pro aurum Magazin 2/2018

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MARKT-INTERVIEW

Fakten zum Goldreport

„IN GOLD WE TRUST“

Autoren: Ronald-Peter Stöferle und Mark J. Valek

Sprachen: Deutsch und Englisch

Versionen: Kompaktversion (47 Seiten),

Komplettversion (211 Seiten)

Preis: kostenlos

Internet: www.ingoldwetrust.report

RONALD-PETER STÖFERLE

werden. Und sobald die Marktteilnehmer das registrieren, dürfte

es sich auch auf den Goldpreis positiv auswirken.

Apropos Krise, wie stufen Sie derzeit die Perspektiven

von Minenaktien ein?

Die Weltkonjunktur läuft relativ rund. Wie ist Ihre Meinung

bezüglich des als konjunktursensitiv geltenden

Edelmetalls Silber?

Ich gehe nicht davon aus, dass sich Silber von Gold komplett

emanzipieren wird können. Auch wenn die Konjunktur – oberflächlich

betrachtet – brummt, wird bei Silber meiner Meinung

nach der wesentliche Treiber die Investmentnachfrage sein.

Hierfür spricht vor allem der massive Ausverkauf an den Terminmärkten.

Sobald Gold an Momentum gewinnt und seine massiven

Widerstände bei 1.360 bzw. 1.380 Dollar überwindet, wird

bei Silber Dynamik reinkommen. Im Moment ist es vielleicht

noch etwas zu früh, aber Silber eröffnet Anlegern die Chance,

sich auf sehr attraktivem Niveau zu positionieren.

Die Minenaktien beendeten 2016 ihren längsten und dramatischsten

Bärenmarkt der Geschichte. Gemäß technischer Analyse

ist es so, dass der Bullenmarkt ein Spiegelbild des vorangegangenen

Bärenmarktes wird. Diese These lässt den Schluss

zu, dass wir uns somit erst ganz am Anfang dieser Party befinden.

Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, ihre

Bilanzen gesäubert, erzielen mittlerweile wieder hohe Cashflows

und sind relativ rentabel. Langer Rede kurzer Sinn: Goldund

Silberminen betrachte ich derzeit als eine der größten antizyklischen

Chancen.

Sie widmen sich in Ihrer Studie auf mehreren Seiten digitalen

Währungen wie dem Bitcoin. Wie fällt Ihr Tenor

zu diesem zweifellos komplexen Thema aus?

In Ihrer Analyse haben Sie mehrere potenzielle Krisenauslöser

ausgemacht. Können Sie bitte einige davon nennen?

Wir sehen zahlreiche potenzielle Krisenauslöser, wie zum

Beispiel die Lage in China und vor allem eine drohende

US-Rezession, die über besonders hohes Gefahrenpotenzial

verfügt. Außerdem stellt die sukzessive sich eintrübende Geopolitik,

wo immer mehr Demagogen und Populisten am Werk

sind, ein großer Unsicherheitsfaktor dar. Erhebliche Gefahren

bergen aber auch explodierende Ölpreise und die wachsende

Inflationsgefahr in sich. Das Fass zum Überlaufen bringen

könnte aber auch die bevorstehende Zinswende durch die

internationalen Notenbanken. Welcher Auslöser letztlich die

Krise dann auslösen wird, lässt sich nur schwer prognostizieren.

Im Gegensatz zu vielen anderen sehe ich den Kryptomarkt

nicht als Konkurrenten von Gold. Aus philosophischer Sicht

halte ich es sogar für eine fantastische Entwicklung, weil sich

vor allem junge Leute wieder mit Geld auseinandersetzen und

intensiv über gutes Geld diskutieren. Und diese Diskussionen

halte ich für extrem wichtig. In den Medien haben die Kryptos

trotz ihrer geringeren Kapitalisierung aufgrund ihrer Dynamik

und Innovation dem Gold die Show gestohlen. Als Vertreter

der Österreichischen Schule für Nationalökonomie begrüße

ich natürlich die Konkurrenz unter den Währungen. In unserem

Report haben wir uns diesem Thema übrigens besonders

intensiv gewidmet.

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