Taxi Times München - Juni 2018

taxitimes

JUNI / JULI 2018 3,50 €

www.taxi-times.taxi

MÜNCHEN

BITTE

WEITERSAGEN:

OHNE TAXI GEHT

ES NICHT

UBER AM FLUGHAFEN

Der tägliche

Gesetzesverstoß

TECHNIK IM FAHRZEUG

Neue Geräte bei

IsarFunk

KARLHEINZ WÖLFLE

»Mein E-Taxi funktioniert

im Schichtbetrieb«


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Radio „Composition Media“, Taxi-Mietwagen-Sitzpaket Kunstleder, 2 Kindersitze mit Seitenhalt und Seitenkopfstütze, Sitzbezüge

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EDITORIAL + INHALT

ALTERNATIVE ZUM KOPFSCHÜTTELN

Den Kopf leicht von rechts nach links zu bewegen, ist eine typisch

menschliche Geste, wenn man etwas überhaupt nicht verstehen

kann. Beim Lesen dieser Ausgabe könnte Ihnen genau das des

Öfteren passieren. Zum Beispiel, wenn Sie unsere Reportage über

die systematische Umgehung der Rückkehrpflicht lesen (S. 8).

Eine Stunde hat genügt, um den Betrug aufzudecken. Die Uber-

Partner wissen genau, mit welchen Ausreden sie und ihre Fahrer

einer möglichen Sanktion entkommen können.

Nicht weniger ungläubig lässt uns die Geschichte aus Wien

zurück (S. 12), wo die UberX-App verboten wurde und trotzdem

nur drei Tage später schon wieder online ging. Was seitdem passiert,

erinnert sehr an die Münchner Vorgehensweise. Uber weiß

genau, dass Behörden ihrer Kontrollpflicht nicht nachkommen

wollen bzw. nicht können.

Man kann in diesem Zusammenhang durchaus von einer Kapitulation

des Rechtsstaats sprechen, besonders dann, wenn die

Politik den Mangel dadurch kompensieren will, dass man die

Taxigesetze verändert, anstatt dafür zu sorgen, dass geltendes

Recht angewandt wird.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Geschickte und

teuer finanzierte Lobbyarbeit der digitalen Heilsbringer erreicht

die politischen Empfänger. Das Taxigewerbe muss dem eine ausführliche

Aufklärungskampagne entgegensetzen. Das ist nicht nur

Sache der Verbände, das ist Aufgabe eines jeden Einzelnen.

Jeder kann die Argumente, die bedingungslos für das Taxi sprechen,

weitersagen. Nicht nur an die Politiker, sondern an die Fahrgäste.

Denn sie werden am meisten darunter leiden müssen, wenn

irgendwann einmal das Taxi in dieser Form nicht mehr existiert.

Unsere Titelstory „Bitte weitersagen“ (S. 5) ist kein Beitrag

unserer Redaktion. Es ist die gemeinsame Meinung der Münchner

und Berliner Taxifahrerinnen und Taxifahrer, entstanden aus einer

Initiative der Kollegin Anita Marzini. Einer Kollegin, die 54 Jahre

alt ist und die ihren Job wenigstens bis zur Rente ausüben will

und eventuell danach noch tageweise als Ergänzung, „weil mir

diese Arbeit immer noch Spaß macht“.

Übrigens: Kopfschütteln ist auch eine Geste des Nein-Sagens.

Je mehr Taxifahrer und Fahrgäste den Kopf schütteln, umso deutlicher

wird das die Politik wahrnehmen. In diesem Sinne wünschen

wir gute Unterhaltung beim Lesen und vollen Elan beim

Weitersagen.

INHALT

PERSONEN

4 Drei, die für ein faires Taxi kämpfen

TITELTHEMA

5 Bitte weitersagen: Brandbrief an

Politiker und Taxikunden

6 Warum die Rückkehrpflicht bleiben muss

WETTBEWERB

8 Rundfahrt: Wo am Flughafen überall

Uber-Fahrer warten

12 UberX: Wien wird wie München

6 Ride-Sharing: MVG lässt den Tiger frei

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

16 Tarifantrag fordert maßvolle Erhöhung

17 Fiskaltaxameterlösungen aus Berlin

ISARFUNK TAXIZENTRALE

18 Datenfunk neu definiert

18 IsarFunk: Multifunktionale Webpräsenz

E-Taxis

22 Taxiunternehmer Wölfle: „Mein E-Taxi

funktioniert im Schichtbetrieb“

25 Inklusionstaxi: Neues zum Zeitplan

NOCH MEHR TAXI TIMES

26 Spannendes aus Taxi Times DACH

26 Impressum

– die Redaktion –

GRAFIK: Raufeld Medien FOTO: Taxi Times

Autorisierte Kundendienste von

HALE electronic in München und Freising:

ER-TAX GmbH, Taxiausrüstung, Frankfurter Ring 97, 80807 München

KFZ Fuhrparkservice Hefele, Hans-Preißinger-Str. 8, 81379 München

Christian Kugler Taxameterservice, Pilotystraße 10, 80538 München

K & G Technik, Handels und Service GmbH, Occamstraße 20, 80802 München

A & S Kfz-Service, Kfz-Meisterwerkstatt Öztürk Gdbr, Erdinger Straße 43, 85356 Freising

TRAUMCAR-AUTOVERMIETUNG und Taxiverleih GmbH, Engelhardstraße 6, 81369 München

ACHTUNG: Die Firma Adler Taxameter & Funktechnik, Heidemannstraße 37, 80939 München, ist kein autorisierter HALE-Kundendienst. Dieses Unternehmen ist

nicht berechtigt, an eichpflichtigen Taxametern und Wegstreckenzählern der Firma HALE electronic Einstellungen vorzunehmen. Es wird auch nicht von HALE beliefert.

TAXI JUNI / JULI/ 2018

3


Hinter www.faires-taxi.de stehen

Ricardo und Alexandra Eismann sowie

Andreas Kock (Mitte).

UNTERSTÜTZUNG FÜR

EIN FAIRES TAXI

Münchens Taxikolleginnen und Taxikollegen werden nicht müde, gegen das Uber-

Unrecht anzukämpfen. Drei von ihnen haben nun eine Homepage gestartet.

Alexandra Eismann, ihr Mann

Ricardo und Andreas Kock sind

seit zwei Jahrzehnten selbst fahrende

Einzelunternehmer im Taxigewerbe.

Sie kämpfen wie viele andere Münchner

Taxler gegen Fahrdienste, die sich nicht an

geltendes Recht in der Personenbeförderung

halten, und haben dafür im Mai die

Homepage www.faires-taxi.de gestartet.

„Unser Ziel ist es, gegen rechtlich fragwürdige

Machenschaften großer Konzerne

vorzugehen, um den Weiterbestand unseres

Gewerbes und unserer Existenz zu

sichern“, schreiben sie in der Rubrik „Wir

über uns“. Dazu müsse man rechtlich gegen

solche Fahrdienste vorgehen, was wiederum

viel Geld kostet. Sie bitten deshalb die

Kollegen um finanzielle Unterstützung in

Form einer Einzahlung auf ein anwaltlich

geführtes Treuhandkonto.

Vor allen Dingen weiß das Ehepaar

Eismann, wie zeitraubend und finanziell

kräftezehrend Gerichtsverfahren sind.

Alexandra Eismann klagt seit 2016 in München

gegen Uber. Zur Verhandlung ist es

Taxibetrieb sucht

Mitarbeiter/in

für Voll- oder Teilzeit

• Kreditkartenleser

• Flughafentransponder

• Navi, Klimaanlage

Bezahlung: Umsatz-Beteiligung

bis 50%, Urlaubs- und Krankengeld

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Taxibetrieb MTH-Driver GmbH

Tel. 0157 50164740

Mail: murad.azeez@gmx.de

Ein freundlicher Umgang miteinander

gehört bei mir dazu!

erstmals im Oktober 2017 gekommen, seitdem

werden weitere Verhandlungen immer

wieder verschoben (siehe unten stehenden

Kasten).

Nun will man also den Weg über weitere

Klagen gehen, diesmal gegen jene Unternehmen,

die als Partner von Uber oder

anderer Ride-Sharing-Dienste gegen die

Rückkehrpflicht verstoßen und sich darüber

hinaus unerlaubt bereitstellen. Die

Partner-Unternehmer sollen durch Unterlassungserklärungen

und – wenn nötig –

durch einstweilige Verfügungen gestoppt

UBERS VERZÖGERUNGSTAKTIK VOR GERICHT

Taxi Eismann gegen UberX in

München. Es geht bei diesem 2016

eingeleiteten Verfahren um nichts

Geringeres als um ein Verbot der

UberX-App. Entscheiden muss das

Landgericht München, doch eine

erste Verhandlung im Oktober 2017

führte noch zu keinem Urteil. Damals

bat die Richterin um weitere Beweise

und wollte das für Dezember 2017

angekündigte Urteil des Europäischen

Gerichtshofs (EuGH) abwarten. Als

dieses dann schriftlich im Frühjahr

vorlag, wurde bereits vor vielen

Wochen der 18. Juni als finaler

Verhandlungstag angesetzt.

