet werden.

Die jährliche Feuerverzinkungstonnage

konnte von ca. 1,4 Mio. Tonnen

um mehr als 30 Prozent auf 1,9

Mio. Tonnen gesteigert werden.

Innerhalb Europas nimmt Deutschland

aus mehreren Gründen eine

herausragende Position ein. Ein Viertel

der gesamten feuerverzinkten

Stahltonnage der 23 Mitgliedsländer

des europäischen Verzinkerverbandes

European General Galvanizers

Association wird in Deutschland feuerverzinkt.

Zudem haben deutsche

Verzinker sehr früh die Bedeutung

des europäischen Marktes erkannt

und betreiben zusätzlich zu ihren

deutschen Werken mehr als 40 Verzinkungsanlagen

in der EU.

Der Markt

Die Stückverzinkungsindustrie bietet

eine Fülle von Dienstleistungen für

viele Kunden und Märkte. Obwohl die

Bauindustrie mit Abstand der größte

Abnehmer ist, sind auch andere Bereiche

wie Energie, Verkehrstechnik oder

Metallhandel sehr stark vertreten. Mit

rund 49 Prozent Tonnageanteil nimmt

die Bauindustrie die Spitzenposition

ein. Industrieausrüstungen machen

12,5 Prozent aus, und Transport- und

Fahrzeugbau liegen mit rund 11 Prozent

auf Platz 3. Diese drei Konstruktionszweige

machen mehr als 70 Prozent

aller Anwendungen für die

Verzinkung aus. Die Marktsegmente

der deutschen Verzinkungsindustrie

hinsichtlich der verzinkten Tonnage

sind in der Abbildung (S.27) dargestellt.

26 Stahlreport 7/8|18


Verzinker übernehmen zumeist auch das Beschichten feuerverzinkter Stahlteile für

ihre Kunden.

Typische Produkte der deutschen

Verzinkungsindustrie sind Schutzplanken,

Balkongeländer, Treppenanlagen,

Trailer für Nutzfahrzeuge

und Pkw, Stahlkonstruktionen aller

Art, moderne Stahl-Glas-Architektur

oder Parkhäuser. Aufgrund eines

strategisch geplanten Marktentwicklungsprogramms

in den letzten Jahren

bieten neue und innovative architektonische

Anwendungen wie

stückverzinkte Fassaden-Elemente

oder auch das Stückverzinken von

Straßenbrücken neue Potenziale.

Moderne Dienstleister

für Ihre Kunden

Die Mehrzahl der deutschen Stückverzinker

versteht sich als moderner

Dienstleister. Neben dem Kerngeschäft

der Verzinkung bietet die

deutsche Verzinkungsindustrie viele

zusätzliche Dienstleistungen vor und

nach dem Verzinken. Beratung und

Designoptimierung gehören zu den

typischen Leistungen einer Feuerverzinkerei

in Deutschland. Auch

bei komplizierten Stahlbauteilen

sind hierdurch gute Verzinkungslösungen

möglich.

Für große Industriekunden ist

eine reibungslose Integration der

Verzinkung in die Wertschöpfungskette

entscheidend. Just-in-time-Produktion,

die Termintreue und Null-

Fehler-Qualitäten erfordert, ist eine

typische Leistung deutscher Verzinker.

Nach dem Verzinken ist es nicht

ungewöhnlich, dass Kunden aus

Gestaltungs- oder Korrosionsschutzgründen

eine Nass- oder Pulverbeschichtung

wünschen. Verzinker

betreiben zunehmend auch Beschichtungsanlagen

und übernehmen

das Beschichten feuerverzinkter

Stahlteile für ihre Kunden. Auch

Verpackung von verzinkten Produkten,

Montage auf der Baustelle oder

Lieferung an den Endkunden des

Kunden gehören zu den Dienstleistungen,

die moderne Stückverzinkereien

zunehmend anbieten und

übernehmen.

Die 147 Verzinkereien in

Deutschland bieten hinsichtlich ihrer

Größen und Spezialisierungen eine

Marktsegmente Stückverzinken

enorme Vielfalt, die es ermöglicht,

nahezu alle Produkte zu verzinken.

Die größten Anlagen haben Verzinkungskessel

mit einer Länge von

19,5 m. Für spezielle Anwendungen

gibt es zudem Spezialisten, die über

die notwendige technische Ausrüstung

und das nötige Wissen verfügen.

Beispiele hierfür sind das

Schleuderverzinken, das historische

Zangenverzinken, das Hochtemperaturverzinken

oder das „Nur-Aussen“-Verzinken

von Behältern.

Die Stückverzinkungsindustrie

veredelt eine Vielzahl von Produkten

für eine Vielzahl von Industrien.

Dazu gehören zum Beispiel Lkw-

Anhängerfahrwerke und Fahrwerks -

komponenten für die Automobilindustrie

oder Gitterroste, Leitplanken,

Balkone und Konstruktionen für die

Bauindustrie. Verzinker haben

dadurch die Möglichkeit, von den

besten Industrien zu lernen. Dies

schafft Vorteile für alle Kunden.

„Die deutsche Stückverzinkungsindustrie

blickt optimistisch in die

Zukunft. Die Wichtigkeit eines guten

Korrosionsschutzes rückt immer

mehr in den Fokus von Planern im

Baubereich oder industriellen Produktherstellern.

Zudem gibt es

Marktsegmente wie beispielsweise

Offshore-Anwendungen oder der

Brückenbau in denen die Stückverzinkung

noch unterpräsentiert ist.

Hierdurch ergeben sich Wachstumspotenziale

für die Zukunft“, sagt Paul

Niederstein. 2

Die Marktsegmente

der deutschen Stückverzinkungsindustrie

Stahlreport 7/8|18

27


Spezial

Konjunktur

Nachrichten/Bericht

Mehr für die Werte

BGA zum Großhandel

Die deutschen Großhandelsunternehmen haben nach den im Juni veröffentlichten

Daten des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 2018 nominal 1,9 % und real 0,8 %

mehr als im Vorjahresquartal umgesetzt. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) erwartete für das zweite Quartal 2018 eine Fortsetzung dieser Entwicklung,

aber auch Mehreinsatz der Verantwortlichen für die Werte des freien Handels.

„Dank anhaltender Konsumlaune kann der Großhandel im ersten Quartal erneut zulegen.

Jedoch trübt die wachsende Zuspitzung der handelspolitischen Situation nicht nur die Stimmung

der Unternehmen, sondern drosselt auch das Wachstum im so wichtigen Produktionsverbindungshandel,

der ein Indikator für Industrieproduktion und Export ist. Wir brauchen

jetzt ein entscheidungsstarkes Europa, das die richtigen Akzente in der Debatte setzt

und den Freihandel und seine Werte bekräftigt.“ Dies erklärte BGA-Präsident Dr. Holger

Bingmann zu den vorgelegten Zahlen des Großhandels.

Erneuter Überschuss

BGA zum Außenhandel

Nach Angaben des Statistische Bundesamt

zu den neuesten Außenhandelszahlen

aus Juli wurden im Mai 2018 Waren im

Wert von 109,1 Mrd. € exportiert und damit

im Vorjahresvergleich um 1,3 % weniger.

Mit einem Warenwert von 89,4 Mrd. € sind

die deutschen Importe gestiegen, im Vorjahresvergleich

um 0,8 %. Die Außenhandelsbilanz

schloss damit mit einem Überschuss

von 19,7 Mrd. € ab.

„Auch im Mai hat die deutsche Außenwirtschaft

ein Ergebnis vorgelegt, mit dem wir

mehr als zufrieden sein können. Die Unternehmen

überzeugen weiterhin weltweit mit

ihren Waren und Dienstleistungen und trotzen

so der derzeitigen Unberechenbarkeit

des Welthandels.“ Dies erklärte Dr. Holger

Bingmann, Präsident des Bundesverbandes

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA), im Juli zur Entwicklung des deutschen

Außenhandels.

Besonders vor dem Hintergrund der sich

scheinbar eintrübenden Konjunktur zeige

sich einmal mehr, wie wichtig die EU für

Deutschland sei. „Wir begrüßen den kooperativen

Geist der letzten Zeit unter den Mitgliedsstaaten

und wünschen uns dies auch

mit unseren anderen Partnern in der Welt.“

Dr. Holger Bingmann …

… hat in München Betriebswirtschaftslehre

studiert. Nach Stationen bei Daimler-Benz in

Brüssel und als geschäftsführender Gesellschafter

der Süddeutschen Zeitungszentrale

in Stuttgart erwarb der 1961 Geborene

Anteile an dem 1945 in München gegründeten

Pressevertrieb Hermann Trunk. Aus diesem

Unternehmen entwickelte er gemeinsam

mit Gesellschaftern und

Geschäftsführern die MELO Unternehmensgruppe.

Für die gesamte Gruppe, deren

Chairman er ist, arbeiten heute international rund 2000 Mitarbeiter. Im September 2017

war Dr. Holger Bingmann als Nachfolger von Anton F. Börner zum Präsidenten des Bundesverbandes

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) gewählt worden. In dieser

Funktion kommentierte er seitdem regelmäßig die Entwicklungen, ist aktuell das Gesicht

dieser Branche.

Foto: BGA

Prioritäten ändern

BGA zur BIP-Entwicklung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist

im ersten Quartal 2018 nur abgeschwächt

gewachsen – um 0,3 %. Dies

nahm Dr. Holger Bingmann, Präsident

des Bundesverbandes Großhandel,

Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), im

Mai zum Anlass für einen kritischen Kommentar

und die Forderung an die Politik,

die Prioritäten zu ändern.

„Die deutsche Wirtschaft stößt an ihre

Kapazitätsgrenzen. Das … ist zwar kein

Anlass, den Kopf in den Sand zu stecken,

allerdings wäre es dringend an der Zeit,

die Wachstumskräfte wieder zu stärken.

Dazu muss die Große Koalition jedoch

ihre Prioritätenliste ändern und stärker

Wachstumshemmnisse beseitigen. Unter

den bestehenden Bedingungen ist das

hohe Tempo der vergangenen beiden

Jahre nicht zu halten.“

Es mache sich deutlich bemerkbar, dass

der seit 2005 anhaltende wirtschaftliche

Aufschwung – nur unterbrochen durch

die Wirtschafts- und Finanzkrise

2008/09 – zu nachlassendem politischen

Reformwillen geführt habe. Dringende

Strukturreformen, etwa im Steuerrecht,

würden aufgeschoben und immer

neue bürokratische Lasten die Wachstumskräfte

binden. Hinzu kämen der

Mangel an Fachkräften sowie die Verunsicherung

durch zunehmende handelspolitische

Konflikte und den nahenden Brexit.

28 Stahlreport 7/8|18


Der EMI sinkt zum sechsten Mal

Die Industrie schaltet einen weiteren Gang zurück

Das niedrigste Auftragsplus seit über zwei Jahren hat im Juni das Wachstum der deutschen Industrie weiter

abgebremst. Auch das signalisiert der Einkaufsmanager-Index (EMI), der binnen vier Wochen um 0,7 Punkte

auf 55,9 nachgab und damit den tiefsten Wert seit anderthalb Jahren erreichte. Seit dem Rekordhoch im

Dezember 2017 ist dieser Konjunkturindikator bereits zum sechsten Mal hintereinander gesunken.

Eine EMI-Notierung unter der

Referenzlinie von 50 zeigt an, dass die

Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes

im Vergleich zum Vormonat

schrumpften; Werte über 50 signalisieren

Wachstum. Der EMI gibt einen

allgemeinen Überblick über die konjunkturelle

Lage in der deutschen

Industrie. Der Index erscheint seit 1996

unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes

Materialwirtschaft, Einkauf

und Logistik (BME). Er wird vom Anbieter

von Unternehmens-, Finanz- und

Wirtschaftsinformationen IHS Markit

mit Hauptsitz in London erstellt und

beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern

der verarbeitenden

Industrie in Deutschland

(nach Branche, Größe, Region repräsentativ

für die deutsche Wirtschaft

ausgewählt).

Zu betrachten sind die einzelnen

Kennzahlen, zu beachten sind die regelmäßigen

Kommentare.

Kennzahlen

Trotz des fünften Rückgangs innerhalb

der vergangenen sechs Monate auf

den tiefsten Wert seit November 2016

blieb in der Industrie die Produktionssteigerungsrate

im Juni überdurchschnittlich

hoch. Lediglich im Konsumgüterbereich

wurde die Fertigung

zurückgefahren.

Der Auftragszuwachs fiel im Juni

so niedrig aus wie zuletzt im März

2016. Knapp ein Viertel der Befragten

verbuchten ein Plus und bei knapp

19% stand ein Minus zu Buche – hauptsächlich

wegen der geringeren Nachfrage

aus den USA und China. Der Auftragseingang

Export weist insgesamt

das niedrigste Plus seit über zwei Jahren

aus. Starkes Wachstum vermeldete

der Investitionsgüterbereich; im Vorleistungsgüterbereich

fiel der Zuwachs

moderat aus, und im Konsumgüterbereich

verzeichnete man sogar ein

Minus.

Der 27. Jobaufbau in Folge beschleunigte

sich gegenüber dem 15-Monatstief

im Mai wieder und fiel ausgesprochen

kräftig aus. Neue Mitarbeiter

wurden vor allem im Vorleistungsgüterbereich

eingestellt, dicht gefolgt

vom Investitionsgüterbereich.

Infolge Währungsabwertung, Lieferengpässen

und steigenden Frachtkosten,

aber auch wegen der Verteuerung

von Stahl, Kunststoffen und

Elektronikgütern legten die Einkaufspreise

im Juni wieder stärker zu als in

den drei Vormonaten. Dagegen

schwächte sich der Anstieg der Verkaufspreise

weiter ab und fiel so niedrig

aus wie zuletzt vor acht Monaten.

Begründet wurde dies mit dem zunehmenden

Wettbewerbsdruck.

Die Geschäftsaussichten binnen

Jahresfrist sanken im Juni zum fünften

Mal innerhalb der vergangenen sechs

Monate und fielen so wenig optimistisch

aus wie seit über drei Jahren

nicht mehr. Sorgen bereiten den

Unternehmen aktuell die nachlassende

Nachfrage, die Einführung von

Zöllen sowie die anhaltenden Kapazitätsengpässe.

Kommentare

„Der anhaltende Rückgang des EMI ist

sicherlich auch Ausdruck der wachsenden

internationalen Spannungen,

die zunehmend zu einer Belastung der

Lieferketten werden“, betonte Dr. Silvius

Grobosch, Hauptgeschäftsführer

des BME.

„Nach einer starken Boomphase

zeigt sich die konjunkturelle Abkühlung

nunmehr auch im jüngsten EMI.

Allerdings befindet sich dieser mit

einem Wert von deutlich über 50 weiter

im Expansionsbereich. Dies bestätigt

uns in unserer eher verhaltenen

Wachstumsprognose für Deutschland

mit einer BIP-Prognose von 2,0 % für

das Jahr 2018“, kommentierte Dr. Gertrud

R. Traud, Chefvolkswirtin der

Helaba Landesbank Hessen-Thüringen.

„Der Aufschwung in der Industrie

steht zunehmend auf dem Prüfstand.

Angesichts der Verunsicherung mit

Blick auf die internationale Handelspolitik

erscheint es immer fraglicher,

ob neue Investitionen tatsächlich vollständig

umgesetzt werden“, bewertete

die Konjunkturexpertin des Deutschen

Industrie- und Handelskammertages,

Sophia Krietenbrink, die aktuellen EMI-

Daten. Das System des regelgebundenen

Welthandels gerate zunehmend

ins Wanken – und damit auch das

gerade für die deutschen Unternehmen

wichtige Modell global vernetzten Wirtschaftens.

„Der Abwärtstrend der Stimmung

wird sich noch fortsetzen, wobei dies

keine panikartige Bewegung ist. Im

Umfeld diverser politischer Risiken

hätte man sich sogar mehr Verunsicherung

bei den Befragten vorstellen

können“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt

der DekaBank. Dies gelte

insbesondere, da sich zu den Themen

US-Protektionismus und dem Konfrontationskurs

der neuen italienischen

Regierung mit den EU-Institutionen

auch noch die Spannungen innerhalb

der Bundesregierung um das Migrationsthema

gesellten.

IHS Markit-Chefvolkswirt Phil

Smith kommentierte die finalen EMI-

Daten für den Monat Juni mit den Worten:

„Das Wachstum in der deutschen

Industrie hat sich über das erste Halbjahr

hinweg durchgehend verlangsamt.

Bleibt die Frage, ob uns noch Schlimmeres

bevorsteht. Denn in den vergangenen

Monaten lag der Zuwachs bei

den Neuaufträgen stets unter der jeweiligen

Produktionsrate. Im Juni vergrößerte

sich dieser Abstand sogar noch,

nachdem der Auftragsneueingang so

niedrig ausfiel wie seit fast zwei Jahren

nicht mehr und damit einen grundlegenden

Abwärtstrend andeutet.“ 2

Stahlreport 7/8|18

29


Spezial

Konjunktur

Bericht

VDMA-Konjunkturbulletin

Maschinenbau mit ordentlichem Schwung

Die Kennziffern zeigen, dass der Maschinenbau bisher mit ordentlichem Schwung durch das

Jahr steuert. Darauf hat der VDMA Anfang Juli hingewiesen und in seinem Konjunkturbulletin

die entsprechenden Fakten geliefert. Dabei wurde auch deutlich, dass der Maschinenbau

differenziert nach Teilbranchen zu betrachten ist – etwa in Sachen Auftragseingang.

VDMA-Chefvolkswirt

Dr. Ralph Wiechers

Der Verband Deutscher Ma -

schinen- und Anlagenbau (VDMA)

vertritt mehr als 3.200 Unternehmen

der eher mittelständisch geprägten

Branche. Mit 1,35 Mio. Erwerbstätigen

im Inland und einem Umsatz

von 226 Mrd. € (2017) ist die Branche

größter industrieller Arbeitgeber und

einer der führenden deutschen Industriezweige

insgesamt.

Der Auftragseingang im Maschinenbau

in Deutschland hat im Mai

2018 sein Vorjahresergebnis nur

knapp verfehlt (real minus 1 %). Während

das Inlandsgeschäft leicht zulegen

konnte (plus 1 %), gab es bei den

Bestellungen aus dem Ausland ein

Minus von 2 % im Vergleich zum

Vorjahr. „Man sollte dieses Monatsminus

nicht überbewerten. Nach

einem halben Jahr mit fast durchgehend

zweistelligen Wachstumsraten

gönnt sich der Maschinenbau offenbar

eine kleine Verschnaufpause“,

kommentierte VDMA-Chefvolkswirt

Dr. Ralph Wiechers. Im Drei-Monats-

Vergleich (März – Mai) seien die Auftragseingänge

um real 2 % zum Vorjahr

gewachsen. (Abb. 1 und 2)

Die deutsche Maschinenproduktion

ist nach vier Monaten (Januar

bis April) um real 4,2 % zum Vorjahr

gewachsen, die Exporte haben im

Quellen, 7: VDMA

Auftragseingänge im Maschinenbau Abb. 1

Preisbereinigte Indizes, Basis Umsatz 2015 = 100

140

130

120

110

100

90

80

70

60

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

Inland Ausland

Gleitender 12-Monats-Durchschnitt Originalindizes

Auftragseingänge – ausgewählte Teilbranchen Abb. 2

Reale Veränderungen in Prozent, März – Mai 2018/2017

Antriebstechnik

Allgemeine Luftttechnik

Fluidtechnik

Robotik u. Automation

Druck- und Papiertechnik

Präzisionswerkzeuge

Werkzeugmaschinen

Fördertechnik

Kunststoff- u.Gummimasch.

