KUFSTEINERIN Ausgabe 40

kufsteinerin

WWW.KUFSTEINERIN.COM

Nr. 40 7. Jhrg. Sept. 2018

FACHRKRÄFTEMANGEL SORGT

FÜR UMSATZEINBUSSEN

WENN ES IMMER

ENGER WIRD AM

ARBEITSMARKT

WÄHREND DIE ARBEITS-

LOSENQUOTE LAUFEND

SINKT, WIRD DER KAMPF

UM GUTE MITARBEITER

GERADE IM WIRTSCHAFTS-

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RIERUNG EINES PORSCHE

356 PRE-A SPEEDSTER EINEN

TRAUM ERFÜLLT

BRANCHENEINBLICK

WIE WIR DIE

ATTRAKTIVITÄT

VON TOURISMUS-

JOBS STEIGERN

DIE KUFSTEINERIN IM

GESPRÄCH MIT TVB-DIREK-

TOR STEFAN PÜHRINGER ÜBER

NACHHALTIGE ANSÄTZE ZUR

STEIGERUNG DER ATTRAKTIVI-

TÄT VON TOURISMUSJOBS

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4

Spricht man Unternehmer

in der Region auf den

Fachkräftemangel an,

erntet man vielerorts nur

ratloses Achselzucken.

Christian Mey

HERAUSGEBER

christian.mey@kufsteinerin.com

EDITORIAL

Er kam nicht von heute auf

morgen und er war vorhersehbar.

Seit Jahren predigen

es Trend- und Wirtschaftsforscher:

Der Fachkräftemangel

wird uns hart treffen. Vorbereitet

hat sich die Wirtschaft

darauf nur bedingt. Nicht zuletzt,

weil auch zu viele Faktoren

nicht zu beeinflussen sind.

Wie soll man sich auch gegen

geburtenschwache Jahrgänge

stemmen? Wie soll man

als Unternehmer einer Generation

junger Menschen beibringen,

dass es nichts bringt,

wenn man sich mehr oder minder

durch eine höherbildende

Schule quält, obwohl man für

einen handwerklichen Beruf

besser geeignet wäre? Und

dann fragt man sich, wie man

denen, die eine Lehre absolviert

haben, beibringt, dass es

nicht reicht, nur anwesend zu

sein. Die Generation Y lässt

grüßen. Spricht man Unternehmer

in der Region auf den

Fachkräftemangel an, erntet

man vielerorts ratloses Achselzucken.

Nur wenige haben

verstanden, dass wir erst am

Beginn einer Revolution des

Arbeitsmarktes sind. Wir haben

uns daher auf die Suche nach

Top-Arbeitgebern in der Region

gemacht und sind auf das

gallische Dorf 3con gestoßen.

Das Ebbser Unternehmen kann

sich Lehrlinge noch aussuchen

und schmiedet seine Talente

selbst. Oder Pirlo: Der Kufsteiner

Verpackungshersteller mit

Weltruf zeigt seit Jahrzehnten

ein hohes soziales Engagement

und arbeitet gleichzeitig daran,

als Arbeitgeber immer attraktiver

zu werden. Aber auch das

Bezirkskrankenhaus Kufstein,

mit 1.200 Mitarbeitern, zweitgrößter

Arbeitgeber im Bezirk,

hat sich auf den Weg gemacht

und wurde vom Wirtschaftsmagazin

trend aus dem Stand

zu einem der besten Newcomer

Österreichs im Bereich Dienstleistung

und Soziales als Arbeitgeber

gewählt. Chapeau. Aber

auch MEYMEDIA als Mutter

der beiden Regionalmagazine

KUFSTEINERIN und WÖR-

GLERIN hat die Zeichen

der Zeit erkannt und setzt

mit dem Start der regionalen

und digitalen Jobbörse

kufsteinjobs.at ein klares Zeichen,

um smarte Bewerber und

attraktive Arbeitgeber künftig

noch besser miteinander zu

vernetzen. Mehr dazu in der

aktuellen Ausgabe. Viel Spaß

beim Lesen.

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bis 220g/km EUR, 60,--/g und über 220g/km EUR 90,--/g. Bei eventuellen steuerrechtlichen Änderungen zwischen Kaufanbot, Vertragsabschluss und Auslieferung des Fahrzeuges gelten die gesetzlichen Regelungen bei

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 5 31.08.18 08:33


6

INHALT

8

Wenn es immer enger

wird am Arbeitsmarkt

Mehr als die Hälfte der heimischen

Arbeitgeber klagt bereits

über Umsatzeinbußen, die auf

Personalnot zurückzuführen sind.

20

Verpackungsprofi

mit sozialem

Engagement

Die Pirlo Gruppe verbindet

Hightechproduktion mit innovativen

Ideen zur

Mitarbeiterförderung.

24

WERBUNG

Das gallische Dorf

im Fachkräftemangel

3CON erklärt Mitarbeitermotivation

zur Chefsache und trotzt der

schlechten Arbeitsmarktsituation.

44

Holzige Individualität

zwischen Bett & Küche

Trendholz Eiche trifft auf maßgeschneiderte

Wohnstyles

bei der Holzmanufaktur Hafner

& Co am Niederndorferberg

48

Traditionelles

Kräuterwissen

auf Indisch

WERBUNG

30

Jobs im Bezirk Kufstein

schnell und einfach

online finden

WERBUNG

European Ayurveda – Das Ayurveda

Hotel & Resort Sonnhof

übersetzt die indische Heillehre

für die Alpenregion

12

Attraktivität von Tourismus-Jobs

steigern

Das Kufsteiner Medienhaus

MEYMEDIA startet regionale

Jobplattform kufsteinjobs.at.

Eine Studie bringt innovative

Lösungsansätze bezüglich der

Personal-Unterversorgung im

Tourismus ans Licht.

WERBUNG

36

WERBUNG

Die erste Etappe

auf einem langen Weg

Das Bezirkskrankenhaus

Kufstein setzt auf Unternehmenswerte

und erntet einen

Motivationsschub und neuen

Teamgeist.

WERBUNG

58

Magischer Hund

am Wasser

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Stand-Up-Paddeling trifft Yoga

- zwei Trendsportarten in Kombination

mitten am Hechtsee

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7

62

Eine Stange für

die Gesundheit

Vom Ganzkörpertraining bis

zum Selbstbewusstseinstraining

hilft Pole Dance, sein

wahres Ich zu finden.

74

Engel ohne Flügel

Das Gespür für den Menschen im

Fokus - sechs Pflegekräfte, sechs

Wege zum Traumberuf.

94

Zurück in

das Jahr 1955

In den Originalzustand verwandelt

Pep Glonner in über 1.600

Arbeitsstunden den seltenen

Porsche 356 Pre-A Speedster.

66

Mit der Sahnetorte

zum Sieg

Die Ebbserin Lea Horngacher

rollt die Rennradsportszene

auf und überrascht mit ihrer

unkonventionellen Siegereinstellung.

82

WERBUNG

Wellness durch die

Macht der Gedanken

Mit „Our Way Of Healing“ geht

das Wellness Hotel Panorama

Royal 4*superior einen Wellness-Weg

abseits der Norm.

98

Verloren im Malen

Die Kufsteiner Künstlerin Silvia

Latzelsperger zwischen bewegtem

Akt und Farbharmonie.

IMPRESSUM

WERBUNG

70

Der Duft

aus dem

Bienenstock

Zwischen Gelee Royal und

Blütenpollen - eine „Naturapotheke“

in Thiersee umrahmt von

Summen und süßem Honigduft.

86

Hanf - grüne Quelle

der Gesundheit?

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Der Kufsteiner Hanfshop Grüner

Kaiser bringt legale CBD-

Produkte in die Festungsstadt.

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Medieneigentümer und Herausgeber:

MEYMEDIA

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6330 KUFSTEIN

ATU 44362300

M redaktion@kufsteinerin.com

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 7 31.08.18 08:33


8

Wenn es immer

enger wird am

Arbeitsmarkt

MEHR ALS DIE HÄLFTE DER HEIMISCHEN ARBEITGE-

BER KLAGT BEREITS ÜBER UMSATZEINBUSSEN, DIE

AUF PERSONALNOT ZURÜCKZUFÜHREN SIND.

Er kam nicht von heute auf morgen und er war vorhersehbar; seit Jahren

warnen Experten davor, dass Österreichs Wirtschaft auf einen massiven

Mangel an Fachkräften zusteuern wird. Die Hauptgründe dafür: geburtenschwache

Jahrgänge und zu wenig Jugendliche, die einen Lehrberuf

ergreifen. Insbesondere im äußerst wirtschaftsstarken Bezirk Kufstein

wird das zu einem massiven Kampf um die Talente der Zukunft führen.

Die Generationen

Y und Z

suchen und fordern

besondere

Werte, die es als

Unternehmen

zu erfüllen gilt.

PETRA PAYR-SCHINDLER,

Human Resources Pirlo Gruppe

text

foto

christian mey & andrea imler

iStock

2017 wurden

uns 7.500 offene

Stellen

gemeldet.

Das sind doppelt

so viele

als noch vor

zehn Jahren.

MARGIT EXENBERGER,

Leiterin AMS KUFSTEIN

Glaubt man den Prognosen des Tiroler

AMS-Chefs Anton Kern, wird es in ein

paar Jahren so weit sein: leere Industriehallen,

obwohl die Auftragslage hervorragend

ist. Der Grund ist so banal wie erschreckend

zugleich: es fehlen die Mitarbeiter.

„Schon jetzt fehlen allein in Tirol 3.500

Fachkräfte, obwohl die Arbeitslosenzahlen

weiter sinken“, weiß Anton Kern. Für

Ende 2018 prognostiziert Tirols oberster

Arbeitsvermittler gar ein Rekordtief von

4,9 %. Damit sei die niedrigste Arbeitslosenquote

seit 20 Jahren erreicht, obwohl

die Beschäftigungszahlen so hoch sind wie

noch nie.

DOPPELT SO VIELE OFFENE STELLEN

WIE NOCH VOR ZEHN JAHREN

Auch im Bezirk Kufstein wird so viel gearbeitet

wie nie zuvor: Aktuell gehen

über 47.000 Menschen einer unselbstständigen

Tätigkeit nach. Obwohl immer

mehr Menschen arbeiten, gibt es gerade

im wirtschaftsstarken Bezirk Kufstein

konjunkturbedingt eine immer größer

werdende Nachfrage nach qualifizierten

Arbeitskräften: „2017 wurden uns von den

Betrieben 7.500 offene Stellen gemeldet“,

weiß AMS-Leiterin Margit Exenberger.

Dies seien doppelt so viele, wie noch vor

zehn Jahren. „Insbesondere die vergangenen

beiden Jahre waren für uns sehr

erfolgreich. Seit 2016 gehen die Arbeitslosenzahlen

immer stärker zurück und

die Erwerbsquote steigt rasant. Auch jene

Gruppen, die es am Arbeitsmarkt schwer

haben, finden inzwischen leichter eine Beschäftigung“,

so Exenberger. Doch was des

einen Freud, ist des anderen Leid: Für die

Unternehmen im Bezirk Kufstein bedeutet

die hohe Erwerbsquote wenig bis gar keine

Auswahl auf dem Arbeitsmarkt.

HEIMISCHE UNTERNEHMEN

RÜSTEN SICH FÜR DEN

KAMPF UM DIE TALENTE

Es reicht nicht mehr, einfach nur eine

Stelle auszuschreiben, um aus einem Pool

von Bewerbern aussuchen zu können. Der

Arbeitnehmer kennt heute seinen Wert:

Wer eine Lehre im technischen Bereich

abgeschlossen hat, der hat die Qual der

Wahl und kann sich seinen Arbeitgeber

aussuchen. Die Unternehmen arbeiten daher

immer professioneller an ihrer Attrak-

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9

Wenn es um

Fachausbildungen

geht,

dauert es

auch bei uns

länger, bis

wir passende

Bewerber

finden.

ISABELL ZÜCKERT,

Humand Recources

Freudenberg Sealing Technologies

tivität als Arbeitgeber und versprechen

eine ausgewogene Work-Life-Balance,

Gesundheitsvorsorge, Betriebsausflüge,

eine subventionierte High-Class-Kantine

und vor allem: Aufstiegschancen. Auch im

Bereich des Personalmarketings wird stark

aufgerüstet: Die Bodner-Gruppe setzt mit

einer Kampagne zur Stärkung der Arbeitgebermarke

auf „Kluge Köpfe“, die man

sucht. Riederbau will seine künftigen Arbeitskräfte

zu „Helden“ machen. „Was aber

wohl am meisten zählt, ist die Tatsache,

dass eine Lehre heute so etwas wie eine

Arbeitsplatzgarantie ist“, so Anton Rieder

im Gespräch mit der KUFSTEINERIN.

NUR WER AKTIV AM

ARBEITSMARKT AGIERT, KANN

NOCH REÜSSIEREN

Isabell Zückert ist verantwortlich für den

Bereich Human Resources bei Freuden-

berg Sealing Technologies in Kufstein. Ein

Unternehmen mit gutem Ruf und langer

Tradition in der Festungsstadt. Trotzdem

„wird es immer schwieriger, Stellen nachzubesetzen“,

weiß die Personalverantwortliche.

„Wir denken deshalb schon länger

voraus und bieten bestehenden Mitarbeitern

die Chance, sich innerhalb des Unternehmens

weiterzubilden“, so Zückert. So

könne man dem Fachkräftemangel derzeit

noch entgegenwirken und darf sich über

eine äußerst niedrige Fluktuation von nur

0,6 Prozent freuen. Bei Nachbesetzungen

stößt man aber auch bei Freudenberg Sealing

Technologies auf eine harte Nuss.

„Stellen auf akademischem Level sind

einfacher zu besetzen, weil Akademiker

bereit sind, längere Arbeitswege in Kauf

zu nehmen. Wenn es um Fachausbildungen

geht, dauert es länger, bis wir passende

Bewerber finden“, verrät Isabell Zückert.

Die Resonanz auf Stellenausschreibungen

in diesem Bereich ist unbefriedigend: Der

Kufsteiner Arbeitsmarkt sei ausgetrocknet.

Auch Petra Payr-Schindler stößt in

dasselbe Horn. Sie ist seit Juli Leiterin des

Personalwesens der Pirlo-Gruppe und

rechnet vor, dass „die durchschnittliche

Betriebszugehörigkeit 1998 noch bei 24,5

Jahren lag, heute aber bereits auf zehn

Jahre gesunken ist.“ Und das, obwohl Pirlo

zu den attraktivsten Arbeitgebern im Bezirk

Kufstein zählt. Die Gründe dafür: eine

Generation mit neuen Werten. Wer nach

1990 geboren wurde, wird rund sieben bis

neun Arbeitsstellen bis zur Pension haben.

Das bringt eine starke Reduktion der

Betriebszugehörigkeit mit sich. „Die Generationen

Y und Z suchen und fordern

besondere Werte, die es als Unternehmen

zu erfüllen gilt, um Mitarbeiter zu halten

und überhaupt zu bekommen. Auch das

neue Abfertigungsmodell trägt seinen

Teil dazu bei, sodass Mitarbeiterbindung

neu überdacht werden muss“, so Petra

Payr-Schindler. Eine Herausforderung,

die auch den Kufsteiner Malermeister Sebastian

Türkdogan dazu veranlasste, das

Arbeitszeitmodell in seinem Unternehmen

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Gerade im

Tourismus

und Handwerksbereich

habe ich täglich

Kontakt

mit Unternehmen,

die das

Problem weder

erkannt

haben noch

aktiv dagegensteuern.

PETER WACHTER,

WKO BEZIRK KUFSTEIN

Junge, engagierte Mitarbeiter sind

Mangelware und werden von guten

Unternehmen heiß umworben.

Chamelion zu überdenken. „Wir haben

vor über einem Jahr die 4-Tage-Woche bei

vollem Lohnausgleich und überkollektiver

Bezahlung eingeführt“, verrät der Malermeister.

„Junge Fachkräfte definieren sich

nicht über Stress und Burnout. Sie wollen

eine lebenswerte Work-Life-Balance“, so

Türkdogan, der sich trotz dieser Maßnahme

rückblickend über ein äußerst positves

Geschäftsergebnis im ersten Jahr der Umstellung

freuen kann.

JEDE BRANCHE IST BETROFFEN

Aber nicht nur Handwerksbetriebe oder

Industrieunternehmen sind vom Fachkräftemangel

betroffen. Besonders hart

trifft es die Tourismusbranche, da deren

Image als attraktiver Arbeitgeber seit

Jahren sinkt. „Nur die besten Betriebe

können am Arbeitsmarkt noch punkten“,

weiß Stefan Pühringer, Direktor des

Tourismusverbandes Kufsteinerland. Der

heimische Handel kämpft gar an zwei

Fronten: Mehr als die Hälfte der Betriebe

hat Umsatzeinbußen aufgrund fehlenden

Personals und muss sich zeitgleich gegen

das enorme Wachstum des Onlinehandels

stemmen. Es gibt insbesondere im

Westen Österreichs keinen Ort und keine

Branche, die nicht vom Fachkräftemangel

betroffen ist.

NUR WER AKTIV

DAGEGENSTEUERT,

KANN DERZEIT NOCH PUNKTEN

Arbeitgebermarkenbildung ist daher zur

Chefsache geworden. Längst rüsten aktive

Unternehmen auf und bieten auf den

inzwischen obligaten Karriereseiten Einblicke

in Benfits wie flexible Arbeitszeiten,

kostenlose Massage, kostenloses Obst,

attraktive Karrierechancen und vieles

mehr. Die große Mehrheit hat die Zeichen

der Zeit aber noch nicht erkannt. „Gerade

im Tourismus und im Handwerksbereich

habe ich täglich Kontakt mit Unternehmen,

die das Problem weder erkannt

haben noch aktiv dagegensteuern“, weiß

Peter Wachter, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer

im Bezirk Kufstein.

w

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 10 31.08.18 08:33


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12

Attraktivität von

Tourismus-Jobs

steigern

EINE STUDIE BRINGT INNOVATIVE LÖSUNGSANSÄT-

ZE BEZÜGLICH DER PERSONAL-UNTERVERSORGUNG

IM TOURISMUS ANS LICHT

Die Nächtigungszahlen steigen in Tirol stetig nach oben. Neben dem

Winter- wird der Sommertourismus immer stärker. Damit erhöht sich

die Zahl an Tourismusjobs, nur sind diese alles andere als begehrt. Eine

Studie der FH Kufstein Tirol, an der unter anderem der TVB Kufsteinerland

beteiligt war, offenbarte nun Lösungsmöglichkeiten rund um die

Personal-Unterversorgung.

text

foto

adriane gamper

iStock

Betriebe und

Regionen mit

Qualität und

einem starken

Image finden

leichter

qualifiziertes

Personal.

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

Der Sommer geht, der Winter kommt und

damit startet für viele Tourismusbetriebe

wieder die Suche. Die Suche nach qualifizierten

Mitarbeitern. „Die Personal-Unterversorgung

in Gastronomie und Hotellerie

ist in der Region Kufstein genauso wie in

ganz Tirol längst zum Alltag geworden. Die

Frage nach dem ´Warum´ stellen sich aber

die wenigsten“, wie Stefan Pühringer aus

Erfahrung weiß. Der Geschäftsführer des

TVBs Kufsteinerland tauchte im Vorjahr

im Rahmen des Projektes „Strategieentwicklung

zur Zukunft der Tourismusbranche

als Arbeitgeber“ tief in die Materie ein.

Die Fachhochschule Kufstein Tirol erarbeitete

dabei in Zusammenarbeit mit IN-

TERREG Österreich – Bayern, regionalen

Tourismusbetrieben und Tourismusverbänden

Ratschläge und Empfehlungen zur

Attraktivierung der Tourismusbranche für

Arbeitnehmer.

FOKUS FREIZEIT NUTZEN

Arbeitszeitflexibilität. Das schlechte

Image der Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

Eine nicht adäquate Entlohnung.

Die fehlende Wertschätzung. „Diese vier

Punkte kristallisierten sich für Tourismusbetriebe

als grundlegende Faktoren für

den Personalmangel in Gastronomie und

Hotellerie heraus. Wobei neben der Per-

sonalknappheit die Branche derzeit auch

durch den Kostendruck im Tourismus

stark beeinträchtigt ist“, so Stefan Pühringer.

Vor allem in puncto Mitarbeiter

ist ein Ende nicht absehbar, sofern Tourismusunternehmen

nicht aktiv werden,

wie der TVB-Geschäftsführer erklärt. „Es

muss ein Umdenken stattfinden, um diese

Negativspirale zu durchbrechen, und

vor allem muss den Betrieben bewusst

werden, worin die Problematik liegt.“ So

habe sich in puncto Arbeitszeit etwa der

Zugang junger Menschen zur Arbeit verändert,

Stichwort Work-Life-Balance. „Die

Generation, die gerade in das Arbeitsleben

eintritt, hat ihren Fokus deutlich auf die

Freizeit gerichtet und gleichzeitig ihren

Zugang zur Arbeit verändert. Ein Job wird

nicht mehr als reine Geldquelle gesehen.

Er soll vielmehr auch Spaß bereiten und

zum eigenen Profil passen. Diesen jun-

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 12 31.08.18 08:34


13

Es ist eine

Zukunftsinvestition,

Mitarbeiter zu

suchen, die

die Wertvorstellungen

des Hauses

teilen.

Der Bedarf an

Tourismusarbeitskräften

ist mit Einheimischen

nicht

abdeckbar.

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

gen Arbeitskräften gilt es neue Modelle

zu bieten.“ Mitarbeiterhäuser oder auch

All-Inclusive-Karten für Freizeitangebote

liefern erste Möglichkeiten. Daneben ist es

entscheidend, in der Arbeit ein Gefühl eines

Gemeinschaftserlebnisses zu kreieren,

Vernetzungen unter den Mitarbeitern zu

fördern, um so ein Stück Heimat zu bieten.

Vor allem für auswärtige Arbeitnehmer ist

diese Bindung wichtig. „Das beste Beispiel

dafür liefert zum Beispiel das Hotel Mama

Thresl im Pinzgau“, wie Stefan Pühringer

anführt.

AUS MINUS WIRD PLUS

Das Leoganger Hotel Mama Thresl verwandelte

die Not in eine Tugend. Dem

Claim „Urban Soul meets the Alps“ folgend

präsentiert sich nicht nur die Architektur,

als eine Mischung aus Alpen- und Stadtflair.

Auch der Mitarbeiterstamm wirkt

wie ein Schmelztiegel der Nationen. „Die

Betreiber setzen auf ein Multikulti-Team,

lukrieren Mitarbeiter aus der ganzen Welt

und schaffen so einen Mehrwert“, erklärt

Stefan Pühringer das innovative Konzept.

„Über die Unternehmenskultur wird eine

Community geschaffen. Eine Idee, die im

Kufsteinerland in anderer Art erfolgreich

umgesetzt wird. Das Hotel Juffinger in

Hinterthiersee hat beispielsweise eine tolle

neue Mitarbeiterunterkunft umgesetzt

und auch das Stadthotel Alpenrose geht innovative

Wege. Das Mitarbeiterrecruting

basiert dort auf der Schaffung eines Teamgefühls

durch ähnliche Interessen des Personals.“

Eine gänzlich neue Herangehensweise,

die eine unbezahlbare Investition in

die Zukunft darstellt. „Fühlt sich jemand

wohl auf seinem Arbeitsplatz, erzählt er

seinen Freunden davon. Mundpropaganda,

die weitere potentielle Mitarbeiter anlockt

und zudem dem Image des Hauses zu

Gute kommt.“ Aus diesem Aspekt heraus

ist es ratsam, bei der Personalsuche nicht

nur auf Qualifikationen zu achten. Vielmehr

sollte mitentscheidend sein, ob die

Werteausrichtung der Arbeitnehmer zum

Haus passt, „denn nur wenn es hier zu einer

Übereinstimmung kommt, fühlt sich

der Mitarbeiter wohl. Natürlich ist es bei

der derzeitigen Personalknappheit schwierig,

auf derartige Komponenten zu achten.

Doch Mitarbeiter, die sich nicht wohl

fühlen, führen letztlich zu einer negativen

Mundpropaganda, ganz abgesehen von

der geringeren Motivation.“ Authentizität

ist dabei ebenso ein wichtiger Faktor für

den Gast. „Jeder Mitarbeiter ist ein Markenkontaktpunkt,

vor allem wenn es sich

um Mitarbeiter mit direktem Gastkontakt

handelt. Auch deshalb sollten die Werte

des Personals mit jenen des Unternehmens

übereinstimmen.“

ERST DIE STORY, DANN DIE SUCHE

„Selbst das beste Konzept nützt jedoch

nichts, wenn es nicht richtig transportiert

wird. Storytelling wird hierbei zum wich-

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 13 31.08.18 08:34


14

Rund um die

Mitarbeiterproblematik

wird viel

gejammert,

aber noch

wenig unternommen.

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

KURZ UND BÜNDIG

Eine von der FH Kufstein Tirol

initiierte Studie rund um den

Personalmangel der Tourismusbranche

und die Eruierung von

Lösungsmöglichkeiten zeigt vier

konstruktive Ansatzpunkte auf.

Grundsätzlich spielt die Studie

dabei den Tourismusbetrieben

und TVBs den Ball zu. Von

der Schaffung eines Gemeinschaftsgefühls

bis hin zur klaren

Markenstrategie für Unternehmen

und Regionen. Die vollständige

Studie kann auf der Homepage

der WKO heruntergeladen

werden. https://www.wko.at/

service/t/bezirksstellen/gait.html

tigen Instrument des Imageaufbaus. Die

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche

Mitarbeitersuche.“ Wobei Onlineschaltungen

die Zukunft sind, so Stefan Pühringer.

Ideal wäre in seinen Augen eine regionale

Online-Stellenplattform, die Arbeitsuchende

und Arbeitgeber zusammenführt.

Ein Bereich, den Stefan Pühringer zum

Teil auch in der Zuständigkeit des TVBs

sieht, genauso wie den Ausbau der Destinationsmarke.

Für Tourismusmitarbeiter

ist nämlich nicht nur der Arbeitgeber,

sondern vielmehr die gesamte Region

entscheidend bei der Stellenwahl. „Die

Region muss eine Marke darstellen, einen

gewichtigen Ruf nach außen haben, da dies

für den Lebenslauf eines Mitarbeiters von

Bedeutung ist. Die Grundvoraussetzungen

sind bei uns dafür mehr als gegeben. Tirol

ist eine lebenswerte Region mit hohem

Wohlstand und Freizeitfaktor und dazu

zentral gelegen.“ Hier gilt es anzusetzen,

wie die Studie zeigt, und diese Attribute

aktiv nach außen zu transportieren, damit

sich die Region mit ihren Betrieben positiv

am Tourismus-Arbeitsmarkt abhebt.

WERTSCHÄTZUNG ALS SCHLÜSSEL

Dass am Ruf des Tourismus gearbeitet

werden muss, ist für Stefan Pühringer

offensichtlich. Wertschätzung wird zum

Schlüsselfaktor. „Wir haben tolle Ausbildungsmöglichkeiten

in Österreich was den

Tourismus betrifft, aber viele Absolventen

kehren der Branche nach kurzer Zeit den

Rücken zu.“ Großer Wert wird laut der

Studie von den Arbeitnehmern auf die

Mitarbeiterführung und Wertschätzung

gelegt. Ganz deutlich zeigt sich dabei, dass

Qualitätsbetriebe weniger Personalprobleme

haben. Eine klare Markenstrategie

und Organisationsstruktur, ein großes

Augenmerk auf Mitarbeiterführung, konkrete

Arbeitsplatzbeschreibungen und die

Integration des Personals in die Unternehmensstrategie

sind Punkte, die diese

Unternehmen gemeinsam haben. Erschreckend

ist für Stefan Pühringer jedenfalls,

dass auf die Studie der FH Kufstein Tirol

nahezu keine Reaktion folgte. Im Rahmen

der Studie zeigte sich, dass manche Unternehmer

lieber später aufsperren, Chefs

von einer Abteilung zur anderen springen

und Strategien entwickelt werden, um mit

weniger Personal das Auslangen zu finden.

Vom Self-Check-in bis hin zur Bedienung

durch Roboter in Japan. „Dabei gibt es, wie

die Studie zeigt, durchaus Möglichkeiten,

den Personalmangel in die eigene Hand zu

nehmen.“

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

In einer regionalen Job-Plattform

sehe ich einen ersten großen

Schritt, um Angebot und

Nachfrage zusammen zu führen.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 14 31.08.18 08:34


JOBStories

In jeder Ausgabe präsentieren wir kurz und bündig Positionen,

die in führenden Unternehmen der Region neu besetzt wurden.

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redaktion@kufsteinerin.com

Mag. Petra Payr-Schindler

übernimmt Personalentwicklung

und Rechtsabteilung bei Pirlo.

Claudia Huber

ist neue Marketingchefin bei der

Raiffeisen Bezirksbank Kufstein.

Margit Exenberger

ist seit März neue Leiterin des

Arbeitsmarktservice Kufstein.

Die Kufsteinerin Petra Payr-Schindler

hat mit Anfang Juli die Leitung des

Pesonalmanagements und der Rechtsabteilung

der Pirlo Gruppe übernommen.

Die studierte Juristin leitete

unter anderem zehn Jahre die Rechtsabteilung

der Volksbank Kufstein. Ihre

Aufgabe bei Pirlo ist der Aufbau einer

Führungskräfte- und Personalentwicklung.

Claudia Huber aus Brixlegg hat mit

März dieses Jahres die Leitung der

Abteilung Marketing & Vertriebsservice

der Raiffeisen Bezirksbank

Kufstein übernommen. Ziel sei es, die

Raiffeisen Bezirksbank Kufstein als

moderne Regionalbank mit besonderer

Servicequalität für die Menschen und

die Wirtschaft in der Region weiter zu

positionieren.

Viele Jahre war die Kufsteinerin stellvertretende

Leiterin des Arbeitsmarktservice

Kufstein. Anfang März 2018

wurde ihr die Führung übertragen.

Margit Exenberger möchte künftig

noch mehr den Serviceaspekt in den

Vordergrund rücken und betont: „Ich

möchte einen Job machen, der wertvoll

für die Gesellschaft ist.“

Die Leute geben oft den äußeren Umständen die Schuld an dem, was sie

sind. Ich glaube nicht an Umstände. Die Leute, die in dieser Welt weiterkommen,

sind diejenigen, die aufstehen und nach den Verhältnissen “suchen, die sie sich wünschen und, falls sie die nicht finden, sie schaffen.

George Bernard Shaw

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text

foto

adriane gamper

christian mey

Die

richtigen

Mitarbeiter

finden

PERSONALBERATERIN ANJA

THALER SETZT AUF STIMMI-

GE SCHWINGUNGEN BEI DER

SUCHE NACH DEM PERFEK-

TEN ARBEITNEHMER

Anja Thaler findet für Unternehmen

die richtigen Mitarbeiter und sucht für

Fachkräfte den optimalen Arbeitgeber.

Ausschlaggebend sind dabei nur ansatzweise

die fachlichen Kompetenzen,

so die Personalberaterin, die auch als

Partner der neuen, innovativen Jobplattform

kufsteinjobs.at Unternehmen

und Arbeitnehmer auf Wunsch unterstützt.

Der Lebenslauf von Anja Thaler ist bunt:

Marketingexpertin, Musikschulleiterin

und aktuell Musikerin und Personalberaterin

- ein Werdegang der Gegensätze?

Auf den ersten Blick liegen zwischen

den beiden Berufen der Rettenschösserin

Welten. „In Wirklichkeit ist gerade ihre

Kombination mein Erfolgsrezept“, erklärt

Anja Thaler. „Beim Song schreiben nehme

ich Schwingungen auf und es entsteht

Musik. Genauso geht es beim Finden des

perfekten Mitarbeiters um Schwingungen.

Jenseits der fachlichen Kompetenz

ist es die Persönlichkeit, die letztlich ent-

KURZ UND BÜNDIG

Anja Thaler ist Senior Consultant und arbeitet freischaffend für die auf Personalsuche und

Personalberatung spezialisierte PAPE Consulting Group mit Sitz in München. Als Personalberaterin

steht sie zukünftig auch Unternehmen über die neue, regionale Job-Plattform

kufsteinjobs.at zur Verfügung und ist auf Wunsch unterstützend aktiv; von der Erstellung

von Stellenausschreibungen bis hin zum Personalrecruiting. In ihrem Blog, der im Rahmen

von kufsteinjobs.at erscheint, liefert sie Unternehmern Informationen rund um Stellenanzeigen,

Employer Branding und Personal genauso wie Tipps für Arbeitsuchende.

