Stahlreport 2018.09

markushuneke

73. Jahrgang | September 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

9|18

Wenn Funken zünden – der Stahlhandel im Herbst 2018


„Wenn Funken zünden –

der Stahlhandel im Herbst 2018“

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Anarbeitung der anderen Art: Was Performance-Künstler

Raphael Schön während

seiner Bühnenshow mit Flex und Stahlblech

anstellt (siehe Stahlreport-Cover), hat eine

ganz eigene Faszination – und sieht im

Ergebnis auch etwas anders aus als das typische

angearbeitete Produkt. Mehr zum

Künstler und zur Show lesen Sie auf S. 50.

Dass in der ersten Hälfte des Jahres die Funken für den

Stahlhandel weiter gezündet haben, zeigt der Bereichsleiter

Research im BDS, Jörg Feger, in seiner monatlichen Präsentation

der neuesten Absatz- und Bestandszahlen ab S. 30.

Im übertragenen Sinn kann sich hinter einem gezündeten

Funken ganz Verschiedenes verbergen: von der vielversprechend

gestarteten IHK-Partnerschaft zwischen Unternehmen

und Schule (siehe S. 7) über die erfolgreiche Weiterentwicklung

vom klassischen Stahlhändler zum Full-Service-Dienstleister

(ab S. 8) bis hin zum Markteintritt einer Online-Handelsplattform

(S. 10) – um nur einige der Themen in dieser Ausgabe des

Stahlreport zu nennen.

Gezündete Funken sind noch in einem weiteren für den

Stahlhandel wichtigen Bereich quasi Voraussetzung für das

Gelingen: der Berufs- und Weiterbildung. Denn entscheidende

Zutat für erfolgreiches Lernen ist – neben der Qualität des

Angebots – die Motivation derjenigen, die sich bilden lassen.

Welche Stellschrauben Unternehmen für einen optimalen Funkenflug

hierbei stellen können und welche Bildungsangebote

zum Beispiel der BDS macht, lesen Sie ab S. 32.

Damit das Feuer nach gezündetem Funken auch richtig

gut brennt, muss nachgelegt werden. Auf die Welt der Branchenkommunikation

übertragen, heißt das nichts anderes, als

im kontinuierlichen Austausch zu bleiben. Eine gute Gelegenheit

bieten dazu wieder die Gebietsversammlungen – inklusive

Wahlen zum BDS-Gebietsvorstand –, zu denen der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel in der Woche vom 10.9. – 14.9.

an verschiedenen Veranstaltungsorten einlädt. Die offizielle

Einladung zu diesen halbtägigen und für alle BDS-Mitglieder

kostenlosen Veranstaltungen finden Sie mit genaueren Informationen

zu Veranstaltungsorten und Programm auf der Webseite

des BDS unter www.stahlhandel.com.

Viel Spaß und Erkenntnisgewinn beim Lesen wünscht die

Redaktion des Stahlreport.

Markus Huneke

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Willi Krohn – Norddeutscher Bewehrungsspezialist

umgezogen

7 BEPRO – IHK würdigt vorbildliche Partnerschaft

8 Günther+Schramm – Vom klassischen Stahlhändler zum

Full-Service-Dienstleister

10 XOM Materials – Gesehen werden

13 rff – 7.700 Messungen pro Jahr, Tendenz steigend

STAHLPRODUKTION

15 ArcelorMittal stellt neues Bauindustrie-Konzept vor

18 3D-Druck verdoppelt Festigkeit von Edelstahl

ANARBEITUNG UND LOGISTIK

19 Neuer B2B-Marktplatz: Stahlbau günstiger einkaufen

20 Investition in neue Richtmaschinen – Breuer Stahlhandel

modernisiert Produktion

22 Steden Logistik – Spedition investiert in Sicherheitstechnik

23 Kieserling Spedition + Logistik baut Fuhrpark aus

MESSEN UND MÄRKTE

25 AMB startet in Stuttgart

27 Erfolgreiche Lasys – Präzis auf Laser fokussiert

28 So war die Intergalva 2018 – Feuerverzinker-

Konferenz der Superlative

BDS

30 Research: Hochkonjunktur im Hochsommer

32 Berufsbildung: Arbeitskreise der Jungkaufleute starten

Programme

33 Berufsbildung: Tag der Bildungsinitiativen des EDE

34 Berufsbildung: Alles neu in der Ausbildung? Das bot die

Tagung der kaufmännischen Ausbildungsleiter 2018

WISSENSWERTES

36 Gehalt und Inhalt – worauf es bei der Arbeit ankommt

38 Neue Norm – Dünnere Beschichtungen auf feuerverzinktem

Stahl möglich

40 Empfehlung des Instituts für Stahlbetonbewehrung:

BIM nutzen!

VERBÄNDE UND POLITIK

42 Berufsbildungs-Kongress in Berlin: Digitalisierung dominiert

45 Verbände & Messen – Kollektive Präsenz immer gefragter

LIFESTEEL

46 Edelstahl Rostfrei im Urlaub – Rollender Feriengenuss

48 Historische Werkstofftechnik – Studenten schmiedeten

Schwert

50 Anarbeitung anders - Archaische Flex-Performance

50 Impressum

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3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Messe Düsseldorf

Guido Kleinschmidt

ist Präsident der nächsten METEC, Internationale

Fachmesse mit Kongress, vom 25. bis

29.6.19 in Düsseldorf – veranstaltet unter der

Sammelmarke „The

Bright World of

Metals“. Der 49-jährige

Dr.-Ing. Guido

Kleinschmidt ist Mitglied

der Geschäftsführung

der SMS

group GmbH und

wurde im Sommer auf

einer Präsidiumssitzung

des Messequartetts

GIFA, METEC, THERMPROCESS,

NEWCAST einstimmig in sein neues Amt

gewählt. Eine solche Entscheidung war notwendig

geworden, nachdem der frühere

METEC-Präsident Marcel Fasswald die SMS-

Gruppe verlassen hatte und zur thyssenkrupp

Industrial Solutions AG gewechselt war. Bei

den Veranstaltungen im Frühsommer des

nächsten Jahres sollen sich rund 2.000 Aussteller

präsentieren; erwartet werden etwa

78.000 Besucher aus aller Welt.

Vanessa Weber

ist jüngst als „Vorbild-Unternehmerin“ ausgezeichnet

worden. Diese Ehre trifft eine Unternehmerin,

die bereits mit 22 Jahren überraschend

den väterlichen Betrieb übernehmen

musste. Von einem kleinen Werkzeughandel

hat sie die Werkzeug Weber GmbH & Co. KG zu

einem führenden Fachhändler für Werkzeuge

und Betriebseinrichtungen im Rhein-Main-

Gebiet entwickelt, den Umsatz verfünffacht und

die Mitarbeiterzahl von acht auf rund dreißig

gesteigert. Bereits seit mehreren Jahren ehrt

das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Frauen, die Unternehmen leiten und über

ihr Wirken Vorbild für ihre Geschlechtsgenossinnen

sein können, die sich selbständig

machen möchten oder vor einer Unternehmensnachfolge

stehen. Im Rahmen der Initiative

werden die ausgezeichneten Unternehmerinnen

für Vorträge, als Mentoren und

Botschafterinnen für mehr weibliches Unternehmertum

eingesetzt.

Foto: BDS

Thomas Niederhofer

ist vom Vorstand der Knauf Interfer SE mit Wirkung

zum 16.7.18 in die Geschäftsführung der

Knauf Interfer Stahl Service Center GmbH und

in die Leitung des Geschäftsfelds Stahl Service

Center berufen worden. Er folgte damit Guido

Müller-Späth nach, der das Unternehmen verlassen

hatte. Thomas

Niederhofer führt die

Stahl Service Center

der Knauf Interfer

Gruppe gemeinsam

mit Ralf Henkelmann.

Der studierte Maschinenbau-Ingenieur

Niederhofer

bringt 27

Jahre Branchenerfahrung

in das Unternehmen ein. So hatte er zuvor

u.a. Führungspositionen in Vertrieb, Produktion

und Management der Stahl Service Center von

nationalen und internationalen Unternehmensgruppen

inne. „Wir freuen uns, dass wir mit

Thomas Niederhofer einen erfahrenen Stahl-

Service- & Flachstahlspezialisten gewinnen

konnten“, so Matthias Kessel-Knauf, Vorsitzender

des Vorstands/CEO der Knauf Interfer SE.

Foto: Knauf Interfer

Peter Meller

hat stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der Euro Stahl Handelsgesellschaft

mbH & Co. KG in Ludwigsfelde von BDS-Vorstand

Oliver Ellermann (r.) die Ehrenurkunde für

die zehnjährige Mitgliedschaft im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) entgegengenommen

– verbunden mit den besten Wünschen

für die Zukunft des Unternehmen. So gab

es im Juli aus diesem Anlass strahlende Gesichter

bei strahlendem Sonnenschein.

Régis Degelcke

ist im Juni für die Zeit ab Juli zum neuen Präsidenten

von EuroCommerce gewählt worden

und kann im November mit diesem Dachverband

des Europäischen Handels dessen 25-jähriges

Jubiläum feiern – in Brüssel mit der Konferenz

„Celebrating Retail and Wholesale“. Mit

der Veranstaltung sollen Erfolgsgeschichten

des Einzel- und des Großhandels aufgezeigt

werden. In diese Branchenbereiche hatte Régis

Degelcke in früheren Tätigkeiten u.a. als Chef

des französischen Do-It-Yourself-Verbands Einblicke

erhalten. Wie der Bundesverband Großhandel,

Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

weiter mitgeteilt hat, wird bei dieser Gelegenheit

auch BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann

in seiner neuen Aufgabe erstmals in Brüssel

referieren. Sein Thema ist die Funktion des

Großhandels für die internationalen Lieferketten.

Kai Acker

ist mit Wirkung vom 15.10.18 zum neuen Vorsitzenden

der Geschäftsführung der KHS GmbH

bestellt worden – mit Zuständigkeit für die

Bereiche Technik, Entwicklung/Produktion

sowie Personal. Bei diesem Unternehmen handelt

es sich um eine 100-%ige Tochtergesellschaft

des Salzgitter-Konzerns, das als international

tätiger Hersteller von Abfüll- und

Verpackungsanlagen für die Getränke-, Foodund

Non-Food-Industrie eine führende Stellung

in dieser Branche einnimmt. Der Dipl.-Ing. Dipl.-

Wirtsch.-Ing., Jahrgang 1968, hatte nach einer

Ausbildung zum Energieelektroniker u.a. Elektrotechnik

an der RWTH Aachen studiert. Prof.

Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender

der Salzgitter AG, erklärte zu dieser Personalentscheidung:

„Wir freuen uns, mit Herrn

Acker eine kompetente Führungspersönlichkeit

gewonnen zu haben, die über ein breites Spektrum

an industrieller Erfahrung für diese

anspruchsvolle Aufgabe verfügt.“

Ulrich Flatken

ist neuer Vorstandsvorsitzender des Industrieverbandes

Blechumformung (IBU). Er folgte auf

Dr. Hubert Schmidt, seit Mai Präsident des

Wirtschaftsverbands

Stahl- und Metallverarbeitung

(WSM),

Dachverband des IBU,

in Düsseldorf. Ulrich

Flatken ist Geschäftsführer

der Jörg Vogelsang

GmbH & Co. KG

und gehört bereits seit

2007 zum IBU-Vorstand.

Der Industrieverband

hat 230 Mitglieder. Dr. Hubert

Schmidt, Vorgänger von Ulrich Flatken, bleibt

dem IBU ebenfalls erhalten. Der frisch ernannte

WSM-Präsident ist weiterhin Vorstandsmitglied

des Industrieverbands Blechumformung.

Foto: IBU

Bernhard Sänger und

Dieter Diener

sind vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

(ZDB) für ihre Verdienste um die Branche

mit der Goldenen Verdienstmedaille geehrt

worden. Dipl.-Ing. Bernhard Sänger war von

4 Stahlreport 9|18


2012 bis 2018 Präsident des Verbands Bauwirtschaft

Baden-Württemberg und Rechtsanwalt

Dieter Diener dort bis zum Jahresende

2017 Hauptgeschäftsführer des Verbands. Die

Auszeichnung fand im Rahmen des Tags der

Bauwirtschaft im Juli 2018 in Rottweil statt. Mit

der Goldenen Verdienstmedaille zeichnet der

ZDB Persönlichkeiten aus, die sich besondere

Verdienste um die Förderung des Deutschen

Baugewerbes erworben haben. Sie ist, nach

dem Ehrenring des Deutschen Baugewerbes,

die höchste Auszeichnung des Verbands.

Herbert Frank

ist neuer Produktionsleiter der Schoeller Werk

GmbH & Co. KG. Der Ingenieur für Automatisierungstechnik

startete in seine Position jetzt mit

mehr als 20 Jahren Erfahrung im Maschinenund

Anlagenbau. Bei seinem neuen Arbeitgeber,

einem Spezialisten für längsnahtgeschweißte

Edelstahlrohre aus Hellenthal, verantwortet

er u.a. die Weiterentwicklung und

Optimierung interner

Prozesse in der Produktion,

Instandhaltung

und dem Werkzeugmanagement.

Als

Leiter in diesem

Bereich ist Herbert

Frank auf dem

Foto: Schoeller Werk

Gelände des Schoeller

Werks für einen reibungslosen

Ablauf in

21 Produktionshallen mit mehr als 300 Anlagen,

Öfen und Maschinen und 740 Mitarbeitern

zuständig. Sein Aufgabenbereich umfasst

außerdem die Einführung von TPM (Total Productive

Maintenance) zur Steigerung der operativen

Effektivität und Produktivität.

26 deutsche Young

Professionals aus der

Schweißtechnik

haben in diesem Jahr auch durch Unterstützung

der EWM AG die Möglichkeit erhalten, an der

71th IIW Annual Assembly & International Conference

teilzunehmen. Der Weltkongress der

Foto: Saarstahl

Schweißfachleute fand diesmal in Indonesien

statt. Dort nutzten junge Kolleginnen und Kollegen

aus aller Welt zum inzwischen 28. Mal die

Möglichkeit, in den verschiedenen technischen

Kommissionen des International Institute of

Welding (IIW) ihre Forschungsergebnisse vor

einem internationalen Publikum zu präsentieren.

In Deutschland kümmert sich der Deutsche

Verband für Schweißen und verwandte

Verfahren e.V (DVS) um diese Form von Nachwuchsförderung

und zählte dabei auch diesmal

auf die Unterstützung von EWM. Das Unternehmen

bezeichnet sich für Deutschland als größter

Hersteller für Lichtbogen-Schweißtechnik.

157 neue Auszubildende

sind im August bei der Saarstahl AG und der AG

der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) ins Berufsleben

gestartet, darunter 23 Frauen und 19

Teilnehmer einer interkulturellen Berufseinstiegsmaßnahme.

Bei Saarstahl begannen 82

Auszubildende den neuen Lebensabschnitt; 74

im technisch-gewerblichen und acht im kaufmännischen

Bereich. Dillinger stellte in diesem

Jahr 75 Auszubildende ein, davon 70 im technisch-gewerblichen

und fünf im kaufmännischen

Bereich. Peter Schweda, Arbeitsdirektor

und Personalvorstand von Dillinger und Saarstahl,

ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam

mit Ausbildern, Betriebsräten und Jugendvertretern

die Neuen in Empfang zu nehmen.

Anschließend entließ Schweda den Nachwuchs

in ein dreitägiges Camp, in dem sich Ausbilder

und Azubis in lockerer Atmosphäre kennenlernen

konnten, in dem aber auch erste grundlegende

Aspekte des späteren Berufslebens, z.B.

zur Arbeitssicherheit, vermittelt wurden.

neue Führungsstruktur wurde als ein konsequenter

Schritt in der Nachfolgeplanung sowie

der weiteren Entwicklung des Familienunternehmens

bezeichnet. Die Berufung von Nina

Härtel in die Geschäftsführung ist zudem ein

Zeichen dafür, dass die nächste Generation

Verantwortung übernimmt und die Tradition

des Familienunternehmens weiterführt. Hartwig

Härtel bleibt Vorsitzender der Geschäftsführung

und verantwortet die Unternehmens- und

Expansionsstrategie sowie Projekte zur Produktionserweiterung

und -entwicklung.

Frank Kloke

ist am 1.8.18 gestorben. Der Bremer Niederlassungsleiter

der Klöckner & Co Deutschland

GmbH wurde nur 52 Jahre alt. Vor

diesem Hintergrund formulierten Geschäftsführung,

Betriebsrat und Belegschaft des

Unternehmens in einer Traueranzeige: „Sein

viel zu früher Tod hat uns tief bestürzt. Mit

ihm verlieren wir einen langjährigen Mitarbeiter

und Kollegen, der durch seine Persönlichkeit,

sein Engagement und seine Hilfsbereitschaft

äußerst beliebt und geachtet war.“

Andreas Höltkemeier

hat zum 1.8.18 die Position des Geschäftsführers

der SpanSet GmbH & Co. KG übernommen,

die im Markt u.a. mit den Themen Hebetechnik

und Ladungssicherung vertreten ist.

Zusammen mit Hans-Josef Neunfinger (l.) wird

er die Fachbereiche Vertrieb, Marketing, Produktmanagement

und Logistik vertreten. Langfristig

geplant ist die operative Verantwortung

im Tagesgeschäft zusammen mit Patrick

Schulte (r.). Damit hat SpanSet nach eigenen

Angaben den Wunschnachfolger für Hans-Josef

Neunfinger gefunden, der mittelfristig seinen

Ruhestand plant. Patrick Schulte verantwortet

die kaufmännische Geschäftsführung inklusive

der Fertigung und vertritt die deutschen Gesellschaften

bzw. Beteiligungen in der Unternehmensgruppe.

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann

Andreas Höltkemeier (M.)

war zuletzt Geschäftsführer (CEO) der Inapa

Packaging GmbH in Hamburg.

Foto: EMW

Nina Härtel und Stefan Haupt

sind per 1.7.18 als Geschäftsführerin bzw. als

Geschäftsführer der Böllinghaus Steel GmbH

berufen worden. Stefan Haupt wird sich künftig

verstärkt auf die Themen Vertrieb, Produktion

und das Neukundengeschäft konzentrieren,

Nina Härtel wird sich vor allem mit den Marketingstrategien,

der Digitalisierung und der

Unternehmensentwicklung beschäftigen. Diese

Foto: SpanSet

Stahlreport 9|18

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Stahlhandel

Berichte

Seit Mai 2018: Rund

4.000 m 2 Nutzfläche

bietet die neue Halle

der Willi Krohn

Handelsgesellschaft,

ausgestattet mit

modernster

Anlagentechnik.

Bilder: Willi Krohn Handelsgesellschaft mbH

Neuer Standort der Willi Krohn Handelsgesellschaft

Norddeutscher Bewehrungsspezialist

ist umgezogen

Es war eng geworden am alten Standort – zu eng. Dazu eine suboptimale Verkehrsanbindung und

in die Jahre gekommene Krananlagen. Für die Willi Krohn Handelsgesellschaft standen die Zeichen

auf Umzug und Erweiterung. Nach Grundstücksfindung, Bauplanung und -durchführung war es im

Mai soweit: Die neue Halle konnte bezogen werden. Mit modernsten Krananlagen, rund 4.000 m 2

Nutz fläche und direkter Autobahnanbindung ist der norddeutsche Bewehrungsstahl-Spezialist nun

bestens für die Zukunft aufgestellt.

Nach 133 Jahren in Itzehoe

war der Umzug ins benachbarte Breitenburg

für die Willi Krohn Handelsgesellschaft

mbH ein wahrhaft historischer

Schritt. Als sich in der

Mittelstadt nordwestlich von Hamburg

kein passendes Gelände für

den geplanten Neubau finden ließ,

fasste man bei Willi Krohn auch

andere Alternativen ins Auge. Fündig

wurde man im südlich benachbarten

Breitenburg – nur wenige

Autominuten entfernt.

Baubranche beschert Wachstum

Von 20 auf 30 Mitarbeiter hat sich

das Stahlhandelsunternehmen in

den vergangenen drei Jahren vergrößert,

erzählt Geschäftsführer

Thorsten Flasch. Das Unternehmen

profitiert vom Bauboom in ganz

Norddeutschland. Der Bewehrungsspezialist

setzt auf ein stimmiges

Produkt- und Dienstleistungspaket

mit eigener Biegerei, Schlosserei

sowie Verlegearbeiten. Neben Stabund

Formstählen sowie Betonstählen

gehören auch Rohre zum Sortiment.

„Unser Konzept kommt an“,

sagt Flasch. Maßgeschneiderte

Lösungen just-in-time, Flexibiliät

bei individuellen Anforderungen –

damit punktet Willi Krohn bei seinen

Kunden.

Das alte Werksgelände in Itzehoe

konnte mit dem Wachstum nicht

mithalten und stellte sich mit der

Zeit als zu klein und zu verschachtelt

heraus, so Hendrik Beckmann, wie

Thorsten Flasch Geschäftsführer und

Gesellschafter des Unternehmens.

„Wir mussten oft unnötig viele

Arbeitsschritte machen, weil es in

der räumlichen Situation nicht

anders möglich war.“

Neue Krananlagen up-to-date

Das sieht am neuen Standort ganz

anders aus. Der Bau einer neuen

Halle bot die Möglichkeit, die Logis-

tik von Grund auf optimal zu planen.

Das fängt beim eigenen Fuhrpark

und den externen Zulieferern an,

die mit der direkten Anbindung an

die A23 nun einen sehr kurzen Weg

zum Fernverkehr haben.

Die logistischen Vorteile wurden

aber auch bei der Intralogistik

genutzt. Wo zuvor zuletzt immer

einige Schritte zuviel gemacht werden

mussten, greift nun alles nahtlos

ineinander: drei Brückenkopf-Anlagen

von Konecranes, ein Stangenschneid-

und zwei Biegeautomaten

sind optimal im neuen Logistikkonzept

vernetzt.

Neben der Lager- und Werks -

halle ist auch ein modernes Verwaltungsgebäude

an dem neuen Standort

in Breitenburg entstanden.

Insgesamt hat das Unternehmen

rund 5 Mio. € in den neuen Standort

investiert – der mit 1 ha Erweiterungsfläche

auch für künftige Pläne

genügend Platz bietet. 2

6 Stahlreport 9|18


Foto: BEPRO

(v.l.) IHK-Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann, IHK-Standortleiter Dr. Jochen Grütters, Devin Kaludzinski (Fachlagerist),

BEPRO-Geschäftsführer Sören Filipczak, Marva Efetürk (Kauffrau im Groß-und Außenhandel), Berufswahlkoordinatorin Yvonne Abrahams

und Bryan Marwinski (Kaufmann im Groß-und Außenhandel).

Drei Auszubildende auf einen Streich

IHK würdigt vorbildliche

„Partnerschaft Schule – Betrieb“

Ein Musterbeispiel, wie Schülern der nahtlose Übergang in die Berufswelt gelingen kann,

kommt aus Gelsenkirchen-Bismarck: Durch die IHK-Partnerschaft zwischen der Mulvany-Realschule

und der BEPRO haben schon drei Schüler und Schülerinnen einen Ausbildungsplatz in dem

Unternehmen gefunden.

Für Yvonne Abrahams ist die

Partnerschaft mit der BEPRO Blechund

Profilstahl Handelsgesellschaft

mbH & Co. KG„echt der Hammer“.

Dabei ist die Kooperationsvereinbarung,

die auf Vermittlung der Industrie-

und Handelskammer (IHK) Nord

Westfalen geschlossen wurde, gerade

einmal sieben Monate alt. Und die Lehrerin

der Mulvany-Realschule muss es

wissen. Seit 16 Jahren ist sie dort schon

Studien- und Berufswahlkoordinatorin.

Drei Ausbildungsplätze auf einen

Streich, damit hatte auch sie, die

zusammen mit ihren Kollegen

immer versucht, „Schüler in Betrieben

unterzubringen“, nicht gerechnet.

Nun hat es für Devin Kaludzinski

(Fachlagerist), Marva Efetürk

(Kauffrau im Groß-und Außenhandel)

und Bryan Marwinski (Kaufmann

im Groß-und Außenhandel)

bei BEPRO geklappt.

Sowohl für Yvonne Abrahams als

auch für Geschäftsführer Sören

Filipczak war für diesen Vermittlungserfolg

entscheidend, „dass

durch die formale Partnerschaft jetzt

ein persönlicher Kontakt da ist“.

