sPositive07_18

onexmagazin

AUSGABE 7 JULI 2018

DER

AUTOR

BIN IG

PEDRO LENZ

Im Interview erklärt er, wie

ihn seine Lehre als Maurer

zur Schriftstellerei brachte.

NATURIDYLL

Mit einem alten VW-

Bus bereisten wir den

Süden Skandinaviens.

AUF DER KIPPE

Dominique Aegertes

Zukunft im Moto2-

Sport ist ungewiss.

FINANZFIASKO

Wie es auch im

Oberaargau zu

Bankenpleiten kam.


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

Er ist einer, der die interessierten

Schweizer Sportfans schon mehrfach

aufhorchen liess. Dessen Weg nach

seinem Sieg am Sachsenring Anno

2014 steil nach oben zeigte. Dominique

Aegerter ist keiner, der sich mit dem

Hinterherfahren begnügen will. Er hat

das Talent zum Sieg. Aber seit seinem

Coup scheint er nur noch Pech zu haben.

Jeder seiner Entscheide wirkt sich

irgendwie gegen ihn aus. Und doch fährt

Dominique Aegerter immer noch Töffrennen.

Vielleicht hat er einmal, wenn

er zurücktritt, finanziell noch nicht ausgesorgt.

Vor allem dann, wenn ihn seine

Sportart im Endeffekt fast mehr kostet,

als sie ihm einbringt. Man ist geneigt zu

fragen, weshalb er sich das antut. Doch

das ist eine dumme Frage. Weil die Antwort

so einfach ist. Er tut es, weil er immer

noch an seine Chance glaubt. Weil

er immer noch Chancen hat. Das ist gut

so. Dominique Aegerter ist ein Vorbild.

Es gibt ganz viele Menschen auf der

Welt, die wirklich keine Chance haben.

Und es gibt jene, die Chancen unter

widrigsten Umständen suchen und zu

nutzen versuchen. Es gibt das wirkliche

Pech auf dieser Welt. Sogar in der

Schweiz. Aber die meisten von uns Pechvögeln

hierzulande haben auf so hohem

Niveau Pech, dass wir von Glück reden

müssen.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: s’Positive AG,

St. Urbanstrasse 31, 4914 Roggwil

Tel. 062 929 24 25

info@spositive.ch

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Geschäftsleitung:

Sebastian Wüthrich

Layout: tnt-graphics AG,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 75000 Exemplare

Erscheinung: monatlich

Druck: Swissprinters AG,

4800 Zofingen

Versand: Die Post

20

30

4 ZWISCHEN DEN WELTEN

Im Interview erzählt Pedro

Lenz, wie er als Maurer zur

Schriftstellerei kam und

warum er trotz Germanistikstudium

in Mundart

schreibt.

20 AUS FEHLERN LERNEN

Die Bankenpleiten von Herzogenbuchsee

und Brittnau

um 1900 zeigen: An den

Ursachen für Finanzkrisen

hat sich nicht viel geändert.

30 AUF MESSERS SCHNEIDE

Nach seinem Sachsenring-

Sieg 2014 ist Dominique

Aegerters Moto2-Karriere

heute so gefährdet wie

noch nie.

00 18

14

4

18 WUSSTEN SIE SCHON

Über Filmgelächter, Lichtstrahlen

und verschwundene

Blumentopferde.

14 NORDISCHES ABENTEUER

Wir luden unser Gepäck in

einen alten, mit Solarzellen

ausgerüsteten VW-Bus und

fuhren in den Süden von

Schweden und Norwegen.

38 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungskalender.

s’Positive 7 / 2018 3


Pedro Lenz

begann als

Maurer mit dem

Schreiben.

4 s’Positive 7 / 2018


PEDRO LENZ

Vom Schulversager

zum Schriftsteller

Erst lernte er Maurer. Später studierte er und wurde

Schriftsteller. Ist er nun Büezer oder Intellektueller?

Im Interview erzählt uns Pedro Lenz auch, weshalb er

in Mundart und nicht auf Hochdeutsch schreibt.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH; FOTOS: MARKUS STEINEMANN

Beim Vorstellen von Oberaargauer

Persönlichkeiten kommen

wir nicht an Pedro Lenz vorbei.

Viele sehen in ihm den Nachfolger

von Jeremias Gotthelf. Tatsächlich

wird, wer eines seiner Bücher zu

lesen beginnt, davon richtiggehend eingesogen.

Man kann nicht anders. Man liest

das Buch in einem Zug.

s’Positive: Sie haben «Der Goalie bin

ig» geschrieben. Wissen Sie als anerkannter

Fussball-Poet, warum wir gegen

Schweden gescheitert sind?

Pedro Lenz: Der Goalie war jedenfalls

nicht schuld. Es hat wenig gefehlt. Es ist

halt so wie Ernst Happel einmal gesagt

hat: Wir hätten gewonnen, das Problem

war, dass noch elf andere auf dem Platz

standen, die auch gewinnen wollten. Vielleicht

sind wir zu wenig verrückt und

risiko freudig. Ich dachte, wir gewinnen,

wenn wir so spielen wie gegen Brasilien.

Aber sie kamen nicht recht in die Gänge.

Das «Element Wahnsinn» fehlte in unserem

Spiel und die Schweden waren halt

nicht so naiv wie die Serben.

Hat Sie dieses Scheitern zu einem neuen

Roman inspiriert?

Scheitern ist für die Literatur ja tatschlich

interessanter.

Also ein Roman? Wer wird die zentrale

Figur?

Nein, kein Roman zum Thema. Aber

wenn ich einen schreiben würde, dann

müsste ich die Geschichte wohl rund um

Blerim Dzemaili und seinen vielen vergebenen

Chancen aufbauen.

Der Titel wäre dann gegeben…

Sie meinen «Der Chancentod bin ig»?

Genau.

Die Romanfigur Dzemaili gibt es ja schon

in einem wunderbaren Buch mit dem Titel

«Gelb für Dzemaili». Darin wird der TV-

Kommentar von Dani Wyler in Gedichtform

verarbeitet. Beispielsweise mit dem

Reim: «Eckball für die Schweiz, der zweite,

nein der erste von dieser Seite». Nun

müsste man das eigentlich mit dem TV-

Kommentar mit Sascha Ruefer machen.

Der wäre allerdings schwierig zu Literatur

zu verarbeiten. Sie haben also

kein Buchprojekt in der «Pipeline»?

Nein, im Moment nicht. Ich habe ja schon

vor einiger Zeit erklärt, dass ich 2018 ein

Sabbatical einlege. Am 31. Dezember ist

unser Sohn Nicanor zur Welt gekommen

und nun will ich ein Jahr lang intensiv mit

ihm verbringen.

Nicanor ist in unseren Breiten nicht so

geläufig. Woher kommt dieser Name?

Es ist der Name des chilenischen Dichters

Parra Nicanor. Es ist aber nur einer von

drei Namen für unseren Sohn. Er heisst

Nicanor Johannes Carl Lenz.

Sie sind also die Oberaargauer Antwort

auf Nicanor?

Das wäre schön. Er ist 104 Jahre alt geworden.

Er war sozialkritisch, hatte aber

auch einen Sinn für Wortspiele.

Wie Sie auch.

Ein wenig ist er schon mein Vorbild.

Wie sind Sie eigentlich zum Schreiben

gekommen?

Der Auslöser war mein Schulversagen mit

16, als ich hätte Gas geben sollen, um ins

Gymi zu kommen. Also machte ich eine

Maurerlehre. Ich bin wohlbehütet aufgewachsen

und habe da auf der Baustelle

eine neue Welt mit ganz unterschiedlichen

Menschen kennengelernt. Da waren

Portugiesen, die gerade aus dem Angola-

Krieg zurückgekehrt waren, Jugoslawen

– damals gab es Jugoslawien ja noch –,

Spanier oder Italiener. Diese Welt hat

mich fasziniert. Ich fühlte mich erwachsen,

ich hatte dank meinem Stiftenlohn

Geld und mein Bruder am Gymi keines.

Nach Feierabend ging ich mit den Büezern

ein Bier trinken. Um meine Erlebnisse zu

verarbeiten, begann ich zu schreiben.

s’Positive 7 / 2018 5


PEDRO LENZ

«Ich las schon als Fünftklässler

Sportberichte. Mein Vorbild

war Ruedi Bühler. Er hatte für

den Begriff Schiedsrichter

15 verschiedene Ausdrücke.

Das hat mir imponiert.»

Ich las auch viel auf den Baustellen, den

«Tagi» oder ein Buch, und manchmal

musste ich das Buch verstecken. Es hat

geheissen, hier lese man in der Pause den

«Blick» oder nichts. Andere haben sich

hingegen dafür interessiert, was ich lese

und so habe ich früh gelernt, dass es unter

den Büezern so viele kluge und weniger

kluge Leute gibt wie in anderen Lebensbereichen

auch.

Wo haben Sie geschrieben?

Ich schrieb zunächst nur für mich selbst.

Dann habe ich die «Gruppe Werkstatt Arbeiterliteratur»

in Basel besucht. Da waren

fast nur Lehrer, aber es hat mir geholfen.

Parallel dazu habe ich ein wenig mit

Journalismus gfätterlet. Erst bei der Berner

«Tagwacht», und – als die eingestellt

wurde – beim «Bund».

Was haben Sie geschrieben?

Meistens Kolumnen zum Alltagsleben.

Eigentlich hätte ich lieber über Sport geschrieben.

Aber ich traute mich nicht. Ich

las schon als Fünftklässler Sportberichte.

Mein Vorbild war Ruedi Bühler, ein Bekannter

meines Vaters. Er hatte für den

Begriff Schiedsrichter 15 verschiedene

Ausdrücke. Das hat mir imponiert.

Was hat Sie am Sport fasziniert?

Das Schöne beim Sport ist, dass er beim

Erzählen immer grösser wird.

Bis daraus ein Mythos wird?

Ja. Wenn ich zurückdenke, wie wir stundenlang

über Johann Cruyff geredet haben,

obwohl wir ihn ja fast nie spielen

sahen. Wenn ich jetzt auf Youtube Filme

von ihm sehe, dann stelle ich fest: Ja, er

war gut. Aber bei weitem nicht so gut wie

wir ihn machten. Oder Muhammad Ali!

Von ihm wussten wir, dass er ständig sag­

te, er sei der Grösste. Das hat uns imponiert.

Uns hat man ja ständig gesagt, man

dürfe sich nicht selber rühmen. Die

Kämpfe, die meistens in der Nacht am

Fernsehen übertragen wurden, durfte ich

nicht sehen, doch im Hard-Schulhaus haben

die Mitschüler, die aufbleiben und

den Kampf sehen konnten, die entscheidenden

Szenen nachgestellt. Später habe

ich in Hamburg Jürgen Blin getroffen. Er

war Europameister. Aber er hat mir gesagt,

erst der Kampf in Zürich gegen Ali

habe ihn unsterblich gemacht. Ja, das ist

Stoff für Literatur und es ist nicht gut,

dass wir die alten Helden auf Youtube

sehen können. Weil sie auf den alten Bildern

gewöhnlich werden.

Welchen Sport verfolgen Sie am intensivsten?

Fussball und Eishockey. Am Eishockey

komme ich als Langenthaler, der in Olten

lebt, nicht vorbei. Ich gehe am liebsten zu

einem NLB-Match, da ist das Spiel noch

rauer und ursprünglicher. Manchmal fahre

ich mit ein paar Kollegen auch mal zum

Spiel in die Ajoie.

Sind Sie für Langenthal oder für Olten?

Das ist heikel wie ne Moore. Meine Sympathie

gehört Langenthal, aber ich möchte

ja meine Oltner Freunde nicht verärgern.

