Taxi Times Berlin - Juli 2018

taxitimes

JUNI-JULI 2018 3,50 €

www.taxi-times.taxi

BERLIN

BITTE WEITERSAGEN

OHNE TAXI

GEHT ES NICHT

UBER UND KEIN ENDE

Parallelen zwischen

Berlin und Wien

NEUE BLITZKÄSTEN

Berliner Senat entdeckt

Einnahmequelle

INTERVIEW

BZP-Vizepräsident

Hermann Waldner


DER NEUE OPEL INSIGNIA ST

OPEL TAXI MODELLE

DIE NORDRING TAXI-FLOTTE

VIELE MODELLE SOFORT VERFÜGBAR!

UNSERE NORDRING TAXI-LEISTUNGSZENTRUM ANGEBOTE

Der neue OPEL Insignia ST Taxi 2.0 Automatik,

125 kW (170 PS) Start/Stop (8-Stufen-Automatikgetriebe)

mit Sonderausstattung, u. a.:

Der OPEL Zafira Taxi Exklusiv 2.0 Automatik,

96 kW (130 PS) Start/Stop (6-Stufen-Automatikgetriebe)

mit Sonderausstattung, u. a.:

Der OPEL Vivaro Combi Taxi 9 Sitzer Bus

1.6 Bi Turbo Diesel, 92 kW (125 PS) L1H1 mit

Sonderausstattung, u. a.:

Der OPEL Combo Selection mit LKW-

Zulassung 1.6 Diesel, 88 kW (120 PS), L2H2

mit verstärkter Federung mit Sonderausstattung,

u. a.:

Premium-Ausstattung Leder Siena, perforiert,

Schwarz, Leichtmetallräder, Frontkamera

mit adaptiven Geschwindigkeitsregler und

automatischer Gefahrenbremsung, Wireless

Charging, Verkehrsschild-Assistent, Ergonomiesitz

mit Gütesiegel AGR, 8-fach einstellbar,

Sitzheizung, Beheizbares Lederlenkrad mit

Lenkradfernbedienung, Allwetterreifen

Zwei-Zonen Klimaautomatik, Sensorgesteuerte

Heckklappe, Rückfahrkamera, Parkpilot,

Einparkhilfe vorn und hinten, Opel OnStar,

Navi 900 IntelliLink,

Leder, Dachreling, Außenspiegel elektrisch

einstell- und beheizbar, Bordcomputer, Geschwindigkeitsregler,

Ergonomiesitz mit Gütesiegel

AGR, 6-fach einstellbar, Sitzheizung für

Fahrer und Beifahrer, Lederlenkrad mit Fernbedienung,

Klimaanlage, Parkpilot, Einparkhilfe

vorn und hinten, Opel OnStar, Radio R 4.0

IntelliLink, Smartphone-Integration via Apple

CarPlay und Android Auto, Nebelscheinwerfer,

Fernlicht-Assistent, Automatisches Fahrlicht

mit Tunnelerkennung, Regensensor

Allwetterreifen, Heckklappe, Außenspiegel

elektrisch einstell- und beheizbar, Geschwindigkeitsregler,

Fahrersitz 3-fach einstellbar

mit Armlehne und Lendenwirbelstütze,

Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Lenkradfernbedienung,

Klimaanlage vorn und

hinten, Heizung Fahrgastraum hinten, Rückfahrkamera

und Parkpilot, Navi 50 IntelliLink,

Bluetooth®,, Kartenmaterial für Westeuropa.

Aux-In-Anschluss, USB-Schnittstelle, Nebelscheinwerfer,

Automatisches Fahrlicht mit

Tunnelerkennung, Regensensor

5-Sitzer + Rollstuhl, Heckfl ügeltüren mit Heckscheibenwischer

und Heizung, Schiebetür auf

Fahrer- und Beifahrerseite, verglast, mit elektr.

Fensterheber, Außenspiegel elektrisch einstell-

und beheizbar, Geschwindigkeitsregler,

Komfort-Fahrersitz höhenverstellbar mit Armlehne

und Lendenwirbelstütze, Rücksitzlehne

und Bank, vorklappbar im Verhältnis 60:40 (2.

Reihe), Sitzheizung für Fahrer, Lenkradfernbedienung,

Klimaanlage, Parkpilot, Einparkhilfe

hinten, Zentralverriegelung, CD 50 Multimedia,

Bluetooth®-Schnittstelle, Aux-In USB

Taxi-Basisausstattung

Taxameter-Vorrüstung, Taxi-Dachschild und

Dachschildhalter ASK1 Splithoff

Taxi-Basisausstattung

Halter für Dachzeichen Mannesmann-Kienzle,

Taxameter-Vorrüstung für Hale MCT 04/05/06,

Taxi-Dachzeichen Mannesmann Kienzle

Taxi-Basisausstattung

Halter für Dachzeichen Kienzle, Taxi-Dachzeichen

Kienzle mit stillem Alarm

Inkl. Rollstuhlumbau mit schwenkbarer Rampe

Nordring Hauspreis

24.890,- € *

(inkl. Werksfracht)

Nordring Hauspreis

18.890,- € *

(inkl. Werksfracht)

Nordring Hauspreis

20.890,- € *

(inkl. Werksfracht)

Nordring Hauspreis

18.950,- € *

(inkl. Werksfracht)

Verbrauchsdaten: Abgasnorm Euro 6, Verbrauch, außerstädtisch

(l/100 km) 4,8, Verbrauch, durchschnittlich

(l/100 km) 6,1, Verbrauch innerstädtisch (l/100) 8,2

Verbrauchsdaten: Abgasnorm Euro 6, Verbrauch, außerstädtisch

(l/100 km) 4,8, Verbrauch, durchschnittlich

(l/100 km) 6,1, Verbrauch innerstädtisch (l/100) 8,2

Verbrauchsdaten: Abgasnorm Euro 6, Verbrauch, außerstädtisch

(l/100 km) 5,4, Verbrauch, durchschnittlich

(l/100 km) 5,9, Verbrauch innerstädtisch (l/100) 6,9

Wir freuen uns auf ihren Besuch im NORDRING TAXI-LEISTUNGSZENTRUM!

Verbrauchsdaten: Abgasnorm Euro 6, Verbrauch, außerstädtisch

(l/100 km) 5,1, Verbrauch, durchschnittlich

(l/100 km) 5,7, Verbrauch innerstädtisch (l/100) 6,7

FILIALE MARZAHN, Nordring 6,

12681 Berlin, Telefon: 030 - 93 893 111

info@amnordring.de

FILIALE STRAUSBERG, Lehmkuhlenring 13,

15344 Strausberg, Telefon: 03341 - 33 59 0

info@amnordring.de

*Gewerbekundenangebot zzgl. MwSt.


ALTERNATIVE ZUM KOPFSCHÜTTELN

Den Kopf leicht von rechts nach links zu bewegen, ist eine

typisch menschliche Geste, wenn man etwas überhaupt nicht verstehen

kann. Beim Lesen dieser Ausgabe könnte Ihnen genau das

des Öfteren passieren. Zum Beispiel, wenn Sie auf Seite 13 lesen

müssen, wie unkritisch vor allem die Springer-Medien mit einem

CEO eines Milliardenunternehmens umgehen, dessen Erfolgsmodell

auf Rechtsbrüchen basiert. Nicht weniger ungläubig lässt uns

die Geschichte aus Wien zurück (S. 8), wo die UberX-App verboten

wurde und trotzdem nur drei Tage später schon wieder online

ging. Was seitdem passiert, erinnert sehr an die Berliner Vorgehensweise.

Uber weiß genau, dass Behörden Ihrer Kontrollpflicht

nicht nachkommen wollen bzw. nicht können.

Man kann in diesem Zusammenhang durchaus von einer

Kapitulation des Rechtstaats sprechen, besonders dann, wenn

die Politik den Mangel dadurch kompensieren will, dass man die

Taxigesetze verändert, anstatt dafür zu sorgen, dass geltendes

Recht angewandt wird.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? „Das aktuelle Steuerungs-

und Kontrolldefizit hat System, nicht nur im Taxigewerbe“,

kommentiert ein Berliner Taxiunternehmer, der dieses Land nicht

mehr versteht (S. 10).

Geschickte und teuer finanzierte Lobbyarbeit der digitalen

Heilsbringer erreicht die politischen Empfänger. Das Taxigewerbe

muss dem eine ausführliche Aufklärungskampagne entgegensetzen.

Das ist nicht nur Sache der Verbände, das ist Aufgabe eines

jeden Einzelnen, lautet der Appell von Taxi-Berlin-Chef Hermann

Waldner (S. 18).

Jeder kann die Argumente, die bedingungslos für das Taxi sprechen,

weitersagen. Nicht nur an die Politiker, sondern an die Fahrgäste.

Denn sie werden am meisten darunter leiden müssen, wenn

irgendwann einmal das Taxi in dieser Form nicht mehr existiert.

Unsere Titelstory „Bitte weitersagen“ (S. 5) ist kein Beitrag

unserer Redaktion. Es ist die gemeinsame Meinung der Berliner

und Münchener Taxifahrerinnen und Taxifahrer, entstanden aus

einer Initiative der Kollegin Anita Marzini, einer Kollegin, die 54

Jahre alt ist, und die ihren Job wenigstens bis zur Rente ausüben

will und eventuell danach noch tageweise als Ergänzung, „weil

mir diese Arbeit immer noch Spaß macht.“

Übrigens: Kopfschütteln ist auch eine Geste des „Nein-Sagens“.

Je mehr Taxifahrer und Fahrgäste den Kopf schütteln, umso deutlicher

wird das die Politik wahrnehmen. In diesem Sinne wünschen

wir gute Unterhaltung beim Lesen und vollen Elan beim

Weitersagen.

INHALT

4 News

WETTBEWERB

5 Bitte weitersagen!

8 UberX: Wien wird wie Berlin

10 Vom Staat verlassen

13 Der Uber-Chef und seine Freunde

VERKEHR

14 Neue Blitzer für Berlin

15 Vergessene Verkehrsregeln, Teil 5

16 Tempo 30 – die beste Option gegen

NO2?

TAXI BERLIN

18 Interview: Jeder im Taxigewerbe sollte

jetzt mitmachen!

ANTRIEB

20 Roboter-Taxis

21 Toyota stellt neue Hybride vor

21 Senat verdoppelt Hybrid-Förderung

UMFRAGE, KOLUMNE

22 Simis Umfrage: Sag mal, Kollege ...

23 Sash: In zwei Stunden zum Meer

GASTRONOMIE

24 Slate: Bitte im Taxi warten!

25 Zeit für eine Pause

NOCH MEHR TAXI TIMES

26 BZP sucht Nähe zum Bundestag

26 Impressum

die Redaktion

Titlefoto und Montage: Stanislav Statsenko / Taxi Times

VERKEHRSRECHT BERLIN

Rechtsanwalt Carsten Hendrych

Fachanwalt für Verkehrsrecht

Rechtsanwaltskanzlei

Ruttge • Brettschneider •Tosberg • Hendrych

Nürnberger Straße 49, 10789 Berlin

Telefon: (030) 883 4031 – Fax: (030) 882 4709

E-Mail: hendrych@rbth-recht.de

TAXI JUNI -JULI/ 2018

3


MELDUNGEN

NEWSTICKER

KEINE DEUTSCHLANDWEITE

PROTEST-STERNFAHRT

In einem offenen Brief an sämtliche Taxiverbände

in Deutschland werben Orhan

Tasbilek aus Hamburg und Fikret Arik

aus Berlin um „die Zustimmung aller Kollegen“.

Sie luden die Verbände zur Organisation

einer gemeinsamen Demonstration

nach Berlin ein. Aus dem Schreiben geht

hervor, dass es in erster Linie um einen

befürchteten „Angriff auf das Personenbeförderungsgesetz

als Verbraucherschutzgesetz“

geht. Das Taxigewerbe sei,

nicht ganz unverschuldet, wie die Autoren

einräumen, von vielen neuen Mobilitätsangeboten

bedroht. Bei einem ersten Treffen

in Berlin Ende Juni waren der Einladung

von Verbandseite keine Vertreter gefolgt,

lediglich vier Berliner Verbände hatten ihre

Vorstände geschickt. Als Ergebnis des Treffens

beschlossen die Teilnehmer, die Pläne

für eine Protest-Sternfahrt zunächst nicht

weiterzuverfolgen.

jh

Elektromobilität gilt auch für die BVG.

STRASSENBAHN

IM WESTEN

Irgendwann in den nächsten Jahren könnten durch die Hermannstraße

in Neukölln wieder Straßenbahnen fahren. Das

zumindest sieht ein Entwurf des Bedarfsplans für den öffentlichen

Personennahverkehr (ÖPNV) vor, den Planer aus der Senatsverkehrsverwaltung

zusammen mit Beratern vom Center Nahverkehr

Berlin (CNB) erstellt haben. Neben einer Straßenbahntrasse vom

Bahnhof Hermannstraße nach Buckow werden auch Linien von

Alt-Mariendorf nach Lichtenrade, von Moabit nach Wedding oder

vom Zoo über die Kantstraße zum Theodor-Heuss-Platz vorgeschlagen.

Ebenfalls enthalten sind Straßenbahn-Strecken zum Bahnhof

Zoo oder zum Halleschen Tor, die ja bereits in der rot-rot-grünen

Koalitionsvereinbarung festgelegt wurden. Die Entwürfe können

auf der CNB-Internetseite betrachtet werden.

jh

ALLYGATOR WECHSELT

DAS KONZEPT

Der in Berlin als Probebetrieb eingesetzte

Ride-Sharing Dienst „Allygator“

wird seine Fahrgäste künftig nicht mehr

direkt abholen, sondern sie an virtuellen

Haltestellen ein- und aussteigen lassen.

Das habe der Betreiber seinen Kunden per

Mail mitgeteilt, schreibt das Portal „NGIN-

Mobility“ und interpretiert dies als „Paradigmenwechsel“.

Schließlich steckt hinter

dem Projekt Allygator das Unternehmen

„Door to door“, also „Tür zu Tür“.

Allygator ist als Ridesharing-Dienst

nur am Wochenende abends unterwegs.

Bisher hatte man seine Fahrgäste immer

bis vor die Haustüre bzw. Kneipeneingang

gefahren. Weil sich laut NGIN-Mobility aber

die Hausnummernsuche als zu langwierig

erwiesen habe, hat der Dienst nun virtuelle

Haltestellen eingeführt. Das Fahrzeug hält

an Kreuzungen und lässt dort Fahrgäste

ein- und aussteigen.

jh

BERLIN FÖRDERT JETZT

AUCH E-TAXIS

Beim dritten Berliner Mobilitätsgespräch hat der regierende

Bürgermeister von Berlin das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe

Elektromobilität“ vorgestellt. Es sieht eine finanzielle Unterstützung

für gewerbetreibende Firmen bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen

und Ladestationen vor. So gibt es beispielsweise

4.000 Euro für reine Batterie-Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge

sowie 3.000 Euro für Plug-In-Hybride. Für die Errichtung

von Ladeinfrastruktur wird außerdem der Kauf oder das Leasing

von Normalladestationen inklusive Netzanschluss bis 22

kW oder einer Schnellladeinfrastruktur ab 22 kw mit bis zu 50%

der Gesamtkosten gefördert.