ANJA THALER,

Personalberaterin

Ob ein Bewerber der Richtige

ist, hängt nur zu 20% von der

fachlichen Kompetenz ab.

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scheidend ist, ob ein Bewerber der richtige

Arbeitnehmer für ein Unternehmen

ist. In beiden Berufen geht es also um das

Lesen zwischen den Zeilen.

ERFOLG BERUHT

AUF STIMMIGKEIT

„Die größte und eigentliche Herausforderung

ist, zu ergründen, wie das Unternehmen

oder auch der Arbeitsuchende

tickt. Fachliche Anforderungen sind natürlich

wichtig, aber nur ein kleiner Teil

des Ganzen. Wenn es zwischen Bewerber

und Unternehmen nicht funkt, wird die

Zusammenarbeit nicht das erwünschte

Resultat bringen.“ Grundsätzlich gibt es

zwei Komponenten, die bei der Auswahl

entscheidend sind, so Anja Thaler. Die

fachliche Kompetenz und die Kultur des

Teams bzw. des Chefs. „Und genau dahinter

verbergen sich die Fallstricke. Wird

nur auf die fachliche Kompetenz geachtet,

was leider oft der Fall ist, dauert das

Arbeitsverhältnis meist nicht lange an.

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich

sagen, dass die Soft Skills, die menschliche

Komponente, rund 80 Prozent ausmachen.

Sie entscheiden, ob sowohl

Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber dem

anderen etwas von sich geben wollen

und die Zusammenarbeit erfolgreich und

langfristig ist.“ Gerade diese Soft Skills

werden oft stark unterschätzt, wie Anja

Thaler weiß. Zwar muss die Grundlage an

geforderter fachlicher Kompetenz durchaus

erfüllt sein, allerdings sollte hier immer

beachtet werden, dass einzelne Ausbildungen

und Fertigkeiten meist leicht

nachgeholt werden können, während

sich Disharmonien mit dem Team oder

dem Vorgesetzten nur schwer lösen lassen,

wenn der neue Arbeitnehmer nicht

zur Kultur des Unternehmens bzw. der

Abteilung passt. Wird auf diese Soft Skills

nicht geachtet, geht viel Geld verloren, da

in kurzer Zeit wieder ein neuer Arbeitnehmer

gesucht werden muss. Neue Annoncen,

neue Bewerbungsgespräche, eine

erneute Einarbeitungszeit.

AUF DER SPUR

STIMMIGER SCHWINGUNGEN

Um den richtigen Kandidaten bzw. das

richtige Unternehmen zu finden, ist es

unumgänglich, so Anja Thaler, dass sie

als Personalberaterin das Unternehmen

bzw. den Kandidaten kennenlernt.

Und genau hier kommt dann die sensible

Musikerin ins Spiel. „Ich muss zwischen

den Zeilen lesen - Schwingungen

aufnehmen. Genauso wie in der Musik

nicht nur das Wort entscheidend ist,

sondern ein Gefühl für eine Situation,

einen Menschen, heißt es auch bei der

Personal- und Unternehmenssuche, auf

die feinen Nuancen zu achten. Wenn sie

auf der Suche nach einem Mitarbeiter ist,

nutzt sie ihr eigenes und das Netzwerk

der Pape AG und zudem gängige Plattformen

wie stepstone, Xing, Linkedin.

Mit möglichen Kandidaten führt sie ein

persönliches Gespräch. „Auch in diesem

Gespräch geht es nur wenig um das

Fachliche. Etwas über den Menschen herauszufinden,

seine Beweggründe, seinen

Charakter, ist weitaus entscheidender“,

so Anja Thaler, die auch auf der neuen,

regionalen Jobplattform kufsteinjobs.at

Unternehmen auf Wunsch bei der Suche

nach den perfekten Mitarbeitern unterstützt.

Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig.

Von der kompletten Übernahme

der Mitarbeitersuche bis hin zu Tipps,

wie man eine Stellenanzeige richtig gestaltet,

um zu finden und nicht nur zu

suchen, reicht die Bandbreite der professionellen

Beratung und Unterstützung.

Denn nicht für jede Arbeitnehmersuche

ist ein Personalberater notwendig, wie

Anja Thaler betont.

ZUM ZIEL DURCH EIN

AUTHENTISCHES AUSSENBILD

Etliche Stellen können erfolgreich und

durchaus schnell über Anzeigen besetzt

werden, sofern die Annonce entsprechend

gestaltet wird. Auf der innovativen

Plattform kufsteinjobs.at gibt Anja Thaler

dazu Profi-Tipps. „Eine Stellenanzeige

muss so klar wie möglich formuliert

sein und auch die Kultur des Unternehmens

widerspiegeln.“ Die Präsentation

nach außen ist generell der entscheidende

Punkt für ein Unternehmen, um die

richtigen Bewerber anzuziehen. „Ein

Unternehmen muss im Außen das Bild

der Unternehmenskultur wiedergeben.

Das Auftreten nach außen und die innere

Struktur sowie Kultur müssen stimmig

sein. Letztlich zieht man nur jene Bewerber

an, die sich mit dem Außenbild identifizieren.“

Genauso ist es aber wichtig,

so Anja Thaler, dass die Mitarbeiter, die

ja das Unternehmen repräsentieren, zum

Ich helfe

Firmen, den

geeigneten

Mitarbeiter

zu finden

und nicht

irgendeinen.

ANJA THALER,

Personalberaterin

Betrieb, zur Unternehmenskultur passen.

„Ein stimmiges Ganzes führt zum Erfolg.

Gerade hier erlangt auch das Thema Employer

Branding eine große Bedeutung.

Identifizieren sich Mitarbeiter mit einer

Marke, einem Betrieb, erhöht dies merklich

die Mitarbeiterbindung und auch das

Engagement.“

DER ARBEITSPLATZ ALS

ORT DER VERWIRKLICHUNG

Die Außenwirkung eines Unternehmens

wird dazu auch immer entscheidender,

ob sich jemand überhaupt auf eine Anzeige

bewirbt, denn Mitarbeiter sehen

in der Arbeit längst nicht mehr nur eine

Geldquelle, wie Anja Thaler weiß. „Mitarbeiter

suchen zukünftig im Job vermehrt

ein Feld, um sich zu verwirklichen.“ Stellt

ein Unternehmen ein derartiges Feld zur

Verfügung, ergibt sich eine Win-Win-Situation.

„Der Mitarbeiter kann sich mit

seinen Stärken einbringen, wodurch

Motivation und Produktivität steigen.

Der Schlüssel liegt im Verständnis. Wenn

Unternehmen ihre Mitarbeiter und beispielsweise

ihre familiäre Situation verstehen

und unterstützen, der Mitarbeiter

sein Unternehmen versteht und voranbringen

will, entsteht ein Fluss und eine

Basis, um nach oben durchzustarten.

KONTAKT

Anja Thaler

Personalberatung

Sudentenlandstraße 4

D-83088 Kiefersfelden

+43 676 948 68 74

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18

Konstant ist

nur die Veränderung

SEIT MÄRZ 2018 LEITET

MARGIT EXENBERGER DAS AMS KUFSTEIN

Das Arbeitsamt der 1980er-Jahre war eine Behörde, wie sie im Buche steht: Knöchern die Strukturen, staubig die

Sprache, umständlich die Vorgänge. Als langjährige Mitarbeiterin hat Margit Exenberger die Entwicklung des Arbeitsamtes

zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen aktiv mitgestaltet. Anfang März 2018 wurde ihr die

Leitung des Arbeitsmarktservice Kufstein übertragen.

text

foto

andrea imler

christian mey

Ich war

schon

immer auf

die Dienstleistung

fokussiert.

MARGIT EXENBERGER,

Leiterin des AMS Kufstein

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 18 31.08.18 08:34


19

Seit 36 Jahren macht sie sich täglich auf

den Weg ins Arbeitsmarktservice, früher

war es das Arbeitsamt: Margit Exenberger

trat kurz nach der Matura ihre erste Stelle

in der Kufsteiner Dependance an. Lange

Jahre war die Kufsteinerin in der Jugendberatung

tätig. Mit nur 29 Jahren wurde

sie zur Abteilungsleiterin und stellvertretenden

Leiterin der Zweigstelle Kufstein

erhoben.

Am 1. März 2018 hat Margit Exenberger

die Leitung des Arbeitsmarktservice

Kufstein übernommen: „Biographien wie

meine sind heute kaum noch vorstellbar.

Nicht nur in der freien Wirtschaft sind

Arbeitsverhältnisse flexibler geworden“,

erörtert Margit Exenberger. Die Fluktuation

ist heute größer, obwohl das AMS

nach wie vor ein verlässlicher Dienstgeber

ist, der nach Möglichkeit niemanden vor

die Tür setzt.

IMMER IN BEWEGUNG BLEIBEN

Die Behörde hat eine rasante Entwicklung

hinter sich: Noch in den 1980er Jahren -

zu Zeiten der Hochkonjunktur - war Arbeitslosigkeit

sehr selten. Erst mit dem

Abklingen des österreichischen Wirtschaftswunders

gewann das Arbeitsamt

an Bedeutung. Im Jahr 1994 wurde es privatisiert

und in ein Dienstleistungsunternehmen

verwandelt.

Mit diesem Schritt wurde auch intern ein

Umdenken angestoßen: „Manchen KollegInnen

fiel es schwer sich vom Beamten-Dasein

zu lösen. Ich war schon immer

auf die Dienstleistung fokussiert und habe

mich schnell an die neuen Gegebenheiten

angepasst.“, erzählt Margit Exenberger

von der Zeit des Umbruchs.

Nicht nur interne Veränderungen machen

ihre Arbeit anhaltend spannend. Das AMS

ist die Schnittstelle an der Arbeitswelt,

Wirtschaft und Bildung zusammenkommen:

„Wir arbeiten am Puls der Zeit. Politische

oder weltwirtschaftliche Veränderungen

werden direkt spürbar.“, erklärt

Margit Exenberger. Das AMS agiert in

unmittelbarer Abhängigkeit zur Wirtschaftslage.

JEDER EINZELNE

IST VERANTWORTLICH

Die Arbeit im Arbeitsmarktservice ist

für die MitarbeiterInnen eine emotionale

Herausforderung: „Einfühlungsvermögen

und Verständnis sind essentiell. Wir

betrachten unsere Kunden nicht als Nummern,

sondern wissen, dass jeder Mensch

eine eigene Geschichte mitbringt.“, berichtet

Margit Exenberger aus dem Arbeitsalltag.

Ein engmaschiges Netz aus

Fortbildungen und Supervision soll die

mentale Gesundheit der MitarbeiterInnen

schützen. Abgrenzung ist trotzdem

gefragt, denn die Schicksale der Einzelnen

sind nicht immer leicht zu ertragen.

Arbeitslosigkeit ist nach wie vor ein Stigma,

das die Betroffenen aus der Bahn werfen

kann. Vielen Arbeitsuchenden fällt der

Gang zum Arbeitsmarktservice schwer.

Vor allem sind es nicht selten Menschen

ohne Ausbildung oder mit Handicap, die

besonders schwer zu vermitteln sind.

Das Arbeitsmarktservice sieht sich als

Anlaufstelle für finanzielle, aber auch

moralische Unterstützung: „Wir möchten

nicht behördlich agieren, sondern die

Menschen abholen. Im Fokus steht immer

die konkrete Lösung des Beschäftigungsproblems“,

erläutert Margit Exenberger

ihre Herangehensweise. Die Möglichkeiten

des AMS sind vielfältig und reichen

von der Beratung über die Qualifikation

bis hin zur Vermittlung: „Wir können

umfassende Hilfe anbieten, aber es liegt

Manchen

KollegInnen

fiel es schwer

sich vom Beamten-Dasein

zu lösen.

MARGIT EXENBERGER,

Leiterin des AMS Kufstein

an jedem Einzelnen, das Richtige daraus

zu machen. Jeder ist seines Glückes

Schmied“, gibt Margit Exenberger zu bedenken.

EIN BEITRAG ZUR

SOZIALEN SICHERHEIT

Margit Exenberger ist davon überzeugt,

dass das Arbeitsmarktservice einen wesentlichen

Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit

und damit zur Aufrechterhaltung

des sozialen Friedens in Österreich leistet.

Von Seiten der Politik erwartet Margit

Exenberger, dass diese die nötigen

Voraussetzungen für ihre Arbeit schafft:

„Wir brauchen sowohl finanzielle, als auch

personelle Ressourcen, um eine aktive

Arbeitsmarktpolitik betreiben zu können.

Die Veränderung fürchte ich nicht. Was

wir einfordern, ist Planungssicherheit.“

Bislang ist das Budget für das kommende

Jahr unbenannt. So ist nicht klar, wie steinig

der Weg wird, den das Arbeitsmarkt-

service in Zukunft beschreiten wird.

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20

Verpackungsprofi

mit sozialem

Engagement

DIE PIRLO GRUPPE VERBINDET HIGHTECHPRO-

DUKTION MIT INNOVATIVEN IDEEN ZUR

MITARBEITERFÖRDERUNG

Besonders für Unternehmen mit hohem Spezialisierungsgrad sind

Mitarbeiter ein kostbares Gut, bedeutet eine hohe Fluktuation doch

enorme Kosten. Für den Kufsteiner Verpackungsprofi Pirlo ist dies

eine Herausforderung zwischen Obstkorb und Sozialfonds, umringt

vom Wertewandel der Generation Y und Z.

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adriane gamper

christian mey

Unser Fokus

liegt auf

langfristigen

Arbeitsverhältnissen.

RAINER CARQUEVILLE,

Geschäftsführung

der Pirlo Gruppe

Ein Mitarbeiter wird beim Kauf von

orthopädischen Hilfsmitteln für sein

Kind unterstützt, einem Arbeitnehmer

werden die Therapiekosten, um seine

gesundheitlichen Probleme in den Griff

zu bekommen, erstattet. Sozialleistungen

finanziert aus dem firmeneigenen

Sozialfonds des Kufsteiner Unternehmens

Pirlo. Keine Einzelfälle, sondern

nur die Spitze eines Eisberges an Sozialleistungen

als traditionsreiche Wertschätzung

den Mitarbeitern gegenüber.

Und laut den beiden Geschäftsführern

Rainer Carqueville und Wolfgang

Schauer das Rezept, um dem Wertewandel

der Gesellschaft in puncto Arbeit

erfolgreich zu begegnen.

WERTVOLLER MITARBEITER

Ein Einkauf im Drogeriemarkt, der

Gang durch ein Lebensmittelgeschäft,

der Griff zur Lackdose in der Garage.

Was kaum jemandem bewusst ist, Unzählige

der Metall- und Kunststoffverpackungen

internationaler Marken

kommen aus der Festungsstadt. Pirlo

hat sich seit seinem 110-jährigen Bestehen

zu einem Verpackungsprofi im

Hightechbereich entwickelt. „Wir produzieren

Lösungen für Nischen, liefern

Sonderanfertigungen, speziell auf

die Kundenbedürfnisse abgestimmt.

Dementsprechend haben wir High-

Manuela Fankhauser, seit

2016 Teil des Pirlo Teams.

techmaschinen, für deren Handhabung

es bestens ausgebildete Mitarbeiter

braucht“, erklärt Wolfgang Schauer.

Fachkräfte, die es mit dieser benötigten

spezifischen Ausbildung am Arbeitsmarkt

quasi nicht gibt. „Daher ermöglichen

wir unseren Mitarbeitern Spezialausbildungen

aufbauend auf ihrem

Grundwissen. Jeder Arbeitnehmer, der

unseren Betrieb verlässt, ist damit aber

gleichzeitig ein kostspieliger Verlust.

Gerade deshalb haben wir besonderes

Interesse an langfristigen Beziehungen

und bieten daher spezielle Leistungen“,

so Rainer Carqueville.

AN DER SPITZE VON MASLOW

Zehn Uhr Vormittag. Eine Mitarbeiterin

der Verwaltung füllt den Obstkorb

am Gang auf. Ein Service von Pirlo

für seine Mitarbeiter. „Im Rahmen

WERBUNG

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Arbeit muss

Freude bereiten

und dafür

gilt es, den

Freizeitfaktor

mit in den Betrieb

zu holen.

WOLFGANG SCHAUER,

Geschäftsführung

der Pirlo Gruppe

rund sieben bis neun Arbeitsstellen bis

zur Rente haben. Das bringt eine starke

Reduktion der Betriebszugehörigkeit

mit sich. „Die Generationen Y und Z

suchen und fordern besondere Werte,

die es als Unternehmen zu erfüllen gilt,

um Mitarbeiter zu halten und überhaupt

zu bekommen. Auch das neue

Abfertigungsmodell trägt seinen Teil

dazu bei, dass die Mitarbeiterbindung

neu überdacht werden muss“, so Petra

Payr-Schindler. „Wir haben Mitarbei-

WERBUNG

unseres Programms Pirlo Vital bieten

wir seit sieben Jahren im Betrieb unter

anderem frisches Obst zur freien

Entnahme. Eine kleine Geste auf den

ersten Blick, aber es zeigt deutlich, wie

sich die Einstellungen und Werte der

Arbeitnehmer verändert haben. Vor

allem in den letzten fünf, sechs Jahren,

seit die Millenniumsgeneration in den

Arbeitsmarkt eingestiegen ist“, erklärt

Personalleiterin Petra Payr-Schindler.

„Früher stand die Karriere im Vordergrund;

ein höheres Einkommen, eine

bessere Position waren erstrebenswert.

Heute wird ein Mehr an Gehalt

und der Aufstieg auf der Karriereleiter

gegenüber dem Freizeitverlust abgewogen.

Freunde und Familie haben

einen neuen Stellenwert erreicht.“ Der

heutige Wohlstand rückt persönliche

Bedürfnisse und die Freizeit in den

Vordergrund. „Und damit entstehen

geänderte Anforderungen an den Arbeitgeber.

Arbeit muss Freude bereiten

und dafür gilt es, auch den Freizeitfaktor

mit in den Betrieb zu holen“, so

Wolfgang Schauer. Ein allumfassendes

Thema, das die Wirtschaft generell betrifft,

wie Rainer Carqueville, der auch

Vizepräsident der Industriellenvereinigung

Tirol ist, weiß. Pirlo begegnet der

neuen Herausforderung mit seinem

betriebseigenen Programm Pirlo Vital

unter anderem auch mit dem Angebot

von kostenfreien Massagen. Jeden

Donnerstag kommt dafür ein Masseur

in den Betrieb; ein Service, der laufend

ausgebucht ist.

Y UND Z BRINGEN NEUE

HERAUSFORDERUNGEN

Wer nach 1990 geboren wurde, wird

ter in unserem Haus, die seit 45 Jahren

für uns arbeiten. Die durchschnittliche

Betriebszugehörigkeit lag 1998 noch

bei 24,5 Jahren, heute sind es nur noch

zehn. Das ist eine Herausforderung

und eine Chance zugleich.“

EXTERNE UNTERSTÜTZUNG

FÜR MITARBEITER

Burn-out, häusliche Gewalt, der

Wunsch nach einer persönlichen Weiterentwicklung:

Bereiche wie diese

werden vom Kufsteiner Verpackungsexperten

aktiv angegangen. „Wir sind

als Familienbetrieb seit der Gründung

1908 stark auf die soziale Komponente

bedacht. Mitarbeitern im Problemfall

ein Sicherheitsnetz und Hilfestellung

zu bieten, sehen wir als unsere Aufgabe

als Arbeitgeber“, erklärt Wolfgang

Schauer. So bietet das Unternehmen

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Bewirb dich jetzt bei Pirlo! Wir suchen:

Automatisierungstechniker/Steuerungstechniker (m/w)

Teamleitung Tubenfertigung (m/w)

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Bewerbungsunterlagen bitte an: bewerbung@pirlo.com

KURZ UND BÜNDIG

1908 gegründet liefert das Kufsteiner

Unternehmen Pirlo seit

mehr als 100 Jahren passgenaue

Verpackungslösungen. Die

Kunden kommen dabei aus den

unterschiedlichsten Branchen,

von der Kosmetikindustrie bis

hin zum Lebensmittelbereich.

Zahlreiche Patente belegen die

Innovationskraft des Betriebes,

der im Hightechbereich agiert.

Mehr als 90% der Erzeugnisse

werden exportiert. Bei den

Mitarbeitern wird dagegen stark

auf Regionalität gesetzt, so

kommen rund 80 Prozent der

Arbeitnehmer aus dem Dreieck

Wörgl, Kitzbühel, Rosenheim.

KONTAKT

PIRLO GmbH & Co KG

Hugo-Petters-Straße 8-14

6330 Kufstein

T

E

I

+43 (0) 5372 649 23

office@pirlo.com

www.pirlo.com

seit rund 15 Jahren die Möglichkeit

des individuellen Coachings und der

externen anonymen psychologischen

Betreuung. Jeder Mitarbeiter erhält

Gutscheine für den Besuch einer Betriebspsychologin,

die ihre Leistungen

anonym, ohne Bekanntgabe von Namen,

abrechnet. „Führungskräfte nutzen

den Service etwa zur Reflexion der

Mitarbeiterführung. Genauso können

Konflikte mit dieser externen Hilfe gelöst

oder private Problemstellungen besprochen

werden. Es geht uns letztlich

darum, dass es unseren Mitarbeitern

gut geht und das wollen wir mit diesem

Angebot unterstützen“, so Petra

Payr-Schindler.

WIN-WIN DURCH

SOZIALES ENGAGEMENT

„Es mag kontrovers erscheinen, dass wir

als hochtechnischer und spezialisierter

Produktionsbetrieb derart Wert auf den

sozialen Bereich legen, aber letztlich ist

es eine Win-win-Situation. Geht es den

Mitarbeitern gut, wirkt sich das auf ihre

Gesundheit und die Qualität ihrer Arbeit

aus“, erläutert Wolfgang Schauer. Aufbauend

auf diese Einstellung wurde das

Unternehmen auch durch die weltweite

Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2008

geführt, ohne Entlassungen oder Kurzarbeit.

„Uns war es wichtig, unsere Belegschaft

zu halten und so haben wir die Krise

mit verschiedenen Umschichtungen

abgefedert“, so Rainer Carqueville. „Die

Basis als Familienunternehmen, das nicht

auf kurzfristige Gewinnmaximierung

ausgelegt ist, gibt uns die Freiheit, langfristig

zu denken.“ Ein Gesamtkonzept

das auch finanziell aufgeht, konnte das

Unternehmen seinen Umsatz in den vergangenen

zehn Jahren doch verdoppeln.

„Wir nehmen nachhaltiges Handeln sehr

ernst. Das betrifft alle Bereiche unseres

Unternehmens von der Firmenentwicklung,

über unsere Produkte bis hin zu

unseren Mitarbeitern. Laut Gesetz haben

wir die Verantwortung, dass unsere

Verpackung nachhaltig ist. Dies erfüllen

wir auch – über 90% unserer Produkte

werden recycelt. Wir sind uns aber bewusst,

dass unsere Verantwortung noch

viel weiter reicht und projizieren dieses

Streben nach Nachhaltigkeit daher auch

auf unseren Umgang mit unseren Mitarbeitern.

So können wir unser Unternehmen

als Team konstant und nachhaltig

weiterentwickeln“, betont Rainer Carqueville.

PETRA PAYR-SCHINDLER,

Leitung Personal / Recht

der Pirlo Gruppe

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit

lag 1998

noch bei 24,5 Jahren.

WERBUNG

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23

Pirlo wächst

nach Söll

text

foto

adriane gamper

pirlo

DER KUFSTEINER VERPACKUNGSPROFI PIRLO ERWEITERT MIT DEM

KAUF DES EHEMALIGEN TISUN STANDORTS IN SÖLL SEINE PRODUKTIONSFLÄCHE.

Das ehemalige Betriebsgebäude des im Frühjahr in Insolvenz gegangenen Unternehmens TiSUN wurde vom Metall- und

Kunststoffverpackungsproduzenten Pirlo erworben. Die neuen Produktionsflächen dienen als Grundlage für weiteres

Wachstum und zur Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit ohne dabei die Verbauung von Freiflächen in Tirol voranzutreiben.

Als klares Bekenntnis zur Region bezeichnet

Pirlo-Geschäftsführer Wolfgang

Schauer den Kauf der Immobilie in

Söll durch d die Pirlo Gruppe„Wenn wir

wachsen, wollen wir die Region dabei

nicht durch eine Verlegung der Produktion

ins Ausland schwächen“, so Schauer

zur Standortwahl in Tirol. Das Areal

stand für den Verpackungsprofi Pirlo dabei

zum perfekten Zeitpunkt zum Kauf.

„Wir sind in den vergangenen zehn Jahren

sehr stark gewachsen, haben unseren

Umsatz in diesem Zeitraum verdoppelt.

Die höhere Produktion brachte jedoch

Platzprobleme mit sich. Derzeit stehen

die hochspezialisierten Maschinen quasi

Schulter an Schulter“, erläutert Geschäftsführer

Rainer Carqueville. „Für

die Mitarbeiter bietet diese Situation kein

optimales Arbeitsumfeld. Zwischenlagerplätze

fehlen und auch ein harmonischer

Materialfluss ist so nicht möglich.“ Das

neue Werk liefert nun eine zusätzliche

Nutzfläche von 8.000 m², wodurch sich

die Produktionsfläche des Tiroler Standorts

um 40 Prozent erhöht. „Wir sehen

den Kauf so auch als Investition in ein

gutes Arbeitsumfeld und in die Mitarbeiterzufriedenheit“,

so Rainer Carqueville.

NEUER

ARBEITSMARKT SÖLLANDL

Ein derart optimaler Standort in Bezug

auf Größe und Entfernung zum Stammwerk

in Kufstein ist in der Region kaum

zu finden, wie beide betonen. „In Tirol

ist die Fläche allein durch die Topografie

sehr eingeschränkt. Auch deshalb war es

uns wichtig, nicht wieder eine Freifläche

zu verbauen, sondern ein vorhandenes

Objekt zu nutzen“, ergänzt Rainer Carqueville.

Mit dem neuen Werk erschließt

sich für das Unternehmen zudem ein

neuer Arbeitsmarkt im Sölllandl, wobei

zu Beginn zwischen 50 und 100 Mitarbeiter

im neuen Werk arbeiten werden.

„Die Anzahl hängt von den dorthin verlagerten

Produktionsschritten ab. Dies

ist derzeit aber noch offen, da zuerst

eruiert werden muss, welche Bereiche

am besten ausgelagert werden“, erklärt

Wolfgang Schauer. Die Besiedelung des

Söller Werks erfolgt voraussichtlich im

kommenden Jahr.

KURZ UND BÜNDIG

Die Pirlo Gruppe mit Hauptsitz in Kufstein erwarb im August 2018 den Betriebsstandort des ehemaligen Solaranlagenherstellers TiSUN.

Voraussichtlich im kommenden Jahr wird ein Teil der Produktion in das neue Werk in Söll ausgegliedert. Mit einerNutzfläche von 8.000m²

erhöht sich die Produktionsfläche des Tiroler Standorts damit um rund 40 Prozent - ideale Voraussetzungen für für weiteres,

WERBUNG

nachhaltiges Wachstum.

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24

Das gallische

Dorf im Fachkräftemangel

3CON ERKLÄRT MITARBEITERMOTIVATION ZUR

CHEFSACHE UND TROTZT DER SCHLECHTEN AR-

BEITSMARKTSITUATION

Während anderorts händeringend Mitarbeiter gesucht werden, setzt

das auf Sonderanlagenbau spezialisierte Ebbser Unternehmen 3CON

auf Kommunikation sowie „Do it yourself“-Fachkräfte und erfreut

sich am regen Mitarbeiterzustrom.

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adriane gamper

3Con

Man muss

heutzutage als

Arbeitgeber

mehr bieten

als nur Arbeit.

STEFAN HEIDENBERGER,

MARKETINGLEITER

Umsatzeinbußen aufgrund Personalmangels.

Die Suche nach Fachkräften verwandelt

sich immer mehr in die berühmte Suche

nach der Nadel im Heuhaufen. Etliche

Stellen bleiben unbesetzt und das in einer

Zeit, in der die Wirtschaft wieder Fahrt

aufgenommen hat. Das Wort „Fachkräftemangel“

wird zum Schlagwort quer durch

alle Branchen. Ganz anders sieht die Situation

im idyllischen Haflingerdorf Ebbs bei

dem auf Sonderanlagenbau spezialisierten

Unternehmen 3CON aus. Fast scheint das

Unternehmen wie das gallische Dorf von

Asterix und Obelix. Jede Stellenanzeige

trifft auf eine Fülle von Bewerbungen.

Mehr noch, 3CON schaltet zur Mitarbeitersuche

immer seltener Anzeigen. „Nicht,

weil wie bei vielen anderen Unternehmen

der gewünschte Erfolg ausbleibt, es ist

vielmehr kaum notwendig. Der Großteil

unserer neuen Mitarbeiter kommt durch

Mundpropaganda zu uns“, erklärt Geschäftsführer

Daniel Schöpf. Die Ebbser

Firma mit allein 370 Beschäftigten im

Headquarter in Ebbs bleibt so vom Mitarbeitermangel

verschont. Und das, obwohl

3CON nahezu ausschließlich Facharbeiter

benötigt. Der Hintergrund: Keine glückliche

Fügung, sondern ein ausgefeiltes Konzept.

PROTOTYPEN AUS EBBS

3CON hat sich auf die Entwicklung von

Anlagen und Werkzeugen spezialisiert,

die automatisiert die Innenausstattung

von Fahrzeugen kaschieren. „Spritzgussträger

von Türverkleidungen, Instrumententafeln

oder Säulen können durch unsere

Technologien vollautomatisch mit

Textilien, Echt- sowie Kunstleder bis hin

zu genarbten Folien bezogen werden“, so

Daniel Schöpf. BMW, Daimler, VW, Audi

sind nur einige der namhaften Marken,

die auf das Ebbser Unternehmen setzen.

„Wir produzieren keine Standardprodukte.

Jede Anlage, die unser Haus verlässt,

ist ein Prototyp, zugeschnitten auf die

individuellen Bedürfnisse unserer Kunden.“

Von der Auftragsvergabe bis hin

zur Auslieferung vergehen dabei nur an

die 24 Wochen. „Unsere Mitarbeiter sind

daher unsere wichtigste Ressource. Deren

Lernwilligkeit und Motivation ist durch

den hohen Entwicklungs- und Innovationsgrad

unserer Anlagen die Grundvor-

WERBUNG

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25

Wenn ich

auf die ideale

Fachkraft

warte, warte

ich ewig.

DANIEL SCHÖPF,

PROKURIST

die mit unseren Produktionsanlagen gefertigt

werden, sind allgegenwärtig. Unsere

Mitarbeiter sehen jeden Tag, wenn

sie in ein Auto einsteigen, das Ergebnis

ihrer Arbeit. Das fasziniert“, erklärt

Marketingleiter Stefan Heidenberger.

Ein Ansporn, der jedoch nur ein Puzzleteil

in der Mitarbeitermotivation von

3CON darstellt. „Wir haben von Beginn

an auf eine flache Hierarchie gesetzt. Direkte

Kommunikation ist die Grundlage

unseres Unternehmenserfolgs. Sowohl

nach oben als auch nach unten. Bei uns

WERBUNG

aussetzung zum Unternehmenserfolg“, so

Daniel Schöpf.

FACHKRÄFTE SELBST AUSBILDEN

„Ich höre immer wieder von anderen Unternehmern,

dass sie keine passenden Fachkräfte

finden. Ganz ehrlich, gerade für die

spezialisierten Anforderungen in unserem

Unternehmen gibt es am Markt auch keine

passenden Facharbeiter. Tirol hat in puncto

Werkzeugbau und Automatisierungstechnik

wenige bis kaum Ressourcen zu bieten.