Beide Seiten loben den unkomplizierten

Umgang. „Die Hemmschwellen

sind weg, das ist klasse“, sagt

Filipczak, der bei der herkömmlichen

Suche nach Auszubildenden

in der Vergangenheit lange nicht so

erfolgreich war.

Großes persönliches Engagement

Abrahams war anfangs erstaunt über

den BEPRO-Geschäftsführer, „dass

er sich persönlich so stark einbringt

in die Partnerschaft mit unserer

Schule“, bei der Verantwortung, die

er für das Unternehmen und seine

Mitarbeiter trage. Filipczak wiederum

weiß, dass er als Stahlhändler

„wie die allermeisten Unternehmen

keine Traumjobs bieten kann, auf

die sich die halbe Welt bewirbt“. Er

setzt deshalb auf Nähe, auf Mitar- q

Kooperation mit der IHK – wie anfangen?

Die IHK Nord Westfalen bietet allen Schulen und Unternehmen in ihrem

Bezirk Unterstützung bei der Anbahnung von Kooperationen an.

Ansprechpartnerin für das Projekt „Partnerschaft Schule-Betrieb“ ist in

der Emscher-Lippe-Region Britta Schneider, Tel. +49 209 388-104.

Weitere Informationen im Netz unter www.ihk-nordwestfalen.de/schule-betrieb

Stahlreport 9|18

7


Stahlhandel

Berichte

q beiter aus der Umgebung. „Die entwickeln

eine ganz andere Bindung zum

Betrieb“, ist er überzeugt.

Das kommt den Absolventen der

Mulvany-Realschule entgegen.

„Unsere Schüler sind häufig nicht sehr

mobil und bekommen nicht immer die

Unterstützung von zu Hause, die man

braucht, wenn man von der Schule in

die Arbeitswelt wechselt“, erläutert

Abrahams. Umso mehr wundert sie

sich heute selbst, dass der Kontakt

zum Unternehmen erst durch IHK-

Projektmitarbeiterin Sabine Braukmann

zustande gekommen ist. Denn

mit dem Fahrrad sind es gerade einmal

fünf Minuten, um von der Schule zu

BEPRO zu kommen.

Ermutigende Erfolgsgeschichte

„Diese Partnerschaft ist ganz sicher

vorbildlich und ein hervorragendes Beispiel

für die Erfolgsgeschichte des IHK-

Projekts insgesamt“, sagte Dr. Jochen

Grütters, Leiter des IHK-Standorts

Emscher-Lippe in Gelsenkirchen. 459

Kooperationen zwischen Schulen und

Betrieben hat die IHK Nord Westfalen

inzwischen besiegelt, 27 davon in Gelsenkirchen.

Seit 2011 läuft das Projekt

Partnerschaft Schule-Betrieb, mit dem

die IHK Nord Westfalen die Unternehmen

bei der Suche nach Fachkräfte -

nachwuchs und die Schulen bei der

Berufsorientierung ihrer Schüler unterstützt.

„Auf der einen Seite kommen

Betriebe in persönlichen Kontakt zu

potenziellen Bewerbern. Auf der anderen

Seite bekommen Schüler eine bessere

Vorstellung von einer betrieblichen

Ausbildung und den Abläufen in einem

Unternehmen“, erläutert Grütters.

Die drei neuen Auszubildenden

jedenfalls sind überzeugt, mit einer

betrieblichen Ausbildung bei BEPRO

die richtige Entscheidung getroffen

zu haben: „Die Nähe des Betriebes und

die Arbeitsatmosphäre“, sind für

Marva Efetürk klare Pluspunkte. „Der

persönliche Kontakt zu den Kolleginnen

und Kollegen ist mir wichtig“,

sagt auch Bryan Marwinski, der sich

auf die verschiedenen Arbeiten am

Telefon und Computer freut. Demgegenüber

erwartet Devin Kaludzinski,

dass er im Lagerbetrieb „kräftig anpacken“

und in Bewegung bleiben kann:

„Den ganzen Tag am Schreibtisch zu

sitzen ist nicht mein Ding.“ 2

Bild: Günther + Schramm

Heidelberger Druckmaschinen AG setzt auf Günther + Schramm

Vom klassischen Stahlhändler

zum Full-Service-Dienstleister

Seit mehr als 25 Jahren bezieht die Heidelberger Druckmaschinen

AG ihre Rohstoffe für einen Zylinder, ein wichtiges A-Teil für

Bogen offset-Druckmaschinen, über Günther + Schramm.

Damit Zeit und Kosten optimiert werden konnten, wurde der

Beschaffungsprozess weiterentwickelt: Als Full-Service-Anbieter

übernimmt der süddeutsche Stahl- und Metallhändler heute

sowohl die Beschaffung als auch die Bearbeitung, Logistik und

Bereitstellung des Materials. Die endkonturnahen Komponenten

liefert Günther + Schramm just-in-time bis an die Bearbeitungsmaschinen

von Heidelberger. Dadurch spart das Unternehmen etwa

15 % an Herstellungskosten und reduziert den Dispositions- und

Verwaltungsaufwand entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Bis vor kurzem belieferte der

süddeutsche Stahl- und Metalldistributor

die in Wiesloch-Walldorf ansässige

Heidelberger Druckmaschinen

AG (Heidelberg) regelmäßig mit Sägeteilen,

aus denen ein Zylinder für

die Bogenoffset-Druckmaschinen

gefertigt wurde. Das gelieferte Rohteil

von Günther + Schramm ist über

1,4 m lang und wiegt knapp 1 t. Die

Komponente musste in der Vergan-

genheit von Heidelberger aufwändig

zerspant werden. Rund 20 % des

Materials gingen dabei verloren.

Zudem konnten die großvolumigen

Komponenten nur auf einer

bestimmten, entsprechend großen

Maschine von Heidelberger bearbeitet

werden. Um sich in der Produktion

deutlich effizienter aufzustellen

und Kosten zu sparen, wurde eine

neue Lösung entwickelt.

8 Stahlreport 9|18


Rohzylinder, den Günther + Schramm

nach dem Reibschweißen just-in-time

an die Heidelberger Druckmaschinen

AG liefert.

Vom klassischen Stahlhändler

zum Full-Service-Dienstleister

Gemeinsam mit Günther + Schramm

wurde ein Prozess entwickelt, mit

dem das Rohteil produktionsgerechter

und kostengünstiger hergestellt

werden kann. „Mit dem Reibschweißen

haben wir ein optimales Verfahren

gefunden, das allen Anforderungen

gerecht wird“, blickt Georg

Reisinger, Projektverantwortlicher

bei Günther + Schramm, zurück. Bei

diesem Bearbeitungsprozess werden

drei einzelne Komponenten, ein großes

Mittelstück sowie zwei einzelne

Zapfen, zu einem Zylinder zusammengeschweißt.

Nach der Auswahl der neuen

Technologie fungierte Günther +

Schramm zunächst als klassischer

Materiallieferant. Die Schweiß- und

Bearbeitungsaufgaben übernahmen

externe Dienstleister, die Heidelberger

selbst koordinierte. Ein hoher

Verwaltungs- und Dispositionsaufwand,

viele Schnittstellen sowie

lange Durchlaufzeiten waren das

Resultat. „Für uns stand fest: Wir

brauchen einen gesamtverantwortlichen

Partner für unseren fertig

geschweißten Zylinder, der von der

Materiallieferung über die Vorbearbeitung

der Einzelkomponenten bis

hin zum fertig geschweißten Rohmaterial

alles abdeckt. Da Günther

+ Schramm seit Beginn an in den

neuen Prozess involviert war, wollten

wir das Unternehmen als Partner

für dieses Projekt gewinnen“, so

Andreas Gund, Leiter Technologieberatung

und Standardisierung bei

Heidelberger.

Logistik- und Bearbeitungs -

prozesse steuern

„Die Herausforderung besteht darin,

komplexe Liefer-, Bearbeitungs- und

Logistikprozesse zu koordinieren“,

erklärt Georg Reisinger. „Wir tragen

die Verantwortung für jedes einzelne

Teil und sorgen dafür, dass alle Materialien

just-in-time geliefert werden.

Das ist bei 1.000 t Material pro Jahr

und der Verknüpfung von verschiedenen

Projektpartnern eine echte

Herausforderung.

Am Ende des Prozesses liefert

Günther + Schramm ein reibgeschweißtes

Rohteil, das der Endkontur

des einbaufertigen Zylinders sehr

nahekommt. Somit muss der Druckmaschinenexperte

nur noch wenig

Nacharbeit leisten, bis das Produkt

in die Maschinen integriert wird.

Dadurch spart Heidelberger Zeit in

der Produktion und kann sich auf

seine Kernkompetenzen konzentrieren.

2

NEU

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Stahlhandel

Bericht

Bild: XOM Materials

Tim Milde (l.) und Matthias Affeldt, Geschäftsführer von XOM Materials GmbH

Offene Industrieplattform XOM Materials –

digitale Infrastruktur für die Stahl- und Metallindustrie

Gesehen werden

„Zu komplex, nicht einschätzbar, in der Praxis nicht relevant“ – so wird der Online-Handel für die

Stahl- und Werkstoffbeschaffung bislang oft gesehen. Was die Konsumentenmärkte in den letzten

Jahren von Grund auf umgekrempelt hat, sei kein Modell für den Stahl- und Metalleinkauf. Die offene

Industrieplattform XOM ist angetreten, das zu ändern.

[ Kontakt ]

xom-materials.com

XOM Materials GmbH

Stresemannstr 123

10963 Berlin

Die Verkaufsprozesse im

Stahl- und Werkstoffhandel sind oftmals

ineffizient – und damit kostspielig.

Der Status-quo der Kommunikation

und Datenübermittlung

basiert oft noch auf analogen Technologien

wie Telefon, Mail oder Fax.

Diese Prozesse sind langwierig und

mit hohem Aufwand verbunden.

Zudem gestatten sie nur begrenzte

Flexibilität im Umgang mit Kunden

– wenn zum Beispiel benötigte Informationen

nicht kurzfristig zur Verfügung

gestellt werden können.

Die offene Industrieplattform

XOM bietet hier eine Lösung. Sie

stellt eine hochmoderne digitale

Infrastruktur für den Handel mit

Stahl und anderen Werkstoffen zur

Verfügung.

Neutrales Start-up mit

Erfahrung im Stahlhandel

Gegründet Ende 2017, hat das Team

der XOM Materials GmbH an den

Standorten Berlin und Duisburg die

Infrastruktur entwickelt, welche die

Beschaffung im Stahl- und Werkstoffhandel

auf die digitale Ebene

hebt. Genug Erfahrung in und mit

der Branche ist vorhanden.

Tim Milde, einer der beiden

Geschäftsführer von XOM Materials,

hat bereits viele Jahre mit dem Aufbau

von E-Commerce-Strukturen in

der Metallindustrie verbracht. Er

und sein Team kennen die Bedürfnisse

und Besonderheiten der Stahlund

Metallwelt. „Wir verstehen uns

als unabhängiger und neutraler Partner

der Branche“, unterstreicht Tim

Milde.

Vertriebskanal auf hohem

technologischen Niveau

XOM ist für Anbieter ein zusätzlicher

Vertriebskanal auf hohem technologischen

Niveau. Die Web-Technologien

unter der Haube der Industrieplattform

sind State-of-the-Art,

erprobt, effizient und ausgereift. In

Berlin und Duisburg arbeiten

(metall-) erfahrene E-Commerce-

Experten daran, die Beschaffungs-

10 Stahlreport 9|18


„Wir verstehen uns als Partner der Branche. Wir sind überzeugt, dass

XOM als neutraler Marktplatz die Stahl- und Werkstoffbeschaffung

effizienter machen kann.“

Tim Milde, Geschäftsführer XOM Materials GmbH

Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

100 % Leistung

bis zum Anschlag!

und Vertriebsprozesse mit Gewinn

für alle Seiten effizienter zu machen.

Händler, Service-Center und

Werke können mit XOM Materials

die oft unüberschaubar hohen Kosten

für die Entwicklung eigener

Lösungen einsparen. Der Aufwand,

als Anbieter auf der Plattform präsent

zu sein, beträgt nur einen Bruchteil

des Aufwands für eine eigene

Lösung. XOM stellt den Anbietern

eine geringe Grundgebühr sowie

eine Beteiligung pro Buchung in

Rechnung.

nötigen Parameter zu hinterlegen,

um den Vertrieb direkt starten zu

können, ist laut Anbieter gering –

und sei nicht zu vergleichen mit dem

Aufwand, der mit der Entwicklung

und der Pflege einer eigenen Lösung

verbunden wäre. So muss XOM Materials

zum Beispiel nicht notwendig

zuerst in die eigenen IT-Systeme integriert

werden. Auch ohne „tiefe“

Anbindung können Anbieter ihre

Produkte über XOM vertreiben –

wenn es drauf ankommt, sehr schnell

innerhalb einiger Tage.

Was kommt auf Anbieter

konkret zu?

Ist die Entscheidung für XOM gefallen,

werden im nächsten Schritt

Informationen über die Produkte

von den Anbietern bereigestellt –

Produktarten, Werkstoffnummern

und Abmessungen. XOM schlägt

darauf basierend eine Kategorienstruktur

und weitere Parameter vor,

in die die Produkte eingeordnet werden.

Anhand eines Beispielprodukts

auf Basis seiner Daten kann der

Anbieter im sogenannten „Product

Cockpit“ die restlichen Produkte

komfortabel und übersichtlich

anpassen. Über einen „Hot folder“

– einen virtuellen Ablageplatz – werden

individuelle Preis-, Bestandsund

Kundeninformationen dem System

mitgeteilt und gesteuert.

Der Aufwand, die eigenen Produkte

auf XOM einzupflegen und die

Vorteile für Anbieter

z weitere Vertriebsoption

Autobahn statt Schnellstraße

Bestellungen auf XOM Materials

erreichen die Anbieter direkt – welche

die Order nun nur noch formal

bestätigen müssen, um einen juristisch

gültigen Kaufvertrag zu schließen.

Nach diesem Schritt, der im

Idealfall – etwa bei wiederkehrenden

gleichartigen Bestellungen – tatsächlich

mit nur wenigen Klicks durchgeführt

werden könne, wird der Versand

der Ware angestoßen.

Hier spielt die Industrieplattform

XOM eine ihrer Stärken aus: die Prozessgeschwindigkeit

bei gleichförmigen

Abläufen. Wer es schafft, seinen

Vertrieb in möglichst große

Bündel gleichförmiger Abläufe zu

unterteilen, ist schon einen großen

Schritt in Richtung Wettbewerbsvorteil

gegangen.

Ist die bisherige Vertriebsstruktur

des Stahlhandels eine Schnellstraße, q

z effiziente, einfache Verkaufsprozesse

z keine Entwicklungskosten für eigene Lösung

z größere und neue Kundengruppen

z solider Anbieter mit großer Erfahrung im Online-Stahlhandel

z zusätzliche Dienstleistungen (Werbung, Logistik, Finanzierung,

Versicherung)

Stahlreport 9|18

11

Standard, Systeme, Anschlagrohre

aus Edelstahl und das

volle Zubehörprogramm.

Bundesweit und immer zu

mindestens 90 % auf Lager.

Metallbau

Stahlbau

Fahrzeug- / Landmaschinen- /


Maschinenschutzeinrichtung

Maschinenbau und Anlagenbau

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Peter Drösser GmbH

Ackerstraße 144

51065 Köln

Fon +49 221 6789-0

info@droesser.de

www.droesser.de


Stahlhandel

Berichte

Die offene Handelsplattform

will Kunden

und Einkäufer

im Werkstoffhandel

verbinden sowie die

Verkaufsprozesse

der Branche vereinfachen

und optimieren.

q stelle die offene Industrieplattform XOM

ein Autobahn-Netz zur Verfügung.

Und wenn Kunden fragen?

Doch was ist, wenn Kunden noch

weiteren Informationsbedarf haben?

Der Bestellprozess läuft im Idealfall

vollautomatisch und sehr effizient

ab. Kein Übertragen der Bestelldaten

aus einer E-Mail, einem Telefonat

oder gar von einem Fax in ein oder

mehrere interne Systeme. Wenn

alles optimal konfiguriert ist, geht

eine Bestellung über XOM quasi

direkt in den Versand. Doch wenn

Kunden technische Beratung benötigen?

Oder Informationen zu Anarbeitung

oder Lieferterminen?

Wie im konventionellen Vertrieb

können Kunden auch auf XOM die

Anbieter individuell und auf den

gewohnten Wegen per E-Mail oder

Telefon erreichen. Entsprechende Kontaktinfos

werden von jedem Anbieter

auf XOM hinterlegt. Die offene Industrieplattform

sei angetreten, um die

Vertriebs- und Beschaffungsstrukturen

im Werkstoffhandel effizienter zu

gestalten – und nicht, um die Kommunikation

der Lieferanten mit ihren

Kunden einzuschränken.

Im Gegenteil: Denn werden Vertrieb

und Beschaffung von der technischen

Prozessabwicklung entlastet,

können die freiwerdenden

Kapazitäten für andere, wichtigere

Aufgaben eingesetzt werden.

Der Eine unter vielen –

Shop-in-Shop-Präsenz

Mit der Shop-in-Shop-Funktion bietet

XOM die Möglichkeit, sich mit

NEUTRALER Anbieter mit Stahl-Know-how

XOM Materials ist eine offene Industrieplattform für die Stahl- und Metallindustrie

– und richtet sich sowohl an Werke als auch an Service-Center

und den Handel. Gegründet Ende 2017, arbeitet das engagierte Team der

XOM Materials GmbH mit rund 25 Mitarbeitern an den Standorten Berlin

und Duisburg daran, die Werkstoffbeschaffung auf die nächste, digitale

Ebene zu heben.

Genug Erfahrung in und mit der Branche ist vorhanden. Bevor Tim Milde

als einer der beiden Geschäftsführer zu XOM Materials gekommen ist,

war eine seiner Stationen, die „Digitaleinheit“ kloeckner.i – die er maßgeblich

aufgebaut hat. Er und sein Team kennen die Bedürfnisse und

Besonderheiten der Stahl- und Metallindustrie. Mit Matthias Affeldt,

neben Milde der zweite Geschäftsführer der Plattform, ist zudem ein ausgewiesener

E-Commerce-Experte mit an Bord.

einer eigenen Präsenz von Wettbewerbern

abzuheben. Standardmäßig

werden alle angebotenen Produkte

auf XOM in einem universellen

Design dargestellt. Eine individuelle

Präsenz steht für Anbieter mit der

Shop-in-Shop-Lösung bereit. In diesem

unternehmenseigenen Verkaufskanal

können Produkte und

Dienstleistungen zum Beispiel im

eigenen Corporate Design dargestellt

und das eigene Marketing besser

platziert werden. Stammkunden

können für Bestellungen zum Beispiel

ohne Umweg über die globale

Ebene des Marktplatzes XOM direkt

auf den Shop des Anbieters zugreifen.

Der eigene Vertriebskanal

ermöglicht zudem weitere Optimierungen

der Abläufe durch individuelle

Analysen der aufkommenden

Daten, etwa der Seitenbesuche, der

Bestellprozesse etc.

Der Shop-in-Shop ist zugleich

der Einstieg in die weitere Digitalisierung

der Vertriebsinfrastruktur.

Händler-Kunden können ihren

eigenen Kunden hier zusätzlichen

Service bieten – etwa ein erweitertes

Zur-Verfügung-Stellen von

Informationen, die Anbindung an

vorhandene ERP-Systeme und

mehr.

Mit XOM ist ein risikoarmer Einstieg

in die Digitalisierung möglich,

wirbt das Unternehmen. 2

12 Stahlreport 9|18


Mit einem Spectrotest

der neuesten

Generation sichert

rff die hohe Qualität

seiner Lieferungen.

Bild: rff Handels GmbH

rff reduziert Durchlaufzeiten beim Wareneingang

7.700 Messungen pro Jahr –

Tendenz steigend

Die Mitarbeiter im „Quality Check“ bei der rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH (rff) haben einen

wichtigen Auftrag: Sie tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche der Kunden an die Produktqualität

bei jeder Lieferung gewährleistet sind. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, legt rff viel Wert darauf,

die Prüf- und Messmittel immer auf dem neuesten Stand zu halten. Kürzlich hat das Handelsunternehmen

ein weiteres Spektroskop der neuesten Generation in Betrieb genommen.

Kai Böcker hat eine verantwortungsvolle

Aufgabe bei rff. Als

Mitarbeiter im „Quality Check“ (QC)

prüft er jeden Tag die Qualität von

Flanschen und Fittings, die aus aller

Welt den Weg ins Zentrallager

Stuhr/Bremen gefunden haben. Das

wichtigste Hilfsmittel an seinem

Arbeitsplatz ist das Spektroskop, mit

dem er die Ware auf Einhaltung der

chemischen Zusammensetzung

prüft. Böcker ist einer von insgesamt

vier Prüfern, die speziell ausgebildet

wurden. Zusammen mit seinen Kollegen

führt er über 7.700 Messungen

im Jahr durch – Tendenz steigend.

Insbesondere in der Qualitätssicherung

ist es überaus wichtig, dass

die Messmittel immer exakt arbeiten

und technisch auf dem neuesten

Stand sind. Damit rff auch in Zukunft

den hohen Anspruch seiner Kunden

sicherstellen kann, hat das Handelsunternehmen

vor kurzem ein weiteres

Spektroskop der neuesten

Generation in Betrieb genommen. Es

ist das zweite Gerät, das bei rff in

Stuhr im Einsatz ist. Ein weiteres

Analysegerät, das auf Basis der Röntgenfluoreszenzanalyse

(RFA) arbeitet,

sichert im Zentrallager für Rohre

in Beucha/Leipzig die Qualität der

Langprodukte.

Kapazität beim

Qualitäts-Check erhöht

Jens Fuhrken ist als Leiter IMS (Integriertes

Managementsystem) unter

anderem für den Bereich „Qualitätsmanagement“

bei rff verantwortlich.

„Die Kunden wissen, dass sie von

uns nur einwandfrei geprüfte und

dokumentierte Ware bekommen. Diesem

Anspruch stellen wir uns jeden

Tag und mit jeder Lieferung. Aufgrund

steigender Wareneingänge

haben wir konsequent gehandelt und

die Kapazitäten am QC-Platz weiter

erhöht“, sagt Fuhrken.

Fuhrken weiß um die Vorteile,

die sich für die Kunden von rff ergeben:

„Mit dem Spectrotest der dritten

Generation verfügen wir über ein

modernes Gerät, das die Durchlaufzeit

am Wareneingang stark reduziert.

Kurze Messzeiten und verlässliche

Ergebnisse kommen

unseren Kunden zugute, da die

Ware dem Verkauf schneller zur

Verfügung steht. Damit stellen wir

den gewohnt hohen Lieferservice

von rff auch in Zukunft sicher“,

erläutert Fuhrken. 2

Stahlreport 9|18

13


Stahlhandel

Nachrichten

Fotos: Kicherer

Der Übergang zwischen bestehendem Standort und neuem Verwaltungsgebäude der Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG

Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG baut gläserne Brücke zum neuen Bürogebäude

75 Meter in die Zukunft

Es war eine der größten Baustellen in

ganz Ostwürttemberg: Der Bau des neuen

Stahlcenters II der Friedrich Kicherer GmbH

& Co. KG – bestückt mit einem Hochregallager

mit über 10.000 Kassetten. Teil des Riesen-Bauprojekts

ist auch ein Gebäude mit

Büroflächen im Obergeschoss sowie einer

Kantine und Kindertagesstätte für die

„Kichererbsen“.

Zwei Argumente haben diesen Verbindungsgang

für die Unternehmensleitung unabdingbar

gemacht: Die schnelle Erreichbarkeit der Kindertagesstätte

für die Eltern und Großeltern,

vor allem aber auch der direkte Anschluss der

bestehenden Gebäude an das Stahlcenter II.

Der Geschäftsleitung ist es wichtig, dass die

Abteilungen des Stahlgroßhändlers weiterhin

in ständiger Verbindung stehen, eine

Einheit bilden – und in Ellwangen nicht nur

Brücken zwischen Gebäuden, sondern auch

zwischen Menschen geschlagen werden.

Um die bestehende Firmenzentrale mit dem

Neubau zu verbinden, wurde jetzt eine gläserne

Brücke gebaut: 75 m lang, 3,73 m

hoch und ca. 60 t schwer, führt sie in 5,5 m

Höhe über die Straße.

