Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen Zahnärzte

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Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen Zahnärzte

H 46427

Juni 20 0 9

6|09

Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen Zahnärzte

Großplakat in der Innenstadt von Hannover

Aktions-Plakate in der Heftmitte:

»Wechselrahmen für den

Wechsel«


070219

7 Hochkarätige und

praxisnahe zahnmedizinische

Fortbildung

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Vertretungsberechtigter Vorstand: Dr. Karl-Heinz Sundmacher (Bundesvorsitzender)

7 In Zusammenarbeit

mit dem Freien

Verband Deutscher

Zahnärzte e.V.

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www.fvdz.de

K

Dr. Julius

Beischer,

FVDZ-

Vorsitznder

und Chefredakteur

der

ZKN Mitteilungen

Käfighaltung statt Freiheit

Während des Deutschen Ärztetages

rief mich ein befreundeter

Kollege an und sagte sinngemäß:

Du wirst es nicht glauben,

die Delegierten des Ärztetages

haben beschlossen, die Einführung der Kostenerstattung

für alle ärztlichen Leistungen zu fordern.

Nun, ich gebe zu, ich war überrascht. Andererseits

wurde in den vergangenen Monaten der Ruf

nach der Kostenerstattung auch bei den verschiedensten

Arztgruppen immer lauter.

Ich freute mich also über diesen Beschluss. Die

Einführung einer echten Kostenerstattung und

Direktabrechnung ist schließlich eine unserer

wichtigsten berufspolitischen Forderungen seit

Jahrzehnten.

Hinzu kommt, dass wir Zahnärzte darauf verweisen

können, dass wir die Kostenerstattung im

Bereich des Zahnersatzes jahrelang ohne Probleme

für Arzt und Patient praktiziert haben. Viele

Bedenken, die von Politikern, KrankenKassen und

(leider) auch Ärzten vorgebracht werden, sind

längst im größten aller Kostenerstattungs-Feldversuche

widerlegt worden.

Selbstverständlich kann die Kostenerstattung

nur erfolgreich funktionieren, wenn der Gesetzgeber

sie verbindlich einführt.

Die Kostenerstattungs-Verhinderungs-Erlaubnis

der jetzigen SGB V-Regelung ist der Intention

der derzeitig agierenden BMG-Ideologen geschuldet,

welche in perfekter Dialektik die Illusion von

Wahlfreiheit an die Wand projizieren, aber gleichzeitig

mit juristischen Spitzfindigkeiten die Kostenerstattung

verhindern.

Vollends ver...... fühlt man sich, wenn das BMG

auf die Tatsache verweist, dass nach einer Untersuchung

des Spitzenverbandes der KrankenKassen

nur 0,19 Prozent der Versicherten die Möglichkeit

der Kostenerstattung wählen, die Kostenerstattung

also von den Versicherten nicht gewollt

sei.

Kann denn keiner mal diese hochbezahlten Zyniker

beim Kragen packen und die Leiter runterwerfen?

– natürlich bildlich gesprochen.

Mit der Einführung der Kostenerstattung wären

mit einem Schlag alle Korruptions- und Be-

Editorial

trugsvorwürfe gegen unseren Berufsstand obsolet,

der Patient würde erfahren, an welchen »exorbitanten

Gebühren« wir uns »bereichern« und

das ganze milliardenteure e-Card-Experiment

hätte abrupt ein verdientes Ende gefunden; die

ganze ungesunde HVM- und Budgetdiskussion

übrigens auch.

Ein ehrlicheres, transparenteres, bürokratieferneres,

kostensparenderes und europakompatibleres

System gibt es einfach nicht.

Sprechen Sie doch einfach mal mit einem Bundestagskandidaten

darüber. (Den FDP-Kandidaten

können Sie in der Regel auslassen; der gibt

Ihnen Recht. Den können Sie gleich wählen)

Bei 90 Prozent der Gegen-Argumente können

Sie stereotyp antworten: Dem ist nicht so; wir haben

die Kostenerstattung jahrelang erfolgreich

praktiziert.

Bei der Frage, was der/die Abgeordnete denn

nun substanziell gegen die Kostenerstattung vorzubringen

habe, wird sich der/diejenige in verbalen

Verrenkungen winden. Ein vernünftiges Argument

kommt da nicht. Denn unsere Volksvertreter

wollen nicht aussprechen, was ihnen daran

suspekt erscheint: Es ist der selbstbestimmte und

selbstbestimmende Bürger/Patient und der Arzt

des Vertrauens. Es ist der Anspruch des hypertrophen

Staates, der seine Bürger in der Unmündigkeit

hält mit dem Scheinargument, sie schützen

zu wollen.

Schützen vor dem frischen Atem der Freiheit,

eingetauscht für den warmen Mief der bürokratischen

Käfighaltung.

Übrigens: Der Ärztetag hat seinen Beschluss

für die Kostenerstattung keine 24 Stunden später

wieder zurückgezogen.

6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 325


ZKN MITTEILUNGEN

Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen

Zahnärzte mit amtlichen Mitteilungen der Zahnärztekammer

Niedersachsen (ZKN).

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Zahnärztekammer Niedersachsen (K.d.ö.R.)

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Foto: M. BeHring

n ediTorial

Dr. Julius Beischer

Käfighaltung statt Freiheit ........ 325

n kurZ & bündig .................... 328

n geSundheiTSpoliTik

Für die Zukunft gewappnet ........... 330

Ärztetag der Basis in Mainz ............ 338

˘ Söder: Ärzte brauchen nach -

vollziehbare und angemessene

Vergütung ...................................... 338

˘ FDP: Gordischer Knoten muss

jetzt durchschlagen werden ..... 338

˘ Sodan: Ärzte müssen sich

stärker politisch engagieren ..... 339

Gesundheitspolitik:

Planlos in die Zukunft ................ 340

˘ CDU-Wirtschaftsflügel will

Kurswechsel .................................... 341

ZDF muss Beitrag zurückziehen .... 342

Die Bundeszahnärztekammer

begrüßt das Urteil des Europäischen

Gerichtshofes zum

Apothekenfremdbesitzverbot .. 342

Strukturierte

Fortbildung

Parodontologie

erfolgreich

abgeschlossen

Bericht und

alle Absolventen

auf Seite 364f

Aktion 15 % ........................................... 343

˘ Aktion 15: Sigmar Gabriel

fällt fast die Kaffeetasse aus

der Hand ......................................... 343

˘ Spieth:

»Lauterbach faulster

Abgeordneter, den ich kenne« . 343

Widerstand in Ingolstadt ................ 344

Datenschützer Schaar warnt

vor Missbrauch von Patientendaten

................................................ 344

FVDZ-Spitze entsetzt über BZÄK-

Klartext-Meldung zur eGK ........ 345

˘ eGK:

Sachstand zum »Rollout« .......... 345

Kopfschütteln über »task-force« ... 346

Ärzte: E-Karte in der Testregion

Bochum-Essen gescheitert ........ 347

Datenskandale ohne Ende .............. 348

˘ USA: »Entführung«

elektronischer Patientendaten –

bald auch in Deutschland? ........ 348

˘ Schwüre sind leichtfertige

Meineide ......................................... 348

˘ Bundesdatenschützer:

Kassen sollen Patientendaten

verkauft haben ............................. 349

Nicht »wann«, sondern »ob«? ........ 349

˘ Meinungsforscher:

Viel Misstrauen in der Bevölkerung

beim Datenschutz ......... 349

Bürokratische Hydra ..........................350

Landesversammlung lehnt die

Einführung der elektronischen

Gesundheitskarte ab! ................. 350

Kassen machen Druck ....................... 351

Vertreterversammlung der

KZV Niedersachsen ...................... 352

Abfuhr für demokratisches

Procedere ......................................... 353

˘ Peinlich, peinlich ..................... 354

AVW-Kontroversen obsolet! ............ 355

Aktion »Wechselrahmen« ................ 357

Zahnärzte starten in den

Wahlkampf .................................... 364

n berufSSTändiScheS

Fünf Jahre BGH-Urteil zu

Materialkosten ............................. 366

Rothenburg o.T. ................................... 367

7. und 8. Zyklus der Strukturierten

Fortbildung Parodontologie

beendet ........................................... 368

Praxisführung – Neue Ansprechpartnerin

in der ZKN ................... 370

Die Mundgesundheit von

Menschen mit Behinderungen 370

Zehn Jahre BuS-Dienst ...................... 371

Thema QM ........................................... 372

n WiSSenSchafT

Best of Kokich =

Best of Kieferorthopädie ............ 374

ZKN-Wissenschaftspreis 2010 ........ 379

n dieS & daS ............................ 380

n preSSe und medien

Früherer AoK-Manager

bleibt straffrei ............................... 383

Zahnzentrum besteht

seit 40 Jahren ................................ 383

ostfriesische Zahnärzte bei

Hygiene mustergültig ................ 383

Gericht nimmt Ministerium

die Fachaufsicht ............................ 384

Kleine Geschenke, großer Einfluss 384

Eine tödliche Dosis

Schmerzmittel ............................... 384

Mehr Geld für Architekten .............. 385

»Im Bundestag fällt Geld wie

Manna vom Himmel!« ................ 385

Alle zahnärztlichen Gremien

haben die eGK abgelehnt.

Unbeeindruckt davon werkelt

eine »task-force« der KZBV und der

BZÄK an deren Einführung.

Die Vertreterversammlung der KZVN

reagiert darauf mit deutlicher

Verärgerung

auf Seite 286

Special

Die Beilage für das zahnärztliche

Fachpersonal

Europa: Wahlen ................................. 2

Geb.-Nr. 220 GoZ ............................... 2

Auf dem Weg von der

persönlichen zur virtuellen

Kommunikation? ........................... 3

Umfrage: BMW-Fahrer sind

sexier als Käfer-Fahrer .................. 4

Weise werden .................................... 5

ZAN Seminarprogramm ................. 6

Warum Lügen lebensnotwendig

sind .............................. 7

Schon gewusst? ................................. 8

Inhalt 6|09

n Terminkalender,

forTbildung

Termine ................................................. 387

Schlafatemstörungen

Thema in Greifswald ................... 387

Deutscher Ärztinnenbund e. V. ...... 387

ZAN-Seminarprogramm .................. 388

Termine in den Bezirksstellen ....... 389

ndenTalmarkT

Das Beste aus zwei Welten ............. 390

Schwitzen im Handschuh? ............. 390

Bahn frei für neuen,

vitalen Knochen ........................... 390

n perSonalia

Nicht nur Improvisation ................... 391

Traumjob in der Zahnärztekammer

........................................... 392

Herzliche Glückwünsche

zum Geburtstag! .......................... 392

n auf-geleSen ......................... 393

n Zkn amTlich

Auffrischung der Fachkunde

Röntgen ............................. 394

Ungültigkeit von Zahnarztausweisen

...................................... 394

Wir trauern um unsere

Kollegen ........................................... 395

Telefon- und E-Mail-Verzeichnis

der Zahnärztekammer Niedersachsen

............................................. 395

n kleinanZeigen ................. 396

impreSSum ............................... 326

Der Umwelt zuliebe gedruckt auf Papier aus

chlorfrei gebleichtem Zellstoff.

Titelgestaltung: Claus F. Weidmüller AGD

Foto: Annette Vietinghoff-Sereny

Redaktionsschluss ist jeweils der 10. des Vormonats.

Verspätet eingegangene Manuskripte können

nicht berücksichtigt werden. – Anschrift:

Zahnärztekammer Niedersachsen

Redaktion »ZKN MITTEILUNGEN«

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326 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 327


kurz & bündig

Hausarztverträge und

Datenschutz

Die Abrechnung von Leistungen

in den Hausarztverträgen nach

§ 73b SGB V über die privatrechtlich

organisierte Hausärztliche Vertragsgemeinschaft

(HÄVG) ist nach Ansicht

des Landesdatenschutzbeauftragten

Schleswig-Holstein, Thilo Weichert,

rechtswidrig. Die Übertragung

der Abrechnung von hausärztlichen

Behandlungen ist wegen der Sensibilität

der damit verbundenen Datenverarbeitung

per Gesetz den KVen übertragen,

sagte Weichert in München. Eine

Übernahme dieser Aufgabe durch

privatrechtliche Arztverbände und

Dienstleister habe zur Folge, dass der

Schutz des Sozial- und des Patientengeheimnisses

rechtlich wie technisch

nicht mehr sichergestellt sei. »Eine solche

Absenkung des Datenschutzes ist

gesetzlich nicht erlaubt, verstößt gegen

die vom Grundgesetz normierte

staatliche Schutzpflicht gegenüber

den Patientinnen und Patienten und

ist unzulässig, erklärte Weichert. Er bezieht

sich damit auch auf ein Urteil des

Bundessozialgerichts vom Dezember

2008 (Az.: B6 KA 37/07 R), wonach die

Weitergabe von Daten gesetzlich versicherter

Patienten an private Abrechnungsstellen

untersagt ist. Das BSG habe

den Beteiligten eine Übergangsfrist

von sechs Monaten eingeräumt, weil

ein Vertrauenstatbestand dadurch

entstanden sei, dass die KVen und die

Aufsichtsbehörden die Praxis nicht beanstandeten,

erläuterte Weichert. Die

KV Bayern forderte daraufhin, der HZV-

Vertrag des Bayerischen Hausärzteverbandes

müsse entweder über die AoK

oder über die KV abgerechnet werden.

Frei-Fax, 4.5.2009

CDU und FDP werben

für Organspende

Die Koalitionsfraktionen von CDU

und FDP im Landtag wollen mit

einem gemeinsamen Entschließungsantrag

bewirken, dass sich mehr

Menschen in Niedersachsen zur organ-

spende bereiterklären. Hintergrund ist

die im bundesweiten Vergleich niedrige

Zahl potenzieller organspender im

Land: Mit 12,6 pro einer Million Einwohner

liegt Niedersachsen unter dem

Bundesschnitt von 14,6 bzw. ähnlich

wie Hessen und Baden-Württemberg

nur im unteren Bereich. Gleichzeitig ist

aber der Standort Hannover, etwa mit

der Medizinischen Hochschule Hannover,

führend bei Nieren-, Leber- und

Herz-Lungen-Transplantationen. Nach

Angaben der Deutschen Stiftung organtransplantation

ist die Zahl der

Spender im vergangenen Jahr bundesweit

auf 1198 gegenüber 1313 im Jahr

2007 (minus neun Prozent) gesunken;

mit 3945 verpflanzten organen ging

diese Zahl um fünf Prozent zurück. Als

sehr hoch stuft die Stiftung dagegen

die 551 Fälle ein, in denen Angehörige

einer Transplantation widersprachen,

da keine entsprechende Willenserklärung

der Sterbenden vorlag. Bundesweit

hat sich noch nicht einmal jeder

Zehnte in der Bevölkerung zu einem

organspendeausweis entschlossen,

obwohl grundsätzlich eine hohe Bereitschaft

besteht – wenn man repräsentativen

Umfragen Glauben schenken

mag. Mit ihrer Initiative, die die beiden

Fraktionen an diesem Dienstag beschließen

wollen, bitten sie die Landesregierung,

sich dafür einzusetzen, die

Bürger des Landes verstärkt über das

Thema aufzuklären und dabei die Akteure

der Gesundheitsprävention einzubinden.

Unter anderem soll die Landesregierung

prüfen, ob die Aushändigung

von Formularen für den organspendeausweis

bei Behördenbesuchen

eine sinnvolle Maßnahme sein kann.

rundblick, 5.5.2009

E-Card: Siemens steigt

aus Entwicklung aus

Neuer schwerer Rückschlag für

die Einführung der elektronischen

Gesundheitskarte: Der

Siemenskonzern zieht sich aus der Entwicklung

eines zentralen Bausteins zurück.

Dabei geht es um die Entwicklung

der technischen Verknüpfung zwi-

schen der Datenbearbeitung im normalen

Betrieb einer Arztpraxis und

dem Zugang zum gesamten elektronischen

Informationsnetz im Gesundheitswesen

– dem Übergang vom offline-

zum online-Verkehr. In einem Schreiben

von Siemens Healthcare an die

Gesellschaft für Telematikanwendungen

vom 20.4., das der HAZ vorliegt,

heißt es, Siemens werde den bestehenden

Verpflichtungen bis zum Ende der

Vertragslaufzeit am 30.9.2009 nachkommen,

»aber die bestehenden Verträge

nicht verlängern«. Der Ausstieg

von Siemens vollzieht sich vor dem Hintergrund,

dass die Gesundheitskarte

von vielen Ärzten abgelehnt wird und

ihr Einsatz in der späteren Praxis nur

auf freiwilliger Basis erfolgen soll.

FVDZ Newsletter, 5.5.2009

Deutsche Bahn verwehrt

Ärzteverbänden Schmidt-

Kritik in Bahnhöfen

Das Bündnis Direktabrechnung,

der NAV-Virchow-Bund und der

Freie Verband Deutscher Zahnärzte

(FVDZ) wollten eigentlich eine

große Plakatkampagne gegen die derzeitige

Gesundheitspolitik in den

Bahnhöfen in und um Berlin starten –

doch die Deutsche Bahn blockiert die

Pläne: Die Plakatmotive seien von der

Bahn leider abgelehnt worden, teilte

die vermittelnde Medien GmbH den

Verbänden mit. »Der Bund ist Eigner

der DB AG und daher können wir nicht

unterstützend tätig werden, wenn die

Regierung – egal wie – von der Öffentlichkeit

kommentiert wird. Hier wird

die Gesundheitsministerin kritisiert,

das heißt die DB AG muss sich neutral

verhalten und hängt daher diese Werbung

nicht aus«, schreibt Elke Eggebracht,

Prokuristin und Leiterin KDS

der DB Media & Buch GmbH: »Ebenso

neutral verhalten wir uns in Wahlperioden

und hängen auch die Plakate der

unterschiedlichen Parteien nicht aus.

Warum also soll die Kritik an der Regierung

besser gestellt werden, als die politischen

Belange des Eigners?« Konkret

klären die Plakate über die immer grö-

ßere Diskrepanz zwischen jedermann

bekannten Kosten des täglichen Lebens

und den angeblich so hohen Arzt-

und Zahnarzthonoraren auf. So heißt

es auf dem ersten Plakat: »3 Monate Behandlung

durch Ihren Kinderarzt egal

wie oft: 29,34 Euro; 2 Mal essen gehen:

39,00 Euro; 1 Mal tanken: 49,88 Euro –

Noch 17 Wochen Ulla Schmidt.« Das

zweite Plakat zeigt: »1 Mal Schuhe besohlen

(Leder): 39,99 Euro; 1 Zahnfüllung

(Amalgam, AoK Berlin): 25,39 Euro

– Noch 16 Wochen Ulla Schmidt.« »In

unseren Augen wird hier die Meinungsfreiheit

beschnitten. Die Bürger

haben ein Recht darauf zu erfahren,

wie es um die Situation der niedergelassenen

Ärzte und Zahnärzte bestellt

ist und was von ihren Krankenkassenbeiträgen

wirklich in der Patientenversorgung

ankommt«, kommentierte der

Sprecher Bertram Steiner die Haltung

der Bahn. FVDZ Newsletter, 29.4.2009

USA will Kostenexplosion

im US-Gesundheitswesen

stoppen

Die Kostenexplosion im US-Gesundheitswesen

soll in den

nächsten zehn Jahren stärker in

Schach gehalten werden. Vertreter von

pharmazeutischen Unternehmen,

Krankenversicherung, Kliniken und

Ärzteorganisationen verpflichteten

sich in einem Schreiben an US-Präsident

Barack obama freiwillig dazu,

von 2010 bis 2019 das Kostenwachstum

durch Einsparungen von mindestens

zwei Billionen Dollar zu verringern.

obama begrüßte dies am 11.5.2009

bei einem Treffen mit Repräsentanten

aus dem Gesundheitsbereich in Washington

als wichtigen Schritt zu einer

grundlegenden Reform des Gesundheitswesens.

Wenn die Kostenexplosion

im bisherigen Tempo weitergehe,

würden innerhalb eines Jahrzehnts 20

Prozent des Bruttoinlandsprodukts für

die Gesundheitsfürsorge ausgegeben,

sagte der Präsident. Derzeit machen

die Ausgaben mehr als 17 Prozent des

BIP in den USA aus. Tatsächlich wendeten

die USA für diesen Bereich mehr als

Zahl des monats

der Ärzte wollen ihre Patienten im kommenden Bundestagswahlkampf

über die aktuelle Gesundheitspolitik informieren.

Dieses ist das Ergebnis einer Umfrage bei 1609 niedergelassenen

Medizinern durch das Ärztenetzwerk »Hippokranet«.

90Prozent

Wenn 50 Prozent der 120.000 Vertragsärzte Deutschlands in

den nächsten 100 Tagen 50 Patienten pro Tag auf diese Weise

informieren, kämen bis zur Wahl 300 Millionen politische Gespräche

in den Praxen zustande. KHK

jede andere Nation auf der Erde auf,

sagte obama. Dabei seien fast 46 Millionen

Amerikaner nicht einmal krankenversichert.

www.facharzt.de, 12.05.2009

Landesapothekerverband:

Abhängigkeit von China

nimmt drastische Ausmaße an

Deutschland, Europa aber auch

die USA und Kanada begeben

sich in Bezug auf die Arzneimittelversorgung

zunehmend in Abhängigkeiten,

warnte Fritz Becker, Präsident

des Landesapothekerverbandes

Baden-Württemberg, heute in Stuttgart:

»80 Prozent der in Deutschland

verbrauchten Antibiotika werden in

China produziert. Auch bei den Ausgangsstoffen

wie Cortison, Metformin

oder Amlodipin sind solche Entwicklungen

zu beobachten.«

Ende des letzten Jahres habe die

letzte Paracetamol herstellende Fabrik

in Frankreich die Pforten geschlossen.

Auch ein großer deutscher Arzneimittelhersteller

habe angesichts der Wirkstoff-Rabattverträge

und der drohenden

Einnahmeverluste unlängst angekündigt,

sich vom Produktionsstandort

Deutschland verabschieden zu

wollen.

Problematisch an der Verlagerung

der Märkte sei jedoch nicht nur das Abhängigkeitsverhältnis.

»Auch im Hinblick

auf die Qualität und die Arzneimittelsicherheit

müssen wir wachsam

sein«, warnte Becker. Gerade mit Blick

auf jüngste Schlagzeilen über Schadstoffverunreinigungen

in Baby-Milch

oder in importiertem Spielzeug, müsse

man genau abwägen, welche Konsequenzen

derartige Vorkommnisse bei

Arzneimitteln haben könnten, gab Becker

zu bedenken.

www.facharzt.de, 12.5.2009

Ex-Krankenkassen-Chefin

muss 265.000 Euro zahlen

Die ehemalige Chefin der Betriebskrankenkasse

(BKK) Leuna

muss persönlich dafür haften,

dass sie vor der Fusion mit anderen

Kassen zur BKK Novitas die Bilanzen ihrer

Kasse manipuliert hat. Das Bundessozialgericht

(BSG) verurteilte die Frau

am 5.5.2009 zur Zahlung von rund

266.000 Euro Schadenersatz. Die Kasseler

Richter gaben damit in höchster

Instanz einer Klage der BKK Novitas gegen

die frühere Versicherungschefin

statt (Az.: B 1 KR 9/08 R).

Die Frau war alleiniger Vorstand der

BKK des Chemiewerks Leuna (Sachsen-

Anhalt), die sich 1998 mit anderen Kassen

zur BKK Novitas zusammengeschlossen

hatte. Bei den Fusionsverhandlungen

hatte sie eine Bilanz für

das Jahr 1996 vorgelegt, die umgerechnet

rund 1,4 Millionen Euro Verlust und

4,95 Millionen Euro Schulden auswies.

In Wirklichkeit lagen die Schulden aber

noch deutlich höher – umgerechnet

knapp drei Millionen Euro hatte die

Kassenchefin auf das Jahr 1997 verschoben.

Die Manipulation war erst drei Monate

nach der Fusion aufgefallen. Zum

Ausgleich des unerwarteten Defizits

ordnete die Aufsichtsbehörde daraufhin

an, dass die BKK Novitas ihren Beitragssatz

in den neuen Ländern von ursprünglich

13,2 Prozent bis zum Januar

2000 auf 14,2 Prozent anheben musste.

Die ehemalige Kassenchefin, die nach

dem Zusammenschluss der BKKen eigentlich

als Regionalleiterin für die

neue BKK Novitas arbeiten sollte, wurde

fristlos entlassen – zu Recht, wie

später das Bundesarbeitsgericht in Erfurt

entschied. Ein Strafverfahren gegen

die Frau endete dagegen mit einem

Freispruch. www.facharzt.de, 5.5.2009

328 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 329


Gesundheitspolitik

Für die Zukunft gewappnet

40 Jahre Zentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an MHH

Dr. Eckhard Jung

Das ZMK-Zentrum an der

Medizinischen Hochschule

Hannover feierte am 9. Mai

sein 40jähriges Bestehen.

Eingeladen hatte der Ge-

schäftsführende Direktor

des Zentrums, Professor

Dr. med. Dr. med. dent. Nils

Claudius Gellrich. Und er-

schienen waren zahlreiche

Gäste, die einem ambitio-

nierten Vortragsprogramm

folgten

Foto: zkn-arcHiv

Schon auf dem Parkplatz vor

der Klinik konnte man als Besucher

den ersten Consemestern

begegnen und war sofort

in interessante Gespräche

vertieft. Beim Überschreiten der Eingangsschwelle

kam es einem dann so

vor, als hätte man gerade eben kurz

vorher das Gebäude verlassen und sei

nur noch einmal rasch zurückgekommen,

um etwas Vergessenes aus dem

Prothetik-Laborspind zu holen. Nur die

Dekoration mit den zahlreichen Bistro-

Stehtischen und die vielen festlich gekleideten

Ehemaligen, darunter übrigens

auch zehn aus dem allerersten

Jahrgang, machten den Gästen klar,

dass inzwischen schon einige Jährchen

(beim Berichterstatter rund 28 Jahre)

vergangen sind, seit der letzten Examensprüfung.

Das Vortragsprogramm begann

pünktlich um neun Uhr morgens mit

der Begrüßung durch Professor Gellrich,

der alle Anwesenden herzlich

empfing und zahlreiche Gäste hervorhob,

ganz besonders natürlich den ersten

Hochschuldozenten, der dieses

Zentrum in 1969 überhaupt erst gründete

und mit akademischem Leben erfüllte,

Professor Dr. med. dent. Till Jung.

Von der anderen Seite des Bohrers

Stephan Weil, oberbürgermeister der

Stadt Hannover, ließ es sich nicht nehmen,

das erste Grußwort zu sprechen.

Seine »Androhung« ein Grußwort eines

oberbürgermeisters dauere nie

unter einer Stunde, machte er dann

doch nicht wahr, schon allein, weil ihm

sein Blick auf das Gesamtprogramm

des Tages klarmache, »dass eine akademische

Feierstunde in Realzeit auch

schon mal sechs bis sieben Stunden

dauern könne.« Da er nicht in der Lage

sei, einen zahnmedizinischen Fachvortrag

zu halten, versuche er »von der anderen

Seite des Bohrers« kommend,

seinen Beitrag zu leisten. Er betonte,

dass die Stadt Hannover auf die Medizinische

Hochschule und natürlich

auch auf das ZMK-Zentrum stolz sei.

Weil brach eine Lanze für die Zahnmediziner,

in dem er – im Namen aller

(Zahn-) leidtragenden Mitmenschen –

seinen herzlichen Dank aussprach, für

die oftmals dringend notwendige und

rasche Abhilfe bringende zahnärztliche

Intervention bei manchmal sehr

plötzlich und sehr stark auftretenden

Zahnschmerzen.

Zielvorstellung: die nächste Feier

Der aktuell amtierende Präsident der

MHH, Professor Dr. med. Dieter Bitter-

Suermann, ging in seinem Vortrag

auch auf die Entstehungsgeschichte

des Zentrums an der Medizinischen

Hochschule ein. Die Initiative zur Gründung

eines Zentrums und der Einführung

des akademischen Ausbildungszweigs

Zahnheilkunde an der MHH sei

vom damaligen Präsidenten der Zahnärztekammer

Niedersachsen, Dr. Harald

Senge, ausgegangen, dem es zu

verdanken sei, dass durch einen historischen

Spendenaufruf Gelder von niedersächsischen

Kolleginnen und Kollegen

zusammenkamen und zur Einrichtung

eines Prothetiklabors in der Villa

Bernstorff führte. Über das oststadtkrankenhaus

wanderte die akademische

Ausbildungsstätte dann schließlich

mit dem Bau der Zahnklinik und

dem Einzug 1976 an die Stelle, an der

diese Feierstunde stattfinden könne.

Neben den Zielvorstellungen, die man

sich für Wissenschaft, Forschung und

Lehre vornehme, gehöre natürlich auch

eine Zielvorstellung, wann die nächste

Feier an der MHH stattfinden solle. Der

Senat der MHH habe vor kurzem einen

Beschluss gefasst, wonach solche Feiern

nur noch alle 25 Jahre stattfinden

sollen. Und zudem werde die MHH

dann nur noch als gesamte Einrichtung

feiern also gemeinsam mit dem

ZMK-Zentrum, was zur Folge habe,

Foto: t. HallBauM

Bildmitte: Prof. Dr. Till Jung, Emeritus, vormals Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik mit ehemaligen Erstsemestern

dass demnächst – also in sechs Jahren,

nämlich im Jahr 2015 – die nächste große

Jubiläumsfeier anstünde, da die

MHH im Jahre 1965 gegründet worden

sei. Bitter-Suermann ging noch auf die

geplante und dringend durchzuführende

Novellierung der (zahnärztlichen)

Approbationsordnung ein, die

jetzt aktuell leider von der Kultusministerkonferenz

erst wieder einmal auf

Eis gelegt worden sei, obwohl allein zur

Substanzerhaltung, geschweige denn

zum Um- und zum Ausbau es dringend

geboten sei, den bereits ausgehandelten

diesbezüglichen Stufenplan

schnellstens umzusetzen. Dem ZMK-

Zentrum wünschte er für die Zukunft

alles Gute und stellte die Forderung:

»Simply be the best.«

Ein Gebäude voll positiver Energie

Dr. Michael Sereny, Präsident der Zahnärztekammer

Niedersachsen und

selbst Ehemaliger (Studierender und

Assistent) des ZMK-Zentrums der MHH,

überbrachte in seinem Grußwort die

herzlichen Grüße der niedersächsischen

Zahnärzteschaft, die man ohne

Übertreibung als Vater und Geburtshelfer

der Zahnmedizin an der MHH bezeichnen

könne. Auch die ZKN feiere in

diesem Jahr einige Jubiläen, beispielsweise

60 Jahre ZKN und 30 Jahre kammereigene

Fortbildungseinrichtung.

Aber auch schon vor 1969 habe es eine

Ausbildung zu Dentisten und Zahnärzten

in Hannover gegeben, beispielsweise

1924, als eine Prüfstelle für Dentisten

an der Christuskirche eingerichtet

wurde. Dieses Lehrinstitut wurde

dann 1948 – übrigens auch mit Spendengeldern

– wiedereröffnet. In den

Jahren 1952 bis 1959 wurden dort Dentisten

durch Fortbildungskurse zu

Zahnärzten ausgebildet. Sereny unterstrich,

dass die Einrichtung des vorklinischen

Laboratoriums in der Hermann-Bahlsen-Allee

damals im Wesentlichen

aus Spenden von niedersächsischen

Zahnärzten finanziert

worden sei. Alle Präsidenten der ZKN

hätten im Übrigen die Zusage des da-

maligen ZKN-Präsidenten Dr. Harald

Senge eingehalten, die ZKN werde sich

auch weiterhin helfend dem neugeborenen

Kind zur Verfügung stellen. Das

habe sich vor allem dann gezeigt, wenn

immer wieder bei Lehrstuhl-Vakanzen

im Ministerium in Hannover reflexartige

Überlegungen einsetzten, eventuell

einen Hochschulort einzusparen, oder

zumindest den entsprechenden Lehrstuhl

mit einem Reise-, Pendel, oder

ICE-Professor besetzen zu wollen. Der

Präsident konstatierte, der kontinuierliche

Durchlauf der Hochschule von

jungen Menschen hinterlasse anscheinend

eine Menge Energie im Gebäude.

Bei der Eröffnung des vorklinischen Laboratoriums

trat schon damals die Frage

auf, was die ZKN denn dazu bewogen

habe, sich finanziell an der Ausbildung

des eigenen Nachwuchses zu beteiligen.

Präsident Sereny beantwortet

sie auch heute noch so: »Es waren

schlichtweg Weitblick, Sorge um die

Versorgung der Patienten, Sorge um

den wohlverdienten Ruhestand, Sorge

330 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 331


GESUNDHEITSPoLITIK

keinen Nachfolger für die Praxis zu finden.

Ist diese Sorge nicht auch aus anderen

Gründen aktueller denn je?« Die

Verhältniszahl Zahnarzt pro Kopf der

Bevölkerung lag 1969 bei 1:2050, es gab

aber schon zwei Kreise in Niedersachsen,

wo diese Zahl 1:4000 lautete. Heute

versorge ein Zahnarzt in Niedersachsen

im Schnitt etwa 1200 Patienten.

Diese Kolleginnen und Kollegen haben

es aber geschafft, Deutschlands Bevölkerung

von einem Abstiegsplatz auf

den Spitzenplatz in der Versorgung zu

bringen – und das ohne Kostenexplosion,

denn der Anteil der Ausgaben der

GKV für Zahnmedizin schrumpfte von

über 14 Prozent auf heute unter sieben.

Dr. Senge habe damals in vielen Gesprächen

mit Hochschule, Landesbehörden

und Stadt Hannover auch den

niedersächsischen Sozialminister davon

überzeugt, das Studium der Zahnheilkunde

an der Medizinischen Hochschule

Hannover einzuführen. Senge

kommentierte dies in seiner Rede folgendermaßen:

»Es ist ein schwieriger

und dornenvoller Weg, anderen – in

diesem Falle dem Staat – helfen zu wollen,

da auch zum Helfen immer Partner

gehören, ganz besonders derjenige,

der bereit ist sich helfen zu lassen.«

Präsumptiven Nachfolgern empfehle

er deshalb außer viel Zeit auch ein gutes

Konditionsvermögen. Von den ersten

Gesprächen bis zur fertigen Zahnklinik

dauerte es denn auch elf Jahre.

Sereny weiter: »Insgesamt brachten die

Kollegen über 80.000 DM auf. Ministerialrat

Kreter sicherte Senge damals zu,

dass das Land einen Anteil der Kosten

zurückzahlen würde. Wir haben diesen

Betrag in der Bilanz der Zahnärztekammer

über viele Jahre als Forderung festgeschrieben

und mittlerweile auf einen

symbolischen Erinnerungswert

abgeschrieben.«

Auch als in den Folgejahren Probleme

in der Akquisition von Assistenten

auftraten, die bereit waren, an der

Zahnklinik zu arbeiten, hat die Zahnärztekammer

geholfen. Einem Aufruf

an niedergelassene Kolleginnen und

Kollegen, der Klinik personell in der

Ausbildung der Studierenden zu helfen,

folgten immerhin 30 niedergelas-

Im Rückblick ergibt sich,

dass es sich mit der Zahnklinik

und der MHH so verhielt

wie bei so mancher

Familienplanung: eigentlich

wollte man das Kind ja

schon, nur nicht zu diesem

Zeitpunkt ...

sene Zahnärzte, einige parallel zu ihrer

normalen Praxistätigkeit. Sereny zeigte

sich erfreut, dass es mittlerweile organisatorisch

möglich sei, sowohl in

freier Praxis tätig zu sein, als auch eine

zeitlich begrenzte Lehrtätigkeit an der

Zahnklinik auszuüben. Es sei eben doch

ein kleiner Elfenbeinturm, in dem man

hier an der Zahnklinik leben und arbeiten

dürfe und ein gern auch kritischer

Blick in die Praxis habe noch nie geschadet.

»Zu sehen, unter welchen,

auch wirtschaftlichen Bedingungen

die Praxen die breite Versorgung der

Öffentlichkeit sicherstellt, verhindert

Überheblichkeit und verbessert die

Kommunikation.« Der Präsident der

Zahnärztekammer ging am Schluss seiner

Rede noch auf die neue Approbationsordnung

ein, die nach über 50 Jahren

dringend angepasst werden müsse.

»Nicht, dass es nicht möglich war, auch

mit der allen Approbationsordnung

Studenten auszubilden. Sie haben da

in den letzten Jahrzehnten Erstaunliches

geleistet, aber es ist alles ausgepresst,

mehr geht nicht. Auch hier ist

Beharrlichkeit gefordert, wir sind an Ihrer

Seite. Beenden möchte ich mein

Grußwort mit den Worten von Dr. Senge

anlässlich seiner Eröffnungsrede:

Dem einen zur Nutzung, dem anderen

zur Verwaltung, und hoffentlich allen

zum Nutzen!«

Gemeinsamkeiten von Human-

und Zahnmedizin

Der stellvertretende Studiendekan, der

Allgemeinmediziner Prof. Dr. Ingo Just,

resümierte über das manchmal nicht

ganz spannungsfreie Miteinander von

»Human«- und Zahnmedizinern an der

Hochschule. Manche Humanmediziner

schauten auf die Zahnmediziner herab

und bezeichneten diese eher als akademische

Handwerker. Wobei sich Handwerk

eigentlich dadurch auszeichne,

dass sich bereits während des Studiums

ein ganz realistischer Praxisbezug

ergebe, und genau dies sei ja jetzt auch

in der Neu-Strukturierung der Studiengänge

geplant, bei der es darauf ankomme,

von der zweistufigen Ausbildung

zu einer einstufigen zu kommen,

und bei der es darum ginge, möglichst

frühzeitig Praxisbezüge herzustellen

und den Kontakt zu und mit den Patienten

zu integrieren, und zwar bereits

im ersten Studienjahr. Dazu gebe es

jetzt das Projekt »HannibaL«. Das sei

der Modellstudiengang Medizin und

stehe für »Hannoverscher integrierter,

berufsorientierter und adaptiver Lehrplan.«

Hierbei gebe es mehr Interdisziplinarität

in der klinischen Ausbildung

und einen höheren Praxisbezug bereits

im ersten Studienjahr. Das Ziel

heiße also, klinische Aspekte möglichst

zeitlich nach vorne zu holen, dies habe

natürlich auch ganz handfeste praktische

Auswirkungen, beispielsweise in

Form von Anamnese- und Befunderhebungen,

und somit sei durch diese Praxisbezogenheit

der Unterschied zum

Studium der Zahnheilkunde gar nicht

mehr so groß. Dem Bologna-Prozess

und dem Bestreben, auch in der Medizin

einen Bachelor- und Masterabschluss

zu schaffen, erteilte er eine klare

Absage: eine permanente Umstrukturierung

der Studiengänge Medizin

und Zahnmedizin und eine Einführung

von Bachelor und Masterabschlüssen

in diesen Bereichen seien nicht gewünscht.

Kollegialität gefragt

Der Studiendekan der Zahnmediziner,

Prof. Dr. med. dent. Harald Tschernitschek,

ging an das Jubiläum des Zent-

rums ZMK vollkommen anders heran,

indem er einen historischen Vergleich

zu anderen Institutionen zog. In diesem

Jahr werden eine ganze Reihe von

Jubiläen gefeiert. Neben der 60-Jahrfeier

der ZKN und der 30 Jahre kammereigener

Fortbildungseinrichtung gebe

es noch einige andere Events. Vor nunmehr

150 Jahren wurde die heute als

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-

und Kieferheilkunde (DGZMK) bekannte

Einrichtung 1859 als »Centralverein

Deutscher Zahnärzte« gegründet.

Doch es gab in Amerika auch schon

zwanzig Jahre zuvor die Möglichkeit

der akademischen Ausbildung, ursprünglich

gegründet von Horace H.

Hayden, dem großen amerikanischen

Zahnarztpionier. Erst 1909 wurde in

Deutschland das akademische zahnmedizinische

Studium, und erst ab 1919

wurde das Promotionsrecht für das

Fach Zahnmedizin eingeführt. Erfolgreich

war die Zahnmedizin im Übrigen

immer nur dann, wenn kollegiales

Denken das Kastendenken überwog

und dies galt auch 1969, als durch die

Initiative der Zahnärztekammer Niedersachsen

der Studiengang Zahnmedizin

in Hannover etabliert werden

konnte. Tschernitschek konstatierte,

dass auch jetzt wieder die Kollegialität

zwischen Hochschullehrern, Standesvertretern

und Niedergelassenen nötig

sei, die Herausforderungen im Zusammenhang

mit dem Bologna-Prozess

anzunehmen.

Schwierige Anfangszeit

Professor Dr. med. dent. Till Jung ist der

akademische Gründervater des Studienganges

Zahnmedizin in Hannover.

Er, der 1969 als erster zahnmedizinischer

Hochschullehrer den hannoverschen

Lehrbetrieb aufnahm, begann

seinen Vortrag über die Gründung des

Studienganges mit den Worten: »Die

Sonne schien, versprach eine Menge

Schnee und die Familie war pistenfertig,

als der Postbote den Brief mit der

Berufung nach Hannover brachte, und

danach ging alles ziemlich schnell.« In

nur wenigen Tagen sollte er in Hannover

erscheinen und die ersten 21 Studierenden

begrüßen, die dort als erster

Professor Dr. med. dent.

Till Jung: »Die Sonne

schien, versprach eine

Menge Schnee und die

Familie war pistenfertig,

als der Postbote den Brief

mit der Berufung nach

Hannover brachte, und danach

ging alles ziemlich

schnell.« In nur wenigen

Tagen sollte er in Hannover

erscheinen und die ersten

21 Studierenden begrüßen,

die dort als erster Jahrgang

zu Zahnmedizinern ausgebildet

werden sollten

Jahrgang zu Zahnmedizinern ausgebildet

werden sollten.

Die allererste Frage einer Studentin,

nämlich wie es denn nun weiterginge,

konnte Jung damals nur so beantworten:

»Ich weiß es auch nicht.« Zuerst sei

nur eine vorklinische Ausbildung geplant

gewesen, was sich in den von der

ZKN eingerichteten Laborräumen in

der Villa Bernstorff, von den meisten

liebevoll »Villa Karies« genannt, manifestierte.

Doch schon bald kamen andere

Räumlichkeiten, zum Beispiel im

oststadtkrankenhaus, hinzu. Die MHH

war anfangs eigentlich gar nicht begeistert

über das aufoktroyierte, man

könnte auch sagen »untergeschobene«

Kind ZMK. Im Rückblick ergibt sich,

dass es sich mit der Zahnklinik und der

MHH so verhielt wie bei so mancher Familienplanung:

eigentlich wollte man

das Kind ja schon, nur nicht zu diesem

Zeitpunkt... Durch die enger werdenden

Räume für die Lehre und Ausbildung

der Studierenden musste ein Gebäude

her. Als Jung das erste Mal vom

Standort der geplanten Klinik erfuhr,

kamen ihm leise Zweifel, denn das Gelände

lag weit weg vom Stadtzentrum

im Grünen, die Anbindung an öffentliche

Verkehrsmittel war schlecht bis

nicht vorhanden und die Aussicht auf

den daraus resultierendem Patienten-

aber auch Assistentenmangel machte

die Sache auch nicht einfacher. Der

Gründer und erste Chef der ZMK-Klinik

garnierte seinen Vortrag mit einigen

sehr interessanten Fotos, die selbst

Kenner der Anfangsphase der Zahnklinik

bis dahin noch nicht gesehen hatten.