Würden wir auf den perfekten Arbeitnehmer

warten, würde das wohl ewig dauern“,

erklärt der Geschäftsführer. 3CON geht

deshalb einen anderen Weg, bildet seine

Fachkräfte selbst aus oder, besser gesagt,

baut auf Basiswissen auf. „Bei uns arbeiten

beispielsweise Automechaniker. Mit einem

Automatisierungsunternehmen haben diese

nichts zu tun und auch kein Wissen rund

um Automatisierung, aber die Basisspezifikation

ist vorhanden und daran knüpfen

wir an“, erläutert Schöpf. So kommt von

den 370 Beschäftigten im Headquarter in

Ebbs ursprünglich wenige aus der Automatisierungsbranche.

Aus diesem Grund rückt

die Persönlichkeit eines Mitarbeiters immer

mehr in den Vordergrund. Lernbereitschaft

wird zum entscheidenden Auswahlkriterium

bei Neueinstellungen. „Bis ein neuer

Bediensteter den benötigten Level erreicht

hat, dauert es. Ich muss als Unternehmen

bereit sein zu investieren. Zeit und Geld.

Und gerade deshalb ist es wichtig, diese

ausgebildeten Fachkräfte anschließend im

Unternehmen zu halten“, so Schöpf.

SCHLÜSSELFAKTOR

KOMMUNIKATION

„Zugegeben, wir haben einen großen

Vorteil durch unser Produkt. Bauteile,

gibt es keinen Abteilungsleiter und darunter

30 bis 40 Angestellte.“ Vielmehr

prägen kleine Teams mit einem Leiter

die Unternehmensstruktur. Die Gruppen

agieren auf einer Ebene und sind

stark miteinander vernetzt. Durch die

flache Hierarchie bleibt die Zusammenarbeit

und Kommunikation unkompliziert,

wie Schöpf betont. „Durch diesen

direkten Informationsaustausch fühlen

sich die Mitarbeiter wahrgenommen

und akzeptiert. Dazu ist diese Art der

Unternehmensstruktur dynamisch, flexibel,

schnell wie das heutige Zeitalter“,

so Schöpf über die Unternehmensphilosophie.

DIE ARBEIT ALS

ZWEITES WOHNZIMMER

„Grundsätzlich muss man den Beschäftigten

heute mehr bieten als einen Job,

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 25 31.08.18 08:34


26

Wir haben

den Luxus,

uns unsere

Lehrlinge

aussuchen

zu können

DANIEL SCHÖPF,

PROKURIST

KURZ UND BÜNDIG

Das Ebbser Unternehmen 3CON

ist auf den Sonderanlagenbau für

die Automobilindustrie spezialisiert.

Individuell auf den Kunden

abgestimmt werden Automatisierungsanlagen

zum Kaschieren

des Autoinnenraums mit Textilien,

Echt- sowie Kunstleder bis hin

zu genarbten Folien entwickelt.

Neben dem Hauptsitz in Ebbs

betreibt das Tiroler Unternehmen

Niederlassungen in Deutschland,

den USA, China und Mexiko.

Derzeit werden 415 Mitarbeiter

beschäftigt, darunter 21 Lehrlinge

aus insgesamt 3 verschiedenen

Lehrberufen. Der Exportanteil

von 3CON beträgt 100%.

KONTAKT

3CON Anlagenbau GmbH

Kleinfeld 16

6341 Ebbs

T

E

I

+43 (0) 5373 42 111

info@3con.de

www.3con.de

um sie zu motivieren und auch im Unternehmen

zu halten. Es gilt, ihnen ein

Gefühl von einem zweiten Zuhause zu

vermitteln, denn natürlich haben andere

Betriebe Interesse an unseren Fachkräften“,

so Stefan Heidenberger. Arbeitnehmer

müssen sich während der Arbeitszeit

wohl fühlen. „Nur so schafft man

das Gefühl von Zugehörigkeit und dadurch

entsteht ein anderes Bewusstsein

zur Arbeit und zum Unternehmen. Die

Einsatzbereitschaft steigt enorm.“ Jedes

Team erhält etwa einen eigenen Etat,

für gemeinsame Unternehmungen. Vom

Raftingausflug bis hin zum gemütlichen

Abendessen. Grill- oder Weihnachtsfeiern

mit Rahmenprogramm und Livemusik

sind bei 3CON selbstverständlich,

auch um ein Gefühl von Familie zu vermitteln.

„Doch auch hier muss sich die

Chefetage anstrengen. Die 20. Grillfeier

mit Band reißt niemanden mehr vom

Hocker“, so Stefan Heidenberger.

MUNDPROPAGANDA

ALS STELLENANZEIGE

Natürlich spiele auch die Bezahlung

eine Rolle, wie Schöpf einräumt. „Wenn

ich außerordentliches Verantwortungsbewusstsein,

Flexibilität und Einsatz

fordere, muss ich auch außerordentlich

gut zahlen. Auf lange Sicht gesehen

kommt dieses Geld aber durch das

Engagement der Arbeitnehmer wieder

zurück.“ All diese Benefits und das

dadurch entstehende einzigartige Arbeitsklima

werden über die Mundpropaganda

nach außen getragen. Motivierte

Angestellte sprechen positiv von

ihrem Unternehmen, das wiederum

neue potentielle Arbeitskräfte anlockt.

„Unsere Beschäftigten brauchen im

Schnitt nicht länger als 15 Minuten zur

Arbeit. Da sie aus der Region kommen,

kennen sie sich oft von früher, sei es

aus der Schule oder aus einem Verein.

Diese Anknüpfungspunkte schweißen

zusätzlich zusammen.“ Zurücklehnen

und ausruhen ist bei 3CON trotzdem

nicht möglich, wie Daniel Schöpf erläutert.

„Es gilt ständig etwas Neues zu

finden, damit die Beschäftigten nicht

abstumpfen. Nur allzu schnell haben

wir sonst die gleichen Probleme wie

andere Betriebe. Mitarbeiter zu motivieren

ist auch eine der Aufgaben einer

Geschäftsführung, das wird nur von

vielen übersehen.“

STEFAN HEIDENBERGER,

MARKETINGLEITER

Ein Arbeitsplatz muss

heute auch ein Gefühl von

´zu Hause´vermitteln.

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Schon gewusst? 86 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler suchen einen Arbeitsplatz, der nicht

weiter als 20 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegt. Wir setzen daher auf die Stärke unserer

Wirtschaftsregion und bringen zusammen, was zusammen gehört: Die besten Arbeitgeber und

motivierte Mitarbeiter. Digital, mobil und rund um die Uhr.

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30

Jobs im Bezirk

Kufstein schnell

und einfach

online finden

DAS KUFSTEINER MEDIENHAUS MEYMEDIA

STARTET REGIONALE JOBPLATTFORM

KUFSTEINJOBS.AT

Wir setzen

dort auf das

Internet, wo

es sinnvoll

ist, wie bei

Stellenanzeigen.

Mobil,

einfach,

schnell und

regional.

CHRISTIAN MEY,

kufsteinjobs.at

Mit der neuen, onlinebasierten, regionalen

Jobplattform kufsteinjobs.at

für den wirtschaftsstarken Bezirk Kufstein

setzt das Kufsteiner Medienhaus

MEYMEDIA einen neuen Meilenstein

in der Entwicklung des Unternehmens.

„Mit der Gründung der

periodisch erscheinenden Printmagazine

KUFSTEINERIN (Gesamtauflage

21.000 Stk.) vor fast sieben Jahren

und der WÖRGLERIN (Gesamtauflage

14.000 Stk.) im vergangenen Jahr

können wir mit zwei hochwertigen Magazintiteln

einen Großteil des Bezirks mit

spannenden, hochwertigen Geschichten

und Unternehmensreportagen beliefern“,

freut sich Herausgeber Christian

Mey. Mit der Gründung einer regionalen

aber ebenso hochwertigen Jobplattform

setzt das Unternehmen jetzt ein starkes

Zeichen Richtung Internet.

WAS ZÄHLT, IST DIE QUALITÄT:

EGAL, OB PRINT ODER ONLINE

„Immer wieder gibt es unreflektierte

Meinungen, dass Printprodukte keine

Zukunft hätten, ohne dass dabei differenziert

wird“, wundert sich Christian

Mey. „Es stimmt, dass viele Bereiche ins

Egal, ob auf dem Smartphone oder

Tablet. kufsteinjobs.at ist ohne App

auch mobil rund um die Uhr verfügbar.

Internet abwandern. Zu Recht“, so Mey.

Internationale, nationale und überregionale

News werden bereits zu einem hohen

Anteil online konsumiert. Und das

immer öfter mobil auf dem Smartphone

oder Tablet. Nachrichten wollen sofort,

jederzeit und überall konsumiert werden

können. Ein Trend, der sich weltweit

verfolgen lässt und dem man seine Berechtigung

nicht absprechen könne.

SLOW MEDIA VERSUS

DIGITALER WUNDERWELT

„Trotzdem gibt es dazu auch einen starken

Gegentrend. Immer mehr Menschen

wollen Informationen - insbesondere aus

der eigenen Region - langsam, hochwertig

aufbereitet mit einem guten Gefühl

konsumieren“, betont Christian Mey.

Trotz Internet erfreut sich der Ikea Katalog

höchster Beliebtheit. Trotz Inter-

WERBUNG

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31

Unsere Stärke

liegt in der

regionalen

Vernetzung

und dem

persönlichen

Kontakt zu

unseren

Kunden.

CHRISTIAN MEY,

kufsteinjobs.at

KURZ UND BÜNDIG

Die regionale Jobplattform

kufsteinjobs.at ist ein

Projekt des Kufsteiner

Medienhauses MEYMEDIA.

Schnell und einfach können

Bewerber dort kostenlos nach

den von ihnen gewünschten

Jobs suchen. Mit intelligenten

Suchfunktionen genauso wie mit

smarten Jobagenten, die den

WERBUNG

net werden so viele Magazine gedruckt

wie selten zuvor. Facebook will seinen

Onlinedienst mit einem Printprodukt

bewerben und auch das Ebbser Digital-

Signage-Unternehmen PEAKMEDIA

beliefert seine Kunden seit kurzem mit

einem hochwertigen Jahresmagazin aus

dem Hause MEYMEDIA. Der Grund:

„Hochwertige Printprodukte transportieren

Image. Sie laden zum Schmökern

ein, setzen auf eine emotionale Bildsprache

und transportieren meist positive

Nachrichten“, so Mey. Genau in diesem

Umfeld wollen sich immer mehr Unternehmen

platzieren.

ONLINE, WO ONLINE SINN MACHT

Für den Kufsteiner Medienmacher stellt

sich daher die Frage Print oder Online

nicht. „Ich liebe hochwertige Printprodukte

aus voller Überzeugung, wir setzen

aber pragmatisch auf das Internet,

wo es sinnvoller ist“, so Mey, der Stellenanzeigen

dort eindeutig besser aufgehoben

sieht. „Bei diesem Produkt herrscht

seit Jahren ein deutlicher Trend Richtung

Online. Immer mehr Unternehmen würden

bereits komplett auf Stellenanzeigen

in Printmedien verzichten und auf das

Internet setzen. Große Online-Jobplattformen

sind daher seit Jahren erfolgreich

auf Wachstumskurs. Der Vorteil:

Die Stellenanzeigen sind täglich aktuell,

lassen sich über Suchmaschinen und

-funktionen schnell und einfach finden

und die Kosten dafür sind geringer als

bei Printanzeigen.

JOBS WERDEN IN

DER REGION GESUCHT

Trotzdem haben unsere Marktrecherchen

ergeben, dass die Durchdringung

Bewerber sofort informieren, sobald

ein gewünschte Stelle online

gestellt wird. Für Unternehmen

stellt kufsteinjobs.at eine ideale

Plattform dar, um sich genau

dort umfassend und professionell

als hochwertiger Arbeitgeber

zu präsentieren, wo potenzielle

Bewerber nach dem nächsten Job

suchen. Informieren Sie sich einfach

unter www.kufsteinjobs.at.

KONTAKT

kufsteinjobs.at

Anton-Karg-Straße 3

6330 Kufstein

T

E

I

+43 (0) 5372 222 0 111

service@kufsteinjobs.at

www.kufsteinjobs.at

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 31 31.08.18 08:34


32

Mit der intuitiv bedienbaren Oberfläche

von kufsteinjobs.at lassen sich

Jobs schnell finden und Stellen

einfach ausschreiben.

großer Jobplattformen bis in die letzten

Winkel einer Region nur bedingt

gegeben ist. „Wir müssen das Prinzip

Jobplattform nicht neu erfinden. Das

ist gut und funktioniert überregional

schon besten. Wir wollen dieses Erfolgskonzept

jetzt aber regional umsetzen“,

lässt Christian Mey hinter das Konzept

blicken. 86 Prozent der Tiroler Arbeitnehmer

und Arbeitnehmerinnen arbeiten

weniger als 20 Kilometer von ihrem

Wohnort entfernt, so eine Analyse der

Statistik Austria. „Genau dort haben Unternehmen

auch den größten Erfolg mit

ihren Stellenanzeigen, da sich die Streuverluste

in Grenzen halten und damit

auch die Kostens fürs Recruiting“, weiß

Mey.

EMPLOYER BRANDING

AUF KUFSTEINJOBS.AT

Aber nicht nur Stellenzeigen können auf

kufsteinjobs.at gebucht werden. „Wir bieten

den Unternehmen auch die Möglich-

keit, sich prominent und umfangreich als

Top-Arbeitgeber in der Region zu präsentieren,

um damit das Employer Branding

zu stärken“, so Christian Mey. Gleichzeitig

sind damit alle Stellenanzeigen des Unternehmens

unter dem eigenen Firmenprofil

zu finden. „Wir bieten unseren Kunden

dafür eine attraktive Jahresflatrate, die

sich an der Größe des Unternehmens orientiert“,

erklärt kufsteinjobs.at-Gründer

Christian Mey. Bis 31. Dezember dieses

Jahres sogar zum halben Preis. So wie

CHRISTIAN MEY,

kufsteinjobs.at

86 % der Tiroler Arbeitnehmer

und Arbeitnehmerinnen arbeiten

weniger als 20 Kilometer

von ihrem Wohnort entfernt.

WERBUNG

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 32 31.08.18 08:34


auch alle Einzelanzeigen, die in unserem Online-Shop schnell und

einfach gebucht werden können.“ Bezahlt wird einfach per Rechnung,

die via E-Mail binnen einer Woche eintrudelt.

FÜR BEWERBER KOSTENLOS UND SMART

Für Bewerber ist die Plattform kostenlos zugänglich. Egal, ob

am Computer oder Smartphone. „Einfach auf kufsteinjobs.at

gehen und loslegen. Dort können Bewerber mittels smarter

Suchfunktion genau nach dem gewünschten Job suchen und

dafür einen Job-Agenten aktivieren. Dieser schickt sofort eine

E-Mail, sobald ein gewünschter Job online ist. Täglich aktuell.

„Es können aber auch Agenten für bestimmte Unternehmen

gesetzt werden, damit man sofort erfährt, wann eine bestimmte

Firma den gewünschten Traumjob vergibt“, freut sich Christian

Mey. Natürlich kann man auch einfach alle Stellenanzeigen

mittels Scrollfunktion durchstöbern, wenn man einfach

neugierig ist, ohne sich im System anmelden zu müssen.

VERTIEFTE FUNKTION BEI KOSTENLOSER

ANMELDUNG ALS BEWERBER

„Natürlich können sich Bewerber auch anmelden und dann

Jobinserate speichern oder ihre Bewerbungsunterlagen und

Lebenslauf schon vorab in ihr Profil hochladen, um sich im

Falle eines Falles sofort innerhalb des Systems beim gewünschten

Unternehmen per Knopfdruck zu bewerben.“ Wer möchte,

kann seine Unterlagen auch für angemeldete Unternehmen

zugänglich machen. „Für die Öffentlichkeit sind Bewerberprofile

nicht zugänglich“, versichert Christian Mey.

Egal, ob auf dem Smartphone oder

Tablet. kufsteinjobs.at ist ohne App

auch mobil rund um die Uhr verfügbar.

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MEYMEDIA

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 35 31.08.18 08:34


36

Die erste Etappe

auf einem

langen Weg

DAS BEZIRKSKRANKENHAUS KUFSTEIN SETZT

AUF UNTERNEHMENSWERTE UND ERNTET EINEN

MOTIVATIONSSCHUB UND NEUEN TEAMGEIST

Vor vier Jahren startete das Bezirkskrankenhaus ein Werteprojekt,

nichtsahnend, wohin das Engagement der Mitarbeiter das Haus führt.

Ein Dominoeffekt rund um Werte und Weiterentwicklung, in Gang gesetzt

durch den Einsatz des Krankenhauspersonals.

text

foto

adriane gamper

bezirkskrankenhaus kufstein

Es ist das Jahr 2014. Verbandsobmann

Bürgermeister Rudolf Puecher bittet die

meinsames Wertebild zu erarbeiten “, so

Alexandra Lambauer.

Pflegedirektorin Alexandra Lambauer

und Controllingleiterin Erika Ortlieb, von

MENSCHLICH,

den intern bestehenden Werten ausge-

KOMPETENT, ZUVERLÄSSIG

hend das Leitbild des Bezirkskrankenhau-

Zur Ermittlung des Wertebildes finden

ses Kufstein zu überarbeiten. Das bereits

sich aus jedem Bereich Mitarbeiter zu

seit einigen Jahren bestehende Leitbild

einer Arbeitsgruppe zusammen. „In Sum-

des Pflegebereichs soll abgelöst und an

me ergab sich ein Team aus 150 Personen,

die heutigen sowie zukünftigen Bedürf-

das gemeinsam die drei Grundwerte und

nisse angepasst werden. „Der Grundge-

19 Wertebausteine des Bezirkskranken-

danke war, bewusst darüber nachzuden-

hauses ausarbeitete. Besonders war, dass

ken, wie sich unsere Arbeit zukünftig

Mitarbeiter von uns zu Moderatoren aus-

gestalten wird, auf welchen Säulen wir

gebildet wurden und diese Kleingruppen

uns gemeinsam mit unseren Mitarbeitern

betreuten. Somit bleibt das Wissen im

Werte werden

im Zeitalter

der Digitalisierung

immer

wichtiger.

ALEXANDRA LAMBAUER,

Pflegedirektorin Bezirkskrankenhaus

Kufstein

vom bisher bereits guten Niveau noch

mehr weiterentwickeln können. Wobei

es uns wichtig war, vorausschauend zu

agieren“, so Rudolf Puecher. Niemand

ahnt zu der Zeit, was dieses Vorhaben ins

Rollen bringt, wie Erika Ortlieb erzählt.

„Wir haben uns ohne große Erwartungen

auf den Weg gemacht und wurden dabei

vom Engagement unserer Mitarbeiter

überrascht.“ Erika Ortlieb und Alexandra

Lambauer holen sich externe Unterstützung

ins Boot und geben an die Mitarbeiter

einen Fragebogen aus. „Das Leitbild

betrifft alle Krankenhausmitarbeiter und

Unternehmen“, wie Erika Ortlieb erklärt.

Die Grundwerte, die sich herauskristallisierten:

Menschlich, kompetent, zuverlässig.

„Dass ein österreichisches Krankenhaus

seinen Patienten Kompetenz und

Zuverlässigkeit entgegenbringt, ist selbstverständlich,

aber auch hier haben wir

präzisiert, was das für uns bedeutet. Mit

Menschlichkeit wollen wir uns herausheben.

Gerade dieser Punkt ist uns sowie

unseren Mitarbeitern besonders wichtig“,

so Alexandra Lambauer. Ein Thema, das

auch die Führungskräfte beschäftigt. So

ergründen in einem Folgeprojekt 22 der

so wollten wir auch allen die Möglichkeit

insgesamt 78 Führungskräfte die Bedeu-

geben, daran mitzuarbeiten. Wir wollten

tung des Grundwertes „menschlich“ in

wissen, was aus Sicht der Mitarbeiter gut

läuft und in welchen Bereichen wir uns

noch mehr verbessern können, um darauf

puncto Führung. Dabei entsteht die Idee

einer eigenen Führungskräfteakademie,

die im Jahr 2018 umgesetzt wird. Zudem

WERBUNG

aufbauend ein noch ausgefeilteres, ge-

ergab sich im Projekt, dass die interne

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 36 31.08.18 08:35


37

Kommunikation ein Bereich ist, in dem

die Mitarbeiter Verbesserungspotential

sehen. „Wobei immer das Wohl der Patienten

als Grundgedanke angeführt wurde“,

so Erika Ortlieb. „Eines der besten

Beispiele, das wir als erstes umsetzten,

war die Idee der Mitarbeiter, einen eigenen

Lotsendienst mit Ehrenamtlichen zu

installieren. Das Krankenhaus hat inzwischen

eine Größe erreicht, die vor allem

bei älteren Patienten trotz ausgefeiltem

Wegeleitsystem mitunter nicht auf Anhieb

zu überschauen ist.“ Die Rückmeldungen

geben ihnen Recht, der Einsatz

des Lotsendienstes hat sich bereits in der

letzten Patientenbefragung absolut positiv

niedergeschlagen.

WERBUNG

VON DER ZEITUNG

ZUM INFONACHMITTAG

„In unserem Haus arbeiten derzeit über

1.200 Mitarbeiter. Da ist es verständlich,

dass nicht jeder jeden kennt und nicht jeder

über die Vorgänge und Entwicklungen aller

Bereiche Bescheid weiß. Was wir nicht vermuteten,

unserem Team ist es sehr wichtig,

zu erfahren, was in anderen Abteilungen

vor sich geht. Die Umfrage zeigte deutlich,

dass unsere Mitarbeiter am Gesamtsystem

Krankenhaus teilhaben möchten.“ Erika

Ortlieb und Alexandra Lambauer initiieren

daraufhin zur Verbesserung der internen

Kommunikation neben der eigenen

Mitarbeiterzeitung, die Plattform „Wir im

Gespräch“. „Diesem Engagement unserer

Mitarbeiter wollten wir auch persönlich

als Führungsteam gemeinsam mit unseren

Vorstandsbürgermeistern gerecht werden

und die Möglichkeit einer direkten Information

einführen. Zum einen hatten wir

das Ziel, unsere Mitarbeiter über die Vorgänge

in unserem Haus zu informieren,

zum anderen wollten wir sie auch direkt

an unseren Herausforderungen, Erfolgen,

Planungen und Freuden teilhaben lassen.“

Alle drei Monate lädt das Kollegiale Führungsteam

seither gemeinsam mit den Vorstandsbürgermeistern

die gesamte Kollegenschaft

zum informativen Treffen.

ÜBERRASCHUNG AM 4. PLATZ

Die Bemühungen rund um die Markenbildung

in den vergangenen vier Jahren

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 37 31.08.18 08:35


38

Menschlichkeit

ist der

Schlüssel für

eine erfolgreiche

Zukunft.

RUDOLF PUECHER,

Verbandsobmann

KURZ UND BÜNDIG

Im Bezirkskrankenhaus Kufstein

sind 13 verschiedene Fachabteilungen

vereint. Mit mehr als

1.200 Mitarbeitern zählt die

Krankenanstalt zum zweitgrößten

Arbeitgeber des Bezirks.

Im Ranking des Wirtschaftsmagazins

trend rund um die 300

besten Arbeitgeber Österreichs

2018 landete das BKH Kufstein

unter den besten Newcomern.

In der Branche „Gesundheit

und Soziales“ erreichte das

Unternehmen den 4. Platz.

tragen inzwischen erste Früchte. In der

vom Wirtschaftsmagazin trend durchgeführten

Arbeitgeberbewertung „Die 300

besten Arbeitgeber Österreichs 2018“

wurde das BKH Kufstein von den eigenen

Mitarbeitern zu einem der besten Newcomer

gewählt. Im Bereich „Gesundheit

und Soziales“ erreichte das Haus österreichweit

sogar den 4. Rang. Eine Überraschung

für das gesamte Führungsteam,

die gleichzeitig der von Rudolf Puecher in

die Wege geleiteten Wertebildung recht

gibt. Erika Ortlieb ist dabei davon überzeugt,

dass in Zukunft nur jene Unternehmen

engagierte und gut ausgebildete

Mitarbeiter für sich gewinnen können,

die ihren Fokus auf eine Wertebildung legen

und die menschliche Komponente in

den Vordergrund stellen. „Denn vor allem

durch die zunehmende Digitalisierung

werden Werte und Menschlichkeit immer

wichtiger werden.“

MENSCHLICHKEIT

ALS SCHLÜSSELFAKTOR

Vom Streichelroboter in Altersheimen

über die Schaukatze bis hin zu Pflegerobotern

im Krankenhaus. „Es ist eine

rasende Entwicklung, die derzeit erfolgt.

Wobei wir uns kaum vorstellen können,

was in den Bereichen medizinische Technisierung

und Digitalisierung noch alles

auf uns zukommt“, so Alexandra Lambauer,

die vor kurzem im Rahmen eines

Kongresses Zukunftsluft schnupperte.

„Die Digitalisierung und Technisierung

erhöht mit Sicherheit die Bereiche Kompetenz

und Zuverlässigkeit noch mehr,

fordert uns aber im gleichen Atemzug,

uns noch mehr um den menschlichen

Bereich zu kümmern.“ Doch nicht alleine

in Form der Digitalisierung, auch hinsichtlich

gesetzlicher Richtlinien prallen

laufend neue Wegweiser auf Krankenanstalten

ein. „Gerade deshalb ist es von

großer Bedeutung, diese menschliche

Komponente und Werte an sich stark

in den Vordergrund zu rücken. Beides

fungiert wie ein Auffangnetz für unsere

Mitarbeiter, gibt Stabilität.“ Dass es ein

Weg ist, der konsequent zu gehen ist, ist

Obmann Rudolf Puecher bewusst. „Wir

haben einen Etappensieg erreicht, aber es

liegt noch ein längerer Weg vor uns. Wir

gehen in die richtige Richtung, wie uns die

Auszeichnung des Magazins trend gezeigt

hat. Dieser unerwartete Meilenstein freut

uns sehr und ist darüber hinaus ein Impuls

für uns, weiterzugehen. Gemeinsam

mit und für unsere Mitarbeiter.“

ERIKA ORTLIEB,

stellvertretende Verwaltungsdirektorin

Bezirkskrankenhaus

Kufstein

Nur Arbeitgeber, die auf die

menschliche Komponente setzen,

können in Zukunft gewinnen.

WERBUNG

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 38 31.08.18 08:35


39

Selbstbestimmt

zur Auszeichnung

SPAR PLANER PUNKTET

BEI MITARBEITERN UND IM

WETTBEWERB MIT EINEM

UNKONVENTIONELLEN

KONZEPT RUND UM

FAMILIE & BERUF

Richard Planer und sein Team

vor der Filiale in Walchsee.

text

foto

adriane gamper

SPAR

KURZ UND BÜNDIG

WERBUNG

Ein Erfolgsrezept zwischen Weihnachtsfeier mit Mehrwert und selbstbestimmter

Arbeitszeit bringt Richard Planer mit seinen beiden Spar-Standorten in

Walchsee und Schwoich die Auszeichnung „Österreichischer Vorzeigebetrieb“.

Sein Erfolgsgeheimnis als Chef liegt in aber anstelle Zickenkrieg herrscht bei

seiner langjährigen Zeit als Angestellter, uns Zusammenhalt und Teamarbeit. Ich

wie Richard Planer erklärt. „Wer selbst denke, diese Selbstverantwortung trägt

angestellt war, weiß, was sich Mitarbeiter

wünschen.“ 26 ausschließlich weibli-

sprechen sich ab, tauschen ihren Dienst,

mit dazu bei.“ Die Mitarbeiterinnen

che Angestellte beschäftigt er in seinen wenn Kinder krank sind und das alles

beiden Spar-Standorten in Walchsee ohne Zutun von Richard Planer. „Dass

und Schwoich. „Gerade deshalb lege jemand kurzfristig einspringt, seinen

ich besonders viel Wert auf Familienfreundlichkeit.“

Ein Ansporn, der ihm ständlich. Auch der Partner muss hier

freien Tag verschiebt, ist nicht selbstver-

im Vorjahr mit seiner eigenen Art der mitspielen“, weiß der Unternehmer. Eine

Familienfreundlichkeit den Landessieg Tatsache, für die er höchst traditionell

als familienfreundlicher Betrieb in der Danke sagt, etwa mit einer klassischen

Kategorie 21 bis 100 Arbeitnehmer und Weihnachtsfeier, zu der auch die Partner

eingeladen sind. „Viele sagen, das ist

beim Staatsbewerb „Familie und Beruf

2018“ die Auszeichnung „Österreichischer

Vorzeigebetrieb“ einbrachte. auch als eine Art Wertschätzung ge-

überholt, aber ich finde es wichtig und

nauso wie das Geburtstagsgeschenk für

EIGENINITIATIVE MIT MANN jede Mitarbeiterin.“ In den kommenden

Weder in die Urlaubsplanung noch in vier Jahren gehen sieben Mitarbeiterinnen

von Spar Planer in Pension. Beim

den täglichen Dienstplan mischt sich

der Lebensmittelhändler ein. „Ich habe derzeitigen Arbeitnehmermangel keine

meinen Mitarbeiterinnen von Anfang leichte Situation, wie Richard Planer gesteht.

„Ich bin mir aber sicher, dass ich

an erklärt, dass ich diese Organisation

ihnen überlasse und nur eingreife, wenn mit meinem Konzept gute Chancen am

es nicht funktioniert.“ Ein Vertrauen, Arbeitsmarkt habe. Denn es wird in den

das sich bezahlt macht. „Viele bedauern kommenden Jahren immer wichtiger

mich, da ich nur Frauen um mich habe, werden, ein guter Arbeitgeber zu sein.“

Vor vier Jahren übernimmt

Richard Planer den Spar-Standort

Schwoich, 2016 folgt Walchsee.

Insgesamt beschäftigt der

Lebensmittelhändler 26 Frauen.

Seinem Motto „Aus der Region

für die Region“ folgend bietet er

ein breites Spektrum an regionalen

Erzeugnissen. Nach dem

Landessieg „Familienfreundliches

Unternehmen“ in der Kategorie

21 bis 100 Mitarbeiter im Vorjahr

wurde Spar Planer unter 68

Teilnehmern 2018 als österreichischer

Vorzeigebetrieb bei

dem bundesweiten Wettbewerb

„Beruf & Familie“ ausgezeichnet.

Du musst mit

den Menschen

so umgehen,

wie du willst,

dass sie mit

dir agieren.

RICHARD PLANER,

SPAR PLANER

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 39 31.08.18 08:35


40

text

foto

adriane gamper

christian mey

Spielraum

für Ihr

Wohnglück

EGAL, WAS PASSIERT,

VERNÜNFTIG FINANZIERT

Als Finanzierungsprofi rund um

Bauen und Wohnen bietet die

Hypo Tirol Bank Finanzierungsmöglichkeiten

für jeden Bedarf.

Wunderbar wandelbar präsentiert

sich der neue Wohnraum, angepasst

an die sich laufend ändernden

Lebenssituationen der heutigen

Zeit. Eine Herausforderung,

der sich auch Wohnkredite stellen

müssen.

Das Homeoffice verwandelt sich mit

ein paar Handgriffen ins Gästezimmer.

Das Badezimmer ist längst zur

Wellnessoase avanciert und erhält

mit Holzelementen einen gemütlichen

Wohncharakter. Genauso verschwimmen

die Grenzen zwischen außen und

innen. Raumhohe Fenster. Begrünte

Innengärten. Das Leben wird immer

individueller und das spiegelt sich unmittelbar

in den Zukunftstrends rund

um Bauen und Wohnen wider. „Eine

Linzer Innenarchitektin setzt gar auf

flexible Faltwände, um den Wohnraum

laufend anpassen zu können“, erklärt

Clemens Mayr von der Hypo Tirol.

„Das Leben ist längst nicht mehr so

planbar wie vor 20 Jahren. Veränderung

ist durch die unzähligen Möglichkeiten,

die sich heute im Leben

bieten, zur Konstante geworden.“ Eine

Herausforderung wird das, wenn die

Flexibilität auf Strukturen trifft, die

eine lange Planung voraussetzen. Etwa

bei Wohnbaukrediten.

PHASENWEISE FINANZIERT

Im Durchschnitt wird das Darlehen

über 30 Jahre zurückbezahlt und in

dieser Zeit kann viel passieren. Von der

Familiengründung bis hin zur beruflichen

Auszeit zwecks Weiterbildung.