Baumaschinen u. Baustoffanlagen

Armaturen

Nahrungsm.u.Verpm.

Landtechnik

Verfahrenstechnik

Ø Maschinenbau 2%

-20 -15 -10 -5 0 5 10 15

30 Stahlreport 7/8|18


Maschinenbauproduktion Abb. 3

Preisbereinigter Index, Basis 2015 = 100

130

120

110

100

90

80

70

Gleitender 12-Monats-Durchschnitt

Originalindizes

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

Kapazitätsauslastung im Maschinenbau Abb. 4

In Prozent der üblichen Vollauslastung der Maschinen

95

gleichen Zeitraum um 3,4 % zugelegt.

„Die Konjunktur läuft im

Maschinenbau“, betonte Wiechers

und erinnerte in diesem Zusammenhang

an die Produktionsprognose

für das Jahr 2018, die mit einem

Zuwachs um real 5 % dokumentiert

ist. (Abb. 3)

Die Kapazitätsauslastung der

Betriebe stieg im April sogar leicht

über die Marke von 90 %. „Es gibt

spürbare Engpässe bei Zulieferungen

und vor allem bei verfügbaren

Arbeitskräften. Die Unternehmen

könnten mehr produzieren, wenn

sie genug Fachkräfte fänden“, sagt

der VDMA-Chefvolkswirt und erinnerte

an den absoluten Tiefststand

im Juli 2009: 66,0 %. (Abb. 4)

Der Beschäftigungsaufbau in der

Branche hat sich weiter fortgesetzt.

Im April gab es einen Zuwachs der

fest Angestellten um gut 1.000 auf

1.042.000 Mitarbeiter. Erfasst in der

VDMA-Statistik werden allerdings

nur Unternehmen mit 50 und mehr

Beschäftigten. (Abb. 5)

Im Verarbeitenden Gewerbe ist

der ifo-Index im Juni erneut gesunken.

Dies war auf eine marginal

schlechtere Lageeinschätzung

zurückzuführen. Die Erwartungen

der Unternehmen konnten hingegen

das Niveau halten und bleiben damit

leicht optimistisch. Die Produktion

soll in den kommenden Monaten auf

Basis des nach wie vor hohen Auftragsbestandes

ausgeweitet werden.

(Abb. 6) 2

90

85

80

75

70

65

mittlerer Wert: 86,1

50%-Streuband*

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

*) 50% aller beobachteten Werte (seit 1995) liegen in einem Streuband zwischen 84,4 und 89,2 %.

Beschäftigte im Maschinenbau Abb. 5

In Tausend

1060

1040

1020

1000

980

960

940

920

900

880

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016* 2017 2018

*) Wegen geänderter Zuordnung von fachlichen Betriebsteilen nicht mit Vorjahren vergleichbar.

Beschäftigte in Betrieben ab 50 Mitarbeitern.

Lagebeurteilung und Geschäftserwartungen Abb. 6

Saldo der saisonbereinigten positiven und negativen Meldungen

60

40

20

0

-20

-40

-60

Lagebeurteilung

Geschäftserwartungen

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

Stahlreport 7/8|18

31


Spezial

Konjunktur

Berichte/Nachricht

Werkzeugmaschinenindustrie

Steigender Auftragseingang macht

Mut zu höherer Jahresprognose

Im ersten Quartal 2018 ist der Auftragseingang der deutschen Werkzeug -

maschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 % gestiegen.

In diesem Zusammenhang hat der VDW seine Produktionsprognose für

das laufende Jahr auf 7 % erhöht.

Dr. Wilfried Schäfer,

Geschäftsführer im

Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken

„Unsere Branche ist 2018 weiterhin

sehr dynamisch unterwegs“,

kommentierte Dr. Wilfried Schäfer,

Geschäftsführer des Branchenverbands

VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)

in Frankfurt

am Main, das Ergebnis. „Damit setzt

sich die herausragende Entwicklung

des vergangenen Jahres nahtlos fort.

Die Inlandsbestellungen bleiben

das Zugpferd. Sie wachsen weit mehr

als doppelt so stark wie die Auslandsnachfrage“,

so Schäfer weiter. Zerspanung

und Umformung trugen gleichermaßen

zum Bestellwachstum des

ersten Quartals bei. Die Kapazitäten

waren zu 93,4 % ausgelastet.

Die Hochkonjunktur in nahezu

allen Anwenderindustrien weltweit

hatten Produktion und Auftragseingang

der Branche bereits im vergangenen

Jahr auf ein Rekordhoch getrieben.

Mit einem Plus von 7 % hatte die

Produktion 2017 die 16-Mrd.-€-Marke

überschritten. „Basierend auf einem

hohen Auftragszuwachs im vergangenen

Jahr, der weiter tragen wird,

sehen wir auch für 2018 Potenzial für

einen höheren Produktionszuwachs

als noch im Februar erwartet und steigern

unsere Produktionsprognose von

5 auf nochmals 7 Prozent Zuwachs“,

erläuterte Schäfer vom VDW.

Die Branche geht davon aus, dass

die Weltwirtschaft weiterhin ein gutes

Umfeld für die Investitionen der Industrie

bietet. Der Nachfrageaufschwung

stehe auf einem breiten Fundament

– sowohl auf Technologien als auch

auf Märkte bezogen. Hohe Kapazitätsauslastung

erfordere Erweiterungsund

Ersatzinvestitionen. „Wenn Engpässe

in der Fertigung, beim Personal

und bei den Zulieferungen nicht allzu

gravierend werden, sollte dieses ehrgeizige

Ziel gut zu schaffen sein“,

sagte VDW-Geschäftsführer Schäfer

abschließend.

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie

gehört zu den fünf größten

Fachzweigen im Maschinenbau.

Sie liefert Produktionstechnologie für

die Metallbearbeitung in alle Industriezweige

und trägt maßgeblich zu

Innovation und Produktivitätsfortschritt

in der Industrie bei. Durch ihre

absolute Schlüsselstellung für die

industrielle Produktion ist ihre Entwicklung

ein wichtiger Indikator für

die wirtschaftliche Dynamik der

gesamten Industrie. 2017 produzierte

die Branche mit zuletzt über 72.000

Beschäftigten (Stand Ende 2017,

Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern)

Maschinen und Dienstleistungen im

Wert von rd. 16,1 Mrd. €. 2

Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie

Auftragseingang insgesamt (Index, nominal, gleitender 12-Monats-Durchschnitt)

160

140

AE Durchschnitt

AE Originalwerte

120

100

80

60

40

20

Auftragseingang, %-Veränderung zum Vorjahr

1Q 2018 Jahr 2017

Gesamt +22 +8

Inland +39 +10

Ausland +15 +7

Quellen, 2: VDW

0

1999

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

2018

32 Stahlreport 7/8|18


Umsatz*

im Bauhauptgewerbe,

in % zum Vorjahr,

nominal

Auftragseingang*

im Bauhauptgewerbe,

in % zum Vorjahreszeitraum,

nominal

+12,5% +8,2%

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Stimmung am Bau

Aktuelle Lage im Frühsommer 2018. Die Bauunternehmen finden ihre aktuelle Geschäftslage:

3% 32% 65%

schlecht

April 2018

Jan.-April 2018

befriedigend

gut

Zur Baukonjunktur im April titelte die Deutsche Bauindustrie im Juni: Frühling am Bau.

Dynamische Entwicklung

Das Bauhauptgewerbe

im Frühjahr

In die Bauwirtschaft ist zu Ostern – nach einem witterungsbedingten

Umsatzrückgang im März – wieder der Frühling eingezogen: Wie

der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie Ende Juni mitgeteilt

hat, legte der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und

mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im April – im Vergleich

zum entsprechenden Vorjahresmonat – um nominal 12,5 % zu.

Die Bauunternehmen profitierten

dabei nicht nur von der – im

Vergleich zum Vormonat – besseren

Witterung, sondern auch von einem

Arbeitstageeffekt: Ihnen standen

zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung

als im April 2017. In dem

gesamten Zeitraum von Januar bis

April 2018 ist der Umsatz im Vergleich

um nominal 8,2 % gestiegen.

Auch der Auftragseingang entwickelte

sich dynamisch: Die Bauunternehmen

meldeten für April im

Vorjahresvergleich ein Orderplus

von nominal 6,8 %; auch für die ersten

vier Monate ergibt sich ein Plus

von 6,8 %. Ebenfalls im Vergleich

zum Vormonat haben die Aufträge

nach Berechnungen des Statistischen

Bundesamtes im April

(arbeitstäglich-, saison- und preisbereinigt)

zugelegt, und zwar um

2,6 %.

Entsprechend positiv beurteilten die

Bauunternehmen im Frühsommer

ihre Geschäftslage: Knapp zwei Drittel

der vom Deutschen Industrieund

Handelskammertag Befragten

bewerten diese als gut; ein Drittel

ist mit der aktuellen Geschäftslage

zufrieden. Lediglich 3 % sind unzufrieden,

so wenige wie nie zuvor.

Auch die Zukunftserwartungen sind

so optimistisch wie noch nie seit der

Wiedervereinigung: Nahezu jedes

vierte Bauunternehmen erwartet für

die kommenden 12 Monate eine

(noch) bessere Geschäftslage, 73 %

eine gleichbleibende. Entsprechend

positiv ist die Umsatzprognose des

Hauptverbandes, der für 2018 für die

gesamte Branche nach wie vor ein

Plus von nominal 6 % erwartet. Bei

einer voraussichtlichen Preissteigerung

von 4 % bleibe ein reales Plus

von 2 %. 2

Monatliche Umfrage

Große Auftragsbestände in

Wohnungs- und Straßenbau

Die Mitgliedsunternehmen des Zentralverbandes

des Deutschen Baugewerbes

berichten auch für den Mai über eine gute

Auftragslage. Dies geht aus der monatlichen

Umfrage hervor. Mit 3,9 Monaten im

Hochbau und 3,2 Monaten im Tiefbau erreichen

die Auftragsbestände neue Spitzenwerte.

Die Geräteauslastung legte den zweiten

Monat in Folge deutlich zu. Sie erreichte im

Hochbau 75 % (72 % im Vormonat) und

72 % im Tiefbau (68 % im Vormonat).

Entsprechend positiv bewerten die Unternehmen

ihre Geschäftslage. In keiner Bausparte

wird über eine unbefriedigende

Geschäftslage berichtet. Die Nachfrage

wird als groß und ausreichend charakterisiert.

Im Straßenbau ist sie gegenüber dem

Vormonat noch einmal markant angestiegen.

Bei den Baupreisen sehen mehr Unternehmen

die Notwendigkeit, diese zu erhöhen.

Als Folge von Preissteigerungen beim Einkauf

von Material als auch von Lohnerhöhungen

sehen die Unternehmen die Notwendigkeit,

ihre Preise anzupassen.

Die anhaltend hohen Auftragsbestände

geben den Unternehmen Zuversicht, ihre

Investitionen auszuweiten. Schwerpunkt

bleiben Ersatzinvestitionen, zunehmend

aber auch Rationalisierungsinvestitionen.

Stahlreport 7/8|18

33


Spezial

Konjunktur

Nachrichten

Monatliche Umfrage

Gute Geschäftslage

auf dem Bau

Die Mitgliedsunternehmen des Zentralverbandes

des Deutschen Baugewerbes

beurteilen ihre Geschäftslage praktisch in

allen Bausparten positiv. Herausragend

bleibt dabei die Beurteilung zum Wohnungsbau.

Das ergab im Juni die monatliche Konjunkturumfrage

des Zentralverbands Deutsches

Baugewerbe unter seinen

Mitgliedsbetrieben, die aber zunehmend

über Fachkräftemangel berichten.

Die positive Lagebeurteilung wird offensichtlich

von einer unverändert hohen

Nachfrage nach Bauleistungen bei bereits

intensiver Bautätigkeit angetrieben. Dabei

zeigen sich im Wohnungsbau immer neue

Spitzenwerte zur Nachfrage und Bautätigkeit.

In den letzten Monaten haben diesbezüglich

zudem die Meldungen zum Tiefbau

angezogen.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Bauleistungen

führt bei bereits intensiver Bautätigkeit

zu einer steigenden Nachfrage nach

Fachkräften, seien es Bauingenieure, Fachoder

Hilfsarbeiter. Bereits seit Beginn des

Jahres gibt es hierzu deutlich mehr Meldungen

als noch im Vorjahr. Auch die Investitionsbereitschaft

hält ein hohes Niveau.

Bei der Geräteauslastung werden die hohen

Vormonatswerte gehalten, im Hochbau bei

ca. 75 % und im Tiefbau bei etwa 73 %.

Ebenso liegen die Auftragsbestände weiterhin

auf Vormonatsniveau, im Hochbau bei 4

Monaten und im Tiefbau bei 3 Monaten.

Haushalt

Bau lobt Politik

„Die Deutsche Bauindustrie

begrüßt die weitere Aufstockung der Verkehrswegeinvestitionen

des Bundes und

deren Verstetigung auf hohem Niveau.

Damit wird der Investitionshochlauf auch

in der neuen Legislaturperiode konsequent

fortgesetzt“. Mit diesen Worten

kom mentierte Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer

des Hauptverbandes der

Deutschen Bauindustrie, die im Juli zu

Ende gegangenen Haushaltsbera tungen

im Deutschen Bundestag.

Nachdem der Bund im vergangenen Jahr

rund 13,4 Mrd. € in die Ver kehrswege

investiert hat, sollen es 2018 gut

14,1 Mrd. € sein. Dieser Wert soll im

kommenden Jahr nochmals leicht auf

14,2 Mrd. € erhöht werden.

Wohnungsbau

Tadel für die Politik

Deutschland tritt beim

Wohnungsbau auf der Stelle,

tadelt Ronald Rast, Koordinator

der Aktion „Impulse für

den Wohnungsbau“: Auf die

Mitte Juli vom Statistischen

Bundesamt vorgelegten Zahlen

der Baugenehmigungen

(von Januar bis Mai 1,8 %

mehr genehmigte Wohnungen

als im Vergleichszeitraum

des Vorjahres) habe die

Baubranche mit Enttäuschung

reagiert.

Deutliche Kritik kommt vom

Dachverband der deutschen

Baustein-Industrie: „Von der Wohnraum-

Offensive, die die GroKo sich in ihrem Koalitionsvertrag

vorgenommen hat, keine Spur.

Im Gegenteil: Der Wohnungsbau wirkt, als

hätte er Blei an den Füßen. Und zwar politisches

Blei“, sagt Rast als Geschäftsführer

der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks-

und Wohnungsbau (DGfM).

Foto: DGfM

Tadel für die Politik: Dr.

Ronald Rast, u.a. Koordinator

der Aktion „Impulse für den

Wohnungsbau“.

Der Branchenvertreter

warnt: Wenn in diesem Jahr

tatsächlich nur 1,8 % mehr

Wohnungen neu gebaut werden

sollten als in 2017,

dann würde am Jahresende

nicht einmal die 300.000er-

Marke erreicht werden.

Dabei habe die Große Koalition

ihr Ziel klar formuliert:

1,5 Millionen Neubauwohnungen

sollen bis 2021 entstehen.

Das bedeutet, dass

375.000 neue Wohnungen

gebaut werden müssten –

pro Jahr.

„Bislang hat die GroKo keine Fakten

geschaffen, die dem Wohnungsbau die

Impulse geben, die er dringend braucht:

keine verbesserte Förderung, keine zusätzliche

Abschreibung“, so Rast. Nach der Sommerpause

stehe der geplante Wohn-Gipfel

an. „Spätestens dort müssen Nägel mit

Köpfen gemacht werden.“

Foto: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

„Um Verkehrsprojekte auch zeitnah realisieren

zu können, muss jetzt schneller

geplant werden. Der bereits vorliegende

Gesetzentwurf zur Planungsbeschleunigung

stellt einen ersten wichtigen Schritt

dar. Insbesondere bei den Genehmigungsverfahren

von Ersatzneubauten im

Autobahnbrückenbau sehen wir jedoch

noch Nachbesserungsbedarf. Ersatzneubauten

erfordern aus unserer Sicht keine

neue Planung. Wenn eine alte Brücke

durch eine neue an derselben Stelle

ersetzt wird, muss es kein neues Planfeststellungsverfahren

geben“, ergänzte

Babiel.

Lob für die, aber auch Forderungen an die Politik:

Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des

Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

34 Stahlreport 7/8|18


Geopolitisches Störfeuer

Historisches Rohstoffjahr

Quelle: ArGeZ

Zwei Seiten einer Medaille

Geschäftsklima der Zulieferindustrie

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie stellt sich unverändert als

Medaille mit zwei Seiten dar: aktuell gute Nachfrage einer- und künftige Risiken andererseits.

Darauf hat Ende Juni die ArGeZ hingewiesen.

Die Einstufung der aktuellen Lage zeigte sich demnach im Juni annähernd auf Vormonatsniveau.

Die Auftragsbücher seien voll und das Bewältigen der Orderflut erweise sich zunehmend

schwierig. Die Sicht auf das Geschäftspotential für die nächsten Monate ist die

andere Seite der Medaille. Die Perspektiven unterlägen sichtbar dem Druck der Unsicherheiten

durch die nunmehr gültigen US-Importzölle sowie die Reaktionen anderer Marktteilnehmer

wie der EU und China.

Ein eskalierender Handelskrieg würde nur Verlierer hervorbringen, zeigt man sich bei der

Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) überzeugt. Erste Konjunkturforschungsinstitute

sähen sich mittlerweile gezwungen, die Prognosen für das laufende und das kommende

Jahr abzusenken. Die Fahrt auf Sicht werde angesichts der unkalkulierbaren Effekte

der aktuell gültigen Zölle für alle Zulieferunternehmen schwieriger. Das eigene Haus wetterfest

zu halten, könne trotz weiterhin guter Nachfrage mehr an Bedeutung gewinnen.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der ArGeZ in Zusammenarbeit mit dem

Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen

und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen

Gießerei-Industrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-

Industrie, Kautschukindustrie sowie Technische Textilien ab.

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland April 2018

Saldo der positiven und negativen Meldungen

70

60

50

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

Aktuelle Lage

Zukunftserwartungen

Jan 06 Jan 07 Jan 08 Jan 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Jan 14 Jan 15 Jan 16 Jan 17 Jan 18

„Die Märkte zeichnen sich durch

eine hohe Volatilität aus. 2018 wird als

Rohstoffjahr in die Geschichte eingehen,

in dem die Preisentwicklung durch zahlreiche

geopolitische Störfeuer, insbesondere

aus den USA, massiv belastet

wurde“, sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner,

Managing Director Industrials, Automotive

& Services der IKB Deutsche Industriebank

AG, in einem Interview des

Anfang Juli erschienenen BME-Einkäufermagazins

„BIP – Best in Procurement“.

