Stahlreport 2017.11

markushuneke

72. Jahrgang | November 2017

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

11|17

Stahlhandelstag 2017

Ein Rückblick

Gelungene Kommunikation – Vorraussetzung für fast alles


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


„Gelungene Kommunikation –

Vorraussetzung für fast alles“

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

der BDS-Stahlhandelstag hat im September

die Branche zusammengebracht

– in einer Konstellation, die sonst eher

ungewöhnlich ist. Denn alle zwei Jahre

treffen sich dort nicht in erster Linie

Zulieferer, Kunde und Ausrüster, sondern

die Stahlhändler und Distributeure unter sich. So war

auch der vergangene Stahlhandelstag in Darmstadt wieder

Gelegenheit zu Gesprächen, die im täglichen Betrieb

sonst oft keine Zeit finden. Und genau diese Gespräche

sind ja eine der wichtigen Funktionen der Mitgliederzusammenkunft

– die Kommunikation.

Neben informellen Gesprächen unter Kollegen – „Marktbegleitern“,

wie es so schön heißt – standen in Darmstadt

natürlich auch aktuelle Themen des Stahlhandels auf dem

Programm. Ab S. 5 in diesem Stahlreport berichten wir

ausführlich über die Inhalte des Stahlhandelstages 2017.

So hob Eberhard Frick, Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats,

in seinem Grußwort die „große Bedeutung“ der Stahldistribution

für die gesamte Wirtschaft hervor (S. 6) und

Oliver Ellermann, Vorstand der BDS AG, unterstrich wie

wichtig die Einhaltung der Compliance-Regeln für die Verbandsarbeit

ist (S. 7). Einen insgesamt positiven Ausblick

auf den Markt warf Dr. Heinz-Jürgen Büchner von der IKB

Deutsche Industriebank (S. 8/9). Die Digitalisierung war

das Thema (unter anderem) von Gisbert Rühl, CEO der

Klöckner & Co SE (S. 18).

Neben dem Stahlhandelstag des BDS stand im November

eine weitere für den Stahlhandel wichtige Veranstaltung

auf dem Programm. Die Doppelmesse Blechexpo und

Schweisstec 2017 hatten Anfang November wieder nach

Stuttgart eingeladen. Dort präsentierten die Hersteller und

Anbieter ihre neuesten Produkte und Entwicklungen (ab

S. 28), auf die wir in diesem Heft, vor allem aber in der

nächsten Ausgabe des Stahlreport ausführlich eingehen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und – hoffentlich – einen

hilfreichen Informationszuwachs beim Lesen.

Markus Huneke

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDELSTAG

5 Gewusst, gehandelt, weitergedacht:

Stahlhandelstag 2017

6 Stahldistribution ist relevant

8 Digitalisierung in dynamischen Märkten

10 Weiterdenken heißt (sich) weiterbilden

11 Perspektiven des mittelständischen Stahlhandels

18 Gisbert Rühl: Chancen der Digitalisierung

STAHLHANDEL

22 u.a. Sülzle-Gruppe erhält Wirtschaftsauszeichnung,

Übernahmeangebot für Nordwest-Aktien, Mapudo

bietet auch NE-Metalle an

ANARBEITUNG & LOGISTIK

24 Hochleistungsbandsäge – Schnittzeiten halbiert

WERKSTOFFE

26 NE-Metallhandel – ein wichtiger Marktversorger

MESSEN UND MÄRKTE

Schwerpunkt Blechexpo

28 Auf Rekordkurs – Blechexpo und Schweisstec 2017

29 Neue kompakte Gehrungsbandsäge mit

High-End-Features

32 A+A 2017 – Arbeitsschutz boomt

33 Studie: Markt für Persönliche Schutzausrüstung wächst

Schwerpunkt EMO

34 Maschinelles Lernen auf dem Vormarsch

35 Werkstoffe sind Wertstoffe

BDS

38 Research: Es geht voran

40 Recht trifft Edelstahl – BDS-Rechtsausschuss tagt

bei den Deutschen Edelstahlwerken

VERBÄNDE & POLITIK

42 Max-Planck-Institut für Eisenforschung feiert

100-jähriges Bestehen

44 MBI Stahl Tag 2017 –

Märkte sind komplizierter geworden

LIFESTEEL

48 Edelstahl-Rostfrei im Fahrradbau

50 Impressum

Stahlreport 11|17

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Schoeller

Stefan Müller-Bernhardt

ist seit Oktober neuer Verkaufsleiter in der Damstahl

GmbH mit Hauptverwaltung und Zentrallager

in Langenfeld und nicht mehr – wie bisher –

für die strategische Geschäftsentwicklung dieses

Stahldistributeurs verantwortlich. Auch hat

Müller-Bernhardt dort die neu geschaffene Position

eines Chief Operating Officers (COO) inne.

Sein Vorgänger, Thomas Cramer, will sich neuen

beruflichen Herausforderungen stellen; er war

sieben Jahre für das rheinländische Edelstahl-

Handelshaus tätig.

Jörg Reschke

ist zum „Tutor des Jahres 2018“ gewählt worden.

Fünf Wochen lang hatte der Fachverband

Forum DistancE-Learning zu einem Publikumsvoting

im Rahmen des

Studienpreises DistancE-Learning

aufgerufen.

Am Ende siegte

Jörg Reschke, Tutor

der Europäischen

Fernhochschule Hamburg.

Mit der Fernlehre

hatte Jörg

Reschke 2011 angefangen.

Dass Fernlehre

zwar bei gedruckten Studienheften anfangen,

aber nicht aufhören darf, das war Reschke

von Anfang an klar. Auf seinen verschiedenen

Online-Profilen ist er für Studierende erreichbar.

Die Konkurrenz war in diesem Jahr groß:

56 nominierte Tutorinnen und Tutoren von 29

Anbietern und Hochschulen stellten sich der

Abstimmung und wetteiferten um mehr als

5.000 abgegebene Stimmen. Auf einer feierlichen

Studienpreis-Gala am 6. 11. 2017 in Berlin

erhielt Jörg Reschke die Studienpreistrophäe

als „Tutor des Jahres“. Die Studienpreise wurden

an diesem Abend auch in acht weiteren

Kategorien vergeben. (Der Stahlreport wird berichten.)

Foto: FDL

Michael Gottschalk

ist neuer technischer Geschäftsführer in der

Schoeller Werk GmbH & Co. KG, einem

Spezialisten für die

Herstellung längsnahtgeschweißter

Edelstahlrohre

mit Sitz in

Hellenthal in der Eifel.

Das 1827 gegründete

Unternehmen beschäftigt

dort über

Foto: BGA

ser Funktion die technologische Weiterentwicklung

und Innovationsorientierung des Unternehmens

stärken. Der neue technische Geschäftsführer

ist studierter

Maschinenbauingenieur und gilt als erfahrener

Manager. Die kaufmännische Geschäftsführung

verbleibt bei Frank Poschen.

Michael Gishamer

ist bei der Stuttgarter C. & E. Fein GmbH neuer

Vertriebsbereichsleiter für Deutschland, Österreich

und die Schweiz. Gemeinsam mit seinem

Team im Innen- und Außendienst will er nun

zeigen, was Fein kann: „Es ist mein Ziel, Fein

als führenden Anbieter von Elektrowerkzeug-

Lösungen voranzubringen und zusammen mit

unseren Kunden weiter zu wachsen, auch in

der digitalen Welt. Gemeinsam mit den engagierten

Mitarbeitern möchte ich die Kundenzufriedenheit

weiter steigern und unseren Kunden

genau die Anwendungslösungen bieten,

die sie brauchen.“ Gishamer stammt aus dem

österreichischen Salzburg. Nach seiner Elektrotechnik-Ausbildung

und seiner Meisterprüfung

in Elektronik und Elektromaschinenbau war er

als Leiter im technischen Vertrieb im Bereich

industrieller Saugsysteme tätig. Auch leitete er

die Geschäfte bei einer Firma im Bereich Elektronik

und Elektromaschinenbau.

Holger Bingmann

hat das Amt als Präsident des Bundesverbandes

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA) übernommen. Er war im September

einstimmig als Nachfolger von Anton F. Börner

gewählt worden, der den Berliner Spitzenverband

17 Jahre lang geführt hatte. Bingmann ist

Geschäftsführender Gesellschafter der MELO-

Group in München mit Niederlassungen u.a. in

Berlin, New York und Dubai. Der 56-Jährige, in

Stuttgart geborene, promovierte Diplom-Kaufmann

ist verheiratet und hat vier Kinder. Nach

beruflichen Stationen bei Daimler Benz in Brüssel

und bei der Süddeutschen Zeitungszentrale

Presse-Grosso in Stuttgart gründete er 2001

MELO. Für die gesamte Gruppe arbeiten heute

rund 2.000 Mitarbeiter in mehr als einem Dut-

Foto: BDS

1.000 Mitarbeiter. Der

48-Jährige soll in diezend

Unternehmen in sechs Ländern. In den

Herausforderungen der Digitalisierung, die mit

ihren Plattformen weder vor Grenzen noch vor

Industrien oder Handelsorganisationen Halt

mache, sieht Bingmann einen zentralen Punkt

seiner künftigen Arbeit.

Oliver Schaub

ist zum 1. Oktober in die Geschäftsführung der

ESH EURO STAHL-Handel GmbH & Co. KG berufen

worden. Die E/D/E-Gruppe, ein Wuppertaler

Einkaufsverbund,

will auf diesem

Wege die strategische

Entwicklung im

Stahlbereich weiter

forcieren. Oliver

Schaub gilt als ein

ausgewiesener Stahl-

Fachmann. Der 48-

jährige hat sowohl

auf Hersteller- als

auch auf Händlerseite gearbeitet: So fungierte

er u.a. für sechs Jahre als Geschäftsführer der

Carl Spaeter GmbH, Hannover. Er folgt beim

EDE auf Heinz-Alfred Liebig, der Ende 2017 in

den Ruhestand geht. „Wir freuen uns außerordentlich,

dass wir mit Oliver Schaub einen ausgewiesenen

Stahl-Experten gewinnen konnten,

der das Geschäft aus allen Perspektiven

kennt“, sagte Jochen Hiemeyer, der auch in

der EDE-Geschäftsführung das Thema Stahl

verantwortet.

Foto: EDE

Peter Böhmer und

Wolfgang Stahl

haben die BDS-Urkunde zum 125-jährigen Bestehen

der Eisen-Bauer M. Bauer GmbH entgegengenommen

– aus den Händen von

Eberhard Frick und Oliver Ellermann. Anlass

dafür war eine große Jubiläumsfeier im Oktober

auf dem Betriebsgelände in Bayreuth, wo

Prokurist und Geschäftsführer des Traditionsunternehmens

u.a. auch auf den Vorsitzenden

des Vorstandsrates und auf den Vorstand

des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel

trafen.

4 Stahlreport 11|17


2017

Stahlhandelstag

Spezial

wissen – handeln – weiterdenken

Stahlhandelstag 2017 in Darmstadt

„wissen – handeln – weiterdenken“ war nicht nur das Motto des Stahlhandelstages 2017, sondern

auch dessen inhaltliche Gliederung. Mit über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging es bei dem

Branchentreffen Ende September in Darmstadt darum, wie das Know-how der Werkstoffdistribution in

verbandlich begleitetes Handeln umgesetzt und in diesem Rahmen weiterentwickelt werden kann.

Entsprechend standen Informationen, Diskussionen und Visionen im Mittelpunkt des Events, zu dem

der Bundesverband Deutscher Stahlhandel – BDS AG eingeladen hatte.

Das wurde bereits bei der Begrüßung

deutlich, die Eberhard Frick (F.

Kicherer) als Vorsitzender des BDS-Vorstandsrates

und Jürgen Almert (Hofmann-Rieg)

als für Darmstadt zuständiger

BDS-Regionalkreisprecher gestalteten,

bevor BDS-Vorstand Oliver

Ellermann einen Ausblick auf das

Tagungsprogramm gab. (Vgl. „Markt

und Verband“, S. 6f)

Inhaltlich war das Programm des

Stahlhandelstages von vornherein stark

durch den gegenwärtigen Prozess der

Digitalisierung beeinflusst – und durch

das zweite Thema, das den Redebeitrag

von Dr. Heinz-Jürgen Büchner von der

IKB Deutsche Industriebank prägte:

gute „Volkswirtschaftliche Entwicklungen

und deren Auswirkungen auf die

Stahlmärkte“. Insofern würden die kundengetriebene

Digitalisierung und weitere

strategische Herausforderungen

für den Stahlhandel in naher Zukunft

in erfreulich dynamischen Märkten

stattfinden. (Vgl. „Kundengetriebene

Digitalisierung in dynamischen Märkten“,

S. 8f)

Die von Dr. Heinz-Jürgen Büchner

aufgezeigten makroökonomischen Rahmenbedingungen

übersetzte in seinem

anschließenden Vortrag BDS-Vorstand

Oliver Ellermann sozusagen in die verbandliche

Mikroökonomie. „Markt &

Verband“ war sein Thema, das in ein

eindringliches Plädoyer mündete, die

Stahlhandelsbranche mit ihrem umfangreichen

Know-how über die berufliche

Bildung handlungsorientiert weiterzudenken.

(Vgl. „Den Stahlhandel

über die Berufsbildung handlungsorientiert

weiterdenken“, S. 10.)

Die Transformation der angesprochenen

Trends in die unternehmerische

Mikroökonomie der Branche übernahm

anschließend Iris Kasten, Geschäftsführende

Gesellschafterin der Karsten Stahlhandel

GmbH aus dem rheinischen Gre-

Alle Fotos: BDS, Heiner Engelter

Im Darmstadtium in Darmstadt fand am 28.9.17 der diesjährige Stahlhandelstag statt.

venbroich. Sie zeigte „Perspektiven des

Stahlhandels aus Sicht eines inhabergeführten

Mittelständlers“ auf und schärfte

dabei den Blick des Auditoriums für den

in den letzten Jahren vollzogenen Paradigmenwechsel

der Berufsbildung. (Vgl.

„Von der Qualifikations- zur Kompetenzvermittlung“,

S. 11ff.)

Auf die bereits von der Verbandsführung

angesprochene Compliance

zurück kam Rechtsanwalt Tim Lieber

aus der Düsseldorfer Kanzlei Henseler

& Partner. Dieses Thema griff dann auch

der nächste Referent auf, Ralf Winterfeld,

der Geschäftsführer der Edelstahlhandelsvereinigung

(EHV).

Zuvor aber sprach Tim Lieber in seinem

Beitrag „BDS im Recht“ über die

aktuellen Stände zu den Reformen der

Insolvenzanfechtung sowie der Aus- und

Einbaukosten. Auch das ebenfalls schon

traditionelle rechtliche Schmunzelurteil

war wieder dabei. (Vgl. „Von der Compliance

bis zur Unterhaltung“, S. 14f)

Wenig spaßig fand der bereits angesprochene

Ralf Winterfeld seine und die

Erfahrungen des von ihm vertretenen

Verbandes, der EHV, mit realen Vorgängen

aus dem Bereich der Compliance.

Vor diesem Hintergrund konnte er aber

dem Stahlhandelstag in Darmstadt seine

Botschaften über Marktinformationen

und daraus zu ziehende Schlussfolgerungen

besonders glaubwürdig überbringen

(sowie seine „Botschaft von der

doppelten Vorsicht“, S. 16f).

Doppelte Zuversicht verbreitete in

Darmstadt Klöckner-CEO Gisbert Rühl.

Der Unternehmenschef zeigte sich auf der

einen Seite sicher, mit dem in dem Handelshaus

eingeschlagenen Weg der Digitalisierung

kurzfristig erfolgreich zu

sein, und zudem überzeugt davon, dass

insbesondere die künstliche Intelligenz

helfen werde, die der Digitalisierung der

Branche derzeit noch im Wege stehenden

Probleme schnell zu lösen. (Vgl. „Das

Potenzial der künstlichen Intelligenz …“)

Als Abschluss des diesjährigen

Stahlhandelstages fand im Darmstadtium

ein kommunikativer Branchenabend

statt. Zuvor hatten Eberhard Frick

und Oliver Ellermann das Geschehen

dieses eintägigen Branchentreffens bilanziert

und zu weiteren Verbandsveranstaltungen

eingeladen. (Vgl. „Bilanz

und Ausblick“, S. 20) 2

Stahlreport 11|17

5


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Empfang zum Stahlhandelstag

2017:

mitten in der Ausstellung.

Markt und Verband

Was die Offiziellen dem Branchentreffen

mit auf den Weg gegeben haben

Wie wichtig, aber auch wie sensibel das Verhältnis zwischen Markt und Verband ist, machten gleich

drei offizielle BDS-Vertreter in ihren Begrüßungsworten zum diesjährigen Stahlhandelstag in

Darmstadt deutlich (vgl. „wissen – handeln – weiterdenken“, S. 5). Dabei ging es um die Relevanz

der Distribution, um deren Einbindung in die Politik sowie die Bedeutung von Compliance.

Eberhard Frick und Jürgen

Almert unterstrichen in diesem Zusammenhang

die Bedeutung einer kollektiven

Branchenvertretung, und Oliver

Ellermann hob in Sachen Compliance

den Beitrag des BDS für einen funktionierenden

Wettbewerb hervor.

Wichtige Distribution

Eberhard Frick nahm als Vorsitzender

des BDS-Vorstandsrates die Zahl

von über 300 Teilnehmern von des

Stahlhandelstages zum Anlass, die

große Bedeutung der Distribution

für die ganze Stahlwirtschaft hervorzuheben.

Händler, Produzenten

„ … empfehle ich Ihnen

zwei neue Fachbücher aus

der BDS-Produktion: das

Jahrbuch Stahlhandel 2018

sowie EN-Normen für

Rohre und Rohrzubehör.“

Eberhard Frick, Vorsitzender des

BDS-Vorstandsrates.

und Verarbeiter seien aber auch deshalb

so zahlreich nach Darmstadt

gekommen, weil es sich um einen

zentralen Tagungsort, eine forschungsorientierte

Wissenschaftsstadt

und einen wichtigen Wirtschaftsstandort

handele.

Sodann ging der Geschäftsführende

Gesellschafter der Friedrich

Kicherer GmbH & Co. KG aus dem

schwäbischen Ellwangen auf das Tagungsthema

ein:

z Wissen bräuchten alle Geschäftsformen

der Distribution: Es gehe

um Märkte und die sie bestimmenden

globalen Entwicklungen.

z Handeln sei das tägliche Geschäft.

In diesem Zusammenhang gehe es

darum, Kriterien für erfolgreiche

Geschäfte definieren.

z Nur das Weiterdenken sicherere

eine künftige Beteiligung am Geschäftsleben.

Dazu gelte es, die

Brücke zur Bildung zu schlagen.

„Die aktuellen Aussichten

für den Stahlhandel sind

befriedigend bis gut.“

Jürgen Almert, Sprecher für die BDS-

Regionen Hessen, Rheinland-Pfalz und

das Saarland.

Diesen Denkansatz nutzte Eberhard

Frick, um den BDS als verbandliche

Bildungsplattform zu präsentieren

– am Beispiel zweier neuer

Bücher, die zum Stahlhandelstag

erschienen sind: das Jahrbuch Stahlhandel

2018 und die Neuauflage des

Fachbuchs „EN-Normen für Rohre

und Rohrzubehör“(S. 20).

Große Politik

Jürgen Almert, BDS-Gebietsvorstand

für Hessen, Rheinland-Pfalz und das

Saarland, unterstrich in seiner Begrüßungsrede,

wie wichtig die Arbeit

des Stahlhandelsverbandes im

Zusammenhang mit übergreifenden

Themen aus dem politischen Wirtschaftsleben

ist.

Als ein Beispiel dafür nannte er

die Diskussionen über eine gerechte

6 Stahlreport 11|17


Eberhard Frick: große Bedeutung der

Distribution

Jürgen Almert: Einbindung in politische

Entscheidungen

Oliver Ellermann: wichtige Rolle von

Compliance

Belastung der Marktpartner durch

die Ein- und Ausbaukosten in Schadensfällen.

Es sei wichtig, dass die

entsprechenden Diskussionen z.B.

Die Einhaltung der BDS-

Compliance-Vorschriften

ist Grundvoraussetzung

für alle verbandlichen Tätigkeiten.“

Oliver Ellermann, Vorstand des

Bundesverbands Deutscher Stahlhandel –

BDS AG.

im Rhein/Main-Kreis durch Fachjuristen

aus dem Verbandsbereich, in

diesem Fall aus der Düsseldorfer

Kanzlei Henseler & Partner, begleitet

würden.

Auch diese Unterstützung trage

dazu bei, dass die Aussichten für

das insgesamt eher schwierige Geschäft

derzeit „befriedigend bis gut“

seien – mit Ausnahme des Baueisens.

Entscheidende Compliance

Dieses Thema nahm BDS-Vorstand

Oliver Ellermann zum Anlass für

den Hinweis: „Die Einhaltung der

BDS-Compliance – Vorschriften ist

Grundvoraussetzung für alle verbandlichen

Tätigkeiten.“ Dieses „richtige

Verhalten“ könne nur in enger

Abstimmung zwischen Verband und

Kartellbehörden und dadurch erreicht

werden, dass Compliance ständiges

Schulungsthema ist.

Schließlich dankte Oliver Ellermann

den Ausstellern zum diesjährigen

Stahlhandelstag (vgl. Kasten,

unten), ohne deren Unterstützung

aus dem Kreis von Zulieferern und

Dienstleistern eine solche verbandliche

Großveranstaltung nicht ausgerichtet

werden könne. 2

Aussteller & Sponsoren Stahlhandelstag 2017

In einer begleitenden Ausstellung präsentierten

sich die Ausrüster und Partner der Branche. Die Ausstellung

fand im Foyer vor dem Veranstaltungsraum

statt, das auch für Kaffeepausen, den Mittagsimbiss

und die Abendveranstaltung zur Verfügung stand.

aussteller

z EVG Entwicklungs- u. Verwertungs-Gesellschaft

m.b.H., Raaba (A)

z Fehr Lagerlogistik, Winterthur (CH)

z Forschungs- und Technologiezentrum Ladungs -

sicherung Selm gGmbH, Selm

z FUMO Solutions GmbH, Dornstadt

z GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme

mbH, Münster

z Ingenieurbüro Roth, Unterheinriet

z KALTENBACH GmbH + Co. KG, Lörrach

z KASTO Maschinenbau GmbH & Co, Achern

z Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH, Stolberg

z Krause Maschinenhandels & Service GmbH,

Achim & PAB, Peine

z

z

z

z

z

z

z

z

z

z

z

z

z

P.W. Lenzen GmbH & Co. KG, Iserlohn

Messe Düsseldorf GmbH, Düsseldorf

Montanstahl GmbH, Oelde

Nissen & Velten, Stockach

OttComputer, Langenfeld

P4S Partners 4 Steel

(Behringer, Vernet Behringer, Rösler)

Planungsgruppe Lapp GmbH, Groß-Gerau

Progress Maschinen & Automation AG, Brixen (I)

RSA cutting systems GmbH, Schwerte

Scheffer Krantechnik GmbH, Sassenberg

SE Padersoft GmbH & Co. KG, Paderborn

SHComputersysteme GmbH, Speyer

Wiegel Verwaltung GmbH & Co. KG, Nürnberg

Sponsoren

z P4S: Behringer GmbH, Vernet Behringer,

Rösler Oberflächentechnik GmbH

z Lotus am Ring, Komo-tec GmbH, Mendig

Liste der Aussteller

und Sponsoren

zum diesjährigen

Stahlhandelstag in

Darmstadt.

Stahlreport 11|17

7


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Aktuelle Trends in

wichtigen Abnehmermärkten:

das

Beispiel der Produktion

von leichten

Fahrzeugen.

Produktion von Light Vehicles wächst primär in Asien

In Millionen

China

Europa

20,2 21,5 22,4 22,9 23,6 24,0

27,4 27,9

30,4 31,8 33,0

23,0

Nordamerika

17,0 17,8 17,6 18,7 18,5 18,3

2014 2016 2018 2020 2022 2024

2014 2016 2018 2020 2022 2024

2014 2016 2018 2020 2022 2024

Mittlerer Osten / Afrika

2,0 2,3 2,7 3,1 3,3 3,2

Japan/ Korea

13,7 12,9 13,0 12,6 12,3 12,2

2014 2016 2018 2020 2022 2024

Südostasien

2014 2016 2018 2020 2022 2024

Südamerika

3,8 2,7 3,2 3,5 4,0 4,3

2014 2016 2018 2020 2022 2024

7,8 8,4 9,1 10,6 11,9 13,2

2014 2016 2018 2020 2022 2024

Foto: BDS Quellen, 3: IKB

Der Erholungsprozess der europäischen Automobilindustrie setzt sich fort. Das Wachstum fällt in Osteuropa jedoch stärker aus

Der Marktanteil der deutschen OEM nimmt weiter zu

Innerhalb der NAFTA gewinnt Mexiko an Bedeutung: Neue Produktionsstätten der internationalen OEMs werden derzeit neu errichtet bzw.

erweitert

Japan und Korea verlieren Produktionsvolumen an neue Werke in China

Heinz-Jürgen Büchner:

Kundengetriebene Digitalisierung

in dynamischen Märkten

Aktuelle strategische Herausforderungen für den deutschen Stahlhandel sind nach Einschätzung

von Dr. Heinz-Jürgen Büchner von der IKB Deutsche Industriebank – neben der Digitalisierung –

die Optimierung der Unternehmensgrößen, die Entwicklung von Service- und Dienstleistungsangeboten

sowie der Margendruck und die Konsolidierung. Der Branche stünden erhöhte Investitionsanforderungen

in sich gegenwärtig erfreulich dynamisch entwickelnden Märkten bevor.

Die hatte der Referent in seinem

Beitrag – zur Begründung seiner

Schlussfolgerungen – nach einem

klassischen Muster beschrieben und

deshalb das makroökonomische

Umfeld zunächst ebenso analysiert

wie die Trends in wichtigen Abnehmermärkten

von Stahl.

