Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

stimmen, dass Alleinsein für Kinder ungefähr so schlimm war

wie Wasser für Katzen und es zu einem gestörten Sozialverhalten

oder zu fehlender interaktiver Kommunikation führte – oder wie

auch immer die blöden Fachbegriffe lauteten.

Ich war zu Hause unterrichtet worden, weswegen mein einziger

Ansprechpartner ein schräger alter Professor gewesen war,

wie er im Buche stand. So traurig es klingen mochte, er war mein

bester Freund und zugleich auch mein einziger gewesen. Außerdem

hatte nur er verstanden, dass mir in so einer langweiligen

Umgebung gar nichts anderes übrig geblieben war, als Streiche zu

spielen, um dem trostlosen Alltagstrott zu entgehen. Im Gegensatz

zu meinen Eltern hatte er meine Ideen ungemein komisch

gefunden und war das eine oder andere Mal durchaus bereit

gewesen, mir bei dem einen oder anderen Lausbubenstreich zu

helfen. Ohne ihn wäre ich in dieser trüben Gesellschaft eingegangen

wie eine welkende Blume.

Dad, Chris und Jon waren durchgehend viel zu beschäftigt

gewesen und Mum hatte feinere Gesellschaft vorgezogen, zumindest

so lange, bis sie ihre Midlifecrisis bekommen hatte und nach

Frankreich abgehauen war, um ihre verpasste Jugend nachzuholen.

Doch das war lange nach meiner Zeit in Schottland gewesen.

Als Jon und Chris alt genug gewesen waren, um in die Geheimnisse

eingeweiht zu werden, war ich allein zurückgeblieben

und plötzlich geradezu einsam gewesen. Anfangs hatte Mum

übertrieben zwanghaft versucht, mich in ihre Veranstaltungen

mit einzubeziehen, aber für ein sechsjähriges Mädchen war eine

Teeparty mit Damen im Durchschnittsalter von fünfundfünfzig

nicht gerade eine prickelnde Angelegenheit gewesen.

Nachdem ich drei Anstandsdamen vergrault hatte, hatte sich

alles geändert. Zugegeben, nicht jeder konnte einen Magen – oder

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