Der Commodity-Experte äußert sich auch

zu der Frage, ob sich Einkäufer auf langfristig

steigende Rohstoffpreise einstellen

müssen. Das hänge seiner Meinung nach

davon ab, wie schnell die Förderung der

am Markt knappen Rohstoffe erhöht werden

könne. Bei Zink, Blei und Kupfer

seien bereits einige Projekte in der Pipeline.

Im Rohölsektor habe Saudi-Arabien

angekündigt, seine Förderung auszuweiten.

Der Iran habe seine Förderkapazitäten

zuletzt massiv ausgeweitet und eine

Produktion von täglich über 3,8 Mio. Barrel

erzielt. Das OPEC-Förderniveau, das

bei rd. 39 Mio. Barrel pro Tag liege, entspreche

rund 40 % der weltweiten Ölproduktion.

Büchner: „Länder wie China und

Indien werden sich um die US-amerikanischen

Sanktionen wenig scheren und

weiterhin iranisches Öl kaufen.“

Einkäufern riet er, auch in Zeiten stark

schwankender Rohstoffmärkte die klassischen

Preisabsicherungsinstrumente wie

Hedging oder Natural Hedging nicht aus

den Augen zu verlieren. Wenn Einkäufer

einen Kontrakt abschließen, sollten sie

sich zumindest zum Tagespreis mit den

benötigten Rohstoffen eindecken, empfiehlt

Büchner. Vor allem kleine und mittlere

Unternehmen seien gut beraten, alle

sich bietenden Preisabsicherungsinstrumente

zu nutzen. Neben Hedging und

Natural Hedging eigneten sich Preisgleitklauseln,

langfristige Außenhandelsverträge

sowie Preissicherungsmaßnahmen

an Warenbörsen, um die Risiken managen

zu können.

BIP ist das Fachmagazin für Manager in

Einkauf und Logistik. Herausgeber ist der

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf

und Logistik (BME).

Stahlreport 7/8|18

35


Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

36 Stahlreport 7/8|18


Zuwächse bei Walzstahlfertigerzeugnissen und Rohren, Rückgänge bei Rohrverbindungen

Abnehmergruppenanalyse 2017

Nach bewährter Tradition halten wir im Sommer Rückschau auf die Geschäftsentwicklung des

Stahlhandels im vergangenen Jahr. Dabei wird zuerst auf den Geschäftsverlauf bei der Summe aller

Walzstahlfertigerzeugnisse geschaut, bevor wir die einzelnen Produkte detailliert analysieren.

Basis der folgenden Auswertungen

sind die Meldungen zur Stahlhandelsstatistik

Deutschland, die seit

Anfang 2010 exklusiv vom BDS

herausgegeben wird. Der nahezu identische

Kreis der beteiligten Unternehmen

und zusätzliche Berechnungsmethoden

ermöglichen hierbei eine

absolute Vergleichbarkeit mit den Zahlen,

die bis Ende 2009 vom Statistischen

Bundesamt erhoben wurden.

Als Ergebnis kann festgehalten

werden, dass die Lagerabsätze des

Stahlhandels in den Jahren 2010 und

2011 zugelegt und dann 2012 und

2013 wieder nachgegeben haben. In

2014 konnte ein leichtes Absatzplus

verzeichnet werden. 2015 waren die

Mengen dann wieder rückläufig. 2016

konnte sich der Lagerabsatz bei Walzstahlfertigerzeugnissen

etwas erholen,

bei Rohren und Rohrverbindungen

wurden leichte Rückgänge festgestellt.

2017 konnte sich der positive Trend

bei Walzstahlfertigerzeugnissen fortsetzen,

auch der Absatz von Rohren

war leicht aufwärts gerichtet. Bei Rohrverbindungen

wurde hingegen deutlich

weniger Menge als in den Vorjahren

abgesetzt.

Lagerabsatz und -bestand

Walzstahlfertigerzeugnisse

Im Jahr 2017 wurden von der deutschen

Stahldistribution knapp 11,05

Mio. t. Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Dies ist ein Plus von 2,3 %

im Vergleich zum Vorjahr. Zuwächse

konnten dabei im ersten und im dritten

Quartal erzielt werden. Die stärksten

Monate waren der März und der Mai

mit über 1 Mio. t. Das zweite Quartal

war auf Vorjahresniveau. Im vierten

Quartal waren die Lagerabsätze im

Vergleich zur Vorjahresperiode leicht

rückläufig.

Zum Jahreswechsel 2016/17 wurden

von der deutschen Stahldistribution

2,22 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Im Januar und Februar 2017

fand ein spürbarer Lageraufbau statt,

so dass bereits Ende Februar ein

Bestand von 2,49 Mio. t gemeldet wurde.

Danach wurden die Bestände sukzessive

abgebaut. Ende Dezember wurden

von der deutschen Stahldistribution

insgesamt 2,12 Mio. t gemeldet. Dies

sind 4,6 % weniger als zum Jahresende

2016 bevorratet wurden. (Abb. 1).

Bei den einzelnen Produkten

konnte der Betonstahl, wie schon in

den Vorjahren, Zuwächse beim Lagerabsatz

verzeichnen. Es wurde 11,3 %

mehr Menge als im Vorjahr geliefert.

Zulegen konnten ebenfalls Bandblech

(+2,6 %) und Oberflächenveredelte Bleche

(+3,0 %). Bei den anderen Produktgruppen

wurde weniger Tonnage als

im Jahr 2016 abgesetzt. (Abb. 2).

Bei der Verteilung des Lagerabsatzes

nach Bundesländergruppen

ragt historisch die Bedeutung Nordrhein-Westfalens

heraus. Gut 48 %

der Lagerabgänge fanden an Standorten

des einwohnerstärksten deutschen

Bundeslandes statt. Dies bedeutet

jedoch nicht, dass jede einzelne

Tonne hiervon auch in Nordrhein-

Westfalen verarbeitet wurde, vielmehr

ist der hohe Anteil durch die

Tatsache begründet, dass in der

Region Rhein-Ruhr überdurchschnittlich

viele Zentralläger und Stahl-Service-Center

ansässig sind, die ebenso

Verbraucher außerhalb der Landesgrenzen

bedienen und im Händler-

Händler-Geschäft eine bedeutende

Rolle spielen. Mit deutlichem Abstand

folgen Baden-Württemberg mit rund

15 % und Bayern mit knapp 10 %. Im

Vergleich zu den Vorjahren hat es

q

Lagerabsatz und -Bestand Walzstahlfertigerzeugnisse Abb. 1

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

12

11,3 10,9 11,0

10 9,8

10,7

10,8

11,0

8

6

4

2

2,0

2,3

2,4

2,3

2,1

2,2

2,1

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Stahlreport 7/8|18

37


Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

Vergleich Lagerabsatz 2003, 2016 und 2017 Abb. 2

Angaben in Millionen Tonnen

3,0

2,5

2,0

2,23

2,71

2,79

1,5

1,0

1,45

1,10

0,9

1,45

1,26

0,98

1,09 1,15 1,13 1,09 1,15 1,44

1,03

1,07 1,13 1,26 1,07 1,18 1,43

1,11

0,5

0

0,47

2003 2016

2017

Angaben in Prozent

4,8

14,7

9,9 10,1

10,1 9,7

22,7

10,6

10,2

2003

11,1

25,1

2016

10,5

25,3

2017

11,4

12,9

10,0

14,8

9,1

13,3

10,7

10,1

12,9

10,7

9,7

n Träger n Stabstahl n Betonstahl n Quartoblech

n Bandblech n Feinblech n OV-Material n Sonstiges

Regionale Absatzverteilung Walzstahlfertigerzeugnisse 2017 Abb. 3

Angaben in Prozent

Baden-

Württemberg

Bayern

15,46

9,74

1,05 Berlin/Brandenburg

3,79 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig Holstein

Bremen/Niedersachsen

7,26

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

4,88

2015

Hessen,

Rheinland-

Pfalz, Saarland

9,59

48,22

Nordrhein-Westfalen

38 Stahlreport 7/8|18


Veränderungen von Anteilen der Verbrauchergruppen bei Walzstahlfertigerzeugnissen Abb. 4

0,30

0,30

0,25

0,24

0,20

0,15

0,10

0,20

0,15

0,12

0,08

0,15

0,17

0,15 0,14

0,11

0,20

0,20

0,19

0,19

0,16

0,14

0,12

0,20 0,20

0,19

0,16

0,15

0,11

0,05

0

1998 2003 2016 2017

n Stahlbau n Maschinenbau n Fahrzeugbau n EBM n Bauwirtschaft n Sonstiges

rangierte mit 15 % knapp dahinter.

Trotz der jüngst boomenden Entwicklung

der baunahen Abnehmerbranchen

stellt man im langjährigen Vergleich

fest, dass die Bauwirtschaft und

der Stahlbau an Menge eingebüßt

haben und insbesondere EBM sowie

der Fahrzeugbau mit seinen Zuliefe-

q

q hier keine nennenswerten Veränderungen

gegeben (Abb. 3).

Betrachtet man die Lieferanteile

nach Kundengruppen, stellt man fest,

dass auch hier im Vergleich zu 2016

keine größeren Veränderungen stattgefunden

haben. Der Fahrzeugbau

und seine Zulieferer waren auch 2017

mit 20 % die größte Abnehmerbranche

des deutschen Stahlhandels. Gleichauf

lag die Bauwirtschaft, die im Vergleich

zum Vorjahr leicht zulegen konnte.

Es folgte der Stahlbau mit 19 %. Die

Eisen, Blech, und Metall verarbeitende

Industrie (EBM) konnte zulegen und

erreichte 16 %. Der Maschinenbau

Betonstahl richten, schneiden und biegen

Die neueste Generation der Richtschneideund

Biegemaschinen ist:

flexibel

effizient

wartungsarm

Die MSR 20-Linie bietet zahlreiche

Möglichkeiten zur Automatisierung:

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Drahtdurchmesser vom Coil

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Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

Lagerabsatz und -bestand Formstahl und Breitflanschträger Abb. 5

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1,50

1,25

1,00

0,75

0,50

0,25

0

1,45

0,31

n Absatz

n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 6

Formstahl und Breitflanschträger 2017 (Angaben in Prozent)

Baden-

Württemberg

Hessen,

Rheinland-Pfalz,

Saarland

Bayern

20,67

8,67

11,46

2,69

8,20

34,05

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 7

Bauwirtschaft

1,27

Sonstiges

0,18

8,03

6,96

1,15

0,18

1,16

0,18

5,65

Formstahl und Breitflanschträger 2017 (Angaben in Prozent)

1,10

0,17

1,09

0,17

1,07

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

Berlin/Brandenburg

8,60

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

Bremen/Niedersachsen

0,17

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

Nordrhein-Westfalen

q rern ihre prozentualen Anteile steigern

konnten (Abb. 4).

Lagerabsatz und -bestand

Formstahl und Breitflanschträger

Im vergangenen Jahr wurden bei der

Produktgruppe Formstahl/Breitflanschträger

1,07 Mio. t abgesetzt.

Das ist ein Minus von 1,3 % gegenüber

2016. Auch schon in den Vorjahren

wurden spürbare Mengenrückgänge

registriert. Trotz guter Bau- und ordentlicher

Stahlbaukonjunktur ist der 2017

erzielte Absatz ein sehr schwacher

Wert, der niedrigste seit der deutschen

Wiedervereinigung. Es ist davon auszugehen,

dass größere Mengen aus

im Ausland ansässigen Lägern den

deutschen Markt versorgt haben. Diese

Lieferungen fließen nicht in die deutsche

Lagerstatistik ein. Ebenfalls kann

angenommen werden, dass verstärkt

zu Konstruktionen verarbeitete Träger

die Anarbeitungsbetriebe von lagerhaltenden

Händlern verlassen. Diese

Volumina werden ebenfalls nicht in

die Stahlhandelsstatistik gemeldet.

Seit 2011 bewegen sich die

Lagerbestände bei Trägern auf einem

niedrigen Niveau. Zum Stichtag 31.

Dezember 2017 wurden bundesweit

174.553 t Lagerbestand gemeldet.

Dies sind 3,1 % mehr als Ende

Dezember 2016 (Abb. 5).

Etwas über ein Drittel des Lagerabsatzes

dieser Produktgruppe findet

in Nordrhein-Westfalen statt, mengenmäßig

folgt Baden-Württemberg mit

knapp 21 % vor Bayern mit gut 11 %

(Abb. 6).

Laut der BDS-Jahresmeldung entfielen

beim Lagerabsatz von Trägern

im Jahr 2017 fast 58 % auf die Abnehmergruppe

Stahlbau. Annähernd 13 %

der Lieferungen richteten sich an den

Maschinenbau. Es folgt die Eisen, Blech

und Metall verarbeitende Industrie

mit rund 10 % (Abb.7).

EBM

Fahrzeugbau

Maschinenbau

10,58

3,88

12,85

57,70

Stahlbau

Lagerabsatz und -bestand

Stabstahl

Nach Zuwächsen in den Jahren 2010

bis 2012 war der Lagerabsatz von Stabstahl

in den Jahren 2013 bis 2016

rückläufig. Dieser Trend setzte sich

auch 2017 fort. Der Absatz fiel um

1,5 % auf knapp 1,13 Mio. t.

Der Lagerbestand erreichte schon

im März mit 460.000 t seinen Höchst- q

40 Stahlreport 7/8|18


Lagerabsatz und -bestand Stabstahl Abb. 8

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1,50

1,25

1,09

1,34

1,28

1,27

1,21

1,15

1,13

1,00

0,75

0,50

0,25

0,32

0,47

0,45

0,43

0,42

0,44

0,40

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 9

Stabstahl 2017 (Angaben in Prozent)

Baden-

Württemberg

Bayern

20,08

1,54

9,05 5,30

Berlin/Brandenburg

8,18

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

Bremen/Niedersachsen

4,40

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

Hessen,

Rheinland-Pfalz,

Saarland

6,61

44,84

Nordrhein-Westfalen

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 10

Stabstahl 2017 (Angaben in Prozent)

50

47,77

40

36,80

30

20

10

0

21,95

7,11

13,45

7,23

13,45

8,91

20,91

6,17

2,74

13,49

24,15

31,40

15,10

13,53

10,39

5,43

allgemeiner Stabstahl Qualitätsstabstahl Stabstahl gesamt

n Stahlbau n Maschinenbau n Fahrzeugbau n EBM n Bauwirtschaft n Sonstiges

Stahlreport 7/8|18

41


Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

Lagerabsatz und -bestand Betonstahl Abb. 11

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1200

1066

1000

994 1005

895

800

1108

1132

1259

600

400

200

160

179

185

165

190

192

216

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 12

Betonstahl 2017 (Angaben in Prozent)

Baden-

Württemberg

Bayern

19,97

22,30

0,23 Berlin/Brandenburg

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

2,51

Bremen/Niedersachsen

5,90

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

2,76

31,50

Nordrhein-Westfalen

Hessen,

Rheinland-Pfalz,

Saarland

14,84

q stand. Danach erfolgte ein kontinuierlicher

Bestandsabbau bis September.

Ende Dezember wurden 404.978 t

gemeldet. Dies sind 7 % weniger als

im Dezember 2016 (Abb. 8).

Auch beim Stabstahl wird die

wichtige Bedeutung der Stahlhandelsläger

in Nordrhein-Westfalen deutlich.

Knapp 45 % aller Lieferungen stammen

aus Lägern des einwohnerstärksten

Bundeslandes. Es folgt Baden-Württemberg

mit 20 % (Abb.9).

Bei unseren Erhebungen fällt

unter den Begriff des Stabstahls

sowohl der Stabstahl der Gütegruppe

der allgemeinen Baustähle als auch

der Qualitätsstabstahl. Nach Erhebungen

der BDS-Lagerabsatzmeldung

für das Jahr 2017 wurden gut

31 % des Gesamtabsatzes an Stabstahl

an den Maschinenbau geliefert.

Es folgt der Stahlbau mit 24 %. Beim

Qualitätsstabstahl ist der Lieferanteil

an den Maschinenbau mit fast 48 %

noch deutlich höher. Zulegen konnte

hier im Laufe der letzten Jahre der

Fahrzeugbau, der knapp 21 % er -

reichte. Folgender Trend im Verhältnis

des Lagerabsatzes von Stabstahl

und Qualitätsstabstahl ist festzustellen:

Lag der Anteil des Qualitätsstabstahls

am Gesamtvolumen des Lagerabsatzes

Stabstahl Anfang der

1990-er Jahre bei 16 %, beläuft er

sich auf mittlerweile auf deutlich

über ein Drittel (Abb. 10).

Lagerabsatz und -bestand

Betonstahl

Betonstahl konnte wie schon in den

Vorjahren auch 2017 Zuwächse beim

Lagerabsatz verzeichnen. Die Bauindustrie

boomt wie seit der Wiedervereinigung

nicht mehr. Vor allem der

Wohnungsbau ist ein starker Mengentreiber.

Aber auch der Wirtschaftsbau

und der öffentliche Bau konnten

deutlich zulegen. Insgesamt wurden

im vergangenen Jahr gut 1,26 Mio. t

abgesetzt. Dies ist eine deutliche Steigerung

von 11,3 % im Vergleich zum

Vorjahr.

Die Lagerbestände erreichten

schon zu Beginn des Jahres im Januar

mit knapp 215.000 t einen hohen

42 Stahlreport 7/8|18


Stand. Dieser konnte im November

mit knapp 219.000 t noch einmal

knapp überboten werden. Am

31.Dezember 2017 wurden 216.792 t

gemeldet. Dies sind knapp 13 % mehr

als im Dezember 2016 (Abb. 11).

31,5 % des im Jahr 2017 gelieferten

Betonstahls stammen aus Lägern

in Nordrhein-Westfalen und gut 22 %

aus Bayern, wo traditionell viele überregional

tätige Biegebetriebe beheimatet

sind. Es folgt Baden-Württemberg

mit 20 % (Abb. 12).

Die Hauptkundengruppe für

Betonstahl ist die Bauwirtschaft.

Nahezu 100 % der Lieferungen gehen

an diese Branche.

Lagerabsatz und -bestand

Quartoblech

Im vergangenen Jahr wurden von

Stahlhandelslägern in der Bundesrepublik

Deutschland 1,07 Mio. t Quartoblech

(einschließlich Breitflachstahl)

abgesetzt. Dies ist, wie auch schon in

den Vorjahren, ein Rückgang. Im Vergleich

zu 2016 beträgt er knapp 2 %.

Da die Nachfrage in diesem Produktsegment

relativ stabil war, ist anzunehmen,

dass die Mengen, die direkt

von Werkslägern und von nicht in der

Bundesrepublik ansässigen Hafenlägern

geliefert wurden, in den letzten

Jahren zugenommen haben.

Schon im Januar 2017 wurde mit

knapp 540.000 t. der Jahreshöchstbestand

erreicht. Dieser wurde im Laufe

des Jahres um etwa 100.000 t abgebaut.

Ende Dezember wurde ein

Bestand von 435.000 t gemeldet. Dies

sind 4,4 % weniger als im Dezember

2016 (Abb. 13).

Auch beim Quartoblech ist die

wichtige Distributionsfunktion der

Stahlhandelsläger in Nordrhein-Westfalen

spürbar. Gut 46 % des Lagerabsatzes

fanden im letzten Jahr in NRW

statt. Es folgt mit knapp 14 % Baden-

Württemberg, wo viele Maschinenbauer

ansässig sind. Dahinter rangieren

Niedersachsen und Bremen mit

fast 12 %. Dort spielen die Windkraft

und – zumindest traditionell – der

Schiffsbau eine Rolle. (Abb. 14).