Makroökonomisches Umfeld

Keine klaren Signale kämen derzeit

aus den Vereinigten Staaten. Für die

USA erwartet die IKB in diesem und

im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum

zwischen 2 % und 2,5 %,

„was die aktuelle Unsicherheit über

die weitere Konjunkturentwicklung

nicht entscheidend reduzieren wird.“

Dies gelte umso mehr angesichts der

bekannten geopolitischen Risiken

der Supermacht.

Kundengetriebene Digitalisierung in dynamischen

Märkten: Heinz-Jürgen Büchner.

In China bleibe die Wirtschaft auf

Wachstumskurs. Die Wachstumsvorgaben

der Regierung von 6,5 %

für 2017 dürften eingehalten werden.

Risiken bestünden wegen der

hohen privaten Verschuldung und

durch das Schattenbankensystem.

In der Euro-Zone stehe das

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts

auf einem breiten Fundament.

Auch Schlusslicht Italien sei inzwischen

auf einen moderaten Wachstumskurs

eingeschwenkt. Die mittlerweile

erreichte Dauer und das

Ausmaß des Aufschwungs seien angesichts

der noch ungelösten Probleme

bemerkenswert.

Deutschland schließlich weise

ein robustes Wachstum auf. Für das

Gesamtjahr 2017 sei mit einem Zu-

8 Stahlreport 11|17


„Die Branche steht vor erhöhten

Investitionsanforderungen in sich erfreulich

dynamisch entwickelnden Märkten.“

Heinz-Jürgen Büchner, IKB – Deutsche Industriebank.

wachs von knapp über 2 % zu rechnen

– getrieben von der Metallbearbeitung

sowie vom Maschinenbau

und begleitet von einer

erfreulichen Entwicklung auf dem

Arbeitsmarkt.

Wichtige Abnehmermärkte

Die Produktion von leichten Fahrzeugen

wachse primär in Asien, aber

auch der Erholungsprozess der europäischen

Automobilindustrie setze

sich fort. Technisch gesehen, würden

die zunehmenden CO 2

-Regulierungen

mittelfristig zu spürbaren

Veränderungen im Antriebsstrang

führen. Das Wachstum werde über

Hybrid-Lösungen erfolgen – auch

wegen der ökologischen Belastung

von Batterien. Bei Nutzfahrzeugen

werde der Diesel an Bedeutung verlieren,

Elektroantriebe würden sich

zunehmend bei Bussen durchsetzen.

Für den Maschinenbau zeichne sich

eine leichte Erholung in Europa ab,

Wachstum in Asien. Für die deutsche

Branche ergebe sich ein

verbesserter Ausblick – bei hohem

Prognoserisiko; Der deutsche Maschinenbau

erzielt rund 60 % seiner

Umsätze im Ausland und ist deshalb

von Entscheidungen der Trump-

Administration stark abhängig.

Weitere Wachstumsimpulse gibt

es nach Einschätzung von Büchner

für die Bauwirtschaft. Positive Einflüsse

auf die Branche generiere der

zunehmende Trend zur globalen Urbanisierung.

Die befördere insbesondere

Investitionen in die Infrastruktur.

Der Urbanisationsgrad sei

weltweit ein wichtiges Kriterium

für die Intensität von Wachstumsimpulsen.

Schlussfolgerungen

Angesichts dieser Rahmenbedingungen

zieht die Weltrohstahlproduktion

nach Einschätzung der IKB

mit Schwerpunkten im Osten wie-

der an – bis Ende August 2017 um

4,9 %. Für 2017 wird ein Plus um

3 % erwartet. Die Erzeugung in

Deutschland dürfte 42 bis 43 Mio.

t betragen. Und auch auf die Entwicklung

benachbarter Teilmärkte

ging der Referent ein – vom Erz

bis zum Schrott und vom Nickel bis

zum Chrom.

Maschinenbau: Verbesserter Ausblick bei hohem Prognoserisiko

Hauptexportländer der deutschen Maschinenbauer;

Anteile an deutschen Maschinenbauexporten; in % 1

14

12

10

8

6

4

2

0

2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015

Frankreich

Italien

China

UK

USA

Russland

US-Nachfrage nach deutschen Gütern; Anteil an den

gesamten deutschen Branchenexporten; in % 2

120

100

80

60

40

20

0

Chemie Metallerzeugung etc. Metallerzeugnisse Maschinenbau Automotive

Vorleistungen bzw. Inputfaktoren

Investitionen

In der geschilderten Situation werden

nach Einschätzung von Heinz-

Jürgen Büchner die Kunden der

Stahlwirtschaft Treiber der Nachfrage

nach Digitalisierungsleistungen

sein. Für den Stahlhandel in seiner

Sandwichposition zwischen

Herstellern und Verarbeitern stelle

sich die Frage, diesen erst am Anfang

stehenden Prozess als Chance oder

als Bedrohung zu empfinden.

Auf jeden Fall werde es mehr

Direktvertrieb geben. Darauf müsse

sich der Stahlhandel rechtzeitig einstellen

– gerade auch in Abhängigkeit

von seiner Größe. 2

US-Maschinennachfrage nach Verwendungszweck;

Anteile an Maschinenexport der jeweiligen Lieferländer in % 3

60

50

40

30

20

10

0

Im Detail

China Deutschland Mexiko USA

Vorleistungen bzw. Infputfaktoren

Investitionen

Der deutsche Maschinenbau erzielt rd. 60 % seiner Umsätze im

Ausland. Der Ausblick für wichtige Absatzmärkte ist dabei mit einem

erhöhten Prognoserisiko verbunden

Dabei haben die USA eine besondere Bedeutung. Die US-

Nachfrage nach deutschen Maschinen wird vor allem durch den US-

Bedarf an finalen Investitionsgüter bestimmt und weniger durch den

US-Wertschöpfungsprozess, der Vorleistungsgüter benötigt. Damit

ist die Dynamik der US-Ausrüstungsinvestitionen ein wichtiger

Treiber für den deutschen Maschinenbau

Für 2017 und 2018 erwarten wir ein deutliches Anziehen der

Maschinenproduktion

Aktuelle Trends in wichtigen Abnehmermärkten: das Beispiel des Maschinenbaus.

Bauwirtschaft: Weitere

Wachstumsimpulse

simpuls

see

-2

-4

Urbanisierung e rung und Entwicklung w

von Megacities1)

EU: Bauleistung l

treibt BIP-Wachstum mit an

4

2

0

2013 2014 2015

2016 2017 2018 2019

BIP

Megacity in 2014

Megacity e bis 20300

Bauleistung

Prognose zurr

chinesischen

Bauindustrie

Im Detail

2016 2017P 2018P 2019P 2020P

2021P

Umsatz Bauindustrie

717,7 782,6 848,9 910,5 976,4

1042,2

(Mrd.

USD )

Realwachstum

Bauindustrie

(% yoy) y)

6,0 6,8 6,0

4,8 4,5

4,2

Umsatz Bauindustrie

6,6 6,7 6,8

6,5 6,6

6,4

(% des BIP)

Wichtige

Impulse für die Bauwirtschaft t kommen

von

der

zunehmendenn globalen

Urbanisierung. Das Entstehen von

weiteren Megacities a

wird

den

Bedarf

an

Baustahl deutlich

erhöhen en

Nachdem jahrelange die

Entwicklung der Bauwirtschaft t in der EU

das Wachstum

gedämpft

hat,

kommen bis zum

Jahr 2019 positive

Impulse

aus der Bauindustrie,

die

zu einer wachsenden

Stahlnachfrage führen

Auch

die

chinesische Bauwirtschaft t wird

weiter

deutlich

anziehen, n,

mittelfristig sinkt deren Anteil

amm BIP jedoch

wieder

In

den n

nächsten 5

Jahren a

kommen n noch wesentliche Impulse

für r die

Stahlindustrie u

aus

der

globalen Bauwirtschaft

Aktuelle Trends in wichtigen Abnehmermärkten: das Beispiel der Produktion in der Bauwirtschaft.

Stahlreport 11|17

9


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Oliver Ellermann plädiert:

Den Stahlhandel über die Berufsbildung

handlungsorientiert weiterdenken

Dass das Motto des diesjährigen Stahlhandelstages für den veranstaltenden Verband

authentisch ist, machte der Vortrag von BDS-Vorstand Oliver Ellermann klar. Der BDS

stehe in der Tat täglich vor dem Dreisprung aus Wissen, Handeln und Weiterdenken.

Quelle: BDS

Um dies deutlich zu machen,

wählte der 50-Jährige einen sozusagen

doppelten Marktansatz – von den für

die Unternehmen der Branche wichtigen

Stahlpreisen bis hin zu den für den

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) entscheidenden Reaktionen

auf die großen gesellschaftlichen Trends,

etwa auf den Bildungs- und Beschäftigungsmärkten.

Wissen

Zur Bedeutung der Stahlpreise für alle

Marktbeteiligten gehört nach Überzeugung

von Oliver Ellermann vor allem

auch die Erkenntnis, dass „die Grammatik

der Stahlhandelspreise“ die führende

Rolle der Industrie deutlich macht

und den Handel in dem dreistelligen

Euro-Zahlenwerk höchstens die zweite

Position gestalten lässt. Darüber hinaus

werde die aktuelle Stahlpreisentwicklung

stark durch die unterschiedlichsten

Handelshemmnisse und die Entwicklungen

auf den Rohstoffmärkten

beeinflusst.

Dass dies sich für den Stahlhandel in

bekannten Preisen manifestiert, dieses

Wissen sei dem bewährten Marktinformationsverfahren

zu verdanken,

das in BDS-Kreisen unter Beachtung

der Wettbewerbsbedingungen angewandt

wird. Hierzu haben in der Vergangenheit

mehrere Treffen mit dem

Bundeskartellamt stattgefunden. Zusammen

mit der BDS-Stahlhandelsstatistik

ergebe sich für die beteiligten Unternehmen

ein quantitativ und qualitativ

belastbarer Handlungsrahmen.

produktabhängige Rolle der Stahldistribution – EU 28-Marktversorgung

Markt-/Lieferanteil

Lieferungen durch:

Lagerhaltender Stahlhandel Stahlwerke Flach SSCs

10% 10% 20% 40% 50% 45% 50%

100%

90% 90%

Formstahl/Träger

Stabstahl

80%

Betonstahl/-Matten

60%

Rostfrei

50%

Rohre

15%

Kalt-/Warmband

OV-/Feinblech

Quarto-

Bleche

6 % 10% 14% 4% 11% 45% 9%

40%

24%

26%

Marktvolumen 143 Mio. to

Walzdraht

Oberbau

„Unsere Position im Markt

ist unverzichtbar.“

Oliver Ellermann, Vorstand des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel – BDS AG.

Handeln

Um diesen zu skizzieren, präsentierte

Oliver Ellermann im zweiten Teil seines

Vortrags ein Beispiel aus der täglichen

Praxis des Stahlhandels: einen

handschriftlichen Bestellzettel eines

Kunden für ein kleinlosiges Geschäft.

So machte der BDS-Vorstand

deutlich, welche Transferleistung

die Branchenunternehmen erbringen

müssen, um das Wissen des

Stahlhandels zum Nutzen der Kunden

in marktgerechtes Handeln umsetzen

zu können.

Dabei wurde auch klar: „Unsere

Position im Markt ist unverzichtbar!“

Dies gelte natürlich sehr stark auch in

Abhängigkeit von den zu handelnden

Produkten.(Vgl. Abb.)

Weiterdenken

Um diese Stellung der Branche in den

Märkten abzusichern und nach Möglichkeit

sogar noch weiterzuentwickeln,

muss der Stahlhandel nach Überzeugung

von Oliver Ellermann auch die

großen gesellschaftlichen Trends im

Auge behalten – insbesondere den

demografischen Wandel.

Es gehe künftig mehr denn je

darum, die einzelnen Funktionen der

Werkstoffdistribution – etwa im kleinlosigen

Bereich – genau zu analysieren

sowie in geeigneten Maßnahmen der

beruflichen Bildung umzusetzen – mit

dem Ziel, diese Aufgaben künftig ggf.

auch mit quantitativ stark verkleinerten

Teams und gerade deshalb zudem

wirtschaftlich umzusetzen. 2

10 Stahlreport 11|17


Leidenschaftliches Plädoyer für mehr

und bessere Berufsbildung: Iris Karsten,

Diplom-Kauffrau und Betriebswirtin

Stahlhandel (BDS)

„Die fachliche Qualifikation allein

ist nicht mehr ausreichend.

Wir brauchen die Vermittlung

methodischer und sozialer

Kompetenzen.“

Iris Karsten, Geschäftsführende

Gesellschafterin Karsten Stahlhandel GmbH

Von der Qualifikations- zur Kompetenzvermittlung

Iris Karsten zeigte Perspektiven des

mittelständischen Stahlhandels auf

Dass es längst nicht mehr allein darum geht, Berufsbildung für den Erwerb bestimmter

Qualifikationen zu nutzen, machte Iris Karsten in ihrem Beitrag zum diesjährigen Stahlhandelstag

deutlich – am Beispiel der gegenwärtigen Digitalisierung. Die Geschäftsführende Gesellschafterin

der Karsten Stahlhandel GmbH plädierte stattdessen für die Vermittlung von Kompetenzen, die

spätere Qualifikationen individuell ermöglichen.

Eine der dabei wichtigen Kompetenzen

ist die marktorientierte

Unternehmensführung, die offen für

alle denkbaren Marketingmaßnahmen

ist, die konkret daraus abgeleitet

werden können. Dazu machte die

51-Jährige deutlich, dass sie und ihr

Team diesbezüglich sowohl die Kundenerwartungen

als auch das Gebaren

der Wettbewerber unvoreingenommen

analysiert haben:

z Karsten Stahlhandel ist als Vollsortimenter

mit allgemeinem Baustahl,

Edelstahl und Aluminium

unterwegs, wobei nur 40 % der Gesamttonnage

direkt vom Lager gehandelt

werden. Im Ergebnis verkauft

jeder Vertriebsmitarbeiter

deshalb über 10.000 Artikel.

z Diese quantitative und qualitative

Herausforderung erhält besondere

Dimensionen angesichts der Tatsache,

dass „im Umkreis von 50 km

unseres Standortes 79 Stahlhändler“

aktiv sind. Umso wichtiger

werde die sich aus der Marktanalyse

ergebende Unique Selling Proposition

(USP).

Dieses Wissen setzt bei Karsten Stahlhandel

ein nach Einschätzung der

Unternehmenschefin ebenso „hoch

motiviertes“ wie „hoch qualifiziertes“

Team in Handeln um und ist

Die flexible Oberfläche ermöglicht upgradesichere Anpassungen

NEUES RELEASE

Zukunftsfähigkeit der KSH für die Digitalisierung

Quelle: abas Vertriebspräsentation, November 2016

Digitalisierung zum

Ersten: IT-Systeme

mit Upgradefähigkeit

Stahlreport 11|17

11


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Digitalisierung zum

Zweiten: Webshop

als zusätzlicher

Vertriebskanal.

Digitalisierung

zum Dritten: neue

Dimensionen der

Vernetzung

Digitalisierung zum

Vierten: kritischer

Umgang mit künstlicher

Intelligenz, um

aus einer kompletten

Mannschaft…

Quelle 4: Karsten

damit auch deshalb erfolgreich, weil

das dritte Teilmotto des diesjährigen

Stahlhandelstages – das Weiterdenken

– umgesetzt wird.

Was das in der Praxis bedeutet,

machte Iris Karsten an den beiden

wichtigsten Abnehmerbrachen ihrer

Stahlhandlung deutlich: dem für Umgebung

von Grevenbroich typischen

Zweiter Teil unserer Digitalisierungsstrategie ist der KSH Webshop

als zusätzlicher Vertriebskanal

Folgende Fragen sind in Klärung:

B2B?

Selbst, vom ERP

Anbieter?

B2C?

Nur für

NW – WEB Shop?

Bestandskunden zur

Pricing?

Überprüfung der

Bestände?

Steel.Shop?

Schwerpunkt ist eine neue Dimension der Vernetzung entlang der

vertikalen und horizontalen Wertschöpfungskette Stahl

SH 1

Quelle: „Industrie 4.0, Innovationen für die Produktion von Morgen“, bmbf, S. 46 https://www.bmbf.de/pub/Industrie_4.0.pdf

Weil wir ein hochmotiviertes Team sind

Braunkohletagebau und den ebenfalls

charakteristischen Zulieferunternehmen

für die Automobilindustrie.

Deshalb gelte es, die großen

ökologischen Trends auf den Energie-

und den Mobilitätsmärkten aufmerksam

zu beobachten und dahingehend

zu analysieren, ob und wann

diese Absätze wegbrechen könnten.

Wie stelle ich sicher,

dass sich meine Kunden

bei mir einloggen?

Werk

SH 2 SH 3

Kunde

Wie kann der Stahlhandel Industrie 4.0 lösen?

IW-Studie „Potentiale des digitalen Wertschöpfungsnetzes Stahl“ im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung Stahl, 17.08.2017

Kunden sagen: „So leidenschaftlich, kompetent

und kundenorientiert ist nur Karsten Stahlhandel“

Digitalisierung

Die Notwendigkeit einer solchen Risikobewertung

gelte im Übrigen auch

für einen weiteren Megatrend, die

gegenwärtige Digitalsierungswelle,

die sich für das Grevenbroicher Unternehmen

in unterschiedlichen Punkten

zustimmend oder ablehnend realisiere:

z „Digitalisierung bedeutet den Einsatz

innovativer Technik und die

Weiterentwicklung der IT-Systeme“.

Iris Karsten berichtete in diesem Zusammenhang

aus ihrem Unternehmen

von einer langen Suche nach

einem passenden ERP-System, das

in der Lage ist, die USP von Karsten

Stahlhandel zu verbessern. Dazu gehöre

auch eine intelligente Upgradefähigkeit,

zu der Karsten Stahlhandel

allerdings nur außerhalb der

Branche fündig geworden sei.

z „Zweiter Teil unserer Digitalisierungsstrategie

ist der KSH Webshop

als zusätzlicher Vertriebskanal.“

Die entsprechenden Fragen

seien derzeit in Klärung – bis 2020

und mit sorgfältiger Analyse der

derzeitigen Branchenerfahrungen

in diesem Bereich. Konkrete Ziele

der entsprechenden Strategie seien

für Karsten Stahlhandel eine Absatzsteigerung

um 10 % bei einer

gleichzeitigen Kostenersparnis um

60.000 €/Jahr.

z Schließlich gehe es um die Umsetzung

von Industrie 4.0 für den

Stahlhandel. Konkret bedeute dies

die Nutzung cyber-physischer Systeme,

also eines Verbunds softwaretechnischer

Komponenten,

die über eine Dateninfrastruktur

kommunizieren. „Schwerpunkt ist

eine neue Dimension der Vernetzung

entlang der vertikalen und

horizontalen Wertschöpfungskette

Stahl.“ Dafür sei eine IT-Architektur

erforderlich, welche die Komplexität

reduziere sowie die Datensicherheit

und die USP aller

gewährleiste.

z Nach so viel Zustimmung der engagierten

Unternehmerin zur Digitalisierung

blieb ein Punkt

kritisch bewertet: „Perspektive

Künstliche Intelligenz – KI – selbstlernende

Maschinen.“ Zwar zeigte

Iris Karsten auf, dass Deutschland

in der entsprechenden Forschung

12 Stahlreport 11|17


weit vorangeschritten ist, sie

machte jedoch auch deutlich, dass

nicht alles Nutzbare auch nützlich

ist und plädierte dazu zukunftsbezogen

für eine von Menschen dominierte

Arbeitswelt.

Auswirkungen der Weiterentwicklung der KI für

Berufsbildung

In diesen Zusammenhang gehört für

Iris Karsten auch ihr weiteres, sogar

verstärktes Engagement in der Aus-

, Fort- und Weiterbildung des Stahlhandels,

denn: „Die fachliche Qualifikation

ist nicht mehr ausreichend.

Wir brauchen die Vermittlung methodischer

und sozialer Kompetenzen.“

Schließlich zeige die gegenwärtige

Digitalisierung, dass immer komplexer

werdende Aufgabenstellungen

zu lösen sind.

Mit diesem branchenbezogenen

Bildungsbekenntnis rundete Iris

Karsten ihren Vortrag so ab, wie sie

ihn begonnen hatte – als sie sich

und ihre eigene Karriere entsprechend

vorgestellt hatte: als an der

Universität Köln in Betriebswirtschaft

ausgebildete Diplom-Kauf-

frau, die mit ihrem Eintritt in die

Stahlhandelsbranche im zweiten

Jahrgang die Möglichkeiten des BDS-

Fernstudiums berufsbegleitend zu

nutzen begonnen und mit ihrem Abschluss

als Stahlhandelskauffrau

(BDS)/Betriebswirtin Stahlhandel

(BDS) aus der lernenden in die lehrende

Rolle gewechselt hatte. Seit einigen

Jahren fungiert sie dort ehrenamtlich

als Fachbereichsleiterin

für Wirtschaft.

So überzeugt von der stahlhandelsbezogenen

Berufsbildung zeigte

sich Iris Karsten, dass sie es auch

ihrem Team ermöglicht, entsprechende

Karrierewege zu nutzen: „Unsere

Vertriebler haben entweder BWL

studiert, und/oder die Zusatzqualifikation

des BDS-Fernstudiums.“ 2

…nicht ein KI-dominiertes

Rumpfteam werden zu

lassen.

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ist:

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Stahlreport 11|17

13


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Compliance: rote Karte

oder grünes Licht

Mit Tim Lieber war der BDS im Recht unterwegs

Von der Compliance bis

zur Unterhaltung

Schwerpunktmäßig auf die bereits von der Verbandsführung

angesprochene Compliance zurück kam gleich zu Beginn seines

Vortrags Rechtsanwalt Tim Lieber aus der Düsseldorfer Kanzlei

Henseler & Partner. Ferner sprach der für den Stahlhandels -

verband tätige Jurist in seinem Beitrag „BDS im Recht“ über

die aktuellen Stände zu den Reformen der Insolvenzanfechtung

sowie der Ein- und Ausbaukosten. Auch das ebenfalls schon

traditionelle rechtliche Schmunzelurteil war wieder dabei.

Insolvenzanfechtung:

Paradigmenwechsel

zur Kenntnis/

Unkenntnis

Quelle 5: Tim Lieber

Sozusagen als Schiedsrichter

fasste Tim Lieber seine Ausführungen

zur Verbandscompliance zusammen

und präsentierte für BDS-Veranstaltungen

die sonst nur vom

Sportplatz bekannten grünen und

roten Karten für richtiges (z.B. „Bei

Zweifeln an der kartellrechtlichen

Unbedenklichkeit eines Gesprächs

beenden Sie dieses und beraten Sie

sich innerhalb Ihres Hauses.“) bzw.

falsches Verhalten (z.B. „Sprechen

… über Kosten, Kapazitäten, Auftragseingang

…“).

Solche plakativen Ansagen, wie

auch die Neuauflage 2016 des BDS-

Compliance-Leitfadens, seien für den

Ratenzahlungsvereinbarungen /

Sonstige Zahlungserleichterungen (1)

BDS das Ergebnis jahrelanger Praxis,

die durch interne bzw. externe

Juristen geprägt sowie durch den

verbandlichen Rechtsausschuss beratend

und ausgestaltend begleitet

worden ist – bis hin zu regelmäßigen

Compliance-Schulungen für

BDS-Mitarbeiter oder zu entsprechenden

Informationsveranstaltungen

für Mitgliedsunternehmen; drei

davon hatten im Mai 2017 an unterschiedlichen

Veranstaltungsorten

stattgefunden.

Weitere juristische Informations-

und Begleitungsmöglichkeiten

zu diesen und anderen rechtlichen

Themen bestehen für Verbandsmitglieder

im Übrigen auch durch eine

kostenlose Erstberatung, die Henseler

& Partner ebenfalls anbietet.

Reform der Insolvenzanfechtung

Wenn von der Distribution gewährte

Zahlungserleichterungen bei einer

späteren Insolvenz des Kunden vollumfänglich

gegen den Händler ausgelegt

werden, hat (nicht nur) der

ein Problem. Das konnte Tim Lieber

dem Auditorium an praktischen Beispielen

für das Verhalten von Insolvenzverwaltern

schnell deutlich

machen – und auch die Bedeutung

der seit 5.4.17 geltenden Gesetzesreform,

in deren Mittelpunkt die Vorsatzanfechtung

steht, die aufgrund

einer Verbändeinitiative mit einem

Paradigmenwechsel sowie zu Details

geändert worden ist:

z So gilt bei gewährten Ratenzahlungsvereinbarungen

und sonstigen

Zahlungserleichterungen nicht

mehr die Vermutung der Kenntnis

über eine drohende Insolvenz

des Kunden, sondern die Vermutung

der Unkenntnis. Der Insolvenzverwalter

kann also nicht

mehr unterstellen, dass der Händler

über drohende Zahlungsschwierigkeiten

des Kunden gewusst hat.

z Früher galt der alte Tatbestand für

zehn Jahre rückwirkend. Neuerdings

ist die entsprechende Rege-

14 Stahlreport 11|17


Mit Tim Lieber war der BDS auch beim diesjährigen Stahlhandelstag

im Recht unterwegs.

lung auf die vier letzten Jahre begrenzt.

Voraussetzung (s.o.) ist allerdings,

dass der Insolvenzverwalter

den genannten Tatbestand

auch beweisen kann. Dabei ist eine

„drohende Zahlungsunfähigkeit“

für die Anfechtung seit diesem

April nicht mehr ausreichend.

Damit gilt in Zukunft zwar ein verschuldensunabhängiger

Nacherfüllungsanspruch

auf Ersatz der Ausund

Einbaukosten, es konnten –

auch durch die Verbändeinitiative –

zu Gunsten des Handels jedoch Grenzen

der erweiterten Haftung bzw.