Bei gleichzeitiger Verschrottung eines mit Diesel- oder Benzin

angetriebenen Fahrzeugs der Euro-Norm vier oder niedriger

erhält man einen zusätzlichen Bonus über 1.000 Euro. Anders als

bei der Hybrid-Taxi-Förderung (siehe Seite 21) ist diese Verschrottung

aber keine Voraussetzung für die Förderung.

Da auf Drängen von Michael Müller das Kommulationsverbot

aufgehoben wurde, kann die Förderung nun zusätzlich zu einer

vom Bund gewährten Unterstützung ausbezahlt werden. jh

FOTOS: door2door; Axel Rühle / Taxi Times

4 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


WETTBEWERB

BITTE WEITERSAGEN:

OHNE TAXI GEHT ES NICHT

Die Politik will das Personenbeförderungsgesetz an die digitalen

Bedürfnisse der Anbieter von Taxi-Apps anpassen. Was modern klingt,

bereitet den Taxifahrerinnen und Taxifahrern große Sorgen. Ein Appell

an die Politiker, aber auch an die Kunden.

FOTO UND MONTAGE: Stanislav Statsenko / Taxi Times

Liebe Politiker, liebe Taxi-Fahrgäste,

Wir schreiben Ihnen, weil wir

uns große Sorgen machen.

Wir sorgen uns um unsere

Existenz, um unsere Familien, um unsere

Kinder. Wir sorgen uns aber auch um Sie

als unsere Fahrgäste, ganz besonders um

jene, die auf uns Taxifahrerinnen und

Taxifahrer angewiesen sind, weil wir Sie

zum Arzt fahren, ins Krankenhaus, in die

Schule, in die Behinderteneinrichtung, zur

Tagespflege, zum Flughafen, zum Bahnhof,

nachts sicher nach Hause, zum Geschäftstermin,

zum Einkaufen, zum Theater, ins

Fußballstadion, in die Disko, etc. etc.

Können Sie sich vorstellen, dass es solche

Fahrten bald nicht mehr geben wird, weil

sie entweder von niemandem mehr angeboten

werden, oder weil sie für einen großen

Teil der Bürger nicht mehr bezahlbar sind?

Wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer

haben durch die Digitalisierung massive

Konkurrenz bekommen. Immer mehr Großkonzerne

oder fremdfinanzierte Start-Ups

wie Uber, Clever Shuttle, Vio, Moia, mytaxi,

Yandex, Grab, Didi, Lyft etc. bieten ebenfalls

Personenbeförderung an. Ein Klick

auf das Smartphone genügt, und schon

wenige Minuten später fährt ein Fahrzeug

vor und nimmt den Kunden mit. Dank hinterlegter

Kreditkarte kann die Fahrt bargeldlos

bezahlt werden. Das ist modern,

das ist hip – aber es ist weder neu noch

einzigartig.

Und es ist etwas, das auch wir schon

lange im Angebot haben. Wussten Sie, dass

wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer auch

per App gerufen werden können? Nicht nur

in der Heimatstadt, sogar Deutschland- und

europaweit. Wir haben die unterschiedlichen

regionalen Taxi-Apps über eine

gemeinsame Schnittstelle so vernetzt,

dass Sie als unsere Kunden damit überall

in Deutschland und in großen Teilen Europas

immer ein Taxi rufen können.

Und wir können noch viel mehr: Im

Unterschied zu unserer digitalen Konkurrenz

sind wir nicht nur per App, sondern

auch per Telefon über unsere Taxizentralen

erreichbar. Wir benutzen modernste Vermittlungssysteme,

mit denen Ihre Bestellung

per Autobooking, über Messenger und

künftig sogar über Alexa an unsere Taxis

vermittelt werden. Und natürlich bieten

auch wir die Möglichkeit, Taxifahrten mit

anderen (fremden) Mitfahrern zu teilen.

Unser Angebot geht aber noch viel weiter.

Es gibt viele Dinge, die lassen sich nicht mit

einer App erledigen. Wenn Sie zum Beispiel

etwas im Fahrzeug vergessen haben. Wenn

Sie uns mitteilen wollen, dass Sie einen

besonders großen Kombi brauchen, weil

Ihr Hund auch mitfährt. Wenn wir Ihnen

aus der Apotheke etwas besorgen sollen.

Und wenn wir Sie am Hauseingang oder

in der Praxis abholen sollen, weil Sie im

Rollstuhl sitzen und unsere Hilfe brauchen.

Haben Sie schon einmal versucht, über

eine der neuen „modernen“ Apps ein Rollstuhltaxi

zu bestellen? Bei uns geht das,

unsere Taxizentralen sind dafür auch

immer telefonisch zu erreichen – mit

freundlichen Mitarbeitern am anderen

Ende der Leitung. Das ist nicht altmodisch

und unmodern, das ist menschlich und

serviceorientiert.

Unsere Konkurrenz macht es sich viel

einfacher. Uber und all die anderen möchten

keine schwierigen Aufträge. Sie bieten

Mobilität nur denjenigen an, die schnell,

beweglich und technikaffin sind – und die

sich ein Fahrzeug auch dann leisten können,

wenn die Fahrt wegen hoher Nachfrage

TAXI JUNI -JULI/ 2018

5


WETTBEWERB

Aoude Mohamad,

Taxiuntern. seit 2011, 4 Kinder

Werner Grothe,

Taxifahrer seit 1988, 2 Kinder

Doğan Aktuğ,

Taxifahrer seit 2001, 2 Kinder

Nouman, Taxiunternehmer

seit 2008, 5 Kinder

drei- bis viermal so teuer wird. Zahlreiche

Medien haben darüber berichtet, als bei

einem amerikanischen Fahrtenvermittler

zu Silvester die Preise explodierten, als

bei einem Terroranschlag in Sydney die

Flughafenfahrten plötzlich ein Vielfaches

kosteten. Algorithmen bestimmen bei

diesen Anbietern den Preis. Je höher die

Nachfrage, desto höher die automatische

Abbuchung von der Kreditkarte. Großereignisse

wie Volksfeste oder wichtige Messen

verteuern jede Fahrt. Reiche Businesskunden

können sich das noch leisten, die Oma

Müller mit ihrer kleinen Rente muss zu

solchen Zeiten ihren wichtigen Arzttermin

absagen.

Das ist die wahre Absicht, die hinter dem

Taxigesetz „PBefG“ steckt, das von den

neuen App-Anbietern als altmodisch und

unzeitgemäß gegeißelt wird. Das PBefG

wurde nicht geschrieben, um den Taxiunternehmer

zu schützen, sondern um den

Kunden zu schützen. Dieser Anspruch ist

zeitlos. Er galt schon 1960, und er muss

auch über das Jahr 2018 hinaus gelten. Das

PBefG garantiert feste Preise (Tarifpflicht),

eine 24/7-Verfügbarkeit (Betriebspflicht)

und die Verlässlichkeit, dass jede Fahrt

durchgeführt wird (Beförderungspflicht).

Diese drei Pflichten sind die Säulen des

Taxiverkehrs. Wenn man nur eine davon

entfernt, stürzen auch die anderen ein.

Dann haben Sie als Fahrgast keine Verlässlichkeit

mehr. Das ist der Grund, warum

wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer dafür

kämpfen, dass die Tarif, Betriebs- und

Beförderungspflicht im PBefG nicht aufgehoben

oder gelockert wird.

Die anderen App-Anbieter wollen sich

diesen Verpflichtungen nicht unterwerfen.

Sie und ihre Partner betreiben ihre Fahrzeuge

deshalb auch nicht als Taxi, sondern

als Mietwagen mit Chauffeur. Ein Mietwagenchauffeur

hat viele Rechte: Er darf den

Fahrpreis frei bestimmen, hat also keine

Tarifpflicht. Er darf aussuchen, welche

Fahrten er machen will und welche nicht,

hat also keine Beförderungspflicht. Er entscheidet

seine Verfügbarkeitszeiten selbst,

weil er keine Betriebspflicht hat. Würden

Mietwagen-Apps den Markt beherrschen,

müssten Bürger immer damit rechnen,

dass eine Fahrt völlig überteuert abgerechnet

wird, dass Bestellungen abgelehnt werden,

weil sie zu kurz sind, oder dass erst

gar keine Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Ein Mietwagenchauffeur hat aber auch

viele Pflichten. So muss er beispielsweise

nach jeder Fahrt zu seinem Firmensitz

zurückfahren, solange er keinen neuen

Auftrag hat. Er darf also nicht irgendwo am

Straßenrand parken oder halten, bis neue

Fahrgäste über seine App bestellen oder bei

ihm direkt einsteigen. Er darf auch nicht

so lange im Kreis fahren, bis er endlich

eine neue Fahrt bekommt. Es gibt keine

öffentlichen Warteplätze für Mietwagen.

Die gibt es nur für uns Taxifahrerinnen

und Taxifahrer.

Wir Taxifahrer stehen an hunderten von

Halteplätzen in der Stadt, immer in Ihrer

Nähe, damit Sie jederzeit direkt bei uns

einsteigen können – am Bahnhof, am Fußballstadion,

vor Krankenhäusern, vor dem

Theater, am U-Bahn-Ausgang. Wir warten

an vielen Stellen in unseren Städten und

Gemeinden, damit wir immer ganz schnell

da sind, wenn Sie uns brauchen.

Was uns große Sorgen macht: Wir warten

an diesen Taxihalteplätzen in letzter Zeit

immer länger, weil viele Mietwagenfahrer

nicht, wie vorgeschrieben, nach einer Fahrt

zu ihrem Firmensitz zurückkehren. Weil

sie sich stattdessen irgendwo hinstellen

oder so lange im Kreis fahren, bis sie von

Ihnen bestellt werden. Sie als Kunde freuen

sich dann natürlich, wenn der Uber-Wagen

innerhalb von fünf Minuten da ist. Aber

wussten Sie, dass ein per App bestellter

Mietwagen nur deshalb so schnell da sein

WARUM VERANTWORTUNGSBEWUSSTE POLITIKER DIE RÜCKKEHRPFLICHT NICHT AUFHEBEN DÜRFEN

Rückkehrpflicht für Mietwagen bedeutet,

dass ein Chauffeur nach Beendigung

einer Personenbeförderung

sofort und auf direktem Weg zu seiner

Firmenzentrale zurückfahren muss.

Sobald eine weitere Bestellung vorliegt

(die nicht per App im Fahrzeug,

sondern in der Firmenzentrale eingehen

muss), kann der Chauffeur diese

unverzüglich durchführen. Die Rückkehrpflicht

ist also eine Regelung für

den Fall, dass ein Chauffeur KEINEN

neuen Fahrtauftrag hat.

Was tut nun aber ein Mietwagenfahrer

zwischen zwei Touren, wenn er nicht

mehr zur Fimrenzentrale zurückfahren

muss? Er bewegt sich dort, wo er

schnell den nächsten Auftrag erwartet.

Anders als Taxis darf der Mietwagenchauffeur

aber an keinem Halteplatz

warten, er darf auch keine Fahrgäste

aufnehmen, die ohne Bestellung einsteigen.

Also muss er so lange im Kreis

herumfahren, bis er eine Bestellung

per App bekommt.

Untersuchungen in den USA, wo Uber

und andere private Anbieter bereits

den Markt übernommen haben,

beweisen, dass dort der Verkehr rasant

zugenommen hat. Selbst wenn manche

Mietwagenfahrer anstatt zu kreisen auf

Parkplätzen am Straßenrand warten,

verschärft dies das Verkehrs- und

Stauproblem der Innenstädte. Denn

diese Parkplätze fehlen den Anwohnern,

die dadurch länger suchend

durch die Straßen fahren müssen.

Jeder, der schon einmal hinter einem

Auto im Schneckentempo hergefahren

ist, das einen Parkplatz sucht, weiß,

dass dies die größten Stauverursacher

sind.

Taxis fahren dagegen nach dem Ausstieg

ihrer Kunden sofort zu einem

nächstgelegen öffentlichen Halteplatz

und warten dort auf die nächste Fahrt.

Sie sorgen so für keinen Stau und

nehmen auch keine öffentlichen Parkplätze

weg.

Der Wegfall der Rückkehrpflicht für

Mietwagen würde also den Verkehr

und die Umwelt nicht entlasten,

sondern noch sehr viel stärker belasten

als bisher.jh

FOTOS: Simi / Taxi Times

6 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


WETTBEWERB

Jaroslaw Banah

Taxifahrer seit 1985, 8 Kinder

Mehmet Demir,

Taxifahrer seit 1998, 4 Kinder

Eduard Zakiev,

Taxifahrer seit 1998, 2 Kinder

Murat Gökçe (links),

Unternehmer seit 2005, 2 Kinder,

Mustafa Can, Fahrer seit 2000, 4 Kinder

FOTOS: Simi / Taxi Times

kann, weil er vorher gegen das Gesetz verstoßen

hat? Hätten Sie auch 20 Minuten

gewartet, wenn er von seinem Firmensitz

losgefahren wäre? Wir glauben, sie würden

dann lieber uns als ihre zuverlässigen und

schnell erreichbaren Taxifahrerinnen und

Taxifahrer bestellen.

Unsere Konkurrenz handelt bewusst

illegal. Vor allem die Uber-Partner wissen,

dass sie kaum kontrolliert werden,

und dass man ihnen einen Verstoß gegen

die Rückkehrpflicht nur schwer nachweisen

kann. Sie schaffen sich einen eigenen

rechtsfreien Raum und fordern gleichzeitig

von der Politik, die Rückkehrpflicht aus

dem PBefG zu streichen. Natürlich verrät

man gegenüber der Politik nicht, dass man

sich sonst weiterhin gesetzeswidrig verhalten

„müsste“. Stattdessen argumentiert

man, dass mit der Rückkehr zum Betriebssitz

eines Mietwagenunternehmens unnötig

die Umwelt verschmutzt und Staus

verursacht würden. Diese Begründung hat

einen großen Denkfehler (siehe nebenstehender

Kasten).

Wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer

appellieren an die Politiker des Deutschen

Bundestags: Lassen Sie sich nicht durch

einseitige Argumente dazu verleiten, das

PBefG an die Wünsche kapitalstarker

Großkonzerne anzupassen. Indem Sie

das Taxi schützen, schützen sie nicht nur

uns Taxifahrerinnen und Taxifahrer und

unsere Familien und Kinder. Sie schützen

auch Ihre Großmutter, Ihren Nachbarn

und Ihre Wähler. Nur mit dem Taxi und

seinen sich am Verbraucherschutz orientierenden

Gesetzesrahmen wird individuelle

Mobilität nicht zum Luxusgut der Gesellschaft,

sondern bleibt weiterhin für alle

zugänglich.

Wir Taxifahrer und Taxifahrerinnen bitten

aber auch unsere Fahrgäste um Unterstützung.

Helfen Sie uns, dass das Taxi als

Alternative und Teil des ÖPNV bestehen

bleibt. Als eine Alternative, die zwar teurer

ist als Bus und Bahn, aber trotzdem immer

bezahlbar bleibt und Ihnen jederzeit zur

Verfügung steht. Übrigens auch Ihnen,

liebe Politikerinnen und Politiker – ganz

egal, ob sie beruflich oder privat befördert

werden wollen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Taxifahrerinnen und Taxifahrer

DAS LEXUS GS 300h VOLLHYBRID TAXI

PREISGEKRÖNTER AUFTRITT

Und noch ein Grund zum Feiern. Der Lexus GS 300h sichert sich bei der Wahl zum Taxi des Jahres in seiner Klasse den 1. Platz in

der Kategorie „Emotion“. Die luxuriöse Hybridlimousine vereint emotionales Design und herausragende Effizienz. Und verweist

damit bei Deutschlands größtem Taxi-Vergleich die Wettbewerber auf die Plätze.