Hauptkundengruppe für Quartobleche

ist mit 29,5 % der Maschinenbau.

Es folgt der Stahlbau. Gut 23 %

aller Lieferungen gehen an diese

Abnehmergruppe (Abb. 15). q

Lagerabsatz und -bestand Quartoblech Abb. 13

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1,75

1,50

1,25

1,00

0,75

0,50

0,25

1,45

0,45

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 14

Quartoblech 2017 (Angaben in Prozent)

Baden-

Württemberg

Hessen,

Rheinland-

Pfalz, Saarland

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 15

Quartoblech 2017 (Angaben in Prozent)

Sonstige

Bauwirtschaft

EBM

Fahrzeugbau

6,09

4,35

11,07

1,37

Bayern

13,55

0,49

16,60

15,15

8,30

1,28

0,49

1,30

23,32

29,51

0,49

Berlin/Brandenburg

2,62

4,41

46,46

11,70

6,89

1,22

Stahlbau

0,44

Maschinenbau

1,09

0,45

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

Bremen/Niedersachsen

1,07

0,43

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

Nordrhein-Westfalen

Stahlreport 7/8|18

43


Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

Lagerabsatz und -bestand Bandblech Abb. 16

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1,50

1,25

1,00

0,75

0,50

0,25

0

0,98

0,15

1,30

0,23

1,25

0,23

1,30

0,25

1,09

0,20

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 17

Bandblech 2017 (Angaben in Prozent)

Bayern

Baden-

Württemberg

Hessen,

Rheinland-Pfalz,

Saarland

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 18

Sonstiges

Bauwirtschaft

EBM

16,66

3,78

22,17

19,86

4,67

Bandblech 2017 (Angaben in Prozent)

Fahrzeugbau

16,69

16,08

14,01

6,64

38,68

27,28

Stahlbau

Maschinenbau

1,15

0,22

1,18

1,02 Berlin/Brandenburg

4,55 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

7,93 Bremen/Niedersachsen

0,22

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

Nordrhein-Westfalen

q Lagerabsatz und -bestand

Bandblech

Nach sehr deutlichen Rückgängen des

Lagerabsatzes in 2015 konnte 2016

und 2017 die Produktgruppe Bandblech

wieder Zuwächse verzeichnen.

Insgesamt wurden im vergangenen

Jahr rund 1,18 Mio. t ausgeliefert. Das

sind 2,6 % mehr als 2016 abgesetzt

wurden. Im Vergleich zu den Jahren

vor 2015 ist dies jedoch kein sonderlich

guter Absatz. Auch hier ist anzunehmen,

dass die Mengen, die direkt

von Werkslägern und von nicht in der

Bundesrepublik ansässigen Hafenlägern

geliefert wurden, im Vergleich

zu früheren Jahren zugenommen

haben.

Das Bestandsniveau bewegte sich

im vergangenen Jahr auf relativ konstantem

Niveau. Der Höchstbestand

wurde mit 253.000 t schon im Februar

erreicht. Zum 31. Dezember 2017 wurden

knapp 221.000 t Bestand gemeldet.

Dies entspricht einem leichten

Plus von 0,5 % gegenüber dem Vorjahreswert

(Abb. 16).

Auch beim Bandblech ist das Land

Nordrhein-Westfalen mit knapp 39 %

des gesamten Lagerabsatzes führend,

es folgen Bayern mit fast 20 % und

Baden-Württemberg mit knapp 17 %

(Abb. 17).

Die Lagerabsatzstruktur nach

Abnehmergruppen ist bei Bandblech,

wie auch schon in der Vergangenheit,

relativ ausgewogen. Der größte Anteil

entfällt mit rund 27 % auf den Maschinenbau,

die Eisen, Blech und Metall

verarbeitende Industrie erreicht gut

22 % und der Fahrzeugbau kommt auf

etwa 16 %. Es folgt der Stahlbau mit

14 % (Abb. 18).

Lagerabsatz und -bestand

Kaltgewalztes Blech

Nach starken Absatzsteigerungen von

Kaltgewalztem Blech in 2010 und 2011

und einem Minus beim Lagerabsatz

in den Jahren 2012 bis 2014 verlief

der Lagerabsatz im Jahr 2015 stabil.

2016 konnte ein Zuwachs verzeichnet

werden. 2017 war der Absatz dann

wieder leicht rückläufig. Knapp 1,43

Mio. t wurden ausgeliefert. Dies ist

ein Minus von 0,8 % im Vergleich zu

2016. Dabei war das erste Quartal mit

einer sehr guten monatlichen Durchschnittstonnage

von 130.000 t das

44 Stahlreport 7/8|18


mengenmäßig Beste. Der mit Abstand

stärkste Monat des Jahres war der

März mit 137.000 Tonnen.

Im Mai wurde mit rund 363.000 t

der Höchstbestand erreicht. Ab

August fand ein spürbarer Bestandsabbau

statt. Am 31.Dezember 2017

wurden 262.673 t gemeldet. Dies sind

15,1 % weniger als zum Ende des Vorjahres

gelagert wurden (Abb. 19).

Aufgrund der zahlreichen Großhändler

und Schwerpunktstandorte

von Stahl-Service-Centern ist Nordrhein-Westfalen

mit rund 49 % des

Lagerabsatzes führend in der regionalen

Verteilung. Es folgt Baden-Württemberg

gut 15 % (Abb. 20).

Größte Abnehmergruppe von

Kaltgewalztem Blech ist der Fahrzeugbau

und seine Zulieferer. Knapp

34 % der Gesamttonnage wurden dorthin

geliefert. Es folgen die Eisen, Blech

und Metall verarbeitende Industrie

mit rund 27 %. Dahinter rangieren

der Maschinenbau mit 9 % und der

Stahlbau mit gut 8 % (Abb. 21).

Lagerabsatz und -bestand

Oberflächenveredeltes Material

Auch bei Oberflächenveredeltem Blech

mussten nach sehr guten Absätzen in

2010 und 2011 in den Jahren 2012,

2013 und 2014 Absatzrückgänge verzeichnet

werden. 2015 wurde, ähnlich

wie beim Kaltgewalzten Blech, eine

stabile Entwicklung beobachtet. 2016

konnten die Lagerabsatzmengen deutlich

gesteigert werden. Dieser Trend

setzte sich 2017, wenn auch mit verminderter

Dynamik, fort. Im Vergleich

zu 2016 nahm der Lagerabsatz um

3 % zu und erreichte mit 2,79 Mio. t.

sogar einen höheren Wert als in den

Jahren 2010 und 2011.

Die Bestände erreichten mit gut

407.000 Tonnen im Februar ihren

Höhepunkt. Danach wurden sukzessive

die Läger abgebaut. Ende Dezember

wurden gut 353.000 t Lagerbestand

gemeldet. Dies sind 8,3 %

weniger als im Vorjahr (Abb. 22).

Ähnlich wie bei Kaltgewalztem

Blech ist Nordrhein-Westfalen aufgrund

der zahlreichen Großhändler

und Schwerpunktstandorte von Stahl-

Service-Centern mit rund 62 % des

Lagerabsatzes absolut führend in der

regionalen Verteilung. Es folgen

Baden-Württemberg sowie Hessen,

q

Lagerabsatz und -bestand Kaltgewalztes Blech Abb. 19

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

1,50

1,25

1,00

0,75

0,50

0,25

1,26

0,23

1,49

0,33

1,46

0,35

Kaltgewalztes Blech 2017 (Angaben in Prozent)

1,41

Regionale Absatzverteilung Abb. 20

0,33

1,41

0,28

1,44

0,31

1,43

0,26

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Baden-

Württemberg

Hessen,

Rheinland-

Pfalz, Saarland

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 21

Sonstiges

Bauwirtschaft

EBM

10,58

5,82

Bayern

15,24

Kaltgewalztes Blech 2017 (Angaben in Prozent)

27,40

15,32

4,94

0,34 Berlin/Brandenburg

2,83 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/

Schleswig Holstein

9,13 Bremen/Niedersachsen

8,39

49,43

Stahlbau

9,17

7,51

33,89

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen

Nordrhein-Westfalen

Maschinenbau

Fahrzeugbau

Stahlreport 7/8|18

45


Spezialreport BDS Abnehmergruppenanalyse Research – Abnehmergruppenanalyse 2016 2017

Lagerabsatz und -bestand OV-Material Abb. 22

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00

2,23

2,57

2,54

2,49

0,50 0,38 0,41 0,40 0,37 0,32 0,39 0,35

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Absatz n Bestand

Regionale Absatzverteilung Abb. 23

OV-Material 2017 (Angaben in Prozent)

Baden-

Württemberg

Hessen,

Rheinland-

Pfalz, Saarland

Bayern 2,25

11,34

11,43

62,32

2,48

2,71

Nordrhein-Westfalen

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 24

OV-Material 2017 (Angaben in Prozent)

Bauwirtschaft

EBM

Sonstiges

10,45

17,80

11,60

13,89

Stahlbau

3,90

42,37

0,17 Berlin/Brandenburg

Maschinenbau

Fahrzeugbau

2,79

0,87 Hamburg/Mecklenburg-

Vorpommern/

Schleswig Holstein

7,55 Bremen/Niedersachsen

4,08 Sachsen/Sachsen-Anhalt/

Thüringen

q Rheinland-Pfalz und das Saarland mit

jeweils etwa 11 % (Abb. 23).

Bei den Abnehmerbranchen entfallen

rund 42 % auf den Fahrzeugbau

samt seinen Zulieferern. Die Eisen,

Blech und Metall verarbeitende Industrie

folgt mit knapp 18 % (Abb. 24).

Lagerabsatz und -bestand Stahlrohre

und Rohrverbindungen

Anders als bei Walzstahlfertigerzeugnissen

hatte es bis zum Jahr 2014

weder für die Produktgruppe der Stahlrohre

noch für Rohrverbindungen eine

monatliche Statistik über Lagerabsätze

und Lagerbestände gegeben. Seit 2014

gibt es monatliche Erhebungen bei

Stahlrohren, die durch den BDS durchgeführt

werden. Die Ergebnisse hierbei

sind beinahe deckungsgleich mit den

weiterhin durchgeführten jährlichen

BDS-Lagerabsatzmeldungen.

Wie bei den Walzstahlfertigerzeugnissen

hat sich der Lagerabsatz

bei Stahlrohren undRohrverbindungen

nach guten Jahren 2004 bis 2008 und

einem kräftigen Einbruch 2009 in den

Jahren 2010 und 2011 deutlich erholt.

2012 ist er beinahe konstant geblieben.

2013 und 2014 mussten Rückgänge

hingenommen werden. Dieser Trend

hat 2015 noch einmal an Fahrt gewonnen.

2016 und 2017 konnte diese Negativdynamik

etwas gebremst werden.

Es wurden 1,404 Mio. t in diesen

Produktbereichen von dem BDS angeschlossenen

Unternehmen abgesetzt.

Im Vergleich zu 2016 ist dies leichtes

Plus von 0,4 %. Verglichen mit dem

Rekordjahr 2008 ist der Absatz jedoch

um fast 23 % geringer ausgefallen

(Abb. 25).

Zum Stichtag 31. Dezember 2017

wurde ein Lagerbestand von rund

440.000 t geführt. Dies sind 2,3 % weniger

als zum Jahresende 2016.

Stahlrohre

Der Lagerabsatz von Stahlrohren (ohne

Rohrverbindungen) lag im Jahr 2017

bei rund 1,34 Mio. t. Damit lag er 1 %

über dem Wert des Vorjahrs. Im Vergleich

zum Rekordjahr 2008 fiel der

Lagerabsatz um 22 % geringer aus.

Im Jahr 2017 entfielen vom Lagerabsatz

bei Stahlrohren rund 36 % auf

warmgefertigte Stahlrohre, knapp 34 %

auf kaltgefertigte Stahlrohre und gut

46 Stahlreport 7/8|18


30 % auf Hohlprofile sowie sonstige

Stahlrohre. Im Vergleich zum Vorjahr

hat der Anteil der warmgefertigten

und kaltgefertigten Rohre leicht abgenommen,

während der prozentuelle

Anteil der Hohlprofile etwas zugenommen

hat. (Abb. 26).

Der Lagerbestand Ende Dezember

2017 betrug knapp 416.000 t. Er lag

1,3 % unter dem des Vorjahres.

Von den gut 1,34 Mio. t bei Stahlrohren

im Jahre 2017 gelangten rund

1,02 Mio. t direkt zum Verbraucher,

die restlichen gut 323.000 t wurden

im Händler-Händler-Geschäft abgewickelt.

Wie bei den Walzstahlfertigerzeugnissen,

findet auch bei Stahlrohren

mit über 46 % das Gros des Lagerabsatzes

in Nordrhein-Westfalen statt,

es folgen Baden-Württemberg mit rund

16 % und Bremen/Niedersachsen mit

knapp 11 %.

Von den im letzten Jahr gelieferten

Stahlrohren gelangten 24,3 % an den

Stahlbau. 23,4 % des Gesamtabsatzes

wurden dem Maschinenbau geliefert.

Die nicht näher definierten Kundenbranchen

„Sonstige Abnehmer“ sind

mit 23,1 % ebenfalls stark vertreten.

Lagerabsatz Stahlrohre und Rohrverbindungen

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

2,0

1,54 1,58 1,51 1,50

1,5

1,0

0,5

0

Rohrverbindungen

Der Lagerabsatz bei Rohrverbindungen

gab 2017 im Vergleich zum Vorjahr

um deutliche 10,9 % nach und belief

sich auf 58.998 t. 26.206 t gingen

davon ins Händler-Händler-Geschäft.

Das Verbrauchergeschäft belief sich

auf 32.792 t (Abb. 27).

Der Lagerbestand zum 31.Dezember

2017 betrug 24.364 t. Dies sind

knapp 18 % weniger als zum Jahresende

2016 gemeldet wurden.

Bei der regionalen Verteilung des

Lagerabsatzes von Rohrverbindungen

ist Nordrhein- Westfalen mit knapp

52 % mit Abstand führend, es folgen

Niedersachsen und Bremen mit 22 %

sowie Hamburg, Schleswig-Holstein

und Mecklenburg-Vorpommern mit

rund 16 %.

Klammert man das Händler-Händler-Geschäft

aus und betrachtet die

Verteilung des Lagerabsatzes nach

Verbrauchergruppen, stellt man fest,

dass 32 % der im letzten Jahr gelieferten

Rohrverbindungen in den Maschinenbau

gelangten. Noch mehr als bei

Rohren spielen die nicht näher definierten

Kunden unter dem Begriff

„Sonstige Abnehmer“ mit über 35 %

eine bedeutende Rolle. Knapp 20 %

wurden dem Stahlbau geliefert. Hier

konnten im Vergleich zu 2016 Anteile

dazugewonnen werden.

Bei diesen Ausführungen zur

Lagerabsatz- und der Bestandssituation

von Rohren und Rohrverbindungen

wurde bewusst nur auf grobe Entwicklungen

bei den Produktgruppen eingegangen.

Die detaillierte BDS-Jahresmeldung

mit einer exakten Darstellung

des produktspezifischen Lagerabsatzes

und -bestandes nach BDS-Gebieten

und Abnehmergruppen ist exklusiv

den BDS-Mitgliedsunternehmen vorbehalten

und den entsprechenden Häusern

Anfang Juli dieses Jahres zugegangen.

2

Abb.25

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Stahlrohre und Rohrverbindungen

Lagerabsatz Stahlrohre

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

2,0

1,5

1,0

0,5

1,48

Abb.26

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Stahlrohre

Lagerabsatz Rohrverbindungen

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2012 bis 2017

80

76

77

69

73

60

40

20

1,50

1,43

1,40

1,40

Abb.27

0

2003 2012 2013 2014 2015 2016 2017

n Rohrverbindungen

1,43

1,41

1,35

67

1,33

66

1,34

59

Stahlreport 7/8|18

47


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Keine besonderen Vorkommnisse

„Keine besonderen Vorkommnisse.“ Mit diesem Kommentar endet regelmäßig der Spielberichtsbogen

bei Tennismannschaftsspielen, wenn die Begegnung fair, ordentlich und ohne nennenswerte

Regenunterbrechungen über die Bühne gegangen ist. Dieser Schlusssatz ist auch für das Tagesgeschäft

im Stahlhandel im Frühjahr 2018 treffend. Trotz schwelender oder offener politischer Krisen,

US-Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium sowie Überlegungen zu EU-Safeguardmaßnahmen (vgl.

gesonderte Berichterstattung in der Rubrik „Verbände & Politik“) ist der große Teil der stahlverarbeitenden

Branchen in Europa gut oder sehr gut beschäftigt. Dies hat entsprechend positive Auswirkungen

auf die Lagerabsätze der deutschen Stahldistribution.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis Mitte Juli 2018

vorliegenden Zahlen.

Der Lagerabsatz ist – neben

Lagerbestand, -reichweite und -preisen

– eine der Kategorien, anhand derer

Jörg Feger, Bereichsleiter Research

im Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS), zusammenfassend zu

den neuesten Zahlen (bis einschließlich

Mai 2018, für die Preise bis einschließlich

Juni 2018) aus dem Stahlhandel

berichtet.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 ist gut gestartet. Im

Januar konnten knapp 997.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert

seit sechs Jahren. Im Februar wurde

ein Lagerabsatz von 931.000 t verzeichnet.

Die Tonnage im März war

mit 986.000 t im Vergleich zum starken

Vorjahresmonat rückläufig: dabei

spielten aber auch die wenigen

Arbeitstage und die Osterferien eine

nicht zu verachtende Rolle. Der entsprechende

Ausgleichseffekt konnte

im April mit einem Lagerabsatz von

954.000 t festgestellt werden. Der

Mai war zwar mit einem Absatz von

948.000 t. im Vergleich zum Vorjahresmonat

rückläufig, auf die wenigen

Arbeitstage heruntergerechnet, ist

die erzielte Tonnage aber sehr ordentlich.

Besonders zulegen konnte der Lagerabsatz

bei Quartoblech, Bandblech

und oberflächenveredeltem Blech.

In den ersten fünf Monaten des

Jahres 2018 konnte bei Walzstahlfertigerzeugnissen

1,5 % mehr Tonnage

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

abgesetzt werden. Bei Rohren wurden

noch deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres wurden

von der deutschen Stahldistribution

2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies ist der niedrigste

Bestand seit Dezember 2015.

Zum Jahresstart 2018 setzte dann

der übliche Lageraufbau ein. Dieser

gestaltete sich bis März recht dynamisch.

Im April setzte ein Bestandsabbau

ein. Im Mai wurde das Niveau

fortgeschrieben.

Ende Mai wurden 2,4 Mio. t

Bestand gemeldet. Das sind rund 0,5

% mehr als zum Ende des Vorjahresmonats

bevorratet wurde.

Lagerreichweite

Bei ordentlichen Absätzen und sinkenden

bzw. stagnierenden Beständen

lag die durchschnittliche Lagerreichweite

im April bei 2,5 Monaten bzw.

75 Tagen. Das galt auch für den Mai

2018. (Vgl. Abb. 1)

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten beiden

Monaten des Jahres 2018 konnten

bei fast allen Produkten Preissteigerungen

festgestellt werden.