Änderungen, die die Einkommenssituation

oft gravierend verwandeln

können. „Als Wohnbauprofi mit jahrzehntelanger

Erfahrung sind wir uns

dieser Flexibilität des Lebens bewusst

und haben dementsprechend einen

Kredit kreiert“, freut sich Wohnbauexperte

Christoph Achleitner. So bietet

der Hypo Lebensphasenkredit von

der Halbierung der Rückzahlungsrate

für zwei Jahre über die ausschließliche

Zahlung der Zinsen in den ersten zwei

Jahren bis hin zum vollständigen Aussetzen

der Ratenzahlung über weitere

zwei Jahre drei Möglichkeiten, deren

Anwendung jeder selbst entscheidet.

„Der Lebensphasenkredit passt sich

MAG. CLEMENS MAYR,

Geschäftsstellenleiter

Hypo Tirol Bank Wörgl und Kufstein

Der Lebensphasenkredit

verschafft Ihnen finanziellen

Spielraum, wenn es Ihre

Lebenssituation erfordert.

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durch die drei Optionen, die über die

gesamte Laufzeit hinweg genutzt werden

können, perfekt an sich ändernde

Lebenssituationen an“, so Wohnbauexperte

Michael Schneider. Die Hypo

Tirol geht zudem einen Schritt weiter

und verbindet ihre Finanzierungskompetenz

mit 130 Partnerunternehmen

aus 25 Branchen rund um ökologisches

Bauen.

BERATUNG VOM

PASSIV-EXPERTEN

Der persönliche Wohntraum erfordert

im Vorfeld eine genaue Planung. „Auch

Wir spendieren

unseren

Kundinnen

und Kunden

eine Beratung

bei einem

Partnerunternehmen

des

Netzwerks

Passivhaus.

CHRISTOPH ACHLEITNER,

Wohnbauexperte

WohnVision Center Tirol

hier ist professionelle Beratung die beste

Grundlage für eine perfekte Abstimmung

aller Komponenten auf die individuellen

Bedürfnisse“, fügt Clemens

Mayr an. Durch die Kooperation mit

dem Netzwerk Passivhaus eröffnet das

Finanzunternehmen seinen Kunden

umfassende

Beratungsmöglichkeiten

für alle Fragen und Themen rund um

energieeffizientes, ökologisches Bauen

und Sanieren und noch viel mehr. „Wir

übernehmen für unseren Kunden auch

die Beratungskosten in der Höhe von

300 Euro* bei einem Wunsch-Netzwerkpartner“,

erklärt Clemens Mayr.

● Kontakt

HYPO TIROL BANK AG

Geschäftsstelle Kufstein

Oberer Stadtplatz 6

6330 Kufstein

Tel 050700 7500

www.hypotirol.com

KURZ UND BÜNDIG

Die Hypo Tirol WohnVision bietet

rund um das Thema Wohnen,

Bauen und Sanieren ein vielfältiges

Netz an Finanzierungs- und

Beratungsmöglichkeiten. Vom

informativen Kreditrechner zum

ersten persönlichen Herantasten

auf der Homepage bis hin zu

individuell gestaltbaren Krediten.

Allen voran der Lebensphasenkredit

mit seinen flexiblen

Rückzahlungsmöglichkeiten, die

sich der aktuellen Lebenssituation

anpassen. Wer in die Tiroler

Wohnwelt eintauchen möchte,

kann das druckfrische „Tiroler

Handbuch Bauen und Wohnen“

Ausgabe 2018/2019 kostenlos

über die Homepage der Hypo Tirol

bestellen: www.hypotirol.com.

Der Beratungsgutschein zum Infogespräch

mit einem Partner des

Netzwerkes Passivhaus ist direkt

in der Hypo Tirol Bank oder unter

www.passivhaus.at erhältlich.

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Disclaimer

* Füllen Sie den Gutschein aus und nehmen Sie diesen zur Beratung mit. Über die Beratungsleistung erhalten Sie eine Rechnung des

Vereins Netzwerk Passivhaus in der Höhe von 300 Euro, die Sie mittels Überweisung bezahlen. Bei Abschluss einer Finanzierung

Ihres Bau- bzw. Sanierungsvorhabens über die Hypo Tirol Bank innerhalb von 6 Monaten nach dem Beratungsgespräch übernimmt

die Hypo Tirol Bank diese Kosten zur Gänze. Als Nachweis bringen Sie bitte den Gutschein und die Überweisungsbestätigung mit.

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42

text & foto

christian mey

Wenn

Arbeit

auf Recht

stößt

GUT FORMULIERTE

ARBEITSVERTRÄGE

BILDEN DIE GRUNDLAGE

FÜR EIN GUTES ARBEITS-

VERHÄLTNIS.

Im Grunde genommen ist es ganz einfach,

so glaubt man. Ein Arbeitsvertrag

ist schnell aufgesetzt. Ein paar Texte

aus dem Internet kopiert, Gehalt und

Arbeitszeit eingefügt und schon ist

man auf der sicheren Seite. „Doch da

kann man schnell Gefahr laufen, dass

der gesamte Arbeitsvertrag unwirksam

ist“, wissen die beiden Arbeitsrechtsexpertinnen

Mag. Larissa Paumgarten

und Dr. Christina Kollar der Kufsteiner

Anwaltskanzlei Waldbauer, Paumgarten,

Naschberger und Partner. Einer der

Gründe: „Man findet sehr viele deutsche

Mustertexte im Internet, die dann aber

oftmals nicht mit dem österreichischen

Die beiden Arbeitsrechtsexpertinnen

Dr. Christina Kollar und

Mag. Larissa Paumgarten der

Kanzlei Walderbauer, Paumgarten,

Naschberger und Partner.

MAG. LARISSA PAUMGARTEN

Anwältin

Man läuft schnell Gefahr, dass

der gesamte Arbeitsvertrag

unwirksam ist.

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WERBUNG

Arbeitsrecht übereinstimmen“, warnt

Larissa Paumgarten. Oft könne dann

eine ungültige Bestimmung den ganzen

Vertrag unwirksam machen.

DER TEUFEL STECKT IM DETAIL

An sich gebe es im Arbeitsrecht zwar

wenig Spielraum, „weil vieles zwingend

zu Gunsten des Arbeitnehmers geregelt

ist“, so Christina Kollar, aber gerade bei

den wenigen Regelungen, die Spielraum

lassen, stecke der Teufel im Detail. Auch

weil sich derzeit mehrere über Jahrzehnte

bekannte Regelungen ändern

oder schon geändert haben. „Im Grunde

kann man sagen, dass Arbeiter und

Angestellte über kurz oder lang in allen

Bereichen gleichgestellt sein werden

und jeweils die für den Arbeitnehmer

bessere Regelung angewandt werden

wird“, weiß Larissa Paumgarten. Daher

hat sich die Entgeltfortzahlung im

Krankenstand bereits geändert. Aber

auch die unterschiedlichen Kündigungsfristen

würden derzeit diskutiert. „Mit 1.

September ändert sich aber auch die viel

diskutierte Überstundenregelung für

alle Arbeitnehmer“, so Christina Kollar.

Bisher lag die Normalarbeitszeit je nach

Kollektivvertrag zwischen 38,5 und 40

Stunden. „Daran hat sich auch nichts

geändert“, betont Larissa Paumgarten.

Insgesamt durften bisher aber pro Tag

maximal 10 Stunden und pro Woche

maximal 50 Stunden gearbeitet werden.

„Jetzt darf pro Tag maximal 12 Stunden

und pro Woche maximal 60 Stunden

gearbeitet werden, was es ermöglicht,

legal mehr Überstunden zu machen“,

so Christina Kollar. Jedoch bedarf es

bei der 11. und 12. Überstunde der Zustimmung

des Arbeitnehmers und jede

dieser Stunden sei als Überstunde abzurechnen.

ALL-IN JA: ABER POKERN

IST DER FALSCHE WEG

Um dem zu entgehen, werden oft sogenannte

All-In-Vereinbarungen getroffen,

„bei denen eine gewisse Anzahl an Überstunden

automatisch mit dem Gehalt

finanziell abgegolten werden“, erklären

die beiden Arbeitsrechtsexpertinnen.

Doch seit 2015 müsse man verpflichtend

angeben, wie hoch der Grundgehalt

ist. Dies müsse genau geregelt sein, da

sonst empfindliche Strafen nach dem

Lohn- und Sozialdumpinggesetz drohen

können. Und beliebt seien immer öfter

auch Konkurrenzklauseln, die es einem

Arbeitnehmer verbieten, zeitlich und

örtlich begrenzt in der gleichen Branche

die gleiche Tätigkeit auszuüben. „Damit

eine solche aber wirksam ist, muss der

Arbeitnehmer zum einen volljährig sein

und zum anderen eine gewisse Einkommensgrenze

inklusive Zulagen, aber

ohne Sonderzahlungen, überschreiten,

die genau berechnet werden muss“, klärt

Christina Kollar auf. Oft würde hier bei

Zuwiderhandlung einfach eine Konventionalstrafe

für den Arbeitnehmer bis

zum 6-fachen des letzten Nettolohns

vereinbart, „dabei ist aber abzuwägen,

ob nicht doch die Option eines Schadenersatzes

oder eines Unterlassungsanspruches

zielführender sein kann“,

räumt Larissa Paumgarten ein.

WENN ES DEM ENDE ZUGEHT

Gerade wenn ein Arbeitsverhältnis dem

Ende zugeht, nicht einvernehmlich oder

vom Arbeitnehmer selbst aufgekündigt

wird, gebe es viele Fallstricke: „Grundsätzlich

gilt eine Kündigungsfrist bei

Angestellten von sechs Wochen zum

Quartalsende. Dies könne jedoch so

abgeändert werden, dass anstatt der

vier Kündigungsmöglichkeiten in einem

Kalenderjahr 24 möglich sind. Versäumt

man die Frist aber nur um einen Tag, gilt

schon der nächste Kündigungstermin.

Auch bei Entlassungen gebe es ganz

bestimmte Regeln, die einzuhalten seien.

So müsse man diese „umgehend“

aussprechen, in der Regel den Arbeitnehmer

bei Vergehen, wie laufendem

Zuspätkommen, vorher aber auch abmahnen

und ihm die Möglichkeit geben,

sein Verhalten zu ändern. Beachtet man

die Voraussetzungen für eine rechtsgültige

Entlassung nicht, kann diese unwirksam

sein und man muss die Kosten

einer normalen Kündigung als Arbeitgeber

tragen“, macht Larissa Paumgarten

aufmerksam. Umso wichtiger sei es, die

Verträge schon im Vorfeld „wasserdicht“

und für beide Seiten fair zu gestalten.

Im Streitfall würde es dann viel

leichter gelingen eine außergerichtliche

Einigung zu erzielen, „die in vielen Fällen

sinnvoller ist, auch wenn es bei den

Parteien ein wenig schmerzt“, schließt

Christina Kollar.

Gute

Verträge

machen eine

Einigung

im Streitfall

leichter.

DR. CHRISTINA KOLLAR

Anwältin

KURZ UND BÜNDIG

Das österreichische Arbeitsrecht

ist die Gesamtheit der Bestimmungen,

die in teils öffentlich-

rechtlichen, teils privatrechtlichen

Vereinbarungen die Rechte und

Pflichten zwischen Arbeitgebern

und Arbeitnehmern regelt. Es

besteht aus einer gewachsenen

Struktur an Gesetzen (z. B. Angestelltengesetz,

Urlaubsgesetz),

Verordnungen (z. B. Arbeitsstättenverordnung),

Kollektivverträgen,

Betriebsvereinbarungen und

Einzelvereinbarungen. Gerade

weil es in der Gestaltung von

Arbeitsverträgen wenig Spielraum

gibt, ist bei den wenigen

frei gestaltbaren Regelungen

besonderes Augenmerk auf die

Gesetzeskonformität zu legen.

KONTAKT

die anwälte

Josef Egger Straße 3

A-6330 Kufstein

+43 5372 62144

ra.kanzlei@advocat-tirol.at

www.dieanwaelte.tirol

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44

Eiche ist das

Trendholz

rund ums

Wohnen.

FLORIAN HAFNER,

Geschäftsführer Holzmanufaktur

Hafner & Co

KURZ UND BÜNDIG

Am 1. September 1998

gründet Anton Gratt in Erl die

Tischlerei Gratt. 2004 kauft

er eine Tischlereiwerkstatt

am Niederndorferberg, in

Gränzing. Aus dem Ein-

Mann-unternehmen wächst

innerhalb kürzester Zeit ein

Unternehmen mit inzwischen

15 Mitarbeitern. Nach dem

plötzlichen Tod des Firmengründers

im Sommer 2017

übernimmt Florian Hafner,

der im Unternehmen bereits

seine Lehre absolvierte, den

Betrieb und führt ihn seither

unter dem Namen Holzmanufaktur

Hafner & Co. Gerhard

Thurner, der bereits seit 25

Jahren in der Holzbranche

Erfahrung sammelt, fungiert

als Mitgesellschafter und hat

die betriebswirtschaftlichen

Agenden der Holzmanufaktur

Hafner & Co im Fokus.

KONTAKT

Holzmanufaktur Hafner & Co. GmbH

Gränzing 13

6346 Niederndorferberg

T

E

I

+43 5373 8633

hafner@holzmanufaktur.tirol

www.holzmanufaktur.tirol

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Holzige Individualität

zwischen Bett & Küche

TRENDHOLZ EICHE TRIFFT BEI DER HOLZMANUFAKTUR HAFNER & CO

AM NIEDERNDORFERBERG AUF MASSGESCHNEIDERTE WOHNSTYLES

Von Betten im Almhüttenstyle bis zum Schwemmholz in Giessharz. Wohnindividualisten sind im Vormarsch.

Der Wunsch nach einem persönlichen Wohnstil rückt Tischlerprodukte in das Zentrum des Wohninteresses.

Florian Hafner, Geschäftsführer der Holzmanufaktur Hafner & Co, auf holziger Trendschau

zwischen Badezimmerkasten und Hotelgroßprojekt.

Holz trifft Giessharz. Ein Trend aus

den USA schleicht sich langsam

nach Europa und begeistert Individualisten.

Einzelne Holzbretter

werden auf unterschiedlichste Arten

in Giessharz eingelassen und ergeben

einzigartige Platten, die unter

anderem zum Küchentisch weiterverarbeitet

werden. „Diese Unikate

kommen der immer stärker werdenden

Sehnsucht nach besonderen

Highlights und Unikaten im Wohnbereich

entgegen. Der natürliche,

warme Touch, den Holz ausstrahlt,

erhält durch die Glasoptik des klaren

Giessharzes ein unvergleichliches

modernes, Aussehen“, schwärmt

Florian Hafner, Geschäftsführer der

Holzmanufaktur Hafner & Co.

26 HÄNDE FÜR

INDIVIDUALITÄT

An der Wand der Werkstatt mitten

am idyllischen Niederndorferberg

lehnt seine erste Versuchsplatte. Ein

Brett geschnitten aus Schwemmholz

umgeben von Giessharz. Diese Kombination

treibt das Spiel zwischen

den Materialien gekonnt auf die Spitze.

„Noch sind wir in der Testphase,

aber das bisherige Ergebnis ist schon

äußerst überzeugend“, freut sich

Florian Hafner. Etwas weiter hinten

liegen vier Holzbretter, in Kürze

wird daraus ein speziell designter

Badezimmerkasten entstehen. „Die

Bretter hat sich unsere Kundin

selbst bei unserem Lieferanten ausgesucht“,

erklärt der Geschäftsführer.

Wohnen jenseits 08/15. Eine

Bewegung, die der Tischler aus Leidenschaft

seit Jahren spürt. Erst als

leichten Hauch, der sich inzwischen

in eine kräftige Brise zu verwandeln

beginnt. „Der Wunsch nach besonderen

Stücken, die den eigenen Stil

wiedergeben und perfekt in das

persönliche Wohnen passen, nimmt

immer mehr zu.“ Neun ausgebildete

Tischler verwandeln in der Holzmanufaktur

Hafner & Co diese Sehnsucht

in hölzerne Unikate, nicht zu

vergessen die vier Lehrlinge. Sie sind

Florian Hafner besonders wichtig,

erinnern sie ihn doch immer wieder

an seine eigenen Anfänge zwischen

Sägemehl und Eigenversuchen auf

dem Weg zu individuellen Holzobjekten.

NÄCHTLICHE HOLZLIEBE

„Mein erstes selbst geplantes und

selbst gestaltetes Werkstück war

ein Fernsehkästchen“, erzählt er lachend,

um im gleichen Atemzug zu

gestehen, dass dessen Tage recht

schnell gezählt waren. Aber immerhin,

es war sein Erstlingswerk, entstanden

in den Abendstunden. Seine

Begeisterung für das Tischlerhandwerk

ließ ihn als Lehrling nämlich

nach Arbeitsschluss nicht los und

so blieb er in der Werkstatt, um mit

dem Holz zu experimentieren. Aus

Brettern, die er im Zuge des Ausbaus

eines alten Tischlereibodens erhält,

kreiert er für sich ein Bett. „Mein

erstes selbst designtes Werkstück,

das richtig funktionierte.“ Der Stolz

darüber ist ihm heute noch anzusehen,

auch wenn das Bett inzwischen

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FLORIAN HAFNER,

Geschäftsführer Holzmanufaktur

Hafner & Co

Der Küchentrend geht

weg vom Küchenblock

von der Stange hin zu individuellen

Kochwelten.

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46

Hochwertige

Arbeit, motivierte

Mitarbeiter

und ein

ausgefeiltes

Kostenmanagement

machen einen

Betrieb

erfolgreich.

GERHARD THURNER,

Mitgesellschafter Holzmanufaktur

Hafner & Co

als Brennholz Geschichte schrieb. Seine

Liebe zum Holz fiel seinem einstigen Lehrherren

Anton Gratt sofort auf. Nach drei

Tagen Probearbeit bietet er ihm begeistert

eine Lehrstelle an. Eine Chance, die Florian

Hafner begeistert ergreift. Seit 16 Jahren ist

der einstige Lehrling inzwischen im Unternehmen,

dem er seit einem Jahr vorsteht.

Dabei sah es im August 2017 alles andere

als rosig aus. Der einstige Firmengründer

Anton Gratt verstarb vollkommen unerwartet.

„Die Ungewissheit, wie es mit dem

Unternehmen weitergeht, war enorm.“

Von einem Tag auf den anderen langen die

Entscheidungen allein in Florian Hafners

Händen, der seit einigen Jahren mit Anton

Gratt zusammenarbeitete. Es folgen vier

Monate Ungewissheit, bis alles Rechtliche

geklärt ist. Vier Monate, in denen die Mitarbeiter

zu dem heutigen Geschäftsführer

stehen. „In der Zeit habe ich bemerkt, wie

gut unsere Zusammenarbeit ist. Ohne solche

ausgezeichneten Mitarbeiter wäre diese

Situation nicht zu bewältigen gewesen

und könnten wir jetzt nicht derart hochwertig

produzieren“, erzählt er sichtlich

stolz, während er prüfend über ein Brett

Alteiche streicht, das am Vortag lackiert

wurde. Seit seinen Tischleranfängen sein

absolutes Lieblingsholz und gleichzeitig

das derzeitige Trendholz.

TREND IN EICHE

Hart und wandelbar, diese Eigenschaften

zeichnen die Eiche aus und verhalfen

ihr vor einigen Jahren zum Siegeszug in

der Holzbranche. Rund 90 Prozent aller

Produkte der Holzmanufaktur werden

derzeit aus Eiche gefertigt. Aus den frisch

lackierten Altholzbrettern entsteht in den

nächsten Tagen etwa ein Kinderzimmer.

„Die Eiche kannst du lackieren, beizen,

ölen und räuchern, das ist vor allem auch

im Küchenbereich perfekt, um die unterschiedlichen

Designwünsche unserer

Kunden zu erfüllen. Wobei momentan

Hochglanzküchen äußerst beliebt sind“, so

Tischlermeister Simon Dadder. Den Wünschen

sind in der Qualitätstischlerei am

Niederndorferberg keine Grenzen gesetzt,

da das Unternehmen von der Planung über

die Produktion bis zum Einbau der Küche

samt Geräten jeden Schritt selbst ausführt.

„Der große Vorteil ist bei einer Tischlerküche,

dass sie wirklich maßgeschneidert

ist und perfekt in den Raum passt.“ Ein

Vorteil, der immer mehr zur Tischlerarbeit

greifen lässt. Durch seine langjährige

Erfahrung und den persönlichen Kundenkontakt

hat Florian Hafner genauso wie

seine Mitarbeiter einen umfangreichen

Erfahrungsschatz, worauf es bei einer Küche

ankommt, und steht gerne mit Tipps

zur Seite. „Gespart wird meist an der falschen

Stelle, bei den Geräten. Dabei nutzt

die schönste Küche nichts, wenn die Geräte

nicht passen oder minderwertig sind.

Immerhin ist eine Küche kein Objekt, das

man nach drei, vier Jahren austauscht.“

SCHWEMMHOLZ IM KOPF

Ein Blick in die Werkstatt. Bis auf einen

Mitarbeiter ist niemand zu sehen. „Die

sind alle im Stubaital“, erklärt Florian Hafner.

„Dort erfolgen gerade die Abschlussarbeiten

eines Großprojektes.“ In einem

4-Sterne-Hotel stattet die Holzmanufaktur

Hafner & Co gerade 23 Zimmer bzw.

Apartments aus. Vom Parkettboden über

Vorhänge, Teppiche, die Betten bis hin

zu den Küchen. „Unser großer Vorteil ist,

dass wir vom kleinen Schuhkasten bis zur

Ausstattung ganzer Hotels alles fertigen“,

so der Geschäftsführer. Dabei werden auch

Sonderwünsche erfüllt, wie das Kinderstockbett

im Almhüttenstyle mit kleinem

Zaun im Herzerldesign und Fenster samt

traditionellem Fensterkreuz und Blumenkistl

als Ablage davor. Im Vorbeigehen

wirft Florian Hafner noch einmal einen

Blick auf das im Giessharz eingebettete

Schwemmholzbrett. Es ist nicht zu übersehen,

dass schon etliche Ideen für den Einsatz

dieser Besonderheit in seinem Kopf

herumschwirren. Ideen rund um seinen

geliebten Werkstoff Holz.

SIMON DANNER,

Tischlermeister Holzmanufaktur

Hafner & Co

Vom Ausmessen und Planen

bis hin zum Einbau übernehmen

wir alle Arbeiten selbst.

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gsinda

DAS FITNESS-& GESUNDHEITSMAGAZIN DER KUFSTEINERIN

GESUNDHEITS

MAGAZIN

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text

foto

adriane gamper

ayurveda resort sonnhof

Traditionelles

Kräuterwissen

auf Indisch

EUROPEAN AYURVEDA – DAS AYURVEDA HOTEL & RESORT SONNHOF

ÜBERSETZT DIE INDISCHE HEILLEHRE FÜR DIE ALPENREGION

Altes Kräuterwissen aus der Alpenregion trifft im Ayurveda Hotel & Resort Sonnhof auf die indische

Heillehre Ayurveda. Das Ergebnis: eine Gesundheitslehre angepasst an Europa. Kein Joghurt im

Winter, dafür Kräuter im Reis bis hin zum Yoga für richtiges Atmen.

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49

Alles geht schnell, ist in Bewegung.

Stress beherrscht den Alltag, unzählige

Gedanken kreisen. Wir leben in einer Vata-Zeit.

Vata steht für Äther und das Element

Luft. Um diesen Luftüberschuss

auszugleichen, ist Kapha notwendig, die

Elemente Erde und Wasser. Grundsätze

des Ayurveda, die die Hoteliers-Familie

Mauracher in ihrem Ayurveda Hotel &

Resort Sonnhof in Hinterthiersee ihren

Gästen vermittelt. Wobei sie die indische

Heillehre „übersetzt“, an europäische

Bedürfnisse anpasst. European Ayurveda.

AUSSTIEG AUS DER NORMALITÄT

Es ist das Jahr 2000. Der Sonnhof ist ein

normales Hotel. „Wir haben uns nicht

sonderlich von allen anderen ringsum

unterschieden und uns wurde klar, dass

wir uns verändern wollen. Wir wollten

unseren Gästen mehr bieten“, erzählt

Johann Mauracher. Brigitte Maurachers

Interesse für Gesundheit und Nachhaltigkeit

bringt sie mit Ayurveda in Kontakt.

Sie absolviert Ausbildungen und

entdeckt die indische Lehre für sich.

„Irgendwann kam meine Mama auf

die Idee, Ayurveda auch in unser Haus

einfließen zu lassen. Allerdings nicht in

seiner herkömmlichen Form. Es ging ihr

darum, Ayurveda nicht einfach zu kopieren,

sondern die Philosophie und Idee

der indischen Lehre als Grundstein für

ein European Ayurveda zu verwenden“,

erzählt Lisa Mauracher. Die Familie baut

um und feiert 2006 die Neueröffnung.

Von da an beginnt sich das European

Ayurveda laufend weiterzuentwickeln.

den richtigen Gewürzen und Kräutern

braucht man beispielsweise keine Mittel,

um abzunehmen. Die Pflanzenstoffe

aktivieren die Verdauung, die Nahrung

wird bekömmlicher.“ Genau auf diesem

Prinzip basiert auch das European Ayurveda,

mit dem Unterschied, dass vorrangig

auf heimische Pflanzen zurückgegriffen

wird. „Grundsätzlich ist dies

nichts Neues. Früher wurden Kräuter

bei uns viel mehr eingesetzt. Das Wissen

rund um deren Wirkung ist nur in Vergessenheit

geraten“, erklärt Lisa Mauracher

und bezeichnet das European Ayurveda

als ein Zurückbringen des alten

Ernährungswissens. Seit der vollständigen

Umstellung auf European Ayurveda

bietet das Haus dazu eine rein vegetarische

Küche. „Viele Gäste können sich

anfangs gar nicht vorstellen, zehn Tage

Regionale

Lebensmittel

direkt

von unserem

Bauernhof

sind einfach

das Beste.

STEPHAN MAURACHER,

Ayurveda Hotel &Resort Sonnhof

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GRÜNE SCHÄTZE DER

VERGANGENHEIT

Die Quinoapyramide steht auf einem

Reisboden, der von tiefgrünen Kräutern

durchzogen ist. Daneben arrangieren

sich Kartoffeln und Gemüse, bestreut

mit Sonnenblumenkernen. Ein Gericht

in gelb-weiß-grüner Farbharmonie. „Das

Essen ist, neben Bewegung und Diagnose

& Behandlung, eine der drei Säulen

des Ayurveda. Kräuter werden in der

indischen Heillehre als Apotheke angesehen“,

so Christina Mauracher. „Mit

Johann Mauracher mit seinen beiden

Töchtern Christina und Lisa, die seit Jahren

führende Rollen im Unternehmen innehhaben.

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50

Wir haben das

alte Kräuterwissen

wieder

ausgepackt.

LISA MAURACHER,

Ayurveda Hotel &Resort Sonnhof

KURZ UND BÜNDIG

Im Jahr 2006 konzipiert die Familie

Mauracher ihr damaliges Hotel

Sonnhof in Hinterthiersee neu

und stellt die Säulen des Hauses

auf die Grundlagen des Ayurveda.

Ausgehend von dem Grundgedanken

und der Philosophie der

indischen Heillehre entwickelt die

Familie Mauracher gemeinsam mit

Spezialisten ein an die europäischen

Bedürfnisse angepasstes

European Ayurveda, das sie in

ihrem umgebauten und erweiterten

Ayurveda Hotel & Resort

Sonnhof umsetzt. Von altem

Kräuterwissen, das in die vegetarische

Küche einfließt bis hin

zu Yoga, Massagen und Co maßgeschneidert

auf die europäische

Mentalität und Lebensführung.

KONTAKT

Ayurveda Resort Sonnhof

Hinterthiersee 16

6335 Thiersee

T

E

I

+43 5376 5502

info@sonnhof-ayurveda.at

www.sonnhof-ayurveda.at

ohne Fleisch auszukommen. Die Überraschung

und Begeisterung über die

Geschmacksvielfalt ist im Nachhinein

immer enorm“, so Lisa Mauracher. Die

größte Herausforderung beim Essen im

Ayurveda Hotel & Resort Sonnhof liegt

für die meisten dafür neben dem Teller.

HANDYLOSE UNRUHE

„Das Essen ist bei uns für manchen Gast

zu Beginn durchaus anstrengend“, wie

Lisa Mauracher erzählt. „Bei uns steht

nämlich das Essen im Mittelpunkt.“

Nichts tun, nur essen. Kein Handy, keine

Zeitung. Die Konzentration auf den

Augenblick, auf das, was man gerade

macht, ist vielen abhanden gekommen.

„Für manchen ist es durchaus verwirrend

sich plötzlich ganz auf eine Sache,

einen Moment einzulassen“, weiß

Lisa Mauracher. „Dabei ist gerade das

wichtig. Selbst die beste Massage nützt

nichts, wenn du an etwas anderes denkst.

Ich glaube, das ist die große Message, die

wir lernen dürfen. Wieder im Moment

sein, zu genießen und bewusst zu leben.“

Und das ist auch ein großer Unterschied

zwischen dem European Ayurveda und

der indischen Heillehre, wie Christine

Mauracher ergänzt. „In Indien herrscht

eine Art ´Take it easy´-Einstellung, ein

anderes Verständnis des Lebens. Diese

Mentalität unterschiedet sich grundlegend

von unserer. Themen wie Stress,

Druck, Konkurrenz, Verantwortungsbewusstsein

sind hier in Mitteleuropa weitaus

stärker ausgeprägt.“ Von diesem Unterschied

ausgehend, bedarf es auch einer

anderen Umsetzung der Philosophie des

Ayurveda bei allen drei tragenden Säulen

der Lehre. Ernährung. Bewegung. Diagnose

und Behandlung. „Während wir das

Erd-Element stärken müssen, herrscht

in Indien dieses erdende Element gene-

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rell stärker vor. So geht es im Yoga bei

uns weniger um die Herausforderung,

komplizierte Figuren zu meistern, als

vielmehr in einer Position zu verweilen.

Bei uns müssen die Menschen teilweise

erst wieder richtig atmen lernen.“

KEIN JOGHURT IM WINTER

Die Grundfrage im Ayurveda ist, was einem

gut tut. „Und genau dieses Gespür

haben wir großteils verloren. Das fängt

schon beim Essen an. Jeder hat als Kind

ein natürliches Sättigungsgefühl, das

durch falsche Ernährung verloren geht“,

so Christine Mauracher. Genauso fehlt

oftmals das Gefühl für die Bekömmlichkeit

einzelner Lebensmittel. Joghurt

oder Gurken kühlen beispielsweise den

Körper, im Ayurveda sind diese Lebensmittel

daher im Winter ein „No-Go“. Mit

ihrem European Ayurveda will die Familie

Mauracher dieses Empfinden wieder

hervorholen. Natürliche Lebensmittel,

Speisen ohne Geschmacksverstärker.

„Lebensmittel müssen im Ayurveda so

rein verwendet werden, wie es möglich

ist“, so Johann Mauracher. Deshalb hat

die Familie vor vier Jahren in der Nähe

ihres Hotels in Hinterthiersee einen Bauernhof

gekauft, um dort einen Teil der

benötigten Lebensmittel selbst anzubauen.

Von Kräutern über den Salat bis hin

zu einer Obstbaumplantage. „Regionale

Lebensmittel direkt von unserem Bauernhof

sind einfach das Beste, was man

essen kann. Allein der Gedanke macht

gesund“, erklärt Stephan Mauracher.

ZEHN MINUTEN FÜR DEN TAG

„Das Mindset wird ein großes Thema der

Zukunft. Wie kann ich meine Gedanken

positiv beeinflussen, welche Werte habe

ich in meinem Leben. Dabei ist ein ´Offline

gehen´, das Handy weglegen und mit

sich selbst online sein, derzeit sicher die

größte Challenge“, so Lisa Mauracher.

Mit ihrem European Ayurveda sehen

sie sich als Impulsgeber. „Weitermachen

muss jeder selbst. Im Grunde geht es

darum, mehr das Erd-Element zu fördern.