Nun musste aber auch diese Verhandlung

verschoben worden. Diesmal auf

Antrag der Taxiseite, vertreten durch

Rechtsanwältin Alexandra Decker. Frau

Decker erklärte gegenüber Taxi Times

werden. Das passiert mithilfe eines erfahrenen

Rechtsanwalts, der von der Gemeinschaft

aller Taxler bezahlt werden soll. „Nur

wenn wir alle zusammenhalten, können

wir diese Herausforderung stemmen und

unser Gewerbe auch in Zukunft am Leben

erhalten“, so hoffen Eismann und Kock auf

breite Resonanz aus dem Gewerbe. Rund

vier Wochen nach der Kontoeröffnung hatten

16 Unterstützer insgesamt 2 585 Euro

eingezahlt. Das darf gerne noch mehr werden.

Alle Unterstützer werden im Internet

namentlich genannt. jh

München, dass man eine Woche vor

dem 18. Juni ein 15-seitiges Fax erhalten

habe, in dem die neuen Anwälte

Ubers – die bisherigen wurden von

Uber abgezogen – neue Argumentationen

aufführen. „Für uns bedeutet das,

dass wir das Schreiben genau überprüfen

und darauf die passende Antwort

geben müssen. So etwas ist an fünf

Werktagen nicht zu schaffen, wenn

man daneben noch zig laufende Verfahren

zu bearbeiten hat“, bittet Frau

Decker um Verständnis. Alexandra Eismann

wertet dies als weitere erfolgreiche

Verzögerungstaktik Ubers. „Uber

nutzt alle Möglichkeiten mit Erfolg. Wir

können uns auf einen sehr langen Weg

einstellen.“ Ein neuer Anlauf wird nun

nach der Sommerpause erfolgen, der

Ersatztermin ist für Mitte September

festgesetzt.

jh

FOTO: Faires-taxi.de

4 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TITELTHEMA

BITTE WEITERSAGEN:

OHNE TAXI

GEHT ES NICHT

Die Politik will das PBefG an die digitalen Bedürfnisse der Anbieter von Taxi-Apps

anpassen. Was modern klingt, bereitet den Taxifahrerinnen und Taxifahrern große

Sorgen. Ein Appell an die Politiker, aber auch an die Kunden.

Liebe Politiker, liebe Taxi-Fahrgäste,

wir schreiben Ihnen, weil wir uns große Sorgen machen. Wir sorgen

uns um unsere Existenz, um unsere Familien, um unsere Kinder.

Wir sorgen uns aber auch um Sie als unsere Fahrgäste, ganz

besonders um jene, die auf uns Taxifahrerinnen und Taxifahrer

angewiesen sind, weil wir Sie zum Arzt fahren, ins Krankenhaus,

in die Schule, in die Behinderteneinrichtung, zur Tagespflege,

zum Flughafen, zum Bahnhof, nachts sicher nach Hause, zum

Geschäftstermin, zum Einkaufen, zum Theater, ins Fußballstadion,

in die Disco etc., etc.

Können Sie sich vorstellen, dass es solche Fahrten bald nicht

mehr geben wird, weil sie entweder von niemandem mehr angeboten

werden oder für einen großen Teil der Bürger nicht mehr

bezahlbar sind?

Wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer haben durch die Digitalisierung

massive Konkurrenz bekommen. Immer mehr Großkonzerne

oder fremdfinanzierte Start-ups wie Uber, Clever Shuttle,

Via, Moia, mytaxi, Yandex, Grab, Didi, Lyft etc. bieten ebenfalls

Personenbeförderung an. Ein Klick auf das Smartphone genügt

und schon wenige Minuten später fährt ein Fahrzeug vor und

nimmt den Kunden mit. Dank hinterlegter Kreditkarte kann die

Fahrt bargeldlos bezahlt werden. Das ist modern, das ist hip – aber

es ist weder neu noch einzigartig.

Und es ist etwas, das auch wir schon lange im Angebot haben.

Wussten Sie, dass wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer auch per

App gerufen werden können? Nicht nur in der Heimatstadt, sogar

deutschland- und europaweit. Wir haben die unterschiedlichen

regionalen Taxi-Apps über eine gemeinsame Schnittstelle so vernetzt,

dass Sie als unsere Kunden damit überall in Deutschland

und in großen Teilen Europas immer ein Taxi rufen können.

Und wir können noch viel mehr: Im Gegensatz zu unserer

digitalen Konkurrenz sind wir nicht nur per App, sondern auch

per Telefon über unsere Taxizentralen erreichbar. Wir benutzen

modernste Vermittlungssysteme, mit denen Ihre Bestellung per

Autobooking, über Messenger und künftig sogar über Alexa u

GRAFIK: Raufeld Medien

Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum

Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst

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Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen),

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Bitte telefonisch voranmelden!

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TAXI JUNI / JULI / 2018

5


TITELTHEMA

Anita Marzini,

Taxifahrerin seit 1994, 2 Enkelkinder

Levent Tatli,

Taxifahrer seit 1997, 2 Kinder

Mazin Abudi,

Taxifahrer seit 2010, 2 Kinder

Erkan Görüyilmaz, Taxiunternehmer

seit 2016, verheiratet

in unsere Taxis vermittelt

wird. Und natürlich bieten

auch wir die Möglichkeit,

Taxifahrten mit anderen (fremden)

Mitfahrern zu teilen.

»Schützen

Ihre Oma,

Ihre Nachbarn –

und Ihre

Wähler«

EINE APP KANN NICHT ALLES

Unser Angebot geht sogar noch weiter. Es

gibt viele Dinge, die lassen sich nicht mit einer

App erledigen. Wenn Sie zum Beispiel etwas im Fahrzeug

vergessen haben. Wenn Sie uns mitteilen

wollen, dass Sie einen besonders großen

Kombi brauchen, weil Ihr Hund auch mitfährt.

Wenn wir Ihnen aus der Apotheke etwas besorgen

sollen. Und wenn wir Sie am Hauseingang

oder in der Praxis abholen sollen, weil Sie im

Rollstuhl sitzen und unsere Hilfe brauchen.

Haben Sie schon einmal versucht, über eine

der neuen „modernen“ Apps ein Rollstuhltaxi

zu bestellen? Bei uns geht das, unsere Taxizentralen

sind dafür auch immer telefonisch zu

erreichen – mit freundlichen Mitarbeitern am anderen Ende der

Leitung. Das ist nicht altmodisch und unmodern, das ist menschlich

und serviceorientiert.

Unsere Konkurrenz macht es sich viel einfacher. Uber und

all die anderen möchten keine schwierigen Aufträge. Sie bieten

Mobilität nur denjenigen an, die schnell, beweglich und technikaffin

sind – und die sich ein Fahrzeug auch dann leisten können,

wenn die Fahrt wegen hoher Nachfrage drei bis viermal so teuer

wird. Zahlreiche Medien haben darüber berichtet, als bei einem

amerikanischen Fahrtenvermittler zu Silvester die Preise explodierten,

als bei einem Terroranschlag in Sydney die Flughafenfahrten

plötzlich ein Vielfaches kosteten. Algorithmen bestimmen bei

diesen Anbietern den Preis. Je höher die Nachfrage, desto höher

die automatische Abbuchung von der Kreditkarte. Großereignisse

wie Volksfeste oder wichtige Messen verteuern jede Fahrt. Reiche

Businesskunden können sich das noch leisten, die Oma Müller mit

ihrer kleinen Rente muss zu solchen Zeiten

Sie

ihren wichtigen Arzttermin absagen.

Das ist die wahre Absicht, die hinter dem

Taxigesetz „PBefG“ steckt, das von den neuen

App-Anbietern als altmodisch und unzeitgemäß

gegeißelt wird. Das PBefG wurde nicht

geschrieben, um den Taxiunternehmer zu

schützen, sondern um den Kunden zu schützen.

Dieser Anspruch ist zeitlos, er galt schon

1960 und er muss auch im Jahr 2018 gelten.

Das PBefG garantiert feste Preise (Tarifpflicht),

eine 24/7-Verfügbarkeit (Betriebspflicht) und die Verlässlichkeit,

dass jede Fahrt durchgeführt wird (Beförderungspflicht). Diese

drei Pflichten sind die Säulen des Taxiverkehrs. Wenn man nur

eine davon entfernt, stürzen auch die anderen ein. Dann haben

Sie als Fahrgast keine Verlässlichkeit mehr. Das ist der Grund,

warum wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer dafür kämpfen, dass

WARUM VERANTWORTUNGSBEWUSSTE POLITIKER DIE RÜCKKEHRPFLICHT

NICHT AUFHEBEN DÜRFEN!