Der neue Steg wurde in drei Teilen angeliefert

und sukzessive innerhalb einer Woche

aufgebaut. Letzter, noch ausstehender Part,

ist eine elegante Verglasung des auch mit

einem Lüftungssystem versehenen Übergangs.

Der neue Steg wurde in drei Teilen angeliefert und sukzessive innerhalb einer Woche aufgebaut.

thyssenkrupp Schulte

Standort im Frankfurter Osthafen ausgebaut

thyssenkrupp Schulte plant, seinen Vertriebs- und Logistikstandort

für Stahl-, Edelstahl- und NE-Metalle in Frankfurt/M. zu stärken und

zu überregionaler Bedeutung weiterzuentwickeln. Das Unternehmen

investiert dazu unter anderem in den Ausbau des Hochregallagers und

der Anarbeitungsaggregate am Standort. „Der Ausbau unseres Frankfurter

Standorts ist für uns ein wichtiger Meilenstein unserer Unternehmensstrategie“,

so Ilse Henne, CEO von thyssenkrupp Schulte.

Der Standort im Frankfurter Osthafen bietet dem Unternehmen eine

langfristige Perspektive. „Wir haben uns schon vor einigen Jahren

auf den Weg gemacht, den Osthafen mit seiner hervorragenden

Infrastruktur langfristig als Industriestandort zu sichern“, sagt Stadtrat

Markus Frank. „Wir sind froh, dass wir mit thyssenkrupp Schulte

einem weiteren Unternehmen eine verlässliche Perspektive geben

können.“

14 Stahlreport 9|18


Stahlproduktion

Bericht

Steligence: Bauprojekte deutlich nachhaltiger machen

ArcelorMittal stellt neues

Bauindustrie-Konzept vor

ArcelorMittal hat ein grundlegend neues Konzept für den Einsatz von Stahl beim Bauen vorgestellt:

Steligence® soll die nächste Generation sogenannter High-Performance-Gebäude und deren Konstruktionstechniken

begünstigen und einen nachhaltigeren Lebenszyklus schaffen. Das Konzept

basiert auf der Idee, dass Gebäude ganzheitliche Einheiten sind, bei denen alle Aspekte des Designs

als Teil des Ganzen betrachtet werden.

Steligence trage der Notwendigkeit

Rechnung, die Zusammenarbeit

zwischen den verschiedenen

Fachdisziplinen der Architektur und

des Ingenieurwesens zu verbessern,

so der Konzern. Mit Steligence sollen

mittels der besten verfügbaren Technologie

in der Stahlerzeugung sowie

mit der Modularisierung von Stahlkomponenten

in Gebäuden Effizienzgewinne

bei Planung/Design, Konstruktion

und Konfigurierbarkeit im

Vergleich zu herkömmlichen Bau -

weisen erzielt werden.

Steligence ist das Ergebnis jahrelanger

intensiver wissenschaftlicher

und unabhängiger Peer-Review-Forschung

zur Entwicklung von Spezialstählen

für die Bauindustrie, so

ArcelorMittal. Durch die Kombination

dieser Forschung und Entwicklung

mit der umfassenden Konsultation

führender Unternehmen der Baubranche

wurde mit Steligence ein „grundlegend

neuer“ Ansatz für das Bauen

entwickelt, so das Unternehmen.

Da Stahl prinzipiell unendlich oft

recycelbar ist, soll Steligence für

Architekten eine Grundlage liefern,

den Lebenszyklus, die Recyclingfähigkeit

und letztendlich die Wieder-

verwendbarkeit eines Gebäudes und

seiner Komponenten bereits in einem

frühen Stadium des Planungs-/

Designprozesses zu berücksichtigen.

Zentrale Vorteile des Steligence-Konzepts

z Optimal genutzter Raum

Mehr Geschosse,

höhere Spannweiten

Dieser neue Konstruktionsansatz

von ArcelorMittal sei durch echte q

z Stahlfundamente mit geringerem Gewicht

z Höheres Bautempo

z Geringere Anschaffungs- und Betriebskosten

z Geringere ökologische Auswirkungen, u.a. durch höhere

Recycling-Quoten als bei anderen Baumaterialien

z Verbesserter Komfort für Gebäudenutzer durch verbessertes

Wärmeverhalten des Stahlgebäudes

Stahlreport 9|18

15


Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

q technologische Fortschritte entstanden,

die den Werkstoff Stahl für das

Bauen noch attraktiver als bisher

machen.

Als wesentliche Vorteile nennt

ArcelorMittal die Möglichkeit, bei

neuen Gebäudeprojekten mehr

Geschosse innerhalb einer vorgegebenen

Höhe als bei herkömmlichen

Bausystemen und Materialien unterzubringen,

weniger tiefe und daher

weniger kostspielige Fundamente

aufgrund des geringeren Gewichts

von Stahlgebäuden im Vergleich zu

den herkömmlichen Materialien zu

realisieren sowie weitaus längere

ununterbrochene Spannweiten zwischen

den Trägern zu ermöglichen.

Darüber hinaus gelte für

Gebäude, deren Design nach der Steligence-Philosophie

erfolgt, dass sie

einfacher ineinanderzusetzen (und

möglicherweise auseinanderzunehmen)

und somit schneller zu bauen

seien – was zu erheblichen Effizienzsteigerungen

und Kosteneinsparungen

für den Bausektor führen könne.

Wiederverwenden statt recyclen

Wenngleich das Recyclingpotenzial

von Stahl dem der alternativen Werkstoffe

deutlich überlegen ist, entstehen

aufgrund der zum Schmelzen

und Umformen notwendigen Energie

Kosten. Hier könne die Wiederverwendung

statt des Recyclings von

Stahlkomponenten am Ende der

Lebensdauer des ursprünglichen

Gebäudes deutliche Verbesserungen

bringen.

„Mit zunehmender Klima-, Energie-

und Ressourcenknappheit werden

Win-Win-Lösungen wie Steligence

für Wirtschaft und Gesellschaft

in ihrer Gesamtheit unverzichtbar.

Gebäude spielen für uns alle eine

große Rolle im Leben, so dass die Entwicklung

eines Baukonzepts, das die

sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen

Auswirkungen für jedermann

verbessert, und dabei auch die

Funktionalität und Ästhetik dramatisch

verbessert, eine große und

äußerst wichtige Herausforderung

darstellt“, sagte Greg Ludkovsky, globaler

Leiter für Forschung und Entwicklung

bei ArcelorMittal, bei der

initalen Präsentation des Konzepts

im Juni. 2

Verbesserung der Bandqualität

ArcelorMittal Bremen modernisiert Warmbandwalzwerk

Vormontage eines CVC ® plus-Systems in der

SMS group-Werkstatt.

Projekt zur Dekarbonisierung der Stahlherstellung gestartet

Mikroben vertilgen Hochofengas

ArcelorMittal und LanzaTech haben

im Juni in Gent den Grundstein für ein 150-

Mio-€-Projekt zur Kohlenstoffabscheidung

im Hochofen gelegt. Mit dem Bau dieser

neuen Anlage könnte die Kohlenstoffabscheidung

bei der Stahlherstellung im

Hochofen revolutioniert und die Dekarbonisierung

des Verkehrssektors unterstützt

werden. Die Technologie der Gasumwandlung,

die von dem in Chicago ansässigen

Unternehmen LanzaTech entwickelt wurde,

nutzt Mikroben, die sich von Kohlenmonoxid

ernähren, um Bioethanol herzustellen.

Das gewonnene Bioethanol kann als Transportkraftstoff

oder potenziell zur Herstellung

von Kunststoffen eingesetzt werden.

ArcelorMittal Bremen, Deutschland,

hat die SMS group mit der Modernisierung

seiner Warmbandstraße beauftragt. Ziel der

Modernisierung ist die Verbesserung der

Toleranzen bei der Warmbandproduktion.

Durch die Modernisierung steht ArcelorMittal

Bremen ein „leistungsfähiges Stellglied“

zur Beeinflussung des Bandprofils und der

Bandplanheit zur Verfügung, so das Maschinenbau-Unternehmen

sms. Die Anlage in

Bremen ist die dritte Warmbandstraße des

ArcelorMittal-Konzerns, welche die SMS

group innerhalb kurzer Zeit mit dem

CVC ® plus-System (CVC ® = Continuously

Variable Crown) zur Beeinflussung der Bandgeometrie

ausrüstet. Der Umbau der Fertiggerüste

erfolgt in zwei Schritten im Oktober

2018 und im Oktober 2019 während der

geplanten jährlichen Wartungsstillstände.

Das Aggregat am ArcelorMittal-Standort

Gent ist die erste Anlage dieser Art im

industriellen Maßstab in Europa. Nach Fertigstellung

soll die jährliche Produktion von

Bioethanol dort voraussichtlich rund 80

Mio. l erreichen. Das entspräche einer jährlichen

CO 2

-Einsparung von 100.000 Elektroautos.

Die Inbetriebnahme und erste Produktion

werden bis Mitte 2020 erwartet.

„Wir freuen uns, dass wir nach mehreren

Jahren Forschung und Entwicklung nun das

größte Projekt dieser Art innerhalb der

ArcelorMittal-Gruppe vorantreiben. Dies ist

die erste Anwendung eines tragfähigen

neuen Geschäftsmodells, bei dem die Wiederverwendung

von Kohlenstoff in großem

Maßstab möglich ist“, sagte Carl De Maré,

Vice President of Technology Strategy bei

ArcelorMittal.

Die neue Carbon-Smart-Technologie verdeutliche

das Engagement von ArcelorMittal

bei der Umgestaltung der Stahlproduktion.

Mit ihr werde auch die Stellung von

Stahl in der Kreislaufwirtschaft weiter

gestärkt, insbesondere im Vergleich zu

anderen kohlenstoffreicheren Metallen wie

Aluminium, so der Stahlproduzent.

Salzgitter-Tochter übernimmt Edelstahlrohrspezialisten

Die Mannesmann Stainless Tubes GmbH in Mülheim, ein Konzernunternehmen der Salzgitter

AG, hat den Edelstahlrohrproduzenten SOTEP (Société Technique d’Etirage de Précision)

mit Sitz in Issoudun, Frankreich, übernommen. Die 1980 gegründete SOTEP ist ein

Spezialanbieter kaltgefertigter nahtloser Edelstahlrohre im Premiumsegment für die Bereiche

Luftfahrt, Kraftwerke sowie Öl und Gas. Das Unternehmen betreibt am Standort Issoudun

ein Werk mit 65 Mitarbeitern und erwirtschaftete im Jahr 2017 mehr als

10 Mio. € Umsatz. Die Mannesmann Stainless Tubes GmbH gehört mit ihren Produktionsstandorten

in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA zu den weltweit führenden Herstellern

nahtloser Edelstahlrohre. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Bild: SMS group

16 Stahlreport 9|18


Modernisierung der Fertigungslinien

SSAB Europe richtet Rohrproduktion neu aus

Spezialstahl Thermodur 2383 Supercool

Hochfester Werkzeugstahl

ermöglicht effizienteres Presshärten

Verlängerte Werkzeugstandzeiten und kürzere Taktzeiten

in der Produktion: Das Presshärten bringt für die Automobilindustrie

viele Vorteile mit sich – vor allem für den Leichtbau

in der Karosseriefertigung. Damit Hersteller langfristig

davon profitieren können, müssen auch die Anlagenkomponenten

langlebig sein. Vorteilhaft ist es zum Beispiel, wenn der

Formeinsatz des Werkzeugs aus einem hochfesten Stahl

besteht, der zugleich eine erhöhte Abkühlgeschwindigkeit

ermöglicht. Für genau diese Anwendung haben die Deutschen

Edelstahlwerke (DEW), ein Unternehmen der SCHMOLZ +

BICKENBACH-Gruppe, ihren Warmarbeitsstahl Thermodur

2383 Supercool entwickelt.

Thermodur 2383 Supercool kombiniere sehr gute mechanische

Eigenschaften und eine hohe Verschleißfestigkeit mit

einer überdurchschnittlichen Wärmeleitfähigkeit. Das mache

ihn insbesondere für den Einsatz in Presshärtewerkzeugen

interessant.

Der schwedische Stahlproduzent SSAB plant, seine Rohrproduktion

der Businesseinheit Europe neu zu organisieren. Mit den

Maßnahmen sollen die Produktion modernisiert und der Ausstoß

gesteigert werden, teilte das Unternehmen im Juni mit.

Geplant sind demnach die Modernisierung der bestehenden Produktionslinien

im finnischen Rohrwerk Hämeenlinna sowie ein Programm

zur Modernisierung und Weiterentwicklung der Rohrproduktion

an den ebenfalls finnischen Standorten Oulainen, Pulkkila und

Toijala. Das Produktionsvolumen soll erhöht werden, um eine wettbewerbsfähigere

Fertigung von noch hochwertigeren Rohren für die

Bau-, Maschinen-, Automobil- und Möbelindustrie zu erreichen.

Für das Werk Lappohja, Finnland, könnten die Restrukturierungsmaßnahmen

zur Schließung führen, sagte SSAB dem Informationsdienst

S & P Global Platts. Die Stahlwerke von SSAB Europe verfügen

derzeit über eine jährliche Produktionskapazität von 4,9 Mio. t.

SSAB Europe produziert hochwertige Stahlbänder, -platten und

-rohre. Der Stahlproduzent konzentriert sich auf die nordischen

Märkte und selektive Wachstumsbereiche, wie hochfeste Stähle für

die globale Automobilindustrie.

Das Presshärten ist ein spezielles Warmumformverfahren für

die Herstellung hochfester Karosserieteile in der Automobilindustrie.

Das Blechteil wird in einem einzigen, kombinierten

Prozessschritt warmumgeformt und wärmebehandelt. Dafür

werden die Stahlbleche zunächst erwärmt und anschließend in

ein Presswerkzeug mit aktiver Kühlung überführt. Der Werkzeugstahl,

der bei diesem Prozess eingesetzt wird, braucht

neben guten mechanischen Eigenschaften wie Härte, Durchhärtbarkeit

und Verschleißbeständigkeit eine hohe Wärmeleitfähigkeit.

Sie ist von entscheidender Bedeutung für das gleichmäßige

Abschrecken sowie für die Taktzeit und kann somit die

Kosten des gesamten Verfahrens wesentlich verringern.

„Packaging Steel“-App mit neuen

Funktionalitäten

thyssenkrupp-Kunden aus dem Bereich Verpackungsstahl können

nun noch einfacher relevante Informationen über ihr

Smartphone erhalten: Die „Packaging Steel“-App von thyssenkrupp

verfügt mit dem Update 2.0 über neue, interaktive

Funktionalitäten, die den Nutzern einen deutlichen Mehrwert

bringen sollen. So ermöglicht der „Kalkulator“ zahlreiche praktische

Umrechnungen für Coil- und Tafelmaterial. Ebenfalls

neu ist die Routenführung zum Standort Andernach der Verpackungsstahlproduzentin

thyssenkrupp Rasselstein GmbH; relevante

Zertifikate rund um Weißblech befinden sich bei der

„Packaging Steel“-App 2.0 nun direkt auf dem Dashboard. Das

Update der „Packaging Steel“-App ist in den App-Stores für

Android und iOS herunterladbar. Auf Amazon Play finden auch

BlackBerry-Nutzer die App für ihr Gerät. Die App ist kostenfrei

und steht in Deutsch sowie Englisch zur Verfügung.

Sägen. Lager. Mehr.

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Langgut und Blech: mehr Engagement, mehr Verantwortung,

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Stahlreport 9|18

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Stahlproduktion

Bericht

3D-Druck verdoppelt

Festigkeit von Edelstahl

Am Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien,

USA, ist Forschern ein Durchbruch beim 3D-Druck von rostfreiem Stahl

gelungen. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie zusammen mit

Mitarbeitern des Ames National Laboratory, der Georgia Tech University

und der Oregon State University eine der häufigsten Formen von

rostfreiem Stahl – die Edelstahllegierung 316L – per 3D-Druck und mit

stark verbesserten Festigkeitswerten herstellen können.

„Wir waren in der Lage, echte Bauteile im Labor mit 316L-Edelstahl

in 3D zu drucken, und die Leistung des Materials war sogar besser als die

des traditionellen Ansatzes. Das ist wirklich ein großer Sprung. Es macht

die additive Fertigung sehr attraktiv und schließt eine große Lücke“, sagte

der LLNL-Materialwissenschaftler Morris Wang.

Sollte sich der Druck dieses kohlenstoffarmen Edelstahls 316L als

industriell realisierbar erweisen, könnte das erhebliche Auswirkungen

auf Industrien wie die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie sowie

die Öl- und Gasbranche haben.

Um die notwendigen Leistungsanforderungen für 316L-Edelstahl erfolgreich

zu erfüllen und zu übertreffen, mussten die Forscher zunächst einen

großen Engpass überwinden, der das Potenzial für den 3D-Druck hochwertiger

Metalle einschränkte: die Porosität, die beim Laserschmelzen

(oder Schmelzen) von Metallpulvern entsteht und die Teile leicht zersetzen

und brechen lassen kann. Die Forscher haben dies durch einen Dichteoptimierungsprozess

mit Experimenten und Computermodellierung sowie

durch Manipulation der zugrunde liegenden Mikrostruktur der Materialien

angegangen.

„Die von uns entwickelte Mikrostruktur durchbricht die traditionelle

Grenze zwischen Festigkeit und Duktilität“, sagte Wang. „Für Stahl will

man ihn stärker machen, aber man verliert an Duktilität, man kann nicht

beides haben. Aber mit dem 3D-Druck sind wir in der Lage, diese Grenze

über den derzeitigen Kompromiss hinaus zu verschieben.“ 2

Bild: LLNL

In den USA ist es Forschern gelungen, eine der gebräuchlichsten Formen

von rostfreiem Stahl in 3D zu drucken, der die Grenze zwischen Festigkeit

und Duktilität zu durchbrechen verspricht.

18 Stahlreport 9|18


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Andreas Janisch, einer der Gründer und

Geschäftsführer des Wiener B2B-Marktplatzes

für Stahlbau Jactio.com.

B2B-Marktplatz Jactio.com vermittelt qualitative Anbieter aus Osteuropa

Stahlbau-Konstruktionen

günstiger einkaufen

Jactio.com ist eine neue B2B-Handelsplattform, die Maschinen- und Anlagenbauer

aus der DACH-Region mit fachkundigen Lieferanten aus Mittel- und Osteuropa

verbinden möchte. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) könnten damit eine

wettbewerbsfähigere Lieferkette aufbauen, ist Andreas Janisch, einer der beiden

Gründer und Geschäftsführer der Handelsplattform überzeugt.

Janisch, selbst diplomierter Ingenieur aus der

Branche, hat sich zusammen mit zwei Kollegen das

Ziel gesetzt, Unternehmen im deutschsprachigen Raum

eine Brücke zu günstigen Herstellern in Osteuropa zu

bauen: „Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass im

CEE-Raum großartige Firmen beheimatet sind, die nach

westeuropäischen Qualitätsansprüchen produzieren.“

Über die Website Jactio.com vermitteln die Gründer

kostenlos Anfragen für Stahlbau aus der deutschsprachigen

Region zu Lieferanten in den Mittel- und Osteuropäischen

Ländern. Dabei kommen bis zu drei qualifizierte

Angebote auf jede Anfrage. „Unsere Lieferanten

kennen wir persönlich und minimieren dadurch das

wirtschaftliche Risiko für die anfragenden Unternehmen“,

erklärt Janisch.

Einsparpotenzial im Einkauf nutzen

Potenzial für das Angebot von Jactio.com bietet vor allem

der Druck für Unternehmen etwa des Maschinen- und Anlagenbaus,

zu günstigerer Produktion. Ein Lieferantenwechsel

finde bei mittelständischen Unternehmen aber nur selten

oder sehr zögerlich statt. Denn damit ist oft hoher Arbeitsund

Zeitaufwand und nicht zuletzt ein Risiko verbunden.

Jactio.com möchte „die Schmerzen unserer Kunden“ reduzieren,

indem „wir über unsere Plattform das beste Preis-

Leistungs-Verhältnis für Stahlkonstruktionen ermöglichen“,

erklären die Jungunternehmer. Mit dem Start der Plattform

sind sie überaus zufrieden. Seit Gründung des Unternehmens

im April 2018 wurden nach eigenen Angaben bereits qualifizierte

Stahlbauanfragen im Wert von über 5 Mio. € bearbeitet.

Besonders freut die Gründer, dass „daraus bereits

jetzt, ca. vier Monate nach dem Start bereits wiederkehrende

Kunden" gewonnen werden konnten, bei denen Jactio.com

von Anfang an eingebunden sei.

Inzwischen konnten auch erste Abschlüsse erzielt werden.

In der Zeit zwischen Anfrage und Bestellung kümmert

sich das Portal unter anderem um eine Prüfung

der Anfrageunterlagen, es werden die Lieferantenkapazität,

Lieferumfang und Zahlungsbedingungen geklärt

und Qualitätsnachweisen bereitgestellt.

Für Jactio ist das derzeitige Angebot aber erst der

Anfang. Geplant ist künfitg, noch weitere Warengruppen

und Dienstleistungen, beispielsweise Schaltschrankbau

oder Montagedienstleistungen, anzubieten – um für

Einkäufern das volle Einsparpotenzial anzubieten. 2

[ Info ]

B2B-Handelsplattform Jactio.com: https://jactio.com

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Stahlreport 9|18

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Fotos: Progress

Die beiden Maschinen wurden spiegelbildlich zu einander installiert, mittig dazwischen

verschiebbare Sammelpaletten. Auf den Paletten werden die fertigen Bewehrungsprodukte

gelagert und zum Kommissionierungsplatz transportiert. Dies ermöglicht

einen nahezu ununterbrochenen Produktionsprozess an den Maschinen.

Die Breuer Stahlhandel GmbH, ein Traditionsunternehmen mit 70jähriger

Erfahrung, hat Standorte in Goch und Korschenbroich. Mehr als

32.000 m 2 Betriebsgelände und 11.500 m 2 überdachte Hallenfläche,

moderne Maschinen sowie ein neuwertiger Fuhrpark bieten beste

Bedingungen für die ca. 50 Mitarbeiter.

Effizientere Produktion mit Richtschneide- und Biegemaschinen von Progress

Breuer Stahlhandel modernisiert Produktion

Breuer Stahlhandel modernisiert die Produktion von Bewehrungsstahl am Hauptstandort des

Unternehmens im niederrheinischen Goch. Dabei setzt das Unternehmen auf die progress

Maschinen & Automation, ein Unternehmen der PROGRESS GROUP, und installiert zwei Multirotor-

Richtmaschinen vom Typ MSR sowie zwei Querverschiebe-Bühnen für Sammelpaletten.

Rund 50 Mitarbeiter sind bei

der Breuer Stahlhandel GmbH mit

großem Engagement und Knowhow

für den seit mehr als 70 Jahren bestehenden

Betrieb tätig. Über 32.000 m 2

Betriebsgelände und 11.500 m 2 überdachte

Hallenfläche, moderne

Maschinen sowie ein neuwertiger

Fuhrpark bieten beste Bedingungen.

Dadurch werden optimale Betriebsabläufe

bis zur Lieferung von bearbeitetem

bzw. unbearbeitetem

Bewehrungs- und Konstruktions-

„Durch die Installation

des Paletten-Transports

läuft unsere Produktion

fast ununterbrochen.“

Manfred Schenke, Geschäftsführer

Breuer Stahlhandel GmbH

stahl für Baugewerbe, Industrie oder

Stahlbau möglich. Der Anteil des

Bau- und Bewehrungsstahlgeschäfts

von Breuer beläuft sich auf ca. 80 %

des Geschäfts. Zusätzlich vertreibt

das Unternehmen weitere Baunebenprodukte

und betreibt eine zertifizierte

Bauschlosserei.

Bewehrungsdraht direkt

vom Coil bearbeiten

Bei einer geplanten Modernisierung

der Bewehrungsproduktion für

gerichtete und gebogene Stäbe hat

sich Breuer nun für Anlagen der progress

Maschinen & Automation AG

entschieden. MSR-Richtmaschinen

richten, schneiden und biegen

Bewehrungsdraht direkt vom Coil

und optimieren so den Produktionsfluss.

Durch geringe Lagerhaltungs-

kosten und ein erleichtertes Materialhandling

tragen sie zu einer sehr

kosteneffizienten Produktion bei.

Breuer hat durch den Erwerb von

zwei Maschinen die Bandbreite des

verarbeiteten Stahls vergrößert und

kann nun Drahtstärken bis zu

20 mm vom Coil verarbeiten, statt

(wie bisher) nur bis zu einer Stärke

von 16 mm.