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taxi heute, Ausgabe 5/2017,

Seite 42–44

FOTOS: Stephan Berndt / Taxi Times, ZEICHNUNG: Karl Jilg

LEXUS FORUM BERLIN

M.C.F. Motor Company Fahrzeugvertriebsgesellschaft mbH

Ollenhauerstraße 9–13 • 13403 Berlin • Tel.: 030 498808-7000

Stralauer Allee 44 • 10245 Berlin • Tel.: 030 498808-4200

www.lexusforum-berlin.de

GS 300h Grundversion: Benzintriebwerk, 133 kW (181 PS), und Elektromotor, 105 kW (143 PS), Systemleistung 164 kW (223 PS), Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/kombiniert

4,6/4,3/4,4 TAXI l/100 JUNI km, -JULI/ CO 2-Emissionen 2018

kombiniert 104 g/km. Kraftstoffverbrauch GS 300h 7 Luxury Line innerorts/außerorts/kombiniert 5,0/4,8/4,9 l/100 km, CO 2-Emissionen

kombiniert 113 g/km. Abb. zeigt GS 300h Luxury Line mit Taxi-Paket.


WETTBEWERB

Wiens Taxikollegen durften sich nur zwei Tage lang über das Verbot der Uber-App freuen.

UBERX: WIEN WIRD WIE BERLIN

Wie gewonnen, so zerronnen. Ganze zwei Tage musste Uber seine

App in Wien abschalten, danach ging es mit einem Trick einfach

weiter. Die Vorgehensweise erinnert an München.

Als im April das Wiener Handelsgericht

eine Einstweilige Verfügung

erließ und Uber zwang,

seine Services UberBlack, -Van und UberX

abzuschalten, war die Freude beim Taxigewerbe

groß, besonders beim Kläger Christian

Holzhauser, dem Geschäftsführer der

Wiener Taxizentrale 40100. Uber halte

sich nicht an die geltenden Gesetze und

Verordnungen der Stadt Wien und agiere

wettbewerbswidrig, argumentierte

die Zentrale, die über 1.000 legale

Taxis allein in der Hauptstadt

Österreichs disponiert. Fahrzeuge

im Auftrage des amerikanischen

Anbieters verstießen gegen die

Rückkehrpflicht und würden Fahrgäste

auch außerhalb der Gemeinde des

Betriebssitzes aufnehmen. Das Handelsgericht

drohte bei Zuwiderhandlung eine

Strafe von bis zu 100.000 Euro je Einzelfall

an. Uber war zunächst einmal gezwungen,

seine App stillzulegen. Fahrgäste konnten

kein Fahrzeug mehr bestellen.

Es folgten turbulente Tage. Die

Presse berichtete ausführlich, der

Das Warten auf den nächsten

Auftrag bezeichnen Uber-

Fahrer als „Pause“.

Facebook-Account der 40100 wurde mit

dermaßen vielen Hasskommentaren übersät,

dass Holzhauser die Seite schließen

musste. Die wirtschaftsliberale Partei

NEOS rief mit markigen Sprüchen zur

„Rettung Ubers“ auf und wetterte in

den Medien gegen eine vermeintliche

Innovationsfeindlichkeit.

Doch der wahre Knalleffekt folgte zwei

Tage später: Uber ging an einem Freitagabend

um 19 Uhr wieder online. Nur wenige

Stunden nach dem Verbot war das Unternehmen

der Meinung, man könne getrost

wieder Fahrten vermitteln – an Partner, die

garantiert nicht gegen die Rückkehrpflicht

verstoßen würden. Schließlich hätten sich

in den letzten beiden Tagen sämtliche

Uber-Partner zu neuen Österreich-Regeln

verpflichtet. Die Geschäftsbedingungen

wurden um einen entscheidenden Punkt

erweitert. Konkret heißt es darin für die

Fahrer bzw. Mietwagenfirmen: „Wenn Sie

oder Ihre Fahrer keinen Folgeauftrag von

Ihrem Betriebssitz erhalten, dürfen Sie

sich nicht irgendwo hinstellen und auf den

nächsten Auftrag warten oder in der Stadt

herumfahren. Sie oder Ihre Fahrer müssen

zum Betriebssitz zurückfahren.“

Uber schiebt damit die komplette Verantwortung

auf die Partner ab, die

als eigenständige Mietwagenunternehmer

agieren. Eine Methode,

die in Berlin nur allzu bekannt sein

dürfte – und die nach nur wenigen

Tagen in Wien schon genau

die gleichen Folgen hatte, wie

man sie in Berlin seit Jahren beobachten

kann. Kein Uber-Partner hält sich an die

Rückkehrpflicht.

Gegenüber ‚kurier.at‘ berichteten Mietwagenfahrer

ganz ungeniert, wie sie die

Regeln umgehen. Sie würden eben nicht

zum Betriebssitz zurückfahren, sondern

das Warten auf den nächsten Auftrag als

„Pause“ deklarieren oder sich sehr viel

FOTO: Taxi Times

8 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


WETTBEWERB

Mitte April hatten die Taxikollegen noch

gegen Uber demonstriert. Rund vier

Wochen später verbot ein Gericht die App.

FOTO: Taxi Times

Zeit lassen. Offenbar ist es auch möglich,

durch ein Aus- und wieder Einloggen aus

der App schneller einen Fahrauftrag zu

erhalten. Uber, das eine Revision der Verfügung

beantragt hat, wäscht seine Hände

in Unschuld und macht sich nicht einmal

die Mühe, das Fehlverhalten zu leugnen.

Im ‚kurier.at‘ sagte eine Sprecherin, dass

man die Einhaltung der Gesetze nicht

kontrolliere.

WÄRE UBER OHNE

RECHTSVERSTÖSSE

LEBENSFÄHIG?

Muss man ja auch nicht, das ist Aufgabe

der Behörden. Und auch hier sind die Parallelen

zu Berlin frustrierend, denn Verstöße

gegen die Rückkehrpflicht lassen sich nun

einmal sehr schwer dokumentieren und

sanktionieren. Obwohl in Wien (wie auch

in Berlin, das ist die nächste Parallele) die

Fahrer die täglichen und nächtlichen Verstöße

mit Fotos und Dashcameras festhalten,

ändert sich nichts.

Am Wiener Flughafen sei ihre illegale

Bereitstellung zwar durch die Polizei unterbunden

worden, allerdings hielten die Fahrer

ihre Fahrzeuge dann in der Nähe an

anderen Orten bereit oder kreisten in der

Erwartung eines neuen Auftrages umher,

berichten Taxifahrer. Berliner Kollegen

können sich nur zu gut vorstellen, wie das

in Wien abläuft.

Trotzdem macht das aktuelle Wiener

Urteil dem Taxi 40100-Rechtsanwalt und

Wettbewerbsspezialist Dieter Heine große

Zuversicht. Ubers Geschäftsmodell „wird

zerbrechen, sobald es im legalen Rahmen

durchgeführt werden muss.“ Gesetzesverstöße

wohnten dem System inne; ohne

gegen die Auflagen zu verstoßen, würde

das Geschäft noch unwirtschaftlicher, als

es durch die Dumpingpreise ohnehin schon

ist. Diese Bedingungen, die die Unternehmer

zu ihrem illegalen Handeln treiben,

würden den Mietwagenunternehmen

jedoch vom übermächtigen Vertragspartner

diktiert. Ob in München, Basel, Berlin

oder Paris, die Probleme ähneln sich.

Je genauer allerdings die Gerichtsurteile

ausfallen würden, desto enger würde es,

sagte Heine. Je mehr Uber und seine Erfüllungsgehilfen

zur Einhaltung der Gesetze

gezwungen würden, desto unattraktiver

wird der Betrieb.

Man werde in Kürze ausreichend Beweise

vorlegen können, dass Uber sein System

nicht bzw. nicht nachhaltig genug geändert

habe. Die Änderungen der Geschäftsbedingungen

seien nicht viel mehr als eine

Abschreckung gewesen. Auf Basis dieser

Beweise wird Heine den Vollzug der angedrohten

Strafen beantragen. Adressat ist

hier erst mal der Vermittler Uber und

nicht die einzelnen Mietwagenunternehmen.

Der Experte für Handels- und Wettbewerbsrecht

hält es für unwahrscheinlich,

dass das Gericht Uber erlauben wird, die

Verantwortung auf die Mietwagenunternehmen

abzuwälzen und sieht seine Haltung

gestützt durch die Rechtsprechung

des EuGH.

KANN EINE STRAFANDROHUNG,

DIE KAUM DIE PORTOKASSE

BETRIFFT, ABSCHRECKEN?

Gerichte entscheiden normalerweise

innerhalb von zehn Tagen über solche

Fälle. Dem amerikanischen Appbetreiber

mit Sitz in Amsterdam drohen dann bis zu

100.000 Euro Strafe, und zwar pro Einzelfall.

Die Berliner Taxikollegen werden ganz

besonders die Daumen drücken. Und dann

darauf hoffen, dass ein juristisch gescheitertes

Modell UberX auch in Berlin endlich

und endgültig verboten wird. jh/prh

BERLINS TAXIVERTRETUNGEN:

INNUNG DES BERLINER

TAXIGEWERBES E. V.

Persisustraße 7

10245 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 23 62 72 01

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 23 62 72 02

Telefax: +49 (0)30 / 23 62 72 03

E-Mail: info@taxiinnung.org

www.taxiinnung.org

www.facebook.com/taxiinnung

TAXIVERBAND BERLIN

BRANDENBURG E. V.

Franklinstraße 18

10587 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 24 33 54 08

Tel. Kasse: +49 (0)30 / 86 09 07 70

E-Mail: taxiverband@t-online.de

www.taxiverband-berlin.de

TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V.

Persiusstraße 7

10245 Berlin

Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 202 02 13 10

Fax: +49 (0)30 / 202 02 13 11

E-Mail: berlin@taxideutschland.eu

www.taxideutschland.eu

www.facebook.com/taxi.deutschland.eu

Presserechtlich verantwortlich für

Beiträge auf Seiten des Taxi-Gremiums:

Detlev Freutel (TVB), Leszek Nadolski

(Innung), Ertan Ucar (TD)

TAXI JUNI -JULI/ 2018

9


WETTBEWERB

„DENK ICH AN DEUTSCHLAND

IN DER NACHT…“

Das aktuelle Steuerungs- und Kontrolldefizit hat System, nicht nur im

Taxigewerbe – findet ein Berliner Taxiunternehmer, der dieses Land

nicht mehr versteht.

Wundert sich wirklich noch

jemand darüber, dass immer

mehr Menschen Zuflucht am

politischen Rand unserer Gesellschaft

suchen? Menschen, denen die Perspektive

fehlt und die sich von denen, die eigentlich

Politik im Sinne einer gerechten Gesellschaft

machen sollten, nicht mehr verstanden,

nicht mal mehr gesehen fühlen. Mich

wundert das schon lange nicht mehr, auch

wenn es mich ärgert, dass populistische

Rattenfänger gerade Hochkonjunktur

haben.

Sharing-Community! Digitalisierung!

Moderne Start-Ups! „Zauberworte“, vor

denen Politiker erstarren wie das Kaninchen

vor der Schlange. Firmen, die hier

keine Steuern zahlen, oder denen unsere

Gesetze egal sind, werden von Politikern

hofiert, anstatt sie in die Schranken zu

weisen. Gewachsene, über Jahrzehnte

bewährte Gewerbe werden milliardenschweren

Multis schutzlos ausgesetzt,

selbst wenn Gesetze existieren, für deren

Durchsetzung der Staat verantwortlich

ist. Doch allerorten überforderte Behörden

und Gerichte – und die fast sklavische

Unterwerfung der Politik unter die Interessen

der Multis ermöglicht nahezu jede

Schweinerei.

Fragen Sie deutsche Spediteure, welches

Geschäft ihnen noch geblieben ist. Bestenfalls

noch auf nationalen, meist nur noch

bei lokalen Routen sind Unternehmen, die

sich an deutsches Recht halten und Mindestlöhne

zahlen, gegenüber mehrheitlich

«Die Unterwerfung

der Politik unter die

Interessen der Multis

ermöglicht fast jede

Schweinerei.»

osteuropäischen Firmen konkurrenzfähig.

Schauen Sie sich die Entwicklung der Mietpreise

in Innenstädten mit Tourismuspotential

an: Keine normale Familie kann

sich dort noch eine Wohnung leisten, weil

Portale wie AirBnb dafür gesorgt haben,

dass dort Wohnungen massenhaft als Ferienwohnungen

missbraucht werden und

die Mietpreise explodiert sind. Zahlt nicht

jeder deutsche Handwerksbetrieb mehr

Steuern in Deutschland als beispielsweise

Google oder Amazon? Gewachsene Strukturen

und Existenzen werden zerstört, Verbraucherschutz

und sichere Jobs beseitigt,

Märkte übernommen und am Ende Preise

und Bedingungen diktiert. Der Staat schaut

weg oder spielt mit und ebnet den Weg für

den Untergang eines selbstbestimmten und

durch Gesetze geschützten Wettbewerbs.

Er verkauft unsere Wirtschaft und damit

unser Land und seine Bürger.

Auf diesem Weg ist auch die Personenbeförderung.

In die vorbildliche Infrastruktur

des Öffentlichen Personennahverkehrs

(ÖPNV) unserer urbanen Zentren nisten

sich Parasiten ein, die Fortschritt vorgaukeln,

aber die Kannibalisierung des Systems

betreiben. Es ist bei Weitem nicht nur

das Taxigewerbe, das in seiner Existenz

gefährdet ist. Bedroht ist der gesamte

ÖPNV, der, genau wie Taxis, das Geschäft

in den nachfragestarken Gebieten und

Zeiten braucht, um Daseinsvorsorge auch

FOTO: stock.adobe.com

10 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


WETTBEWERB

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times

Das Taxi muss gläsern sein.

Und die Mietwagen?

in Randgebieten und -zeiten gewährleisten

zu können. Die neuen Anbieter sind

Rosinenpicker, die nur Hotspots in der

Primetime bedienen, und denen „öffentliches

Verkehrsinteresse“ fremd ist. Eine

Zusammenarbeit der BVG (mit Ramona

Pop an der Spitze des Aufsichtsrats) und

BerlKönig (einem Startup von Via und

Mercedes) verhöhnt nicht nur jahrzehntelange,

erfolgreiche Zusammenarbeit von

BVG und Taxigewerbe, sie führt auch eine

Zielsetzung unserer Wirtschaftssenatorin

für nachhaltige urbane Mobilität ad absurdum:

Neben dem ungenutzten, erfolgreich

erprobten Potential tausender Taxis werden

zusätzliche Mietwagen in den Verkehr

gebracht und öffentlicher Raum weiter verstopft.

Dass diese Mietwagen nur dann

und nur da eingesetzt werden sollen, wo

auch Geld zu verdienen ist, liegt in der

Natur der ausschließlich profitorientierten

neuen Anbieter. Die Ordnungsbehörde

darf diesen Irrsinn nicht zulassen und

muss die beantragte Erprobung versagen!