Als die Klinik dann im Jahr 1976

zum Einzug in großen Teilen fertig gestellt

war und zum Wintersemester

1976 der erste Jahrgang Studierender

(das erste 80 Studierende starke Semester,

zu dem auch der Berichterstatter

gehörte) einziehen konnte, lag ein

langer und dornenreicher Weg hinter

dem Geschäftsführenden Direktor,

Prof. Jung, dem das Publikum mit lang

andauerndem stehenden Applaus für

sein großes Engagement dankte.

Anekdoten

Der erste und der derzeit amtierende

Fachschaftssprecher der Zahnmediziner

hielten ebenfalls eine kurze Rede.

Dr. Julius Beischer, der damals mit dem

Einzug in die Zahnklinik die Fachschaft

Zahnmedizin neu strukturierte und

aufbaute, dankte Professor Jung für

seinen unermüdlichen Einsatz und betonte,

dass die Studierenden der Zahnheilkunde

in Hannover diesem Gründer

des Studienganges an der MHH

sehr viel zu verdanken haben. In zwei

kurzen Anekdoten untermauerte er

dann den Bedarf an Mitarbeit innerhalb

der Studentenschaft, um das Leben

der Studenten an der Hochschule,

und natürlich auch an der Zahnklinik

zu erleichtern. Die erste bezog sich auf

332 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 333

Foto: dr. s. liepe


GESUNDHEITSPoLITIK

eine Begebenheit, die sich bei der Betreuung

durch die damaligen externen

Lehrkräfte, also noch praktizierende

Kollegen oder Kollegen, die ihre Praxis

bereits aufgegeben hatten bezog. Ein

solcher Praktiker ging bei Endo-Behandlungen

immer folgendermaßen

vor: nach Abfüllen mit einem Wurzelfüllmaterial

und Guttaperchastift zog

er jeweils einen Schusternagel aus der

Kitteltasche, knipste den Kopf ab,

brachte den Nagel über dem Bunsenbrenner

fast zum Glühen und steckte

ihn dann in den Wurzelkanal. Ein größerer

Pulk anwesender Studenten war

ihm dadurch jedes Mal sicher. Damals

gustierte man diese wenig akademische

und unkonventionelle Therapie

mit einem gewissen Unverständnis,

heute sehe er dies allerdings etwas anders,

denn mehrere Jahrzehnte praktischer

zahnärztlicher Arbeit zeige, dass

man in der täglichen Praxis schon das

ein oder andere Mal gezwungen sei,

sich – manchmal auch unkonventionelle

– Lösungen einfallen zu lassen, um

dem Patienten rasch zu helfen. Und

aus heutiger Sicht betrachtet, sei es ja

auch nichts anderes gewesen als laterale

Kondensation – oder? Die zweite

Anekdote erklärt sehr schön, wie wichtig

es sei, als Studentenvertreter eine

gute Arbeit für die Kommilitonen zu

betreiben und das vertrauensvolle

Miteinander auch mit den Assistenten

und Hochschullehrern zu pflegen.

Eines Tages kam ein Student aus einem

vorklinischen Semester in das

Fachschaftsbüro und fragte nach, wie

man sich denn verhalten solle. Im Propädeutikkurs

habe einer der Assistenten

sich angewöhnt, bei bestimmten

Gelegenheiten Kommandos mit einer

Bootsmannsmaatenpfeife zu geben,

der alle Studenten Folge zu leisten hätten

... der Tipp aus der Fachschaft kam

prompt: man solle sich doch mit Trillerpfeifen

und Sylvestertröten bewaffnen

und beim nächsten Pfeifversuch

des Assis entsprechend antworten. Gesagt

getan: der Assi war sprachlos. Womit

die Studenten allerdings nicht gerechnet

hatten war, dass besagter am

nächsten Tag mit einem Jagdhorn die

Propädeutik (saison) eröffnete. Im Er-

Als Molar Wars, Denti Potter

und der Zahnstein der Weisen,

… Pulpa Fiction, der

Herr der Zähne … werden

die Veranstaltungen immer

noch gerne besucht

gebnis war aber das Eis gebrochen und

die Situation entspannte sich.

Vieles gleich geblieben,

einiges hinzugekommen

Cand. med. dent. Frank Kanus brachte

in seinem Grußwort die Studentenarbeit

auf den Punkt: einiges von den seinerzeit

eingeführten Neuerungen sei

immer noch erhalten geblieben, so beispielsweise

der Adventskaffee der jetzt

seit einigen Jahren als »das Weihnachtscafe«

bekannt sei und bei den

letzten Malen jeweils unter einem bestimmten

Motto stand: Molar Wars,

Denti Potter und der Zahnstein der

Weisen, Schneeweißchen und die sieben

Zähne, Pulpa Fiction, der Herr der

Zähne oder als Romeo und Julia würden

die Veranstaltungen immer noch

gerne besucht. Eine seit einiger Zeit

eingeführte ZMK-Late-Night, die unter

jeweils anderen Schwerpunkten stände,

käme bei den Studierenden ebenfalls

gut an. Die seinerzeit eingeführte

Neuerung, die Wahlurnen zu Studentenparlament

und studentischen Senatssitzen

jeweils auch zu bestimmten

Zeiten in der Zahnklinik aufzustellen,

verschaffe den Zahnmedizinern nach

wie vor immer wieder ansehnliche

Wahlbeteiligung und damit Sitze in

den Parlamenten. Zum Schluss überreichte

Kanus seinem Vor-Vor-...Vorgänger

und Vorredner noch eine im

Fachschaftsbüro aufgefundene Ausgabe

des ersten ZM-Infos, der Zeitschrift

der Fachschaft Zahnmedizin, die damals

ebenfalls von Beischer initiiert

worden war.

Partnerschaft

Der letzte Grußwort-Überbringer des

Vormittags war Dr. Gordon Gray aus

Bristol, der über die Partnerschaft und

den Studentenaustausch zwischen

den Zahnkliniken in Bristol und Hannover

berichtete, die im Jahre 1974 gegründet

wurde. Gray ging gleichzeitig

auf die im Jahre 2007 mittlerweile 60

Jahre dauernde Partnerschaft der Städte

Bristol und Hannover ein und zog interessante

Vergleiche beider Städte

und beider zahnmedizinischer Institutionen.

Gray hob die guten kollegialen

Kontakte mit vielen Zahnärztinnen

und Zahnärzten hervor, die weit über

die in den letzten 35 Jahren erfolgten

gegenseitigen Besuche hinausgingen.

Als besonderes Beispiel deutscher Kultur

lobte er hier insbesondere die Essgewohnheiten

der Deutschen und hob

die beeindruckende und gut im Gedächtnis

haftende Kulisse eines Icecream-palace

hervor, was zu besonderen

kulinarischen Genüssen geführt

habe und ein Schmunzeln im Publikum

hervorrief.

Pausengespräche

Die würdevolle Untermalung der Feierlichkeiten

durch das Bläserquintett der

MHH führte die Gäste in die verdiente

Mittagspause die alle Anwesenden

nicht nur zur körperlichen Stärkung

nutzten, sondern auch für zahlreiche

anregende Gespräche mit Kolleginnen

und Kollegen und Begegnung mit

Hochschullehrern, die man zum Teil

seit Jahren und Jahrzehnten nicht mehr

gesehen hatte.

Wilhelm Busch und die Zähne

Den eigentlichen Festvortrag hielt Professor

Dr. phil. Hans Joachim Neyer, Direktor

des Wilhelm-Busch-Museums in

Hannover. Das Thema lautete »Wilhelm

Busch – über Kopf und Zahn.«

Neyer beschrieb die Wirkweise von gezeichneten

Witzen. Es ginge dabei darum,

Dinge zu beschreiben, die nur

dann humorvoll wirkten, wenn sie eine

Art von Doppel-, nicht unbedingt Zweideutigkeiten

zeigten. Und es gelang

ihm in einer sehr eloquenten Ausdrucksweise,

gezeichnete Witze und

Cartoons zu erzählen und dem Publikum

problemlos – manchmal auch ohne

dass dieses die Cartoons zu sehen

Von links nach rechts:

Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Prof. Dr. Dr. Jarg-Erich Hausamen, Emeritus, vormals Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Prof. Dr. Joachim Tränkmann, Emeritus, vormals Direktor der Klinik für Kieferorthopädie

Prof. Dr. Dr. Friedrich Schmid, Emeritus, ehemals kommissarischer Leiter der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Frau Prof. Dr. Meike Stiesch, Direktorin der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde

Prof. Dr. Till Jung, Emeritus, vormals Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik

Prof. Dr. Jörg A. Lisson, ehemals kommissarischer Leiter der Klinik für Kieferorthopädie

Frau Prof. Dr. Ingrid Rudzki-Janson, ehemals kommissarische Leiterin der Klinik für Kieferorthopädie

Prof. Dr. Rainer Schwestka-Polly, Direktor der Klinik für Kieferorthopädie

Prof. Dr. Werner Geurtsen, Direktor der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde

Prof. Dr. Albrecht Rossbach, Emeritus, vormals Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik

bekam – diese plastisch vor Augen zu

führen. Neyer beschrieb Wilhelm

Busch als einen Zeichner, der sich in seinen

Werken immer auch mit dem Leiden

von Menschen auseinandersetzte.

Von Haus aus eigentlich zuerst Maschinenbauer

und Maler, begab sich Busch

irgendwann in die Dienste eines Verlegers,

der dessen Zeichentalent erkannte

und nutzte, indem er Busch für jeden

Holzstock, auf den eine Zeichnung

übertragen wurde, mit fünf Gulden

bezahlte. Für Abzüge und Mehrfachverwendungen

erhielt Busch kein Zusatzhonorar,

so dass der Verleger bei

der zunehmenden Beliebtheit von

Zeichnungen Buschs ein gutes Geschäft

machte. Die »fliegenden Blätter«,

wie das erste Humor-Magazin damals

genannt wurde, veröffentlichten

eine Menge Holzstock-Zeichnungen

von Wilhelm Busch. Die Auseinander-

setzung mit dem menschlichen Körper

und den Leiden erklärte der Direktor

des Wilhelm-Busch-Museums mit der

Tatsache, dass sich in der Familie und

unmittelbaren Verwandtschaft des berühmten

Zeichners einige Ärzte befanden.

Busch schrieb zum Ende auch zwei

Romane, »Edwards Traum« und »Der

Schmetterling«, die ebenfalls seine

Zeichnungen enthielten.

Kompetenz und Ideen

Das Grußwort des Niedersächsischen

Ministeriums für Wissenschaft und

Kultur überbrachte Staatssekretär Dr.

Josef Lange, der wegen eines anderen

Termins erst zu vorgerückter Stunde

erscheinen und sprechen konnte und

sich für eventuelle Überschneidungen

und Doppelungen mit den Ausführungen

seiner Vorredner gleich anfangs

entschuldigte. Lange überbrachte die

herzlichen Grüße des Ministers und

hob hervor, die MHH habe sich in den

letzten Jahren und Jahrzehnten zu einem

Leuchtturmprojekt entwickelt

und sei unter den 34 bundesrepublikanischen

Fakultäten an der Spitze der

Drittmittelwerbung und in der Krankenversorgung

unverkennbar sehr erfolgreich.

Auch die Zahnmedizin habe

sich an der MHH erfolgreich entwickeln

können und die MHH habe mit der Einführung

der ersten deutschen Patienten-Uni

erfolgreich das Ziel verfolgt,

besseres medizinisches Wissen in die

Bevölkerung zu bringen. An diesem

Projekt sei auch das ZMK-Zentrum mit

einigen Veranstaltungen beteiligt. Er

wünsche der ZMK-Klinik für die Zukunft

weiterhin genügend Schlagkraft

und Kompetenz und Ideen zum Wohle

der Wissenschaft und Forschung an der

MHH.

334 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 335

Foto: t. HallBauM


GESUNDHEITSPoLITIK

Stephan Weil

Die Redner der Festveranstaltung sorgten dafür,

dass keine Langeweile aufkam. Als Belohnung dafür kam ein

durchweg positives Echo aus der Zuhörerschaft.

Prof. Dieter

Bitter-Suermann

Prof. Harald

Tschernitschek Stehende Ovationen für Prof. Jung

Cand. Med. dent

Frank Kanus Dr. Gordon Gray

Die vier Abteilungsleiter

der ZMK an der MHH:

Prof. Werner Geurtsen,

Prof. Rainer Schwestka-Polly,

Prof. Nils-Claudius Gellrich,

Prof. Meike Stiesch (v.l.n.r.)

Prof. Hermann

Haller

Dr. Michael

Sereny

Dr. Julius

Beischer

Prof. Hans Joachim

Neyer Dr. Josef Lange

Foto: t. HallBauM (7); dr. s. liepe (5)

Zukunftsperspektiven

Als letzter Programmpunkt standen

die Zukunftsperspektiven des Zentrums

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

an, bei dem die Leiter der vier Abteilungen

eine Tour d’Horizon unternahmen.

Didaktische Hilfsmittel

Professor Gellrich begann mit der Vorstellung

seiner Abteilung und stellte

heraus, dass diese drei Schwerpunktebereiche

abbilde, nämlich das interdisziplinäre

Zentrum für Gesichtsfehlbildungen,

das Kopfzentrum und das

Kopftumorzentrum. In diesen Zentren

ginge es vor allem um eine biologisch

adäquate Versorgung der Patienten.

Eine große Hilfe seien die in den letzten

Jahren stark verbesserten Bild gebenden

Verfahren, die es ermöglichten,

auch erforderliche umfangreichste

operationen bei schwersten Kopfverletzungen

im Vorhinein zu planen und

umzusetzen. Die Lieferung umfangreicher

Datensätze aus diesen Verfahren

erlaube es auch, hervorragende didaktische

Hilfsmittel zur Verfügung zu haben,

um Ausbildung und Lehre in dieser

Fach-Disziplin optimal ermöglichen

zu können. Gellrich ergänzte seinen

Vortrag mit beeindruckenden

Fotos und Illustrationen.

E-Learning und Forschung

Professor Dr. Meike Stiesch, Leiterin der

Abteilung Prothetik im ZMK-Zentrum

schloss mit ihrem Vortrag nahtlos an,

indem sie die Vorzüge der neuen Bild

gebenden Verfahren auf die verschiedenen

Bereiche vorstellte. Egal ob bei

der Erfassung elektronischer Daten für

die Registrierung oder bei der dreidimensionalen

Planung von Implantat

getragenen Suprakonstruktionen oder

bei der Implementierung von E-Learning-Programmen

in der Ausbildung

von Assistenten und Studierenden, die

Nutzung von elektronischen Datensätzen

sei nicht mehr wegzudenken. Bei

der Erforschung von neuen dentalen

Biomaterialien gehe es vor allem darum,

eine längere Standfestigkeit von

Materialien in der Mundhöhle sicherzustellen.

Die Forschung und klinische

Beobachtung habe beispielsweise ergeben,

dass bei der in den letzten Jahren

forciert eingesetzten Keramik-

Technik mittlerweile zu beobachten sei,

dass es trotz aller anfänglicher Zähigkeit

und Flexibilität des Zirkoniumdioxid-basierten

Materials langfristig zu

einer Degradation von Keramiken

kommen kann, also zu einer langfristigen

Veränderung der kristallinen

Strukturen. Diese Umwandlung führe

dann zu einer Volumenzunahme von

bis zu fünf Prozent und damit zu

Sprüngen und Abplatzungen im Material.

Ein weiteres Forschungsgebiet sei

die Problematik des Biofilms auf Implantatoberflächen

im Durchtrittsbereich

auf Schleimhauthöhe. Ziel sei es,

durch eine Veränderung der Implantatoberfläche

eine Verringerung der Bakterien-Besiedelung

zu erreichen. Mittlerweile

sei man dort auf einem guten

Weg und hoffe, durch eine mikrofeine

Beschichtung von Implantatoberflächen

mithilfe von neuartigen Polymeren

nanotechnologisch eine Verbesserung

des Materialverhaltens herbeizuführen.

Prophylaxe gefragt

Professor Dr. Werner Geurtsen, Leiter

der Abteilung für Zahnerhaltung, ging

in seinem Vortrag vor allem auf das Angebot

von Spezialsprechstunden seiner

Abteilung ein, die in Zusammenwirken

mit anderen Abteilungen der medizinischen

Hochschule das interdisziplinäre

Arbeiten, das auch einen großen Raum

in der neuen Approbationsordnung

einnehme, unterstreiche. Neben den

Einsatzmöglichkeiten der computergesteuerten

Ausbildung, beispielsweise

per Schoolbook und E-Learning, sieht er

schon auch noch die Notwendigkeit,

normale Vorlesungen zu halten, wobei

man sich hier dann allerdings noch einiges

einfallen lassen müsse, um die

Studierenden dort anzusprechen. Die

momentanen Forschungsschwerpunkte

liegen in der Prophylaxe, dort ist vor

allem eine Langzeituntersuchung unter

Leitung von Professor Günay interessant,

bei der es um die Betreuung

von Kindern und Jugendlichen über einen

langen Zeitraum geht, und erst in

einigen Jahren abgeschlossen sei. Die

Untersuchungsergebnisse lassen eine

Reduzierung des dmft-Indexes bei entsprechender

ausgeprägter Prophylaxe

um zwei Drittel beobachten. Ein anderes

Vorhaben sieht die Regeneration

von menschlichen Geweben durch

gleichwertige Materialien vor. Hierbei

gehe es darum, an marinen Materialien,

hier Schwämmen, zu forschen, wie

ein Material beschaffen sein muss, das

im menschlichen Körper selbst hergestellt

werden kann und so als Biosilikat

verlorengegangenes Hart- und Weichgewebe

ersetzen kann.

Interdisziplinäres Arbeiten

Professor Dr. Rainer Schwestka-Polly

unterstrich in seiner Vorstellung der

Abteilung Kieferorthopädie ebenfalls

die Notwendigkeit des Einsatzes von

elektronischen Medien, nicht nur in der

Vermittlung des umfangreichen Lernstoffes,

sondern auch bei der perspektivischen

Planung von Wiederherstellungsmaßnahmen

und Therapien bei

Lippen-, Kiefer- und Gaumenspaltpatienten.

Diese Versorgungen seien

selbstverständlich auch nur interdisziplinär,

beispielsweise mit den Chirurgen

zu bewerkstelligen. Insofern sei

das Projekt, das sich mit der Erforschung

des Biofilms auf kieferorthopädischen

Apparaturen und dessen Verringerung

und/oder Vermeidung ein

weiteres gutes Beispiel für die Notwendigkeit,

nicht nur an der Hochschule,

interdisziplinär miteinander zu arbeiten.

Dank an die Gäste

Der geschäftsführende Direktor des

mittlerweile also 40 Jahre alten Zentrums

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

der Medizinischen Hochschule Hannover

verabschiedete am Nachmittag

dann die – trotz des ausgedehnten Programms

– geduldigen Gäste mit den

besten Wünschen für ihre Zukunft,

aber auch für die eigene des Zentrums,

in dem er hervorhob, man sei dort »gewappnet

für die Zukunft«.

Dr. Eckhard Jung l

336 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 337


GESUNDHEITSPoLITIK

Dr. Markus Söder

Ärztetag der Basis in Mainz

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder hat sich in einem Grußwort für den »Ärztetag der Basis« in Mainz für

die Freiberuflichkeit in der ambulanten medizinischen Versorgung und die freie Arztwahl stark gemacht. Auch

Daniel Bahr und Professor Helge Sodan äußerten sich in deutlichen Worten zum derzeitigen Gesundheitssystem.

»Unsere Ärzte brauchen eine klare, nachvollziehbare und angemessene Vergütung«, betont der Minister in einem

Schreiben für die Veranstaltung der Freien Ärzteschaft (FÄ).

Söder: Ärzte brauchen nachvollziehbare

und angemessene Vergütung

Sehr geehrte Damen und Herren,

dem Ärztetag der Basis übermittle

ich meine herzlichen Grüße

nach Mainz. Ihr Ärztetag steht unter

dem Motto »Freiheit in Verantwortung

– Bürgerrecht auf freie Ärzte«. Dieses

Motto deckt sich mit dem Anliegen, das

ich seit Amtsantritt mit Nachdruck nahezu

täglich einfordere: »Freiheit für die

freien Berufe« statt bürokratischer und

staatsmedizinischer Bevormundung.

Die große Unzufriedenheit bei Patienten,

Ärzten und anderen Leistungserbringern

macht deutlich, dass es in der

Gesundheitspolitik eines völligen Neuanfangs

bedarf. An die Stelle des eingeschlagenen

Weges in eine zentralistisch

gesteuerte Staatsmedizin muss ein bürgerlich-föderales

Gesundheitsmodell

treten. Ausgangspunkt ist dabei, dass

Patient und Arzt die Basis der medizinischen

Versorgung bildet. Das bürgerlich-föderale

Gesundheitsmodell orientiert

sich vor allem an folgenden Grundprinzipien:

Im Mittelpunkt stehen die freie Arztwahl

des Patienten sowie die Diagnose-

und Therapiefreiheit des Arztes. Dabei

ist vor allem das vertrauensvolle Ge-

Foto: privat

spräch zwischen Arzt und Patient von

besonderer Bedeutung. Dies erfordert

Zeit, die dem Arzt nicht durch übermäßige

Bürokratie genommen werden

darf. Nur zur Verdeutlichung: Im europäischen

Vergleich haben wir in

Deutschland mit im Durchschnitt fünf

Minuten die kürzeste Behandlungszeit.

Die Gesundheitsversorgung muss

auf die regionalen Bedürfnisse eingehen.

Hierzu gehören vor allem die

wohnortnahe Versorgung mit niedergelassenen

Ärzten, Apothekern und anderen

Leistungserbringern, leistungsstarke

Krankenhäuser auch in der Fläche

und regionale Krankenkassen.

Zum Erfolg des deutschen Gesundheitswesens

haben vor allem die Freien

Berufe beigetragen. Sie stehen für Humanität

in der medizinischen Versorgung

und müssen daher weiterhin der

Eckpfeiler der Behandlungen von Pati-

enten sein. Das bedeutet aber auch: Unsere

Ärzte brauchen eine klare, nachvollziehbare

und angemessene Vergütung.

Zur Finanzierung der Gesundheitsausgaben

ist ein ausgewogener Mix aus

Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen,

sozialverträglichen Selbstbeteiligungen

und Steuermitteln nötig. Dabei

sollen die Steuermittel vor allem die

Aufwendungen der Krankenkassen für

gesamtgesellschaftliche Aufgaben ausgleichen.

Auf der Ausgabenseite sollen

an die Stelle von staatlicher Budgetierung

und Rationierung Transparenz,

hohe Qualitätsstandards und Wettbewerb

treten.

Wenn wir in diesem Sinne unser Gesundheitssystem

verändern, werden vor

allem auch die Ärzte wieder eine klare

Zukunftsperspektive erhalten. Deshalb

hoffe ich auf Ihre Unterstützung und

die Ihrer Kollegen.

Dr. Markus Söder

Bayerischer Staatsminister

für Umwelt und Gesundheit l

FDP: Gordischer Knoten muss jetzt

durchschlagen werden

Der gesundheitspolitische Sprecher

der FDP, Daniel Bahr, hat vor

dem Weg in ein zentralistisches,

verstaatlichtes Gesundheitswesen gewarnt.

Gemeinsam mit Horst Seehofer

habe Schmidt damals mit dem GMG

diesen Weg eingeschlagen, erinnerte

der Abgeordnete in einer Video-Grußbotschaft

für den »Ärztetag der Basis«

heute in Mainz. Nun sei es Zeit, diese

Tendenzen zu beenden. »Noch haben

wir hohe Werte im Gesundheitssystem

wie die freie Arztwahl und die Therapiefreiheit

– dafür lohnt es sich jetzt zu

kämpfen.«

Nötig seien mehr Freiheiten im System.

Auch eine leistungsgerechte Vergütung

für die niedergelassenen Ärzte

müsse es endlich geben. »Das neue System

hat die Budgetierung eben nicht

abgeschafft und ist weder für Arzt

noch für Patient transparent«, monierte

Bahr. Nötig sei endlich eine Honorierung,

die leistungsbereiten Ärzte eine

entsprechende Vergütung garantiere.

Dafür werde sich die FDP einsetzen.

»Wir fordern außerdem, dass der Gesundheitsfonds

zurückgenommen

Zahnarzt und Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Schmitz zur ambulanten medizinischen

Versorgung: »Da wird mit primitiven Neid-Effekten gearbeitet.«

wird.« Die Bundestagswahl werde insbesondere

im Gesundheitsbereich eine

Grundsatzentscheidung bringen.

Vor ort sprach der Zahnarzt und

Bundestagsabgeordnete Dr. Peter

Schmitz für die FDP. Er kritisierte insbesondere

die öffentlichen Aussagen des

BMG zur ambulanten medizinischen

Versorgung: »Da wird mit primitiven

Neid-Effekten gearbeitet«, erinnerte

Schmitz an die zum Ärzteverdienst veröffentlichten

Zahlen. Die Werte bezögen

sich oft nur auf Werte vor Steuern

oder auf Angaben bestimmter Ärztegruppen

wie die Laborärzte, die noch

hohe Umsätze registrierten.

Schmitz warnte vor einer neuen Gesundheitsreform,

die »vielleicht nicht –

wie die letzte Reform – 800 sondern

1600 Seiten hat«. Vielmehr müsse nun

der Gordische Knoten durchschlagen

werden. Nur eine komplette Neuausrichtung

könne das System noch in

Richtung mehr Freiheit und Transparenz

rücken. l

Sodan: Ärzte müssen sich stärker

politisch engagieren

Der Direktor des Deutschen Instituts

für Gesundheitsrecht, Prof.

Helge Sodan, hat sich heute auf

dem »Ärztetag der Basis« in Mainz für

ein System der Kostenerstattung ausgesprochen.

Das derzeitige Sachleistungsprinzip

beeinflusse das Recht auf

freie Berufsausübung – ohne, dass es

dafür die erforderliche Rechtfertigung

gebe.

»Innerhalb eines System der Kostenerstattung

lassen sich auch Sonderregelungen

zur Vorschusspflicht und Finanzierungsregelungen

bei extrem

teuren Behandlungen finden«, wischte

Sodan die Bedenken der Kritiker beiseite.

Auch biete die Kontrolle der Rechnung

durch den Patienten deutlich

Vorteile. »Im Sachleistungssystem gibt

es doch keinen Anreiz, sparsam mit den

Ressourcen umzugehen.«

Der Jurist erinnerte aber auch daran,

dass er damit eine Meinung ver-

tritt, die von den entscheidenden Personen

im Bundessozialgericht nicht

mehrheitlich getragen wird. Das Sozialgericht

sei nicht einmal der Meinung,

dass der Arzt ein Recht auf angemessene

Vergütung habe. Laut BSG habe er

nur das Recht auf »angemessene Beteiligung

bei der Verteilung der Gesamtvergütung«.

Sodan erinnerte an den Fall eines

orthopäden, der aufgrund seiner Honorarsituation

gegen das System vor

Gericht gezogen war. Die KV habe bescheinigt,

dass er seine voll ausgelastete

Praxis wirtschaftlich geführt habe.

Trotzdem sei der Arzt von der Insolvenz

bedroht gewesen. Das Bundessozialgericht

habe dem Arzt nicht Recht gegeben.

»Das Bundesverfassungsgericht –

und das ist absolut unverständlich –

hat die Sache am Ende gar nicht zur

Entscheidung angenommen.« Nicht

einmal eine richtige Begründung dafür

habe es gegeben. Der Arzt sei

schließlich nur vorläufig der Insolvenz

entkommen, weil der die eigene Lebensversicherung

und die seiner Frau

gekündigt habe.

Sodan forderte die Ärzte in Mainz

auf, sich stärker politisch zu engagieren.

So seien starke Eingriffe in das Gebührenrecht

der Juristen beispielsweise

nur schwer möglich, »da die Rechtsanwälte

eine starke Lobby im Parlament

haben.« Auch die Ärzte müssten

jetzt die positiven Strömungen in der

Politik stärken. Der politische Weg sei

bei der derzeitigen Ausgangslage und

angesichts der Haltung des Bundessozialgerichts

vielversprechender als der

juristische Weg.

www.facharzt.de, 17.5.2009 l

»Innerhalb eines System der Kostenerstattung lassen

sich auch Sonderregelungen zur Vorschusspflicht

und Finanzierungsregelungen bei extrem teuren

Behandlungen finden«, wischte Sodan die Bedenken der

Kritiker beiseite. Auch biete die Kontrolle der Rechnung

durch den Patienten deutlich Vorteile.

338 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 339

Foto: s. Mies


GESUNDHEITSPoLITIK

Gesundheitspolitik: Planlos in die Zukunft

»Planvoll gegen den Mittelstand gerichtet«

Als »planvoll gegen den Mittelstand gerichtet«, im Übrigen aber in allen Bereichen planlos – so beurteilt

die Neue Allgemeine Gesundheitszeitung für Deutschland im Leitartikel der April-Ausgabe

die erschreckend vielen Gesundheitsreformen der letzten Jahre

Zahlreiche, für den Bürger

größtenteils völlig unverständliche

Gesetze haben

das Gesundheitswesen mit

nahezu bemerkenswerter

Kontinuität heruntergewirtschaftet.

Und auch jetzt ist keine Besserung in

Sicht – im Gegenteil: Marode Krankenhäuser,

akuter Ärztemangel, überarbeitetes

Pflegepersonal, unsichere Arzneimittelwege

außerhalb der »Apotheke

um die Ecke« und drastische

Leistungseinschränkungen der Gesetzlichen

Krankenversicherung sind nur

einige wenige Beispiele für die dramatischen

Folgen, die letzten Endes jeden

Patienten treffen.

Die Lebenslügen

der Gesundheitspolitik

Heinz Rühmann sagte es als unvergessener

»Schuster Voigt« im »Hauptmann

von Köpenick«: »und dann stehste

vor Jott dem Vater ... und der fragt dir

ins Jesichte: Schuster Willem Voigt, wat

haste jemacht mit dein Leben..., und

dann muß ick sagen: Fußmatte...«.

»Wat haste jemacht mit dein politischet

Leben?« Fragen sich das die Politiker

in Berlin, wenn sie am Ende eines

Jahres, einer Legislaturperiode, einer

politischen Laufbahn angekommen

sind? Und wenn sie es tun, quälen sie

sich mit Selbstzweifeln oder verteidigen

sie ihre Lebenslügen?

Ulla Schmidt ist seit Januar 2001

Bundesministerin für Gesundheit. Von

oktober 2002 bis oktober 2005 war sie

zudem für »Soziale Sicherung« zuständig.

Sie war fleißig und durchsetzungsstark.

Zahllose »Gesundheitsreformen«

hat sie auf den Weg gebracht.

»Reform«, so das beliebte online-Lexikon

Wikipedia, »bezeichnet in der Po-

litik eine größere, planvolle und gewaltlose

Umgestaltung bestehender

Verhältnisse und Systeme.«

»Gewaltlos« waren die »Umgestaltungen«

im Gesundheitswesen sicher

– hunderten Krankenhäusern, tausenden

Unternehmen der Gesundheitsbranche,

zehntausenden Freiberuflern

wie Ärzten oder Apothekern und nicht

zuletzt Millionen Patienten blieb oftmals

nur die Faust in der Tasche. oder

ohnmächtige Wut.

»Größer« waren die »Umgestaltungen«

auch; so groß, dass mittlerweile

sogar Krankenkassen pleitegehen können.

So zerstört man nachhaltig das

Vertrauen der Menschen in ein sicheres

und geordnetes Gesundheitssystem.

Aber »planvoll«?

Bis zum Jahre 2004 war die Versorgung

der Bevölkerung mit Arzneimitteln ein

– auch für viele andere Länder – vorbildliches

Hochsicherheitssystem. Doch

dann führte die Ministerin gegen den

Rat zahlreicher Experten den Versand-

»Wat haste jemacht mit dein

politischet Leben?«

handel von Medikamenten ein – zugunsten

von »Menschen, deren Mobilität

aufgrund von Alter und Krankheit

eingeschränkt ist oder die größere Entfernungen

zur Apotheke zurücklegen

müssen.

... Vor allem aber chronisch Kranke,

die regelmäßig bestimmte Arzneien

benötigen, können von günstigeren

Preisen profitieren«, berichtete »REGIE-

RUNGonline« im »Magazin für Soziales,

Familie und Bildung« Nr.1/2008 –

so, als hätte es nie den kostenlosen Zustellservice

der Apotheken gegeben,

von persönlicher Beratung, Nachtdienst

und der Zubereitung von individuellen

Rezepturen ganz zu schweigen.

Immerhin wollen einige einsichtige Politiker

den Versandhandel mit rezeptpflichtigen

Arzneimitteln wieder verbieten.

Im Sinne des Verbrauchers

kann man nur hoffen, dass sie sich

durchsetzen werden.

Planvoll?

Vor Einführung des »Gesetzes zur Stärkung

des Wettbewerbs in der GKV«

Foto: cFw-arcHiv / inggo

(GKV-WSG) im Jahre 2007 entschieden

die Ärzte – durchaus nach Wirtschaftlichkeitskriterien

– per Rezept, welches

Arzneimittel für den Kranken das richtige

war. Nach Prüfung durch den Apotheker

erhielt der Patient »sein« Arzneimittel,

an das er gewöhnt war und

das er vertrug. Die Therapietreue –

auch »Compliance« genannt – war

dementsprechend hoch. Doch im GKV-

WSG erlaubten die Gesundheitspolitiker

den Krankenkassen, wie ein WirtschaftsunternehmenAusschreibungen

für Arzneimittel durchzuführen.

Die Gewinner liefern – im Extremfall –

das gleiche Arzneimittel für alle Patienten

einer Krankenkasse in ganz

Deutschland. Millionen kranker Menschen

müssen sich so an neue Packungen,

neue Tabletten, neue Wirkungsweisen

gewöhnen. Das ist besonders

für ältere Menschen ein Problem. Sie

verweigern dementsprechend oft die

Einnahme ihrer Tabletten. Darauf weisen

die Apotheker immer wieder hin.

Doch das Interesse der Gesundheitspolitik

ist gleich null.

Ein lachhafter Rückschritt in die

Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts ist

schließlich die Aufteilung einer Ausschreibung

nach Regionen, die von unterschiedlichenArzneimittelherstellern

gewonnen werden. Da passiert es

denn, dass man am Wohnort nicht das

gleiche Arzneimittel wie am etwas entfernteren

Arbeitsplatz bekommen darf,

weil man die »Grenze« überschritten

hat. Es ist der Apotheker, der dem aufgebrachten

Patienten das Unerklärbare

erklären muss.

Planvoll?

Viele ältere Menschen leiden an Inkontinenz.

Sie haben es nicht gerne, wenn

man darüber spricht. Der Diskretion

ihres Apothekers waren sie sicher. Sie

erhielten Inkontinenzvorlagen in erstklassiger

Qualität, die saugfähig waren

und fest abschlossen. Waren sie bettlägerig,

blieb das Bett trocken. Dieses

funktionierende System wurde abgelöst

durch die Zulassung von Ausschreibungen

auf Hilfsmittel. Diese gewann

in der Regel der billigste Hersteller. Das

TV-Magazin »Frontal 21« hat in der Sen-

dung vom 18.11.2008 die traurigen Ergebnisse

eindrucksvoll dargeboten.

Und diese Zeitung erreichen immer

wieder die Hilferufe alter Menschen,

die sich nicht mehr wehren können.

Auch eine Änderung dieser Regelung –

nun dürfen Rahmenverträge aufgesetzt

werden, denen auch Apotheken

und Sanitätshäuser beitreten können

– hat bisher nicht die dringend notwendige

Verbesserung der Situation für

die Betroffenen ermöglicht.

Planvoll?

Gegen Ende von Ulla Schmidts zweiter

Amtsperiode liegen die Krankenhäuser

auf der Intensivstation. Seit Jahren hat

die Gesundheitspolitik in Bund und

Ländern sie chronisch unterfinanziert

und personell ausbluten lassen. Sie

schieben einen lähmenden Investitionsstau

von bis zu 50 Milliarden Euro

vor sich her und suchen händeringend

nach tausenden Medizinern. Sie haben

Wartelisten einführen und Stationen

schließen müssen – so das »Deutsche

Krankenhausinstitut« im »Krankenhausbarometer

2008« – und behelfen

sich mit der Halbierung des Arzt- und

Pflegepersonals in den Spät- und

Nachtschichten. Rudolf Henke, Vorsitzender

der Ärztegewerkschaft »Marburger

Bund«, warnt vor »Akkordpflege

und Fließbandmedizin«, und tausende

Klinikmitarbeiter gehen auf die

Straße. oder sie wandern ab ins Ausland.

Rund 100 deutsche Krankenschwestern

arbeiten alleine am Karolinska-Krankenhaus

in Stockholm. Dort

sind sie laut einem Bericht des ZDF

hochwillkommen. In Deutschland wird

das Pflegepersonal unterbezahlt und

»verheizt«. Die 3,5 Milliarden Euro, die

die Politik in diesem Jahr großzügig

»spendierte«, sind da nur ein Tropfen

auf dem heißen Stein.

Planvoll?

»Mediziner auf der Flucht« titelte das

Magazin »Focus« vor kurzem. Wie

wahr. Mediziner fliehen ins Ausland, in

die Industrie, in Krankenkassen, in Verbände.

Auf Kosten der Allgemeinheit

ausgebildet, können sie dieser Gesellschaft

nicht dienen, weil die Politik ih-

CDU-Wirtschaftsflügel will

Kurswechsel

Der Wirtschaftsrat der CDU hat die Parteispitze

zu deutlichen Korrekturen an der

Gesundheitspolitik aufgefordert. In einem

»Empfehlungs«­Papier warnt die Parteigruppierung

vor steigenden Lohnzusatzkosten und

mahnt eine Entkopplung der Arbeitskosten von

den Krankenversicherungsbeiträgen an. Das

Kopfpauschalen­Konzept, auf das sich die CDU

im Jahr 2003 festgelegt hatte, wird nicht mehr

aufgegriffen. Der Wirtschaftsrat fordert eine

»lohnunabhängige und demografiefeste Beitragserhebung«

und spricht sich für den »Erhalt

der privaten Krankenversicherung« aus. Es ist

von einer »qualitätsorientierten Wettbewerbsordnung«

die Rede, bei der das Steuersystem für

die »Solidarität zwischen Starken und Schwachen«

sorgen soll. Eindeutig lehnt der Wirtschaftsrat

die Bürgerversicherung ab. Das SPD­

Modell führe zu Staats­ und Listenmedizin und

»entmündige« den Einzelnen, statt seine Eigenverantwortung

zu stärken. Frei-Fax, 4.5.2009 l

nen seit Jahren einen zum Betreiben

einer Hausarztpraxis angemessenen

Lohn verweigert. Protestieren die Ärzte,

droht ihnen die Ministerin mit dem

Entzug der Zulassung. Doch die Katastrophe

kommt erst noch: »In vielen

ländlichen Gebieten finden viele keinen

Nachfolger für ihre Praxen« –

warnt der Vorsitzende der Kassenärztlichen

Vereinigung Nordrhein, Leonhard

Hansen. Die Hausärzte selbst

versuchen, der drohenden Unterversorgung

mit Weiterbildungsprojekten

wie »Versorgungsassistentin in der

Hausarztpraxis – VERAH« für ihre Praxismitarbeiterinnen

zu begegnen. Die

sollen in Zukunft für »Hausbesuche,

bei denen keine ärztliche Kompetenz

notwendig ist« zuständig sein. Die

deutschen Ärzte gehen nach Schweden.

Planvoll?

Ja doch, in einem Punkt waren alle Reformen

durchaus planvoll: Sie waren

konsequent gegen den Mittelstand gerichtet.

Sie haben die Grundlagen der

Existenz von vielen Arztpraxen und

Apotheken, Sanitätshäusern und Massagepraxen,

mittelständischen Herstellerfirmen

und kommunalen Krankenhäusern

schwer erschüttert, wenn

nicht gar dauerhaft vernichtet. Und da,

wo es ging, haben sie den Wettbewerb

ausgeschaltet und Strukturen aufgebaut,

die »postsozialistisch« zu nennen

man sich nicht zu scheuen braucht –

von den MVZs, den Medizinischen Versorgungszentren,

über den Einheits-

340 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 341


GESUNDHEITSPoLITIK

beitrag aller Krankenkassen bis hin

zum Moloch »Gesundheitsfonds«.

»Wat haste jemacht mit dein politischet

Leben?« ob die Gesundheitspolitiker

in Berlin mit ihrem politischen Leben

zufrieden sind?

Namen wie Schall und Rauch

Und überhaupt – hätte man in den letzten

Jahren auf den Inhalt der Gesetze

soviel Gehirnschmalz verwendet wie

auf ihre Namen, dem deutschen Gesundheitswesen

ginge es wahrlich

besser. »Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz«

(AABG), »Beitragssatzsicherungsgesetz«

(BSSG), »GKV-

Modernisierungsgesetz« (GMG), »Arzneimittelversorgungswirtschaftlichkeitsgesetz«

(AVWG), »GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz«

(GKV-WSG);

Namen wie Schall und Rauch. Die Arzneimittelausgaben

wurden nicht begrenzt

– zum Glück für die Patienten.

Der Beitragssatz wurde nicht gesichert

– im Gegenteil, seit der Einführung des

unsäglichen Gesundheitsfonds ist er

höher denn je. Die Gesetzliche Krankenversicherung

(GKV) wurde nicht

modernisiert – eine sozialistische Einheitsversicherung

wie den Gesundheitsfonds

wird man kaum »modern«

nennen können. Wenn die Arzneimittelversorgung

wirtschaftlicher hätte

werden sollen, hätte man mit dem Arzneimittel

sparen müssen, nicht am Arzneimittel.

Und schließlich die Krönung:

das »GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz«.

Dieses Gesetz hat den Wettbewerb

in der GKV endgültig ausgeschaltet.

Für wie dumm hält man die Bevölkerung

eigentlich? Aber die Frage erübrigt

sich wohl.

www.neue-allgemeine.de, 1.4.2009 l

Apothekentest enthielt

Falschinformationen

ZDF muss Beitrag zurückziehen

Wegen falscher Darstellungen

muss das ZDF einen ausgestrahlten

Bericht über angeblich schlechte

Beratung bei Apothekentestkäufen

zurücknehmen. Der Sender hat eine

Unterlassungsverpflichtungserklärung

inzwischen aus seiner

ZDFmediathek gelöscht

Auch gegen die Produktionsfirma

video:arthouse aus

Hannover erwirkte die Präsidentin

der Apothekerkammer

Niedersachen,

Magdalene Linz, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung.

Die Sendung »ZDF.reporter« berichtete

am 23.4. über einen angeblichen

Testkauf des pflanzlichen Herzmittels

Miroton und Sennesblättern, bei dem

das Apothekenpersonal nicht auf die

seltene Wechselwirkung Herz-Rhythmus-Störungen

hingewiesen habe.

Dieser Beitrag suggerierte, es handle

sich um einen Testkauf in der von Linz

geführten Delfin-Apotheke. Tatsache

ist, dass in dieser Apotheke nachweislich

seit längerer Zeit keine Miroton-Packung

der Größe N3 verkauft worden

ist. Der Testkauf hat so nicht stattgefunden.

Durch die Filmaufnahmen der

Fassade der Apotheke wurde jedoch

dieser Eindruck erweckt. »Es ist unverantwortlich,

wenn mit solchen Falschinformationen

Patienten verunsichert

werden und deren Vertrauen in die

Apotheke zerstört wird«, sagt Linz.

