Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

eine Eiskunstlaufhalle verwandelt hatte. Man könnte sie also als

Mehrzweckraum der Familie Follett oder als mein persönliches

Wonderland bezeichnen. Die kristallenen Kronleuchter an der

Decke veranlassten mich immer wieder zum Träumen und ich

liebte es, wie sich das Licht an ruhigen Sommermorgen in den

hohen Fensterscheiben brach und Regenbogen auf die blanken

weißen Marmorstufen warf. Links und rechts führten zwei Treppen

in einer eleganten Biegung hinauf in das Stockwerk, in dem

ich mich gerade befand. Da die einzige andere Tür in den Keller

führte, war es unumgänglich, dass Dad und Grandpa gerade auf

dem Weg in meine Richtung waren – egal, welche Treppe sie nehmen

würden.

Das Letzte, was ich wollte, war, beim Lauschen erwischt zu

werden. Das hieß, ich hatte noch sechzig Sekunden Zeit, zu verschwinden.

Zumindest wenn sie die rechte Treppe nahmen. Dreißig

Sekunden, sollten sie die linke nehmen, die durch die Biegung

einen längeren Weg aufwies – jedoch handelte es sich dabei nur

um wenige Sekunden. Zu wenige.

Ihre Schritte auf den Marmorstufen klangen schroff und

kamen immer näher. Schnelligkeit war nun angesagt.

Ohne zu zögern, sprang ich auf, setzte mich so leise und so

schnell wie möglich in Bewegung, dann sprintete ich auf Teufel

komm raus los.

Zwei Flure weiter begegnete ich den ersten Gästen, aber erst

im Salon konnte ich erleichtert abbremsen. Schwer atmend und

ein wenig zerzaust stellte ich mich neben eine Gruppe Verwandter.

Einfach stur lächeln und winken, Männer!, dachte ich still vor

mich hin und setzte ein strahlendes Lächeln auf, wie es sich für

ein Geburtstagskind gehörte. Mit der einzigen Schwierigkeit, dass

ich kein Pinguin war – schon gar kein Pinguin aus Madagascar –,

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