Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

wir nicht mehr im 16. Jahrhundert lebten und für den Erhalt

einer Blutlinie zuständig waren, waren Christian und sein Zwilling

Jonathan dennoch in den Augen meines Vaters und meines

Großvaters Goldsterne. Ihre Lieblinge sozusagen. Das sollte nicht

eifersüchtig klingen, ganz und gar nicht. Jonathan und Christian

waren meine größten Vorbilder. Zwar zwei Jahre älter, aber so

war das nun mal mit kleinen Schwestern.

Als ich noch jünger gewesen war, hatte ich die zwei geradezu

angebetet. Sie waren ganz schöne Lausbuben gewesen, hatten

immer Streiche parat gehabt und meinen Eltern das Leben ziemlich

schwer gemacht. Mit ihnen als Vorbild und meiner grenzenlosen

Fantasie hatte ich ihnen wenige Jahre später jedoch

gewaltige Konkurrenz gemacht und die Nerven unserer Eltern

mindestens genauso strapaziert, wenn nicht sogar noch mehr.

Gut möglich, dass das Verhalten durch die Langeweile, die für

ein kleines Mädchen vom Land unweigerlich zum Alltag gehörte,

dazu geführt hatte. Vielleicht hatte ich aber auch nur einen

schwierigen Charakter.

Aber das mit der Langeweile war schon wahr. Da konnte man

nur eines sagen: Nieder mit allen Vorurteile schindenden Heimatfilmen,

die Idylle und Friede, Freude, Eierkuchen vorgaukelten.

Aber wie man von den großen Hollywoodstreifen wusste: Die

Realität sah in Wirklichkeit ganz anders aus.

Jon und Chris waren älter, langweiliger und spießiger geworden.

Mit dem Alter hatten sie alle Kleiner-Finger- Schwüre

vergessen, mich niemals allein zu lassen, und waren zu den gleichen

Geheimniskrämern wie unser Vater und unser Großvater

geworden. Das mochte weinerlich und vielleicht sogar ein wenig

memmenhaft klingen, aber ich hatte niemanden zum Spielen

gehabt. Hunderte neunmalkluge Psychologen würden mir zu-

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