Haftungserleichterungen durchge-

setzt werden, wie Tim Lieber im Detail

erläuterte:

z keine Neuregelung der Haftung für

Wiederherstellungskosten,

z keine Haftung für unverhältnismäßige

Aus- und Einbaukosten,

z keine Haftung bei Kenntnis oder

grob fahrlässiger Unkenntnis des

Käufers vom Mangel vor Einbau,

z erleichterte Rückgriffsmöglichkeiten

des Verkäufers,

z Hemmung der Verjährung,

z kein ausdrücklicher Ausschluss

von Haftungsbeschränkungen

durch AGB bei B2B-Verträgen.

Schmunzeln zum Schluss

Nach so viel Ernsthaftigkeit: Eher

zum Schmunzeln war dann die Schilderung

von Tim Lieber zu dem vor

dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf

gescheiterten Versuch, einen

Tritt in den Hintern als für den Arbeitnehmer

leistungsfördernd anerkennen

zu lassen. 2

Reform der Aus-und Einbaukosten

Weniger erfolgreich, aber nicht ohne

Vorteile für die Händler, sind Dank

einer weiteren Verbändeinitiative

die Reformbemühungen zu den Ausund

Einbaukosten ausgegangen, wie

Tim Lieber anhand eines bekannten

Rechtsfalls (Abbildungen u. r.) mit

drei beteiligten Parteien (Hersteller,

Händler, Handwerker) erläuterte:

Die Nachlieferung von Rohren mit

einem versteckten Mangel hatte

30.000 € gekostet, deren Aus- und

Einbaukosten aber 250.000 € betragen.

Nach alter Rechtslage haftete der

Verkäufer für Aus- und Einbaukosten

nur bei eigenem Verschulden.

Das Handwerk forderte aber eine

verschuldensunabhängige Garan-

Haftung für Aus- und Einbaukosten

Bauunter

nehmer

Versteckter Mangel!

Nachlieferung Rohre: 30.000 EUR

Aus- und Einbaukosten:

250.000 EUR

Haftung für Aus- und Einbaukosten

Händler

Rohrhersteller

Aus- und Einbaukosten:

verschuldensunabhängiger

Nacherfüllungsanspruch

auf Ersatz der Ausund

Einbaukosten –

aber mit Grenzen!

„Nutzen Sie die verbandlichen

Schulungsangebote

zur Compliance!“

Bauunter

nehmer

Händler

Rechtsanwalt Tim Lieber, Henseler & Partner.

tiehaftung des Verkäufers. Geregelt

sind die entsprechenden Sachverhalte

ab 1.1.18 nun durch das „Gesetz

zur Reform des Bauvertragsrechts

… zur Änderung der

kaufrechtlichen Mängelhaftung ...“

Verschuldensunabhängiger

Nacherfüllungsanspruch auf Ersatz

der Aus- und Einbaukosten!!!

Rohrhersteller

Stahlreport 11|17

15


2017

Stahlhandelstag

Spezial

Der richtige Blick

auf den Markt:

Ralf Winterfeld.

Die Botschaft von der doppelten Vorsicht …

„Chinas Rostfrei-Produktion

drängt als Export in die

Märkte.“

Ralf Winterfeld, Geschäftsführer der

Edelstahhandelsvereinigung

… und was Ralf Winterfeld sonst noch

vom Rostfrei-Markt berichten konnte

Sozusagen „Compliance live“ konnte Ralf Winterfeld bieten – nicht, weil er als Geschäftsführer der

Edelstahlhandelsvereinigung zum Thema „Quo vadis Rostfrei-Markt?“ referierte, sondern weil er den

versammelten Stahlhändlern ganz offen von eigenen Verbandserfahrungen mit den Kartellbehörden

berichten konnte; authentisch und mit der Botschaft von der doppelten Vorsicht: nicht falsch handeln

und nicht vorverurteilen!

Die EHV bietet Informationen

– hier z.B.

die Notizen – und …

Davon habe die Edelstahlhandelsvereinigung

(EHV), die seit 1946

die Interessen des deutschen Edelstahlhandels

verbandlich vertritt

und dabei alle Stufen des Marktes

EHV-Notizen als Informationsquelle

vom Werk bis zum regionalen Handel

berücksichtigt, in den vergangenen

fast zwei Jahren profitiert. Am

26.11.15 hatte das Bundeskartellamt

eine Durchsuchung der Düsseldorfer

EHV-Geschäftsstelle veranlasst,

und am 22.8.17 ist das Verfahren

eingestellt worden, weil der

Anfangsverdacht auf Missachtung

der Compliance-Regeln nicht bestätigt

werden konnte. So habe sein

Verband vom richtigen Verhalten

profitiert und der Möglichkeit von

dessen Nachweis. Auch sei der EHV

in dieser Situation die Unschuldsvermutung

durch Außenstehende

zu Gute gekommen.

In diesem Zusammenhang

machte Ralf Winterfeld allen Marktbeteiligten

Mut zu einem offenen

Umgang mit dem Thema, indem er

die konstruktive Rolle des Bundeskartellamts

zu diesen Fragen betonte.

Dessen Präsidenten Andreas

Mundt zitierte er aus einem Handelsblatt-Interview

sowohl mit der

Überzeugung, dass jeder gute Kaufmann

den Unterschied zwischen

sinnvollen Austausch und verbotenen

Absprachen kenne als auch mit

16 Stahlreport 11|17


dem Credo, dass Verbände „eine

sehr wichtige und zentrale Rolle in

unserer Wirtschaft“ spielen – beispielsweise

als

Informationsquelle

So stellte Ralf Winterfeld nicht nur

die EHV vor, sondern auch die Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei

(ISER). „Notizen“ zu Rohstoffen, zum

Außenhandel und zur Branche gehören

ebenso zum Angebot dieses Duos

wie die Schriftenreihen, in denen

insbesondere anwendungsorientiert

aus der Praxis berichtet wird.

Das betraf 2016 einen Markt mit

3 % Anteil an der weltweiten Jahresproduktion

von Stahl (46 Mio. t von

1,6 Mrd. t) und beispielsweise so attraktive

Verwendungen wie „Edelstahl

Rostfrei in der Weinwirtschaft“

oder Nichtrostender Stahl im Gesundheitswesen

– so die Titel von

zwei Merkblättern der ISER.

Doch, auch da wirkte Ralf Winterfeld

in seinem Vortrag sehr authentisch,

als er einen Teil davon

mit „Keine Liebe ohne Alltagssorgen“

überschrieb und damit das Potenzial

der verbandlichen Plattform

EHV skizzierte, auf der Basis der genannten

Informationen Bewertungen

vornehmen zu können.

Bewertungsmöglichkeiten

Eines der Stichworte dazu war der

Lagerzyklus und damit die Frage,

ob die Bestände zum Bedarf passen?

Thematisiert wurden auch die

für Rostfreien Stahl typischen Legierungszuschläge,

die in der Branche

dem Basispreis hinzugefügt werden.

Ein dritter Sorgenkreis betrifft

immer wieder die Preisentwicklung

bei den für diese Stähle entscheidenden

Legierungselementen Chrom

und Nickel.

Schließlich rief Ralf Winterfeld

das Thema China auf, mit dem er

exemplarisch die Marktinformationen

und -bewertungen miteinander

verband: „Chinas Rostfrei-Produktion

drängt als Export in die Märkte“,

so sein Fazit zu den Herstellungszahlen

aus dem Reich der Mitte von

2001 bis 2016, das in diesem Zeitraum

seinen Anteil an diesem Weltmarkt

von knapp 4 % auf über 54 %

gesteigert hat.

Stainless Steel Meltshop Production (in '000 mt)

Region 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Americas 2.289 2.735 2.830 2.933 2.688 2.951 2.604 2.315 1.942 2.609 2.486 2.368 2.454 2.813 2.747 2.931

EUAfrica 8.210 8.628 9.043 9.422 8.795 10.000 8.669 8.272 6.449 7.878 7.883 7.829 7.496 7.570 7.518 7.705

Asia w/o China 7.673 7.908 8.865 9.535 9.593 10.081 9.304 8.356 7.472 9.011 8.770 9.274 9.276 9.333 9.461 9.957

China r 730 1.140 1.780 2.362 3.160 5.299 7.206 6.943 8.805 11.256 14.091 16.087 18.984 21.692 21.562 24.938

CEE 285 279 322 318 310 376 364 333 237 340 391 359 296r 277r 259 247

World 19.187 20.690 22.840 24.570 24.546 28.706 28.146 26.218 24.904 31.094 33.621 35.917r 38.506r 41.685r 41.548 45.778

p = preliminary

r = revised figures

Chinas Rostfrei-Produktion:

vom Zwerg zum Riesen – innerhalb weniger Jahre

Ausblick als Fazit

Der in dem Referat vorgestellten Werkstoffgruppe

der Rost-, Säure- und Hitzebeständigen

Stähle (RSH) attestierte

Ralf Winterfeld in globaler Hinsicht

eine weiter steigende Verwendung.

Allerdings werde es auch weiterhin

zwischen Produktion und Verbrauch

eine Diskrepanz geben, wobei die lagerzyklischen

Effekte – produktweise

unterschiedlich – den Blick auf den

realen Bedarf verstellen würden.

Zusätzliche und nicht prognostizierbare

Einflüsse werden nach Einschätzung

des Vortragenden auf der Rohstoffseite

weiter existieren. 2

Mehr Anbindung

Beim Sägen und

Lagern von Metall

sind wir Technologieführer.

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die sich sehen

lassen können.

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… auf dieser Basis

Schlussfolgerungen.

In der Blechfertigung müssen alle

Komponenten Hand in Hand arbeiten.

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KASTO sind dabei die verlässlichen

Schnittstellen, die hocheffizient

mit allen Bearbeitungsmaschinen

auch unterschiedlicher Fabrikate

harmonieren.

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Quelle 2: EHV

Stahlreport 11|17

17


2017

Stahlhandelstag

Spezial

„Künstliche Intelligenz

wird durch semantisches

Matching die Kommunikationsprobleme

auf den

Märkten lösen.“

Gisbert Rühl, CEO der Klöckner & Co SE.

Das Potenzial der künstlichen Intelligenz …

… und welche Chancen Gisbert Rühl

in der Digitalisierung sonst noch sieht

Die Digitalisierung auch im Stahlhandel ist seit rund drei Jahren für Gisbert Rühl, CEO der Klöckner &

Co SE, das entscheidende Zukunftsthema. Insofern versah er sein entsprechendes Referat auf dem

Stahlhandelstag eigentlich nur pro Forma mit einem Fragezeichen. Er ist sich nämlich sicher, dass –

nicht zuletzt wegen der Potenziale der künstlichen Intelligenz – alle heute noch belastenden Fragen

zufriedenstellend beantwortet werden können.

Ganz allgemein stellte Gisbert

Rühl elektronische Plattformen

zunächst als generelle Lösungen für

das kostenintensive Problem der Distribution

hinsichtlich des zu vielen

Lagerns vor. Im Endeffekt sei die

Supply Chain derzeit viel zu ineffektiv.

In diesen Zusammenhängen

müsse aber stark differenziert werden,

habe er gelernt, seit Klöckner 2014

in diese Thematik eigestiegen sei:

z Offene Plattformen eigneten sich

für stark fragmentierte Wirtschaftsbereiche.

z Horizontale Plattformen wie Amazon

seien eher für Standardprodukte

und kleinere Bedarfe geeignet

– allerdings nur solche ohne

Anarbeitung.

z Dafür gebe es vertikale Plattformen,

in der Regel unternehmenseigene,

also proprietäre – wie kloeckner.i/XOM

METALS.

Inzwischen erzielt sein Handelshaus

nach Angaben von Gisbert Rühl 17%

des Umsatzes online. Das sei das

Doppelte vom Vorjahr. Und in dem

Startup kloeckner.i arbeiten in Ber-

Current linear steel supply chain is highly inefficient and intransparent

No N

o

effective fectiv

e

information on and data exchange on available a inventory, v lead e times

etc.

.

SUPPLIERS

S

L STOCKHOLDING

H OLDING

CUSTOMERS

C

T

Für Klöckner sind

die traditionellen

Wertschöpfungsketten

im Werkstoffhandel

derzeit

nicht effektiv

genug.

Long n g delivery y

times, incorrect deliveries and high inventory n levels

e

s

18 Stahlreport 11|17


lin mittlerweile rund 60 Mitarbeiter.

Diese Entwicklungen werden

seiner Einschätzung nach schnell

vorangehen.

Gründe für den Optimismus

Diese positive Prognose stützte der

CEO auf drei Aspekte:

z Zum einen haben alle Marktakteure

von solchen elektronischen

Systemen Vorteile – etwa die Nutzung

einer einzigen Bezugsquelle

für unterschiedliche Produkte und

die Möglichkeit transparenter

Preisvergleiche. Der Kunde werde

darüber entscheiden, wo er einkauft.

In der Folge würden sich im

B2B-Bereich nur wenige Plattformen

durchsetzen.

z Zum anderen werde es mit Hilfe der

Künstlichen Intelligenz gelingen,

die heute noch bestehende Problematik

einer einheitlichen Sprache

aller Beteiligten zu lösen: Semantisches

Matching durch intelligente

Systeme. Auf dieser Basis könnten

die unterschiedlichen Bezeichnungen

z.B. von Herstellern und

The future landscape of internet platforms in B2B

01 The future landscape of internet platforms in B2B

The more

vertical

the

more

specific

i

Horizontal ontal

cross


industry r y platforms

Standard ard products

The moree

horizontal l

the

more

general

Industry

specific

vertical

platforms

p

XOM Industry

y

Platform

Standard

formats


Steel l

specific

i

c services, s

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e.g.

.


Laser a

cutting

Profiling

Surface

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treatment

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g


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e

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Customer service

i e

Proprietary

company specific

vertical platforms

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s

Standard

formats


Steel l specific

services, ic

e.g.

Laser e r cutting


Profiling

o l

n

g

Surface

treatment

t

t



Customer

service


KCO specific

HVA services,

e.g.

3D lasers

PVD

3D printing

Onlineshop

Contract

Portal

Proprietary online

portals and internal

digitalization

Part Manager

EDI

(ERP-2-

ERP)

Overlap

Deshalb werden sich einige wenige offene Industrieplattformen für Stahl und andere Metalle durchsetzern.

Verarbeitern eindeutig kommunikationsfähig

werden.

z Schließlich werde auch das Problem

der Datensicherheit auf einer

offenen Plattform gelöst. Dafür

müssten aber nicht nur Regelungen

getroffen, sondern auch oftmals

unbegründete Ängste abgebaut

werden.

Und noch eine Entwicklung sagte

Gisbert Rühl voraus: Am Ende des

Tages werde sich XOM als offene

Industrieplattform für Stahl und

andere Metalle durchsetzen – und

von Klöckner völlig unabhängig agieren.

2

Quelle 2: Klöckner

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2017

Stahlhandelstag

Spezial

Fachbuch und Jahrbuch

Zwei neue BDS-Veröffentlichungen

Quelle: BDS

Ort des nächsten Stahlhandelstages am 19./20.9.19: die Stadthalle Neuss. Dort war

der BDS vor dann 50 Jahren gegründet worden.

Bilanz und Ausblick

Wie die Teilnehmer des

Stahlhandelstages

verabschiedet wurden

Zum Abschluss der Vorträge auf dem diesjährigen Stahlhandelstag

bilanzierten Eberhard Frick und Oliver Ellermann nicht nur das

Geschehen dieses eintägigen Branchentreffens, sie luden zudem

zu weiteren Verbandsveranstaltungen ein – und gaben auch damit

Gesprächsimpulse für den abschließenden kommunikativen

Abend im Darmstadtium. Der fand inmitten der Ausstellung der

Ausrüster und Dienstleister statt, die so in das Geschehen weiter

eingebunden werden konnten.

Zwei neue Veröffentlichung aus dem Haus des

BDS spielten auf den diesjährigen Stahlhandelstag am

28.9. in Darmstadt eine wichtige Rolle: das neue Fachbuch

„EN-Normen für Rohre und Rohrzubehör“ und

das „Jahrbuch Stahlhandel 2018“ (vgl. einleitende Berichterstattung

zu diesem Schwerpunkt).

Das Rohr-Buch hat Autor Dr. Axel Willauschus als

„Kommentar für den praxisorientierten Anwender aus

Handel und Industrie“ verfasst –

so der Untertitel der rund 560

Seiten starken Fachveröffentlichung,

die in 4. Auflage erschienen

ist. Vorgestellt werden darin

zunächst die Technischen Grundnormen

(Kapitel 1). Danach geht

es um wasserführende Stahlrohre

(Kapitel 2), nahtlose druckgeführte

Stahlrohre (3), geschweißte

druckgeführte Rohre

(4), Rohre für Konstruktionen (5), Rohre für die spanende

Bearbeitung und den Maschinenbau (6), Präzisionsstahlrohre

(7), Öl- und Gasrohre (8) sowie um Rohrzubehör

(9) und runde Stahlflansche (10). Neben

dieser Gliederung hilft dem Leser ein umfangreiches

Stichwortverzeichnis bei der gezielten Orientierung in

diesem komplexen Themengebiet.

Ihnen sowie den Vortragenden

dankten der Vorsitzende des BDS-

Vorstandsrates, Eberhard Frick, und

Oliver Ellermann, Vorstand des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel

(BDS), ebenso wie dem Team der Düsseldorfer

Verbandsgeschäftsstelle,

das das Branchentreffen vorbereitet

und begleitet hatte: Jörg Feger, Markus

Huneke, Tim Lieber, Ksenija Sandek,

Susanne Wagner, Dr. Ludger

Wolfgart und Beate Wynands. Lob

gab es erneut auch für die Aussteller,

die den Stahlhandel – nicht nur

an diesem Tag – auf seinem Distributionsweg

begleiten.

Die nächste Möglichkeit, dies zu

zeigen, besteht am 1.3.2018 auf dem

BDS-Rohrtag, zu dem Oliver Ellermann

in das Düsseldorfer Van der

ValkAirporthotel einlud. Und zum

Thema passte auch die Ankündigung

des verbandlichen Gemeinschaftsstandes

auf der TUBE 2018.

Diese Messe findet ebenfalls in der

Landeshauptstadt von Nordrhein-

Westfalen statt – vom 16. bis 20.

April des kommenden Jahres.

Ein halbes Jahrhundert alt wird

2019 der BDS. Aus diesem besonderen

Anlass findet der nächste

Stahlhandelstag wieder als zweitägige

Veranstaltung statt – am

19./20. September in der Stadthalle

Neuss. Eben dort war der Verband

1969 aus mehreren regionalen Vorgängerorganisationen

heraus gegründet

worden.

In der Regel alle zwei Jahre findet

ein Stahlhandelstag statt, in den

Zwischenjahren gibt es Gebietsversammlungen.

2

Willauschus, Axel; EN-Normen für Rohre und Rohrzubehör.

Kommentar für den praxisorientierten Anwender aus

Handel und Industrie; Düsseldorf 2017 (4. Auflage);

562 Seiten; 36,45 € zzgl. MwSt, Porto und Verpackung;

ISBN: 978-3-921457-81-8

Das „Jahrbuch Stahlhandel 2018“ ist vom Bundesverband

Deutscher Stahlhandel herausgegeben worden.

Auf 160 Seiten informiert der in Düsseldorf ansässige

Fachverband über Themen, die in seinen drei

Organisationsbereichen aktuell sein: Kommunikation,

Research und Berufsbildung. Dabei orientieren sich

die entsprechenden Beiträge stark an Veröffentlichungen

in der Fachzeitschrift „Stahlreport“, die ebenfalls

vom BDS herausgegeben wird. Außerdem bietet das

neue Jahrbuch eine alphabetische Übersicht zu den

Mitgliedsunternehmen (inkl. entsprechender Kontaktdaten).

Dieses Verzeichnis haben einzelne Unternehmen

auch dazu genutzt, sich

durch Werbung dauerhaft in

Erinnerung zu bringen.

„Der nächste Stahlhandelstag findet am 19./20.9.2019

zum 50. Geburtstag des BDS am Gründungsort des

Verbands in Neuss statt.“

Oliver Ellermann, Vorstand des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel – BDS AG.

Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (Hg.);

Jahrbuch Stahlhandel 2018;

Märkte, Verband, Unternehmen;

Düsseldorf 2017; 160 Seiten;

27,90 € zzgl. MwSt.,

Porto und Verpackung;

ISBN: 978-3-921457-82-5

20 Stahlreport 11|17


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Stahlhandel

Nachrichten

Sülzle-Gruppe erhält Wirtschaftsauszeichnung

Finalist des Großen Preises des Mittelstandes 2017

Die SÜLZLE-GRUPPE wurde als Finalistin

des Großen Preises des Mittelstandes

ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am

30. September in Würzburg statt. Unter

Teilnahme von Vertetern aus Politik, Wirtschaft

und Medien wurden die diesjährigen

Finalisten und Preisträger aus Bayern,

Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen

im Rahmen eines Galaabends geehrt. Zu

den Finalisten 2017 zählte auch die Sülzle-

Gruppe mit Stammsitz in Rosenfeld. Der geschäftsführende

Gesellschafter Andreas

Sülzle nahm die Auszeichnung persönlich

entgegen. Das in vierter Generation familiengeführte

Unternehmen umfasst die fünf

Geschäftsbereiche Süzle Stahlpartner,

Sülzle Nutzeisen, Sülzle Kopf, Sülzle Klein

sowie Sotralentz Construction und kann auf

eine 136 Jahre lange Firmengeschichte zurückblicken.

Der jährliche Wettbewerbs fragt ausdrücklich

nicht nur nach betriebswirtschaftlichen

Erfolgen, Beschäftigungs- oder Innovationskennziffern,

sondern bewertet ein Unternehmen

in seiner Gesamtheit und in seiner

Rolle in der Gesellschaft.

Automobilzulieferer mit hohem Stahlbedarf

Nedschroef Altena neues BDS-Mitglied

Die Nedschroef Altena GmbH, ein

Tochterunternehmen des niederländischen

Konzerns Koninklijke Nedschroef Holding

B.V., ist neues Mitgliedsunternehmen beim

BDS. Die Unternehmensgruppe hat eine

lange Tradition und entwickelt, produziert

und liefert seit über 100 Jahren Befestigungselemente

und Spezialteile für die Automobilindustrie.

Daneben fertigt Nedschroef auch Maschinen

und Werkzeuge für die Metallumformung.

Die Gruppe unter CEO Dr. Mathias

Hüttenrauch sieht sich als Nummer Eins

unter den Zulieferern von Befestigungselementen

für die Automobilindustrie in

Europa. Die Gruppe beschäftigt 1.600 Mitarbeiter

an 24 Standorten in 14 Ländern

weltweit.

Foto: Boris Löffert, Oskar-Patzelt-Stiftung

Finalisten Großer Preis des Mittelstandes 2017:

Andreas Sülzle, geschäftsführender Gesellschafter

der Sülzle-Gruppe (zweiter v.r.)

Wettbewerbskriterien sind die Gesamtentwicklung

des Unternehmens, die Schaffung

und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen,

Modernisierung und Innovation,

Engagement in der Region und Marketing,

Service und Kundennähe. Die teilnehmenden

Unternehmen stammen aus Industrie,

Dienstleistung, Handel, Handwerk und

Gewerbe.

Eine Besonderheit des Preises: Unternehmen

können sich nicht selbstständig bewerben,

sondern werden von Dritten vorgeschlagen.

2017 wurden für den Wettbewerb

insgesamt 4.923 Unternehmen nominiert.

Bei einer solch großen Anzahl an Vorschlägen

„fühlen wir uns besonders geehrt, zu

den erfolgreichsten Mittelständlern

Deutschlands zu gehören. Gerade auch,

weil wir dafür von Außenstehenden vorgeschlagen

wurden“, freuen sich die geschäftsführenden

Gesellschafter der Sülzle-

Gruppe, Heinrich und Andreas Sülzle.

Am Standort Altena werden Schrauben und

Bolzen gefertigt. Darüber hinaus verfügt

Nedschroef Altena über große Erfahrung im

Bereich der Kaltfließpressteile. Als Werkstoff

kommen dort nicht nur Stähle der Festigkeitsklassen

5.6, 8.8, 10.9, 12.9 und einsatzgehärtete

Stähle, sondern auch

verschiedene Edelstähle und diverse Sonderwerkstoffe

zum Einsatz.

Zu den Kunden zählen eigenen Angaben zufolge

alle Automobilhersteller sowie eine

Vielzahl ihrer Zulieferer in Europa. Die gefertigten

Produkte werden weltweit in unzähligen

Bereichen der Automobilindustrie eingesetzt.

An dem Standort sind rund 200

Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt liegt der

jährliche Stahlbedarf der Gruppe bei rund

120.000 t.

Mapudo kooperiert mit AMCO

Online-Plattform für Stahl

bietet nun auch NE-Metalle an

Der Online-Marktplatz für Stahl,

Mapudo, hat sein Sortiment erweitert

und auch die NE-Metalle eines führenden

Großhandelsunternehmens in diesem

Bereich – AMCO – aufgenommen. Über

2.300 NE-Metall-Artikel von AMCO sind

jetzt unter www.mapudo.de verfügbar.

Durch die Kooperation mit Mapudo geht

AMCO einen weiteren Schritt in Richtung

Digitalisierung, hieß es. „Viele Kunden

möchten heute online schnell und einfach

Halbzeuge beziehen – dies ist mit Mapudo

möglich“, sagte Maximilian Krämer,

Geschäftsführer der AMCO Metall-Service

GmbH. Der zusätzliche Vertriebskanal

über den Marktplatz Mapudo biete für

den Einkäufer viele Vorteile: „Von der

schnellen Übersicht über die NE-Metalle

bis hin zur einfachen Bestellung eines

Werkszeugnisses – alles geht online“, so

Krämer weiter.

