Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

Sie gehörten zu den Geheimniskrämern – beide. Genau genommen

waren sie sogar die Anführer dieser obskuren Geheimgesellschaft,

soweit ich das mit meinen spärlichen Informationen

zumindest vermutete. Deshalb war die Gelegenheit auch einfach

zu verlockend. Ich war von grundheraus ein sehr neugieriger

Mensch, aber die Tatsache, dass ich seit Jahren aus all ihren Geheimnissen

herausgehalten wurde, stachelte mich nur noch mehr

dazu an, herauszufinden, was sie zu verbergen hatten.

»Ginevra ist doch noch ein kleines Mädchen. Es war besprochen,

sie komplett herauszuhalten. So war es abgemacht. Wofür

wären sonst die letzten Jahre Sicherheit gut gewesen?«, fragte

Dad mit unverhohlenem Zorn in der Stimme.

Überrascht schnappte ich nach Luft. Sie sprachen über mich.

Dads blonder Haarschopf tauchte hinter einem Hortensienstrauch

auf und ich duckte mich schnell. Mit angehaltenem

Atem kauerte ich mich unter das Fenster und hörte weiter dem

Gespräch zu.

»Nonsens. Sie ist sechzehn. In dem Alter habe ich meinen

ersten Dämon getötet!«

Um Gottes willen, was redete er da? Das klang gar nicht gut.

Besorgnis braute sich in meinem Magen zusammen und bescherte

mir ein ungutes Gefühl. Eigentlich war ich immer davon ausgegangen,

dass Grandpa in bester Verfassung war. Er war engagiert

und bei guter Kondition, doch seine wirren Worte ließen anderes

vermuten. Mir wäre nicht aufgefallen, dass er senil wurde, aber

nun ja, vielleicht ging es ihm doch nicht so gut wie gedacht. Außerdem

war ich auch schon lange nicht mehr hier gewesen …

»Niemand weiß, wo der Junge ist. Geschweige denn, ob er

wieder zurückkommt.«

Natürlich, es ging um Christian, meinen Bruder. Auch wenn

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