Es ist mir aber schon passiert, dass

mir an einem Spiel Olten gegen Visp ungewollt

ein «Hopp Langenthal» rausgerutscht

ist, und ich deswegen mit Bier

überschüttet worden bin. Aber mein Herz

ist halt gelb-blau.

Nationalrat Hans Grunder, der ehemalige

Präsident der SCL Tigers, ist Ihr

Schwiegervater. Sie müssten also auch

Sympathie für Langnau haben.

Ich war immer auch für Langnau. Für uns

Langenthaler war es das Grösste, wenn

Bern gegen Langnau verlor. Der Kleine

gegen den Grossen, das ist das Grösste.

Ich werde nie vergessen, wie auch wir

Langenthaler den SCB in der NLB besiegt

haben. «Wüeschi» erzielte das Siegestor.

Sie sollten einen Hockeyroman schreiben!

Aber man muss eine Figur finden, um die

herum die Geschichte aufgebaut werden

kann. Vielleicht in Verbindung mit all den

Machenschaften im Dorf um den Klub

herum. So wie es Gotthelf gemacht hat.

6 s’Positive 7 / 2018


Lenz’ Figuren

aus «der Goalie

bin ig» stammen

aus dem richtigen

Leben.

ZUR PERSON

Pedro Lenz

Pedro Lenz (* 8. März

1965 in Langenthal),

Sohn eines Ostschweizers

und einer Spanierin,

ist ein mehrfach preisgekrönter

Schriftsteller,

der meist in Mundart

schreibt und vorträgt. Er

lebt heute in Olten. 1984

schloss er die Lehre als

Maurer ab. Auf dem

zweiten Bildungsweg

holte er 1995 die Matura

nach und studierte einige

Semester spanische Literatur

und Germanistik an

der Universität Bern. Seit

2001 arbeitet er vollzeitlich

als Schriftsteller.

Er ist verheiratet und

Vater eines Buben.

Hans Grunder wäre die perfekte Romanfigur.

Vielleicht hätte er tatsächlich Freude,

wenn er sich in einem Roman wiederfindet.

Wie kommen Sie darauf?

Die Romanfiguren aus «Der Goalie bi ig»

gibt es im richtigen Leben. Aber ich habe

sorgfältig darauf geachtet, dass keine

Rückschlüsse auf die wahre Identität

möglich sind. Da hat mir eines Tages einer

gesagt: «Ich bin schon enttäuscht,

dass ich in deinem Roman nicht vorkomme.»

Den einen oder anderen habe er

nämlich im Roman erkannt. Da ist mir

klar geworden, dass es ja für Menschen

auch schön sein kann, in einem Roman

verewigt zu werden. Wahrscheinlich werde

ich künftig betreffende Personen fragen,

ob es ihnen etwas ausmache, wenn

sie in meinem Roman vorkommen.

Hans Grunder hätte sicher Freude, sich

in einem Roman wiederzufinden.

Seine Lebensgeschichte ist jedenfalls aussergewöhnlich.

Haben Sie beispielsweise

gewusst, dass er, als er noch ein Bub war,

zur Strafe für irgendetwas keine Chüngel

mehr halten durfte. Da hat er heimlich

ein Paar im Wald versteckt und dort weiterhin

Kaninchen gehalten.

Wenn das kein Roman-Einstieg ist! Der

heimliche Chüngelzüchter, der später

ein erfolgreicher Pferdezüchter wird.

Ja, da haben wohl Sie recht.

Haben Sie die Maurer-Lehre fertig gemacht?

Ja, und anschliessend habe ich in Zürich

noch drei Jahre auf dem Beruf gearbeitet.

Warum ausgerechnet in Zürich?

Ich folgte dem Rat meines Lehrmeisters.

Er sagte mir, ich müsse den Lehrbetrieb

verlassen, sonst bleibe ich ewig der

s’Positive 7 / 2018 7


PEDRO LENZ

«Mundartschreiben

hat sich bei mir aus

der Natürlichkeit

ergeben. Es geht mir

nicht darum, sprachpflegerisch

unterwegs

zu sein.»

In Schottland

wurde Lenz

dazu ermutigt,

in Mundart zu

schreiben.

Stift. Da ging ich weit genug, damit die

Mutter nicht mehr meine Wäsche machen

und nachsehen konnte, ob alles schön

aufgeräumt ist.

Und nach diesen drei Jahren in Zürich

haben Sie mit Schreiben begonnen?

Nein, es gab noch eine Zwischenstation.

Der katholische Pfarrer in Langenthal

fragte mich, ob ich nicht Jugendarbeit

machen könnte. Das versuchte ich, merkte

jedoch bald, dass Jugendarbeit eigentlich

nur machen sollte, wer selbst noch im

jugendlichen Alter ist. Ich holte die Matura

nach und studierte einige Semester

Spanisch und Germanistik.

Sie studierten Germanistik und sind

Mundartdichter geworden. Das ist erstaunlich.

Dank einem Stipendium der Stadt Bern

durfte ich ein Austauschjahr in Glasgow

verbringen. Dort lernte ich Schriftsteller

kennen, welche mich fragten, warum ich

denn meine Bücher in Hochdeutsch

schreiben wolle. Ich sagte, Mundart könne

man nicht verkaufen, es gebe ja höchstens

einen Markt von fünf Millionen Menschen.

Da lachten sie mich aus und

überzeugten mich, dass so ein Markt dieser

Grösse völlig ausreichend sei. Und

dass ein Dichter in Mundart schreiben

solle. Man müsse doch so schreiben, wie

die Leute sprechen, die als Figuren in den

Geschichten vorkommen.

Auch Gotthelf war ein Mundartdichter.

Ja, die ganze Kraft in der Sprache Gotthelfs

liegt in der Mundart. Er wusste, dass

er seine Figuren nicht in Hochdeutsch reden

lassen kann. Mundartschreiben hat

sich bei mir aus der Natürlichkeit ergeben.

Es geht mir nicht darum, sprachpflegerisch

unterwegs zu sein. Es gibt zwei

Meinungen über die Mundart: Entweder

man wertet sie ab oder man vergöttert sie.

Ein Professor sagte mir einmal, gewisse

Dinge könne man nur in der Hochsprache

ausdrücken. Darauf erwiderte ich: Nenne

mir ein Beispiel, bei welchem man etwas

nicht in Mundart ausdrücken kann?

Wechseln etwa zwei Ingenieure während

eines Fachgespräches auf Hochdeutsch?

Das ist ein Argument.

Ja, Hochdeutsch ist heute sozusagen meine

erste Fremdsprache geworden. Das

geht nicht nur mir so. Unseren Bundesräten

ist es doch auch nicht wohl, wenn sie

Hochdeutsch reden müssen. Ich plädiere

dafür, dass beispielsweise Bundesrat Johann

Schneider-Ammann einen Übersetzer

nimmt, wenn er mit Deutschen verhandelt.

Das wäre aber schon etwas speziell.

Die Schweden und Holländer sprechen

ebenso gut Hochdeutsch wie wir Schweizer.

Trotzdem nehmen auch die sich einen

Übersetzer in den Verhandlungen mit

Deutschen.

Gibt es eigentlich eine einheitliche

Form der Berndeutschen Sprache?

Es gibt zwar eine Grammatik von Otto

von Greyerz. Aber die ist aus dem 19.

Jahrhundert und er war Bernburger. Diese

Grammatik ist überholt.

Nur schon durch die vielen englischen

Ausdrücke, die wir vermehrt auch in

unserer Berner Mundart haben.

Das ist halb so schlimm. Englische Ausdrücke

gibt es überall. Nehmen wir den

Fussball als Beispiel. Hier finden wir die

ursprünglich englischen Ausdrücke in diversen

Sprachen, so auch in Spanisch.

Auch in unserer Sprache redeten wir früher

doch von Corner (Gorner), Offside

oder Penalty. Diese früheren Ausdrücke

sind inzwischen fast verschwunden. Heute

reden wir von Eckball, Abseits und Elfmeter.

Unsere traditionellen englischen

Berndeutschausdrücke gehen verloren.

Und vergessen wir nicht den Einfluss der

französischen Sprache auf unsere Mundart.

Wörter wie Coiffeur oder Trottoir

sind doch bei uns geläufig. Wenn mir jemand

sagt, dieses oder jenes Wort sei

nicht Berndeutsch, dann erwidere ich

jeweils: Excusez…

Wenn Sie bereits mit 16 studiert und

nicht Maurer gelernt hätten – wäre

dann auch ein Dichter aus Ihnen geworden?

Wahrscheinlich nicht. Ich brauchte diesen

Umweg, um auf eine andere Art die

Welt zu sehen und zu erleben. Ich hätte

dann beruflich einen geraden Weg genommen

wie mein Bruder.

Wie sieht dieser gerade Weg aus?

Er ist bei der Nationalbank Chef der Abteilung

Volkswirtschaft.

Wie würde Ihr Bruder Sie beschreiben?

Er sagt, ich sei ein Liiribänz.

8 s’Positive 7 / 2018


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PEDRO LENZ

PEDRO LENZ

Pedro Lenz, der freundliche

Gotthelf des 21. Jahrhunderts

Land und Leute des Oberaargaus

haben beide zu grosser Literatur

inspiriert. Albert Bitzius verarbeitete

seine Erlebnisse als Pfarrhelfer

zu Herzogenbuchsee unter

dem Künstlernamen Jeremias

Gotthelf zu Weltliteratur. Es gehört

zu den ewigen Irrtümern der Literaturgeschichte,

dass seine grossen

Romangestalten wie Uli, Vreneli,

Hans-Joggeli & Co. im Emmental

und nicht im Oberaargau

verortet werden. Pedro Lenz hat

es mit seinen Romanfiguren aus

Langenthal und Umgebung bereits

zu nationalem Literaturruhm gebracht

und sein Werk «Der Goalie

bin ig» ist in zehn Sprachen übersetzt

und, wie viele Werke Gotthelfs,

verfilmt worden.

Die Wirkungsmächtigkeit der Sprache

von Gotthelf und Lenz liegt in

der Mundart. In der Sprache, die

ihre Romanfiguren sprechen. Darin

sind die beiden Titanen der bernischen

Literatur gleich. Der Unterschied

liegt in ihrer politischen

Einstellung. Gotthelf schrieb mit

Furor gegen die Zustände im Bernbiet

an. Er lebte in einer Zeit, als

sich der helvetische Bundesstaat

herausbildete. Mit einer erbitterten

politischen Auseinandersetzung im

Abendrot der alten Ordnung und

der Morgenröte der heraufziehenden

Moderne. Gotthelf schrieb gegen

die sozialen Missstände seiner

Zeit an und engagierte sich als

Lenz war

gerne Maurer,

hätte wohl aber

kaum Karriere

gemacht.

Pfarrer auch im Schul- und Armenwesen.

Er war als scharfer Kritiker

bei seinen Zeitgenossen und der

Obrigkeit alles andere als beliebt

und fand erst in Deutschland einen

Verleger. Erst lange nach seinem

Ableben (1854) ist er auch im

Bernbiet als Titan der Weltliteratur,

als eidgenössische Antwort auf

Dostojewskij anerkannt worden.

Pedro Lenz fehlt Gotthelfs Zorn

und Furor. Wo Gotthelf polemisiert,

mit wuchtigen Worten leidenschaftlich

anklagt, da führen

leise Ironie und feiner Humor die

Feder von Lenz. Wo Gotthelf mit

der literarischen Streitaxt dreinfährt,

da ficht Lenz mit dem

sprachlichen Florett. Er ist ein entspannter,

liebevoller Beobachter

der Menschen und der sozialen

Umstände. Er ist der freundliche,

urbane Gotthelf des 21. Jahrhunderts.

Weniger auf den bäuerlichen

Realismus fixiert als Gotthelf.