Rückkehrpflicht für Mietwagen bedeutet, dass ein Chauffeur

nach Beendigung einer Personenbeförderung sofort und auf

direktem Weg zum Firmensitz zurückfahren muss. Sobald

eine weitere Bestellung vorliegt (die nicht per App, sondern

am Betriebssitz eingehen muss), kann der Chauffeur diese

unverzüglich durchführen. Die Rückkehrpflicht ist also eine

Regelung für den Fall, dass ein Chauffeur KEINEN neuen

Fahrtauftrag hat.

Was macht also ein Mietwagenfahrer zwischen zwei Touren,

wenn er nicht zum Betriebssitz zurückfahren muss? Er

bewegt sich dort, wo er schnell einen nächsten Auftrag

erwartet. Anders als Taxis darf der Mietwagenchauffeur aber

an keinem Halteplatz warten, er darf auch keine Fahrgäste

aufnehmen, die ohne Bestellung einsteigen. Also muss er

so lange im Kreis herumfahren, bis er eine Bestellung per

App bekommt. Untersuchungen in den USA, wo Uber und

andere private Anbieter bereits den Markt übernommen

haben, beweisen, dass dort der Verkehr rasant zugenommen

hat. Selbst wenn manche Mietwagenfahrer anstatt zu

kreisen auf Parkplätzen am Straßenrand warten, verschärft

dies das Verkehrs- und Stauproblem der Innenstädte. Denn

diese Parkplätze fehlen den Anwohnern, die dadurch länger

suchend durch die Straßen fahren müssen. Jeder, der schon

einmal hinter einem Auto im Schneckentempo hergefahren

ist, das einen Parkplatz sucht, weiß, dass dies die größten

Stauverursacher sind.

Taxis fahren dagegen nach dem Ausstieg ihrer Kunden

sofort zu dem nächstgelegenen öffentlichen Halteplatz

und warten dort auf die nächste Fahrt. Sie verursachen so

keinen Stau und nehmen auch keine öffentlichen Parkplätze

weg.

Der Wegfall der Rückkehrpflicht für Mietwagen würde also

den Verkehr und die Umwelt nicht entlasten, sondern noch

sehr viel stärker belasten als bisher.

jh

FOTOS: Günni

6 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TITELTHEMA

Nazari Ahmad Wali,

Taxifahrer seit 2010, 4 Kinder

Faik Akbeniz,

Taxifahrer seit 2011, verheiratet

Muhammed Tunca,

Taxifahrer seit 2017

Manfred Reiter,

Taxiunternehmer seit 2009

die Tarif, Betriebs- und Beförderungspflicht im PBefG nicht aufgehoben

oder gelockert wird.

Die anderen App-Anbieter wollen sich diesen Verpflichtungen

nicht unterwerfen. Sie und ihre Partner betreiben ihre Fahrzeuge

deshalb auch nicht als Taxi, sondern als Mietwagen mit Chauffeur.

Ein Mietwagenchauffeur hat viele Rechte: Er darf den Fahrpreis

frei bestimmen, hat also keine Tarifpflicht. Er darf aussuchen,

welche Fahrten er machen will und welche nicht, hat also keine

Beförderungspflicht. Er entscheidet seine Verfügbarkeitszeiten

selbst, weil er keine Betriebspflicht hat. Wenn Mietwagen-Apps

erst einmal den Markt beherrschen, müssen Bürger immer damit

rechnen, dass eine Fahrt völlig überteuert abgerechnet wird, dass

Bestellungen abgelehnt werden, weil sie zu kurz sind oder dass

erst gar keine Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

TAXIS SIND IMMER IN DER NÄHE

Ein Mietwagenchauffeur hat aber auch viele Pflichten. So muss er

beispielsweise nach jeder Fahrt zu seiner Firmenzentrale zurückfahren,

solange er keinen neuen Auftrag hat. Er darf also nicht

irgendwo am Straßenrand parken oder halten, bis neue Fahrgäste

über seine App bestellen oder bei ihm direkt einsteigen. Er darf

auch nicht so lange im Kreis fahren, bis er endlich eine neue Fahrt

bekommt. Es gibt keine öffentlichen Warteplätze für Mietwagen.

Die gibt es nur für uns Taxifahrerinnen und Taxifahrer.

Wir Taxifahrer stehen an Hunderten von Halteplätzen in der

Stadt, immer in Ihrer Nähe, damit Sie jederzeit direkt bei uns einsteigen

können – am Bahnhof, beim Fußballstadion, vor Krankenhäusern,

vor dem Theater, an der S-Bahnhaltestelle. Wir warten

an vielen Stellen in unseren Städten und Gemeinden, damit wir

immer ganz schnell da sind, wenn Sie uns brauchen.

Was uns große Sorgen macht: Wir warten an diesen Taxihalteplätzen

in letzter Zeit immer länger, weil viele Mietwagenfahrer

nicht wie vorgeschrieben nach einer Fahrt zu ihrem Firmensitz

zurückkehren. Weil sie sich stattdessen irgendwo hinstellen oder

so lange im Kreis fahren, bis sie von Ihnen bestellt werden. Sie als

Kunde freuen sich dann natürlich, wenn der Uber-Wagen innerhalb

von fünf Minuten da ist. Aber wussten Sie, dass ein per App bestellter

Mietwagen nur deshalb so schnell da sein kann, weil er vorher

gegen das Gesetz verstoßen hat? Hätten Sie auch 20 Minuten

gewartet, wenn er von seinem Firmensitz losgefahren wäre? Wir

glauben, Sie würden dann lieber uns als Ihre zuverlässigen und

schnell erreichbaren Taxifahrerinnen und Taxifahrer bestellen.

Unsere Konkurrenz handelt bewusst illegal. Vor allem die Uber-

Partner wissen, dass sie kaum kontrolliert werden und dass man

ihnen einen Verstoß gegen die Rückkehrpflicht nur schwer nachweisen

kann. Sie schaffen sich einen eigenen rechtsfreien Raum

und fordern gleichzeitig von der Politik, die Rückkehrpflicht aus

dem PBefG zu streichen. Natürlich verrät man gegenüber der Politik

nicht, dass man sich sonst weiterhin gesetzeswidrig verhalten

müsste. Stattdessen argumentiert man, dass mit der Rückkehr zum

Betriebssitz eines Mietwagenunternehmens unnötig die Umwelt

verschmutzt und Staus verursacht würden. Diese Begründung hat

einen großen Denkfehler (siehe nebenstehender Kasten).

Wir Taxifahrer und Taxifahrerinnen appellieren an die Politiker

Deutschlands: Lassen Sie sich nicht durch einseitige Argumente

dazu verleiten, das PBefG an die Wünsche kapitalstarker Großkonzerne

anzupassen. Indem Sie das Taxi schützen, schützen Sie nicht

nur uns und unsere Familien. Sie schützen auch Ihre Großmutter,

Ihren Nachbarn und Ihre Wähler. Nur mit dem Taxi und seinem

sich am Verbraucherschutz orientierenden Gesetzesrahmen wird

individuelle Mobilität nicht zum Luxusgut der Gesellschaft, sondern

bleibt weiterhin für alle zugänglich.

Wir Taxifahrer und Taxifahrerinnen bitten aber auch unsere

Fahrgäste um Unterstützung. Helfen Sie uns, dass das Taxi als

Alternative und Teil des ÖPNV bestehen bleibt. Als eine Alternative,

die zwar teurer ist als Bus und Bahn, aber trotzdem immer

bezahlbar bleibt und Ihnen jederzeit zur Verfügung steht.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Taxifahrerinnen und Taxifahrer

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI JUNI / JULI / 2018

7


WETTBEWERB

Am Audi-Forum stehen die Uber-Partner besonders häufig.

Günni: AdBlue im Tank, Uber-Wut im Bauch.

SIE WARTEN

AUF »BRUDER« UND

»SCHWESTER«

Mietwagenfahrer und Uber-Partner halten sich nicht an die gesetzlich

vorgeschriebene Rückkehrpflicht. Um das zu beweisen, genügt eine einstündige

Rundfahrt auf dem Flughafengelände.

Taxikollege Günni ist stinksauer. 300

Euro weniger Umsatz pro Woche

macht der angestellte Taxifahrer –

seit Monaten. Ihm fehlen jene Fahrgäste,

die Tag für Tag lieber mit Uber fahren. Weil

sie entweder nichts anderes kennen (US-

Amerikaner), lieber billiger fahren (was in

den meisten Fällen nicht stimmt) oder von

der schlechten Qualität mancher Taxikollegen

die Schnauze voll haben.

Letzteres trifft auf Kollege Günni garantiert

nicht zu. Er hat in seinem Taxi-Bus

sogar eine Kühlbox mit Getränken stehen.

Dankbar nehmen wir eine Cola Zero an, die

er uns an jenem warmen Freitag anbietet,

als wir uns mit ihm am Flughafen treffen.