Zwischen März und Mai 2018

gestaltete sich das Bild uneinheitlicher.

Große Veränderungen wurden

dabei jedoch nicht festgestellt.

Im Juni zeigten sich die Preise bei

fast allen Produkten wieder leicht im

Aufwärtstrend. Das Preisniveau lag

Ende Juni 2018 ein gutes Stück über

dem des Vorjahresmonats. Bei Langprodukten

und Rohren ist der Unterschied

deutlicher als bei Flachprodukten

(vgl. Abbildung 2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research: Feger-

BDS@stahlhandel.com

48 Stahlreport 7/8|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

101

97 97

96 98

100 100

92 90

94 140

89

91 91

93

99 96 95

120

100

80

62

60

84 78 78 75 75 72 72 75 69 72 72 66 102 72 78 78 75 75

40

20

0

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

Apr.

2018

Mai

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 7/8|18

49


Spezialreport

BDS

Berufsbildung

Anja Karliczek, Bundesministerin

für Bildung

und Forschung.

Foto: Rauß Fotografie

Stahlreport-Interview mit Bundesministerin Anja Karliczek

Die Berufsbildung im Blick

Anja Karliczek ist seit Anfang März 2018 Bundesministerin für Bildung und Forschung und auch

angesichts ihres Weges in dieses Spitzenamt begehrte Interview-Partnerin. Die CDU-Politikerin

aus dem Münsterland war in den ersten Wochen jedoch nur zu persönlichen Statements bereit,

wollte sich erst in ihre neue Aufgabe einarbeiten. Deshalb hat die Redaktion des „Stahlreport

den mit der dreifachen Mutter im Frühjahr geknüpften Gesprächsfaden (vgl. 4/18, S. 39) jetzt

wieder aufgenommen, um insbesondere die Berufsbildung in den Blick zu nehmen.

Stahlreport: Frau Bundesministerin

Karliczek, aktuelle Trends in

der Berufsbildung, wie beispielsweise

die zunehmende Bedeutung von Fernunterricht

oder der Megatrend der

Digitalisierung, spielen in der vom

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) herausgegebenen Fachzeitschrift

Stahlreport“ traditionell eine

große Rolle. Vor dem Hintergrund

Ihrer Karriere über Ausbildung und

Fernstudium haben die Leser deshalb

Ihre Berufung als Bundesbildungsministerin

besonders aufmerksam

zur Kenntnis genommen. (Vgl. Kasten)

Dieses Interesse gilt umso mehr,

als der BDS seit einigen Jahren mit

dem Forum DistancE-Learning (FDL)

kooperiert, das die genannten Themen

am 12.11.18 auf einer bundesweiten

Tagung in Berlin behandelt und Sie

dazu um einen Redebeitrag zur Eröffnung

gebeten hat.

So schließt sich das FDL interessiert

auch für seine Medien nun dem

Stahlreport“- Interviewwunsch an,

zu dem Sie wegen der erforderlichen

Einarbeitung im März um Aufschub

gebeten hatten. Jetzt, nachdem Sie

Ende Juni 100 Tage im Amt waren,

warten die Leser des „Stahlreport

umso gespannter auf Ihre Antworten

zu den schon seinerzeit aufgeworfenen

drei Fragenkomplexen:

Stimmen Sie der Bundeskanzlerin

zu, die bei Ihrer Berufung in das Ministeramt

auf Ihre berufliche Karriere

über Ausbildung sowie Fernstudium

verwiesen und argumentiert hat, dass

gerade dieser Weg Sie für dieses Spitzenamt

qualifiziert habe.

Bundesministerin Anja Karliczek:

Die Begründung von Bundeskanzlerin

Merkel habe ich unabhängig von meiner

Person als eine Wertschätzung

der Leistung von Menschen in der

beruflichen Bildung und im Fernstudium

empfunden. Gerade die berufliche

Bildung ist mir ein Herzensanliegen.

In diesem Sinne will ich die

„ …Wertschätzung der Leistung von Menschen in der

beruflichen Bildung und im Fernstudium …“

vor uns liegenden Aufgaben anpacken

und die berufliche Bildung in Deutschland

stärken.

Stahlreport: Da geht es zweitens um

Ihre Einschätzung zur Nachhaltigkeit

von Fernunterricht/-studium, also

darum, welche ökonomischen, ökologischen

und sozialen Vorteile solche

Bildungsgänge bieten können.

Bundesministerin Anja Karliczek:

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Im

Fernstudium können sich Berufstätige

weiterqualifizieren, ohne den Beruf

aufgeben zu müssen. Das bietet große

Chancen, den Bedarf an akademisch

gebildeten Fachkräften nachhaltig zu

decken. Für eine weiterhin gute wirtschaftliche

Entwicklung in Deutschland

ist das wichtig. Von diesen Vorteilen

des lebenslangen Lernens

können Unternehmen branchenübergreifend

profitieren.

50 Stahlreport 7/8|18


„Im Fernstudium können sich Berufstätige weiterqualifizieren, ohne

den Beruf aufgeben zu müssen. Das bietet große Chancen, den Bedarf

an akademisch gebildeten Fachkräften nachhaltig zu decken.“

Ein Fernstudium ermöglicht es

zudem, die Betreuung von Kindern

oder Familienangehörigen aufrechtzuerhalten

oder bei Behinderungen

bzw. chronischen Erkrankungen überhaupt

ein Studium absolvieren zu

können. Damit leistet das Fernstudium

einen wichtigen Beitrag für den

Zugang zu Bildung und das unabhängig

von der individuellen Situation.

Die Digitalisierung bietet neben diesen

ökonomischen und sozialen Vorteilen

auch ökologische. Denn im

Fernstudium sind die Lehrinhalte

mobil, während die Studierenden

ohne lange Anfahrtswege zeit- und

ortsunabhängig lernen können.

In meinem Fernstudium habe ich

selbst diese Erfahrungen gesammelt

und sie mit vielen Kommilitonen

geteilt. Wichtig ist jedoch auch, die

soziale Komponente des miteinander

Lernens nicht zu unterschätzen. Denn

über Inhalte sprechen und zu diskutieren,

hat auch einen großen Lerneffekt.

Dafür gab es auch an der Fernuniversität

Präsenzlehrgänge.

Stahlreport: Und schließlich stellt sich

die Frage, wie nach Ihrer Einschätzung

die Digitalisierung auf die Gleichwertigkeit

von Ausbildung und Studium

wirken und die Rolle von Distance-

Learning noch weiter stärken kann.

Bundesministerin Anja Karliczek:

Berufliche und akademische Bildung

sind gleichwertige Bildungswege.

Durch die Digitalisierung entstehen

neue Berufe, klassische Berufsbilder

verändern sich: In der Landwirtschaft

werden zum Beispiel verstärkt digital

gesteuerte Drohnen und digital vernetzte,

autonome Erntemaschinen

eingesetzt. Digitale Medien, etwa

Trainingssimulatoren, unterstützen

die Qualitätsverbesserung in der Ausund

Weiterbildung unter anderem

auch von Schweißern. Berufliche Karrieren

bauen immer stärker auf einer

„Berufliche und akademische

Bildung sind gleichwertige

Bildungswege.“

engen Verzahnung von Theorie und

Praxis auf. Berufliche Bildung endet

auch nicht mehr nach der Erstausbildung.

Lebenslanges Lernen ist

jetzt im Alltag angekommen.

Die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems

unterstützt die Verzahnung

von Theorie und Praxis. Wer

mit einem Studium beginnt, kann

Angebote der beruflichen Weiterbildung

nutzen. Wer eine Ausbildung

absolviert, kann später studieren.

Diese Durchlässigkeit will ich stärken.

Es bedarf flexibler, berufsbegleitender

Lernwege, die es jedem ermöglichen,

die eigenen Kompetenzen ständig zu

Zur Person …

… schreibt Anja Karlizcek in ihrem Internetauftritt:

„Mein politischer Weg begann vor 20

Jahren, im Jahr 1998, als ich über die Junge

Union in die CDU eintrat. Im Rahmen von

Veranstaltungen der FrauenUnion hatte ich

mich zuvor bereits für den Ausbau der Kinderbetreuung

in der Stadt Tecklenburg stark

gemacht.

Erstmals in den Rat der Stadt Tecklenburg

gewählt wurde ich im Jahr 2004. Direkt

wurde mir der Vorsitz des Ausschusses für

Familie, Senioren und Soziales sowie der Vorsitz

der Verbandsversammlung der Volkshochschule

Lengerich übertragen. In meiner

zweiten Wahlperiode, ab 2009, wurde ich

dann stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Im Januar 2011 schließlich übernahm ich in

Tecklenburg den Stadtverbandsvorsitz der

CDU − und wurde gerade einmal vier Wochen

später zugleich an die Spitze der CDU-Fraktion

gewählt. Ende 2014 habe ich mein Ratsmandat

und damit auch den Fraktionsvorsitz

niedergelegt.

Geboren wurde ich am 29. April 1971 in

Ibbenbüren und wuchs in Tecklenburg-Brochterbeck

auf. Im Frühjahr 1990 verließ ich das

Goethe-Gymnasium Ibbenbüren mit dem Abitur,

um anschließend ab dem 1. August 1990

eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der

Deutschen Bank AG in Osnabrück zu beginnen.

Nach zweijähriger Ausbildung wurde ich

in das Angestelltenverhältnis übernommen.

Zu Beginn des Jahres 1993 wechselte ich

dann in den familieneigenen Hotelbetrieb. Ich

absolvierte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau,

um anschließend die Ausbildereignung

zu erlangen. Seit dem Sommer 1994 arbeitete

ich in leitender Funktion im Hotel Teutoburger

Wald.

erweitern. Hier kann Distance-Learning

eine führende Rolle einnehmen.

Wir brauchen jedoch mehr als nur

den Zugang durch digitale Medien zu

Bildungsinhalten und Wissen. Digitale

Lerninhalte und Lernwege müssen

hierfür individuell an Lernstil, -tempo

und -ziel angepasst, und Lernen muss

in allen Lebenslagen attraktiv gestaltet

werden. Unser Anspruch muss sein,

dass alle Menschen während ihres

gesamten Lebens die Möglichkeit zum

Lernen haben sollen. Denn das ist aus

meiner Sicht eine wichtige Vorbedingung

für ein selbstbestimmtes Leben

und gerade in einer Zeit, die sich so

schnell entwickelt wie die jetzige,

unabdingbar.

Stahlreport: Frau Bundesministerin,

vielen Dank für das Gespräch!

Im Jahr 1995 haben mein Mann Lothar Karliczek

und ich geheiratet. Zusammen haben

wir drei Kinder.

Im Jahr 2003 begann ich mein Studium der

Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität

in Hagen. Den Abschluss zur Diplom-Kauffrau

erhielt ich im Sommer des Jahres 2008.

Meine Diplomarbeit schrieb ich über eine

steuerliche Vorteilhaftigkeitsanalyse zur Auslagerung

von Pensionsverpflichtungen aus

Arbeitgebersicht.

Bei der Bundestagswahl 2013 wurde ich im

Wahlkreis 128 – Steinfurt III direkt in den

Deutschen Bundestag gewählt.

Hier war ich ordentliches Mitglied des Finanzausschusses.

In dieser Funktion war ich

Berichterstatterin meiner Fraktion für die

kapitalgedeckte Altersvorsorge. Zum Beginn

der 18. Legislaturperiode habe ich in der

Arbeitsgruppe meiner Fraktion, die den Bund-

Länder-Finanzausgleich zukunftsfest macht,

mitgearbeitet. Darüber hinaus war ich stellvertretendes

Mitglied im Haushaltsausschuss.

Von 2013 bis Januar 2017 war ich zudem

Mitglied im Tourismusausschuss. Dieses Amt

legte ich mit meiner Wahl zur Parlamentarischen

Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

im Januar 2017 ab.

Am 14. März 2018 habe ich das Amt der Bundesministerin

für Bildung und Forschung

übernommen. Für meinen Wahlkreis bleibe

ich weiterhin aktiv und setze mich auch wie

in der vergangenen Legislaturperiode für die

Wünsche und Anliegen der Bürgerinnen und

Bürger im Deutschen Bundestag ein.“

Stahlreport 7/8|18

51


Spezialreport

BDS

Berufsbildung

Foto: BDS

Freude nach bestandener

Prüfung: Der

20. Jahrgang feierte

(sich) im Juni in

Karlsruhe.

Zeiten- und Seitenwechsel

Abschluss und Auftakt im BDS-Fernstudium

Innerhalb nur einer Woche vollzog sich Ende Juni/Anfang Juli im BDS-Fernstudium eine wichtige

Wende: Während sich in Karlsruhe mit 23 Absolventen der letzte analoge Jahrgang sämtlich mit Erfolg

verabschiedete, nahmen Anfang Juli in Soltau elf Interessenten im bereits zweiten digitalen Jahrgang

motiviert ihr Studium auf. In beiden Fällen ging bzw. geht es um den dreijährig berufsbegleitenden

Abschluss als Betriebswirt/-in – um Zeiten- und Seitenwechsel.

Was der/die kann bzw. lernen muss, erläuterte

bei beiden Gelegenheiten Dr. Ludger Wolfgart, Bereichsleiter

Berufsbildung bei der BDS AG: Nach seinen Worten

geht es um in Prüfungen nachzuweisende Kompetenzen

zur Lösung von neuen und komplexen Aufgaben, zur

eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen sowie

um Kompetenzen zum Umgang mit häufigen und unvorhersehbaren

Veränderungen in einem strategieorien-

Das sind die

erfolgreichen

Absolventinnen und

Absolventen des

20. Jahrgangs und

die sie entsendenden

Firmen.

Quelle : BDS

Stephan Baar Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH Berlin

Claudia Bauert Oskar Rüegg AG Jona/SCHWEIZ

Lisa Bierkandt Ruhrtahler Stahlgesellschaft mbH Schwerte

Grégory Buchheit coftech GmbH Essen

Christian Bunzemeier Holter Eisenhandel, Voßhenrich GmbH & Co. KG Schloß Holte Stukenbrock

Björn Burkhardt Weinmann Aach AG Dornstetten

Rene Grossmayer AMARI Austria GmbH St. Johann im Pongau/ÖSTERREICH

Thomas Gschwandtner AMARI Austria GmbH

St. Johann im Pongau/ÖSTERREICH

Jan-Philipp Haerting W. Hartmann & Co. (GmbH & Co. KG) Oststeinbek

Patrick Keson Häuselmann Metall GmbH Mannheim

Julia Mieß ThyssenKrupp Schulte GmbH Regensburg

Markus Mühlbauer Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG Stolberg

Daniel Papajewski Holter Eisenhandel, Voßhenrich GmbH & Co. KG Schloß Holte Stukenbrock

Jan-Hendrik Pauling Otto Müller GmbH & Co. KG Hannover

Marvin Rademacher Eisen-Fischer GmbH & Co. KG Limburg

Thorben Roschat Adolf Richter Stahl-Metalle-Kunststoffe GmbH Kiel

Philipp Ruppenthal Alois Schmitt GmbH & Co. KG Karlsruhe

Marian Schaumberg Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH Berlin

Martin Sonnenberg ROSAG Recycling Ostsachsen Aktiengesellschaft Hirschfelde

Orhan Tekin Bühler Stahl- und Metallservice GmbH & Co. KG Pforzheim

Michael Wachtmann Wachtmann Rohstoffhandel GmbH

Herford

Claudia Wünsche Stahl Center Leipzig GmbH Leipzig

Sven Zero Franken Apparatebau GmbH Oberhausen

52 Stahlreport 7/8|18


tierten beruflichen Tätigkeitsfeld – nämlich der Werkstoffdistribution.

Und er definierte Kompetenzen als die

Fähigkeit, sich Wissen, das zur Lösung definierter Herausforderungen

erforderlich ist, notfalls selber anzueignen.

Die genannten Lernziele und ihre Präzisierungen

zu Themen der Technik (Werkstoff- und Produktkunde

sowie Anarbeitung), der Wirtschaft (kaufmännische

und Führungs-Kompetenzen) und der Methoden (u.a.

Rhetorik, Moderations- und Präsentationstechniken)

orientieren sich am Deutschen Qualifikationsrahmen.

Bei diesem DQR handelt sich um ein achtstufiges System,

das alle beruflichen sowie schulischen und akademischen

Abschlüsse einordnet und damit vergleichbar

(nicht gleich) macht. Dabei orientiert sich dieser Betriebswirtsabschluss

anhand spezieller Kriterien an der DQR-

Stufe 7, in die auf der Hochschulseite auch der Master

eingeordnet ist.

Bereits vor mehr als 20 Jahren hatte der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) die Notwendigkeit

erkannt, für den Branchennachwuchs einen solchen

Abschluss zu kreieren, der die Studierwilligen auch

während dieser Qualifizierung in den Unternehmen

hält. Inzwischen gibt es mehr als 500 solcher Absolventen,

die größtenteils der Branche treu geblieben

sind. Das gilt im Übrigen auch für den Großhandel mit

NE-Metallhalbzeug und den Schrotthandel. Die beiden

dafür zuständigen Verbände (WGM und VDM) haben

vor einigen Jahren dazu eine Kooperation mit dem BDS

begründet und stellten in Karlsruhe vier bzw. fünf der

23 erfolgreichen Absolventen. Die jetzt in Soltau an den

Start gegangene Gruppe besteht dagegen ausschließlich

aus Stahlhändlerinnen und -händlern.

Individuelle Kombination

Generell funktioniert das Fernstudium vor allem durch

die individuelle Kombination von Präsenz- und Selbstlernphasen,

deren Erfolge in Prüfungen nachgewiesen

werden müssen. Dazu gehören auch das Anfertigen

einer Studienarbeit sowie die Ausbildereignung. Letzteres

nahm Wolfgart zum Anlass, nicht nur auf den Zeitenwechsel

hinzuweisen, sondern auch für einen Seitenwechsel

zu werben. Die beteiligten Verbände

engagieren sich mit einem solchen Fernstudium vor

allem in Sachen Fachkräftesicherung, die direkt oder

indirekt über die Fähigkeit der Absolventen funktioniert,

selber ausbilden zu können und zu dürfen. Unterstützt

Viele Erwartungen in die Zukunft: Der Jahrgang 2018 stieg im Juli in Soltau in das Fernstudium

ein. (Foto: BDS)

werden diese Bemühungen zunehmend durch Aktivitäten

der Stahlhandels-Akademie, die sich dem lebenslangen

Lernen verpflichtet sieht und allen erfolgreichen

Absolventen des Fernstudiums offensteht.

In Deutschland darf Fernunterricht nur anbieten,

wer dafür die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen

erfüllt. Zuständig dafür ist die Staatliche Zentralstelle

für Fernunterricht in Köln (ZFU). Das BDS-Fernstudium

ist zusätzlich markenrechtlich geschützt – durch das

Deutsche Patent- und Markenamt.

Die nächste Studentengruppe und damit der „Jahrgang

2019“ beginnt sein Fernstudium übrigens mit

dem Eröffnungsseminar vom 30.6. bis zum 3.7.19 wiederum

in Soltau. Dann wird sich bereits der dritte Jahrgang

über die Elektronische Bildungsplattform OPAL

austauschen und sich auf dieser Basis Wissen aneignen,

um mit Kompetenz branchennah Karriere machen zu

können.