Käufer haben seit Anfang Oktober die

Möglichkeit, über 2.300 verschiedene Artikel

von AMCO auf der Online-Plattform

mit wenigen Klicks rund um die Uhr zu

bestellen, darunter Bleche, Platten, Stangen

und Profile aus Aluminium, Kupfer

und Messing. Dank der internationalen

Aufstellung des globalen Players macht

Mapudo das Angebot des Marktplatzes

über die Grenzen Deutschlands hinweg

verfügbar. „Mit der Kooperation von

AMCO und Mapudo sind wir nun auch im

Bereich NE-Metalle gut aufgestellt“, sagte

Niklas Friederichsen, Vertriebs- und Produktleiter

der Mapudo GmbH.

Für beide Unternehmen entstehe eine

klassische Win-Win-Situation: „AMCO

profitiert mit der Kooperation von unserem

Online- Vertriebskanal, der den Kundenkreis

erweitert und ein wichtiger

Schritt in Richtung Digitalisierung ist. Mapudo

gewinnt ein umfassendes Angebot

für Einkäufer, die neben Stahl auch Aluminium,

Messing oder Kupfer online beschaffen

möchten“, so Friederichsen weiter.

Gemeinsam planen die beiden Unternehmen,

weitere Projekte umzusetzen,

beispielsweise die Integration von

IT-Systemen für eine effizientere Auftragsabwicklung.

22 Stahlreport 11|17


Klöckner & Co SE veröffentlicht Quartalszahlen

Größerer Anteil des höherwertigen Geschäfts angestrebt

In den ersten neun Monaten 2017 ist

der Umsatz von Klöckner & Co um 10,9 %

auf 4,8 Mrd. € angestiegen. Als wesentlichen

Grund dafür nannte der werksunabhängige

Stahldistributeur das deutlich verbesserte

Preisniveau der Branche.

Noch stärker wurde das operative Ergebnis

(EBITDA) um 17,5 % auf 187 Mio. € verbessert.

Neben der positiven Preis- und Nachfrageentwicklung

haben dazu laut Klöckner &

Co auch Effekte aus Optimierungsmaßnahmen

beigetragen. Das Konzernergebnis erhöhte

sich von 50 Mio. € auf 72 Mio. €. Das

Ergebnis je Aktie stieg von 0,49 € auf 0,71 €.

Die Ziele für das Gesamtjahr – Anstieg des

operativen Ergebnisses um mehr als 10 %

sowie ein deutlich verbessertes Konzernergebnis

–bestätigte das Unternehmen.

Bestätigt durch einen im 3. Quartal 2017

auf 16 % gestiegenen digitalen Umsatzanteil

nehme die Digitalisierung bei Klöckner & Co

weiterhin eine herausragende Stellung ein,

hieß es.

Insgesamt beabsichtigt Klöckner & Co, den

digitalen Umsatzanteil bis 2022 von derzeit

16 % auf 60 % zu steigern. Damit einhergehen

werden dem Konzern zufolge ein umfangreiches

Neugeschäft sowie erhebliche

Effizienzgewinne. Entsprechend soll die Digitalisierung

einen wesentlichen Beitrag

zum geplanten Anstieg der EBITDA-Marge

auf über 5 % bis 2022 leisten.

Klöckner & Co will bis 2022 das höherwertige

Geschäft auf einen Umsatzanteil von

60 % steigern (2016: 46 %). Mehrere „Optimierungsprogramme“

sollen bis 2020 ihren

jährlichen EBITDA-Beitrag auf insgesamt

über 40 Mio. € steigen.

Dr. Helmut Rothenberg Holding stärkt Fachhandel

Übernahmeangebot für Nordwest-Aktien

Die Dr. Helmut Rothenberger Holding

GmbH, Kelkheim, will ihre Anteile von derzeit

29,95 % an der Nordwest Handel AG erhöhen.

Die Entscheidung zur Abgabe des

Übernahmeangebots hat die Holding im Oktober

veröffentlicht.

„Als Ankeraktionär der Nordwest Handel AG

ist es unser Anliegen, auch zukünftig dem

Vorstand und den Partnerunternehmen eine

zuverlässige und belastbare Gesellschafterbasis

zu bieten, um den erfolgreichen Weg

von Nordwest fortzusetzen“, so der Geschäftsführer

der Holding, Dr. Helmut Rothenberger,

in einem persönlichen Brief an

den Vorstand des Handelsverbands in Dortmund.

In einer bei der Nordwest Handel AG sofort

einberufenen Mitarbeiterversammlung

wurde – einer Meldung von Nordwest zufolge

– die Entscheidung der Rothenberger

Holding, den Aktionären von Nordwest ein

Übernahmeangebot zu unterbreiten, von

deren Vorstand und Betriebsrat im Grundsatz

ausnahmslos positiv bewertet.

„In Verbindung mit den erfolgreichen Konzepten,

den guten Geschäftszahlen und der

positiven Zukunftsprognose, ist ein starker

Ankeraktionär aus der Branche der Garant

für eine erfolgreiche Zukunft von Nordwest

und der bei uns angeschlossenen Fachhandelspartner.

Zudem wird damit der Wettbewerb

in der Verbandslandschaft im Sinne

des Fachhandels langfristig gesichert“,

sagte der Nordwest-Vorstandsvorsitzende

Bernhard Dressler.

Unabhängig von dem Ergebnis des Übernahmeangebots

werde dadurch die Stabilität

von Nordwest in jedem Fall weiter gestärkt,

fügte Finanzvorstand Jörg Simon

hinzu. Die Transparenz und wirtschaftliche

Flexibilität bleibe langfristig erhalten, Nordwest

könne alle Energie auf die Unterstützung

der Fachhandelspartner sowie auf eine

enge Zusammenarbeit mit der Industrie

konzentrieren. „Ein guter Tag für Nordwest,

Mitarbeiter und Fachhandelspartner“, ergänzte

auch Betriebsratsvorsitzender Rüdiger

Bäcker.

Im weiteren Verlauf werde nun die Rothenberger

Holding eine Angebotsunterlage zu

ihrem Übernahmeangebot erstellen, das vor

der Veröffentlichung von der Bundesanstalt

für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

geprüft wird. Einzusehen ist die Erklärung

zum Übernahmeangebot unter www.rothenberger-holding-angebot.de.

Metallbau

Stahlbau

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Stahlreport 11|17

23


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

Mit der neuen Säge

haben die Verantwortlichen

von Werner

Weitner die

Schnittzeiten erfolgreich

halbiert. v.l.:

Andreas Taugenbeck,

Marketing, Florian

Winhard, Abteilungsleiter

der

Sägerei, und

Geschäftsführer

Heinz Weitner.

Foto: Kasto

Hochleistungs-Bandsäge macht Fertigung effizienter

Schnittzeit halbiert

Ein schwer zerspanbarer, hochvergüteter Stahl für die Medizintechnik stellte den Spezialwerkzeugund

Werkstattausrüstungs-Hersteller Werner Weitner vor eine große Herausforderung: Mit

Schnittzeiten von bis zu 15 min war der Sägeprozess langwierig und unproduktiv. Die Lösung

lieferte der langjährige Sägetechnik-Lieferant KASTO: Mit der neuen Hochleistungs-Bandsäge

KASTOwin pro AC 5.6 konnte das Unternehmen die Bearbeitungszeiten halbieren und seine

Fertigung damit deutlich effizienter gestalten.

[ Info ]

KASTO Maschinenbau

GmbH & Co. KG

77855 Achern-

Gamshurst

Tel. +49 7841 61-0

www.kasto.com

Blechexpo: Halle 1,

Stand 1107

Das 1968 im oberbayrischen

Eichstätt gegründete Unternehmen

Werner Weitner hat sich vom gewöhnlichen

Metallbaubetrieb zum gefragten

Partner der internationalen Automotive-Industrie

und Medizintechnik

entwickelt. „Unser mit Abstand größtes

Geschäftsfeld sind Spezialwerkzeuge,

die beispielsweise in den Vertragswerkstätten

namhafter

Automobilhersteller zum Einsatz

kommen“, erklärt der Marketing-Verantwortliche

Andreas Taugenbeck.

Mittlerweile beschäftigt die Werner

Weitner GmbH 260 Mitarbeiter und

erwirtschaftet einen Umsatz von circa

30 Mio. € pro Jahr. Geschäftsführer

sind Heinz Weitner, Sohn des Firmengründers,

sowie dessen Tochter

Stephanie Weitner – ein Familienunternehmen

mit Tradition also.

Fertigung vom Prototypen bis

zur Großserie

„Unser Portfolio umfasst die komplette

Wertschöpfungskette von der

Entwicklung über die Produktion

bis zum Vertrieb“, führt Taugenbeck

weiter aus. Die Fertigung verfügt

über einen umfangreichen und hochmodernen

Maschinenpark. Verarbeitet

werden hauptsächlich Stähle

und verschiedene Legierungen, aber

auch Aluminium und Kunststoffe –

und zwar vom Prototypen bis zur

Großserie. Als langjähriger Kasto-

Kunde wandte sich der Metallverarbeiter

auch mit der neuen Aufgabe

an seinen bevorzugten Lieferanten.

Schnittversuche liefern

produktivere Lösung

„Für einen Kunden aus der Medizintechnik

mussten wir einen hochvergüteten

V2A-Stahl in einem großen

Durchmesserbereich bearbeiten“,

berichtet Florian Winhard, Abteilungsleiter

der Sägerei. „Auf den vorhandenen

Maschinen entstanden

dabei Schnittzeiten von bis zu 15

min – für uns ein unbefriedigendes

Ergebnis.“

Deshalb schickte Werner Weitner

eine Materialprobe an Kasto,

um Schnittversuche auf verschiedenen

Sägen durchzuführen. Das

Ergebnis auf der neu entwickelten

Hochleistungs-Bandsäge KASTOwin

pro AC 5.6 habe dabei überzeugen

können.

Die KASTOwin pro AC 5.6 ist

seit 2016 auf dem Markt. Sie ist für

ein breites Anwendungsspektrum

konzipiert, etwa im Stahlhandel, in

der Stahlerzeugung, in Schmiedewerken,

im Maschinenbau oder in

der Automotive-Industrie.

Das Besondere: Die vollautomatische

Säge ist für den Einsatz mit

Bi- und Hartmetallbändern optimiert.

Bei den Tests für Werner Weitner erreichte

die KASTOwin pro Schnittzeiten

von maximal 7 bis 8 min –

„also nur etwa halb so lang wie auf

unseren vorhandenen Sägen“, erinnert

sich Winhard. Seit März 2017

ist die Säge nun bei Werner Weitner

im Einsatz.

Der Schnittbereich der Sägeanlage

liegt bei 560 mm, die kleinste

zu sägende Abmessung bei 25 x 25

mm. Die kürzeste Reststücklänge

liegt bei 10 mm im Einzelschnitt und

35 mm im Automatikbetrieb. 2

24 Stahlreport 11|17


Virtual und Augmented Reality sowie digitale Kundenkarte

GWS mit vielfältigen Innovationen für den Handel

Die GWS-Unternehmensgruppe, Anbieter

von ganzheitlichen IT-Lösungen für

den Handel, trat beim diesjährigen EURO-

BAUSTOFF FORUM in Köln im Oktober 2017

mit einer ganzen Reihe von Innnovationen

auf. Das Münsteraner Unternehmen zeigte

unter anderem verschiedene Virtual- und

Augmented-Reality-Anwendungen, mit

denen Waren künftig in völlig neuer Weise

präsentiert und kostenintensive Verkaufsausstellungen

erheblich minimiert werden

können. Eine weitere Innovation ist eine digitale

Kundenkarte, die die vorhandene Wallet-App

in Smartphones nutzt.

Ziel von GWS sei es gewesen, deutlich zu

machen, dass das Software-Haus nicht nur

ein erfolgreicher IT-Dienstleister im ERPund

CRM-Bereich ist, sondern auch bei der

Digitalisierung beraten und helfen kann.

Mit Virtual- und Augmented-Reality-Anwendugen

von GWS ist es unter anderem möglich,

Artikel aus dem Sortiment virtuell und

lebensecht in das reale Umfeld des Kunden,

zum Beispiel die Wohnung oder den

Garten, zu projizieren. Sinnvoll ist dieses

Verfahren zum Beispiel in Segmenten, wo

sperrige und hochpreisige Produkte angeboten

werden, die nicht so einfach zum

Ausprobieren mit nach Hause genommen

werden können.

Partner bei der Präsentation war unter anderem

die Sindelfinger Firma ViSoft GmbH,

deren 3D-Visualisierungs-Software besonders

im Bad- und Fliesenbereich eingesetzt wird.

Ein geplantes Bad kann damit komplett virtuell

gestaltet und der Entwurf inklusive eines

realistischen Eindrucks von Licht, Schatten,

Spiegelungen und Reflexionen vorgestellt werden.

Die Exaktheit der Darstellung sowie die

realistische und gleichzeitig emotionale Atmosphäre

gibt damit dem Kunden das Vertrauen,

die richtige Entscheidung zu treffen.

Eine weitere Innovation, die die GWS in Köln

vorstellte, ist die sogenannte Wallet-App.

Viele Smartphone-Besitzer nutzen sie heute

schon für Boarding-Pässe oder für Konzerteintrittskarten.

Mit der App lassen sich aber

auch beispielsweise Informationen auf das

Smartphone des Kunden übertragen und

Zugangsberechtigungen für Abholer regeln.

Möglich sind zudem Push-Mitteilungen, zum

Beispiel, wenn der Kunde im Hause des Unternehmens

oder in der Nähe des Messestandes

ist. Erste Baustoffhändler in

Deutschland haben hiermit schon sehr positive

Erfahrungen gesammelt, so GWS.

Individuelle Produktionslösungen

von Trumpf

Vernetzte Fertigung

„Get connected“ – der TRUMPF

Messeauftritt auf der Blechexpo stand

ganz im Zeichen von Vernetzung. Das

Technologieunternehmen zeigte unter

dem Begriff TruConnect Lösungen für die

intelligente Fertigung. „Sinkende Losgrößen

und kürzere Lieferzeiten stellen alle

Unternehmen vor die gleichen Herausforderungen.

Trotzdem - jede Blechfertigung

ist anders. Unser TruConnect-Portfolio

geht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse

ein“, so Reinhold Groß, Geschäftsführer

Vertrieb und Services der Trumpf

Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. Auf

knapp 1.500 m 2 erwarteten Besucher außerdem

Maschinen für nahezu jeden Bearbeitungsschritt

in der Prozesskette Blech.

Auf der Blechexpo simulierte Trumpf einen

komplett vernetzten Fertigungsprozess.

Besucher erfuhren anhand der Live-Demonstration,

wie Maschinen und Komponenten

mit Hilfe von Sensoren und Signalen

kommunizieren. Parallel dazu

sammelte die Software Informationen, die

sie analysiert und dazu nutzt, den Herstellprozess

zu steuern. Elektrowerkzeuge präsentierte

TRUMPF in Halle 6 der parallel

stattfindenden Messe Schweisstec.

STAHL . HANDEL . SERVICE

Ihr starker Partner in Sachen Stahl + Aluminium














Günther + Schramm GmbH

Heidenheimer Str. 65 · 73447 Oberkochen

info@gs-stahl.de · www.gs-stahl.de


Werkstoffe

Bericht/Nachrichten

Kupfer ist eines der

wichtigsten NE-Metalle,

2015 wurden weltweit etwa

16 Mio. t davon produziert.

NE-Metallhandel in Deutschland

Ein wichtiger Marktversorger

Wie wichtig NE-Metalle für die industrielle Produktion sind,

zeigt das weit verzweigte Netzwerk des Metallhandels, das

verschiedenste Branchen miteinander verbindet – etwa die Automobilindustrie,

die Elektroindustrie und die Photovoltaik. Nach

einigen turbulenten Jahren sieht sich der Metallhandel im aktuellen

Geschäftsjahr 2017 erholt und trotzt damit Hemmnissen wie

internationalem Protektionismus und bürokratischen Hürden.

„Der deutsche Metallhandel

profitiert derzeit von einem Investitionsaufschwung.

Auch die solide

Baukonjunktur und die steigende

Exportgüternachfrage sind eine Basis

für die Nachfrage nach Metallen. Es

kann für uns nur positiv sein, wenn

die deutsche Wirtschaft auf ganzer

Breite in Schwung kommt“, erklärt

Thomas Reuther, Präsident des Verbands

Deutscher Metallhändler e.V.

„Dennoch setzen wir uns – auch

angesichts der gerade stattgefundenen

Bundestagswahlen – weiterhin

für einen fairen Wettbewerb mit

kommunalen Mitbewerbern ein.

Auch Bürokratieabbau und -bremse

sollten ernsthafter durchgesetzt werden“,

so Reuther weiter.

Der Handel mit Nichteisen-Metallen

hat in Deutschland lange Tradition

und umfasst eine Vielzahl an

Metallen, für die es allesamt spezialisierte

Händler gibt. Den größten

Anteil in Produktion und Handel

umfassen die so genannten

Basis- oder Industriemetalle. Hierzu

zählen Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel,

Zink und Zinn. Dazu kommen

die klassischen NE-Legierungen wie

Messing und Bronze und die so genannten

Nebenmetalle: Die Seltenen

Erden und Strategischen Sondermetalle.

Die Handelsunternehmen der

Branche versorgen eine Reihe von

Branchen. Die Automobilbranche

etwa benötigt Aluminium für Karosserien

sowie Blei und Lithium

für Batterien, die Elektro- und Elektronikindustrie

nutzt Kupfer und

Strategische Sondermetalle wie Kobalt

oder Palladium. In der Photovoltaik

finden sich Selen, Indium

oder Germanium wieder.

Die Bedeutung der Nichteisen-

Metalle zeigt auch ein Blick auf den

wichtigsten Interessenverband der

Branche. Der Verband deutscher

Metallhändler (VDM) vertritt über

200 Mitglieder mit etwa 700 Firmen

bzw. Niederlassungen aus dem

NE-Metallgroßhandel und der NE-

Metall-Recycling-Wirtschaft. Er

deckt damit rund 90 % des Metallmarktes

in Deutschland und Österreich

ab. Hütten- und Schmelzbetriebe

gehören ebenso zu den

Mitgliedern wie Händler, Recycler,

an der Londoner Metallbörse (LME)

tätige Broker und andere Spezialisten

der Metallwirtschaft. Die Mitglieder

des VDM generieren einen

Umsatz von 25 bis 30 Mrd. €, bewegen

etwa 20 Mio. t Metalle und beschäftigen

rund 25.000 Mitarbeiter.

[ kontakt ]

Verband Deutscher

Metallhändler e. V.

10969 Berlin

Tel: +49 30

2593738-0

www.vdm.berlin

Fotos: VDM

Die Recyclingwirtschaft

ist in

Deutschland eine

wichtige Quelle für

NE-Metalle.

Recycling ist wichtigtste eigene

Rohstoffquelle

Als rohstoffarmes Land ohne eigene

Erzvorkommen im NE-Metallbereich

ist Deutschland für seinen

Bedarf an Primärmetallen – Erzen

und Bauxit – auf internationalen

Handel angewiesen. Die Handelsrouten

reichen von Chile (Kupfer)

über Südafrika (Lithium) bis nach

China (Aluminium). Die Weltproduktion

lag 2015 beispielsweise für

Aluminium bei 57 Mio. t, für Kup-

26 Stahlreport 11|17


fer bei 16 Mio. t und für Zink bei

ca. 14 Mio. t.

Die zweite Säule zur Metallbeschaffung

ist das Recycling von Altmetallen.

„Qualitativ gibt es heute

im Grunde keine Unterschiede. Sekundäraluminium

kann ebenso für

alle Bereiche der Industrie genutzt

werden wie Primäraluminium.

Zudem bietet uns das Recycling die

Möglichkeit einer eigenen Rohstoffquelle.

Für bestmögliche Effizienz

muss zwar noch an einigen politischen

Stellschrauben gedreht werden,

aber wir sind auf einem guten

Weg“, erklärt Thomas Reuther, Präsident

des Verbands Deutscher Metallhändler

e.V.

Politische Entwicklungen sorgen

für Unsicherheit

Für die Zukunft erwarten die Branchenexperten

steigende Preisniveaus

in den Basismetallen und

eine schwierigere Marktversorgung.

Hintergrund für die negativen

Erwartungen sind mitunter

politische Entwicklungen und die

noch ungewissen Auswirkungen

auf die Versorgungs- und Preissituation.

2

Fahrgastzelle des neuen A8 aus Stahl

Stahl-Comeback im Audi

Der Werkstoff Stahl feiert im neuen

Audi A8 sein Comeback als Konstruktionswerkstoff.

Nachdem der deutsche Autohersteller

vor über 20 Jahren für dieses Modell

erstmals eine Karosserie nur aus Aluminium

entwickelt hatte, setzt das Unternehmen

nun wie der mehr Stahl ein, wie MBI Stahl

Aktuell meldet. „Das ist der stärkste und

festeste A8, den wir jemals gebaut haben“,

zitiert der Nachrichtendienst Audi-Sprecher

Mark Clothier.

Insgesamt besteht der neue Audi A8 aus

einem Werkstoffverbund aus Aluminium,

Stahl, Magnesium und kohlenstofffaserverstärkter

Kunststoff (CFK). Die Karosseriestruktur

integriert Audi zufolge mehr Werkstoffe

als je zuvor bei einem Serienmodell.

Den größten Anteil an der Karosserie haben

mit 58 % dabei die Aluminiumkomponenten.

Sie sind als Gussknoten, Strangpressprofile

und Bleche prägende Elemente der Konstruktion.

Foto: Audi AG

Bei dem Modell bilden warmumgeformte

Stahlbauteile als höchstfester Verbund die

Fahrgastzelle. Der Stahlanteil der Fahrgastzelle

liege bei insgesamt 40 % – vor acht

Jahren seien es laut MBI Stahl Aktuell nur

8 % gewesen. Die Fahrgastzelle umfasst den

unteren Bereich der Stirnwand, die Seitenschweller,

die B-Säulen und den vorderen

Bereich des Dachbogens. Einige dieser

Blechplatinen sind mittels sogenannter Tailored-Technologien

– also maßgeschneidert

– unterschiedlich dick hergestellt, andere

zusätzlich partiell vergütet. Insgesamt nutzt

Audi beim Zusammenbau der Multimaterial-

Karosserie 14 unterschiedliche Fügeverfahren.

Auch andere Hersteller setzen auf den

Werkstoff Stahl. Laut MBI Stahl Aktuell werden

verschiedene Sor ten von leichtem und

zugleich feste rem Stahl im Minivan Pacifica

von Fiat Chrysler, im Ridgeline-Pick up von

Honda und im Chevrolet Mali bu Sedan von

General Motors eingesetzt.

Info

Der Stahl- und der NE-Metallhandel

sind verwandte Branchen,

deren Abläufe und benötigte

Kenntnisse sich

weitgehend ähneln. Aus diesem

Grund kooperieren der BDS und

der VDM seit einigen Jahren in

Sachen Bildung. So können sich

junge Kaufleute im Fernstudium

nicht nur zum Betriebswirt Stahlhandel

ausbilden lassen, sondern

auch einen Abschluss in

der NE-Metallhandelsvariante

dieses Fernstudiengangs erwerben.

Dritter in diesem Bildungsbunde

ist der Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug

e.V. (WGM). Die angebotenen Inhalte

des Studiengangs sind

über große Teile deckungsgleich,

auf spezielle Inhalte der jeweiligen

Branchen wird dabei in eigenständigen

Modulen eingegangen.

Genauere Informationen

zu den Studiengängen gibt es

beim BDS unter +49 211 86497-

11 (Dr. Ludger Wolfgart, Bereichsleiter

Berufsbildung)

Produktion von nichtrostendem Stahl – Halbjahreszahlen 2017

USA produzieren rund 25 % mehr Edelstahl

Weltweit wurden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 23,2 Mio. t nichtrostende

Stähle hergestellt. Das waren 5 % mehr als in demselben Zeitraum ein Jahr zuvor. Diese Zahlen

hat das International Stainless Steel Forum (ISSF) Ende Oktober bekannt gegeben. Mit großem

Abstand den größten Zuwachs – nämlich rund 25 % über Vorjahresproduktion – verbuchen dabei

die USA. Asien (ohne China) und China liegen bei rund 5 bzw. rund 4 % Zuwachs. Allerdings liegt

der absolute Zuwachs der US-Produktion aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus selbst bei

dieser großen Steigerungsrate immer noch unter der absoluten Produktionszunahme Chinas. In

Europa stieg die Produktion von nichtrostendem Stahl im ersten Halbjahr 2017 um 2,3 %.

Großauftrag zum Jubiläum

Der Hersteller von Edelstahl-Stabstählen Stahl Judenburg hat einen Großauftrag aus der

deutschen Automobilproduktion erhalten. Das in Österreich ansässige und zur Georgsmarienhütte(GMH)-Gruppe

gehördene Unternehmen hat soll bis 2026 etwa 7 Mio. Kurzstücke

an einen deutschen Premium-Autohersteller liefern. Das Auftragsvolumen beläuft sich nach

einer Meldung des Regionalmediums www.meinbezirk.at auf über 25 Mio. €. „Dieser Auftrag

sorgt für Auslastung in unserem Unternehmen und sichert Arbeitsplätze langfristig

ab“, zitiert die Nachrichtenseite Geschäftsführer Thomas Krenn. Zurückzuführen ist der

Auftrag demnach auf ein ähnlich gelagertes Projekt, bei die Stahl Judenburger GmbH überzeugen

konnte. hat. Der Auftrag kommt für Stahl Judenburg passend zum 111-jährigen bestehen

des Unternehmens. Bei Stahl Judenburg sind derzeit rund 450 Mitarbeiter beschäftigt,

zuletzt ist ein Jahresumsatz von über 100 Mio. € erzielt worden.

