SIFAT 2 / 2018 - Sonderheft: Noor-un-Nisa Inayat Khan

LebensBuecher

In diesem Sonderheft erinnern wir an die erste Frau, die kürzlich in die Silsila des Inayati-Ordens aufgenommen wurde. Noor Inayat Khan war Schriftstellerin, Kinderbuchautorin und Widerstandskämpferin im 2. Weltkrieg. 1943 wurde sie von der Gestapo in Paris verhaftet und nach einem Jahr Isolationshaft nach Dachau versetzt. Dort wurde sie nach langer Folter im Alter von 30 Jahren am 13. September 1944 hingerichtet. Ihr letztes Wort war: Liberté.

Zeitschrift für Universalen Sufismus

Denkmal im Gordon Square, London

46. Jg.

Heft 2

September 2018

Noor-un-Nisa Inayat Khan


SIFAT 1 / 2016

SIFAT Impressum 2 / 2018

Sufismus

ist eine uralte Weisheit und zugleich eine Methode der geistigen Schulung,

die Menschen befähigen soll, diese Weisheit in ihrem täglichen Leben zu

verwirklichen.

Wer dem Universalen Sufismus

folgen will, wie ihn Hazrat Inayat Khan und seine Nachfolger gelehrt haben

und lehren, ist nicht auf bestimmte Dogmen, Rituale oder spirituelle Techniken

festgelegt.

Der Universale Sufismus baut eine Brücke über die Unterschiede und Grenzen

hinweg, die die Menschen und Religionen voneinander trennen. Er ermöglicht

Menschen auch, ihre eigene Religion besser zu verstehen und zu leben, weshalb

jeder diesen Weg gehen kann, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit.

Hazrat Inayat Khan

wurde am 5. Juli 1882 in der indischen Stadt Baroda

geboren. Seine hoch angesehene Familie war durchdrungen

vom Geist mystischer Religiosität und von der

Liebe zur klassischen indischen Musik. Inayat Khan war

von Kind auf in Kontakt mit den geistigen Traditionen

des Islam wie des Hinduismus, in einer Atmosphäre

freundlicher Toleranz über alle konfessionellen Grenzen

hinweg. Im Jahre 1910 bekam er von seinem spirituellen

Lehrer, Abu Hashim Madani, der der Sufi-Tradition der

Chishtis angehörte, den Auftrag, den Sufismus in den Westen zu bringen. Hier

wurde er der Begründer und das geistige Oberhaupt (Pir-o-Murshid) der Sufi-

Bewegung und ihrer esoterischen Schule, des Inayati-Ordens, und er schuf den

Universellen Gottesdienst. Längere Zeit lebte er in Suresnes bei Paris, von wo er

oft zu Reisen in die ganze westliche Welt aufbrach. Seine Vorträge füllen die 13

Bände seiner „Sufi Message“. Er starb am 5. Februar 1927 in New Delhi.

Hazrat Inayat Khans Lehre und die seiner Nachfolger ist geprägt von einer

umfassenden Toleranz, einer Verehrung und Liebe zu allen Propheten und Heiligen

der Menschheit und einem Verständnis gegenüber der Vielfalt der religiösen

Traditionen und Lebenserscheinungen.

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SIFAT 2 / 2018

Inhaltsverzeichnis

Sonderheft

Pirzadi-Shahida Noor-un-Nisa Inayat Khan

Vorwort der Redaktion 4

Pir Zia Inayat-Khan: Die Bedeutung der Silsila 5

Pir Vilayat Inayat Khan:

Erinnerungen an meine Schwester Noor-un-Nisa 7

Claire und David Ray Harper: Wer war Noor Inayat Khan 11

Shrabani Basu: Noor-un-Nisa 13

Aus Noor-un-Nisa Inayat Khans Schriften:

Noor und ihre Familie 16

Für unsere Amma 17

Für Vilayat 18

Das Lied der Nacht 18

Ein Wunsch 19

Das Lied des Ozeans 19

Auf der Flucht nach England 21

Schneeglöckchen 22

Kerstin Fatiha Streuff: Stiftungsgründung 'Noor Inayat Khan' 24

Umfrage: Welche Bedeutung hat Pirzadi Noor-un-Nisa für mich? 27

Raqib Gerhard Kittel: Meine Aktivitäten in Pforzheim 32

Noor-un-Nisa Inayat Khan: König Akbar und seine Tochter 33

Angelika Eisenmann: Erinnerungsarbeit in der Gedenkstätte

Dachau am Beispiel Noor-un-Nisa Inayat Khans 36

Tanja Lati`hifa Mancinelli: Gedenkfeier für Noor-un-Nisa

im ehemaligen KZ Dachau 2017 41

Frau Dr. Kringele: Ansprache für Noor-un-Nisa Inayat Khan

in der Gedenkstätte Dachau 1996 43

David Ray Harper: Princess Spy | Prinzessin Geheim 45

Noor Inayat Khan: Drei Nacherzählungen aus den Jataka-Märchen 47

Internationale Schulprojekte zum Wirken von Noor Inayat Khan 50

Armaiti Winkler-Reber: Noor Inayat Khan: Aède von Ozean u. Land 52

Sufi-Gemeinschaften: Die Inayati-Gemeinschaft in Bremen 53

Vorstellung: Ein Friedens-Garten 55

Blick aus dem Fenster: 3 Ausstellungen 56

Impressum | Adressen und Informationsquellen | Fehlerteufel 59

Projekte 60

Pir Zia Inayat-Khan: Aufnahme Noor Inayat Khan in die Silsila 62


Vorwort der Redaktion

SIFAT 2 / 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

der letzte Sommermonat bringt uns schon die ersten Herbsttage. Wir vermuten,

dass etliche SIFAT-Leserinnen und Leser an inspirierenden sommerlichen

Sufi-Treffen teilgenommen haben, wie der Ruhaniat-Sommerschule im norddeutschen

Wendland, dem Sommercamp des Inayati-Ordens in den Schweizer

Alpen oder der Sommerschule des Sufi Movement im holländischen Katwijk.

Im Schweizer Sommercamp war in diesem Jahr sicherlich insbesondere die spirituelle

Präsenz Pirzadi Noor-un-Nisas zu empfinden, denn ihr hatte Pir Zia

Inayat-Khan die erste Camp-Woche in besonderer Weise gewidmet.

In diesem SIFAT möchten wir vertiefend an diese erste Frau erinnern, die

kürzlich in die Silsila des Inayati-Ordens aufgenommen wurde. In Heft

1/2018 berichteten wir darüber (die Deklaration siehe Seite 62). Wir widmen

es ausschließlich dem Andenken Noor-un-Nisas, wie Murshid Hazrat Inayat

Khan und Pir Vilayat bereits früher in ähnlicher Form gewürdigt wurden.

Den Anfang bilden Zitate aus einem Vortrag Pir Zias von 1999 über die

Bedeutung der Silsila für die Zukunft des Inayati-Ordens.