Solche Bildungswege, die von Fachleuten aus der

Branche als Autoren sowie Referenten und Prüfer maßgeblich

mitgestaltet werden, finden nicht nur in den

Unternehmen immer mehr Befürworter. Auch die Politik

entdeckt Fernunterricht immer stärker als die nachhaltigere

Alternative im Studienangebot, setzt zudem

auf die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer

Bildung. 2

Sie bringen Motivation mit?

Wir liefern das Know-how!

Machen Sie berufliche Karriere

durch ein berufsbegleitendes Fernstudium

fern-studium

Fernstudium Betriebswirt Stahlhandel (BDS)

Betriebswirt Metallhandel (WGM)

Betriebswirt Metallhandel (VDM)

Mit diesem Flyer werben

die beteiligten Verbände

– BDS, VDM und WGM –

ganzjährig für das Fernstudium

zur Betriebswirtin/zum

Betriebswirt.

Quelle: BDS

Marco Babbel Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG Ellwangen

Sascha Bartholmé Gebr. Lotter KG Ludwigsburg

Lukas Frankemölle Kropp Stahl GmbH Vreden

Manuel Krischel Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH Bitburg

Dennis Ockel F. Hackländer GmbH Kassel

Pascal Peters Vetter Stahlhandel GmbH Loxstedt

Daniel Schmid Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG Ellwangen

Jan-BerndSeggewiß Schöpker & Dorgeist Stahl- und Röhrengroßhandel GmbH Ahaus

Julia Stordel autogena Stahl GmbH Hannover

Sandra Trzensiok PKS GmbH Peter Kördell Stahlhandel Mettmann

Michael Witt Edelstahl Service Gerhard Kubisch GmbH & Co. K Bremen

Diese elf Stahlhändlerinnen

und -händler

starteten Anfang

Juli in Soltau in ihr

dreijähriges berufsbegleitendes

Fernstudium.

Stahlreport 7/8|18

53


BDS

Kommunikation

Rund 100 Teilnehmer waren Anfang Juni nach Düsseldorf zum BDS-Trägertag

gekommen. Neben aktuellen Fachinformationen war die Veranstaltung auch gute

Gelegenheit zum Netzwerken im persönlichen Austausch.

BDS-Trägertag 2018

Eine Branche zeigt Profil

Anfang Juni trafen sich rund 100 Vertreter von Händlern, Werken und Partnern

der Stahldistribution bei hochsommerlichen Temperaturen zum BDS-

Trägertag im Düsseldorfer Norden. Zum passenden Motto „Eine Branche

zeigt Profil“ wurden Themen rund um die Märkte und Anwendungen von

Formstahl und Breitflanschträgern diskutiert. Auch juristische Aspekte

waren Thema des Fachtags. Die wichtigsten Ergebnisse aus Sicht des

Bundesverbands Deutscher Stahlhandel (BDS) fasst Jörg Feger zusammen.

Alle Bilder: BDS

„Auf dem deutschen

Stahlmarkt gibt es

zurzeit nur wenige,

die klagen."

Andreas Schneider, StahlmarktConsult

schem Gebiet in den letzten Jahren

rückläufig. Dies verlaufe gegen den

leicht positiv gerichteten Trend der

Marktversorgung. Als mögliche

Gründe führte Schneider gestiegene

Händlerlieferungen von ausländischen

Standorten, zunehmende

Werkslieferungen und auch einen

höheren Lieferanteil von fertigen

Schweißkonstruktionen an.

Produktionsseitig stellte Schneider

fest, dass sowohl in Deutschland

als auch in der EU ein Exportüber-

Den Markt analysierte

Andreas Schneider von Stahlmarkt-

Consult zum Auftakt klar und treffend.

Grund zur Klage gäbe es auf

den Stahlmärkten im Jahr 2018 laut

Schneider nur wenig. Der Gesamtbedarf

sei positiv. Betrachte man

allerdings den Lagerabsatz bei Trägern

laut BDS-Stahlhandelsstatistik,

müsse man zu dem Ergebnis kommen,

dass nicht alles „in Butter sei“.

So zeigten sich die Lagerabsatzzahlen

aus den Lägern auf bundesdeutschuss

bei Trägern besteht. In der

EU sei dieser besonders deutlich.

Mit 1,9 Mio. t im vergangenen Jahr

überstiegen hier die Ausfuhren um

das siebenfache die Einfuhren. Dieser

hohe Exportüberschuss stelle

auch ein Risiko hinsichtlich der US-

Safeguards dar. 14 % der europäischen

Trägerexporte gingen in das

„Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.

Ebenfalls 14 % würden in

die Türkei geliefert. Sollten hier ebenfalls

Importrestriktionen beschlossen

werden, könne dies die europäischen

Hersteller vor Probleme

stellen.

Verarbeitung im Fahrzeugbau –

kein Ersatz für IPE 100

Zur Stahlbeschaffung aus Sicht eines

strategischen Einkäufers steuerte

Andreas Groll von Schmitz Cargobull

interessante Aspekte bei. Für die

Produktion eines einzelnen Lkw-

Aufliegers benötigt das münsterländische

Unternehmen rund 4 t Stahl.

Das Gros entfällt hierbei auf Bleche,

54 Stahlreport 7/8|18


Spaltbänder und Rohre, aber auch

Formstähle werden in Höhe eines

Jahresbedarfs von 5.500 t verarbeitet.

Der Bezug dieses Materials erfolgt

über einen Händler, der die Produktion

bei einem spanischen Werk in

Auftrag gibt. Hierbei handelt es sich

um eine extra für Schmitz Cargobull

konzipierte Sonderabmessung eines

IPE 100. Für das Werk sei diese

Abmessung aufgrund des niedrigen

Metergewichts alles andere als

attraktiv. Daher würde auch bei dem

Aufliegerhersteller geprüft, ob man

dieses Produkt durch Blech- oder

Aluminiumprofile ersetzen könne.

Bisher hätten diese Überlegungen

aber nicht zum Ziel geführt.

Kritisch wandte sich Groll an

Stahlhersteller bezüglich der im vergangenen

Jahr diskutierten Preiserhöhung

bei Graphitelektroden.

Anhand einer Beispielsrechnung

zeigte er, dass selbst größte Erhöhungen

bei der Beschaffung dieser

Elektroden in keinster Weise die von

Stahlherstellern geforderten Preisaufschläge

rechtfertigen würden.

Verarbeitung im Stahlbau –

guter Auftragsbestand

Ebenfalls die Sicht eines Stahlverarbeiters

vertrat Reiner Temme, in

diesem Fall die eines mittelständischen

Stahlbauunternehmens, der

Temme Stahl- und Industriebau

GmbH. Mit Blick auf den Markt für

konstruktiven Stahlbau stellte der

Geschäftsführer fest, dass sich das

Volumen im Jahr 2017 im Vergleich

zum Vorjahr um 0,7 % auf 2,01 Mio.t

vergrößert habe. Besonders das

starke vierte Quartal habe dazu beigetragen.

Sowohl der Hallen- und

Anlagenbau als auch der Bau von

Büros und Verwaltungsgebäuden,

Brücken und vor allem der Wasserbau

konnten Zuwächse verzeichnen.

Rückläufig hingegen war die

Konstruktion von Türmen, Gittermasten

und ortsfesten Gerüstkonstruktionen.

Für 2018 erwarte der

Branchenverband bauforumstahl

eine leicht rückläufige Stahlbauproduktion

von 2,08 Mio. t. Die jüngste

Umfrage zeige jedoch einen guten

Auftragsbestand im Stahlbau, so dass

durchaus auch mit einer gleichbleibenden

oder sogar leicht besseren

„Bei der Diskussion um

die Graphitelektroden

fühlt man sich als

Stahleinkäufer schon

ein bisschen auf den

Arm genommen.“

Andreas Groll, Schmitz Cargobull

„Lassen Sie uns gemeinsam

den Stahlbau und

das Produkt Stahl nach

vorne bringen.“

Reiner Temme, Temme Stahl- und

Industriebau GmbH

Produktion im Vergleich zum Vorjahr

gerechnet werden könne. Generell

sei in den letzten Jahren festzustellen,

dass Großaufträge fehlten,

die Anzahl großer Stahlbauer rückläufig

sei und der Markt sich mehr

oder weniger auf kleinere Projekte,

die auch von kleineren Unternehmen

bedient würden, beschränke.

Kritisch sieht Temme eine

zunehmende Diskrepanz zwischen

Erzeugnisnormen, wie der DIN EN

10025 und den für den Stahlbau

maßgeblichen Eurocodes. Die in den

Erzeugernormen großzügiger gestalteten

Toleranzen seien für den Stahlbau

teilweise ungegeignet und ent-

„Wir liefern Träger

nach Maß.“

Volker Ortlieb, Stahlwerk Thüringen

GmbH

sprechendes Material nur mit viel

Mehraufwand einsetzbar. An die Lieferanten

des Stahlbaus appellierte

Temme zu mehr Partnerschaft in

den Bereichen Normung, Industrie

4.0 und Building Information Modeling

(BIM), um sich gemeinsam der

starken Konkurrenz durch die Werkstoffe

Holz und Beton zu stellen.

Produktion – Partner des Handels

Das Produkt selbst und seine Vorzüge

standen beim Vortrag von Volker

Ortlieb von der Stahlwerk Thüringen

GmbH im Vordergrund. So

können in Unterwellenborn mit 700

Mitarbeitern theoretisch bis zu q

Stahlreport 7/8|18

55


BDS

Kommunikation

„Beton hat ein tolles

Label, wir haben es

nicht.“

Bernhard Hauke, Chefredaktion

Stahlbau & Steel Construction

(Ernst & Sohn), ehemals bauforumstahl

„Häufig hören wir von

Mandanten: „Wir hätten

dieses Telefonat gerne

nicht geführt, aber jetzt

müssen wir doch mal

anrufen.“

Tim Lieber, Henseler & Partner

q1

Mio. t Profile hergestellt werden.

Im letzten Jahr lag der Ausstoß bei

etwas über 800.000 t. Bewusst würde

dabei auf eine eigene Vertriebsorganisation

sowie auf Handels- und

Vorratsläger verzichtet.

Der erklärte Partner des Stahlwerks

Thüringen sei der Handel. Das

Abmessungprogramm liegt dabei in

der HEA und HEB-Reihe von 80 bis

400 und bei HEM zwischen 80 und

260. In der IPE-Reihe reichen die

Abmesungen von 120 bis 550. Neben

den gängigen U-Profilen können in

Unterwellenborn ebenfalls viele

Arten von Sonderabmessungen

gewalzt werden. Flexibilität bei den

Walzplänen ermögliche es, auch

kurzfristig Kundenwünsche zu erfüllen.

Nachhaltigkeit und

Zukunftsfähigkeit

Eher kritisch als wehmütig blickte

Bernhard Hauke, der scheidende

Geschäftsführer von bauforumstahl,

auf die zehn Jahre seiner Verbandstätigkeit

zurück. Unter dem Motto

„Stahlbau hat viele Vorteile und

Nachhaltigkeit ist Trumpf“ sei er

damals angetreten. Umgesetzt worden

sei davon leider sehr wenig. Dies

machte Hauke unter anderem auch

den anwesenden und nicht anwesenden

Stahlherstellern und -händlern

zum Vorwurf. Es sei nicht gelungen,

die ökologischen Vorteile des

Werkstoff Stahls wirtschaftlich auszunutzen.

So habe der Einsatz von

Stahl bei Konstruktionen im Vergleich

zu Beton weiter abgenommen.

Der immer wieder von verschiedenen

Seiten geäußerte Vorwurf,

dass in Großbritannien der konstruk-

Alle Bilder: BDS

tive Stahlbau viel stärker ausgeprägt

sei als die Bauweise in Beton, lasse

er nicht gelten und ärgere ihn

zudem. Auf der Insel sei der Werkstoff

Beton noch nie marktführend

gewesen, es habe in der Vergangenheit

immer wieder massive technische

Probleme gegeben. Zudem habe

British Steel vor vielen Jahren schon

mit einem enormen Budget den Einsatz

von Stahl gefördert. Auch seien

der Standard und die Ansprüche an

Stahlkonstruktion im Vereinigten

Königreich um ein Vielfaches geringer

als in Deutschland. Viele dort

errichtete Gebäude würden hierzulande

gar nicht akzepiert, so Hauke.

Wichtig für die Zukunft des

Stahlbaus werden besonders die Themen

Digitalisierung und individualisierte

Produktion sein, so Hauke

weiter. Building Information Modeling,

gemeinsame Standards und

zunehmende Anforderungen an

Toleranzen, Oberflächenbeschaffenheit

und Materialeigenschaften würden

dabei eine große Rolle spielen.

Bernhard Hauke selbst bleibt der

Branche treu und ist zum Juli dieses

Jahres als Chefredakteur zur Zeitschrift

Stahlbau gewechselt.

Recht – aufmerksam

bei Reklamationen

Probleme kann es geben, wenn ein

Träger mal nicht das trägt, was er

verspricht. Von einem solchen unliebsamen

Reklamationsfall wusste

Rechtsanwalt Tim Lieber der Kanzlei

BDS-Trägertag: Ein Dank an alle Aussteller

Ohne die begleitende Ausstellung wäre eine Veranstaltung wie der BDS-

Trägertag nur schwierig durchzuführen. An dieser Stelle daher ein großer

Dank des BDS an alle Aussteller des Trägertags:

z Behringer GmbH, Kirchardt

z BEPRO GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen

z Fehr Lagerlogistik AG, CH-Winterthur

z Ficep.de GmbH, Nordhorn

z GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH, Münster

z MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH, Westerheim

z Montanstahl GmbH, Oelde

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z Scheffer Krantechnik GmbH, Sassenberg

z SURPEX BV, NL-Haaksbergen

z Voortman Steel Machinery, NL-Rijssen

z WESPA Metallsägenfabrik Simonds Industries GmbH, Melsungen

56 Stahlreport 7/8|18


„Das Wort des Tages

ist für mich Profildimensionsmodifikation.

Vielen Dank dafür,

Herr Ortlieb!“

Oliver Ellermann, BDS-Vorstand

(rechts Achim Müller, Vetriebsleiter

Behringer GmbH)

Henseler & Partner zu berichten. In

diesem speziellen Fall wurde einem

Bauunternehmer von einem Händler

ein Träger geliefert, der Risse aufwies.

Dieser Mangel wurde erst nach dem

Einbau entdeckt.

Laut Lieber ist es in einer solchen

Situation für den Händler, vor allem

vor dem Hintergrund der verschuldensunabhängigen

Haftung für Einund

Ausbaukosten, essenziell wichtig,

ein funktionierendes Reklamationsmanagement

zur Abwehr von

unbegründeten Forderungen zu

betreiben.

Der BDS hatte hierzu Ende des

vergangenen Jahres einen Leitfaden

mit 15 Punkten verschickt. Es sollte

beispielsweise einfach geprüft werden,

ob das Material überhaupt vom

eigenen Unternehmen geliefert

wurde und ob der Kunde dies beweisen

kann. Auch Verjährungsfristen

sind zu prüfen.

Entscheidend ist obendrein die

Frage, ob der Kunde eine Wareneingangskontrolle

durchgeführt hat

und, wenn es sich um einen offenkundigen

Mangel handelt, ob der

Kunde diesen unverzüglich gerügt

hat. Wenn festgestellt wurde, dass

das mangelhafte Produkt wirklich

vom eigenen Unternehmen geliefert

wurde und vom Kunden alle Fristen

eingehalten wurden, muss geklärt

werden, ob die vom Kunden geltend

gemachten Kosten wirklich durch

den Mangel verursacht wurden und

wenn ja, ob die Höhe der geltend

gemachten Kosten für den Ausbau

des mangelhaften und den Einbau

von mangelfreiem Material auch verhältnismäßig

zum Warenwert sind.

Zum Abschluss wünschte Tim Lieber

allen Anwesenden, dass sie nach

Möglichkeit von Reklamationen verschont

blieben. Sollte aber doch einmal

rechtlicher Rat von Nöten sein,

müsse dieser gar nicht teuer sein.

Im Gegenteil: Für BDS-Mitgliedsunternehmen

ist die Erstberatung

durch Henseler & Partner im Mitgliedsbeitrag

enthalten und daher

kostenlos. 2


4Vier Etappen eines langen Weges: der Prozess

Verbände

und Politik

Berichte

Der nachfolgend zu beschreibende Prozess hatte sich lange angedeutet (vgl. Titel zu 4/18). Die Ankündigung

von US-Präsident Donald Trump über amerikanische Zölle auf Stahl und Aluminium führte dazu, dass in Deutschland

z Verbände – in Ablehnung vereint – mobil machten,

z die Wirtschaftsvereinigung Stahl bei der EU-Kommission um Unterstützung nachsuchte, die sie

z ungeachtet von Warnungen aus den Kreisen von Stahlverarbeitern schließlich

z per 19.7.18 in Form von Safeguard-Maßnahmen auch bekam.

Mit diesen vier Etappen, die auf diesen Seiten (58-60) dokumentiert sind, dürften der angesprochene Prozess und

damit die Berichterstattung des „Stahlreport“ zu diesem Thema aber noch längst nicht beendet sein.

Verbände machen mobil

Ablehnung der US-Zölle

auf Stahl und Aluminium

Zahlreich waren in Deutschland die negativen Reaktionen aus betroffenen Verbänden zu den seit

1.6.18 geltenden US-Zöllen auf Einfuhren von Produkten aus Stahl und Aluminium. Fast zeitgleich

kritisierten etwa der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

oder der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDM) die Maßnahmen. Dabei wurde

auch vor übertriebenen Reaktionen gewarnt. Beispielhaft für die entsprechende Argumentation

steht die Stellungnahme des WSM:

Foto: WSM

Bereits unmittelbar nach ihrem

Inkrafttreten forderte der WSM Wirtschaftsverband

Stahl- und Metallverarbeitung

Anfang Juni die Rücknahme

der US-Schutzzölle gegen die Einfuhr

von Produkten aus Stahl und Aluminium

aus der EU. Im Übrigen müssten

die Reaktionen der EU besonnen sein,

Mahnte Besonnenheit und Rechtsstaatlichkeit an: WSM-Hauptgeschäftsführer

Christian Vietmeyer.

ein Handelskrieg müsse vermieden

werden.

Der WSM fordert, dass die Schutzzölle

der USA auf Produkte der Stahl

und Aluminium erzeugenden und

verarbeitenden Industrien wieder aufgehoben

werden. Die Begründung:

Die Schutzzölle würden die amerikanische

Industrie nicht nachhaltig stärken

und keinen dauerhaften Beschäftigungsaufbau

bewirken. Im Gegenteil

sei zu erwarten, dass durch ein steigendes

Preis- und gleichzeitig sinkendes

Innovations- und Qualitätsniveau

die Wettbewerbsfähigkeit der

nachgelagerten Industrien beschädigt

und dort ein Vielfaches der Arbeitsplätze

bedroht wäre. Die Schutzzölle

stünden zudem völkerrechtlich auf

wackeligen Füßen.

Der WSM sprach sich gleichzeitig

gegen die Verhängung von EU-Zöllen

gegen US-Produkte und andere

Gegenmaßnahmen als Reaktion aus.