Oftmals ist die erste Tätigkeit am

Morgen der Blick auf das Handy und damit

erreicht uns die erste ´Ladung´ Luftenergie,

dabei würden wir für unsere

Gesundheit genau das Gegenteil benötigen.“

Ein erster Schritt können Rituale

sein. Sich täglich morgens zehn Minuten

Zeit nehmen. Eine Meditation, im Bett

einfach den Tag positiv visualisieren

oder beim Duschen bewusst negative

Gedanken loslassen. Die Möglichkeiten

sind vielfältig.

European

Ayurveda

beruht auf

der indischen

Lehre und

altem Wissen

aus unserer

Region.

JOHANN MAURACHER,

Ayurveda Hotel &Resort Sonnhof

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SCHOTTISCHE

ANLEIHEN

Trenchcoatstyle im Karolook.

Die Designer haben

wie es scheint mit den

Streifen wieder an der

geraden Linienführung

Gefallen gefunden und

greifen einmal mehr zum

Tartan-Muster. Chiarulli

präsentiert das einstige

Erkennungszeichen schottischer

Clans großflächig auf

seinem Mantel im modern

interpretierten Trenchcoatstyle.

Ein verspielter

Kontrast zur grafischen

Geradlinigkeit kommt mit

der weißen Schluppenbluse

von Emily, während

die Tasche (Bling Berlin) in

dieser Saison im Kleinformat

durch Details punktet.

Klassisch und clean zeigt

sich dazu die Jeans (Please)

als Allroundpartner.

text:

ADRIANE GAMPER

fotos:

CHRISTIAN MEY

visagistin:

NADINE BINDER

mode:

MODE KINK, KUFSTEIN & EBBS

titelmodell:

VIKTORIA FAHRINGER, KUFSTEIN

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53

Smarte Streifen

im Farbrausch

MANTELLIEBE UND LINIENTREUE

INSZENIEREN DEN HERBST UND BEGLEITEN

DEN BLÜTENREIGEN AUF NEUEN WEGEN

Weibliches Selbstbewusstsein modisch interpretiert. Auffällige Mäntel,

kräftige Farben und große Muster verlangen nach Fashionheldinnen.

Blau bringt royale Nuancen, während Blumen dem Stick

verfallen und auch im Herbst munter weiterblühen. Faltenwurf und

Schottlandflair bei Mode von Kink in Ebbs und Kufstein.

Man glaubt es kaum, aber die Romantik

des Herbstes bringt einmal mehr

einen Blütenreigen mit sich. Und auch

die Streifen bleiben uns erhalten. Breite

Blöcke liefern auffällige Highlights,

auf Mänteln genauso wie auf Pullis.

Mäntel sind dazu die neuen Lieblinge

der Saison. Knielang oder kuschelig

warm bis zu den Knöcheln bergen sie

bisher ungeahntes Suchtpotential. Gespart

wird auch nicht beim Farbeinsatz.

Knallige Töne durchziehen den

Herbst. Von sattem Blau bis zu kräftigem

Rot.

Ich liebe Stiefel und Hüte, sie

verleihen jedem Outfit augenblicklich

das gewisse Etwas.

VIKTORIA FAHRINGER,

KUFSTEIN

ZUR PERSON

WERBUNG

Mit gerade einmal 20 Jahren ist die

Kufsteinerin Viktoria Fahringer bereits

Küchenchefin im Kufsteiner

Hotel-Gourmetwirtshaus Tiroler Hof.

Kochen ist ihre Leidenschaft und dafür

lernt sie auch gerne laufend dazu,

vom Diplom Pâtissier in diesem Jahr

bis zur Ausbildung zum diplomierten

Diätkoch, die im kommenden Jahr

folgt. Kulinarisch sind auch ihre Rei-

sen geprägt. „Am liebsten reise ich

in Regionen, die für ihre besondere

Küche bekannt sind. Dieses kreative

Handwerk ist etwas Wunderbares.“

Der einzige Nachteil am Kochberuf:

Die Mode bleibt während der Arbeit

außen vor. Dafür tauscht Viktoria

ihre Hose samt Kochjacke in ihrer

Freizeit am liebsten gegen Röcke und

Kleider.

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BLUMIG

GESTICKT

Blümchenromantik im

Joggingstyle. Poesie auf

Schwarz. Die Winterfarbe

schlechthin darf natürlich

auch in dieser Saison nicht

fehlen, wobei sie sich gerne

mit Blüten schmückt. Frogbox

nimmt dabei Anleihen

aus dem Folklorestrick und

bestickt Pullover und Kappen

mit einem Blütenmeer.

Mutige Trendsetter untermalen

den romantischen

Look durch Stilbrüche wie

der Hose im Joggingstyle

von Please. Kuschelmomente

bietet der Wendemantel

von Milestone mit angesetzter

Kapuze. Da bleibt

nur noch die Frage, welcher

Mantelseite den Vorzug

geben: Veloursoptik oder

Teddyfleece. Tasche: Bling

Berlin.

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 54 31.08.18 08:35


LINIENSPIEL IM

DOPPELPACK

Dynamik im Faltenwurf.

Das Spiel mit den Gegensätzen

bekommt einen neuen

Partner: Plissee. Die zarten

Falten erobern Röcke

und Kleider. Aber auch Tops

(Rinascimento) setzen sich

mit dem Zieharmonikalook

gekonnt in Szene. Farbharmonie

in Schwarz liefert

Rinascimento dazu mit der

Culottes. Als Gegenspieler

fungiert der Strickmantel

von Kontatto, der mit

seinen Blockstreifen sportiv

das edle Styling umrahmt.

Die ausladende Länge der

neuen Strickmäntel umspielt

den gesamten Körper

und arrangiert so eine neue

Art von königlichem Luxus.

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 55 31.08.18 08:35


GESTREIFTER

KNALLEFFEKT

Königliches Feuer im Used

Look. Nicht kleckern, sondern

klotzen ist das Designermotto,

wenn es um den

Farbeinsatz geht. Auffallen

ist angesagt. Vor allem

bei Mänteln wird endlich

wieder in den Farbtopf gegriffen,

wobei Rot ganz klar

die Nase vorne hat. Chiarulli

kontert die Farbdominanz

mit einer straighten

Linienführung ganz ohne

Schnickschnack. Fashionistas

setzen das Farbfeuerwerk

darunter fort. Etwa

mit dem Blockstreifenpulli

von Kontatto. Kräftiges

Rot trifft auf Königsblau

umrahmt von Camel und

Lila. Doch mit dem reinen

Farbspiel ist es diesen

Herbst nicht abgetan. Auffällige

Strukturen treffen

auf die Knallfarben. So

liefert Kontatto mit einem

ausgeprägten Used Look

das Topping. Ruhe bringen

in den selbstbewussten

Look klassische Jeans (Closed)

sowie Taschen (Bling

Berlin) und Schuhe (Ovye)

in Erdtönen.

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 56 31.08.18 08:35


DRAPIERT

UND GEKNOTET

Vorhang auf für selbstbewusste

Farben. Der Tristesse

nebelverhangener Tage

sagt Rinascimento auffällig

in Safrangelb den Kampf

an. Die Hinwendung zu Falten

und Plissee übernimmt

das Modelable dabei kreativ

durch eine Drapierung und

rückt damit gleichzeitig

gekonnt die Taille in den

Vordergrund. Einen edlen

Touch verbreitet dazu die

Tasche von Bling Berlin in

sattem Grau und leichter

Trapezoptik.

Die Mode von Mode Kink

ist in Ebbs bis Größe 48

erhältlich.

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58

Magischer

Hund am

Wasser

STAND-UP-PADDELING TRIFFT YOGA - ZWEI

TRENDSPORTARTEN IN KOMBINATION MITTEN

AM HECHTSEE

SUP-Yoga nennt sich der neueste Trend, bei dem Yoga mitten am

Wasser auf einem SUP-Board ausgeführt wird. Diesen Juli boten Michael

Weiler von Active Spirit und Libby Love vom Love Yoga Room

Kufstein diese neue Yogaform an. Eine Challenge für sich, wenn man

sich als Redakteur auf das Wasser wagt und keine Vorkenntnisse in

Yoga und Stand-Up-Paddeling mitbringt.

text

foto

adriane gamper

florian egger

Das Training

am Wasser

aktiviert die

Tiefenmuskulatur.

LIBBY LOVE,

LOVE YOGA ROOM KUFSTEIN

Alles scheint zu vibrieren. Die eben noch

glatte Wasseroberfläche ist überzogen

von Wellen. Energisch klatscht das SUP-

Board auf das Wasser. „Den Blick zum

Himmel richten“, kommt die Anweisung

von rechts, während von links Lachen

und ein leicht verzweifeltes „Ahhh“ zu

hören ist. „In der Position bleiben und

fünfmal ganz entspannt atmen“, fährt

Libby fort und beginnt, langsam zu zählen.

Entspannt ist etwas anderes. „Eins.“

Erste Tropfen landen auf meinen Füßen

und erinnern mich mahnend daran, dass

ich mitten auf dem Hechtsee bin. „Zwei.“

Direkt über mir ziehen zwei Wolken vorbei.

„Drei.“ Mit jedem Atemzug scheint

das Board mehr zu wanken. „Vier. Und

atmen nicht vergessen.“ Das verzweifelte

Ahhh von links wiederholt sich gefolgt

von einem belustigten „Ach ja genau.“

Ich überlege, ob ich denn überhaupt geatmet

habe und fange unweigerlich an

zu lachen. Das hätte ich besser unterdrückt,

denn augenblicklich kommt meine

schwimmende Yogamatte vollends ins

Wanken.

DIE SESSION IM SCHWIMMBAD

Yoga mitten am See. Yoga auf einem

SUP- Board. Zwei Trendsportart verschmolzen

zu einer – SUP-Yoga. Michael

Weiler, Geschäftsführer von Active Spirit,

kommt im Frühjahr auf die Idee, dies

in Kufstein anzubieten. „Diese Entspannung,

die du beim Stand-Up-Paddeling

erfährst, diese Ruhe erinnerte mich an

Yoga, obwohl ich bis dorthin keine einzige

Yogastunde hatte.“ Michael recherchiert

im Internet und entdeckt, dass

diese Kombination in den USA bereits

große Wellen schlägt. „Von dem Moment

an war mir klar, dass ich meine Idee umsetzen

will und in Libby Love fand ich

die perfekte Partnerin.“ Die Yogalehrerin

ist von der Idee sehr angetan und es

folgt eine Probesession im Schwimmbad.

„Es war eine eigene Challenge, da im Becken

natürlich nicht viel Platz ist und das

Board immer wieder an den Rand trieb“,

erzählt Libby belustigt. Innerhalb kürzester

Zeit fängt sie trotz Platzmangel

Feuer. „Ich habe viele Trends rund um

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 58 31.08.18 08:35


59

SUP-Yoga ist

weit mehr als

einfach nur

Yoga auf einem

Board.

LIBBY LOVE,

LOVE YOGA ROOM KUFSTEIN

Yoga kennengelernt, aber auf dem Wasser

entsteht ein besonderes Gefühl.“

DIE SACHE MIT DEM WILDEN DING

Dieses besondere Gefühl rauscht an mir

momentan vorüber, denn ich bin nur damit

beschäftigt, das Brett unter mir wieder

ins Gleichgewicht zu bringen. „Fünf“,

sagt Libby langsam. Entspannt atme ich

auf. Ich bin noch am Board. Langsam

die Hüften absenken und niedersetzen

weist uns Libby ein. Die Wasseroberfläche

rund um mich beruhigt sich, als ich

endlich wieder normal am Board sitze.

Michael links von mir grinst. Er hat einen

doch entscheidenden Vorteil mir

gegenüber. Abgesehen davon, dass er

bereits zweimal am SUP-Yoga teilnahm,

ist er auf dem Board praktisch zu Hause,

fährt er doch sonst mit seinen BigSUPs

am Inn entlang der Festungsstadt. Bei

mir prallen dagegen gleich zwei Premieren

aufeinander. Zum ersten Mal auf einem

SUP-Board. Zum ersten Mal Yoga.

„Und jetzt die andere Seite“, lacht Libby

und schwingt sich mit einer faszinierenden

Leichtigkeit in die Yogastellung „Camatkarasana“.

Ich finde ja die englische

Bezeichnung dieser Asana weitaus aussagekräftiger.

„Wild Thing“. Wild ist diese

Stellung nämlich wirklich, zumindest

hier mitten am See. Am Brett liegend die

Beine anwinkeln und ein wenig versetzt

voneinander aufstellen. Die Hüften nach

oben drücken und die Arme durchstrecken.

Irgendwie erinnert mich die Übung

bis zu dem Moment an die Brücke aus

dem Turnunterricht in der Schule. Zumindest

bis zu dem Augenblick. „Jetzt

eine Hand nach oben strecken und den

Blick zum Himmel richten“, erklärt Libby.

„An nichts anderes denken, sonst

fällst du unweigerlich ins Wasser“, folgt

noch der ultimative Tipp von Michael.

Ich bewege meine Hand nach oben. Der

Moment, der Wahrheit. Der vordere Fuss

soll ganz am Board bleiben. Bei dem hinteren

gilt es die Ferse zu heben, als hätte

man einen High Heel an. Zumindest das

funktioniert. Der Blick geht nach oben.

Das Board beginnt zu wanken. Ein Atemzug.

Konzentration auf den Fußballen.

Ein Gefühl wie schweben breitet sich aus.

VOM WASSER LERNEN

„Wenn du ins Fitnessstudio gehst, trainierst

du und gehst wieder nach Hause.

Yoga ist anders, es ist kein Sport, sondern

eine Lebenseinstellung“, sinniert

Libby entspannt auf ihrem Board sitzend.

„Yoga endet nicht, wenn du den

Trainingsraum verlässt und gleichsam

geht es nicht darum, wie viele Stellungen

du beherrschst, es geht um eine innere

Erfahrung und Entwicklung. Du bewegst

dich im Yoga immer weiter, und gerade

das erinnert mich an das Wasser und

macht das Training am See so stimmig

für mich.“ Ein Fluss, so fährt Libby fort,

ist ständig in Bewegung, fließt in eine

Richtung und weicht gleichzeitig jedem

Hindernis aus. „Das Wasser denkt nicht,

ich werde einmal ein Tropfen im Ozean

sein, im Gegensatz zu uns Menschen.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 59 31.08.18 08:35


60

KURZ UND BÜNDIG

Im Rahmen seines Outdoor- und

Fitnessunternehmens „Active Spirit“,

bietet Michael Weiler Stand-

Up-Paddeling an. Im Zuge dessen

kommt er auf die Idee, den entspannenden

Trendsport mit Yoga

zu verbinden, wie es vor allem in

den USA bereits praktiziert wird.

Er wendet sich an die zertifizierte

Yogalehrerin Libby Love und

bringt mit ihr Yoga mitten auf den

Hechtsee. Die Wahlkufsteinerin

Libby Love betreibt seit 2003

Yoga und eröffnete 2015 mit

Monika Egger das Yogazentrum

„Love Yoga Room Kufstein“.

KONTAKT

LOVE YOGA Studio Kufstein

Ekkehard Hofbauer Straße 1,

6330 Kufstein

T

E

I

+43 (0) 650 6793720

info@yogatirol.at

www.yogatirol.at

Wir sind in einer Zielstrukturiertheit,

einer Zielfixiertheit gefangen. Diesbezüglich

können wir viel vom Wasser lernen.“

Genauso sei SUP-Yoga auch nicht einfach

Yoga auf einem Board. Es geht viel

tiefer, so Libby. „Du spürst das Wasser

unter dir. Jede noch so kleine Welle setzt

sich scheinbar in deinem Körper fort. Du

wirst ein Teil des Elements und gleichzeitig

spürst du den Wind, die Sonne, die

Natur ringsum.“

BOAT AM SUP

Einatmen und die gestreckten Beine

schräg nach oben heben. Langsam beginnt

sich meine schwimmende Yogamatte

wieder zu bewegen. Sanft schaukelt sie

hin und her. Den Oberkörper nach hinten

senken und die Arme ausstrecken, bis

eine V-Positon erreicht ist. Ich bin ehrlich

gesagt froh um mein regelmäßiges Bauchmuskeltraining,

denn das Wasser verwandelt

die Yogastellung „Boat“ in einen

Balance-Akt. Aber immerhin, mit jedem

Atemzug wird das Brett ruhiger. Dafür

fangen die Bauchmuskeln unweigerlich

an, zu vibrieren. „Das Training auf dem

Wasser erinnert in seiner Wirkung an

Power Plate. Die Tiefenmuskulatur wird

aktiviert, um besser das Gleichgewicht zu

halten.“ Mit der Zeit entsteht eine neue

Empfindung. Das leichte Schwanken

vermittelt immer mehr ein Gefühl von

Schweben. Der herabschauende Hund

wird zum puren Entspannungsmoment.

Die Gedanken an eine ungewollte Badeeinlage

haben sich irgendwo zwischen

dem zweiten und dritten Atemzug in

Luft aufgelöst. Die Ruhe des Sees und die

Stille ringsum scheinen die Übungen zu

verstärken. Ich fühle mich auf meinem

Board allein, wie auf einer kleinen Insel,

und gleichzeitig scheint das Brett mit dem

See zu verschmelzen. Das dunkle Wasser

ringsum verleiht der Szenerie eine mystische

Komponente. Ich bin nicht allein

mit meinen Empfindungen. „Hier heraußen,

in der Mitte dieses Elements zu sein,

fördert die Empfindungen. Du bist noch

mehr abgeschnitten von der Außenwelt,

vom Alltag. Eine energievolle Situation.

Nahezu magical power“, holt uns Libby

zurück in die Gegenwart. Die Dämmerung

bricht herein. Langsam geht es zurück.

Stehend gleiten wir Richtung Ufer.

Jedes Eintauchen der Paddel hallt über

den See in die Stille hinein. Ein rhythmischer

Abschied vom Wasser.

MICHAEL WEILER,

ACTIVE SPIRIT

Die Ruhe am Wasser, die du

beim SUP spürst, wird durch

das Yoga noch verstärkt.

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62

Eine Stange für

die Gesundheit

VOM GANZKÖRPERTRAINING BIS ZUM SELBSTBEWUSST-

SEINSTRAINING HILFT POLE DANCE, SEIN WAHRES ICH

ZU FINDEN

Um eine silbern glänzende Stange dreht sich seit zwei Jahren Brigitta Merkls Leben

und Körper. Aus Neugierde geht die Kufsteinerin zu ihrer ersten Pole-Dance-

Stunde und entdeckt, dass eine Stange nahezu ein ganzes Fitnessstudio ersetzt,

mentales Coaching inklusive.

text

foto

adriane gamper

freigeist

Wenn du an

der Stange

stehst, zählst

nur du. Du

und deine

Emotionen.

BRIGITTA MERKL,

Freigeist

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 62 31.08.18 08:35


63

Leichtfüßig nähert sie sich der Stange, ergreift

sie mit beiden Händen, schwingt sich

nach oben, um Sekunden später kopfüber

im Rhythmus der Musik um die Pole zu

rotieren. Vor zwei Jahren hat Pole-Dance-

Trainerin Brigitta Merkl das Workout an

der Stange für sich entdeckt. Als Mitglied

des Nationalkaders für rhythmische Sportgymnastik

bestand ihr Leben bis sie 17 Jahre

alt war fast ausschließlich aus Sport. „Dann

hatte ich genug davon. Ich wollte, dass

mein Leben nicht nur vom Leistungssport

beherrscht wird“, erzählt Brigitta. Es folgt

eine eher sportlose Zeit, bis sie mit Mitte

Dreißig wieder etwas für sich tun will. „Ich

suchte eine Fitnessmöglichkeit, die Spaß

macht und ohne Leistungsgedanken auskommt.“

Als ein Pole-Dance-Studio in ihrer

Nähe eröffnet, nimmt sie ihre erste Stunde

und ist begeistert, auch wenn der Anfang

ernüchternd ist. „Ich dachte, dass ich durch

meine sportliche Vergangenheit enorme

Vorteile habe, aber ich konnte mich nicht

einmal an der Stange halten. Du glaubst, du

bist fit, dann kommt die Pole und beweist

dir das Gegenteil. Egal, welchen Sport du

vorher gemacht hast, hier starten alle bei

null.“ Gerade deshalb sind die Teilnehmer

ihrer beiden Freigeist-Studios, die sie inzwischen

in Going und Kufstein betreibt,

bunt gemischt.

POLE GEGEN SCHIEFE BLICKE

„Viele Frauen stehen mitten im Leben und

suchen eine Herausforderung, die Spaß

macht. Und das bietet Pole Dance zur

Genüge.“ Hinter der Trendsportart steht

eine äußerst offene Community. „Es gibt

Pole Dance Stars mit Rundungen, voll

durchtrainierte Akrobatinnen genauso

wie muskelbepackte Männer. Die besten

männlichen Pole Dancer kommen unter

anderem aus Russland bzw. der Ukraine

und sind alles andere als schwul“, lacht

Brigitta über das gängige Klischee, um im

gleichen Atemzug hinzuzufügen, dass Pole

Dance sehr wohl sexy ist. „Als Frau wird dir

heute nicht erlaubt, sexy zu sein, bist du es

doch, erntest du im Alltag durchaus schiefe

Blicke. Besser ist es, du bist taff oder ruhig.

An der Stange kannst du dich quasi in einem

geschützten Raum erotisch bewegen,

wenn du willst. Und dieses Wissen, dass du

diese Facette beherrschst, ändert sehr viel

im Inneren, verhilft zu einer neuen Körpereinstellung.“

MOMENT DER WAHRHEIT

Beim Betreten des Trainingsraums im Untergeschoss

des KISS in Kufstein fällt als

erstes die Spiegelfront auf, die sich quer

durch den gesamten Raum zieht. „Ja die

Spiegel“, lacht Brigitta. „Ohne sie geht gar

nichts, denn nur so kann man seine Haltung

kontrollieren.“ Die Spiegel werden

aber durchaus „gefürchtet“, wenn es zum

„Moment der Wahrheit“ kommt, wie

sie es nennt. „Anfangs kannst du

sehr wohl mit längeren Sportklamotten

trainieren, aber wenn es

an der Stange nach oben geht,

benötigst du Hautkontakt, um

nicht abzurutschen. Und das

wiederum bedingt ein kurzes

Outfit.“ Die meisten versuchen

dann, so viel wie möglich zu verstecken,

ziehen das Höschen bis hinauf

zum Bauchnabel. „Vielen ist es unangenehm,

weniger vor den anderen, als

vielmehr vor sich selbst. Du stehst an der

Stange, vor dir die Spiegelfront. Du musst

dich praktisch das ganze Training hindurch

anschauen und das, wo wohl jeder einen

Teil an seinem Körper hat, der in seinen

Augen nicht perfekt ist.“ Auch Brigitta

kennt diese Momente aus den Anfängen

ihres Trainings.

BEWUSSTSEINSBILDUNG

AN DER POLE

„Ich habe nur meinen Bauch gesehen, der

über dem Höschenrand hervorkam.“ Doch

rasch wird ihr bewusst, dass sich das nicht

in ein, zwei Wochen ändert und sie mit dem

BRIGITTA MERKL,

Freigeist

Die Körperspannung beansprucht

Muskeln, die im Alltag

kaum mehr benutzt werden.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 63 31.08.18 08:35


64

An der Pole

darfst du alles

sein, was du

willst. Sexy,

lustig,

akrobatisch.

BRIGITTA MERKL,

Freigeist

KURZ UND BÜNDIG

Pole Dance entstand ursprünglich

in der asiatischen

Akrobatik und wurde fast

nur von Männern betrieben.

Inzwischen hat sich das

Ganzkörpertraining zu einer

Trendsportart entwickelt.

Die Kufsteinerin Brigitta

Merkl startete vor rund

zwei Jahren mit Pole Dance

und eröffnete inzwischen

zwei „Freigeist“ Studios in

Kufstein und Going. Neben

Pole Dance für verschiedene

Altersklassen und Stretchingeinheiten

bieten die Studios

von klassischer Pole Fitness,

einem Workout an der

Stange, über Yoga und Urban

Dance bis hin zu speziellen

Seniorenkursen mit einer

ausgebildeten Rehatrainerin

ein vielfältiges Programm.

KONTAKT

Freigeist

Unterer Stadtplatz 11

6330 Kufstein

T

E

I

+43 676 3812370

team@freigeist.tirol

www.freigeist.tirol

Anblick klarkommen muss, wenn sie weiter

diesen Sport betreiben möchte. „Und dann

kam plötzlich der Punkt, an dem mir klar

wurde, dass diese kritische Betrachtung

der eigenen Figur viel eher eine innere Unzufriedenheit

mit sich selbst ist. Dieses Bewusstwerden

hat viel in meiner Einstellung

mir gegenüber verändert.“ Diese Augenblicke

der Erkenntnis erlebt Brigitta seither

immer wieder bei ihren Schülern. „Die

Trainierenden bemerken, das ist mein Körper

und der passt gut so.“ Dies ist auch der

Moment, in dem die Frauen und Männer

mit neuen Outfits erscheinen und sie stolz

präsentieren. „An der Figur hat sich nichts

geändert, aber an ihrer Einstellung und damit

an ihrer Haltung und der Ausstrahlung.

Deshalb sehe ich Pole Dance nicht nur als

Körpertraining. Es geht vielmehr um dich

als Person, du wächst über dich hinaus, entdeckst

Seiten, die du im Laufe deines Lebens

liegengelassen hast oder die erst jetzt

zum Vorschein kommen.“ Eine Entwicklung,

die vor allem auch der geschlossene

Rahmen des Trainings ermöglicht. „Unsere

Pole-Dance-Kurse sind beschränkt auf acht

Teilnehmer. Dadurch kann man zum einen

auf jeden individuell eingehen und zum anderen

entsteht ein intimer Raum, der vieles

erleichtert.“

VERGESSENE MUSKELFASERN

Pole Dance heißt vor allem Körperspannung.

Ohne sie geht gar nichts, wie Brigitta

erklärt, während sie sich einmal mehr in

luftige Höhen zieht. „Wenn du Figuren an

der Pole machen willst, musst du deinen

Körper komplett anspannen.“ Diese bewusste

Spannung geht vielen Menschen

im Laufe ihres Lebens verloren bzw. haben

sie sie nie erlernt. Dabei entsteht dadurch

eine ganz neue Körperwahrnehmung. „Du

bemerkst schnell, wo du verspannt bist.

Dadurch kannst du aktiv etwas dagegen

unternehmen, bevor aus der Verspannung

Schmerzen werden.“ Durch die Körperspannung

werden auch Muskelgruppen

beansprucht, die im vom Sitzen geprägten

Alltag kaum mehr benutzt werden. Die Folge:

der Körper wird straffer, die Haltung

verbessert sich. Beim Training einzelner

Körperpartien kommt man an diese „versteckten“

Muskeln kaum heran, wie Brigitta

erklärt. „Sobald du an der Stange hängst,

brauchst du aber jede einzelne Muskelfaser

und in dem Moment ist das Alter der

Teilnehmer egal. Oft höre ich, ich würde

gerne starten, aber ich bin schon über 40.

Dabei tut das Alter nichts zur Sache. Eine

bekannte italienische Pole Dancerin hat

etwa erst mit 60 Jahren angefangen.“ Relativ

rasch lassen sich Figuren in der Luft erlernen,

kleine Choreografien sind nach der

ersten Kurseinheit möglich. Diese schnellen

Fortschritte führen zu einer merklichen

Steigerung des Selbstbewusstseins, das die

Teilnehmer mit in den Alltag nehmen. „Du

traust dir im Leben mehr zu, weil du hier in

diesem geschütztem Bereich die Erfahrung

gemacht hast, dass du etwas schaffst, an

das du zuerst nicht geglaubt hast.“ In den

höheren Levelkursen kommt zum Training

an der Stange Stretching hinzu. Beweglichkeit

ist für bestimmte Figuren unerlässlich.

„Je beweglicher man ist, desto besser

wirken die Figuren und erweitern sich die

Möglichkeiten. Der Spaß an der Pole ist damit

grenzenlos.“

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Back to

School

www.kufstein-galerien.at

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66

Mit der

Sahnetorte

zum Sieg

DIE EBBSERIN LEA HORNGACHER ROLLT DIE

RENNRADSPORTSZENE AUF UND ÜBERRASCHT

MIT IHRER UNKONVENTIONELLEN SIEGEREIN-

STELLUNG

Das Rennradfahren war für Lea Horngacher eine Notlösung, nachdem

eine Knieverletzung sie vom geliebten Laufen abhielt. Doch

schon bald ist sie vom Rennradvirus infiziert, radelt in ihrer Freizeit

stundenlang. Bis zu dem Tag nach ihrem 19. Geburtstag. Aus purem

Spaß tritt sie, mit einer halben Sahnetorte vom Vortag im Magen,

zum Int. Kitzbüheler-Horn-Rennen an.

text

foto

adriane gamper

florian egger

Ich bin durchaus

ehrgeizig,

der Wunsch

zu gewinnen,

motiviert

mich.

LEA HORNGACHER,

EBBSERIN, SIEGERIN DES DREI-

LÄNDERGIROS NAUDERS 2018

Lea Horngacher kommt gerade vom

Radfahren. Zwei Stunden hat sie am

Rad verbracht, um für ihr erstes Zeitfahren

am Wochenende zu trainieren.

„Ich habe keine Ahnung, ob und wie

mir das liegt.“ Ihrer Vorfreude tut dies

sichtlich keinen Abbruch. Wer ihre

Rennradgeschichte kennt, den wundert

das nicht, denn Lea geht so manches

im Radsport erfrischend unkonventionell

an. „Ja, das stimmt. Allein

wenn ich an die Geschichte in Kitzbühel,

die Sahnetorte und diese Überraschung

mitten auf der Strecke denke,

muss ich immer noch lachen.“

NOTLÖSUNG AUF ZWEI RÄDERN

Bereits als kleines Mädchen kommt

Lea durch ihren Vater in Kontakt mit

der Rennradszene. „Interessiert haben

mich diese Rennen aber kaum, geschweige

denn, dass ich daran dachte, selbst

Rennen zu fahren.“ Dabei ist ihre Leidenschaft

für Bewegung und die Berge

bereits früh offensichtlich. Sie liebt die

Wanderungen mit ihren Eltern von klein

auf, aber erst mit 15 Jahren beginnt sie

richtig zu sporteln, fängt an zu laufen.

„Wie so viele habe ich in meiner Freizeit

immer wieder meine Runden gedreht.“

Daneben entdeckt sie das Skitourengehen

für sich, bis sie sich im Jänner vor

zwei Jahren eine Knieverletzung zuzieht.

„An Skitouren oder Laufen war nicht zu

denken, doch ich wollte hinaus in die Natur,

mich bewegen.“ Mitten im Februar

schwingt sie sich auf´s Rennrad. „Erst

war es eher eine Notlösung, doch je besser

ich wurde, desto mehr bemerkte ich,

dass Radfahren viel eher mein Sport ist

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 66 31.08.18 08:35


67

Während des

Marathons

habe ich nicht

nur einmal an

eine Bretteljause

gedacht

LEA HORNGACHER,

EBBSERIN, SIEGERIN DES DREI-

LÄNDERGIROS NAUDERS 2018

als Laufen.“ Der erste Kufsteiner Radmarathon

kommt und Lea nimmt gemeinsam

mit ihrem Vater daran teil. „Es war

die reinste Quälerei“, lacht sie über ihre

erste Rennerfahrung, doch dann kam

der Radklassiker aufs Kitzbüheler Horn.

RENNRADKLASSIKER

AM TAG DANACH

Es ist der 29. Juli 2017. Ein Tag nach Leas

19. Geburtstag. „Keine Ahnung, wie ich

darauf gekommen bin“, schmunzelt sie

über ihre damalige Aktion. Ohne Vorbereitung

und ohne große Erwartungen

fährt sie zum Int. Kitzbüheler-Horn-

Rennen, um an dem Rennradklassiker

teilzunehmen. „Mir lag die Geburtstagstorte

vom Vortag noch im Magen,

immerhin hatte ich die halbe Sahnetorte

alleine verspeist“, schüttelt sie amüsiert

über sich selbst den Kopf. Sie startet

ganz hinten, kommt in ihren Rhythmus

und beginnt, einen nach dem anderen zu

überholen. „Es war ein irrsinnig heißer

Tag. Ich habe auf dem Weg nach oben

jeden Bissen meiner Sahnetorte bereut.“

Immer weiter und weiter kämpft sie sich

vor. „Durch die Hitze kombiniert mit der

Anstrengung habe ich kaum Luft bekommen.

