Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

Katharina Sommer

Hunter

Ich jage dich


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www.zeilengold-verlag.de

Nadine Skonetzki

Blütenhang 19

78333 Stockach

info@zeilengold-verlag.de

1. Auflage

Copyright © Zeilengold Verlag, Stockach 2018

Buchcoverdesign: Rica Aitzetmüller, www.coverandbooks.com

Satz & Illustration: saje design, www.saje-design.de

Lektorat & Korrektorat: Martina König

Druck: bookpress, 1-408 Olstzyn (Polen)

ISBN Print: 978-3-946955-14-6

ISBN Ebook: 978-3-946955-82-5

Alle Rechte vorbehalten.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

http://dnb.dnb.de abrufbar.


D

Prolog – Ein Jahr zuvor

u kriegst mich nie!«, kicherte Ginny Follett verschwörerisch

und ging hinter einem blühenden Hortensienstrauch

in Deckung. Raschelnd umhüllten die zarten Blätter

ihre schmale Gestalt.

»Na warte, bis ich dich kriege!«, kam die Antwort aus der

Dunkelheit.

Ein verborgenes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus

und brachte ihre Augen selbst in der Finsternis zum Strahlen, als

wären sie Sterne am tiefschwarzen Himmel.

Das Anwesen der Folletts war bevölkert mit Gästen, Musik

spielte und die Besucher tanzten und plauderten ausgelassen

unter den funkelnden Lichterketten. Nur weitab von den Festlichkeiten,

im hintersten und nachtdunkelsten Teil des Gartens,

waren das Mädchen und der Junge allein und ungestört.

»Ethan, hierher!«, lockte sie mit leiser Stimme.

Zweige knackten. Sie horchte und ging dann langsam zwei

Schritte nach hinten. Weg von dem Geräusch, das sie vernommen

hatte, bis sie mit dem Rücken gegen etwas stieß.

»Hab ich dich!«, rief Ethan triumphierend und schlang seine

Arme um ihren zierlichen Körper.

Prustend wehrte sie sich gegen seine Umarmung und drehte

sich um, sodass sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden.

Dann stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und küsste ihn.

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Zwei Verliebte, umhüllt von der beschützenden Dunkelheit.

Keiner von ihnen ahnte, dass nur wenige Meter von ihnen entfernt

eine Gestalt mit dem Geräusch von knackenden Zweigen in

der schwarzen Nacht verschwand.

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M

Kapitel 1

ein Geburtstag. Sweet Sixteen!

Vom sechzehnten Geburtstag erwartete man sich zumeist

eine teuflisch gute Fete, sexy Jungs, reichlich Alkohol und

laute Musik, die die Nachbarn zur Verzweiflung brachte. Kurz

und knapp: Party, bis die Polizei aufkreuzte. So war zumindest

meine Wunschvorstellung von meinem Geburtstag gewesen. Aber

nichts da! Ich saß eingeklemmt zwischen meiner Großmutter und

meiner Tante Chloe auf einem Sofa im Salon, das so unbequem

war, dass es verboten sein sollte, darauf zu sitzen. Na ja, eigentlich

war es auch nur ein Ziersofa – also als Deko gedacht. Aber

besser, als drei Stunden durchgehend zu stehen. Denn eines sollte

gesagt sein: Unsere Familie war groß und alle waren versammelt.

Großeltern, Eltern, Tanten und Onkel, eine Schar von Cousins und

meine Brüder – zumindest einer von ihnen. Ein Grund, weshalb

die Sitzplätze rar waren.

Meine Tante Chloe, eine Wirtschaftsberaterin, sagte immer

wieder: »Uns Folletts gibt es in Überproduktion!« Dann lachte sie

aus vollem Hals und als gutem Verwandten blieb einem nichts

anderes übrig, als mitzulachen. Zwar nur leise, aber gerade laut

genug, sodass es höflich war.

Tante Chloe erzählte immer Witze. Die meisten davon waren

nicht gerade lustig. Genau genommen waren sie größtenteils zu

grotesk, um sie zu verstehen. So wie jetzt.

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»Eine überintelligente, von Forschern gezüchtete Perserkatze

wird von Aliens in den Weltraum entführt. Was sagt sie zu

ihren Kidnappern?«, fragte sie, die Lippen fest zusammengekniffen,

um ihr Lachen zu unterdrücken. Ihr rundes Gesicht wirkte,

als würde es jeden Moment platzen.

Grandma neben mir wirkte genauso entgeistert, wie ich mich

fühlte. Ihr Kinn war leicht nach vorn geneigt, der Kopf schief gelegt,

als würde sie angestrengt nachdenken. Tat sie wahrscheinlich

auch. Und zwar darüber, was mit ihrer Tochter los war.

