Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

gehen sollen. Mein Magen zog sich unwohl zusammen und zittrig

atmete ich aus. Nun aber hallo! Vor mir standen mein Vater und

mein Großvater, rief ich mir in Erinnerung. Zwei Menschen, die

ich von Geburt an kannte, niemand, vor dem ich Furcht zeigen

müsste.

Aber kannte ich sie tatsächlich so gut? Die traurige Wahrheit

war wohl, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens im

Internat verbracht hatte, mit Ausnahme von dem einen Jahr, in

dem ich bei einer Gastfamilie in Österreich gelebt hatte. Nur in

den Ferien war ich bei meiner Familie gewesen, und selbst dies

etappenweise. Einmal bei meiner Mutter, das andere Mal bei

meinem Vater. Aber mit komplizierten Familiensituationen kam

ich mittlerweile zurecht.

Mum wohnte von Zeit zu Zeit in Frankreich und kümmerte

sich dort offiziell um ihre Eltern. Ihre Mutter litt schon seit einigen

Jahren an Leukämie und seit auch ihr Vater nicht mehr

fit genug war, sich um sie zu kümmern, waren sie auf die Hilfe

meiner Mutter angewiesen. Fakt war jedoch, dass Mum das Leben

in Frankreich in vollen Zügen genoss. Und allein dass ich das von

Facebook und Instagram wusste, zeigte, wie prekär unsere Familienverhältnisse

waren.

Insgeheim fragte ich mich schon manchmal, was meine

Mutter getan hätte, wenn sie noch mit meinem Vater zusammen

gewesen wäre. Wäre sie dennoch nach Frankreich gegangen? Und

Dad? Was sollte ich dazu sagen? Er war viel zu sehr mit seiner

Arbeit und der zusätzlichen Geheimarbeit beschäftigt, von der

ich offiziell ja nichts wissen durfte. Aber mit den Jahren war mir

schon so einiges zu Ohren gekommen. Nicht, dass ich auch nur

ansatzweise verstand, worum es dabei ging.

Ich hatte viel zu viel Zeit fernab von meiner Familie ver-

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