Die beiden Maschinen wurden

spiegelbildlich zueinander positioniert.

Mittig zwischen den Maschinen

wurden zwei Querverschiebebühnen

für Sammelpaletten

installiert. Auf den Paletten werden

die fertigen Produkte direkt aus den

Maschinen gelagert und vollautomatisch

über ein Schienensystem

zum Kommissionierungsplatz transportiert.

20 Stahlreport 9|18


Die Produktion läuft ohne Unterbrechung. Während zwei Mitarbeiter die

Maschinen bedienen, übernimmt der dritte Mitarbeiter den Transport der

Paletten oder bereitet Coil-Wechsel vor.

Produktion optimiert

Für die größte Änderung im Produktionsablauf

sorgte die Installation

der Querverschiebebühnen mit Sammelpaletten

und Palettentransport.

Vor der Modernisierung mussten

die Bewehrungsprodukte mittels

eines Kranes transportiert werden.

Dies führte zu Standzeiten der Produktionsmaschine,

da der Maschinenbediener

mit dem Abtransport

der fertigen Bewehrungsprodukte

beschäftigt war. Nun organisieren

drei Mitarbeiter den Arbeitsprozess:

Neben zwei Maschinenbedienern

sorgt ein dritter Mitarbeiter für den

Palettentransport oder bereitet den

Coil-Austausch vor. Somit ergibt sich

ein reibungsloser und nahezu unterbrechungsfreier

Ablauf.

„Durch die Installation des Paletten-Transports

läuft unsere Produktion

fast ununterbrochen“, resümiert

Manfred Schenke, Geschäftsführer

von Breuer Stahlhandel, begeistert.

„Die Maschinenbedienung läuft fast

vollautomatisiert und durch den

automatisierten Ablauf sparen wir

ca. 20 % Maschinenstandzeit ein.“

Die Beratung durch progress

Maschinen & Automation AG bei der

Kaufentscheidung sowie der Service

bei der Installation und Inbetriebnahme

erfolgte laut Schenke mit

hoher Qualität. „Sowohl in der

Online-Beratung während der Inbetriebnahme

als auch bei einem vor

Ort durchgeführten Serviceeinsatz

durch einen Techniker sind wir einwandfrei

und mit hohem Engagement

betreut worden. Dadurch zeichnen

sich die Mitarbeiter von progress

aus.“ 2

Breuer Stahlhandel GmbH

Hauptsitz Goch

47574 Goch

Tel: +49 2823 1070

www.breuer-stahlhandel.de

Progress Maschinen & Automation AG

Julius-Durst-Straße 100

39042 Brixen, Italien

T + 39 0472 979100

F + 39 0472 979200

info@progress-m.com

www.progress-m.com

Stahlreport 9|18

21

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Anarbeitung

und Logistik

Berichte

Mit 25 neuen Fahrzeugen,

die über

modernste Sicherheitstechnik

verfügen,

verjüngt Steden

in diesem Jahr den

Fuhrpark.

Foto: Steden

Steden erweitert Lkw-Flotte

Fuhrpark mit modernster Sicherheitstechnik

25 neue Zugmaschinen mit modernster Sicherheitstechnik will Steden Logistik noch

dieses Jahr anschaffen. Damit soll die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht und

gleichzeitig derKraftstoffverbrauch gesenkt werden. 1,5 Mio. € hat das Unternehmen

dazu in die Erneuerung des Fuhrparks investiert.

„Als Logistikdienstleister ist es

uns wichtig, Verantwortung für die

Sicherheit auf den Straßen zu übernehmen.

Aus diesem Grund achten

wir bei der Auswahl neuer Fahrzeuge

auf modernste Technik“, sagt Frank

Steden, Geschäftsführer der Steden

Logistik GmbH. Die neuen Lkw, die

das Unternehmen anschaffen will,

verfügen über umfangreiche Sicherheitssysteme.

Spurhalte- und Not-

Über die Steden Logistik GmbH

bremsassistenten sorgen dafür, dass

die Fahrzeuge in der Spur bleiben und

sie leiten eine Teil- oder Vollbremsung

ein, sobald sie eine bevorstehende

Kollision erkennen. Der Abstandregeltempomat

kontrolliert die Entfernung

zu einem vorausfahrenden Fahrzeug

und regelt entsprechend die

Geschwindigkeit. Auf diese Weise

sinkt vor allem die Gefahr von Auffahrunfällen.

Die Steden Logistik GmbH ist ein Logistikdienstleister mit Hauptsitz in

Unna. Das 1987 gegründete inhabergeführte Unternehmen hat sämtliche

logistischen Prozesse im Portfolio: deutschlandweite Transporte im

Nah- und Regionalverkehr, Kontraktlogistik, Lagerlogistik, Intralogistik

und Logistikberatung. In diesen Geschäftsbereichen ist Steden insbesondere

für Kunden aus den Branchensegmenten Stahlhandel, Technik,

Baustoffe, Oberflächenbeschichtung und industrielle Fertigung tätig. Das

Unternehmen beschäftigt an elf Standorten rund 200 Mitarbeiter und

verfügt über 100 ziehende Einheiten sowie 50 Auflieger – inklusive zehn

Spezialfahrzeugen.

Automatisch Sprit sparen

Durch gespeichertes Kartenmaterial

erkennt der GPS-gesteuerte Tempomat

Steigungen und Gefälle auf der vorausliegenden

Strecke. Damit kann der

Lkw automatisch besonders vorausschauend

fahren, indem er gezielt vor

der Steigung Schwung aufbaut und

an deren Ende mit reduzierter

Geschwindigkeit über die Kuppe rollt.

Ohne Zeitverlust kann mithilfe des

Tempomats so der Kraftstoffverbrauch

verringert werden. Das senkt nicht

nur die Betriebskosten, sondern

schont gleichzeitig die Umwelt.

Bisher setzt Steden 25 Lkw mit

der neuen Sicherheitstechnik ein.

In den kommenden Monaten sollen

weitere zehn Fahrzeuge dieser Art

angeschafft werden. Zudem werden

ältere Auflieger durch Neuanschaffungen

ersetzt. 15 neue Trailer sollen

noch in diesem Jahr kommen,

Anfang 2019 weitere 50. 2

22 Stahlreport 9|18


„Mit regelmäßigen Investitionen

in neue Fahrzeuge halten wir

unseren Fuhrpark stets auf dem

neuesten Stand der Technik.“

Maic Lührs, Geschäftsführer von

Kieserling Spedition + Logistik

Foto: Kieserling

Kieserling investiert kräftig in Fuhrpark

Stahllogistik ausgebaut

Kieserling Spedition + Logistik hat ihren Fuhrpark um 15 Zugmaschinen, 25 Planen- und einen

Kühlauflieger erweitert. Rund 2,5 Mio. € investierte das Unternehmen in die Neuanschaffungen,

die insbesondere den Ausbau der Aktivitäten in der Stahllogistik ermöglichen. Ziel des Unternehmens

ist es, sich in diesem Segment als Marktführer im Norden zu positionieren.

Stahlcoils können nicht mal

so eben verladen werden. Für

diese gewichtigen Güter sind spezielle

Ausrüstung und entsprechendes

Knowhow nötig. Beides

bringt die Kieserling Spedition +

Logistik GmbH mit. Auch die

neuen Planenauflieger des Unternehmers

sind speziell für den fachgerechten

Transport von Coils ausgestattet

– eignen sich aber auch

für die Beförderung überbreiter

Maschinen sowie für den Einsatz

im intermodalen Verkehr. Anfang

2019 sollen weitere 15 Planenauflieger

angeschafft werden.

„Mit der Erweiterung unseres

Fuhrparks bauen wir unsere Kapazitäten

in der Stahllogistik weiter

aus, um uns in diesem Segment

als führender Anbieter in der

Region zu etablieren“, sagt Maic

Kieserling: Stahltransport & Traileryard

Die Kieserling Spedition + Logistik GmbH ist ein international tätiger

Transport- und Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Bremen. Spezialisiert

hat sich das Unternehmen auf individuelle Transportlösungen insbesondere

für die Stahl- und Automobilindustrie sowie den Lebensmittelhandel.

Die Kieserling-Flotte verfügt derzeit über 30 Zugmaschinen, 28 Auflieger

mit Sonderausstattungen und drei Chassis.

Für seine Kunden entwickelt Kieserling außerdem Traileryard-Konzepte,

um die Prozesse bei der Entladung der Lkw zu optimieren (Traileryard:

eine Variante des sogenannten „Begegnungsverkehrs“, bei der Sattelauflieger

von mehreren Unternehmen nach einem bestimmten System

getauscht werden). Im Jahr 2017 erzielte Kieserling einen Umsatz in

Höhe von 13 Mio. €.

Lührs, Geschäftsführer der Kieserling

Spedition + Logistik GmbH.

Weniger Kraftstoff,

mehr Verkehrssicherheit

Ausgestattet sind die 25 Planenauf -

lieger auch mit Coilmulden. Bis zu

32 t schwere Stahlcoils befördert der

Logistikspezialist damit in den neuen

Trailern. Darüber hinaus sind die

Planenauflieger in der Breite veränderbar,

was den Transport von bis

zu 2,95 m breiten Maschinen ermöglicht.

Und auch im intermodalen Verkehr

kommen die Auflieger zum Einsatz.

Daneben ergänzen ein

Kühlauflieger sowie 15 neue Zugmaschinen

die Flotte.

Segen des technischen Fortschritts:

Die neuen Lkw verbrauchen

aufgrund modernster Technik weniger

Kraftstoff als ältere Modelle.

Zudem erhöhen sie dank Fahrassistenzsystemen

wie Abstandsregeltempomaten

und Spurhalteassistenz

auch die Verkehrssicherheit. 2

Stahlreport 9|18

23


Anarbeitung

und Logistik

Nachrichten

Fraunhofer IPA

Anwendertag Stahl-und Metallhandel

Ein Anwendertag für den Stahl- und

Metallhandel: Dazu lädt das Fraunhofer IPA

gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) am 15.11.2018

nach Stuttgart ein. Anhand von Beispielen

und Praxisberichten sollen an dem Tag Einblicke

in neue Lösungsansätze für aktuelle

Herausforderungen des Stahl- und Metallhandels

gegeben werden. Im Vordergrund

stehen dabei die Themen Auftragsabwicklung,

Logistik, Sägetechnik und Anarbeitung.

Neben einer Reihe von Präsentationen

werden zu den unter schiedlichen Themenfeldern

auch Workshops angeboten, um

Raum für einen gezielten Dialog zwischen

allen Beteiligten zu ermöglichen.

Neben Online-Vertriebsplattformen und

Industrie 4.0 sind auch technische Themen

Teil der Veranstaltung – wie die Wartung

und Überholung von Sägemaschinen, die

Auswahl von Sägewerkzeugen sowie die

Späneaufbereitung.

Die Tagung richtet sich gezielt an Stahl- und

Metallhändler sowie auch an vergleichbare

Unternehmen aus dem Zuschnitt von Halbzeugen

– insbesondere an interessierte

Fach- und Führungskräfte der jeweiligen

Unternehmen, die sich über aktuelle Entwicklungen

und zukünftige Lösungsansätze

informieren möchten.

[ Info ]

Termin: 15.11.2018

Veranstaltungsort: Stuttgart, Nobelstraße 12

Anmeldungen zur Teilnahme erfolgt online

unter: www.ipa.fraunhofer.de/de/

veranstaltungen/messen/Metalllhandel.htm

Neue Zentrierbohrvorrichtung Mobile Quick Centering

Zentrierbohrungen ohne hohe Investition einbringen

Der Qualitätsstahlhandel ist gezwungen,

die Anarbeitungsschritte gemäß den

Kundenanforderungen ständig anzupassen.

Denn bekommt der Kunde diese Leistung

nicht von seinem Stahlhandelspartner, ist er

gezwungen, sich anderweitig umzuschauen.

Eine Leistung, die im täglichen Ablauf häufig

nachgefragt wird, sind Zentrierbohrungen,

die stirnseitig in das Produkt einzubringen

sind. Für diese Aufgabe stehen zwar

spezialisierte Maschinen und komplette

Anlagen am Ausrüstermarkt zur Verfügung.

Doch meistens reichen die anfallenden

Mengen nicht aus, um die Investition in entsprechende

Anlagen zu rechtfertigen.

Diese Lücke kann die neue Zentrierbohrvorrichtung

„Mobile Quick Centering“ der

Krause Maschinenhandels & Service GmbH

füllen. Das 10,5 kg schwere Gerät ist mobil

sowie ohne Kabel einsetzbar und arbeitet

bis zu einem Durchmesser von 506 mm.

Der Mobile Quick Centering ist in wenigen

Sekunden einsatzbereit, ebenso schnell ist

eine Zentrierbohrung gefertigt – zum Beispiel

direkt nach dem Sägen des entsprechenden

Teils an der Maschine.

In das Gerät können herkömmliche Zentrierbohrer

eingesetzt werden, dadurch ent-

Bild: Krause Maschinenhandels & Service GmbH

Mit der Zentrierbohrvorrichtung der Krause

Maschinenhandels & Service GmbH können stirnseitig

Zentrierbohrungen unkompliziert und ohne

hohen Investitionsaufwand eingebracht werden.

stehen keine zusätzlichen hohen Folgekosten.

Die Bauteile der Bohrvorrichtung sind

komplett in Deutschland gefertigt. Gefördert

wurde das Projekt durch die NBank

Investitions- und Förderbank Niedersachsen.

Die Zentrierbohrvorrichtung ist seit

August 2018 bestellbar. Kostenpunkt

voraussichtlich: 6.666 € zzgl. MwSt.

[ Info ]

Vorbestellungen oder weitere Fragen per E-Mail:

Bernd Krause, Geschäftsführer der Krause

Maschinenhandels & Service GmbH

(verkauf@machine-trade.de).

Zertifzierte Plane verhindert

Herausfallen und stabilisiert Ladegut

Ladung mit neuer Sicherungsplane

gut gesichert

Der Hersteller von flexiblen

Schüttgutbehältern für den Transport

von gefährlichen Gütern EMPAC hat eine

neuartige Ladungssicherungsplane entwickelt.

Die Ladungssicherheitsplane

verhindert, dass Ladungen und Ladungsteile

beim Öffnen der Hecktüren und

beim Transport mit offenen Hecktüren

herausfallen. Durch die neue Sicherungsplane

wird die rutschende Ladung

zudem stabilisiert, um die Lkw-Türen

nicht zu stark zu belasten.

Die neue Sicherungsplane wurde vom

Forschungs- und Technologiezentrum

Ladungssicherung Selm gGmbH (F&T

LaSiSe) geprüft und zertifiziert. Fahrdynamische

Untersuchungen haben demnach

gezeigt, dass das System den verkehrstypischen

Situationen unter

Berücksichtigung der Beschleunigungswerte

in, entgegen und quer zur Fahrtrichtung

standhält. Nach den Fahrversuchen

waren keine Beschädigungen am

Sicherungssystem feststellbar, die einen

bestimmungsgemäßen Gebrauch beeinträchtigen,

heißt es in dem Zertifikat.

Mit Produktionsstätten in Deutschland,

Polen und Bosnien, Servicecentern in

Deutschland, Frankreich, Polen und den

USA sowie Partnern unter anderem in

Asien sieht sich die in Emsdetten beheimatete

EMPAC GmbH bestens aufgestellt,

um individuelle Aufträge von Kunden

auf der ganzen Welt schnell und

flexibel zu erfüllen.

24 Stahlreport 9|18


Messen

und Märkte

Bericht

Zerspanung digitalisiert

AMB startet in Stuttgart

Die Metallbearbeitung in Form der Zerspanung ist Kern der AMB, die vom 18.-22.9.18 in Stuttgart stattfindet – und

deutlich machen dürfte, dass diese traditionelle Technik in Zeiten der Digitalisierung eher noch an Bedeutung

gewinnt. Von daher ist es erklärbar, dass die Messemacher in Sachen Beteiligung von Unternehmen und genutzter

Flächen schon im Vorfeld der Leistungsschau in Superlativen schwelgen.

Die AMB internationale Ausstellung

für Metallbearbeitung fällt

auch in diesem Jahr in gute konjunkturelle

Zeiten, in denen die in

Stuttgart besonders prominent vertretenen

Branchen wie der Fahrzeugbau

und die Automobilindustrie,

der Maschinenbau, die Elektro- und

Metallindustrie sowie die Zulieferindustrie

boomen. Entsprechend

groß ist auch bei deren Partnern aus

dem Handel das Interesse an innovativen

Lösungen in allen Bereichen

– von der klassischen Mechanik bis

zur digitalen Vernetzung für Industrie

4.0.

„Von der Großserie

bis Losgröße 1“

So einheitlich diese Interessenlage

erscheint, die zu suchenden Lösungen

sind vielfältig zu differenzieren.

Die Zerspanung als zentrale Fertigungstechnologie

ist zwar der

gemeinsame Nenner vieler erfolgreicher

Branchen. Trotzdem unterscheiden

sich die Anforderungen an

ihre Ausrüster und Zulieferer teilweise

massiv. Dominiert beispielsweise

in der Automobilindustrie die

Großserie, ist es beim Lohnfertiger

die absolute Flexibilität bis hinunter

zur Stückzahl eins. Den Universalanbieter,

der alle Branchen gleichermaßen

mit einem Produkt bzw.

einer Dienstleistung bedient, gibt es

deshalb schon lange nicht mehr.

Diese Entwicklung wird derzeit

vor allem durch zwei wesentliche

Trends maßgeblich beeinflusst: Digitalisierung

und Demografie:

z Digitalisierung in der Zerspanung

bedeutet, dass Werkzeuge, Spannmittel

und Werkstücke „dazulernen“

und mit allen anderen an dem

Prozess beteiligten Komponenten

kommunizieren müssen. Bei dieser

Entwicklung bilden die Schnittstellen

der Betriebsmittel quasi das

Nadelöhr der Vernetzung, denn:

Für die Industrie 4.0 müssen die

anfallenden Daten nicht nur erfasst,

sondern sie müssen auch herstellerübergreifend

weitergegeben

werden können. Standardisierung

ist der einzig gangbare Weg, diese

Hürde zu nehmen. Sie wird deshalb

auf der AMB zum Thema einer

neuen Sonderschau und des Kongresses

„Digital way“ sein.

z Neben der Digitalisierung, die

zudem mit erhöhten Qualitätsansprüchen

einhergeht, erfordert vor

allem der demografische Wandel

eine weiter zunehmende Automatisierung

der Zerspanung. Für alternative

Vorgehensweisen ist der

Mangel an Fachkräften inzwischen

zu hoch. Der enorme Stellenwert

der Automation spiegelt sich

zudem in nüchternen Zahlen wider.

Maßgeblich dafür ist die Gruppe

„Robotik + Automation“ im Verband

Deutscher Maschinen- und

Anlagenbau (VDMA). Und der

konnte für diesen Bereich für 2017

ein Rekord-Umsatzvolumen von

14,5 Mrd. € vermelden – ein Plus

von 13 % zum Vorjahr. Und die

Prognose für das laufende Jahr ist

ebenfalls positiv: Gerechnet wird

q

Die Sonderschau

Digital Way zielt mit

einer Kombination

aus Kongress und

Ausstellung auf die

Digitalisierung in der

Produktion.

Stahlreport 9|18

25


Messen

und Märkte

Berichte/Nachricht

q

mit einem weiteren Plus von 9 %

auf 15,8 Mrd. €.

Mit solchen Prognosen einher geht

beispielsweise die Erkenntnis, dass

die klassische Werkzeugmaschine

auch in Zukunft die Fertigungshallen

dominieren wird – trotz teilweise

konkurrierender Technologien – wie

das Beispiel des Additive Manufacturing

(AM) zeigt, das in einer aktuellen

Studie vom Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) analysiert worden ist: Zwar

werde sehr viel über additiv hergestellte

Teile gesprochen, zahlenmäßig

machten sie aber nach wie vor

einen verschwindend geringen

Anteil aus und im Übrigen komme

auch AM nicht ohne mechanische

Bearbeitung aus.

„Die Bauteile müssen von der

Grundplatte gelöst werden und

bestimmte Oberflächengüten oder

Funktionsflächen lassen sich nur

mechanisch herstellen“, so Dr.

Alexander Broos, der beim VDW als

Leiter Forschung + Technik fungiert.

So wird die aktuelle AMB mit

den neuen Themen das klassische

Messekonzept erweitern. Mehr als

1.500 Aussteller werden ihre Entwicklungen

und Innovationen auf

einer Bruttoausstellungsfläche von

mehr als 120.000 m 2 präsentieren.

„Mit der neuen Paul Horn-Halle, der

Sonderschau AMB Digital Way und

dem dazugehörigen Kongress haben

wir die besten Voraussetzungen

geschaffen, um die AMB 2018 noch

größer und besser aufzustellen“,

erläuterte Ulrich Kromer von Baerle,

Sprecher der Geschäftsführung der

Messe Stuttgart, diese Sachverhalte.

Darüber hinaus ermöglicht der

Flächenzuwachs den Ansatz einer

optimierten Verteilung der AMB

2018. Die Ausstellungsbereiche gliedern

sich thematisch neu:

z Im L-Bank-Forum (Halle 1) und der

Halle 3 finden sich Bearbeitungswerkzeuge

und Spannzeuge.

z In Halle 4 und der Oskar Lapp-

Halle (Halle 6) liegt der Schwerpunkt

auf Drehmaschinen und

-automaten.

z Halle 5 zeigt Schleif- und Werkzeugschleifmaschinen

und alles

was dazu gehört.

z Die Alfred Kärcher-Halle (Halle 8)

stellt die Neuerungen bei Säge- und

Trennschleifmaschinen, Oberflächentechnik,

Markiersysteme, Härte-,

Erwärmungsmaschinen, Schmierung

und Kühlung sowie Sicherheits- und

Umwelttechnik vor.

z Die Hallen 7 und 9 sowie die neue

Paul Horn-Halle (Halle 10) runden

das Programm mit Fräsmaschinen,

abtragenden Werkzeugmaschinen,

Messtechnik und Qualitätssicherung

sowie flexiblen Fertigungszellen/-systemen,

Bearbeitungszentren

und Verzahn- bzw.

Bohrmaschinen ab.

z Die Anbieter für Steuerungs- und

Antriebstechnik und für

CAD/CAM/CAE sowie Fertigungssoftware

finden sich ab sofort direkt

am Eingangsbereich Ost und der

Halle 2 am Zutritt zum Messegelände.

2

Nächste saw expo Mitte Mai 2019

Neue Messe geht

in die nächste Runde

Nach der Premiere der saw

expo im Mai dieses Jahres soll das

neue Messekonzept für die Sägebranche

fortgesetzt und ausgebaut werden.

Das teilte die Veranstalterin untitled

exhibitons GmbH Anfang August mit.

Die Austeller haben sich demnach

überwiegend dafür ausgesprochen,

den Turnus in die ungeraden Jahre zu

verlegen. Diesem Wunsch sei man

nachgekommen. Die nächste saw expo

findet daher im kommenden Jahr 2019

vom 14. bis 17. Mai wieder auf dem

Gelände der Messe Augsburg statt.

Thematisch nimmt die saw expo ihren

Slogan ‚all about cutting‘ auch dann

wieder wörtlich. Das Messespektrum

umfasst Anbieter von Maschinen,

Werkzeugen und Anlagen sowie Zulieferer,

Zubehör und Dienstleister rund

ums Sägen und alternative Trenntechnologien.

Im Mittelpunkt steht das

Sägen und Trennen von Eisenmetallen,

Stahl, Aluminium und Nichteisen-

Metallen. Zum erweiterten Messespektrum

gehören auch die Technologien

für das Sägen und Trennen anderer

Werkstoffe wie zum Beispiel von

Kunststoffen und Verbundstoffen.

Fotos, 2: Messe Stuttgart

Als noch größer und besser aufgestellt sieht Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der

Geschäftsführung Messe Stuttgart, die AMB 2018.

Als Special-Interest Messe ermöglicht

die saw expo den Fachbesuchern,

umfassende und tiefergehende Informationen

zu aktuellen Lösungen und

Angeboten zu erhalten. Die für den

Besucher attraktiven Zusatzangebote

wie Vortragsbereiche und Sonderflächen

sollen auch 2019 angeboten werden.