Wenn sich die EU dazu gleichwohl

entschließe, müsse ein Handelskrieg

vermieden werden. Dadurch entstünden

nur noch größere Schäden für

Europa und die USA. „Reaktionen der

EU, die zu einer Eskalation der Situa-

tion und weiteren Handelsbarrieren

führen, würden einen noch viel größeren

Schaden anrichten. Die EU

sollte gelassen bleiben.“ so WSM-

Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

In Deutschland zählen die unmittelbar

betroffenen Industriezweige

etwa 175.000 Arbeitsplätze, allein in

der direkt nachgelagerten Verarbeitungsstufe

sind es dagegen 660.000

und darüber hinaus im Maschinenund

Fahrzeugbau Millionen von

Arbeitsplätzen, die durch einen Handelskrieg

bedroht wären. So hat der

WSM recherchiert.

Die Einfuhrzölle der USA dürften

auch keinen Automatismus für die

Verhängung von Einfuhrbarrieren

der EU gegen andere Länder begründen.

Etwaige Umlenkungseffekte von

weltweiten Warenströmen aufgrund

der US-Einfuhrbeschränkungen müssten

zunächst beobachtet und analysiert

werden. „Handelskonflikte gehören

in ein geordnetes rechtsstaatliches

Verfahren vor die WTO. Der Abschluss

internationaler Handelsabkommen

ist der beste Schutz gegen Protektionismus.“

so Vietmeyer weiter. 2

58 Stahlreport 7/8|18


Freude über Unterstützung

Wirtschaftsvereinigung begrüßt

Safeguard-Vorschläge

Die EU-Mitgliedsstaaten haben die Europäische Kommission in

ihren Vorschlägen für vorläufige Schutzklauselmaßnahmen (Safeguards)

im Stahlbereich bestärkt (und damit auch mit durchgesetzt).

Das stellte die Wirtschaftsvereinigung Stahl Anfang Juli

zufrieden fest, nachdem seit 1.6.18 entsprechende US-Zölle gelten;

es gibt aber auch andere Wertungen, z.B. von Stahlverarbeitern.

Foto: WV Stahl

Die EU-Kommission hatte ihre

Safeguard-Vorschläge am 6.7.18 in

Brüssel vorgestellt. Sie sollen die

Stahlindustrie in Deutschland und

Europa vor Stahlerzeugnissen schützen,

die aufgrund der US-Maßnahmen

im Rahmen der Section 232

nicht mehr in die USA geliefert werden

können und nun auf andere

Märkte drängen.

„Die getroffenen Entscheidungen

der EU sind erste wichtige Schritte“,

kommentierte Hans Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, das Ergebnis. „Sie sind

ein wichtiges Signal, sich gegen die

unfairen protektionistischen Maßnahmen

der USA konsequent zur

Wehr zu setzen.“

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung

sind fast 80 Prozent der

US-Importe von 2017 (28 Mio. t) von

den Maßnahmen betroffen. „Erste

Umleitungseffekte sind bereits zu

spüren“, so Kerkhoff. Der Importdruck

auf den Stahlmarkt der EU ist

in den ersten vier Monaten 2018

deutlich gestiegen und liegt auf das

Jahr hochgerechnet bei 47 Mio. t.

Damit drohe der historisch hohe

Import des Vorjahres von Stahlprodukten

inkl. Stahlrohren mit etwa

16 % deutlich überschritten zu werden.

Vor allem Nachbarstaaten der

EU zeigten die höchsten Zuwächse:

Türkei (+0,8 Mio. t) und Russland

(+0,5 Mio. t).

Die EU-Kommission schlug

damals Maßnahmen in Form von

Zollkontingenten (tariff quotas) vor.

„Diese Safeguards begrenzen nur

Verwerfungen durch die US-Maßnahmen

im europäischen Markt,

ohne ihn abzuschotten“, so der Prä-

sident der WV Stahl. Traditionelle

Stahl-Lieferströme in die EU seien

nach den Planungen der EU-Kommission

nicht betroffen. Zölle würden

nur greifen, wenn diese gewöhnlichen

Importmengen überschritten

werden. Ein solches Sicherheitsnetz

basiere auf den Regeln der WTO, diskriminiere

keine Handelspartner

und unterscheide sich daher deutlich

von den WTO-widrigen Strafzöllen

der USA.

Die vorläufigen Maßnahmen sollten

Mitte Juli 2018 im Amtsblatt der

EU-Kommission veröffentlicht werden.

Die Untersuchung der Handelsströme

werde fortgesetzt. Mit einer

Entscheidung zu endgültigen Maßnahmen

könne bis Ende 2018

gerechnet werden. 2

Hans Jürgen

Kerkhoff, Präsident

der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, freut

sich über den

Rückenwind aus

Brüssel.

Warnung vor Nachteilen

Die Sicht der Blechumformer

Der IBU hat die inzwischen abgeschlossene EU-Untersuchung über mögliche Schutzmaßnahmen

gegen Stahlimporte aus Drittstaaten sehr kritisch begleitet. Nach Ansicht des verarbeitungsorientierten

Bundesverbandes war diese Untersuchung voreilig. Zentrale Kriterien, wie ein signifikanter

Importanstieg aufgrund der US-Zölle, seien in der Vorbereitungsphase noch nicht erfüllt. So stellte

sich die Situation im Juni dar.

Laut Industrieverband Blechumformung

e. V. (IBU) würde eine

Begrenzung der EU-Stahleinfuhren

den Markt künstlich verknappen

und die Preise hochtreiben. Nutznießer

wäre die deutsche Stahlindustrie,

Verlierer die stahlverarbeitenden

Unternehmen. Der in Hagen

ansässige Bundesverband forderte

daher noch im Juni einen sofortigen

Untersuchungsstopp.

Die EU-Kommission hatte die

„Schutzmaßnahmen-Untersuchung“

eingeleitet, um eine sogenannte

„Stahlschwemme“ auf dem EU-

Markt zu vermeiden. Zölle oder

Importbegrenzungen sollen hiesige

Hersteller schützen. Auslöser war

die Annahme, dass die auf Stahlimporte

verhängten US-Zölle Lieferungen

Richtung Europa umlenken q

Stahlreport 7/8|18

59


Verbände

und Politik

Bericht/Nachricht

Foto: IBU

qkönnten.

Dafür sieht der IBU aber

weder Beweise noch Anzeichen.

„Zentrale Kriterien der Welthandelsorganisation

(WTO) für die

Untersuchung sind ein signifikanter

Importanstieg und eine Schädigung

der EU-Stahlindustrie. Beide sind

Zentrale Kriterien der Welthandelsorganisation (WTO) für die EU-

Schutzmaßnahmen-Untersuchung sind laut IBU-Geschäftsführer

Bernhard Jacobs nicht erfüllt.

nicht erfüllt. Es zeigen sich nur einzelne

Importveränderungen. Das

Verfahren basiert auf Spekulationen“,

so der IBU-Geschäftsführer

Bernhard Jacobs. „Die Verantwortlichen

sollten abwarten und analysieren,

welche Mengen tatsächlich

statt in die USA Richtung EU fließen.

Solange das unklar ist, dienen die

US-Zölle den EU-Anbietern nur als

Vorwand für eine Ausschaltung von

unliebsamen Importen.

Sollte die EU an der Untersuchung

festhalten, dürften die Einfuhrbeschränkungen

nach Meinung

des IBU nur für die tatsächlich aus

den USA umgelenkten Zusatzmengen

gelten. Die zu bestimmen, ist

aber schwierig. Importbegrenzungen

auf Basis von historischen Einfuhrmengen

der Vorjahre könnten

nicht die Lösung sein. Dies würde

de facto nicht Zusatzmengen abwehren,

sondern zu einer künstlichen

Importreduzierung führen. Grund

dafür ist, dass die Importe der Vorjahre

vielfach deutlich unterhalb

der Mengen unmittelbar vor Einführung

der US-Zölle lagen und auch

niedriger als die tatsächlichen

Importzahlen des Jahres 2017

waren. Jacobs: „Uns liegen Informationen

vor, nach denen etwa bei

beschichteten Blechen – beispielsweise

verzinkten – eine Kontingentierung

um mehr als ein Drittel

unterhalb der EU-Einfuhrmengen

von 2017 droht.“

Auch die mögliche Kontingentierung

für Lieferungen aus einzelnen

Herkunftsländern macht dem

Industrieverband Sorgen. „Dies

würde neuen Lieferanten den EU-

Marktzugang versperren und Marktanteile

der europäischen Stahlindustrie

sichern und so Wettbewerb

und Importdynamik schwächen –

zulasten der Stahlkunden. Es geht

nicht um Dumping“, betonte Jacobs,

„sondern um legitime Einfuhren,

die einen fairen Wettbewerb ermöglichen.“

Bereits jetzt habe die Marktwirkung

der EU-Untersuchung negative

Folgen für Stahlverarbeiter. In der

Branche mache sich eine große Unsicherheit

breit. Importe aus Drittländern

seien riskant und entsprechend

rückläufig. Der Wettbewerb sinke,

die Preise stiegen. 2

Kontingente und Zölle

EU-Kommission beschließt

Safeguard-Maßnahmen für die Einfuhr von Stahlerzeugnissen

Was sich seit einiger Zeit abzeichnete und erst

nur gerüchteweise die Runde machte, ist nun auch offiziell:

Im Amtsblatt L 181/39 vom 18.7.18 hat die EU-

Kommission vorläufige Schutzmaßnahmen für die Einfuhr

von Stahlprodukten verkündet; die vierte Etappe

des in diesem Heft aufgezeichneten Prozesses eingeleitet:

Beschlossen wurden produktspezifische Quoten. Als

Grundlage hierfür gelten die durchschnittlichen Einfuhren

in die EU in den Jahren 2015 bis 2017. Diese Quoten

gelten pro Warengruppe. Jeder der 23 Warengruppen

sind Zolltarifnummern zugeordnet. Bis zum

Erreichen des spezifischen Kontingents wird für die Einfuhr

der Produkte kein zusätzlicher Zoll erhoben. Ab

dem Erreichen der Quote wird ein zusätzlicher Zollsatz

von 25 % berechnet. Besteht für die Einfuhr eines Produktes

ein Antidumpingzoll, bleibt dieser zunächst

unberührt. Ab dem Erreichen der Quote wird der

höhere der beiden Zölle erhoben.

Mengen, die am Tag des Inkrafttretens der EU-Verordnung

bereits auf dem Weg in die Union sind und deren

Bestimmungsort nicht geändert werden kann, sind

nicht von den Quoten betroffen. Weitere Ausnahmen

bestehen teilweise für die Einfuhren aus „Entwicklungsländern“.

Hier sind einige Länder und Warengruppen

von den vorläufigen Schutzmaßnahmen ausgenommen.

Die Maßnahmen gelten ab dem Tag nach ihrer Verkündung

für die Dauer von 200 Tagen.

60 Stahlreport 7/8|18


Vorträge und Ausstellung

Stahlbautag in Duisburg

Der 39. Deutsche Stahlbautag findet am 11./12.10.18 in Duisburg

statt. Auf dem Programm stehen Sonderveranstaltungen und

eine dreizügige Vortragsreihe, die Neues aus Wissenschaft sowie

aktuelle Entwicklungen und baurechtliche Aspekte miteinander

vereint. Zeitgleich präsentiert die Stahlbaubranche ihre Produkte

und Dienstleistungen im Rahmen einer Ausstellung. Erwartet

werden rund 1.000 Teilnehmer.

Inhaltlich im Mittelpunkt stehen

Themen wie die Digitalisierung, Neues

aus Forschung und Normung, Öffentliche

Ausschreibung und Vergabe von

Bauprojekten ebenso wie 3D-Druck im

Stahlbau oder baurechtliche Aspekte.

Herausragende Stahlbauprojekte wie

das Saarpoloygon in Duhamel oder die

Seilbahn Zugspitze zählen ebenso zum

Vortragsprogramm wie das Feuerverzinken

von Stahlkonstruktionen,

mechanische Verbindungsmittel und

die Entwicklung der zweiten Generation

von Eurocode 4. Aktuelle Rechtsthemen,

wie die gelungene Vergabepraxis

im In- und Ausland, das

gesetzliche Bauvertragsrecht und die

Folgen für die VOB runden das Vortragsangebot

ab.

Während der vortragsfreien Zeiten

bietet die Fachausstellung mit 45

Beteiligten Zeit zum Netzwerken und

Informieren. Stahlbauer, Stahlhersteller,

Brandschutz-Experten, Unternehmen

für Farbbeschichtung, Feuerverzinker,

Softwareentwickler und

Fachverlage informieren praxisnah

über technische Fortschritte und zeigen

auf, welche Entwicklungen die

Zukunft des nachhaltigen Stahlbaus

bestimmen.

„Dank der engen Vernetzung mit

unseren Mitgliedern, sind wir mit unserer

Themenauswahl auch in diesem

Jahr wieder nah an der Praxis und können

das gesamte Spektrum der Prozesskette

beleuchten“, betont Gregor

Machura, Geschäftsführer bauforumstahl

e.V., der die Vortragsreihe dreigeteilt

geplant hat:

zVortragsreihe I: Neues aus Forschung,

Entwicklung und Normung

z Vortragsreihe II: Aktuelle Entwicklungen

des Stahlbaus

z Vortragsreihe III: Aktuelles aus Wirtschaft

und Recht.

Der Deutsche Stahlbautag findet alle

zwei Jahre in wechselnden Bundesländern

statt. Großen Wert legt das Bauforum

Stahl auf den interdisziplinären

Charakter der Veranstaltung: „Der Austausch

auf Augenhöhe zwischen den

unterschiedlichen Disziplinen fördert

praxisnahe Lösungen“, erklärt

Machura, der in der engen Verknüpfung

aus Wissenschaft, Technischer

Innovation und rechtlichen Aspekten

die Chance sieht, das Bauen mit Stahl

weiterhin zu einem Erfolg für alle Beteiligten

zu machen.

Im Abendprogramm referiert

Christian Baudis, Internetexperte und

ehemaliger Google-Deutschland-Chef,

zum Thema Digitalisierung. Im

Anschluss daran verleiht Reiner

Temme, Präsident des Deutschen Stahlbau-Verbandes

DSTV, die Auszeichnung

des Deutschen Stahlbaues 2018

an Prof. Dr.-Ing. Öhmer Bucak und

leitet damit zum „Stahlbautreff“ über,

auf dem die Teilnehmer Zeit zum persönlichen

Austausch und Netzwerken

finden.

Auf dem Tag der Stahl.Architektur

(TSA) am 12.10.18 werden der Preis

und Förderpreis des Deutschen Stahlbaues

2018 sowie der Sonderpreis des

Bundesministeriums des Innern, für

Bau und Heimat übergeben. Francine

M. J. Houben von mecanoo aus Delft

und Prof. Manfred Grohmann von Bollinger

+ Grohmann Ingenieure aus

Frankfurt/M. runden mit Vorträgen

die Preisverleihungen ab. Sie stellen

Projekte aus ihrem Portfolio vor und

erläutern ihre speziellen Herangehensweisen

bzw. Lösungsansätze. 2

[ Info ]

Das vollständige Programm und weitere

Informationen gibt es unter www.deutscherstahlbautag.com.

Materialwirtschaft

Zwei Preise ausgelobt

Der Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik (BME) hat erneut seinen

Wissenschaftspreis und seinen Hochschulpreis

ausgeschrieben.

Wissenschaftliche Höchstleistungen in den

Bereichen Materialwirtschaft, Einkauf, Supply

Chain Management und Logistik zeichnet der

BME auch 2019 mit dem „BME-Wissenschaftspreis

Hans Ovelgönne“ aus. Mit dem Award

würdigt der Verband seit 1988 Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler, die eine herausragende

Habilitationsschrift oder Dissertation in

diesen Bereichen vorgelegt haben. Einsendeschluss

ist der 31.8.2018.

Ebenfalls ausgelobt worden ist der „BME-Hochschulpreis“

für herausragende Diplom-, Masterund

Staatsexamensarbeiten zum Themenkomplex

Beschaffung und Logistik. Die eingereichten

Arbeiten müssen 2018 an einer Universität,

(Fach-)Hochschule oder einer vergleichbaren

Bildungseinrichtung geschrieben worden sein.

Es werden deshalb insgesamt zwei Preise vergeben.

Einsendeschluss ist der 15.12.18.

[ Info ]

Teilnahmebedingungen gibt es unter: www.bme.de

(Initiativen, Awards/Förderpreise). Einreichungen

werden erbeten an: bianka.blankenberg@bme.de.

Stahlbau

Ingenieurpreis ausgelobt

Bereits zum vierten Mal lobt bauforumstahl

(BFS) in Zusammenarbeit mit der Bundesingenieurkammer

und der Fachzeitschrift Stahlbau

2019 den Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues

aus. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs

steht neben den herausragenden Gesamtbauwerken

(Neubau und Bestand) insbesondere auch

der Weg dahin. Gesucht werden technische

Lösungen, die Ideen Wirklichkeit werden lassen.

Zudem sind Beiträge zum digitalen Planen und

Bauen ausdrücklich willkommen.

Seit dem 20.6.18 können Ingenieure, Ingenieur-

und Architektengemeinschaften sowie

Stahlbaufirmen, sofern sie Mitglied im Deutschen

Stahlbauverband sind, ihre Arbeiten in

den Kategorien Hochbau und Brückenbau auf

www.ingenieurpreis.de einreichen. Die besten

Arbeiten werden auf der Messe Bau am

15.1.19 in München prämiert.

Stahlreport 7/8|18

61


Verbände

und Politik

Berichte/Nachrichten

Die Preisträger des

11. Stahl-Innovationspreises

bei der

Verleihung in Berlin.

In der ersten Reihe

(v.l.n.r.): Prof. Dr.

Andreas Pinkwart

(LandesMinister NRW

für Wirtschaft, Innovation,

Digitalisierung

und Energie), Moderatorin

Dunja Hayali,

Oliver Krischer (stellvertr.

Fraktionsvorsitzender

der Bundespartei

Bündnis

90/Die Grünen),

Hans Jürgen Kerkhoff

(Präsident und Hauptgeschäftsführer

der

Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzender

des Stahlinstituts

VDEh),

Andreas J. Goss (Vorstandsvorsitzender

thyssenkrupp Steel

Europe) und Prof. Dr.

Mike Schlaich

(schlaich bergermann

partner gmbh)

[ Info ]

Eine ausführliche

Dokumentatino

zu den ausgezeichneten

Produkten

und Ideen ist auf

www.stahlinnovationspreis.de

zu finden.

Bilder: WV Stahl/Heckmann

Stahl-Innovationspreis und Berliner Stahldialog

Innovation und fairer Wettbewerb

Synergie genutzt: In einer gemeinsamen Veranstaltung hatte die Wirtschaftsvereinigung Stahl Mitte

Juni sowohl zur Verleihung des 11. Stahl-Innovationspreises als auch zum Berliner Stahldialog eingeladen.

Während die Auszeichnung der innovativen Produkte gezeigt hat, wie viel erfinderische Dynamik

in der Stahlbranche steckt, war der Stahldialog ein Ort spannender Live-Politik.

Für den Deutschen Wirtschaftsminister

war es bereits die fünfte oder

sechste Rede an diesem Tag, wie er

bekannte: der Auftritt auf dem Berliner

Stahldialog der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. Als Saarländer, der seit

frühester Jugend eine Verbindung zur

Stahlproduktion habe, sei es ihm aber

eine Herzensangelegenheit, hier zu

sprechen, sagte Peter Altmaier vor

Vertretern der deutschen Stahlindustrie.