Wir wollen mit Günni eine Rundfahrt über

das Flughafen-Gelände machen. Günni will

uns all die Stellen zeigen, an denen die Uber-

Fahrer stehen und auf Aufträge warten.

Es sind immer dieselben, Günni kennt

die Kennzeichen schon auswendig. Schon

am Treffpunkt, bei der Agip-Tankstelle in

der Nordallee 45, sehen wir den ersten

Mietwagenfahrer. „M-..5“ lautet das Kennzeichen

seines Wagens: „Das ist einer der

großen Mietwagenunternehmen, dessen

Inhaber in Schwabing seinen privaten

Wohnsitz hat, der seine Fahrzeuge allerdings

im Landkreis München angemeldet

hatte“, berichtet Günni. „Dort sollten ihm

die Genehmigungen wegen mehrerer Verstöße

gegen die Rückkehrpflicht und andere

Gesetze entzogen werden.“

Die vierzehntägige Einspruchsfrist nutzte

der Unternehmer, um den Betriebssitz nach

Oberding, Landkreis Erding zu verlegen.

„Alfred Neudecker, verantwortlich für die

»Am Audi-Forum

warten Uber-Partner.

Taxikollegen

sprechen von einem

Rattennest.«

Vergabe von Erdinger Taxi- und Mietwagenkonzessionen,

sah keine Bedenken und

genehmigte die Fahrzeuge“, sagt Günni

kopfschüttelnd.

Nach geltendem Recht bedeutet das,

dass die Fahrer dieses Mietwagenunternehmens

(wir nennen es im weiteren Verlauf

unserer Geschichte „M.“, der richtige Name

ist der Redaktion bekannt) nach jeder Fahrt

unverzüglich zum Betriebssitz zurückkehren

müssen, seit Neuestem also nach Oberding.

Stattdessen beobachten wir den

Fahrer, wie er an der Agip-Tankstelle am

Flughafengelände (Landkreis Freising) einparkt

und in den Shop geht. Wir sprechen

ihn an und wollen von ihm wissen, ob er

denn nach dem Einkauf gleich zu seinem

Betriebssitz zurückfahre. „Ja“, antwortet er,

er fahre danach wieder nach München. Sein

Betriebssitz sei doch aber in Oberding, wollen

wir nun wissen. Davon wisse er nichts,

lautet seine Antwort.

Ist es wirklich so, dass dieser Mietwagenbetrieb

M., der priorisierter Uber-Partner

ist, seine Fahrer nicht einmal über den

tatsächlichen Betriebssitz aufklärt? Der

Fahrer erzählt uns das so glaubhaft, dass

wir kurzerhand an den neuen Betriebssitz

des Unternehmens M. nach Oberding fahren.

Es ist die Firmen-Adresse eines Parkand-Shuttle-Dienstes.

Hier können Urlauber

oder Geschäftsreisende ihr Fahrzeug parken

und werden dann mit konzessionierten

Mietwagen zum Flughafen gefahren.

Wir treffen im Hof den Junior-Chef des

Park-and-Ride-Dienstes. Er deutet auf ein

Fenster im ersten Stock eines Gebäudes.

Dort hätte M. sein Büro, er sei aber gerade

nicht da. Bis vor einer halben Stunde wäre

der Schwager des Unternehmers noch da

gewesen, doch der sei jetzt etwas besorgen

FOTOS: Taxi Times, Günni

8 JUNI / JULI / 2018 TAXI


WETTBEWERB

An Verkehrsregeln halten sich Uber-Fahrer genauso wenig wie an die Rückkehrpflicht.

gefahren. Wir sehen keines der Fahrzeuge

des Uber-Partners auf dem Gelände. „Das

Gesetz schreibt vor, dass Fahrtaufträge erst

am Betriebssitz eingehen müssen, von wo

sie dann an die Fahrzeuge weitergereicht

werden“, sagt Günni und fragt sich, wie das

im Fall M. gehen soll, wenn das Büro gar

nicht besetzt ist.

KEINER DA AM BETRIEBSSITZ

Knapp 15 Mietwagen sollen bei T. an dieser

Adresse angemeldet sein. Wo befinden sich

die dafür nötigen Stellplätze? Der Juniorchef

des Shuttle-Dienstes verweist auf das

Parkhaus, in dem seine Kunden auch ihre

Privatautos parken. Er selber habe sein

Angebot reduziert, weil er gerade morgens,

wenn die meisten Shuttles gebucht werden,

keine Fahrer mehr findet. Die frei gewordenen

Stellplätze hätte er dann an Mietwagenbetriebe

vermietet, eben auch an M.

Wir fahren zurück zum Flughafen. Kurz

vor dem GAT-Speicher ist links die OMV-

Tankstelle. Auch das sei ein beliebter Aufenthaltsort

für Mietwagenfahrer, die hier

auf die nächste Bestellung warten. Gegenüber

der Zufahrt zum GAT, dem Taxispeicher

für alle Kollegen, die sich später im

Terminal 2 (T2) bereitstellen, steht ein blauer

Wagen, Kennzeichen „BOR-…“. Der Fahrer

scheint das Verkehrsschild „Zufahrt

verboten“ nicht gelesen zu haben. „Heute

steht hier nur ein Uber-Partner, meist sind

es drei bis vier Fahrzeuge“, erzählt Günni,

während er Richtung Terminal 2 weiterfährt.

Er steuert die Parkplätze für Privatabholer

an. Kurz bevor wir nach links in

Richtung beschrankten Abholbereich einbiegen,

deutet Günni auf einen Parkplatz

für fünf Autos. Zwei der dort wartenden

Autos erkennt er als Uber-Fahrer. Deren

Kennzeichen wurden bereits etliche Male

von Kollegen beim Ein- und Ausladen von

Fahrgästen fotografiert.

T2-Treffpunkt zwischen Uber-Fahrer

und Uber-Fahrgast ist in aller Regel am

Ausgang der Privatabholer-Seite. „Meist

bestellen die Uber-Gäste noch am Gepäckband“,

erzählt Günni. „Sie bekommen dann

die Nachricht, am Ausgang nach links zu

gehen, dort würde ihr Uber-Fahrer auf sie

warten.“ Daran könne man auch Uber-Partner

von den korrekten Mietwagenfahrern

unterscheiden, weiß Günni. „Die gehen

nämlich mit Schild rein und warten am Passagierausgang.“

Wir sehen bei unserer Runde keinen

Uber-Fahrer, der gerade einlädt, dafür

einen wartenden Taxikollegen mit einer 6

am Ende seiner vierstelligen Münchner

Konzessionsnummer. „Unerlaubte Bereitstellung“,

kommentiert Günni das, was der

Kollege hier verbotenerweise macht. Leider

All in One.

Die Zukunft im Taxi.

gibt es auch unter Taxifahrern schwarze

Schafe. Weiter geht’s Richtung Zentralbereich.

Auf Höhe des Audi-Forums kommen

wir zur „beliebtesten Stelle der Uber-Partner“.

Die Kollegen sind mittlerweile so

sauer, dass sie diesen Ort als „Rattennest“

bezeichnen. Auch hier erkennt Günni sofort

ein Fahrzeug, das schon zigmal beim Einund

Ausladen von Fahrgästen beobachtet

wurde. Lässig sitzt der Fahrer aim Auto.

Zeit für eine Befragung. Ob er denn für

Uber fahren würde, wollen wir wissen.

„Nein. Ich warte hier, weil ich später meinen

Bruder abholen muss.“ – „Von wo kommt

denn Ihr Bruder?“ – „Aus Italien.“ u

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TAXI JUNI / JULI / 2018

9


WETTBEWERB

Pause an der OMV an der Ostseite des Flughafengeländes.

„Gehört das Auto Ihnen?“ – „Nein, meinem

Chef.“ – „Aber wenn Sie eine Privatfahrt

machen, muss Ihr Chef das bei Ihrer Lohnabrechnung

als geldwerten Vorteil abrechnen.

Macht er das?“ – „Das müssen Sie meinen

Chef fragen.“ – „Wo hat denn Ihr Chef seinen

Betriebssitz?“ – „In Unterföhring.“ –

„Wie viele Autos?“ – „Nur das eine.“ – „Und

das kann er Ihnen am Freitagnachmittag für

Privatfahrten zur Verfügung stellen?“ – „Ja“.

– „Das Fahrzeug hier wurde schon öfter beobachtet,

wie es Uber-Fahrgäste ein- und abgeladen

hat.“ – „Das war ich nicht, ich fahre

nicht für Uber. Das waren vielleicht andere

Kollegen.“ – „Wie viele Fahrer hat denn ihr

Chef?“ – „Fünf oder sechs.“ – „Sechs Fahrer

auf einem Mietwagen? Und da dürfen Sie

auch noch privat Ihren Bruder abholen?“

Schulterzucken. „Danke für das Gespräch

und schönen Gruß an Ihren Bruder.“

ZWEI WARTEN IM TERMINAL F

„Ein Teil dieser Parkplätze wurden übrigens

von einem Leihwagenunternehmen

angemietet“, berichtet mir Günni, als wir

weiterfahren. „Die Geschäftsführung sollte

mehr von seinem Hausrecht Gebrauch

machen“, wünscht er sich, während er kurz

vor der Abfahrt zum T1-Taxispeicher noch

einen Schlenker zum Terminal F macht. In

den Haltebuchten warten zwei Limousinen.