Er ist populär übers Bernbiet hinaus,

aber literarisch noch nicht

weltberühmt wie Gotthelf. Er wird

im Gegensatz zu Gotthelf schon zu

Lebzeiten mit allerlei literarischen

und kulturellen Orden behängt

und darf den Ruhm seines Schaffens

zu Lebzeiten geniessen. Es

fällt einem Dichter heute halt auch

ein wenig leichter, freundlich zu

sein. Die Zustände im Staate Bern

sind ja allenthalben besser als zu

Gotthelfs Zeiten.

Der Lenz ein Liiribänz. Das tönt gar

nicht schlecht.

Wenn ich einer Alltagsangelegenheit

noch werweisse, beispielsweise bei einem

Autokauf, dann sagt er, ich solle nicht liire,

ich solle es einfach so oder so machen.

Er ist halt mehr der Macher.

Doch nochmals die Frage: Was wäre

also aus Ihnen geworden, wenn Sie

nicht Maurer gelernt hätten?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube fast,

dass aus mir nichts Rechtes geworden wäre.

Ich war zwar gerne Maurer. Aber ich

hätte kaum Karriere gemacht. Ich hätte

Angst, wenn ich die Verantwortung für 20

Leute übernehmen oder gar ein eigenes

Geschäft führen müsste. Ich bin einfach

froh, dass es mit der Schriftstellerei geklappt

hat, ich wäre sonst wahrscheinlich

heute Gruppentherapeut in Kirchlindach.

Sind Sie nun ein Büezer oder ein Intellektueller?

Weder noch. Ich war immer ein wenig

zwischen den Welten. Mein Vater ist Ostschweizer

und meine Mutter Spanierin.

Ich bin eigentlich nie ein richtiger Langenthaler

geworden. Dieses Sein zwischen

den Welten hatte ich schon immer ein wenig

in mir. Das Dasein als Büezer hat mich

das gelehrt, was mir mein Vater schon

immer gesagt hat: Man soll alle Leute

wertschätzen und nicht arrogant sein.

Wenn ich daheim stolz erzählte, ich sei in

der Schule grad im Kopfrechnen der Beste

gewesen, sagte mein Vater: Das musst du

nicht erzählen, die anderen sind dafür in

anderen Dingen gut. Man soll Vorurteile

weglegen und falschen Respekt ablegen.

Es ist gut, wenn einer Dr. Dr. ist. Aber ich

weiss trotzdem nicht, ob er deshalb klug

ist. Auch der Sport ist in dieser Hinsicht

eine Lebensschule. Ich habe in Langenthal

Spieler für ihr geniales Spiel, für ihre Spielintelligenz

bewundert. Aber in der Schule

waren sie Nullen. Es gibt eben verschiedene

Arten von Begabungen und

Intelligenz.

«Als Büezer habe ich

das gelernt, was mir

mein Vater schon

immer gesagt hat:

Man soll alle Leute

wertschätzen und

nicht arrogant sein.»

10 s’Positive 7 / 2018


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Sa: 9.00–14.00/17.00–23.30 Uhr

So: 9.00–20.30 Uhr

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PEDRO LENZ

«Wir haben Pech, dass alle

wegen der Naturschönheit

das Oberland und das

Emmental kennen, aber

niemand den Oberaargau.»

Sie äussern sich auch politisch.

Deswegen kassiere ich oft verbale Prügel.

Deshalb bin ich zurückhaltender geworden.

Wie sehen diese bösen Reaktionen

aus?

Es gibt böse Mails. Ich habe mich beispielsweise

im Radio über die Doppeladler-Geste

von Granit Xhaka und Xherdan

Shaqiri geäussert und geschrieben: Der

Schweizer Nati wachsen Flügel. Da haben

mir Leute geschrieben, ich sei ein Vaterlandsverräter.

Oder zur Diskussion um

die Nationalhymne. Ich sagte, die Spieler

sollen nicht singen, sondern schutte. Der

Andi Egli und der Heinz Hermann hätten

seinerzeit ja auch nie gesungen. Früher

habe man einfach der Hymne gelauscht.

Ich erzählte, wie Jan Hiermeyer vor einem

Länderspiel im Wankdorf ankündigte,

jetzt komme die Hymne, vorgetragen

von der Musikgesellschaft Ostermundigen.

Niemand hat gesungen, alle haben

andächtig gelauscht. Doch diese Tatsachen

wollen gewisse Leute heute nicht

hören oder lesen. Dies bekam ich zu spüren.

Jemand hat mir gemailt, ich solle

doch d’Schnurre halten. Oder ich wurde

als Sauhund bezeichnet, der die Haare

waschen sollte.

Können Sie solche Reaktionen ignorieren?

Es bleibt schon etwas hängen. Wenn es

unter die Gürtellinie geht, gnage ich ein

paar Tage dran. Ich gehe dann in mich,

und frage mich: Habe ich provoziert? Wir

haben eine hohe Streitkultur. Aber ein

wenig sind wir halt das Land der Schulmeister.

Das Belehren der anderen liegt

uns im Blut. Dabei sind doch Fehler ein

Teil des Lernprozesses. Wir haben zu viel

Angst vor dem Fehlermachen. Da höre ich

Für Pedro

Lenz findet der

Oberaargau zu

wenig Beachtung.

beispielsweise am Stammtisch, wie sie

über Märku Bösiger reden: Der überlüpfe

sich noch, der riskiere viel zu viel. In

Amerika heisst es in einem solchen Fall:

Toll, was der wieder macht! Mit unserer

Angst vor Fehlern und unserem Perfektionismus

stehen wir uns manchmal selber

im Weg. Aber mir gefällt auch sehr viel an

unserer Art. Etwa wie wir

Sorge tragen und uns im Zug

schon für zwei Minuten Verspätung

entschuldigen.

Wie beschreiben Sie den

Oberaargau?

Wir sind Mittelländer. Mittelländer

sind eigentlich die

meisten Schweizer, im Mittelland

findet das Leben

statt. Aber das Mittelland ist

der meistverschwiegene Teil

der Schweiz und der Oberaargau ist da

mittendrin. Wir haben Pech, dass alle wegen

der Naturschönheit das Oberland

und das Emmental kennen, aber niemand

den Oberaargau. Dabei ist der Oberaargau

vielfältiger und dynamischer als die

Leute meinen. Wenn ich auswärts den

Begriff erklären muss, dann sage ich, die

Berner hätten damals einfach dem Napoleon

nicht den ganzen Aargau zurückgegeben.

Wir haben nachgesehen: «Der Goalie

bin ig» ist in 10 Sprachen übersetzt

worden. Ungarisch, Russisch, Lettisch,

Litauisch, Italienisch, Französisch,

Englisch, Holländisch, Ukrainisch und

in ihre erste Fremdsprache Hochdeutsch.

Machen Sie auch Vorlesungen

in Fremdsprachen?

Ja. Ich trage dann etwas es in meiner

Sprache vor und ein Dolmetscher übersetzt

in die entsprechende Sprache. In

Glasgow musste der Dolmetscher einmal

früher weg und dann habe ich einfach in

Berndeutsch vorgetragen. Als ich aufhören

wollte, sagte einer aus dem Publikum:

«Big Boy, lies weiter vor, wir lieben den

Sound Deiner Sprache». Einmal hat mich

einer in Glasgow gefragt, wie ich dazu

komme, in meinem Roman Figuren aus

Glasgow auftreten zu lassen. Ich erwiderte,

das könne nicht sein, alle meine Romanfiguren

seien aus meiner Heimat.

Nein, nein, sagte der Typ, er erkenne seine

Kollegen in meinen Romanen.

Was macht die Figuren in Ihren Romanen

aus?

Sie labern und labern. Was haben wir

doch einst ganze Abende lang gliiret und

gschnorret. Das war wie heute ein Chat,

aber ohne Smartphone. Und wie wunderbar

konnte man etwas behaupten und

dann stundenlang darüber debattieren.

Heute kann man ja gar nichts mehr behaupten.

Gleich googelt einer auf dem

Smartphone. Die Freude an der Sprache

ist etwas verloren gegangen. Man kann

mit Powerpoints und Video und all den

modernen Kommunikationsmitteln natürlich

viel machen. Aber eigentlich sollte

die Sprache genügen. Die Sprache enthält

alles.

12 s’Positive 7 / 2018


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Während unserer Reise

stiessen wir auf unzählige

Seen und fantastische

Bergwelten.

Mit dem

VW-Bus:

Unterwegs im Süden

Skandinaviens

Mit unserem VW-Bus

bereisten wir den Süden von

Schweden und Norwegen und

stellten fest: Auch hier ist

Skandinavien eine Reise wert.


REISEBERICHT

1 2 3

1 Melanie und Stefan bereisen die Welt mit einem alten Mercedes. 2 Unser «autarkes» Reisegefährt mit Solarpanels.

3 Zum Schluss der Reise gab’s dann noch eine Panne. Der Bus ist aber wieder in der Schweiz, repariert und frisch geprüft.

TEXT UND FOTOS: BRUNO WÜTHRICH UND SUSANNE BÄRTSCHI

Eigentlich könnte man einen Reisebericht

auch einfach auf den Begegnungen

aufbauen, die man

auf seiner Reise macht. Zumal

sich unser alter VW-Bus immer wieder als

erstklassige Kontakthilfe entpuppt. Vor

allem, wenn das, was wir von unseren

neuen Bekannten erfahren, allein schon

einen Artikel füllen würde. Beispiele gefällig?

Da war das Schwulenpärchen Jean-

Luc und Roland aus Paris, welches wir am

Songesand Kai am Lysefjord in Norwegen

antrafen und die uns sofort einen Tee anboten.

Die beiden Backpacker verrieten

uns, wie es für sie als Bewohner einer

Grosstadt ist, teilweise über Stunden keinen

anderen Menschen anzutreffen.

Jean-Luc und Roland waren zu Fuss, per

Zug und Fähre unterwegs und wir nahmen

sie dann mit bis nach Stavanger, wo

sich unsere Wege trennten. Die beiden

gut aussehenden Männer haben – so nehmen

wir an – in Paris einen grossen Bekanntenkreis.

Sie wollten unbedingt ein

Bild von uns mit unserem Bus. Vor allem

der Bus dürfte deshalb in Paris eine gewisse

Bekanntheit erreichen.

SPANNUNG OHNE TOURISTEN

Oder Melanie und Stefan, die beiden

Weltreisenden, die mit einem alten Mercedes

190 und einem Zeltanhänger die

Welt bereisen und sich wohl derzeit irgendwo

in Finnland oder Russland befinden.

Sie waren bereits in Süd- und Nordamerika

und in Afrika. Jetzt wollen sie

Asien erreichen. Der Österreicher und die

Deutsche finanzieren sich ihre Reise mit

Werbefilmen über Campingplätze, die sie

mit ihrer Drohnenkamera erstellen, und

die wirklich sehr professionell gemacht

sind. Wer sich für ihre Reise interessiert,

findet die Beiden auf Facebook unter

5c100c, was so viel heisst wie fünf Kontinente,

hundert Länder. Die beiden wären

für uns – hätten wir denn mehr Zeit gehabt

– eine schier unerschöpfliche Quelle

für Informationen gewesen. Ihr Mercedes

ist übrigens voll von Unterschriften. Wer

sie unterstützt, darf darauf mit wasserfesten

Filzstiften unterschreiben. Bei uns

reichte die Einladung zu einem guten

Gläschen Schnaps. Wir hatten aus Hasle-

Rüegsau eine Flasche Alte Speicherzwetschge

dabei.

Seit 2009 sind wir gemeinsam unterwegs.

Zuerst mit dem Zelt, seit 2013 mit

dem Bus. In diesem Sommer waren nun

Norwegen und Schweden an der Reihe.

Der Süden dieser beiden Länder sollte es

Wir wissen zwar immer,

in welche Länder und

Gegenden wir wollen.

Die Orte, in denen wir

landen, ergeben sich

aber rein zufällig.

sein. Doch dies war nur eine grobe Orientierungshilfe.