Ich kicherte.

Tante Chloe nahm dies als Zeichen dafür, dass ich auf die

Pointe gekommen war, und bevor ich es rückgängig machen

konnte, prustete sie laut los: »Genau! Sie sagt: Habt ihr mich mit

Einstein verwechselt?«

Tante Chloes lautes Lachen zog Aufmerksamkeit auf uns.

Während ich noch zutiefst verwirrt versuchte, aus ihren Worten

schlau zu werden, gesellte sich Onkel Ben zu uns und verwickelte

Tante Chloe geschickt in ein angeregtes Gespräch über Gartenzwerge,

woraufhin sie mich komplett zu vergessen schien. Als ich

mich nun dankbar lächelnd davonstahl, zwinkerte Onkel Ben mir

im Vorbeigehen wie immer gut gelaunt zu.

Ohne damit groupiemäßig klingen zu wollen, aber Onkel Ben

war ganz schön cool für sein Alter: über dreißig, unverheiratet

und freier Musiker, weswegen er das ganze Jahr die Welt bereiste.

Außerdem war er der einzige männliche Nicht-Geheimniskrämer

der Familie. Das würde auch gar nicht zu seinem Lebensstil

passen – so lautete zumindest seine Erklärung. Und schon allein

deswegen mochte ich ihn am liebsten.

Nun, wo ich Tante Chloes Fängen entkommen war, wusste

ich nicht viel mit mir anzufangen. Der Salon war viel zu voll mit

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Leuten, die ich großteils gar nicht kannte. Daher entschied ich

mich, ein wenig frische Luft schnappen zu gehen. Mein Hintern

tat vom Sofaalbtraum weh und meine Beine fühlten sich vom

langen Sitzen ganz taub an, weswegen ich steifer ging als normal.

Nichts von der sonstigen Grundeleganz.

Ich seufzte. Erst wenige Stunden sechzehn und ich kam mir

schon uralt vor.

Je weiter ich mich vom Salon entfernte, umso leiser wurde es

und ich konnte mich endlich ein wenig entspannen. Mit einem

tiefen Seufzer ließ ich meine Schultern nach unten sinken,

streckte meine Gliedmaßen durch und drehte meinen Kopf, um

meinen verspannten Nacken zu lockern.

Der Hauptflur war sonnendurchflutet und die hohen Altbaufenster

in den Garten geöffnet – alles in allem ein fantastischer

Sommertag. Besonders für schottische Verhältnisse.

Tief durchatmend, lehnte ich mich aus dem Fenster und ließ

mir die zarten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Mit geschlossenen

Augen genoss ich für einen Augenblick die Ruhe. Etwas, das

ich im Internat in London unter normalen Umständen nur sehr selten

erlebte. Hier war es so idyllisch und ruhig – es fehlten nur noch

Heidi und Peter, die mit ihren Ziegen durch den Garten tanzten.

»Das kannst du nicht machen!«, ließ mich die harsche Stimme

meines Vaters aufschrecken.

Im ersten Moment dachte ich, er meinte mich und meine Ziegen-Tagträume.

Erschrocken drehte ich mich in alle Richtungen,

doch niemand war im Flur.

»Natürlich, uns bleibt doch gar nichts anderes übrig«, sagte

nun mein Großvater.

Spät, aber doch registrierte ich, dass sie im Garten redeten.

Vermutlich, um ungestört zu sein. Wie immer halt.

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Sie gehörten zu den Geheimniskrämern – beide. Genau genommen

waren sie sogar die Anführer dieser obskuren Geheimgesellschaft,

soweit ich das mit meinen spärlichen Informationen

zumindest vermutete. Deshalb war die Gelegenheit auch einfach

zu verlockend. Ich war von grundheraus ein sehr neugieriger

Mensch, aber die Tatsache, dass ich seit Jahren aus all ihren Geheimnissen

herausgehalten wurde, stachelte mich nur noch mehr

dazu an, herauszufinden, was sie zu verbergen hatten.

»Ginevra ist doch noch ein kleines Mädchen. Es war besprochen,

sie komplett herauszuhalten. So war es abgemacht. Wofür

wären sonst die letzten Jahre Sicherheit gut gewesen?«, fragte

Dad mit unverhohlenem Zorn in der Stimme.

Überrascht schnappte ich nach Luft. Sie sprachen über mich.

Dads blonder Haarschopf tauchte hinter einem Hortensienstrauch

auf und ich duckte mich schnell. Mit angehaltenem

Atem kauerte ich mich unter das Fenster und hörte weiter dem

Gespräch zu.