Als ich an einer Dame weiter

oben vorbeifuhr, habe ich zu ihr noch

gesagt, dass es heute besonders anstrengend

ist“, erzählt Lea und nimmt einen

großen Schluck aus ihrem Wasserglas.

ZURUF MIT FOLGEN

Kurve um Kurve schraubt sich die

Strecke weiter nach oben. Lea tritt unaufhörlich

in die Pedale, bis sie an einer

Gruppe von Zusehern vorbeikommt.

Plötzlich schreit einer von ihnen: „Die

erste Dame.“ Lea beginnt laut zu lachen,

während sie weiter redet. „Ich habe mich

umgesehen und gerufen: Wo? Es hat ein

paar Momente gedauert, bis ich begriff,

dass er mich meint. Als mir bewusst

wurde, dass ich wirklich die Erste bin,

hat mir mein Kopf gesagt, diese Chance

bekommst du so schnell nicht wieder,

das musst du jetzt durchziehen.“ Es war

ein unglaubliches Gefühl, wie sie erklärt,

das sie von da weg bis ins Ziel trug. „Zu

siegen war und ist reine Kopfsache. Du

kannst noch so viel Kraft in den Beinen

haben, wenn der Geist nicht mitspielt,

kannst du nicht gewinnen“, erklärt Lea,

die inzwischen 15 bis 20 Stunden die

Woche trainiert. „Ich fahre gerne allein,

denke dabei über Dinge nach, die noch

zu erledigen sind ,oder ich lasse den Tag

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68

Siegen ist

reine

Kopfsache.

LEA HORNGACHER,

EBBSERIN, SIEGERIN DES DREI-

LÄNDERGIROS NAUDERS 2018

Ein Marathon

ist reine Quälerei,

aber

im Ziel weißt

du, wieso du

es machst.

LEA HORNGACHER,

EBBSERIN, SIEGERIN DES DREI-

LÄNDERGIROS NAUDERS 2018

KURZ UND BÜNDIG

Mit 15 Jahren entdeckt Lea

Horngacher das Laufen und

Skitourengehen für sich. Ihre Leidenschaft

wird jedoch durch eine

Knieverletzung vor zwei Jahren

jäh gebremst. Sie steigt auf das

Rennrad um. Aus der anfänglichen

Notlösung wird eine echte Sportliebe

gekrönt von zwei Erfolgshighlights.

2017 gewinnt sie das

Int. Kitzbüheler Horn Rennen. Im

Juni dieses Jahres siegt die Ebbserin

beim Dreiländergiro Nauders,

ihrem ersten „großen“ Marathon.

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Revue passieren.“ Lea strahlt, während

sie von ihren Rennradtouren erzählt.

Sie radelt aus purer Freude. Dass sie

bei den Rennen derart gut abschneidet,

überrascht sie selbst immer wieder. „Alleine

wenn ich an meinen ersten ´großen´

Marathon diesen Juni denke. Der Dreiländergiro

2018 Nauders war eine Extremerfahrung.“

MARATHON DIE ERSTE

„3.000 internationale Radsportler waren

am Start und ich mittendrin. Ich

habe nur noch andere Radfahrer gesehen“,

taucht Lea in ihre Starterlebnisse

beim 25. Dreiländergiro ein. 168

km, über 3.300 Höhenmeter, Steigungen

mit bis zu 15 Prozent. Im 2. Block

geht sie ins Rennen. „Sie wollten mich

erst viel weiter hinten starten lassen“,

schmunzelt sie. „Es konnte ja niemand

wissen, wie das Rennen ausgeht.“ Lea

tritt in die Pedale, kämpft sich nach vorne.

„Einen Marathon umgibt eine ganz

eigene Energie. Du fragst dich während

dem Wettbewerb nicht nur einmal, wieso

du dir das antust. Aber wenn du im

Ziel bist, weißt du, dass es die Strapazen

wert sind.“ Während dem zweiten Anstieg

kommen Lea jedoch Zweifel, ob sie

jemals das Ziel erreicht. Magenkrämpfe

quälen sie.

DER TRAUM VON

DER BRETTLJAUSE

„Daran war dieses Gel schuld, das du

trinkst, um den extremen Kalorienbedarf

zu decken. Meinem Magen sind diese

süßen Kalorienbomben nicht so gut bekommen.“

Trotz Magenschmerzen fährt

sie weiter und hat Glück, ihre Verdauung

beruhigt sich nach einiger Zeit, dafür

steigt ihr Gusto nach etwas Salzigem.

„Während dem Marathon habe ich nicht

nur einmal an eine Brettljause gedacht“,

erzählt sie amüsiert. Sie hat keine Ahnung,

an welcher Stelle sie liegt, als sie

zur 50 Kilometer langen Strecke durch

das Engadin kommt. „Wir waren erst zu

dritt, dann entstand eine Gruppe mit an

die 30 Fahrer.“ Knapp sechs Stunden

sitzt sie schon im Sattel, als sich beim

letzten Anstieg über 300 Höhenmeter

die Gruppe aufspaltet. „Das war der

Moment, in dem mir bewusst wurde, ich

kann es schaffen.“ Wie vor einem Jahr

beim Int. Kitzbüheler-Horn-Rennen ist

es ihr Kopf, der sie antreibt. „Ich habe

nichts mehr gedacht, bin nur noch gefahren

und dann war ich im Ziel.“ Sechs

Stunden und 14 Minuten ohne Unterbrechung.

Ihr erster Marathon wird zur Siegesfahrt.

„Ich weiß noch genau, wie ich

als Kind mit meiner Schwester im Zielbereich

des Ötztaler Radmarathons auf unseren

Papa gewartet habe. Nie im Leben

hätte ich gedacht, dass ich selbst einmal

einen Marathon fahre, geschweige denn

meinen ersten Marathon gleich gewinne.“

Und es geht weiter. Im September

wird sie in die Ötztaler Fußstapfen ihres

Vaters treten. 238 Kilometer, zwei Länder

und vier schwere Alpenpässe treffen

dann auf Leas Rennradleidenschaft.

Ein Marathon

ist reine Quälerei,

aber

im Ziel weißt

du, wieso du

es machst.

LEA HORNGACHER,

EBBSERIN, SIEGERIN DES DREI-

LÄNDERGIROS NAUDERS 2018

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 69 31.08.18 08:35


70

Der Duft

aus dem

Bienenstock

Atme dich

fit und

g´sund mit

Bienenduft.

DIETER CHRISTEN,

Bienenalm Thiersee

ZWISCHEN GELEE ROYAL UND BLÜTENPOLLEN - EINE

„NATURAPOTHEKE“ IN THIERSEE UMRAHMT VON

SUMMEN UND SÜSSEM HONIGDUFT

Anthrazitfarbene Liegestühle, zu denen ein Schlauch aus dem Bienenstock

führt. Was auf den ersten Blick befremdlich wirkt, ist eine alte Methode

zur Linderung von Atemwegserkrankungen. Die beiden Bioimker Sandra und

Dieter Christen schwören auf die Bienenduft-Atemtherapie genauso wie auf

die anderen Bienenerzeugnisse.

text

foto

adriane gamper

florian egger

Als Bienennahrung

brauchst du

keine speziellen

Blumen,

eine naturbelassene

Ecke genügt.

DIETER CHRISTEN,

Bienenalm Thiersee

Von der Wabe ist kaum etwas zu sehen.

Hunderte Bienen krabbeln darauf herum.

„Genau genommen sind es an die

2.000“, erklärt Sandra Christen über

das laute Summen des Bienenvolkes

hinweg. „Schau, da ist sie“, kommt es

Sekunden später sichtlich erfreut. Gemächlich

krabbelt die Bienenkönigin

hinter der Glasscheibe des Schaukastens

über die Wabe. „Wenn man genau

schaut, stellt man schnell fest, wie groß

der Respekt der anderen Bienen ihr gegenüber

ist.“ Und wirklich, rund um sie

herum halten alle Arbeiterinnen ein,

zwei Zentimeter Abstand. Während der

Blick fasziniert der Bienenkönigin folgt,

lenkt Sandra die Aufmerksamkeit an die

Seite des Glases. Braungelbe Klümpchen

zieren den Scheibenrand. „Diese Klümpchen

sind das perfekte Mittel gegen Vi-

ren, Pilze und Bakterien. Bienenkitharz,

auch bekannt als Propolis. Die Bienen

produzieren es aus den Baumknospen,

um ihren Stock abzudichten“, erklärt

Sandra. „Aber die Bienen verwenden

das Propolis auch, um ihren Stock keimfrei

zu halten. Diesbezüglich hatte ich

ein spezielles Erlebnis“, schmunzelt sie.

Sandra zeigt auf zwei, drei Bienen, die

zum Flugloch fliegen. „Sie sind etwas unruhig,

das heißt, es zieht heute noch ein

Gewitter auf. Ich erzähl die Geschichte

dann in Ruhe im Garten.“

15 SÜSSE JAHRE

Mit dem Öffnen der Türe liegt augenblicklich

Honigduft in der Luft. Wilder

Kaiserhonig, Tiroler Kraftpaket, Wildblütenhonig.

Sandras und Dieters kleiner

Verkaufsraum ist dicht bestückt

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 70 31.08.18 08:36


71

mit unterschiedlichsten Varianten des

flüssigen Goldes. „Der Geschmack hängt

von den Pflanzen ab, aus denen der Nektar

stammt. Produziert wird jeder Honig

gleich.“ Der aufgenommene Nektar wird

aus dem Magen in die Wabe gespuckt,

um wieder aufgenommen und erneut

ausgespuckt zu werden. „Dieser Vorgang

wird etwa zehnmal wiederholt und

jedes Mal wird dem so entstehenden

Honig Wasser entzogen. Die Stockbienen

kommen dadurch an Flüssigkeit und

der Nektar wird haltbar“, erklärt Sandra,

die sich mit ihrem Mann vor 15 Jahren

ihr erstes Bienenvolk zulegte. „Wir haben

so viel Honig gegessen, da kam uns

die Idee, diesen selbst zu produzieren“,

so die beiden Wahlthierseer, die schon

vor ihrer eigenen Imkerzeit die gesunden

Bienen-Produkte schätzten. „Die

einzelnen Stoffe sind wahre Heilmittel“,

erläutert Sandra, während sie ein Glas

zurecht rückt. Gelee Royal steht darauf.

Das hochwertigste Produkt aus dem

Bienenstock. Der Stoff, der über Königin

oder Arbeiterin entscheidet.

KÖNIGLICHES IMMUNSYSTEM

„Gelee Royal ist ein körpereigenes Sekret,

das die Arbeiterbiene in einer Schlunddrüse

erzeugt.“ Larven, die Gelee

Royal erhalten, entwickeln sich nach 16

Tagen zu einer Königin, aus allen anderen

Eizellen schlüpfen nach 21 Tagen Arbeiterbienen.

„Allein das zeigt, dass Gelee

Royal ein besonderer Nährstoff ist.“

Ein Nährstoff, der an die Königin von

Mund zu Mund verfüttert wird und dafür

sorgt, dass sie fünf Jahre alt wird, im

Gegensatz zu ihren Arbeiterbienen, die

nach 40 Tagen sterben. „Gelee Royal hat

aber auch auf die Gesundheit des Menschen

enorme Auswirkungen. Es bringt

das Immunsystem in kürzester Zeit von

null auf hundert, unterstützt die Zellbildung,

hilft bei Depressionen, reguliert

den Hormonhaushalt und stärkt das

Gedächtnis“, zählt Sandra auf, während

sie durch das Geschäft hinaus in ihren

Garten geht.

ATMEN AM LIEGESTUHL

Summen erfüllt die Luft. Rund um den

kleinen Teich herrscht Hochbetrieb.

Unzählige Bienen aus den wenige Meter

entfernten Stöcken kommen hierher

zum Wasser trinken. Einige sind an den

Beinen dicht bepackt mit Blütenpollen.

„Bienen essen kein Fleisch. Das Eiweiß,

das sie zum Ausbilden des Chitinpanzers

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72

Wir essen immer

Honig,

außer während

der Honigernte,

da

brauchst du

etwas Herzhaftes.

DIETER CHRISTEN,

Bienenalm Thiersee

benötigen, erhalten die Larven über diese

Pollen“, so Dieter. „Bei uns Menschen

regen die Pollen die Verdauung und das

Gedächtnis an. Ich esse sie immer in Joghurt

oder Müsli“, ergänzt Sandra. Interessierten

einen Einblick in die Welt

der Bienen zu ermöglichen, macht den

beiden Wahlthierseern sichtlich Spaß.

„Vor allem die Jungen interessieren sich

immer mehr dafür. Ich glaube, dass viele

heute so übersättigt sind, dass sie wieder

das Ursprüngliche suchen. Vor allem

wird den Menschen wieder bewusst,

dass Honig nicht nur gut schmeckt,

sondern welche enorme Wirkung die

verschiedenen Bienenprodukte auf die

Gesundheit haben. Diese neue Hinwendung

zur Natur ist vor allem bei

der Bienenduft-Atemtherapie spürbar“,

erklärt Dieter und zeigt auf anthrazitfarbene

Liegestühle, direkt neben dem

Teich. Rund einen Meter davon entfernt

ist zwischen den Büschen die Rückseite

eines der knapp 40 Bienenstöcke der

Familie zu sehen, aus dessen unterem

Bereich ein Schlauch führt. „Das Prinzip

ist simpel. Wir saugen die Luft aus dem

Bienenstock und über den Schlauch

gelangt sie zu den Liegen, wo sie über

eine Maske rund eine Stunde lang eingeatmet

wird“, so Dieter über die Therapie,

die bereits seit knapp 100 Jahren

angewendet wird. „Das Entscheidende

sind die in der Luft gelösten Bestandteile

von Blütenpollen und Propolis. Eine äußerst

gesundheitsfördernde Mischung.“

Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom

Desensibilisieren bei Pollenallergien bis

hin zur Linderung von Atemwegserkrankungen

und Leistungsförderung.

DÖRRBIRNE MIT MÄUSESTIEL

Wie leistungsfördernd die Luft ist, merkt

Dieter jedes Mal, wenn er den ganzen

Tag bei den Bienenstöcken verbracht hat.

„Die gelösten Stoffe putschen derart, dass

am Abend an Schlaf nicht zu denken ist.

Du fühlst dich selbst nach zehn Stunden

Arbeit noch richtig fit.“ Am effektivsten

ist die Bienendufttherapie von Mitte Mai

bis Ende Juli, der Zeitraum, in dem die

Bienen den Nektar einbringen und damit

besonders viele Stoffe in der Stockluft

gelöst sind. Unvermittelt beginnt Sandra

zu schmunzeln. „Die Geschichte mit dem

Propolis wollte ich noch erzählen. Es war

im Frühjahr vor ein paar Jahren. Ich war

gerade dabei, einen Stock zu putzen, als

ich im Inneren eine Dörrbirne fand, das

glaubte ich zumindest.“ An dem Stängel

hält sie ihrem Mann die vermeintliche

Birne entgegen mit der Frage, wie sie

dort hineingekommen sein könnte. „Dieter

hat nur laut gelacht und gemeint, ich

soll mir meinen Birnenstängel genauer

ansehen“, erzählt sie belustigt. „Es war

der Schwanz einer Maus und die vermeintliche

Dörrbirne war ihr Körper.

Die Maus hatte sich durch das Flugloch

gefressen, woraufhin die Bienen sie tot

stachen. Da sie den Eindringling nicht

entfernen konnten, haben sie sie komplett

mit Propolis überzogen, so die Verwesung

vollständig unterbunden. Eine

perfekte Demonstration der keimtötenden

Wirkung von Propolis“, fügt

Sandra mit sichtlich stolzem Blick in

Richtung Bienenstöcke hinzu.

SANDRA CHRISTEN,

Bienenalm Thiersee

Die Stockluft ist gefüllt

mit Propolis und Pollen.

Ein pures Heilmittel.

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Wir essen

immer

Honig, außer

während der

Honigernte,

da brauchst

du etwas

Herzhaftes.

DIETER CHRISTEN,

Bienenalm Thiersee

KURZ UND BÜNDIG

Vor rund 15 Jahren beschließen

die Wahlthierseer Sandra und

Dieter Christen, sich aus Liebe

zum Honig selbst Bienenvölker

zuzulegen. Aus den ersten fünf

werden mit den Jahren an die

40 Stöcke. Die Produkte ihrer

Bio-Bienenalm, von Propolis bis

hin zum Gelee Royal, sind für die

beiden dabei wie eine natürliche

Apotheke. So stärkt Gelee Royal

beispielsweise das Immunsystem,

wirkt Propolis bei Entzündungen.

Eine Besonderheit ist die

Bienendufttherapie, bei der Luft

direkt aus dem Bienenstock eingeatmet

wird. Eine alte Therapie,

unter anderem zur Linderung

von Atemwegserkrankungen.

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74

Engel

ohne Flügel

DAS GESPÜR FÜR DEN MENSCHEN IM FOKUS -

SECHS PFLEGEKRÄFTE, SECHS WEGE ZUM TRAUMBERUF

Es ist der Wunsch anderen zu helfen, der die ausgebildeten Pflegekräfte des Bezirkskrankenhauses

Kufstein zu ihrem Traumberuf geführt hat. Die Wege hin zur

Erfüllung ihrer Berufung könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein.

text

foto

adriane gamper

bezirkskrankenhaus kufstein

WERBUNG

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 74 31.08.18 08:36


75

Im März dieses Jahres hat Evelyne Geti

ihre Ausbildung zur diplomierten Pflegefachkraft

erfolgreich abgeschlossen. Mit

47 Jahren. Im zweiten Bildungsweg. Die

Ebbserin hatte ursprünglich Speditionskauffrau

gelernt, später im Büro des familieneigenen

Fliesengeschäfts gearbeitet,

bis sie sich mit Mitte 40 vollständig neu

orientiert. „Ursprünglich hatte ich nur

vor, die einjährige Ausbildung zur damaligen

Pflegehelferin zu absolvieren. Noch

einmal so richtig durchzustarten, daran

habe ich erst gar nicht gedacht“, erzählt

Evelyne Geti. Der Altenwohnheimleiter

von Ebbs bringt sie auf die Idee, Nägel

mit Köpfen zu machen. Sie ist 44 Jahre

alt, als sie wieder die Schulbank drückt

und mit der dreijährigen Ausbildung zur

diplomierten Pflegefachkraft beginnt.

„Ich habe mir nicht gedacht, dass mir das

Lernen so leicht fällt, aber ich habe alles

aufgesaugt wie ein Schwamm. Auch,

wenn es anfangs schwer war, aus dem

Arbeitsleben heraus wieder bei Null anzufangen“,

so Evelyne Geti, die inzwischen

auf der internen Abteilung des

Bezirkskrankenhauses Kufstein arbeitet.

Zur diplomierten Pflegefachkraft im

zweiten Bildungsweg, ein Berufsweg, der

längst keine Seltenheit mehr ist.

VON DER PFLEGE ZUR DIREKTION

Rund die Hälfte der 1.200 Mitarbeiter

des Bezirkskrankenhauses Kufstein ha-

Die Pflege

hat ein hohes

Zukunftspotential.

TANJA EMBACHER,

DIPLOM PFLEGEFACHKRAFT

ben eine Pflegeausbildung. Eine Tätigkeit,

die eine besondere Arbeit und längst

nicht einfach ein Job ist, wie Pflegedirektorin

Alexandra Lambauer betont. „Man

muss eine Liebe zum Menschen und

ein Gefühl für Menschen haben, wenn

man sich für den Pflegeberuf entscheidet.

Dafür hat man in diesem Beruf die

Möglichkeit, den Menschen zu helfen.

Ein echtes Privileg.“ Die Entscheidung

für den Pflegebereich fiel bei ihr selbst

ausgesprochen früh, und zwar bereits im

Kindesalter. „Meine Cousine startete gerade

die Pflegeausbildung und für mich

war klar, das mache ich auch.“ Die gebürtige

Steirerin zieht nach einigen Jahren

der Liebe wegen nach Kärnten und

bemerkt sehr schnell, dass sie den Weg

in die Führungsebene gehen möchte. Mit

den Jahren klettert sie die Führungsleiter

hoch, studiert berufsbegleitend Pflege-

und Gesundheitsmanagement und

übernimmt schließlich 2012 in Kufstein

die Funktion der Pflegedirektorin und

ist seither für rund 600 Mitarbeiter verantwortlich.

„Das ist für mich mit das

Besondere im Pflegebereich. Das Feld ist

derart breit, dass jeder die für sich persönlich

perfekte Nische findet.“ Und das

kann mitunter recht schnell gehen.

IM 4. BILDUNGSWEG ZUM ZIEL

Im November ist es so weit, dann hat

der Kufsteiner Christoph Matt eines seiner

großen Berufsziele der letzten Jahre

erreicht. Der diplomierte Pfleger übernimmt

die Stationsleitung der Urologie

und das gerade einmal zwei Jahre nach

Abschluss seiner Ausbildung. Einzelhandelskaufmann,

Maschinenschlosser,

Sportmonteur. Christoph Matt blickt

auf einen abwechslungsreichen Berufsweg

zurück. Den Schritt in die Pflege

ging der heute 40-Jährige erst vor fünf

Jahren. „Eigentlich bestand diese Überlegung

schon, als ich 25 war, doch damals

gab es noch genug Pflegekräfte und eine

Umschulung wurde nicht unterstützt.

Als ich vor fünf Jahren von der Förder-

WERBUNG

RICHARD KAPFINGER-PUTZ,

LEHRER IN DER GESUNDHEITS- UND

KRANKENPFLEGESCHULE KUFSTEIN

Männer finden im Rahmen des

Zivildienstes einen Zugang

zum Berufsfeld der Pflege.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 75 31.08.18 08:36


76

Der

Pflegeberuf

beinhaltet

das Privileg,

den Menschen

zu helfen.

ALEXANDRA LAMBAUER,

PFLEGEDIREKTORIN BEZIRKS-

KRANKENHAUS KUFSTEIN

Ich habe es

nie bereut, mit

44 Jahren einen

zweiten

Bildungsweg

eingeschlagen

zu haben.

EVELYNE GETI,

DIPLOM PFLEGEFACHKRAFT

möglichkeit las, war für mich klar, jetzt

starte ich noch einmal durch.“ Bereut

hat er es keine Sekunde. „Der Pflegeberuf

ist abwechslungsreich wie keine

andere Arbeit. Jeder Tag ist anders und

du kannst dich verwirklichen, weiterbilden

und nach oben durchstarten.“ Eine

Tatsache, die Richard Kapfinger-Putz

vollauf bestätigen kann. Auch er hat den

Karriereweg eingeschlagen. Vom diplomierten

Pfleger ausgehend ist er inzwischen

Lehrer an der Gesundheits- und

Krankenpflegeschule Kufstein. Dabei

war der Kufsteiner früher in gänzlich anderen

Branchen aktiv.

BUNTE VIELFALT

AN MÖGLICHKEITEN

„Ich habe ursprünglich Maschinenschlosser

gelernt und bin dann in den

Militärdienst gewechselt“, erzählt

Richard Kapfinger-Putz. „Die körperbetonte,

sportliche Tätigkeit beim Militär

passte ideal zu mir.“ Als er im Jahr

1996 die Möglichkeit bekommt, über das

Bundesheer die Sanitätsausbildung zu

absolvieren, greift er zu und fängt Feuer.

Er legt die Ausbildung zum diplomierten

Krankenpfleger ab und wechselt zum

Bezirkskrankenhaus Kufstein. Interne

Abteilung, allgemeine Intensivstation,

Sonderausbildung zum Fachpfleger für

Anästhesie und Intensivmedizin, bis er

sich entschließt, in die Lehre zu gehen

und Mitte 40 mit dem Studium startet.

„Jeder Mensch entwickelt sich weiter,

die Interessen ändern sich. Nach zehn

Jahren auf der Intensivstation wollte ich

in ein anderes Berufsfeld wechseln. Hier

kommt einem der Pflegeberuf sehr entgegen,

da die Facetten vielfältigst sind.“

Eine Tatsache, die Alexandra Lambauer

durch ihre langjährige Erfahrung nur bestätigen

kann. „Das Diplom ist eine Art

Grundausbildung. Von dort ausgehend

sind die verschiedensten Weiterbildungen

und auch Sonderausbildungen, wie

etwa für den OP-Bereich, möglich.“ Einen

Vorteil, den auch Tanja Embacher

nutzt, die im August in den Bereich der

EVA GOGL,

DIPLOM PFLEGEFACHKRAFT

Bei der Arbeit in der Pflege

gibst du viel, bekommst

aber auch sehr viel zurück.

WERBUNG

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 76 31.08.18 08:36


Intensivmedizin umsattelte. „Ich war zuvor

in der Internen und der Unfallabteilung

im Einsatz und jetzt noch fünf Jahre

in der Anästhesie. Die Verbindung von

Pflege und dem hohen medizinischen

Aspekt in der Intensivmedizin reizt mich

jetzt.“ Dass der Pflegeberuf ihre Welt ist,

stand für die Langkampfnerin schon als

Jugendliche fest. „Mir war wichtig, mit

Menschen zu arbeiten. Inzwischen rücken

auch andere Komponenten in den

Vordergrund. Der Pflegeberuf bietet eine

große Sicherheit und auch mit Kindern

ist eine Rückkehr in den Arbeitsalltag

leicht, die Vereinbarkeit von Familie und

Beruf ausgesprochen gut möglich.“

POESIEALBUM

MIT ZUKUNFTSBLICK

Eva-Maria Gogls Berufswunsch lässt

sich in jedem Kindergarten-Poesiealbum

ihrer Freunde nachlesen: Säuglingsschwester.

„Das stand für mich immer

schon fest“, lacht die 27-Jährige. Im Jahr

2016 schließt sie das Kombistudium der

Diplompflege mit Abschluss Bachelor of

Science in Nursing ab und arbeitet seither

im Bezirkskrankenhaus Kufstein in

der Chirurgie. „Momentan geht mein

Interesse mehr in diese Richtung, aber

wenn ich mich dazu entschließe, kann

ich das Kinderdiplom jederzeit nachmachen

und meinen Kindergartentraum

verwirklichen. Für mich war diese Wandelbarkeit

durchaus mitentscheidend

bei der Berufswahl“, erklärt Eva-Maria

Gogl. Dass sie im Gegensatz zu ihren

Freunden ab und an am Wochenende

oder in der Nacht arbeiten muss, sieht

sie als großen Vorteil. „So habe ich unter

der Woche frei, ein echter Luxus; in

Wenig Routine

und die Möglichkeit,

sich

immer wieder

zu verändern,

das zeichnet

den Pflegeberuf

aus.

CHRISTOPH MATT,

DIPLOM PFLEGEFACHKRAFT

Ruhe einkaufen gehen oder auch einmal

nahezu alleine die Pisten hinunterflitzen.

Das wirklich Besondere am Pflegeberuf

ist aber, dass du viel gibst und gleichzeitig

von deinen Patienten viel zurückbekommst.“

Eine Aussage, die alle anderen

interviewten Pflegekräfte nur bestätigen

können. „Ich höre immer wieder von

meinen Patienten, dass wir Engel ohne

Flügel sind, ein schöneres Kompliment

für einen Beruf gibt es in meinen Augen

nicht“, ist Christoph Matt überzeugt.

KURZ UND BÜNDIG

Seit 1958 werden in der dem

Bezirkskrankenhaus Kufstein

angegliederten Gesundheits- und

Krankenpflegeschule Pflegefachkräfte

ausgebildet. Die

Möglichkeiten im Pflegebereich

sind dabei vielfältig; von der

einjährigen Ausbildung zur Pflegeassistenz

über die Ausbildung

zur Pflegefachassistenz bis

hin zur Diplomausbildung auf

Fachhochschulebene ab 2019.

Daneben sind laufend Spezialausbildungen

und Weiterbildung

möglich. Die 13 Abteilungen des

Bezirkskrankenhauses Kufstein

erlauben, unterschiedlichste

Sparten des Pflegeberufs

innerhalb eines Unternehmens

kennenzulernen. Von den 1200

Mitarbeitern des Bezirkskrankenhauses

Kufstein entfallen etwa

die Hälfte auf den Pflegebereich.

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79

text & foto

christian mey

Mit dem E-Bike

die Berge erobern

DIE WEITERENTWICKLUNG VON TECHNIK UND DESIGN BESCHEREN

DEM MARKT FÜR E-BIKES EINEN REGELRECHTEN BOOM

Man sieht sie in der Stadt, man sieht sie auf dem Land, man sieht sie hoch oben auf den Bergen. E-Bikes

erfreuen sich eines regelrechten Booms und lassen Freizeitsportlerherzen höher schlagen, bis der Akku

seinen Geist aufgibt. Ein Selbsterfahrungsbericht über die wiederentdeckte Freude am puren Leben.

190 Kilometer in drei Jahren. Das ist

die stolze Bilanz meines Mountainbikes

bis in den Sommer 2018. Keine

Höhenmeter. Nur ein paar Fahrten

den Inn entlang. Zugegeben, die Zeit

war knapp; immer etwas anderes

zu tun. Trotzdem. Insgeheim weiß

man: Zeit ist immer vorhanden. Und

wenn es auch nur die halbe Stunde

am Abend ist, oder die kleine Tour

am Sonntagvormittag. Doch irgendwann

werden die paar Kilometer den

Inn entlang für den einst begeisterten

Mountainbiker zur Rentnertour.

Die technische Herausforderung

hält sich in Grenzen. Für mehr reicht

die Kondition gerade nicht. Das Rad

bleibt stehen.

LIEBE AUF DEN ERSTEN TRITT

„Probier doch mal mein E-Bike“,

rät mir ein guter Freund im Frühsommer.

Er selbst strampelt seit

März nach Jahren der Abstinenz

die Almen hoch und runter und ist

so begeistert, dass mich sein Virus

ansteckt. Viel braucht es dazu nicht.

Eine Tour von Ebbs auf die Aschingeralm.

Schlappe 35 Minuten und

ich weiß: Das ist mein neuer Sommersport.

Ein E-Bike muss her. Die

Wahl fällt auf das Trek Powerfly 9.

Silbergrauer Rahmen, schwarze

Felgen. Satte Bremsanlage, ideale

Bergübersetzung und ein Akku mit

550 Wh. „Bis zu 1.400 Höhenmeter

kann man damit schaffen“, macht

mir Hans-Peter Gratt von INN-BIKE

in Kufstein den Mund wässrig.

NUR NICHT ÜBERTREIBEN

Da geht sich locker das Weinbergerhaus

über Kufstein, das Kufsteinerhaus

am Pendling oder die Wandberghütte

hoch über Walchsee aus.

Nach zwei drei kleinen Abendtouren

will ich es wissen: Ab auf den Sattel

und los geht‘s: Mit der Maximalgeschwindigkeit

von rund 25 km/h

mit Motorunterstützung an den

Schanzer Wänden entlang bis zu den

Egger Feldern in Kufstein. Knapp

20 Minuten. Da kommt man nicht

mal richtig ins Schwitzen. Anders

ist das beim Anstieg zum Weinbergerhaus.

Natürlich könnte ich auf

Turbo schalten und mit knapp 20

km/h hochstrampeln. Doch der Ehrgeiz

und die neue Lust zu trainieren

lassen mich genau im richtigen

Pulsbereich hochstrampeln. Wird

es einmal steiler, schalte ich einfach

mehr Motorleistung zu. Etwas über

eine Stunde dauert der erste Anstieg.

Kein Rekord. Dafür schmeckt

der Kaiserschmarrn bei traumhafter

Aussicht bis ins Bayerische.

MIT DEM FULLY DOWNHILL

Nach knapp einer Stunde Pause geht

es wieder zurück ins Tal. Schnell hab

ich die Bremsen im Griff und fühle

mich pudelwohl auf der Schotterpiste.

Keine Spur von Unsicherheit,

dank der breiten Reifen. Auch beim

Downhill muss ich keine Rekorde

brechen. Gebremst wird vor der

Kurve. Sicherheit geht vor. Doch

dann überkommt mich die Lust so

richtig. Schaffe ich den steilen Trail

zur Hintertux? Große Steine, unbe-

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CHRISTIAN MEY,

Begeisterter E-Biker

Ich kann mit dem

E-Bike genau im richtigen

Pulsbereich trainieren.