[ Info ]

www.sawexpo.de

26 Stahlreport 9|18


Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung LASYS2018

Präzis auf Laser fokussiert

Die Laserbearbeitung ist für den Stahlhandel eine wichtige Anarbeitungstechnologie. Das

Laserschneiden etwa ermöglicht das Trennen und Bearbeiten von Rohren und Blechen nach

Kundenwunsch. Wer sich darüber informieren wollte, was die Ausrüster und Dienstleister dieser

Branche Neues zu bieten haben, war auf der Fachmesse LASYS im Juni in Stuttgart genau richtig.

Von Laserschweiß-Spezialist

EMAG (EMAG Automation GmbH) bis

zum Markiersysteme-Anbieter Bluhm

(Bluhm Systeme GmbH) zeigten über

180 Aussteller aus 23 Nationen, was

mit dem Einsatz von Lasern in der

industriellen Fertigung möglich ist.

Eine Weltpremiere gab es bei Platzhirsch

Trumpf (Trumpf Laser- und Systemtechnik

GmbH) zu sehen: den

neuen Hochleistungsfestkörperlaser

TruDisk 3000 zum Schweißen, Schneiden

und zur Oberflächenbearbeitung

von Metallen sowie den faserbasierten

Festkörperlaser TruFiber 2000, der

besonders für das Schweißen und

Schneiden feiner Konturen ausgelegt

ist.

Neue Aussteller wie beispielsweise

Panasonic Electric Works Europe, GF

Machining Solutions und EMAG Automation

bestätigten, dass die LASYS

eine etablierte Plattform mit Fokus auf

Lasersystemen, laserspezifischen

Maschinensubsysteme und Strahlquellen

sei, sagte Gunnar Mey, Abteilungsleiter

Industrie der Messe Stuttgart.

Die nächste LASYS findet vom 16.

bis 18. Juni 2020 auf dem Stuttgarter

Messegelände statt. 2

Top BesucherBranchen Top Interessen der Besucher Top Besucherländer

Bilder/Grafiken: Messe Stuttgart

Stahlreport 9|18

27


Messen

und Märkte

Bericht

Bilder: Industrieverband Feuerverzinken

Rund 700 Stückverzinkungsunternehmen aus 23 Ländern sind in der

European General Galvanizers Association (EGGA) organisiert mit einer

Gesamtverzinkungsleistung von ca. 7,4 Mio. t Stahl pro Jahr.

Intergalva 2018 in Berlin

Feuerverzinker-Konferenz der Superlative

Größer war noch nie – die Intergalva 2018 mit mehr als 900 Teilnehmern aus über 50 Ländern und rund 65 Ausstellern

war im Juni in Berlin die bisher größte Auflage der Veranstaltung überhaupt. Die weltweit bedeutendste Konferenz

und Fachmesse für das Stückverzinken, organisiert von der EGGA, sei auch Sinnbild für die Führungsposition gewesen,

welche die europäische Feuerverzinkungsindustrie global einnimmt, so der Industrieverband Feuerverzinken.

„Kein anderer Kontinent b e -

treibt mehr Forschung und Entwicklung

zum Feuerverzinken. Dies betrifft

sowohl die Anwendungsforschung als

auch die Verfahrenstechnik. Mehr als

80 % der Vorträge der Intergalva-Konferenz

kamen aus Europa von Universitäten,

Forschungsinstituten oder forschenden

Unternehmen“, sagte Martin

Kopf, Präsident der European General

Galvanizers Association (EGGA) mit

Stolz. Ähnlich sah es bei der Intergalva-Fachmesse

aus. Auch hier

kamen ca. 80 % der Aussteller aus

Europa – darunter Weltmarktführer

und Hidden Champions wie die Firma

W. Pilling. Rund jeder zweite Verzinkungskessel,

der weltweit im Einsatz

ist, ist von dem sauerländischen Kesselspezialisten

hergestellt werden.

Die europäische

Stückverzinkungsindustrie

Rund 700 Stückverzinkungsunternehmen

aus 23 Ländern sind in der

European General Galvanizers Association

(EGGA) organisiert mit einer

Gesamtverzinkungsleistung von ca.

7,4 Mio. t Stahl pro Jahr. Ein Viertel

dieser Menge wird in Deutschland

verzinkt. Rund 65 % der EGGA-europäischen

Tonnage werden von

Deutschland, Italien, Großbritannien/Irland,

Polen und der Türkei

veredelt. Die wirtschaftliche Entwicklung

in den einzelnen europäischen

Ländern ist sehr heterogen.

Während einige Länder in den letzten

10 Jahren dramatische Mengeneinbußen

hinnehmen mussten,

haben sich nicht wenige Länder sehr

positiv entwickelt und konnten kontinuierlich

zulegen, so der Industrieverband

Feuerverzinken.

Ein Problem der Branche sind die

hohen Überkapazitäten. Im europäischen

Durchschnitt liegt die Verzinkungsindustrie

mit einem Auslastungsgrad

von nur 55 % deutlich unter

ihren Möglichkeiten. Die bedeutendsten

Märkte für die europäischen

Verzinker sind die Bauindustrie mit

ca. 45 %, Straßenausstattung mit

13,5 %, sowie Landwirtschaft, Verund

Entsorgung, Industrieausrüstungen

und Transport mit jeweils rund

8 % der Tonnage.

Europäische Zusammenarbeit

Industriepolitik ist in Europa, wie

auch Normungsfragen, immer weni-

28 Stahlreport 9|18


ONLINE

TOOL

BOX

einfach, online, schnell

Martin Kopf, Präsident der EGGA, eröffnete

die Intergalva 2018 in Berlin, die mit

mehr als 900 Teilnehmern aus über 50

Ländern die bisher größte Konferenz und

Fachmesse für das Stückverzinken war.

ger ein nationales Unterfangen. So

sind europäische Normen vielfach

bedeutsamer als nationale Regelungen.

Vor diesem Hintergrund ist es

für die Feuerverzinkungsindustrie

bedeutsam, auch europäisch gut aufgestellt

zu sein.

Die EGGA als Verband der europäischen

Verzinkerverbände vertritt

die Interessen der europäischen

Feuerverzinker. Sie arbeitet schwerpunktmäßig

in den Bereichen

Umwelt, Technik sowie Regulierung

und bietet eine Plattform für europäische

Forschungsaktivitäten und

den fachlichen Erfahrungsaustausch

mit Kollegen aus anderen

Ländern.

Mittel- und langfristig sei ein weiterer

personeller Ausbau der EGGA

geplant. In Kürze werde die EGGA

zudem ein Büro in Brüssel eröffnen.

„Auch wenn viele europäische Verzinker

nicht wenige industriepolitische

Entscheidungen der EU kritisch

sehen, bekennt sich die europäische

Verzinkungsindustrie klar zu Europa

und zur europäischen Zusammenarbeit.

Hierdurch werden erhebliche

Synergien erschlossen, von denen

jeder profitiert“, so Martin Kopf. 2

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Stahlreport 9|18

29

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Hochkonjunktur im Hochsommer

Nicht nur klimatisch haben wir einen heißen Sommer erlebt. Auch die Stahlkonjunktur

drehte sich hochtourig. Die meisten stahlverarbeitenden Branchen in Europa sind gut oder

sehr gut beschäftigt. Dies hat entsprechende Auswirkungen auf die Stahldistribution, die

im Hochsommer eine wahre Hochkonjunktur erfuhr.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

Juli 2018 vorliegenden

Zahlen.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 ist gut gestartet. Im

Januar konnten knapp 997.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert

seit sechs Jahren. Im Februar

wurde ein Lagerabsatz von 931.000 t

verzeichnet. Die Tonnage im März

war mit 986.000 t im Vergleich zum

starken Vorjahresmonat rückläufig.

Hier spielten aber auch die wenigen

Arbeitstage und die Osterferien eine

nicht zu verachtende Rolle.

Der entsprechende Ausgleich -

effekt konnte im April mit einem

Lagerabsatz von 954.000 t festgestellt

werden. Der Mai war zwar mit

einem Absatz von 948.000 t im Vergleich

zum Vorjahresmonat rückläufig,

auf die wenigen Arbeitstage

heruntergerechnet, ist die erzielte

Tonnage aber sehr ordentlich.

Außerordentlich gut liefen dann

die Geschäfte in den Monaten Juni

und Juli. Von Sommerloch oder

-müdigkeit konnte keine Rede sein.

In beiden Monaten wurden knapp

über 1 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Besonders zulegen

konnte der Lagerabsatz bei Quartoblech,

Bandblech und oberflächenveredeltem

Blech. In den ersten sieben

Monaten des Jahres 2018

konnte bei Walzstahlfertigerzeugnissen

2,7 % mehr Tonnage im Vergleich

zum Vorjahreszeitraum abgesetzt

werden. Bei Rohren wurden

noch deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres

wurden von der deutschen Stahldistribution

2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies ist

der niedrigste Bestand seit Dezember

2015. Zum Jahresstart 2018 setzte

der übliche Lageraufbau ein. Dieser

gestaltete sich bis März recht dynamisch.

Im April setzte ein Bestandsabbau

ein. Im Mai und Juni wurde

das Niveau nahezu fortgeschrieben.

Im Juli wurde dann sehr deutlich

um fast 130.000 t aufgestockt. Ende

Juli wurden 2,56 Mio. t Bestand

gemeldet. Das sind rund 8 % mehr

als zum Ende des Vorjahresmonats

bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Bei sehr guten Absätzen und minimalem

Bestandsaufbau lag die

durchschnittliche Lagerreichweite

im Juni bei 2,4 Monaten bzw. 72

Tagen. Aufgrund des Bestandsaufbaus

im Juli nahm die Lagerreichweite

zu. Sie lag bei 2,6 Monaten

bzw. 78 Tagen (vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten

beiden Monaten des Jahres 2018

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild uneinheitlicher.

Große Veränderungen wurden dabei

jedoch nicht festgestellt. Im Juni und

Juli zeigten sich die Preise bei fast

allen Produkten wieder leicht im

Aufwärtstrend. Das Preisniveau lag

Ende Juli 2018 ein gutes Stück über

dem des Vorjahresmonats. Bei Langprodukten

und Rohren ist der Unterschied

deutlicher als bei Flachprodukten

(vgl. Abb. 2 und 3).

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research: Feger-

BDS@stahlhandel.com

30 Stahlreport 9|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

92

97 97

98

100 100

90

94

89

91 91

93

99 96 95 101 100

62

200

180

160

140

120

100

80

60

40

84 78 78 75 75 75 69 72 72 66 102 72 78 78 75 75 72 78

20

0

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

Apr.

2018

Mai

2018

Juni

2018

Juli

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

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1. Q. 2016

2. Q. 2016

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4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

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4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 9|18

31


BDS

Berufsbildung

Überbetriebliche Ausbildungsbegleitung

Arbeitskreise in Hamburg und

Schleswig-Holstein starten Programme

In Hamburg und Schleswig-Holstein haben die neuen Programme der Arbeitskreise der

Jungkaufleute des Stahlhandels begonnen. Bis Ende des Jahres werden an beiden Standorten als

„Kurs 2“ zahlreiche Angebote der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung bereitgehalten.

Nach dem Auftakt Ende

August stehen ab September in Hamburg

in den Räumen der Berufsschule

an der Angerstraße insgesamt 15 Termine

an, bei denen es insbesondere

um die Verwendung der Produkte

des Stahlhandels in zahlreichen verarbeitenden

Branchen geht – vom

Stahl- und Nutzfahrzeugbau bis hin

zur Bauwirtschaft. Dabei werden

zudem die Verkaufsaktivitäten und

die Dienstleistungen der Branche thematisiert.

Ergänzend geht es auch

um NE-Metalle, insbesondere um

Kupfer.

In Neumünster werden für das

Flächenland Schleswig-Holstein in

der Walther Lehmkuhl-Schule weni-

ger, dafür aber thematisch doppelt

besetzte Termine angeboten, um den

Reiseaufwand für die Beteiligten möglichst

gering zu halten. Neben den

mit Hamburg identischen Einheiten

stehen eher betriebswirtschaftliche

Aspekte auf der Tagesordnung und

ergänzend beispielsweise „Das Qualitätsmanagement-System

nach DIN

EN ISO 9001“ auf dem Programm“.

Branchenorientierung

Motiv für diese Angebote ist die

Erkenntnis, dass die Ausbildung in

den Unternehmen des Stahlhandels

durch überbetriebliche Inhalte branchenorientiert

sinnvoll ergänzt werden

kann. Deshalb unterstützt der

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) die entsprechenden Bemühungen

der Arbeitskreisleitung. Die

kostenpflichtige Teilnahme ist allerdings

nicht auf Mitgliedsunternehmen

des BDS beschränkt. In der Branche

werden noch immer vorwiegend

Kaufleute im Groß- und Außenhandel

ausgebildet.

Einzelheiten zu den aktuellen

Programmen der Arbeitskreise, die

auch von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

genutzt werden

können, gibt es unter bds-jungkauf -

leute@web.de. Entsprechende Fragen

beantworten die Arbeitskreisleiter

Stefan Jungblut und Michael Vorwerk.

2

32 Stahlreport 9|18


Fächer der Förderung

Tag der Bildungsinitiativen des EDE

Auch der Abschluss „Betriebswirt Stahlhandel BDS“ spielte eine Rolle, als das EDE und seine Stiftung Ende Juni zum

„Tag der Bildungsinitiativen im Produktionsverbindungshandel“ eingeladen hatten: Dr. Eugen Trautwein reihte

diese stahlhandelsspezifische Karrierechance in das vielfältige Bildungsspektrum ein, den Fächer der Förderung,

der von der Wuppertaler Kooperation der Eisenhändler schon lange unterstützt wurde und wird.

Bereits der Ort der Veranstaltung

war insofern Programm:

z die vom EDE vor zehn Jahren mitbegründete

Wuppertaler Kinderund

Jugend-Universität für das Bergische

Land mit ihren offenen

Angeboten für den wissensdurstigen

Nachwuchs,

z der in den vergangenen fünf Jahren

vielleicht schon bei den EDEfanten

in der hauseigenen Kita auf den

Geschmack gekommen ist.

z Begrüßt und geehrt wurden in der

Junior-Uni darüber hinaus auch

einige der inzwischen 400 Stipendiaten

der E/D/E Stiftung,

z und der Zentralverband Hartwarenhandel

(ZHH) machte in diesem

Zusammenhang deutlich, welch

große Rolle das Einkaufsbüro Deutscher

Eisenhändler (EDE) für die

Bildungsaktivitäten dieser Branche

spielt. Eher intern ging es dann um

z die Aktivitäten der E/D/E AKADE-

MIE, u.a. mit ihren Deutschlandstipendien,

z und auch das PVH FUTURE LAB

wurde vorgestellt, das beispiels-

weise mit Bildungsreisen für Mitgliederbindung

sorgt.

z Schließlich durfte am Beispiel der

Schumpeter School Stiftung auch

der vor elf Jahren finanziell angeschobene

Transfer zwischen universitärem

Campus und unternehmerischer

Praxis nicht fehlen.

Die einzelnen Elemente dieses Tagesablaufs,

den Dr. Eugen Trautwein

als Vorsitzender des Kuratoriums –

in Anwesenheit von Dr. Andreas

Trautwein als Vorsitzender der EDE-

Geschäftsführung und von Hans-Jürgen

Adorf als Vorsitzender des Beirats

– vor einem kleinen geladenen

Kreis moderierte, machten die Prinzipien

deutlich, nach denen von den

Wuppertaler Eisenhändlern Bildung

gefördert wird: von der Kita über die

Ausbildung und die Universität bis

hinein ins Berufsleben, branchenübergreifend

und wettbewerbsneutral,

sozialen Kriterien verpflichtet

und regional orientiert.

Insofern passte es, dass Dr.

Eugen Trautwein bereits in seiner

Fotos: EDE

Begrüßung die gemeinsamen Aktivitäten

mit dem Stahlhandel als

fortsetzungswürdig einstufte und

den „Stahlreport“ in diesem Zusammenhang

als wichtiges Medium

erwähnte. 2

Begrüßte in Sachen Bildung geladene Gäste: Dr. Eugen Trautwein

beim Tag der Bildungsinitiativen der E/D/E Stiftung und des

E/D/E.

Stahlreport 9|18

33


BDS

Berufsbildung

Thema Digitalisierung bei der Tagung der kaufmännischen Ausbildungsleiter 2018

Alles neu in der Ausbildung?

Wie leben, lernen und arbeiten wir in einer immer stärker digitalisierten Welt? So lautete einer der

Beiträge auf Tagung der kaufmännischen Ausbildungsleiterinnen und Ausbildungsleiter 2018, die

Mitte Juni in Hamburg stattfand. Programmatisch zog sich dieser Titel durch die gesamte Tagung, zu

dem das Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung e.V. (KWB) in die Kühne Logistics

University direkt in der neuen Hafencity Hamburgs geladen hatte. Im vergangenen Jahr war dieses

Event vom Bundesverband Deutscher Stahlhandel bei der KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG im

mittelbadischen Achern ausgerichtet worden.

Er erinnere sich noch sehr gut

an eines seiner ersten „digitalen

Erlebnisse“, erzählte Prof. Thomas

Strothotte, Präsident & Managing

Director der Kühne Logistic University

und Mit-Gastgeber der KWB-

Tagung. Er habe, Ende der 1980er-

Jahre in Kanada, einen Fotofilm zur

Entwicklung gegeben und dabei

einen Sofort-Entwicklungsservice

genutzt. Als er nach dem kurzen

Weg vom Fotostudio in seinem Büro

der Uni angekommen sei, hat er die

entwickelten Bilder in seinem Mailaccount

als digitale Version gefunden

– was ihn als technikbegeisterten

Wissenschaftler absolut

begeistert habe.

Heute hat die Digitalisierung

sehr viel größere Ausmaße angenommen

– die erhebliche Auswirkungen

auch auf die Berufsausbildung

haben.

Welche kaufmännischen

Kompetenzen sind nötig?

Werden kaufmännische Kompetenzen

zukünftig überhaupt noch

gebraucht werden? Wie kann sich

die duale Ausbildung im kaufmännischen

Bereich aufstellen, um

zukunftsfähig zu bleiben? Diese Fragen

stellte Dr. Monika Hackel vom

Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB).

Seit Jahren schon verändern digitale

Technologien die kaufmännische

Arbeitswelt – mal mehr, mal weniger

offensichtlich. Zwar würden die aktuellen

technologischen Entwicklungen

das bereits etablierte digitale

Spektrum nochmal wesentlich erweitern

– Stichwort Vernetzung unter

anderem. Doch ersetze die Digitalisierung

den Menschen nicht, sagte

Monika Hackel. Allerdings sei es

notwendig, auf die veränderten Qualifikationsanforderungen

mit angepassten

Lehr- und Lernformen zu

reagieren.

Wie notwendig es ist, auch in

der Ausbildung auf die Digitalisierung

zu reagieren machte Hackel

an einem Ergebnis des Berufescreenings

des BIBB und des Bundesministeriums

für Bildung und Forschung

(BMBF) deutlich – in dem

Unternehmen unter anderem gefragt

wurden, wie die Digitalisierung den

zukünftigen Bedarf an Industrie-

kaufleuten beeinflusst. Während mit

56 % mehr als die Hälfte einen gleichbleibenden

Bedarf annimmt, geht

fast ein Fünftel (19 %) von einem

sinkenden Bedarf aus, ein knappes

weiteres Fünftel (18 %) von einer

steigenden Zahl.

Trends wie Big Data, Vernetzung,

Echtzeit-Datenverarbeitung und

Cloud-Working haben zur Folge, dass

Routineaufgaben wie Belegerfassung

oder Rechnungserstellung künftig

abnehmen werden und von Arbeitnehmern

zum Beispiel mehr Projektarbeit,

Koordinationsfunktionen

und Kundenorientierung gefordert

ist – mit entsprechend anderen Kompetenzen.

Mit Geschichten

Inhalte besser vermitteln

Einen etwas anderen Ansatz, Schülern

ökonomische Themen zu vermitteln,

stellte Gabriele Lehmann

von der Zentralstelle für Berufsbildung

im Handel (zbb) vor: das Storytelling.

Da sich Menschen im Allgemeinen

Geschichten sehr viel

besser merken können als nackte

Zahlen und Zusammenhänge, ist es

34 Stahlreport 9|18


mit dem Geschichtenerzählen – Storytelling

– viel einfacher, bestimmte

Inhalte „rüberzubringen“. In diesem

Fall waren es Erlebnisse und Probleme

einer fiktionalen Wohngemeinschaft,

an denen in kurzen Filmen

ökonomische Zusammenhänge

deutlich gemacht wurden – etwa

Fragen des Mietrechts, Sozialversicherungen

oder auch Bilanzrechnung.

Neuer Ausbildungsberuf für das

E-Commerce

Über den neuen Ausbildungsberuf

Kauffrau/Kaufmann im E-Commerce

(die Otto Zickwolf GmbH bildet in

diesem Jahr erstmals in diesem Beruf

aus, siehe Stahlreport 6/18, S. 34)

referierte Katharina Weinert vom

Handelsverband Deutschland.

Wie die meisten Ausbildungen

ist auch der neue Ausbildungsgang

auf drei Jahre konzipiert. Zudem ist

der Kaufmann/die Kauffrau im E-

Commerce als sogenannter „Monoberuf“

angelegt, bei dem zunächst

keine Spezialisierung möglich ist.

Rund 1.000 junge Frauen und Männer

sollen im Ausbildungsjahr 2018

mit dieser neuen Ausbildung beginnen.

Inhalte der Ausbildung sind spezifisch

auf den Online-Handel zugeschnitten:

Es geht darum, Online-

Vertriebskanäle auszuwählen und

einzusetzen, Waren- und Dienstleistungssortimente

mitzugestalten und

online zu bewirtschaften, die

Beschaffung zu unterstützen oder

die Vertragsanbahnung im Online-

Vertrieb zu gestalten sowie eine

Reihe weiter Lernfelder.

In Planung seien beim HDE auch

ein Fortbildungsberuf zum neuen

Ausbildungsgang, mit dem sich

erfolgreiche Absolventen weiter qualifizieren

können: der Fachwirt/die

Fachwirtin für E-Commerce, der/die

dann gleichwertig dem hochschulischen

Bachelorabschluss zugeordnet

werden solle.

Unter dem Strich, das machte

auch die Tagung der kaufmännischen

Ausbildungsleiter erneut

klar, kommen mit der Digitalisierung

erheblich viele Veränderungen

auch auf bestehende Bildungssysteme

zu. 2

Ausbildung im Stahlhandel

Neu geordnet und neu angeboten

Die Neuordnung des Ausbildungsberufs

„Kaufmann/Kauffrau im Groß- und

Außenhandel“ stand im Mittelpunkt einer

Sitzung des BGA-Berufsbildungsausschusses

Anfang Juni in Berlin. An dem Treffen,

bei dem es auch um die neuen Kaufleute

im E-Commerce ging, nahm mit Dr. Ludger

Wolfgart, Bereichsleiter Berufsbildung beim

BDS, auch ein Vertreter des Stahlhandels

teil.

Der gegenwärtig gültige Ausbildungsrahmenplan

stammt aus dem Jahr 2006. Die

seither in der Branche erfolgten Änderungen

werden unter dem Arbeitstitel „Kaufmann/Kauffrau

für Groß- und Außenhandelsmanagement“

diskutiert – um so

deutlich zu machen, wie sehr es heutzutage

um die Gestaltung von Prozessen

geht. Da diese zunehmend digitalisiert

ablaufen, verfolgen die Mitglieder des

Berufsbildungsausschusses im Bundesverband

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA) auch die gegenwärtige Einführung

des ganz neuen Ausbildungsberufs

für Kaufleute im E-Commerce mit besonderem

Interesse. Diese Ausbildungsinnovation

gilt bereits ab dem 1.8.18, während

die Neuordnung für Kaufleute im Groß- und

Außenhandel erst zum 1.8.20 greifen

dürfte.