»Nonsens. Sie ist sechzehn. In dem Alter habe ich meinen

ersten Dämon getötet!«

Um Gottes willen, was redete er da? Das klang gar nicht gut.

Besorgnis braute sich in meinem Magen zusammen und bescherte

mir ein ungutes Gefühl. Eigentlich war ich immer davon ausgegangen,

dass Grandpa in bester Verfassung war. Er war engagiert

und bei guter Kondition, doch seine wirren Worte ließen anderes

vermuten. Mir wäre nicht aufgefallen, dass er senil wurde, aber

nun ja, vielleicht ging es ihm doch nicht so gut wie gedacht. Außerdem

war ich auch schon lange nicht mehr hier gewesen …

»Niemand weiß, wo der Junge ist. Geschweige denn, ob er

wieder zurückkommt.«

Natürlich, es ging um Christian, meinen Bruder. Auch wenn

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wir nicht mehr im 16. Jahrhundert lebten und für den Erhalt

einer Blutlinie zuständig waren, waren Christian und sein Zwilling

Jonathan dennoch in den Augen meines Vaters und meines

Großvaters Goldsterne. Ihre Lieblinge sozusagen. Das sollte nicht

eifersüchtig klingen, ganz und gar nicht. Jonathan und Christian

waren meine größten Vorbilder. Zwar zwei Jahre älter, aber so

war das nun mal mit kleinen Schwestern.

Als ich noch jünger gewesen war, hatte ich die zwei geradezu

angebetet. Sie waren ganz schöne Lausbuben gewesen, hatten

immer Streiche parat gehabt und meinen Eltern das Leben ziemlich

schwer gemacht. Mit ihnen als Vorbild und meiner grenzenlosen

Fantasie hatte ich ihnen wenige Jahre später jedoch

gewaltige Konkurrenz gemacht und die Nerven unserer Eltern

mindestens genauso strapaziert, wenn nicht sogar noch mehr.

Gut möglich, dass das Verhalten durch die Langeweile, die für

ein kleines Mädchen vom Land unweigerlich zum Alltag gehörte,

dazu geführt hatte. Vielleicht hatte ich aber auch nur einen

schwierigen Charakter.

Aber das mit der Langeweile war schon wahr. Da konnte man

nur eines sagen: Nieder mit allen Vorurteile schindenden Heimatfilmen,

die Idylle und Friede, Freude, Eierkuchen vorgaukelten.

Aber wie man von den großen Hollywoodstreifen wusste: Die

Realität sah in Wirklichkeit ganz anders aus.

Jon und Chris waren älter, langweiliger und spießiger geworden.

Mit dem Alter hatten sie alle Kleiner-Finger- Schwüre

vergessen, mich niemals allein zu lassen, und waren zu den gleichen

Geheimniskrämern wie unser Vater und unser Großvater

geworden. Das mochte weinerlich und vielleicht sogar ein wenig

memmenhaft klingen, aber ich hatte niemanden zum Spielen

gehabt. Hunderte neunmalkluge Psychologen würden mir zu-

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stimmen, dass Alleinsein für Kinder ungefähr so schlimm war

wie Wasser für Katzen und es zu einem gestörten Sozialverhalten

oder zu fehlender interaktiver Kommunikation führte – oder wie

auch immer die blöden Fachbegriffe lauteten.

Ich war zu Hause unterrichtet worden, weswegen mein einziger

Ansprechpartner ein schräger alter Professor gewesen war,

wie er im Buche stand. So traurig es klingen mochte, er war mein

bester Freund und zugleich auch mein einziger gewesen. Außerdem

hatte nur er verstanden, dass mir in so einer langweiligen

Umgebung gar nichts anderes übrig geblieben war, als Streiche zu

spielen, um dem trostlosen Alltagstrott zu entgehen. Im Gegensatz

zu meinen Eltern hatte er meine Ideen ungemein komisch

gefunden und war das eine oder andere Mal durchaus bereit

gewesen, mir bei dem einen oder anderen Lausbubenstreich zu

helfen. Ohne ihn wäre ich in dieser trüben Gesellschaft eingegangen

wie eine welkende Blume.

Dad, Chris und Jon waren durchgehend viel zu beschäftigt

gewesen und Mum hatte feinere Gesellschaft vorgezogen, zumindest

so lange, bis sie ihre Midlifecrisis bekommen hatte und nach

Frankreich abgehauen war, um ihre verpasste Jugend nachzuholen.

Doch das war lange nach meiner Zeit in Schottland gewesen.