Es folgen einige sehr berührende schriftliche Erinnerungen aus den Familien

Khan/Harper über Noor-un-Nisa. Außerdem lassen wir ihre indisch-britische

Biografin Shrabani Basu zu Wort kommen.

Noor-un-Nisa war in ihrem kurzen Leben selbst eine kreative Schriftstellerin.

Es gibt von ihr einige bekannte Nacherzählungen internationaler Märchen, die

sie als angehende Kinderpsychologin bereits in Frankreich veröffentlichte. Noor

schrieb daneben auch Gedichte und verfasste Prosa-Texte. Von diesen, z.T. noch

wenig bekannten Perlen enthält unser Heft einige Kostproben. Sie stammen zu

großen Teilen aus dem Buch „We Rubies Four“ von ihrer Schwester Claire Ray

Harper und deren Sohn David, erschienen in englischer Sprache im Omega-

Verlag. Pir Zia hat darüber hinaus kürzlich ein Theaterstück von seiner Tante

entdeckt, es der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und im Sommercamp als

einen bisher verhüllten Text behandelt, dessen Zeit jetzt gekommen ist.

Einen weiteren Schwerpunkt dieses Heftes bildet der Kampf Noors im

Widerstand gegen die Naziherrschaft in Europa. Außerdem berichten wir

von den vielfältigen, internationalen Aktivitäten, die der Erinnerung an diese

couragierte, verantwortungsbewusste und selbstlose Frau gelten. Sie ist als junge

Frau ihren Weg aus einem tiefen spirituellen und humanistischen Wissen heraus

gegangen. Sie tat was zu tun war. Ausdrücklich möchten wir uns hier bei

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SIFAT 2 / 2018

Pir Zia Inayat-Khan: Die Bedeutung der Silsila

den vielen Autorinnen bedanken, die uns über ihre Erinnerungsarbeit berichtet

haben oder uns an ihren persönlichen Gedanken und Gefühlen zu Noor-un-

Nisa Inayat Khan beteiligt haben.

Bei der Arbeit zu diesem SIFAT recherchierten wir über viele mutige Zeitgenossinnen

Noors und couragierte Frauen unserer Tage, die ähnlich konsequent

wie sie ihr Leben einer gelebten weiblichen Spiritualität gewidmet haben. Wir

werden sie im nächsten SIFAT würdigen.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen

Hans-Peter Baum, Detlef Qalbi Marzke, Claudia Nüssen, Michael Nüssen,

Regina Armaiti Winkler-Reber

Pir Zia Inayat-Khan

Die Bedeutung der Silsila

Bereits im Sommer 1999 hielt Pir Zia Inayat-Khan beim Leitertraining des amerikanischen

Sufiordens eine Reihe von Vorträgen über die Silsila, die Kette der geistigen

Vorfahren Hazrat Inayat Khans in der Tradition des Chishti-Ordens/ arabisch:

der Chishtiyya. Aufgrund der Aufnahme von Noor-un-Nisa in die Silsila des

Inayati-Ordens drucken wir einige Auszüge daraus ab:

Ich erhebe nicht den Anspruch über die Silsila umfassendes Wissen zu besitzen,

aber ich habe eine gründliche Studie gemacht über das Wesen dieser

Tradition und die Tradition selbst, um besser zu verstehen. Mein Gefühl ist,

dass es sehr hilfreich ist zu wissen, wer wir waren, um zu wissen, wer wir sind

und wohin wir gehen. Da bedeutet natürlich nicht, dass wir bloß eine Art von

Nostalgie für eine Goldene Zeit entwickeln und diese verlorene Goldene Zeit

wieder heraufbeschwören sollen, wie es, glaube ich, einige tun. Aber wir können

von unserer Vergangenheit lernen.

Wenn wir die Liste unserer Silsila ansehen, mag das sowohl positive als auch

negative Empfindungen hervorrufen. Die positiven Gefühle betreffen das, was

Hazrat Inayat Khan selbst in „A Sufi Message of Spiritual Liberty“ erwähnt.

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Pir Zia Inayat-Khan: Die Bedeutung der Silsila SIFAT 2 / 2018

Er sagt, die Silsila sei wie ein Strom von Energie, der über all die Jahrhunderte

in Bewegung gehalten wurde; ein Strom, an den viele Lampen angeschlossen

wurden, und indem wir uns selbst diesem Strom anschließen, erhalten wir die

ganze Kraft dieser Energie, zu der wir isoliert davon keinen Zugang hätten. Für

viele von uns ist das Bewusstsein, dass wir mit diesem Strom verbunden sind,

eine Quelle großer Kraft und Vitalität.

Es gibt auch einige negative Empfindungen, denke ich. Wenn man diese Liste

betrachtet, sieht man einerseits eine einzige Auflistung von Autoritätspersonen.

Es scheint völlig hierarchisch und elitär zu sein. Dazu möchte ich sagen,

dass es sehr wichtig ist zu verstehen, dass dies in Wahrheit ein Teil der Silsila

ist, nicht die Silsila selbst. Sie wissen, das Wort „silsila“ bedeutet Kette, und im

übertragenen Sinne eine Überlieferungskette, eine Kette von Herz zu Herz.

Im Fall unseres Ordens ist es so, dass Hazrat Inayat Khan viele Kalifen hatte.

Jeder Kalif vertritt die Linie und hat eine eigene Silsila. Das hat Bedeutung

für unsere Beziehung mit anderen Sufi-Gruppen, die von Hazrat Inayat Khan

abstammen. Sie haben auch ihre Silsila durch Hazrat Inayat Khan, und unsere

Silsila ist kein Widerspruch zu ihrer. Das gilt auch für diese Generation; mein

Vater hat so viele Repräsentanten, und ein Repräsentant ist ein Kalif. Das Wort

Repräsentant ist tatsächlich die bestmögliche Übersetzung des Wortes Kalif.

Das Wort Kalif selbst geht natürlich auf den Qur`an zurück. Der Mensch ist

der khalifatu Ilah fi-l-ard, der Repräsentant Gottes auf Erden.

Der zweite negative Aspekt betrifft einen sehr bedeutsamen Punkt; tatsächlich

ist die Silsila eine Liste ausschließlich von Männern. Sogar wenn man die

anderen Linien betrachtet, die mit dieser verwoben sind, findet man stets Listen

von Männern. Wie ich bereits sagte, das Studium des klassischen Sufismus führt

uns zu neuen Perspektiven für unsere Arbeit, und auch zu einer größeren Wertschätzung

unseres eigenen Beitrags und für die Weiterentwicklung, die unser

heutiges Denken darstellt. Manchmal waren die Sufis dem Denken ihrer Zeit

und Kultur voraus. Im Allgemeinen war die Kultur, in der sich ihr Denken entwickelte,

eine, in der Frauen keine öffentliche Aufgabe hatten. In vielen Fällen

haben traditionelle Sufis nur das konventionelle Denken bestätigt. In anderen

Fällen haben Sufis die Konventionen jedoch hinter sich gelassen und haben

wagemutig Neuerungen zugelassen. Unglücklicherweise jedoch sind sie dort,

wo es um die Tradition des institutionellen Sufismus geht, einen Kompromiss

eingegangen und haben sich an die Bedingungen der Kultur gehalten, in der sie

sich bewegten und in der sie lebten. Und damals war es Frauen kulturell nicht

möglich, am sozialen Leben teilzunehmen, wenn das bedeutete, mit Männern

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SIFAT 2 / 2018

Pir Vilayat Inayat Khan: Erinnerungen an meine Schwester

zusammenzukommen, die nicht zu ihrer Verwandtschaft zählten.