Mietwagen wird es immer leichter

gemacht. Für die Fahrerlaubnis zur

Fahrgastbeförderung brauchen Mietwagenfahrer,

anders als Taxifahrer, keine

Ortskenntnisse mehr nachzuweisen. Die

Einhaltung der Rückkehrpflicht und illegales

Bereithalten werden de facto nicht kontrolliert,

so dass Mietwagen mittlerweile

massenhaft wie Taxis eingesetzt werden,

ohne alle Pflichten, die Taxis zu erfüllen

haben. Es gibt keine mit Fiskaltaxametern

vergleichbare Datenerfassung in Mietwagen,

in Berlin nicht einmal Wegstreckenzähler.

Einer „fantasievollen“ Buchführung

sind Tür und Tor geöffnet. Wie sollen Taxis

dagegen konkurrieren?

Welchen Plan verfolgt die Politik, wenn

das Taxigewerbe gläsern sein soll, dasselbe

Geschäft aber völlig unkontrolliert

mit Mietwagen ausgeübt werden kann? Ist

nicht allen klar, dass der Betrug dann nur

Hellelfenbein abstreift und weitergeht, so

wie es Taxi Times bereits im letzten Jahr

in einem viel beachteten Beitrag bewiesen

hat? Oder ist das dann egal, weil das Zahlen

von Steuern bei den künftigen Flottenbetreibern

sowieso nicht zu erwarten ist?

Wie pervers ist es, wenn Unternehmer mit

bescheidenen Gewinnen hohe Investitionen

in gesetzlich geforderte Technik eines

INSIKA-Verfahrens tätigen, um den Betrügern

im eigenen Gewerbe das Handwerk zu

legen und selbst wieder konkurrenzfähig

zu werden, und dieser Effekt total verpufft,

weil die Schwarzarbeit nur umzieht?

Doch auch intern ist im Taxigewerbe

bisher keine der Erwartungen erfüllt worden,

für die Betriebe investiert und sich

„nackt gemacht“ haben. Wie auch immer,

der Betrug in den Mafiabetrieben, die

immer größer werden, geht ungebremst

weiter. Ehrliche Unternehmen haben

jetzt, erdrückt zwischen Mietwagen und

Taxi-Mafia, überhaupt keine Chance mehr.

Sie bekommen zu bezahlbaren Löhnen

keine Fahrer mehr: Die bekommen in den

bekannten Betrieben wie gehabt 50 Prozent

netto von den Brutto-Einnahmen unterm

Tisch, verdienen aber auf dem Papier so

wenig, dass zusätzlich noch staatliche

Transferleistungen kassiert werden. Das

zahlen die Doofen, die ehrlich Steuern und


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TAXI JUNI -JULI/ 2018

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WETTBEWERB

Abgaben abführen. Jedenfalls, so lange es

die Doofen noch gibt.

Bei Kontrollen der Arbeits- und Pausenzeiten,

die insbesondere das Einhalten des

Mindestlohngesetzes überprüfen sollen,

gehen Prüfer und Strafverfolgung den Weg

des geringsten Widerstands. Wer die Einzelfahrtenaufzeichnung

mit allen Details

erfasst, fällt beim kleinsten Tricksen auf,

selbst wenn damit nur der Arbeitsplatz

eines umsatzschwächeren Fahrers erhalten

werden soll. Wer verfolgt aber den tatsächlichen

Betrug mit Arbeitszeiten, der

systematisch zum illegalen Bezug staatlicher

Transferleistungen führt? In diesen

Betrieben ist das Datenmaterial dünner

und die Arbeit mühseliger. Müssen kleine

Erfolge also reichen, auch wenn es wenig

bringt und die Falschen trifft?

UNKOORDINIERTE DEMOS

GEHEN NACH HINTEN LOS

Und wie wehrt sich unser Gewerbe?

Leider viel zu kleinteilig. Ja, die Taxiverbände

betreiben Aufklärungsarbeit und

versuchen, das politische Handeln, gerade

hinsichtlich gesetzlicher Rahmenbedingungen,

zu Gunsten des Taxigewerbes zu

beeinflussen. Sie führen Prozesse, um illegale

Konkurrenz zu verhindern. Funkzentralen

unterstützen das finanziell, machen

Werbekampagnen und rüsten digital auf.

Es gibt auch Proteste auf der Straße. Doch

dabei ist Vieles unzureichend mit den

verantwortlichen Unternehmervertretern

koordiniert und ohne zentrale Botschaft.

Nicht selten hat das am Ende den Effekt,

dass der, den man angreifen will, mehr

Raum in den Medien erhält, als es ohne

die Aktion der Fall gewesen wäre.

Das Gewerbe muss also zuallererst

zusammenstehen. Das braucht Profis.

Dazu müssen alle bereit sein, Gräben

zuzuschütten und die Arbeit mit und in

«Der Staat verkauft

unsere Wirtschaft,

unser Land und seine

Bürger. »

den Gewerbevertretungen leisten. In Berlin

ist kein Verband mehr alleine in der

Lage, die Bedrohungen abzuwenden. Alle

müssen sich in einem gemeinsamen Haus

zusammenfinden, in dem auch Platz sein

muss für die mal mehr, mal weniger laute

„antiparlamentarische Opposition“, die

Fraktion von der Straße. Alle Ideen müssen

auf den Tisch, ob es nun der Plan ist,

den Finanzsenator wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung

anzuzeigen, oder Dienstaufsichtsbeschwerden

gegen alle Berliner

Behördenleiter einzureichen, die für die

Rahmenbedingungen des Taxigewerbes

verantwortlich sind und ihrer Kontrollpflicht

nicht nachkommen. Nicht wenige

der Kollegen wären bereit, bei einer gut

organisierten Aktion auch mal den kompletten

Verkehr lahmzulegen, weil ihre

Taxis überall und gleichzeitig, auch an

neuralgischen Verkehrsknotenpunkten,

aufgrund technischer Probleme liegen

bleiben.

Es ist schwer zu sagen, ob solche Maßnahmen

Wirkung zeigen würden. Sie

müssten auf jeden Fall im Vorfeld gut

kommuniziert werden. Die medeiale Aufmerksamkeit

wäre zweifellos vorhanden.

Vielleicht wären solche Aktionen auch nur

ein Puzzleteil eines gesamtgesellschaftlichen

Protestes gegen politische und gesellschaftliche

Fehlentwicklungen. Ein Protest,

der aus der Mitte unserer Gesellschaft

kommt – wer ist mehr mittendrin als das

Taxi Times deckte im April 2017 die

Verflechtungen windiger Taxibetriebe auf.

Taxi? Das bedeutet Verantwortung. Taxis

sind doch nicht die Einzigen, die auf der

Abschussliste des Großkapitals und ihren

politischen Handlangern stehen. Daher

hatte ich zu Beginn etwas weiter ausgeholt

und das Problem in einen gesamtgesellschaftlichen

Zusammenhang gestellt. Im

Bereich Verkehr sind die Spediteure sicher

die geborenen Verbündeten. Auch die

anderen ÖPNV-Betreiber dürften in vielen

Punkten ähnliche Probleme haben: Mietervereine

und Hotellerie, Der Einzelhandel –

das zieht sich durch die ganze Gesellschaft.

Das Taxigewerbe muss nur seine ureigene

Arbeit machen. Und das heißt, Menschen

mit auf den Weg zu nehmen.

Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.

Der Berliner Mehrwagenunternehmer

möchte nicht namentlich genannt werden.

Erhöhe deinen

Taxiumsatz !

Die neue App für den Taxifahrer

Finde mehr Fahrgäste

auf Basis von

Live-Ereignissen.

Erfahre mehr auf

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KONZESSIONEN UND

KONTROLLEN

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

(LABO) hat

Ende Mai die Berliner Taxiverbände

zum Gespräch eingeladen und dabei

auch die aktuellen Konzessions- und

Kontrollzahlen mitgeteilt.

8.155 Taxikonzessionen

1.751 Mietwagenkonzessionen

753 kontrollierte Taxen (1.1.–24.5.2018)

9 Kontrollen am TXL, davon 2 im

Verbund mit der Polizei

FOTO: Taxi Times

12 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


WETTBEWERB

FOTOS: Simi / Taxi Times

DER UBER-CHEF

UND SEINE

SPRINGER-FREUNDE

Alle Proteste der Berliner Taxifahrer vor der

Türe halfen nichts. Uber-CEO Dara

Khosrowshahi konnte abermals eine breite

PR-Maschinerie in Gang setzen. Die Bild-

Zeitung half kräftig mit.

Khosrowshahi war einer der Redner

auf der Noah-Konferenz Anfang

Juni in Berlin. Der Kalanick-

Nachfolger konnte dort alle seine Pläne

vorstellen, die er in Deutschland noch

verwirklichen will: Uber in weitere Städte

Deutschlands bringen, die Rückkehrpflicht

für Mietwagen aufheben, Uber Green in

Berlin etablieren, den E-Fahrrad-Verleih

‚Jump’ auch in Europa einführen (inklusive

Berlin), fliegende Taxis bis 2023 etablieren.

Letztendlich will Uber eine breit gestreute

Mobilitätsplattform werden, „das Amazon

des Transportes“.

Es hätte gar nicht erst die Konferenz

gebraucht. Dank der Springer-Medien

konnte Khosrowshahi seine Ziele parallel

über die Medien verbreiten. Den meisten

Platz bekam er bei der Bild-Zeitung in Form

eines großen Interviews.

Wenig Aufmerksamkeit bekamen dagegen

die vielen Kollegen, die sich pfeifend

vor dem Konferenzgebäude versammelt

hatten, ihre Taxi-Dachzeichen hochhielten

und gegen Uber protestierten. Die Initiative

zu diesem Protest ging von einer Berliner

Facebook-Taxigruppe aus, war allerdings

von den verantwortlichen Administratoren

nicht als Demonstration angemeldet worden,

wie ein Polizeibeamter gegenüber Taxi

Times vor Ort bestätigte.

Berlins Taxiverbände hatten sich offiziell

nicht an der Demonstration beteiligt,

zeigten aber in einer Presseerklärung

Verständnis für die Kollegen und bemühten

sich, auf die permanenten Verfehlungen

des Fahrtenvermittlers hinzuweisen.

Es sind die immer gleichen Argumente,

solche, die sich auch auf den vorherigen

Seiten dieser Ausgabe wiederfinden. Es

sind Hinweise auf systematische Gesetzverstöße

und sich wiederholende Appelle

an die Behörden, endlich die Kontrollpflicht

zu erfüllen.

Die Taxiverbände versuchen akribisch,

mit der Politik ins Gespräch zu kommen,

aufzuklären, die Qualität und die Unverzichtbarkeit

der Taxibranche aufzuzeigen.

Wenn man dann in der Presse lesen

muss, dass der deutsche Wirtschaftsminister

Peter Altmaier den Uber-Chef zum

persönlichen Gespräch empfing, versteht

man die Welt nicht mehr. Eigentlich hätte

Khosrowshahi zum Rapport bei der deutschen

Justizministerin Katarina Barley

antreten müssen. Und die hätte ihn wegen

ARD-BERICHT DECKT

DEN UBER-BETRUG AUF

Genau an dem Tag, als Dara Khosrowshahi

in Berlin war, ist eine Reporterin

der ARD im Mittagsmagazin der

Frage nachgegangen, ob sich die Uber-

Partner an die Rückkehrpflicht halten.

Man führte dazu Testfahrten durch

– offizielle und solche mit versteckter

Kamera. Jedes Mal wurden die Fahrer

befragt, ob sie nach einer Fahrt zu ihrer

Betriebszentrale zurückkehren würden.

Bei der ersten Fahrt, bei der auch der

Name des Fahrers genannt wurde (den

Fahrer hatte die Pressestelle Ubers

vermittelt), gab dieser an, er würde

selbstverständlich nach jeder Tour in

Richtung seiner Zentrale zurückfahren.

Oft käme er allerdings nicht so weit, weil

er gleich schon wieder den nächsten

Auftrag erhalten würde.

Als die Reporterin danach allerdings

mit versteckter Kamera weitere Fahrten

durchführte, änderten sich die Antworten.

Diese Fahrer erzählten, dass sie

nicht zur Firmenzentrale zurückfahren

würden. Somit deckte die Reporterin

auf, dass die Uber-Partner ganz bewusst

gegen Gesetze verstoßen. „Man müsse

ja auch leben“, sagte einer von ihnen zur

Rechtfertigung.

Der Sendebeitrag ist im ARD-Mittagsmagazin

erschienen. Er kann unter

anderem unter www.taxi-times.taxi

abgerufen werden. Stichwortsuche:

Taxi-Protest. jh

permanenter Missachtung rechtsstaatlicher

Prinzipien gleich verhaften und

abschieben sollen.

Stattdessen heißt es für die Taxifahrer

und Funktionäre: Mit vereinten Kräften

weiterkämpfen, ohne interne Grabenkämpfe.

Packen wir’s an! Wer im Recht

ist, darf nicht verlieren.

jh

TAXI JUNI -JULI/ 2018

13


30

42

VERKEHR

ZWÖLF NEUE STATIONÄRE BLITZER

Jedes Jahr kommen auf deutschen Straßen an die 50.000 Unfälle

mit Personenschaden durch überhöhte Geschwindigkeit zustande.

Der Berliner Senat baut deshalb in naher Zukunft neue Blitzsäulen auf.

50

41

50

46

30

43

60

45

30

44

Westend, Theodor-Heuss-Platz

(Ecke Kaiserdamm)

Wilmersdorf, Bundesallee Ri. Zoo

(Ecke Nachodstr.)

Wilmersdorf, Bundesallee Ri. Zoo

(Ecke Güntzelstr.)

Schöneberg, Innsbrucker Platz B 1 Ri. Mitte

Tegel, Hermsdorfer Damm stadteinwärts

(Ecke Waidmannsluster Damm)

Hennigsdorf, OT Nieder Neuendorf,

Dorfstr. (nördl. Bahnhofstr.), beide Ri.

Wedding, Seestr. Ri. A 100

(Ecke Dohnagestell), abeschaltet?

Tiergarten, Großer Stern

(Ecke Altonaer Str.)

Hansaviertel, Altonaer Str. /

Bartningallee, abgebaut

Siemensstadt / Charlottenburg-Nord,

Siemensdamm

Ri. A 100 (Ecke

Nikolaus-Groß-Weg)

Charlottenburg, Ernst-

Reuter-Pl. / Otto-Suhr-Allee

Charlottenburg, Bismarckstr.

/ Leibnizstr., abgebaut

Steglitz, Schildhornstr. Ri. Schloßstr. (Paulsenstr.

➞ Gritznerstr.), Tempo-30-Blitzer

und Ampelblitzer kurz hintereinander

Steglitz, Schloßstr. B 1 Ri. A 103 (Ecke Wolfensteindamm)

120

47

A 111 stadteinwärts,

kurz

hinter der

Stadtgrenze

[2018]

Westend, Kaiserdamm B 2

/ Messedamm [2018]

Tiergarten / Schöneberg, An der Urania /

Kurfürstenstr. [abgebaut; Neuaufbau 2018]

30

Reinicken-

dorf,

Scharnweberstr.

Ri.

Wedding

(Ecke Antonienstr.)

60

A 111 Tunnel

Flughafen

Tegel [2019]

50

Schöneberg, Potsdamer Str. / Bülowstr. [2018]

50

50

50

50

40

Wedding, Seestr. Ri. A 100

(Indische Str. ➞ Malplaquetstr.)

Wedding, See-

str. / Amrumer

Str.,

abgebaut

50

30

50

50

50

Reinickendorf,

Lindauer

Al. /

Roedernal.

dd [2018]

50

50

Tunnel

Tiergarten

– Spreebogen

[2019]

50

50

50

50

50

50

50

Mitte, Mollstr. Ri.