Auch andere im Beitrag dargestellten

Inhalte waren falsch. Der emeritierte

Hannoveraner Professor Jürgen

C. Frölich behauptete, es gebe eine gefährliche

Wechselwirkung zwischen

den Wirkstoffen Metoprolol und Ranitidin.

Diese nicht-existente Interaktion

war die Basis für einen Testkauf in Apotheken.

Die Arzneimittelkommission

der Deutschen Apotheker (AMK) hat in

einer gutachterlichen Stellungnahme

festgestellt, dass es keine klinisch relevante

Wechselwirkung zwischen einer

Dauermedikation mit Metoprolol und

kurzfristig eingesetztem, niedrig dosiertem

Ranitidin gibt.

Es wurde zudem behauptet, das Migränemittel

Formigran® sei in Drogerien

erhältlich. Das ist falsch. Außerdem

sind, anders als von Frölich dargestellt,

nicht 8000, sondern nach Angaben des

Bundesinstituts für Arzneimittel und

Medizinprodukte rund 60.000 Medikamente

in Deutschland verkehrsfähig.

Und es gibt nicht 19.000, sondern

21.602 Apotheken in Deutschland.

Pressemitteilung Apothekerkammer

Niedersachsen, 13.5.2009 l

Die Bundeszahnärztekammer begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Apothekenfremdbesitzverbot

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßt

das Urteil des Europäischen Gerichtshofes

(EuGH) zum Apothekenfremdbesitzverbot.

»Dies ist ein deutliches Zeichen des Patientenschutzes

durch die Stärkung der Freiberuflichkeit«,

so der Präsident der Bundeszahnärztekammer,

Dr. Peter Engel. Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit

sind aus Sicht der BZÄK wichtige Aspekte einer

sicheren und qualitativ hochwertigen medizinischen

Versorgung.

Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes

wird zunehmend auch auf europäischer Ebene erkannt,

dass Freiberuflichkeit im Gesundheitswesen einen

wichtigen Garanten für den Patientenschutz darstellt.

Tendenzen einer zunehmenden Kommerzialisierung

und Ökonomisierung des Gesundheitswesens,

politisch immer wieder unter dem Begriff des Wettbewerbs

subsumiert, besitzen deutliche Gefahren für die

Patienten. Auch die Zahnärzteschaft nimmt ihre Verantwortung

im Rahmen ihrer freiberuflichen Berufsausübung

wahr und erhofft sich dabei politische Unterstützung.

Pressemitteilung BZÄK, 20.5.2009 l

15%

Sie, was Sie

»Wählen

Aktion 15 %

Gegen die SPD: Wahlkampf im Wartezimmer

Mitten im Superwahljahr machen Mediziner Front gegen die Sozialdemokraten. Auch Ärzte aus

dem Landkreis Goslar beteiligen sich an der ungewöhnlichen Parteinahme

wollen. Aber nicht

SPD«, steht auf den

Plakaten und Flugblättern.

Unter dem

Schriftzug prangt ein unvorteilhaftes

Bild von Gesundheitsministerin Ulla

Schmidt. Die Sozialdemokratin ist mit

geschlossenen Augen und gesenkten

Hauptes abgebildet.

Seit Wochen betreiben Mediziner

Aktion 15: Sigmar Gabriel fällt fast

die Kaffeetasse aus der Hand

sei bei der Lektüre beinahe die Kaffeetasse aus der

Hand gefallen, berichtet Sigmar Gabriel, Vorsitzender

»Ihm

des SPD­Bezirks Braunschweig und Bundestagsabgeordneter«,

schreibt die Goslarsche Zeitung. »Ich bin froh zu

wissen, dass Rasso Riffelmacher ein weit besserer Arzt ist als

seine Anti­SPD­Propaganda vermuten lässt«, erklärt Gabriel,

der ein Patient Riffelmachers sei.

Die Stellungnahmen von Hausarzt Riffelmacher und des Orthopäden

Dr. Jens Nobel zeigten, »dass manchmal ärztliche

Fähigkeiten und persönlicher Anstand im umgekehrten Verhältnis

zueinander stehen können«. So habe sich etwa der

Deutsche Hausärzteverband von der »Aktion 15« deutlich distanziert.

Gabriel betont außerdem, unter den Ärzten komme auch

nach der neuen Honorarverteilung niemand zu kurz. In Niedersachsen

seien die Honorare zwischen 2007 und 2009 um

445Millionen Euro gestiegen. Das sei ein Zuwachs um durchschnittlich

knapp 17 Prozent, pro Kassenarzt ergebe sich eine

Steigerung um 33.000 Euro. Vor diesem Hintergrund bezeichnet

der Abgeordnete und Umweltminister die Kritik an seiner

Kabinettskollegin Ulla Schmidt als »maß­ und schamlos«.

Die Mediziner müssten sich mit ihrer Kritik an die Kassenärztliche

Vereinigung wenden, die über die Verteilung der Gelder

entscheide. »Mehr als fragwürdig« sei es außerdem, wenn

Ärzte im Wartezimmer – »wo möglich noch die abgerechnete

Behandlungszeit« – mit Wahlkampf verbringen würden.

www.facharzt.de, 16.5.2009 l

landauf, landab SPD-Antiwerbung.

Längst finden sich solche und ähnliche

Plakate und Flugblätter auch in Goslarer

Wartezimmern.

Auf 15 Prozent drücken

Bei Hausarzt Rasso Riffelmacher (42)

erfahren die Patienten, was er von der

Gesundheitspolitik Schmidts hält. orthopäde

und Chirurg Dr. Jens Nobel

(40) hat die Wahlwerbung als Flugblatt-Variante

in seiner

Praxis ausgelegt.

Nobel hatte Kollegen

landkreisweit per Massen-E-Mail

über die »Aktion

15« informiert. Urheber

der Kampagne ist

das Ärzte-Netzwerk

»Hippokranet«. Das giftig

formulierte Ziel lautet:

»Die SPD bei der

Bundestagswahl auf 15

Prozent drücken.«

Nobel sagt: »Die Ärzte

aus der Region werden

politisch aktiv.« Er

schätzt, dass mehr als 20

Mediziner »dabei sind«.

Riffelmacher meint sogar,

bis zu 80 Prozent der

Ärzteschaft aus dem

Landkreis stünden hinter

der Initiative.

Patienten-Proteste

blieben offenbar bislang

aus. Die Reaktionen seien

überwiegend positiv,

berichten Nobel und Riffelmacher.

»Die Menschen

wollen aufgeklärt

werden«, sagt der Goslarer

Hausarzt. Selbst eine

SPD-Funktionsträgerin

habe sich zu Wort gemeldet,

aber gegen die

par teischädigenden

Wartezimmer-

Botschaften nicht

aufbegehrt.

Nobel und Riffelmacher

wollen

nicht als SPD-Gegnermissverstanden

werden. Sie

verweisen auf

gleichgelagerte Ak- Oliver Stade

tionen etwa der Freien Ärzteschaft

(Motto: »Diese Politik macht krank«),

für die sie ebenfalls werben.

Andere Sorgen

Wenn Nobel und Riffelmacher auf die

Gesundheitspolitik der Bundesregierung

zu sprechen kommen, sind sie

kaum zu stoppen. Ihre Hauptkritik zielt

auf die zunehmende Regulierung, die

Spieth: »Lauterbach faulster

Abgeordneter, den ich kenne«

Der gesundheitspolitische Sprecher

der Linken, Frank Spieth,

hat auf einer Diskussionsveranstaltung

in Berlin heftige Kritik am

SPD­Sozialpolitiker Prof. Karl Lauterbach

geäußert. Dieser sei »der faulste

Abgeordnete, den ich jemals kennengelernt

habe«. Von rund 120 Ausschusssitzungen

habe Lauterbach

vielleicht zehn Sitzungen besucht

»und dann nur jeweils für zehn Minuten«.

Der Gesundheitsökonom stehe

zwar ständig vor den Kameras. Wenn

es aber darum gehe, konkrete Gesundheitspolitik

zu machen, sei von

ihm keine Spur zu sehen.

www.facharzt.de, 14.5.2009 l

342 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 343

Foto: o. stade


GESUNDHEITSPoLITIK

etwa die Anzahl der zu behandelnden

Patienten pro Quartal regelt und die

Abrechnung pro Behandlung deckelt.

Sie bemängeln den steigenden Verwaltungsaufwand

und beklagen den Einfluss

von Krankenkassen und Kassenärztlichen

Vereinigungen. Bei denen

bleibe zu viel Geld aus dem Gesundheitssystem

hängen.

Den Medizinern ist es ernst: Nobel

sieht durch die Gesundheitspolitik »eines

der besten Gesundheitssysteme

der Welt demontiert«.

Unerfreut, aber ebenso deutlich

fällt die Reaktion der SPD aus. Die Goslarer

Unterbezirksvorsitzende Petra

Emmerich-Kopatsch sagt über die Aktion,

es seien »nicht viele Leute aus dem

Landkreis, die sich daran beteiligen«.

ohnehin hätten die Menschen derzeit

andere Sorgen, als sich »mit den Problemen

der nicht an der Armutsgrenze

lebenden Ärzte zu befassen«.

Die kritisierte Honorarverteilung

gehe im übrigen auf einen Vorschlag

der Kassenärztlichen Vereinigung zurück,

betont Emmerich-Kopatsch. Den

Medizinern rät sie: »Die sollen sich mit

ihrer Standesvertretung auseinandersetzen.«

Von Oliver Stade,

Goslarsche.de l

Datenschützer Schaar warnt vor

Missbrauch von Patientendaten

Vor einem groß angelegten Missbrauch von

Patientendaten warnt der Bundesdatenschutzbeauftragte

Peter Schaar im Zusammenhang

mit privaten Berechnungsstellen. In einer

Stellungnahme für den Bundesgesundheitsausschuss

hat Schaar die Gesetzespläne der Großen

Koalition kritisiert.

Er warnte davor, den Hausärzten die Honorarabrechnung

für ärztliche Leistungen zu überlassen.

Dies sei nur dann möglich, wenn der Schutz

der Versichertendaten durch eine eigene gesetzliche

Regelung gewährleistet sei. Schaar präsentierte

dem Ausschuss einen Forderungskatalog, der

einen ausreichenden Datenschutz auch in Privatfirmen

gewährleisten soll. Dazu gehören strenge

Vorgaben für Dauer, Umgang, Zweck und Kontrollen

der Datenverarbeitung. www.facharzt.de l

Widerstand in Ingolstadt

Protest gegen Gesundheitskarte formiert sich

Unter den Ärzten der Region formiert sich Widerstand gegen die

elektronische Gesundheitskarte. Einige Praxen in Ingolstadt haben

Unterschriftenlisten des Bündnisses »Stoppt die e-Card« ausgelegt.

Allein der Neurologe Dr. Michel Dauphin hat über 1000 Unterschriften

gesammelt

Nicht zuletzt die jüngst bekannt

gewordenen Fälle

von Datenmissbrauch

großer Firmen hat die

Menschen für das Thema

Gesundheitskarte sensibilisiert. Im

Laufe des nächsten Jahres soll die Karte

in Bayern eingeführt werden. Schrittweise.

Denn zunächst kann sie nicht

viel mehr als die bisherige Versichertenkarte.

»Geschlossenes Netzwerk«

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen

der Gesundheitskarte, kurz gematik,

in Berlin ist von der Sicherheit

überzeugt. Pressesprecher Daniel Poeschkens

spricht von einem »in sich geschlossenen

Netzwerk«, zu dem nur die

mit einem Heilmittelausweis versehenen

Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser

Zugang hätten. Die Daten

auf der Patientenakte, die erst zu einem

späteren Zeitpunkt aktiviert werde,

seien verschlüsselt und könnten

ausschließlich über die PIN-Nummer

des Versicherten lesbar gemacht werden.

Davon ausgenommen sei der Notfalldatensatz,

auf dem etwa Allergien

und chronische Erkrankungen vermerkt

seien. Ein entsprechender Eintrag

ist auf freiwilliger Basis.

Ärzte und Apotheker sehen die Gesundheitskarte

dennoch mit viel Skepsis.

Auch in Ingolstadt werden die Stimmen

gegen die Karte lauter. Das Aktionsbündnis

»Stoppt die e-Card«, dem

49 organisationen angehören, hat

bundesweit bereits über 620.000 Patientenunterschriften

gesammelt. Auch

im Raum Ingolstadt stapeln sich die Listen:

»Ich widerspreche der geplanten

Speicherung meiner Krankheitsdaten

auf zentralen Computern außerhalb

der Arztpraxis«, heißt es darin.

»Die Karte wird den Zugang zu intimen

Informationen extrem erleichtern«,

sagt Dr. Michel Dauphin. Der

Neurologe hat in seiner Praxis keinen

Internetzugang. »Das ist der einzige

Weg, die Daten zu schützen.« Gerade

Neurologen und Psychiater, deren Patientendaten

besonders sensibel sind,

hätten große Sorgen bezüglich der e-

Card, spricht Dauphin für seinen Berufsstand.

Dass der Datenschutzbeauftragte

Peter Schaar die Karte für sicher

erklärt hat, überzeugt ihn nicht. »Wenn

Hacker in den Zentralrechner des Pentagons

eindringen, schaffen sie das

auch hier.«

Auch die Allgemeinärztin Dr. Yoka

Rammert hat bereits unzählige Patientenunterschriften

gegen die e-Card an

die Freie Ärzteschaft weitergeleitet.

Nicht nur die hohen Kosten – Rammert

spricht von einer Gesamtkostenschätzung

von zwischen acht und 47 Milliarden

Euro in den ersten zehn Jahren –

bringen die Ärztin in Rage. Einen Nutzen

erkennt sie in der Karte nicht. Ihrer

Meinung nach werde die Datenhoheit

durch den Patienten vorgegaukelt. Als

»absolute Feindin und Gegnerin der

Karte« bezeichnet sich die Internistin

Dr. Gabriele Hellwig. Sie spricht sich gegen

vorauseilenden Gehorsam aus

und sagt für sich: »Ich nehme das Gerät

nicht an. Höchstens unter Androhung

des Approbationsentzuges.«

Auch der Vorsitzende des Hausärztekreises

Ingolstadt, Thomas Lips, und

Dr. Willi Bräunlein, stellvertretender

Vorsitzender des Praxisnetzes GoIN,

berichten kaum Positives über die e-

Card. Bräunlein ist einer der Testärzte

in der Region. Seine Erfahrungen sind

negativ. Etwa, was die Qualität der

Karten anbelangt, die sich nur schwer

Einlesen lassen würden. Für die Praxen

bedeute die Karte einen deutlich höheren

Arbeitsaufwand. Vorteile kann er

allenfalls dem Foto (gegen Kartenmissbrauch)

und den Notfalldaten, unter

denen beispielsweise Allergien vermerkt

seien, abgewinnen. Als großes

Manko sieht er: »Der Patient wird gläsern

gemacht.« Dies sei aber seine private

Meinung.

Kritik der Apotheker

In der Modellregion Ingolstadt haben

über 30 Ärzte und 16 Apotheken die

elektronische Gesundheitskarte in

mehreren Phasen getestet. Einer der

Tester ist Apothekensprecher Christian

Pacher. Seit November 2007 prüft er

das elektronische Rezept. Viel kann er

über seine Erfahrungen allerdings

nicht sagen. Denn bislang sind seit November

2007 »höchstens 15 bis 20 elektronische

Rezepte« eingegangen. Auf

Kritik stößt die e-Card auch bei weiteren

an dem Test beteiligten Apothekern.

Das Ganze sei »sehr unausgegoren«,

heißt es.

Rechtlich gezwungen werden können

die Ärzte nicht, ihre Praxen für die

Gesundheitskarte aufzurüsten. Die

GKV-Spitzenverbände und die Kassenärztliche

Bundesvereinigung werden

sich jedoch auf einen Termin verständigen,

ab dem die herkömmliche Versichertenkarte

ihre Gültigkeit verliert.

Die Kosten für die Lesegeräte übernehmen

die Kassen. Von Ruth Stückle,

Donaukurier online, 8.5.2009 l

FVDZ-Spitze entsetzt

über BZÄK-Klartext-Meldung

zur eGK

Bundesvorstand des FVDZ fordert BZÄK

auf, alle vorbereitenden Maßnahmen zur

Einführung der eGK einzufrieren

Der GeschäftsführendeBundesvorstand

des Freien

Verbands Deutscher

Zahnärzte

(FVDZ) zeigt sich entsetzt über

die verharmlosende Diktion

der BZÄK-Klartext-Meldung

vom 6.5.2009 zum Rollout der

elektronischen Gesundheitskarte

(eGK). Es heißt dort unter

anderem: Die »niederge-

lassenen Zahnärzte […] benötigen lediglich

ein eGK-fähiges Lesegerät, dessen

Anschaffung einschließlich der

Installationskosten von der jeweiligen

KZV in Form von Pauschalen abgegolten

wird, sowie ein Update der Verwaltungssoftware.«

Die alle Bedenken kaschierende Botschaft

»Wenn es nichts kostet, dann ist

alles wunderbar« sei ein Schlag ins Gesicht

all derer, die sich mit aller Kraft

gegen das zentralistische Überwachungsinstrument

eGK dadurch weh-

Die BZÄK hat in Zusammenarbeit

mit der KZBV die Informationsmaterialien

zur elektronischen Gesundheitskarte

(eGK) in

den Zahnarztpraxen überarbeitet und

auf ihrer Website eingestellt: http://

www.bzaek.de/service/oav10/artikel.

asp?lnr=814. Die Veröffentlichungen

ren, dass sie gerade keine Lesegeräte

anschaffen, zum Beispiel in Nordrhein.

Als besonders peinlich empfindet

der Bundesvorsitzende den beschwichtigenden

Tonfall der Meldung angesichts

der heute aus den USA eingehenden

Information, dass dort Hacker offenbar

die äußerst sensiblen Krankendaten

von circa acht Millionen

Schmerzpatienten aus dem Zentralcomputer

des »Virginia Prescription

Monitoring Programs« »geklaut« haben,

die dort zur besseren Information

der behandelnden Ärzte gespeichert

sind. Eine Funktion, die auch die eGK

unterstützen soll.

Der FVDZ-Bundesvorstand fordert

die BZÄK eindringlich auf, auf Meldungen

dieser Art zukünftig zu verzichten

sowie alle den Rollout der eGK vorbereitenden

Maßnahmen wie die Ausgabe

der elektronischen Heilberufeausweise

bis nach der Bundestagswahl

einzufrieren.

Presse-Mitteilung FDVZ, 6.5.2009 l

Der umstrittene Text der Klartext-

Meldung:

eGK: Sachstand zum »Rollout«

beschreiben den aktuellen Sachstand

zum so genannten »Basis-Rollout« der

eGK, die Anforderungen an die Praxisausstattung

der Zahnärzte sowie eine

Sammlung der häufig gestellten Fragen

rund um die eGK. Für die niedergelassenen

Zahnärzte bringt der »Basis-

Rollout« der eGK zunächst keine größeren

Veränderungen ihrer Praxisaus-

344 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 345

Dr. Karl-Heinz

Sundmacher

Foto: zkn-arcHiv


GESUNDHEITSPoLITIK

stattung. Sie benötigen lediglich ein

eGK-fähiges Lesegerät, dessen Anschaffung

einschließlich der Installationskosten

von der jeweiligen KZV in

Form von Pauschalen abgegolten wird,

sowie ein Update der Praxis-Verwaltungssoftware.

Die KZVen werden

rechtzeitig informieren, wann mit der

Anschaffung von Lesegeräten begonnen

werden sollte und die Höhe der

Pauschalen nennen.

Währenddessen bereiten sich die

Man reibt sich

die Augen

und kann es

nicht fassen.

Während die

eGK bundesweit massiv in die

Kritik geraten und in Nordrhein

der sogenannte Roll-out

der elektronischen Gesundheitskarte

im Dickicht des

ärztlichen Widerstandes hängengeblieben

ist, versendet

die sogenannte »task-force« für Öffentlichkeitsarbeit

der beiden Bundesorganisationen

KZBV und BZÄK ein Informationspapier,

»zum Basis Rollout

der elektronischen Gesundheitskarte

in den Zahnarztpraxen«. »Praxisnahe

Informationen« werden versprochen,

und völlig unberührt von der Tatsache,

dass ein Datenskandal den anderen

jagt, wird auf sieben Seiten dargestellt,

»welche Vorbereitungen Sie in der Praxis

für die Einführung treffen müssen

und wie ihr Praxisteam die eGK anschließend

handhaben muss.«

Unmissverständlich heißt es im Vorwort:

»Nach etlichen Verzögerungen

im Projektablauf sollen die Praxen nun

ab dem Frühjahr 2009 in einem stufen-

(Landes-) Zahnärztekammern auf die

Ausgabe von elektronischen Heilberufsausweisen

für ihre Mitglieder vor.

Der so genannte elektronische Zahnarztausweis

weist den Inhaber auch

elektronisch als Zahnarzt aus und ermöglicht

den Zugriff auf Patientendaten

der eGK. Er ist ferner Voraussetzung

für die Erstellung elektronischer

Arztbriefe oder elektronischer Rezepte

und schafft die Möglichkeit zur sicheren

elektronischen Kommunikation

weisen Vorgehen nach Regionen für

die Verarbeitung der eGK ausgestattet

werden. Jetzt geht es darum, den Zahnarztpraxen

einen möglichst reibungslosen

Übergang in den Alltagsbetrieb

der Karte zu ermöglichen.«

Wer immer noch nicht weiß, wo es

nach Ansicht der Autoren langgeht, der

bekommt auf weiteren fünf Seiten die

Fragen beantwortet, die er bis heute –

aufgrund der einhelligen Ablehnung

der eGK – noch nicht gestellt hat. Hier

heißt das Kapitel: »Häufig gestellte Fragen

rund um die Einführung der elektronischen

Gesundheitskarte (eGK)«.

Gespaltene Zunge

In allen mir bekannten Landes- und

Bundesgremien wird und wurden in

bisher unzähligen Beschlüssen die Einführung

der e-Card abgelehnt. Während

im Gesundheitssystem überall

das Geld fehlt, werden hier bereits jetzt

Unsummen verpulvert und werden in

Zukunft Milliarden versenkt. In der

Zahnmedizin hat die eGK keinen Nutzen,

sie kostet Zeit und Geld, sie zerstört

das Vertrauensverhältnis zwischen

Arzt und Patient und macht das

Arztgeheimnis zur Farce.

mit Kammern und KZVen. Die BZÄK koordiniert

im Auftrag der Landeszahnärztekammern

das Projekt. Sie stimmt

sich hierbei auch mit der KZBV ab, die

mit der ZoD-Plattform (Zahnärzte online

Deutschland) für die Zahnärzteschaft

bereits heute eine elektronische

Informations- und Kommunikationsplattform

für den sicheren Datenaustausch,

zum Beispiel im Rahmen der

online-Abrechnung oder zwischen Kollegen,

anbietet. Klartext, 04/2009 l

Kopfschütteln über »task-force«

VV der KZVN: Ablehnung der eGK erneut einstimmig bestätigt

Auch die Vertreterversammlung der KZVN setzte am 16. Mai in

Hannover ein deutliches STOP-Signal gegenüber der sogenannten

»task-force« von KZBV und BZÄK

Dr. Julius

Beischer

Foto: zkn-arcHiv

All dieses ist in den ablehnenden Beschlüssen

der Zahnarzt-Parlamente

thematisiert worden; auch in Niedersachsen.

Und alle diese politischen Beschlüsse

werden von der »task-force« ignoriert,

unterlaufen, ja, regelrecht torpediert.

Diese kleine »Special-Einheit«

macht ihre eigene Politik.

Nach Aussage von Frau Schubert,

Pressestelle der KZBV, gehören ihr folgende

Personen an:

Dr. Riefenstahl, Niedersachsen

Dr. Neddermeyer, Nordrhein

Frau Dr. Schorr, Nordrhein

Dr. Wilms, Baden-Württemberg

Herr Sietz, Westfalen-Lippe

Frau Vary, Rheinland-Pfalz

Frau Kluckhuhn, zm

Frau Düster und Herr Reue von der

Telematik-Abteilung der KZBV.

Antwort der VV der KZVN

Die Mitglieder der Vertreterversammlung

der KZVN haben auf ihrer Frühjahrs-Sitzung

am 16. Mai in Hannover

dem Papier der sogenannten taskforce

eine klare Absage erteilt. Der Beschluss

lautet:

Elektronische Gesundheitskarte

Die Mitglieder der VV der KZVN fordern

die Verantwortlichen der KZBV und

BZÄK auf, alles zu unterlassen, was auf

die Umsetzung der Einführung

der eGK hinführt und hindeutet.

Begründung:

Die sogenannte »task force«

für die Einführung der eGK der

KZBV und BZÄK bereitet die Kollegenschaft,

völlig unbeeindruckt

von allen Datenmissbrauchs-Skandalen,

auf die

möglichst reibungslose Einführung

der eGK in den Zahnarztpraxen

vor.

Die Beschlusslage aller relevanten

Gremien steht diesem

Vorgehen diametral entgegen;

die Beschlusslage ist eindeutig

gegen die Einführung der eKG

gerichtet.

Der Beschluss wurde – fraktionsübergreifend

– einstimmig

gefasst. Nur Dr. Lutz Riefenstahl

enthielt sich der Stimme.

Klare Ansage

Der Basis-Rollout in Nordrhein

ist zum Erliegen gekommen.

Die hervorragend organisierte

Stop-die-e-Card-Aktion

der Nordrheinischen Zahnärzte

im Schulterschluss mit den

Freien Ärzten hat Wirkung gezeigt

und mit dazu beigetragen,

den Rollout vorläufig zu

stoppen.

Der Freie Verband Deutscher

Zahnärzte hat durch seine

Mitglieder in Zahnärztlichen

Parlamenten und Gremien

alle Beschlüsse gegen die

e-Card mitinitiiert und mitgetragen.

Die IGZ und andere

Verbände marschieren in die

gleiche Richtung. Es muss allen

ehren- und hauptamtlich Verantwortlichen

bewusst sein,

dass wir Ehrenamtlichen der

Basis uns nicht über den Exerzierhof

scheuchen lassen und

»Krieg gegen die e-Card« spielen,

während unsere »Kommandeure«

in Sektlaune einen

Frieden aushandeln, der uns

Rekruten teuer zu stehen

kommt. Dr. Julius Beischer

Fraktionssprecher und Landesvorsitzender

des FVDZ in Niedersachsen l

Ärzte: E-Karte in

der Testregion Bochum-

Essen gescheitert

Mediziner im Ruhrgebiet

fällen ein vernichtendes

Urteil: Laut einem

Bericht der Westdeut-

schen Allgemeinen Zeitung

(WAZ) bezeichnen sie die Einführung

der elektronischen

Gesundheitskarte in der Modellregion

Bochum-Essen als

gescheitert. Software-Pannen,

ein geringer Nutzwert für Patienten

und Ärzte und massive

Schwierigkeiten im alltäglichen

Betrieb seien nur einige

Probleme, mit denen die Mediziner

in der Testregion zu

kämpfen hätten. Darüber hinaus

gebe es starke sicherheits-

ZahNärZtetag ’09

ZahNärZtetag

PD Dr. rainer

Buchmann,

Düsseldorf

Parodontologie:

Zeitgemäß und

patientengerecht

Prof. Dr. Dr. henning

Schliephake,

göttingen

Erkennung bis

zur Therapie – Mundhöhlenkarzinom

Prof. Dr. Lothar

Pröbster, Wiesbaden

Adhäsiv befestigte

indirekte Restaurationen.

Vom Inlay bis zur

Klebebrücke – eine

kritische Bestandsaufnahme

aus der

Sicht der Praxis

Betül hanisch,

Freiburg

Erscheinungsbild und

Umgangsformen

ZMF- uND

ProPhyLaxe-

KoNgreSS

Sabine Bertzbach,

Bremen

Ängstlicher Patient

Jiri Sedelmayer,

hamburg

Die Auswahl von

Hilfsmitteln zur

mechanischen

Plaque kontrolle

PD Dr. rainer

Buchmann,

Düsseldorf

Parodontologie interdisziplinär.

Relevanz

für die Praxis

Betül hanisch,

Freiburg

Erscheinungsbild und

Umgangsformen

herbert Prange,

thomasburg

Elegante Psychologie

für die Praxis und das

halbe Leben

Wie auch 2007

führen die

ZahnärztekammernNiedersachsen

und

Bremen den

Zahnärztetag

mit angeschlossenem

ZMF-

und Prophylaxe-

Kongress durch

26. September

2009

Congress

Centrum

Bremen

346 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 347

Foto: www.BocHuM.de

Zahnärztekammer

Niedersachsen


GESUNDHEITSPoLITIK

technische Bedenken. Das Blatt beruft

sich unter anderem auf die Aussagen

von Hans-Peter Peters, einem Bochumer

Urologen und ärztlichen Projektleiter

in der Testregion Bochum-Essen:

»Nach den vorliegenden Erkenntnissen

erschließt sich für keinen der Testärzte

der Mehrwert der elektronischen Gesundheitskarte«,

betonte Peters im Gespräch

mit der »WAZ«. Die beteiligten

Ärzte hatten sich damals freiwillig gemeldet,

um an dem Projekt teilzunehmen.

»Weil wir vom Sinn der Gesundheitskarte

überzeugt waren. Doch jetzt

zeigt sich, dass es im Alltagsbetrieb

massive Probleme gibt.«

Sorgenkind ist dem Arzt zufolge vor

allem das elektronische Rezept. »In unserer

Testregion ist das elektronische

Rezept gestorben«, zitiert das Blatt Peters.

Schuld daran sei vor allem die

mangelnde Geschwindigkeit bei der

Datenverarbeitung. Bei einem einwandfrei

funktionierenden System

dauere das Ausstellen eines Rezepts 30

Sekunden, bei vielen Kollegen dauere

es mehr als zwei Minuten, sagt Peters.

»Nicht auszudenken, was passiert,

wenn die Gesundheitskarte bundesweit

eingeführt wird und an einem

Montagmorgen 3,5 Millionen Menschen

in die Praxen strömen.«

Krankenkassen verkaufen Patientendaten

Schwüre sind leichtfertige Meineide

Dr. Karl-Heinz

Sundmacher

FVDZ Newsletter, 29.5.2009 l

Foto: zkn-arcHiv

Datenskandale ohne Ende

USA: »Entführung«

elektronischer

Patientendaten –

bald auch in

Deutschland?

Unglaublich, aber wahr: Wie die

Washington Post berichtet, sind

Hacker in den USA auf den Server

des »Virginia Prescription Monitoring

Program« »eingebrochen« und

haben die Krankendaten von circa acht

Millionen Schmerzpatienten entwendet.

In einem öffentlichen Blog fordern

die anonymen Entführer nun die Zahlung

von Lösegeld in Höhe von zehn

Millionen US-Dollar. Ein Witz? offenbar

nicht. Wie die Washington Post berich-

Der aktuelle Datenskandal zeigt exemplarisch, welches Missbrauchspotential

in der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)

steckt. Gegen die IKK Weser­Ems und Hamburg ermittelt die

Staatsanwaltschaft, weil sie Versichertendaten gesetzeswidrig an eine

private Versicherung verkauft haben sollen. »Ohne Ende jagt ein Datenskandal

den anderen. Und unverfroren wird uns von BMG und Krankenkassen

geschworen, das könne mit der eGK nicht passieren. Diese

Schwüre sind leichtfertige Meineide«, kommentiert der FVDZ­Bundesvorsitzende

Dr. Karl­Heinz Sundmacher. Wenn die gesetzliche Strafandrohung

schon heute nicht in der Lage sei, die noch vergleichsweise banalen

Patientendaten vor Missbrauch durch die Zugriffsberechtigten zu

schützen, was werde dann erst für eine kriminelle Energie durch die

weitaus sensibleren Krankheitsdaten freigesetzt, die über die eGK gespeichert werden sollen?

»Das Projekt eGK wird in ein Datendesaster führen, es muss gestoppt werden«, fordert

Sundmacher. Presse-Mitteilung FVDZ, 14.5.2009 l

tet haben die Verantwortlichen des

»Virginia Prescription Monitoring Programs«

bereits eingeräumt, dass sich

das FBI dem Datenklau angenommen

habe. Mehr ist derzeit jedoch noch

nicht bekannt. Auf den Servern des

»Virginia Prescription Monitoring Programs«

wurden Informationen über

Schmerzpatienten und ihre jeweilige

Medikation zentral gespeichert, um

den behandelnden Ärzten bessere Informationen

über Ihre Patienten zur

Verfügung zu stellen und den Missbrauch

bzw. Drogenhandel zu verhindern.

Eigentlich Daten, die vor jeglichem

unberechtigten Zugriff in jedem

Fall zu schützen sind. Das dachten wohl

auch die Patienten, die sich zur Speicherung

ihrer Daten auf einem zentralen

Server bereit erklärt haben. Wohl

zu Unrecht, wie der hiesige Fall zeigt.

Der Fall aus den USA könnte auch in der

Bundesrepublik in Zukunft einmal zu

diskutieren sein. Die eG-Karte kommt.

Mit Ihr kommt auch die zentrale Speicherung

von Daten auf Festplatten außerhalb

der Arztpraxis. ob diese Speicherung

in der Tat gegen jeden Angriff

gesichert ist, darf – nach den Vorkommnissen

in den USA – zumindest

bezweifelt werden. Sicherlich ist zuzugestehen,

dass auch ein Angriff innerhalb

einer Arztpraxis erfolgen kann.

Hier wird es Angreifern aber, da das

Angriffsziel durchaus schwerer zu ermitteln

sein dürfte, ungleich schwerer

fallen, an sensible Behandlungsdaten

zu gelangen. Zudem wird es Angreifern

kaum möglich sein, in einem einzelnen

Angriff auf eine Arztpraxis

gleich an Millionen von Datensätzen zu

gelangen. Der Vorgang in den USA sollte

daher auch hier Anlass dazu geben,

die Sicherung der im Rahmen

der eG-Karte zu speichernden

Informationen

kritisch zu hinterfragen.

Weitere Infos unter www.

heilberuferecht.eu.

FVDZ Newsletter, 6.5.2009 l

Bundesdatenschützer:

Kassen sollen

Patientendatenverkauft

haben

Laut einem Pressebericht sollen gesetzliche

Krankenkassen Daten an

eine Privatversicherung verkauft

haben. Der Bundesdatenschutzbeauftragte

Peter Schaar habe Anzeige erstattet,

weil Kassen in mindestens

zwei Fällen dem Sozialgeheimnis unterliegende

Versichertendaten verkauft

hätten. Die Staatsanwaltschaften

oldenburg und Aurich ermittelten

gegen die IKK Weser-Ems, berichtet

Bild online. Schaar zufolge habe eine

Privatversicherung auf Grundlage der

Daten Versicherte angerufen und ihnen

den Eindruck vermittelt, sie biete

im Auftrag ihrer Krankenkasse Zusatzversicherungen

an, schrieb das Blatt.

Dabei seien auch Gesundheitsdaten

wie Krebserkrankungen und der Zustand

der Zähne erhoben und gespeichert

worden. Schaar sagte der Zeitung:

»Ich fürchte, dass auch andere

gesetzliche Krankenkassen ähnlich mit

Privatversicherungen zusammenarbeiten.«

Die IKK Weser-Ems ist am

1.1.2008 mit der Handelskrankenkasse

(HKK) fusioniert.

FVDZ Newsletter, 13.5.2009 l

Meinungsforscher:

Viel Misstrauen in der Bevölkerung

beim Datenschutz

Die zahlreichen Datenschutzaffären der

jüngeren Vergangenheit haben offenbar

tiefe Spuren in der Bevölkerung hinterlassen.

Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie

Allensbach glaubt nicht einmal mehr jeder

zwölfte Deutsche (acht Prozent), dass Daten,

die bei Unternehmen gespeichert sind, ausreichend

geschützt werden. Und auch der Staat

kommt derzeit beim Datenschutz nicht gut weg

beim Volk: Auf die Frage, ob sie dem Staat beim

Umgang mit gespeicherten Daten vertrauen

oder eher misstrauen, sprachen 72 Prozent dem

Staat gegenüber ihr Misstrauen aus.

Gut die Hälfte (52 Prozent) der Befragten erklärte,

in letzter Zeit vorsichtiger geworden zu

sein, wenn es darum ging, irgendwo persönliche

Daten anzugeben. 24 Prozent gaben an, zuvor

schon vorsichtig mit der Veröffentlichung und

Weitergabe persönlicher Daten gewesen zu sein.

Weitere 23 Prozent sahen das allerdings ziemlich

gelassen, sie gaben an, sich darüber »keine

Sorgen« zu machen. Befragt wurden vom IfD Allensbach

insgesamt 1677 Personen ab 16 Jahre

in ganz Deutschland. heise online, 7.5.2009 l

348 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 349

Foto: cFw-arcHiv / royal iMages

Nicht »wann«, sondern »ob«?

Wann kommt die elektronische Gesundheitskarte?

2011, 2012, 2013 ... nie?

Eigentlich sollte der Bundesbürger schon seit Jahren von den

Vorzügen des »wichtigsten deutschen IT-Projekts« profitieren:

Im sogenannten Gesundheitsmodernisierungsgesetz, das 2004

in Kraft trat, war festgeschrieben worden, dass die Kranken -

versi cherungskarte zum 1.1.2006 von der elektronischen Gesund-

heitskarte (eGK) abgelöst wird

Einfacher, schneller, günstiger

und vor allem sicherer sollte

alles werden. Wie die milliardenteure

Welt des digitalen

Gesundheitswesens aussehen

könnte, veranschaulicht weiterhin die

Behörden-Website von Gesundheitsministerin

Ulla Schmidt. Doch inzwischen

stellt sich nicht mehr nur die Frage,

wann die elektronische Gesundheitskarte

kommt – sondern ob das

Telematik-Projekt überhaupt jemals in

der vorgesehenen Form umgesetzt

wird.

Folgt man dem Präsidenten der

Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich

Hoppe, kann die neue Karte weder in

diesem noch im nächsten Jahr flächendeckend

in Deutschland ausgegeben

werden. In der offiziellen Startregion

Nordrhein hätten Arztpraxen ihre eGK-

Vorbereitungen im Rahmen einer

»Denkpause« gestoppt, erklärte Hoppe

laut WAZ am 7.5.2009 in Berlin. Hoppe,

der auch Präsident der Ärztekammer

Nordrhein ist, betonte, dass die Ärzte

das Projekt nicht völlig blockieren wollten,

jedoch müsse es zunächst einen

großangelegten Test mit mindestens

100.000 Teilnehmern geben, um zumindest

die Sicherheit der Datenübertragung

zu gewährleisten – und das

werde mindestens ein Jahr dauern. Pläne

des Bundesgesundheitsministerium,

einen solchen 100.000er-Test im

Rahmen der eGK-Einführung zu organisieren,

werde man »bekämpfen«,

verdeutlichte Hoppe.

Auch der Kassenzahnärztlichen

Bundesvereinigung (KZBV) ist die gegenwärtige

Sachlage klar: Vor Jahresende

macht die Ausgabe der elektronischen

Gesundheitskarte an die Versicherten

»gar keinen Sinn«, verdeutlicht

der Telematik-Vorstand der KZBV, Gün-


GESUNDHEITSPoLITIK

ther E. Buchholz. Die Heilberufe seien

noch »gar nicht auf die Verarbeitung

der eGK eingestellt« und selbst in der

Startregion Nordrhein fehlten noch die

Voraussetzungen für den Betrieb.

wird

seit Jahrenherumexpe

»Da

r i m e n -

tiert und heraus kommt eine

bürokratische Hydra, die keiner

will, die Milliarden kostet

und keinerlei Nutzen hat«,

sagte der KZVB-Vorsitzende

Dr. Janus Rat Dr. Janusz Rat in München.

Es sei unverantwortlich, dass das

BMG die Einführung der eGK weiter vorantreibt.

»Die Akzeptanz in der Ärzteund

Zahnärzteschaft ist gleich Null.«

Die Patienten würden zu »maschinenlesbaren

objekten« degradiert. Die Politik

verschleiere die wahren Zielsetzungen

und gaukle einen Nutzen vor,

den es so nicht gebe. Außerdem bestünden

zahlreiche ungelöste technische

Probleme. So sei die Karte nicht

ausreichend getestet, nicht behindertengerecht,

erhöhe die Bürokratiekosten

und erschwere den Praxisbetrieb.

Selbst in der Testphase habe das

BMG zudem mit geschönten Zahlen

operiert. Im sogenannten »10.000er

Test« hätten lediglich eine Handvoll

Ärzte und Apotheker die Karte getestet.

»Diese Tests sind nur ein Feigenblatt

und bieten keine Gewähr für die Funktionsfähigkeit

und die Sicherheit. Sie

rechtfertigen keinesfalls die flächendeckende

Einführung der eGK.«

Alle angeblichen Verbesserungen

der eGK ließen sich auch mit anderen,

billigeren Maßnahmen erreichen. Da-

»Wenn man die Ernte schon einfahren

will, bevor man das Korn gesät hat,

dann kann das nicht funktionieren«,

konstatiert Buchholz bildhaft. »Wir

brauchen für den weiteren Projektver-

zu brauche es keine zentrale Speicherung

aller Patientendaten und keine

bundesweite Vernetzung.

Auch der Datenschutz sei nicht gewährleistet.

Mehr Sicherheit gebe es

durch die eGK ebenfalls nicht. So werde

die Karte ohne Identifikationsverfahren

an die Versicherten ausgegeben.

Auch die Echtheit des vorgesehenen Fotos

werde nicht überprüft. Zudem hätten

sich bereits die ersten Unternehmen

aus dem Projekt zurückgezogen,

unter anderem Siemens Health Care.

lauf ein zielgerichtetes Verfahren, das

auch die Bedürfnisse der Ärzte und

Zahnärzte berücksichtigt. Die Projektplanung

muss angepasst werden.«

heise online, 8.5.2009 l

Bürokratische Hydra

KZV Bayerns: »Elektronische Gesundheitskarte gehört in die Tonne«

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) hat den Stopp der elektronischen

Gesundheitskarte (eGK) gefordert und dem Gesundheitsministerium (BMG) eine Verschleierungstaktik

vorgeworfen

Foto: s. graul / kzvB

Rats Fazit: »Die eGK gehört in ihrer

jetzigen Konzeption in die Tonne. Nach

der Bundestagswahl muss ein neues

Konzept entwickelt werden, das den

Bedürfnissen von Ärzten, Zahnärzten

und Patienten gerecht wird, bevor Milliardenbeträge

ausgegeben werden.

Dieses Geld würde an anderer Stelle im

Gesundheitswesen fehlen. Solche Prestigeobjekte

können wir uns erst dann

leisten, wenn im Gesundheitswesen zu

viel Geld in der Kasse sein sollte.«

www.facharzt.de, 15.5.2009 l

Landesversammlung lehnt die

Einführung der elektronischen

Gesundheitskarte ab!

Die diesjährige Landesversammlung des FVDZ Rheinland-

Pfalz am 16.5.2009 in Mainz stand ganz im Zeichen des Widerstandes

gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.

Die Landesvorsitzende Dr. Marianne Biermeyer

informierte die Delegierten in ihrem Bericht unter

anderem ausführlich über den aktuellen Stand der elektronischen Gesundheitskarte

und legte dabei insbesondere im Hinblick auf die fehlende

Datensicherheit den Finger in die Wunde. Bei der anschließenden

angeregten Podiumsdiskussion unter Leitung von Herrn RA Lennartz

zeigten das FVDZ-Bundesvorstandsmitglied ZA Bertram Steiner, Dipl.