Es war eine streng geregelte Gesellschaft, und das ist nicht nur so gewesen in

der mittelalterlichen muslimischen Welt, sondern auch in der mittelalterlichen

europäischen Welt. Das mittelalterliche Patriarchat in Ost und West, das

gab es damals nicht nur im Islam. Wir nehmen unsere eigene Gesellschaft als

gegeben, so als ob es immer schon so gewesen wäre, und vergessen, dass das eine

sehr junge Entwicklung ist. Anstatt die Dinge zu beschönigen, gebe ich ganz

offen zu, dass die Tradition im Sufismus so war, dass Männern die Rolle des

Kalif gegeben wurde, Frauen aber nicht. Wir müssen das bedenken in unserem

Bild der Vergangenheit. Aber ich glaube, das bedeutet nicht, dass wir deshalb

die Männer, die diese Rollen annahmen, geringschätzen sollen. Wo immer es

jedoch möglich ist, sollten wir uns der großen Frauen erinnern, und wenn man

genau schaut, findet man Bedeutsames. Ich werde versuchen, das in meinen

Vorträgen zu berücksichtigen.

Pir Zia Inayat-Khan (1971) ist Schüler und Lehrer in der Sufi-

Linie seines Großvaters Hazrat Inayat Khan. Er ist Präsident des

Inayati-Orden und Gründer der Suluk Academy, einer Schule für

kontemplative Studien in den USA und Europa.

Pir Vilayat Inayat Khan

Erinnerungen an meine Schwester Noor-un-Nisa

I

ch erinnere mich. Ja, ich erinnere mich! Ja, Noor ist da, immer, irgendwo in

meinem Geist, in meiner Seele.

Ich erinnere mich an ihre weise Art zu handeln, als wir noch Kinder waren,

an mütterliche Fürsorge für uns, von ihr, die ja nur zwei Jahre älter war als ich.

Ich erinnere mich an ihre Liebe zu Blumen, zu allen schönen Dingen, an ihre

Tränen, überwältigt von der Schönheit der heiligen Gesänge, die Abba, unser

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Pir Vilayat Inayat Khan: Erinnerungen an meine Schwester SIFAT 2 / 2018

Vater, für uns sang.

Wir bekamen unseren Vater selten zu Gesicht, außer, wenn er von Schülern

umgeben war oder wenn er kam, um uns eine „Gutenachtgeschichte“ vor dem

Schlafengehen zu erzählen. Er war der Vater, der Murshid der großen Familie

seiner Schüler. Wir ahnten nur, was gemeint war, wenn unsere Schulkameraden

von Erlebnissen mit ihrem „Dad“ redeten. Ich erinnere mich, wie Noor

uns eines Tages zu sich rief und sagte: „Habt ihr heute Morgen Abbas Augen

gesehen?“ Und als unser Vater die Tür zum orientalischen Zimmer für seinen

nächsten Schüler, Murid, öffnete, konnten wir das unglaubliche Leuchten, das

Feuer in seinen Augen kaum fassen! Noor hörte jedes Mal hochkonzentriert und

mit Hingabe zu, wenn Murshid uns seine Kinderklasse im Garten gab. Diese tiefen

Eindrücke erblühten in ihr und entwickelten sich in ihren Jataka Tales, der

ersten Manifestation von Noors Plan, die Lebensgeschichten aller Propheten

der Weltreligionen zu erzählen, ein Plan, der unglücklicherweise durch die uns

bevorstehenden Tragödien zunichtegemacht werden sollte.

Einige Gedichte erzählen von ihrer tiefen Verbundenheit mit den Gedemütigten,

den Leidenden, den Unterdrückten, von ihrem Bestreben, die freimütigen

Zukunftsträume von Kindern zu würdigen, hohe Ideale zu bewahren, um so

den Zynismus und die Bitterkeit unserer Gesellschaften zu überwinden. Noor

erwog sogar die Herausgabe einer eigenen Zeitung für Kinder, die sie „The New

Age“ nennen wollte – eine geradezu prophetische Vorwegnahme jenes Begriffes,

der später zu einem Schlüsselwort der Moderne werden sollte!

Wer hätte je gedacht, dass jenes blasse, scheue Mädchen, das einst den

ersten Preis für Kameradschaftlichkeit erhielt, und zwar von eben jenen

Mitschülerinnen, die sie zunächst wegen ihrer olivfarbenen Haut verachtet und

ausgeschlossen hatten und deren Herzen sie dann doch erobern konnte, dass

jenes Mädchen eine Kriegsheldin werden würde, die der brutalen Gestapo so

lange mutig und klug die Stirn bieten sollte, bis sie von einem vermeintlichen

Freund verraten wurde?

Mit der Nachricht vom Tode unseres Vaters verdüsterte sich unsere Welt.

Unsere Mutter, so sanftmütig, so liebevoll und so fragil, brach zusammen und

blieb für elf Jahre ans Bett gefesselt, und dann erreichten uns die bösen Vorzeichen

des Krieges. Noor war in dieser Zeit unsere kleine Mutter, sie sorgte

für alle unsere Bedürfnisse, verarztete unsere Erkältungen und stand uns bei in

unseren geheimen kindlichen Nöten und Bedrängnissen. Als wir heranwuchsen,

wurden unsere gequälten Herzen durch die Gnade der Musik gerettet.

Unser ganzes Haus vibrierte von Musik. Noor spielte Harfe, Claire Klavier,

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SIFAT 2 / 2018

Pir Vilayat Inayat Khan: Erinnerungen an meine Schwester

Hidayat Violine und ich Cello. Wir engagierten

einen genialen fünfzehnjährigen Violinisten, Janski,

von dem die Professoren des Konservatoriums und

der „Ecole Normale de Musique“ übereinstimmend

erklärten, sie könnten ihm nichts mehr beibringen.

Wir studierten unter Nadia Boulanger, Strawinski,

Prokofiev, Paul Dukas, Wanda Landowska und

Thibaud. Noor und ich begleiteten 1935 meinen

Cello-Lehrer Maurice Eisenberg auf einer Reise zu

Pablo Casals nach San Vicente, einem Seebad an der

Costa Brava. Zur Überbrückung einer schwierigen

Lebensphase verbrachte ich auch einige Zeit mit ihr

in Champery, in den Schweizer Alpen.