Stahlreport 11|17

27


Messen

und Märkte

Blechexpo

Foto: P. E. Schall GmbH & Co. KG

Vom 7. bis 10. November 2017 drehte sich bei dem Messeduo Blechexpo und Schweisstec alles rund um die industrielle Blech-,

Rohr- und Profilbearbeitung.

Verstärkte nationale und internationale Aussteller-Teilnahme

Auf Rekordkurs:

Blechexpo und Schweisstec 2017

Eines der wichtigen Messe-Events des Jahres fand vom 7. – 10. November in Stuttagart statt: die

Blechexpo – Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung. Parallel dazu gab es für die Besucher

in der Stuttgarter Messe auch die Schweisstec – Internationale Fachmesse für Fügetechnologie

zu sehen. Kurz vor Beginn der Doppelmesse meldete Veranstalterin P. E. Schall GmbH & Co. KG weit

mehr als 1.300 Aussteller aus 34 Nationen – eigenen Angaben zufolge ein neuer Rekord.

Nicht nur die im Vergleich zur Vorveranstaltung

gößere Ausstellerzahl, sondern auch die komplett belegten

Messehallen verspreahen Anfang November eine

spannende Messewoche. Neben der wachsenden Zahl

der internationalen Hersteller und Anbieter freute sich

der Veranstalter auch über größer Beteiligung aus dem

Inland. So nahm erstmals etwa die Gesellschaft für Wirtschafts-

und Strukturförderung im Märkischen Kreis

(GWS) teil, die sich für die Standortregion Südwestfalen

engagiert. Diese Region steht für eine lange Tradition in

der Blech- und Drahtverarbeitung. Der Gemeinschaftsstand

der GWS mit elf Ausstellern befand sich in Halle

7/9.

Stanztechnik mit eigener Halle

Zusammen mit weiteren Herstellern von Stanz-/Folgeverbundwerkzeugen

sowie vor allem Komplett-Dienstleistern

im Bereich Stanztechnik/Stanzteile und Baugruppen,

ist dieses Segment der Blechexpo dem

Veranstalter zufolge in diesem Jahr stark gestiegen.

Grund genug, diesem Thema gleich eine eigene „Stanz-

technik-Halle“ (Halle 7 und 9) zu reservieren. Ähnlich

aufgeteilt waren die weiteren Segmente wie Pressen und

Umformtechnik in Halle 8, Werkstoffe/Service, Rohrund

Profilbearbeitung in Halle 4, Maschinen, Tools und

Peripherie in den Hallen 1, 3 und 5 sowie die Fachmesse

Schweisstec sowie die thermische und mechanische

Füge-/Verbindungstechnik in Halle 6.

Im Vergleich zur Vorveranstaltung des Messe-Duos

hat sich jedoch nicht nur bei den Ausstellern und der

thematischen Aufteilung etwas getan. Auch baulich hat

sich die Messe entwickelt. So ist der Eingangsbereich

WEST der Landesmesse Stuttgart ausgebaut und mit

mehr Parkplätzen versehen worden. Und wer sich vorab

im Netz über die Messen informieren wollte, hatte auf

der Website der Blechexpo und Schweisstec (www.blechexpo-messe.de),

die der Veranstalter Schall neu entwickelt

hat, dazu ein gutes und modernes Instrument

zur Verfügung. In neuem Design klar strukturiert und

benutzerfreundlich gestaltet, bietet die Seite umfassende

Informationen über die Fachmessen und zur Unterstützung

bei der Besuchsplanung. 2

28 Stahlreport 11|17


Hohe Schnittleistungen,

einfache Handhabung

und präzise

Winkelschnitte:

Behringer zeigte auf

der Blechexpo im

November die neue

Gehrungsbandsäge

HBE320-523G.

Bild: Behringer

HBE320-523G von Behringer

Neue kompakte Gehrungsbandsäge

Argumente, in eine leistungsfähigere Gehrungssägemaschine zu investieren, gibt es genug:

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder, ein umfangreicheres Lieferspektrum oder der Ersatz älterer

Maschinen. Mit dem neuen Modell der HBE-Baureihe kombiniert Behringer die Vorzüge moderner

Hochleistungsmaschinen mit den bewährten Merkmalen einer klassischen Gehrungssäge.

„Wir haben bewusst diverse

Features unserer Behringer-High-

End-Modelle hier integriert. Das

macht die HBE320-523G zu einer

Klasse für sich – und das zu einem

optimalen Preis-Leistungsverhältnis“,

so Geschäftsführer Christian

Behringer. Hohe Schnittleistungen,

einfache Handhabung und präzise

Winkelschnitte sind wesentliche

Attribute der neuen BEHRINGER

Gehrungsbandsäge HBE320-523G.

Sägeanlage für den

Profilstahlhandel

Mit ihrem umfangreichen Anwendungsspektrum

deckt die Anlage die

Erfordernisse im Metallbau, in Schlossereien,

im Profilstahlhandel sowie

im Maschinenbau ab. „Auch kleine

und mittlere Betriebe dieser Branchen

sind darauf angewiesen, dass ihre

Sägemaschine prozesssicher, zügig

und sauber eine große Bandbreite verschiedener

Materialien trennt“, erläutert

Christian Behringer.

Mit einem Schnittbereich im

Flachmaterial von 520 x 320 mm

sowie beidseitigen Gehrungen von

45° und bis 30° links erweist sich

die neue HBE als Generalistin für

viele Sägeaufgaben. „Denn aus Kosten-

und Flexibilitätsgründen werden

die Profile meistens in Ausgangslängen

bis 12 m eingekauft und auf

Maß gesägt“, ergänzt Behringer. Baustähle

ebenso wie Edelstahlprofile

stellen für die neue Gehrungssägemaschine

kein Problem dar.

Konstruktiv decken sich viele

Merkmale der neuen Gehrungssägemaschine

mit denen der bereits

vorhandenen der HBE-Dynamic-Baureihe.

Das Führungssystem in verwindungssteifer

Portalkonstruktion

und die beidseitige Lagerung der

Bandlaufräder sorgen für Laufruhe

und präzise Schnitte. Die bandführenden

Teile sind aus schwingungsdämpfendem

Grauguss, was sich äußerst

positiv auf die Qualität der

Schnittoberfläche und auf die Standzeit

der Sägebänder auswirke. Elektrisch

angetriebene Spänebürsten

reinigen das Band synchron zum Sägeantrieb

von anhaftenden Spänen.

Schneller und gratarmer Sägen

Durch die Neigung der Bandlaufräder

reduziert sich die Biege-Wech-

sel-Belastung des Sägebandes, was

eine hohe Bandstandzeit gewährleiste.

Eine vollautomatische Höheneinstellung

des Sägerahmens entsprechend

der Materialhöhe und die

Absenkung der Säge in Eilgeschwindigkeit

reduzierten die Nebenzeiten

enorm.

Mit der Schrägstellung des Sägebandes

seien beispielsweise Träger,

Winkeleisen und U-Profile sowie

Vierkant-Hohlprofile schneller und

gratarmer zu sägen.

Die Maschine kann zudem mit

Zu- und Abfuhrrollenbahnen, Messeinrichtungen

und Quertransportsystemen

sowie mit einer NC-Winkelverstellung

ergänzt werden. Diese

kundenspezifischen Transportlösungen

liefert die Behringer GmbH aus

dem hauseigenen Stahlbau. 2

[ Kontakt ]

Behringer GmbH

74912 Kirchardt

Tel. +49 7266 207-0

www.behringer.net

Stahlreport 11|17

29


Messen

und Märkte

Blechexpo

Remmert zeigte auf der Blechexpo

unter anderem die Lagerlösung

BASIC Tower 4.0, einen der Bausteine

des Unternehmens für eine

vollautomatisierte Produktion.

Schröder Group

Von der Abkantbank

bis zur vollautomatisierten

Biegemaschine

Ein Highlight des Messeauftritts

der Schröder Group auf der Blechexpo

warbiegemaschine PowerBend Industrial,

mit der bis zu 6 mm starke Stahlbleche

auf einer Länge von 3.200 mm

abgekantet werden können. Durch Upand-Down-Biegewange

und Saugplattenanschlag

erlaubt die Maschine

einen teilautomatisierten Betrieb.

Bei der Verwendung des Saugplattenanschlags

wird ein Blech gegen die

waagerecht gestellte Biegewange angeschlagen

und dann pneumatisch fixiert.

In Kombination mit der Up-and-

Down-Biegewange führt das

Biegeprogramm darauf hin alle Kantungen

einer Seite ohne weiteren manuellen

Eingriff durch.

Diese Innovation des Herstellers kam

auch in einer weiteren Ausstellungsmaschine

auf der Blechexpo zum Einsatz,

der PowerBend Professional, die auf

der gleichen Länge wie die PowerBend

Industrial 3 mm starke Bleche biegt.

Als dritte motorische Schwenkbiegemaschine

war eine Anlage der Evolution-Reihe

zu sehen, eine Industriemaschine

mit vollautomatischem

Werkzeugwechsler.

[ Info ]

www.schroedergroup.eu/de

Foto: Remmert

Blechexpo 2017

Mehr Effizienz rund

um Lager und Laser

In der Blechbearbeitung haben Automationslösungen Hochkonjunktur.

Auf der Blechexpo (Halle 1, Stand 1612) stellte Remmert in

diesem Jahr entsprechend seine erweiterungsfähigen Lösungen zur

Versorgung und Materialentnahme von Laseranlagen in den Mittelpunkt.

Die beiden Einheiten Laser FLEX und BASIC Tower können

dabei sowohl als Stand-alone- als auch als komplexe Systemlösung

zur Blechfertigung agieren.

Mit dem Laser FLEX 4.0 im

Zusammenspiel mit dem BASIC Tower

4.0 hat Remmert eine vollautomatisierte

Systemlösung für den Prozess

von der Rohblecheinlagerung bis zur

Entnahme des Fertigteils aus dem

Laser geschaffen. Mit der Entkopplung

von Beschickung und Materialentnahme

aus der Laseranlage

erreicht Remmert eine Blechwechselzeit

von nur 60 s – dem Unternehmen

zufolge die am Markt bisher

schnellste Zeit.

Die Kombination aus BASIC

Tower 4.0 und Midi-Blechlager sorgt

für eine vollautomatisierte Versorgung

der Produktion. Soll ein Auftrag

bearbeitet werden, kommunizieren

die an die Systeme angeschlossenen

Maschinen eigenständig mit dem

Lager. Die Vakuumeinheit des Laser

FLEX 4.0 transportiert das Rohmaterial

im Anschluss vollautomatisiert

vom Lager zum Fertigungsbereich.

Das modulare Konzept von Remmert

bietet Produktionsunternehmen wie

Lohnfertigern dabei die Möglichkeit,

bereits laufende Stand-alone-Lösungen

in Zukunft auch zu komplexen

Systemlösungen auszubauen, die mehrere

Automationseinheiten und Laseranlagen

umfassen. Automationslösungen

von Remmert sind dem

Unternehmen zufolge bereits mit Laseranlagen

von Bystronic, Kimla, LVD,

Mazak, Messer und Trumpf im Markt.

Auf der Blechexpo 2017 hat Remmert

erfolgreiche Projekte aus der

Blechverarbeitung vorgestellt und die

modularen Varianten des Laser FLEX

4.0 gezeigt – von der Einzellösung

über die kompakte Blechzelle bis zum

vollautomatisierten System. 2

[ Kontakt ]

Remmert GmbH

Brunnenstraße 113

D-32584 Löhne

Tel. +49 5732 896-0

www.remmert.de

30 Stahlreport 11|17


Neue Plattform

Digitalisierte Produktionskette

Blechbearbeitung

Lantek, Experte für Softwarelösungen für die Blechbearbeitung,

präsentierte auf der Blechexpo 2017 seine neue

Plattform: Lantek Synergy. Die Plattform digitalisiert den gesamten

Produktionsprozess. „Es geht nicht um das, was Sie

wissen – es geht um das, was Sie mit dem tun, was Sie wissen“,

sagt Christoph Lenhard, diplomierter Maschinenbauingenieur

und Lantek-Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich

und die Schweiz. Die neue Plattform zielt darauf ab, die in

jedem Unternehmen vorhandenen Daten aus Ein- und Verkauf,

Produktion und Lager zu analysieren und nutzbar zu machen.

Mit Lantek Synergy wolle man den Kunden ein neues Instrument

an die Hand geben, das abschnittsweise die gesamte

Produktionskette betrachtet – vom Zulieferer bis zum Endkunden

– und bei Bedarf auch mehrere Betriebe und Unternehmen

miteinander verbinden kann.

Um sich ein plastisches Bild der Plattfrom und ihren Fähigkeiten

zu verschaffen, fanden Besucher der Blechexpo Lantek-

Stand zwei Touch-Screens, an denen die neue digitale Plattform

spielerisch erkundet werden konnte.

ONLINE

TOOL

BOX

einfach, online, schnell

Lantek Synergy stelle den vorläufigen Höhepunkt der Möglichkeiten

zur digitalen Transformation dar, so das Unternehmen.

Das umfassende Software-Portfolio von Lantek sei aber auch

für Blechbearbeiter interessant, die erst über Digitalisierung

nachdenken oder bereits Teilbereiche ihrer Produktion oder

Verwaltung digitalisiert haben.

[ Info ]

www.lantek.de

24/7

Sendungsverfolgung

– dann wenn Sie sie brauchen

Neue Teilerichtmaschine

verarbeitet bis zu 50 % dickere Bleche

Die Kohler Maschinenbau GmbH, Spezialistin für Richttechnik,

hat ihre Teilerichtmaschine Peak Performer umfassend weiterentwickelt

und erreicht eigenen Angaben zufolge eine signifikante

Leistungserhöhung. Bei gleicher Streckgrenze des Materials

richtet der Peak Performer jetzt bis zu 50 % dickere

Bleche. Damit positioniere man sich „mit deutlichem Abstand“

an der Spitze des Marktes, so das Unternehmen.

Neben dem erweiterten Arbeitsbereich wartet die neue Maschinengeneration

auch mit wendbaren Richtwalzen sowie mit

einem überarbeiteten Antriebskonzept auf. Mit der bewährten

und wirtschaftlichen elektromechanischen Richtspaltregelung

GAP-Control und dem intelligenten 4-Punkt-Überlastschutz

sorgt die Peak-Performer-Teilerichtmaschine darüber hinaus in

der Blechverarbeitung für höchste Präzision und Effizienz.

[ Info ]

www.kohler-germany.com

und die Tool Box bietet mehr:

Infos über Verfügbarkeit,

Anfragen und Bestellungen aufgeben,

Integration in Ihre Warenwirtschaft u.v.m.!

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hinaus, unterstützt durch 200 Mitarbeiter

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Stahlreport 11|17

31

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Messen

und Märkte

Berichte

Messe A+A 2017 setzte neue Maßstäbe

Arbeitsschutz boomt

Käufer von persönlicher

Schutzausrüstung

schätzen eine

wachsende Auswahl

der verfügbaren Produktvarianten

– etwa

bei Sicherheitsschuhen.

Mit Bestmarken ist im Oktober die Messe für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin A+A 2017 zu Ende

gegangen. Insgesamt 1.930 Aussteller aus 63 Nationen und mehr als 67.000 Fachbesucher kamen zur

nach Veranstalterangaben größten Branchenmesse der Welt nach Düsseldorf – eine neue Bestmarke.

Die „globale Leitmesse“ für Persönlichen Schutz, Betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der

Arbeit zeigte damit gemeinsam mit dem parallel durchgeführten Internationalen Kongress für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin die enorme Bedeutung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Ein viel diskutiertes Thema

war auf der A + A die Digitalisierung,

die auch für die Gesundheitsbranche

und Arbeitsschutzbranche längst

keine Zukunftsmusik mehr ist. Von

smarter Skinsensorik zur Messung

von Vitalparametern über rückenschonende

Exoskelette bis hin zu

einem intelligenten Flottenmanage-

ment, Datenbrillen und sensorgesteuerter

Absturzsicherung: Die Zukunft

der Arbeit ist jetzt. Das machte die

Messe A+A im Oktober deutlich.

Zukunft der Arbeit ist jetzt

Quer durch die Hallen der Messe

Düsseldorf zeigten namhafte Aussteller

wie 3M, BORNACK, Honey-

well, Uvex oder das Institut für

Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung (IFA) Highlights

zu „Smart PSA“, „Digitalisierung

der Arbeit“ und „Digitale

Anwendungen und Lösungen" – vom

Prototyp zum Serienprodukt. Dabei

thematisiert wurden auch Aspekte

wie die Umgestaltung von Arbeits-

Fotos: Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann

Sicher und ein bisschen elegant – die PSA-Hersteller kommen

dem Wunsch der Kunden entgegen, auch in Sicherheitsausrüstung

(und seien es nur Handschuhe) eine gute Figur zu machen.

Eines der wichtigen Themen auf der A+A 2017:

die Digitalisierung – hier in Form einer Datenbrille.

32 Stahlreport 11|17


prozessen für die alternde Bevölkerung

oder die Berücksichtigung der

veränderten Ansprüche der jüngeren

Generation an die Berufswelt.

Das gute Investitionsklima sowie

das Interesse der Fachbesucher an

qualitativ hochwertigen Schutzausrüstungen

und Schutzbekleidung

wurde bestätigt durch eine aktuelle

Studie zum deutschen Markt für Persönliche

Schutzausrüstungen, die

zur A+A 2017 vom Marktforschungsunternehmen

macrom veröffentlicht

wurde. Demnach wuchs das Volumen

des deutschen PSA-Gesamtmarkts

zwischen 2014 und 2016 um

9,2 % auf insgesamt 1,97 Mrd. €. Mit

größtem Marktanteil bedeutendstes

Segment ist Schutzbekleidung, die

vermehrt auch im Privaten getragen

werde.

„War Schutzbekleidung früher

meist unbequem und nicht besonders

modisch, so zeigen sich Mitarbeiter

heute vergleichsweise gerne

darin in der Öffentlichkeit. Durch

die Entwicklung von Hightech-Bekleidung

in der Sport- und Outdoorbranche

muss der Mensch auch bei

der Arbeit nicht mehr auf Top-Design

bei optimaler Performance verzichten“,

so Birgit Horn, Director der

A+A 2017.

Fachkongress auf hohem Niveau

Parallel zur Messe fand auch der

Internationale Kongress für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin statt, der

traditionell von der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Sicherheit und

Gesundheit bei der Arbeit e.V. (Basi)

ausgerichtet wurde. Rund 5.000 Kongressbesucher

strömten insgesamt

während der vier Messetage in das

CCD Congress Center Düsseldorf

Süd, um sich über das vielfältige Themenspektrum

zu informieren. In den

60 Veranstaltungsreihen ging es

unter anderem um Produktionsarbeit

am Standort Deutschland mit

älter werdenden Belegschaften, um

positive Aspekte der Digitalisierung

und um psychische Belastungen mit

Fokus auf kleine Unternehmen und

deren Arbeitsbedingungen. 2

[ Info ]

Die nächste A+A findet vom 5. bis

8. November 2019 in Düsseldorf statt.

Aktuelle Studie bestätigt Trend

Deutscher Markt für persönliche

Schutzausrüstung wächst

Das Wachstum des deutschen PSA-Marktes liegt über der Zunahme

des Bruttosozialproduktes. Das hat eine aktuelle Studie anlässlich der

des Marktforschungsunternehmens macrom gezeigt. Die Anbieter

von persönlicher Schutzausrüstung profitierten aktuell von einem

Zusammenwirken zahlreicher günstiger Faktoren – allen voran die gute

Konjunkturlage Deutschlands und die hohe Zahl der Erwerbstätigen.

Wirkung zeigte auch die kontinuierliche

Aufklärungsarbeit der

Hersteller, des Handels und der Berufsgenossenschaften.

Zusätzlich gelinge es den Herstellern,

mit komfortablen und design -

orientierten Produkten die Akzeptanz

der Anwender von PSA zu steigern. Die

Versorgung mit qualitativ hochwertigen

Schutzprodukten nehme dabei auch

zu, weil viele Einkäufer in den Unternehmen

vor dem Hintergrund einer

guten Geschäftslage und voller Auftragsbücher

alles unternähmen, um die

Motivation der Mitarbeiter zu steigern

und jegliche Risiken, die sich auf die Produktivität

auswirken können, zu vermeiden.

Auch die kontinuierlich steigende

Anzahl älterer Erwerbspersonen vermittle

Impulse zu qualitativem Wachstum,

da zunehmend Produkte nachgefragt

werden, die gerade dieser

Zielgruppe die Arbeit mit Schutzausrüstung

erleichtern oder länger ermöglichen

sollen. Die starke Baukonjunktur

der letzten Jahre hat macrom zufolge

auch in diesem Sektor dazu geführt,

dass der Bedarf an Schutzprodukten

deutlich über das Maß der reinen Zunahme

der Beschäftigtenanzahl hinaus

gestiegen ist.

Der Markt erhalte auch dadurch

einen Wachstumsschub, dass es den

PSA-Anbietern gelungen sei, die sinkenden

Potentiale, die durch Umstrukturierung

oder Verlagerungen von Arbeitsprozessen

verursacht werden, sogar

mehr als lediglich zu kompensieren.

Als ein weiteres Beispiel für die Schaffung

neuer PSA-Vermarktungsmöglichkeiten

durch Innovation nennt die Studie

die seit Jahren dynamisch wachsende

Produktgruppe der Anstoßkappen. Durch

dieses Segment würden in immer größerem

Umfang Zielgruppen erschlossen, in

deren Arbeitsalltag zwar das Risiko von

leichten Kopfverletzungen besteht, die

jedoch nicht der Verpflichtung zum Tragen

von Kopfschutz unterliegen. Solche

Zielgruppen finden sich beispielsweise bei

Tätigkeiten in der Logistikbranche oder

bei Montage- und Reparaturarbeiten.

Als letzten zentralen Faktor für das dynamische

Wachstum des Marktes für persönliche

Schutzausrüstung sieht die Studie

die Entwicklungen auf der

Handelsebene. In das boomende PSA-

Segment seien zahlreiche Händler eingestiegen,

die bereits in anderen B-to-B-

Bereichen aktiv sind und ihre

Umsatzpotentiale durch Cross-Selling

ausweiten wollen. Dies steigere auch die

Aufmerksamkeit für die Produkte und

stimuliere auf diesem Weg den Absatz.

Das Zusammenwirken all dieser

Trends habe in Summe dazu geführt, dass

die Attraktivität des mit Abstand wichtigsten

Absatzmarktes für persönliche

Schutzprodukte in Europa weiter zugenommen

hat. Aktuell srpächen alle Anzeichen

dafür, dass sich diese erfreuliche

Entwicklungslinie weiter fortzeichnen

wird. 2

Stahlreport 11|17

33


Messen

und Märkte

Schwerpunkt EMO

Vernetzen und Vertrauen

Welche Herausforderungen die EMO in Hannover offengelegt hat

„Connecting systems for intelligent production“ lautete

das Motto der diesjährigen EMO. Dabei zeigte die Branche der

Metallbearbeitung Mitte September wirtschaftliche und technische

Zukunftsfähigkeit.

Dies gilt insbesondere, weil die Digitalisierung klassische Herausforderungen

der Produktion besser zu bewältigen hilft, wie es bereits

die Vorberichterstattung und die Hauptdokumentation in

dieser Fachzeitschrift deutlich gemacht haben (7/8 2017, S. 22ff

und 9/2017, S. 28f sowie 10/2017, S. 22ff).

Die großen Felder des Fortschritts waren dabei die Werkstoffwissenschaften,

das Wissensmanagement und die Wirtschaftswissenschaften

(vgl. die nachfolgende und abschließende Fortsetzung

der Messeberichterstattung zur EMO.

Hannover bereitete der „Welt der Metallbearbeitung“, wie es im

Untertitel zur EMO heißt, nach vierjähriger Pause einen ganz großen

Bahnhof: Zur Eröffnung kamen Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier sowie u.a. der niedersächsische Ministerpräsident

Stephan Weil.

Datenmengen ebnen den Weg für maschinelles Lernen

Der Appetit kommt beim Messen

Zwischen Faszination und leichtem Unbehagen – so etwa ließ sich auch auf der EMO das Gefühl

beschreiben, das selbst Experten beim Thema der künstlichen Intelligenz bisweilen beschleicht.

Kognitive Systeme beispielsweise können Sorgen vor menschlichem Kontrollverlust auslösen.

Als Kerntechnologie der Industrie 4.0 dürften selbstlernende Systeme aber trotzdem den Weg in

die Fabriken finden, wenn sie schrittweise eingeführt werden und beweisen, dass mit dieser Art

von Wissensmanagement Geld verdient werden kann.

„Der Appetit kommt

beim Messen.“

Dr. Cord Winkelmann,

Geschäfts -

führer der Bremer

Sensosurf GmbH

Foto: Sensosurf

Als Teilgebiet der künstlichen

Intelligenz (KI) ist vor allem machine

learning (maschinelles Lernen, ML)

für die industrielle Fertigung relevant.

ML versetzt Systeme in die

Lage, ihre Umgebung zu verstehen,

Handlungen zu planen, auf Hindernisse

zu reagieren und mit Menschen

zu kommunizieren.

Dabei lernen Maschinen, anhand

von Betriebsdaten und intelligenten

Algorithmen eigenständig

wiederkehrende Muster und Objekte

zu erkennen. Das erlernte Wissen

kann dann auf unbekannte und

unsortierte Daten angewendet werden.

So lassen sich Fehlerquellen

identifizieren, Prozesse planen und

optimieren, Prognosen erstellen.

Dass Maschinelles Lernen derzeit

einen Hype erlebt, obwohl das Konzept

eigentlich aus den 80er-Jahren

stammt, ist den modernen Möglichkeiten

der Datenverarbeitung zu

verdanken. Erst mit Big-Data-Anwendungen,

hohen Rechnerleistungen

und riesigen Cloud-Speichern

entstand die passende Infrastruktur,

die zunächst vor allem Internet-Giganten

für sich zu nutzen

wussten. Doch die Industrie zieht

nach.

