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kunst:stück magazin c/o Bremen/Oldenburg + Hannover, Sept/Okt 2018

Ausgabe für September + Oktober 2018 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + Hannover.

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. bremerhaven KRIEGsgefangen. Ohnmacht. Sehnsucht. 1914 – 1921 Ein Ausstellungsexperiment mit Virtual Reality – Thema: Familientrennung während einer Kriegsgefangenschaft 01. August bis 30. November 2018 Deutsches Auswandererhaus | www.dah-bremerhaven.de VR am Deutschen Auswandererhaus „Ein Gefangener, eine Nummer, eine Null!“, nennt er sich selbst. Aber ihn quält nicht nur dieses Ohnmachtsgefühl, sondern auch die Sehnsucht nach seiner Frau Tony und seiner Tochter Hildegard. August Schlicht gerät kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 in russische Gefangenschaft und hofft, dass diese bald vorbei sein wird. Doch erst 1921 kann er nach Hause reisen. Über sechs Jahre ist er getrennt von seiner Familie, seiner Frau und seiner Tochter. Das Deutsche Auswandererhaus erzählt in einem neuen Ausstellungsexperiment die Geschichte des Hamburger Soldaten – analog und digital, mit VR-Brillen. In einem Ausstellungsraum, der aussieht wie eine Wohnung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, erhalten die Besucher historische Hintergrundinformationen. Sie tauchen ein in die Geschichte von August Schlicht, sein bürgerliches Leben als Ehemann, Familienvater und Zahnkünstler vor dem Ersten Weltkrieg. Anschließend geht es in kleine Nebenräume. Dort werden analoge und digitale Vermittlungstechnik nebeneinandergestellt: Die Gefühle Sehnsucht und Ohnmacht sind in der Ausstellung unterschiedlich nacherlebbar, und zwar sowohl als originale Objekte als auch virtuell. Welche Art der Darstellung vermittelt welches Wissen und Verständnis für die Erlebnisse anderer Menschen? „Ein Ziel des Ausstellungsexperiments ist es, zu untersuchen, inwiefern die Reproduktion von Räumen – und die Simulation zeitlicher Entwicklungen – geeignet sind, Migration erfahrbar zu machen“, sagt Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, „Zwangsmigrationen wie eine Kriegsgefangenschaft lö- 22 kunst:stück

. bremerhaven Ausstellungsbilder: © Deutsches Auswandererhaus; rechts: August Schlicht, 1901. © Sammlung Deutsches Auswandererhaus sen Gedanken, Emotionen und Handlungen aus, die man vor allem erzählen und nicht allein durch Objekte zeigen kann. Ob wir für solche Erzählungen in Zukunft verstärkt auch mit Techniken wie VR arbeiten können, wollen wir durch das Experiment herausfinden.“ Dafür wird die Ausstellung von einer groß angelegten Studie begleitet: Probanden werden vor und nach dem Besuch der Ausstellung von Wissenschaftlern des Auswandererhauses befragt. Anfang 2019 will das Auswandererhaus die Ergebnisse veröffentlichen. Das Bremerhavener Migrationsmuseum ist einer von sechs Partnern im von der Beauftragten der Bunderegierung für Kultur und Medien geförderten Projekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft.“ Dabei sollen innovative Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technologien für die Vermittlung, Kommunikation und Partizipation in Museen modellhaft entwickelt und erprobt werden. Studienaufruf Für das Ausstellungsexperiment „KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921“ sucht das Deutsche Auswandererhaus derzeit noch Probanden, die an der die Ausstellung begleitenden Studie teilnehmen. Studienteilnehmer haben die Möglichkeit, sich die Ausstellung außerhalb der regulären Öffnungszeiten anzuschauen und werden dabei vor und nach dem Besuch von Wissenschaftlern befragt. Die Teilnahme dauert etwa 90 Minuten, als Dankeschön gibt es freien Eintritt ins Deutsche Auswandererhaus. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0471/90220-234 oder vor Ort an der Museumskasse melden. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich online anzumelden: www.dah-bremerhaven.de/studie – – – Deutsches Auswandererhaus Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven kunst:stück 23

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