Dann zogen bereits wie Sturmwolken die dunklen

Vorboten jener Ereignisse auf, die unser

Leben zerstören sollten. Im Radio hörten wir die brutal-hysterische Stimme

Hitlers: „Meine Geduld ist am Ende“ – hätte er doch nur erkannt, dass er

selbst die Geduld von Millionen Menschen über alle Maße strapazierte und

deren Träume von einer besseren Welt missbrauchte, um sich damit zu schmücken!

Wir hofften auf eine Gnadenfrist… aber nein, kurz nachdem wir von

schrecklichen Plünderungen und Brandschatzungen erfahren hatten, hörten

wir auch schon die Kanonen der Nazis vor den Toren von Paris. Wir mussten

uns entscheiden: entweder wir blieben und unterwarfen uns dem abscheulichen

Regime – oder wir schlugen uns auf die Seite derer, die der Flut des Unheils

heldenhaft Widerstand leisteten.

Noor und ich berieten uns. Im Dienst an der Botschaft der Einheit allen

Seins hatten wir immer Respekt gepredigt vor allen Religionen, allen Ethnien,

dem Göttlichen im Menschen. Nun wurden wir geprüft: Waren dies nur leere

Worte gewesen oder würden wir mit unseren Leben für das einstehen, was wir

uns selber geschworen hatten? Die Nachrichten über unfassbare Grausamkeiten

und schändliche Missachtungen, selbst der elementarsten Menschenrechte

in den Konzentrationslagern hatten uns erreicht. Doch sobald du bereit bist,

Gewalt mit Gewalt zu erwidern, hast du Teil an der Gewalt, gegen die du zu

kämpfen vorgibst! Von ganzem Herzen glaubten wir an die Gewaltlosigkeit

Gandhis. Nun kam also die Prüfung. „Aber“, sagte ich, „angenommen ein Nazi

mit einer Maschinenpistole ist gerade dabei achtzig Gefangene zu erschießen,

und es gäbe keinen anderen Weg die Gefangenen zu retten, außer den Nazi zu

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Pir Vilayat Inayat Khan: Erinnerungen an meine Schwester SIFAT 2 / 2018

erschießen; würdest du dann nicht den Nazi erschießen, so hättest du doch die

Verantwortung zu tragen für den Tod von achtzig Gefangenen!“ Wir entschlossen

uns, eine defensive Funktion zu übernehmen und uns tapfer in der vordersten

Linie der Abwehr einzubringen. Meine Ausbildung als Kampfpilot musste

ich wegen eines nicht bestandenen Augentests abbrechen, daraufhin trainierte

ich im Rang eines Offiziers der British Navy auf Minensuchbooten und nahm

schließlich an der Landung der Alliierten in der Normandie teil. Niemals hätte

ich damit rechnen können, dieses Gemetzel zu überleben, da meine Kameraden

und ich in unseren winzigen hölzernen Schnellbooten den Angriffen der

deutschen Geschütze vor der Küste in vorderster Linie ausgesetzt waren. Claire

verpflichtete sich beim Auxiliary Territorial Service (ATS). Unsere Mutter diente

als Krankenschwester. Hidayats Frau, zu jener Zeit schwanger mit Fazal, blieb

in Frankreich.

Noor aber meldete sich freiwillig für die gefährlichste Aufgabe von allen,

den Dienst inmitten des gnadenlosen Feindes, sie arbeitete als Funkerin

und hielt so die Verbindung zwischen dem britischen Kriegsministerium und

dem französischen Untergrund aufrecht. Noor befand sich mitten im Zentrum

des Kriegsgeschehens, und ihre Nachrichten trugen entscheidend zur taktischen

Vorbereitung der Invasion bei. Schließlich wurde sie an die Gestapo verraten.

Ihr Martyrium überstieg alles, was ein Mensch ertragen kann.

Sobald die siegreichen Alliierten auf dem Vormarsch waren, wurde das gegen

sie vom Stabsquartier erlassene Todesurteil vollstreckt. – Ihr Gefängniswärter

sprach später davon, wie sehr ihm das

leidgetan habe, da sie ihm ein Ehrfurcht

gebietendes Vorbild und eine Quelle

der Inspiration gewesen sei.

Das einzige Wort, das sie sprach (das

tapfere Mädchen), bevor sie von hinten

erschossen wurde, lautete „Liberté“,

Freiheit. Mit ihrem Aufschrei „Liberté´“

gab sie Milliarden Menschen unseres zu

Pir Vilayat und Claire halten das George Cross

in den Händen, das Noor-un-Nisa für ihren

Einsatz als SOE-Agentin erhalten hat

Planeten, unserer Epoche, unserer Zeit

eine Stimme für ihr Streben nach Freiheit

und in ihrer Auflehnung gegen

Unterdrückung. Diese Stimme erklingt

als Echo durch die Jahrzehnte, während

wir versuchen, eine schöne neue Welt

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SIFAT 2 / 2018

Claire und David Ray Harper: Wer war Noor Inayat Khan?

bauen: das Nouvel Age. Noors Martyrium führte sie in eines eben jener Konzentrationslager,

deren Opfer sie sich zu retten geschworen hatte.

Ich erinnere mich an einen Besuch von Noor in London, kurz vor ihrer

Abreise. Man stelle sich vor: sie nahm sich tatsächlich die Zeit, mein Zimmer

aufzuräumen! Dabei erklärte sie, sie dürfe mir die geheimen Begleitumstände

ihrer Mission nicht enthüllen. Ihre größte und einzige Sorge galt dem Schmerz,

den sie unserer Mutter bereiten würde. Als ich ihr das letzte Mal in die Augen

blickte, überfiel mich die schreckliche Vorahnung, dass ich sie niemals wiedersehen

würde, zumindest nicht in ihrer irdischen Gestalt. Was die Zukunft bringen

wird, weiß ich nicht, aber Noor ist immer da, in meinem denkenden Geist,

meinem Herzen und meiner Seele.

Manchmal frage ich mich, ob diejenigen, die heute ein Leben in Wohlstand

führen oder zumindest die hoch geschätzte politische Freiheit in unseren

modernen Gesellschaften genießen, überhaupt realisieren, dass sie dies jenen

Menschen zu verdanken haben, die dafür gestorben sind und dafür Folterqualen

erdulden mussten. Noors Funksprüche jedenfalls waren für den Ausgang des

Krieges entscheidend.

Ihr Geist hat viele Frauen inspiriert, die in ihr den Archetypus des weiblichen

Ritters verwirklicht sehen. Ihr Geist lebt weiter, wo immer der Ruf nach Freiheit

unser tapferes Einstehen dafür fordert.

Pir Vilayat Inayat Khan, 1993

Claire und David Ray Harper

Wer war Noor Inayat Khan?

W

ie alle anderen auch, so saß sie inmitten der vielen Murids, der Schüler,

die sich aus aller Herren Länder zusammengefunden hatten, und sog in

atemloser Spannung die inspirierenden Worte des großen Sufi-Meisters in sich

auf.