34 Stahlreport 11|17


„Aus der Perspektive der Robotik

verfolgen wir sehr aufmerksam, was

Akteure im Weltmarkt wie Google

und Amazon mit ihren IT-Kompetenzen

und Infrastrukturen entwickeln

und mit Bezug zur Produktionstechnik

erforschen“, bestätigt

Prof. Jörg Krüger, Leiter des

Geschäftsfelds Automatisierungstechnik

des Fraunhofer Instituts für

Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik

(IPK), Berlin. Doch eins

zu eins umsetzen lassen sich die Beispiele

aus den IT-Konzernen eben

nicht ohne weiteres auf industrielle

Anwendungen.

„Künstliche Intelligenz ist ein wichtiges

Zukunftsthema“, sagt Dr. Wilfried

Schäfer, Geschäftsführer des

VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)

und Veranstalter

der EMO Hannover 2017, Weltleitmesse

der Metallbearbeitung.

„Daher sollten sich auch kleine und

mittelständische Unternehmen in

der Produktion mit machine learning

befassen, um rechtzeitig Möglichkeiten

für die eigene Entwicklung

ableiten zu können.“

Große Datenmengen sind eine

Voraussetzung für Maschinelles Lernen.

Für eine zügige Marktdurchdringung

gilt als entscheidend, dass

Informationen generiert werden, die

sich vom ersten Moment an rechnen.

Dazu gehört die Datenauswertung

an der Maschine, die Vernetzung

der Maschinen untereinander,

das Erkennen des Charakteristischen

an dem, was passiert. „Der

Appetit kommt beim Messen.“ Das

meint Dr. Cord Winkelmann, Geschäftsführer

der Bremer Sensosurf

GmbH. Ziel des Unternehmens ist es,

Technologien der Mikrosystemtechnik

in die rauen Umgebungsbedingungen

des Maschinenbaus zu transferieren.

2

Warum und wie Erdwich mit Materialien sorgsam umgeht

Werkstoffe sind Wertstoffe

In den Werkstoffwissenschaften hat sich in den vergangenen Jahren ein sorgfältiger Umgang mit

diesen Wertstoffen etabliert. In diesen Trend passten auf der diesjährigen EMO Maschinenangebote

von Erdwich, denn: Viele Materialien müssen vor dem weiteren Verarbeitungsprozess zerkleinert

werden – dazu zählen unterschiedliche Späne und Stanzteile aus Kunststoff und Metall, aber auch

wertvolle Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Laborproben.

Bei diesen Vorgängen bleibt

häufig ein Teil des Rohstoffes in der

Zerkleinerungsmaschine zurück.

Um das kostbare Material zurückzugewinnen,

musste die Anlage bisher

mit hohem Zeit- und Arbeitsaufwand

geöffnet und gesäubert werden.

Die Erdwich Zerkleinerungssysteme

GmbH hat deshalb ihre Einwellenzerkleinerer

M400 und M600 mit

einer hydraulischen Easy-Cleaning-

Konstruktion ausgestattet, die es

erlaubt, die Maschine mit geringem

Aufwand zu öffnen und eine Reinigung

durchzuführen. Die optimierten

Modelle wurden in diesem Jahr

erstmals ausgestellt.

Die Einwellenzerkleinerer M400

beziehungsweise M600 werden in

vielen Branchen eingesetzt. Unter

anderem zerkleinern sie Plastik- und

Metallspäne, Guss- und Stanzteile,

Krankenhausmüll und Elektroschrott,

aber auch Zinkschlacke, Aluminium,

Stahl sowie Kunststoff und

bereiten in Zementwerken Ersatzbrennstoffe

zur Analyse im Labor

vor. Für besonders sensible Bereiche

Foto: Erdwich

wurden die Anlagen nun noch einmal

überarbeitet und optimiert:

„Beide Modelle sind nun auf

Wunsch mit einer Easy-Cleaning-

Hydraulikeinrichtung ausgestattet.

Dadurch kann die Anlage auf Knopfdruck

aufgeklappt werden, um den

Sammelbehälter und das Schneidwerk

der Maschine zu reinigen.“ Das

sagte Jürgen Graf, Vertriebsleiter

der Erdwich Zerkleinerungssysteme

GmbH. Vorteile bringe das vor allem

in Branchen, wo mit empfindlichen

Bei Zerkleinerungsprozessen

können

in der Maschine

Materialreste

zurückbleiben. Um

solchen Materialverlust

zu vermeiden,

verfügen die

Einwellenzerkleinerer

von Erdwich

deshalb nun über

eine Easy-Cleaning-

Funktion mit spezieller

Hydraulik.

oder sehr wertvollen Materialien gearbeitet

wird. Dort müssten die Proben

häufig aufbereitet und zerkleinert

werden, bevor sie auf ihre

chemische Zusammensetzung hin

analysiert werden könnten. Dabei

dürften die untersuchten Materialien

jedoch auf keinen Fall durch

Rückstände von vorher zerkleinerten

Proben verunreinigt werden –

eine regelmäßige Reinigung der

Shredderanlage sei somit unabdingbar.

2

Stahlreport 11|17

35


Messen

und Märkte

Schwerpunkt EMO

Mehrwert mit Maschinen

Digitalisierung im Detail

Wer steigende Variantenvielfalt und Produktindividualisierung wirtschaftlich managen will, muss

IT-gestützt komplexe Produktionssysteme beherrschen. Wie diese Art von Wirtschaftswissenschaften

bis ins Detail hinein funktioniert, zeigten bei der EMO in Hannover zahlreiche Unternehmen, z.B.

Thiermann sowie Bomar – und die Wissenschaftler des Fraunhofer IWU:

Mit der »Maschine 4.0« präsentieren

die Chemnitzer einen ganzheitlichen

Ansatz zur konsequenten Digitalisierung

in der Produktion. Das Ziel:

Konkreter Mehrwert mit bis zur 100-

Prozent-Produktion.

„Industrie 4.0 bedeutet nicht, digitale

Insellösungen zu schaffen“, sagte

dort Prof. Matthias Putz, Institutsleiter

am Fraunhofer IWU. Industrie 4.0 bedeute,

ganzheitlich zu denken und die

Digitalisierung im Sinne konkreter

Mehrwerte systematisch umzusetzen.

Mit der sogenannten Maschine 4.0

verfolgen die Chemnitzer das Ziel einer

100-Prozent-Produktion. Möglich wird

dies durch vollvernetzte Maschinen,

die ihren Zustand selbstständig überwachen,

mit ihrer Umwelt kommunizieren

und vorausschauend arbeiten.

Exemplarisch konnte man dies zur

EMO in Hannover anhand einer zunächst

virtuellen Umformpresse erleben.

Das Konzept der Maschine 4.0 geht

dabei konsequent von einer Trias aus

Technologie, System und Digitalisierung

aus. Die integrative Betrachtung

der technologischen Prozesse innerhalb

eines darauf abgestimmten maschinellen

Systems und einer zielgerichteten

Digitalisierung sind die

Voraussetzung, um die angestrebten

Mehrwerte zu erreichen.

Thiermann

Vor solchen Hintergründen und mit

einem repräsentativen Querschnitt

ihres umfangreichen Produktangebots

war die Ingenieurbüro Thiermann

GmbH (IBT) in Hannover vertreten. Der

Spezialist für Werkzeugmaschinen-

Zubehör zeigte Lösungen für eine wirtschaftliche

Zerspanung:

z Zu sehen war u.a. das Spannsystem

Mitee-Bite, das die Rüstzeiten beim

Anwender deutlich reduzieren soll.

IBT hat für Mitee-Bite ein umfangreiches

Lieferprogramm geschaffen. So

Foto: ITB

Das modulare Schlauchsystem Loc-Line-Flexi soll Kühlmittel effizient zu- und abführen.

Auch zum Ausblasen von Werkstücken sei es geeignet, informierte die ITB Ingenieurbüro

Thiermann GmbH auf der EMO.

seien Formschluss-Spannexzenter

besonders gut für leicht verformbare

Werkstücke und solche mit ungewöhnlicher

Kontur geeignet. Beim

Spannen von Gussteilen würden

Sechskant-Klemmen punkten.

z Die aus leichtem, eloxiertem Aluminiumguss

gefertigte Piranha Cooling-

Line ist ein robustes und vielseitiges

System mit der Aufgabe, Kühlmittel

präzise zuzuführen. Es arbeitet bei

Drücken bis 80 bar. Die Linie ist mit

½ und ¼ Zoll verfügbar und lasse

sich mit verschiedenen Gewinde -

anschlüssen auf alle gängigen Werkzeugträger

montieren. Neben der

Kühlung eigne sich das System auch

für Pneumatik-Anwendungen.

z IBT zeigte auch das modulare

Schlauchsystem Loc-Line Flexi. Es

eigne sich für die Zu- und Abfuhr von

Kühlmitteln und das Ausblasen oder

Auswaschen von Werkstücken –

ebenso wie zum Absaugen von Spänen,

Grob- und Feinstaub sowie von

Dämpfen. Loc-Line Flexi sei positions-

und vibrationsstabil und lasse

sich einfach an die jeweilige Bearbeitungsaufgabe

anpassen.

Bomar

Einen „Schlüssel zur wirtschaftlichen

Sägeplanung“ präsentierte auf der EMO

erstmals der tschechische Sägenhersteller

BOMAR spol s.r.o.: sawmana-

ger. Diese Softwarelösung soll durch

eine effiziente Schnittlängenoptimierung

sowie die Berücksichtigung von

Kapazitäten eine wirtschaftliche Sägeplanung

ermöglichen. Eine solche

Optimierung ziele auf eine effektive

Aufteilung des zu trennenden Stangenmaterials

ab, so dass möglichst nur ein

sehr geringer Entfall bzw. Verschnitt

zustande kommt. Auf diese Weise lasse

sich eine hohe Rendite aus den Stangen,

eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

sowie ein Beitrag zur Schonung

der Umwelt erreichen. Darüber

hinaus ermittele die Software den zeitlichen

Aufwand für den Einzelzuschnitt

und somit für den gesamten Auftrag

an einer Säge.

Hierzu verfügt der sawmanager

über eine Datenbank mit Technologiedaten

in Bezug auf Werkstoff, Sägebänder

sowie -blätter und -maschine.

Die mit der Implementierung der Software

bereitgestellten 27.000 Werkstoffdaten

ließen sich noch um kundenspezifisch

relevante Werkstoffe

ergänzen. Sollte sich während der Eingabe

eines Auftrags herausstellen, dass

bereits ein Vorgang mit gleichen

Schnittdaten im System existiert, liefere

das System einen entsprechenden

Hinweis. So könnten die schon vorhandenen

Daten und gegebenenfalls zugehörige

Optimierungsberechnungen

übernommen werden. 2

36 Stahlreport 11|17


Bilanz zur Welt der Metallbearbeitung

Schaufenster für den Markt

Als Garant für gute Geschäfte, Schaufenster für den internationalen

Markt, Taktgeber für die Zukunft der Produktion – so haben

Aussteller die EMO Hannover 2017 beschrieben. Nach sechs turbulenten

Messetagen hatten sich die mehr als 2.200 internationalen

Hersteller von Produktionstechnik mit vollen Auftragsbüchern und

bester Stimmung aus Hannover verabschiedet – bis 2019.

„Mehr Geschäft, mehr Internationalität

und mehr Innovationen: Die

Messe hat einmal mehr ihre Position

als Weltleitmesse für die Metallbearbeitung

bewiesen“, resümierte Carl

Martin Welcker, Generalkommissar

der EMO Hannover 2017. Sie sei die

wichtigste Herstellermesse weltweit

und gebe den Takt für die globalen

Trends in der Produktionstechnik an.

Und sie treibe das Geschäft spürbar

voran: Laut Umfrage wollen die EMO-

Besucher in den kommenden 24 Monaten

mehr als 20 Mrd. € in Produktionstechnik

investieren. Allein in der

EMO-Woche wurden Verträge mit

einem Volumen von 8 Mrd. € unterzeichnet,

so die Veranstalter.

Mit ihrem Motto „Connecting systems

for intelligent production“ habe

die EMO Hannover den Nerv der Zeit

getroffen und vor allem Besucher aus

dem Ausland angezogen. Mit unterschiedlichem

Fokus spiegelten sich

im Angebot der meisten Aussteller

erstmals in großem Stil vielfältige Lösungen

zur Vernetzung, Applikationen

zur Datenanalyse und neue Services

wider. Da ging es um vernetzte

Systeme, auch zwischen verschiede-

nen Partnern, cloudbasierte Maschinenüberwachungssysteme,

Simulationssoftware,

Augmented Reality für

die Maschineninstandhaltung, Blockchain-Technologie

für sichere Datenübertragung,

neue Geschäftsmodelle

u.v.m.

Davon wollten sich vor allem die

ausländischen Besucher ein Bild machen.

Von den gut 130.000 Fachbesuchern

reiste mehr als die Hälfte aus

dem Ausland auf die EMO Hannover

und informierte sich über die Zukunft

der Produktion. 70 % der ausländischen

Gäste kamen aus Europa. Besonders

deutlich stieg die Zahl der

Fachbesucher aus Asien.

Schon jetzt blickt die Branche erwartungsvoll

auf 2019. „Die Themen

Digitalisierung und Vernetzung werden

uns auch in zwei Jahren noch intensiv

beschäftigen“, ist sich Generalkommissar

Welcker sicher. „Dann

werden wir sicher noch genauer wissen,

wo die Reise hingeht.“ Die EMO

Hannover 2019 findet vom 16. bis 21.

September 2019 statt. 2

Übersicht zum Messejahr 2018

Produkt- und prozessbezogen

Unabhängig von der nächsten EMO in Hannover – im Jahr 2019 (vgl. vorstehende Berichterstattung): Produkt- und/

oder prozessbezogen gibt sich auch das Messejahr 2018, wenn es um für die Stahldistribution wichtige Veranstaltungen

geht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind die entsprechenden Präsentationen nachfolgend chronologisch

aufgeführt. Über einige von ihnen wird die Redaktion des Stahlreport im Laufe des Jahres berichten:

z Baufachtage West (INDUSTRIAL BUIL-

DING; CONSTRUCT IT; aqua alta, Infra-

Tech), 10.-12.1.18, Essen

z SWISSBAU, 16.-20.1.18, CH-Basel

z NORTEC, Fachmesse für Produktion, 23.-

26.1.18, Hamburg

z LEARNTEC – Leitmesse für digitale Bildung,

30.1.-1.2.18, Karlsruhe

z METAV, Messe für Technologien der Metallbearbeitung,

20.-24.2.18, Düsseldorf

z INTERNATIONALE EISENWARENMESSE,

4.-7.3.18, Köln

z LogiMAT, Internationale Fachmesse für

Distribution/Intralogistik, 13.-15.3.18,

Stuttgart

z TUBE, Internationale Rohr-Fachmesse,

16.-20.4.18, Düsseldorf

z WIRE, Internationale Fachmesse für Draht

und Kabel, 16.-20.4.18, Düsseldorf

z PaintExpo, Weltleitmesse für industrielle

Lackiertechnik, 17.-20.4.18, Karlsruhe

z HANNOVER MESSE, u.a. mit der CeMAT

(Weltleitmesse der Intralogistik), Industrial

Supply (Leitmesse für innovative Zulieferlösungen

und Leichtbau), 23.-27.4.18,

Hannover

z Control, Internationale Fachmesse für

Qualitätssicherung, 24.-27.4.18, Stuttgart

z SurfaceTechnology (Fachmesse für Oberflächentechnik)/LASYS

(Fachmesse für

Laser-Materialbearbeitung)/CastForge

(Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile

mit Bearbeitung), 5.-7.6.18, Stuttgart

z CeBIT, Eventplattform und Festival für

digitale Technologie, 11.-15.6.18, Hannover

z ACHEMA, Weltleitmesse der Prozessindustrie,

11.-15.6.18, Frankfurt/Main

z INTERGALVA, Fachausstellung zum

Stückverzinken, 17.-22.6.18, Berlin

z Saw expo, Messeplattform für das Sägen,

19,-22.6.18, Augsburg

z Eurobike, Internationale Fahrradmesse,

30.8.-2.9.18, Friedrichshafen

z AMB, Messe für spanende und abtragende

Bearbeitung, 18.-22.9.18, Stuttgart

z Parts2clean, internationale Leitmesse für

industrielle Teile- und Oberflächenreinigung,

23.-25.10.18, Stuttgart

z Arbeitsschutz Aktuell, 23.-25.10.18, Stuttgart

z EuroBLECH, internationale Technologiemesse

für Blechbearbeitung, 23.-26.10.18,

Hannover

z Valve World Expo, internationale Fachmesse

für Armaturen, 27.-29.11.18, Düsseldorf

Stahlreport 11|17

37


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Es geht voran

Das Jahr 2017 verläuft für die deutsche Stahldistribution zu größten Teilen erfreulich. Nach einem

mengenmäßig eher durchschnittlichen Start ins Jahr konnte im März erstmals ein ungewöhnlich

hoher Lagerabsatz erzielt werden. Auch der Mai war außerordentlich gut. Die Sommermonate Juni,

Juli und August verliefen ebenfalls sehr passabel. Über ein Sommerloch konnte im Gegensatz zu

anderen Jahren nicht geklagt werden. Der Ende 2016 gestartete Preisaufbau hat sich in den ersten

Monaten des Jahres 2017 fortgesetzt und dann eine Pause eingelegt. Im Sommer zogen die Preise

dann bei allen Produkten wieder an, besonders kräftig bei Langmaterial.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis August 2017

vorliegenden Zahlen.

Lagerabsatz

Im Januar und Februar wurden jeweils

etwas mehr als 900.000 t. Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Das

Geschäft im März profitierte nicht

nur von einer guten Beschäftigungslage

der Kunden, sondern auch von

satten 23 Arbeitstagen. Es wurden

1,06 Mio. t. abgesetzt. Dies ist ein

Volumen, das letztmals im Mai 2011

erreicht wurde. Die Ausgleichsbewegung

folgte dann im April mit Ostern,

lediglich 18 Arbeitstagen und einem

Absatz von knapp 860.000 t. Trotz

der Feiertage konnten im Mai knapp

über 1 Mio.t. abgesetzt werden. Auch

der Juni und der Juli verliefen sehr

ordentlich. Dies lässt sich auch über

den August berichten. Es wurden

etwas über 974.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Dies sind

knapp 9 % mehr als im Vorjahresmonat.

Besonders dynamisch verliefen

in den ersten acht Monaten die Lagerabsätze

bei Betonstahl sowie Bandblech

und oberflächenveredeltem

Blech.

Das Geschäft bei Trägern und

Quartoblech gestaltete sich hingegen

schwächer als in der Vorjahresperiode.

Der Absatz von Stabstahl

zeigte sich stabil. Insgesamt wurde

bei Walzstahlfertigerzeugnissen in

den ersten acht Monaten des Jahres

2017 4,5 % mehr Menge als im Vorjahreszeitraum

abgesetzt. Sollte sich

dieser Trend in den kommenden Monaten

fortsetzen, könnte bis zum

Jahresende die beste Tonnage der

letzten fünf Jahre erzielt werden.

Lagerbestand

Nach dem üblichen Lagerabbau zum

Jahresende 2016 legten die Lagerbestände

im Januar und bei den meisten

Produkten auch im Februar 2017

spürbar zu. Schon im März kam es

zu einem Lagerabbau, der sich in

den Juni hinein fortsetzte. Im Juli

wurde ein leichter Lageraufbau beobachtet.

Im August wurden die Läger

dann kräftig zurückgefahren. Zum

Monatsletzten wurden von der deutschen

Stahldistribution 2,24 Mio. t

Walzstahlfertigerzeugnisse bevorratet.

Dies ist für Ende August ein

sehr niedriger Bestand. Er liegt knapp

5 % unter dem Wert, der vor zwölf

Monaten gemeldet wurde.

Lagerreichweite

Gute Lagerabsätze und sehr niedrige

Bestände führen zwangsläufig

zu einer niedrigen Lagerreichweite.

Sie lag im August bei 2,3 Monaten

bzw. 69 Tagen und damit gut 12 %

unter dem Vorjahreswert (vgl. Abbildung

1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der

starke Preisanstieg, der am Ende des

Jahres 2016 angefangen hatte, im

ersten Quartal 2017 fort. Dieser fiel

bei Flachprodukten sowie Quadratund

Rechteckrohren noch deutlich

ausgeprägter aus als bei Langprodukten.

Im Laufe des Frühjahrs ebbte

dieser Preisauftrieb von Produkt zu

Produkt unterschiedlich ab und es

wurden auch wieder fallende Preise

im Markt festgestellt. Im Sommer

zogen die Werkspreise, teilweise

sehr spürbar, wieder an. Diese Entwicklung

hat sich im September fortgesetzt.

Besonders stark war der

Preisaufbau diesmal bei Langprodukten

und nahtlosen Rohren. Auch

im Handel konnten Preissteigerungen

verzeichnet werden (vgl. Abbildung

2 und 3).

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

38

Stahlreport 11|17


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

91 96

99 101 96

92 140

89 90

90 93 90

92 92

94 98

86

120

68

100

81 84 78 78 75 84 78 72 78 69 99 78 81 69 84 72 72 75

80

60

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Aug.

2016

Sep.

2016

Okt.

2016

Nov.

2016

Dez.

2016

Jan.

2017

Feb.

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 11|17

39


BDS

Recht

BDS-Rechtsausschuss tagte bei den Deutschen Edelstahlwerken

Recht trifft Edelstahl

Nicht nur das Recht, sondern auch die Technik wurde vom BDS-Rechtsausschuss im

September unter die Lupe genommen, als die Schmolz + Bickenbach Edelstahl GmbH

zur Ausschusssitzung und anschließenden Werksbesichtigung bei der Deutschen

Edelstahlwerke Services GmbH nach Witten eingeladen hatte.

Bevor es mit der Werksbesichtigung

losging, befasste sich der Rechtsausschuss

des Bundesverbandes Deutscher

Stahlhandel (BDS) mit aktuellen

Rechtsfragen und neuesten Gesetzesentwicklungen.

Abmessungstoleranzen

Anlässlich einer aktuellen Anfrage widmete

sich der Rechtsausschuss der

Frage, ob bei Transporten mit Überbreite

die genehmigten Maximalbreiten,

zum Beispiel aufgrund zulässiger

Abmessungstoleranzen, geringfügig

überschritten werden dürfen.

Zu dieser Frage lag ein Gutachten

eines auf Fragen des Verkehrs- und Logistikrechts

spezialisierten Rechtsanwalts

vor, der darauf hingewiesen hatte,

dass die in § 22 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung

(StVO) vorgegebenen

Höchstbreiten keine Toleranzen zulassen.

Daher seien auch geringfügige

Überschreitungen der genehmigten

Überbreite unzulässig und bestünde

die Gefahr, dass Verstöße mit Bußgeldern

und Fahrverboten geahndet würden.

Andererseits wurde im Ausschuss

darauf hingewiesen, dass Normadressat

des betreffenden Absatzes des Paragrafen

in der Straßenverkehrsordnung

nur der Fahrer und der Halter des

jeweiligen Fahrzeuges seien, jedoch

nicht der Absender und der Verlader der

überbreiten Ladung. Verstöße gegen §

22 Abs. 2 StVO könnten deshalb nur als

Ordnungswidrigkeit nach § 23 Abs. 1

S. 2 StVO gegen den Fahrzeugführer

und § 31 Abs. 2 StVZO gegen den Halter

geahndet werden.

Insgesamt wird im Ausschuss die

Auffassung vertreten, dass bei überbreiten

Transporten auch der Absender

und Verlader größtmögliche Sorgfalt

lassen sollten, da zumindest für den

Bereich Ladungssicherung eine Tendenz

der Rechtsprechung zur Ausweitung

der Haftung zu beobachten sei.

Foto: BDS

Der BDS-Rechtsausschuss tagte im September bei den Deutschen Edelstahlwerken und

überzeugte sich im Anschluss über die Hightech-Produktion vor Ort.

US-Sanktionen gegen Russland

Weiterhin wurde im Ausschuss die

Frage angesprochen, welche Auswirkungen

die jüngsten US-Sanktionen

gegen Russland für den Stahlhandel

haben könnten.

Während zum Teil die Auffassung

vertreten wurde, dass die Auswirkungen

sehr begrenzt sein würden, wurden

sie von anderen Ausschussmitgliedern

als „kritisch“ angesehen, u.a. weil die

Sanktionen zu Schwierigkeiten bei der

Belieferung führen, Transportunternehmen

gegebenenfalls die Beförderung

verweigern und/oder Probleme mit Banken

und Versicherungen auftreten

könnten.

Wegen der großen Relevanz des

Themas wurde beschlossen, dass sich

der Rechtsausschuss im Rahmen der

nächsten Sitzung im Detail mit den Auswirkungen

der EU- und US-Russland

Sanktionen beschäftigt.

Wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit

von verbandlichen AGB

Zu diesem Tagesordnungspunkt erläuterte

Rechtsanwalt Tim Lieber von Henseler

& Partner Rechtsanwälte, ob und

inwieweit verbandliche Muster-AGB

kartellrechtich zulässig seien.

Lieber legte dar, dass auch nach der

5. GWB-Novelle Konditionenkartelle

und -empfehlungen nach der Gesetzesbegründung

gemäß Art. 81 Abs. 3

des EG-Vertrags grundsätzlich zulässig

sein sollten und sich der diesbezügliche

Gesetzeswortlaut – nunmehr

Art. 101 Abs. 3 des Vertrags über die

Arbeitsweise der Europäischen Union

(AEUV) – nicht geändert habe. Insoweit

verwies RA Lieber auf entsprechende

Fachaufsätze zu diesem Thema, unter

anderem von einer Regierungsrätin

im Bundeskartellamt in Bonn (Charlotte

Zapfe, Wirtschaft und Wettbewerb

(WuW) 2007, S. 1.230).