Als Jon und Chris alt genug gewesen waren, um in die Geheimnisse

eingeweiht zu werden, war ich allein zurückgeblieben

und plötzlich geradezu einsam gewesen. Anfangs hatte Mum

übertrieben zwanghaft versucht, mich in ihre Veranstaltungen

mit einzubeziehen, aber für ein sechsjähriges Mädchen war eine

Teeparty mit Damen im Durchschnittsalter von fünfundfünfzig

nicht gerade eine prickelnde Angelegenheit gewesen.

Nachdem ich drei Anstandsdamen vergrault hatte, hatte sich

alles geändert. Zugegeben, nicht jeder konnte einen Magen – oder

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eine Psyche – haben, der – oder die – stark genug war, um Insekten

zu vertragen. Ich könnte noch heute laut loslachen, wenn ich

daran dachte, wie Miss Tinny gekreischt hatte, als ein Tausendfüßler

aus ihrem Salat geklettert war. Wenn es bis dahin noch

keinen Menschen mit einer Salat- Phobie gegeben hatte, hatte ich

mit dieser Aktion den ersten gefunden.

Doch etwas Gutes hatte Miss Tinnys Schock gehabt, denn

mein trauriges Landleben hatte damit ein abruptes Ende gefunden.

Meine Eltern hatten mich in ein Internat nach London

geschickt – eine fantastische Wendung.

Mit dieser Entscheidung hatten meine Eltern beschlossen,

mich nur noch in den Ferien, an Feiertagen und zu besonderen

Anlässen – wie heute: mein Geburtstag – nach Hause zu holen.

Ein Teil von mir war ihnen dankbar, der andere zutiefst gekränkt.

Es war kein schönes Gefühl, von der Familie getrennt zu sein. So

anstrengend und ärgerlich die ständigen Geheimnisse und die

Ausgeschlossenheit auch waren, so waren sie doch meine Familie.

Und mal ehrlich: Wer hatte denn schon eine perfekte Familie? Ich

ganz bestimmt nicht.

Mit aufgeregt leuchtenden Augen lugte ich ein paar Zentimeter

über das Fenstersims hinaus in den Garten.

»Ich sage: Sie muss eingeweiht werden! Und ich erlaube keinen

Einwand!«

Grandpa klang ernst und wirkte nicht so, als wäre er in der

Stimmung für Diskussionen.

Die beiden hatten mir den Rücken zugewandt, was mir eine

gute Beobachtungsposition lieferte. Dad stand nach vorn gebeugt, er

wirkte in schrecklicher Verfassung. Grandpa neben ihm stützte sich

zwar auf einen Stock, stand jedoch aufrecht und elegant wie immer.

Manchmal war er einfach nur extrem respekteinflößend.

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Mit seinem grauen nach hinten gestriegelten Haar und den eisgrauen

Augen vermittelte er den Eindruck eines Wolfes. Meine

Mum hatte oft gemeint, dass kein Wind der Welt es wagen würde,

eine seiner Haarsträhnen in Unordnung zu bringen, und wo ich

jetzt so darüber nachdachte, musste ich feststellen, dass sie vermutlich

recht hatte. Sogar sein Stock und Anzug passten optimal

zusammen, womit er sich mal wieder tadellos gekleidet gab.

Vermutlich das Werk meiner Großmutter – sie war einfach die

reinste Perfektionistin.

Die zwei schienen vollkommen in ihr Gespräch vertieft, doch

plötzlich klirrten einen Gang weiter in der Küche Teller.

Mit einem Ruck und einer Schnelligkeit, die man ihm gar

nicht zugetraut hätte, drehte sich Grandpa einmal um seine eigene

Achse und fixierte mit seinen stechend grauen Augen das

Fenster. Genau das, aus dem gerade noch mein Kopf hervorgeschaut

hatte.

In Sekundenschnelle hechtete ich auf den Boden. Hoffentlich

hatte er mich nicht gesehen. Schwer atmend stützte ich mich

mit meinen Ellbogen auf den kalten Fliesen auf. Um nichts in der

Welt hätte ich den Mut aufbringen können, nun aus dem Fenster

zu spähen.

Draußen knirschte Kies. Erleichtert atmete ich auf. Sie hatten

offenbar nichts bemerkt. Doch nur eine Sekunde später keuchte

ich panisch auf, denn die Eingangstür in der großen Halle hatte

sich mit einem Quietschen geöffnet, das mir nun durch Mark und

Bein fuhr.