Obwohl noch ein Kind, fühlte sich Noor innig verbunden mit der Quelle

östlicher Mystik und universeller Weisheit, die der westlichen Welt von dem

erleuchteten indischen Lehrer, Dichter und Musiker Pir-o-Murshid Inayat

Khan geschenkt wurde, der, wie es das Schicksal für sie vorgesehen hatte, auch

ihr Vater war.

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Claire und David Ray Harper: Wer war Noor Inayat Khan? SIFAT 2 / 2018

Noor wuchs in der Nähe von Paris auf, in einem Haushalt, der bis zum Rande

mit orientalischer Tradition erfüllt zu sein schien, doch genoss sie eine nonkonformistische

Erziehung. Ihre Mutter, Ora Ray Baker, war Amerikanerin, Noor

wurde auf die örtlichen französischen Schulen geschickt und pflegte, bei Vielen

beliebt, zahlreiche Begegnungen und Freundschaften. All dies trug dazu bei, in

ihr eine einzigartige Mischung aus westlichen und östlichen Kulturen hervorzubringen.

Als junges Mädchen entwickelte Noor ein starkes Interesse für Poesie. Ihr

wachsendes Talent wurde von der Leidenschaft zur Musik ergänzt. Sie erhielt

Musikunterricht, lernte Harfe und Klavier und gemeinsam mit ihren beiden

Brüdern Vilayat und Hidayat und ihrer Schwester Claire musizierte sie regelmäßig

im Salon des Hauses auf Empfängen und besonderen Veranstaltungen,

die für die zahlreichen Anhänger und Besucher von Pir-o-Murshids Kursen

und Seminaren organisiert wurden. Noor war erst dreizehn, als ihr Vater unerwartet

verstarb. Ein Schicksalsschlag, der ihre verzweifelt trauernde Mutter so

schwächte, dass Noor bald die Verantwortung für die Erziehung ihrer jüngeren

Geschwister übernahm. Trotz ihrer familiären Verpflichtungen als „kleine

Mutter“ zeigte sie weiterhin sehr gute Leistungen in der Schule und in ihren

künstlerischen Arbeiten.

Mit Anfang Zwanzig entwickelte Noor ihre literarischen Fähigkeiten weiter,

sie verfasste Geschichten auf Englisch und Französisch, und akzeptierte

das Angebot Figaro Litteraire, einem bekannten französischen Zeitschriftenjournal,

eine eigene Kolumne mit Geschichten für Kinder zu schreiben.

Als Mittzwanzigerin erwartete Noor eine verheißungsvolle Zukunft in der

französischen Literaturszene. Sie genoss die Gemeinschaft mit ihrem musikalisch

talentierten jüdischen Verlobten Azeem Goldenberg, der ihr bei ihren

Kompositionen zur Seite stand, und drang tiefer und tiefer in den schöpferischen

Prozess des Schreibens ein. Ihre wunderschön illustrierten Twenty Jataka

Tales, Neudichtungen alter indischer Fabeln und Gleichnisse, waren einige Jahre

zuvor publiziert worden, was ihr in der Öffentlichkeit den Rang einer Kinderbuchautorin

verlieh.

Weiterführende Pläne und literarische Projekte waren herangereift, als die

Bedrohung des Krieges Noors Zukunft in Paris zunichtemachte.

Claire Ray Harper, geboren als Khairunisa Inayat Khan, jüngste Tochter von Ora Ray Baker

und Hazrat Inayat Khan, und ihr Sohn David, in: We Rubies Four;

The Memoirs of Claire Ora Harper, Omega Publications 2011

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SIFAT 2 / 2018

Shrabani Basu: Noor-un-Nisa

Shrabani Basu

Noor-un-Nisa

1940, als die deutsche Armee kurz vor Paris stand, trafen Noor und ihr Bruder

Vilayat einen grundlegenden Entschluss, der ihr Leben verändern würde.

Obwohl sie Sufis waren und an Gewaltlosigkeit glaubten, beschlossen sie, nach

England zu gehen und sich freiwillig zum Kriegseinsatz zu melden.

Im zerbombten London meldete Vilayat sich bei der Royal Air Force und Noor

bei der Women’s Auxiliary Air Force. Dort wurde sie als Funkerin ausgebildet

und wurde Mitglied der ersten Gruppe von Frauen in diesem Gebiet.

Doch während Noor Übungen mit dem Morsealphabet tippte, kam sie in den

Blick der Special Operation Executive(SOE), die nach Personen mit Sprachkenntnissen

suchte. Die SOE war eine Aufbruch-Einrichtung, die von Churchill

gegründet wurde, um Widerstandsbewegungen in besetzten Ländern zu

unterstützen. Ihre Aufgaben waren Sabotage und die Versorgung des Widerstands

mit Waffen und Geld.

Noor wurde zu einem Vorstellungsgespräch bei der SOE eingeladen. Man

sagte ihr, sie würde nach einer Ausbildung als Agentin ins besetzte Frankreich

geschickt werden. Sie wäre ohne Schutz, da ohne Uniform, und sie würde

erschossen, falls sie gefangen würde. Ohne zu zögern sagte sie, sie würde die

Aufgabe annehmen.

Sie wurde jetzt als Geheimagentin ausgebildet. Es war eine klassische Agentenausbildung.

Sie lernte, mit Waffen und Sprengstoff umzugehen, Schlösser

aufzubrechen, lautlos in der Dunkelheit zu töten, Quellen zu finden, tote und

lebende Briefkästen zu nutzen, verschlüsselte Nachrichten zu senden und ihr

Morsealphabet zu verbessern. Ihr Deckname war Madeleine.

Schließlich kam die Anordnung zum Aufbruch. Nur mit einem falschen Pass,

etwas französischem Geld, einer Pistole und einem Satz von vier Pillen, darunter

eine tödliche Cyanid-Pille, bereitete sich Noor auf ihren gefährlichen Einsatz

vor. In der Vollmondnacht des 16. Juni 1943 wurde sie heimlich über den Kanal

geflogen. Auf französischem Boden angekommen, machte sie sich allein nach

Paris auf und schloss sich dem Kreis an. Es war der größte SOE-Kreis in Europa,

mit Namen Prosper. Schon bald gewöhnte Noor sich ein und begann mit der

Übermittlung.

Kaum eine Woche später traf eine Katastrophe den Prosper-Kreis. Alle führenden

Agenten wurden von der Gestapo verhaftet und ihre Funkgeräte erobert.

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Shrabani Basu: Noor-un-Nisa SIFAT 2 / 2018

Noor wurde mitgeteilt, sich sofort zu verstecken. Zusammen mit einem weiteren

SOE-Agenten tauchte sie unter und sammelte Informationen über Verrat

und weitere Verhaftungen, als die Geheimpolizei näherkam. Schließlich setzte

London sich mit ihr in Verbindung und forderte sie zur Rückkehr auf, da es zu

gefährlich war zu bleiben. Doch Noor lehnte ab, als sie erkannte, dass sie der

einzig verbliebene Funkkontakt zwischen London und Paris war.