Torstr. Ecke Otto-

Braun-Str. [2018]

50

50 50

50

50

50

50

50

50

1

50

80 80

50

Gesundbrunnen,

Osloer Str. Ri. Pren

Berg (Ecke Kolonie

Alt-Treptow, Pus

/ Elsenstr. (B 96a

Neukölln, Grenzallee /

Buschkrugallee [2018]

Prenz

Prenz

Pre

A 100 Tunnel Ortsteil Britz (zwei Messstellen je

Richtung); Tempo manchmal auf 60 km/h begrenz

30

40

Potsdam, Berliner Vorstadt, B 1 Berliner Str. stadteinwärts

(Tizianstr. ➞ Leonardo-da-Vinci-Str.)

Potsdam, Nördl. Innenstadt, Hans-

Thoma-Str. Ri. Nuthestr. (Ecke Leiblstr.)

Potsdam-

Eiche, Kaiser-

Friedrich-Str.

Ri. Golm

(Höhe Polizeipräsidium)

50

Potsdam, Nördl. Innenstadt,

Ende der Nuthe-(schnell-)str.

(Ecke Berliner Str.)

Potsdam, Südl. Innenstadt,

Heinrich-Mann-Al. stadtauswärts

(Ecke Leipziger Str. ggü. Hbf.)

Potsdam, Teltower Vorstadt,

Heinrich-Mann-Al. stadteinwärts

(Horstweg ➞ Am alten Friedhof)

50 37

36

60

38

70

39

30

50

50

50

50

50

Schönefeld, OT Großziethen,

Karl-Marx-Str. Ri.

süd (Ernst-Thälmann-

Platz ➞ Ernst-Thälmann-

Str.), 50 / 30 km/h

Potsdam-

Schlaatz,

Drewitzer Str.

stadteinwärts

(Höhe Unter

den Eichen)

Kleinmachnow,

Zehlendorfer

Damm (Driftkamp

Fontanestr.),

drehbar

50

Stahnsdorf, Potsdamer Damm /

Potsdamer Str. (Kreuzung beseitigt)

50

34

50

35

50

33

Tempelhof,

Attilapl.,

abgebaut

Kleinmachnow,

Zehlendorfer

Damm

/ Geschwister-

Scholl-Allee,

abgebaut

50

31

30

32

Friedenau,

Kaisereiche,

abgebaut

Teltow,

Lichterfelder

Al.

/ Hauffstr.,

abgebaut

Tempelhof,

Te-

Damm

B 96 Ri.

Mitte

(Höhe

A 100)

Tempelhof,

Oberlandstr.

Ri. Te-Damm

(Höhe A 100)

50

28

50

30

50

29

Britz, Buckower Damm /

Gutschmidtstr., abgebaut

Schönefeld, OT

Großziethen,

Lichtenrader

Ch. (Höhe Am

Langen Grund),

beide Ri.

30

50

50

50

30

21

Schönefeld, OT

Großziethen,

Karl-Marx-Str.

(Friedhofsweg

Alt-Großziet.),

beide Ri.

70

26

Schönefeld, Walter

fer Chaussee (nahe

Stadtgrenze), beid

50

50

Schönefeld, OT

Großziethen,

Rudower Allee

(Höhe An den

Eichen), beide Ri.

50

24

50

14 27

JUNI-JULI/ 2018 TAXI

80

25


R IN BERLIN BIS ENDE 2019

70

3

BLITZER IM WEITEREN UMLAND

nnen,

i. Prenzl.

Koloniestr.)

w, Puschkinallee

(B 96a) [2018]

e /

8]

Waltersdor-

(nahe

), beide Ri.

T

Prenzlauer Berg, Bornholmer Str. Ri. Ostseestr. (Ecke Schönhauser)

Prenzlauer Berg, Prenzlauer Allee B 109 Ri. A 114 (Ecke Ostseestr.)

n je

egrenzt

50

Ri.

50

24

Prenzlauer Berg, Greifswalder Str. (Ecke Ostseestr.), abgebaut

50

50

50

2

50

4

Mitte, Molkenmarkt,

abgebaut

50

Kreuzberg, Mehringdamm

Ri. Mitte (Ecke Bergmannstr.)

Oberschöneweide, An der Wuhlheide stadteinwärts

Ecke Rudolf-Rühl-Allee [2018]

Adlershof, Adlergestell

B 96a stadteinwärts Höhe

Otto-Franke-Str. [2018]

30

18

5

50

Schönefeld, Am

Seegraben (Höhe

Waldstr.), beide Ri.

Friedrichshain, Petersburger

Str. / Straßmannstr., abgebaut

70

11

Tiergarten, Reichpietschufer

B 96 (Ecke Tunneleinfahrt)

70

Kreuzberg, Hallesches Ufer

B 96 (Ecke Schöneberger Str.)

Lichtenberg, Frankfurter Allee B 1 Ri.

Mitte (Magdalenenstr. ➞ Ruschestr.)

50

60

30

19 30

20

22

80

17 50

50

15

8

50

9

Hoppegarten, OT Waldesruh, Köpenicker Allee

(Humboldtstr. Robinienweg), beide Ri.

50

14

70

12

KARTE DER

STATIONÄREN

BLITZKÄSTEN

IN BERLIN

UND UMLAND

50

10

Ampelblitzer

Tempoblitzer

kombinierter

Blitzer

ehemaliger

Blitzer

orange unterlegt:

in Vorbereitung

(alle Angaben ohne Gewähr) ar

50

50

6 7

50

13

70

16

Landkreis Barnim (BAR):

1.Wandlitz, OT Schönwalde, L 100 Hauptstr. Ri. Basdorf [abgeschaltet?]

2. Bernau, B 2 Rüdnitzer Ch. Ri. Berlin (Ortsschild➞

Henzestr.) [abgeschaltet?]

3.B2Biesenthal, Rüdnitzer Chaussee (Höhe Dahlienweg), beide Ri.

4. B 158 Blumberg, Blumberger Chaussee Ri. Berlin (hinter A 10)

5. B 158 Blumberg, Freienwalder Chaussee Ri. Berlin (Höhe GrünerWeg)

6. B 158 Höhenland, OT Leuenberg, Ri. Bad Freienwalde (Dorfmitte Abzweig

Freudenberg) [abgeschaltet?]

7. B 158 (Leuenberg

Steinbeck), beide Ri.

Landkreis Märkisch-Oderland (MOL):

8. Altlandsberg, L 33 Ri. Berlin (Verlängerung der Landsberger Al.), Höhe L 30

9. Altlandsberg, L 33 (Ringstr. Landsberger Str.), drehbar

10. Strausberg, L 22 Höhe Seniorenresidenz Finkenweg

11.B1Hoppegarten, OT Dahlwitz-Hoppegarten (nahe Rennbahnal.), beide Ri.

12. B 1 Rüdersdorf (Berliner Str. Zementwerk), beide Ri. [abgebaut?]

13. B 1 Rüdersdorf, OT Lichtenow, Ri. Berlin

14. Rüdersdorf, Ernst-Thälmann-Str. (Schulzenhöher Weg Am Kirchsteig),

drehbar

Landkreis Oder-Spree (LOS):

15. Schöneiche, Kalkberger Str. (Autohändler

Netto-Markt), beide Ri.

16. Storkow-Rieplos, L 23 Kummersdorfer Str. Ri. A 12 (nahe Abzweig Kummersdorf)

[abgeschaltet?]

17. A 12 Ri. Schönefeld am Dreieck Spreeau

Landkreis Dahme-Spreewald (LDS):

18. Schönefeld, OT Waltersdorf, Weidenweg (Am Waldesrand Am Feldrain),

drehbar

19. Schönefeld, OT Waltersdorf, Berliner Str. Ri. KW (Dreieck Waltersdorf ➞

Schulzendorfer Str.), 50 / 30 km/h

20. Schönefeld, OTWaltersdf., Schulzendorfer Str. Ri. Berlin (östl. Berliner Str.)

21. Schönefeld, OT Waßmannsdorf, Dorfstr. (Waßmannsdorfer Allee Mühlenweg),

beide Ri.

22. L 400 Zeuthen Ri.Waltersdorf (Höhe FörstereiWüstemark)

23. KönigsWusterhausen, OT Zeesen (Körbiskrug), B 179 Spreewaldstr. Ri. KW

24. Mittenwalde, Chausseestr. Ri. Groß Machnow (Höhe Zülowkanal-Brücke)

25. Mittenwalde, OTTelz, B 246 Ri. Mittenwalde

Landkreis Teltow-Fläming (TF):

26. B 96 Rangsdorf Ri. Zossen (kurz hinter A 10)

27. B 96 Zossen, OT Dabendorf, Berliner Chhaussee, beide Ri.

28. Ludwigsfelde, OT Genshagen, Genshagener Dorfstr. (Am Wald Ludwigsfelder

Str.), drehbar

29. Ludwigsfelde, OT Groß Schulzendorf, L 79 Dorfaue Ri.Wietstock

30. Ludwigsfelde, OTWietstock, L 79 Groß Schulzendorfer Str. stadteinwärts

31. Ludwigsfelde, Potsdamer Str. (Iltisweg

Fuchsweg), beide Ri.

32. Ludwigsfelde, Ernst-Thälmann-Str. (Walther-Rathenau-Str. Taubenstr.),

beide Ri., 50 / 30 km/h

33. Ludwigsfelde, OT Siethen, L 795 Potsdamer Chaussee Ri. süd (Höhe Zum

Wiesenberg)

34. Ludwigsfelde, OT Gröben, Gröbener Allee Ri. Fahlhorst (ggü. Am See)

35. Ludwigsfelde, OT Jütchendorf, L 793 Lindenstr. Ri. Siethen

Landkreis Potsdam-Mittelmark (PM):

36. Seddiner See, OT Seddin, B 2 Leipziger Str. Ri. Michendorf (südl. Hauptstr.)

37. Seddiner See, OT Neuseddin, B 2 Leipz. Str. (Höhe Kunersdorfer Str.), beide Ri.

38. A 10 Höhe Abfahrt Michendorf [nur zeitweise?]

39. Michendorf,B2Ri.Potsdam (nördl. L 77 Str. des Friedens)

40.Werder, OT Glindow, Dr.-Külz-Str. (Höhe Feuerwache Friedenspl.), drehbar

Landkreis Havelland (HVL):

41. Ketzin, OT Falkenrehde, L 204 Potsdamer Allee (Ketziner Str. UetzerWeg),

drehbar

42.Wustermark, OTWernitz, L 863 Ketziner Str. Ri. Berlin (südwestl. Dorfstr.)

43. Brieselang, L 202 Brieselanger Str. dorfeinwärts (Höhe Penny), 50 / 30 km/h

44. Brieselang, L 202 Finkenkruger Str. (Karl-Marx-Str. AmWald), drehbar

45. L 201 Brieselang ➞ Nauen (imWald)

46. Nauen, OT Börnicke, L 273 Staffelder Str. Ri. Nauen

Landkreis Oberhavel (OHV):

47. A 10 Ri. Hamburg am Kreuz Oranienburg

HINTERGRUNDBILD: OpenStreetMap, GRAFIK: Axel Rühle / Taxi Berlin

50

23

TAXI JUNI -JULI/ 2018

15


RECHT

VERGESSENE

VERKEHRSREGELN – FOLGE 5

Zum Riskieren von Knöllchen, Gefährdung oder Unfällen haben

Taxifahrer viel mehr Zeit als andere – und mitunter auch laut- oder

PS-starke Mittel.

Seit Jahrhunderten untersuchen

Wissenschaftler, wie verschiedene

Lebewesen untereinander

kommunizieren. Je größer der Unterschied

zu den Menschen, umso kniffliger ist dieser

Forschungszweig. Eine erst teilweise

erforschte Spezies sind die Autofahrer. Aufgrund

der Unmöglichkeit, durch geschlossene

Autofenster miteinander zu sprechen,

läuft die Verständigung zwischen Verkehrsteilnehmern

grundsätzlich anders

ab als in einer Zivilgesellschaft, nämlich

meist eingeschränkt akustisch und/oder

optisch – und oft weniger kooperativ.

Kein Wunder, beschränken die Mittel

sich doch hauptsächlich auf Hupe, Gesicht,

Hände und Lichthupe. So ist es für manchen

Verkehrsteilnehmer nicht ganz leicht,

zwischen den sehr ähnlichen Aussagen

„würden Sie bitte die Freundlichkeit haben,

ihren Schlaf an einem besser geeigneten

Ort fortzusetzen“ und „Ich prügel dich

gleich krankenhausreif, du minderbemittelter,

von einer Prostituierten abstammender

Primat“ zu unterscheiden. Seltenere,

dafür jedoch leichter zu entschlüsselnde

Statements erlauben subtilere Kommunikationsmittel,

beispielsweise Motoren mit

hirschähnlichem Klang.

Sie verlautbaren etwa die wiederum eng

miteinander verwandten Aussagen „Alter

macht ihr sofort alle Platz für großen Held“

und „hört mal, was für einen Spaß es macht,

einen IQ von 50 mit einer PS-Zahl von 500

zu kompensieren“. Nebenkommunikationsformen

findet man zunehmend häufig

in der platzraubenden (und zivilisierte

Menschen beleidigenden) Übergröße eines

ausschließlich in der Großstadt genutzten

Gefährts, manchmal auch in der Art, alle

anderen Verkehrsteilnehmer optisch vor

der eigenen Unfähigkeit durch eine oder

mehrere rote Fahnen am Auto zu warnen

(die oben einen schwarzen und unten einen

gelben Streifen haben) oder die Provokation

gegenüber Taxifahrern durch ein schwarzes

U auf der Tür oder ein Nummernschild

mit KW oder LN am Anfang, das das Zeigen

des Mittelfingers bzw. jede inhaltliche

Beleidigung oft von vornherein ersetzt.

Kommt es doch einmal zu einem verbalen

Austausch, in dessen Rahmen man

dem Feind auch nur einen Bruchteil der

begründeten Verachtung zum Ausdruck

bringt, wird das von Richtern leider schnell

als unberechtigte Beleidigung missdeutet

und hat mitunter teure Folgen. Da die

Kreativität wortgewandter Menschen hier

einen unendlich großen Rahmen schafft,

verweisen Bußgeldkatalog und Online-Portale

lediglich auf exemplarische Gerichtsurteile

und betonen, dass die jeweilige

Strafe vom Einkommen des Beleidigenden

abhängt (Stichwort Tagessätze). So kostete

das Herausstrecken der Zunge schon mal

150 Euro, „Dumme Kuh“ 300 Euro, „Blödes

Schwein“ 475 Euro, einen Polizisten zu

duzen 600 Euro, die berühmte Scheibenwischer-Geste

1.000 Euro und der Stinkefinger

4.000 Euro.

Diese Preise erscheinen im Vergleich

happig und nicht leicht nachvollziehbar.

Nicht nur der Umstand, dass Schweine

wesentlich intelligentere, sensiblere und

sozialere Tiere sind als Kühe bzw. Bullen,

lässt an der Verhältnismäßigkeit der

genannten Strafen für die recht alltäglichen

Äußerungen zweifeln. Vergleicht

man sie zudem mit den Strafen für Verhaltensweisen,

die Menschen tatsächlich

schädigen oder in Lebensgefahr bringen

können, etwa überhöhte Geschwindigkeit

im Straßenverkehr, so erscheint das Ganze

noch viel fragwürdiger.