Zum Deutschen Qualifikationsrahmen:

Treffen des pädagogischen Arbeitskreises im FDL

Wie kann der DQR für das Fernlernen

optimal genutzt werden? Die Antwort auf

diese Frage wird im FDL dreigeteilt gesucht

– auf allen Feldern unter Beteiligung des

BDS. Der war deshalb im Juni auch bei der

jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Pädagogik

im Juni in der Nähe von Regensburg vertreten.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR)

ist ein achtstufiges Schema, in das mit dem

Ziel der Vergleichbarkeit alle schulischen,

akademischen und beruflichen Abschlüsse

eingeordnet werden können. Damit das

gelingen kann, müssen – gerade auch unter

pädagogischen Gesichtspunkten – einheitliche

„Deskriptoren in der Lehrgangsplanung“

angewendet werden. So lautete deshalb

einer der Tagungsordnungspunkte für den

pädagogischen Arbeitskreis im Forum Distance

Learning (FDL), in dem auch der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS)

Beide Entwicklungen werden maßgeblich

dafür sein, wie sich – auf dieser Basis, die

auf der Stufe 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens

angesiedelt ist – in den nächsten

Jahren auch die branchenbezogene

Fort- und Weiterbildung des Stahlhandels

gestalten wird. Deshalb wird der vom Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS)

herausgegebene „Stahlreport“ das Thema

weiter begleiten.

mitarbeitet. Zu diesen Deskriptoren soll eine

kleine Arbeitsgruppe bis 2019 eine Handreichung

erarbeiten, wurde bei dem Treffen in

den Dr. Robert Eckert Schulen in Regenstauf,

dem größten privaten Fernunterrichtsanbieter

in Deutschland, beschlossen.

Mit dem DQR-Thema im FDL ebenfalls

befasst ist das gleichnamige Council, das

sich eher auf die entsprechenden bildungspolitischen

Gesichtspunkte konzentriert und

dazu voraussichtlich noch in diesem Sommer

den Status feststellen wird.

Damit gäbe es wichtige Festlegungen auch

für die FDL-Fachgruppe der Anbieter, um in

diesem Kreis bei der nächsten Sitzung am

7.10.18 in Würzburg die eher betriebswirtschaftlichen

Aspekte des Themas zu diskutieren.

Sprecher dieser Fachgruppe ist

Dr. Ludger Wolfgart, für die Berufsbildung

verantwortlicher Bereichsleiter im BDS.

Stahlreport 9|18

35


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Top 3

GRÜNDE, DEN JOB ZU WECHSELN

Mangelndes Gehalt

Keine Karrierechancen

Wohnortwechsel

19%

18%

18%

Wichtige Merkmale eines attraktiven

Arbeitgebers

Gute Arbeitsatmosphäree 90%

Kollegialität

89%

Arbeitsaufgabe

88%

Work-Life-Balance

87%

Gehalt

87%

Ein Drittel der Akademiker ist bereit,

bis zu 4 Überstunden

pro Woche zu leisten.

25%

43%

sind bereit, für

Zusatzleistungen auf ein

höheres Gehalt zu

verzichten.

Ist Ihnen der Begriff New-Work

bekannt?

Nein

58%

Ja

21%

Unsicher

21%

Die 5 beliebtesten

Zusatzleistungen

sind…

1. Urlaubs- und Weihnachtsgeld

2. Betriebliche Altersvorsorge

3. Kantinen/Verpflegungs -

angebote

4. Wasser/Säfte/Softdrinks

5. Handy/Laptop/Tablet

Wichtige Maßnahmen zur

Gestaltung der

Work Life-Balance

1. Flexible Arbeitszeiten

2. Klare Trennung von

Arbeit und Privatleben

3. Integration persönlicher

Interessen

4. Home Office

5. Auszeiten/Sonderurlaub

[ Info ]

Die vollständige

Studie gibt es unter

www.splendidresearch.com/

employerattractiveness

Worauf es laut einer Studie bei der Arbeit ankommt

Gehalt und Inhalt

Arbeit ist das halbe Leben – doch wie sieht er aus, der Status Quo der Arbeitsbedingungen

im Spannungsfeld von Ansprüchen und Angeboten? Eine aktuelle und repräsentative Studie

zeigt: Stimmen Gehalt und Arbeitsinhalt, so findet immerhin die Hälfte aller Arbeitnehmer

Zusatzleistungen überflüssig.

Für die Untersuchung hatte die SPLENDID

RESEARCH GmbH von Mai bis Juni 2018 insgesamt 1.005

Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund im Alter

von 18 bis 58 Jahren, also aus den Generationen Y und X,

online befragt.

Es sind die jüngeren Arbeitnehmer der Generation Y,

die deutlich stärker auf Gehalt verzichten würden, um dafür

bestimmte Zusatzleistungen zu erhalten: 43 % von ihnen

geben an, weniger Geld für bestimmte Leistungen in Kauf

zu nehmen; bei der (älteren) Generation X ist es hingegen

nur ein Viertel.

Insgesamt 19 unterschiedliche Zusatzleistungen untersucht

die Studie: Die Spannweite erstreckt sich dabei von

klassischen Leistungen wie Urlaubsgeld, Boni und betrieblicher

Altersvorsorge bis hin zu eher wenig verbreiteten

Angeboten wie Konzert- bzw. Eventkarten, Kochkursen

oder Reise- und Urlaubsofferten.

Zusatzleistungen

Autos sind der Renner: Vor allem Dienstwagen haben es

der Generation Y angetan. So wäre sie bereit, dafür auf 11 %

ihres monatlichen Bruttolohns zu verzichten. An zweiter

Stelle mit 8 % Verzicht steht bei Generation Y der KITA-

Kostenzuschuss. Bei der Generation X liegt dieser im Übrigen

auf Platz eins: Auf gut 9 % des Monatsgehalts würden ältere

Arbeitnehmer dafür verzichten; keine andere Leistung ist

hier so begehrt.

Doch auch durch einfacher bereitzustellende Zusatzleistungen

können Arbeitgeber ein attraktives Umfeld für

ihre Angestellten schaffen. So stehen beispielsweise freie

Getränke und Obst hoch in der Gunst der Akademiker beider

Generationen.

Einstellungen zum Arbeitsplatz

Überraschenderweise ähnelt sich die Einstellung zum

Arbeitsplatz über Generationen hinweg. So tendieren beide

Altersgruppen im Durchschnitt dazu, lieber lange in einem

einzigen Unternehmen zu arbeiten als dieses regelmäßig

zu wechseln. „Dies könnte damit zusammenhängen, dass

beide Generationen von sich behaupten, sie würden eher

an die Zukunft denken als in der Gegenwart zu leben“, mutmaßt

Studienleiter Thilo Kampffmeyer.

Trotz Digitalisierung und der damit einhergehenden

Flexibilität, was beispielsweise den Arbeitsort betrifft, steht

ein Wert nach wie vor ganz oben auf der Liste der Ansprüche

an den eigenen Arbeitsplatz: Sicherheit im Job. Sie ist demnach

eines der wichtigsten Attribute und steht sogar über

flexiblen Arrangements. Gleichwohl ist die Transformation

der Arbeitswelt unaufhaltsam, und neue Modelle finden

immer stärker Einzug. Siehe das New-Work-Konzept: Jüngere

Arbeitnehmer kennen und schätzen es dabei häufiger als

die Generation X.

Im Generationenvergleich sind jüngere Arbeitnehmer

deutlich mehr dazu bereit, Überstunden abzuleisten: So

machen gut 29 % der Berufstätigen der Generation Y wöchentlich

ein bis zwei Überstunden; bei den älteren Angestellten

liegt diese Zahl bei 22 %. Für 39 % der Generation Y sind drei

bis vier Überstunden pro Woche durchaus akzeptabel. 2

36 Stahlreport 9|18


MB Stahl Tag in Frankfurt

Der MB Stahl Tag findet am 26./27.9.18

in Frankfurt/M. statt. Auf dem Programm

der Veranstaltung, die Grundlagen für

Einkaufsentscheidungen bieten will, stehen

Themen wie:

z „Die Zukunft der Stahlindustrie in

Europa“ (Dr. Henrik Adam, Chief Commercial

Officer, Tata Steel Europe)

z „Zukunft mit Stahl: Innovationen und Verantwortung

für nachhaltige Produkte“

(Jochen Grünewald, Managing Director

Flat Products, ArcelorMittal Commercial

Germany)

z „Aussichten 2019: Preisentwickelung bei

Rohstoffen“ (Eugen Weinberg, Head of

Commodity Research, Commerzbank AG)

z „Stahlhandelskonflikte“ (Andreas Schneider,

Geschäftsführer, Stahlmarkt Consult)

z „Auswirkungen der Strafzölle auf den

deutschen Mittelstand“ (Dr. Heinz-Jürgen

Büchner, MD Industrials, Automotive &

Services, IKB Deutsche Industriebank)

[ Info ]

Informations- und Anmeldemöglichkeiten

gibt es unter www.mbi-infosource.de,

www.mbi-metalsource.de

Elektrotauchlackierung

Erstes Fachforum in Melle

Die Elektrotauchlackierung ist allgegenwärtig,

meint die DFO. Um dabei die

ständig steigenden Anforderungen an Qualität,

Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz zu

erfüllen, ist Fachwissen erforderlich. Dieses

will das erste Elektrotauchlack-Forum am

11./12. 9.18 in Melle vermitteln.

Bei der Elektrotauchlackierung sind einige

Herausforderungen – wie beispielsweise

eine optimale Prozessanpassung und der

Umgang mit Keimen im Elektrotauchlack –

zu meistern. Wissen über diese und weitere

Themen will das Elektrotauchlack-Forum in

Melle bieten. Die Tagungsreihe wurde von

der Deutschen Forschungsgesellschaft für

Oberflächenbehandlung e.V. (DFO) entwickelt.

Bei der zweitätigen Veranstaltung bieten

Experten aus Industrie und Forschung Informationen

über neue Entwicklungen sowie

Erfahrungsberichte. Der erste Tag startet

mit einem Vortrag, der Neueinsteiger kompakt

und verständlich über die Grundlagen

der Elektrotauchlackierung informiert.

Foto: FreiLacke Emil Frei GmbH & Co. KG

Die Elektrotauchlackierung erfordert umfangreiches

Fachwissen, welches das 1. Deutsche Elektrotauchlack-Forum

vermitteln will.

Anschließend steht die Besichtigung des

Anlagenkonzepts der Kesseböhmer

Beschlagsysteme GmbH & Co. KG Bad

Essen auf dem Programm. Unter dem Titel

„Bakterien – chemische Keule oder doch

lieber physikalisch zur Brust nehmen“ werden

am zweiten Tagungstag chemische und

physikalische Verfahren zur Entkeimung

vorgestellt sowie deren Vor- und Nachteile

aufgezeigt.

[ Info ]

Weitere Informationen sind unter www.dfo.info

abrufbar. Über diese Internetseite ist auch eine

Online-Anmeldung möglich.

Bewehrungsstahltag in

der Schweiz

Bereits zum vierten Mal plant die Fachkommission

Bewehrungsstahl für die

Schweiz einen Bewehrungsstahltag. Er

findet am 22.1.19 in Egerkingen statt.

Das hat der Schweizerische Stahl- und

Haustechnikhandelsverband (SSHV) mit

Sitz in Basel mitgeteilt.

[ Info ]

www.sshv.ch

Eurometal tagt in

Hamburg

Der europäische Verband der Stahldistribution,

Eurometal, hat zu seiner nächsten

Jahrestagung nach Hamburg eingeladen –

vom 8. bis 9.10.18. Kernthema wird auch

dort die Digitalisierung sein, etwa am Beispiel

von Industrie 4.0 – Strategien, zum

Internet der Dinge oder in Sachen Logistik.

Außerdem wird die Rolle des unabhängigen

Stahlhandels thematisiert.

[ Info ]

Zusätzliche Informationen gibt es unter

www.eurometal.net

Handelskongress in Berlin

Den Kunden neu entdecken

Der nächste Deutsche Handelskongress des HDE am 14./15.11.18 will helfen, den

Kunden für die Branche neu zu entdecken. Zu diesem Thema gibt es in Berlin ein entsprechendes

Vortrags- und Rahmenprogramm, eine Fachausstellung sowie vielfältige Möglichkeiten

zum Netzwerken.

„Der Kunde von heute macht sich den Handel so, wie er ihn sich individuell und situativ

wünscht und wechselt auf den Driver’s Seat: … Diesen emanzipierten Konsumenten zu fassen

ist schwerer denn je. Er fordert in einem Massenmarkt maßgeschneiderte Angebote,

stellt sich selbstbewusst in den Mittelpunkt und will seine individuelle Handelswelt erleben

… Der Händler, der es schafft, sich seinen Datenschatz zu Nutze zu machen, gleichzeitig

aus Kundensicht denkt, seine traditionellen Händlerkompetenzen stärkt und seine Konzepte

emotional auflädt, ist für die Zukunft gewappnet.“ Das schreibt in der Einladung zu

dem Branchentreffen u.a. Josef Sanktjohanser, Präsident im Handelsverband Deutschland

(HDE).

Zu dem Veranstaltungsmuster gehört u.a. erneut die Reihe „Handel & Politik im Dialog“.

Darin sollen Spitzenpolitiker mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren, welche

politischen Rahmenbedingungen der Handel benötigt, um den Wandel zur Technologiebranche

bewältigen zu können. Eingeladen ist u.a. Olaf Scholz, Bundesminister der Finanzen &

Vizekanzler.

[ Info ]

Informations- und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.handelskongress.de/anmeldung.

Stahlreport 9|18

37


Verbände

und Politik

Berichte/Nachricht

Quelle: Industrieverband Feuerverzinken

Die Mindestsollschichtdicken

von

Beschichtungen auf

feuerverzinktem

Stahl sind im direkten

Vergleich (bei

gleicher Schutzdauer

und Korrosivitätskatgorie)

fast immer um

ein Drittel geringer

als auf „schwarzem“

Stahl.

Neue Norm

Dünnere Beschichtungen

auf feuerverzinktem Stahl möglich

Die überarbeitete DIN EN ISO 12944 ermöglicht dünnere Beschichtungen auf feuerverzinktem Stahl.

Noch immer aber ist zu beachten, dass sich die Angaben zur Schutzdauer ausschließlich

auf das Beschichtungssystem beziehen und nicht den zusätzlichen Schutz der Feuerverzinkung

berücksichtigen. Darauf hat der Industrieverband Feuerverzinken hingewiesen.

[ Info ]

www.feuerverzinken.com

Duplex-Systeme bestehen aus

einer Feuerverzinkung und einer

Beschichtung. Als wesentlicher Vorteil

von Duplex-Systemen gilt die

hohe Schutzdauer, die deutlich länger

währt als die Summe der jeweiligen

Einzelschutzdauer aus Verzinkung

und Beschichtung. Erstmals trägt

jetzt die Beschichtungsnorm DIN EN

ISO 12944 der Langlebigkeit von feuerverzinktem

Stahl ansatzweise Rechnung

und ermöglicht um ein Drittel

dünnere Beschichtungen auf feuerverzinktem

Stahl, zeigt man sich bei

den verbandlichen Feuerverinkern

wenigstens grundsätzlich zufrieden.

Die Normenreihe DIN EN ISO

12944 „Beschichtungsstoffe – Korrosionsschutz

von Stahlbauten durch

Beschichtungssysteme“ regelt den

Korrosionsschutz durch organische

Nassbeschichtungssysteme auf

„schwarzem“ und auch auf feuerverzinktem

Stahl (Duplex-Systeme). Die

überwiegend aus dem Jahr 1998

stammende Normung wurde 2018

komplett aktualisiert. Weitere wichtige

Neuerungen der Norm sind eine

Erweiterung und neue Unterteilung

der Schutzdauerklassen sowie der

zusätzliche Teil 9, der Offshore-

Anwendungen regelt. Darüber hinaus

gibt es zahlreiche geänderte Details,

die ebenfalls für die Praxis eine hohe

Bedeutung haben.

Der Industrieverband Feuerverzinken

e.V. und seine Serviceorganisation,

das Institut Feuerverzinken

GmbH, vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie.

Im Jahr 2017

wurden in Deutschland mehr als 1,9

Mio. t Stahl stückverzinkt. 2

Zustimmung nach Kritik

Wirtschaftsvereinigung Stahl zum Handelsstreit

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl

begrüßt – nach harter Kritik (vgl. 7/8 18, S.

58 ff) die jüngste Annäherung im Handelskonflikt

mit den USA. Für eine Entwarnung

sei es aber noch zu früh.

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, erklärte dazu Ende

Juli: „Es ist eine wichtige Nachricht, dass es

vorerst keine US-Zölle im Automobilbereich

geben wird. Diese hätten die Stahlindustrie

zusätzlich getroffen, nachdem bereits am

1. Juni Strafzölle auf EU-Stahlexporte verhängt

wurden. Zudem ist es eine wichtige

Botschaft, dass auch die US-Zölle gegen

Stahlimporte aus der EU neu diskutiert werden

sollen.“

Im Hinblick auf die im März von den USA

verhängten Strafzölle von 25 % auf alle Stahlimporte

forderte der Verbandspräsident eine

schnelle Lösung. „Die ungerechtfertigten

US-Strafzölle gegen EU-Stahlexporte müssen

rasch und vollständig aufgehoben werden.“

Wichtig sei zudem, dass die Europäische

Kommission weiter unbeirrt am Kurs

festhält, endgültige Schutzklauselmaßnahmen

(Safeguards) im Stahlbereich einzuführen,

um die EU vor den bereits spürbaren

Handelsumlenkungen zu schützen. „Safeguards

sind unverzichtbar, solange der US-

Stahlmarkt breitflächig abgeschottet ist“, so

Kerkhoff.

Hoffnung mache die gemeinsame Bereitschaft

von USA und EU, zusammen gegen

unfairen Handel vorgehen zu wollen. Gelegenheit

hierzu biete die Arbeit im Globalen

Forum der G20 zu Stahlüberkapazitäten.

Wettbewerbsverzerrungen auf den internationalen

Stahlmärkten könnten nur gemeinsam

mit den USA erfolgreich bekämpft werden.

38 Stahlreport 9|18


Für die „Zwei Werkstoff-Brücken“

kamen jeweils sechs

feuerverzinkte Stahlträger

und Carbonbeton

zum Einsatz.

Foto: Industrieverband Feuerverzinken

Sicherere Bauwerke durch Feuerverzinkung

Wie Brücken vor Korrosion

geschützt werden können

Noch ist die Ursache für den Autobahnbrückeneinsturz im italienischen Genua im August

nicht eindeutig gefunden, sind Materialmängel jedenfalls nicht ausgeschlossen. Bereits

zuletzt im Juli hatte das Institut Feuerverzinken darauf hingewiesen, dass entsprechend vor

Korrosion geschützte Brücken mehr Sicherheit bieten.

Demnach hätten umfassende wissenschaftliche

Untersuchungen den Einsatz der Feuerverzinkung an

dynamisch belasteten Stahlbauteilen möglich gemacht.

Aktuelle Stahl-Verbundbrücken-Projekte in klassischer

und in Verbunddübel-Bauweise sowie Fahrbahnübergänge,

bei denen die Feuerverzinkung Verwendung

gefunden hat, zeigten das hohe Praxisinteresse von

Behörden und Brückenbauingenieuren an dauerhafteren

Korrosionsschutzlösungen.

Ein Beispiel hierfür sind nach Einschätzung des

Industrieverbands Feuerverzinken und seiner Serviceorganisation,

dem Institut Feuerverzinken GmbH, zwei

Stahl-Verbundbrücken im baden-württembergischen

Albstadt, die feuerverzinkten Stahl mit Carbonbeton

kombinieren. Sie dienen als Ersatz für zwei marode

Stahlbetonbrücken und konnten mit extrem kurzen

Vor-Ort-Bauzeiten montiert werden.

z Die beiden Brücken mit unterschiedlichen Geometrien

und Abmessungen zeichnen sich durch eine ähnliche

Bauweise aus. In Längsrichtung erfolgt der Lastabtrag

über die feuerverzinkten Stahlträger, in Querrichtung

durch Carbonbetonplatten.

z Die Ende 2016 erbaute Brücke in Albstadt-Margrethausen

ist ca. 6,5 m lang sowie 5,7 m breit und für

Fahrzeuge bis 24 t zugelassen.

Die 2017 fertiggestellte Schwesterbrücke im Ortsteil

Pfeffingen ist 9 m lang und ca. 4 m breit; sie kann von

Fahrzeugen bis zu 40 t befahren werden.

Sechs Träger und zwei Platten

Beide Brücken bestehen aus jeweils sechs Stahlträgern

und zwei Carbonbetonplatten. Für die Carbonbetonplatten

wurde epoxidharzgetränktes Carbontextil mit

einem Beton der Festigkeitsklasse C 70/85 verwendet.

Bei der Entwicklung der Betonrezeptur wurden Anforderungen

an die Verschleißeigenschaften berücksichtigt,

so dass auf eine Asphaltschutzschicht verzichtet werden

konnte. Schichtdickenmessungen an den feuerverzinkten

Stahlträgern der Brücken ergaben Zinkschichtdicken,

die allesamt weit über 200 Mikrometern lagen. Dies

entspricht den Vorgaben der vom Institut Feuerverzinken

herausgegebenen Planungshilfe für feuerverzinkte

Stahl-Verbundbrücken, um eine Korrosionsschutzdauer

von 100 Jahren zu erreichen.

Im Übrigen fand die Vor-Ort-Montage der beiden

Brücken in kürzest möglicher Zeit statt, so dass Verkehrsbehinderungen

kaum auftraten. Die vormontierten

Brücken wurden jeweils in zwei Teilen zur Baustelle

geliefert und konnten dort auf den vorhandenen Widerlagern

platziert werden. 2

Stahlreport 9|18

39


Verbände

und Politik

Berichte

BIM nutzen!

Empfehlung des Instituts für

Stahlbetonbewehrung an Zulieferer

Die Digitalisierung des Bauens ist derzeit eines der zentralen Themen der Bauindustrie. Auf allen

Ebenen wird die fortschreitende Vernetzung von Planung, Ausführung, Bewirtschaftung und Rückbau

vorangetrieben. Eines der wichtigsten Instrumente ist dabei die Nutzung von BIM. Darauf haben das

Institut für Stahlbetonbewehrung sowie der Bundesverband Bausoftware insbesondere die Zulieferer

der Branche und damit auch den Stahlhandel mit den folgenden Ausführungen hingewiesen:

Quelle: ISB und BVBS

INSTITUT FÜR

STAHLBETONBEWEHRUNG E.V.

…, das empfehlen

das Institut für Stahlbetonbewehrung

(ISB) …

… sowie der Bundesverband

Baustoffsoftware

(BVBS) den

Zulieferern.

Für das Building Information

Modeling (BIM) trägt der verantwortliche

Planer so früh wie möglich alle

zur Verfügung stehenden Informationen

zusammen, um diese sinnvoll in

sein Modell zu integrieren. Es werden

Nutzungsaspekte genauso hinterlegt

wie Bauteil- und Baustoffdaten.

Im Zuge der Digitalisierung stehen

für die Betonstahlindustrie in diesem

Zusammenhang ebenfalls wichtige

Entwicklungsschritte an. Die derzeitige

Praxis, relevante Informationen

aus der Bewehrungsplanung wie

Stahl- und Biegelisten nur in Papierform

oder als pdf-Datei zur Verfügung

zu stellen, entspricht nicht mehr dem

aktuellen Stand der Technik. Um die

Daten digital verarbeiten zu können,

sind kompatible Austauschformate

erforderlich; hierfür stehen dem

Anwender verschiedene Formate zur

Verfügung. Diese werden durch den

Planer analog zu den pdf-Stahllisten

bereitgestellt und verteilt.

Die Bereitstellung digitaler Austauschformate

für CAD-Daten wird

bereits erfolgreich angewendet. Die

Erweiterung um Bewehrungsdaten

ist nun der nächste logische Schritt.

Denn eine stärkere Nutzung digitaler

Austauschformate für Bewehrungsdaten

ist nicht nur für die Betonstahlindustrie

von Vorteil; sämtliche an

der Bauausführung Beteiligte können

von dieser Entwicklung profitieren.

Nachfolgend sind mögliche Vorteile

für die unterschiedlichen Akteure aufgeführt

– die Weiterverarbeiter, Bauherren/Auftraggeber,

Planer und die

Bauausführenden.

BIM in den Mittelpunkt zu stellen …

Zahlreiche Vorteile

für viele Beteiligte

Die manuelle Eingabe der Biegelisten

entfällt und wird durch eine Eingabekontrolle

ersetzt. Lediglich nicht

erkannte Positionen müssen nachträglich

bearbeitet werden. Darüber

hinaus werden Übertragungsfehler

bei manueller Eingabe vermieden. Die

Bewehrung wird auf Basis der CAD-

Planung übertragen.

Der Bauherr erhält von Anfang an

modelltaugliche Bauteildaten, die z.B.

für Ausschreibungen, Abrufe, Kontingentplanung,

Mengenvergleiche

und für die Revisionsunterlagen verwendet

werden können. Eine höhere

Genauigkeit, bessere Vergleichbarkeit

und optimierte Abläufe sind nur einige

Beispiele möglicher Vorteile.