Informatiker Thomas Maus und Dr. Jürgen Braun-Himmerich, zuständiges

Vorstandsmitglied der KZV Rheinland-Pfalz, die Schwachstellen

des Milliardenprojekts des BMGs auf.

Eine deutliche Absage an die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte

erfolgte dann durch einen einstimmig beschlossenen Antrag

der Delegierten am Nachmittag. Frei-Fax Nr. 20, 25.5.2009 l

Kassen machen Druck

»Erpressung«, um Passfotos für die eGK

zu bekommen

Deutsche Gesellschaft für Versicherte

und Patienten (DGVP): Gut überlegen,

ob man Foto zur Verfügung stellt

Um für den Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gerüstet zu sein, fordern diverse

Kassen von ihren Versicherten schon Passfotos an. Kommen die Mitglieder der Aufforderung

nicht nach, scheinen einige Krankenkassen schnell ungemütlich zu werden: Sie erpressen ihre

Versicherten regelrecht, das Bild einzusenden.

So drohen gerade große Kassen

an, dass die medizinische Versorgung

gefährdet sein könnte,

wenn man kein Bild zur

Verfügung stellt, berichtet

die Deutsche Gesellschaft für Versicherte

und Patienten (DGVP) über entsprechende

Patienten-Beschwerden.

Die alte Karte würde die Gültigkeit

verlieren und ohne Bild gebe es keine

neue Karte – also auch nichts, das man

beim Arzt vorweisen kann, argumentierten

die Kassen. Die DGVP betont:

»Dies ist eine eindeutige Verdrehung

der Tatsachen und eine gefährliche Irreführung

der Versicherten und Patienten.«

Es sei notwendig, Aufklärungsarbeit

zu leisten: »Bisher gibt es keinen

gesetzlichen Zwang zum Bild und der

Versicherungsschutz wird ohne vorhandenes

Bild auf der Karte auch nicht

ausgeschlossen. Dies wurde gegenüber

der DGVP auch von einem Vorstand

einer Kasse bestätigt. Die Kassen

nutzen lediglich die Unaufgeklärtheit

ihrer Mitglieder zur schamlosen Erpressung«,

informiert der Verband.

Ein häufig genannter Vorteil der

Karte mit Foto sei, dass der Karteninhaber

direkt erkannt werden kann und

Missbrauch vorgebeugt wird. Das sei

zum einen kein konkreter Vorteil für

den Versicherten und zum anderen widerspreche

dem die Verarbeitungsart

des Bildes: »Die Fotos werden quasi anonym

eingeschickt – eine Identifikati-

on des eingeschickten Bildes mit dem

Versicherten findet nicht statt, ein Abgleich,

etwa über das Einwohnermeldeamt,

ist auch gesetzlich nicht vorgesehen.

Jeder kann also ein Bild von irgendwem

einschicken.«

Versicherte, die ihr Foto bereits eingesandt

haben, müssten damit rechnen,

dass sie auch bei einem Widerspruch

nicht ihre »alte Karte« ohne Bild

erhalten: »Ist das Bild einmal in der Bearbeitung

ist eine Rückforderung ausgeschlossen

und niemand kann überprüfen,

ob das digitalisierte Bild tatsächlich

gelöscht wird. Deswegen müssen

sich alle Versicherten im Voraus

gut überlegen, ob sie ihrer Kasse ein Foto

zur Verfügung stellen wollen.«

www.facharzt.de, 14.5.2009 l

350 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 351

Kurioses

Diesen großzügigen Grabstein

fand Frau Kollegin

Dr. M. Kaschner, Leer

während ihrer Südamerikareise auf

dem »Cemeterio Municipal« in Punta

Arenas im tiefen Süden von Chile.

Er dokumentiert nicht das

Ende des irdischen Daseins der

»Deutschen Krankenkasse« sondern

steht zu Ehren der auf dem weißen

Marmorstein verzeichneten Ver­

storbenen, die Mitarbeiter der von

deutschen Einwanderern gegrün­

deten Krankenkasse waren. KHK l


GESUNDHEITSPoLITIK

Vertreterversammlung der KZV Niedersachsen

Wichtige Beschlüsse für die Bundesebene

Dr. Julius

Beischer

Zu diesen Themen

gehört die GoZ-Novellierung

ebenso,

wie die Budgetfrage,

die Kostenerstattungs-Problematik,

die

elektronische Gesundheitskarte,

der Gesundheitsfonds,

Selektivverträge und, und,

und ...

Als Delegierter zur Vertreterversammlung

hat man,

wenn man zur Frühjahrs- oder Herbst-

VV nach Hannover fährt, alle diese Themen

wie schwere

Steine im Gepäck.

Natürlich hofft

man, irgendwann

in der Gesundheitspolitikeinmal

etwas in die

richtige Richtung

bewegen zu können;

und natürlich

weiß man,

wie wenig das in

den letzten Jahren

gelungen ist.

Da freut man

sich schon, wenn

man – trotz mancher

Unkenrufe aus den Reihen der eigenen

Kollegen – das eine oder andere

Desaster vermeiden oder mildern

konnte.

Beispielhaft sei hier der GoZ-Entwurf

aus dem BMG erwähnt.

An diesem Beispiel wird aber auch

deutlich, wie sehr die Gesundheits-Realpolitik

von den politischen Konstellationen

in Berlin abhängt.

Foto: zkn-arcHiv

Es gibt Dauerthemen,

die die zahnärztliche Welt

bewegen und deren

Diskussions-Ergebnisse

einschneidende Veränderungen

im gesamten

Gesundheitssystem bis

hinunter in jede einzelne

Praxis mit sich bringen

werden

Gesundheitswahlkampf

Auch wenn es manchem Politiker der

jetzigen Großen Koalition überhaupt

nicht schmeckt: Die Gesundheitspolitik

ist zum Wahlkampf-Thema geworden.

ob Honorarstreit mit Regelleistungsvolumina,

Vertrags- und Wahlleistungen

(auch wenn Ärztekammerpräsi-

dent Hoppe dem Kind einen anderen

Namen gibt), Milliarden-Defizite im

Gesundheitsfonds, freie Arztwahl,

Hausarztverträge oder elektronische

Gesundheitskarte. Alles wird thematisiert,

alles steht in diesen Tagen auf

dem Prüfstand.

Die VV-Vertreter haben zum Thema

Gesundheitswahlkampf deshalb beschlossen:

Die VV der KZVN unterstützt den

»Gesundheitswahlkampf« wie ihn alle

freien Ärzte-/Zahnärzteverbände, aber

auch die FDP, führen.

Dieser Beschluss,

als Antrag der FVDZ-

Fraktion, fand – bei

vier Enthaltungen –

eine große Mehrheit.

Auch der FVDZ-

Antrag zur Plakat-

Aktion fand eine

Mehrheit trotz etlicher

Enthaltungen

auf ZfN-Seite. Der

Beschluss lautet

nun zum gleichen

Thema:

Die VV der KZVN

begrüßt die Plakataktion

des Freien Verbandes Deutscher

Zahnärzte, der Vereinigung unabhängiger

Vertragszahnärzte, des Hartmannbundes,

des Bündnis-Direktabrechnung

und des NAV-Virchow-Bundes als geeignetes

Mittel, auf die Verantwortlichkeiten

einer verfehlten Gesundheitspolitik

der jetzigen Bundesregierung hinzuweisen.

Mit diesem Beschluss wissen nun

Kolleginnen und Kollegen in ihren Praxen,

dass sie sich in guter Gesellschaft

befinden, wenn sie die Plakat-Aktion

durchführen.

Elektronische Gesundheitskarte

Die Spatzen pfeifen es inzwischen von

den Dächern: Die elektronische Gesundheitskarte

(eGK) kommt nicht vor-

an. In der Rollout-Hochburg Nordrhein

sind in 15.000 (in Worten: fünfzehntausend)

Praxen, wie man von offizieller

Seite hört, erst rund 150 (in Worten:

einhundertfünfzig) Lesegeräte installiert!

Das ist nicht nur blamabel, sondern

für die Befürworter der eGK eine

Katastrophe.

Frau Leutheusser-Schnarrenberger

hat es auf dem Presseseminar des Freien

Verbandes deutlich gesagt – und die

Presse hat darüber bundesweit berichtet

–, dass bei einem Wahl-Sieg und einer

Regierungsbeteiligung der FDP die

Gesundheitskarte nicht kommt!

Auch die VV der KZVN ist ihren bisherigen

Beschlüssen zur eGK treu geblieben

und hat sich durch drei Anträge

der FVDZ-Fraktion und ebenso einen

ZfN-Antrag erneut auf eine klare Ablehnung

der eGK festgelegt:

Der Vorstand der KZVN wird aufgefordert,

jegliche Maßnahmen zur Einführung

der eGK zu unterlassen und

sich auf Bundesebene für einen Stopp

des laufenden Projekts einzusetzen.

(einstimmig bei 2 Enth.)

Die Mitglieder der VV der KZVN fordern

das BMG und die Krankenkassen

auf, das Projekt eGK zu stoppen und

endgültig aufzugeben. (einstimmig)

Die Vertreterversammlung bekräftigt

ihre Bedenken zur Einführung der

elektronischen Gesundheitskarte und

lehnt deren Einführung nach wie vor ab.

Es gab noch einen weiteren Beschluss

zur eGK, über den wir im Bereich

des eGK-Schwerpunktthemas in

diesem Heft berichten. (Seite 346)

GOZ-Diskussion

Das GoZ-Thema wurde von der Zahnärzteschaft

sehr erfolgreich mit einer

Stimme kommuniziert. Und so soll es

auch bleiben.

Das besagt jedenfalls der einstimmige

Beschluss der Vertreterversammlung,

wie er von der FVDZ-Fraktion eingebracht

wurde.

Die VV der KZVN fordert alle an der

Diskussion um eine neue GOZ beteiligten

zahnärztlichen Gruppen auf, die bisherige

Einheit und Geschlossenheit in

dieser für die Zukunft der qualitätsorientierten

Zahnmedizin so entscheidenden

Weichenstellung nicht aufzugeben.

Begründung:

Die Umsetzung des für Zahnärzte

und Patienten inakzeptablen BMG-Referentenentwurfes

zur Novellierung der

GOZ noch in dieser Legislaturperiode

konnte durch den geschlossenen Widerstand

aller relevanten Gruppen der

Zahnärzteschaft erfolgreich verhindert

werden. Der Berufsstand wird auch

künftig seine Kompetenz in die Gestal-

Abfuhr für demokratisches Procedere

Mehrheit von ZfN

will auch künftig

»hauptamtliche«

Verwaltungsstellen

Die Hauptamtlichkeit

der KZV-Vorstände

stellt

zweifelsohne eine

Einschränk ung

vertragszahnärztlicher Interessenvertretung

dar. Die Abnahme

der Abhängigkeit eines

hauptamtlich angestellten

Vorstands vom Willen der Vertreterversammlung

(VV) geht

einher mit direkteren Einfluss-

möglichkeiten des Staates auf die

Selbstverwaltung. Immerhin, der Vorstand

der KZVN wurde in einem demokratischen

Verfahren durch die gewählten

Mitglieder der VV ins Amt berufen.

Anders sieht es in den elf Verwaltungsstellen

der KZVN aus. Die seinerzeit

von der Aufsicht eingebrachte Satzungsvorgabe,

nach der »hauptamtliche

Verwaltungsstellenvorstände vom

hauptamtlichen Vorstand der KZVN ernannt«

werden, beruht keineswegs auf

tung einer neuen GOZ nur einbringen

können, wenn es auch weiterhin gelingt,

gegenüber der entscheidenden Politik

mit einer Stimme zu sprechen. Die Verwässerung

dieses Konzeptes durch Verfolgung

persönlicher Partikularinteressen

ist unbedingt zu vermeiden.

Vielleicht dämmt dieser Beschluss

auch in Niedersachsen den Wildwuchs

an GoZ-Seminaren ein, der für teures

Geld und wenig Nutzen den Kolleginnen

und Kollegen nach wie vor angeboten

wird.

Honorarverteilungsmaßstab

Das leidige Thema HVM, das die Mitglieder

der VV der KZVN inzwischen

zwingenden gesetzlichen Bestimmungen

des SGB V – werden doch in anderen

Bereichen der Republik auch diese

Vorstände nach wie vor demokratisch

gewählt. Einer hauptamtlichen Tätigkeit

(bei damit verbundener weitgehender

Einschränkung der Praxisaktivitäten)

widerspricht schon die Realität

in den niedersächsischen Verwaltungsstellen.

Dass der ZfN-Vorstand

der KZVN zusätzlich alle nicht genehmen,

gleichwohl bisher von der Kollegenschaft

mit Vertrauen ausgezeichneten

und bewährten Vorstände aus

den Ämtern entfernte und mit »eigenen«

Leuten besetzte, trug nicht gerade

zur Akzeptanz an der Basis bei.

Dieses Ärgernis sollte nach Auffassung

einer deutlichen Mehrheit der VV

geändert werden. Auf der VV vom

7.11.2008 wurde deshalb mit 27 gegen 6

Stimmen (bei zehn Enthaltungen) der

Satzungsausschuss beauftragt, einen

Änderungsvorschlag zu erarbeiten,

nach dem die Vorstände der Verwaltungsstellen

wie früher regional gewählt

werden können und damit auch

das Vertrauen der betroffenen Kollegenschaft

genießen. Das klare Votum

aus beiden Fraktionen gab Anlass zu

der Erwartung, dass dem mehrheitlichen

Wunsch der VV nach Rückkehr zu

nur noch entgegennehmen können,

beschäftigte diese dennoch.

Das Symbol für die Kastration der

Selbstverwaltung hat die Regierung

am HVM festgemacht.

Mit der Hauptamtlichkeit der KZV-

Vorstände hat man gleichzeitig das

souveräne Recht der Vertreterversammlung,

die Verteilung der budgetierten

Honorare selbst zu bestimmen,

auch noch gekappt. Zusätzlich hat man

die Verteilung im HVM von der Zustimmung

der Krankenkassen abhängig gemacht.

Soviel zu der Frage, was bundesdeutsche

Politiker unter Selbstverwaltung

verstehen. Vor dem oben be-

demokratischen Verfahren entsprochen

werden würde.

In der aktuellen Sitzung der diesjährigen

VV stellte nunmehr der Satzungsausschuss

zwei mögliche Varianten von

Wahlverfahren zur Änderung der Satzung

vor. Aus den Reihen des Freien

Verbandes wurde die Version direkter

Wahlen der Vorstände in einer Verwaltungsstellenversammlung

als Antrag

zur Abstimmung eingebracht. Das Ergebnis

(pro: 17 Stimmen, contra: 1 Stimme,

Enthaltungen: 21 Stimmen) zeigte

wieder nur eine Gegenstimme; die in

der Herbst-VV noch für die Änderung

votierenden Delegierten der ZfN-Fraktion

haben sich aber fraktionskonform

umstimmen lassen. Sie enthielten sich

jetzt der Stimme, taktisch kam das aber

einer Ablehnung gleich, denn die notwendige

2/3-Mehrheit für Satzungs änderungen

wurde damit nicht erreicht.

Demokratische Selbstbestimmung und

institutionelle Transparenz erlitt in dieser

VV eine Abfuhr. Wie hatte es ein Delegierter

der ZfN-Mehrheitsfraktion

bezeichnender Weise ausgedrückt:

»Die Besetzung aller Gremien, Funktionen

und Ausschüsse der KZVN ausschließlich

mit Vertretern der Fraktion

ZfN ist einfach viel ›geschmeidiger‹.«

Dr. Michael Ebeling, Vizepräsident der ZKN l

352 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 353

Dr. Michael

Ebeling

Foto: zkn-arcHiv


GESUNDHEITSPoLITIK

schriebenen Hintergrund ist der HVM,

welchen der KZVN-Vorstand mit der

mündlichen (!) Zustimmung der Krankenkassen

ausgehandelt hatte, schon

eine Leistung, die man anerkennen

muss, zumal er sich immer mehr den

Prinzipien des Schirbort-HVM (99er

HVM) annähert.

Zustimmen mochte die FVDZ-Fraktion

diesem HVM dennoch nicht, weil er

in letzter Konsequenz wiederum inkonsequent

ist, was die Festlegung eines

Sockelbetrages betrifft.

In der Erklärung der FVDZ-Delegierten,

welche von Herrn Kollegen Ulrich

Keck aus Weener vorgetragen wurde,

heißt es zusammengefasst:

Peinlich, peinlich

Es dürfte jedem bekannt sein, dass Ton­Aufzeichnungen

von Gesprächen, Debatten o.

ä. nur mit der Einwilligung der Beteiligten

erfolgen dürfen. Zuwiderhandlungen sind u. U.

strafbewehrt.

Zur Protokoll­Unterstützung werden bei den

Vertreterversammlungen offizielle Bandaufzeichnungen

erstellt. Das wird von der Versammlungsleitung

bekanntgegeben. Bei bestimmten

vertraulichen Tagesordnungs­Punkten

der VV wird auch darauf verzichtet. Ton­Aufzeichnungen

durch Dritte sind nicht erlaubt. Das

hinderte ein Mitglied der VV nicht, »heimlich«

mitzuschneiden. Durch Zufall wurde das von einem

anderen Delegierten entdeckt und reklamiert.

Kollege Vogel, als Versammlungsleiter, tat

sich sichtlich schwer, diesen Verstoß deutlich zu

rügen; immerhin handelte es sich um ein Mitglied

der ZfN­Fraktion, der er selber angehört.

Er eierte auch herum, als er aufgefordert

wurde, einen deutlichen Beschluss herbeizuführen,

der den Kollegen R. verpflichten sollte, das

bisher Aufgezeichnete wieder zu löschen. Dazu

habe er keinen Antrag vorliegen, meinte Vogel.

Diesen stellte dann Dr. Keck aus Weener, um der

peinlichen Farce ein Ende zu bereiten. l

354 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09

Erklärung des Freien Verbandes

Deutscher Zahnärzte zum HVM

2009

Die vom Vorstand der KZVN vorgelegte

Beschlussvorlage für die Änderung des

Honorarverteilungsmassstabes kann

vom FVDZ nicht unterstützt werden, da

der Sockelbeitrag in Höhe von 120.000,–

Euro nicht absolut sichergestellt ist und

damit nach unten floaten kann.

Von einem unverrückbaren Sockelbetrag

und der damit verbundenen Einzelleistungsvergütung

würden primär

alle niedersächsischen Praxen profitieren.

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise

ist Planungssicherheit nicht nur für

Großpraxen sondern insbesondere für

kleine Praxen von existentieller Bedeutung.

Eine solche Planungssicherheit ist

nur mit einem nicht floatenden Sockelbetrag

sichergestellt.

Gemäß der Rechtssprechung des

Bundessozialgerichts zum niedersächsischen

HVM dürfen gerade kleine Praxen

nicht in ihrer Entwicklung behindert

werden.

Der neue HVM, darüber waren sich

auch die FVDZ-Delegierten im Klaren,

ließ sich durch keinen, wie auch immer

gearteten Beschluss aufhalten, da er

zum Zeitpunkt der VV der KZVN bereits

mit den Kassen vereinbart war.

Fazit

Die VV der KZVN war – was die Gesundheitspolitische

Diskussion betrifft –

von großer Sachlichkeit geprägt und

zeigte in weiten Teilen über Fraktionsgrenzen

hinweg eine große Übereinstimmung

in der Einschätzung der derzeitigen

Lage im Gesundheitssystem.

Alle Anträge der FVDZ-Fraktion wurden

– zum größten Teil einstimmig –

angenommen, was den Berichterstatter

bei einem Blick in die Runde der Delegierten

auch nicht wunderte. Erkennt

er in den Reihen der ZfN doch einen

großen Anteil an ehemaligen FVDZ-

Kampfgefährten, die ihre politsche

Heimat nicht verleugnen können. In

den großen Themen ist sich die Zahnärzteschaft

– zumindest an der Basis

der Ehrenamtlichen – eben doch einig.

Manchmal wünscht man sich allerdings

mehr vom alten Kampfgeist in

der KZVN. Beim nunmehr jahrelangen

Schmusekurs des jetzigen Vorstandes

ist nämlich auch nicht viel mehr für die

Kollegenschaft herausgesprungen. Im

Gegenteil: Die Morgengabe der freiwilligen

3%igen Honorarabwertung steht

nach wie vor erwartungsvoll im Raum

und hat auf Seiten der KrankenKassen

nicht einen Millimeter an Zugeständnissen

gebracht. Auf diese Tatsache

zielt der FVDZ-Antrag ab, dem sich

auch nur zwei ZfNler entzogen haben:

Der Vorstand der KZVN wird aufgefordert,

sich in den Honorarverhandlungen

am Finanzierungsbedarf der

Praxen und an der Steigerung der Praxiskosten

zu orientieren und diese Position

ggfs. auch vor dem Schiedsamt zu

vertreten.

Begründung:

Seit vielen Jahren steigen die Kosten

zur Führung, Erhaltung und Modernisierung

einer Praxis deutlich stärker als

die Honorarsteigerung. Das sogenannte

Primat der Grundlohnsumme muss hinterfragt

werden, da sonst unweigerlich

alle Praxen finanziell an die Wand gefahren

werden!

Diesen Beschluss würden sicher die

meisten Kolleginnen und Kollegen unterschreiben,

die jeden Tag am Bohrturm

stehen. Dr. Julius Beischer,

Vorsitzender der FVDZ-Fraktion

in der VV der KZVN l

P.S. AllE BEScHlüSSE KÖnnEn iM VollEn WoRTl AUT UnTER

W W W.F VDZ­niEDERSAcHSEn.DE nAcHGElESEn UnD HERUn­

TERGEl ADEn WERDEn.

Fotos: dr. M. eBeling AVW-Kontroversen

obsolet!

Nordhorn: Blick nach vorn angesagt

Druck ist lockerem Interesse

gewichen

Wenn etwas in der am 20.5. in Nordhorn

angebotenen Informationsveranstaltung

zum Thema »Unser Altersversorgungswerk

– gestern, heute, morgen«

deutlich wurde, dann das: Die

Thematik AVW, die über Jahre die Gemüter

in der Zahnärzteschaft Niedersachsens

zutiefst bewegte, scheint nach

erfolgreicher Neuordnung an der Basis

»abgehakt« zu sein. Zumindest, was die

Fehlsteuerungen der Vergangenheit

und die Kontroversen um die Neuordnung

des Systems bis hin zur denkbaren

Systemänderung betrifft. Die äußerst

geringe Besucherzahl des Abends im

alt-ehrwürdigen Kloster Frenswegen

brachte das ebenso zum Ausdruck wie

die Wortbeiträge einiger Diskussionsteilnehmer.

Interessanter für Mitglieder

ist in erster Linie die zukunftsorientierte

Arbeit, die Erwirtschaftung möglichst

hoher Gewinne, die Sicherheit der

Finanzen und die Verlässlichkeit der

Rentenzusagen. Streit unter den gewählten

Vertretern wird hierbei als

kontraproduktiv empfunden.

Dr. Karl Horst Schirbort, Vors. des LA des AVW (li.)

und Dr. Michael Sereny, Präsident der ZKN

Auf ausdrücklichen Wunsch der

Kreisstelle Kreis Grafschaft Bentheim

unter Beteiligung der Nachbarkreise

Lingen und Meppen war diese Veranstaltung

jedoch auch als Podiumsdiskussion

mit Darstellung der kontroversen

Auffassungen in der Kammerversammlung

angelegt. So kamen neben

den Informationen über die aktuelle

Arbeit im AVW und den Perspektiven

für die Zukunft auch die unterschiedlichen

Auffassungen der beiden Kammerfraktionen

»Freier Verband« und

»ZfN« zur Aussprache. Letztlich ist die

Kenntnis differierender Vorstellungen,

des »Streitens um den optimalen Weg«

für die Beurteilung der Kammerarbeit

aber unverzichtbar, so irritierend sich

das zuweilen auch darstellen mag.

Faire Moderation

Der Vorsitzende der Kreisstelle Grafschaft

Bentheim, Dr. Michael Kolde, begrüßte

die aus Hannover angereisten

Gäste. Für das AVW waren dessen Vorsitzender,

Dr. Karl Horst Schirbort, sowie

der Justitiar des Werkes, Frank

Wahner, angereist; für den »Freien Ver-

band« dessen stellv. Landesvorsitzender,

Dr. Michael Ebeling, zugleich Vizepräsident

der ZKN, und Dr. Josef Kühling-Thees,

zugleich stellv. Vorsitzender

des AVW, für die Gruppe »Zahnärzte

für Niedersachsen« dessen Vorsitzender

Henner Bunke D.M.D. und Dr. Bodo

Vogel, bis vor kurzem noch Mitglied im

Leitenden Ausschuss des AVW. Die Moderation

wurde vom Präsidenten der

ZKN, Dr. Michael Sereny, übernommen,

der streng darauf achtete, dass alle Seiten

ausreichend zu Wort kamen.

Die Einen – System erhalten,

Verlässlichkeit wiederhergestellt

Zunächst stellte Dr. Schirbort in knapper

Form die bei seiner Amtsübernahme

im Dezember 2005 vorgefundenen

Probleme sowie die notwendigen

Überlegungen und Anstrengungen zur

Konsolidierung dar. Jahre zu hoch ausgezahlter

Rentenanpassungen, die

2004 plötzliche Streichung aller Leistungen

oberhalb der Grundrente, die

Millionenabschreibungen im Anlagegeschäft

bei gleichzeitigem Fehlen jedweder

Rücklagen machten eine Rückkehr

zu gerechter und verlässlicher Berechnung

der Renten und Anwartschaften

notwendig. Die später vom

oVG in Lüneburg bestätigten Mängel

in der Alterssicherungsordnung erfor-

Dr. Josef Kühling-Thees, stellv. Vorsitzender

des LA des AVW

6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 355


GESUNDHEITSPoLITIK

Aus dem Publikum wurde erklärt, man halte die Kontroverse zwischen den

Fraktionen für kontraproduktiv und erwarte stattdessen eine an den Grundlagen der

Satzung orientierte konstruktive Arbeit aller Beteiligten am Erfolg des AVW

Frank Wahner,

Justitiar des AVW

derten zudem rechtssichere Satzungsgrundlagen.

Von Anfang an trat der

neu gewählte, von Mitgliedern beider

Fraktionen besetzte Leitende Ausschuss

(LA) des AVW einhellig für den

Erhalt des Prinzips der »Individuellen

Äquivalenz« ein, wie es die Gründer

des AVW angestrebt hatten. Garantiert

doch allein die »Individuelle Äquivalenz«

gemeinsam mit dem Prinzip

der »verursachungsgerechten Verteilung«

der Überschüsse eine größtmögliche

Verteilungsgerechtigkeit entsprechend

den individuellen Einzahlungen

der Mitglieder. Alternative Systeme,

wie z.B. das zumindest zeitweise von

ZfN propagierte »offene Plandeckungsverfahren«

generieren selbstverständlich

keine zusätzlichen Geldmittel,

durch geplante Umverteilung könnten

jedoch ganze Jahrgänge höhere Zuwendungen

erhalten, allerdings auf

Kosten der aktiven Beitragszahler. Das

sollte es nach den Erfahrungen mit den

Bedienfehlern der »langfristigen Planung«

auf keinen Fall mehr sein.

Weiterhin erarbeitete der LA den

zielstrebigen, schon immer in der Satzung

geforderten aber bisher nicht realisierten

Aufbau einer Verlustrücklage,

wie sie alle Werke aus guten Gründen

eingerichtet haben. Durch Hinzuziehen

von professionellen Beratern

wurde zugleich der Versuch unternommen,

die Geldanlage zu optimieren.

Daneben galt es, die Transparenz für

Mitglieder und Kammerversammlung

wiederherzustellen. Wichtiges Ziel insgesamt,

das Vertrauen der Mitglieder

in die grundsätzlich ja gegebene Solidität

des Werkes wiederherzustellen. Im

letzten Teil des Referates wurden die

Probleme der aktuellen wirtschaftli-

Dr. Michael Kolde,

Vors. Kreisstelle Grafschaft Bentheim

chen Lage und deren selbstverständliche

Folgen auch für unser AVW angesprochen.

Die Absenkung des Rechnungszinses

von 4 Prozent auf 2,75 Prozent

trägt der Entwicklung auf dem

Geldmarkt Rechnung und erhöht

gleichzeitig die Planungssicherheit der

Mitglieder. Dr. Schirbort legte Wert auf

die Erklärung, dass der Rechnungszins

entgegen anderen Behauptungen allein

eine Rechengröße darstellt, die

sinnvoller Weise realistischen Renditeerwartungen

anzupassen ist. Selbstverständlich

werden alle zur Verteilung

anstehenden Gewinne des AVW

auch vollständig und unabhängig vom

Rechnungszins verursachungsgerecht

an die Mitglieder des Werkes verteilt.

Die Neuaufstellung des AVW, so Dr.

Schirbort, sei weitgehend abgeschlossen.

Wirtschaftlich war das Jahr 2008

sicherlich schwierig, dennoch erzielte

unser AVW eine Rendite in der Spitzengruppe

aller Altersversorgungswerke.

Die Anderen – sieht so

ein besseres System aus?

Für »ZfN« stellte anschließend ebenfalls

in einem halbstündigen Vortrag

deren Vorsitzender Henner Bunke

D.M.D. seine Sicht der Dinge dar. Auch

er spannte den Bogen von der Vergangenheit

in die Gegenwart. Er legte Wert

auf die Feststellung, dass das oVG in

den missglückten Überschussverteilungen

der Vergangenheit keinen Verstoß

gegen die damalige Satzung festgestellt

habe, auch habe man »dem

früheren LA keine Misswirtschaft nach -

weisen« können. Dann begründete er

ausführlich und durchaus eloquent

den anhaltenden Widerstand des

Großteils seiner Fraktion in der Kam-

D.M.D. (Univ. of Florida) Henner Bunke,

Dr. Bodo Vogel, von Fraktion ZfN

merversammlung. So bemängele

»ZfN«, dass die gesetzlich vorgegebenen

Umverteilungselemente das Prinzip

der durchgängigen »Individuellen

Äquivalenz« merklich einschränkten.

Weiter habe sich der LA gegen die Ungerechtigkeit

des Unisextarifes nicht

entschieden genug gewehrt (das Gericht

hat mittlerweile die Klage einiger

Betroffener in erster Instanz abgewiesen),

der Aufbau von Sicherheitsrücklagen

binde unnötig viele Mittel, der

Rechnungszins sei zu niedrig und

schmälere dadurch die Rentenansprüche,

die neue Satzung sei nicht durch

die erforderliche 3/4-Mehrheit der

Kammerversammlung sondern durch

Ersatzvornahme der Aufsicht in Kraft

gesetzt worden, die Fraktion fühle sich

trotz mehrerer Informations- und Kammerversammlungen

nicht umfassend

informiert, insbesondere sei die Möglichkeit

eines Systemwechsels zum

Plandeckungsverfahren nicht zweigleisig

vorbereitet worden. Bunke ergänzte

dazu detailliert, dass das Plandeckungsverfahren

viel einfacher zu verwalten

sei, eine Verlustrücklage bereits

»durch das System gewährleistet«

sei und nicht extra angespart werden

müsste. Dadurch sei das System auch

sicherer gegenüber möglichen Zugriffen

des Staates, da dieser hier weniger

Rücklagen vorfände. Das System sei bewährt

und robust, dazu in der Lage höhere

Rentenzahlungen zu generieren.

Er berief sich dabei auf eine von »ZfN«

in Auftrag gegebene »Expertise« eines

renommierten Sachverständigen, der

hinter diesen Aussagen stehe.

BiT TE, lESEn SiE WEiTER AUF SEiTE 365

Fotos: dr. M. eBeling

Aktion »Wechselrahmen«

Bundesweite Kampagne »Countdown für Ulla Schmidt«

Die Plakataktion für einen Wechsel in der Gesundheitspolitik

nimmt langsam Fahrt auf. Unser niedersächsisches Motto:

»Wechselrahmen für den Wechsel«, ist nun zum offiziellen Slogan

der Kampagne geworden. (s. auch ZKN Mitteilungen 5/2009, S. 286)

Norbert Schuster, Vorsitzender

des Bündnis

Direkt abrechnung, wirbt

im Ärztenachrichtendienst

für die bundesweite

Aktion:

Die Deutsche Bahn wollte die Kritik

an der derzeitigen Gesundheitspolitik

nicht in ihren Bahnhöfen und sperrte

sich gegen die Plakataktion von Bündnis

Direktabrechnung (BD), NAV-

Virchow-Bund und Freiem Verband

Deutscher Zahnärzte (FVDZ). Doch so

leicht geben die Initiatoren der Kampagne

»Countdown für Ulla Schmidt«

nicht auf: Sie starten jetzt die »Aktion

Wechselrahmen« in den Arzt- und

Zahnarztpraxen des Landes.

»Begleiten Sie in Ihrer Praxis die

Kampagne ›Countdown für Ulla

Schmidt!‹ und lassen Sie die Patienten

teilhaben an den Informationen«, fordert

Norbert Schuster, Vorsitzender des

Bündnis Direktabrechnung. Die Plakatserie,

die bewusst ärztliche und

zahnärztliche und gesundheitspolitische

Informationen enthalte, müsse Patienten

und Politikern deutlich machen,

dass Ärzte und Zahnärzte durchaus

zum gemeinsamen Handeln fähig seien.

Die ersten vier Plakate werden nun

zum Download bereitgestellt. »Um zu

versinnbildlichen, dass es sich bei den

ärztlichen Informationen um wertvolle

Informationen handelt, sollten die Plakate

in einem entsprechenden Wechselrahmen

mit Passepartout aufgehängt

werden«, empfiehlt Schuster.

Die Plakate können auch gedruckt

im Format DIN A 2 beim BD bestellt werden

(Schutzgebühr 20 Euro für alle 12

Motive). Um auf aktuelle Entwicklungen

reagieren zu können, erfolgt die

Zusendung zeitnah in drei Etappen à

vier Plakaten. (änd 25.5.2009)

In Niedersachsen haben die Zahnärzte

es leicht. Sie können Monat für

Monat – bis zur Wahl des Bundestages

am 27. September – ihre eigenen Plakate

diesem Heft entnehmen. Die Druck-

Noch X Wochen Ulla Schmidt

kosten trägt der Landesverband des

Freien Verbandes.

Hier sind die ersten Stimmen unserer

Kolleginnen und Kollegen zu dieser

Aktion:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die oben genannten Infos für Patienten sind gut gestaltet.

Wir arbeiten im Bahnhofsgebäude von Bad Zwischenahn und haben

eine Fensterfläche zum Wartebereich, die wir für Infos nutzen.

Wenn Sie uns diese Poster schicken, sind wir gerne bereit, Ihnen bei der

Patientenaufklärung behilflich zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Anita Schall-Aden

ZwischenZahn Zahntechnik Ammerland GbR

Zahnarzt Heiko Janssen im Dienst und Zahnarzt Heiko Decking (schichtfrei)

würden sich freuen, wenn Ulla Schmidt wirklich nur noch 17 Wochen hat

Dr. Michael Sereny sowie seine Frau und

Praxispartnerin Dr. Annette Vietinghoff-Sereny machen bereits

an der Eingangstüre auf die Kampagne aufmerksam

356 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 357

Foto: H. decking

Foto: dr. a. vietingHoFF-sereny


Abwrackprämie PKW älter als

9 Jahre: 2.500 Euro

Zahlung Kasse an Klinik für

Entbindung (DRG 060C): 1.704 Euro

Noch 14 Wochen Ulla Schmidt.

Die richtigen Informationen erhalten Sie nur

bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt!

Vereinigung unabhängiger

Vertragszahnärzte e.V.

Landesverband Nordrhein

Dies ist keine Information

der Bundesregierung!

Bündnis Direktabrechnung

e.V.

19.6. – 29.6.2009

Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.


Steuergroschen für kranke Banken:

100 Milliarden Euro

Steuergroschen für kranke Menschen:

3 Milliarden Euro

Noch 12 Wochen Ulla Schmidt.

Die richtigen Informationen erhalten Sie nur

bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt!

Vereinigung unabhängiger

Vertragszahnärzte e.V.

Landesverband Nordrhein

Dies ist keine Information

der Bundesregierung!

Bündnis Direktabrechnung

e.V.

30.6. – 9.7.2009

Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.


3 Monate Behandlung eines Diabetikers

Honorar Hausarzt: 34,17 Euro

3 Monate Radio und TV Gebühr

GEZ: 53,94 Euro

Noch 12 12 Wochen Ulla Schmidt.

Die Die richtigen Informationen erhalten Sie Sie nur nur

bei bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt!

Vereinigung unabhängiger

Vertragszahnärzte e.V.

Dies ist ist keine Information Information

der der Bundesregierung!

Bundesregierung!

Bündnis Bündnis Direktabrechnung

e.V. e.V.

Landesverband Landesverband Nordrhein Nordrhein

Verband Verband der niedergelassenen der niedergelassenen Ärzte Deutschlands Ärzte Deutschlands e.V. e.V.

10.7. – 20.7.2009


Zahnärzte starten in den Wahlkampf

Mit Plakataktionen gegen Gesundheitspolitik der Regierung /

Hoffen auf Richtungswechsel

Mit einer bundesweiten

Plakataktion in Praxen

und auf Großflächen

in verschiedenen Städten

mischen sich Ärzte

und Zahnärzte seit der vergangenen

Woche in den laufenden Bundestagswahlkampf

ein. Sie wollen, dass nach

der Bundestagswahl am 27. September

ein Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik

zustande kommt. »Denn

so wie bisher darf es nicht weitergehen«,

betont der Vorsitzende des Landesverbandes

Niedersachsen des Freien

Verbandes Deutscher Zahnärzte

(FVDZ), Dr. Julius Beischer aus Bad Fallingbostel.

»Denn das führt

zur Mangelversorgung der

Bevölkerung mit medizinischen

Leistungen.«

Immer wieder werde

von den Politikern der Großen

Koalition vermittelt,

dass Ärzte und Zahnärzte

genügend Geld für eine allumfassende

Behandlung

der Menschen erhalten

364 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09

Dr. Michael Ebeling vor einem der

beiden Plakate, deren Miete in den

Wochen bis zur Wahl von den Oldenburger

Kollegen gesponsert wird

würden. Dabei jongliere das Gesundheitsministerium

stets mit sehr großen

Zahlen, die den Bürgern vorgaukeln

sollten, die Ärzte jammerten lediglich

auf »hohem Niveau«. Wie viel Geld

tatsächlich für die Behandlung

von Patienten bereit

steht, werde dabei verschwiegen.

Auf ihren Plakaten nennen

die Mediziner diese

Zahlen: 29,34 Euro erhält

zum Beispiel ein Kinderarzt

für die Behandlung eines

jungen Patienten. »Nicht

für jede Behandlung, son-

Foto: dr. M. eBeling

Foto: dr. a. vietingHoFF-sereny

dern für das ganze Quartal, also volle

drei Monate, egal, wie oft das Kind in

die Praxis kommt«, so Beischer. »Bei

diesen Sätzen ist es kein Wunder, dass

insbesondere auf dem Land schon ein

Ärztemangel herrscht.«

»Wir wollen den Menschen zeigen,

dass Arzt und Zahnarzt schon lange

keine finanziell lohnenden Berufe

mehr sind, wenn sie allein auf die Vergütung

durch gesetzliche Krankenkassen

angewiesen sind«, betont FVDZ-

Pressesprecher Dr. Ulrich Keck aus Weener.

Und es wird die Verantwortliche

für das Desaster in der Gesundheitspolitik

genannt: »Noch 17 Wochen Ulla

Schmidt« wird die Bundesgesundheitsministerin

auf dem ersten Plakat angezählt.

Bis zur Wahl sollen ständig wechselnde

Plakate auf Großflächen in den

Städten Hannover und oldenburg sowie

in den letzten Wochen vor dem

Wahltag auch in Cuxhaven, Stade und

Göttingen aufgehängt werden. Zudem

werden in tausenden von Arzt- und

Zahnarztpraxen in Wechselrahmen

DIN-A-3 große Poster mit den Wahlhinweisen

aufgehängt. An der Aktion beteiligen

sich neben dem FVDZ auch die

Vereinigung unabhängiger Vertragszahnärzte

(VuV), der Verband der Niedergelassenen

Ärzte Deutschlands

(NAV-Virchow-Bund) sowie das Bündnis

Direktabrechnung.

»Wir machen keine Werbung für

oder gegen einzelne Parteien«, betont

Beischer. »Deshalb ist auf den Wahlplakaten

auch keine Empfehlung für die

FDP zu lesen, die unseren Positionen

am nächsten kommt.« Es gehe den Medizinern

darum, die Menschen darüber

aufzuklären, wie es tatsächlich um die

medizinische und ärztliche Versorgung

bestellt sei und dass sie es mit ihrer

Stimme in der Hand hätten, für eine

andere, bessere Gesundheitspolitik zu

wählen. »Das ist nämlich im Interesse

der Versicherten und der Kranken«, betont

auch Keck.

Presse-Mitteilung FVDZ, 3.6.2009 l

AVW-Kontroversen

obsolet!

Fortsetzung von Seite 356:

Jeder kam zu Wort

Auf den Vorhalt, es sei nicht seriös, mit

kaum glaubhaften Stellungnahmen einer

seit fast zwei Jahren unter Verschluss

gehaltenen »Expertise« zu argumentieren,

blieb Bunke die Antwort

schuldig. Ein System, wie es Bunke skizzierte,

das ausschließlich Vorteile und

keine Nachteile haben soll, machte

manchen stutzig. Auf die Diskussion

der Thesen wurde weitgehend verzichtet,

da es ja Ziel der Veranstaltung war,

vor allem die Zuhörer zu Wort kommen

zu lassen. Diese stellten im weiteren

Verlauf engagierte Fragen, die auch

von den Angesprochenen beantwortet

wurden. Es zeigte sich, dass »die Sys-

Dr. Markus Merk, dreimaliger Welt-Schiedsrichter

temfrage« kein größeres Interesse hervorrief,

viel mehr die Anlagepolitik des

LA und die aktuellen Aussichten. Hierzu

stellte Dr. Kühling-Thees kurz die

Anlagestrategie des AVW und seiner

Beraterfirma FERI vor. Er stellte das

Prinzip der Geldanlage zwischen den

Parametern Renditemaximierung und

Sicherheit dar und erklärte das neue Risiko-Management

des AVW. Die Einführung

eines »Risiko-overlay« habe in

der Baisse des letzten Jahres – anders

als in der Vergangenheit – Abschreibungen

vermeiden lassen. Größtmögliche

Verteilungsgerechtigkeit und Verlässlichkeit

der Voraussagen beruhigte

die Anwesenden.

Fairness.

Eine der obersten Prämissen im Sport. Auch für

Schiedsrichter. Darauf haben die Spieler ein

Recht. Aber auch die Schiedsrichter. Für den

Spaß am Sport. Für den menschlichen Umgang

miteinander.

Auch für Versicherungen ist Fairness wichtig.

Vom Kunden zum Unternehmen. Vom Unternehmen

zum Kunden. Nur gemeinsam können Ziele

erreicht werden.

www.inter.de

Wer nicht da war,

hat etwas verpasst

Aus dem Publikum wurde erklärt, die

Veranstaltung habe ungeachtet der

Beteiligung einen hohen Informationswert

gehabt. Das bestehende System

wird unterstützt, ein Wechsel könne

keine zusätzlichen Erträge generieren.

Man halte aber die Kontroverse zwischen

den Fraktionen für kontraproduktiv

und erwarte stattdessen eine

an den Grundlagen der Satzung orientierte

konstruktive Arbeit aller Beteiligten

am Erfolg des AVW. Dem ist auch

nichts hinzuzufügen.