Die Eingangshalle bestand aus einem großen, in die Höhe

ragenden Raum, den ich in meiner Kindheit manchmal in eine

Bühne für eine Ballettaufführung für meine Kuscheltiere, mal

in ein Schlachtfeld für einen Kampf gegen meine Brüder oder in

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eine Eiskunstlaufhalle verwandelt hatte. Man könnte sie also als

Mehrzweckraum der Familie Follett oder als mein persönliches

Wonderland bezeichnen. Die kristallenen Kronleuchter an der

Decke veranlassten mich immer wieder zum Träumen und ich

liebte es, wie sich das Licht an ruhigen Sommermorgen in den

hohen Fensterscheiben brach und Regenbogen auf die blanken

weißen Marmorstufen warf. Links und rechts führten zwei Treppen

in einer eleganten Biegung hinauf in das Stockwerk, in dem

ich mich gerade befand. Da die einzige andere Tür in den Keller

führte, war es unumgänglich, dass Dad und Grandpa gerade auf

dem Weg in meine Richtung waren – egal, welche Treppe sie nehmen

würden.

Das Letzte, was ich wollte, war, beim Lauschen erwischt zu

werden. Das hieß, ich hatte noch sechzig Sekunden Zeit, zu verschwinden.

Zumindest wenn sie die rechte Treppe nahmen. Dreißig

Sekunden, sollten sie die linke nehmen, die durch die Biegung

einen längeren Weg aufwies – jedoch handelte es sich dabei nur

um wenige Sekunden. Zu wenige.

Ihre Schritte auf den Marmorstufen klangen schroff und

kamen immer näher. Schnelligkeit war nun angesagt.

Ohne zu zögern, sprang ich auf, setzte mich so leise und so

schnell wie möglich in Bewegung, dann sprintete ich auf Teufel

komm raus los.

Zwei Flure weiter begegnete ich den ersten Gästen, aber erst

im Salon konnte ich erleichtert abbremsen. Schwer atmend und

ein wenig zerzaust stellte ich mich neben eine Gruppe Verwandter.

Einfach stur lächeln und winken, Männer!, dachte ich still vor

mich hin und setzte ein strahlendes Lächeln auf, wie es sich für

ein Geburtstagskind gehörte. Mit der einzigen Schwierigkeit, dass

ich kein Pinguin war – schon gar kein Pinguin aus Madagascar –,

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weswegen ich meine Hand schön unten ließ, aber dennoch nicht

zu lächeln vergaß.

Erst jetzt bemerkte ich, dass ich neben Leuten stand, die

ich gar nicht wirklich kannte. Eine Großtante aus Alaska und

vielleicht ein Cousin? Ganz sicher war ich mir da aber nicht. Die

unverkennbaren Katzenaugen der Folletts hatte er – sollte er ein

Verwandter sein, auf jeden Fall nicht geerbt.

Ich öffnete gerade den Mund, um mein Sinnieren über Pinguine

zu unterbrechen und mich damit alibihalber in das Grüppchen

zu integrieren, da stand plötzlich mein Großvater neben mir.

»Scheiße«, rutschte es mir vor Schreck aus dem Mund, meine

Hand schnellte reflexartig hoch und legte sich vor meine Lippen.

Doch es war schon zu spät, das Wort war draußen.

Unglücklich verzog ich mein Gesicht und versuchte, eine

möglichst entschuldigende Miene aufzusetzen.

Grandpas Augen waren zu Schlitzen verengt. Nun glichen

sie nicht mehr denen einer Katze, sondern viel eher denen einer

Schlange.

»Entschuldigung, ich habe mich ein wenig erschreckt«, murmelte

ich möglichst reuevoll.

Erschreckt war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts.

Mein Herz raste, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Ein Wunder,

dass ich nicht wie ein erschrockener Hase umgekippt war.

Grandpa nickte nur. Seine Lippen waren fest zusammengekniffen,

in seinen Gesichtszügen spiegelten sich keine Gefühle

wider. Irgendwie unheimlich.

»Ginevra, würdest du bitte mit uns kommen?«, vernahm ich

nun die Stimme meines Vaters hinter mir.

Schwer schluckend drehte ich mich zu ihm um. Dad wirkte

geradezu gequält, das tat er in den letzten Tagen eigentlich stän-

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dig. Ich riskierte einen Blick zu meinem Großvater. Ein Wort, um

seinen Gesichtsausdruck zu beschreiben: grimmig. Bei ihrer Geheimnisgeheimhaltung

verstanden sie absolut keinen Spaß. Was

auch immer sie mit mir vorhatten – ich war so was von geliefert.

Mit gesenktem Kopf folgte ich Dad und Grandpa hinaus in

den Flur. Mein schlechtes Gewissen darüber, dass ich gelauscht

hatte, nagte an mir und gern hätte ich mich entschuldigt, brachte

jedoch in meiner Aufregung keinen zusammenhängenden Satz

zustande. Schlussendlich kam ich jedoch zu dem Entschluss, dass

ich mir gar nichts zuschulden hatte kommen lassen – außer vielleicht

am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen zu sein. Schon

klar, mein Plädoyer war noch verbesserungswürdig, aber für den

Moment schmälerte es zumindest mein schlechtes Gewissen.

