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kunst:stück magazin c/o Bremen/Oldenburg + Hannover, Sept/Okt 2018

Ausgabe für September + Oktober 2018 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + Hannover.

. föhr Susanne Kessler,

. föhr Susanne Kessler, oben: Südamerika, 2017-2018, Wandinstallation Odissea, 2017-2018, Bodeninstallation (Detail) links: Segmente einer Irrlinie rechts: Doppelseite aus "Odissea", "Lebensbuch" der Künstlerin zum Projekt, 68 Doppelseiten Susanne Kessler Odissea 01. Juli 2018 bis 06. Januar 2019 Museum Kunst der Westküste , Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr | www.mkdw.de Während ihres Aufenthalts als Artist-in- Residence im Museum Kunst der Westküste im Jahr 2016 stieß die in Rom und Berlin lebende Künstlerin Susanne Kessler, geboren 1955, im Föhr-Lexikon auf eine Grafik von hohem zeichnerischem Charakter, hinter der sich eine spektakuläre Geschichte verbirgt: Es handelt sich dabei um die Nachzeichnung der Odyssee des stählernen Vollschiffs „Susanna“ bei der Umsegelung von Kap Hoorn. Unter der Führung des Föhrer Kapitäns Christian Jürgens (1875–1959) geriet der Dreimaster im Winter 1905 auf seiner Fahrt von Port Talbot/England zum Salpeterhafen Iquique/Chile in lang anhaltende Stürme um Kap Hoorn. 99 Tage lang, davon allein 80 Tage bei Sturm mit zehn und mehr Beaufort, kämpfte sich die Mannschaft auf der insgesamt 190 Tage währenden Reise um die Südspitze Amerikas. Die „Susanna“ hält bis heute zwei Rekorde, einen für die mit Abstand längste Kap-Hoorn-Umsegelung, den zweiten für die längste Fahrt von Europa nach Nordchile. Der Törn gilt als der härteste, brutalste und tapferste in der internationalen Seefahrtsgeschichte. Das erhalten gebliebene Logbuch verhilft, die Irrfahrt exakt zu rekonstruieren und zu skizzieren – ein bizarres grafisches Muster, das einerseits die traumatische, monatelange Fahrt für jedermann anschaulich macht, andererseits aus künstlerischer Sicht hoch faszinierend ist, zeichnet sich ab. Susanne Kessler arbeitete seit Ihres Aufenthalts auf Föhr an der Umsetzung einer großen Innenrauminstallation, die das grafische Liniengerüst, das die Irrfahrt um Kap Hoorn nachzeichnet, nun dreidimensional nacherlebbar macht. Es sind außerdem Zeichnungen, Aquarelle, ein Arbeitsbuch, Filme, Animationen, Tucharbeiten und Objekte von Susanne Kessler entstanden, die den Installationsprozess darlegen. 28 kunst:stück

. bremen . föhr – – – Ein Animationsfilm veranschaulicht die Tagespassagen der Irrfahrt, ein weiterer simuliert die bei Ebbe und Flut erlebte Passage. Neben dem Schiffsporträt der „Susanna“, das Nachfahren des Kapitäns zur Verfügung stellen, werden, in historischer Hinsicht, Auszüge aus dem originalen Logbuch gezeigt. An einer Medienstation ist ein Zeitzeugenbericht zu hören – eingelesen von Christian Brückner. Emil Nolde, "Hohe See - Bewegte Wolken", 1948, Öl auf Leinwand, 69 x 88,5 cm, Nolde Stiftung Seebüll © Nolde Stiftung Seebüll Emil Nolde und das Meer 09. September 2018 bis 06. Januar 2019 Museum Kunst der Westküste , Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr | www.mkdw.de Der bedeutende Expressionist Emil Nolde (1867–1956) hat sich intensiv und über Jahrzehnte mit dem Motiv „Meer“ in einer Ausschließlichkeit auseinandergesetzt, die offenbart, dass er dessen Urgewalt und stetige Bewegtheit als Spiegel künstlerischen Antriebs begriffen haben muss. Erstmals widmet sich eine museale Ausstellung dem großen Thema der Meereslandschaften Noldes. Dazu wurde eine exzellente Auswahl von über 70 Gemälden und Aquarellen getroffen. Die Leihgaben wurden im nahe gelegenen Seebüll als dem „Nolde-Ort“ in Schleswig-Holstein ausgewählt, abgestimmt auf die in der Sammlung Kunst der Westküste befindlichen Werke. In der Ausstellung treffen atmosphärische Stimmungsbilder auf Gemälde farbgewaltiger Meere, die Zeugnis von Noldes Begeisterung für das abwechslungsreiche Zusammenspiel von Luft und Wasser, Wind und Wellen ablegen. Sie spiegeln zugleich die Liebe des gebürtigen Nordschleswigers für das Land zwischen Nord- und Ostsee wider. Insbesondere in den Aquarellen gelangen Nolde geradezu rauschhafte Farbkompositionen, in denen die Elemente scheinbar grenzenlos ineinanderfließen. Hier zeigt sich Noldes überragendes Können im Umgang mit der Farbe sicher am eindruckvollsten. Die Ausstellung des Museums Kunst der Westküste entstand in Kooperation mit der Nolde Stiftung Seebüll und ist ausschließlich auf Föhr zu sehen. Es erscheint ein Katalog. kunst:stück 29

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