Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

weswegen ich meine Hand schön unten ließ, aber dennoch nicht

zu lächeln vergaß.

Erst jetzt bemerkte ich, dass ich neben Leuten stand, die

ich gar nicht wirklich kannte. Eine Großtante aus Alaska und

vielleicht ein Cousin? Ganz sicher war ich mir da aber nicht. Die

unverkennbaren Katzenaugen der Folletts hatte er – sollte er ein

Verwandter sein, auf jeden Fall nicht geerbt.

Ich öffnete gerade den Mund, um mein Sinnieren über Pinguine

zu unterbrechen und mich damit alibihalber in das Grüppchen

zu integrieren, da stand plötzlich mein Großvater neben mir.

»Scheiße«, rutschte es mir vor Schreck aus dem Mund, meine

Hand schnellte reflexartig hoch und legte sich vor meine Lippen.

Doch es war schon zu spät, das Wort war draußen.

Unglücklich verzog ich mein Gesicht und versuchte, eine

möglichst entschuldigende Miene aufzusetzen.

Grandpas Augen waren zu Schlitzen verengt. Nun glichen

sie nicht mehr denen einer Katze, sondern viel eher denen einer

Schlange.

»Entschuldigung, ich habe mich ein wenig erschreckt«, murmelte

ich möglichst reuevoll.

Erschreckt war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts.

Mein Herz raste, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Ein Wunder,

dass ich nicht wie ein erschrockener Hase umgekippt war.

Grandpa nickte nur. Seine Lippen waren fest zusammengekniffen,

in seinen Gesichtszügen spiegelten sich keine Gefühle

wider. Irgendwie unheimlich.

»Ginevra, würdest du bitte mit uns kommen?«, vernahm ich

nun die Stimme meines Vaters hinter mir.

Schwer schluckend drehte ich mich zu ihm um. Dad wirkte

geradezu gequält, das tat er in den letzten Tagen eigentlich stän-

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