Mit der Bereitstellung von digitalen

Bewehrungsdaten arbeitet der Planer

auf dem aktuellen Stand der Technik.

Die Daten werden direkt aus der

CAD-Software exportiert und an die

Datenverarbeitung der Weiterverarbeiter

übermittelt. Für die modellbasierte

Planung können diese Daten

ebenfalls hinterlegt werden.

Durch Nutzung digitaler Bewehrungsdaten

kann sich zukünftig die

Bewehrungskontrolle (auch von Ein-

zelpositionen), die Lagerhaltung, das

Abrufen, die Kontrolle und die Abrechnung

von Stahllisten deutlich vereinfachen,

da diese Informationen für

den mobilen Zugriff (z.B. Smartphones

und Tabletts) digital an jedem Ort zur

Verfügung stehen.

Fazit

Stahlbetonbewehrung wird auch in

Zukunft als baustellenbezogenes Produkt

nur nach individuellen Vorgaben

hergestellt werden. Diese Vorgaben

aus der CAD-Planung können ohne

Mehraufwand in elektronischer Form

als Datei bereitgestellt werden. Ohne

Verzögerung werden die Datensätze

aus der aktuellen Planung per Email

oder über Planportale zur Verfügung

gestellt und in ERP-Systeme eingelesen.

Bei Änderungen der Bewehrung

werden indizierte Dateien bereitgestellt

und die Veränderungen im System

erkannt. Die Maschinensteuerung

erfolgt direkt durch die ERP-Software.

Die fertige Bewehrung wird anschließend

kommissioniert und für den Versand

vorbereitet. 2

40 Stahlreport 9|18


Serielles und modulares Bauen

Neun Anbieter erhielten

über den GdW den ersten Zuschlag

Die Ergebnisse des ersten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für serielles und modulares

Bauen stehen fest. Neun Bieter erhielten den Zuschlag für ihre innovativen Wohnungsbaukonzepte,

aus denen Mitgliedsunternehmen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW ab

sofort auswählen können. Dazu hat der GdW als Initiator der Ausschreibung im Frühjahr mit dem

Bundesbauministerium, dem Hauptverband der Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer

eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Quelle: GdW

Wohnungsunternehmen in

ganz Deutschland sollen mit der Vereinbarung

die Möglichkeit erhalten,

ihre Wohnungsneubauprojekte

schneller, einfacher, kostengünstiger

und in hoher Qualität zu realisieren.

Die Zeitersparnis ergibt sich insbesondere

dadurch, dass Teile der Projektausschreibung

und -vergabe

sowie der Planung eines vorgesehenen

Wohnungsbaus durch die Rahmenvereinbarung

vorweggenommen

worden sind – und durch

kürzere Baustellenzeiten dank der

Vorfertigung von Bauteilen.

Aus den neun Angeboten des

neuen Rahmenvertrags können

Wohnungsunternehmen das für sie

passende Modellgebäude auswählen,

das anschließend in erster Linie nur

noch an das vorhandene Grundstück

angepasst werden muss.

Die Angebotspreise für die neun

Modellgebäude liegen zwischen

2.000 und 3.200 € pro m 2 Wohnfläche

und damit unter den durchschnittlichen

Herstellungskosten für

Mehrfamilienhäuser in Deutschland.

Die in der neuen Vereinbarung festgeschriebenen

Preise gelten für fünf

Jahre. Skaleneffekte sind bei Mehrfachbeauftragung

eines Modellgebäudes

im Angebot enthalten. Weitere

Kostenvorteile werden bei den

seriellen und modularen Wohnungsbauprojekten

zukünftig durch die

weiter zunehmende Vorfertigung

von Bauteilen erwartet.

Aus insgesamt rund 50 Bewerbern

waren 15 Teilnehmer ausgewählt

worden, die ihre Angebote

anschließend eingereicht haben.

Geprüft und bewertet wurden die

Konzepte durch ein eigens einberufenes

Bewertungsgremium, das sich

aus Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft

und dem Forschungsbereich

aus dem gesamten

Bundesgebiet sowie Vertretern des

Bundesbauministeriums zusammensetzte.

Die endgültige Auswahl der

Bieter/Bietergemeinschaften

Lechner Immobilien Development GmbH

AH Aktiv-Haus GmbH

Max Bögl Modul AG

GOLDBECK Ost GmbH & GOLDBECK Nordost GmbH

ALHO Systembau GmbH

Solidbox GmbH

Lukas Lang Building Technologies GmbH

ARGE MBN BAU AG und Patriarche

Hullak Rannow und Züblin AG

neun Bieter erfolgte auf Grundlage

der Ergebnisse des Bewertungsgremiums

durch den Spitzenverband

der Wohnungswirtschaft GdW als

Vergabestelle.

Zu den zentralen Anforderungen

an die eingereichten Angebote

gehörten beispielsweise: eine

gestalterisch ansprechende Architektur,

städtebaulich variable

Gebäude, eine Minimierung von

Verkehrsflächen, ausreichende

Belichtung für Wohnkomfort und

Energieeffizienz, kompakte und flächeneffiziente

Wohnungsgrundrisse,

ein Drittel barrierefrei sowie

ein hohes Maß an Standardisierung

zugunsten von zeit- und kostensparendem

Bauen. 2

Ort

Frankfurt am Main

Stuttgart

Neumarkt

Ludwigsfelde

Friesenhagen

Heek

Wien

Georgsmarienhütte

Neu-Ulm

Liste der neun Bieter/Bietergemeinschaften,

denen vom

GdW der Zuschlag

für serielles und

modulares Bauen

erteilt worden ist.

Stahlreport 9|18

41


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

Foto: BIBB

Auszeichnungen

sollen für die Ausbildung

motivieren:

Verleihung des

Hermann Schmidt-

Preises im Rahmen

des diesjährigen

BIBB-Kongresses in

Berlin.

Digitalisierung dominiert

BIBB-Kongress zur Berufsbildung in Berlin

Das BIBB berät die Bundesregierung in Fragen der beruflichen Bildung, kennt daher die angesagten

Themen und nimmt zu ihnen Stellung – z.B. beim Kongress 2018 in diesem Frühsommer in Berlin. In

der Hauptstadt wurde dabei rund um dieses Event klar: Die Digitalisierung dominiert und Branchen

sind gut beraten, diese Erkenntnis mit diesem Werkzeug in Aus-, Fort- und Weiterbildung auch tatsächlich

für sich umzusetzen und auf diese Weise beispielsweise für mehr Durchlässigkeit zu sorgen.

„Die berufliche Bildung muss zum Taktgeber für

die Arbeitswelt der Zukunft werden! Denn kein Bildungs-

und Qualifizierungsweg ist so gut geeignet, um

die Menschen auf die betrieblichen Anforderungen von

morgen vorzubereiten. Dafür müssen jedoch vor allem

die Potenziale besser genutzt werden, die mit der Digitalisierung

gerade für die berufliche Aus- und Weiterbildung

verbunden sind. Dann erhält die berufliche Bildung

auch wieder die Wertschätzung, die sie verdient.“

Das erklärte der Präsident des Bundesinstituts für

Berufsbildung (BIBB), Professor Friedrich Hubert Esser,

zum Abschluss des Kongresses. Zwei Tage lang hatten

rund 900 Berufsbildungsexpertinnen und -experten

aus 25 Ländern unter dem Motto „Für die Zukunft

lernen: Berufsbildung von morgen – Innovationen erleben“

intensiv über die aktuellen Herausforderungen

und Perspektiven der beruflichen Bildung diskutiert.

Kaum Alternativen zur eigenen Ausbildung

Essers Fazit kam nicht von ungefähr, konnte der Berliner

Kongress doch mit entsprechenden Ergebnissen einer

Umfrage eröffnet werden, an der sich mehr als 2.000

Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe beteiligt, die im Ausbildungsjahr

2016 ausgebildet hatten: Auch mit Blick

auf die Arbeitswelt der Zukunft und unter den derzeit

erschwerten Bedingungen am Ausbildungsmarkt bleibt

für viele Betriebe die eigene Ausbildung der entscheidende

Weg, um ihren Fachkräftebedarf langfristig zu

sichern. Befragt nach möglichen Alternativen dazu

hatten die Betriebe angegeben, am ehesten die Einstellung

von Anfängern in Betracht zu ziehen, die den

Beruf in einem anderen Betrieb gelernt haben. Die Einstellung

externer erfahrener Fachkräfte, Beschäftigungsverhältnisse

über das Rentenalter hinaus, die

Anstellung von Bachelor-Absolventen oder von ungelernten

Arbeitskräften kamen hingegen deutlich seltener

in Betracht.

Das duale Konzept und die

Verbindung zur Fort- und Weiterbildung

Gerade die Verbindung von praxisorientierter Ausbildung

im Arbeitsprozess oder Kundenauftrag mit systematischem

Lernen in der Berufsschule, das duale

Konzept, sei optimal für Jugendliche und junge Erwachsene.

Auf diese Weise könnten sie, so Esser weiter,

auch jene Schlüsselqualifikationen und überfachlichen

Kompetenzen erwerben, die zukünftig unerlässlich

seien. Hierzu zählten etwa das Überblickswissen, das

Erkennen von Zusammenhängen, prozessorientiertes

Handeln sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

„Digitale Medien und virtuelle Lernumgebungen

bieten mit ihren völlig neuen Möglichkeiten die Chance,

die Lernmotivation der Menschen zu fördern und der

Lernortkooperation zwischen Betrieben, Berufsschulen

und überbetrieblichen Bildungszentren einen neuen

Schub zu verleihen. So können wir digitales Lernen

und Arbeiten innovativ miteinander verbinden“, betonte

Esser. Zudem biete sich ein verstärkter Einsatz digitaler

Lehr- und Lernmedien auch in der beruflichen Weiterbildung

an.

42 Stahlreport 9|18


Besonders die Bedeutung der Weiterbildung

werde in einer digitalen

Arbeitswelt zunehmen. Darin sei

sich der Kongress einig gewesen.

„Wir müssen die berufliche Weiterbildung

jedoch stärker arbeitsplatzund

arbeitsprozessorientiert organisieren.

Denn nur so können wir

das Ziel erreichen, Deutschland zum

Weiterbildungs-Weltmeister zu

machen.“

Ausgezeichnete Modelle

sollen motivieren

Dieses Ziel wurde im Rahmen des

Kongresses auch durch die Verleihung

des Hermann Schmidt-Preises

2018 gefördert. „Nachwuchssicherung

und Karriereförderung durch

berufliche Bildung“ lautete das

Thema des diesjährigen Wettbewerbs.

Der Verein „Innovative

Berufsbildung“ identifizierte und

prämierte in diesem Zusammenhang

vier entsprechende Projekte, die beispielhaft

Modelle entwickelt und

umgesetzt haben. (www.bibb.de/hermannschmidtpreis).

Die Diskussionen auf dem BIBB-

Kongress haben nach Ansicht von

Professor Esser auch gezeigt, dass

die berufliche Bildung zum Teil neu

gedacht werden müsse, um die

Zukunft erfolgreich zu meistern.

Hierzu sei es erforderlich, attraktive

und moderne Aus- und Fortbildungsberufe

zu schaffen, die keine Zielgruppe

ausgrenzen, die Aus- und

Weiterbildung noch enger miteinander

zu verzahnen und die Durchlässigkeit

zwischen den Bildungssystemen

weiter zu stärken. „Die

Gestaltung einer Berufsbildung von

morgen kann aber nicht mit den

Werkzeugen von gestern gelingen“,

erklärte der BIBB-Präsident. „Von

daher besteht Handlungsbedarf für

bundesweite Initiativen zur

zukunftsorientierten Qualifizierung

des Ausbildungs- und Lehrpersonals

in Betrieben, Berufsschulen und

überbetrieblichen Bildungszentren.“

Gerade der Lernort Berufsschule

müsse im digitalen Zeitalter noch

mehr gestärkt werden. Dazu gehöre

auch die Nachwuchssicherung von

Lehrerinnen und Lehrern – insbesondere

in gewerblich-technischen

Berufen, so Esser abschließend. 2

Besondere Sichtweisen

Blechumformer zu Digitalisierung

und Fachkräftemangel

Besondere Sichtweisen zu den beiden

aktuellen Topthemen Digitalisierung und Fachkräftemangel

vermittelte jetzt die IBU-Mitgliederversammlung

in Dortmund: Es vollzieht sich

auch für die Blechumformer eine Dematerialisierung

und: die Führung ist verantwortlich.

„Jedes Unternehmen ist von den Folgen der

Digitalisierung und der damit einhergehenden

Dematerialisierung betroffen“, schrieb der

Visionär Karl-Heinz Land den Werkstoffverarbeitern

ins Stammbuch. Für Unternehmen

stelle sich die Frage, wie sie auf diese völlig

veränderten Rahmenbedingungen reagieren

müssen. Der Referent zeigte anschließend

Möglichkeiten auf, die Chancen der digitalen

Transformation zu nutzen.

Auch der Fachkräftemangel stand auf der

Agenda. Hochschulprofessorin Jutta Rump aus

Ludwigshafen informierte u. a. über gesellschaftlichen

Wandel und die Anforderungen

der Generation X. Sie stellte betriebliche Strategien

zu Mitarbeitergewinnung, -bindung und

-entwicklung dar. Eine zentrale Frage zur

Arbeitgeberattraktivität sei: Warum kommen,

bleiben und gehen Mitarbeiter? Die Antwort:

Verkaufen will gelernt sein

Bildungsangebote für den Hartwarenhandel

Zwei besondere Verkaufsschulungen

beginnt der ZHH in diesem Herbst: den berufsbegleitenden

Lehrgang „Fachberater/in im Außendienst“

am 24.9. und das Angebot „Technische/r

Fachkaufmann/-frau für Werkzeuge und

Maschinen“ am 22.10. – jeweils in Wuppertal.

Im Rahmen von drei Schulungswochen lernen

die Teilnehmer zum/zur „Fachberater/in im

Außendienst“, Kundenkontakte effektiv und

effizient zu gestalten. So werden u.a. Verkaufstechniken

und Verhandlungsführung

intensiv geübt. Weitere Lernmodule widmen

sich dem strategischen und taktischen Marketing

sowie dem methodischen Arbeiten.

Schriftliche Tests, Lehrbriefe und eine mündliche

Abschlussprüfung sollen dafür sorgen,

dass ein nachhaltiger Lerneffekt erzielt wird.

Der neue Durchgang von „Technische/r Fachkaufmann/-frau

für Werkzeuge und Maschinen“

umfasst praxisorientierte Schulungsmodule

zu den wichtigsten Produkten, die der

Foto: IBU

Kritische Botschaft für Führungskräfte:

Jutta Rump sprach vor den Blechumformern

über die Erwartungen der Generation X.

Sie kommen wegen der Reputation, bleiben

wegen der Aufgabe und gehen wegen der Führung.

Bernhard Jacobs, Geschäftsführer im Industrieverband

Blechumformung (IBU), freute sich

über rund 100 Teilnehmer und die positiven

Reaktionen auf die diesjährige Themenauswahl:

„Unsere Aufgabe als Verband ist es, Dialogplattformen

zu schaffen und Angebote

anzusprechen, die Mitgliedern nutzen.“ Auch

die Unternehmensbesuche der Mitglieder bei

den Herstellern Albrecht JUNG GmbH & Co.

KG und C.D. Wälzholz GmbH & Co. KG seien

gut angekommen. Eine Abendveranstaltung in

der Schwerter Rohrmeisterei hatte das zweitägige

Event abgerundet.

Werkzeug- und Werkzeugmaschinen-Fachhandel

vertreibt. Ergänzt wird das Lehrgangsprogramm

durch Betriebsbesichtigungen bei Markenherstellern.

Der Lehrgang findet im

Rahmen von fünf Seminarwochen statt, die

über einen Zeitraum von anderthalb Jahren

verteilt sind. Ein nachhaltiger Lerneffekt soll

durch schriftliche Tests, Lehrbriefe und eine

mündliche Prüfung sichergestellt werden.

Das anbietende Bildungswerk des Zentralverbands

Hartwarenhandel (ZHH) sieht sich als

zentrale Anlaufstelle für die Fortbildung im

mittelständischen Hartwarenfachhandel, der

sich aus Facheinzelhandel und Produktionsverbindungshandel

(PVH) zusammensetzt.

Seit 1983 bietet das gemeinnützige ZHH-Bildungswerk

berufsbegleitende Seminare und

Lehrgänge an, die auf die spezifischen Bedürfnisse

der Branche zugeschnitten sind.

[ Info ]

www..zhh-bildungswerk.de

Stahlreport 9|18

43


Verbände

und Messen

Berichte/Nachricht

Foto: WZV/Linde AG

Qualitäten sind gefragt

Die ACHEMA beleuchtete

die Prozessindustrie

Die ACHEMA hat in diesem Frühsommer in Frankfurt/M. einmal

mehr deutlich gemacht, dass es für die veranstaltende Prozessindustrie

um den Einsatz von qualitativ hochwertigen Werkstoffen

sowie intelligenten Produkten geht und auch deren Anbieter

höchsten Ansprüchen genügen müssen – zumal in konjunkturell

attraktiven Zeiten. In diesem Umfeld wurden durchgängige Trends

deutlich, präsentierte sich die ISER mit einem Gemeinschaftsstand

sowie einer entsprechenden Botschaft.

Markt- und Messegeschehen

rund um

die Prozessindustrie:

Auf der

ACHEMA ging es viel

um Qualitäten – z.B.

um Stahl für Helium.

Diese komplett aus

Edelstahl Rostfrei

gefertigten Kryobehälter

haben ein Fassungsvermögen

von

bis zu 41.000 Liter.

Fast 4.000 Aussteller und nahe -

zu 170.000 Besucher bildeten den

Erwartungshorizont für die fünftägige

Leistungsschau, die nur alle drei Jahre

stattfindet. Das Spektrum der Messe

umfasste alles, was in der Chemie- bzw.

Pharmaindustrie sowie für die Lebensmittelherstellung

benötigt wird und

zeigte Laborausrüstungen ebenso wie

Pumpen, Analytikgeräte, Verpackungsmaschinen,

Kessel, Rührer sowie

Sicherheitstechnik, Software – sowie

Werkstoffe. Ein begleitender Kongress

ergänzte die Informationen der Ausstellung

mit über 800 Vorträgen und

ähnlichen Veranstaltungen.

Sie spiegelten einen naturgemäß

sehr heterogenen Markt wider, in dem

der Verband Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA) schon für

2017 von einem „ordentlichen Zuwachs

der Produktion“ und auch für 2018 z.B.

von einen „kräftigen Wachstum der

Chemiebranche“ ausgegangen war.

Ähnlich unkonkret, aber durchweg

positiv hatte sich im Vorfeld der Messe

auch Dr. Thomas Scheuring geäußert.

Der Geschäftsführer der ACHEMA Ausstellungs-GmbH:

„Wir halten uns mit

Prognosen meist etwas zurück. Aber

wir sehen in einigen Ausstellungsbereichen

wie der Automation, in der

Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik,

aber auch in der mechanischen

Verfahrenstechnik ein deutliches

Wachstum, das zu positiven Erwartungen

Anlass gibt.“

Gemeinsame Trends

Vor diesen wirtschaftlichen Hintergründen

machte die ACHEMA drei

Trends deutlich, welche die Prozessindustrie

im kommenden Jahrzehnt prägen

werden und die entscheidenden

Herausforderungen für Zulieferer sowie

deren Werkstoffe, Produkte und Dienstleistungen

werden:

z Die Digitalisierung hat sich für die

Branche zu dem entscheidenden Treiber

entwickelt, auf den Akteure zu -

nehmend flexibel reagieren müssen.

z Die Chemie- und Pharmalogistik, früher

ein Prozess außerhalb der Werkstore,

ist in Zeiten einer zunehmend

integrierten Supply Chain zu einem

wesentlichen Faktor der Produktion

geworden.

zDrittens schließlich gibt es eine zunehmende

Integration von chemischen

und biotechnologischen Verfahren,

die in entsprechenden Netzwerken

geplant und realisiert werden müssen.

Gemeinsamer Stand

Am Main realisierte die Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei (ISER) auf

rund 100 m 2 gemeinsam mit fünf Mitausstellern

einen Gemeinschaftsauftritt

der Edelstahlbranche. Das Angebotsspektrum

umfasste aktuelle

Werkstofftrends und Innovationen

im Bereich von nichtrostenden Flachsowie

Langprodukten, Rohren, Profilen,

Walz- und Feindraht; ferner

generell im Behälter- und Anlagenbau.

Ergänzt wurde diese Präsentation

durch das Beratungs- und Informationsangebot

der ISER zu Edelstahl

Rostfrei. Unter dem Motto „Kompetenz

in Edelstahl“ waren dort die folgenden

Firmen vertreten:

z Böllinghaus Steel GmbH, Hilden,

www.boellinghaus.de

z Klöckner & Co. Deutschland GmbH,

Duisburg, www.kloeckner.com

z Wilhelm Modersohn GmbH & Co. KG,

Spenge, www.modersohn.de

z Outokumpu Nirosta GmbH, Krefeld,

www.outokumpu.com

z Walzwerke Einsal GmbH, Nachrodt,

www.einsal.com

Über die ISER vertreten waren zudem

die Mitgliedsunternehmen Arnold AG

in Friedrichsdorf, die Deutsche Derustit

GmbH in Dietzenbach, die GKD – Gebr.

Kufferath AG in Düren, die Henkel Beizund

Elektropoliertechnik GmbH & Co.

KG in Neustadt-Glewe, die KCI GmbH

in Kleve sowie die Poligrat GmbH in

München.

Gemeinsame Botschaft

Mit diesem Unternehmensspektrum

konnten den Messebesuchern dreiteilig

deutlich gemacht werden, dass mit der

Patenterteilung auf „Stähle mit hoher

Widerstandskraft gegen Korrosion“

1912 die industrielle Anwendung von

Edelstahl Rostfrei begonnen hatte.

Daraus habe sich, so die Botschaft, insbesondere

seit 1950 eine Werkstoffgruppe

von über 160 Sorten nichtrostender

Stähle entwickelt, die weltweit

in allen Bereichen des menschlichen

Lebens, vom Haushalt über Bauwesen,

Fahrzeugbau, Medizin, Pharmazie,

Lebensmittelgewinnung und -verarbeitung,

Energieerzeugung, Nachrichtentechnik

bis hin zur chemischen Industrie,

Meeres- und Umwelttechnik

verwendet wird.

Die Entwicklung der letzten Jahre

spiegelt sich auch in den Produktionszahlen

wider: Zwischen 1990 und 2017

ist die Jahres-Rohstahlerzeugung an

nichtrostenden Stählen global von ca.

12,8 auf rund 48,1 Mio. t gestiegen.

44 Stahlreport 9|18


Alle Stahlsorten der Gruppe der nichtrostenden

Stähle enthalten mindestens

10,5% Chrom (Cr) und weisen gegenüber

unlegierten Stählen eine deutlich

verbesserte Korrosionsbeständigkeit

auf. Ursächlich hierfür ist eine Passivschicht,

die als Barriere zwischen dem

nichtrostenden Stahl und den umgebenden

Medien fungiert. Die Passivschicht

ist undurchlässig und transparent.

Bei Beschädigungen stellt sie sich

unter dem Einfluss von Sauerstoff selbst

wieder her. Höhere Chromgehalte und

der Zusatz von weiteren Legierungselementen

wie Nickel (Ni), Molybdän (Mo),

Mangan (Mn) und Kupfer (Cu) verbessern

die Korrosionsbeständigkeit und/oder

die mechanischen Eigenschaften. 2

Foto: VDW

Logo des Clubs of Metalworking

Messeclub

VDW will Ausstellungs -

besuche optimieren

Interessenvertretungen

Kollektive Präsenz auf

Messen wird immer gefragter

Verstärkt nutzen in jüngster Zeit Verbände das Messegeschehen,

um – ergänzend zu und manchmal auch statt der Unternehmenspräsentationen

– Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren

und die Interessen der Branche zu vertreten. Der BDS auf der Tube,

der WGM auf der Aluminium oder bauforumstahl auf der Bau

sind Beispiele dafür und gute Gründe, sich den Messekalender der

nächsten Monate daraufhin anzusehen.