Wir wissen zwar, in welche

Länder und Gegenden wir jeweils wollen,

aber die Orte, in denen wir landen, ergeben

sich rein zufällig. Fast so, wie wenn

wir mit Pfeilen auf eine Landkarte schiessen

würden. Dabei erlebten wir die spannendsten

und lustigsten Geschichten oft

fernab von Touristengegenden. Wie zum

Beispiel in Norddeutschland, wo wir in

einem verschlafenen Nest – der Name ist

uns leider entfallen – an einem Montag

kurz vor Torschluss noch ein Restaurant

fanden, wo es noch etwas zu Essen gab.

Dabei war nicht nur das Essen überaus

lecker: Gemeinsam mit dem Wirt und ein

paar Gästen tranken wir bis um drei Uhr

morgens, bevor wir nicht mehr ganz

nüchtern Richtung Campingplatz

schwankten. Unsere einzigen Reisevorbereitungen

betreffen jeweils die Ausrüstung.

In den Norden nimmt man nicht

dasselbe mit wie in den Süden. Aber ansonsten

fahren wir einfach los und schauen,

was auf uns zukommt. Es kommt immer

etwas auf uns zu.

LEISTUNGSSTARKER BULLI

Unser Reisemobil ist ein VW-Bus T3 Caravelle

mit Jahrgang 1987. Der T3 ist der

letzte Bulli, der den Motor noch hinten

hat. Alte Bullis sind Kult, wobei es vor allem

die T1 und T2 aus den 1950er bis

1970er-Jahren sind, die hoch im Kurs stehen

und inzwischen zu horrenden Preisen

gehandelt werden. Es steckt aber

auch viel Geld in diesen Objekten, die

teilweise irgendwo in miserablem Zustand

«ausgegraben», restauriert und

quasi in Neuzustand versetzt werden. Wo

eine dieser alten Kisten auftaucht, wird

sie bestaunt und besprochen. Ist die Bemalung

und die Ausstattung möglichst

originell, ist so ein Bulli ein erstklassiger

Türöffner. Egal, wie gross und luxuriös

die Camper sind, die in der Nähe stehen:

Der Bulli gehört immer zu den am meisten

beachteten Gefährten.

Dies gilt auch für unseren T3, wenn

auch aus einem anderen Grund. Die T3

wurden erst ab den 1980ern gebaut, sind

also noch nicht so alt, dafür aber mit

s’Positive 7 / 2018 15


REISEBERICHT

leistungsstärkeren Motoren ausgestattet.

So verfügt unser «Bussli» über einen 2,1

Liter Wasserboxer-Motor mit sagenhaften

95 PS. Dies ist gegenüber einem T1 mehr

als das Doppelte. Vor allem bei Passfahrten

wird der Unterschied offensichtlich.

Denn da sind wir jeweils deutlich schneller

als im Schritttempo unterwegs und

dementsprechend sind auch die Autoschlangen

dahinter etwas kürzer.

IDYLL AUS SEEN UND BERGEN

Zu reden gibt unser Bus vor allem deswegen,

weil er völlig autark ist. Dies sei kein

Camper, sondern ein Expeditionsfahrzeug,

befand der Versicherungsexperte,

der den Wert unseres Gefährtes zu schätzen

hatte. Autark heisst: Wir müssen

nicht an den Strom. Nirgendwo! Dies,

obwohl wir sogar elektrisch kochen. Auch

der Kühlschrank, das Aufladen von Handys

und Laptops sowie die Beleuchtung

sind Selbstverständlichkeiten. Dafür verantwortlich

sind vier Solarpanels mit einer

Leistung von insgesamt 410 Watt auf

dem Dach sowie zwei leistungsstarke

Lithium-Ionen-Batterien mit je 105

Ampère-Stunden, die zusätzlich zur Starterbatterie

verbaut wurden. Gaskocher

und Gasgrill sind trotzdem mit dabei.

Denn beim Kochen werden die Energiereserven

rasch aufgebraucht. Es reicht aber

für das Kaffeewasser am Morgen sowie

bei schlechtem Wetter für Teigwaren, die

wir dann als Beilage zu etwas aus dem

Kühlschrank geniessen können. Gerade

in Schweden und Norwegen findet man

nicht an jeder Ecke ein Restaurant.

Derart komfortabel ausgerüstet, tuckerten

wir also durch Deutschland Richtung

Schweden. Wobei tuckern durchaus

das richtige Wort ist. Wir fahren nämlich

keine Autobahnen. So legen wir an einem

normalen Reisetag meistens kaum mehr

als 300 Kilometer zurück, was bedeutet,

dass wir bis zu vier Tage einrechnen müssen,

um überhaupt nach Schweden zu

gelangen. Trotzdem hätte die Zeit locker

gereicht, um ans Nordkap und wieder zurück

zu reisen. Doch wir beschränkten

uns auf den Süden Skandinaviens, wo wir

in Schweden sehr viel Idylle und in Norwegen

fantastische Bergwelten antrafen.

Und diese Reise lohnt sich durchaus. In

Norwegen und Schweden trifft man bereits

im Süden gefühlt hunderte von

Seen, die meisten davon malerisch gelegen

und mit völlig unverbauten Ufern.

Mit seinen Wäldern und

Seen scheint man in

Skandinavien geradezu

eingeladen, wild, also

ausserhalb eines Campingplatzes

zu campen.

Mehr noch: Mit etwas Glück findet man

einen See ganz für sich allein. Dabei lassen

sich diese Gewässer oft problemlos zu

Fuss umrunden. Diese Wanderungen und

Spaziergänge lohnen sich. Weil man sie

mit einem Bad im See verbinden kann.

Das wunderbar saubere Wasser ist allerdings

für einen verweichlichten Mitteleuropäer

oft etwas gar kalt. Skandinavier

haben damit aber keine Probleme.

Das Faszinierende an Südnorwegen

sind die Bergwelten, die teilweise auf

Meereshöhe, an den Fjorden beginnen.

Auf 700–1000 Meter über Meer fühlt man

sich bereits wie in den Alpen.

Das Fahren auf schwedischen Strassen

ist äusserst gemütlich. Die Schweden lassen

sich nicht stressen. Sogar als gemütliche

VW-Bus-Reisende mussten wir oft

unsere Geschwindigkeit nach unten anpassen.

Die Norweger sind da etwas anders:

Die Meisten von ihnen sind zwar

ebenfalls gemütlich unterwegs. Doch in

Norwegen gibt es deutlich mehr Eilige als

in Schweden, und die werden zum Teil

sehr grantig, wenn sie auf den schmalen

Bergstrassen nicht überholen können.

VIEL LAND MIT WENIG EINWOHNERN

Schweden und Norwegen sind dünn besiedelt.

Norwegen ist knapp acht Mal grösser

als die Schweiz, hat aber mit 5,2 Mio.

deutlich weniger Einwohner. Schweden

ist sogar fast 11 Mal grösser als die

Schweiz. Die Einwohnerzahl beträgt aktuell

10,2 Millionen. So hat man Platz in

diesen Ländern, die mit sehr viel Wald

bedeckt sind. Norwegens Waldanteil auf

die Gesamtfläche beträgt ziemlich genau

einen Drittel. In Schweden sind es sogar

gut zwei Drittel. Zusammen mit den Seen

scheint man hier geradezu eingeladen,

wild, also ausserhalb eines Campingplatzes

zu campen. Doch aufgepasst: Wild zu

campen, ist in beiden Ländern nur mit

Zelten oder unter freiem Himmel erlaubt.

So mussten auch wir mit unserem autarken

Bus auf Campingplätze. Diese sind

in beiden Ländern sehr zahlreich und vor

allem in Schweden äusserst komfortabel.

Sie kosten aber auch entsprechend. Sowohl

Schweden als auch Norwegen sind

in den meisten Dingen preislich fast auf

Schweizer Niveau. Bei alkoholischen Getränken

sogar weit darüber.

4 5 6

4 Auch in Skandinavien trifft man auf Fans amerikanischer Oldtimer. 5 Stavanger ist ein Besuch wert.

6 Die unzähligen Seen laden zu einem Rundspaziergang mit anschliessendem Bad ein.

16 s’Positive 7 / 2018


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WUSSTEN SIE SCHON

«SWEETERING»

Wie wirkt eingespieltes

Gelächter bei Filmen?

1

Der Begriff «Sweetering» bezeichnet in

der Filmbranche das eingespielte Gelächter.

In den USA wurden bereits in den

1950er-Jahren Komödien «versüsst». Damit

sollten vor allem die Zuschauer, welche

allein zuhause waren, beim Betrachten

des Filmes zum Lachen animiert

werden. Das Psychologische Institut der

Universität Mainz machte hierzu eine

Studie mit 110 Probanden. Diese zeigt,

dass das vorgegebene Gelächter tatsächlich

zum Mitlachen animiert. Dabei spielt

es offenbar keine Rolle, ob es von der

Konserve kommt, oder ob es sich um das

echte, zuvor eingespielte Lachen von Zuschauern

des Films handelt. Dies zeigte

sich eindrücklich bei Szenen, die nicht

eindeutig komisch oder lustig waren. Sozialer

Druck könne unsere Wahrnehmung

massiv beeinflussen, kommentierte

Studienleiter Andreas Baranowski das

Ergebnis.

Bei Horrorfilmen ist das Ergebnis ähnlich.

Doch wirklich ansteckend waren hier lediglich

echte Angstschreie. Diejenigen

aus der Konserve blieben weitgehend wirkungslos.

WUSSTEN

SIE SCHON?

18 s’Positive 7 / 2018


UMGELEITET UND GESTREUT

Wo ist ein Lichtstrahl zu Ende?

2

Die Antwort lautet: Nie! Anders als

akustische Wellen pflanzen sich gebündelte

elektromagnetische Lichtstrahlen

auch im luftleeren Raum fort.

Theoretisch unendlich weit. Wir sehen

das Licht aber nur, wenn es auf etwas

trifft. Zum Beispiel auf unser Auge

oder auf einen reflektierenden Gegenstand.

Dieser strahlt dann wiederum

Licht aus, das auf unser Auge treffen

muss. Auch die Strahlen eines Lasers sind

nur sichtbar, wenn sie einen Lichtpunkt

an einer Wand erzeugen.

Licht wird, dort wo es entsteht oder hindurch

muss, gestreut oder umgeleitet.

Deswegen ist jeder Lichtstrahl, der aus

einer Lampe oder einem Laser heraustritt,

an den Rändern unscharf und läuft

mit zunehmender Entfernung auseinander.

Da das Licht an deren Rändern ebenfalls

gebeugt wird, bringt auch die

Bündelung mit Spiegeln oder Linsen

nichts. So hat ein Lichtstrahl kein Ende,

sondern weitet sich aus, bis er nicht

mehr nachweisbar ist. In der Experimentalphysik

werden optische Experimente

im Vakuum durchgeführt: Das

Licht eines scharf gebündelten Laserstrahls

läuft in eine Richtung und wird

im besten Fall gar nicht schwächer.

KOHLENDIOXID, WASSER, MINERALSALZE

Warum verschwindet die Erde

aus dem Blumentopf?

3

FOTOS: SHUTTERSTOCK.COM/MASTER-L/STYLE_TTT/ICSNAPS

Wer nicht ab und zu etwas Erde nachfüllt,

findet in seinem Blumentopf am

Ende nur noch Wurzelgeflecht und kleine

Steinchen vor. Saugt sich die Pflanze

die Erde einfach ein? Nein! Schuld am

Verschwinden der Erde sind Kleinstlebewesen

wie Bakterien, Pilze und Algen.

