Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

und Chris in Irland, Dad auf Geschäftsreisen überall auf der Welt

und ich in England. Was war bei uns nur schiefgegangen? Gehörte

eine Familie nicht zusammen?

»Komm, wir wollen dir etwas zeigen.« Grandpas Stimme riss

mich aus meiner Versunkenheit.

Blinzelnd beobachtete ich, wie er eine bisher in der Dunkelheit

verborgene Tür öffnete, die in einen verlassenen Gang

führte. Die Umstellung von kompletter Schwärze der lichtlosen

Kammer auf den – wenn auch nur schwach – beleuchteten Gang,

schmerzte meine Augen. Dennoch konnte mich dies nicht davon

abhalten, neugierig meine Umgebung zu begutachten.

Dieser Gang war nicht wie die Flure des restlichen Hauses. Es

gab keine Fenster, die Wände waren niedrig und in einem dunklen

Braun, fast wie nackte Erde, es roch kalt und modrig. Alles

in allem kein Platz, an dem man seinen sechzehnten Geburtstag

feiern wollte. Nun befanden wir uns definitiv im Keller.

»Hier unten ist es ein wenig kühl«, durchbrach Dad die schaurige

Stille und wie aufs Stichwort begann ich in meinem luftigen

Sommerkleid zu frösteln. Ob es an dem Temperaturunterschied

oder an der gespannten Furcht lag, konnte ich nicht beurteilen.

An den Wänden waren alte Fackelhalter montiert, die mich

beunruhigten. Das Ganze hatte eine viel zu große Ähnlichkeit mit

einem Verlies oder einem Kerker. Zum Glück war der Gang nicht

lang, andernfalls wäre ich vielleicht doch zurückgerannt.

Das unangenehme Schweigen machte mich noch verrückt.

Zunehmend sehnte ich mich nach dem lauten Trubel der Feier, vor

dem ich zuvor an die frische Luft geflüchtet war und von dem wir

hier unten nichts mitbekamen. Zugegeben, das Ambiente passte

als Kulisse eines Horrorfilms und als ich am Boden eine Kellerassel

erspähte, kreischte ich auf, als wäre mir ein Gespenst begegnet.

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