Auch steil bergauf.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 79 31.08.18 08:36


80

Mit dem E-Bike

unterwegs sieht

man erst, in was

für einem Paradies

wir leben.

CHRISTIAN MEY,

Begeisterter E-Biker

Die Räder sind

in den vergangenen

Jahren

um vieles besser

geworden.

Die Käufer

kommen inzwischen

aus

allen Altersschichten.

HANS-PETER GRATT

INNBIKE

festiger Weg, extrem steil. Mit einem Klick

ist der hydraulische Sattel tiefer gestellt,

um für den Downhill besser am Bike zu

sitzen. Fast im Stehen arbeite ich mich vor,

versuche die Beine nicht von den Pedalen

zu geben. Mein Grinsen wird immer breiter.

Es klappt. Challange accomplished.

BEGEISTERUNG QUER DURCH

ALLE ALTERSSCHICHTEN

„Über 70% unseres Umsatzes machen

wir inzwischen mit E-Bikes“, verrät mir

Hans-Peter Gratt von INNBIKE in Kufstein.

Waren es früher noch ältere Wiedereinsteiger,

so zieht sich inzwischen die Käuferschicht

quer durch alle Altersschichten.

„Die Räder sind in den vergangenen Jahren

um vieles besser geworden. Insbesondere

Trek baut Komponenten speziell für die

höheren Anforderungen von E-Bikes“, erzählt

er weiter. Dies erhöhe die Sicherheit.

Bessere Bremsen, bessere Federung, stabilere

Felgen. Auch wenn man immer wieder

von Unfällen mit E-Bikes liest, „bekommen

wir nicht mehr E-Bikes zur Reparatur als

normale Räder“, verrät Hans-Peter Gratt.

Für ihn ist der Sport genau so gefährlich

wie der Fahrer selbst. Natürlich haben diese

Räder mehr Gewicht und ermöglichen

es auch ungeübten Radlern, in die Berge zu

kommen.

WENN DEIN ACTIVITYTRACKER

DIR DEN HOCHGESTRECKTEN

DAUMEN ZEIGT

Etwas über zwei Monate begleitet mich

mein Powerfly 9 über anspruchsvolle Singletrails,

saftige Almwiesen und knackige

Downhills. Knapp 600 Kilometer hat der

Bock jetzt auf dem Tacho und mein Activitytracker

zeigt mir den hochgestreckten

Daumen, weil ich Woche für Woche das

Trainingspensum erreiche, immer genau

in dem Pulsbereich, der optimal für mich

ist. Oft ist es abends die kurze Tour auf

die Aschingeralm, um den Kopf frei zu

bekommen. Am Wochenende gemeinsame

Touren mit meiner Partnerin in Südtirol

auf der Seiseralm oder auf den heimischen

Pendling.

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BEST BIKES IN TOWN

INN-BIKE Kufstein, Salurnerstraße 2, 6330 Kufstein

Tel.: 0043 (0) 5372- 63547 Mail: info@inn-bike.at

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 08:00-11:00 Uhr

Dienstag bis Sonntag 15:00-20:00 Uhr

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82

Wellness durch

die Macht der

Gedanken

MIT „OUR WAY OF HEALING“ GEHT DAS WELLNESS HOTEL

PANORAMA ROYAL 4*SUPERIOR EINEN

WELLNESS-WEG ABSEITS DER NORM

Die Macht der Gedanken auf den Körper wird im Wellness-Hotel Panorama Royal

4*superior in ein eigenes Wellnesskonzept verwandelt. Our Way Of Healing,

ein ganzheitlicher Ansatz, dessen Grundlage auf einem Wort beruht: Fokus.

text

foto

adriane gamper

Panorama Royal, Hannes Dabernig, fotoschmiede - kreativ.studio by janus&goodlight

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Es gibt keinen

Weg zum

Glück,

Glücklichsein

ist der Weg.

BUDDHA

WERBUNG

Eine erfrischend kühle Brise weht vorbei

und trägt die Melodie von Ludwig

van Beethovens 9. Symphonie in das

Inntal hinaus. Der Blick folgt den Tönen.

Tiefgrüne Wiesen-umrahmt vom Tannengrün

der Wälder. Im weiten Bogen

begrenzen die Berge das Tal, rücken den

Horizont in den Mittelpunkt. Die letzten

Sonnenstrahlen erhellen den Himmel.

Ein Schluck prickelnder Champagner.

Lebensgenuss. Lebensfreude. Die

Inszenierung auf der Skyterrasse des

Wellness Hotels Panorama Royal 4*superior

ist der Ausdruck von Our Way

Of Healing. Einer anderen Art von Wellness.

DAS ERGEBNIS DER GEDANKEN

„Vom Arzt bis zum Medical Spa jeder

sucht, was im Organismus nicht stimmig

ist, um es im Anschluss zu behandeln.

Die Konzentration liegt damit auf

dem Bereich, der etwa verspannt oder

vielleicht schon krank ist.“ Die Handlungen,

Aktivitäten und auch Gedanken beschäftigen

sich damit, wie es Peter Mayer

ausdrückt. „Doch ein universelles,

viel zitiertes Prinzip sollte uns in dem

Zusammenhang zu denken geben: You

are the product of your thoughts – you

become what you think about.“ Diesem

Prinzip folgend, verstärkt die Konzentration

auf nicht optimal funktionierende

Körperbereiche diese Problemfelder,

so Peter Mayer. Alleine das Reden

über eine Krankheit verleiht ihr weitere

Kraft. „Letztlich ist es ganz einfach, wo

du deinen Fokus, deine Aufmerksamkeit

hinlenkst, folgt die Energie. Ein gutes

Beispiel für die Macht unseres Geistes

ist etwa der Placeboeffekt, bei dem Medikamente

ohne Wirkstoffe die gleichen

und zum Teil sogar größeren Erfolge

erzielen als Präparate mit Wirkstoff“, so

Peter Mayer. „Diesem Prinzip folgend

drehen wir den Spieß in unserem Haus

um und legen das Hauptaugenmerk auf

Energie, Kraft und Lebensfreude. Denn

letztlich kann jeder entscheiden, worauf

er sich konzentriert“, bringt Peter Mayer

das ganzheitliche Konzept des Hotels

auf den Punkt.

UNGLÜCKLICHER PORSCHE

Die Quelle der Energie, Kraft und Lebensfreude

sind die Kerngedanken

hinter „Our Way Of Healing“. „Solche

Kerngedanken sind zugegeben schnell

formuliert. Letztlich kommt es auf das

Programm dahinter an.“ Wobei für Peter

Mayer und sein Team von Anfang an

feststeht, dass sie den Gästen nicht über

Trends, sondern über Praktiken mit

jahrtausendealtem Hintergrund diese

Wellness-Philosophie näher bringen

möchten. „Auch, weil ich aus eigener

Erfahrung, die Wirkung dieser traditionellen

Methoden kenne.“ Bereits mit

20 Jahren beschäftigte sich der Hotelier

mit der Frage, wieso der eine von Erfolg

zu Erfolg eilt, während andere trotz

Anstrengung nicht vorwärts kommen.

„Mein Hintergrund war damals sehr

ego-geprägt. Mir ging es darum, besser

zu sein als andere.“ Sein Einsatz zeigt

Früchte, er ist erfolgreich und bemerkt

gleichzeitig, dass ihn selbst der ersehnte

Porsche nicht glücklich macht. „Mir

wurde klar, dass es etwas anderes geben

muss, andere Werte als rein materielle

Güter, und so suchte ich nach anderen

Werten.“ Peter Mayer widmet sich Qi

Gong, dem Buddhismus und setzt damit

vor Jahrzehnten den Samen für „Our

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Wir sehen

uns als Impulssetzer,

letztlich ist

jeder für sich

selbst verantwortlich.

PETER MAYER,

WELLNESS-HOTEL PANORAMA

ROYAL 4*SUPERIOR

KURZ UND BÜNDIG

Das Wellness-Hotel Panorama Royal

4*superior in Bad Häring setzt

mit „Our Way Of Healing“ auf

eine selbst entwickelte Form der

Wellness mit dem Grundgedanken:

„You are the product of your

thought – alles worauf man sich

konzentriert wird, verstärkt.“ Dieser

Idee folgend setzt das Hotel,

das auf einem Kraftplatz errichtet

wurde, den Fokus auf Lebensfreude,

Kraft und Energie. Das Hotel

ist ein Mitglied der Healing Hotels

of the World, der Tiroler Wellnesshotels

und des Finest Address

Awards. Das Wellness-Hotel Panorama

Royal 4*superior bietet für

Tagesgäste die Möglichkeit eines

Day-Spas bzw. die Teilnahme an

einzelnen Angeboten des „Our

Way Of Healing-Programms“.

KONTAKT

Hotel Panorama Royal****s

Panoramastraße 2,

6323 Bad Häring

T

E

I

+43 (0) 5332 77117

office@panorama-royal.at

www.panorama-royal.at

Way Of Healing“ und dieses ganz eigene

Verständnis von Wellness. Der Hotelier,

der selbst bei Mönchen lebte, dort unter

anderem Qi Gong lernte, setzt in seinem

Haus auf Yoga genauso wie auf chinesische

Heilgymnastik bis hin zur Qi Gong

Meditation. Im Grund ein Angebot, das

auch andere offerieren, wie Peter Mayer

weiß, der entscheidende Unterschied

liegt in zwei Wörtern: Fokus und Ganzheitlichkeit.

KLASSIK GEGEN TO DO LISTEN

Sattbraune Wände. Altholz. Eine sandfarbene

Couchgarnitur dominiert die

Mitte des Raumes. Ringsum strecken

sich Birkenstämme vom Boden bis zur

Decke. Der Loungebereich im Zentrum

des Wellnessareals. Von hier gehen etliche

Türen weg, über denen stimmige

Namen wie Raum des Klangs oder Raum

der Harmonie prangen. Ein Schritt

hinein. Die Panoramascheibe gibt die

Sicht frei auf die Tiroler Bergwelt. „Das

ist es, was wir unter Ganzheitlichkeit

verstehen, nicht nur unsere Angebote

vermitteln unsere Kerngedanken, unser

ganzes Haus beruht darauf. Wir haben

beispielsweise unsere Behandlungsräume

so ausgelegt, dass ein perfekter

Ausblick garantiert ist“, erklärt Peter

Mayer. „Ein Anblick, der Lebensfreude

vermittelt.“ Das gesamte Haus folgt

diesem Prinzip, von liebevoller Deko

angefangen bis hin zu frisch gekochten

Gaumenfreuden. Der Grundgedanke

rund um Lebensfreude, Energie und

Genuss führte auch zur Skyterrasse,

die die untergehende Sonne gerade in

orange-rotes Licht taucht, während die

9. Symphonie verklingt. Hier heroben

soll den Gästen ganz speziell die Mög-

WERBUNG

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85

lichkeit geboten werden, wieder bewusst

wahrzunehmen. „In unserer von

To-Do-Listen geprägten Welt wird oft

übersehen, was ringsum vor sich geht.

Unsere Gesellschaft hat im Großen und

Ganzen verlernt, zu entdecken und zu

sehen, sich einfach über eine Aussicht

wie hier zu freuen oder auch über ein

gutes Essen. Und diese Möglichkeit

wollen wir hier, am Dach unseres Hotels,

bewusst bieten.“ Wobei sich dieses

Bewusstmachen, dem Grundsatz der

Ganzheitlichkeit folgend, durch das gesamte

Haus zieht. So richtet etwa das

„Naturkino“, den Blick durch eine Panoramascheibe

auf die umgebende Tiroler

Naturlandschaft.

was er braucht. Ein erster Schritt in

Richtung Nachhaltigkeit, das heißt,

auch nach dem Aufenthalt selbst aktiv

zu bleiben.“ Auf dieser Idee aufbauend,

entsteht gerade auch ein Buch, in dem

eine breite Palette von Übungen rund

um Qi Gong bis hin zu Yoga enthalten

ist. Dieser Leitfaden soll zukünftig in jedem

Zimmer aufliegen und so einen Anreiz

bieten, nachzulesen und dadurch

auch wieder selbst aktiv zu bleiben.

„Letztlich sehen wir uns als Impulssetzer,

um den Fokus Richtung Lebensfreude,

Lebensgenuss und Energie zu

lenken.“

Wir suchen

nicht nach

dem Fehler

im Körper,

wir legen den

Fokus auf Gesundheit.

PETER MAYER,

WELLNESS-HOTEL PANORAMA

ROYAL 4*SUPERIOR

WERBUNG

EIN BUCH ZUR FORTSETZUNG

Peter Mayer und seinem Team ist klar,

dass ein einzelner Aufenthalt nicht

nachhaltig ist. „Um eine Änderung zu

erzielen, muss diese Einstellung in den

Alltag übergehen.“ Daher beruht das

Konzept „Our Way Of Healing“ darauf,

dass man selbst entdeckt, was gut für

einen selbst ist. So werden keine Kurse

aktiv empfohlen oder Programme

zusammengestellt, vielmehr werden in

kurzen Filmen die einzelnen Angebote

erklärt und auch angeführt, welche

Effekte mit beispielsweise Yoga erzielt

werden können. „Jeder wird so selbst

aktiv, findet seinen Bereich, entdeckt,

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 85 31.08.18 08:36


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Hanf - grüne

Quelle der

Gesundheit?

DER KUFSTEINER HANFSHOP GRÜNER KAISER BRINGT

LEGALE CBD-PRODUKTE IN DIE FESTUNGSSTADT

CBD erobert die alternative Medizin. Die legale Form des Cannabis findet immer

mehr Anhänger vom Geschäftsmann bis hin zur Oma. Seit Mitte Juli ist im

Kufsteiner Hanfshop Grüner Kaiser CBD in Form von Tees, Ölen, Blüten und Kosmetika

erhältlich. Ein Gespräch mit Ärzten und Konsumenten über das legale

Cannabis und seine Wirkungen.

text

foto

adriane gamper

alexander gretter

Neben den Blüten

ist vor allem das

Interesse an den

Hanfölen groß.

JUTTA DÖRFLER,

Grüner Kaiser

KONTAKT

Grüner Kaiser CBD Shop

Georg Pirmoser Str. 11

6330 Kufstein

T

E

I

+43 (0)660 9025796

info@gruener-kaiser.at

www.gruener-kaiser.at

Öffnungszeiten:

Mo. - Fr. 10:00 - 18:00

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 86 31.08.18 08:36


87

Viele ältere

Kufsteiner erzählen

uns,

dass Hanf früher

das gängigste

Arzneimittel

war.

ALEX GRETTER,

Grüner Kaiser

Der Shop von Grüner Kaiser befindet sich

direkt neben dem Ambiente gegenüber

dem Hotel Andreas Hofer in Kufstein.

„Es ist das optimale Mittel, um grippale

Infekte im Keim zu ersticken“, beginnt

Tanja Steffan das Gespräch rund um

CBD und seine Wirkung gleich mit einer

praktischen Anwendung. Halbstündlich

fünf Tropfen Hanföl in den Mund, folgt

die konkrete Empfehlung der Internistin

und Ärztin für ganzheitliche Medizin.

In ihrer Praxis in Aschau im Chiemgau

setzt Tanja Steffan seit Jahren auf Hanfprodukte

und ermöglicht Anwendern in

das Wissen darüber ist in den vergangen

ganzes System herunterfahren.“ Eine Be-

ihrem Gesundheitsladen auch den Kauf

fünf Jahren stark angestiegen. Trotzdem

schreibung, die die Ärztin Tanja Steffan

von qualitativ hochwertigem Hanföl,

besteht noch immer eine gewisse Berüh-

von etlichen Patienten kennt. „Der Effekt

denn eine ausgezeichnete Qualität des

rungsangst. Gerade hier wollen wir anset-

von CBD ist dabei keine Glaubensfrage,

Öles ist Grundvoraussetzung für seine

zen und das Bewusstsein gegenüber Hanf

sondern klassische Biochemie.“

Wirkung, wie sie betont.

verändern“, so Jutta Dörfler, die 35 Jahre

lang ihren Mann in seiner Heilpraxis un-

SCHLÜSSEL-SCHLOSS-PRINZIP

GRÜNER KAISER

terstützte.

CBD wirkt über körpereigene Endocan-

ZUR BEWUSSTSEINSÄNDERUNG

nabinoid-Rezeptoren, wie Tanja Steffan

30 Kilometer weiter mitten in Kufstein.

GERUHSAMER SCHLAF ALS ZIEL

erklärt. Das Prinzip kann dabei mit einem

CannabiGold Premium steht auf der wei-

Neben der weißen Verpackung von Can-

Schlüssel sowie Schloss beschrieben wer-

ßen, runden Verpackung. Darin enthal-

nabiGold Premium stehen noch etliche

den. Passt der Schlüssel, in dem Fall das

ten ist ein kleines Fläschchen gefüllt mit

weitere Öle mit unterschiedlichen CBD-

CBD, in das Schloss, die entsprechenden

Hanföl. Eines der Schätze des Grünen

Gehalten von 5 bis 30% im Regal. Die

Rezeptoren, so wird ein biochemischer

Kaisers, der Hanfshop, der auch den Ge-

Kufsteinerin Elisabeth setzt seit ein paar

Prozess ausgelöst. Derartige „CBD-Re-

sundheitsladen von Tanja Steffan belie-

Tagen auf CannabiGold Balance 10%. „Ich

zeptoren“ finden sich vorrangig im zen-

fert. Mitte August eröffneten der Foto-

schlafe seit Jahren schlecht und habe des-

tralen Nervensystem, im Nervensystem

graf Alex Gretter, die Ernährungsexpertin

halb bisher Melatonin verwendet, doch

des Darms und auch auf Zellen des Ab-

Jutta Dörfler und Manuel Knoflach das

das Mittel erzielt keinen zufriedenstel-

wehrsystems. „Daraus erklärt sich auch

Geschäft, nachdem sie bereits mit ihrem

lenden Effekt mehr“, erklärt sie. Auf die

die umfassende und vielfältige Wirkung

Onlineshop auf eine große Nachfrage

Empfehlung einer Bekannten hin beginnt

des Mittels. Es setzt nicht an einer Pro-

stießen. „Die Initiative ging von mir aus“,

Elisabeth, sich im Internet über CBD zu

blemstelle an, vielmehr kann man damit

erzählt Manuel Knoflach. Der Medien-

informieren und startet den Selbstver-

,wie in der ganzheitlichen Medizin üb-

gestalter litt während seines Studiums

such. „Die erste Anwendung hat mich

lich, umfassend behandeln. Eine Not-

unter Migräne und entdeckte damals das

mehr als überrascht. Seit Jahren habe ich

wendigkeit, da im menschlichen Körper

CBD-Öl für sich. Mit seiner Idee einen

wieder einmal acht Stunden geschlafen

alles miteinander vernetzt ist“, so Tanja

Hanfshop in Kufstein zu eröffnen, lief

und was mir noch viel wichtiger ist, die

Steffan. „Hat jemand beispielsweise ei-

WERBUNG

er nicht nur bei seinen beiden Partnern

offene Türen ein. „Das Interesse an CBD

ist in der Bevölkerung groß. Und auch

Schlafqualität ist weitaus höher als bisher.

Ich bin morgens einfach ausgeruhter.

Es ist, als würde nach der Einnahme mein

nen hohen Stresshormonpegel, wird die

Darmtätigkeit reduziert. Die Folge sind

Verdauungsprobleme. Daneben kommt

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88

Die Nachfrage

unserer

Produkte ist

generationenübergreifend.

MANUEL KNOFLACH,

Grüner Kaiser

KURZ UND BÜNDIG

CBD ist die Abkürzung für

Cannabiodiol und zählt zu

den Cannabinoiden, aus der

Hanfpflanze gewonnenen

Stoffen. Im Gegensatz zu THC

ist CBD frei im Handel erhältlich

und nicht berauschend.

Die daraus hergestellten legalen

Hanfprodukte besitzen

einen CBD-Gehalt zwischen

meist 5 und 30 Prozent. Angeboten

werden im Kufsteiner

Hanfshop Grüner Kaiser

Hanföle, Blüten, Tees, Kosmetika

sowie Literatur rund

um die Anwendungsmöglichkeiten

des legalen Cannabis.

Der Onlineshop des Grünen

Kaisers ist unter

www.gruener-kaiser.at

zu finden.

Die Agentur für Gesundheit

und Ernährung kurz AGES

hat die CBD-Produkte bislang

nicht zur Einnahme freigegeben,

weshalb von den Mitarbeitern

des Grünen Kaisers

keine Einnahmeempfehlungen

ausgesprochen werden dürfen.

Informationen zu CBD bieten unter

anderem folgende Internetseiten.

https://www.projectcbd.org

http://arge-canna.at

http://hanfinstitut.at

https://help.orf.at/stories/2930160/

es zu Schlafstörungen und Muskelverspannungen.

CBD sorgt dafür, dass der

Stresshormonpegel wieder heruntergefahren

wird, wodurch sich auch die anderen

Symptome auflösen.“ Äußerlich

aufgetragen wirkt es auf Muskelverspannungen.

So setzt Tanja Steffan CBD 10%

etwa bei Nackenverspannungen ein. „Die

Durchblutung wird gesteigert, die Muskulatur

gelockert, woraufhin die Schmerzen

deutlich verringert werden.“

SCHMERZMITTEL HANFÖL

Mit Hanföl sagt auch ein Allgemeinmediziner

aus dem Bezirk Kufstein Schmerzen

den Kampf an. „Ich habe etliche

Patienten mit chronischen Schmerzen

in meiner Praxis. Herkömmliche Medikamente

sind zwar hilfreich, bringen

aber Nebenwirkungen mit sich. Gerade

deshalb suchen viele Patienten eine Unterstützung

in der Naturheilmedizin, und

hier bietet sich Hanf besonders an“, so

der Mediziner. Seit einigen Jahren verschreibt

er bereits das rezeptpflichtige

medizinische Cannabis. Als er bei einem

Autounfall selbst mehrere Rippenserienbrüche

erleidet, startet er den Versuch

mit dem rezeptfreien CBD. „Ich brauchte

kaum Schmerzmittel, das Hanföl allein

genügte nahezu.“ Seither empfiehlt

er das Hanföl als ergänzendes Mittel zu

den herkömmlichen Schmerztabletten.

„Durch CBD ist es möglich, die Medikamentendosis

zu senken, wodurch auch

die Nebenwirkungen zurückgehen.“ Eine

Patientin mit Muskelschmerzen verwendet

neben Magnesium auch Hanföl sowie

den Hanftee und kann damit sogar ganz

auf Schmerzmittel verzichten, wie der

Mediziner erzählt. „Da das Öl keine abhängig

machenden Substanzen enthält,

kann man es getrost steigern und so seine

ideale Dosis finden. Die Quantität und die

Konzentration muss nämlich jeder selbst

herausfinden, da jeder Körper anders reagiert.

Es ist ein Herantasten.“ Dieses Herantasten

kennen die drei Betreiber des

Grünen Kaisers auch von ihren Kunden.

VON MIGRÄNE

BIS NEURODERMITIS

„Letztens kam ein älterer Herr in unseren

Grünen Kaiser und erwarb Hanföl 15%.

Er hatte im Internet recherchiert und von

positiven Auswirkungen des CBDs auf Diabetes

gelesen“, wie Alex Gretter erzählt.

„Er war perfekt informiert, so wie viele,

die zu uns kommen.“ Und das ist auch

notwendig, denn beraten dürfen die drei

aufgrund gesetzlicher Vorschriften nicht.

„Wir haben viele Kunden mit Schlafproblemen

und Migräne, aber genauso testen

Krebspatienten das CBD oder wird es lokal

bei Zahnschmerzen und Fieberblasen

eingesetzt“, so Jutta Dörfler. „Eine Kundin

mit Mukoviszidose erzählte nach drei Tagen

CBD-Einnahme von einer merklichen

Besserung und einige Neurodermitisgeplagte

schwören auf die von uns angebotene

CBD-Kosmetik.“ Letzteres kann auch

Tanja Steffan bestätigen. „Die Hanfpflanze

wird nicht umsonst seit tausenden Jahren

genutzt.“ Der große Vorteil unserer Zeit ist

dabei die Möglichkeit der Wirkstofftrennung.

„CBD kann heute sehr rein extrahiert

werden, wodurch der halluzinogene

Effekt vollständig wegfällt“, so die Ärztin.

WERBUNG

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89

text

foto

stefan pühringer

hannes dabernig

Gesund

vernetzt im

Kufsteinerland

EIN GESUNDES „WHO IS

WHO” LIEFERT DIE EX-

PERTENPLATTFORM DES

TOURISMUSVERBANDES

KUFSTEINERLAND.

Yoga, Nordic Walking, Bienenduft & Na-

griert, die laufend erweitert wird. „Bisher

„Das Kufsteinerland gleicht einem

turresonanz. Angefangen von den glück.

war es durch die vielfältigen Möglichkeiten

wahren Potpourri an Wellness

tagen bis hin zu spezialisierten Detox-Ku-

schwer, einen ganzheitlichen Überblick zu

und Erholung. Vom ersten Kurort

ren zeigt sich immer mehr, wie umfang-

erlangen. Unsere Plattform soll alle Opti-

Tirols in Bad Häring bis hin zu

reich und divers das Angebot in puncto

onen konzentriert zusammenführen. Wir

den natürlichen Landschafts-

Vitalität, Energie, Achtsamkeit und Ge-

wollen Gesundheitsbetrieben eine Präsen-

ressourcen ist die Region eine

sundheit im Kufsteinerland ist. In Zusam-

tationsfläche bieten und gleichzeitig Ein-

einzige Natur-Krafttankstelle

menarbeit mit den beiden Initiatorinnen

heimischen sowie Gästen die vielfältigen

für Körper, Geist und Seele.

des Vereins Lebensmittelpunkt in Kufstein

Angebote im Kufsteinerland aufzeigen“,

Das Naturschutzgebiet Zahmer

richtete der TVB Kufsteinerland Anfang

erklärt TVB-Geschäftsführer Stefan Püh-

und Wilder Kaiser vor der Türe,

des Jahres eine Gesundheits-Datenbank

ringer. Die Notwendigkeit der Vernetzung

sieben Naturgebirgsseen, Ruhe

ein. Derzeit wird fleißig an weiteren Ver-

und des Aufbaus einer Gesundheitsplatt-

und Stille verströmende Wälder.

netzungsprojekten zwischen Tourismus

form wurde dazu im Vorfeld durch eine

Gekrönt von kurativen ebenso wie

und Gesundheitsanbietern im Bereich

Studie von Linser Hospitality analysiert.

rekreativen Erholungsangeboten.“

Yoga und Kräuterkunde gearbeitet.

EINE VERNETZUNGSPLATTFORM

GESUNDHEIT ALS MAGNET

FÜR TOURISMUSBETRIEBE UND

WERBUNG

Vorsorge ist das neue Schlagwort. Der

Tourismus in diesem Segment boomt. Hatte

der globale Wellnesstourismus im Jahr

2013 noch ein Volumen von 330 Milliarden

Euro, so hat er inzwischen 510 Milliarden

Euro erreicht. Ein jährliches Wachstum

von über 9%, um 50% mehr als der

Gesamttourismus. Gleichzeitig dehnt sich

das Feld rund um die klassische Medizin

immer weiter aus, der Trend hinsichtlich

komplementärer Methoden ist ungebrochen,

sowohl in der Behandlung als auch

in der Vorsorge. Auf dieser Grundlage hat

der TVB Kufsteinerland nun auf seiner

Website eine Aufstellung an Wellness- und

Gesundheitsangeboten der Region inte-

DIENSTLEISTER

Die neue Plattform ist auch für Tourismusbetriebe

äußerst interessant. Durch

eine Vernetzung zwischen Tourismus und

Gesundheitsdienstleistern konnten bereits

heuer neue Angebote für das Sommer-

Erlebnisprogramm des TVBs entwickelt

werden. Zum Beispiel mit Nature Response,

einem Konzept das sich zum Ziel setzt,

den menschlichen Körper in der Natur

in einen Entspannungszustand zu führen.

Umgesetzt wurden hier Programmpunkte,

wie Waldluftbaden, Yoga am See

oder Geh-Meditationen, die der Stärkung

des Immunsystems und dem Abbau von

Stresshormonen dienen.

Bisher war

es schwer,

einen ganzheitlichen

Überblick zu

erlangen.

STEFAN PÜHRINGER,

Geschäftsführer TVB

Kufsteinerland

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92

SPANNENDES ZUR UCI

STRASSENRAD WM

2018

HÄTTEN SIE’S GEWUSST?

Was ist der UCI?

UCI steht für Union

Cycliste Internationale

Als weltweiter Dachverband

für den Radsport

1900 in Paris gegründet

Was ist die höchste

Auszeichnung im Radsport?

Kein Pokal, sondern ein

Jersey – das sogenannte

„Regenbogen-Jersey“

Jede Farbe repräsentiert

einen Kontinent.

Es wird vom Sieger ein Jahr

lang in jenem Bewerb getragen,

in dem er der amtierende

Champion ist. Diese Tradition

besteht bereits seit 1927.

Worin liegen die Unterschiede

in den einzelnen WM-Rennen?

Mannschaftszeitfahren: An den

Start gehen sechs Fahrer pro

Team, das schnellste gewinnt.

Einzelzeitfahren: Die AthletInnen

starten einzeln im

Nationaltrikot für ihr Land.

Straßenrennen: Alle AthletInnen

sprinten in einem

Massenstart los. Die Herren

Elite legt zwischen 250 und

280 Kilometer sowie ca. 4.500

Höhenmeter zurück. Die

Straßenrennen zählen zu den

Eliterennen bei der WM. Diese

starten alle vier jeweils von

27.-30. September in Kufstein.

KONTAKT

TVB Kufsteinerland

Unterer Stadtplatz 11

6330 Kufstein

T

E

I

+43 5372 62207

info@kufstein.com

www.kufstein.com

©VeloImages

text/interview margret winkler

PATRICK KONRAD

STARTET IN KUFSTEIN

Er zählt aktuell zu den besten österreichischen

Radrennfahrern. Bei der UCI

Straßenrad-WM 2018 geht er gemeinsam

mit seinen Kollegen vom WorldTeam

Bora-hansgrohe, das seinen Sitz im Tiroler

Niederndorf hat, an den Start. Dazu

gehören auch der dreifache WM-Sieger

Peter Sagan sowie die drei weiteren Österreich-Legionäre

Felix Großschartner,

Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger.

Seinen letzten Sieg feierte Konrad im

August bei der Polen-Rundfahrt, wo er am

Schlusstag das Bergtrikot eroberte. Für

die Veranstalter des Startorts Kufstein gab

er ein exklusives Interview.

Am letzten Renntag startet das

Straßenrennen für die Herren-Elite

in Kufstein. Für die Festungsstädter

ist der Start am Fuße der Festung ein

großes Ereignis. Was bedeutet der

Start in dieser geschichtsträchtigen

Stadt und die anspruchsvolle Strecke

bis zum Ziel in Innsbruck für dich?

Konrad: Für mich ist es in erster Linie

eines der wichtigsten Radrennen meiner

Karriere. Es ist die Rad-WM in meiner

Heimat, da will ich zeigen, was ich kann.

Für die Orte und Geschichte bleibt da

ehrlicherweise wenig Zeit, man muss sich

voll aufs Rennen konzentrieren. Dass

die Strecke anspruchsvoll ist, kommt

mir als Kletterer entgegen. Außerdem

werden zigtausend Fans am Streckenrand

uns Österreicher anfeuern. Da erwarte

ich schon echtes Gänsehautfeeling.

Wie bereitest du dich nach den

vielen bereits erfolgten Rennen

heuer auf das wohl wichtigste

Radsportereignis der Saison vor?

Konrad: Ich war mit meinem Team

parallel zur Tour de France im Höhentraining

in Osttirol. Jetzt bestreite ich

die Deutschland-Tour, danach bestreite

ich noch die Rennen in Montreal

und Quebec. Wenn ich bis zur

WM gesund durchkomme, sollte ich

dort in Topform am Start stehen.

Hast du einen persönlichen Plan,

wie du die Strecke von Kufstein

nach Innsbruck bewältigen wirst?