„Uber“, erkennt Günni sofort nach dem

Blick auf die Kennzeichen. „Es sind immer

die gleichen. Sie kommen aus Mindelheim,

sie kommen aus dem Bayerischen Wald. Sie

haben sogar Kölner Kennzeichen.“

Günni scrollt auf seinem Handy durch

seine Bildergalerie. In verschiedenen

WhatsApp-Gruppen stellen die Taxikollegen

täglich Dutzende Fotos ein, immer von

Mietwagen, die man mit Fahrgästen sieht,

beim Fahrgäste ein- oder ausladend und

dann wieder irgendwo wartend. Eindeutige

Dokumentationen, dass die Rückkehrpflicht

zum Betriebssitz nicht eingehalten

wurde. Günnis Chef, Florian Bachmann,

ist Vorstand des Taxiverbands München

TVM. Er hat viele Fahrzeuge an die Behörden

gemeldet. Im Kreisverwaltungsreferat

München ist man sehr aktiv. Schon vor zwei

Jahren hat man jeden Mietwagenkonzessionär

darüber informiert, dass die Auftragsannahme

durch Apps nicht erlaubt

sei. Um dagegen vorzugehen, braucht es

aber eindeutige Beweise. Das ist mühsam,

denn die Uber-Partner haben alle unglaublich

viele Geschwister, die einen Großteil

ihres Lebens in Flugzeugen verbringen.

Auch das Landratsamt München greift härter

durch – wie im Fall des Uber-Partners

M. Doch was hilft das, wenn ausgerechnet

in den Landkreisen, die für den Flughafen

zuständig sind, nicht kontrolliert und

durchgegriffen wird?

Trotzdem geben Günni und seine Kollegen

nicht auf. Sie dokumentieren weiter die

immer gleichen Fahrzeuge, machen Fotos,

beweisen, dass keine Rückkehr zum

Betriebssitz stattfand. Noch reagieren die

Kollegen sehr besonnen, doch die verbalen

Streitereien mit den Uber-Fahrern nehmen

zu. „Deren Dreistigkeit ist kaum noch zu

ertragen“, sagt Günni.

Wir sind wieder am Agip angekommen.

Der unwissende Mietwagenfahrer von vorhin

ist nicht mehr da, dafür zwei andere

„bekannte Uber-Partner“. Wir gehen wieder

hin und stellen die gleichen Fragen und

bekommen die gleichen Antworten, nur

dass diesmal die Schwester und nicht der

Bruder abgeholt wird. Es ist, als hätte ihnen

jemand genau vorgeschrieben, was sie zu

sagen haben, wenn sie nach der Rückkehrpflicht

befragt werden. „Der Betrug hat System“,

sagt Günni, als er sich von uns

verbschiedet und sich in die Wartereihe der

Kollegen einreiht. Wenn er nach ca. drei

Stunden Wartezeit einen Fahrgast bekommt,

wird er ihm ein kühles Getränk anbieten.

„Als speziellen Taxi-Service.“ jh

Hinweis: Aus datenschutzrechtlichen Gründen

wurden alle Kennzeichen und Namen

der hier genannten Mietwagenunternehmer

geschwärzt bzw. geändert. Der Redaktion sind

die echten Namen und Kennzeichen bekannt.

DAS LEERE VERSPRECHEN

DES LRA ERDING

Regelmäßig tauchen Taxikollegen

im Landratsamt (LRA) Erding auf,

um auf die permanenten Missstände

am Flughafen aufmerksam zu

machen. Doch es mangelt an Personal,

seit ein früherer Sachbearbeiter

wegen Vorteilsannahme im Amt

verurteilt wurde, weil er Räume seines

Privathauses an Taxibetriebe als

Betriebssitz vermittelt hatte, damit

diese ihre Konzession im Landkreis

Erding anmelden konnten und so

am Flughafen Aufstellrecht hatten.

(Taxi Times München berichtete).

Er war daraufhin aus dem Landratsamt

ausgeschieden. Die lange Zeit

freie Stelle wurde nun endlich mit

einer jungen Kollegin besetzt.

Bleibt jetzt Zeit für Kontrollen?

In einem Gespräch mit den TVM-

Vorständen hat der Verantwortliche

versprochen, gemeinsam mit dem

Kollegen aus Freising zu kontrollieren.

Gemeinsam deshalb, weil das

Flughafenareal durch beide Landkreise

geht. Die Agip-Tankstelle ist

beispielsweise Landkreis Freising,

das Audi-Forum zählt zu Erding.

„Nach Ostern, hat es geheißen,

sollte kontrolliert werden“, verweist

Taxikollege Günni auf einen Bericht

in der Taxi Times vom April und

atmet tief ein.

„Jetzt ist Pfingsten schon lange

vorbei und immer noch ist nichts

passiert.“

Günni hat sich schlaugemacht.

„Juristisch“, sagt er, kann man

mittlerweile von einem rechtsfreien

Raum sprechen. „Damit sollte man

mal den verantwortlichen Landrat

konfrontieren.“ jh

FOTO: Taxi Times

10 JUNI / JULI / 2018 TAXI


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Mitte April hatten die Taxikollegen

noch gegen Uber demonstriert.

Rund vier Wochen später

verbot ein Gericht dann die App.

UBERX:

WIEN WIRD

WIE

MÜNCHEN

Wie gewonnen, so zerronnen. Ganze zwei Tage musste Uber seine

App in Wien abschalten, danach ging es mit einem Trick einfach weiter.

Die Vorgehensweise erinnert an München.

Als im April das Wiener Handelsgericht eine einstweilige

Verfügung erließ und Uber zwang, seine Services Uber-

Black, -Van und UberX abzuschalten, war die Freude

beim Taxigewerbe groß, besonders beim Kläger Christian Holzhauser,

dem Geschäftsführer der Wiener Taxizentrale 40100.

Uber halte sich nicht an die geltenden

Gesetze und Verordnungen der Stadt Wien

und agiere wettbewerbswidrig, argumentierte

die Zentrale, die über eintausend

legale Taxis allein in der Hauptstadt Österreichs

disponiert. Fahrzeuge im Auftrag

des amerikanischen Anbieters verstießen

gegen die Rückkehrpflicht und würden

Fahrgäste auch außerhalb der Gemeinde

des Betriebssitzes aufnehmen. Das Handelsgericht

drohte bei Zuwiderhandlung eine Strafe von bis zu

100 000 Euro je Einzelfall an. Uber war zunächst einmal gezwungen,

seine App stillzulegen. Fahrgäste konnten kein Fahrzeug

mehr bestellen.

»Das Warten

auf den nächsten

Auftrag bezeichnen

Uber-Fahrer als

›Pause‹.«

Es folgten turbulente Tage. Die Presse berichtete ausführlich, der

Facebook-Account der 40100 wurde mit dermaßen vielen Hasskommentaren

übersät, dass Holzhauser die Seite schließen musste.

Die wirtschaftsliberale Partei NEOS rief mit markigen Sprüchen

zur „Rettung Ubers“ auf und wetterte in den Medien gegen eine

vermeintliche Innovationsfeindlichkeit.

Doch der wahre Knalleffekt folgte zwei

Tage später: Uber ging an einem Freitagabend

um 19 Uhr wieder online. Nur wenige

Stunden nach dem Verbot war das

Unternehmen der Meinung, man könne

getrost wieder Fahrten vermitteln – an Partner,

die garantiert nicht gegen die Rückkehrpflicht

verstoßen würden. Schließlich

hätten sich in den letzten beiden Tagen

sämtliche Uber-Partner zu neuen Österreich-Regeln verpflichtet.

Die Geschäftsbedingungen wurden um einen entscheidenden

Punkt erweitert. Konkret heißt es darin für die Fahrer bzw. Mietwagenfirmen:

„Wenn Sie oder Ihre Fahrer keinen Folgeauftrag von

FOTOS: Taxi Times

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Die Nachrichten sind in Deutsch, Englisch und Türkisch abrufbar. Die

App gibt es zum kostenlosen Download für iOS und Android.


WETTBEWERB

Ihrem Betriebssitz erhalten, dürfen Sie sich nicht irgendwo hinstellen

und auf den nächsten Auftrag warten oder in der Stadt

herumfahren. Sie oder Ihre Fahrer müssen zum Betriebssitz

zurückfahren.“

Uber schiebt damit die komplette Verantwortung auf den Partner

ab, der als eigenständiger Mietwagenunternehmer agiert. Eine

Methode, die in München nur allzu bekannt sein dürfte – und die

nach nur wenigen Tagen in Wien schon genau die gleichen Folgen

hatte, wie man sie in München seit Jahren beobachten kann. Kein

Uber-Partner hält sich an die Rückkehrpflicht.