Dr. Michael Ebeling,

Vizepräsident der ZKN l

Das ist Fairness.

Das gibt Sicherheit.

Das ist die INTER.

6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 365


Berufsständisches

Fünf Jahre BGH-Urteil

zu Materialkosten

Am 27.5.2009 jährte sich das

Urteil des Bundesgerichtshofes

zur (Nicht-) Berechenbarkeit

zahnärztlicher Materialkosten

zum fünften

Mal. Zeit, die Kritik zu erneuern.

Unter dem Aktenzeichen III ZR

264/03 gelangte der erkennende Senat

unter anderem zu der Überzeugung,

dass eine gesonderte Berechenbarkeit

zahnärztlicher Materialkosten nur

dann gegeben ist, wenn dies entweder

ausdrücklich in der GoZ benannt

wird

oder

– Leistungen der GoÄ erbracht werden

und aufgrund deren Bestimmungen

eine Berechnungsfähigkeit

gegeben ist.

Das Gericht durchbricht jedoch im

konkreten Fall seine eigene Urteilslo-

366 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09

gik, indem es Implantatfräsen

jedenfalls

dann für berechnungsfähig

erachtet,

wenn deren Kosten 75

Prozent des mit dem

2,3fachen Steigerungssatz

bemessenen Honorars

aufzehren und

der Tätigkeitsschwerpunkt

der Praxis auf

implantologischen

Leistungen liegt. Auch

wenn es sich um ein

sich aus dem zu entscheidenden Fall

ergebendes Kriterium handelt, ist der

Ausgangspunkt bereits im Ansatz

falsch. Der sich ansonsten um eine

wortgetreue Auslegung der Gebührenordnung

bemühende III. Zivilsenat verkennt,

dass aus gebührenrechtlicher

Sicht, wenngleich wenn sich im Laufe

der Jahre eine andere Abrechnungs-

informiert

über

praxis herausgebildet hat, eine zahnärztliche

Leistung bereits zum 1,0fachen

Steigerungssatz zumindest kostendeckend

zu erbringen sein muss,

wobei zusätzlich allgemeine Praxiskosten

Berücksichtigung

zu finden haben.

Dies folgt aus § 15

des Gesetzes über die

Ausübung der Zahnheilkunde

(ZHG), wonach

»den berechtigten

Interessen der

Zahnärzte und der zur

Zahlung der Entgelte

Verpflichteten Rechnung

zu tragen ist.«

Die vom BGH vorgenommeneGrenzzie-

hung muss daher als rein willkürlich

bezeichnet werden.

Darüber hinaus negiert das Urteil,

dass auch bei anderen Leistungen der

GoZ die damit verbundenen Materialkosten

das daran geknüpfte Honorar

unter Umständen sogar übersteigen.

Beispielhaft seien nur endodontische

Einmalinstrumente genannt. Als mittelbare

Rechtsfolge mag sich aus dem

in Rede stehenden Urteil zwar deren

Berechnungsfähigkeit ergeben, eine

rechtssichere Empfehlung lässt sich

hieraus allerdings nicht ableiten.

Das Urteil verletzt darüber hinaus

nach Auffassung des Unterzeichnenden

in Bezug auf ärztliche und zahnärztliche

Berufsausübung den sich verfassungsrechtlich

ableitenden Grundsatz

der Gleichbehandlung gleicher Lebensinhalte.

Die Entscheidung ist jedenfalls in

Teilen nicht sachgerecht und rechtssystematisch

falsch.

Die Liste der in Konsequenz aus dieser

Rechtsprechung berechnungsfähigen

Materialien in Verbindung mit

Leistungen der GoZ steht Ihnen auf unserer

Homepage www.zkn.de > Mitglieder-Login

> Bibliothek > GoZ-Handbuch

> Fach 3 – Materiallisten als PDF

zum Download zur Verfügung.

Dr. Michael Striebe

Vorsitzender des GOZ-Ausschusses

der Zahnärztekammer Niedersachsen l

Rothenburg o. T.

Ausflug in die Vergangenheit

Diese mittelfränkische

Kleinstadt mit ihren nicht

ganz 12.000 Einwohnern

liegt im Landkreis Ansbach/Bayern

am Fluss

Tauber. Sie ist heute mit ihrer gut erhaltenen

und gepflegten mittelalterlichen

Altstadt, der alles umfassenden

Stadtmauer, den Stadttoren, zahlreichen

Türmen, den Winkeln und Gassen

noch mit Steinpflasterungen ein weltbekanntes

Touristenziel geworden und

hat Heidelberg an Beliebtheit den Rang

abgelaufen.

In der Geschichte der Zahnheilkunde

nimmt Rothenburg o. T. einen markanten

Platz ein und ich möchte dies mit

diesem Beitrag in Erinnerung bringen.

Im Jahr 970 wurde auf dem hier hohen

Ufer der Tauber (oberhalb der Tauber

– ob der Tauber, o. T.) eine Pfarrei

errichtet und danach eine Grafenburg.

Als Konrad III 1137 gekrönt wurde, hielt

er in Rothenburg Hof und ließ eine

Reichsburg bauen. 1274 erhob Kaiser

Rudolf v. Habsburg Rothenburg zur

Freien Reichsstadt. Die Kaiserburg wurde

jedoch durch ein Erdbeben 1336 zerstört.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde

die Stadt zwar von General Tilly erobert,

jedoch auf Grund der Trunkfestigkeit

des damaligen Bürgermeisters

vor Zerstörung bewahrt, so die Fama.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Altstadt

mit den historischen Gebäuden

weitgehend erhalten. Bombenschäden

an der Stadtmauer konnten dank zahlreicher

Spenden restauriert werden. Ei-

ne Spendenliste mit Lageangaben der

Spendertafeln existiert nach Angabe

der Stadtverwaltung leider nicht. Die

überall begehbare, hohe Stadtmauer

ist circa vier Kilometer lang.

Seit 1859 waren im »Centralverein

Deutscher Zahnärzte« die Mehrheit der

akademisch ausgebildeten

Zahnärzte vereint. Zu dieser

Zeit durfte jedermann Heilkunde

ausüben, was durch

entsprechende Gewerbeordnungen

unterstützt wurde

und besonders durch ein

1872 durch den Deutschen

Reichstag beschlossenes Gesetz

über die Kurierfreiheit

für Heilberufe verfügt wurde.

Dieses ermöglichte die

Ausübung von Heilkunde

durch jeden, der sich dazu

befähigt sah. So wurden einerseits

von Zahnärzten

(Studium acht Semester) andererseits

von Zahntechnikern

und Zahnkünstlern, ab

1908 zunehmend von Dentisten

ebenfalls Behandlungen

im Munde von Patienten

durchgeführt. Die Berufsbezeichnung

Zahnarzt

war allerdings gesetzlich geschützt.

Zwischen Zahnärzten

und Dentisten bestanden

Zwietracht und ständig

böse Kompetenzkämpfe

über viele Jahrzehnte hinweg;

die Gräben waren tief!

Historisches Rathaus

von Rothenburg o. T.

Fotos: dr. H. gode

Rothenburg o. T. erscheint

erstmals

1948 in den Annalen

der Zahnheilkunde:

Auf Betreiben

vom einflussreichen

Dr. Linnert

fand hier zwecks

Beseitigung des

unerfreulichen Dualismus

der zwei

zahnärztlichen Be-

rufsstände, aber auch um gemeinsam

gegen die nach der seit 1911 bestehenden

Reichsversicherungsordnung etablierten

Krankenkassenverbände wirkungsvolleren

Widerstand bieten zu

können, die Gründung des »Verband

der Deutschen Zahnärztlichen Berufsvertretungen«

(VDZB), statt.

Nachdem der Deutsche Bundestag

1952 das »Gesetz über die Ausübung

der Zahnheilkunde« beschlossen hatte

und es ab 1.4.1952 in Kraft trat, war die

Kaisersaal im Rathaus von Rothenburg mit freitragender Holzdecke

über die gesamte Saallänge. Hier wurde die Verschmelzung

von Dentisten und Zahnärzten feierlich beschlossen

Der alte kaiserliche Doppelköpfige Adler

an der Stirnseite des Saales

Dr. Henning

Gode

6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 367

Foto: zkn-arcHiv


BERUFSSTÄNDISCHES

Kurierfreiheit endgültig beendet und

es waren die rechtlichen Grundlagen

zur Zusammenführung der Berufsstände

im Bereich der Zahnheilkunde

gegeben.

Im schlichten Kaisersaal des Rathauses

in Rothenburg o. T. fand am 27.3.1953

die Gründungsversammlung des

»Bundesverbandes Deutscher Zahnärzte«

(BDZ) statt.

Gleichzeitig wurde auch eine vorläufige

Satzung beschlossen.

Nach der Feier tagten die Vertreter

beider bislang bestehender Verbände

in getrennten Versammlungen und beschlossen

ihre Auflösung.

Zur Erinnerung an diese bedeutenden

Ereignisse finanzierte der neu gegründete

BDZ die Restauration von 10

Metern der Stadtmauer von Rothenburg

mit einer eingemauerten Gedenktafel

auf dem Wehrgang in Augenhöhe.

Diese Gedenktafel ist an der

ostmauer der Altstadt im Bereich der

an der Mauer verlaufenden Gasse »Röderschütt«

in Sichtweite des abgebildeten,

auffallenden, spitzgiebeligen

Hauses zu finden. Kürzester Fußweg

von dem Nordteil des großen Parkplatzes

Friedr.-Hörner-Weg am Südzipfel

der Altstadt.

Von den Länderparlamenten wurden

1953 die Dentistenkammern aufgelöst

und die Integration nach absolvier-

l Oben: Die Gedenkplatte erinnert an den

Zusammenschluss der zahnärztlich tätigen

Berufsgruppen in Rothenburg o. T. am

27.3.1953 l Rechts: In Sichtweite dieses markanten

Hauses an der Gasse »Röderschütt«

befindet sich die Gedenkplatte des BDZ.

Bild vom Wehrgang, der mit etlichen Stufen

zu erklimmen ist

ten Fortbildungskursen für Dentisten

durch Neuwahlen für eine gemeinsame

Zahnärztekammer bewirkt. Ich habe

als Student der Zahnheilkunde in

Marburg diese Vorgänge und die lebhaften,

konträren Diskussionen innerhalb

der Kollegenschaft in deutlicher

Erinnerung. Es verlief nicht alles so

glatt, wie es heute auf dem Papier erscheint!

Mit der Vernunftlösung sind

drei Namen verbunden: Auf Seiten der

Zahnärzte haben sich Dr. Linnert bis zu

seinem Tode 1949 und weiterführend

Dr. Erich Müller, Altona und für die

Dentisten deren Präsident August Siebecke,

München sehr engagiert und

die Zusammenführung von Dentisten

und Zahnärzten mit gutem Erfolg realisieren

können; ein Meilenstein in der

Historie der Zahnheilkunde!

Rothenburg o. T. liegt dicht an der A7

und hat dort einen Anschluss. Die romantische

Strasse führt von Würzburg

In ihren Ansprachen am 13. März

lobten Dr. Michael Sereny, Präsident

der Zahnärztekammer Niedersachsen,

und Bernhard Erzberger,

Mitglied im Fortbildungsausschuss

der Zahnärztekammer Niedersachsen,

den Einsatz der Absolventen.

Über einen längeren Zeitraum hinweg

hätten sie viel Freizeit und Energie zum

Wohle ihrer Patienten geopfert.

Ähnliche Worte fand auch Dr. Karl-

Heinz Düvelsdorf, Vorstandsreferent

für Fortbildung, im Rahmen seiner

Festansprache am 14. März. Darüber hi-

durch das Taubertal über Rothenburg

bis Füssen. Mit dieser bildet die Burgenstrasse,

die in west-östlicher Richtung

verläuft, in Rothenburg einen

Knotenpunkt. Altstadt und Umgebung

haben viele Sehenswürdigkeiten für

den Besucher parat; es ist eine Perle unter

unseren deutschen Städten!

Dr. Henning Gode l

AnMERKUnG: DiESER ARTiKEl iST Ein »ABFAllPRoDUK T«

DER REcHERcHEn, DiE AnGESTEllT W URDEn, UM iM AUF­

TR AG DES VoRSTA nDES EinE cHRoniK Anl Ä SSlicH DES

DiESjÄHRiGEn SEcHZiGjÄHRiGEn BESTEHEnS DER Z AHn­

ÄRZ TEK AMMER niEDERSAcHSEn ZUSAMMEnZUSTEllEn.

7. und 8. Zyklus der Strukturierten Fortbildung

Parodontologie beendet

Am 13. und 14.3.2009 fanden

der 7. und 8. Zyklus der

Strukturierten Fortbildung

Parodontologie jeweils mit

einer Abschlussfeier im

Hotel Mercure in Hannover

ihren wür digen Abschluss

naus führte er aus,

dass das freiwillige

Engagement der

Absolventen zeige,

wie unsinnig die

gesetzliche Fortbildungspflicht

für

den zahnärztlichen

Berufsstand ist.

Selbstverständlich

ließ es sich Michael Behring

auch der wissenschaftliche Leiter der

Strukturierten Fortbildung, Herr Professor

Dr. Dr. Anton Sculean nicht neh-

Foto: zkn-arcHiv

men, Worte der Anerkennung an seine

Absolventen zu richten. Er äußerte

hierbei insbesondere seine Zufriedenheit

mit dem Leistungsstand der Absolventen.

Da Herr Professor Dr. Dr. Sculean

aus beruflichen Gründen leider

nicht an der Veranstaltung am 13. März

teilnehmen konnte, ließ er sich von

Herrn Dr. Ralf Rößler vertreten. Auch Dr.

Rößler kam nicht umhin, in seiner Ansprache

den Wissenstand der Absolventen

lobend hervorzuheben. Darüber

hinaus bot er den Teilnehmern an,

Ihnen auch künftig für Fragen zur Verfügung

zu stehen.

Nach erfolgter Zertifikatsübergabe

klangen beide Abschlussfeiern bei einem

gemeinsamen Essen und kollegialen

Gesprächen aus. Hierbei zeigte sich,

dass aus den Teilnehmern im Laufe der

Veranstaltungen eine eingeschworene

Gemeinschaft geworden ist.

Wir gratulieren zum erfolgreichen

Abschluss des 7. Zyklus:

Jennifer Altmann

Dr. Larissa Dehne

Rüdiger Golz

Dr. Sabine Kammandel

Dr. Hikmet Kaya

Annette Killmer

Azadeh Luckhaus

Dr. Alexandra Mannherz

Alexandra Marhenke

Dr. Frank Meinert

Dr. Werner Meyer

Andreas Nabizad

Magdalena osadnik

Dr. Bastian otten

Katja Recke

Dr. Gudrun Strecker

Dr. Annette Vietinghoff-Sereny

Kerstin Walpuski

... und des 8. Zyklus:

Dr. Corinna Conze-Hamadeh

Dr. Bettina Engelke

Dr. Fatemeh Farsian-Kirsch

Dr. Heike Fischer

Dr. Peter Fröling

Gisela Gode-Troch

Dr. Gerhard Kanne

Heike Kloppenburg

Dr. Stephan Krömer

Dr. Jürgen Lemme

Iris Mingram

Dr. Martin Münnighoff

Dr. Tatjana Münnighoff

Andreas Rummler

Simone Schaumann

Von oben: l Die Teilnehmer des 7. Zyklus.

l Die Teilnehmer des 8. Zyklus.

Unten links: l Dr. Ralf Rößler, Dr. Michael Sereny.

Unten rechts: l Mit gutem Beispiel voran:

Frau Gisela Gode-Troch (Vorsitzende der Bezirksstelle

Göttingen) erhielt von Dr. Karl-Heinz

Düvelsdorf ihr Abschlusszertifikat

Dr. Stefan Scheinert

Dr. Peter Schön

Boris Szczepanek

Dr. Patrick Ambrus

Dr. Kirsten Spangenberg

Michael Behring

Abteilungsleiter Aus- und Fortbildung l

368 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 369

Fotos: M. BeHring


BERUFSSTÄNDISCHES

Praxisführung –

Neue Ansprechpartnerin in der ZKN!

Seit Jahren steht der Bereich Praxisführung mehr und mehr im

Brennpunkt des zahnärztlichen Interesses. Der Gesetz- und Verord-

nungsgeber »beglückt« die Praxen mit immer neuen Vorschriften

und Auflagen und die staatlichen Stellen sind mehr und mehr

bemüht, deren Einhaltung penibel zu kontrollieren

So verwundert es nicht, dass

mit zunehmender Regelungs-

und Kontrolldichte auch der

Beratungsbedarf der Zahnärzteschaft

steigt.

Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde

innerhalb der ZKN eine neue Stelle für

den Bereich Praxisführung geschaffen

und mit Frau Daniela Gaekel kompetent

besetzt.

Frau Gaekel ist gelernte Zahnarzthelferin,

ZMF und DH und seit dem Jahr

2002 bei der ZKN beschäftigt. Sie steht

ab sofort allen Praxen für Fragen und

Probleme rund um das Thema Praxisführung

zur Verfügung.

Insbesondere berät sie in den Themenfeldern:

l Hygiene (RKI),

l Praxisbegehungen,

l Röntgen,

l Zahnärztliches Praxismanagementsystem

(Z-PMS) / QM

l und betriebsärztliche und sicherheitstechnische

Betreuung (BuS-

Dienst).

Selbstverständlich arbeitet Frau

Gae kel sehr eng mit dem zuständigen

Dr. Jürgen

Reinstrom

Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Reinstrom

und dem Beauftragten des Vorstandes

der ZKN Herrn PD Dr. Werner

Kullmann, zusammen.

Frau Gaekel ist erreichbar unter:

Telefon: (05 11) 8 33 91-123

Fax: (05 11) 8 33 91-106

e-mail: dgaekel@zkn.de.

Mehr Informationen zum Thema

Praxisführung erhalten Sie auch unter:

www.zkn.de. Dr. Jürgen Reinstrom,

Vorstandsmitglied der ZKN l

Die Mundgesundheit von Menschen

mit Behinderungen Parlamentarischer Abend in Berlin

Daniela Gaekel

Mit Unterstützung der Bundeszahnärztekammer hatten die CDU-Bundestagsabgeordneten

Dr. Rolf Koschorek und Dr. Hans Georg Faust am 21.4.2009 zu einem Abend in die Parlamentarische

Gesellschaft in Berlin eingeladen

Die Möglichkeiten zur Verbesserung

der Zahn- und

Mundgesundheit von

Menschen mit Behinderungen

standen im Mittelpunkt.

Politiker, Krankenkassen, Ärzte

und Zahnärzte sprachen sich dafür aus,

die Behandlung dieser Patientengruppe

gemeinsam verstärkt anzugehen.

obwohl nach der Deutschen Mundgesundheitsstudie

2006 der Mundgesundheitszustand

in Deutschland verbessert

werden konnte, war man sich

einig, dass besonderer Behandlungsbedarf

für Menschen mit Behinderungen

notwendig ist. Frau Dr. Imke Kaschke,

stellvertretende Vorsitzende der AG

Behindertenbehandlung des Berufsverbandes

Deutscher oralchirurgen

und Managerin der Healthy Athletes

der Special olympic Deutschland konnte

in ihrem Vortrag aufzeigen, dass

durch umfassende Präventionspro-

gramme in Behinderteneinrichtungen

ein beachtenswerter Kariesrückgang

und auch ein Anstieg gesunder Gebisse

möglich ist. Das bedeutet jedoch auch,

dass Prophylaxeprogramme über das

18. Lebensjahr hinaus für diese Bevölkerungsgruppe

angeboten und durchgeführt

werden müssen. Und hier tut sich

ein Spagat auf, der vielfach nicht mit

den Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen

zu vereinbaren ist. Höherer

Zeitaufwand, kleine Behandlungsintervalle,

oftmals medikamentöse Vorbehandlung

oder auch Behandlung in

Allgemeinanästhesie sowie ein höherer

Personalaufwand sind Hemmnisse,

da sie außerhalb des heutigen gesetzlichen

Vorgaben liegen. Die Behandlung

von Menschen mit Behinderungen

kann man nicht in das heutige Budget

pressen. Hier müssen die Besonderheiten

der Behandlung und der Patienten

Berücksichtigung finden, die zum Bei-

Foto: zkn-arcHiv

spiel über einen Zuschlag in der Honorierung

und auch eine gemeinsame

ärztlich-zahnärztliche Versorgung,

zum Beispiel in der Allgemeinanästhesie,

außerhalb des Budgets honoriert

werden sollten. Der Vizepräsident der

BZÄK betonte, dass man nur mit der

Politik, den Versicherern, den Ärzten

und Zahnärzten gemeinsam einen

nachhaltigen Einsatz für diese Patientengruppe

erzielen kann. Doch muss

der Gesetzgeber hierfür zunächst die

Grundlagen schaffen. »Ziel bleibt es,

uns nachhaltig und wirkungsvoll für

die Belange von behinderten Patienten

und Menschen mit besonderen Bedürfnissen

einzusetzen. Hierzu bedarf

es weiterer gemeinsamer Schritte von

Standespolitik, Wissenschaft und Politik,«

so Dr. Dietmar oesterreich.

Dr. Jürgen Reinstrom,

Vorstandsmitglied der ZKN l

Foto: d. gaekel

Zehn Jahre BuS-Dienst

Das Arbeitssicherheitsgesetz

schreibt die betriebsärztliche

und sicherheitstechnische

Betreuung der Betriebe

vor. Dieses anfangs für

größere Betriebe geltende Gesetz

wurde durch europäische

Richtlinien auf Klein- und Mittelbetriebe

ausgeweitet und

gilt seit dem 1.9.1998 auch für

alle Zahnarztpraxen mit mindestens

einem Arbeitnehmer. Im Arbeitsschutzgesetz

steht die Forderung, dass

der Arbeitgeber eine Gefährdungsermittlung

durchzuführen hat. Die Gefährdungsbeurteilung

für die Mitarbeiter

der Praxis ist die Voraussetzung

für eine wirksame Verhütung von Arbeitsunfällen

und arbeitsbedingten Erkrankungen.

Die Verantwortung für

die Sicherheit und den Gesundheitsschutz

seiner Beschäftigten bei der Arbeit

trägt der Praxisinhaber. Vor diesem

Hintergrund der spezifischen Vorgaben

einer zahnärztlichen Praxis

wurde nach Möglichkeiten gesucht,

wie die gesetzlichen Anforderungen

für die Zahnärzteschaft am besten zu

erfüllen sind.

Die Bundeszahnärztekammer und

die Berufsgenossenschaft für Gesundheit-

und Wohlfahrtspflege vereinbarten

1998 das sogenannte »Präventionskonzept«.

Es war die Umsetzung der

damaligen berufsgenossenschaftlichen

Verordnungen der »Fachkräfte

für Arbeitssicherheit« und der »Betriebsärzte«

auf die branchenspezifischen

Belange der Zahnarztpraxis. Diese

alternative, bedarfsorientierte Betreuungsform

wurde Ende 2005 durch

die neue BGV A2 als Standardbetreuung

festgeschrieben. Damit übernimmt

der Zahnarzt selbst nach entsprechender

Schulung die Aufgaben

der Fachkraft für Arbeitssicherheit und

des Betriebsmediziners. Die Grundpfeiler

dieses Konzeptes sind:

1. In einem Fortbildungsseminar wird

der Praxisinhaber auf die Wahrnehmung

seiner Aufgaben vorbereitet

2. Zur Unterstützung erhält die Praxis

ein umfangreiches Praxishandbuch

mit Checklisten.

3. Die Zahnärztliche Stelle BuS-Dienst

Münster steht den Praxen zur individuellen

Betreuung und Beratung

zur Verfügung.

Eine sichere Arbeitsumgebung ist

die Grundvoraussetzung für ein sicheres

Arbeiten. Dieses kann jedoch nur

erreicht werden, wenn alle in der Praxis

Beschäftigten hieran mitwirken.

Diese eigenverantwortliche Kontrolle,

die durch eine Betreuung durch eine

externe Sicherheitskraft auf Grund der

meistens nur kurzen Betreuungszeit

kaum möglich ist, wird durch das

Handbuch BuS-Dienst abgedeckt. Das

Praxishandbuch enthält

l alle praxisrelevanten Vorschriften

l viele Checklisten

l notwendige Vorlagen für die Aufklärung

der Mitarbeiter.

Im Rahmen der betriebsärztlichen

Betreuung erhalten die Arbeitnehmer

einen Fragebogen. Dieser personenbezogene

Fragebogen wird vom Betriebsmediziner

in der Zahnärztlichen Stelle

BuS-Dienst ausgewertet und, wenn

notwendig, mit entsprechenden Empfehlungen

an die Mitarbeiter, bzw. die

Vertreter der verschiedenen Kammern

und der BGW auf der Kooperationssitzung 2009

Praxis gesandt. Über die Homepage

des BuS-Dienstes können die aktuellen

gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen

Vorschriften nachgelesen

und auch Videos zur Belehrung der

Mitarbeiter heruntergeladen werden.

Inzwischen existiert dieses erfolgreiche

Modell zehn Jahre, und seit 2004

kooperiert auch die ZKN im »Kleinen

Kammermodell« mit dem BuS-Dienst.

Heute wird die betriebsärztliche

und sicherheitstechnische Betreuung

nach dem Präventionskonzept der

Bundeszahnärztekammer in folgenden

Bundesländern angeboten:

Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen,

Nordrhein, Westfalen-Lippe,

Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg

und Saarland. Hessen nutzt das

BuS-Handbuch und Bayern hat ein

ähnliches Modell Bus-Dienst aufgebaut.

Somit erstreckt sich das Präventionskonzept

von der Nordsee bis zum

Bodensee, bzw. zu den Alpen.

Die Vertragszahnärzte müssen bis

zum 31.12.2010 ein Qualitätsmanagement

nach den Vorgaben des Gemeinsamen

Bundesausschusses (G-BA) eingerichtet

haben. Diejenigen Zahnärzte,

die am »Kleinen Klammermodell« der

Zahnärztekammer Niedersachsen teilnehmen,

haben ein Teilmanagementsystem

zum Beispiel in den Bereichen

Hygiene, Arbeitssicherheit und Röntgen

eingeführt und können dieses

leicht in das Praxismanagementsystem

»Z-PMS Niedersachsen« überführen.

370 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 371

Dr. Jürgen

Reinstrom

Foto: zkn-arcHiv

Foto: zaHnärztekaMMer westFalen-lippe


BERUFSSTÄNDISCHES

Die Zahnärztekammer Niedersachsen

ermöglicht durch eine Verzahnung

von Praxishandbuch der ZKN, BuS-

Dienst-Handbuch und Zahnärztliches

Praxismanagementsystem Z-PMS eine

Dr. Stefan Liepe

Mit QM sollen Patienten

gewonnen werden,

die Effizienz gesteigert

und nicht zuletzt die

gesetzlichen Auflagen

erfüllt werden. Folgerichtig hat sich

auch die Gesundheitspolitik dieses

Wundermittels bemächtigt. Zum

1.1.2004 hat der Gesetzgeber das fünfte

Sozialgesetzbuch geändert. Demnach

sind Vertragszahnärzte verpflichtet,

ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement

einzuführen und weiterzuentwickeln.

Der Gesetzgeber hat nicht

festgelegt, in welcher Form und bis zu

welchem Zeitpunkt ein einrichtungsinternes

Qualitätsmanagement (QM)

eingeführt werden soll. Diese Aufgabe

obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss

(GBA). Die Qualitätsmanagement-Richtlinie

vertragsärztliche

Versorgung des GBA ist zum 1.1.2006 in

Kraft getreten. In ihr werden Grundelemente

und Instrumente des QM konkret

benannt sowie Übergangsfristen

zur Einführung und zum Nachweis eines

internen Qualitätsmanagement

festgelegt. Demnach werden ab 2010

die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen

die richtlinienkonforme Einführung

eines QM-Systems in den Praxen

kontrollieren müssen.

Reduzierung bürokratischer Arbeiten

und ein leichteres Umsetzen gesetzlicher

Vorgaben in der Praxis.

Weitere Informationen zu Schulungskursen

und Fortbildungen im

Daher ist letztlich jede Praxis gezwungen,

sich mit der Thematik früher

oder später auseinanderzusetzen.

Es wird wieder ein bürokratisches

Gebäude mit peinlich genau einzuhaltenden

Formalien gezimmert. Dabei

sind aber die durch die QM-Richtlinie

geforderten Anstrengungen eher als

milde zu bezeichnen. So beschränken

sich die Vorgaben der Richtlinie lediglich

»auf grundlegende Mindestanforderungen«

und lassen einen weiten

Spielraum, »dass Vertragszahnärzte

das Qualitätsmanagement für ihre

Praxis individuell entwickeln können«.

BuS-Dienst erfahren Sie unter der

Homepage www.busdienst.org oder

der Telefonnummer der ZKN (05 11) 8 33

91-123 (Frau Gäkel). Dr. Jürgen Reinstrom,

Vorstandsmitglied der ZKN l

Thema QM

Teil 1: Qualitätsmanagement – Fluch oder Segen?

Foto: dr. s. liepe

Ein Zauberwort geistert durch sämtliche Branchen und hat auch die Zahnmedizin

erreicht: »Qualitätsmanagement«. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht

bunte Angebote über Qualitätsmanagement-(QM-)Systeme in die Praxis

flattern

Das QM-System der ZKN

Qualitätsmanagement ist indes in

den Praxen eigentlich kein Fremdwort.

ohne dass bislang darum ein großes

Aufheben gemacht wurde, laufen in

den Praxen heutzutage schon bewusst

oder unbewusst viele Arbeitsabläufe,

die QM-Modulen entsprechen. Denken

wir nur an die vielfältigen Anforderungen

aus den Hygienebestimmungen,

der Medizinproduktebetreiberverordnung,

der Röntgenverordnung, dem

BUS-Dienst (Betriebsärztliche und Sicherheitstechnische

Beratung) und

vielem anderen mehr. Was bislang

fehlte, war jedoch eine systematische

Zusammenfassung und die Dokumentation

in einem einheitlichen System.

Hierbei sind die Anforderungen in

mancherlei Hinsicht von Bundesland

zu Bundesland unterschiedlich. Aufsichtsbehörden

vertreten hier durchaus

unterschiedliche Ansichten.

Die Körperschaften sind hier gefragt.

Sie sind aufgerufen, der Kollegenschaft

mit Rat und Tat zur Seite zu

stehen. Berufsrechtlich ist das Problem

eher bei den Kammern angesiedelt; als

Kontrollinstanz dient die Kassenzahnärztliche

Vereinigung, zumal die Richtlinie

ja auch nur für den Bereich der gesetzlichen

Krankenversicherung gilt.

So gibt es überall schon Hilfen, Anweisungen,

CD-RoMs oder internetbasierte

QM-Systeme.

Ein einrichtungsspezifisch angelegtes

QM-System ist ein unverzichtbares

Werkzeug eines guten Praxismanagements.

Die Bestimmung eines Praxiszieles,

Mitarbeiterführung mithilfe

von Teambesprechungen, Fehlerma-

S T E L L E N A N Z E I G E

Die Zahnärztekammer Niedersachsen versteht sich als

modernes serviceorientiertes Dienstleistungsunternehmen

der niedersächsischen Zahnärzteschaft.

Eine unserer Kernaufgaben ist in diesem Zusammenhang

die Fortbildung unserer Mitglieder und deren Personal

in der Zahnärztlichen Akademie Niedersachsen

(ZAN).

In diesem Zusammenhang suchen wir zum 1.9.2009 oder

früher einen

Mitarbeiter (m/w)

für unsere Zahnärztliche Akademie Niedersachsen

in Vollzeit.

Das Aufgabengebiet umfasst unter anderem:

n die Referententätigkeit in unseren Fortbildungslehrgängen

und Seminaren,

n Vorbereitung und Betreuung von praktischen Seminarveranstaltungen,

n Administrative Aufgaben,

n Seminarbetreuung.

nagement, Untersuchungen zur Patientenzufriedenheit

und andere grundlegende

Bestandteile des QM können

eine Praxis in Richtung Erfolg führen.

Dabei sehen die Anforderungen in der

individuell geführten Kleinpraxis mit

einem Zahnarzt anders aus als in der

Berufsausübungsgemeinschaft mit

mehreren Kollegen, unterschiedlichen

Fachrichtungen und Schichtdienst. In

solchen Großpraxen kann es durchaus

sinnvoll sein, das QM durch eine Zerti-

Z-PMS: Einfach und selbsterklärend

Unser Anforderungsprofil:

n Abschluss als DH, ZMF oder ZMP

n seriöses und sicheres Auftreten,

n gute Umgangsformen,

n strukturierte Arbeitsweise,

n flexibel und belastbar,

n gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift,

n sicher in der Anwendung von MS­Office.

Das komplexe Aufgabengebiet erfordert darüber hinaus

eine schnelle Auffassungsgabe, hohe Einsatzbereitschaft,

selbstständige Arbeitsweise, Zuverlässigkeit und

Verantwortungsbewusstsein.

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbungsunterlage

mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung.

fizierung nach ISo 9001 auf

ein über das geforderte Maß

weit hinausgehendes Niveau

zu heben.

Die Zahnärztekammer

Niedersachsen (ZKN) versteht

sich von jeher auch als

Ansprechpartner für alle

Fragen zur Praxisführung

und somit auch für Qualitätsmanagement.

Sie bietet

mit »Z-PMS« unter dem Thema

»Qualitätsmanagement

– Von Zahnärzten für Zahnärzte«

ein System an, das

von der bloßen Erfüllung der QM-Richtlinie

bis zum voll ausgebauten Praxismanagementsystem

alle optionen

bietet.

ohnehin muss jeder individuell für

sich entscheiden, wie er sich mit dem

QM beschäftigt. Will er nur mit möglichst

geringem Aufwand die gesetzlichen

Forderungen abarbeiten oder will

er die Chancen für das Vorankommen

der Praxis nutzen?

Wie diese Entscheidung auch ausfällt,

die ZKN unterstützt sie. QM ist

mehr als kleinliche Gängelung. Richtig

Zahnärztekammer Niedersachsen

Frau Julia Meins

Zeißstraße 11a

30519 Hannover

E­Mail: jmeins@zkn.de

Die Zukunft: QM im Internet (Designstudie)

durchgeführt eröffnet es Chancen für

eine optimierung der Praxisführung.

Dieses ist der erste Teil einer Serie

von Beiträgen zum Thema QM:

Teil 1: Einführung: Qualitätsmanagement

– Fluch oder Segen

Teil 2: FAQ: Häufige Fragen zu Z-PMS

Teil 3: Anwenderberichte zu Z-PMS

Teil 4: Die Zukunft: Z-PMS im Internet

Dr. Stefan Liepe l

372 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 373


Wissenschaft

Best of

Kokich =

Best of

Kieferorthopädie

Prof. Vincent G. Kokich bei seinem letzten Vortrag in Europa

Prof. Vincent G. Kokich aus Seattle

hielt zum Abschluss einer

einzigartigen Karriere

seinen letzten Vortrag in Europa,

am 20. – 21.3.2009 im

Alten Rathaus in Hannover.

Best of Kokich! – unter diesem Motto

fand am 20. und 21.3.2009 ganz im

Sinne der Interdisziplinarität im Alten

Rathaus in Hannover ein kieferorthopädisches

Highlight statt, das nicht nur

die rund 200 teilnehmenden Zuhörer

beeindruckte, sondern Hannovers

Image als attraktive, kosmopolitische

Adresse für internationale Top-Referenten

entscheidend akzentuierte.

Groß war der Andrang der Teilnehmer

aus ganz Deutschland – sowohl Zahnärzte,

Chirurgen und Kieferorthopäden,

aber auch Weiterbildungsassis-

Fotos: dr. M. nissen

tenten und Fachkollegen zahlreicher

deutscher Hochschulen nahmen den

langen Weg gerne auf sich. Besonders

erfreute die Veranstalter das große Interesse

der Kieferorthopäden aus Hannover

und Umgebung, die gemeinsam

mit ihren überweisenden Zahnärzten

gekommen waren, um ihre Zusammenarbeit

weiter auszubauen und

neue richtungweisende Qualitätsstandards

zu entwickeln. Bei strahlendem

Wetter bildete das festliche Ambiente

des Rathauses den passenden Rahmen

hierzu. Schließlich ist es einer der großen

Momente, die man als Kieferorthopäde

und in gleicher Weise natürlich

auch als Zahnarzt auf keinen Fall verpassen

sollte: Einen der bekanntesten

Kieferorthopäden weltweit auf dem

Höhepunkt seiner Karriere und auf einem

seiner seltenen Auftritte in Europa

erleben zu dürfen. Besonders beeindruckend

war das didaktische Talent

des Vortragenden, auch komplizierte

und neuartige Inhalte für alle zahnärztlichen

Kollegen anschaulich und

leicht verständlich zu präsentieren.

Prof. Kokich kann nunmehr auf eine

über 20-jährige herausragende Referententätigkeit

mit über 800 Vorträgen

in Nord- und Südamerika, Europa,

Asien, Afrika und Australien zurückblicken.

Er hat zahlreiche Artikel und

Buchkapitel in international renommierten

Fachzeitschriften veröffentlicht.

Neben seiner Lehrtätigkeit an der

University of Washington in Seattle

(USA) betreibt er eine private Praxis in

Tacoma, Washington. Seit 1984 ist er

zudem Mitglied im Interdisciplinary

Study Club mit namhaften Kollegen

wie Frank M. Spear und David P.

Matthews, einem monatlich stattfindenden

Meeting zwischen Spezialisten

sämtlicher zahnmedizinischer Fachbereiche.

Neben seiner wissenschaftlichen

und klinischen Karriere zeichnet sich

Vincent G. Kokich durch eine außergewöhnliche

Lehrtätigkeit aus. Eines seiner

zentralen Anliegen besteht darin,

die Bedeutung der Interdisziplinarität

an seine Kollegen weiterzuvermitteln.

So unterstreicht er deutlich die Notwendigkeit

des monatlichen Meetings

von zahnärztlichen Kollegen verschiedener

Fachrichtungen, um beispielsweise

dem Patienten bei der kieferorthopädischen

Erwachsenbehandlung

in angemessener Weise und unter Berücksichtigung

der zeitgemäßen Qualitätsstandards

gerecht werden zu können.

Der Anteil der erwachsenen Patienten

und damit auch die Anforderungen

an den Behandler sind im Bereich

der Kieferorthopädie stetig gestiegen:

Abrasionserscheinungen, parodontale

Erkrankungen, Parafunktionen und

Traumata stellen Behandlungsprobleme

dar, die der Kieferorthopäde nicht

alleine bewältigen kann.

In seinem zweitägigen Vortrag widmete

sich Prof. Kokich den Themen kieferorthopädischeErwachsenenbehandlung,

Ästhetik, Wurzelresorptionen,

interdisziplinäre Behandlung bei

Zahnnichtanlagen und kieferorthopädische/

interdisziplinäre Beeinflussung

der vertikalen Dimension bei Erwachsenen.

Ist Ästhetik reine

Geschmacks sache?

Bereits bei dem Thema Ästhetik wurde

deutlich, dass Prof. Kokich neue Denkansätze

in einer präzisen und äußerst

logischen Systematisierung entwickelt.

Dabei ging er auf die seiner Ansicht

nach wesentlichen ästhetischen Fakto-

Das feierliche Ambiente im Alten Rathaus in Hannover

ren ein, nämlich Alignement,Mittellinienabweichung

vs. mediolateraler Inklination,Inzisalkantenverlauf,

Kronenbreite und

Kronenlänge, Papillenverlauf

sowie Relation Gingivaoberlippenverlauf.

Anhand

der von Kokich jr. et al. in

verschiedenen Studien ermittelten

Grenzwerte bzgl.

der ersten visuellen bis hin

zur als ästhetisch störend

empfundenen Wahrnehmung

ergaben sich entsprechende

Kriterien für die Behandlungsindikation.

Diese Studien

wurden durch Umfragen von Kieferorthopäden,

Zahnärzten und fachfremden

Personen durchgeführt und es

wurde bestätigt, dass der Schwellenwert

»ästhetisch störend« bei Kieferorthopäden

am niedrigsten ist, dicht gefolgt

von der zahnärztlichen Wahrnehmung.

Der Grenzwert bei fachfremden

Personen, also der Öffentlichkeit, liegt

dagegen generell deutlich höher, was

sicherlich bei der Festlegung des Behandlungsziels

mitberücksichtigt werden

sollte.

Interessierte Teilnehmer bei der persönlichen Fragerunde

Mittellinienabweichung –

was das Auge wahrnimmt

So ist beispielsweise eine Mittellinienverschiebung

der oK-Frontzähne bei

ansonsten symmetrischen Zahnachsen

und gerader Kauebene deutlich

weniger auffällig und damit im höheren

Grenzbereich angesiedelt als eine

Achsabweichung der mittleren Schneidezähne

im Sinne einer mediolateralen

Inklination. Anhand populärer Beispiele

ließ sich diese Studie auf amüsante

Weise verdeutlichen. Für den Kieferorthopäden

und seinen

zahnärztlichen Kollegen bedeutet dies,

dass unter Umständen auch ausgeprägte

Mittellinienverschiebungen

nicht zwingend eine therapeutische

Korrektur erfordern. Bei der Korrektur

einer Achsabweichung hingegen verdeutlichte

Prof. Kokich die Konsequenz

des angulierten Braquetklebens unter

Berücksichtigung des Verlaufs der

Zahnlängsachse – auch bei resultierendem

schrägen Verlauf zur Inzisalkante.

Für den prothetisch behandelnden Kollegen

bedeutet dies, dass hier eine einzelne

Veneerplanung zumeist nicht

möglich ist und eine achsengerechte

Präparation oftmals nur unter Einbeziehung

der Nachbarzähne zu erreichen

ist. Prof. Kokich betonte hierbei

die ästhetisch richtige Erfassung der

Zahnlängsachse aus der »en face«-Perspektive

und nicht nur aus der »Zahnarztposition«.

Gleiches gilt es bei einer

Lückenöffnung im Frontzahnbereich

zu beachten.

374 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 375


WISSENSCHAF T

Ästhetische Versorgung

hypoplastischer Zähne

Besonderes Interesse weckte bei den

Teilnehmern auch die Versorgung hypoplastischer

seitlicher oK-Schneidezähne:

Zunächst ist es wichtig, ausreichend

Platz für einen späteren konservierenden

bzw. restaurativen Aufbau

zu schaffen, wobei bei Überkorrektur

immer die Möglichkeit eines kieferorthopädischen

Lückenschlusses besteht.

Im Falle einer Veneerversorgung empfahl

Prof. Kokich ein möglichst linguales

Inset des Zahnes, das eine Schmelzpräparation

verhindert. Weiterhin

empfahl er bei der Planung, immer den

endgültigen Gingivaverlauf zu berücksichtigen.