Mitte August war Noor die einzige britische Agentin in Paris. Im Alleingang

führte sie nun die Arbeit von sechs Funkern aus. Die nächsten drei

Monate konnte Noor in einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel, das von der

Gestapo gegen sie gespielt wurde, überleben.

In genauer Einhaltung der Regeln aus ihrer Ausbildung wechselte sie häufig

ihre Position, hielt die Übertragungen kurz und änderte auch ihr Aussehen

durch ständig neues Färben ihrer Haare. Noors Funkmeldungen halfen London,

Orte für Abwürfe der Luftwaffe genau festzulegen, die französische Résistance

mit Geld und Waffen zu unterstützen und die sichere Rückkehr verletzter

Piloten zu organisieren. Die Nazis wussten von ihr und konnten auch ihre

Übertragungen mithören, doch sie konnten sie nicht fangen.

In London staunten ihre Kollegen und Vorgesetzten über ihre Effizienz. Während

die meisten Funker sich sechs Wochen halten konnten, arbeitete Noor drei

Monate lang im Geheimen. Ihre Nachrichten waren einwandfrei und ihr Funk-

Ausbilder war in besonderer Weise stolz auf sie.

Aber die Schlinge zog sich um Noor zusammen. Gegen Mitte Oktober war sie

immer noch sicher und hätte einen Rückflug aus Frankreich erreicht, wenn sie

nicht verraten worden wäre. Noors Adresse wurde den Nazis für 100 000 Francs

verkauft. Mit dieser Information verhaftete die Gestapo sie und brachte sie in

ihr Hauptquartier in der Avenue Foch 84. Noor versuchte sofort zu fliehen,

wurde aber gefangen. Ein paar Wochen später unternahm sie einen weiteren

mutigen Fluchtversuch mit zwei anderen Gefangenen, indem sie die Oberlichter

ausbauten und aufs Dach kletterten. Falls diese Flucht Erfolg gehabt hätte,

wäre sie als eine der mutigsten Fluchten in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs

eingegangen.

Noor wurde nun als „hochgefährliche“ Gefangene eingestuft und als erste

weibliche Agentin in ein deutsches Gefängnis geworfen. Sie wurde ins

Gefängnis in Pforzheim am Rande des Schwarzwalds gebracht, wo sie zehn

Monate lang blieb.

Noor wurde in Isolationshaft gehalten, mit Ketten und Fußeisen gefesselt. Sie

konnte nicht selbst essen und sich reinigen. Sie wurde regelmäßig geschlagen,

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SIFAT 2 / 2018

Shrabani Basu: Noor-un-Nisa

gefoltert und verhört, doch sie gab nichts über den Kreis preis und nannte keine

Namen.

Am Abend des 11. September wurde sie aus ihrer Zelle geholt. Sie wurde

in Handschellen nach Karlsruhe gebracht und traf dort auf drei Kolleginnen.

Gemeinsam wurden die Frauen zum Bahnhof gefahren und in den Zug geführt.

Um Mitternacht kamen sie in Dachau an und wurden ins Konzentrationslager

gebracht. Es sollte eine lange Nacht für Noor werden. Die ganze Nacht

hindurch wurde sie getreten und geschlagen. Als ihr gebrechlicher Körper zu

Boden sank, wurde sie aufgefordert, sich hinzuknien und von einem SS-Mann

mit einem aufgesetzten Kopfschuss von hinten erschossen. Ihr letztes Wort war

„Liberté“.

In England hatten ihre Mutter und ihr Bruder den gleichen Traum. Noor kam

auf sie zu, umgeben von blauem Licht, und sagte, sie wäre frei.

Am 16. Januar 1946 verlieh Frankreich Noor das Croix de Guerre, die höchste

zivile Auszeichnung. Drei Jahre später, im Jahr 1949, ehrte England sie mit dem

George Cross.

Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Krieg ist es wichtig, dass Noors

Geschichte bewahrt wird für eine neue Generation, die etwas über die Opfer für

die Freiheit erfahren muss. Noors letztes Wort „Liberté“ wurde auf ein Denkmal

am Gordon Square eingemeißelt, um die Welt an eine wunderbare junge Frau

zu erinnern, die ohne Zögern ihr Leben einsetzte, damit die Welt vom Faschismus

befreit werde.

Aus: Pir Zia Inayat-Khan (Hg.): Caravan of Souls. An Introduction to the Sufi Path of Hazrat

Inayat Khan. New Lebanon NY, 2013, S. 68ff. Übersetzung: H.-P. Baum

Shrabani Basu (geboren in Kalkutta, lebt in London) ist Journalistin und Historikerin. Sie ist Autorin

von Spy Princess. The Life of Noor Inayat Khan. 2010 gründete sie die Stiftung Noor Inayat Khan

Memorial Trust und leitete eine im Fokus der Öffentlichkeit stehende Kampagne zur Errichtung einer

Gedenkstätte für Noor Inayat Khan in London. Das Denkmal wurde am 8. November 2012 von

Prinzessin Anne enthüllt.

15


Blick aus dem Fenster SIFAT 2 / 2018

Eine weitere interessante Ausstellung befindet sich im Jüdischen Museum Hohenems.

Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum in München

erstellt:

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

18. März 2018 bis 17. Februar 2019

Überall in der Welt werden neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um

Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen

öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche sind

durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch

kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen

entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit

und Ausschluss.

„Gilead besetzte die nach Efraim führenden Übergänge des Jordan. Und wenn

efraimitische Flüchtlinge (kamen und) sagten: „Ich möchte hinüber!“, fragten ihn

die Männer aus Gilead: Bist du ein Efraimiter? Wenn er Nein sagte, forderten sie

ihn auf: Sag doch einmal «Schibbolet». Sagte er dann «Sibbolet», weil er es nicht

richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Furten

des Jordan nieder.“ (Buch Richter 12,5/6)

Ausgehend von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und

ihrem Sterben an den Ufern des Jordans in dieser biblischen Erzählung, lädt das

Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller

Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, wo

sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, die wir heute an den Rand unseres

Bewusstseins drängen.

KünstlerInnen

Ovidiu Anton (Wien), Zach Blas (London), Sophie Calle (Paris),

Arno Gisinger (Paris), Vincent Grunwald (Berlin), Lawrence Abu Hamdan

(London/Beirut), Ryan S. Jeffery und Quinn Slobodian (Los Angeles),

Leon Kahane (Berlin/Tel Aviv), Mikael Levin (New York),

Fiamma Montezemolo (San Francisco), Pīnar Öğrenci (Istanbul), Fazal Sheikh

(Zürich)

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SIFAT 2 / 2018

Impressum & Kontakte

Impressum

SIFAT – Zeitschrift für Universalen Sufismus

ISSN 1420-1712

Gegründet 1972 von Karima Sen Gupta, von 1997- 2016 von Marita Ischtar Dvořák und

Wolfgang Huraksh Meuthen herausgegeben

Herausgeber und Redaktion:

Hans-Peter Baum hpbaum@nord-com.net 0049-(0)421 353528

Detlef Qalbi Marzke dmarzke@gmx.de 0049-(0)4105 154416

Michael Nüssen michaelnuessen@t-online.de 0049-(0)40 215439 (V.i.S.d.P.)

