Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

lie meines Dads – alternativ auch eine Schwangerschaft meiner

Mum –, das Kind – also mich – auf ein Internat schicken oder ein

schrecklicher Unfall. Aber halt! Mum und Dad waren schon so

gut wie geschieden, auch wenn sie sich offiziell wohl nie scheiden

lassen würden. Dafür legten sie viel zu viel Wert auf das, was die

Leute über sie denken könnten, dabei war es schon allgemein

bekannt. Nur Mum und Dad hielten immer noch den Schein aufrecht.

Für wen sie das taten, war mir ein Rätsel. Im Internat war

ich auch schon lange, also das Einzige, was mich davon wirklich

betreffen würde, wäre ein Unfall. Aber mal ehrlich, wer würde

mit so einer Nachricht in den Keller gehen?

Mit einer Hand hielt Dad eine unauffällige Tür auf und ließ

uns eintreten. Mittlerweile befanden wir uns im Untergeschoss,

wo die schmalen Fenster direkt unter der Decke ansetzten, woraus

ich schloss, dass wir uns halb unter der Erde befinden mussten.

Unmöglich, zu sagen, ob ich schon mal hier gewesen war.

Immerhin hatte das Anwesen geschätzt an die hundert Zimmer,

mit Nebengebäuden wahrscheinlich sogar noch mehr.

Aber dann war ich doch überrascht. Hinter der Tür kam kein

weiterer weiß gefliester Gang zum Vorschein, sondern eine kleine

Kammer. Sie glich fast einem Vorraum einer schmuddeligen alten

Wohnung: dunkel und schummrig.

Grandpa trat hinter mir in den Raum und Dad ließ die Tür

mit einem endgültigen Knall ins Schloss fallen, sodass kein Licht

von draußen hereindrang.

Meine Augen brauchten eine Weile, bis sie sich an die Dunkelheit

gewöhnt hatten, und selbst dann erkannte ich nicht mehr

als Umrisse. Langsam konnte ich mein Unbehagen nicht länger

verbergen.

»Vielleicht sollten wir besser wieder zurückgehen, immerhin

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