Harmonisierung des Inzisalkantenverlaufs

– immer mit Rücksicht

auf das Weichgewebe und

die Zahnkronenlänge

Zahnkronenlängendiskrepanzen, die

schon bei kleinen Schwellenwerten ästhetisch

auffallen, sollten immer im

Zusammenhang mit dem jeweiligen

Verlauf der marginalen Gingiva und

der Schmelz-Zement-Grenze betrachtet

werden. Als diagnostische Richtlinien

gelten neben der Lachlinie die Sulkustiefe,

das Längen-Breiten-Verhält-

Prof. Vincent G. Kokich und Dr. Jan V. Raiman: Ein eingespieltes Team

nis der Zahnkrone und der Abrasionsgrad,

um die Entscheidung zu treffen,

ob eine chirurgische Kronenverlängerung

oder eine kieferorthopädische Extrusion/Intrusion

die geeignete Therapiemaßnahme

darstellen. Hier wurde

deutlich, dass bei der kieferorthopädischen

Behandlung erwachsener Patienten

die Schmelz-Zement-Grenzen in

Abhängigkeit von der Lachlinie zueinander

»alignt« werden. Eine Zusammenarbeit

mit dem Parodontologen ist

dabei unerlässlich. Den Zuhörern wurden

spektakuläre Fälle gezeigt, wobei

deutlich wurde, dass in Kombination

mit einer chirurgischen Kronenverlängerung

selbst Intrusionen von bis zu

5 mm möglich sind!

Sind schwarze Dreiecke nach

kieferorthopädischer Erwachsenenbehandlung

zu vermeiden?

Einen harmonischen Papillenverlauf

beschrieb der Vortragende mit einer

vertikalen Normrelation von 50 Prozent

zu 50 Prozent zwischen Papille

und Zahnkontakt und erläuterte ausführlich

die Checkliste, die das Papillen/Zahnkontakt-Verhältnis,

die Wurzelangulation,

die Kronenform und die

Zahngröße berücksichtigen muss, um

die Therapieentscheidung des Kronen-

Fotos: dr. M. nissen

aufbaus vs. approximale Schmelzreduktion

zu ermöglichen. Besonders interessant

für die Zuhörer war die Tatsache,

dass die Papille bei verschachtelten

Frontzahnengständen bei

korrektem angulierten Kleben »mitwanderte«

und schwarze Dreiecke

nicht zu befürchten sind. Bei starken

gingivalen Problemen empfahl Prof.

Kokich allerdings eine Extrusion des

Zahnes und somit eine Elongation des

Zahnhalteapparates mitsamt Gingiva

und resultierender Wurzelverkürzung,

um ein adäquates Weichgewebeprofil

zu erhalten.

»Facts« zur Wurzelresorption

Einen zentralen Bestandteil des Vortrags

machten auch die von ihm so bezeichneten

»news« zur Wurzelresorption

aus: Bei nahezu 100 Prozent der Patienten

ist bei einer kieferorthopädischen

Behandlung mit einer Wurzelresorption

zu rechnen, wobei es immer

zu einer Hyalinisierung des Parodotalligamentes

kommt. Laterale Resorptionen

sind im Röntgenbild allerdings

nicht zu sehen, weil bereits nach zwei

Monaten eine weitgehende Reparatur

durch neues Zement erfolgt ist! Dies

gilt natürlich nicht im Apexbereich des

nicht regenerierbaren Dentins, womit

apikale Resorptionen deutlich erkennbar

bleiben.

Prof. Kokich zitierte weiterhin Studien,

aus denen hervorging, dass bei Verdoppelung

der sonst üblichen kieferorthopädischen

Kräfte keine signifikanten

Unterschiede in der Zahnbewegung

und Resorption resultieren, dass

selbst bei einer Vervierfachung der

Kraft keine signifikanten Resorptionsunterschiede,

aber eine doppelt so

schnelle Zahnbewegung erfolgt. Den

Kollegen wurde deutlich, dass kontinuierliche

Kräfte schwerere Wurzelresorptionen

erzeugen als intermittierende,

die eher einen reaktiven Knochenumbau

ermöglichen. Prof. Kokich

hob des weiteren hervor, dass selbstlegierende

Braquetsysteme hinsichtlich

ihrer Wirkungsweise bei allen bestehenden

Vorteilen nicht unkritisch betrachtet

werden sollten. Sicherlich unumstritten

war die Tatsache, dass der

Prof. Kokich im Kreis der Tagungsteilnehmer

Betrag der Wurzelbewegung in Korrelation

zur Wurzelresorption steht und

diese bei Beendigung der Zahnbewegung

persistiert, womit sich die Frage

ergab, ob eine zum Beispiel sechsmonatige

Behandlungspause zur Regeneration

beiträgt.

Innovative Behandlungsstrategien

bei Zahnnichtanlagen – Interdisziplinarität

ist hier ein Muss!

Im nächsten Abschnitt seines Vortrags

widmete sich Prof. Kokich der interdisziplinären

Versorgung bei nichtangelegten

oberen seitlichen Schneidezähnen

und unteren zweiten Prämolaren.

Anhand von Fallbeispielen empfahl er

bei jungen, nicht ausgewachsenen Patienten

mit stark resorbierten oberen

seitlichen Schneidezähnen die kieferorthopädische

Einordnung und möglichst

lange Retention beispielsweise

mit einem Splint oder einer Kunststoffbrücke.

Dies ermöglicht einen optimalen

Knochen- und marginalen Gingivaverlauf

für eine spätere Implantation.

Hierbei wurde die notwendige Zusammenarbeit

von Chirurgen, Kieferorthopäden

und prothetisch tätigen Kollegen

erneut deutlich.

Wichtig ist in diesem Falle eine ausreichende

Platzschaffung sowohl im

Bereich der Kronen als auch im Wurzelbereich,

was in der Ära der Marylandbrücken

noch nicht ausreichend beachtet

wurde und ein kieferorthopädisches

Umdenken erfordert.

Der Vortragende betonte, dass bei

Zahnnichtanlagen von oberen Schnei-

dezähnen und einer Distalisierung der

Eckzähne zur Platzschaffung durch das

»Auseinanderziehen« des Parodontalligamentes

Knochen erzeugt wird, gemäß

dem Prinzip »The socket moves

through the bone«. Langzeitstudien

zufolge ist mit weniger als ein Prozent

Knochenresorption zu rechnen, woraus

ein adäquater Verlauf der marginalen

Gingiva resultiert. Anders verhält

es sich mit einem traumatischen

Frontzahnverlust mit Beschädigung

der bukkalen Knochenlamelle, wo mit

großen Resorptionsraten zu rechnen

ist.

Wiederholt betonte Prof. Kokich die

Notwendigkeit einer ausreichenden

Platzschaffung, um zu vermeiden, dass

aus einer zu groß konturierten Restauration

eine zu kurze Papille resultiert.

Interessant für die Teilnehmer war sicherlich,

dass bei einer Eckzahndistalisierung

die Papille immer beim mittleren

Schneidezahn, also dem unbewegten

Zahn »verbleibt« und dass ein Shaping

im Lückenbereich kontraindiziert

ist, da es einen guten Papilleneffekt

verhindert! Prof. Kokich verdeutlichte

zudem, dass bei der Längenbestimmung

des zu ersetzenden Zahnes immer

die Sulkustiefe, die Schmelz-Zement-Grenze

und der Verlauf der marginalen

Gingiva berücksichtigt werden

müssen und der Abstand von Implantatkopf

und marginaler Gingiva 3 mm

beträgt. Als geeigneten Implantationszeitpunkt

nannte Prof. Kokich das Persistieren

des mandibulären Wachstums,

denn bis zu diesem Zeitpunkt

eruptieren die Zähne. Als Messwert

dient der Vergleich der vorderen und

hinteren Gesichtshöhe im FRS; wenn

nach einem Jahr hierbei keine Veränderung

festzustellen ist, ist auch kein

Wachstum mehr zu erwarten.

Spannend waren auch die Behandlungsmethoden

bei nichtangelegten

unteren zweiten Prämolaren: Prof. Kokich

empfahl einen möglichst langen

Zahnerhalt des Milchzahnvorläufers

nach entsprechender approximaler Reduktion

und Kunststoffaufbau zur

Zahnbreite eines bleibenden Prämolaren.

Dies gilt nicht für ankylosierte

Milchzähne, die man nur nach röntgenologischer

Beurteilung des Knochenverlaufes

sicher diagnostizieren kann.

Hier erfolgt bei geplanter KFo-Behandlung

zunächst die schonende osteotomiefreie

Entfernung des Zahnes, der

sich die Distalisierung des ersten bleibenden

Prämolaren zum Sechsjahrmolaren

anschließt, gemäß dem Prinzip

»The socket moves through the bone«.

Es entsteht ein hervorragendes Knochenangebot

regio 34/44 zur späteren

Implantation.

Ein neues Topic: Die Veränderung

der vertikalen Dimension

Bei seinem letzten Thema widmete

sich Prof. Kokich dem Thema der Beeinflussungsmöglichkeiten

der vertikalen

Dimension bei Erwachsenen mit Tiefbiss,

ein bisher neues Topic bei seinen

Vortragsreihen in Europa. Anhand von

verschiedenen Patientenfällen wurde

deutlich, dass die Bissöffnung je nach

376 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 377


Besser, dafür günstiger.

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klinischer Situation jeweils auf unterschiedliche

Weise erfolgte. Es gilt immer,

auf die von den Patienten angegebenen

Beschwerden zu achten: Beispielsweise

werden Zähne als nicht genügend

sichtbar beschrieben oder es

besteht der Patientenwunsch, die UK-

Frontzähne zu »verlängern«; in einem

anderen Fall störten hingegen die

sichtbaren Zahnhälse im oberkiefer.

Diese Patientenwünsche korrelieren

natürlich nicht immer mit dem zugrunde

liegenden Tiefbiss und müssen

gesondert berücksichtigt werden. Der

Vortragende präsentierte eine diagnostische

Checkliste zur Therapieentscheidung:

Parameter sind hier neben

der Lachlinie die funktionelle/ästhetische

Kauebene, das Verhältnis von UK-

und oK-Schneidezähnen zur Kauebene

und das Gesichtshöhenverhältnis, das

sich bei Erwachsenen nur noch chirurgisch

beeinflussen lässt. Bei einigen Patienten

liegt die Schuld nur in der Stellung

der Inzisivi, bei anderen wiederum

in einer Kombination skelettaler

und dentaler Komponenten und erfordert

daher eine kieferchirurgisch-kieferorthopädische

Behandlung.

Für viel Diskussionsbedarf sorgte

Prof. Kokichs Lehrmeinung, dass eine

posteriore chirurgische Bissöffnung

der Mandibula aufgrund der funktionellen

Muskelschlinge instabil ist und

eine anteriore chirurgische Bissöffnung

durch Kaudalrotation des Unterkiefers

im Kieferwinkelbereich ohne

Beeinflussung der 6er Position zu favorisieren

ist. Die Behandlungsstrategien

sollten jeweils eingebettet sein in das

adäquate Management bei bestehendem

Parodontalstatus: Bei starkem horizontalem

Knochenabbau mit Tiefbiss

verbietet sich eine Frontzahnintrusion,

daher werden die Zähne inzisal gekürzt,

um bei harmonischem Breiten-

Längenverhältnis eine Reduktion des

tiefen Bisses zu erzielen.

Wissensinput für das

zahnärztliche Team

Man könnte meinen, dass bei einem

derart beeindruckenden Format an

Wissensvermittlung die Teilnehmer

am Abend des ersten Vortragstages

weitere Aktivitäten eher gescheut hätten.

Aber im Gegenteil: Zunächst konnten

sich die zahlreich erschienen Gäste

in der HLX-Brauerei am Aegi bei einer

Brauereiführung in die Kunst der Bierherstellung

einführen lassen, um sich

dann im weiteren Verlauf bei einem

Glas Bier und entspannter Vesperatmosphäre

über die Neuigkeiten des Tages

auszutauschen. Die Wissensbereicherung

mit innovativen Behandlungsstrategien

verfolgte schließlich

das Ziel, die Teilnehmer als Kollegen

kommen und als Team gehen zu lassen.

Ein Dank gilt auch dem organisationsteam

IoS Hannover unter der Leitung

von Dr. Jan V. Raiman für die Realisierung

dieser wichtigen Veranstaltung.

Zum wiederholten Mal fanden

internationale Veranstaltungen mit

Prof. Kokich unter der Schirmherrschaft

von IoS statt, gemeinsame Aktionen

gab es unter anderem schon in

Frankfurt, Potsdam, Prag und Warschau.

Hannover war allerdings zum

ersten Mal Veranstaltungsort und hier

hat das Publikum eindrucksvoll bewiesen,

dass es weiteren Vorträgen im Sinne

der biosystemischen Zahnmedizin

interessiert und aufgeschlossen gegenübersteht.

Kurzum: Die Veranstaltung von Prof.

Kokich ist als rundum gelungen zu bezeichnen.

Der einzige Wermutstropfen

bestand darin, dass dies sein letzter

Vortag in Deutschland war, doch hat

sich Prof. Kokich dazu entschlossen, die

internationale Referententätigkeit auf

dem Höhepunkt zu beenden und seine

Aktivitäten heimatnah fortzuführen.

Dass er sich noch immer auf dem Höhepunkt

seiner Karriere befindet, hat

Prof. Kokich in Hannover auf beeindruckende

Weise bewiesen.

Nun, wer weiß? Es gibt die berechtigte

Hoffnung, dass sein Sohn Vincent

o. Kokich, der ganz in den Fußstapfen

seines Vaters wandelt, uns in Hannover

besucht. Schon in jungen Jahren hat

Vincent o. Kokich ein beachtliches ouevre

hinsichtlich interdisziplinärer Behandlungskonzepte

und Esthetic Dentistry

aufzuweisen, auf das man nur

neugierig sein kann! Dr. Mirjam Nissen l

Z K N - W I S S E N S C H A F T S P R E I S 2 0 1 0

Unter der Schirmherrschaft der Zahnärztekammer

Niedersachsen (ZKN)

wird im Zusammenhang mit dem Winterfortbildungskongress

der ZKN in

Braunlage ein Wissenschaftspreis ausgeschrieben.

Das Thema der Ausschreibung

orientiert sich an den jeweiligen

Tagungsschwerpunkten der alljährlichen

Veranstaltung. Die Tagung im

Jahre 2010 findet unter dem Motto:

»Zahnmedizin im Spannungsfeld

zwischen Zahnerhalt und Zahnersatz

– Neues aus der Parodontologie und

Implantologie« statt.

Somit sind die Themenschwerpunkte der Ausschreibung für das

Jahr 2010:

1. Parodontologie

2. Implantologie

Die Gesamtdotierung beträgt 2000,– Euro sowie eine Einladung

zum Kongress in Braunlage vom 27. – 30.1.2010 mit Kostenerstattung

der Reise- und Übernachtungskosten. Die Preisträgerin/der

Preisträger hält auf der Tagung einen Kurzvortrag zu der

prämierten Arbeit.

Der Preis wird für herausragende Arbeiten zur Forschung oder

Umsetzung der genannten Themen in der Praxis verliehen.

Die Preisverleihung findet auf der nächsten Winterfortbildungstagung

in Braunlage am 27. – 30.1.2010 statt.

Teilnahmebedingungen

I. Bewerber

An der Ausschreibung können angehende und approbierte Ärzte

und Zahnärzte (Einzelpersonen oder Arbeitsgruppen) teilnehmen

– unabhängig davon, ob sie in der universitären Forschung, in der

Praxis oder im öffentlichen Gesundheitswesen tätig sind. Ferner

sind junge Wissenschaftler sowie Arbeitsgruppen aus anderen

naturwissenschaftlichen Fakultäten willkommen.

Jeder Bewerber kann sich nur einmal pro Ausschreibungszeitraum

bewerben. Eine gleichzeitige Beteiligung mit der gleichen

Arbeit an einer anderen Ausschreibung ist nicht zulässig.

Die Initiatoren begrüßen ausdrücklich die Bewerbung von

Nachwuchswissenschaftlern. Es werden deshalb auch Zusammenfassungen

von Dissertationen anerkannt.

Insbesondere Autoren oder Arbeiten, die einen Bezug zum

Bundesland Niedersachsen erkennen lassen, sind aufgefordert an

der Ausschreibung teilzunehmen.

II. Form der Bewerbung

Der Text der Arbeiten (incl. Zusammenfassung) sollte in der Regel

den Umfang von 5 DIN A4-Seiten nicht überschreiten (plus Literaturverzeichnis,

Legenden, Abbildungen, Tabellen etc.).

Foto: istock / Blackred

A U S S C H R E I B U N G

Arbeiten werden sowohl in Deutsch

als auch in Englisch akzeptiert.

Manuskripte dürfen vor Ende des

Ausschreibungszeitraums zwar zur

Publikation eingereicht, jedoch noch

nicht veröffentlicht worden sein.

Die Arbeiten sind anonym – mit einem

Kennwort versehen – zusammen

mit einem verschlossenen Umschlag

einzureichen. In dem Umschlag, der

mit dem Kennwort beschriftet ist, sollen

der Name und die Adresse des Autors/der

Autorengruppe angegeben

werden.

Das Kuvert soll eine schriftliche Erklärung

enthalten, dass der Bewerber die Bedingungen für die Vergabe

des Preises anerkennt.

Die Arbeiten sind in drei Exemplaren einzureichen.

Die Bewerbungsunterlagen können nicht zurückgesandt

werden.

III. Bewertung/Jury

Die Bewertung und Verteilung der Preise erfolgt durch eine unabhängige

Jury aus mehreren Wissenschaftlern.

IV. Adresse für Bewerbungen

Die Arbeiten sind an folgende Adresse zu senden:

Zahnärztekammer Niedersachsen

– Herr Zboron –

Zeißstr. 11 a

30519 Hannover

V. Einsendeschluss

1.10.2009

VI. Teilung/Nichtvergabe

Die Teilung des Preises bei gleichwertigen Arbeiten sowie die

Nicht-Vergabe, wenn keine der Arbeiten preiswürdig erscheint,

sind möglich.

VII. Ausschluss von der Bewerbung

Verstößt ein Bewerber bei der Einreichung einer Arbeit gegen eine

oder mehrere der genannten Richtlinien, so scheidet er aus der Bewerbung

aus.

VIII. Entscheidung

Alle Bewerber werden schriftlich benachrichtigt. Die Entscheidung

der Jury ist endgültig und erfolgt unter Ausschluss des

Rechtsweges. Mit der Einreichung der Arbeit erkennt der Bewerber

diese Bedingungen an.

IX. Weitere Informationen

www.ZKN.de

6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 379


dies & das

Krisengewinner

Ministerpräsident Christian Wulff,

der heimliche »Wirtschafts- und

Autokanzler«

Auch in der Krise gibt

es Gewinner. Die

Verbraucher gehören

dazu, die von geringen

Inflationsraten und einem

für viele Branchen ruinösen

Wettbewerb profitieren

und daher unbeeindruckt

vom Krisengerede

konsumieren, was das

Christian Wulff Zeug hält. Hochkonjunktur

haben naturgemäß auch die professionellen

Schwarzmaler, die mit der

Wirtschaftskrise gleichsam das Ende

der uns bekannten Welt prognostizieren

(»Es wird nichts mehr so sein, wie es

mal war«). Politisch gehört zu diesen

Gewinnern aber ganz sicher Ministerpräsident

Christian Wulff, von der

Wirtschaftswoche gerade zum »Schattenmann«

und »heimlichen Wirtschafts-

und Autokanzler« stilisiert.

Ihm ist es gelungen, durch ein hohes

Maß an Beharrlichkeit und einen bemerkenswerten

Mangel an der andernorts

gewohnten Gier nach Mehr

die großen Unternehmen und auch seine

Landesbank in der hereingebrochenen

Finanzkrise in einer vergleichsweise

stabilen Lage zu präsentieren.

Dass mittlerweile nicht mehr Porsche

VW schlucken kann oder Schaeffler

die Conti, ist natürlich auch und besonders

der Krise zu verdanken, die den

Appetit dieser kleinen Unternehmen

auf die Großen in Niedersachsen abgewürgt

hat. Dennoch ist es kein Zufall,

dass VW viel besser dasteht als andere

Automobilkonzerne. Wulff hat gegenüber

der fortschreitenden Arroganz

der Porsches nicht klein beigegeben.

Und er hat auch seinen Anteil daran,

dass die Nord/LB keine solche Pleite-

Landesbank geworden ist wie die übrigen

Landesbanken. Nahezu alle anderen

Ministerpräsidenten der Union in

den westdeutschen Ländern haben

derzeit hohe Lasten im Zusammenhang

mit ihren Landesbanken zu schultern

– ob in Schleswig-Holstein und

Foto: zkn-arcHiv

Hamburg die HSH, ob in Nordrhein-

Westfalen die WestLB oder in Bayern

die Bayerische Landesbank. In Düsseldorf

wird zudem unter opel gelitten,

in Baden-Württemberg unter Daimler,

und womöglich geht dem Ländle jetzt

auch noch Porsche an Wolfsburg verloren.

In der Debatte um die Steuerschätzung

wird zudem deutlich, dass Niedersachsen

durch hohe Konsolidierungsanstrengungen

in der Vergangenheit

gegenüber anderen Ländern

in der Ausgabenbilanz gut dasteht; der

erste Haushalt ohne neue Schulden

stand kurz bevor. Angesichts der hohen

Verluste bei den Steuereinnahmen, die

auch Niedersachsen mit unverminderter

Wucht treffen, ist das zwar ein

schwacher Trost, aber er erleichtert ein

wenig den Blick nach vorn.

Für Ministerpräsident Wulff ist das

kluge Agieren in der Wirtschafts- und

Finanzpolitik im Reigen seiner Amtskollegen

allerdings nur ein Grund zu

stiller Freude. Dort sieht man es nicht

gern, dass sich einer bislang unbemerkt

von allzu großer Öffentlichkeit

auf die Spitze der Länder zubewegt, der

zudem die Bescheidenheit als Teil seiner

Strategie kultiviert. Auch Kanzlerin

und Parteichefin Angela Merkel ist

nicht gerade bekannt dafür, dass sie

Spitzenleute neben sich duldet; eher

schart sie das Mittelmaß um sich herum.

Wer in seiner Begeisterung für

Wulff den niedersächsischen Ministerpräsidenten

bereits als Wirtschaftsfachmann

oder gar als Superminister

für Wirtschaft und Finanzen im Bundeskabinett

sieht, verkennt die Eifersüchteleien

seiner Amtskollegen in den

Ländern ebenso wie die innerhalb der

Berliner Parteiszene um die Kanzlerin.

Dass sich jetzt der politisch angeschlagene

und daher ungefährliche Roland

Koch als Wirtschaftsexperte der Partei

etablieren soll, ist Beleg genug dafür.

Sollte Wulff einmal eine solche Ehre zuteil

werden, müsste ihn das eher nachdenklich

stimmen. Anne Zick,

rundblick, 18.5.2009

»Keine Baby-Experimente für

die Gier nach Einschaltquote!«

Ärztekammer Niedersachsen schockiert

über die geplante RTL-Serie

»Erwachsen auf Probe«

Der Kinderarzt und Vizepräsident

der Ärztekammer Niedersachsen,

Dr. med. Gisbert Voigt, fordert

den Privatsender RTL mit Nachdruck

dazu auf, die geplante Dokusoap

»Erwachsen auf Probe« fallen zu lassen.

In der achtteiligen Serie, die am 3.6.

starten soll, werden Säuglinge und

Kleinkinder von ihren Eltern getrennt

und für rund vier Tage in die »obhut«

von Teenagern gegeben. Dr. Voigt:

»Diese Sendung gefährdet das Wohl

der Säuglinge und Kleinkinder! In den

beiden ersten Lebensjahren sind Kleinkinder

in einer äußerst sensiblen Phase.

Sie brauchen die Nähe und Fürsorge ihrer

Eltern – deren Stimmen, deren Gerüche,

deren Berührungen. Wenn sie

für vier Tage aus dieser sehr bedeutenden

Beziehung gerissen werden, birgt

das große Risiken für die seelische Entwicklung.

Ich appelliere deshalb an den

Privatsender RTL, verantwortungsvoll

zu handeln dieses Sendeformat sofort

einzustellen. Eine Gefährdung des Kindeswohls

nur zugunsten der Einschaltquote

darf es nicht geben!« Die Ärztekammer

Niedersachsen schließt sich

mit dieser Forderung ausdrücklich den

Aufrufen des Deutschen Kinderschutzbundes

(DKSB) sowie der Bundespsychotherapeutenkammer

(BPtK) an.

Kontakt: Rolf Heyde, Pressesprecher

der Ärztekammer Niedersachsen

Telefon: (05 11) 3 80 22 21, E-Mail: rolf.

heyde@aekn.de

Presse-Information Ärztliche Pressestelle der

Ärztekammer Niedersachsen, 13.5.2009

Halitosis

DGZMK-Präsident Hoffmann regt

Interdisziplinären Arbeitskreis an

Einen interdisziplinären Arbeitskreis

gemeinsam mit der Medizin

und der Grundlagenforschung zur

Bekämpfung der Halitosis (Mundgeruch)

regt der Präsident der Deutschen

Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

(DGZMK), Prof. Dr. Thomas

Hoffmann (Uni Dresden), an. Hoffmann

war bei einem Symposium »Halitosis

– current status and perspectives«

auf der BREATH 2009 am 27. und

28.4.2009 in Dortmund zu Gast und

vertiefte dort entsprechende Kontakte.

»Eine synergetische Einbindung der

Medizin gemeinsam mit den Fachgruppierungen

der Zahnmedizin und

den technologisch-diagnostischen Bereichen

zu diesem Thema wäre wissenschaftlich

empfehlenswert«, so der

DGZMK-Präsident. Gleichzeitig entspreche

eine solche Initiative einem

weiteren Schritt voran auf dem von der

DGZMK konsequent beschrittenen

Weg der Kooperation mit der Medizin

und der Integration der Zahnmedizin

in die Medizin.

Kontakt:

DGZMK

Deutsche Gesellschaft für Zahn-,

Mund- und Kieferheilkunde

Markus Brakel

Liesegangstraße 17a

40211 Düsseldorf

Telefon: (02 11) 7183 601

Fax: (02 11) 7 18 35 82

E-Mail: Markus.Brakel@ish.de

Pressemitteilung DGZMK, 12. Mai 2009

Verfassungsschutzbericht

für 2008

Politisch motivierte Kriminalität

massiv gestiegen

Einen Anstieg um 32 Prozent auf

3725 politisch motivierte Straftaten

in Niedersachsen meldet der

Verfassungsschutzbericht 2008. Das

liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt

(+11,4 Prozent) und ist nach Angaben

von Innenminister Uwe Schünemann

vor allem in Zuwächsen bei linksextremistischer

(+26 Prozent) und Ausländerkriminalität

begründet, die sich

nahezu verfünffacht hat. Schünemann

sieht die größte Bedrohung der Inneren

Sicherheit weiterhin im islamistischen

Extremismus, der in Niedersachsen

3180 Anhänger hat. Es gebe zwar keine

Hinweise auf konkrete Anschlagspläne,

dennoch seien etliche Drohvideos im

Umlauf, und der Verfassungsschutz

wisse von Rekrutierungen für terroristische

Aktivitäten in der Region Braunschweig

und von einem hohen Gefahrenpotenzial

durch Rückkehrer aus islamistischen

Ausbildungslagern. Dort

ist das von Schünemann als besonders

gefährlich eingestufte »Salafistische

Netzwerk« aktiv. So gelte das Islamische

Bildungs- und Kulturzentrum als

Magnet für Islamisten. Die Islamschule

Braunschweig mache von sich reden

als Verfechterin der Scharia in ihrer orthodoxen

Form, die die Enthauptung

von Abtrünnigen vom Islam als zulässig

darstellt. Die dort stattfindenden

Seminare, Vorträge sowie die Ausbildung

von Predigern des salafistischen

Islam werden als besonders bedrohlich

bewertet. Videos von Hasspredigten

liegen dem Verfassungsschutz vor.

Beim Rechtsextremismus im Niedersachsen

will der Innenminister

trotz einer Stagnation der Zahl der

Straftaten (1789) auf hohem Niveau

und dem vom oVG Lüneburg bestätigten

Verbot einer Großdemonstration

der Rechtsextremisten am 1. Mai in

Hannover keine Entwarnung geben. Es

sei zu befürchten, dass sich rechte

Gruppen zum 1. Mai »spontan« einen

anderen ort für ihre Aktivitäten suchen

werden. 2008 gab es 111 rechtsextremistische

Gewaltdelikte, darunter

103 Körperverletzungen, die zu 42 Prozent

unter Alkoholeinfluss verübt wurden.

Die Zahl der gewaltbereiten

Rechtsextremisten ist gegenüber 2007

leicht (von 900 auf 870) zurückgegangen.

Sorgen machen dem Verfassungsschutz

weiterhin die Kameradschaften

und die Autonomen Nationalisten, die

zwar keine hohen Mitgliedszahlen haben,

aber sich häufig zu Aktionen zusammentun

und allesamt »Spaß an

Gewalt« haben, wie Schünemann es

ausdrückte. Insgesamt wird von 2780

Rechtsextremisten in Niedersachsen

ausgegangen. Mit 1160 deutlich niedriger

liegt das Mitgliederpotenzial bei

den Linksextremisten; die Partei die

Linke und ihre Mitglieder, die weiterhin

vom Verfassungsschutz beobachtet

werden, sind darin nicht enthalten. Der

hohe Anstieg der Straftaten in diesem

Bereich geht vorwiegend auf das Konto

der »Autonomen«, die sich unter anderem

mit Rechtsradikalen, aber auch

mit der Polizei immer wieder gewalttätige

Auseinandersetzungen liefern. 101

Gewaltdelikte wurden 2008 gezählt.

Immer deutlicher wird bei der Beobachtung

von Links- und Rechtsextremisten

deren optische Annäherung im

öffentlichen Auftreten – schwarzer

Block, massive Verwendung von Anglizismen,

sozial/nationalrevolutionäre

orientierung – sowie bei den Feindbildern

Kapitalismus, Imperialismus, Globalisierung

etc.

Der Verfassungsschutz hat eine

»Niedersächsische Extremismuspräventions-

und Informationsstelle«

(NEIS) eingerichtet, die Ansprechpartner

für alle Fragen zum Extremismus

sein soll. Sie will aufklären, informieren,

fortbilden und beraten. Unter anderem

soll für Grundschüler eine

»Grundrechtefibel herausgegeben

werden und für Jugendliche Anti-Extremismus-Comics.

Schließlich soll es einen

Bürgerpreis für Initiativen pro Demokratie

und gegen Extremismus geben.

NEIS ist unter (05 11) 6 70 92 17 erreichbar.

rundblick, 30.4.2009

Presse-Information

Ein Arzt für unterwegs

Arzt-Auskunft nennt

DocStop-Ärzte

Auf Achse einen Arzt zu finden,

kann schwer sein. Der Verein

»DocStop für Europäer« will in

Kooperation mit Ärzten die medizinische

Versorgung von Berufskraftfahrern

verbessern. Bei der Arzt-Auskunft

der Stiftung Gesundheit können Trucker

nun DocStop-Ärzte ausfindig machen.

Die über 250 in Deutschland teilnehmenden

Ärzte sind online unter www.

arzt-auskunft.de oder telefonisch über

die kostenfreie Rufnummer (08 00) 7

39 00 99 zu erfragen. Auch über die

DocStop-Hotline unter (0 18 05) 11 20 24

können Trucker sich nach dem nächstliegenden

Partnerarzt erkundigen.

380 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 381


DIES & DA S

Alle kooperierenden Ärzte haben ihre

Praxis in der Nähe einer Autobahnabfahrt.

Das Ziel der DocStop-Initiative

ist es, entlang der europäischen Autobahnen

ein Netz von kooperierenden

Ärzten aufzubauen. Die Initiative (im

Internet unter www.docstoponline.eu)

wurde 2007 von Polizeihauptkommissar

a. D. Rainer Bernickel unter der

Schirmherrschaft des Europaparlamentariers

Dr. Dieter L. Koch als europäisches

Pilotprojekt ins Leben gerufen.

Die Arzt-Auskunft der gemeinnützigen

Stiftung Gesundheit verzeichnet

alle Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen

Psychotherapeuten Deutschlands

mit über 1000 Diagnose- und

Therapieschwerpunkten. Der unabhängige

und werbefreie Service ist online

bei den wesentlichen Gesundheits-Portalen

wie NetDoktor.de, onmeda.de

oder GesundheitPro.de (Apotheken

Umschau) sowie auf den

Websites vieler Versicherten eingebunden

– seit Kurzem auch bei Google

Maps. Presse-Information

Stiftung Gesundheit, 28.4.2009

Die Kinder schützen!

Verschläft das Land die Präventionsarbeit

mit Pädophilen?

Jeden Tag werden bundesweit etwa

55 Fälle von Kindesmissbrauch angezeigt,

die Dunkelziffer nicht mitgerechnet.

0,23 bis 0,73 Prozent der männlichen

Bevölkerung, das sind rund

220.000 Männer, gelten als pädophil.

Die massenhafte Herstellung und Verbreitung

harter, brutaler Kinderpornographie

verweist auf die Quantität der

Gefahr für Kinder.

Ein Teil der Pädophilen ist dissozial

mit einer empathielosen Persönlichkeit

für die opfer; hier beträgt die Rückfallquote

bei verurteilten Straftätern

rund 80 Prozent. Um die Kinder in diesem

Land, ihre Seelen und ihr Leben,

vor diesen pädophilen Tätern zu schützen,

müssen Gesetzgeber und Gerichte

endlich den Mut aufbringen, sie wirklich

lebenslang wegzusperren.

Ein Teil der pädophil veranlagten

Männer jedoch ist einer Therapie zugänglich,

die das Ziel hat, dass aus ihrer

Neigung keine Straftaten, das heißt

kein Kindesmissbrauch wird. 2007 erhielt

das Projekt »Kein Täter werden!«

von Prof. Dr. Klaus Beier von der Berliner

Charité den Deutschen Förderpreis

Kriminalprävention in Münster. Bis

heute haben etwa 800 Männer, vor allem

aus dem Großraum Berlin-Brandenburg,

an dem Projekt teilgenommen.

Bei der Preisverleihung in Münster

war an die Verantwortlichen appelliert

worden, das Projekt bundesweit

auszudehnen. Nach drei Jahren Anschubfinanzierung

durch die VW-Stiftung

finanziert jetzt das Bundesjustizministerium

das Berliner Projekt bis

Ende 2010. Im oktober 2008 hatte Ministerin

Brigitte Zypries die Länder aufgefordert,

das Projekt aufzunehmen,

weil die Bundesregierung das allein

nicht bewerkstelligen könne.

Passiert ist bislang wenig bis gar

nichts. Nur Schleswig-Holstein ist zunächst

für zwei Jahre eingestiegen. Anfang

dieses Jahres hat Prof. Dr. Bosinski

vom Lehrstuhl für Sexualmedizin an

der Uni-Klinik Kiel mit 80.000 Euro

Landesförderung pro Jahr das Berliner

Projekt übernommen. Das Bundesjustizministerium

selbst ist offenbar so

wenig auf dem laufenden oder interessiert,

dass es davon gar nichts weiß.

Das Ministerium führt aber mit dem

Bundesgesundheitsministerium Gespräche

darüber, aktiv zu werden, damit

die Therapie endlich eine Leistung

der gesetzlichen Krankenkassen wird.

Im niedersächsischen Justizministerium

ist man informiert, interessiert

und sieht das Projekt sehr positiv. Aber

man will nach zwei Jahren erst einmal

die Kieler Erfahrungen auswerten.

Dass das Projekt in Berlin bereits seit

2004 läuft und verwertbare Erfahrungen

vorliegen, wenn auch aus einem

Ballungsraum, beflügelt das Land Niedersachsen

offenbar nicht zu Taten. Eine

denkbare Maßnahme könnte es

sein, geeignete Standorte in Niedersachsen

zu identifizieren und zur Übernahme

des Berliner Modells aufzufordern.

Über die näheren Modalitäten

des Projektes ist jedoch im Ministeri-

um offenbar zu wenig bekannt, um potenzielle

Interessenten auch nur zu beraten.

Tatsache ist, dass in Niedersachsen

wohl nur die Medizinische Hochschule

in Hannover (MHH) als landesweiter

Modell-Standort in Frage kommt, der

mit Polizei, Gerichten und Präventionsräten

landesweit eng vernetzt werden

müsste und könnte. Das Projekt muss

wissenschaftlich begleitet werden und

benötigt sexualpädagogisch weitergebildetes

Personal. Eine zweijährige berufsbegleitende

Weiterbildung findet

zum Beispiel in Berlin oder München

an den Standorten der Akademie für

Sexualmedizin (ASM) statt, die eng mit

Prof. Beier kooperiert. Eine rein psychiatrische

oder psychotherapeutische

Ausbildung reicht dafür nicht aus.

Wenn die Landesregierung jetzt die

zunächst zwei Projektjahre in Kiel abwartet

bis Ende 2010, dann von dort die

endgültige Evaluation 2011, um schließlich

selbst das Modell »Kein Täter werden!«

zu übernehmen, indem erst einmal

mindestens zwei Fachkräfte zwei

Jahre weitergebildet werden – ist es

2013, bis im Land Niedersachsen ein

wirksames Präventivangebot vorliegt,

um einen Teil der pädophilen Männer

davon abzuhalten, Kinderleben zu zerstören.

Ein Projektjahr kostet übrigens

80.000 Euro – einmal tatsächlich »Peanuts«,

wenn dadurch in Niedersachsen

eines Tages vielleicht jeden Tag oder jede

Woche ein Kind weniger vergewaltigt,

missbraucht und sein Leben zerstört

wird. Dr. Susanne von Garrel,

rundblick, 23.4.2009

Früherer AOK-

Manager bleibt

straffrei

Fünf Jahre nach den Korruptionsvorwürfen

um eine

Reise nach Monaco hat am

Donnerstag der Strafprozess

gegen den ehemaligen

AOK­Manager Rudolf I. ein

unspektakuläres Ende genommen.

Das Amtsgericht

Hannover stellte das Verfahren

gegen eine Auflage von

700 Euro ein.

Richter Marco Hartrich

begründete seine Entscheidung

unter anderem mit der

Belastung, die der Angeklagte

aufgrund der langen

Verfahrensdauer erfahren

habe. Dem früheren Beschaffungs­

und Gebäudemanager

der Gesundheitskasse

wurde vorgeworfen,

sich im Mai 2004 von dem

Baukonzern Hochtief einen

viertägigen Trip zu einem

Formel­1­Rennen ins Fürstentum

spendiert haben zu

lassen. Die Kosten für den

Flug, die Tickets fernab der

Rennstrecke und ein Mittelklassehotel

betrugen gut

2000 Euro.

Eine Luxusreise ist das

nicht, aber in Anbetracht der

Umstände dennoch brisant:

Hochtief baute nicht nur die

AOK­Zentrale an der Hildesheimer

Straße in Hannover,

sondern auch ein neues Verwaltungsgebäude

in Oldenburg.

Die Affäre war darüber

hinaus eng verknüpft mit der

früheren AOK­Chefin Christine

Lüer, die im Januar wegen

Bonuszahlungen verurteilt

wurde. Auch sie hatte

sich über Hochtief Preisermäßigungen

für ihre privaten

Sanitäranlagen verschafft

und war aus diesem

Grund fristlos gekündigt

worden.

Nach Angaben von I.’s

Anwalt Dieter Gräfe soll Lüer

ihrem Mitarbeiter die Reise

genehmigt und den Antrag

unterschrieben haben. Sein

Mandant habe zugesagt, die

Reise selbst bezahlen zu

wollen. Bekannt für seine

»chaotische Schusseligkeit«

habe er die Überweisung

zwar ausgefüllt, aber vergessen

abzuschicken. Fünf

Monate später hatte I. die

Reise dann bar bezahlt. Die

Zweifel darüber, ob der Angeklagte

die Reise tatsächlich

von vornherein selbst

zahlen wollte, konnte das

Gericht nicht ausräumen.

Die wichtigste Zeugin wollte

am Donnerstag nicht aussagen:

Lüer kam nur kurz in

Jeans vorbei, ließ sich ihr

Zeugnisverweigerungsrecht

bestätigen und die Aufwendungen

erstatten. Ohne ihre

Aussage hätten gut ein Dutzend

Zeugen vernommen

werden müssen, auch die

Staatsanwaltschaft sah dies

als entbehrlich an.

Wie der 52­Jährige I. erzählte,

sei er mittlerweile

bei einer Wohnungsgesellschaft

beschäftigt, verdiene

aber nur noch ein Drittel seines

früheren Gehalts – bei

der AOK hatte er monatlich

7500 Euro brutto erhalten.

Die Affäre, bei der I. den

Spitznamen »Monaco­Rudi«

bekommen hatte, werde seinen

Mandanten das ganze

Leben belasten, sagte Gräfe,

der wohl gern für einen

Freispruch gekämpft hätte.

»Er will es aber beenden um

jeden Preis.«

Von Sonja Fröhlich,

HA Z, 15.5.2009

Presse & Medien

Zahnzentrum besteht

seit 40 Jahren

»Für die Zukunft gerüstet«

Das hätten sich die Zahnmedizinstudenten

bei der

Gründung des Zentrums für

Zahn­, Mund­ und Kieferheilkunde,

das am Sonnabend

sein 40­jähriges Bestehen

feierte, nie träumen

lassen: Per Videoübertragung

können heutzutage

Studenten im Unterrichtsraum

die Behandlung von

Patienten verfolgen, die auf

einem Zahnarztstuhl von

den Lehrenden durchgeführt

werden. Solche Einblicke

in die Praxis erleichtern

den rund 460 angehenden

Zahnärzten den Start in den

Beruf.

»Das ist in den Anfängen,

in denen das Institut noch in

der Villa Bernstorff in der

Hermann­Bahlsen­Allee

untergebracht war, natürlich

noch nicht möglich gewesen«,

sagt Prof. Meike

Stiesch, Direktorin der Klinik

für Zahnärztliche Prothetik

und Biomedizinische

Werkstoffkunde, einer von

insgesamt vier Forschungsbereichen

der Einrichtung.

Im Jahr 1976 folgte dann der

Umzug an den heutigen

Standort in der Carl­Neuberg­Straße

und damit die

Etablierung des Forschungszentrums

an der

MHH.

Seither hat sich die Studentenzahl

vervierfacht, und

auch die Forschungsfelder

haben sich verändert. Heute

sammeln die rund 140 Mitarbeiter

des Zahnzentrums

neue Erkenntnisse in der

Stammzellenforschung, der

Biokompatibilität und Materialforschung

sowie in den

Themenbereichen Infektion

und Entzündung. »Wir sind

für die Zukunft gut gerüstet«,

sagt Stiesch.

Von Stephan Fuhrer,

HA Z, 11.5.2009

Ostfriesische Zahnärzte

bei Hygiene

mustergültig

Fast jede der 300 Kassenexperten

hat eine

besonders ausgebildete

Angestellte

Auch bei der Weiterbildung

sind die Ostfriesen vorn.

Es geht um die bundesweite

Umsetzung neuer Richtlinien.

Aurich/Ostfriesland

Ostfrieslands Zahnarztpraxen

sind bundesweit

spitze und musterhaft, was

die Umsetzung der Hygienerichtlinien

des Robert­Koch­

Instituts angeht: Zurzeit

bilden sich rund 160 ZahnmedizinischeFachangestellte

(ZFa) zu Hygienebeauftragten

fort. Das geht aus

einer Mitteilung der ZahnärztekammerNiedersachsen

hervor.

Weitere 90 haben die

Prüfung bereits bestanden

und auch für den dritten

Kurs im Herbst haben sich

schon 90 ZFa angemeldet.

»Damit verfügt dann fast jede

der gut 300 Kassenzahnärztlichen

Praxen über mindestens

eine solche Fachkraft«,

freut sich Dr. Ulrich

Keck, Vorsitzender der Bezirksstelle

Ostfriesland der

Zahnärztekammer Niedersachsen

(ZKN), die die Fortbildung

organisiert.