Claudia Nüssen claudianuessen@t-online.de 0049-(0)40 215439

Armaiti Winkler-Reber regina-winkler@web.de 0049(0)731-7187642

SIFAT

erscheint i.d.R. dreimal jährlich zum Selbstkostenpreis

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Email oder per Brief – bitte vollständige und deutliche Absenderangaben

Abbestellungen zum Ende des bezahlten ABOs sind jederzeit möglich

Adressen für weitere Informationen

Der Inayati-Orden:

Deutschland: 0049 (0)7127 349 8297, www.inayatiorden.de, sekretariat@inayatiorden.de

dort ist auch das Jahresprogramm erhältlich

Schweiz: 0041(0)56 427 20 21, www.sufismus.ch, paranandi@bluewin.ch

Österreich: 0043 (0)1 319 53 93, sufiorden@gmx.de, franzkrejs@aon.at, www.sufiorden.at

Sufi-Bewegung: 0049(0)30 826 45 34, pebeschi@t-online.de, www.sufi-bewegung.de

Sufi Movement: www.sufimovement.org, germany@sufimovement.org

Sufi Ruhaniat (SRI): www.ruhaniat.org und www.sufiruhaniat.eu

Fehlerteufel

Der „Fehlerteufel“ hat sich im Heft 1 / März 2018 eingeschlichen. Hier die Korrektur

in Fettschrift: In dem Artikel von Martin Buber: „Der Weg des Menschen – Über

Entschlossenheit“ fehlen leider auf S. 33 vier Worte, die zum besseren Verständnis der

Aussage beitragen. Es muss heißen: Den Schriftvers: „Alles, was deine Hand zu tun findet,

tue in deiner Kraft!“ deutete der Baal Schem, man solle die Tat, die man tut, mit allen

Gliedern tun, d.h. es solle auch das ganze leibliche Wesen des Menschen daran beteiligt

sein, nichts von ihm dürfe draußen bleiben.

Wir bedanken uns bei einer langjährigen Leserin für diesen Hinweis. Es freut uns, dass

unsere Zeitschrift mit so viel Aufmerksamkeit gelesen wird.

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Projekte SIFAT 2 / 2018

Die Sufi-Saint-School in Ajmer / Indien

Seit 25 Jahren vermittelt die Sufi-Saint-School Bildung und universelle ethische Werte

für eine bessere Zukunft der Kinder, insbesondere auch für die Förderung von Mädchen.

Dank der Unterstützer ist die Sufi-Saint-School eine "Privatschule für Arme";

denn die geringen Schulgebühren richten sich nach dem, was die meist armen Eltern

bezahlen können. Die Schüler aus ganz armen Familien können die Sufi-Saint-School

völlig kostenlos besuchen, dank Ihrer Patenschafts-Stipendien (60 Euro jährlich). Das

Ziel der Sufi-Saint-School ist es, Kinder verschiedener gesellschaftlicher Gruppen

zusammen zu bringen, ungeachtet ihrer Kaste, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion und ihres

Geschlechts, um ihnen eine kostenlose oder kostengünstige Bildung zu ermöglichen,

als Basis für eine Zukunft, in der sie sich selbst erhalten können. Unsere Schule möchte

den Schülern das Gefühl von Harmonie, Frieden und universeller Brüderlichkeit vermitteln,

damit sie bessere Bürger dieser Weltwerden können.

Spendenkonto: Förderverein Sufi-Saint-School e.V.

Kto.-Nr.:4026679400, BLZ: 43060967 (GLS Bank),

IBAN DE09 4306 0967 4026 6794 00

Weitere Informationen finden Sie unter: www.sufi-saint-school-ev.de

Das Hope Project in Basti / New Delhi

Trotz der wachsenden Zahl von Menschen, die verzweifelt auf unsere Hilfe angewiesen

sind, konnten wir meist helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Die Mehrzahl

der Hilfesuchenden sind Frauen und Mädchen. Von der Kinderkrippe über die Schule

bis zu unseren Ausbildungsprogrammen nehmen wir Einfluss auf das Leben der armen

und unterprivilegierten Menschen im Stadtteil Basti von Delhi. Wir sind zutiefst dankbar

für die Spenden derer, die unsere Arbeit unterstützen.

Spendenkonten des Dargah Hazrat Inayat Khan Hope Projects

Deutschland: Verein Lebenshilfe Indien, IBAN DE32 4726 0121 27110445 00

„Spende für Hope Project“

Niederlande: Stichting Hazrat Inayat Khan Dargah, „Hope Project“,

21.24.84.001, Triodos Bank

Schweiz: Förderverein „Hope Projekt“, CH11 8009 7000 0064 8430 7

Raiffeisenbank Laufental-Thierstein, 4242 Laufen

Österreich: Indienhilfe, Konto-Nr. 03220137570 (BLZ 14000), BAWAG

„Spende für Hope Project“

Viele weitere Informationen auf der Homepage des Hope Projekts:

www.hope-project.de

Die Abrahamic Reunion e.V. (früher: Global Hope Fund e.V.)

Die Abrahamic Reunion ist eine beständig wachsende Gruppe von religiösen und spirituellen

Führungspersönlichkeiten in Israel und Palästina. Einige dieser Menschen sind

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SIFAT 2 / 2018

Projekte

hochrangige religiöse Würdenträger, andere wiederum engagierte spirituelle Friedensarbeiterinnen

und Friedensarbeiter. Der Global Hope Fund e.V. unterstützt die Abrahamic

Reunion.Weitere Informationen finden Sie unter: www.abrahamicreunion.org

Spendenkonto: Abrahamic Reunion e.V.

GLS Bank, IBAN: DE53 4306 0967 7911 7358 00, BIC: GENODEM1GLS

Das Projekt "Musik für Frieden und Völkerverständigung" ist eine internationale

private Initiative, die im April 2017 die Form eines eingetragenen gemeinnützigen

Vereins gefunden hat. Sie ist aus einer Reihe von Aufführungen der H-Moll-Messe von

Johann Sebastian Bach hervorgegangen, die durch den Mystiker Vilayat Inayat Khan

inspiriert wurden: 1996 in Dachau auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte, 1999 in

Ottobeuren, 2006 in Paris, 2010 in Frankfurt und zur Jahreswende 2016/2017 in Jerusalem,

Bethlehem und Nazareth sowie 2018 in Wien. Ein Chor mit 120 Sängerinnen

und Sängern und ein 30-köpfiges Orchester vereinte dort Menschen aus den Niederlanden,

Belgien, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Deutschland, England, den USA,

Israel, Australien, Russland und Kolumbien.