Gegenüber „kurier.at“ berichteten Mietwagenfahrer ganz ungeniert,

wie sie die Regeln umgehen. Sie würden eben nicht zum

Betriebssitz zurückfahren, sondern das Warten auf den nächsten

Auftrag als „Pause“ deklarieren oder sich sehr viel Zeit lassen.

Offenbar ist es auch möglich, durch ein Aus- und Wieder-Einloggen

aus der App schneller einen Fahrauftrag zu erhalten. Uber, das

eine Revision der Verfügung beantragt hat, wäscht seine Hände

in Unschuld und macht sich nicht einmal die Mühe, das Fehlverhalten

zu leugnen. Im „kurier.at“ sagte eine Sprecherin, dass man

die Einhaltung der Gesetze nicht kontrolliere.

Muss man ja auch nicht, das ist Aufgabe der Behörden. Und

auch hier sind die Parallelen zu München frustrierend, denn Verstöße

gegen die Rückkehrpflicht lassen sich nun einmal sehr

schwer dokumentieren und sanktionieren. Obwohl in Wien (wie

auch in München, das ist die nächste Parallele) die Fahrer die

täglichen und nächtlichen Verstöße mit Fotos und Dashcams festhalten,

ändert sich nichts.

Am Wiener Flughafen sei ihre illegale Bereitstellung zwar

durch die Polizei unterbunden worden, allerdings hielten die Fahrer

ihre Fahrzeuge dann in der Nähe an anderen Orten bereit oder

kreisten in der Erwartung eines neuen Auftrages umher, berichten

Taxifahrer. Münchner Kollegen können sich nur zu gut vorstellen,

wie das in Wien abläuft.

GESETZBRUCH GEHÖRT ZUM SYSTEM

Trotzdem macht das aktuelle Wiener Urteil dem Taxi-40100-Rechtsanwalt

und Wettbewerbsspezialisten Dieter Heine große Zuversicht.

Ubers Geschäftsmodell „wird zerbrechen, sobald es im

legalen Rahmen durchgeführt werden muss“. Gesetzesverstöße

wohnten dem System inne; ohne gegen die Auflagen zu verstoßen,

würde das Geschäft noch unwirtschaftlicher, als es durch die Dumpingpreise

ohnehin schon ist. Diese Bedingungen, die die Unternehmer

zu ihrem illegalen Handeln treiben, würden jedoch vom

übermächtigen Vertragspartner den Mietwagenunternehmen diktiert.

Ob in München, Basel, Berlin oder Paris: Die Probleme ähneln

sich. Je genauer allerdings die Gerichtsurteile ausfallen würden,

desto enger würde es, sagte Heine. Je mehr Uber und seine Erfüllungsgehilfen

zur Einhaltung der Gesetze gezwungen würden,

desto unattraktiver wird der Betrieb.

Man werde in Kürze ausreichend Beweise vorlegen können,

dass Uber sein System nicht bzw. nicht nachhaltig genug geändert

habe. Die Änderungen der Geschäftsbedingungen seien nicht viel

mehr als eine Abschreckung gewesen. Auf Basis dieser Beweise

wird Heine den Vollzug der angedrohten Strafen beantragen.

Adressat ist hier erstmals der Vermittler Uber und nicht die einzelnen

Mietwagenunternehmen. Der Experte für Handels- und

Wettbewerbsrecht hält es für unwahrscheinlich, dass das Gericht

Uber erlauben wird, die Verantwortung auf die Mietwagenunternehmen

abzuwälzen, und sieht seine Haltung gestützt durch die

Rechtsprechung des EuGH.

100 000 EURO STRAFE PRO EINZELFALL

Gerichte entscheiden normalerweise innerhalb von zehn Tagen

über solche Fälle. Dem amerikanischen App-Betreiber mit Sitz in

Amsterdam drohen dann bis zu 100 000 Euro Strafe, und zwar pro

Einzelfall. Die Münchner Taxikollegen werden ganz besonders die

Daumen drücken. Und dann darauf hoffen, dass das juristisch

gescheiterte Modell UberX auch in München endlich und endgültig

verboten wird.

jh / prh

Wiens Taxikollegen durften sich nur zwei Tage lang über das Verbot

der Uber-App freuen.

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TAXI JUNI / JULI / 2018

13


WETTBEWERB

Der IsarTiger geht

nachts auf Shuttle-

Tour. Ob er als Raubtier

im Taxirevier

wildert oder seine

Beute mit dem Taxigewerbe

teilt, wird

die Zukunft zeigen.

DIE MVG SHUTTELT MIT CADDYS

Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG will ab Mitte Juni einen Sammeltaxi-

Dienst erproben, dem man den vielsagenden Namen »IsarTiger« gegeben hat.

Das Taxigewerbe wurde im Vorfeld informiert.

Der Test für den „IsarTiger“ beginnt mit einer dreimonatigen,

kostenlosen Erprobungsphase mit 20 umweltfreundlichen

Pkw, darunter VW-Caddys mit CNG-Antrieb sowie

die kleineren, elektrisch angetriebenen VW-Golf und BMW i3. Ob

weitere Fahrzeuge angeschafft werden, hängt nach Auskunft des

Pressesprechers der Stadtwerke München, Michael Solić, vom

Verlauf der Testphase ab. Auf Anfrage der Taxi Times schrieb er

in einer E-Mail: „Das Besondere bei der Münchner Lösung ist auch,

dass etwaige Kapazitätserweiterungen von vornherein in Kooperation

mit Taxiunternehmen gedacht werden. Die ersten Gespräche

dazu gab es bereits mit den beiden großen Taxianbietern in München;

sie werden zeitnah weitergeführt.“

FÜR JEDEN BLEIBT ETWAS ÜBRIG

Jürgen Dinter, IsarFunk München, bestätigte die Gespräche. „Wir

begrüßen es, dass die MVG eine Zusammenarbeit mit örtlichen

Dienstleistern in Betracht zieht“, sagte Dinter. Solić beantwortet

die Frage der Konkurrenzsituation diplomatisch: „Gerade in München

ist die Mobilitätsnachfrage so groß, dass für jeden Anbieter

etwas übrig bleibt.“

Genehmigungstechnisch plant die MVG eine Erlaubnis als

Linienverkehr. Dafür seien nach Aussage Solićs „alle Details in mehreren

Gesprächen“ mit der Regierung von Oberbayern, die für Genehmigungen

im Linienverkehr zuständig ist, „abgestimmt worden“.

Laut Aussage der MVG soll der IsarTiger als „OnDemand-Service“

längerfristig „eine Lücke schließen“ und gerade da wirken, wo der

Abstand zwischen den Haltestellen zu groß sei: Die gesetzliche

Definition von Linienverkehr setzt aber Haltestellen und Regelmäßigkeit

voraus. Der Sprecher des für Taxigenehmigungen zuständigen

Münchner Kreisverwaltungsreferates (KVR), Johannes

Mayer, entgegnet dazu, dass es der Genehmigungsbehörde erlaubt

wäre, „den atypischen Verkehr“ einem der Typen des Personenbeförderungsgesetzes

zuzuordnen (§ 2 Abs. 6 PBefG).

Während der Erprobung in der ersten Stufe sollen Kunden der

MVG zur Teilnahme eingeladen werden. Sie können sich samstagnachts

zwischen 19 und 2 Uhr per Smartphone-App ein Fahrzeug

zu einer der bestehenden Haltestellen oder zu einem der U-Bahnhöfe

bestellen und sich zu einer beliebigen Adresse im Bediengebiet

zwischen der Innenstadt und dem Münchner Westen fahren

lassen. Fahrtwünsche anderer Kunden werden zu gemeinsamen

Routen optimiert.

Die MVG möchte Kundenbedürfnisse kennenlernen, ihre

Betriebs- und Rechnungsabläufe erproben und wird die Testphase

durch eine Marktforschung begleiten. In der zweiten Stufe soll der

Service kostenpflichtig werden und eventuell auf die Freitagnacht

ausgedehnt werden. Die Fahrpreise sollen über dem des städtischen

ÖPNV, aber unterhalb des Taxitarifs bleiben. Der Fahrpreis wird

vom Konto des Nutzers abgebucht.

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FOTO: MVG, xxxxx

14

JUNI / JULI / 2018 TAXI


WETTBEWERB

RIDE-HAILING IST NICHT RIDE-SHARING

»Ride« heißt »einen Ausflug machen«, »sharing« heißt

»gemeinsame Benutzung«, »hailing« heißt »hageln«.

Dienste wie Uber, Didi und moovel wünschen sich, dass es Profit hagelt.

Isar-Tiger: nur echt mit dem Taxigewerbe …

Die Aktienbewertung von Uber

liegt bei über 40 Milliarden Dollar.

