Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

eine Psyche – haben, der – oder die – stark genug war, um Insekten

zu vertragen. Ich könnte noch heute laut loslachen, wenn ich

daran dachte, wie Miss Tinny gekreischt hatte, als ein Tausendfüßler

aus ihrem Salat geklettert war. Wenn es bis dahin noch

keinen Menschen mit einer Salat- Phobie gegeben hatte, hatte ich

mit dieser Aktion den ersten gefunden.

Doch etwas Gutes hatte Miss Tinnys Schock gehabt, denn

mein trauriges Landleben hatte damit ein abruptes Ende gefunden.

Meine Eltern hatten mich in ein Internat nach London

geschickt – eine fantastische Wendung.

Mit dieser Entscheidung hatten meine Eltern beschlossen,

mich nur noch in den Ferien, an Feiertagen und zu besonderen

Anlässen – wie heute: mein Geburtstag – nach Hause zu holen.

Ein Teil von mir war ihnen dankbar, der andere zutiefst gekränkt.

Es war kein schönes Gefühl, von der Familie getrennt zu sein. So

anstrengend und ärgerlich die ständigen Geheimnisse und die

Ausgeschlossenheit auch waren, so waren sie doch meine Familie.

Und mal ehrlich: Wer hatte denn schon eine perfekte Familie? Ich

ganz bestimmt nicht.

Mit aufgeregt leuchtenden Augen lugte ich ein paar Zentimeter

über das Fenstersims hinaus in den Garten.

»Ich sage: Sie muss eingeweiht werden! Und ich erlaube keinen

Einwand!«

Grandpa klang ernst und wirkte nicht so, als wäre er in der

Stimmung für Diskussionen.

Die beiden hatten mir den Rücken zugewandt, was mir eine

gute Beobachtungsposition lieferte. Dad stand nach vorn gebeugt, er

wirkte in schrecklicher Verfassung. Grandpa neben ihm stützte sich

zwar auf einen Stock, stand jedoch aufrecht und elegant wie immer.

Manchmal war er einfach nur extrem respekteinflößend.

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