Fazit: Der Straßenverkehr ist keine geeignete

Plattform zur freien und ehrlichen

Meinungsäußerung. Die Richter stecken

voller Vorurteile und sprechen Ihnen aus

Unkenntnis pauschal ab, dass der Feind

Sie zu den wüsten Beschimpfungen selbst

veranlasst hat.

Wenn Ihnen ein anderer Verkehrsteilnehmer

allen Grund gibt, ihn zu beleidigen,

atmen Sie durch, lächeln Sie, und fragen Sie

sich einfach kurz: „Was wollte die Natur

uns damit sagen?“

ar

FOTO: stock.adobe.com

16 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


SERVICE

Müssen zur Luftreinhaltung tatsächlich

auch Erdgas-Taxen, Radfahrer,

wasserstoffgetriebene Autos, Elektroroller,

Linienbusse, autogasgetriebene Transporter,

E-Bikes, E-Taxen, und Carsharing-Pkw

ausgebremst werden?

TEMPO 30 GEGEN NO2 –

DIE BESTE OPTION?

Mal ist es der Lärm, mal die fehlende Verkehrssicherheit, mal der

Feinstaub. Aktuell ist das Stickstoffdioxid der Grund für Tempo 30 auf

Hauptverkehrsstraßen.

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

Bei der Dieselverbrennung entstehen unter anderem Stickstoffoxide

und schädigen die Atemwege erheblich. In Berliner

Straßenabschnitten mit besonders hoher Belastung

soll deshalb künftig nur noch 30 statt 50

km/h gefahren werden, zunächst versuchsweise,

um die Wirkung zu messen.

Den Anfang hat der Straßenzug Leipziger

Straße – Potsdamer Straße gemacht. Demnächst

soll der Bereich in die Hauptstraße

verlängert werden, hinzukommen sollen

die Kantstraße in Charlottenburg und der

Tempelhofer Damm.

Verkehrssenatorin Regine Günther meint, in vielen Fällen resultiere

aus dem Tempolimit keine Verlangsamung, sondern eine

Beschleunigung, da der Verkehr flüssiger werde. Keine Maßnahmen

zu ergreifen sei angesichts der Klage der Deutschen Umwelthilfe

gegen das Land Berlin und der drohenden Klage der EU

gegen die Bundesregierung ebensowenig eine Alternative wie

eine Plakette für „saubere“ Autos.

Das parteipolitische Echo auf die Maßnahme fällt erwartungsgemäß

geteilt aus. Die FDP sieht eine „willkürliche Maßnahme“ und

verweist auf ein Gutachten, das die Maßnahme für wirkungslos

hält. Die CDU spricht von einer „Kampfansage an die Autofahrer“

und will den Verkehr lieber durch die schnellere Durchführung

von Straßenbaumaßnahmen und durch einen Stopp der Verringerung

von Verkehrsflächen beschleunigen. Alle drei Oppositionsparteien

sind strikt gegen weitere Tempo-30-Abschnitte.

Auch der ADAC zweifelt an der Wirksamkeit der Maßnahme

und fragt sich, wie eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit

den Verkehr denn beschleunigen soll. Bei der BVG ist man wenig

begeistert über die weitere Verlangsamung des Busverkehrs auf

den betreffenden Straßenabschnitten, hält sich aber mit Kritik

«Fahrverbote für

Bier-Bikes statt für

Dieselautos!»

Berliner FDP-Fraktion

zurück. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) findet,

dass die Maßnahme noch lange nicht ausreicht.

Das Taxigewerbe würde eine Verkehrsbeschleunigung durch

wirksamere Maßnahmen bevorzugen:

stündliches Freischleppen von Busspuren,

konsequentes Ahnden von unberechtigtem

Halten in zweiter Spur und

illegalem Befahren von Busspuren, eine

effektivere Aufteilung des Straßenraumes

auf die einzelnen Verkehrsarten,

sinnvollere Ampelschaltungen, häufigere

Anwesenheit von Bauarbeitern auf Straßenbaustellen

– und einen attraktiveren Linienverkehr, der die

Privat-Pkw-Nutzer in den ÖPNV lockt.

ar

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und Krankenwagenfahrer in Berlin.

Neu: mit Prüfungssimulation

TAXI JUNI -JULI/ 2018

17


TAXI BERLIN TZB GMBH

BZP-VIZEPRÄSIDENT

HERMANN WALDNER:

» DRUCK VON DER STRASSE

KANN SINNVOLL SEIN,

MUSS MAN ABER SEHR GUT

ABWÄGEN«

In Zeiten der digitalen Konkurrenz

auf dem Personenbeförderungsmarkt

muss das Taxigewerbe seine

Marktposition verteidigen. Daran

muss jeder einzelne Fahrer mitarbeiten,

sagt Zentralenchef und

Gewerbevertreter Hermann Waldner.

Warum wir eine Qualitätsoffensive

brauchen und wie sensibel

man beim Thema Taxi-Demos vorgehen

muss, verrät er im Interview.

Taxi Times: Herr Waldner, Uber in Berlin

und München, Moia in Hamburg und

Hannover, dazu Ride-Sharing-Angebote

von Daimler, der Bahn und anderen: Wie

bedroht ist das Taxigewerbe?

Hermann Waldner: Es ist erheblich

bedroht, da wir es hier mit Diensten zu

tun haben, die dem Kunden auf den ersten

Blick attraktiver erscheinen als das Taxi.

Sie sind oft preisgünstiger, manche Fahrer

tragen Anzüge, und natürlich ist auch

Ridesharing ein Argument, da die Investoren

es als große Marktlücke entdeckt und

beworben haben und das Taxigewerbe hier

softwaretechnisch nicht so schnell mitziehen

konnte. Auch, wenn es das inzwischen

auch bei uns gibt: Durch den anfänglichen

Vorsprung konnte die Konkurrenz Kunden

von uns abgreifen.

Teils auch durch massive Verstöße

gegen geltendes Recht. Doch anstatt das

zu verurteilen, bekommt der Uber-Chef

Dara Khosrowshahi sogar eine Audienz

mit Wirtschaftsminister Peter Altmeier.

Wie neidisch sind Sie da?

Wirtschaftsorganisationen wie Taxifunkgesellschaften

erscheinen ja im Vergleich

zu Autoherstellern als sehr kleine

Institutionen. Natürlich spielt eine Firma

wie Taxi Berlin in der Bundespolitik eine

viel geringere Rolle als Mercedes oder

VW. Auf dem Regionalmarkt mag es etwas

anders aussehen. Die Bundespolitik spricht

aber mit dem Bundesverband BZP, der ja

das Taxigewerbe politisch vertritt. Da werden

wir schon ernstgenommen. Ich bin

davon überzeugt, dass man in der Politik

mit Erklären der Situation etwas erreichen

kann. Deshalb ist es sinnvoll, die Lobbyarbeit

fortzuführen und zu verstärken. Aus

meiner Sicht macht der BZP hier eine sehr

gute Arbeit.

Derweil wird aber die Unruhe unter

den Kollegen immer größer. Über soziale

Medien wird einiges auf die Beine

gestellt, zum Beispiel laufen Appelle für

eine bundesweite Demonstration mit

Schwerpunkt in Berlin. Wie positioniert

man sich demgegenüber als Taxizentrale?

Meiner Meinung nach kann der Druck

von der Straße in bestimmten Situationen

notwendig sein. Man muss aber sehr

gut abwägen, damit es nicht nach hinten

losgeht. Wenn wir über den derzeitigen

großen Aufreger sprechen, dass Uber und

andere Mietwagenunternehmen in Großstädten

wie Berlin, München, Hamburg

oder Köln taxiähnlichen Verkehr betreiben,

dann geht es ja um konkrete Gesetzesverstöße.

Wenn wir dagegen etwa beim

Bundesverkehrsministerium demonstrieren

würden, würde der Minister zurecht

sagen: Dafür sind wir gar nicht zuständig.

Die Ordnungsbehörden der Länder und

Kommunen müssen kontrollieren, dass die

geltenden Gesetze eingehalten werden. Wir

dürfen also nicht durch unlogische Argumentation

diejenigen Politiker verärgern,

die uns sogar einigermaßen wohlwollend

gegenüber stehen,

indem wir sie zu

Unrecht beschuldigen.

Im schlimmsten Fall

würde bei Politikern das

Gefühl entstehen: Die machen

ja eh Krawall, egal, was wir tun

oder lassen, da können wir die Gesetze

auch einfach ändern. Auch bei den Kunden

könnte sich schnell eine ablehnende Haltung

entwickeln, die sie dazu bringt, sich

von uns „Krawallmachern“ abzuwenden

und lieber Mietwagen zu fahren. Das wäre

ein noch gefährlicheres Eigentor.

Sie haben anfangs von der Attraktivität

unserer Mitbewerber gesprochen. Die

scheinen etwas zu bieten, was Kunden

beim Taxi nicht bekommen.

Das Taxigewerbe konnte sich ja Jahrzehnte

lang darauf ausruhen, dass die

Kundschaft keine Alternative hatte. Dass

bei uns heute nur noch eine ganz geringe

Kundenbindung besteht, haben viele

Fahrer noch gar nicht begriffen. Wenn

der Taxifahrer in der Großstadt aus einer

selbstgefälligen oder gleichgültigen Haltung

heraus eine schlechte Dienstleistung

erbringt, geht der Kunde einfach weg – was

auch den Kollegen gegenüber unfair ist. Es

liegt nicht immer am Preis, wenn Kunden

zur Konkurrenz abwandern. Höhere Preise

bezahlt der Kunde aber nur dann, wenn

auch die Qualität hoch ist. In Berlin müssen

jetzt viele Taxifahrer aufwachen und sehr,

sehr schnell sehr viel verändern.

Welche Rolle kann und muss dabei die

Zentrale spielen?

Zunächst muss man wissen, dass Kundenbindung

zwar über die Qualität möglich

18 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


City Funk

Berlin

«Die gute Marktposition des

europäischen Taxigewerbes

müssen wir unbedingt

verteidigen.»

FOTO: Taxi Times

i s t ,

dass aber

die beste Dienstleistung

nur wenig nutzt, wenn die Kunden

uns nicht kennen und uns gar nicht finden.

Insbesondere junge Leute halten sich an

die präsenten Apps und Portale. Da nimmt

man den erstbesten Anbieter, das wird

schon der Beliebteste und Beste sein. Wenn

wir da den Markt den anderen überlassen

und nicht unter den Besten ganz oben in

der Liste sind, werden sich automatisch

viele Benutzer gegen uns entscheiden.

Und stattdessen bei Uber bestellen.

Wenn Uber einen bisherigen Taxikunden

abwirbt, dann ist er weg aus dem Taxigewerbe.

Aber wir haben ja nicht nur Uber

als Konkurrenz, sondern beispielsweise

auch mytaxi…

.. wo der Kunde aber wenigstens noch

Taxi fährt..

So einfach ist es aber nicht. Wir haben

ja gesehen, dass die Firma Uber in Berlin

zuerst auch nur Taxen vermittelte, weil

alles andere verboten war. Eines Tages

wurden die vom Taxigewerbe angeworbenen

Kunden dann aber in dunkle Limousinen

gesetzt und wurden damit zum großen

Teil dem Taxigewerbe entzogen. Wer

glaubt, dass das bei mytaxi (Tochterfirma

von Daimler, Anm. d. Red.) nicht passieren

kann, den halte ich für

naiv. Daimler ist angetreten,

um Gewinn zu

machen, und wenn die eines

Tages sehen, dass ihre Marktposition

stark genug ist, um zum

Beispiel die Vermittlungsprovision

auf 30 Prozent zu erhöhen – was sie ja

schon mal versucht haben – oder Kunden

auf ihre anderen Dienste umzuleiten,

wenn es lukrativer ist, dann tun sie das

selbstverständlich. Und hier kommen

wir zu den großen Fehlern, die sowohl

Benutzer als auch Unternehmer machen:

Solche Dienste werden unterstützt oder in

Anspruch genommen, ohne zu überlegen,

wo das hinführt.

Wo stehen Sie denn mit Ihren eigenen

Apps aktuell im Ranking?

In Berlin stehen wir mit unserer regionalen

App „Taxi Berlin“, wenn man „Taxi“ und

Berlin“ eingibt, seit Jahren an erster Position.

Mit der überregionalen App „taxi.eu“

stehen wir, wenn man das Stichwort „Taxi

eingibt, auf Platz 2 im App-Store und im

Google-Play-Store, und das ebenfalls stabil

seit Jahren.

Wie kommt das?

Weil wir mit taxi.eu ein so großes und

gut funktionierendes Netzwerk in so vielen

Städten haben, dass die anderen es schwer

haben, an uns vorbeizuziehen.

Wenn es eh nur um einen hohen Listenplatz

geht, ist dann die Bemühung um

Qualität nicht vergebene Liebesmüh’?

Nein. Ich habe zwar gesagt, dass die

beste Qualität nichts nutzt, wenn man nicht

vom Kunden wahrgenommen wird, aber

umgekehrt gilt das natürlich ebenso. Das

allerauffälligste, prominenteste Auftreten

nutzt auch nicht, wenn keine Qualität dahinter

ist. Außerdem bekommt man bei mangelnder

Qualität schlechte Bewertungen und

landet im Ranking gar nicht erst weit oben.

Was passiert diesbezüglich bei Taxi

Berlin?

Wir geben dem Kunden die Möglichkeit,

die Fahrt und den Fahrer zu bewerten, so

dass er die Möglichkeit hat, einen Fahrer mit

guten Bewertungen wieder zu bestellen. Das

hat den Vorteil, dass Kunden, die besonderen

Wert auf Qualität legen, nicht verprellt

werden und einen anderen Dienst wählen.

Zudem haben wir ein eigenes Qualitätsmanagement.

Wir gehen jeder Beschwerde

TAXI BERLIN TZB GMBH

Persiusstraße 7, 10245 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 690 27 20

Telefax: +49 (0)30 / 690 27 19

E-Mail: info@taxi-berlin.de

www.taxi-berlin.de

Öffnungszeiten Kundencenter

und Technikcenter

Mo, Di, Do, Fr 10.00 bis 17.30 Uhr

Mi 10.00 bis 14.30 Uhr

Geschäftsführer

Hermann Waldner

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Hermann Waldner

Redaktion: Axel Rühle (ar)

Pressekontakt: presse@taxi-berlin.de


TAXI JUNI -JULI/ 2018

19


TAXI BERLIN TZB GMBH

City Funk

Berlin

Seit Jahren an erster Position:

die App „Taxi Berlin

nach, rufen den Fahrer an und treffen uns

gegebenenfalls mit ihm zur Besprechung.

Wir kontrollieren auch die Fahrzeuge

regelmäßig und haben schon vor Jahren ein

gehobenes Fahrzeugsegment eingeführt,

bei dem die Fahrzeuge jährlich innen und

außen kontrolliert werden. Da ist in den

letzten Jahren sehr viel passiert – was dazu

geführt hat, dass unsere Auftragszahlen

nicht sinken, obwohl in Berlin ja so ziemlich

alle Konkurrenzanbieter antreten, die

es überhaupt gibt.

Wie sieht es in Deutschland, speziell in

Berlin, in Bezug auf Kooperationen aus?