Da kann niemand mehr von

einem öffentlichen Dienst oder gar einer

sozialen Mission sprechen. Denn nur das

verdient den Namen „Ride-sharing“, wie

z. B. die klassische Mitfahrzentrale. Die

„Mitfahrunternehmen“, wie sie sich selbst

nennen, betreiben auf Profit orientiertes

„Ride-Hailing“, auch „Ride-Booking“

genannt.

Der US-amerikanische Ride-Hailing-Riese

Uber teilt sich gerade die Welt mit dem

chinesischen Rivalen Didi auf. In China hat

sich Didi im letzten Jahr durchgesetzt und

die chinesische Niederlassung von Uber

übernommen. Didi wurde drei Jahre später

als Uber gegründet, hat aber bereits 60 Millionen

Nutzer mehr als Uber und seit Juli

2017 über 4 Milliarden Dollar mehr Kapital.

Hier ein Auszug der Investorenliste: Apple,

Alibaba, Tencent, SoftBank, Foxconn. Zum

Vergleich ein Auszug aus Ubers Investorenliste:

Citigroup, Fidelity, Goldman Sachs,

Microsoft, Morgan Stanley, Jeff Bezos.

Die Expansion von Didi ist erfolgreicher,

weil die Chinesen, anders als Uber,

Konkurrenten nicht verdrängen, sondern

die Beteiligung an lokal führenden Ride-

Hailing-Anbietern anstreben.

Und bei uns? Irgendwie fliegt Daimler immer

knapp unter dem Radar. Die Mobilitäts-App

moovel sowie zahlreiche Beteiligungen und

Kooperationen (z. B. mit Via) zeigen aber,

dass der Konzern in Deutschland und Europa

gerne die Rolle von Uber oder Didi spielen

würde. Wer eine Mobilitäts-App will, die

Verkehrsangebote im öffentlichen Verkehrsinteresse

vernetzt, sollte Kooperationen von

Nahverkehrsgesellschaften und Mercedes

kritisch sehen. Kommt der schwäbische

Autobauer wie beispielsweise in Stuttgart

oder Berlin zum Zug, dann besteht die große

Gefahr, dass wir es am Ende doch mit Uber

oder Didi zu tun bekommen. Denn moovel

dürfte für diese Giganten bestenfalls ein

Übernahmekandidat sein.

Fazit: Keine Mobilitäts-App ohne Taxi-

Apps wie taxi.eu und Taxi Deutschland! Bei

moovel ist nur die Eigenmarke mytaxi integriert.

Und als MVG-Partner taugt vor allem

das Taxigewerbe: als Isar-Tiger in Hellelfenbein.


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TAXI JUNI / JULI / 2018

15


TAXIVERBAND MÜNCHEN

ANPASSUNG AN

DEN MINDESTLOHN

In bisher nie da gewesener Gemeinsamkeit haben

zwei Taxiverbände und die beiden Zentralen einen

gemeinsamen Tarifantrag gestellt.

Der aktuelle Taxitarif basiert noch auf einem

gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Die vom Taxiverband München

(TVM), Landesverband Bayerischer

Taxi- und Mietwagenunternehmer

sowie von den beiden Münchner Zentralen

IsarFunk und Taxi eG beantragte Tariferhöhung

ist maßvoll und verträglich. Ein

Hauptgrund des TVM, für eine Tariferhöhung

einzutreten, ist die für nächstes Jahr

bereits angekündigte zweite Erhöhung des

Mindestlohnes auf dann mehr als 9,10 Euro.

Der aktuelle Taxitarif ist auf der Basis von

8,50 Euro Mindestlohn berechnet, der aktuelle

Mindestlohn von 8,84 Euro ist nicht

berücksichtigt und wird zulasten der Unternehmen

bezahlt. Natürlich haben sich auch

andere Kosten erhöht und nach mittlerweile

dann doch schon fast vier Jahren (letzte

Erhöhung Januar 2015, geplante Erhöhung

im Herbst 2018) ist eine geringfügige Erhöhung

durchaus zu rechtfertigen.

Wichtig war dem TVM auch, dass dem

Aufbau einer „Inklusionsflotte“, also behindertengerecht

ausgebauten Fahrzeugen, ein

zumindest ansatzweise gerechter Ausgleich

für Aufwand und Mühen zukommt. Unser

Vorschlag war daher, den Großraumzuschlag

bereits bei Bestellung verlangen zu

können und nicht erst ab dem fünften Fahrgast

(siehe dazu auch den Beitrag auf S. 25).

Wir werden weiterhin mit dem KVR

unsere Argumente austauschen und sind

optimistisch, dass zum Herbst die Erhöhung

bereits umgesetzt werden kann. fb

DIE ZUKUNFT DES TAXIGEWERBES

Eine Diskussionsrunde mit Unternehmer/innen beschäftigte sich

mit den zu erwartenden Veränderungen unseres Berufsbildes.

Inzwischen hat sicherlich jeder, der gelegentlich

Fachzeitschriften durchblättert,

mitbekommen, dass die jetzige Koalition

Änderungen des Personenbeförderungsgesetzes

in den Koalitionsvertrag aufgenommen

hat. Konkret geht es dabei um folgende

Fragen: Fällt nach der Ortskunde nun auch

die Rückkehrpflicht für Mietwagen? Welchen

Sinn im digitalen Zeitalter macht die

Aufzeichnungspflicht? Sind im Taxi die

Tarifpflicht und Beförderungspflicht noch

zeitgemäß? Wie im Mietwagenbereich verändert

werden soll, daran lassen Uber und

Clones keine Zweifel. Deren Lobbyarbeit ist

massiv und hat schon konkrete Auswirkungen

gezeigt, eben durch den Wegfall der Ortskundeprüfung

im Mietwagenbereich.

Welche Antworten können im Taxigewerbe

Verbände und Zentralen darauf geben und

wie sollen diese Antworten in die Politik

hi neingetragen werden? Damit beschäftigte

sich eine von mytaxi organisierte Diskussionsrunde,

zu der alle interessierten Münchner

Taxiunternehmer eingeladen waren.

Es war eine sehr lebendige und aktive

Diskussion, in der zunächst alle Ideen eingebracht

werden konnten, in der aber auch

viele Gründe gefunden wurden, warum man

am besten nichts ändern sollte. Wenn überhaupt

Änderungen erfolgen sollten, dann nur

mit Augenmaß und nach sorgfältiger

Prüfung.

Jede blinde Gläubigkeit an die Fähigkeiten

der Digitalisierung, wie sie bei manchen

Politikern zu spüren ist, wurde höchst kritisch

gesehen. Am Ende stand ein bunter

Vorschlagskatalog, den die Veranstalter nach

Durchsicht mit in die politischen Gespräche

nehmen werden.

fb

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des BDF – Überbetrieblicher Dienst Dr. Hingerle GBR

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FOTO: Taxi Times

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16 JUNI / JULI / 2018 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN

FISKALTAXAMETER –

LÖSUNGEN AUS BERLIN

Bei einer Infoveranstaltung der Firma Starksoft

konnten sich Kollegen von der Technik und den

Anwendungsmöglichkeiten überzeugen lassen.

Özgür Mergün vom Berliner Unternehmen

Starksoft zu Gast beim TVM.

FOTO: Manfred Reiter

Mittlerweile sollte sich jeder

Taxiunternehmer mit der

Unveränderbarkeit und der Vollständigkeit

seiner Taxameterdaten auseinandergesetzt

haben. Dass hierzu einige

betriebsinterne und technische Voraussetzungen

geschaffen werden müssen, versteht

sich von selbst. Um Unternehmern

die Möglichkeit zu geben, passende Programme

kennenzulernen, hat der TVM

eine Informationsveranstaltung mit der

Firma Starksoft aus Berlin durchgeführt.

Es wurden Fragen diskutiert und Lösungen

gesucht, wie die lückenlose Aufzeichnung

der Betriebseinnahmen in Zukunft

für einen Taxibetrieb aussehen kann. Was

können die dahinterstehenden Computerprogramme

an weiterführenden Betriebsabläufen

verarbeiten und darstellen?

Können damit Erleichterungen erreicht

werden? All diesen Fragen wurde nachgegangen.

Einige Münchner Unternehmen

arbeiten bereits mit dem Programm und

konnten bei der Veranstaltung auch intensiv

die Abläufe kennenlernen.

Diskutiert und dargestellt wurde natürlich

auch, mit welchen Folgen diejenigen

rechnen müssen, die weiterhin die Bestimmungen

zur Aufzeichnung und Aufbewahrung

missachten. Hier informiert der TVM

seine Mitglieder, gerne auch zukünftige

Mitglieder, im persönlichen Gespräch. fb

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

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Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann

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Gesamtverbrauch kWh/100 km: kombiniert 20,6; CO2-Emissionen: kombiniert 0 g/km: Effizienzklasse A+; 2 Gesamtverbrauch

kWh/100 km: kombiniert 25,9; CO2-Emissionen: kombiniert 0 g/km: Effizienzklasse A+; (Jeweils Messverfahren gem. EU-Norm).