Seit dem Jahre 2006 gelten

die neuen RKI­Hygienerichtlinien,

in denen es im

Rahmen des Qualitätsmanagements

zum Beispiel um

382 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 383


PRESSE & MEDIEN

Fragen von Desinfektion, Instandhaltung,

Lagerung und

der Sterilisation von Instrumenten

und Geräten geht.

Die Umsetzung der Richtlinien

kostet viel Geld: Zwischen

24.000 und 32.000 Euro gibt

jede Zahnarztpraxis pro Jahr

allein für den Bereich der

Hygiene aus. »Angewandte

Hygiene spielte bei uns

Zahnärzten immer schon

eine große Rolle, denn wir

haben es in den Praxen auch

mit Operationen, Wunden

und Blut zu tun«, so Keck.

Was sich verändert hat,

ist vor allem die Rechtslage:

Musste früher ein Patient

nachweisen, dass er sich in

der Praxis und nicht anderswo

eine Erkrankung zugezogen

hat, muss heute immer

öfter der Arzt oder Zahnarzt

beweisen, dass so etwas in

seiner Praxis nicht geschehen

kann. Deshalb ist neben

der Hygiene selbst auch die

Dokumentation derselben

von entscheidender Bedeutung.

Dafür braucht es Hygienebeauftragte

in jeder

Praxis, die besonders geschult

sind, die Organigramme

erstellen und Handlungsabläufe

zum Beispiel

für die Sterilisation und Desinfektion

schriftlich festhalten

und für Außenstehende

überprüfbar machen.

Organisiert werden die

landesweit angebotenen

Fortbildungen von Privatdozent

Dr. Werner Kullmann.

Er ist selbst Arzt und Zahnarzt

und der Beauftragte des

ZKN­Vorstandes für die Weiterbildungsreihe,

an der in

Niedersachsen bereits 2200

ZFa teilgenommen haben. Es

handelt sich dabei um ein

Modellprojekt, das aus

Lehrmaterial mit Übungsaufgaben,

einem Seminar

wie am vergangenen Mitt­

woch in Aurich und einer

Online­Prüfung besteht.

Diese haben die 160 ostfriesischen

ZFa jetzt in den

nächsten Wochen noch vor

sich. Kullmann ist seit Monaten

in Niedersachsen unterwegs,

um ZFa auszubilden,

aber »die Beteiligung in

Ostfriesland ist besonders

hoch«, lobt der ZKN­Fortbildungsbeauftragte.

oSTFRiESEnZEiTUnG,

11.5.2009

Gericht nimmt

Ministerium die

Fachaufsicht

dpa Kassel. Das Bundesgesundheitsministerium

hat

nicht mehr die Fachaufsicht

über den Gemeinsamen

Bundesausschuss (GBA) aus

Kassen, Ärzten und Krankenhäusern.

Das Bundessozialgericht

hat der Bundesregierung

gestern zwar

noch die Rechtsaufsicht über

die Selbstverwaltung des

Gesundheitswesens zugebilligt,

ihr eine Fachaufsicht

aber abgesprochen. Dem

GBA gehören Ärzte, Zahnärzte,

Kliniken und Krankenkassen

sowie Vertreter

der Patientenorganisationen

an.

nEUE oSnABRücKER ZEiTUnG,

7.5.2009

Arzt in der Werbefalle

Kleine Geschenke,

großer Einfluss

Die 181 Medizinstudenten

erhielten Notizblöcke und

Schreibunterlagen. Die Geschenke

waren Werbematerialien

für das weltweit umsatzstärkste

Medikament –

den Cholesterinsenker Atorvastatin,

der unter den

Namen Sortis und Lipitor im

Handel ist. Eine ähnlich große

Studentengruppe bekam

keine Geschenke. Etwas

später wurden alle Probanden

nach ihrer Einstellung

zu dem Medikament gefragt

und sollten es mit dem deutlich

günstigeren Mittel Simvastatin

vergleichen, das als

genauso wirksam wie Atorvastatin

gilt. Die Studenten,

die Pharmageschenke bekommen

hatten, bevorzugten

Atorvastatin viel stärker

als jene, die leer ausgegangen

waren. »Unsere Ergebnisse

zeigen, wie einflussreich

Marketingstrategien

sind«, sagt David Grande,

der die in den Archives of Internal

Medicine erschienene

Studie geleitet hat (Bd. 169,

S. 887, 2009). Bemerkenswert

sei, dass schon einfache

Geschenke so viel auslösen

können. »Wenn Kliniken,

Universitäten und andere

Institutionen

entsprechende Regeln erlassen

würden, könnten die

Folgen des Pharma­Marketings

eingedämmt werden«,

schreibt Philip Greenland

von der Northwestern University

in Chicago in einem

begleitenden Kommentar.

»Warum warten wir noch?

Es ist Zeit zu handeln.« bart

SüDDEUTScHE ZEiTUnG,

13.5.2009

Eine tödliche Dosis

Schmerzmittel

Von Alexander Menden

Nach dem Behandlungsfehler

eines deutschen Arztes

geraten ausländische Mediziner

in Großbritannien generell

in die Kritik.

Es vergeht kaum ein Tag,

an dem die britischen Medien

nicht mindestens eine

Story über den National

Health Service (NHS), das

steuerfinanzierte Gesundheitssystem

des Landes,

verbreiten. Meist sind es

Horrorgeschichten über

multiresistente Erreger in

schlecht gesäuberten Krankenhäusern

oder endlose

Wartezeiten für Patienten,

welche die Gemüter erhitzen.

Doch der Fall des Vertretungsarztes

Daniel U.,

den der Guardian Anfang

dieser Woche als »Exklusivgeschichte«

brachte, schlug

besonders hohe Wellen.

Der deutsche Doktor

nigerianischer Herkunft

verabreichte im Februar

vergangenen Jahres einem

70­jährigen Patienten in

Cambridgeshire das Zehnfache

der empfohlenen Dosis

eines Schmerzmittels. Der

Mann starb daraufhin. U.,

hauptamtlich im nordrheinwestfälischen

Witten als

Schönheitschirurg tätig, flog

kurz nach dem Vorfall wieder

nach Deutschland zurück.

Die britischen Behörden

erließen einen Haftbefehl

gegen den Arzt.

Daraufhin wurde in

Deutschland ein Verfahren

gegen ihn eingeleitet. Vergangenen

März erließ das

Amtsgericht Witten den

Strafbefehl: Neun Monate

Haftstrafe auf Bewährung

und eine Geldstrafe von

5000 Euro. Daniel U. darf

allerdings weiterhin praktizieren.

Für seinen Anwalt

Reinhard Schauwienold liegt

das Problem in England

selbst: »Die sollten lieber ihr

marodes Gesundheitssystem

überholen, statt unseren

Mandanten anzuklagen«,

sagt der Jurist.

Der Fall U. bestätigt auch

nach Ansicht britischer

Kommentatoren wie Fraser

Nelson vom Spectator, in

welch desolatem Zustand

sich das »verschwenderische«

britische System niedergelassener

Internisten

befindet. Warum, wird jetzt

gefragt, müssen überhaupt

Ausländer als Vertretung für

General Practitioners (GPs)

einfliegen?

Der Hauptgrund dürfte

eine Reform der Arbeitszeit

für GPs im Jahr 2004 sein.

Damals wurde es Hausärzten

freigestellt, sich gegen

den Abzug von 6000 Pfund

von ihrem Jahresgehalt von

jeglicher Verpflichtung zu

Bereitschaftsdiensten außerhalb

der Praxiszeiten

entbinden zu lassen. Neunzig

Prozent aller GPs nahmen

das Angebot an. Seitdem

herrscht ein chronischer

Mangel an qualifizierten

Ärzten für Wochenend­

und Nachtdienste. Um diese

Schichten abzudecken, müssen

regionale NHS­Verbände

auf private Firmen zurückgreifen,

die auf die Vermittlung

von Vertretungsärzten

spezialisiert sind.

Das Gros dieser Vertretungen

kommt aus dem Ausland.

Für deutsche Ärzte

etwa sind die britischen Wochenenddienste

– mit einem

Stundenlohn von umgerechnet

80 Euro vor Steuer – eine

Möglichkeit, ihre durch die

Ausgabenbegrenzung im

deutschen Gesundheitswesen

wirtschaftlich in

Schieflage geratenen Praxen

mitzufinanzieren.

Schlechtes Englisch

Auch Daniel U., ein Chirurg

mit immerhin 22 Jahren

Berufserfahrung als niedergelassener

Arzt, war dem

NHS­Trust in Cambridgeshire

von einer privaten

Agentur vermittelt worden.

Er war laut einem Entschuldigungsbrief,

den er an die

Familie des Verstorbenen

schrieb, gestresst und übermüdet,

als er in England

seine erste Vertretungsschicht

antrat.

Stephen Gray, Sohn des

gestorbenen Patienten und

selbst Arzt, kann die fatale

Überdosierung dennoch

nicht begreifen: »Selbst die

Schwesternschülerinnen

hier wissen, dass eine solche

Menge tödlich ist«, sagt

er. Ihn verstört zudem, dass

ein englischer Auslieferungsantrag

überhaupt keine

Aussicht auf Erfolg hat.

Denn U. kann nach dem

deutschen Strafbefehl aufgrund

der europäischen

Doppelbestrafungs­Gesetze

in Großbritannien de facto

gar nicht mehr belangt werden.

In den Internetforen britischer

Zeitungen machen

sich derweil viele Menschen

Luft, die meinen, das britische

Gesundheitssystem

leide ganz allgemein unter

der Masse von ausländischen

Ärzten, die hier praktizieren.

So beschwert sich

Mike aus Dunstable auf der

Website der Zeitung Daily

Mail: »Ich habe Ärzte besucht,

deren Englisch so

schlecht war, dass ich sie

mehrmals bitten musste, zu

wiederholen, was sie gesagt

hatten. Beim vierten Versuch

verstand ich immer

noch nichts!«

SüDDEUTScHE ZEiTUnG,

8.5.2009

Mehr Geld für

Architekten

Die staatlich festgelegten

Honorare für Architekten­

und Ingenieur­Leistungen

sollen um zehn Prozent steigen.

Dies sieht die von WirtschaftsministerKarl­Theodor

zu Guttenberg (CSU) vorgelegte

Verordnung (HOAI)

vor, die das Bundeskabinett

am Mittwoch billigte. Es ist

die erste Erhöhung seit 14

Jahren. Neu ist eine Bonus­

Malus­Regelung, wonach

kostengünstiges Bauen belohnt

werden soll. Die verbindliche

Honorarliste reicht

für Bauprojekte bis zum

Vertragswert von 25 Millionen

Euro. Liegen sie höher,

kann das Honorar frei verhandelt

werden.

HA Z, 30.4.2009

»Im Bundestag

fällt Geld wie Manna

vom Himmel!«

Konrad Schily kritisiert

die Ausstattung und

die Debattenkultur des

Parlaments

Konrad Schily, Arzt und

Gründungspräsident der

Privatuniversität Witten/

Herdecke, verlässt nach

dieser Legislaturperiode

den Bundestag, in dem er für

die FDP saß. Der Bruder des

SPD­Politikers Otto Schily

zog sein Resümee im Gespräch

mit Joachim Peter.

Welt am Sonntag: Herr

Schily, wie fällt Ihre persönliche

Bilanz nach fast vier

Jahren Bundestag aus?

Konrad Schily: Die Zeit

war sehr spannend und sehr

lehrreich. Sie hatte ihre

Freuden und ihre Frustration.

Was waren die freudigen

Momente?

Schily: Ich will es einmal

so formulieren: Ich habe

vierzig Jahre lang gearbeitet

und mich immerzu bemühen

müssen, dass ich am Monatsende

rechtzeitig die

Löhne zahlen konnte. Im

Bundestag bekomme ich

hingegen ein festes Entgelt

und eine Personalausstattung

– das Geld kommt wie

Manna vom Himmel! Dieser

Vorteil ist gar nicht zu unterschätzen.

Im Parlamentsalltag

bemerkt man dann

allerdings sehr schnell,

dass man Quereinsteiger ist

und nicht in den Gremien

sitzt, in denen alles entschieden

wird.

Diese Erfahrung hat Sie

geschmerzt?

Schily: Es wird in jeder

Bundestagsfraktion ungemein

stark auf den Parteifrieden

geachtet. Die Zeit für

wirkliches Nachdenken und

tiefer gehende Auseinandersetzung

ist nicht da. An diesem

Parteidenken leidet

letztlich die Qualität des

ganzen Parlaments – darüber

habe ich mich zuweilen

sehr geärgert.

Haben Sie ein Beispiel?

Schily: Blicken Sie auf die

Verabschiedung der sogenannten

Gesundheitsreform:

Da gab es bei Union und SPD

einige Abweichler, doch die

wurden aus Parteiräson einfach

ausgetauscht. Und es

kamen andere Abgeordnete

in den Ausschuss, die gar

keine Ahnung von der Sache

hatten, aber eben dem Gesetz

zustimmten. In dieser

Frage hat sich eindeutig die

Parteihierarchie durchgesetzt.

War das auch bei der

ethisch umstrittenen Stammzellen-Entscheidung

der Fall?

384 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 385


PRESSE & MEDIEN

Schily: Da es keinen

Fraktionszwang gab, ist der

Verlauf der Entscheidung

eigentlich als positiv zu bewerten.

Doch bedauerlicherweise

handelten die

meisten Abgeordneten am

Ende nach Gefühl, nicht

nach Wissen und Verstand.

Die einen stimmten also einfach

mal für den vermeintlichen

Fortschritt, die anderen

– zu dieser unterlegenen

Gruppe gehörte ich – für den

Schutz des Embryos und der

Menschenwürde.

Wird der Bundestag von

Parteisoldaten dominiert?

Schily: Die Parteisoldaten

geben zweifellos den Ton

an. Es gibt natürlich unter

diesen und im ganzen Parlament

eine ganze Reihe von

sehr nachdenklichen Menschen.

Aber die sind deutlich

in der Minderheit. Erschwerend

kommt hinzu, dass man

als Abgeordneter von einer

Masse an Papier erdrückt

wird. Der Bundestag produziert

einfach viel zu viel Müll.

Die Verfahren sind zwar demokratisch,

doch mit Sachorientierung

hat das alles

nichts zu tun. Am deutlichsten

sichtbar wird dies bei

den oft langweiligen Bundestagsdebatten.

Die meisten

Reden werden vom Manuskript

abgelesen, mitstenografiert

und dann erneut

geschrieben. Mit Debattenkultur

hat das doch gar

nichts zu tun! Zudem richten

sich die Redezeiten nach der

Fraktionsstärke. Meiner Ansicht

nach würde es genügen

und wäre auch demokratisch,

wenn jede Fraktion

und auch die Regierung die

gleiche Redezeit hätten.

In der Gesundheitspolitik

arbeiteten Sie bisher unter der

Führung des FDP-Jungpolitikers

Daniel Bahr.

Schily: Ich bin beruflich

erfahren, aber Herr Bahr

macht schon sehr viel länger

Politik als ich. Bahr ist ein

Parteistratege, der weiß,

was los ist. Dieser Unterschied

ist auch nach fast vier

Jahren Zusammenarbeit

noch spürbar.

Kommt man in der Politik

weiter, wenn man weniger von

der Sache weiß, aber die

Spielregeln der Partei gut

kennt?

Schily: In den meisten

Fällen gilt das wohl. Ein

Wissenschaftsminister

muss jedoch nicht zwingend

gelernter Hochschullehrer

sein. Das kann etwa auch ein

Werkzeugmacher mit Lebenserfahrung

und gesunder

Urteilskraft machen.

Diese beiden Eigenschaften

erwirbt man sich jedoch

nicht als Politiker – und das

ist das Problem. Entscheidend

ist vielmehr, dass man

im Kreis­ und Bezirksverband

und vor allem in den

verräucherten Hinterzimmern

dabei ist, wo es um

Macht, Einfluss, Erpressung,

psychischen Druck und verbale

Gewalt geht. Dem muss

man sich eben fügen, wenn

man wieder aufgestellt werden

will.

Sind Abgeordnete überbezahlt?

Schily: Nein, die persönlichen

Entgelte sind angemessen.

Anders ist das aber

mit der Gesamtausstattung:

Jeder Abgeordnete hat

13.660 Euro pro Monat zur

Verfügung, um Mitarbeiter

zu bezahlen. Das ist viel zu

viel Geld! Ich meine auch,

dass der Deutsche Bundestag

mit rund 300 Parlamentariern

weniger auskäme.

Dann hätte ich zwar nicht

dabei sein können, aber das

wäre nicht so schlimm gewesen.

Trotz vieler Enttäuschungen

wollten Sie vor kurzem

erneut für den Bundestag

kandidieren.

Schily: Ich habe von anderen

immer wieder gesagt

bekommen: Die erste Legislatur

ist die Lernperiode,

in der zweiten kannst du

produktiv werden! Daher

habe ich mich um ein neues

Mandat bemüht. Ich bin jedoch

im Landesvorstand

mit Pauken und Trompeten

durchgefallen.

WElT onlinE, 3.5.2009

2.7.2009 Berlin-Brandenburg Festakt anlässlich des Jubiläums 150 Jahre DGZMK, ab 9.30 Uhr, Akademie der Wissenschaften,

Anmeldung für Mitglieder: DGZMK-Geschäftsstelle, 40211 Düsseldorf, Tel.: (02 11) 6 10 19

80, Fax: (02 11) 61 01 98 11, email: dgzmk@dgzmk.de

4. – 11.7.2009 Alicante Sportweltspiele der Medizin, Anfragen bitte per E-Mail unter info@sportweltspiele.de.

19.9.2009 Hannover dental informa, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11) 8 33 91-303, email: azboron@zkn.de

26.9.2009 Bremen Zahnärztetag der Kammern Niedersachsen und Bremen in Verbindung mit dem ZMF- und

Prophylaxe-Kongress im Kongresszentrum Bremen, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11) 8 33 91-

303, email: azboron@zkn.de

4. – 7.11.2009 München Deutscher Zahnärztetag 2009, Anmeldung unter www.dzaet09.de

13.11.2009 Hannover Tag der Akademie der Zahnärztekammer Niedersachsen, Infos: Ansgar Zboron, Tel. (05 11)

8 33 91-303, email: azboron@zkn.de

Schlafatemstörungen Thema

in Greifswald

Interdisziplinäres Symposium

Am Sonnabend, den 17.10.2009

findet in Greifswald ein »Interdisziplinäres

Symposium zur Problematik

der Schlafatemstörungen unter

Berücksichtigung des Zwerchfells«

im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

Greifswald von 9 bis 17 Uhr statt.

Aus dem Tagungsprogramm:

l Zur funktionellen und klinischen

Anatomie des Zwerchfells

l Zur Entwicklung des Zwerchfells

und seiner Beziehung zum vegetativen

Nervensystem

l Schlafstörungen ein diaphragmales

Problem?

l Zwerchfell und Schlafatemstörungen

l Praxis der Atemtherapie

l Kasuistik zur Wirksamkeit von Protrusionsschienen

– konfektioniert

vs. individuell

l Kraniomandibuläre Risikofaktoren

für Schlafatemstörungen

l Die Bedeutung der biofunktionellen

Kompartimentbildung für Diagnostik

und Behandlung schlafbezogener

Atemstörungen

l Sind funktionelle Übungsbehandlung

und Protrusionsschienen in

der Rhonchopathiebehandlung ein

Widerspruch?

l Schlafbezogene Atmungsstörungen

im Kindesalter im Vergleich

zum Erwachsenenalter

l Wie verändert sich unser Schlaf,

wenn wir richtig alt werden?

Teilnahmegebühren:

Chefärzte, oberärzte, Fachärzte,

Assistenzärzte 80,– EUR

Schwestern und Studenten 10,– EUR

bei Anmeldung bis 30.8.2009

– 20 %

Weitere Informationen und

Anmeldung:

Tagungsbüro

T: (0 38 34) 86-7110

F: (0 38 34) 86-7113

Mail: kieferorthopaedie@uni

greifswald.de

im Namen der Veranstalter

Prof. Dr. J. Fanghänel

Prof. Dr. T. Gedrange

Prof. Dr. Dr. h.c. G. Meyer,

Greifswald

Dr. S. Schwarting,

Kiel l

Deutscher

Ärztinnenbund e.V.

Gruppe Braunschweig

Termine 2009

Terminkalender

Donnerstag, 9.7.2009, Beginn 19.30

Uhr

Ärztinnentreff im Hotel » Al Duomo«

im Deutschen Haus

Ruhfäutchenplatz 1, 38100 Braunschweig,

Tel. (05 31) 1 20 04 90

Mittwoch, 5.8.2009, 15.30 Uhr s.t.

»Traditioneller Sommerkaffee «

Bei unserer Kollegin Frau Barbara

Schmidt

(Einladung erfolgt gesondert)

Donnerstag, 19.9.2009, Beginn 19.30

Uhr

Ärztinnentreff im Hotel » Al Duomo«

im Deutschen Haus mit Bericht

vom DÄB-Kongress in Leipzig

Ruhfäutchenplatz 1, 38100 Braunschweig

Mittwoch, 7.10.2009, 14.00 Uhr s.t.

Führung durch das Helmholtz-

Zentrum für Infektionsforschung

Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig

Anmeldung unbedingt erforderlich,

Gäste willkommen!

Anmeldungen bitte an die 1. Vorsitzende

Frau Dr. med. Dagmar Berkling,

Tel. (0 53 31) 18 39, Fax (0 53 31) 92 57 02,

Email: dr.berkling@t-online.de oder

die Schriftführerin Frau Dr. med.

Ingeborg Kriebel, Tel. (05 31) 33 82 43,

email: kriebel.ingeborg@t-online.de l

386 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 387


Zahnärztliche Akademie Niedersachsen

SEMINARPROGR A M M

Zahnärztekammer Niedersachsen

Zeißstraße 11a · 30519 Hannover

Telefon (05 11) 8 33 91-311 · Telefax (05 11) 8 33 91-306

Ansprechpartner: Marlis Grothe

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Zauberhafte Kinder ohne Zaubertricks: Psychologisch

pädagogische Patientenführung in der

Kinderzahnheilkunde

Drs. Johanna Maria Kant, oldenburg

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Abrechnung von A-Z für Berufseinsteiger, -umsteiger

und –wiedereinsteiger – Teil 2

Dr. Ute Matschinske, Münchenbernsdorf

Samstag, 29.8.2009 von 9.00 bis 16.00 Uhr

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TE R MINE IN DEN BEZIRKSSTE LLE N

Bezirksstelle Braunschweig

Fortbildungsreferent: Dr. Harald Salewski, Berliner Str. 28-30,

38226 Salzgitter Tel: (0 53 41) 8 48 30

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Erhalten oder Implantieren?

Referent: Prof. Dr. Dr. Hans-Jörg Staehle, Heidelberg

Bezirksstelle Lüneburg

Fortbildungsreferent: Dr. Axel Wiesner, Buchholzer Str. 7,

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17.6.2009, 15.00 Uhr – ca. 18.00 Uhr

ort: Fachhochschule Lüneburg, Volgershall 1 (Neubau)

großer Hörsaal Nr. 00 112 -Fachbereich angewandte Automatisierungstechnik

Implantatprothetische Planung und Versorgung im

teilbezahnten Gebiss

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Bezirksstelle Oldenburg

Fortbildungsreferent: Dr. Volker Schaper, Burgstr. 11, 27243 Harpstedt,

Tel. (0 42 44) 16 71

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Referent: Dr. Markus Lenhard, Niederneunform

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118, 26129 oldenburg

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Fortbildungsreferent: Dr. Markus Firla,Hauptstr. 55,

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Alterszahnmedizin – die Herausforderung für das

zahnärztliche Team

Referent: Prof. Dr. Rainer Biffar, Greifswald

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Derzeitiger Stand der Implantologie – Gesamtplanung

und Beispiele

Referent: Prof. Dr. Klaus-Udo Fritzemeier, Düsseldorf

21.10.2009, 15.00 Uhr – ca. 19.00 Uhr

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Neue Füllungsmaterialien für den okklusionstragenden

Seitenzahnbereich

Referent: Prof. Dr. Georg Meyer, Greifswald

Bezirksstelle Verden

Fortbildungsreferent: Dr. Walter Schulze, Nordstr. 5, 27356

Rotenburg/W. Tel. (0 42 61) 36 65

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ort: Haags Hotel Niedersachsen, Lindhooper Str. 297, 27283 Verden

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21.10.2009, 18.00 Uhr – ca. 21.00 Uhr

ort: Haags Hotel Niedersachsen, Lindhooper Str. 297, 27283 Verden

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388 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 389


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Dr. Ihde Dental vereint die positiven

Eigenschaften der Glasionomerzemente

wie z. B. Biokompatibilität

mit dem bewährten Handling von

Composites und wird so den hohen Anforderungen

der modernen Füllungstherapie

gerecht. Aufgrund seiner

fließfähigen Konsistenz ist das lichthärtende

Compomer speziell für die

Behandlung keilförmiger Zahnhalsdefekte

und Kavitäten der Klasse V sowie

für Micro-Präparationen und erweiterte

Fissurenversiegelungen geeignet.

TAK® adaptiert sich sehr gut an den Kavitätenwänden,

sodass auch kleine

und schwer zugängliche Stellen der

Zahnoberfläche vollständig benetzt

werden und optimale Randschlüsse

entstehen. Da das Compomer wie Glasionomerzemente

nicht nur eine sehr

hohe Adhäsion zum Zahnschmelz, sondern

auch ein Fluoriddepot aufweist,

können dauerhaft haltbare Versorgungen

realisiert werden, die die Remineralisierung

des Zahnschmelzes fördern

und einen wirksamen Schutz vor einer

Sekundärkaries bilden. Zu den wichtigsten

Charakteristika hochentwickelter

Füllungsmaterialien zählen zudem

Verarbeitungseigenschaften, die

eine einfache und sichere Handhabung

bei kurzen Behandlungszeiten

ermöglichen. Mit dem Compomer , das

in Druckspritzen mit auswechselbaren

Kanülen angeboten wird, erfolgt nicht

nur die Applikation punktgenau und

schnell, in Kombination mit dem Einkomponenten-HaftvermittlerDentamed®

P&B III von Dr. Ihde Dental kann

die Behandlungsdauer zusätzlich deutlich

verkürzt werden.

Weitere Informationen sind erhältlich

unter www.ihde-dental.de.

Schwitzen im Handschuh?

Häufig klagen Zahnärzte und Praxispersonal

über feuchte oder

sogar nasse Hände beim Tragen

von Schutzhandschuhen während der

Behandlung. Die innovative Antitranspirant

Handcreme der Firma Jobré

GmbH, Karbach soll dieses Problem

deutlich lindern und sorgt somit für

wesentlich angenehmeres Arbeiten.

Seit 15 Jahren entwickelt, produziert

und beliefert das Unternehmen viele

deutsche Hautfachkliniken mit Produkten

zur therapiebegleitenden

Hautpflege. Durch ständige Forschungen

sei man in der Lage, den Kunden

Produkte mit besten Qualitätsmerkmalen

bereit zu stellen. In der Unternehmensinformation

heißt es: »Einige

Innovationen in den Bereichen der Problemhaut-

und Schönheitspflege zählen

zu unseren Referenzen«.

Die DermaCare Antitranspirant-

Handcreme sei speziell für die Zielgruppe

Zahnärzte, Ärzte, operateure

und Laboranten entwickelt worden.

Damit setze man nach langen und aufwendigen

Entwicklungszeiten neue

Maßstäbe für die Handpflege. Dieser

Pionier bietet einen doppelten Effekt

aus Schutz und Pflege. Beste Inhaltsstoffe

sorgen für größte Ergiebigkeit,

schnelles Einziehen und vermitteln

kein klebriges oder nachfettendes Gefühl.

Jobré verzichtet aus der Verantwortung

gegenüber seinen Kunden konsequent

auf Konservierungsmittel, Parabene,

schädliche, giftige oder hoch all-

ergene Stoffe, heißt es. Für Neukunden

gebe es eine Sonderaktion mit 10 Tuben

à 75 Milliliter zum Vorteilspreis.

Informationen bzw. Bestellungen

können telefonisch unter 09391-8472

oder per Email unter »Kontakt« auf

www.jobre.de angefordert oder aufgegeben

werden.

Bahn frei für neuen, vitalen

Knochen

Etwa jeder fünfte Patient, der einen

implantatgestützten Zahnersatz

benötigt, besitzt keinen geeigneten

Knochen, um eine ausreichende

Stabilität des Implantates zu

gewährleisten. In Fällen dieser Art wird

deshalb heute entweder vor oder bei

der Implantation ein Knochenaufbau

vorgenommen. Dazu wird meistens eigenes

(autogenes) Knochenmaterial

des Patienten verwendet.

Aus jüngsten Marktforschungen

geht hervor, dass jedes zweite Implantationsverfahren

eine Knochenaugmentation

erfordert, entweder vor

oder während der Implantatinsertion.

Als Alternative zum Eigenknochen

bietet sich die Verwendung von Materialien

anderen menschlichen oder tierischen

Ursprungs an. Dies ist jedoch

mit einem potenziellen Risiko der

Transfektion verbunden. Eines der füh-

renden kommerziell erhältlichen Materialien

zum Knochenaufbau stammt

aus Rinderknochen, während ein anderes

verbreitet genutztes Material aus

menschlichen Quellen stammt.

Straumann BoneCeramic ist ein vollsynthetisches,

leistungsstarkes Knochenersatzmaterial,

das ein Maximum

an Raum für die Neubildung von vitalem

Knochen bietet und sich durch einen

hervorragenden Handhabungskomfort

auszeichnet. Durch seine Zusammensetzung

aus Hydroxylapatit

(HA) und Tricalciumphosphat (ß-TCP)

weist es zwei Wirkphasen auf. Erstens

unterstützt es die Bildung von neuem,

vitalem Knochen und bietet zweitens

ein Gerüst für eine vorhersagbare Zunahme

des Knochenvolumens. Damit

liefert es die erforderliche Grundlage

für das Setzen von Implantaten und für

die Anlagerung von Weichgewebe, die

ästhetische Ergebnisse erzielt.

Im Rahmen einer prospektiven, verblindeten

Multicenterstudie (RCT)

wurde Straumann BoneCeramic unter

randomisierten, kontrollierten kli nischen

Bedingungen direkt mit dem

marktführenden Produkt verglichen.

Die histologische Untersuchung ergab,

dass mit Straumann BoneCeramic die

gleiche Menge neuer Knochensubstanz

erreicht wurde, wobei jedoch weniger

Transplantatmaterial zurückblieb.

Das Ergebnis war eine größere

Menge vitalen Knochengewebes, das

dem natürlichen Knochen sehr ähnlich

ist. Weitere Studien bestätigten dies.

Straumann BoneCeramic hat die CE-

Zertifizierung in Europa und die Zulassung

der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde

(FDA) erhalten.

Weitere Informationen unter www.

straumann.de

war mal der Jüngste« – nachdenklich

blickt Herr Speckmann

auf 30 Jahre Tätigkeit für die Zahnärztekammer

zurück. »Aber ich

»Ich

fühle mich noch richtig stark in

meinem Job«, fügt er an. »Ein Berufsleben

zwischen Bits und Bytes«, so ist die

Tätigkeit von Wieland Speckmann anlässlich

seines 25-jährigen Berufsjubiläums

nicht ganz unzutreffend charakterisiert

worden. Aber natürlich umfasst

der Aufgabenbereich in der Abteilung

8 (Technik) der Zahnärztekammer

weit mehr, insbesondere, wenn man

wie er, als Leiter der Abteilung für alles

Verantwortung trägt, technische Abläufe,

Medientechnik, Drucktechnik,

Medizintechnik und selbstverständlich

organisation und Verwaltung. Aber

wegen seines »magischen Daumens«,

der Dateien retten kann, die für »EDV-

Normalanwender« verloren schienen,

wird Herr Speckmann überall besonders

geschätzt. Und wegen seiner beruhigenden

Art, mit Krisensituationen

umzugehen.

Dabei begründete sich seine Einstellung

vor nunmehr drei Jahrzehnten

noch eher fern der EDV durch den Aufbau

des zahnärztlichen Fortbildungs-

Personalia

Nicht nur Improvisation

Wieland Speckmann – 30 Jahre ZKN

instituts der Kammer, das ja ebenfalls

in diesen Tagen – inzwischen als Akademie

– sein 30-jähriges Jubiläum feiert.

Als Ton- und Veranstaltungstechniker

wurde Herr Speckmann zum 1.6.

eingestellt, begann seine Tätigkeit

aber bereits zwei Monate früher, noch

als »freischaffender Elektrokaufmann«,

um seine Kenntnisse bereits

bei der Verkabelung der Technik einbringen

zu können.

»Es war ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz«,

berichtet er über diese Zeit – mit

einem gewissen Leuchten in den Augen.

»Für eineinhalb Jahre bestand

mein »Büro« aus dem Regieraum des

Fortbildungsinstituts, nur wenige

Quadratmeter groß, kein Fenster, als

Schreibtisch musste ein Brett auf dem

Regietisch dienen.« Aber er sei ja auch

von Anfang an viel unterwegs gewesen.

Durch seine Tätigkeit habe er nicht

nur so ziemlich alle Fortbildungsreferenten

sondern auch viele Zahnärztinnen

und Zahnärzte kennengelernt. Er

freut sich, wenn er im Rahmen der

Winterfortbildung in Braunlage ständig

Menschen trifft, die ihn wiedererkennen

und ins Gespräch kommen.

Überhaupt: Braunlage empfinde er

390 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 391

Foto: M. weinBerger


PERSoNALIA

auch als »meine Leidenschaft und

mein Kind«. Wer weiß, wie viel Arbeit

gerade auch für die Technik der jährliche

»Umzug« nach Braunlage bedeutet,

kann das würdigen. Da ist nicht selten

ein hohes Maß an Improvisation

gefordert, vor allem aber gründliche

Vorbereitung. Dieser Einsatz hat der

Abteilung von allen Seiten große Anerkennung

gebracht, auch wenn der Arbeitseinsatz

der Technik vielfach »nur«

im Hintergrund zum Tragen kommt.

Herzliche

Glückwünsche

zum Geburtstag!

1.5.2009 Dr. Dorothea Lorenz (95)

Seniorenzentrum Haus Eterna, Am Kantorberg 1,

37581 Bad Gandersheim

3.5.2009 Dr. Norbert Krüger (75)

Lindenallee 2, 37603 Holzminden

4.5.2009 Walter Hanschen (93)

Pauline-Ahlsdorff-Haus, Rheinstraße 106,

26382 Wilhelmshaven

5.5.2009 Dr. Annette Borchard (75)

Hofstraße 13 A, 29432 Wienhausen

15.5.2009 Fritz Lüders (96)

Bruchstraße 9 a, 30952 Ronnenberg

15.5.2009 Dr. Jürgen Meyer (75)

Sonnenweg 5, 30966 Hemmingen

19.5.2009 Walter Steinbrink (88)

Gökerstraße 32, 26384 Wilhelmshaven

22.5.2009 Dr. Ursula Sager (86)

Schützenstraße 7, 31224 Peine

22.5.2009 Dr. Renate Morich-Conradi (85)

Albert-Sergel-Straße 4, 31224 Peine

22.5.2009 Erich Wilkens (80)

Schulstraße 5, 27607 Langen

24.5.2009 Obermedizinalrätin a. D.

Dr. Dorothee Schümmelfeder (80)

Richard-Wagner-Straße 60, 49076 Osnabrück

26.5.2009 Erich Bloch (87)

Lönsweg 19, 38100 Braunschweig

Auch privat ist der gebürtige Hannoveraner,

heute wohnhaft in Ronnenberg,

begeisterter Heim- (und Garten)

werker. »Derzeit bewirtschafte ich

zwar nur noch einen Balkon, das aber

intensiv.« Ebenso gehört Kochen zu seinen

Freizeitfreuden; gerne bewirtet er

die entsprechenden Gäste dazu. Im Ur-

Gelernt hatte Frau Martin

»auf Datentypistin«. Aber

sie wollte eine Aufgabe

mit noch mehr Möglichkeiten

und Verantwortung.

So absolvierte sie eine Ausbildung

zur Kauffrau für Bürokommunikation

(die sie mit »sehr gut« abschloss)

und nahm am 1.6.1999 ihre Tätigkeit in

der Abteilung 3 (Finanzen) der Zahnärztekammer

Niedersachsen auf. In

diesen Tagen feiert Andrea Martin dort

ihr zehnjähriges Dienstjubiläum.

Sie hat ihre damalige Entscheidung

bis heute nicht bereut. »Für mich ist

das mein Traumjob« erklärt sie leise lächelnd.

»Die Arbeit macht mir einfach

Spaß.« Das glaubt man ihr, denn sie ist

mit ihrer positiven Einstellung nicht

nur in der Abteilung beliebt. Ihr Chef,

Herr Gutsche (übrigens just am Jubiläumstag

selbst seit genau 15 Jahren in

der Kammer), lobt ihre Bereitschaft, bei

auftretenden Problemen nicht sofort

Hilfe abzurufen, sondern selbst nach

Lösungen zu suchen, zumeist auch er-

laub liebt er die Abwechslung. Naturnahe

Ferien stehen oben an, die Seen

des Salzburger Landes haben es ihm

besonders angetan.

Wir gratulieren und wünschen noch

viel Schaffensfreude. Für den Vorstand

Dr. Michael Ebeling l

Traumjob

in der Zahnärztekammer

Andrea Martin

feiert 10-jähriges

Jubiläum

folgreich. Kollegialität, Hilfsbereitschaft

und Teamfähigkeit sind in jeder

Abteilung geschätzt; Frau Martin kann

damit aufwarten.

Die gebürtige und immer noch aus

Überzeugung hier lebende Hannoveranerin

ist stolz auf ihre beiden Söhne –

einer wohnt noch zu Hause und lässt

sich gerne von ihr bekochen; denn »Kochen

ist auch etwas, das mir so richtig

Spaß macht.« Wir wünschen Frau Martin

auch weiterhin so viel Freude.

Für den Vorstand

Dr. Michael Ebeling l

Foto: a. Martin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

man hat sich fast schon an permanente schlechte Nachrichten gewöhnt. Neben

allgemeinen Katastrophenmeldungen, die sich jetzt scheinbar nur noch um die globale

Finanzkrise drehen, gibt es seit Jahren immer wieder Meldungen über katastrophale

Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die weltumspannend auftreten können.

Nach Aids, letztendlich von Affen auf Menschen übertragen, nach BSE bei Schafen und

Rindern, nach SARS, ausgehend von einigen Vogelarten, geht es jetzt ganz aktuell um eine

Erkrankung, bei der Grippeviren die auch Modifikationen von Vogelgrippeviren darstellen,

von Schweinen auf den Menschen übertragen werden können und eine weltweite

Pandemie befürchten lassen. Fast könnte man also meinen, es gäbe nur noch Katastrophen

mit entsprechenden Meldungen. Doch ganz so ist es nicht, denn es gibt auch noch – trotz

der vielen kleinen und großen Katastrophen der (all-)täglichen Praxis auch die kleinen

Freuden, beispielsweise beim Fortbilden mit Büchern. Gute Leseerfolge wünscht

Dr. Eckhard Jung

Die Zahnarztpraxis als Marke –

Qualität sichtbar machen

Einzigartig, erfolgreich und unverzichtbar

sein, wer möchte das

nicht? Egal ob als Mensch oder als

Zahnarzt und Unternehmer. Das Buch

der beiden Autoren gibt dazu praktische

Tipps und Anregungen. Prof. Dr.

Dipl.-Volkswirt Helmut Börkircher ist

neben seiner Hochschultätigkeit auch

in verschiedenen Unternehmensberatungs-

und Gesundheitsmanagement-

Firmen tätig. Bekannt als Herausgeber

und Autor zahlreicher Publikationen

ist er auch maßgeblich beteiligt an

Software-Entwicklungen im Praxis-

und Klinikbereich. Dipl.- Wirtsch.-Ing.

(F.H.) Sabine Nemec ist Fachfrau für

Praxismarketing, Dipl.-Management-

Trainerin und Preisträgerin des Innovationswettbewerbs

2002 des Zukunfts-

Instituts von Matthias Horx. Ihr Experten-Netzwerk

Nemec + Team ist auf die

Image-, Marketing- und Service-Beratung

von Zahnarztpraxen spezialisiert.

In der heutigen Gesundheitswelt

kommt es nicht mehr nur darauf an,

seine Profession ordentlich zu betreiben,

sondern auch wirtschaftliche

Kompetenz zu erwerben, um innerhalb

der großen Konkurrenz bestehen

zu können. Viele der hier zusammengestellten

Verfahrenstipps beherrschen

gute Zahnarzt-Unternehmer sowieso

– sozusagen von Natur aus, doch

in der komprimierten Form und Fülle

bietet das Buch eine gute Hilfe, die ei-

gene Strategie bei der Schaffung einer

einmaligen Praxis(-marke) zu überdenken

und die vorhandene Qualität nach

außen zu kommunizieren. Doch bei alldem

sollte nicht vergessen werden:

ganz ohne fachliche Kompetenz und

Geschicklichkeit geht es bei allem gut

gemeintem und gemachtem Marketing

nicht.

Helmut Börkircher, Sabine Nemec:

Die Zahnarztpraxis als Marke – Qualität

sichtbar machen

Band 1, 2005, 188 Seiten, 39,95, Deutscher

Zahnärzte Verlag Köln, ISBN 978-

3-934280-80-9.

Die Zahnarztpraxis

als Marke – Von No-Name

zur Markenpraxis

Im jetzt erschienenen zweiten Band

aus der Reihe »Die Zahnarztpraxis als

Marke« geht es vor allem darum, die

gut arbeitende kompetente Praxis als

Besonderheit, eben als Marke, am Gesundheitsmarkt

zu etablieren. Dabei

spielen Techniken der Kommunikation

und des Umgangs mit Mitarbeitern, Patienten

und Praxispartnern eine große

Rolle. Stilberatung für die Einrichtung

und richtige Farbensprache der Praxis

ist ebenso angesprochen wie der Umgang

mit Medienvertretern und das

richtige Verhalten bei Presse- und oder

Fernsehterminen. ob man allerdings

als Marken-Zahnarzt ständig die Nähe

zu den Medien suchen muss und ob je-

auf-gelesen

des Mal die Zeit reicht, dem Tipp zu folgen

bei Interviews in weißer Praxiskleidung

diese vorher in Kamillentee zu

spülen, damit das Weiß im Scheinwerferlicht

nicht überstrahlt, muss jeder

für sich entscheiden. Übrigens genauso,

ob der Tipp ernst gemeint ist, oder eher

mit einem Augenzwinkern zu verstehen

ist. Und natürlich, ob dieses Buch

zwingend in den Praxisbücherschrank

gehört – oder eben nicht.

Helmut Börkircher, Sabine Nemec:

Die Zahnarztpraxis als Marke – Von No-

Name zur Markenpraxis Band 2, 2009,

179 Seiten, 39,95, Deutscher Zahnärzte

Verlag Köln, ISBN 978-3-7691-3392-9.