Wir kooperieren mit Anbietern, gegen

die wir nicht in einen Wettbewerb treten

wollen, sondern mit denen wir unser

Netzwerk, das wir mit taxi.eu schon haben,

weiter ergänzen und vergrößern – auf

Hico_04-2016.qxp_Layout 1 06.04.16 10:04 Seite 1

Gegenseitigkeit. Ein Beispiel dafür ist die

Zusammenarbeit mit der größten französischen

Taxizentrale „G7“ in Paris, die die

internationale Taxi-App „E-Cab“ betreibt,

die vor allem in Frankreich, in Kanada und

weiteren Ländern funktioniert.

Taxi Berlin war kürzlich Gastgeber, als

sich Vertreter weltweiter Großzentralen

in Berlin trafen. Worum ging es bei dieser

Konferenz?

Es gibt aktuell Gespräche mit wichtigen

Ländern wie Großbitannien, Schweden und

Australien, um Netzwerkerweiterungen zu

erzielen und sich für den globalen Wettbewerb

gemeinsam besser aufzustellen. Um

Namen zu nennen oder auf Einzelheiten

einzugehen, ist es aber noch zu früh.

Wenn man nach Asien blickt, sieht

man derzeit eine unglaubliche Verdichtung

der Anbieter. Uber zieht sich dort

zwar zurück, bleibt aber am Markt, wird

von anderen übernommen, Toyota steigt

in eine Taxizentrale in Tokio ein usw.

Was den internationalen Markt betrifft,

sind wir Europäer im Vergleich zu Asien,

Amerika oder Afrika jedenfalls noch in

einer sehr guten Situation, weil bei uns

das Taxigewerbe eine recht lange Tradition

hat und relativ stark aufgestellt ist. Durch

diese gute Marktposition des Taxigewerbes

haben die weltweit expandierenden

Firmen wie Uber oder Didi es noch relativ

schwer, in Europa Marktanteile zu erzielen.

Die haben große weiße Flecken in ihrem

Angebot, wo wir mit einer hohen Dichte

an Fahrzeugen vertreten sind, gegen die

man von außen nicht so leicht konkurrieren

kann. Diese wichtige Position müssen

wir unbedingt verteidigen, ansonsten wird

es uns so ergehen wie dem Taxigewerbe

in den USA, das ja städteweise schon gar

nicht mehr vorhanden ist. Ein Beispiel, dass

wir uns erfolgreich wehren, ist, dass selbst

die Firma Google mit dem Dienst Google

Maps auf uns, auf taxi.eu, zugekommen

ist und mit uns arbeiten möchte, weil sie

festgestellt hat, dass man ohne taxi.eu in

Europa keine vernünftige, flächendeckende

Taxibedienung hinbekommen kann.

Ein schöner Erfolg.

Daran sieht man, dass wir mit unserer

Kooperation, die wir mit dem Zusammenhalt

von -zigtausend Taxiunternehmen und

Taxifahrern haben, sehr viel erreichen können.

Das sollte uns allen doch Hoffnung

und Antrieb geben, am gemeinsamen System

taxi.eu weiter zu arbeiten und es stark

zu unterstützen, mit Werbemaßnahmen,

die jeder machen kann. Jeder kann im Auto

Karten verteilen, jeder kann mit Kopfstützenwerbung

und mit Außenflächenwerbung

fahren, und vor allem kann jeder

mit den Fahrgästen reden und sie aufklären.

Unsere Fahrgäste sind unser Kapital,

Dienstleistung ist unsere Stärke, und das

muss noch viel weiter ausgebaut werden.

Jede einzelne Fahrerin und jeder einzelne

Fahrer ist aufgerufen, die Kritik an einer

vermeintlich schlechten Dienstleistung bei

jedem einzelnen Kunden zu widerlegen.

Das Interview führte Jürgen Hartmann

«Jetzt müssen viele

Taxifahrer aufwachen

und sehr, sehr schnell

sehr viel ändern.»

Hermann Waldner

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20 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


ANTRIEB

HYBRID-FRÜHSTÜCK

BEI TOYOTA

Die MCF Toyota Motor Company

bedankt sich bei ihren Taxi-Kunden

mit einem großen Frühstück und

einem Preisausschreiben.

Das Taxifrühstück bei Toyota in der Stralauer Allee ist ja

nun auch schon eine Traditionsveranstaltung. Diesmal

hat man daran gedacht, das Essen vor der Fastenzeit des

Ramadan stattfinden zu lassen, was den Zuspruch durch Kollegen

muslimischen Glaubens deutlich gesteigert hat. Es gab einen

üppigen Querschnitt durch die türkisch-arabische und deutsche

Küche, von Köfte bis Kartoffelsalat.

Die freie Versorgung mit Speisen und Getränken bietet immer

einen willkommenen Anlass, den Gewerbetratsch breitzutreten

und die ernsthaften Probleme des Taxigewerbes zu wälzen. Die

Klauerei am Flughafen, die Schmutzkonkurrenz durch illegale,

aber international tätige Fahrdienste und die Tatsache, dass keiner

bereit ist, wirksam dagegen vorzugehen, bleiben für alle ein Ärgernis.

Lösungen sind nicht in Sicht, außer, dass die Einschränkungen

für die Ehrlichen immer weiter verschärft werden – und die einschlägige

Klientel sich wieder nicht dran hält.

Daran kann auch Toyota nichts ändern und bietet einfach

vorzügliche Autos an. Das breite Angebot von Toyota- und

Lexus-Hybrid-Taxis war vollzählig zu sehen. Da ist für jeden

etwas dabei.

Hybridautos bieten den einfachsten Weg, umweltfreundlich zu

fahren. Reichweiten- und Betankungsprobleme sind ihnen fremd.

Und die Hybridautos von Toyota haben sich darüber hinaus als

zuverlässig und wartungsarm, also kostengünstig erwiesen. Im

Berliner Taxigewerbe hat sich das längst herumgesprochen, wie

man im Stadtbild und an den Halteplätzen sehen kann.

Die beiden Smartphones IPhone X haben A. El-Hammoud und

K. Vogel gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! wh

SENAT VERDOPPELT

HYBRIDTAXI-FÖRDERUNG

Die Berliner Wirtschaftsverwaltung

hat die Förderprämie für

Hybridtaxis verdoppelt. Die Aktion

wurde bis Jahresende verlängert.

FOTO: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

Die umstrittene Abwrackung des Altmodells bleibt allerdings

bestehen Mit der Aufwertung des Pakets auf 5.000

Euro Prämie hofft man auf eine deutlich höhere Resonanz,

nachdem bis zu diesem Zeitpunkt erst ganze vier Unternehmen die

Unterstützung beantragt hätten, wie man uns bei der Investitionsbank

Berlin, die im Auftrag des Senats die Förderung abwickelt,

bestätigte.

Diese Zurückhaltung dürfte daran liegen, dass das Geld nur

bekommt, wer mit dem Kauf eines neuen Benzin-Hybridtaxis

das alte Diesel-Taxi mit Euro 1-5 nachweisbar verschrottet. Kaum

ein Berliner Diesel-Taxi ist allerdings weniger wert als die bisherige

Fördersumme von 2.500 Euro. Das wurde Ende April auch

von Berliner Taxiverbänden bei einem Informationsnachmittag

angesprochen, zu dem Vertreter der Investitionsbank erschienen

waren (Taxi Times Berlin berichtete in der April-Ausgabe). Der

vom Taxigewerbe geäußerte Vorschlag, die Förderprämie deutlich

zu erhöhen, wurde nun von Senatorin Pop umgesetzt. Die Bitte, auf

den Abwracknachweis zu verzichten, dagegen nicht. „Es wäre wohl

kaum verständlich, wenn wir neue, sauberere Taxis mit Steuergeld

fördern, aber die als Taxi ausgemusterten Autos gleichzeitig weiter

unsere Innenstädte mit NOX-Abgasen verpesten“, rechtfertigte

sich Berlins Regierender Bürgermeister im Interview mit Taxi

Times im April (siehe April-Ausgabe).

Die Liebe der Taxiunternehmer zum Diesel versucht Hermann

Waldner, Chef der größten Berliner Taxizentrale und BZP-Vizepräsident,

zu erklären: „Diesel haben mehr Komfort, ein besseres

Fahrwerk, weniger Vibration – alles Faktoren, die für die Fahrer

eine Rolle spielen, wenn sie bis zu neun Stunden pro Tag im Auto

sitzen“, zitiert die Berliner Morgenpost Waldner und nimmt daran

anschließend auch Bezug zu einem Online-Kommentar von Taxi

Times. Dort wurde die Förderung kurz nach Bekanntwerden im

Januar als „Luftnummer“ kritisiert.

jh

TAXI JUNI -JULI/ 2018

21


SAG MAL, KOLLEGE...

Eilige, wortkarge oder klamme Fahrgäste, kuriose Gepäckstücke,

Dieselzukunft. Wieder einmal wollte unser Redakteur auf Facebook

einiges wissen. Hier die Meinungen – in Zahlen und Worten.

1. DER FAHRGAST HAT ES BESONDERS EILIG –

ÄNDERST DU DEINEN FAHRSTIL?

· Ja – 32%

· Nein – 67%

· Nur wenn mir der Fahrgast sympathisch ist - 1%

2. UNIFORM FÜR TAXIFAHRER

FÜR TAXIFAHRERINNEN?

· Ja – 38%

· Nein – 62%

3. ICH MAG ES NICHT, WENN

FAHRGÄSTE …

· „… in meinem Auto ohne zu fragen essen oder trinken (Wasserflasche

mit Schraubverschluss ausgenommen).“ Michael R.

· „… stinken.“ Sabine T.

· „… bevor sie ihre Kippe wegschmeißen, noch einmal einen

ordentlichen Zug nehmen, ins Taxi steigen und mir den eklig

stinkenden Zigarettenqualm ins Auto pusten.“ Anke N.

4. HAT DIESEL EINE ZUKUNFT?

· Ja – 20%

· Nein – 80%

38

62

8. WAS WAR EUER ERSTES TAXI

ALS TAXIFAHRER/IN?

Kurioseste Nennungen:

· Wartburg 1,3

· MB 123, 220 D, schwarz, innen grün

· Ford Scorpio Benziner

9. WAS TUST DU, WENN DEIN FAHRGAST DIE

FAHRT NICHT BEZAHLEN KANN?

· 110 wählen– 70%

· Pfand fordern und Quittung geben – 20%

· Mit Fahrgast zum Ausgangspunkt zurückfahren – 5%

· Gar nichts – 5%

10. DER BESTE TAXIFAHRERSPRUCH

„Leg dich nicht mit einem

Taxifahrer an! Wir kennen Orte,

an denen dich niemand findet.“

Günni B.

5. BIST DU ABERGLÄUBISCH?

„Nee, bin ich nicht, ich habe

ja immer meinen Talisman

in der Tasche.“

6. DIE KURIOSESTEN GEPÄCKSTÜCKE WAREN …

· „… ein abgetrenntes Bein für die Pathologie.“ Sabine S.

· „… ein Fahrgast mit einer Schlange um den Hals – so ‚ne gelbe

Python.“ Alexander V.

7. SOLLTE DIE IHK-PRÜFUNG

(TAXI UND MIETWAGEN) ENTFALLEN?

· Ja – 10%

· Nein – 90%

Matzkait V

11. WIE IST DEINE REAKTION AUF FAHRGÄSTE,

DIE OHNE EINE BEGRÜSSUNG IHRE ZIELADRESSE

NENNEN?

· „Nicken, lächeln und freundlich bleiben. Was dann so in meinem

Kopf passiert, sag’ ich lieber nicht.“ Contessa C.

· „Damit kann ich mittlerweile leben, Unhöflichkeit setzt sich

leider in immer mehr Bereichen durch. Schlimmer finde ich

die Antwort auf die Fahrzielfrage: „nach Hause.“ Stev W.

· „Guten Abend!“ Renate H.

12. WENN DER KREDITKARTENZUSCHLAG VON

1,50 EURO AUS DEM TARIF GENOMMEN WIRD,

WO SOLLTE DANN DAFÜR EIN AUSGLEICH

GESCHAFFEN WERDEN?

· Wegfall der Karenzminute– 80%

· Erhöhung der Einschaltgebühr – 20%

GRAFIK: Stanislav Statsenko / Taxi Times, FOTO: wikipedia.org

22 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


KOLUMNE

IN ZWEI STUNDEN ZUM MEER

Kürzlich hatte ich einen Fahrgast, der noch sehr klein war. Aber er hatte

eine mächtige Fantasie. Und er weckte hinterher in mir einen Wunsch.

FOTO: pixabay.com

So langsam beginnt die Sommerzeit, und an jedem warmen

Wochenende zieht es die Menschen bereits raus aus der

Stadt, ins Umland oder gleich zu den Verwandten. Also

nach Stuttgart oder München. Zwar wird im Urlaub viel Taxi gefahren,

mit dem Taxi nach Süddeutschland fahren sehr zu meinem

Bedauern aber doch die wenigsten.

Manch einer nutzt die gemütliche Atmosphäre in meinem Wagen

aber dazu, über den Urlaub zu reden. Die meisten tun das hinterher

und erzählen, wo sie überall waren, was sie gesehen haben, wem

sie begegnet sind, gerne nebst allerlei eher weniger notwendiger

Details. Das ist das, was bei Erwachsenen davon übrig bleibt, dass

man in der Schule nach jeden Ferien einen Aufsatz über seine

Erlebnisse schreiben musste.

Mein Fahrgast hingegen konnte von dieser Regel ausgenommen

werden. Zum einen stand ihm sein Urlaub erst noch bevor,

zum anderen ging er sicher noch zur Schule. Er war etwa acht

Jahre alt. Ganz alleine tippelte er vor den Taxen an der letzten

Rücke des Bahnhofs umher und traute sich nicht, einen Taxifahrer

anzusprechen. Als der Kollege vor mir vorrückte und den

Stand damit verließ, war dem Kleinen seine Enttäuschung aber

anzumerken, so dass ich ihn ansprach.

„Hey, brauchst du etwa ein Taxi?“ – „Ja, weil ich muss nach

Kreuzberg. Da muss ich…“ – „Na, komm erst mal rein!“

Er log mir dann vor, dass er ja „laut gerufen“ hätte, aber der

Kollege ihn leider nicht gehört hat. Na klar. Aber er nannte mir

dann zielsicher eine Straße, die nicht sonderlich weit weg lag, und

dann ging es auch schon los. Er erzählte vom Ferienlager, auf das

er sich furchtbar freute, da wären dann hunderte Millionen von

Kindern, also alle. Jaja, da kann man getrost von ausgehen. Ein

riesiges Zeltlager und das direkt am Meer.

„Na, das ist ja dann sicher ziemlich weit weg, oder?“ – „Ja, voll!

Das ist auf jeden Fall glaub ich nicht mehr in Berlin!“ – „Und wie

kommt ihr da hin?“ – „Mit dem Bus.“ – „Wie lange fahrt ihr denn

dann?“ – „Mindestens eine Stunde! Ich glaub, sogar zwei!“

Ach Gottchen, wie niedlich! „Und das ist direkt am Meer?“ – „Ja,

da ist so ein Bereich im Meer. Der ist abgesperrt. Da kann man

dann schwimmen. Das ist abgesperrt, weil da auch Haie und so

und alles ist!“ – „Na, das klingt ja ganz schön spannend.“ – „Ja,

und der Kai und der Thorsten und der Umut, die kommen auch mit.

Und dann … darf ich mal telefonieren?“ – „Klar, warum nicht?“

Bevor wir am Ziel ankamen, bat er mich, an einer anderen Straße

anzuhalten. Er fragte, ob die Fahrt damit insgesamt teurer würde

als zehn Euro, was ich guten Gewissens verneinen konnte. Dann

rief er Umut an und sagte ihm, dass er mit dem Taxi vorbeikomme.