Wir entfernten uns immer weiter vom großen Salon, jedoch

sagte niemand ein Wort. Es herrschte Schweigen – eines von der

Sorte, bei dem man sich unwohl die Haare um die Finger wickelte

und vor Nervosität an den Fingernägeln knabberte. Da natürlich

weder Dad noch Grandpa eines dieser zwei Dinge taten, lag es an

mir, meine Frisur zu zerstören und meine Finger zu malträtieren.

So unwohl die Situation auch war, ich fühlte mich nicht verpflichtet,

das Schweigen zu brechen, weshalb ich ihnen lediglich

still und leise hinterher trottete. Kreuz und quer durch das Labyrinth

aus Gängen, die uns abwärts in Richtung Keller führten.

Zwar gab es in jedem Stockwerk nur einen Hauptflur, doch da

sich die weißen Wände kaum voneinander unterschieden, war es

manchmal selbst für mich schwer, die Orientierung zu behalten,

wo es doch eigentlich mein Zuhause war.

Flankiert von Grandpa und Dad, fühlte ich mich in die Enge

getrieben. Wären wir in einem Film, wäre ich der hoffnungslose

Sträfling, begleitet von meinen zwei erbarmungslosen Wärtern.

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In Wirklichkeit war ich weder hoffnungslos noch ein Gefangener.

Was auch immer mir mein Teenager-Hirn da vorzumachen

versuchte, es entsprach nicht gerade der Realität. Genauso wie

Grandpa und Dad keine Wärter waren. Höchstens von dem Geld

in ihren Banken, aber das zählte nicht. Dennoch musste ich zu

bedenken geben: Fantasie brauchte man in dieser Familie schon

so einige, dabei konnte dann schon mal so ein Blödsinn wie dieser

hier herauskommen.

Der Vergleich mit dem Sträfling war vielleicht weit hergeholt,

aber dennoch zumindest im kleinen Teil zutreffend. Das Gefühl

des Eingesperrtseins und seiner Freiheit beraubt zu sein, erinnerte

doch sehr an den Vergleich mit dem Gefängnis. So war es

aber eigentlich immer, wenn ich die Ferien hier auf dem Anwesen

verbrachte. Normalerweise verband man das Land mit Natur und

unendlicher Freiheit. Warum kam ich mir dann hier immer so

eingesperrt vor?

In London war alles anders. Dort war ich frei. Entbunden

von Tanzunterricht – laut meiner Mutter gehörte das zur Allgemeinbildung

eines Mädchens dazu, so wie Geografieunterricht

–, Tratsch- und Teestunden. Das Internat war mein wirkliches

Zuhause. Dort fiel der Druck der Erwartungen von mir ab und ich

konnte ganz ich selbst sein.

»Hier rein!«, sagte Dad und holte mich damit wieder ins

Hier und Jetzt zurück. Seine gute Laune wirkte aufgesetzt und

bemüht. Er trug ein falsches Lächeln im Gesicht, das konnte ich

sofort entlarven. Ein Lächeln, welches ich nur allzu gut kannte.

Es bedeutete nichts Gutes. Was es mit ihrem geheimnistuerischen

Verhalten wohl auf sich hatte?

Die klischeehaftesten Ereignisse, die mir auf die Schnelle

einfielen, waren: die Scheidung meiner Eltern, eine zweite Fami-

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lie meines Dads – alternativ auch eine Schwangerschaft meiner

Mum –, das Kind – also mich – auf ein Internat schicken oder ein

schrecklicher Unfall. Aber halt! Mum und Dad waren schon so

gut wie geschieden, auch wenn sie sich offiziell wohl nie scheiden

lassen würden. Dafür legten sie viel zu viel Wert auf das, was die

Leute über sie denken könnten, dabei war es schon allgemein

bekannt. Nur Mum und Dad hielten immer noch den Schein aufrecht.

Für wen sie das taten, war mir ein Rätsel. Im Internat war

ich auch schon lange, also das Einzige, was mich davon wirklich

betreffen würde, wäre ein Unfall. Aber mal ehrlich, wer würde

mit so einer Nachricht in den Keller gehen?

Mit einer Hand hielt Dad eine unauffällige Tür auf und ließ

uns eintreten. Mittlerweile befanden wir uns im Untergeschoss,

wo die schmalen Fenster direkt unter der Decke ansetzten, woraus

ich schloss, dass wir uns halb unter der Erde befinden mussten.