Dramaturgisch hätte der Berliner

Stahldialog wohl an keinem besseren

Termin stattfinden können. Gerade

hatte US-Präsident Donald Trump

Zölle auf Stahl in Höhe von 25 % auch

für die Europäische Union verhängt,

die Diskussion und die Kritik an diesem

protektionistischen Eingriff

waren daher in vollem Gange, man

erwartete von der Politik in Deutschland

eine Stellungnahme.

Entscheidung der

US-Regierung für

Zölle auf Stahl

geht in die falsche

Richtung: Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier auf

dem Berliner Stahldialog

2018

Minister-Bekenntnis zum Stahl

Die gab Wirtschaftsminister Altmaier

klar und deutlich: „Die Entscheidung

der US-Regierung, Strafzölle auf Stahl

und Aluminium zu verhängen geht

in die falsche Richtung und wird

sowohl der Wirtschaft in den USA als

auch den europäischen Unternehmen

Schaden zufügen. Deshalb wird die

Europäische Union einheitlich und

geschlossen darauf reagieren, zum

Schutze unserer Unternehmen in der

Stahl- und Aluminiumindustrie.“

Dies bekräftigte der Bundesminister

mit einem persönlichen

Bekenntnis: Solange er in der Politik

Verantwortung trage, werde er der

Stahlindustrie in Deutschland eine

Stimme verleihen.

Laut der Wirtschaftsvereinigung

Stahl sei ein wachsender Importdruck

schon heute in der EU spürbar. So hätten

die Lieferungen in die EU im ersten

Quartal um 14 % zugenommen, so

stark wie in keiner anderen Region

der Welt.

„Die Stahlindustrie in Deutschland

ist stark und innovativ. Damit sie wei-

62 Stahlreport 7/8|18


ter erfolgreich sein kann, sind faire

Wettbewerbsbedingungen unverzichtbar.

Erfolgreiche Innovationen

und fairer Wettbewerb sind zwei Seiten

einer Medaille“, sagte Hans Jürgen

Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl.

Die US-Zölle und ihre negativen

Folgen für die internationalen Handelsströme

stellten dies aber massiv

in Frage. „Es bleibt unverzichtbar,

die Stahlunternehmen vor Handelsumlenkungen

zu schützen. Die kommenden

Schutzklausel-Maßnahmen

der EU sollten länderspezifisch sein

und alle untersuchten Produkte einbeziehen“,

so der Verbandspräsident.

Innovative Ideen ausgezeichnet

Neben der Politik war die Verleihung

des Stahl-Innovationspreises der

zweite große Programmpunkt der

Verstaltung. Alle drei Jahre verliehen,

zeigt dieser 1988 erstmals durchgeführte

Wettbewerb – der heute als

einer der renommiertesten Preise

seiner Art gilt – den Ideenreichtum,

die Kreativität und die Innovationskraft

derjenigen, die Stahl verwenden,

mit ihm arbeiten, forschen, konstruieren

und gestalten.

Und das eindrucksvoll, spannend

– und manchmal auch mit einem

Augenzwinkern. So gehörten zu den

ausgezeichneten Ideen und Produkten

in diesem Jahr nicht nur neuartige

Steckknoten aus Stahl für den

Stahlbau oder eine Roland-Druckmaschine

(in der Kategorie „Design“),

sondern auch die „Beer Box“ aus

Stahl, der zugleich als Feuerstelle

genutzt werden kann.

Insgesamt 561 Einreichungen

erreichten die Jury aus 20 Experten

aus Wirtschaft, Wissenschaft, Design

und Architektur in diesem Jahr.

Daraus mussten 13 Preisträger ausgewählt

werden – nicht immer ganz

einfach. Die Kategorien dabei: Produkte

aus Stahl, Stahl im Bauwesen,

Forschung und Entwicklung sowie

Stahl-Design. Mit dem Sonderpreis

„Klimaschutz und Ressourceneffizienz“

wurde eine zukunftsweisende

Entwicklung aus der Fahrzeugtechnik

ausgezeichnet. Der Wettbewerb

ist mit Preisgeldern in Höhe von

60.000 € dotiert. 2

Der Maschinen- und Anlagenbau fordert:

Mit Berufsschulen gegen

den Fachkräftemangel

Um den steigenden Fachkräftemangel wirksam bekämpfen zu

können, fordert der Leiter der VDMA-Bildungsabteilung, Dr. Jörg

Friedrich, eine Investitions- und Modernisierungsoffensive für

Berufsschulen. Friedrich reagierte mit seinem Aufruf auf die

jüngste Studie der Beratungsgesellschaft Korn Ferry, die laut einem

Medienbericht vor einer gigantischen Personallücke warnt

Demnach könnte der wachsende

Mangel an Fachkräften die deutsche

Wirtschaft mehr als 500 Mrd. €

kosten. In der Studie heißt es, dass der

Maschinenbau hinter dem Dienstleistungssektor

„am zweitstärksten betroffen“

sei. Friedrich fordert deshalb: „Die

Politik muss endlich ihr Versprechen

wahrmachen, ihre seit langem angekündigte

Bildungsoffensive zu starten.

Kräftige Investitionen müssen vor

allem in die Berufsschulen fließen, die

innerhalb der Bildungspolitik allzu oft

personell und materiell stiefmütterlich

behandelt werden.“

Nach Ansicht des VDMA-Bildungsexperten

ist die Duale Ausbildung das

wichtigste Instrument, um den Fachkräftebedarf

langfristig zu decken. „Da

der weltweite Erfolg der deutschen

Industrie maßgeblich von der Qualifikation

ihrer Mitarbeiter abhängt,

bleibt die Duale Ausbildung auch in

Zukunft für uns existentiell wichtig.

Daher brauchen wir auch leistungsstarke

Berufsschulen. Sie zu vernachlässigen

bedeutet, an dem Ast zu

Sowohl als auch

PVH-Kongress in Köln

sägen, auf dem wir sitzen“, mahnte

Friedrich. Der Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

wies in diesen Zusammenhängen ferner

darauf hin, dass die Ausbildungsquote

im deutschen Maschinen- und Anlagenbau

seit 15 Jahren bei mehr als 6 % liegt

und damit den Durchschnitt des Verarbeitenden

Gewerbes von rund 5 % deutlich

überschreitet. Bei Unternehmen,

die im VDMA organisiert sind, erreicht

sie im Mittel sogar 7,3 %.

„Trotz ihrer enormen Anstrengungen

gelingt es unseren Unternehmen

nicht, alle Ausbildungsplätze zu besetzen“,

sagt der VDMA-Bildungsexperte.

Die Folge: Der Fachkräftebedarf droht

immer mehr zu einer Wachstumsbremse

zu werden.

Der VDMA vertritt mehr als 3.200

Betriebe des mittelständisch geprägten

Maschinen- und Anlagenbaus. Mit 1,35

Millionen Erwerbstätigen im Inland und

einem Umsatz von 226 Mrd. € (2017) ist

die Branche größter industrieller Arbeitgeber

und einer der führenden deutschen

Industriezweige insgesamt. 2

Unter dem Sowohl als auch-Motto „Online + mobil und trotzdem stationär

+ regional?“ findet am 8./9.3.19 in Köln der 5. PVH-Kongress statt – mit den

Ergebnissen einer neuen Marktuntersuchung sowie Vorträgen und Praxisbeispielen

zur Zukunft des Produktionsverbindungshandels (PVH). Die Marktuntersuchung

wird sich diesmal vertiefend mit den Beschaffungs- und Informationswegen sowie

den digitalen Services befassen, aber auch Entwicklungstendenzen weiter untersuchen.

Daneben sollen auf dem Kongress in weiteren Fachvorträgen sowohl die

Veränderungen auf Kundenseite als auch die Auswirkung der Digitalisierung auf

den Handel aufgegriffen werden.

Ausrichter des 5. PVH-Kongresses ist der Zentralverband Hartwarenhandel e.V.

(ZHH) – mit Unterstützung von Pertnerständen.

Stahlreport 7/8|18

63


Verbände

und Politik

Nachrichten

Förderpreis für seine Arbeiten zu den Studien

IMU 60 „Auswirkungen der Elektromobilität

auf massivumgeformte Bauteile im

Pkw“ und IML III „Leichtbaupotenziale massivumgeformter

Komponenten 3.0: Elektrifizierter

Pkw und Nutzfahrzeuggetriebe“.

Foto: Industrieverband Massivumformung

Förderpreisträger, IMU-Stipendiaten 2018 und Azubi-Awardträger 2018 (v.r.) bei der Verleihung

während der Jahrestagung Massivumformung in Lünen.

Ehrungen

Industrieverband Massivumformung

Der Industrieverband Massivumformung

hat erneut seinen Förderpreis verliehen

– auf der Jahrestagung im Juni in Lünen.

Darüber hinaus hat der Verband bei dieser

Gelegenheit Stipendien für den akademischen

und Prämierungen für den gewerblichen

Nachwuchs der Branche vergeben.

Alexander Busse, Ansprechpartner Öffentlichkeitsarbeit

des Forschungsverbundes

Massiver Leichtbau und Bearbeiter des Teilprojektes

5 IGF 18730 LN „Technische

Potenzialbewertung und Lebenszyklusanalyse“

des Forschungsverbundes Massiver

Leichtbau, erhielt den mit 1.000 € dotierten

2018 erhielten drei Studenten das

begehrte, mit jeweils 4.000 € dotierte

IMU-Stipendium zur Nachwuchsförderung:

Christian Janeczek, Master-Student des

Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen in

Dortmund, Kristap Döring, Bachelor-Absolvent

Industrial Materials Engineering der

Fachhochschule Furtwangen University,

sowie Stefanie Schwertel, Master-Studentin

Umformtechnik an der Universität Stuttgart.

Erstmalig zeichnete der Industrieverband in

diesem Jahr drei Auszubildende aus dem

Kreis seiner Mitgliedsunternehmen aus,

die von ihrem Ausbildungsbetrieb zuvor

ausgewählt worden waren. Die Kriterien:

praktische/technische Fähigkeiten, innerbetriebliches

Engagement, Noten und

außerbetriebliches Engagement. „Wir möchten

mit der mit jeweils 1.500 Euro dotierten

Prämierung den Nachwuchs an die Branche

binden, … erläuterte Tobias Hain,

Geschäftsführer des Industrieverbands

Massivumformung.

Ausflug ins Nachbarland

Junge Stahlhändler auf Erkundungstour in den Niederlanden

Reisen bildet bekanntlich, und in

anderen Ländern gibt es auch interessante

Stahlhandelsunternehmen. Diese beiden

Erkenntnisse waren für den Arbeitskreis

junge Stahlhändler Duisburg Grund genug,

die Einladung der MCB Deutschland GmbH

zu einer Besichtigung der MCB Netherlands

B.V. in Valkenswaard anzunehmen.

So konnten sich Ende Juni 40 Teilnehmer

und Teilnehmerinnen sowie das fünfköpfige

Leitungsteam vor Ort einen Eindruck davon

machen, wie man an einem Standort

sowohl Service-Center als auch lagerhaltenden

Handel samt Anarbeitungszentrum für

Stahl, Edelstahl Rostfrei und NE-Metalle

logistisch organisieren kann. Dies und die

lebendige Führung vor Ort sorgten nach

Ansicht aller Beteiligten für ein Highlight

des diesjährigen Sommersemesters.

Coil-Lagerung bei MCB Netherlands B.V. in Valkenswaard.

Bild: MCB

64 Stahlreport 7/8|18


Foto: Industrieverband Massivumformung

Stahlrecycling

Quote mit Allzeithoch

Nach Angaben von APEAL, dem Verband der europäischen Hersteller von Verpackungsstahl,

hat die Recyclingquote von Stahlverpackungen in Europa ein neues Allzeithoch

von 77,5 % erreicht. Das erfüllt auch den BDSV mit Stolz.

Die neue Rekordrate, deren Daten aus dem Jahr 2015 stammen, bestätigt somit Stahl zum

elften Mal in Folge als das am häufigsten recycelte Verpackungsmaterial in Europa. Die

Recyclingrate von Stahlverpackungen ist seit 2014 um 1,5 % gestiegen. Im Ergebnis wurden

mehr als 2,7 Mio. t Stahlverpackungen recycelt und für die Herstellung neuer Produkte

zur Verfügung gestellt.

Dazu Dr. Rainer Cosson, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling-

und Entsorgungsunternehmen (BDSV): „Aus Sicht der BDSV, Europas größtem

Stahlrecyclingverband, zeigen die hervorragenden Recyclingraten aus der europäischen

Stahlverpackungsindustrie die starke Stellung des Werkstoffs Stahl und des Stahlrecyclings

an sich. Dessen Aufgabe ist es, Stahlprodukte am Ende des Lebenszyklus professionell

aufbereitet wieder in den Produktionsprozess zu führen. Diese verantwortungsvolle

Aufgabe leisten unsere Mitgliedsunternehmen und andere Stahlrecyclingunternehmen in

Europa tagtäglich.“

Massives Lernen

Präsentation für Umformer

Der Industrieverband Massivumformung

hat für den technisch interessierten

Nachwuchs eine umfangreiche Präsentation

zur Technologie Massivumformung und

ihrer Branche erstellt.

Die Präsentation „massivesWISSEN“ ist für

den gewerblichen bzw. akademischen Ausbildungsbereich

konzipiert und richtet sich

an Lehrende und Lernende an Schulen und

Hochschulen sowie an Ausbilder und Auszubildende

in den Unternehmen.

Themen sind Potenziale und Einsatzgebiete

der Massivumformung, bewährte und neue

Werkstoffe, unterschiedliche Verfahren und

ihre Prozessschritte, Maschinen, Produktentwicklung

sowie aktuelle Trendthemen

und Berufsbilder der Branche. Zusätzlich

zeigt die Präsentation vier Prozessketten

anhand der Beispielbauteile Querlenker,

Antriebswelle, Kegelrad und Zahnradrohling.

Folien aus der Präsentation „massivesWISSEN“.

Für Lehrzwecke können Elemente aus der

„offenen“ Power-Point-Datei für eigene Präsentationen

und Unterrichtsinhalte genutzt

werden. Über die Suchfunktion kann der

User Begriffe auffinden. Die Präsentation

umfasst Videosequenzen sowie Bildmaterial.

Kurze Begleittexte heben die wichtigsten

Aussagen hervor. Mit Hilfe des verlinkten

Inhaltsverzeichnisses kann der User zu

den verschiedenen Themen springen.

[ Info ]

Die Präsentation steht kostenlos als Download

auf www.massivumformung.de im Bereich Karriere/Aus-

und Weiterbildung zur Verfügung

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Titelfoto:

Rauß Fotografie

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

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ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom BundesverbandMaterialwirtschaft,

Einkauf und Logistik

e.V. (BME) und vom SAZ Stahlanarbeitungszentrum

Dortmund bei.

Stahlreport 7/8|18

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Lifesteel

Bericht

Fotos, 2: Schäfer

Lochbleche von Schäfer für die

Käseproduktion in der Schweiz.

Lochbleche von Schäfer für eine

Fassadengestaltung in der Schweiz.

Was die Käseproduktion und die Fassadengestaltung gemeinsam haben

Individuelle Löcher für die Schweiz

Nein, „Löcher für die Schweiz“ ist kein eigenes Geschäftsmodell aus dem Hause Schäfer. Eher zufällig

waren im vergangenen Jahr diese beiden interessanten Projekte in der Eidgenossenschaft realisiert

worden – und hatten gezeigt, dass es trotz unterschiedlicher Branchen (Käseproduktion und Fassadengestaltung)

bei der Verwendung von Lochblechen sehr oft um ganz individuelle Lösungen geht.

Die Lochblechebenen für das

speziell entwickelte Lager- und

Transportsystem der Käserei Koller

stammen von SCHÄFER Lochbleche.

Das Unternehmen lieferte für das

Projekt 1.500 Edelstahllochbleche

mit 1,5 mm Blechstärke sowie 190

Hebeprofile in 1.4404 Edelstahl.

Durch das neue System ist es der

Käserei gelungen, die zunehmende

Nachfrage trotz steigender Logistikkosten

und begrenzter Räumlichkeiten

wirtschaftlich produzieren

zu können.

Käserei Koller, ein Schweizer

Familienbetrieb und Spezialist zur

Herstellung von Raclettekäse, hatte

mit der Firma Jalu Inox GmbH ein

vertikales Rack für die Käseveredelung

und -auslieferung entwickelt.

Es besteht aus mehreren planen Ebenen

mit Hebeprofilen, die gestapelt

werden können. Das System ist so

konzipiert, dass es im leeren Zustand

platzsparend gestapelt werden kann.

Das reduziert die Transportkosten

und begünstigt die CO 2

Bilanz. Um

die Belüftung und das Abtropfen zu flachen Lochblechen wurden 490

gewährleisten, bestehen die einzelnen

Ebenen aus Lochblechen. Auf kantet und nachträglich farblos elo-

Module computergesteuert abge-

ihnen kann der Käse ohne Umlagerung

sowohl in das Salzbad getaucht, flächenqualität beim Endprodukt

xiert. Um eine hochwertige Ober-

als auch gelagert und transportiert sicherzustellen, verhinderte eine ab

werden.

Werk aufgebrachte Schutzfolie

Schäfer lieferte auch die Lochbleche

für die Fassade des neuen Verarbeitungs- und Logistikprozes-

Kratzspuren in den verschiedenen

Produktionsgebäudes des Unternehmens

METALOR TECHNOLOGIES Unter dem Motto „Lochbleche

sen.

SA. Die international tätige Schweizer

Firmengruppe hatte Serge Grard bietet das Unternehmen Schäfer

nach Maß – individuell und schnell“

mit der Projektion beauftragt. Der Lochbleche ein breites und kurzfristig

verfügbares Sortiment qualitativ

renommierte Architekt verwendete

für die individuell abgekanteten Elemente

des Exterieurs 2.000 m 2 Alu-

Branchen und Einsatzbereiche. Mit

hochwertiger Lochbleche für alle

minium-Lochbleche in Eloxalqualität hochpräzisen Werkzeugen kann das

mit einer Schutzfolie und Stärke von Unternehmen nahezu alle Wünsche

2 mm.

der Auftraggeber hinsichtlich Material,

Lochbild, Maß, Anarbeitung und

Das Besondere an der Fassade

ist die Anordnung der Rasterung. Anlieferung erfüllen. Schäfer Lochbleche

ist Teil der international täti-

Serge Grard erzeugt mit nur zwei

verschiedenen Modulen ein Spiel gen SCHÄFER Werke. Die inhabergeführte

Unternehmensgruppe hat

auf der Fassade, bei dem das repetitive

Muster kaum wahrgenommen ihren Hauptsitz in Neunkirchen im

wird. Aus den insgesamt 2.000 m 2 deutschen Siegerland. 2

66 Stahlreport 7/8|18


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Verkauf (Seminar) 11.-12.09. Soltau

Gebietsversammlungen 10.-14.09. bundesweit

Nichtrostende Stähle (Seminar) 17.-18.09. Wetzlar

Werkstoff- und Produktkunde (Lernteam) 05.-06.11. Kehl

Verkauf (Lernteam) 08.11. Hamburg

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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