Die Durchführung der Friedenskonzerte wird von den Teilnehmern selbst und über

Spenden finanziert. Allen Spendern unseren großen Dank. Schauen Sie doch auf unsere

Website oder schreiben Sie einen Kommentar www.music-for-peace.net

Musik für Frieden und Völkerverständigung e.V.

Rheinuferstrasse 7, D-79206 Breisach

Vereins- und Spendenkonto:

GLS Bank: IBAN: DE04 4306 0967 7045 6716 00, BIC: GENODEM1GLS

Verein „Buch und Mystik e.V.“

Freunde des Universalen Sufismus und Mitglieder des Inayati-Ordens sowie der Sufi

Ruhaniat haben im Februar 2018 den Verein „Buch und Mystik“ gegründet, um die

Verwirklichung für moderne zeitgemäße Publikationen (Print, Digital, Audio, Video),

Websites, Blogs etc. nach Hazrat Inayat Khan und seiner Nachfolger in deutscher Sprache

zu unterstützen. Buch und Mystik e.V. fördert die Finanzierung von Übersetzungen.

Der Verein unterstützt oder organisiert ebenso Veranstaltungen zur Literaturvermittlung

(z.B. Lesungen, Buchvorstellungen, Diskussionen). Wichtig ist ihm neben

der Erweiterung von Medienkompetenz auch eine Lese- und Erzählkultur, die dem

Verständnis und Respekt für verschiedene Religionen und Kulturen Rechnung trägt. Er

kooperiert mit den Organisationen des Universalen Sufismus und anderen Organisationen

zur Förderung von gesellschaftlicher Toleranz im Allgemeinen und besonders der

Förderung der Toleranz zwischen Menschen verschiedener Religionen. Damit dient der

Verein letztlich der Völkerverständigung und Friedensbildung.

Buch und Mystik e.V., Kontakt: info@buchundmystik.de, www.buchundmystik.de

Spendenkonto: Vereinigte Sparkassen Weilheim,

IBAN: DE33 7035 1030 0032 4554 61, BIC: BYLADEM1WHM

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Pir Zia Inayat Khan: Aufnahme von Noor-un-Nisa Inayat Khan in die Silsila SIFAT 2 / 2018

5. Februar 2018

Liebe Gefährtinnen und Gefährten

auf dem Weg,

ich wünsche Ihnen einen gesegneten

Visalat-Tag! Möge der Friede, der

Segen und die Liebe Gottes an diesem

besonderen Tag, an dem wir das

irdische und himmlische Leben des

uns führenden Geistes Hazrat Inayat

Khan feiern, mit Ihnen sein.

Heute gebe ich in Anwesenheit vieler

Weggefährten hier in Fazal Manzil

und in Gedanken und Geist mit

Ihnen allen auf der ganzen Welt eine

Erklärung ab, in der ich ankündige,

dass Pirzadi-Shahida Noor-un-Nisa

fortan in die Silsila des Inayati-Ordens

aufgenommen wird. Sie finden die

Erklärung in französischer, deutscher

und englischer Sprache.

Angeregt durch die Entdeckung eines Stücks von Pirzadi-Shahida Noor im

Astana-Archiv, habe ich in den letzten Monaten intensiv über ihr Leben und

Vermächtnis nachgedacht. Es ist mir klarer denn je geworden, dass es für unseren

Orden an der Zeit ist, sie wirklich als eine wesentliche Traditionsträgerin der

Sufi-Botschaft zu betrachten. Enorme Inspiration lässt sich aus ihren Schriften

schöpfen, und noch mehr aus ihrem Leben, das eine wahre Jakata-Erzählung

war.

So Gott will, wird Pirzadi-Shahida Noors Stück "Aède of the Ocean and Land"

noch in diesem Jahr veröffentlicht. Es ist eine faszinierende spirituelle Nacherzählung

von Homers Odyssee. Im Zenith Camp in der Schweiz wird diesen

Sommer eine Woche Pirzadi-Shahida Noor, der Ritterlichkeit und der Aede

gewidmet sein. Bitte kommen Sie, wenn Sie können. Und das wird, so hoffen

wir, nur der Anfang sein.

Für immer der Ihrige,

Sarafil Bawa

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Gemälde von Noor-un-Nisa Inayat Khan: "Palmen" (aus: We Rubies Four, S. 326)


Hinweise auf Veranstaltungen 2018

21. Sept. – 23. September Retreat mit Amaité & Latifa Resi

in Pfarrkeßlar bei Jena

Info: Amaité, Tel: 07471-948019, info@akademie-lichtung.de

30. Sept. – 06. Oktober Wenn deine Seele tanzt und singt

Frauenreise mit Gina Gohl in Cala Jami, Sardinien

Tel.: 0039 0789 1980 233, www.sufisardegna.org

06. Okt. – 07. Oktober Tanzseminar mit Saadi Neil Douglas-Klotz in Hamburg

Die Seligpreisungen von Jesus in Aramäisch

www.kirche-der-stille.de

13. Okt. – 14. Oktober Sufi-Seminar mit Aziz Dikeulia

Reusten bei Tübingen

Info: Amaité, Tel: 07471-948019, info@akademie-lichtung.de

14. Okt. – 20. Oktober Lebenssteuerung durch den Geist

mit Walter Amin Häge & Freunden in Cala Jami, Sardinien

Tel.: 0039 0789 1980 233, www.sufisardegna.org

18. Okt. – 21. Oktober Gruppen-Retreat mit Sarfaraz und Kabir

Caduceus-Zentrum, Bad Bevensen

Info: Sarfaraz, Tel. 05821-477129, zentrum@caduceus.de

21. Okt. – 27. Oktober Mystische Entspannung auf Sardinien

mit Javid & Roshan in Cala Jami, Sardinien

Tel.: 0039 0789 1980 233, www.sufisardegna.org

28. Okt. – 03. November Einzel-Retreat in ursprünglicher Natur

mit Roshan in Cala Jami, Sardinien

Tel.: 0039 0789 1980 233, www.sufisardegna.org

10. Nov. – 11. November Cherag-Seminar für alle Interessierten

Yoga-Zentrum Heilbronn, Info: Parvati Pfleiderer

Tel.: 07131-257417, petrapfleiderer@web.de

12. Nov. – 21. November Spirituelle Pilgerreise ins Heilige Land

mit Siddiq & Saroj, Info: Siddiq

Tel.: 0761-7073300, winfried.henkes@gmx.de

22. Nov. – 25. November Tanz-Sesshin mit Wali & Ariënne van der Zwan

in Unterbirkholz (Bergisches Land): Zen und Zikr.

www.peaceinmotion.eu

23. Nov. – 25. November Retreat und Seminar mit Zumurrud Butta

Akademie Lichtung, Rangendingen

Info: Amaité, Tel: 07471-948019, info@akademie-lichtung.de

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