Unmöglich, zu sagen, ob ich schon mal hier gewesen war.

Immerhin hatte das Anwesen geschätzt an die hundert Zimmer,

mit Nebengebäuden wahrscheinlich sogar noch mehr.

Aber dann war ich doch überrascht. Hinter der Tür kam kein

weiterer weiß gefliester Gang zum Vorschein, sondern eine kleine

Kammer. Sie glich fast einem Vorraum einer schmuddeligen alten

Wohnung: dunkel und schummrig.

Grandpa trat hinter mir in den Raum und Dad ließ die Tür

mit einem endgültigen Knall ins Schloss fallen, sodass kein Licht

von draußen hereindrang.

Meine Augen brauchten eine Weile, bis sie sich an die Dunkelheit

gewöhnt hatten, und selbst dann erkannte ich nicht mehr

als Umrisse. Langsam konnte ich mein Unbehagen nicht länger

verbergen.

»Vielleicht sollten wir besser wieder zurückgehen, immerhin

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ist das Haus voller Gäste«, meinte ich mit einem unsicheren Lächeln

und nestelte nervös am Saum meines Kleides.

»Nichts da! Wir haben einiges zu besprechen. Du musst mehr

erfahren als vage aufgeschnappte Wortfetzen«, entgegnete Grandpa

standhaft wie immer und sah mich dabei entschlossen an.

Heilige Mutter Gottes! Selbst in der Dunkelheit erkannte ich,

dass seine eisgrauen Augen vor Emotionen förmlich loderten.

War das eine Andeutung auf mein Lauschen? Bestimmt war er

bitterböse.

Zittrig holte ich Luft, stieß diese aber sogleich wieder in

einem Hustenanfall aus. Der fensterlose Raum war stickig und

die abgestandene und staubige Luft brannte in meinem Hals. Es

machte ganz den Anschein, als ließen die zwei keine Putzfrau der

Welt in ihre Geheimzimmer. Obwohl ich mich eingeschüchtert

und verängstigt fühlte, musste ich bei diesem Gedanken doch die

Augen verdrehen.

Mein Leben lang waren Geheimnisse ihre oberste Priorität

gewesen. Also was bewog sie plötzlich dazu, mich einzuweihen?

Oder hatte ich da etwas falsch verstanden?

»Dein Großvater hat recht. Wir haben dich lange genug in

Unwissenheit gelassen.«

Ach was, wirklich? Da kamen sie aber früh drauf. Skeptisch

hob ich die Augenbrauen. Ob er das in der Dunkelheit sah, wusste

ich nicht.

»Es ist an der Zeit, dass du mehr erfährst.«

Ihr mysteriöses und unverständliches Geplapper ging mir

langsam auf die Nerven. Sie sollten endlich Klartext reden!

Ich dachte an das zurück, was Grandpa im Garten gesagt

hatte. Von wegen Dämonen! Die hatten sie ja nicht mehr alle!

Vielleicht hätte ich nicht mit ihnen allein in einen dunklen Raum

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gehen sollen. Mein Magen zog sich unwohl zusammen und zittrig

atmete ich aus. Nun aber hallo! Vor mir standen mein Vater und

mein Großvater, rief ich mir in Erinnerung. Zwei Menschen, die

ich von Geburt an kannte, niemand, vor dem ich Furcht zeigen

müsste.

Aber kannte ich sie tatsächlich so gut? Die traurige Wahrheit

war wohl, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens im

Internat verbracht hatte, mit Ausnahme von dem einen Jahr, in

dem ich bei einer Gastfamilie in Österreich gelebt hatte. Nur in

den Ferien war ich bei meiner Familie gewesen, und selbst dies

etappenweise. Einmal bei meiner Mutter, das andere Mal bei

meinem Vater. Aber mit komplizierten Familiensituationen kam

ich mittlerweile zurecht.

Mum wohnte von Zeit zu Zeit in Frankreich und kümmerte

sich dort offiziell um ihre Eltern. Ihre Mutter litt schon seit einigen

Jahren an Leukämie und seit auch ihr Vater nicht mehr

fit genug war, sich um sie zu kümmern, waren sie auf die Hilfe

meiner Mutter angewiesen. Fakt war jedoch, dass Mum das Leben

in Frankreich in vollen Zügen genoss. Und allein dass ich das von

Facebook und Instagram wusste, zeigte, wie prekär unsere Familienverhältnisse

waren.