Diese sind von Natur aus in jeder Erde

vorhanden und können auch noch zusätzlich

hineingetragen oder -geweht

werden. Die Kleinstlebewesen wandeln

das organische Material um in Kohlendioxid,

Wasser und Mineralsalze. Dies

sind Stoffe, die entweder in die Luft entweichen

oder mit dem Giesswasser von

den Wurzeln der Pflanze aufgenommen

werden.


HISTORY

Das

Banken-Drama

von Herzogenbuchsee

Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist dazu verurteilt,

die gleichen Fehler zu wiederholen. Wenn sich

etwa die Verwaltungsräte der Raiffeisenbank mit

der Finanzgeschichte des Oberaargaus beschäftigt

hätten, wären sie heute noch alle im Amt.

20 s’Positive 7 / 2018


TEXT: KLAUS ZAUGG, FOTOS: MARCEL BIERI

Das Oberaargau hat keine Wall Street und

Herzogenbuchsee ist kein Finanzplatz mit

globaler Ausstrahlung wie Zürich. Und doch

wären der Welt die meisten Finanzkrisen

erspart geblieben, wenn aus zwei Beispielen aus unserer

Gegend die Lehren gezogen worden wären. Es

ist nicht notwendig, nach Zürich zu fahren oder nach

New York zu fliegen, um Finanzkrisen zu verstehen.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts sind im Einzugsgebiet

des Oberaargaus zwei Banken untergegangen.

Die Geschichte dieser Finanzdramen wirkt

erstaunlich modern und hat sich seither zu verschiedenen

Zeiten und an verschiedenen Orten wiederholt.

Zuletzt mit erstaunlichen Parallelen bei der

Raiffeisenbank.

Gehen wir mehr als 100 Jahre zurück in der Zeit.

Herzogenbuchsee ist Ende der 1800er Jahre ein

wichtiges, dynamisches wirtschaftliches Zentrum

der bernischen Wirtschaft. 1861 wird die «Spar- und

Leihkasse für den Handwerker- und Gewerbebestand

des Amtsbezirkes Aarwangen», kurz «Spar- und Leihkasse

Herzogenbuchsee» als Aktiengesellschaft gegründet.

Zwei schwere Krisen werden 1894 und

1903 durch Kapitalerhöhungen gut gemeistert. Lokale

Investoren schiessen Geld ein, retten die Bank

und werden Mitbesitzer (Aktionäre) des Institutes.

Es scheint, als könne nichts die heile Finanzwelt in

Herzogenbuchsee erschüttern. Aber 1910 kommt das

bittere Ende: Die Kantonalbank von Bern «schluckt»

das Bankhaus und verhindert so einen Konkurs. Was

war passiert?

Auch

Herzogenbuchsee

blieb nicht

vor Finanz krisen

verschont.

RISKANTE GESCHÄFTE

Die Bank war in kurzer Zeit rasant gewachsen. Zwischen

1897 und 1909 stiegen die Kontokorrent-Debitoren

von 352 000 auf 1,6 Millionen Franken, die

Hypotheken von 660 000 auf 1,895 Millionen Franken.

Die Spareinlagen stiegen von 1,8 Millionen auf

4,4 Millionen Franken. Und das alles bei einem bescheidenen

Eigenkapital von 300 000 Franken (Aktienkapital)

und ausgewiesenen Reserven von 160 000

Franken.

Das Publikum wusste, dass dieses erstaunliche

Wachstum nicht alleine mit dem risikolosen, unspektakulären

klassischen Hypothekar-Geschäft (Spargelder

für lokale Hypotheken) zu erreichen war, und

dass auch im grossen Stil Kredite an Industrie-Unternehmen

vergeben wurden. Niemand war deswegen

beunruhigt. Solange die Kundschaft der Bank die

Fabriken und Geschäftshäuser tagtäglich vor sich

sah, glaubte sie, nichts befürchten zu müssen. Was

niemand im Dorfe wusste oder auch nur ahnte: Geld

wurde nicht nur an heimische Unternehmer ausgeliehen.

s’Positive 7 / 2018 21


HISTORY

Gegen Mitte Oktober 1910 publiziert die Kasse einen

weiteren bäumigen Abschluss. Für das Geschäftsjahr

1909/1910 werden 34 125 Franken Reingewinn und

eine schöne Dividende (Gewinnausschüttung) an die

Aktionäre von 5 Prozent gemeldet.

Gemäss dem offiziellen Untersuchungsbericht

von Professor Dr. Ernst Wetter aus Zürich zum Untergang

der Bank kippt die Stimmung, als die Uhrenfabrik

Herzogenbuchsee – eine grosse Schuldnerin der

Bank – in Schwierigkeiten gerät. Nur ein paar Tage

nach der Publikation des guten Geschäftsabschlusses

ersucht der Verwaltungsrat die Kantonalbank von

Bern wegen der drohenden Verluste bei der Uhrenfabrik

um Hilfe an. Die Kantonalbank betrachtet die

Kasse als lästige Konkurrentin und plant seit längerem

eine Filiale im aufstrebenden Herzogenbuchsee.

Der Hilferuf des Verwaltungsrates – von dem die Öffentlichkeit

vorerst nichts erfährt – eröffnet nun der

Kantonalbank einen Einblick in die Bücher und die

Ausarbeitung einer Übernahmeofferte.

Wahrscheinlich hätte die Bank die Krise sogar ohne

Hilfe von aussen überstehen können. Aber die

Probleme blieben nicht geheim. Bald einmal heisst

es im Dorfe, die Bank habe noch andere riskante Geschäfte

gemacht und nun setzt ein «Bankensturm»

ein: Die Sparerinnen und Sparer wollen ihr Geld abheben

und in Sicherheit bringen. Nicht einmal die

Regelung, dass ohne vorherige Kündigung nicht

mehr als 100 Franken abgehoben werden können,

vermag den Sturm zu bremsen. Am Donnerstag, den

Solange die Kundschaft

der Bank die Fabriken und

Geschäftshauser vor sich

sah, glaubte sie, nichts

befürchten zu müssen.

10. November 1910, einem Markttag, müssen die

Schalter mangels Bargeld geschlossen und den zuständigen

Amtsstellen Insolvenz gemeldet werden.

Die Kantonalbank-Manager haben klug vorgesorgt:

Noch am gleichen Tag eröffnet die Staatsbank

eine Filiale und gewährt auf die Sparbüchlein der

Spar- und Leihkasse Vorschüsse. So können dem

Viehhandel die notwendigen Barmittel zur Verfügung

gestellt und der Markttag doch noch gerettet werden.

DAS VERTRAUEN IST ERSCHÜTTERT

Bei der Prüfung der Bücher kommen die Kantonalbank-Buchhalter

zum Schluss, dass gut ein Drittel

der gewährten Kredite als «faul» abgeschrieben werden

müssen. Die Verluste durch die Uhrenfabrik Herzogenbuchsee

sind in diesem Zusammenhang vergleichsweise

unbedeutend. Mit einigem Erstaunen

stellen sie fest, dass die meisten der verlorenen Kredite

ohne Absicherung an ausserkantonale, ja gar

ausländische Firmen vergeben worden sind.

Der Verwaltungsrat lehnt jedoch das Übernahmeangebot

der Kantonalbank ab. Die Politik schaltet

sich ein. Herzogenbuchsee will seine eigene Bank

unbedingt behalten. Erneut soll eine Aktienkapital-

Erhöhung die Rettung bringen. Aber das Vertrauen

ist erschüttert. Trotz intensivster Bemühungen, auch

durch den Gemeinderat, gelingt es nicht, lokale Investoren

oder Private für eine Kapitalerhöhung zu

finden, und der Bankensturm legt sich nicht. Die

Sparerinnen und Sparer trauen der Sache nicht

mehr. Die Übernahmeofferte der Kantonalbank wird

schliesslich zähneknirschend angenommen. Die

Spareinlagen können gerettet werden, die Aktionäre

verlieren durch die Übernahme rund 25 Prozent und

am Ende bliebt die Kantonalbank auf rund einer Million

fauler Kredite sitzen.

MANGELHAFTE LEITUNG

Die Untersuchungen ergeben krasses Versagen des

Direktors und des Verwaltungsrates. Im offiziellen

Untersuchungsbericht von Professor Dr. Ernst Wetter

lesen wir unter anderem (Wiedergabe auszugsweise):

«Die Gründe des Eingehens der Spar- und Leihkasse

Herzogenbuchsee liegen in erster Linie in der mangelhaften

Leitung eines banktechnisch nicht auf der

Höhe stehenden Direktors und der ungenügenden

Beaufsichtigung durch eine ihrer Aufgabe nicht gewachsenen

Verwaltungsbehörde (Verwaltungsrat –

die Red.). Sachlich zeigten sich diese Mängel im

Eingehen von Risiken und im Abschluss von Geschäften,

von denen eine ländliche Sparkasse im Umfange

derjenigen von Herzogenbuchsee ihre Hand lassen

sollte. Einem vorsichtigen Direktor hätte doch gewiss

einleuchten müssen, dass Geldgesuche aus Städten,

wo zahlreiche Bankinstitute bei genügender Sicherheit

gerne ein Geschäft gemacht hätten, mit doppelter

Vorsicht zu prüfen waren. Diese Geschäfte mussten

doch zum vornherein den Verdacht erwecken,

dass sie bereits von anderen Banken eine Abweisung

erfahren hatten und dass, wenn sie nicht irgendeinen

Haken hätten, diese Leute wohl kaum nach Herzogenbuchsee

gekommen wären.

Sicher ist, dass die Spar- und Leihkasse, wenn sie

sich gemäss ihrem Charakter und ihrer Zweckbestimmung

auf ihr spezielles Arbeitsgebiet, Herzogenbuchsee

und Umgebung, beschränkt hätte, niemals

in diese fatale Situation geraten wäre. Zum Beweis

mag die Tatsache dienen, dass die Geschäfte aus Herzogenbuchsee

und Umgebung, mit Ausnahme von

zwei industriellen Engagements, im Allgemeinen

genügend abgesichert sind, dass hingegen die meisten

ausserkantonalen Geschäfte als mehr oder weniger

zweifelhafter Natur bezeichnet werden müssen.

Entschuldbar wäre es höchstens gewesen, wenn das

Institut über genügend eigene Mittel verfügt hätte.

Die eigenen Mittel erreichten aber kaum die Summe

von 500 000 Franken, eine Summe, die einzig in zwei

bis drei grossen Krediten sozusagen auf eine Karte

gesetzt wurde, während die übrigen, zum Teil sehr

gewagten Anlagen, aus fremden Geldern oder den

Einlagen der kleinen Sparer aus Landwirtschaft und

Kleingewerbe verwendet wurden, die dem Institut

22 s’Positive 7 / 2018


Der alte

Standort der

Berner Kantonalbank

in Herzogenbuchsee.

ZUSATZINFOS

Die Bankenkrise zu Beginn des letzten Jahrhunderts

Zu Beginn der 1900er Jahre

kam es in der Schweiz zu einer

ganzen Reihe von Bankzusammenbrüchen.

Die Liste

der Banken, die durch Übernahmen

oder Konkurs ihre

Existenz einbüssten, ist lang

und umfasst unter anderem

die Leih- und Sparkassen in

Aadorf (1910), Steckborn

(1912) und Eschlikon (1912).

Die Thurgauische Hypothekenbank

(1914), die Bank in

Horgen (1910), die Allgemeine

Gewerbekasse Kloten

(1910), die Volksbank Biel

(1910), die Spar- und Leihkassen

in Herzogenbuchsee

(1910), Saingnelegier (1911),

Brittnau (1913) und Bremgarten

(1913), die Credito Ticinese

in Locarno (1914), die

Banca Cantonale Ticinese in

Bellinzona (1914) und die Ersparniskasse

Uri (1914).

Die Ursachen für die Schwierigkeiten

waren praktisch in

allen Fällen unfähige oder

grössenwahnsinnige Direktoren,

die riskante Kredite vergaben

und «blinde» Verwaltungsräte,

die ihrer Aufsichtspflicht

nicht nachkamen.