Andererseits verwies der Rechtsexperte

auf eine Entscheidung des OLG

Düsseldorf (Urteil vom 03.03.2004, VI-

Kart 22/00), in dem dieses den Gebrauch

der in einem Arbeitskreis von

KFZ-Speditionen ausgearbeiteten „Allgemeinen

Vertrags- und Haftungsbedingungen

für KFZ-Speditionen“ als

gemäß § 1 GWB a.F. verbotene Ver-

40 Stahlreport 11|17


haltensweise beurteilt habe. Lieber zufolge

bestehen jedoch Zweifel, ob dieses

Urteil verallgemeinert werden

könne, zumal seinerzeit besondere Umstände

vorlagen und seitdem – soweit

ersichtlich – keine gleichlautenden

Entscheidungen ergangen seien.

Das vom BDS herausgegebene

Fachbuch „Stahl-AGB“ unterliege laut

Lieber letztlich keinen kartellrechtlichen

Bedenken, da es lediglich unverbindliche

„Musterbedingungen“

enthält, die von einem externen

Rechtsanwalt erstellt wurden, in Form

von Broschüren ohne Empfehlungscharakter

veröffentlicht werden und

im Handel frei erhältlich sind.

Umsetzung der

Geldwäscherichtlinie

Nachdem sich der Rechtsausschuss

bereits im Juni 2017 mit dem damals

brandneuen Gesetz zur Umsetzung der

4. Geldwäscherichtlinie (GwG) beschäftigt

hatte, berichtete Ralf Oberhuber

von der Klöckner & Co. SE über die

Implementierung dieser gesetzlichen

Vorgaben bei der Klöckner & Co. SE.

Dabei nahm er insbesondere zu den

Verpflichteten nach dem GwG, Stellung

und legte dar, dass die Konzernunternehmen

wie die Klöckner & Co.

SE sowohl als „Finanzunternehmen“

(§ 2 Abs. 1 Nr. 6 GwG) als auch als

„Güterhändler“ (§ 2 Abs. 1 Nr. 16 GwG)

zur Geldwäschecompliance verpflichtet

sind.

Werksbesichtigung

Im Anschluss an die Sitzung lud die

Schmolz + Bickenbach Edelstahl GmbH

den Rechtsausschuss zu einer Besichtigung

der Produktion der Deutsche

Edelstahlwerke Services GmbH ein.

Nach Anlegung der für Juristen ungewohnten

Schutzkleidung und Schutzbrillen

– siehe Foto – wurden den

Damen und Herren vom Rechtsausschusses

eindrucksvoll vor Augen

geführt, mit welcher Präzision in Witten

aus „Schrott“ hochwertigste Stahlprodukte

hergestellt werden – für

„Schreibtischtäter“ ein Erlebnis der

besonderen Art. 2

BDS-Rohrtag 2018

Am 1. März 2018 veranstaltet der

BDS in Düsseldorf einen Fachtag rund

um das Thema Rohr. Im Fokus der Veranstaltung

stehen Experten, Referate

zur Marktentwicklung 2018 sowie zu

Normen und Anwendungen.

[ Info ]

Weitere Infos und Anmeldung unter

www.stahlhandel.com

Antidumpingzoll auf Flacherzeugnisse verschiedener Herkunftsländer

Verfahren gegen Serbien eingestellt

Die EU-Kommission hat mit Wirkung vom 7. Oktober 2017 einen endgültigen Antidumpingzoll auf die

Einfuhren von bestimmten warmgewalzten Flacherzeugnissen aus Eisen, nicht legiertem Stahl oder

anderem legiertem Stahl mit Ursprung in Brasilien, Iran, Russland und der Ukraine eingeführt.

Ausgenommen sind

zErzeugnisse aus nicht rostendem Stahl

oder kornorientiertem Siliciumelektrostahl

z Erzeugnisse aus Werkzeugstahl oder

Schnellarbeitsstahl

z Erzeugnisse, nicht in Rollen (Coils),

ohne Oberflächenmuster, mit einer

Dicke von mehr als 10 mm und einer

Breite von 600 mm oder mehr, sowie

z Erzeugnisse, nicht in Rollen (Coils),

ohne Oberflächenmuster, mit einer

Dicke von 4,75 mm oder mehr, aber

nicht mehr als 10 mm, und einer Breite

von 2.050 mm oder mehr.

Die von dieser Maßnahme betroffenen

Waren werden derzeit unter den KN-

Codes 7208.10.00, 7208.25.00,

7208.26.00, 7208.27.00, 7208.36.00,

7208.37.00, 7208.38.00, 7208.39.00,

7208.40.00, 7208.52.10, 7208.52.99,

7208.53.10, 7208.53.90, 7208.54.00,

7211.13.00, 7211.14.00, 7211.19.00,

ex 7225.19.10 (TARIC-Code 7225191090),

7225.30.90, ex 7225.40.60 (TARIC-Code

7225406090), 7225.40.90, ex 7226.19.10

(TARIC-Code 7226191090), 7226.91.91

und 7226.91.99 eingereiht.

Neue ausführende Hersteller in Brasilien

können beantragen, dass sie in

die Liste der mitarbeitenden Unternehmen

aufgenommen werden, die

nicht in die Stichprobe einbezogen

wurden und für die daher der gewogene

durchschnittliche Zollsatz der

Unternehmen in der Stichprobe in Höhe

von 55,8 €/t Nettogewicht gilt. Voraussetzung

hierfür ist, dass die betroffene

Ware im Untersuchungszeitraum (1. Juli

2015 bis 30. Juni 2016) nicht in die

Union ausgeführt wurde, der Hersteller

nicht mit einem Ausführer oder

Hersteller in Brasilien verbunden ist,

die den eingeführten Antidumpingmaßnahmen

unterliegen, sowie dass

die betroffene Ware nach dem Untersuchungszeitraum

tatsächlich in die

Union ausgeführt wurde.

Die zollamtliche Erfassung der Einfuhren

der betroffenen Waren mit Ursprung

in Russland und Brasilien

(Durchführungsverordnung (EU)

2017/5) wird ohne rückwirkende Erhebung

von Zöllen beendet.

Das Antidumpingverfahren, das

Einfuhren der betroffenen Waren mit

Ursprung in Serbien betrifft, wird eingestellt.

2

[ Quelle ]

GTAI und Durchführungsverordnung

(EU) 2017/1795 der

Kommission vom

5. Oktober 2017;

ABl. L 258 vom

6. Oktober 2017,

S. 24.

Stahlreport 11|17

41


Verbände

und Politik

Berichte

Fotos, 2: Katja Velmans, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

bei seiner Rede anlässlich des 100-jährigen

Jubiläums des MPI für Eisenforschung.

Professor Gerhard Dehm, Professor Dierk Raabe, beide Direktoren am MPIE, Oberbürgermeister

Thomas Geisel, Annette Storsberg (Staatssekretärin im NRW-Ministerium für

Kultur und Wissenschaft), Professor Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-

Gesellschaft, parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel und Hans-Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl (v.l.) beim Festakt des MPI für Eisenforschung.

Jubiläumsthemen im Max-Planck-Institut für Eisenforschung

Aus der Vergangenheit in die Zukunft

Das Düsseldorfer Max-Planck-Instituts für Eisenforschung ist 100 Jahre alt geworden. Zum Festakt aus

diesem Anlass empfing das MPIE Anfang Oktober rund 500 Gäste, u.a. hohen Besuch aus Politik, Forschung

und Industrie. Dabei wurde in zahlreichen Statements deutlich, dass und warum es um Wege

aus der Vergangenheit in die Zukunft geht.

„Wissenschaftliche Exzellenz

wird nicht vererbt, sondern jeden

Tag neu erarbeitet“, betonte Professor

Dierk Raabe, Direktor am Institut,

in seiner Grußrede. Was das

bedeutet, hatte die Forschungseinrichtung

kurz vorher beispielhaft

bei einer Veranstaltung zur Datenauswertung

in der Stahlproduktion

gezeigt (vgl. Kasten).

Die Max-Planck-Institut für Eisenforschung

GmbH (MPIE) betreibt

Grundlagenforschung an Hochleistungsmaterialien,

insbesondere metallischen

Legierungen und verwandten

Werkstoffen. Ziel ist es,

Fortschritte auf den Gebieten der

Mobilität, Energie, Infrastruktur,

Medizin und Sicherheit zu erreichen.

Das MPIE wird von der Max-Planck-

Gesellschaft und dem Stahlinstitut

VDEh finanziert. Auf diese Weise

verbinden sich erkenntnisorientierte

Grundlagenforschung mit innovativen,

anwendungsrelevanten Entwicklungen

und Prozesstechnologien.

Stahlforschung

Statements

„Stahl ist der Grundstoff für alles,

was wir uns für die Zukunft vornehmen.

Und da spielt das Institut in

der Nähe der Orte wo Stahl produziert

wird, in Verbindung der Hochschulen

des Landes, eine Schlüsselrolle“,

so NRW-Ministerpräsident

Armin Laschet während seiner Rede

zum 100-jährigen Jubiläum.

Thomas Rachel, parlamentarischer

Staatssekretär beim Bundes-

Zeitnah Zahlen auswerten

Big Data und Industrie 4.0 sind gesellschaftliche bzw. wirtschaftliche Megatrends.

Welchen Beitrag die Wissenschaft dazu zeitnah leisten kann,

machte im September ein Pressegespräch im Max-Planck-Institut für Eisenforschung

am Beispiel Stahl deutlich. Es fand im Rahmen der Feierlichkeiten

zum 100-jährigen Institutsjubiläum des MPIE statt.

Dabei wurde auch klar, dass für die Werkstoffforschung Datensammlung

und -auswertung bereits seit den 90-er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts

zu den zentralen Themen gehörten. Dabei komme Deutschland zugute,

dass an diesem Standort beispielsweise führende Stahlproduktion

auf exzellente mathematische Möglichkeiten treffe. So sei früh ein

Paradigmenwechsel möglich gewesen, statistische Methoden nicht aufzusetzen,

sondern zu leben. Von diesem „deep learning“ habe die Werkstoffforschung

nicht nur im MPIE lange vor der aktuellen Digitalisierungsdebatte

profitiert.

Nun komme es darauf an, Forschung und Industrie noch näher zusammen

zu bringen und den bereits vorhandenen hohen Grad an Automatisierung

sinnvoll zu nutzen.

42 Stahlreport 11|17


ministerium für Bildung und Forschung,

bekräftigte: „Innovationen

sind der Schlüssel für eine erfolgreiche

deutsche Stahlindustrie. Neue

Stahlsorten, völlig neue Arten von

Stählen und innovative Verarbeitungsverfahren

ermöglichen verbesserte

Einsatzmöglichkeiten und völlig

neue Anwendungsfelder. Das

Max-Planck-Institut für Eisenforschung

leistet hierzu entscheidende

Beiträge.“

Internationalität

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Max-Planck-Instituts kommen

aus insgesamt 30 Ländern. Das

passt sehr gut zu einer Stadt wie

Düsseldorf, die an der Internationalität

kaum zu überbieten ist. Es leben

in dieser Stadt Menschen aus über

180 Nationen“, so Oberbürgermeister

Geisel.

Professor Martin Stratmann, Präsident

der Max-Planck-Gesellschaft

und gleichzeitig ehemaliger Direktor

des MPIE, betonte: „Das MPIE

ist ein Institut mit enormer Ausstrahlung,

was auch das letzte Humboldt-Ranking

gezeigt hat“.

Das Humboldt-Ranking zeigt die

Anzahl der Gastwissenschaftler an

einer Institution, wobei die Forscher

sich ihr Gastinstitut innerhalb

Deutschlands selbst aussuchen können.

Industriestandort

„Deutschland ist ein starker Industriestandort,

gegründet auf stahlintensiven

Wertschöpfungsketten. Der

Erfolg von Stahlprodukten ‚Made in

Germany‘ beruht auch im digitalen

Zeitalter auf der Innovationskraft

der Unternehmen und der mit ihnen

verbundenen Forschungs- und Entwicklungslandschaft.

Ich freue mich

daher besonders, dass wir heute ein

Kernstück dieses Erfolgsmodells feiern

können", so Hans-Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. 2

Auslobung

Bauen mit Stahl lohnt sich

Der Preis des Deutschen Stahlbaues 2018 ist ausgelobt worden,

ebenso wie dessen Förderpreis und der DASt-Forschungspreis.

Das hat das Bauforum Stahl bekanntgegeben.

Das bauforumstahl (BFS) will

das Bauen mit Stahl fördern und ist

ein Forum rund um Architektur, das

ressourceneffiziente und wirtschaftliche

Planen und Bauen sowie das

Normenwesen. BFS repräsentiert

rund 500 Mitglieder entlang der

gesamten Prozesskette des Stahlbaus.

Preis des Deutschen Stahlbaues

Der Wettbewerb um den Preis des

Deutschen Stahlbaues 2018 richtet

sich an Architekten, Architektengemeinschaften

und Architekten/Ingenieurgemeinschaften.

Die Jury bewertet

seit 2015 fertiggestellte Bauwerke

aus dem Hoch- und Brückenbau sowie

Objekte aus dem Bauen im Bestand

nach Gesichtspunkten der Gestaltung,

Einbindung in die Umgebung,

Nachhaltigkeit und der Materialechtheit.

Im Rahmen des Preises des Deutschen

Stahlbaues wird auch der Sonderpreis

des Bundesministeriums

für Umwelt, Naturschutz, Bau und

Reaktorsicherheit (BMUB) vergeben.

Er honoriert neben der architektonischen

Gestaltung vor allem

den sparsamen Einsatz von Ressourcen.

Förderpreis des Deutschen

Stahlbaues

Für den Förderpreis des Deutschen

Stahlbaues 2018 und den DASt Forschungspreis

werden fortschrittliche

und zukunftsweisende Ideen

und Lösungen mit Stahlkonstruktionen

auf den Gebieten des Hoch- und

Brückenbaus und der Forschung

gesucht, die seit 2015 an Hoch- oder

Fachhochschulen erarbeitet worden

sind (z.B. Semester-, Diplom-, Bachelor-

oder Masterarbeiten).

Die beim Förderpreis seit 2016

neue Kategorie DASt-Forschungspreis

legt einen verstärkten Fokus

auf wissenschaftliche Arbeiten und

deren Ergebnisse.

Die Auslobungen richten sich an

Studierende und Absolvierende der

Architektur, des Baubetriebs und

des konstruktiven Ingenieurbaus an

deutschen Universitäten, Hoch- und

Fachhochschulen sowie an deutsche

Staatsangehörige, die an einer entsprechenden

ausländischen Einrichtung

studieren. Es können sich sowohl

Einzelpersonen als auch

Arbeitsgemeinschaften beteiligen.

Bewertet wird auf der Basis einer

Tarnzahl.

Preisgelder und Details

Das Preisgeld beim Preis des Deutschen

Stahlbaues beträgt insgesamt

14.000 €. Der Förderpreis ist mit insgesamt

8.000 € dotiert. Der Einreichungsschluss

ist im ersten Fall der

19.2.18. Die Anforderung der Tarnzahl

muss bis 14.2.18 erfolgen und

die Abgabe der Unterlagen bis 5.3.18.

Die Preisverleihungen finden am

12. Oktober 2018 auf dem Tag der

Stahl.Architektur in Duisburg statt.

[ info ]

Weitere Informationen und die Anmeldeunterlagen

befinden sich unter

www.bauforumstahl.de/

preis-des-deutschen-stahlbaues bzw.

www.bauforumstahl.de/

foerderpreis-des-deutschen-stahlbaues.

Stahlreport 11|17

43


Verbände

und Politik

Berichte/Nachrichten

12. MBI Stahl Tag 2017:

Das Verstehen der Stahlmärkte

ist komplizierter geworden

Aktuelle Entwicklungen auf den Stahl- und Rohstoffmärkten, die Aussichten der wichtigsten

stahlverarbeitenden Wirtschaftszweige, die Handelspolitik sowie die möglichen Auswirkungen von

Zusammenschlüssen auf der Stahlherstellerseite, die Digitalisierung und mögliche Folgen eines

Brexit. Das u.a. waren Mitte Oktober Themen, als zum zwölften Mal die von MBI, Martin Brückner

Infosource (vormals Dow Jones), organisierte Branchenveranstaltung in Frankfurt/Main stattfand:

Der MBI Stahl Tag 2017 präsentierte komplizierter gewordene Stahlmärkte.

Die zweitägige Veranstaltung

wurde von BDS-Vorstand Oliver

Ellermann und von Jörg Feger

moderiert, der beim Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS)

den Bereich Research leitet. Für

den Stahlreport hat er die folgenden

Schwerpunkte des Stahl Tages

zusammengefasst:

Volatilität und Konzentration

Zur Frage von Stahlpreisentwicklungen

stellte Andreas Schneider,

Geschäftsführer von Stahlmarkt Consult,

fest, dass es mittlerweile die verschiedensten

Einflüsse auf Stahlpreisentwicklungen

gibt, die nicht immer

leicht zu greifen seien. Die alte Preisbildungsmethode

vom Wechselspiel

zwischen Angebot und Nachfrage sei

zurzeit nicht mehr verlässlich. Andere

Faktoren seien auf den Markt getreten.

Auch sei stark zwischen den einzelnen

Produkten sowie Spotmarktgeschäften

und Langzeitkontrakten zu

unterscheiden.

Exemplarisch hob er zwei, besonders

in diesem Jahr preisbeeinflus-

Die Botschaft für das Jahr 2018 lautet wie

folgt: Man weiß es nicht. Man muss die

Märkte ständig beobachten, meint

Andreas Schneider.

Er sprach beim MBI Stahl Tag vor aufmerksamen Zuhörern.

Fotos, 2: BDS/MBI

44 Stahlreport 11|17


sende Parameter hervor: die Entwicklungen

in China und Antidumpingmaßnahmen

der EU.

z Anfang des Jahres sei für China noch

eine Rohstahlproduktion auf dem Niveau

des Jahres 2016 erwartet worden.

Nun sei mit einem, zumindest

statistischen, Wachstum von über

10 % zu rechnen. Gleichzeitig habe

man zwar auch Kapazitäten vom Netz

genommen, diese seien aber in den

Vorjahren gar nicht erfasst worden

und wirkten somit statistisch nicht

schmälernd.

z Aufgrund von Antidumpingzöllen,

die durch die EU-Kommission erlassen

wurden, würden 2017 nur sehr

geringe Mengen aus China in die EU

importiert. Zwar hätten die Einfuhren

aus Ländern wie Indien, der Türkei

und auch Ägypten zugenommen.

Dennoch sei in der EU ein wesentlich

niedrigerer Importdruck spürbar.

Kurzfristig erwartet Schneider keine

direkten Einflüsse durch das zu erwartende

Zusammengehen der europäischen

Stahlsparten von Tata und

ThyssenKrupp sowie durch die Entwicklungen

bei Ilva. Auf mittelfristige

Sicht sei aber mit weniger Wettbewerbsdruck

auf der Produzentenseite

bei Flachprodukten zu rechnen.

Für Stahleinkäufer erwartet

Schneider eine weiterhin hohe Volatilität

bei den Stahlpreisen, die immer

schwieriger vorherzusehen sein werde.

Eine laufende Beobachtung der Märkte

und Risikoabsicherungen seien daher

unerlässlich.

Überkapazitäten und

Handelspolitik

Aus Sicht der Wirtschaftsvereinigung

Stahl erwartet deren Geschäftsführer,

Dr. Martin Theuringer, eine leichte

Erholung der Marktversorgung in der

EU in diesem und im nächsten Jahr.

Mit einem Wachstum von 2 % auf

159 Mio. t in 2017 und von 1 % auf

161 Mio. t in 2018 sei zu rechnen.

Dennoch sei nicht von einer nachhaltigen

Erholung auf den europäischen

Stahlmärkten auszugehen.

Die jüngsten Kapazitätsstillegungen

in China seien zwar zu begrüßen,

dennoch lägen die Überkapazitäten

im Reich der Mitte immer noch

bei knapp 240 Mio. t. Die EU müsse

weiterhin handelspolitische Instrumente

konsequent anwenden. Von

der G20 erhofft sich Theuringer, dass

marktwirtschaftliche Anpassungsprozesse

in der globalen Stahlindustrie

gestärkt werden.

Stahlnachfrage und Risiken

Ein positives Bild für den globalen

Stahlverbrauch zeichnete Dr. Heinz-

Jürgen Büchner, Managing Director

Industrials, Automotive & Services

bei der IKB Deutsche Industriebank

AG.

So wachse die weltweite Nachfrage

an Automobilen. Produktionszuwächse

seien zu erwarten. Der Maschinenbau

gestalte sich ebenfalls

positiv. Auch auf die Bauindustrie

warteten weltweit Wachstumsimpulse.

Gerade in Asien, aber auch im

südlichen Afrika und Südamerika,

sei mit der Entstehung weiterer Megacities

zu rechnen. Dieser ungebrochene

Trend zur Urbanisierung sei

zwangsläufig stahlintensiv.

Als zurzeit noch nicht abschließend

einschätzbares Risiko für die

europäische Stahlindustrie sah Büchner

die Themen Brexit sowie den zunehmenden

Protektionismus durch

die Trump-Administration. 2

125 Jahre VDMA

Mit einer großen Festveranstaltung hat der Verband Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA) Mitte Oktober in Berlin sein 125-jähriges Bestehen

gefeiert. Eingeladen zu diesem Maschinenbau-Gipfel war auch Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier. Der VDMA, der zuletzt wieder über verbesserte

Konjunkturdaten berichten konnte, vertritt mehr als 3.200 Mitgliedsunternehmen

der vorwiegend mittelständisch geprägten Branche. Mit aktuell mehr

als 1 Mio. Beschäftigten und einem 2016 realisierten Umsatz von etwa

220 Mrd. € ist der Maschinenbau einer der führenden deutschen Industriezweige

insgesamt.

Jahrestagung der BDSV

Zum Jubiläum nach

Dortmund

Die Jahrestagung der BDSV, der

Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling-

und Entsorgungsunternehmen,

am 29./30.11.17 in Dortmund, steht in

diesem Jahr in einem besonderen

Rampenlicht: Deutschlands nach eigenen

Angaben größter Stahlschrott-Verband

feiert sein 20-jähriges Jubiläum.

Gleichwohl ist der Blick insbesondere

in die Zukunft gerichtet. So erwartet

die über 500 angemeldeten Mitglieder

und Gäste ein entsprechendes Fachprogramm

mit Rednern aus Politik und

Wirtschaft:

z Redner im Forum I ist Dr. Helge Wendenburg,

Ministerialdirektor im Bundesministerium

für Umwelt, Naturschutz,

Bau und Reaktorsicherheit. Er

wird zum Thema „Recycling in

Deutschland – eine Bilanz“ reden und

sich anschließend der Diskussion

stellen.

z Im Forum II wird BDSV-Vizepräsident

Stephan Karle den Re-Design der Außendarstellung

der BDSV präsentieren.

Im Vordergrund stehen dabei die

ersten Ergebnisse der neuen BDSV-

Webseite sowie die neue Positionierung

der BDSV.

Nach der in die Jahrestagung eingebetteten

Mitgliederversammlung steht der

Gastvortrag von Frank Schulz, Vorsitzender

der Geschäftsführung der ArcelorMittal

Germany Holding GmbH, zum

Thema „Stahlstandort Deutschland –

mit guter Zukunft?“ auf dem Programm.

In einer abschließenden Talkrunde

wird BDSV-Präsident Andreas

Schwenter sein zweites Präsidentschaftsjahr

und die Fachtagung resümieren.

Zum Rahmenprogramm der Jahrestagung

gehören 45 Austeller aus den Bereichen

Klein- und Großgeräte, Analysegeräte

sowie Software für die

Recycling-Branche. Höhepunkt der Jahrestagung

soll der Unternehmerabend

im neuen Deutschen Fußballmuseum

werden.

Stahlreport 11|17

45


Verbände

und Politik

Nachrichten

Quellen, 2: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Ausgezeichnete Brücke in Stahl-Verbundfertigteilbauweise.

Brücke geschlagen

Ausgezeichnete werben für den Stahl-Innovationspreis

Eine Verbindung besonderer Art

haben jetzt die Vermarkter des Stahl-Innovationspreises

2018 geschlagen und an einen

Brückentyp erinnert, der früher mit eben dieser

Auszeichnung bedacht worden war. Die

SSF-Ingenieure aus München hatten damals

einen standardisierten Brückentyp aus Stahl-

Verbundfertigteilen (VFT ® ) entwickelt – und

haben bis heute Erfolg damit.

Anders als bei üblichen Bauverfahren erhalten

die Stahlträger bereits im Bauteilwerk einen

Betonobergurt im Erstverbund, der später auf

der Baustelle als Schalung für die Ortbetonplatte

dient. Die neue Verbundbrücke setzt

nach Überzeugung der Beteiligten Maßstäbe

bei Spannweiten und Schlankheiten im Verbundbau

sowie bei der Minimierung von Verkehrsbehinderungen

in der Bauphase.

Und jetzt ist es wieder so weit: Zum elften

Mal loben Unternehmen der Stahlindustrie

in Deutschland den Stahl-Innovationspreis

aus, um Innovationen aus diesem Werkstoff

eine Bühne zu bieten. Ingenieure, Architekten,

Designer, Handwerker, Forscher und Erfinder

können sich mit kreativen Ideen am

Stahl-Innovationspreis 2018 beteiligen. Den

Gewinnern winken Preisgelder von insgesamt

60.000 € und die Bekanntmachung

ihrer Innovationen in der Öffentlichkeit.

So bestätigt Christian Schmitt, Vorstand der

SSF Ingenieure AG aus München: „Die Verleihung

des Stahl-Innovationspreises war

ein signifikanter Meilenstein für die erfolgreiche

Verbreitung von Brücken in VFT-Bauweise.“

Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist kostenfrei.