Insgeheim fragte ich mich schon manchmal, was meine

Mutter getan hätte, wenn sie noch mit meinem Vater zusammen

gewesen wäre. Wäre sie dennoch nach Frankreich gegangen? Und

Dad? Was sollte ich dazu sagen? Er war viel zu sehr mit seiner

Arbeit und der zusätzlichen Geheimarbeit beschäftigt, von der

ich offiziell ja nichts wissen durfte. Aber mit den Jahren war mir

schon so einiges zu Ohren gekommen. Nicht, dass ich auch nur

ansatzweise verstand, worum es dabei ging.

Ich hatte viel zu viel Zeit fernab von meiner Familie ver-

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acht, da war es nicht verwunderlich, dass sie mir manchmal

wie Fremde vorkamen.

Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, dass meine

Eltern ihre drei Kinder ins Internat gesteckt hatten: mich nach

London und meine Brüder in eine reine Jungen-Schule nach

Irland. Einerseits war das Internat ein Segen für mich. Eine aufregende

neue Schule, die mich aus dem trostlosen, langweiligen

Landleben riss. Auch rund um die Uhr mit seinen besten Freunden

zusammen zu sein, war ein großer Pluspunkt. Aber wenn ich

daran zurückdachte, wie es gewesen war, als ich, ohne jemanden

zu kennen, von der Hauslehrerin in mein Zimmer geführt worden

war, zog sich alles in mir zusammen. Wie allein ich mich gefühlt

hatte, als sie mich in einem noch leeren Zimmer zurückgelassen

hatte. Damals hatte mich meine jetzige beste Freundin Scarlett

zusammengerollt wie eine kleine Katze auf dem kalten Bett in

dem dunklen, verlassenen Zimmer gefunden. Draußen hatte es

in Strömen geregnet, ich hatte das Prasseln der Tropfen an der

Fensterscheibe gehört, während sich mein kleines Kinderherz vor

Heimweh schmerzhaft zusammengezogen hatte. An diesem Tag

hatten meine Eltern mich verloren. Das ganze Jahr über Meilen

voneinander getrennt zu sein, sich nur jedes halbe Jahr zu sehen,

das würde ich mir niemals für meine Kinder wünschen.

Doch dann gab es auch die Sonnenseiten. London war perfekt

für mich. An Scarletts Seite blühte ich auf. Früher hatte ich

nie Freunde gehabt, im Internat hatte sich das endlich geändert

und für mich gab es kein schöneres und aufregenderes Leben.

Dennoch konnte ich an manchen Tagen den Gedanken nicht

vertreiben, dass meine Eltern mich nicht liebten, mich nicht bei

sich haben wollten. Ich fragte mich, warum unsere ganze Familie

rund um die Welt verteilt sein musste. Mum in Frankreich, Jon

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und Chris in Irland, Dad auf Geschäftsreisen überall auf der Welt

und ich in England. Was war bei uns nur schiefgegangen? Gehörte

eine Familie nicht zusammen?

»Komm, wir wollen dir etwas zeigen.« Grandpas Stimme riss

mich aus meiner Versunkenheit.

Blinzelnd beobachtete ich, wie er eine bisher in der Dunkelheit

verborgene Tür öffnete, die in einen verlassenen Gang

führte. Die Umstellung von kompletter Schwärze der lichtlosen

Kammer auf den – wenn auch nur schwach – beleuchteten Gang,

schmerzte meine Augen. Dennoch konnte mich dies nicht davon

abhalten, neugierig meine Umgebung zu begutachten.

Dieser Gang war nicht wie die Flure des restlichen Hauses. Es

gab keine Fenster, die Wände waren niedrig und in einem dunklen

Braun, fast wie nackte Erde, es roch kalt und modrig. Alles

in allem kein Platz, an dem man seinen sechzehnten Geburtstag

feiern wollte. Nun befanden wir uns definitiv im Keller.

»Hier unten ist es ein wenig kühl«, durchbrach Dad die schaurige

Stille und wie aufs Stichwort begann ich in meinem luftigen

Sommerkleid zu frösteln. Ob es an dem Temperaturunterschied

oder an der gespannten Furcht lag, konnte ich nicht beurteilen.

An den Wänden waren alte Fackelhalter montiert, die mich

beunruhigten. Das Ganze hatte eine viel zu große Ähnlichkeit mit

einem Verlies oder einem Kerker. Zum Glück war der Gang nicht

lang, andernfalls wäre ich vielleicht doch zurückgerannt.

Das unangenehme Schweigen machte mich noch verrückt.

Zunehmend sehnte ich mich nach dem lauten Trubel der Feier, vor

dem ich zuvor an die frische Luft geflüchtet war und von dem wir

hier unten nichts mitbekamen. Zugegeben, das Ambiente passte

als Kulisse eines Horrorfilms und als ich am Boden eine Kellerassel

erspähte, kreischte ich auf, als wäre mir ein Gespenst begegnet.

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