Die Finanzindustrie war

damals noch nicht hoch entwickelt

und im Vergleich zu

heute überblickbar, ja beinahe

bloss Folklore. Was damals

eine Million war, entspricht

ungefähr zehn Millionen

heute.

Politik hat keinen Einfluss

Die Politik beschäftigte sich

eingehend mit dieser Krise, es

gab entsprechende Gesetzesänderungen

und Vorschriften.

Geholfen hat es nicht. Wir lernen

aus der Geschichte: Die

Politik hat die Finanzindustrie

noch nie im Griff gehabt.

Nicht vor mehr als hundert

Jahren in Herzogenbuchsee

oder Brittnau und erst recht

nicht heute zwischen Zürich

und New York. Obwohl die

Ursachen für Finanzkrisen

bekannt sind, die Bücher über

die Finanzkrisen ganze Bibliotheken

füllen und es seit

mehr als hundert Jahren kluge

Vorschläge für entsprechende

Massnahmen und Gesetze

gibt.

Professor Ernst Wetter

schrieb nach der Bankenkrise

zu Beginn des letzten

Jahrhunderts: «Begünstigt

wird die Misswirtschaft

durch eine ungenügende Organisation,

die die Kompetenzen

der einzelnen Organe

nicht scharf und genügend

scheidet und eine zu geringe

gesetzliche Verantwortlichkeit.

Eine mangelnde Transparenz

in Rechnung und Geschäftsbericht

ermöglicht es,

schwache Positionen jahrelang

zu verdecken und untergrabenen

Kreditgebäuden

den Schein einer gesunden

Situation zu geben. Und eine

vollständig unzureichende

Kontrolle der Direktion durch

den Verwaltungsrat und

durch die Kontrollstellen erklärt

die Bilanzverschleierungen

und Bilanzfälschungen,

die in den meisten Fällen

der Bilanz ein normales

Aussehen verschafft hatten.»

Heute so aktuell wie damals

Diese Schlussfolgerungen von

Professor Ernst Wetter in seinem

über 300 Seiten starken,

mit Unterstützung der «Stiftung

für wissenschaftliche

Forschung» der Universität

Zürich verfassten Bericht

über die Bankenkrise vor

mehr als hundert Jahren sind

heute so aktuell wie damals.

s’Positive 7 / 2018 23


HISTORY

Am neuen

Standort geriet

auch die Berner

Kantonalbnak in

die Krise.

ein unbegrenztes Vertrauen entgegenbrachten. Direktor

und Verwaltungsrat scheinen sich ihrer Verantwortung

nicht bewusst gewesen zu sein. Die Gewährung

der grossen Blankokredite bildeten eine

Statutenverletzung. Der Direktor, der schon seit 27

Jahren an der Spitze der Bank stand und der Präsident

des Verwaltungsrates fanden es vielfach nicht

einmal der Mühe wert, dem Gesamtverwaltungsrat

gerade von den grössten und riskantesten Geschäften

Mitteilung zu machen, und die Verwaltungsräte

ihrerseits erachteten es ebensowenig als notwendig,

sich um die Geschäfte der Kasse näher zu kümmern.

Kassarevisionen fanden höchstens einmal im Jahr

statt. Bei der Prüfung der Bücher durch die Kantonalbank

wurde per 31. Oktober 1910 ein Kassenbe stand

von 71 388 Franken und 10 Rappen ausgewiesen.

Tatsächlich befanden sich nur noch 16 000 Franken

in den Kassen.»

GLIMPFLICHER AUSGANG

Weder der Direktor noch der Verwaltungsrat sind

damals in Herzogenbuchsee zur Verantwortung gezogen

worden. Vor allem, weil die Kantonalbank ja

die Spareinlagen sicherte und so ein Aufkommen des

Volkszornes verhinderte. Alles in allem ging die Sache

also noch glimpflich aus. Es entbehrt nicht einer

gewissen geschichtlichen Ironie, dass nicht ganz

hundert Jahre später die Kantonalbank aus den exakt

gleichen Gründen in eine schwere Krise geriet. Zu

Beginn der 1990er Jahre ging die Staatsbank unter

der Führung des autoritären und charismatischen

Direktors Kurt Meier zu grosse Risiken in ausserkantonalen

Geschäften ein – u.a. als «Hausbank» für den

Milliarden-Betrüger Werner K. Rey, der mit Meier

per Du war – und musste schliesslich vom Kanton

mit insgesamt 1,45 Milliarden Franken Steuergelder

gerettet werden. Die Aufsichtsorgane hatten versagt.

Hätte man sich an die Spar- und Leihkasse Herzogenbuchsee

erinnert, die man einst gerettet hatte,

wäre es nicht zur grossen Kantonalbank-Krise gekommen

und der «Fall Rey» wäre den Bernern erspart

geblieben.

BANKENPLEITE AUCH IN BRITTNAU

Weitaus dramatischer als das Ende der Spar- und

Leihkasse Herzogenbuchsee gestaltete sich der Zusammenbruch

der Spar- und Leihkasse Brittnau im

Jahre 1912. Diese Bank ist nicht eine Aktiengesellschaft

wie die Spar- und Leihkasse Herzogenbuchsee,

sondern eine Genossenschaft. Mit dem Zweck,

die Spartätigkeit zu fördern und für Landwirtschaft,

Handwerk und Gewerbe den Geldverkehr zu organisieren.

Nach den Statuten von 1889 wird Genossenschafter,

wer 50 Rappen «Eintrittsgeld» bezahlte und

jeden Monat mindestens den gleichen Betrag aufs

Sparheft einzahlt oder mindestens 100 Franken Guthaben

hat. Die Genossenschafter haften aber nur mit

ihren Einlagen und Guthaben. Was sich noch als

Glücksfall für die Genossenschafter erweisen wird.

Die Bank ist von allem Anfang an als lokale Institution

gedacht. Sie macht, anders als die Kasse in

Herzogenbuchsee, auch nie Anstrengungen, Geschäfte

ausserhalb des Dorfes zu tätigen. Gläubiger und

Schuldner sind fast ausschliesslich Brittnauer. Der

Bank werden zudem vom Gemeinderat (der Vormundschaftsbehörde)

in grossem Umfang Mündelgelder

anvertraut. Und trotzdem kommt es zum Zusammenbruch.

Der Untergang muss also andere Ursachen

haben als in Herzogenbuchsee. Nach heutigen

Massstäben war diese Bankenpleite ein Skandal.

24 s’Positive 7 / 2018


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HISTORY

DEN DIREKTOR LIESS MAN GEWÄHREN

Im Untersuchungsbericht, der ebenfalls von Professor

Dr. Ernst Wetter verfasst worden ist, lesen wir

unter anderem (Wiedergabe auszugsweise):

«Der letzte Direktor genoss in der Gemeinde und

in der Umgebung hohes Ansehen und viel Einfluss.

Nur so erklärt es sich, dass er die Kasse wie eine Privatunternehmung

verwalten konnte. Wie hier gefuhrwerkt

wurde, ist ein Unikum.

Das letzte vorhandene Protokoll der Generalversammlung

beginnt mit dem 9. August 1896, überspringt

einige Jahre, um dann mit dem 30. Juni des

gleichen Jahres für immer zu schliessen. Die letzten

Verwaltungsratswahlen hatten am 9. August 1896

stattgefunden. Seit Jahren amteten nun weder Verwaltungsrat

noch Revisoren ihres Amtes. Die Genossenschafter

erzwangen keine Generalversammlung,

sie schienen sich überhaupt um den Gang der Geschäfte

nicht weiter gekümmert zu haben.»

Die ganze Geschäftsführung war also völlig dem

Direktor überlassen. So verwundert es nicht, dass er,

als er in eine missliche Situation geriet, sich mit Geldern

seiner Bank heraushalf. Auch der Gemeindeschreiber

vergriff sich an den Geldern der Spar- und

Leihkasse. Das führte dann zur Katastrophe: Als die

Finanzdirektion die Herausgabe der bei der Kasse

angelegten Mündelgelder verlangte, nahte das Ende.

Die Bank konnte mangels Liquidität die Gelder nicht

herausrücken. Die kantonale Finanzkommission ordnete

umgehend eine Revision an. Die konnte vorerst

noch verhindert werden: Man stehe mit der Sparund

Leihkasse Zofingen in Fusionsverhandlungen.

Diese scheiterten aber bald. Als der Regierungsrat

schliesslich doch eine Revision anordnete, nahm sich

der Direktor das Leben. Am Samstag, den 13. September

1913 wurde über die Spar- und Leihkasse

Brittnau der Konkurs eröffnet.

DIE GESCHICHTE WIEDERHOLT SICH

Niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Der verantwortliche

Direktor hatte sich ja bereits das Leben

genommen. Die Genossenschafter hafteten nur mit

ihren Einlagen in die Bank. Schwere Vorwürfe werden

im aargauischen Grossen Rat gegen die Finanzdirektion

und den Regierungsrat erhoben. Letzterer

hätte als Obervormundschaftsbehörde die Pflicht

gehabt, eine Bank besser zu überwachen, der Mündelgelder

anvertraut waren und bei den offensichtlichen

Unregelmässigkeiten früher einzuschreiten. Es

bleibt bei politischem Theaterdonner und bald ist

Gras über die Sache gewachsen.

Die grossen Finanzkrisen dieser Welt haben im

Grunde alle die gleichen Ursachen wie die Bank-

Dramen in Herzogenbuchsee und Brittnau. Direktoren,

die schalten und walten wie sie wollen, das Mass

verlieren, in die eigene Tasche wirtschaften oder viel

zu riskante Geschäfte tätigen und von den zuständigen

Organen nicht beaufsichtigt werden. Es ist, wie

es ist: Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu

verurteilt, die gleichen Fehler zu wiederholen.

Literatur:

u.a. «Bankkrisen und Bankkatastrophen der letzten

Jahre in der Schweiz» von Professor Ernst Wetter,

publiziert 1918

1913 kam

für die Spar- und

Leihkasse Herzogenbuchsee

der

Konkurs.

26 s’Positive 7 / 2018


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braucht es eine Schlagweite

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Weite bringt einen Punkt. Pro weitere

10 Meter wird ein weiterer

Punkt dazu gerechnet. Diese

Punktzahl zählt für das Mannschaftsresultat,

wird aber auch als

persönliches Resultat des Schlägers

gewertet. Um faire Bedingungen

zu gewährleisten, treten die

Mannschaften wechselweise zum

Schlagen und Abtun an. Jeder

Spieler schlägt pro Durchgang

zwei Wertungsstreiche mit maximal

drei Versuchen. Das Erreichen

eines höheren Mannschaftstotals

als der Gegner ist Hauptziel beim

Schlagen. Spielentscheidend ist

aber in erster Linie die mannschaftliche

Leistung beim Abtun.

28 s’Positive 7 / 2018


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s’Positive 7/ 2018 29


DOMINIQUE AEGERTER

Die

bitteren

Früchte

DES RUHMES

Bei «Halbzeit» der Saison 2018 steht

Dominique Aegerter wieder dort,

wo er vor acht Jahren seine Moto2-

Karriere begonnen hat. Weil er sich

vom Sieg auf dem Sachsenring (2014)

noch immer nicht erholt hat.

TEXT: KLAUS ZAUGG

Wenn es einen Ort gibt, der uns

die wechselvolle Karriere

von Dominique Aegerter erklärt,

dann ist es der Sachsenring.

Die Rennstrecke 80 Kilometer

westlich von Dresden. Hier hat er 2014

seinen ersten und bis heute einzigen GP

gewonnen – der Triumph von Misano ist

ihm ja im Rahmen der «Ölaffäre» auf

skandalöse Art und Weise aberkannt worden.