Konrad: Natürlich versucht man bis

ins Finale so viel Kraft wie möglich zu

sparen, aber das Rennen wird immer

von den Rennfahrern gemacht. Sprich,

man muss flexibel auf unterschiedliche

Rennsituationen reagieren. Wenn sich

die Chance bietet, wird man eventuell in

eine Situation kommen, wo man sich entscheiden

muss, etwas Risiko zu nehmen.

Wie sehr motivieren dich die

anwesenden Radsportfans am

Start und auf der Strecke?

Konrad: Sehr! Mein Vater ist

ja auch noch Tiroler, für mich ist

das also ein echtes Heimrennen.

Da motivieren die Freunde, Familie

und Fans natürlich besonders.

Könntest du dir vorstellen,

die Region Kufsteinerland als

Trainingsort zu nutzen?

Konrad: Die Region ist sehr abwechslungsreich.

Es gibt flache Strecken,

hügeliges Gelände und Berge. So

gesehen kann man die Strecken optimal

auf unterschiedliche Trainingseinheiten

abstimmen. Vom „Bora-hansgrohe“-Team

haben wir ja viele organisierte Trainingslager

zwischen den ganzen Rennen, aber

vielleicht komme ich einmal privat zum

Training in einer ruhigeren Phase.

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Fotos: KÄHRS

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94

Zurück in

das Jahr 1955

Bei so einem

Oldtimer

kaufst du die

Katze im Sack.

IN DEN ORIGINALZUSTAND VERWANDELT PEP GLONNER

IN ÜBER 1.600 ARBEITSSTUNDEN DEN SELTENEN

PORSCHE 356 PRE-A SPEEDSTER

Vor knapp zwei Jahren entdeckt der Ebbser Josef Glonner jun. für seinen Vater

Pep Glonner in Dänemark einen Porsche 356 Pre-A Speedster aus dem Jahr

1955. Pep Gonner kauft den Oldtimer und hegt von dort weg einen großen

Traum: das Auto wieder in seinen Originalzustand zu versetzen. Zwei Jahre

zwischen Autoeinzelteilen und so mancher Überraschung.

PEP GLONNER,

Ebbs

text

foto

adriane gamper

christian mey

Die Jungfernfahrt

endete

nach sieben

Kilometern

mit einem

lauten Knall.

PEP GLONNER,

Ebbs

„Die Schweibenwischer sind ehrlich gesagt

nur Zierde. Die sind so gebogen, dass

sie kaum aufliegen. Das ist halt ein reines

Schönwetterauto“, beginnt Pep Glonner

mit einem Augenzwinkern die Vorstellung

seines fahrenden Schatzes. Ein Porsche

356 Pre-A Speedster. „Eine echte Rarität,

vor allem, da er ursprünglich in den Libanon

ausgeliefert wurde.“ Der Stolz auf seinen

Oldtimer ist unverkennbar. Kein Wunder.

In über 1.600 Stunden hat der Ebbser

seinen Traum wahrgemacht, den Porsche

wieder in den Originalzustand versetzt,

nachdem er in den vergangen 62 Jahren

von den Vorbesitzern erheblich verändert

wurde. „Ich habe die Katze im Sack gekauft

und so einige Überraschungen erlebt. Von

verstecktem Rost bis hin zur ersten Ausfahrt

mit ungeplantem Ende.“

1.330 KILOMETER UNSICHERHEIT

Mit dem Speedster erschien im Jahr 1954

die Sportvariante zum ersten Serienmodell

von Porsche. „Sie haben damals

nur etwas über 1.000 Stück gebaut. Die

meisten gingen in die USA. Deshalb sind

auch neun von zehn Speedster, die noch

existieren, Reimporte aus den USA.“ Pep

Glonners Porsche wurde dagegen ursprünglich

in den Libanon ausgeliefert.

„Das macht ihn zu einer echten Rarität“,

erklärt er und schlägt die letzte Seite des

Fotobuchs auf, das rund um die Komplettrestaurierung

entstanden ist. „Geburtsurkunde

für ihren Porsche 356 Speedster“

ist dort zu lesen. Neben den Eckdaten des

Fahrzeugs sind das Auslieferungsdatum

und der libanesische Autohändler angeführt.

„Irgendwann, vermutlich in den

80ern, ist das Auto nach England überführt

worden.“ Anhand der Werkstattrechnungen

vermutet Pep, dass er in der

Nähe von London „beheimatet“ war, bevor

er nach Dänemark weiterverkauft wurde.

„Es war mehr als spannend, die 1.330 Kilometer

nach Dänemark zu fahren, um das

Auto anzusehen. Bei so einer langen An-

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95

fahrt bleibt dir fast nichts anderes übrig, als

das Auto zu kaufen“, meint Pep glücklich

schmunzelnd. „Das Auto sah recht gut aus,

wobei man anfangs nicht viel sah, da mit

den Jahren einiges daran verändert wurde.

So war etwa eine Bodenplatte verstärkt.

Ich habe mir ehrlich gesagt nur gedacht,

das wird schon irgendwie funktionieren.“

SOMMERLICHES

MICKEY-MOUSE-AUTO

„Er war schwarz“, erzählt Pep kopfschüttelnd

und blättert im Fotobuch nach vorne.

Der heute weiße Porsche kam ganz

in Schwarz von Dänemark nach Tirol.

Pep ist damals klar, der Originalfarbton

„Speedster Weiß 903“ muss wieder her. Im

November 2016 startet er schließlich mit

dem Großprojekt. Rund eine Woche benötigt

der ehemalige Karosseriespengler und

Werkstättenbesitzer, um das Auto in seine

Einzelteile zu zerlegen. „Das ging schnell,

brachte aber auch negative Überraschungen

zu Tage.“ So war die Bodenplatte mit

Rost gespickt. Den 912er Motor 4-Zylinder

2 Liter Hubraum entfernte er ganz. „Der

muss irgendwann eingebaut worden sein,

denn so einer wurde für diese Fahrzeuge

nie verwendet.“ Sein Glück, der dänische

Händler hatte auch den original Rumpfmotor,

der jetzt wieder zum Einsatz kam.

Gedankenverloren streicht Pep über die

Fahrertüre. Ein Jahr hat es gedauert, das

Auto wieder zusammenzusetzen. Die Sonne

spiegelt sich in den beiden blankpolierten

Rückspiegeln. „Die sind auch eher eine

Zierde genauso wie die Scheibenwischer.

Aber immerhin, die Scheibenwischer funktionieren

elektrisch, für die damalige Zeit

eine Besonderheit“, kommt es schmunzelnd.

„Eigentlich ist vieles an dem Auto

eher eine optische Dekoration als funktional.

Eine Tankuhr suchst du vergeblich

und der Blinker springt nicht automatisch

zurück. Immerhin funktioniert die Windschutzscheibe,

man kann durchschauen“,

lacht er. „Wenn man es genau nimmt, der

Porsche ist ein Mickey-Mouse-Auto, das

nur für Schönwetter geeignet ist.“

FAHRENDE WERKSTATT

Schwungvoll klappt er den Fahrersitz vor.

„Siehst du, die Schalensitze sind nicht einmal

fixiert. Sicherheitsgurte gibt es natürlich

auch keine und der Porsche Speedster

wurde ohne Heizung ausgeliefert.“ Auf

den letzten Satz folgt ein Augenzwinkern

und dann im schelmischen Ton: „Jetzt hat

er eine.“ Alle Teile wurden sandgestrahlt.

Das einzige Teil, das er dem Rost überlas-

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 95 31.08.18 08:36


96

In einer Woche

war er

zerlegt, das

ging schnell.

Dann kam

die Arbeit.

PEP GLONNER,

Ebbs

KURZ UND BÜNDIG

Im November 2016 startet Pep

Glonner, Gründer der gleichnamigen

Ebbser Karosseriewerkstatt,

die Komplettrestaurierung des in

Dänemark gekauften Porsche 356

Pre-A Speedster. Der Sportwagen

wurde ursprünglich im Oktober

1955 in den Libanon ausgeliefert.

Mit einer Leistung von 40KW

und einem Hubraum von 1.488

ccm erzielte der Oldtimer einst

eine Höchstgeschwindigkeit

von 155 km/h. Über England

kam das Auto schließlich nach

Dänemark. Pep Glonner zerlegte

den seltenen Porsche in über

1.600 Arbeitsstunden in seine

Einzelteile, um ihn komplett zu

überholen und wieder in den

Originalzustand zu versetzen.

sen musste, war das Frontblech. „Im Libanon

und in England gibt es quasi keine

Salzstreuung, das kam dem Auto zugute.“

Zig Mängel an der Lenkung und dem Fahrgestell

merzt er aus, Detailarbeit, die Zeit

kostet. Dass sein Großprojekt glückt, daran

hat Pep nie gezweifelt. „Es war schon

ein eigenes Gefühl, die ganzen Einzelteile

vor mir liegen zu sehen.“ Teilweise arbeitet

er 14 Stunden am Tag, weil er wissen will,

ob der Arbeitsschritt glückt. Sein Blick

geht zurück in das Wageninnere. Die Seitenteile

und die Sitze hat er neu mit Leder

bespannen lassen. Das Armaturenbrett ist

spärlich ausgestattet. Gerade einmal drei

kleine runde Anzeigen. Die Temperatur-,

die Drehzahl- und die Geschwindigkeitsanzeige.

„120 km/h bin ich schon mit ihm

gefahren, vermutlich geht er gute 160, aber

das schafft er momentan noch nicht, da

der Motor neu ist.“ Über 500 Kilometer ist

Pep inzwischen mit dem Porsche gefahren.

„Nicht gerade angenehme Kilometer, da

der Vergaser noch nicht ganz richtig eingestellt

ist und ich auch mit der Handbremse

bremsen muss, damit er nicht abstirbt.

Aber immerhin fährt mein Porsche jetzt,

auch wenn immer wieder eine Überraschung

auftritt.“ An kleine Wehwehchen,

wie eine undichte Ölleitung, hat sich der

Ebbser fast schon gewöhnt. „Du musst mit

allem rechnen, eine fahrende Werkstatt

wäre momentan fein. Aber ich hoffe, dass

die Geburtswehen jetzt vorbei sind, denn

die waren heftig.“

7 KM BIS ZUM GROSSEN KNALL

Die Jungfernfahrt fand vor drei Monaten

statt. Pep am Steuer. Sein Sohn Josef am

Beifahrersitz. Sie fahren Richtung Walchsee.

„Mensch war ich aufgeregt.“ Sechs

Kilometer Fahrvergnügen. Bei Kilometer

sieben folgt ein lauter Knall. „Ich dachte

im ersten Moment, es hat jemand geschossen.“

Ein Griff zum Ganghebel zeigt

ihm, dass der Lärm vom Getriebe kommt.

„Der erste Gang ließ sich nicht mehr auswählen.“

Ein frustrierender Moment. „Ich

war am Boden zerstört, eineinhalb Jahre

Arbeit und dann das. Anfangs habe ich

schon kurz überlegt, aufzugeben. Doch

irgendwann kam der Moment, in dem

ich mir dachte, es muss einfach funktionieren.“

In Coburg findet er schließlich

einen Spezialisten, der das Getriebe repariert.

Peps Rettung. Heute steht noch

eine kurze Ausfahrt an, wie er lächelnd

erzählt. „Immerhin ist ideales Porsche

356 Speedster Wetter. Das wird wieder

anstrengend, du bist ständig beim Kurbeln,

Schalten, Drehen und Bremsen“,

schmunzelt er, während sein Blick zu seinem

Porsche wandert, der glänzend in der

Sonne steht.

PEP GLONNER,

Ebbs

Manchmal habe ich 14 Stunden

am Auto gearbeitet, weil ich

wissen wollte, wie es ausgeht.

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15:49


98

Verloren

im Malen

DIE KUFSTEINER KÜNSTLERIN SILVIA LATZELSPERGER

ZWISCHEN BEWEGTEM AKT UND FARBHARMONIE

Silvia Latzelsperger will für ihren Beruf als Psychologin und Psychotherapeutin

das Karikaturenzeichnen erlernen. Sie besucht die Kunstakademie Schloss

Mattsee, um die Grundlagen der Malerei zu erwerben. Doch ihr Ausflug auf die

Leinwand hat ungeahnte Folgen. Ein Flow in Beige und Weiß.

text

foto

adriane gamper

christian mey

Das Tun, das

Malen an

sich, ist das

Interessante.

SILVIA LATZELSPERGER,

Künstlerin

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00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 98 31.08.18 08:37


99

Die Staffelei steht vom Vortag noch auf

der Terrasse. Die Hauswand im Rücken

wird der Blick zur linken Seite frei auf

den Garten. Grüner Rasen, blühende

Pflanzen. Kein Farbrausch, eher eine

klassisch-englische Farbharmonie aus

einigen wenigen dezenten Tönen. Ein

Spiegel ihres Hauses, ein Spiegel ihrer

Bilder. Idyllisch. Harmonisch. Konzentriert

und präsent. Silvia Latzelsperger

sitzt entspannt mitten in ihrem Idyll und

strahlt, während sie von ihrer Künstlerlaufbahn

erzählt, die indirekt mit Karikaturen

begann und dazu führte, dass

sie „im Malen verloren ging“, wie sie es

nennt.

DIE VERGESSENE ZEIT

„Mein letzter Malkurs war ein Akt in

Bewegung mit Opernarien im Hintergrund“,

taucht Silvia Latzelsperger in

ihre Malwelt ein. „Das Model bewegt

sich dabei. Die Posen ändern sich teilweise

so schnell, dass du nur skizzieren

kannst, ohne überhaupt auf das Blatt zu

blicken. Aber gerade das reizt mich, ich

mag diese Geschwindigkeit, Malen ohne

Zeit für Gedanken.“ Es gibt diese Phasen,

wie sie erklärt, in denen sie nicht

mehr weiß, ob ihre Gedanken etwas

konstruieren oder ihre Hand schneller

ist als das, was in ihrem Kopf darauf

wartet, Realität zu werden. „Diese Augenblicke

liebe ich.“ Die Leidenschaft

für die Malerei ist ihr anzusehen, auch

wenn sie gerade ein Jahr Malpause hinter

sich hat. „Ich wollte wieder einmal

auf andere Art kreativ sein, denn wenn

ich male, gibt es für mich kaum etwas

anderes. Es kann durchaus passieren,

dass ich die Zeit vergesse und ganz im

Bild, im Geschehen verschwinde.“ Mitunter

wird Silvia Latzelsperger um fünf

Uhr früh wach, steht auf, um nur schnell

ein, zwei Striche zu setzen und plötzlich

ist es elf Uhr vormittags. „Genauso gibt

es Tage, in denen ich durch das Malen

so aufgedreht bin, dass ich um zwei Uhr

früh immer noch an der Staffelei stehe

ohne zu bemerken, wie spät es ist“,

schmunzelt sie über sich selbst. Als sie

im Jahr 2013 ihren ersten Malkurs belegt,

denkt sie nicht im Entferntesten,

dass sie eine derartige Liebe zur Malerei

entwickelt, denn eigentlich wollte sie

nur Karikaturen zeichnen lernen. „Ich

hatte die Idee, diese Karikaturen in meinen

Therapiesitzungen einzusetzen.“

Sie meldet sich an der Kunstakademie

Schloss Mattsee an und absolviert eine

einjährige Basisausbildung, „und dann

hat eines das andere ergeben.“

ZITRONENGELBER KONTRAPUNKT

Die Frage nach ihrem Lieblingsbild lässt

sie kurz verstummen. Anstelle ihrer

leidenschaftlichen Erzählung, ist nur

noch Vogelgezwitscher zu hören. Die

fast vergessene Idylle ihrer Terrasse

rückt wieder in den Vordergrund. Eine

Leichtigkeit wie in einem romantischen

Liebesroman. „Momentan habe ich drei

Lieblingsbilder, eines davon hängt im

Wohnraum“, sagt sie und steht gleichzeitig

auf, um ins Haus und voraus

in den ersten Stock zu gehen. Die dezente

Farbharmonie des Gartens setzt

sich im Haus fort. Weiß, Beige. Luftig

leicht durchscheinende Vorhänge, die

sanft im Wind wehen. Umrahmt von

einer Stehlampe mit weißem Schirm

und einer dunkelgrünen Palme hängt

direkt über der sandfarbenen Couch

Lieblingsbild Nummer eins. Auch hier

überwiegen Beige- und Weiß-Töne erhellt

durch einen Hauch helles Grün

und sonniges Orange. „Farben sind mir

schnell einmal zuviel und meine Bilder

gleich einmal zu bunt. Wenn ich einmal

bunt male, bin ich oft überrascht über

die Wirkung. Ich bin eher für die Farbreduziertheit“,

kommt es erklärend.

Ihr heutiges Outfit scheint einen deutlichen

Kontrapunkt zu ihrer Aussage

und den sanften Tönen im Haus zu

setzen. Ein zitronengelbes Kleid. „Ja,

hin und wieder fordere ich mich selbst

heraus“, antwortet sie amüsiert. „Aber

wenn ich eine kräftige Farbe trage oder

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SILVIA LATZELSPERGER,

Künstlerin

Es kann sein, dass ich ganz in

meinen Bildern versinke und

darüber die Zeit vergesse.

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 99 31.08.18 08:37


100

Beim Malen

gerate ich in

einen Flow,

oft bleibt

nicht einmal

die Zeit, die

Farbtuben zu

schließen.

SILVIA LATZELSPERGER,

Künstlerin

KURZ UND BÜNDIG

Silvia Latzelsperger ist

Psychologin und Psychotherapeutin.

2013 absolvierte

sie eine einjährige Ausbildung

an der Kunstakademie

Schloss Mattsee. Ihr Ziel:

grundlegende Malkenntnisse

zu erwerben, um Karikaturen

zeichnen zu erlernen und

diese Fertigkeit im Rahmen

ihres Berufs einzusetzen. Die

Kufsteinerin bleibt jedoch

bei der Malerei „hängen“ und

lässt seither ihre Emotionen

in ihre Bilder einfließen.

Bis Ende Oktober ist

eine Auswahl ihrer Bilder,

im neuen elephant-café.

bar. bistro. am Arkadenplatz,

in den runderneuerten

Räumlichkeiten des ehemaligen

Business zu sehen.

bei meinen Bildern einsetze, dann immer

nur einen Ton.“

AUFTAKT IM ELEPHANT

„Ich weiß nicht einmal, wieso es eines

meiner Lieblingsbilder ist“, meint Silvia

Latzelsperger gedankenverloren auf

dem Weg zurück in den Garten. Unten

am Treppenabsatz bleibt sie unvermittelt

stehen. Ringsum lehnen Bilder an

den Wänden. „Die habe ich alle bereits

für meine Ausstellung im neuen Kufsteiner

Lokal elephant, dem ehemaligen

Café Business am Arkadenplatz,

vorbereitet. Eine Ausstellung ist immer

etwas Besonderes. Diese ist jedoch ganz

speziell, da das elephant café.bar.bistro

ein Zentrum für bildende Künste mit

abwechslungsreichen Vernissagen ist

und ich mit meinen Bildern den Auftakt

liefern darf“, erklärt Silvia Latzelsperger

sichtlich stolz, bevor sie nach rechts

abbiegt und einladend ihre Hand ausstreckt.

„Mein Atelier.“ Auf der Staffelei

lehnt ein Portrait von Sigmund Freud.

An der Stirnseite des Tisches gegenüber

hängen Pinsel unterschiedlichster Größe.

Einer neben dem anderen, bereit für

den Einsatz. „So ordentlich ist es hier

nicht immer“, gesteht sie lachend, während

sie nach einigen Pinseln greift, die

in einem Wasserkübel am Tisch stehen.

„Die muss ich noch auswaschen, das ist

im Zuge meiner letzten Malleidenschaft

untergegangen. Das Tun an sich, ist für

mich das Interessante an der Malerei,

gar nicht so sehr das fertige Bild, deshalb

werde ich bei der Ausstellung vermutlich

auch meine drei Lieblingsbilder

zum Kauf anbieten.“

KARIKATUR – DER OFFENE PUNKT

Inspirationen für ihre Werke findet

sie in Stimmungen genauso wie in Lebenssituationen.

Bis sich diese Impulse

in ein Bild verwandeln, kann es jedoch

dauern. „Es ist, als würde mein Unterbewusstsein

die Eindrücke erst verarbeiten,

um sie dann in kürzester Zeit

auf der Leinwand wieder frei zu lassen.

Wenn ich etwa ein Portrait male,

markiere ich als erstes die wichtigsten

Punkte. Augen, Ohren, Nase, Mund.

Dann kann es passieren, dass lange

nichts geschieht. Die eigentliche Arbeit

vor dem ersten Pinselstrich erfolgt in

WERBUNG

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 100 31.08.18 08:37


101

Bilder sind

für mich ein

Ausdruck von

Emotionen.

SILVIA LATZELSPERGER,

Künstlerin

meinem Kopf.“ Genauso ist es für Silvia

Latzelsperger immer wieder einmal eine

Überraschung, was entsteht. „Manchesmal

starte ich mit einem Vorhaben, doch

das Bild entwickelt sich in eine gänzlich

andere Richtung. Viele meiner Werke

entstehen im Tun, beginnen ein Eigenleben.“

Bis ein Bild wirklich abgeschlossen

ist, kann es aber dauern. „Wenn ich nicht

zufrieden bin, lege ich es beiseite. Mitunter

vergeht ein Jahr, bis ich es plötzlich

zur Hand nehme, drei, vier Striche hinzufüge

und es in meinen Augen auf einmal

fertig ist.“ Mit einem Blick auf ihren

Sigmund Freud verlässt sie das Atelier

in Richtung Terrasse. „Mein eigentliches

Ziel, Karikaturen zeichnen zu erlernen,

habe ich immer noch nicht umgesetzt.

Ich bin ins Malen eingetaucht und dort

verloren gegangen. Es ist, wie wenn ich

ein Bild anfange. Ich lasse mich treiben,

mitreißen von dem Flow, ohne zu wissen,

wo ich lande.“

Das Malen

erfüllt mich.

SILVIA LATZELSPERGER,

Künstlerin

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102

Veranstaltungen

September

Samstag, 01.09.

Volksmusik am Berg „gsunga und gspuit“ - Start in den Kaiserherbst,

auf den Almen im Naturerlebnis Kaisergebirge,

ab 10 Uhr, Details unter www.kufstein.com

Zeller Straßenfest, ab 12 Uhr

Herbert Pixner Projekt, ein neues Programm im Rahmen

der „electrifying-Tour-2018“, Konzert, Festung Kufstein,

20 Uhr

Donnerstag, 06.09.

Night Shopping, nach Herzenslust shoppen bis 22 Uhr, in

der Innenstadt, ab 18 Uhr

Samstag, 08.09. bis Sonntag, 09.09.

Kufsteinerland Radmarathon, Start am Samstag ab

16 Uhr, Gesamtlänge: 120 km | Höhenmeter: ca. 1.800 m

Samstag, 15.09.

Gerry Seidl „Sonntagskinder“, Kabarettabend, Kultur Quartier,

ab 20 Uhr

Autofestspiele, die größte Autopräsentation Westösterreichs

mit über 25 Autobetrieben aus der Region, Kufsteiner Innenstadt,

ab 10 Uhr

Freitag, 21.09.

Autofreier Tag, Oberer Stadtplatz, 11-17 Uhr

Samstag, 22.09.

Almabtrieb mit Almabtriebsfest in der Stadt: ab 10.30 Uhr am

Oberen Stadtplatz mit bis zu 30 Marktständen, die Kulinarisches

und Handgefertigtes anbieten. Mit dabei sind

„D’Koasara” und die Fischbachauer Goaßlschnalzer sowie ab

12.30 Uhr die Stadtmusikkapelle Kufstein

24. Kufsteiner MTB-Stadtmeisterschaft ‘Löwen Challenge’: Die

6,5 km lange Bergstrecke führt vom Stadtpark zum Berghaus

Aschenbrenner, im Stadtpark, ab 13 Uhr

Josh Hoyer & The Soul Colossal, Konzert, Egger’s Kufstein,

ab 21 Uhr

Freitag, 07.09.

Damour & The Good + Blitz Pop, Konzert, Kulturfabrik

Kufstein, 20 Uhr

Natur.Küche, „Wir bitten zu Tisch – Bach.Küche“,

Anmeldung beim Tourismusverband Kufsteinerland, Ort

wird bei der Anmeldung genannt, 18.30 Uhr

Samstag, 08.09.

Kaiserlift-Morgenfahrt & Wanderung zum Thema „Heilpflanzen“,

Kaiserlift/Naturerlebnis Kaisergebirge, 7 Uhr

bei der Bergstation

Serenity „Lionheart Tour 2018“, Konzert, Kulturfabrik, 20

Uhr

Roland Hefter – Bayerischer Liedermacher, Konzert,

Arche Noe, 20 Uhr

Donnerstag, 27.09. bis Sonntag, 30.09.

2018 UCI Road World Championships Innsbruck-Tirol

mit Startort Kufstein. Das Top-Event der internationalen

Straßenradrennen!

Rennstarts in Kufstein am Oberen Stadtplatz:

Donnerstag, 27.09.: Junioren, Start um 14.40 Uhr

Freitag, 28.09.: Herren U-23, Start um 12.10 Uhr

Samstag, 29.09.: Damen Elite, Start um 12.10 Uhr

Sonntag, 30.09.: Herren Elite, Start um 09.40 Uhr

Zudem Kulinarik, Public Viewing, VIP-Area und Kinderprogramm,

kleinere Live-Acts an allen vier Tagen in der

Innenstadt

ENTGELTLICHE INFORMATION DER STADTGEMEINDE KUFSTEIN

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103

Freitag, 28.09.

Das Konzerthighlight

zur UCI Straßenrad

WM 2018: Bonnie Tyler

- Supporting Act: Joe

Cocker Tribute RTL

Allstars Band. 20:00

Uhr Festungsarena,

Einlass ab 18:30 Uhr!

Early Bird: Die ersten

1000 Tickets um € 38;

Tickets Normalpreis:

€ 49

Samstag, 13.10.

3. Hechtsee X-Run, Lauf-Event, Hechtsee, ab 8.30 Uhr

„Es war die Lerche“, Theaterstück von Ephraim Kishon,

Arche Noe, 20 Uhr

Gisela João – Nua Tour 2018, Fadokonzert/Tirolpremiere,

Kultur Quartier, 20 Uhr

„La Cage aux Folles“ - Ein Käfig voller Narren

Musical in zwei Akten nach dem Buch von Harvey Firestein,

inszeniert vom Stadttheater Kufstein, Theater im

Kultur Quartier

Freitag, 28.09.

Emaline Depapaix, Folk-Pop-Konzert, Chillin Cafe, 20

Uhr

Samstag, 29.09.

Lost Frequencies und Ofenbach, WM Megaparty, Konzert,

Festung Kufstein, 20 Uhr

BlackPatti „Red Tape“ Blues & Roots, Konzert, Arche Noe,

20 Uhr

Oktober

Freitag, 05.10.

Tanja Ghetta ‚„Trotzphase“, Kabarett, Arche Noe, 20 Uhr

Samstag, 06.10.

Gerhard Sexl, das neue Programm des Tiroler Kabarett-Urgesteins,

Musikschule, 20 Uhr

Termine im Oktober:

05.10. - 20 Uhr 20.10. - 20 Uhr

06.10. - 20 Uhr 26.10. - 20 Uhr

14.10. - 18 Uhr 27.10. - 20 Uhr

19.10. - 20 Uhr 28.10. - 18 Uhr

Travo, Heidi Erler & Philioo Osanna, Cartoonausstellung

Dufitoon, Kultur Quartier, 20 Uhr

ENTGELTLICHE INFORMATION DER STADTGEMEINDE KUFSTEIN

00_KUFSTEINERIN_Ausgabe40.indd 103 31.08.18 08:37


Flotte Damenrunde im neuen Elephant: Rechtsanwältin Eveline Landmann,

Helga Unterberger, Annemarie Mayr, Karin Raich und Petra Unterberger. Töröööö!

Stoßen auf die Eröffnung des Elephant und die Vernissage von Silvia Latzelsperger

im neuen Kufsteiner Lokal an: Simon Hermann Huber, Silvia Latzelsperger,

Bgm. Martin Krumschnabel und AK-Prästident Erwin Zangerl. Töröööö!

Mit einem gehörigen

Töröööö! wurde das

neue Elephant eröffnet

Der Kufsteiner Unternehmer Simon Hermann

Huber lud und jede Menge Gäste folgten seinem

Ruf zur Eröffnung des neuen Elephant

in den Kufsteiner Arkaden. Das ehemalige

Cafe Business wurde komplett saniert und

erstrahlt jetzt im stylish-reduzierten Look.

TRACHTEN PFLUGER

Die Eröffnung war gleichzeitig Vernissage

zur Ausstellung der Kufsteiner Künstlerin

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6330 KUFSTEIN

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Prost auf das neue Elephant: LA Barbara Schwaighofer und

Schauspieler Gerald Pichowetz (Operettensommer). Töröööö!

Silvia Latzelsperger, die im Elephant damit

den Reigen künftiger Ausstellungen im neuen

Kufsteiner Hot-Spot eröffnet hat.

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mit Gattin Bettina Antretter und Tirols AK-Präsident

Erwin Zangerl. Töröööö!

Susanne Dussa und Walter Kneissl ließen es sich nicht

nehmen, Simon Hermann Huber zur Eröffnung des neuen

Elephant zu gratulieren: Töröööö!

Wild aus eigener Jagd

Geöffnet von

Donnerstag–Sonntag

11:00 –14:30 | 17:30–23:30

Vom Scheitel bis zur Sohle ganz VONSTOLL:

Carina Stoll, Andreas Obernauer (impallawolfmitbiss) und

Claudia Stoll stoßen auf das neue Elephant in

Kufstein an. Töröööö!

Bestens gelaunt zeigten sich Susanne Miebach und

Florian Reinstaller bei der Eröffnungsfeier des

neuen Elephant in Kufstein. Töröööö!

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Hotelierin Lisa Mauracher (Sonnhof), Claudia Flaschberger

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Dresch

GASTHAUS HOTEL

Feierten die laue Sommernacht: Reinhard Sappl und

Peter Oberhauser, der schon traditionell für den guten

Sound bei den Festen von Wohnkultur Sappl sorgt.

Nach der Arbeit wird

bei Sappls gefeiert

Zahlreiche Kunden, Partner und Gäste nutzten

bei Wohnkultur Sappl in Kirchbichl die

Gelegenheit, nach der Arbeit entspannt in

den Sonnenuntergang zu feiern, an einem

kühlen Cocktail zu nippen und sich von guter

Musik in entspannter Atmosphäre berieseln

zu lassen. Das Team von Sappl Wohnkultur

hat sich für die zweite Auflage der Afterwork-Feier

wieder so einiges einfallen lassen.

Der Parkplatz am Firmenareal in Kirchbichl

verwandelte sich in einen gemütlichen

Treffpunkt.

ALTWEIBERSOMMER

Laue Sommernächte, guter

Wein, leckeres Essen und eine

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will man mehr...

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begehrt. Um Reservierung

wird gebeten.

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Zum dritten Mal tischt Canto

Sonor beim „Dresch“ auf. Das

Quintett serviert Appetithäppchen

zum ewigen Thema Weib,

Wein und Gesang.

4 Gänge Menü inkl. Aperitif

24.11.2018 ab 19:00 Uhr

EUR 85,00 pro Person

Prost mit spritzigen Weinen: Martin Bauer (BoConcept)

und Andy Mayrhofer sichtlich gut gelaunt beim

Sommerfest von Wohnkultur Sappl.

Prost mit spitzencocktails: Robert Kusterund

Alexandra Sappl stoßen auf ein gelungenes

Fest mit Geschäftsfreunden an.

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Mainz 05 gastierte im Panorama Royal: Der deutsche Erstligist Mainz 05 gastierte im Rahmen eines

Sommertrainingslagers im Bad Häringer Panorama Royal. Im Bild v.l.n.r.: Bgm. Hermann Ritzer,

Mainz 05 Vostand Stefan Hofmann, Peter Mayer und Christine Gmundner (Panorama Royal) und

Stefan Pühringer, Direktor TVB Kufsteinerland.

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Dazu gehört Verpfl egung und Logis, genauso wie die kostenlose Nutzung des

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Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben,

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