Leseprobe Hunter - Katharina-sommer

nadineskonetzki

Manchmal genügen wenige Worte, um deine Welt zum Einsturz zu bringen … Merke dir, wenn du nach Geheimnissen suchst, findest du die düstersten häufig genau dort, wo sie dir schon immer am nächsten waren: in deiner Familie.

Oh Sweet Sixteen. Erst an ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt Ginny, dass sie zu einer Familie von Dämonenjägern gehört. Sie hat kaum Zeit, sich mit ihrem neuen Schicksal anzufreunden, denn die Dämonen gewinnen an Macht und die Clans stehen kurz vor dem Zerfall. Jetzt gibt es kein Zurück. Die Jagd hat begonnen und Ginny steckt mittendrin.

Leuten, die ich großteils gar nicht kannte. Daher entschied ich

mich, ein wenig frische Luft schnappen zu gehen. Mein Hintern

tat vom Sofaalbtraum weh und meine Beine fühlten sich vom

langen Sitzen ganz taub an, weswegen ich steifer ging als normal.

Nichts von der sonstigen Grundeleganz.

Ich seufzte. Erst wenige Stunden sechzehn und ich kam mir

schon uralt vor.

Je weiter ich mich vom Salon entfernte, umso leiser wurde es

und ich konnte mich endlich ein wenig entspannen. Mit einem

tiefen Seufzer ließ ich meine Schultern nach unten sinken,

streckte meine Gliedmaßen durch und drehte meinen Kopf, um

meinen verspannten Nacken zu lockern.

Der Hauptflur war sonnendurchflutet und die hohen Altbaufenster

in den Garten geöffnet – alles in allem ein fantastischer

Sommertag. Besonders für schottische Verhältnisse.

Tief durchatmend, lehnte ich mich aus dem Fenster und ließ

mir die zarten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Mit geschlossenen

Augen genoss ich für einen Augenblick die Ruhe. Etwas, das

ich im Internat in London unter normalen Umständen nur sehr selten

erlebte. Hier war es so idyllisch und ruhig – es fehlten nur noch

Heidi und Peter, die mit ihren Ziegen durch den Garten tanzten.

»Das kannst du nicht machen!«, ließ mich die harsche Stimme

meines Vaters aufschrecken.

Im ersten Moment dachte ich, er meinte mich und meine Ziegen-Tagträume.

Erschrocken drehte ich mich in alle Richtungen,

doch niemand war im Flur.

»Natürlich, uns bleibt doch gar nichts anderes übrig«, sagte

nun mein Großvater.

Spät, aber doch registrierte ich, dass sie im Garten redeten.

Vermutlich, um ungestört zu sein. Wie immer halt.

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