Und wenn es einen einzigen Tag gibt,

der das ganze Drama Dominique Aegerters

erklärt, dann ist es Freitag, der 13.

Juli 2018. Der erste Trainingstag zum GP

von Deutschland auf dem Sachsenring.

Es ist ein strahlend schöner Sommertag.

Die Gladiatoren rollen auf ihren Höllenmaschinen

zum ersten Training auf

die Piste. Bald einmal trauen die Boxengeneräle

beim Blick auf die Monitore ihren

Augen nicht. Dominique Aegerter

dominiert dieses erste Training auf magistrale

Art und Weise – wie damals, am

Tage seines grossen Triumphes im Sommer

2014. Als hätte es nie eine Krise gegeben.

Wie ist diese «Auferstehung» möglich?

Es gibt eine Erklärung: Dominique

Aegerter hat als einer der wenigen Piloten

eine weiche Reifenmischung gewählt. Sie

passt an diesem freundlichen Vormittag

perfekt. Endlich hat er die richtige Abstimmung

gefunden. Und wenn er sich

wohl fühlt, dann braust er auf dem As­

FOTO: MARCEL BIERI

30 s’Positive 7/ 2018


Dominique

Aegerter fährt

derzeit um die

Zukunft seiner

Karriere.

phalt wie Jesus übers Wasser schreitet.

Krise überwunden? Nein. Der Reifenhersteller

Dunlop zieht die weiche Reifenmischung

bereits am Freitagnachmittag

zurück. Weil die Haltbarkeit fürs ganze

Rennen nicht garantiert werden kann.

Dominique Aegerter hat einfach kein

Glück. Am Samstagabend ist es mit der

Herrlichkeit wieder vorbei. Es reicht im

Abschlusstraining gerade mal für den 23.

Platz. Die Krise hat ihn wieder eingeholt

und im Rennen kommt er bloss auf den

14. Rang. Triumph und Frust innerhalb

kürzester Zeit.

Dominique Aegerter kann sein Glück

nicht festhalten. Nicht das Glück des Sieges

von 2014. Und nicht das kleine Glück

vom Vormittag des 13. Juli 2018. Heute,

im Rückblick auf 12 Jahre Rennsport auf

höchstem Niveau, erkennen wir: Der Sieg

von 2014 auf dem Sachsenring war Höhe-

und Wendepunkt zugleich. Oder noch

krasser formuliert: Von diesem Sieg hat

er sich bis heute nicht erholt.

Ein Blick zurück zeigt uns, warum das

so ist. Vom Einstieg im Herbst 2006 in die

125er-Klasse bis zum Triumph auf dem

Sachsenring geht es stetig aufwärts.

Schritt für Schritt arbeitet sich der Rohrbacher

nach oben. Er wird behutsam gefördert

und gefordert. Mit dem Westschweizer

Olivier Métraux hat er einen

väterlichen Patron, der das Abenteuer

s’Positive 7 / 2018 31


DOMINIQUE AEGERTER

GP-Zirkus vom ersten Tag an alimentiert.

Nichts scheint diese heile Welt erschüttern,

nichts Dominique Aegerter aufhalten

zu können.

Der Triumph von 2014 hat alles verändert.

Die Früchte des Ruhmes sind bitter.

Der Aufsteiger aus Rohrbach wird nun zu

einem echten Konkurrenten für den

«Platzhirsch» Tom Lüthi, bis dahin unangefochten

die Nummer 1 im Land. Zum

ersten Mal hat Tom Lüthi einen Konkurrenten

in der Schweiz, einen Konkurrenten

um Medienpräsenz und Werbegelder.

Er beendete das Rennen, das Dominique

Aegerter gewinnt, «nur» auf Platz 9,

rutscht in die Krise und beendet eine WM

schliesslich zum ersten Mal nicht als bester

Schweizer.

Dominique Aegerter ist der neue Publikums-

und Medienliebling. Der freundliche,

charmante Rock’n’Roller ist charismatischer

und kommunikativer als sein

eher introvertierter Rivale. Mehrere persönliche

Sponsoren wechseln das Lager

und laufen zu Dominique Aegerter über.

Der Rohrbacher verdient nun auch mehr

als Tom Lüthi.

ZUSATZINFOS

Aegerter in der Moto2-WM

Die Statistik zeigt uns,

dass Dominique Aegerter

inzwischen

wieder dort steht, wo

er schon 2010 war.

Im ersten Jahr der

Moto2-WM. Hier die

Anzahl der WM-Punkte

und der Klassierung

im Gesamtklassement

jeweils nach dem GP

von Deutschland auf

dem Sachsenring,

nach «Halbzeit» der

Saison und der

WM-Schlussrang der

betreffenden Saison.

Er hat jetzt nur einen

einzigen Punkt mehr

als 2010 zum gleichen

Zeitpunkt der Saison.

2010

23 Punkte

23. WM «Halbzeit»

15. WM-Schlussrang

2011

33 Punkte

16. WM «Halbzeit»

8. WM-Schlussrang

2012

45 Punkte

11. WM «Halbzeit»

8. WM-Schlussrang

2013

84 Punkte

4. WM «Halbzeit»

5. WM-Schlussrang

2014

96 Punkte

4. WM «Halbzeit»

5. WM-Schlussrang

2015

43 Punkte

11. WM «Halbzeit»

17. WM-Schlussrang

2016

65 Punkte

9. WM «Halbzeit»

12. WM-Schlussrang

2017

50 Punkte

9. WM «Halbzeit»

12. WM-Schlussrang

2018

24 Punkte

16. WM «Halbzeit»

DER RIVALE WIRD TEAMKOLLEGE

Die Folge dieser neuen Ausgangslage:

Von nun an ist Dominique Aegerter für

Tom Lüthi ein gefährlicher Rivale. Der

«Lüthi-Clan» rüstet zum Gegenschlag. In

einer Mischung aus grossem Selbstvertrauen,

Naivität und Sorglosigkeit verkennt

der neue Star die drohende Gefahr.

Ende August des gleichen Jahres fragt

ein weitgereister Chronist Dominique Aegerter

beim GP von England in Silverstone:

«Was sagst Du eigentlich zu Deinem

neuen Teamkollegen Tom Lüthi?» Der

Rohrbacher glaubt an einen dummen

Scherz. Mit dem Erzrivalen im gleichen

Team? In seinem Team? Jetzt, wo er den

«Lüthi-Komplex» endlich überwunden,

sein erstes Rennen gewonnen hat und

schneller, besser und erfolgreicher ist als

sein einstiges Vorbild? Sicher nicht.

Kommt gar nicht in Frage.

Aber es ist so. Lüthis Manager und

Teamchef Daniel Epp hat den Deal heimlich

eingefädelt. Er löst sein eigenes Team

mit Tom Lüthi auf und überredet Dominique

Aegerters Förderer Olivier Métraux

und dessen Team-Patron Fred Corminboeuf

dazu, seinen Schützling als zweiten

Fahrer ab der Saison 2015 zu übernehmen.

Es ist ja auch zu verlockend: zwei

Schweizer unter einem Dach! Ein «Töff-

Dreamteam»!

Der kluge Daniel Epp ahnt, ja er weiss:

Der sanfte Dominique Aegerter wird

Im GP von

Katar belegte

Aegerter den

16. Platz.

Die Resultate am Sachsenring

Die Klassierungen im

Moto2-Rennen beim GP

von Deutschland zeigen

das gleiche Bild.

Der 14. Platz ist das

schwächste Karriere-

Resultat auf dem Sachsenring.

Training

Rennen

*Im Training nicht in

den Top-15 klassiert.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

SIEG

2010

2011*

2012

2013*

2014

2015

2016*

DEFEKT

2017

2018*

32 s’Positive 7/ 2018


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DOMINIQUE AEGERTER

der teaminternen Konkurrenz nicht

standhalten. Es ist ein genialer Schachzug:

den neuen Konkurrenten, der auf

der Rennpiste nicht mehr zu schlagen ist,

auf einer anderen Ebene zu treffen.

Was «Domi» erschüttert: Sein langjähriger

Teamchef Fred Corminboeuf hat die

ganze Sache hinter seinem Rücken eingefädelt

und ihn nie ins Vertrauen gezogen.

Er hat ihm bei den Verhandlungen um die

Vertragsverlängerung nicht gesagt, dass

Tom Lüthi kommt. Die Vertrauensbasis ist

zerstört. Hätte Dominique Aegerter damals,

im «goldenen Sommer» 2014 gewusst,

dass Tom Lüthi in sein Team

kommt, dann hätte er den Vertrag nicht

verlängert und hätte die Offerte von Ducati

angenommen und wäre in die MotoGP-Klasse

aufgestiegen. Seine Karriere

hätte einen ganz anderen Verlauf genommen.

Hätte, hätte, hätte…

FATALER WECHSEL

Item, Tom Lüthi kommt nun ab der Saison

2015 in Dominique Aegerters langjähriges

Team – und ist bald der Platzhirsch.

Zwei Jahre lang fahren Tom Lüthi und

Dominique Aegerter unter dem gleichen

Dach. Die Rechnung von Daniel Epp geht

auf: Teamchef Fred Corminboeuf, der gemeinsam

mit Dominique Aegerter den

ZUSATZINFOS

Aegerters Moto2-Saison 2018

GP Katar:

20. Training

16. Rennen

GP Argentinien:

11. Training

8. Rennen

GP der USA:

11. Training

9. Rennen

5. August

GP Tschechien

(Brünn)

12. August

GP Österreich

(Spielberg)

26. August

GP England

(Silverstone)

9. September

GP San Marino

(Misano)

GP Jerez:

(Forfait wegen

Enduro-Unfall)

GP Le Mans:

(Forfait wegen

Enduro-Unfall)

GP Mugello:

26. Training

12. Rennen

Rennkalender 2018

23. September

GP Aragon

(Aragon)

7. Oktober

GP Thailand

(Buriram)

21. Oktober

GP Japan

(Motegi)

28. Oktober

GP Australien

(Philip Island)

Ab der Saison 2015 ist

Dominique Aegerter

ein Fremder in seinem

eigenen Team. Platzhirsch

Tom Lüthi hat

alles an sich gerissen.

Weg bis zum Gipfel von 2014 gegangen

ist, setzt bald einmal ganz auf die Karte

Tom Lüthi. Weil er dem ruhigeren, berechnenderen

Tom Lüthi eher zutraut, die

WM zu gewinnen als dem sensiblen «Domi».

Und noch schlimmer: Es gelingt Tom

Lüthi, seinem Rivalen Cheftechniker Gilles

Bigot auszuspannen. Ab der Saison

2015 ist Dominique Aegerter ein Fremder

in seinem eigenen Haus (Team) und verliert

die entscheidende Prise Lockerheit

und Selbstvertrauen. Tom Lüthi hat alles

an sich gerissen.

Dominique Aegerter sieht keinen Ausweg

mehr. Im Herbst 2016, im zweiten

gemeinsamen Jahr mit Tom Lüthi, kommt

es zum Eklat. Er sucht und findet in

Deutschland ein neues Team (Kiefer Racing),

für das er auch diese Saison noch

GP Barcelona:

24. Training

20. Rennen

GP Assen:

19. Training

14. Rennen

GP Sachsenring:

23. Training

14. Rennen

4. November

GP Malaysia

(Sepang)

18. November

GP Valencia

(Valencia)

fährt. Teamwechsel werden lange vor

dem Saisonende eingefädelt. Das ist

Usanz in diesem Business. Doch Fred Corminboeuf

nützt die Gelegenheit zur

Machtdemonstration und setzt Dominique

Aegerter vier Rennen vor Saisonschluss

auf die Strasse. Es kommt auch

zum Bruch mit dem langjährigen Förderer

Olivier Métraux.

Im Herbst 2016, zwei Jahre nach dem

Sieg auf dem Sachsenring, hat Aegerter

alles verloren: seine Heimat («sein»

Team), Teamchef Fred Corminboeuf,

Cheftechniker Gilles Bigot und den wichtigsten

Förderer (Olivier Métraux).