Ein paar „Gucksdu! Hab ich gesagt, ich fahr Taxi!“ später konnten

wir dann zu ihm nach Hause fahren. Dort zahlte er mir dann von

seinem Kleingeld die 7,90 Euro und gab mir noch ein Trinkgeld.

Ich kann also nicht behaupten, dass ich als Taxifahrer irgendwie

zu kurz gekommen wäre.

Aber ich muss zugeben, dass ich mir danach ein wenig gewünscht

habe, auch nochmal so klein und naiv zu sein. Wahrscheinlich ist

mein kleiner Fahrgast inzwischen in irgendeinem Ferienlager an

einem Baggersee in Brandenburg. Wenn es hochkommt, an der

Ostsee. Ich hab aber keine Zweifel, dass er seine Haie und all die

anderen wilden Tiere, die er mir so genannt hat, zu sehen bekommt.

In dem Alter muss man ja nur wollen.

sash

Der Autor Sascha Bors betreibt als Sash einen eigenen Taxiblog, hat

sich aber vor kurzem in die Elternzeit verabschiedet. Wir wünschen

eine tolle Zeit mit dem neuen Erdenbürger!

TAXI JUNI -JULI/ 2018

23


GASTROTIPP

BITTE BLEIBEN SIE ENTSPANNT

AM STEUER SITZEN!

Luxus für Fahrer: Bei Taxi Berlin gehört es regulär zum guten Service,

dass Fahrer sich bei Funkaufträgen im Restaurant melden. Im neuen

Spitzenrestaurant Slate wird das nicht erwartet – ganz im Gegenteil.

Eine einladende Glasfront im Erdgeschoss

eines freundlichen Neubaus,

kein rustikales Holz, kein bunter

Plüsch – das von Nicolas Schmidt bevorzugte

Material strahlt gediegene Moderne

aus: Schiefer, auf englisch slate. Das nach

dem Naturmaterial benannte Restaurant

liegt dezent in einer leisen Seitenstraße,

abseits der pompösen Lokale, die die

Laufkundschaft großer Straßen anziehen.

Schmidt selbst wirkt auf den ersten Blick

nicht so, wie man sich den Chef eines Restaurants

mit Sechs-Gänge-Menüs vorstellt.

Er ist freundlich, locker, nahbar, klar und

verbindlich, und gerade die echte, nicht

aufgesetzte Höflichkeit ist ein Teil der Professionalität

des jungen Geschäftsführers.

Der andere Teil beruht auf seiner Erfahrung

als Restaurantleiter.

Schmidt, der das Slate seit Januar führt,

erklärt gegenüber Taxi Times den gastronomischen

Anspruch: „Unseren Gästen, die

zur Hälfte aus gehobenen Hotels kommen,

wollen wir von A bis Z etwas Besonderes

bieten: klein, fein, ruhig, persönlich und

intim, Speisen mit Erholung – und natürlich

besondere Menüs.“ Gemäß diesem

Konzept ist das Slate mit 40 Innenplätzen

plus Sommerterrasse tatsächlich

nicht groß, und anstelle von anonymem

Service-Personal kümmert Schmidt sich

gemeinsam mit seinem Kellner persönlich

um die Gäste. Um diesen Service auch

am Wochenende ohne Einschränkungen

bieten zu können, verstärkt freitags und

samstags ein professioneller Barkeeper

das kleine Team und tischt edelste Tropfen

auf.

KEINE PAUSCHALPREISE

Als Koch hat Schmidt sich mit Lukas

Bachl einen innovativen Profi ins Boot

geholt, der schon als Küchenchef in Fünf-

Sterne-Hotels wie dem Kölner Hotel im

Wasserturm, mit Spitzenkoch Hendrik Otto

im Adlon sowie im Clubrestaurant Felix

gearbeitet hat. Bachl erläutert: „Wir bieten

unseren Gästen jeden Tag beste internationale

Küche und kalkulieren auch die

Preise täglich. Wenn wir zum Beispiel an

einem Tag nur einigermaßen guten Steinbutt

bekommen, den wir für 40 Euro anbieten

könnten, als Alternative aber frische

Scholle in Spitzenqualität verfügbar ist,

dann nehmen wir lieber die, und da Scholle

günstiger ist, bieten wir das Gericht dann

vielleicht für 29 Euro an.“

Die Fachpresse ist voll des Lobes, beim

Lesen der Berichte im Internet läuft einem

das Wasser im Munde zusammen, und das

Slate, das erst am 18.1. eröffnet hat, zählt

schon jetzt zu den bedeutenden Restaurants

der Stadt.

Da Spitzenmenüs viel Vorbereitung

erfordern, öffnet das Slate erst um 18 Uhr.

Die Gäste halten sich durchschnittlich drei

Stunden hier auf – was für Restaurants mit

mehrgängigen Menüs keine Seltenheit ist.

Schmidt und Bachl ist es wichtig, dass

die Leute nicht einfach essen und wieder

gehen, sondern dass sie sich wohlfühlen,

dass sie es sich gemütlich machen und

SLATE

Mitte, Elisabethkirchstr. 2 (nahe

Invalidenstr.)

Öffnungszeiten

Di bis Sa ab 18 Uhr, So und Mo

Ruhetag

Gehobene internationale Küche.

Essen kann bis ca. 22 Uhr bestellt

werden. Das Restaurant schließt,

wenn die letzten Gäste es verlassen

haben.

Bei Funkaufträgen bitte nicht im

Restaurant melden, sondern vor

der Tür im Taxi warten!

einen besonderen Abend erleben, dass sie

von Anfang bis Ende spüren, dass man

sich persönlich um sie bemüht. Das endet

nicht mit dem Drücken des Taxi-Rufknopfs,

sondern mit dem Begleiten der Gäste bis

zur Autotür. „Durch unsere große Scheibe

sehen wir in unserer ruhigen Straße

immer, wenn das Taxi vor der Tür hält.

Wir möchten dann ehrlich gesagt gar nicht,

dass der Fahrer hereinkommt. Stattdessen

bitten wir die Fahrer, so vor der Tür zu

halten, dass die Fahrgäste guten, bequemen

Zugang zur Fahrzeugtür haben, und

möchten uns dort von ihnen verabschieden

und den verantwortungsvollen Händen des

Taxifahrers übergeben.“

ar

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

24 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


GASTROTIPP

ZEIT FÜR EINE PAUSE

GUT ESSEN IN NEUKÖLLN: MIRA

FOTO: Axel Rühle / Taxi Times

Die anatolische Küche in Berlin

boomt. Findige Gastwirte entdecken

zunehmend eine Marktlücke:

die Vierer-Kombination aus qualitativ

hochwertigen Speisen, gutem Service,

angenehmem Ambiente und moderaten

Preisen. Das klingt banal, doch bisher

haben bei vergleichbaren Lokalen oft eine

oder mehrere dieser Komponenten gefehlt.

Ein Gastronom mit etlichen Jahren Erfahrung

hat vor zwei Jahren einen Meilenstein

gesetzt: Am S-Bahnhof Hermannstraße hat

er ein gemütliches Restaurant mit Holzkohlengrill

eröffnet, in dem man als Gast mit

so einigen Besonderheiten verwöhnt wird.

Frischer Salat gehört im Mira dazu.

Die Einrichtung ist dezent und bequem,

ohne unnötigen Luxus oder Hochglanz.

Kaum hat man dem freundlichen und

aufmerksamen Personal seine Bestellung

bekannt gegeben, schon wird – ungefragt

und ohne Aufpreis – ein Probiertellerchen

mit Hommus, Ezme, Cacik und Auberginenpaste

mit hausgebackenen, noch warmen

Pidebrötchen serviert. Das Ganze macht

nicht nur den Salat abwechslungsreicher,

der bei jedem Hauptgericht ebenso im

Preis inbegriffen ist wie ein Tee, sondern

ist zudem eine ausgezeichnete Ergänzung

der köstlichen Grillgerichte, zu denen hier

ohnehin eine großzügige Auswahl an Beilagen

gereicht wird – kurz gesagt: Klasse

statt Masse. Es kam schon vor, dass es als

Krönung eines guten Essens Baklava aufs

Haus gab. Die moderaten Preise machen

das Mira nicht nur zu einer optimalen Empfehlung

für Fahrgäste, sondern bringen

auch zunehmend Kollegen dazu, hier ihre

Pause mit einem kulinarischen Erlebnis zu

bereichern. Entsprechend sind die Online-

Kritiken durchweg schwärmerisch.

FRÜHSTÜCK GEFÄLLIG?

Eine Pause im Mira ist aber nicht nur zu

typischen Restaurant-Öffnungszeiten möglich,

sondern zu jeder Tages- und Nachtzeit,

denn das Restaurant hat rund um

die Uhr geöffnet. Da morgens nicht jedem

Gast nach dem Duft deftiger Speisen vom

Holzkohlengrill zumute ist, hat der Betreiber

gleich nebenan ein Café eröffnet: Das

ebenso gut besuchte Mira Breakfast, das

online als „Frühstücksparadies“ bezeichnet

wird, ist stilvoll gestaltet und bietet

neben einer großen Frühstücksauswahl

auch außergewöhnliche Leckereien an, so

dass mancher Gast hier das Gefühl hat, sich

in einem Ferienhotel in der Türkei zu befinden.

Aufgrund der Beliebtheit des gastronomischen

Duos in Neukölln eröffnet der

Betreiber in etwa zeitgleich mit Erscheinen

Gleich nebenan: Mira Breakfast

dieser Ausgabe ein weiteres Restaurant in

der Kottbusser Straße 1, direkt am Kottbusser

Tor. Es könnte passieren, dass Taxi

Times berichtet.

Vom Besuch im Mira bleibt das Gefühl

zurück, ein besonderes kulinarisches

Erlebnis zu einem guten Preis bekommen

zu haben.

ar

MIRA (GRILLRESTAURANT)

Neukölln, Hermannstr. 157

(zwischen Silbersteinstraße

und S-Bahn)

Öffnungszeiten

rund um die Uhr

MIRA BREAKFAST

Hermannstr (rechts neben dem

Grillrestaurant auf der Ecke

Silbersteinstraße)

Öffnungszeiten

täglich 6 Uhr bis 20 Uhr

TAXI JUNI -JULI/ 2018

25


QUERBLICK

BZP SUCHT

DIE NÄHE ZUM

BUNDESTAG

Mit Appellen und Aufklärungen befasste sich

diese Ausgabe der Taxi Times Berlin. Die

bundesweit erscheinende Printausgabe Taxi

Times DACH hat noch mehr zu diesem Thema.

Zweimal im Jahr tagen die Delegierten

des Bundesverbands des

Deutschen Taxi- und Mietwagengewerbes

„BZP“. An unterschiedlichen Orten

geht es dabei meist um viel Internes, um

Wahlen und Wahlkämpfe, um Beschlüsse

und Resolutionen.

Aus diesem Schema bricht der Bundesverband

immer mehr aus, was bei der

diesjährigen Frühjahrstagung Mitte Mai

besonders deutlich wurde. BZP-Präsident

Michael Müller sprach von einem „neuen

Format“, mit dem man die Zusammenkunft

an jenem Tag programmatisch füllte. Er

selbst verzichtete auf einen Gewerbereport

und trat stattdessen auf den Tag verteilt mit

insgesamt drei Politikern des Deutschen

Bundestags in den Dialog. Sie kamen von

unterschiedlichen Parteien und gehören

alle dem Verkehrsausschuss des Deutschen

Bundestags an.

Da man noch in dieser Legislaturperiode

mit einer Änderung des Personenbeförderungsgesetzes

PBefG rechnen muss, werden

die Mitglieder dieses Ausschusses mit

ihrer Expertise entsprechenden Einfluss

nehmen.

UBER MIT GESTZEN WEITER

AUF KRIEGSFUSS

Entsprechend spannend war es, die

politischen wie persönlichen Positionen

des CDU-Mannes Michael Donth, der FDP-

Vertreterin Daniela Kluckert sowie den in

Berlin bekannten Stefan Gelbhaar von den

Grünen zu hören. Was alle drei zu sagen

hatten und warum Frau Kluckert noch ausführlich

über die Taxi-Besonderheiten aufgeklärt

werden muss, kann in der aktuellen

Ausgabe der Taxi Times DACH nachgelesen

werden.

Noch unterliegt das Taxiwesen der nationalen

Gesetzgebung, doch gerade Uber

versucht seit Jahren, die nationale Gesetzgebung

über europäische Beschlüsse auszuhebeln.

Der so gern zitierte Blick über

den Tellerrand muss daher auch nach Brüssel

zur Europäischen Union gehen, ebenso

wie in andere europäische Länder, in denen

Taxiverkehr ähnlich wie in Deutschland

oder eben schon viel deregulierter abläuft.

WAS WIR VON DEN NIEDER-

LANDEN LERNEN KÖNNEN

Als nahezu zeitgleich zur BZP-Frühjahrstagung

in Brüssel eine zweitägige

Taxikonferenz stattfand, mischte sich Taxi-

Times-Redakteur Philipp Rohde unter die

zahlreichen Experten aus der ganzen Welt.

Was uns die Redner aus vielen Ländern,

darunter Russland, Niederlande und den

USA zu sagen haben, fassen wir ebenfalls

in der aktuellen Taxi Times DACH

zusammen.

Mit einem Redner hat sich unser Redakteur

intensiver beschäftigt. Taxi-Consultant

Hein Maas ließ die Entwicklung des niederländischen

Taxigewerbes seit dem Jahr

2000 Revue passieren. Damals hatte die

Regierung den Taxi-Gelegenheitsverkehr

vollständig dereguliert. Die Folgen waren

nicht sehr positiv für alle Beteiligten. Vor

allem FDP-Politiker und dem Unternehmen

Uber nahestehende Verfechter einer Liberalisierung

des Taxigewerbes sollten sich diesen

Bericht unbedingt durchlesen. Es könnte zu

einem Sinneswandel führen… jh

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

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HRB 209524

Redaktion (tt)

Stephan Berndt (sb), Jürgen Hartmann (jh), Wilfried

Hochfeld (wh), Axel Rühle (ar), Hayrettin Şimşek (hs)

E-Mail: tt-berlin@taxi-times.taxi

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Sascha Bors (sash), Philipp Rohde (prh)

Grafik

Stanislav Statsenko, info@inversi-design.de

Anzeigenleitung und Vertrieb

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Maik Roller & Andreas Jordan GbR

Gustav-Holzmann-Str. 6

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Erscheinungsweise: 6 x pro Jahr

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ISSN-Nr.: 2367-3842

Weitere Verlagsmagazine:

Taxi Times DACH, Taxi Times München

Die Taxi Berlin TZB GmbH, Innung des Berliner

Taxigewerbes e. V., Taxi Deutschland Berlin

e. V. und Taxiverband Berlin, Brandenburg e. V.

bekommen in Taxi Times Berlin eigens gekennzeichnete

Mitteilungsseiten, für deren Inhalte

die Genannten im Sinne des Presserechtes selbst

verantwortlich sind.

26 JUNI-JULI/ 2018 TAXI


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Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i.S.v. Art. 2 Nr. 1

Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser

Werte errechnet. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht

Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen verschiedenen

Fahrzeugtypen. Die Werte variieren in Abhängigkeit der gewählten Sonderausstattungen.

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gemäß den Richtlinien der Mercedes-Benz Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme.

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