Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

Mit seinem grauen nach hinten gestriegelten Haar und den eisgrauen

Augen vermittelte er den Eindruck eines Wolfes. Meine

Mum hatte oft gemeint, dass kein Wind der Welt es wagen würde,

eine seiner Haarsträhnen in Unordnung zu bringen, und wo ich

jetzt so darüber nachdachte, musste ich feststellen, dass sie vermutlich

recht hatte. Sogar sein Stock und Anzug passten optimal

zusammen, womit er sich mal wieder tadellos gekleidet gab.

Vermutlich das Werk meiner Großmutter – sie war einfach die

reinste Perfektionistin.

Die zwei schienen vollkommen in ihr Gespräch vertieft, doch

plötzlich klirrten einen Gang weiter in der Küche Teller.

Mit einem Ruck und einer Schnelligkeit, die man ihm gar

nicht zugetraut hätte, drehte sich Grandpa einmal um seine eigene

Achse und fixierte mit seinen stechend grauen Augen das

Fenster. Genau das, aus dem gerade noch mein Kopf hervorgeschaut

hatte.

In Sekundenschnelle hechtete ich auf den Boden. Hoffentlich

hatte er mich nicht gesehen. Schwer atmend stützte ich mich

mit meinen Ellbogen auf den kalten Fliesen auf. Um nichts in der

Welt hätte ich den Mut aufbringen können, nun aus dem Fenster

zu spähen.

Draußen knirschte Kies. Erleichtert atmete ich auf. Sie hatten

offenbar nichts bemerkt. Doch nur eine Sekunde später keuchte

ich panisch auf, denn die Eingangstür in der großen Halle hatte

sich mit einem Quietschen geöffnet, das mir nun durch Mark und

Bein fuhr.

Die Eingangshalle bestand aus einem großen, in die Höhe

ragenden Raum, den ich in meiner Kindheit manchmal in eine

Bühne für eine Ballettaufführung für meine Kuscheltiere, mal

in ein Schlachtfeld für einen Kampf gegen meine Brüder oder in

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