Die Unterlagen können bei der Wirtschaftsvereinigung

Stahl in Düsseldorf angefordert

werden. Einsendeschluss ist der

26.1.18. Die Preisverleihung findet am

13.6.18 in Berlin statt.

[ INFO ]

Weitere Informationen stehen im Netz unter

www.stahl-innovationspreis.de.

Strompreis thematisiert

Bündnis fordert

faire Energiewende

Auf einer Veranstaltung des „Bündnis

faire Energiewende“ – einem Zusammenschluss

von sieben Verbänden mittelständischer

Branchen mit insgesamt etwa

10.000 Mitgliedsunternehmen – Mitte Oktober

in Düsseldorf waren sich nach Einschätzung

des BDG alle Diskutanten und

Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

darüber einig, dass der Strompreis

inklusive Abgaben in Deutschland

dringend gesenkt werden müsste. Es sei

erneut deutlich geworden, dass die Belastungen

durch die hohen Umlagen auf den

Strompreis nicht länger tragbar sind.

In Vorträgen von Prof. Dr. Dieter Oesterwind

(Hochschule Düsseldorf), Dr. Patrick

Graichen (Direktor Agora Energiewende,

Berlin) sowie Michael Geßner (Leiter der

Abteilung für Energiewirtschaft, Kerntechnik

und Bergbau im nordrheinwestfälischen

Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung

und Energie) war das Thema

zunächst aus verschiedenen Perspektiven

beleuchtet worden. An der anschließenden

Podiumsdiskussion nahmen zusätzlich zu

den Referenten Bernd H. Williams-Book

(Ortrander Eisenhütte GmbH) als Vertreter

der mittelständischen Industrie sowie Dr.

Michael Pahle (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung)

und Dr. Thilo Schäfer (Institut

der Deutschen Wirtschaft, Köln) teil.

Moderiert wurde die Veranstaltung von

Franz Lamprecht, Chefredakteur der Fachzeitschrift

Energiewirtschaftliche Tagesfragen.

Aus der Sicht der Unternehmen hätten die

EEG-Kosten und die übrigen Umlagen auf

der Stromrechnung vor allem für mittelständische

Industrieunternehmen bereits

jetzt die Grenze des Erträglichen weit überschritten.

Die hohe Belastung der Betriebe

und die Ungewissheit über die weitere Entwicklung

führten dazu, dass notwendige Investitionen

nicht getätigt und dringend benötigte

Mitarbeiter nicht eingestellt

würden.

Der an der Veranstaltung beteiligte Bundesverband

der Deutschen Gießerei-Industrie

(BDG) vertritt die Interessen von rund 600

Eisen-, Stahl- und Nichteisen-Metallgießereien

mit ca. 80.000 Mitarbeitern. Die Gießerei-Industrie

ist überwiegend mittelständisch

strukturiert. Der BDG arbeitet eng mit dem

technisch-wissenschaftlichen Verein Deutscher

Giessereifachleute (VDG), der Wirtschaftsvereinigung

Metalle (WVM) und der

Forschungsvereinigung Gießereitechnik

(FVG) zusammen

46 Stahlreport 11|17


Cutting Award

Schneidforum lädt Auszubildende zum Wettbewerb ein

Auszubildende, die Spaß am Schneiden

mit CNC-gesteuerten Anlagen haben,

können sich bis zum 30.11.17 beim Solinger

Schneidforum zu einem Wettbewerb anmelden.

Es winken Preise im Gesamtwert von

über 10.000 €.

Der Anbieter dieses CUTTING AWARD ® , die

Schneidforum Consulting GmbH & Co. KG,

meint dazu: Die Herausforderungen beim

Schneiden von Stahl, Metallen, Kunststoffen

und sonstigen Stoffen werden viel zu oft unterschätzt.

Vor allem, wenn neben ökonomischen

und ökologischen auch qualitative

Gesichtspunkte beim Zuschnitt zugrunde

gelegt werden. Das Optimum aus diesem

Fertigungsprozess werden Unternehmen allerdings

immer nur dann ausschöpfen, wenn

sie rechtzeitig den Grundstein für eine gute

Mitarbeiterausbildung und Nachwuchsförderung

gelegt haben.

In diesem Wettbewerb sollen nach Zeichnungsvorgabe

Zuschnitte mit wahlweise

einem der folgenden Schneidverfahren hergestellt

werden:

Foto: Schneidforum

Siegerteile des Cutting Award 2016: v.l.n.r. – Wasserstrahlzuschnitt, Brennteil, Plasmazuschnitt, Laserteil

z Brennzuschnitt eines Stahlteils

z Laserzuschnitt aus Aluminium

z Plasmazuschnitt aus Edelstahl

z Wasserstrahlteil aus Acyrl-Kunststoff

Die Verantwortlichen für die drei besten Zuschnitte

in jeder Disziplin gewinnen attraktive

Preise – beispielsweise Tablett-PCs, Fitness-Armbanduhren,

Teilnahmekarten für

den Kongress und vieles mehr. Auch für die

Sieger-Unternehmen lohnt sich die Teilnahme:

Die Prämierung erfolgt schließlich

am 19.04.18 während des Deutschen

Schneidkongresses ® im Congress Center

der Messe Essen.

[ Info ]

Infos zum Deutschen Schneidkongress

und der Cutting World gibt es unter:

www.schneidkongress.de

Stuttgarter Säge-Tagung 2017

Werkzeugherstellung, Digitalisierung und Neuentwicklungen aus der Forschung im Mittel

Am 15. November 2017 veranstaltet

das Fraunhofer IPA die nun bereits 3. Stuttgarter

Säge-Tagung. In insgesamt 16 Vorträgen

geben Branchenexperten Einblicke in aktuelle

Themen aus den Bereichen Sägen,

Sägeprozesse und damit verbundenen Gebieten.

Sowohl Kreis- als auch Bandsägen für unterschiedliche

Anwendungen stehen dabei im

Fokus.

In diesem Jahr stehen die drei Themen Innovation

für die Werkzeugherstellung, Digitalisierung

bzw. Industrie 4.0 in der Sägemaschine

und Neuentwicklungen aus der

Forschung im Vordergrund der Tagung.

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 ist für die

digitale Vernetzung der Sägebranche beispielsweise

die Vernetzung der Sägemaschinen

relevant – mitsamt der zugehörigen Lagertechnik

oder die Nutzung und

Überwachung von Prozessdaten. Sönke Krebber

von der KASTO Maschinenbau GmbH

stellt auf der Sägetagung aktuelle Lösungen

im Bereich der Sägemaschinen dar. Bruno De

Bock geht als Vertreter von MechaLogix auf

den aktuellen Stand bei der Verwertung von

Nutzdaten zur Werkunterstützung und Prozessoptimierung

ein. Die Vernetzung unterschiedlicher

Maschinentypen für eine ganzheitliche

Fertigung von Halbzeugen bzw.

Bauteilen ist das Thema von Dr. Dietrich von

der Trennjaeger Technik GmbH.

Erfolgreiche Sonderlösungen bzw. Alternativen

zur konventionellen Sägetechnik, um

Kunden für alle Anwendungen eine attraktive

Lösung bieten zu können, zeigen Arnold Fössl

(HAGE Sondermaschinenbau) und Manuel

Möck (Walter Möck GmbH) zeigen e.

Weitere Themen sind die Fertigung von Sägewerkzeugen

(Max Cl. Jungeblodt von der

IDEAL-Werk GmbH), das Beschichten von Sägewerkzeugen

(Dr. Andreas Lümkemann,

PLATIT AG) wie auch die aktuellen Entwicklungen

im Bereich von Bandsägewerkzeugen

(Dr. Patrick Gleim, WIKUS-Sägenfabrik).

Zusätzlichen werden von den Unternehmen

Alesa Maschinen AG (Schleifmaschinen für

Kreissägewerkzeuge), RTE Akustik + Prüftechnik

GmbH (Akustische Qualitätsprüfung)

und iBlade® GmbH (Automatisches Vermessen

von Sägewerkzeugen) neue und innovative

Produkte für die Herstellung und Qualitätssicherung

in der Sägenfertigung

vorgestellt.

Aus dem Bereich Forschung sprechen das

Fraunhofer IPA, die Technische Universität

(TU) Dortmund und das Laserzentrum Hannover

über aktuelle Ergebnisse der eigenen Forschung

zum Thema Sägen. Im Vordergrund

stehen neue Ansätze in der Werkzeug- und

Maschinenentwicklung.

Parallel zur Veranstaltung wird auch in diesem

Jahr eine Hausmesse stattfinden.

[ Info ]

Weitere Informationen und den Link zur

Anmeldung sind unter www.saegen-stuttgart.de

zu finden.

Stahlreport 11|17

47


Lifesteel

Bericht

Foto: WZV/umlaut

Muskelkraft statt Pferdestärke: Karl Freiherr von Drais brachte mit seiner

Laufmaschine den Individualverkehr ins Rollen.

Foto: WZV/taborsky

Ebenso kurios wie unfallträchtig: Beim Hochrad wurde das Vorderrad bis auf

1,5 m vergrößert, das Hinterrad im Gegenzug ständig verkleinert.

Edelstahl Rostfrei bringt Fahrrad auf Touren

Von der Draisine zum Lebensgefühl

Das Mobilitätskonzept der Zukunft begann vor 200 Jahren – auf zwei Rädern, die an einem Längsbalken

mit Sattel befestigt waren. Mit der Erfindung seiner Laufmaschine, der Urform des heutigen Fahrrads,

brachte Karl Freiherr von Drais anno 1817 den Individualverkehr ins Rollen. Eine Schlüsselrolle in heutigen

Konstruktionen spielt Edelstahl Rostfrei. Ob Renn-, Falt-, Touren-, Lasten- oder Liegerad, Mountain- oder

EBike: Konstruktionen aus Edelstahl gewährleisten für Jahrzehnte das optimale Zusammenspiel von

Stabilität, Fahrverhalten, Komfort und Sicherheit. Da ist man sich beim zuständigen Warenzeichenverband

sicher und auch andere Akteure haben das Thema in diesem Jahr aufgegriffen (vgl. Kästen).

Als Antwort auf das menschliche

Urbedürfnis nach Mobilität

gelang Karl Drais eine Erfindung, die

ebenso einfach wie genial war: Er

setzte auf Muskelkraft statt Pferdestärke,

um auf Touren zu kommen.

Die ausgeklügelte Konstruktion seiner

Draisine mit zwei hintereinander

angeordneten 27-Zoll-Rädern ermöglichte

es, sich abwechselnd mit den

Füßen abzustoßen und rollen zu lassen.

Dank beweglichem Vorderrad

und einer weit vorne gelagerten Lenkung

ließ sich die nur 20 kg schwere

Holzkonstruktion sogar ohne allzu

große Kraftanstrengung bewegen. So

erreichte Karl Drais mit seiner Laufmaschine

auf der knapp 14 km langen

Jungfernfahrt eine Durchschnittsgeschwindigkeit

von 15 km/h.

Die anfängliche Begeisterung der

Weltöffentlichkeit verlor jedoch schnell

wieder an Tempo: Als Fortbewegungsmittel

für die einfache Bevölkerung

war das Gefährt schlicht unerschwinglich.

Lediglich für Adel und wohlhabendes

Bürgertum wurde die Draisine

zum international begehrten Freizeitund

Sportgerät.

Zu erster Blüte kam die Erfindung von

Drais erst 50 Jahre später. Auf der Pariser

Weltausstellung stellte der Franzose

Pierre Michaux sein aus Gusseisen gefertigtes

Vélocipède mit Tretkurbel vor –

den Vorläufer der heutigen Pedalkonstruktion.

Um diese Lösung mehr auf

Schwung zu bringen, wurde in den Folgejahren

der Durchmesser des Vorderrads

bis auf 1,5 m vergrößert und das

Hinterrad im Gegenzug stetig verkleinert:

So entstand das ebenso kuriose

wie unfallträchtige Hochrad. Doch schon

bald beendeten die Erfindung des Kettenantriebs,

der die Kurbeldrehung auf

das Hinterrad übersetzte, und zwei gleich

große Räder das Risiko, öffentlichkeitswirksam

tief zu fallen.

Zugleich war mit diesem Sicherheitsniederrad

die bis heute gültige

Fahrradform gefunden worden. Mit der

Einführung des aus zwei Dreiecken gebildeten

Diamantrahmens im Jahr 1890

wurde die noch heute am weitesten

verbreitete Rahmenform etabliert.

Um die Jahrhundertwende war die

Nutzung des Fahrrads ein Massenphänomen,

das nach und nach die ganze

Welt eroberte: So wurden 1927 fast

drei Millionen Fahrräder allein in

Deutschland produziert. Durch die rasant

ansteigende Popularität von Auto

und Motorrad bekam dieser Boom jedoch

gefährlichen Gegenwind.

Mit Beginn des Wirtschaftswunders

nach dem Zweiten Weltkrieg galt

das Fahrrad plötzlich als Arme-Leute-

Gefährt. Doch es bekam erneut die

Kurve: Puky-Räder als begehrtes Kinderspielzeug,

die Erfindung des Klapprads

zur Ergänzung des geliebten Autos

und die sogenannten Bonanzaräder mit

hochgezogenen Lenkergriffen und bananenförmigem

Sattel brachten das

Fahrrad langsam aber sicher wieder

auf Kurs. Mit Mountainbikes, Trekking

und Rennradwelle sowie wachsendem

Umweltbewusstsein in den 1970er und

80er-Jahren nahm die Freude am Zweirad

wieder zunehmend an Fahrt auf.

Heute ist die geniale Erfindung von

Karl Drais Ausdrucksmittel von Persönlichkeit

und Lebensstil und so populär

wie noch nie. Die angebotene Formen-

und Materialvielfalt machen sie

wahlweise zum Statussymbol, politischen

Statement, schnöden Transportmittel,

rassigen Sportgerät, exzentri-

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Foto: WZV/Vanhulsteijn bicycles

Extrem leichte Rahmen aus Edelstahl Rostfrei bieten Rennrädern

Gewichtsvorteile und Fahrdynamik.

Foto: WZV/Rennstahl Stahl Bikes

Mit speziell geformten Rohren aus nichtrostendem Stahl lässt sich

das Verhältnis von Gewicht und Steifigkeit zusätzlich optimieren.

und 2.000 N/mm², die Wandstärken

von nur 0,4 mm ermöglichen.

Bei der Gabel lohnt sich der Griff

zum Edelstahl ebenfalls, denn sie steuert

nicht nur das Vorderrad, sondern verbessert

nochmals spürbar den Fahrschen

Fortbewegungsmedium oder

auch gediegenen Freizeitvergnügen.

Sogar das hölzerne Laufrad erlebt eine

neue Blüte: Kleinkinder trainieren auf

ihm ihren Gleichgewichtssinn. Inzwischen

haben 81 Millionen Fahrräder

in Deutschland den 45,1 Millionen gemeldeten

Pkw die Vormachtstellung

streitig gemacht. Auf 100 Haushalte

kommen laut Statistischem Bundesamt

184 Fahrräder und 105 Autos (Stand

2016).

Fast 1,9 Millionen Haushalte besitzen

bereits ein E-Bike, nur knapp

80.000 hingegen ein Elektroauto. Noch

fahren zwei Drittel der Berufstätigen

täglich mit dem Pkw zur Arbeit. Doch

das Fahrrad holt auf und entscheidenden

neuen Schwung gibt ihm dabei der

Elektroantrieb. Um 40 % ist die Zahl

der Großstädter zwischen 2000 und

2015 gestiegen, die das Zweirad als

Verkehrsmittel nutzen. Auch Paketdienstleister

starten Pilotprojekte mitE-

Lastenrädern. Doch das Fahrrad ist

nicht nur Verkehrs- und Transportmittel,

sondern ebenso Kultobjekt. Minimalistische

Modelle mit einfachem

Zahnrad an der Hinterachse, reduziert

auf Reifen, Rahmen, Lenker und Kette

werden zum luxuriösen Statement. Extrem

leichte Rahmen aus Edelstahl Rostfrei

mit Qualitätssiegel bieten Rennrädern

durch die Reduktion auf das

Wesentliche neben Gewichtsvorteilen

und Fahrdynamik auch die begehrte

klassische Retro-Optik.

Edelstahl für Komfort und Sicherheit

Durch die hohe Zugfestigkeit ab

1.250N/mm² und Wandstärken bis nur

0,38mm ist die Werkstoffgüte 1.4301

erste Wahl für leichte Rennräder und

Mountainbikes. Obwohl nur minimal

schwerer als Aluminium weisen Rahmen

aus diesen Werkstoffgüten die typische

Festigkeit, Haltbarkeit und Fahreigenschaften

von Stahl auf. Mit speziell

geformten ovalen Rohren lässt sich das

Verhältnis von Gewicht und Steifigkeit

zusätzlich optimieren. Grundsätzlich

überzeugen Rahmenrohre aus dauerfestem

Edelstahl zudem durch robuste

Widerstandskraft gegenüber Beulen.

Dank nichtrostendem Stahl kann auf

eine Lackierung verzichtet und so die

angesagte puristische Wirkung unterstrichen

werden.

Die schnörkellosen und filigranen

Rahmen setzen aber nicht nur optisch

Maßstäbe. Auch in Fahrverhalten und

Geometrie überzeugen sie durch Festigkeit

bei gleichzeitiger Elastizität. Die

Summe dieser Eigenschaften bedeutet

entscheidende Vorteile gegenüber Aluminium

oder carbonfaserverstärktem

Kunststoff. Denn diese beiden Werkstoffe

zahlen ihre etwas höhere Leichtigkeit

mit Bruchrisiko bei Überlastung

oder Beschädigung. Deshalb müssen

bei einem Sturz verformte Teile aus diesen

Materialien mit Rücksicht auf die

Sicherheit sofort aus dem Verkehr gezogen

werden. Besonders kritisch ist

die plötzliche Bruchgefahr nach sogar

nur leichter Beschädigung bei Carbon,

wo Schäden in der Faserstruktur nicht

erkennbar sind. Aluminiumrahmen

sind zudem im Vergleich härter als Rahmenrohre

aus Edelstahl, sodass der Fahrer

schneller ermüdet. Für hochwertige

Touring- und Alltagsräder bewähren

sich Rohrsätze aus Duplex-Legierungen

mit Zugfestigkeiten zwischen 1.500

Elektrisch und digital

Wie sich das Fahrrad auf der Eurobike gab

Die Elektrifizierung und Digitalisierung des Fahrrads ist in vollem

Gange: Von City- über Trekkingräder bis hin zu Mountainbikes

– quasi jede Produktgruppe ist längst auch mit Elektroantrieb

und digitalisiert erhältlich. Auf der Eurobike im

Sommer in Friedrichshafen wurde diese Entwicklung einmal

mehr deutlich.

Die Vielfalt der E-Bikes bezieht sich nicht nur auf die Einsatzgebiete.

Designer können sich hier nicht zuletzt durch die

neuen technischen Elemente am Fahrrad regelrecht austoben.

Immer mehr Anbieter erkennen, dass ein E-Bike auch optisch

mehr sein kann als ein Fahrrad mit hinzugefügtem

Motor. Systemintegration heißt das Stichwort – und das ist

nicht nur optisch gemeint: Alle elektrischen Funktionen des

Fahrrads können über eine einzige Bedieneinheit angesteuert

werden.

Das digitale Fahrrad muss übrigens nicht zwingend ein E-Bike

sein. Auch ohne elektrische Antriebsunterstützung ist inzwischen

viel Digitales am Fahrrad möglich. Die Vernetzung von

Fahrrädern untereinander, um etwa im Berufsverkehr schneller

und sicherer voranzukommen, ist zwar noch Zukunftsmusik,

technisch aber durchaus bereits machbar.

Diese Digitalisierung des Fahrrads und auch der Infrastruktur

wird im Übrigen von spezialisierten Dienstleistern mit Knowhow

nicht nur in der Fahrradbranche, sondern auch in der

Softwareentwicklung, mitgestaltet. Dazu gehören junge aufstrebende

Unternehmen.

Welche wirtschaftliche Bedeutung das E-Bike bereits heute

hat, lässt sich an den aktuellen Zahlen der Fahrradbranche

ablesen. Bei deutschen Fahrradhändlern lag 2016 der Umsatzanteil

elektrisch angetriebener Fahrräder laut Verband

des Deutschen Zweiradhandels bereits bei 35 %. Im Vergleich

zum Vorjahr wurden gemessen in Stückzahlen elf Prozent

mehr E-Bikes verkauft. Da der Durchschnittspreis für E-Bikes

im Fachhandel ebenfalls gestiegen ist, auf rund 2.500 €, erhöhte

sich der Umsatz in diesem Segment sogar um 17 %.

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Lifesteel

Bericht

komfort. Reiseräder mit Rahmen und

richtig eingestellten, gefederten Fahrradgabeln

aus poliertem Edelstahl bieten

neben optimalem Fahrverhalten auch robuste

Widerstandsfähigkeit gegenüber

Regen, Schmutz und Dauerbelastung.

Sogar nach vielen tausend Kilometern

sehen diese hochwertigen Konstruktionen

noch aus wie neu. Auch Transportschäden

bieten sie energisch die glänzende

Stirn. Ihre werkstoffbedingte

Elastizität gewährleistet zugleich ermüdungsfreies

Fahren selbst auf längsten

Strecken.

Bei solch hochwertigen Konstruktionen

sind auch alle Anbauteile wie Gewinde

oder Muffen aus nichtrostendem

Stahl. In der Werkstoffgüte 1.4301 findet

kaltverfestigter Edelstahl Rostfrei mit

Qualitätssiegel dank Zugfestigkeiten von

1.000 N/mm² auch Einsatz in zahlreichen

weiteren Fahrradkomponenten:

Denn ganz gleich, ob für Speichen, Felgen,

Pedale, Achsen oder Lager – mit

nichtrostendem Stahl fährt man immer

auf Nummer sicher. Höherlegierte Edelstähle

sind wegen ihrer Festigkeit und

Temperaturbeständigkeit vor allem im

hochwertigen Fahrradbereich gefragt.

Elektrifiziert und automatisiert hat

sich das Fahrrad als E-Bike oder Pedelec

in der Stadt als schnellstes und zugleich

effektivstes Verkehrsmittel etabliert. Beim

E-Bike müssen die Pedale nicht betätigt

werden, um den Elektroantrieb mit bis

Geschichte auf zwei Rädern

zu 500 Watt Motorleistung zuzuschalten.

Der maximal 250 Watt starke Elektromotor

beim Pedelec springt nur dann

an, wenn die Pedale getreten werden.

Vor allem Pedelecs motivieren deshalb

immer mehr Menschen, auf das Fahrrad

umzusatteln. Über drei Millionen

fahren bereits durch die Städte. An Attraktivität

stehen E-Bikes und Pedelecs

den unmotorisierten Zeitgenossen in

nichts nach. Ihre schicken Rahmenkonstruktionen

wecken dank Antriebsdoping

bei jeder Alters- und Lifestyleklientel

Begehrlichkeit als Zeichen urbaner

Unabhängigkeit.

Da durch den Motor enorme Belastungsspitzen

auf das Elektrofahrrad –

und hier vor allem auf den Antrieb – einwirken,

gelten Ketten aus Edelstahl

Rostfrei für E-Bikes als ideal. Dank zuverlässiger

Korrosionsbeständigkeit

und Stabilität gewährleisten sie die geforderte

Langlebigkeit. Eine durch Innenglieder

aus Edelstahl verstärkte Bauweise

macht die Ketten besonders

widerstandsfähig gegen die hohen Lastwechsel

bei E-Bike-Antrieben. Aber auch

langjährige Fahrradbesitzer müssen

nicht auf den nichtrostenden Werkstoff

für ihren zweirädrigen fahrbaren Untersatz

verzichten. Mit Schutzblechen,

Gepäckträger, Innenzug oder auch Dynamo

verhelfen sie sogar bereits in die

Jahre gekommenen Drahteseln ganz

leicht zu neuem Glanz. 2

Ausstellung im Mannheimer Technomuseum

Unter dem Motto „2 Räder – 200 Jahre Fahrrad“ hat das Mannheimer

Technomuseum zwischen dem 11.11.16 und dem 25.6.17 eine Geburtstagsausstellung

präsentiert – über „Freiherr von Drais und die Geschichte

des Fahrrads“, so der Untertitel.

Auf rund 800 m 2 Fläche konnten die Besucher etwa 100 Fahrräder und

weitere themenbezogene Exponate bewundern. Konzipiert war die Ausstellung

als Fahrradtour durch die Geschichte des Zweirades.

Unterteilt war die Show in insgesamt vier zeitliche Etappen – von Karl von

Drais und seiner Laufmaschine bis in die aktuelle Zeit, die – so die Museumsverantwortlichen

– mit der Renaissance des Fahrrads in den 70er

Jahren des vergangenen Jahrhunderts begonnen hatte.

Die Ausstellung passte gut in das Grundkonzept des Mannheimer Museums,

das es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem die Verbindung von

Mensch und Maschine zu beleuchten.

Begleitet wurde die rund eine Million Euro teure Show durch ein umfangreiches

Rahmenprogramm. Dabei ging es in Veranstaltungen u.a. um die

heutige Fahrradfreundlichkeit von Mannheim, ein Globetrotter berichtete

von seiner Radreise durch 150 Länder der Erde, und selbst die Rolle des

Zweirades für die Frauenbewegung wurde thematisiert.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

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40237 Düsseldorf

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Markus Huneke

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zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

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einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

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International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

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BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2017

Seminarthema Termin Tagungsort

Nichtrostende Stähle (Seminar) 16.-17.10. Aachen

Mehr Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung

(Verkauf II) (Seminar) 25.-26.10. Nürnberg

Betonstahl (Seminar) 07.-08.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.12. Gengenbach

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.02. Dortmund

Rohrtag 01.03. Düsseldorf

Blankstahl (Seminar) 10.-11.04. Ludwigsburg

Einführung Fernstudium 01.-06.07. Soltau

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

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