Der Trend zu gemeinsamen Auftritten,

wie er zuletzt durch die Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei (ISER)

auf der Prozessmesse ACHEMA realisiert

worden ist (vgl. nebenstehenden

Bericht), hat oft in erster Linie wirtschaftliche

Gründe: Geteilte Kosten

sind attraktiv. Darüber hinaus wird

den Beteiligten aber immer häufiger

sehr schnell deutlich, dass man

gemeinsam größer ist und die Leistungen

des einzelnen Unternehmens

für die wichtigen Wertschöpfungsketten

branchenbezogen viel besser darstellen

kann. So gehörten zu den beiden

letzten Rohrmessen in Düsseldorf vom

Bundesverband deutscher Stahlhandel

(BDS) organisierte Gemeinschaftsstände,

der Wirtschaftsverband Großhandel

Metallhalbzeug (WGM) konnte

auf der Leistungsschau zu Aluminium

ebenfalls dort gezielt die kollektiven

Interessen der Branche vertreten, und

im Bereich der Bauwirtschaft hat über

viele Jahre auf der Bau in München

das Bauforum Stahl auch die Handelsakteure

dieser Branche repräsentiert.

In solchen und anderen Zusammenhängen,

vor allem mit Bezug zu

den in dieser Fachzeitschrift besonderes

interessierenden Inhalten, sind die

Messetermine der nächsten sechs

Monate ab Oktober:

z ALUMINIUM 2018, 12. Weltmesse &

Kongress, 9.-11.10.18, Düsseldorf

z EuroBLECH, 25. Internationale Technologiemesse

für Blechbearbeitung,

23.-26.10.18, Hannover

z parts2clean, Internationale Leitmesse

für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung,

23.-25.10.18, Stuttgart

z ARBEITSSCHUTZ AKTUELL, Fachmesse

und Kongress, 23.-25.10.18,

Stuttgart

z Valve World Expo, Internationale Fachmesse

für Armaturen, 27.-29.11.18,

Düsseldorf

z BAU, Weltleitmesse für Architektur,

Materialien und Systeme, 14.-19.1.19,

München

z LEARNTEC, Internationale Fachmesse

und Kongress für professionelle Bildung,

Lernen und IT, 29.-31.1.19, Karlsruhe

z Intec/Z, Internationale Fachmesse für

Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und

Automatisierungstechnik/Internationale

Zuliefermesse für Teile, Komponenten,

Module und Technologien, 5.-

8.2.19, Leipzig

z didacta, Fachmesse für die Bildungswirtschaft

in Europa, 19.-23.2.19, Köln

z LogiMAT, Internationale Fachmesse

für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement,

19.-21.2.19, Stuttgart

2

Den Messebesuch einfacher, schneller

und besser zu gestalten: Dieses Ziel verfolgt

der Club of Metalworking, den der VDW

in diesem Frühjahr an den Start gebracht hat.

Die Mitgliedschaft ist kostenlos und bietet

Leistungen für internationale Experten der

Metallbearbeitung. Innerhalb kurzer Zeit sind

über 1.000 Registrierungsanfragen aus der

ganzen Welt eingegangen.

Nach der kostenfreien Registrierung auf

www.clubofmetalworking.de erhalten Mitglieder

vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) ein individuelles Willkommenspaket

mit ihrer persönlichen Clubkarte.

Ein Newsletter informiert sie alle sechs bis

acht Wochen über Neuigkeiten aus der Branche

und wichtige Fachmessen. Kostenfreie

Dauerkarten zur EMO Hannover und METAV

stellt der Club automatisch zur Verfügung.

Zusätzlich zur kostenlosen Nutzung des

ÖPNV zum Messebesuch können Mitglieder

ihre Clubkarte auch für Leistungen wie eine

Fast Lane zum beschleunigten Einlass, die

Garderobe oder die Lounge des Clubs in

Anspruch nehmen. Exklusive Clubtreffen

laden zudem zum Networking ein.

In einem ersten Schritt waren Besucher der

EMO Hannover und METAV eingeladen worden,

dem Club of Metalworking beizutreten.

„Wir haben positive Rückmeldungen aus aller

Welt erhalten, über die wir uns natürlich sehr

freuen,“ sagte Dr. Wilfried Schäfer,

Geschäftsführer des VDW. „Es ist deshalb

unser erklärtes Ziel, das Angebot des Club of

Metalworking fortzuentwickeln und weitere

Partner ins Boot zu holen.“

Angesprochen werden dabei alle Experten

der Metallbearbeitung – unabhängig von

Beruf und Ausbildungsstand, wie Dr. Schäfer

betonte: „Unsere Mitglieder verbindet ihre

Leidenschaft für die Metallbearbeitung. Vom

Azubi bis zum Einkäufer, vom Facharbeiter

bis zum Geschäftsführer ist uns jedes Mitglied

herzlich willkommen.“

Stahlreport 9|18

45


Lifesteel

Bericht

Koch- und Essgeschirr aus

Edelstahl Rostfrei ist robust

und geschmacksneutral.

Edelstahl Rostfrei für die Wohnmobilszene

Rollender Feriengenuss

In den Wochen dieses Supersommers in Deutschland waren sie wieder unterwegs – die Urlauber in

Wohnmobilen. Mit dabei war in vielen Fällen Edelstahl Rostfrei, betonen beteiligte Verbandsorganisationen.

Es ist nämlich gerade dieses Material, das diesen mobilen Feriengenuss häufig erst ermöglicht.

Denn beispielsweise ist das Gewicht der rollenden Eigenheime von entscheidender Bedeutung, und

außerdem geht es auch außerhalb der mobilen Heimat um praktische Gebrauchsgegenstände.

Ob unternehmenslustige Mitfünfziger

oder junge Familien: Einsteigen,

Losfahren und Genießen im

fahrbaren Eigenheim ist seit rund

zehn Jahren der Trend schlechthin.

Jahr für Jahr fahren die Hersteller

neue Absatzrekorde ein: 2017 wurden

europaweit 190.000 Wohnmobile

und Wohnwagen zugelassen,

zwei Drittel davon made in Germany.

In Deutschland hat das Wohnmobil

dem Caravan längst den Rang abgelaufen:

Mit über 40.000 Neufahrzeugen

in 2017 – mehr als doppelt so

viele wie Wohnwagen – ist es auf

Klappbare und abnehmbare Griffe machen Kochgeschirr aus Edelstahl Rostfrei platzsparend.

Fotos: 2, WZV/TATONKA; 2, WZV/Dethleffs

46 Stahlreport 9|18


der Überholspur unerreichbar

davongezogen. Eins seiner Erfolgsgeheimnisse

ist, dass es Mobilität

und Individualität keine Grenzen

setzt. Zudem wird das Modellspektrum

jedem Geldbeutel und Lebensmodell

gerecht – Luxus und Wohlgefühl

à la carte.

Die ältere Zielgruppe will, nachdem

sie ferne Länder per Flugzeug

oder Kreuzfahrtschiff erkundet hat,

nun auch das eigene Land entdecken.

Auf ein gediegenes Ambiente

mit zeitgemäßem Komfort und

moderner Technik möchte sie dabei

aber nicht verzichten. Junge Leute

hingegen haben den kompakten

Kastenwagen als unkompliziertes

Wohnmobil für sich entdeckt. Trotz

nur 6 m Länge hat er alles an Bord,

was sie für einen Urlaub brauchen:

Doppelbett, Küche, Bad, Wohnecke

und genügend Stauraum für alles,

was für einen Ausflug in die Natur

mitgenommen werden muss.

Magische Grenze ist für alle

Wohnmobilfans lediglich das Maximalgewicht

von 3,5 t, damit sie das

begehrte fahrbare Heim auf Zeit auch

mit normalem Führerschein steuern

können. Dank Leichtbau und innovativem

Design ist dennoch jede

Menge Komfort möglich. Moderne

Materialien, Klebeverbindungen und

eine kompakte Ausstattung sorgen

für die geforderte Leichtigkeit des

Seins.

Deshalb ist man beim Warenzeichenverband

Edelstahl Rostfrei

(WZV) – ob für drinnen oder draußen

– der festen Überzeugung: Wohnmobilfans

sind immer gut beraten,

wenn sie beim Kauf von Ausstattung

und Zubehör aus Edelstahl auf das

international geschützte Markenzeichen

achten. Das Qualitätssiegel

Edelstahl Rostfrei dürfen nämlich

nur Unternehmen tragen, deren Produkte

aus sachgerecht ausgewähltem

Material bestehen und fachgerecht

verarbeitet wurden.

Beispiele finden sich vor allem

in der Küche, aber auch im Bad und

beim Zubehör:

z Koch-Komfort mit edlem Design

bietet eine vollausgestattete Küche

mit drei Kochfeldern, die sogar

für große Töpfe und Pfannen

geeignet sind. Ablage- und

Arbeitsflächen können durch eine

geteilte Kocherabdeckung noch

erweitert werden, eine LED-

Beleuchtung rückt das Ganze ins

rechte Licht. Aus hochwertigem

Edelstahl ist die Kücheneinrichtung

zudem nicht nur so pflegeleicht

wie daheim, sondern sieht

auch richtig stylisch aus. Passend

dazu gibt es auch durchdachtes

Koch- und Essgeschirr, denn trotz

Grenzen bei Platz und Zuladung

isst das Auge schließlich mit.

Modelle aus dünnwandigem und

entsprechend leichtem Edelstahl

werten jede Mahlzeit auf. Anders

als Aluminiumgefäße sind sie

robust und formbeständig, laufen

nicht an und dürfen – sofern vorhanden

– in die Spülmaschine.

Außerdem ist Edelstahl ge -

schmacksneutral und lebensmittelecht,

worauf immer mehr

gesundheitsbewusste Nutzer

besonderen Wert legen. Die Auswahl

an hochwertigem Markengeschirr

im Fachhandel ist groß:

Einwandige Becher oder Schüsseln

sind leichter und preiswerter,

doppelwandige Modelle punkten

dafür durch gute Warmhalte- oder

Kühleigenschaften. Besonders

praktisch sind Teller, die auch als

Schüsseln eingesetzt werden können

und Topfdeckel, die als Pfanne

ebenso gute Dienste erweisen.

Durch klappbare oder abnehmbare

Griffe lässt sich Koch- und

Essgeschirr aus Edelstahl Rostfrei

platzsparend verstauen.

z Aber auch im Bad muss der

anspruchsvolle Wohnmobil-Nutzer

nicht auf werkstoffbegründeten

Komfort verzichten: Wellness-Massage-Dusche

und Waschbecken aus

nichtrostendem Stahl machen die

rollende Nasszelle zum attraktiven

Wohlfühlort.

z Eine Vielzahl an Zubehörteilen aus

Edelstahl Rostfrei trägt überdies

zum Rundumkomfort bei:

– Edelstahl-Heckträger für Fahrräder

oder Motorroller, die direkt

am Rahmen des Wohnmobils

montiert werden, machen sogar

das Verladen schwerer Bikes

komfortabel. Dank ihrer Robustheit

und Witterungsbeständigkeit

sind sie unempfindlich gegen

Steinschlag und Korrosion.

– Als Bodyguard für das Wohnmobil

zeigt ein zeitlos eleganter

Anfahrschutz aus nichtrostendem

Stahl Stärke. Er bewahrt die

empfindliche Heckschürze auf

Campingplatz oder öffentlichen

Straßen vor Beschädigung. 2

Kücheneinrichtungen aus hochwertigen Edelstahl … … sind pflegeleicht und stylisch – im Wohnmobil ebenso wie daheim.

Stahlreport 9|18

47


Lifesteel

Bericht

In einem Workshop schmiedeten

Werkstoffwissenschaftsstudenten

von der Universität Jena ihr eigenes

Schwert.

Workshop in Jena

Studenten schmiedeten Schwert

„Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.“ – So alt dieses Sprichwort sein mag, so jung ist

die entsprechende praktische Erkenntnis für eine Gruppe engagierter Studierender der Friedrich-Schiller-

Universität Jena. In einem Workshop beschäftigten sie sich mit allen Facetten der Schmiedekunst und

garantieren – von der Planung über den Schmiedeprozess bis hin zur Vermarktung – schnittige Ergebnisse.

Denn: „Wir schmieden ein Schwert“, hatte Masterstudent Maximilian Keller zu Beginn erklärt.

Foto: Michéle Scholl

Der 24-jährige Werkstoffwissenschaftler

hatte den anwendungsorientierten

Workshop gemeinsam

mit der Bachelorstudentin Michéle

Scholl konzipiert. Ideengeber war die

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde

– schnell waren ihnen die

Begeisterung und Zustimmung vom

Institutsrat des Otto-Schott-Instituts

für Materialforschung (OSIM) der Uni

Jena sicher, ein solches Projekt außerhalb

des Stundenplans zu veranstalten,

und 15 enthusiastische Freiwillige

gefunden.

„Schon seit vergangenem November

läuft der Schmiede-Workshop, bei

dem wir uns zunächst durch eine dafür

organisierte Vortragsreihe einen

gemeinsamen Wissensstand erarbeitet

haben“, berichtete Keller während des

Projekts. Durch Diskussionen mit Professoren

und die unterschiedlichen

Erfahrungen sei es schon in der Theorie

zu spannenden Diskussionen

gekommen: „Die Erstsemester sind

voller verrückter Ideen, auf die Masterstudenten

oft gar nicht kommen.

Aus der Kombination unvoreingenommener

Kreativität und des fortgeschrittenen

Wissens, was realisierbar oder

doch unmöglich ist, entstehen tolle

Wechselwirkungen.“

Im vergangenen Wintersemester

hatten die Workshop-Teilnehmer,

darunter fünf Studentinnen und zehn

Studenten, in der Werkstatt des OSIM

in einem Schmiedefeuer Stahl bearbeitet,

„um ein Gefühl für das Material

zu entwickeln.“ Dieses war wichtig

für das Haupt-Event des auf ein Jahr

angelegten Projekts: das Schmieden

und die materialwissenschaftliche

Charakterisierung des Schwertes. Im

Mai hatten sie sich dafür im thüringischen

Mellenbach-Glasbach getroffen

und ein Wochenende darauf verwendet,

zwei Schwerter zu schmieden

– eines als Prüfschwert für die zerstörenden

und zerstörungsfreien Charakterisierungsmethoden

und eines

als Ausstellungsstück zur Studienwerbung.

„Unendlich viel Schweiß, Blut, Tränen

und Arbeit stecken darin“, sagt

Maximilian Keller augenzwinkernd.

Dabei hätten sie alle Schritte selbst

erledigt: stundenlanges Schmieden,

Schleifen, Glätten, Polieren, Ausrichten.

Nur beim Härten hätten sie sich

Hilfe geholt: „Wenn das Schwert nach

all der Arbeit springt, wäre die Motivation

sonst am Boden“, weiß Maximilian

Keller. Und von dieser lebt das

Projekt schließlich.

Eine gedeihliche Zusammenarbeit

war dank der verschiedenen Interessen

aller Beteiligten von Beginn an

sichergestellt. „Zum Team gehören

ein Hobbyschmied, Experten für

Schwertschaukampf und natürlich

auch solche, die sich für Marketing,

Sponsoring oder die didaktische Aufbereitung

des Workshops interessieren.“

Das ist Keller, der sich im Fachschaftsrat

engagiert und Hilfskraft an

der Physikalisch-Astronomischen

Fakultät ist, wichtig, denn das Schwert

soll auch im Licht der Öffentlichkeit

erstrahlen. „Zu wenige Schüler kennen

unseren Studiengang und überhaupt

haben viele keine klare Vorstellung

davon, was Werkstoffwissenschaftler

machen. Das will ich ändern“, erklärt

der Student. 2

48 Stahlreport 9|18


„Balanceakte“ sind noch bis November in München zu sehen

Auf 200 Rädern in die Verlängerung gegangen

Seit der Eröffnung der Sonderausstellung „Balanceakte“ im vergangenen Jahr wurden bereits

weit mehr als 100 000 Besucher im Verkehrszentrum des Deutschen Museums gezählt.

Grund genug, das Jubiläum des Radfahrens – und damit ein Teil Stahlgeschichte – noch etwas länger

zu feiern: Bis zum 4.11.18 gehen die „Balanceakte“ auf der Theresienhöhe weiter – gut 201 Jahre,

nachdem Karl Freiherr von Drais im Sommer 1817 zum ersten Mal sein berühmtes Laufrad erprobt

hatte. (Vgl. auch 11/17, S. 48ff)

Neben einer von Drais selbst lizensierten Laufmaschine

gibt es viele weitere besondere Zweiräder in der

Ausstellung zu entdecken: Vom ersten bekannten bayerischen

Laufrad über das Jugendstil-Serienrad aus den USA

bis hin zum Wasserstofffahrrad führen rund 100 Radl durch

eine wechselvolle Geschichte.

„Laufmaschine und Fahrrad sind ja ursprünglich nicht

als Verkehrsmittel genutzt worden, sondern waren Abenteuermaschinen“,

sagt Bettina Gundler, Leiterin des Verkehrszentrums

und eine der Kuratorinnen der Ausstellung.

Sie fasziniert besonders an den „Balanceakten“, welchen

gesellschaftlichen Wandel man an der Geschichte des Fahrrads

zeigen kann: Von einem Vergnügen für Reiche wurde

es in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zum Hauptverkehrsmittel

für die Bevölkerung. Dann drängte die Motorisierung

das Zweirad ins Abseits. Heute ist es wieder auf

der Überholspur – als Alltagsverkehrsmittel und manchmal

auch Weltanschauungs-Fortbewegungsmittel.

Davon zeugen die Exponate: Das ursprüngliche von

Drais entwickelte Laufrad war eine Kuriosität – heute

werden Lastenräder als stadttaugliche Alternative zum

Auto eingesetzt, und wer es sich denn leisten kann und

mag, fährt teure Luxusräder. Dabei sind die „Balanceakte“

natürlich nicht nur zum Anschauen: Besucher können vor

Ort auch ausprobieren, wie ein Laufrad funktioniert – oder

wie man sich auf einem Hochrad fühlt.

Drei Schwerpunkte

Aber die Ausstellung zeigt auf rund 1000 m 2 nicht nur

Zweiräder, sondern – gegliedert in die drei Schwerpunkte

„Technik und Wirtschaft“, „Kultur und Sport“ sowie „Mobilität

und Verkehr“ – mit zahlreichen Bildern, weiteren

Exponaten und Demonstrationen viele spannende, interessante

oder kuriose Aspekte rund ums Radfahren. So ist die

komplette Trophäensammlung eines historischen Radvereins

zu sehen. Erinnert wird auch an den bayerischen Radsport-Helden

Thaddäus Robl, der zwei Mal Weltmeister

wurde und später bei einem Flugzeugabsturz starb. Historie

zum Hören gibt es mit der Queen-Single „Bicycle Race“,

deren Video in den 70ern noch für einen handfesten Skandal

sorgte.

Und auch für die ganz alltäglichen Radl-Geschichten

ist in der Austellung Platz: Bettina Gundler und ihre Kollegen

haben persönliche Erzählungen von Zeitungslesern und

Interneteinsendungen ausgewählt, die samt Fotos in der

Ausstellung präsentiert werden. „Am meisten berührt mich

das Fahrrad einer Dame, die schon weit über 80 Jahre alt

Foto: Deutsches Museum

war, als sie uns ihr Rad gestiftet hat“, sagt Kuratorin Gundler.

„Sie hatte es 1936 zur Konfirmation geschenkt bekommen

– und dann sage und schreibe 70 Jahre lang gefahren.“

Ebenfalls stolz ist Gundler auf die von der Formation

München entwickelte Szenografie der Ausstellung: Das

Fahrrad wird in seinem „natürlichen Lebensraum“ gezeigt

– nämlich in Stadt und Land. Optischer Gag ist eine Eingangsszene,

die eine Legende über die Erfindung des Laufrads

illustriert – Karl Drais schwebt über einem Vulkan.

Hintergrund ist eine umstrittene These, nach der Drais

unter dem Eindruck der 1816 grassierenden Hungersnot

und einem vermehrten Pferdesterben das Zweirad erfunden

haben soll. Vorangegangen war der Hungerkrise ein Vulkanausbruch,

dessen Staubteilchen in der Atmosphäre ein

„Jahr ohne Sommer“ auch in Europa verursachten. „Klimaänderungen

und extreme Wetterereignisse kennen wir

ja auch und suchen Abhilfe in nachhaltigen technischen

Lösungen, zu denen heute auch wieder das Fahrrad gehört“,

so Gundler. „Selbst wenn Drais bei seinen Erfindungen

eher an die Förderung der Ökonomie dachte, galt doch auch

für seine Zeit: Not macht erfinderisch!“

Mit dieser und vielen weiteren Geschichten aus bald

201 Jahren Radfahr-Historie können Besucher bei den Übersichtsführungen

jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr

rechnen. Dazu gibt es regelmäßig Kuratorenführungen,

Vorträge und mehr – denn auch das Begleitprogramm zur

Sonderausstellung ist in die Verlängerung gegangen. 2

Blick in die Ausstellung

„Balanceakte“

Stahlreport 9|18

49


Lifesteel

Bericht

Raphael Schön bearbeitet Metallbleche – on stage

Archaische Flex-Performance

Geradezu elementar wirkt es, wenn Raphael Schön mit seiner Flex

die hochkant aufgestellten Stahlbleche bearbeitet. Mit seiner

Schutzmaske vor dem Gesicht geht eine ganz eigene Faszination

davon aus, wenn der Berliner Performance-Künstler im Dunkel der

Aufführung in urwüchsiger Choregrafie Funken aus seinen Objekten

schleift und schlägt.

Der Saal wird dunkel, die Musik setzt

ein – Wagners Ritt der Walküren, zum Auftakt.

Oder The Prodigy. Nach den ersten Takten beginnen

vorn auf der Bühne plötzlich Funken aus

dem Dunkel nach links und rechts wegzuspritzen.

Nach und nach ist der Künstler zu erkennen, der

mit einer Flex in den Händen, mit Anzug und

Frack und vollem körperlichen Einsatz die Blechoberflächen

bearbeitet. Es hat was von einem

Feuerwerk, das der Berliner Performance-Künstler

Rapheal Schön da in den Saal zaubert.

Vom internationalen Vetrieb zur Performance-Kunst

Von WMF bis Saarstahl, von der Seebühne Friedrichshafen bis zur Salzgitter

AG – Rapahel Schön hat schon auf vielen Bühnen seine Flex-Performance

aufgeführt. „Zur Kunst habe ich mich immer hingezogen gefühlt. Wie die

Idee gekommen ist, mit der Flex Metallbleche zu bearbeiten, weiß ich

allerdings auch nicht mehr genau. Irgendwann stand ich im Keller mit der

Flex in der Hand vor einem Blech – so ist die Idee zur Show entstanden“,

erzählt Raphael Schön.

Die Kunst ist für den in Ulm aufgewachsenden Wahlberliner Berufung. Brot

und Butter verdient er, der ursprünglich gelernter Werkzeugmacher und Wirtschaftsingenieur

ist, als Dozent für Internationales Management mit Schwerpunkt

Teamführung. Über viele Jahre war er zuvor im internationalen Vertrieb für

optische Messtechnik tätig. Heute erfüllt er Lehraufträge an der Frankfurt School

of Finance, der Hertie School of Governance oder der Cologne Business School.

Zwanzig Minuten in etwa dauern seine Shows, mehr geht nicht. „Es ist körperlich

sehr anstrengend. Groß nachdenken ist da auf der Bühne nicht drin“,

grinst Schön. Irgendwann hat er sich gefragt, was er mit den ganzen bearbeiteten

Blechen machen soll. So haben sich neben die Shows mittlerweile auch Installationen

und Fotografie hinzugesellt. Stillstand ist ja auch langweilig. 2

[ Info ]

www.flexshow.org

Foto: Werner Pszolla

Foto: Ronny Buck

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

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Anzeigen:

Ksenija Sandek

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Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

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Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

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Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

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gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

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und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

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Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

50 Stahlreport 9|18


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dr. rer. nat. Peter Drodten

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Verkauf (Seminar) 11.-12.09. Soltau

Gebietsversammlungen 10.-14.09. bundesweit

Nichtrostende Stähle (Seminar) 17.-18.09. Lüdenscheid

Werkstoff- und Produktkunde (Lernteam) 05.-06.11. Kehl

Verkauf (Lernteam) 08.11. Hamburg

Grobbleche (Seminar) 19.-20.11. Wernigerode

Betonstahl (Seminar) 21.-22.11. Kehl

Stahleinkauf (Kooperation/Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.03. Dortmund

Rohre (Seminar) 11.-13.03. Paderborn

Blankstahl (Seminar) 28.-29.03. Ludwigsburg

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 04.-05.06. Baunatal

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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