ZURÜCK AUF FELD EINS

So sensibel und frustriert «Domi» auch

sein mag – er ist eine Kämpfernatur. Er

hat den Rückhalt seiner Familie und seiner

wichtigsten Sponsoren. Er fasst wieder

Tritt. Langsam aber sicher kehrt er im

Laufe des Sommers 2017 an die Weltspitze

zurück. Ohne Gilles Bigot. Ohne die

finanzielle Absicherung durch Olivier

Métraux. Am 10. September 2017 ist er

wieder ganz oben. In einem der dramatischsten

Rennen der ganzen Moto2-Geschichte

ringt er Tom Lüthi im Regenrennen

von Misano nieder und gewinnt

seinen zweiten GP. Aber nun verlässt ihn

zum ersten Mal in seiner Karriere das

Glück, und dieses Glück ist bis heute nicht

zurückgekehrt. Der Sieg wird ihm wegen

illegaler Substanzen im Motorenöl wieder

aberkannt. Kurz darauf stirbt Teamchef

Stefan Kiefer völlig überraschend an

einem Herzversagen. Im Herbst 2017

bricht die Welt von Dominique Aegerter

zusammen. Stefan Kiefer war Kopf, Herz

und Seele des Teams. Jochen Kiefer

macht zwar weiter. Aber er ist Techniker,

nicht Teamgeneral. Er hat nicht das Charisma,

die Beziehungen und das Verhandlungsgeschick

seines Bruders. Wochenlang

ist nicht klar, ob die Finanzierung

der Saison 2018 überhaupt möglich ist.

Das Team «Kiefer Racing» gibt es diese

Saison nur noch, weil die Sponsoren von

Dominique Aegerter 534 000 Euro in

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DOMINIQUE AEGERTER

die Teamkasse eingeschossen haben und

ein Crowdfunding mehr als 250 000 Franken

einbringt. Zu allem Pech zieht sich

sein langjähriger Manager Robert Siegrist

aus privaten und geschäftlichen Gründen

zurück. Der erfolgreiche Anwalt kümmert

sich wieder mehr um seine Kanzlei

in Zürich. Dominique Aegerter wird im

grossen Töffbusiness im Frühjahr 2018

auf Feld eins zurückgeworfen.

UNGEWISSE ZUKUNFT

Wie weiter? Dominique Aegerter hat

nicht die Gottesgabe, sich ausschliesslich

auf seine Tätigkeit als Rennfahrer zu konzentrieren.

Schon in den guten Zeiten

liess er sich leicht ablenken. Nun findet er

erst recht nicht die Ruhe, die es für fahrerische

Heldentaten braucht. Sein Bruder

Kevin führt im Fahrerlager mit den anderen

Teamchefs Gespräche, rennt von Pontius

zu Pilatus. Aber er kann Dominique

den Rücken nicht freihalten und nicht in

Nach Halbzeit der Saison

2018 steht Dominique

Aegerter wieder dort,

wo er zu Beginn seiner

Moto2-Karriere schon

einmal war.

Robert Siegrists Schuhen stehen. Kommt

dazu, dass Dominique Aegerter das Glück

verlassen hat. Nach einem Sturz beim Geländefahren

im Jura zieht er sich so

schwere Beckenverletzungen zu, dass er

zwei Rennen (Jerez, Le Mans) nicht bestreiten

kann.

Nach Halbzeit der Saison 2018 steht

Dominique Aegerter also wieder dort, wo

er in seinem ersten Jahr seiner Moto2-

Karriere schon einmal war. Er wird im

September 28. Er ist zu alt, um als aufstrebendes

Jungtalent zu gelten. Und er

ist zu wenig gut, um unabhängig vom

Alter einen guten und gutbezahlten Platz

in einem Team zu bekommen. Den kriegen

nur Siegfahrer und Titelanwärter.

Dominique Aegerter muss den grössten

Teil des Geldes seiner Sponsoren in die

Teamkasse einzahlen, wenn er seine Karriere

2019 fortsetzen will. Aber es ist

schwierig, dieses Geld zu bekommen,

wenn die Resultate nicht stimmen. Die

«goldenen Jahre», die ihm zwischen 2013

und 2016 gut und gerne eine halbe Million

Bruttoeinkommen beschert haben,

sind vorbei. Er muss froh sein, wenn er

künftig noch auf ein sechsstelliges Salär

kommt. Er ist jedoch viel zu jung, um

schon aufzuhören und hat zudem in einem

guten Team die besten fünf Jahre

noch vor sich.

Dominique Aegerter steht vor den

schwierigsten Wochen seiner Karriere.

ZUSATZINFOS

Eine Karriere am Scheideweg

Wie ist die bisherige Karriere

von Dominique Aegerter

einzuordnen? Er ist jahrelang

ein «Sunny Boy» und

Glückskind, gesegnet mit

dem Selbstvertrauen eines

coolen Rock’n’Rollers und

verschont von schweren Unfällen.

Auf dem Weg nach

oben trifft er zur richtigen

Zeit die richtigen Leute (Olivier

Métraux, Robert Siegrist,

Gilles Bigot). Sein Aufstieg

bis zum ersten Sieg im

Sommer 2014 verläuft so

logisch, das leicht vergessen

geht, dass diese Karriere eigentlich

ein Wunder ist.

Verlassenes Glück

Ein Garagisten-Bub aus

Rohrbach setzt sich in einer

der härtesten und kapitalintensivsten

Sportarten durch

und kommt in der zweitwichtigsten

WM (Moto2)

ganz oben an. Dorthin wollen

Hunderte von Fahrern,

davon träumen Tausende

aus aller Welt. So mancher

mit besseren Voraussetzungen

und mehr Geld als Aegerter

ist schon gescheitert.

Aber eine internationale

Motorsportkarriere ist letztlich

zerbrechlich wie ein

billiges Plastikspielzeug. Ein

Fahrer ist von viel mehr

Leuten abhängig (Manager,

Sponsoren, Teamchef, Techniker)

und seine Leistungen

werden von viel mehr Faktoren

beeinflusst (Gegner,

Technik) als die Karriere eines

Eishockey- oder Fussballspielers.

Und nicht zu

vergessen die Faktoren

Glück und Pech. Glück und

Aegerter

galt jahrelang als

Glückskind und

«Sunny Boy».

Pech entscheiden hier nicht,

ob der Puck oder der Ball

ins Tor rauscht oder vom

Pfosten zurückprallt. Glück

und Pech entscheiden oft

darüber, ob einer unverletzt

davonkommt oder im Spital

landet. Jahrelang hat Dominique

Aegerter Glück. Er

stürzt wenig und kommt im

Sommer 2014 verletzungsfrei

auf dem Gipfel an. Seither

hat ihn dieses Glück

verlassen und Unfälle haben

ihn mehrere Rennen

gekostet.

Als Sieger mehr Mühe

Dominique Aegerters Liebenswürdigkeit,

sein lausbübischer

Charme, seine

Präsenz in den sozialen Medien

haben ihn zu einem

der beliebtesten Einzelsportler

im Land gemacht.

Aber diese Qualitäten sind

auch sein Problem: Es fällt

ihm schwer, sich ausschliesslich

auf die Rennfahrerei

zu konzentrieren,

auf die vielen Versuchungen

zu verzichten und «Nein!»

zu sagen.

In diesen Wochen fährt er

um die Fortsetzung seiner

Karriere. Gute Resultate

sind so wichtig wie nie.

Aber es ist für ihn so

schwierig wie nie, diese Resultate

herauszufahren. Wer

einmal ein Sieger war, hat

mehr Mühe und weniger

rücksichtslose Besessenheit

als die jungen Aufsteiger,

die nach oben wollen. Eine

der erstaunlichsten Sportler-Karrieren

im Oberaargau

steht auf dem Spiel.

36 s’Positive 7/ 2018


IN EIGENER SACHE

Leserbriefe & Veranstaltungen

In eigener Sache

Liebe Leserin, lieber Leser

Viele Briefe und persönliche Kontaktnahmen

zeigen: Wir haben in der

letzten Ausgabe einen Riesenbock geschossen

und Sie haben es bemerkt.

Die Story mit den Stöckli haben wir

zum Teil mit Speichern bebildert. Für

dieses Versehen entschuldigen wir

uns und geloben Besserung.

Doch der Fehler hat eine erfreuliche

Seite: Die zahlreichen Reaktionen

sind für uns auch Bestätigung, dass

s’Positive gelesen wird. Für uns ist

dies die bestmögliche Motivation.

Denn was kann ein Gratismagazin

mehr wollen, als die Beachtung derjenigen,

für die es gedacht ist. Nämlich

für Sie.

Ihre Redaktion

PS: Nebenstehendes Bild zeigt nun

wirklich ein Stöckli.

Nicht nur im Kanton Bern

Mit Interesse las ich die Geschichte des

Stöckli. Ich gehe aber nicht ganz einig

mit Ihnen, dass es nur im Bärnbiet

Stöckli gibt. Meine Grosseltern im Luzernischen

hatten auch ein Stöckli.

Nur nannte man es Hüsli. Auch andere

Bauern im selben Weiler hatten oder

haben ein Hüsli.

Rosmarie Tobler

Schreib- und Sprechweise

Als Gränicher, aber nicht Oberaargauer

hätte ich eine Frage zum Artikel Stöckli:

auf Seite 24 schreiben Sie, Was der Emmentaler

baut, mues e Gatti mache. Unser

Vater sagte aber immer Gattig, da

ich diesen Ausdruck heute noch ab

und zu brauche, würde ich gerne erfahren,

welcher der Beiden der richtige ist.

Das ist eine Frage, keine Korrektur.Noch

etwas, bin immer 6 Monate im Ausland,

mein Nachbar besorgt mir die Post, die

6 Ausgaben während dieser Zeit liegen

bereit zum Lesen auf dem Tisch. SUPER!

Beat Arber

Lieber Herr Arber

Auch mein Grossvater sagte immer

Gattig. Zumindest im Emmental ist

diese Schreib- und Sprechweise also

korrekt.

Modellfluggruppe Langenthal

Modellflugtage «no limit»

18. und 19. August 2018

ab 10.00 Uhr

beim Schützenhaus Langenthal

Grosse Festwirtschaft, Eintritt kostenlos,

Nachtfliegen ab 21.30 Uhr

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Ihre Meinung interessiert uns

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben

Sie eine Ergänzung zu einem Artikel?

Dann schreiben Sie uns. Ab der kommenden

Ausgabe reservieren wir Platz

für Sie. Oder möchten Sie über ein Thema,

das wir noch nicht gebracht haben,

mehr erfahren? Wir können Ihnen zwar

keinen Artikel darüber garantieren.

Aber prüfen werden wir Ihren Vorschlag

ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu

Leserreaktionen bieten. Möglich, dass

keine einzige kommt. Ebenfalls möglich,

dass wir nicht alle Ihre E-Mails

und Briefe publizieren können, und

deshalb eine Auswahl treffen müssen.

Werden Sie bitte nicht zu lang. Sonst

müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen

Inhalt werden nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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FOTO: MARCEL BIERI

38 s’Positive 7 / 2018


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CUP

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2018

EISHALLE SCHOREN, LANGENTHAL

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DIENSTAG, 21. AUGUST 2018, 19.30 UHR

vs.

MITTWOCH, 22. AUGUST 2018, 19.30 UHR

KLEINER FINAL (VERLIERER SPIEL 1 VS. VERLIERER SPIEL 2)

FREITAG, 24. AUGUST 2018, 19.30 UHR

GROSSER FINAL (GEWINNER SPIEL 1 VS. GEWINNER SPIEL 2)

SAMSTAG, 25. AUGUST 2018, 17.30 UHR

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