Der Zahnarzt in der

Wirtschaftlichkeitsprüfung

Nicht jeder hat das Glück, im Falle

einer gerichtlichen Auseinandersetzung

wegen Problemen

mit der Wirtschaftlichkeitsprüfung im

Rahmen zahnärztlicher Praxisführung,

sich juristisch kompetent selbst vertreten

zu können. Doch der Autor dieses

Buches, Dr. Klaus oehler aus dem niedersächsischen

osnabrück, beherrscht

beide Professionen und ist vielen Kolleginnen

und Kollegen wegen zahlreicher

Veröffentlichungen zu dieser Thematik

bekannt. Das Buch, das 1997 zum

ersten Mal erschien, liegt jetzt in der

aktuellen dritten Auflage vor. Hinzugekommen

sind das Kapitel zur Plausibilitätsprüfung,

die komplette Überarbeitung

und die Bema-Z-Positionen

Neu. Die ersten zwei Drittel des Buches

beschäftigen sich mit allgemeinen Fragen

und Daten zur Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Das letzte Drittel ist ein Kommentar

zu den Leistungen des Bema-Z

in Bezug auf spezifische Auswirkungen

und Parameter bei der zahnärztlichen

Wirtschaftlichkeitsprüfung. Das Buch

ist seit zwölf Jahren das Standardwerk

zu diesem Thema und gehört definitiv

in das Praxisbücherregal.

Klaus oehler: Der Zahnarzt in der

Wirtschaftlichkeitsprüfung, 3. überarb.

und erw. Aufl. 2009, 403 Seiten, Deutscher

Zahnärzte Verlag Köln, ISBN 978-

3-7691-3366-0.

392 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 393


ZKN amtlich

Aktualisierung der Fachkunde Röntgen

Alle fünf Jahre wieder – wir unterstützen Sie

Dr. Jürgen

Reinstrom

Foto: zkn-arcHiv

Fünf Jahre ist es jetzt

her, seitdem die ersten

Kurse zur Aktualisierung

der Fachkunde

im Röntgen

von der Zahnärztekammer

Niedersachsen angeboten

worden sind. Damals mussten

erstmals Zahnärztinnen

und Zahnärzte nach §18a

Abs. 2 der Röntgenverordnung

ihre Fachkunde auffrischen.

Hierzu wurde die Kol-

legenschaft zu den Röntgenkursen von

der ZKN eingeladen. Jeder Teilnehmer

musste ein Skript als Hausaufgabe

durcharbeiten und anschließend an einer

vierstündigen Fortbildung mit

Wissensüberprüfung teilnehmen.

Nach erfolgreicher Teilnahme wurde

den Zahnärztinnen und Zahnärzten

eine Bescheinigung über die Aktualisierung

der Fachkunde im Röntgen zugeschickt.

Nach der Röntgenverordnung muss

die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz

mindestens alle fünf Jahre

durch die erfolgreiche Teilnahme an einem

von der zuständigen Stelle anerkannten

Kurs oder als geeignet anerkannte

Fortbildungsmaßnahme aktualisiert

werden. Diese Fortbildung

muss mindestens acht Stunden umfassen.

Für das Selbststudium des Röntgenskriptes

werden mindestens vier

Stunden veranschlagt, sodass der Kurs

bzw. die Fortbildungsmaßnahme zur

Auffrischung der Fachkunde nur noch

vier Stunden beträgt. Alle Zahnärztinnen

und Zahnärzte, die im Jahre 2004

ihre Auffrischung der Fachkunde im

Röntgen erfolgreich absolviert oder in

2004 ihre Fachkunde im Strahlenschutz

erworben haben, müssen wiederum

an einem anerkannten Kurs

oder einer geeigneten Fortbildungsmaßnahme

teilnehmen. Andernfalls

verlieren sie die Möglichkeit der rechtfertigen

Indikation und der technischen

Durchführung von Röntgenun-

tersuchungen. Durch die Übersendung

der vom Zahnarzt erworbenen

Bescheinigung über den Erwerb der

Fachkunde im Strahlenschutz an die

Zahnärztekammer, bzw. der Zahnärztlichen

Stelle, ist dieser bekannt, wann

eine Auffrischung der Fachkunde im

Röntgen zu erfolgen hat. Dementsprechend

werden die betroffenen Kolleginnen

und Kollegen von der ZKN angeschrieben

und ihnen wird ein Röntgenkurs

angeboten.

Da der Zahnärztlichen Stelle Röntgen

nicht von jeder Zahnärztin und jedem

Zahnarzt die Bescheinigung des

Erwerbs der Fachkunde im Röntgen

oder auch über die Aktualisierung der

Fachkunde vorliegt, sollte jede Kollegin

und jeder Kollege im eigenen Interesse

nachprüfen, ob eine Auffrischung der

Fachkunde nach § 18a Abs.2 der Röntgenverordnung

ansteht. Sollten Fragen

zu diesem Thema bestehen, sind

Frau Sniehotta von der Zahnärztlichen

Stelle Röntgen (Tel. 0511-83391-117) oder

Herr Göhler von der Zahnärztekammer

Niedersachsen (Tel. 0511-83391-315)

gern behilflich.

In der Zeit von August 2009 bis Januar

2010 werden von der Zahnärztekammer

29 Kurse zur Aktualisierung

der Fachkunde regional in Niedersachsen

veranstaltet. Hierzu werden 2475

Zahnärztinnen und Zahnärzte eingeladen.

Da die maximale Teilnehmerzahl

an den Kursen von der Aufsicht vorgeschrieben

und nicht beliebig erweiterbar

ist, können leider nicht alle Terminwünsche

erfüllt werden. Die Einladungen

werden sehr frühzeitig verschickt.

Sollte ein Zahnarzt an dem vorgeschlagenen

Termin verhindert sein, ist die

Zahnärztekammer gern behilflich, einen

Ersatztermin zu benennen.

Nach dem Zahlungseingang von €

75,00 erhält der Teilnehmer das Röntgen-Skript

zum Selbststudium. Dieses

Skript ist gegenüber 2004 redaktionell

überarbeitet und den gesetzlichen Vorgaben

und technischen Entwicklungen

angepasst worden. Die Ausführungen

über die »Dentale Volumentomographie«

wurden neu geschrieben. Mit

dem Kapitel »Fehlervermeidung«

möchte man der Praxis Hilfestellung

bei der technischen Durchführung von

Röntgenbildern geben. Um eine Wiederholung

vieler technischer Details

aus dem ersten Skript bei der jetzigen

Aktualisierung zu vermeiden, wird das

alte Röntgenskript auf die Homepage

der ZKN gestellt. Dort kann es nachgelesen

und heruntergeladen werden

unter www.zkn.de.

Nach dem Selbststudium des Skriptes

findet am Ende des vierstündigen

Kurses eine schriftliche Kenntnisprüfung

(Multiple-choice-Verfahren) statt.

Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreicher

Teilnahme die Bescheinigung

der Aktualisierung der Fachkunde im

Röntgen von der Zahnärztekammer

Niedersachsen zugesandt.

Bitte beachten Sie:

Die Zahnärztekammer Niedersachsen

möchte nochmals darauf hinweisen,

dass ihr nicht bekannt ist, wann das

zahnärztliche Fachpersonal seine

Kenntnisse im Röntgen auffrischen

muss. Wie bei den Zahnärzten gilt

auch hier das fünfjährige Intervall.

Sollten die Kenntnisse nicht rechtzeitig

aufgefrischt werden, verliert die Mitarbeiterin/

der Mitarbeiter die Berechtigung

zur technischen Durchführung

im Röntgen. Dr. Jürgen Reinstrom l

n Ungültigkeit

von Zahnarztausweisen

Die Ausweise von

Dr. Albrecht Eigenwillig Nr. 5063

Dr. Konstadinos Marku Nr. 5936

Ehrhard Schrader Nr. 1311

Christopher Ziem Nr. 5983

Dr. Martina West-Uhlmann Nr. 2081

Dr. Tina Sachse Nr. 5723

wurden verloren, gestohlen, beziehungsweise

nicht zurückgegeben

und werden für ungültig erklärt.

ZKN l

Wir trauern

um unsere Kollegen

Zahnärztekammer Niedersachsen

Wir sind gerne für Sie da!

Telefon- und E-Mail-Verzeichnis

der Zahnärztekammer Niedersachsen

Adresse:

ZAHNÄRZTEKAMMER NIEDERSACHSEN

Zeißstrasse 11a

30519 Hannover

Postanschrift:

ZAHNÄRZTEKAMMER NIEDERSACHSEN

Postfach 81 06 61

30506 Hannover

n Zentrale

Rita Bartsch, Christina Illhardt

Telefon: (05 11) 8 33 91 ......................................... -0

E-Mail: info(at)zkn.de

n Vorstand

Präsident

Dr. Michael Sereny, msereny(at)zkn.de

Vizepräsident

Dr. Michael Ebeling, mebeling(at)zkn.de

Sekretariat

Assistentin des Vorstandes

Heidrun König, hkoenig(at)zkn.de ............. -102

n Geschäftsführung

Hauptgeschäftsführer

Jürgen Schwarz

Sekretariat

Christine Sinclair, csinclair(at)zkn.de ....... -109

Heike Nagel, hnagel(at)zkn.de ....................... -110

n GOZ

Honorar- und Vermittlungsangelegenheiten

Heike Fries, hfries(at)zkn.de ............................ -115

Birgit Weiss, bweiss(at)zkn.de ....................... -181

n Berufsordnung, Rechtsabteilung

Heike Nagel, hnagel(at)zkn.de ....................... -110

n Pressestelle

Kirsten Eigner, keigner(at)zkn.de ............... -301

Martina Weinberger,

mweinberger(at)zkn.de .......................... -304

n Personalstelle

Julia Meins, jmeins(at)zkn.de ........................ -176

n Technische Dienste

Abteilungsleiter

Wieland Speckmann, wspeckmann(at)zkn.de -361

Sekretariat

Yvonne Fülling, yfuelling(at)zkn.de ......... -366

n Mitgliederverwaltung

Abteilungsleiterin

Heike Hengen, hhengen(at)zkn.de ............... -143

n Zahnärzte A – He

ZFA-Ausbildung

Bez.Stellen Hannover, Oldenburg

Holdine Schattschneider,

hschattschneider(at)zkn.de ..................... -141

n Zahnärzte Hi – Pl

Weiterbildung Oralchirurgie

Agnes Schuh, aschuh(at)zkn.de .................... -142

n Zahnärzte Po – Z

ZFA-Ausbildung

Bez.Stelle Braunschweig, Göttingen,

Hildesheim, Lüneburg

Christa Kohl, chkohl(at)zkn.de ...................... -145

n ZFA-Ausbildung

Bez.Stellen, Osnabrück, Ostfriesland,

Stade, Verden, Wilhelmshaven

Beitragsermäßigungen und

Zuwendungen, Jobbörse

Sabine Koch, skoch(at)zkn.de ........................ -144

n Buchhaltung

Abteilungsleiter

Roland Gutsche, rgutsche(at)zkn.de .......... -121

n Zahnärztliche Stelle

Hildegard Sniehotta, hsniehotta(at)zkn.de -117

Veronika Weissbach,

vweissbach(at)zkn.de ................................ -118

n Ausbildung / Fortbildung,

Zahnärztliches Fachpersonal

Abteilungsleiter

Michael Behring, mbehring(at)zkn.de ...... -302

Sekretariat

Rena Umlandt, rumlandt(at)zkn.de ........... -310

Ausbildung

Michael Behring, mbehring(at)zkn.de ...... -302

Ansgar Zboron, azboron(at)zkn.de ............ -303

n ZAN – Zahnärztliche Akademie

Niedersachsen,

Seminarverwaltung (Referenten)

Strukturierte Fortbildung

Gabriele König, gkoenig(at)zkn.de .............. -313

n ZAN – Zahnärztliche Akademie

Niedersachsen

Seminarverwaltung (Teilnehmer)

Marlis Grothe, mgrothe(at)zkn.de ............. -311

n Dezentrale Weiterbildung,

Dezentrale Fortbildung der Bezirksstellen,

Winterfortbildungskongress

Ansgar Zboron, azboron(at)zkn.de ............ -303

n ZMP – Zahnmedizinische

Prophylaxeassistentin

Karen Schneider, kschneider(at)zkn.de .... -332

n Jugendzahnpflege

Rena Umlandt, rumlandt(at)zkn.de ........... -310

n Praxisführung

Daniela Gaekel, dgaekel(at)zkn.de .............. -123

n Sonderveranstaltungen

(RKI, RöV), Internet-Auftritt

Christian Göhler, cgoehler(at)zkn.de ........ -315

394 · ZK n mit t eilungen · 6 | 20 09 6 | 20 09 · ZK n mit t eilungen · 395

istockpHoto © don saunderson

Dr. Ralf Türk

Grießemer Straße 33, 31812 Bad Pyrmont

geboren am 30.4.1925, verstorben am

18.4.2009

Henning Homeyer

Kirchstraße 1, 49324 Melle

geboren am 29.4.1946, verstorben am

20.4.2009

Dr. Dr. Hans-Hartlieb Beyer

Eugen-Bolz-Straße 1, 31139 Hildesheim

geboren am 17.9.1925, verstorben am

21.4.2009

Dr. Karl Otto Muenk

Schützenwiese 38, 31137 Hildesheim

geboren am 29.1.1922, verstorben am

24.4.2009

Dr. Marek Fischel

Podbielskistraße 360, 30659 Hannover

geboren am 3.5.1949, verstorben am 1.5.2009

Paul Halves

Deisterallee 18, 31785 Hameln

geboren am 11.2.1928, verstorben am

10.5.2009

Dr. Heinrich Rödenbeek

Van-Delden-Straße 23, 48529 Nordhorn

geboren am 18.10.1922, verstorben am

16.5.2009

Zahnärztekammer Niedersachsen

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nicht gut bestellt. 44 Prozent der befragten In­

kasso­Unternehmen sind der Meinung, dass sich

das Zahlungsverhalten der privaten Schuldner

im letzten halben Jahr verschlechtert hat. Nur

sechs Prozent sehen eine Verbesserung der Zahlungsmoral. Die

beiden wichtigsten Gründe für das Nichtbezahlen offener Rech­

nungen sind Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Eine Besse­

rung der Zahlungsmoral ist angesichts der Wirtschaftskrise

kaum zu erwarten. Im Gegenteil: 78 Prozent der Befragten ge­

hen davon aus, dass sie sich bis Ende 2010 bei privaten und ge­

werblichen Schuldnern weiter verschlechtern wird. Globus l

Raum HB-OL

Wir (3 ZÄ) expandieren und

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30519 Hannover

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BANKINSTITUT .........................................................................................................................................

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auf Wunsch erscheint ihre anzeige gleichzeitig mindestens vier Wochen lang auch im internet unter www.zkn.de

Kleinanzeigen erscheinen einfarbig schwarz als fortlaufender Text

ohne Hervorhe bungen. Bitte tragen Sie Ihren gewünschten Text in

Druckschrift in die untenstehenden Kästchen ein, für jeden Wortzwischenraum

und jedes Satzzeichen bitte ein Feld benutzen. Die Anzahl

der (angefangenen) Zeilen und damit den Preis Ihrer Anzeige bestimmen

Sie selbst. Soll Ihre Anzeige unter Chiffre und/oder zusätzlich für

mindestens vier Wochen auch im Internet erscheinen, so rechnen Sie

zum Zeilenpreis noch die jeweilige Gebühr hinzu. – Für alle Kleinanzeigenaufträge

ist Ihre Einzugsermächtigung für den Bankeinzug erforderlich.

Annahmeschluss für Kleinanzeigen ist der 22. des Monats vor

Erscheinen der Zeitschrift.

Bitte veröffentlichen Sie folgende Kleinanzeige n nur einmal n in den nächsten ............. Ausgaben

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zzgl. 10,– EUR ...................... EUR

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(www.ZKn.de) erscheinen, zzgl. 10,– EUR ...................... EUR

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zzgl. 19 % MwSt. ...................... EUR

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Zusammen mit der Rechnung wird Ihnen ein Druckmuster zugesandt.

Rechnungslegung und Bankeinzug erfolgt im Auftrag des Herausgebers über die

Weidmüller Design & Media Agentur.

Telefax Kleinanzeigen: (05 11) 8 33 91-106


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2009

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• Dreidimensionale Diagnostik – Mehr Sicherheit bei der Befunderhebung.

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Die Seitenangaben beziehen sich auf das Hauptheft.

Beilage zu den ZKN MitteiluNgeN

H 46427

JUNI 20 0 9

6|09

Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen Zahnärzte

Die Seiten für das zahnärztliche Fachpersonal · Juni 2009

Großplakat in der Innenstadt von Hannover

Aktions-Plakate in der Heftmitte:

»Wechselrahmen für den

Wechsel«


Editorial

2

Europa: Wahlen

Die Europa-Wahlen in den 27 Staaten der

Europäischen Union, die sich mittlerweile von

Portugal bis Finnland und von Irland bis Bulgarien

erstreckt, sind in der Zeit vom 4. bis 7. Juni

gelaufen. Die Beteiligung war gering, für viele

kritische Beobachter sogar mäßig. Den Bürgern in

den beteiligten Ländern ist Brüssel oder

Strassburg zu weit entfernt, um die Bedeutung

dieser Wahlen für ihr tägliches Leben erkennen zu

können. Dabei spüren wir überall die Auswirkungen

der europäischen Gesetzgebung; auch bei uns in den

Praxen: zum Beispiel bei den Hygienevorschriften,

der Berufsausbildung, dem Arbeitsrecht etc.

»Wer die Wahl hat, hat die Qual«, lautet ein

volkstümliches Sprichwort. Der Gang zur Wahlurne

im Wahllokal ist für die meisten Bürger kein

großer Aufwand, dennoch kann er als unangenehme

Unterbrechung des sonntäglichen Zeitablaufes

gesehen werden.

Wer wählen darf, kann sich allerdings auch

gewisser Freiheiten erfreuen, die vielen Bürgern

in totalitären Staaten verweigert werden. Das

Wahrnehmen dieser Freiheit bedeutet aber auch,

Verantwortung zu übernehmen für sich und die

Gesellschaft in der man lebt. Daher sollten wir

die Chancen, die uns die Demokratie (»Herrschaft

des Volkes«) gibt auch nutzen und unser Wahlrecht

in Anspruch nehmen.

Falls Sie es dieses Mal nicht getan haben, tun Sie

es am 27. September dieses Jahres. Dann haben wir

alle eine weitere und noch größere Chance, die

Politik in unserem Staat zu beeinflussen. Dann wird

in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Der

Wahlkampf hat schon begonnen.

Dr. Karl-Hermann Karstens

Dr. Karl-Hermann Karstens

Geb.-Nr.

220 GOZ

Versorgung eines Zahnes oder

Implantates durch eine Vollkrone

(Tangentialpräparation)

Geb.-Nr. 221 GOZ

Versorgung eines Zahnes durch eine

Vollkrone (Hohlkehl- oder Stufenpräparation)

Geb.-Nr. 500 GOZ

Versorgung eines Lückengebisses

durch eine Brücke oder Prothese: je

Pfeilerzahn oder Implantat als Brücken-

oder Prothesenanker mit einer

Vollkrone (Tangentialpräparation)

Geb.-Nr. 501 GOZ

Versorgung eines Lückengebisses

durch eine Brücke oder Prothese: je

Pfeilerzahn als Brücken- oder Prothesenanker

mit einer Vollkrone (Hohlkehl-

und Stufenpräparation) oder

Einlagefüllung

Verblockte Kronen im Brückenverband,

die nicht dem Brückenglied

benachbart sind, werden nicht mit

den Geb.-Nrn. 500/501 GOZ berechnet.

Angesetzt werden für diese

Kronen die Geb.-Nrn. 220/221 GOZ.

ZKN SPECIAL · 6 | 2009

Gesprächskultur

Auf dem Weg von der persönlichen zur

virtuellen Kommunikation?

Veränderungen der Gesprächskultur in Deutschland

Die modernen Kommunikationstechnologien

verändern die Kommunikationskultur

und haben

in den letzten Jahren zu

einer Auseinanderentwicklung der

Kommunikationswelten der verschiedenen

Generationen geführt.

Das zeigt eine Untersuchung, die das

INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE AL-

LENSBACH im Auftrag von BILD der

FRAU und der Firma JACOBS durchgeführt

hat.

Während zwei Drittel der 30- bis

44-Jährigen und rund 70 Prozent der

45-Jährigen und Älteren das persönliche

Gespräch als die angenehmste

Form empfinden, um sich mit anderen

auszutauschen, ist dies nur bei

der Hälfte der 20- bis 29-Jährigen

und gerade einmal bei 36 Prozent

der Unter-20-Jährigen der Fall.

Statt sich von Angesicht zu Angesicht

zu unterhalten, telefonieren Unter-

20-Jährige lieber ausführlich,

smsen, chatten oder schreiben sich

E-Mails. Zwei Drittel der Unter-20-

Jährigen chatten gern im Internet,

52 Prozent telefonieren gerne ausgiebig;

ebenso viele schreiben am

liebsten eine SMS, wenn sie ihren

Freunden schnell etwas mitteilen

möchten. Das Internet hat auch zu

einer Renaissance der schriftlichen

Kommunikation geführt. Zwar

schrei ben nur 11 Prozent der Unter-

20-Jährigen gerne Briefe, 47 Prozent

jedoch gerne E-Mails. Damit kommunizieren

sie weitaus mehr auf

schriftlichem Wege als die mittlere

oder ältere Generation. Von den

60-Jährigen und Älteren schreiben

nur drei Prozent gerne E-Mails, aber

auch nur 20 Prozent gerne Briefe.

Junge SMS-Fans: ungeduldiger

und oberflächlicher

Die präferierten Kommunikationswege

beeinflussen auch die Kommunikationsstile

und -inhalte. Eine getrennte

Analyse von 14- bis 19-

Jährigen, die mit ihren Freunden besonders

gern via SMS Kontakt halten,

und Gleichaltrigen, die andere Kommunikationswege

präferieren, zeigt,

dass die SMS-Fans wesentlich ungeduldiger

sind. Jeder dritte jugendliche

SMS-Anhänger wird bei längeren

Gesprächen schnell ungeduldig,

dagegen nur jeder Fünfte von den

Gleichaltrigen, die lieber auf anderem

Wege kommunizieren. 14- bis

19-Jährige, die andere Kommunikationswege

präferieren, wundern sich

dagegen weit überdurchschnittlich

über die Oberflächlichkeit und

Belanglosigkeit vieler Gespräche,

haben überdurchschnittlich Meinungsführerqualitäten

und geben

eher auch Persönliches von sich

preis.

Gesellschaftliche

Gesprächsthemen für

die Bevölkerung nur

zweitrangig

Generell dominieren die »Nahthemen«

die persönliche Kommunikation.

73 Prozent der gesamten Bevölkerung

unterhalten sich häufiger

über Neuigkeiten aus dem Freundes-

und Bekanntenkreis, 66 Prozent über

Ereignisse des Alltags, 62 Prozent

über die Familie, 58 Prozent über

Beruf, Urlaub und Reisen. Auch

medizinische Fragen, Neuigkeiten

aus der Nachbarschaft und aus der

näheren Umgebung, Ernährung und

Zukunftspläne gehören zu den Themen,

über die sich die Mehrheit der

Bevölkerung häufiger unterhält. Politik

und Wirtschaft oder auch Umweltthemen

spielen demgegenüber

eine deutlich untergeordnete Rolle –

es sei denn in einer Ausnahmesituation,

wie sie zurzeit gegeben ist. Aktuell

führt der neue amerikanische

Präsident die Gesprächsthemen an,

gefolgt von der Wirtschaftskrise.

6 | 2009 · ZKN SPECIAL 3


Die Enttabuisierung der

Intimsphäre – eine Fiktion

So gern die große Mehrheit über

eigene Erlebnisse und Erfahrungen

spricht, gibt es trotzdem Tabufelder,

über die die Mehrheit kaum mit anderen

sprechen mag, selbst nicht mit

guten Freunden und engen Angehörigen.

Obwohl die Medien teilweise

die Enttabuisierung der Intimsphäre

suggerieren, steht Sexualität ungebrochen

an der Spitze der Themen,

über die die Bevölkerung kaum mit

anderen sprechen mag. Die Abneigung,

sich über dieses Thema mit

anderen auszutauschen, hat sich in

den letzten Jahren sogar verstärkt.

2005 zählten 61 Prozent der Bevölkerung

Sexualität zu den Themen,

über die man sich nur ungern mit

anderen austauscht, heute 64 Prozent.

Auch die Abneigung, über Beziehungsprobleme

mit anderen zu

kommunizieren, hat zugenommen

wie auch der Wunsch, die finanzielle

Umfrage:

BMW-Fahrer

sind sexier

als Käfer-

Fahrer

Mit dem Fahrer welches

Wagens würden Sie an

einer roten Ampel flirten?

Diese Frage stellte

die Online-Partnervermittlung Elite-

Partner.de über 4000 Singles. Das

Ergebnis: Fahrer eines BMW Cabrio

haben die größten Flirtchancen.

Männer und Frauen haben dabei

ganz unterschiedliche Vorlieben:

Intimsphäre abzuschotten. 61 Prozent

der Bevölkerung möchten mit

anderen nicht über ihre finanzielle

Lage sprechen, 48 Prozent auch

nicht, wenn sie ausgesprochene

Geldsorgen haben. Lediglich die

Männer stehen auf Fahrerinnen von

Kleinwagen, Frauen auf teure Karren.

Top 5 der Flirt-Mobile

1. BMW Cabrio (41 Prozent)

2. Oldtimer (38 Prozent)

3. Jeep (29 Prozent)

4. Mercedes (26 Prozent)

5. VW Käfer (25 Prozent)

Unter-20-Jährigen sind in dieser

Beziehung wesentlich unbefangener

und benennen insgesamt weniger

Tabuthemen.

WWW.MED-DENT-MAGAZIN, 05/2009

FOTO: BMW

Frauen stehen auf

BMW-Fahrer

Frauen achten selbst bei der Wahl

ihres Flirtpartners auf den Status:

Jede Zweite flirtet am liebsten mit

dem Fahrer eines BMW Cabrios.

Dagegen findet nur jeder dritte Mann

die Fahrerin dieses Gefährts sexy.

Auch ein Mercedes hat nur bei Männern

Sex-Appeal: Jede dritte Frau

würde mit seinem Fahrer flirten,

aber nur 13 Prozent der Männer.

Männer flirten mit

Twingo-Fahrerinnen

41 Prozent der Männer flirten am

liebsten mit Fahrerinnen von Kleinwagen

à la Twingo oder Mini. Dagegen

stehen nur zwölf Prozent der

Frauen auf Besitzer eines solchen

Vehikels. Und jeder vierte Mann findet

Smart-Fahrerinnen sexy, aber

nur jede zehnte Frau.

WWW.MED-DENT-MAGAZIN.DE, 05/2009

Weise werden

Wie man die Kunst des guten Lebens erlernt

Feste Werte, ein ausgewogenes

Urteilsvermögen

und die Kraft, Krisen zu

meistern, diese positiven

Eigenschaften wünscht

sich wohl jeder. Wie die Zeitschrift

VITAL berichtet, kann tatsächlich jeder

einzelne seine persönliche Weisheit

durch etwas Übung schulen und

verbessern. »Weisheit ist das Wissen

über Wege und Mittel, ein gutes Leben

zu führen und Zusammenhänge

zu verstehen«, formuliert der Weisheitsexperte

Paul Baltes.

Fähigkeiten wie Geduld und

Durchhaltevermögen sind jedoch in

unserer hektischen, globalisierten

Welt weitgehend abhanden gekommen,

bei vielen dominieren Unsicherheit

und Angst das Lebensge-

fühl. Der Anteil an Jugendlichen, die

an Depressionen erkranken, steigt

seit Jahren steil an, und auch die

Generation 30+ hat oft keine zufriedenstellende

Orientierung im Leben

gefunden. Wer sich jedoch weigert,

wichtige Lebensentscheidungen zu

treffen, weil er die Konsequenzen

scheut, nimmt sich zugleich die

Möglichkeit, an diesen Lebensaufgaben

zu wachsen.

Eine Studie über jüngere Erwachsene,

die Familie und Beruf vereinbaren

mussten, zeigt den Wert weiser

Fähigkeiten. Wer innerlich eine

klare Entscheidung getroffen hatte,

ob Beruf oder Familie wichtiger ist,

war zufriedener mit seinem Leben

als die Befragten, die beiden Lebensbereichen

gleichermaßen ge-

Lebensart

recht werden wollten. Als weiterer

Garant für Zufriedenheit erwies sich

in Untersuchungen die Fähigkeit,

das Gute im Leben bewusst anzuerkennen.

Menschen, die wichtigen

Personen in ihrem Leben einen Dankesbrief

schrieben oder am Abend

die positiven Erlebnisse des Tages

notierten, hatten ein überdurchschnittlich

gutes Lebensgefühl.

Wer weiser als bislang handeln

und leben will, muss sich aktiv darum

kümmern. Denn nur bis zum

etwa 25. Lebensjahr wächst unsere

Lebensklugheit von allein. Danach

gilt es, sich einen neugierigen interessierten

Blick auf die Welt zu bewahren

und aus Erlebnissen zu lernen.

Dazu gehört beispielsweise die

Erkenntnis, dass es nicht die eine,

einzige Wahrheit gibt. Weise Menschen

sind in der Lage, sich in ihr Gegenüber

hineinzuversetzen und Probleme

aus einer anderen Perspektive

zu betrachten. Sie wissen, dass Krisen

zum Leben gehören und können

auch Niederlagen nach einer Weile in

ihr gesamtes Leben einsortieren.

WWW.MED-DENT-MAGAZIN.DE, 05/2009

4 ZKN SPECIAL · 6 | 2009 6 | 2009 · ZKN SPECIAL 5

FOTO: CFW-ARCHIV / INGCHYSS

S T E L L E N A N Z E I G E

Die Zahnärztekammer Niedersachsen versteht sich als

modernes serviceorientiertes Dienstleistungsunternehmen

der niedersächsischen Zahnärzteschaft.

Eine unserer Kernaufgaben ist in diesem Zusammenhang

die Fortbildung unserer Mitglieder und deren Personal

in der Zahnärztlichen Akademie Niedersachsen

(ZAN).

In diesem Zusammenhang suchen wir zum 1.9.2009 oder

früher einen

Mitarbeiter (m/w)

für unsere Zahnärztliche Akademie Niedersachsen

in Vollzeit.

Das Aufgabengebiet umfasst unter anderem:

n die Referententätigkeit in unseren Fortbildungslehrgängen

und Seminaren,

n Vorbereitung und Betreuung von praktischen Seminarveranstaltungen,

n Administrative Aufgaben,

n Seminarbetreuung.

nagement, Untersuchungen zur Patientenzufriedenheit

und andere grund-

fizierung nach ISO 9001 auf

ein über das geforderte Maß

Unser Anforderungsprofil:

n Abschluss als DH, ZMF oder ZMP

n seriöses und sicheres Auftreten,

n gute Umgangsformen,

n strukturierte Arbeitsweise,

n flexibel und belastbar,

n gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift,

n sicher in der Anwendung von MS-Office.

Das komplexe Aufgabengebiet erfordert darüber hinaus

eine schnelle Auffassungsgabe, hohe Einsatzbereitschaft,

selbstständige Arbeitsweise, Zuverlässigkeit und

Verantwortungsbewusstsein.

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbungsunterlage

mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung.

Zahnärztekammer Niedersachsen

Frau Julia Meins

Zeißstraße 11a

30519 Hannover

E-Mail: jmeins@zkn.de


Zahnärztliche Akademie Niedersachsen

SEMINARPROGRAMM

für Zahnärztliches Fachpersonal und Praxiszahntechniker

Zahnärztekammer Niedersachsen

Zeißstraße 11a · 30519 Hannover

Telefon (05 11) 8 33 91-311 · Telefax (05 11) 8 33 91-306

Ansprechpartner: Marlis Grothe

14.8.2009 F 0937

Mein Kind soll es einmal besser haben –

Kinderprophylaxe spielend vermitteln Neu

drs. Johanna Maria Kant, Oldenburg

Freitag, 14.8.2009 von 9.00 bis 16.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 20.6.2009

Seminargebühr: 175,– €

14./15.8.2009 F 0933

Der Einstieg in die professionelle Zahnreinigung

Genoveva Schmid, Berlin

Freitag, 14.8.2009 von 14.00 bis 18.00 Uhr/

Samstag, 15.8.2009 von 9.00 bis 16.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 20.6.2009

Seminargebühr: 375,– €

21.8.2009 F 0934

Akupunktur und Akupressur in der Zahnmedizin mit

konkreten Vorschlägen zur Selbstbehandlung im

Rahmen der Akupressur Neu

Prof. h.c. VRC Dr. Winfried Wojak, Horn-Bad Meinberg

Freitag, 21.8.2009 von 14.00 bis 18.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 20.6.2009

Seminargebühr: 95,– €

22.8.2009 F 0935

Learning by doing

Arbeits-Grundkurs für die Bema-Positionen FU und IP 1, IP 2 und

IP 4

Sabine Sandvoß, Hannover

Samstag, 22.8.2009 von 9.00 bis 18.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 20.6.2009

Seminargebühr: 145,– €

28.8.2009 Z/F 0943 6 Fortbildungspunkte

Abrechnung von A-Z für Berufseinsteiger, -umsteiger

und -wiedereinsteiger – Teil 1

Dr. Ute Matschinske, Münchenbernsdorf

Freitag, 28.8.2009 von 9.00 bis 16.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 26.6.2009

Seminargebühr: 120,– €

29.8.2009 Z/F 0945 6 Fortbildungspunkte

Abrechnung von A-Z für Berufseinsteiger, -umsteiger

und -wiedereinsteiger – Teil 2

Dr. Ute Matschinske, Münchenbernsdorf

Samstag, 29.8.2009 von 9.00 bis 16.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 27.6.2009

Seminargebühr: 120,– €

29.8.2009 F 0936

Scaling

Die bedarfsgerechte, befundabhängige professionelle

Zahnreinigung – Dentiküre praktisch

Sabine Sandvoß, Hannover

Samstag, 29.8.2009 von 9.00 bis 18.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 27.6.2009

Seminargebühr: 195,– €

4.9.2009 Z/F 0948 4 Fortbildungspunkte

Qualitätsmanagement und Hygiene Neu

Prof. Dr. Peter Jöhren, Bochum

Freitag, 4.9.2009 von 14.00 bis 18.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 4.7.2009

Seminargebühr: 75,– €

5.9.2009 F 0938

Fit sein – für die Alterszahnheilkunde Neu

Solveyg Hesse, Otter

Samstag, 5.9.2009 von 9.00 bis 17.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 4.7.2009

Seminargebühr: 110,– €

11.9.2009 F 0939

Qualitätsmanagement: praktische Umsetzung durch die

Praxismitarbeiter/innen

Brigitte Kühn, Tutzing

Freitag, 11.9.2009 von 9.00 bis 17.00 Uhr

Für Frühbucher bis zum 10.7.2009

Seminargebühr: 195,– €

Warum Lügen

lebensnotwendig sind

Ob Flunkereien aus Höflichkeit oder kleine Schwindeleien,

um besser dazustehen – kleine Alltagslügen kennt jeder.

Wie die Frauenzeitschrift FÜR SIE berichtet, sagen wir

bis zu zweihundertmal am Tag die Unwahrheit. Laut dem

Wiener Soziologen Peter Stiegnitz ein völlig normales

Verhalten. »Lügen ist erlaubt – und auch nützlich –, soweit man mit

der Lüge einem anderen Menschen bewusst keinen Schaden zufügt.«

Schließlich würde ohne Lügen jegliche Kommunikation und Gemeinschaft

zusammenbrechen. Wer jedem seine ehrliche Meinung ins

Gesicht sagt, hat rasch keine Freunde mehr.

Auch Kinder lernen das Lügen früh. Bewusst tun sie es bereits ab

vier Jahren. Unterschiede gibt es bei den Geschlechtern: Männer

flunkern häufiger als Frauen – meist um sich in ein besseres Licht zu

rücken. Frauen dagegen sind sozialer, schummeln eher zum Wohlbefinden

anderer.

Laut Experte Stiegnitz lügen wir besonders oft im Job. Fehler

werden mit fadenscheinigen Ausreden kaschiert oder auf Kollegen

abgewälzt, bei Bewerbungsgesprächen und Verhandlungen wird taktisch

getäuscht. Zugleich ist Lügen auch eine Frage der Kommunikationsart:

Im direkten Face-to-Face-Gespräch wird eher selten geschwindelt,

am Telefon dafür umso mehr. Per E-Mail dagegen wird

wenig gelogen, da die Gefahr, im Nachhinein entlarvt zu werden,

bleibt.

Tröstlich: Die meisten Lügen sind nicht geplant, die Mehrzahl besteht

aus Übertreibung oder dem Weglassen von Informationen. Ob

wir die Flunkereien verwerflich oder tolerierbar finden, hängt stark

von den zugrunde liegenden Motiven ab. Lügen zur Manipulation werden

deutlich schärfer verurteilt als Notlügen, die oft dem Taktgefühl

geschuldet sind. WWW.MED-DENT-MAGAZIN.DE, 05/2009

Männer flunkern

häufiger als Frauen –

meist um sich in ein

besseres Licht zu

rücken. Frauen

dagegen sind sozialer,

schummeln eher zum

Wohlbefinden anderer

FOTO: CFW-ARCHIV / INGDMYFS

ZahNärZtetag ’09

ZahNärZtetag

PD Dr. rainer

Buchmann,

Düsseldorf

Parodontologie:

Zeitgemäß und

patientengerecht

Prof. Dr. Dr. henning

Schliephake,

göttingen

Erkennung bis

zur Therapie – Mundhöhlenkarzinom

Prof. Dr. Lothar

Pröbster, Wiesbaden

Adhäsiv befestigte

indirekte Restaurationen.

Vom Inlay bis zur

Klebebrücke – eine

kritische Bestandsaufnahme

aus der

Sicht der Praxis

Betül hanisch,

Freiburg

Erscheinungsbild und

Umgangsformen

ZMF- uND

ProPhyLaxe-

KoNgreSS

Sabine Bertzbach,

Bremen

Ängstlicher Patient

Jiri Sedelmayer,

hamburg

Die Auswahl von

Hilfsmitteln zur

mechanischen

Plaque kontrolle

PD Dr. rainer

Buchmann,

Düsseldorf

Parodontologie interdisziplinär.

Relevanz

für die Praxis

Betül hanisch,

Freiburg

Erscheinungsbild und

Umgangsformen

herbert Prange,

thomasburg

Elegante Psychologie

für die Praxis und das

halbe Leben

Wie auch 2007

führen die

ZahnärztekammernNiedersachsen

und

Bremen den

Zahnärztetag

mit angeschlossenem

ZMF-

und Prophylaxe-

Kongress durch

26. September

2009

Congress

Centrum

Bremen

6 ZKN SPECIAL · 6 | 2009 6 | 2009 · ZKN SPECIAL 7

Zahnärztekammer

Niedersachsen


Schon gewusst?

8

Vorbild Mittelmeerkost

Essen wie in den südlichen Ländern hält länger gesund.

Mediterrane Kost senkt das Risiko, an einer der großen

Volkskrankheiten zu sterben oder an Alzheimer und

Parkinson zu erkranken. Das ergab, einem Bericht der

»Apotheken Umschau« zufolge, die Auswertung von

12 großen Studien mit insgesamt mehr als 1,5 Millionen

Menschen durch Wissenschaftler der Universität Florenz.

Zur Mittelmeerkost zählen insbesondere Gemüse, Obst,

Hülsenfrüchte, Getreide, Fisch, Olivenöl und mäßiger

Rotweinkonsum. Bei jenen, die sich so ernähren, war

die Gesamtsterberate um neun Prozent niedriger, Herz-

Kreislauf-Erkrankungen forderten neun Prozent, Krebs

sechs Prozent weniger Opfer. Das Alzheimer- und Parkinsonrisiko

war um 13 Prozent verringert.Quelle: http://

www.gesundheitpro.de MED-DENT-MAGAZIN, 2/2009

Jugendliche Veganer bedroht

Sie haben oft brüchige Knochen

Unter den 600.000 deutschen Veganern sind auch viele

Schüler. Einer Studie zufolge neigten jugendliche Veganer

wegen niedriger Calcium-Aufnahme zu brüchigen Knochen,

so die Zeitschrift Unicum-Abi. Besonders bedroht

seien Mädchen, die mehrere Diäten kombinierten.

Sonnenstudio-Besuch

unter 18 Jahren wird verboten

Die Bundesregierung will nach einem Zeitungsbericht

den Besuch von Sonnenstudios für Kinder und Jugendliche

unter 18 Jahren verbieten. Einen entsprechenden

Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums werde

das Kabinett beschließen, berichtete die »Braunschwei-

FOTO: CFW-ARCHIV / INGGO

ger Zeitung« (11.3.2009). Besonders für Kinder und

Jugendliche erhöhe sich das Hautkrebsrisiko, wenn sie

künstlicher UV-Bestrahlung ausgesetzt werden, heiße

es in der Gesetzesbegründung.

Die Belastungen seien mitentscheidend für Hautkrebserkrankungen

im Erwachsenenalter. Dennoch

»gehört für viele Jugendliche der regelmäßige Gang ins

Sonnenstudio bereits zum Alltag«. Sonnenstudio-Betreibern,

die gegen das Verbot verstoßen, drohe ein Bußgeld

von bis zu 50.000 Euro. WWW.FACHARZT.DE, 11.3.2009

Die richtige Zeit für Arznei

Da die Wirkung eines Medikaments auch davon abhängt,

wann es eingenommen wird, sollten Patienten stets die

Hinweise der Packungsbeilage befolgen, betont Professor

Martin Schulz von der Bundesvereinigung Deutscher

Apothekerverbände ABDA. »Vor dem Essen« umfasse

den Zeitraum von einer bis zu einer halben Stunde vor der

Mahlzeit. Lautet die Anweisung »nach dem Essen«, sollten

mindestens zwei Stunden bis zur Einnahme vergehen.

In Zweifelsfällen empfiehlt es sich, den Arzt oder Apotheker

um Rat zu fragen. APOTHEKEN UMSCHAU

Vermeidbarer früher Tod

Ungesunder Lebensstil ist Ursache für jeden zweiten

Sterbefall in mittleren Jahren

Wenn Frauen bereits im mittleren Lebensalter sterben,

lässt sich dies in jedem zweiten Fall auf Rauchen, Übergewicht,

Bewegungsmangel oder ungesunde Ernährung

zurückführen, berichtet die »Apotheken Umschau«. Dies

ergibt sich aus der britischen Krankenschwester-Studie,

für die Daten von knapp 78000 Frauen langfristig ausgewertet

wurden.

Von den Teilnehmerinnen, die zum Studienbeginn

1980 weder an Herz-Kreislauf-Krankheiten noch an

Krebs litten, waren 24 Jahre später 8882 gestorben – die

Hälfte an Krebs, der mit Abstand häufigsten Todesursache

vor Herz-Kreislauf-Leiden. Nach den Berechnungen

der Forscher trug das Rauchen mit 28 Prozent Anteil am

stärksten zu den Todesfällen bei. Quelle: Wort und Bild –

Apotheken Umschau – http://www.gesundheitpro.de/

H 46427

JUNI 20 09

6|09

Die monatliche Zeitschrift für alle niedersächsischen Zahnärzte

Aktions-Plakate in der Heftmitte:

Großplakat in der Innenstadt von Hannover

»Wechselrahmen für den

Wechsel«

MED-DENT-MAGAZIN, 2/2009

Das ZKN-SPECIAL ist eine Beilage zu den

monatlich von der Zahnärztekammer Niedersachsen

herausgegebenen »ZKN MITTEILUNGEN«.

REDAKTIONSANScHRIFT:

Zahnärztekammer Niedersachsen,

Redaktion »ZKN MITTEILUNGEN«,

Zeißstraße 11a, 30519 Hannover.

Tel. (05 11) 8 33 91-301

Fax (05 11) 8 33 91-106

ZKN SPECIAL · 6 | 2009

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