Abb. zeigen Sonderausstattungen; 1 Finanzierung über die NISSAN BANK, Geschäftsbereich der RCI Banque S.A., Niederlassung Deutschland, Jagenbergstraße 1, 41468 Neuss, für Privatkunden: NISSAN

LEAF: Fahrzeugpreis 34.121,66 €, Nettodarlehensbetrag 28.659,48 €, Anzahlung 5.462,18 €, Bearbeitungsentgelt 0,- €, Zinsen 1.984,37 €, Sollzins p.a. (geb.) 2,95 %, effektiver Jahreszins 2,99 %, Laufzeit in

Monaten 48, 47 Raten à 555,55 €, Schlussrate 4.533,- €; NISSAN E-NV200: Fahrzeugpreis 37.868,20 €, Nettodarlehensbetrag 31.801,20 €, Anzahlung 6.067,- €, Bearbeitungsentgelt 0,- €, Zinsen 2.220,77

€, Sollzins p.a. (geb.) 2.,950 %, effektiver Jahreszins 2,99 %, Laufzeit in Monaten 48, 47 Raten à 609,90 €, Schlussrate 5.356,67 €; Stand: 02.05.2018; Gültig bis Widerruf.

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ISARFUNK TAXIZENTRALE

DATENFUNK

NEU DEFINIERT

Die dritte Generation der fms-

Datenfunkgeräte ist seit Jahren

erfolgreich im Einsatz. In Zeiten von

Smartphone-Apps kommt jetzt die

nächste Generation völlig neu daher.

So sieht das DBG-X800 aus …

… und so das DBG-

Xcover4. In der Münchner

Variante natürlich mit den

Standplätzen Nordbad,

Joseph, Petuel etc.

Gerade mit der Entwicklung von Apps und anderer moderner

Vermittlungssoftware wurde der Druck auf den Zentralenspezialisten

fms/Austrosoft immer größer. Doch

mit den beiden Modellen DGB X800 und DGB Xcover4 zieht der

Hard- und Softwareanbieter aus Österreich mit anderen Systemen

gleich – mindestens!

Dabei war es den Entwicklern wichtig, die bewährte Vermittlungssoftware

in ihrer Struktur zu erhalten. In ihr steckt ja nicht

nur die inzwischen jahrzehntelange

Erfahrung, sondern auch ganz spezielles

und mühsam erarbeitetes Taxi-

Know-how. Daher war es vor allem

diese Aufgabe, die es zu lösen galt: Wie

kann man das Bewährte erhalten und

gleichzeitig mehr Flexibilität bei geringeren

Investitionen für den Unternehmer

ermöglichen?

Die Antwort auf diese Fragen sind

die beiden neuen Modelle DGB X800

und DGB Xcover4. Da die einzelnen

Komponenten marktüblich sind, konnten

die Kosten für Anschaffung und

Einbau deutlich gesenkt werden. Entstanden

sind so ein komfortableres

Bediengerät, das einem kleinen Tablet

ähnelt, das DGB X800, und eine günstigere

Version, die auf einem adaptierten

Samsung-Smartphone basiert, das

DGB Xcover4.

Beiden Modellen gemeinsam ist ein

deutlich kleinerer Hub. Der Hub ist als

Empfangsstation für den Datenfunk das Herzstück der Vermittlungstechnik.

Der neu entwickelte smartHUBX ist jetzt sogar kleiner als

eine Zigarettenschachtel, womit er einfacher und platzsparender

verbaut werden kann. Dadurch verkürzt sich auch die für den Einbau

nötige Arbeitszeit, womit die Einbaukosten sinken. Außerdem ist

das neue System durch Fernwartung bedeutend wartungsärmer,

weshalb die monatliche Grundgebühr deutlich sinkt. Alle drei Komponenten

zusammen, die günstigeren Bediengeräte, der erleichterte

Einbau und die entfallene Wartung, erlauben ein etwa um die

Hälfte billigeres Gesamtangebot im Vergleich zu den Vorgängermodellen.

Eine Fiskalschnittstelle zu MID-Taxametern gehört übrigens

serienmäßig mit dazu.

LADUNG ÜBER POGO-PINS

Das DGB X800 hat ein hochauflösendes 8-Zoll-Display. Es verfügt

über ein integriertes Tablet-Ladegerät mit 12-V-Anschluss im Fahrzeug.

Die Ladung erfolgt über Pogo-Pins, also nicht über USB. Das

Display des DGB Xcover4 ist immerhin noch 5 Zoll groß. Ein integriertes

Smartphone-Ladegerät mit 12-V-Anschluss im Fahrzeug

sorgt für den notwendigen Strom. Beide Modelle laufen über ein

besonders sicheres Android-Betriebssystem, Samsung Knox.

Außer in der Kommunikation mit der Zentrale ist aber keine Telefonfunktion

vorgesehen. Damit bleiben beide Modelle auf ihren

speziellen Zweck, die Auftragsvermittlung, beschränkt.

Ergänzt wird das smarte fms-Angebot durch ein kabelloses

PIN-Pad für die bargeldlose Bezahlung. Damit werden auch Zahlungen

mit NFC oder Apple Pay möglich. Mit der neuen Gerätegeneration

macht die fms/Austrosoft einen deutlichen Schritt

Richtung Zukunft. Doch der größte Vorteil ist, dass diese Modelle

speziell für das Taxigewerbe entwickelt wurden. Ein Pfund, mit

dem fms wuchern kann.

tb

Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite

ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO KG

Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Tel. / Taxiruf: 089 / 450 540

Tel. / Verwaltung: 089 / 450 54-100

E-Mail: info@isarfunk.de

www.isarfunk.de, www.facebook.com/isarfunk450540

Presserechtlich verantwortlich für diese Seiten: Christian Hess

Redaktion:

Tom Buntrock (tb); Karl-Heinz Mayer (khm), Essential Media;

Florian Osrainik (fo)

Verkehrsmedizinische

Untersuchungen in Schwabing

Dr. Josef Venczel

Dr. Marta Venczel

Betriebsärzte

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Verlängerung des P-Scheins

FOTOS: fms

18 JUNI / JULI / 2018 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ISARFUNK

GEHT

AUF SENDUNG

Talentierte Laiendarsteller aus dem Umfeld von IsarFunk unterstützen

dabei, dass die Schulungsvideos ein Erfolg werden.

Schulungsvideos auf dem YouTube-

Channel helfen bei der richtigen

Bedienung der Ausrüstung im Taxi.

Vor ca. drei Jahren begann IsarFunk, Schulungsvideos

zu produzieren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

„Ein Video informiert kurz und gut zu einem bestimmten

Thema, und die Fahrer können sich das Video jederzeit ansehen“,

erklärt Stefan Huber, Projektverantwortlicher bei IsarFunk. „Unsere

IsarFunk-Fahrerschulung soll damit keineswegs ersetzt werden,

aber unser YouTube-Channel ist eine ideale Ergänzung zur Schulung

vor Ort und dient manchem Teilnehmer auch zur Auffrischung.“

Video-Anleitungen etwa zum PIN-Pad oder zu der taxi.eu-Payment-Funktion

sind sehr praktisch und werden oft aufgerufen.

Die positiven Erfahrungen mit den sechs Videos, die seither

gedreht wurden, führten in der Geschäftsleitung zu dem Entschluss,

Videos weiterhin und systematisch für die Schulung einzusetzen.

Dabei erfolgt die Produktion mit hausinternen Mitteln.

Die Preise für semiprofessionelles Video-Equipment erlauben eine

Komplettausstattung mit einer Kamera und Stativ sowie externem

Ton und Lampen. Hinzu kommt noch eine Schnittsoftware, damit

auf einem PC das Video geschnitten und finalisiert werden kann.

KONSTANTES AUSSEHEN

„Der Einsatz eines professionellen Videoteams mit bis zu 1 000 Euro

Kosten am Tag wäre für uns nicht finanzierbar“, so Huber, „aber

ich denke, für den Zweck von Anleitungen und Schulung können

wir das Material gut selbst produzieren. Und da es aus der gleichen

Hand kommt, dürfte das Aussehen auch konstant sein.“

Das erste Video, das – noch mit einem externen Partner produziert

– über das einer reinen Anleitung hinausging, war vergangenes

Jahr ein Clip zu den IsarFunk-Qualitätsstandards. Mit einem

Augenzwinkern wurde in Spielszenen falsches Verhalten von Fahrern

gezeigt und richtigem Verhalten gegenübergestellt. Der Dreh

mit vielen Szenen, in denen viele Taxikollegen und andere Freiwillige

aus dem IsarFunk-Umfeld mitgewirkt haben, wurde aufwendig

produziert und resultierte in einem zehnminütigen Video — das

trotz seiner Länge bereits über 3 000 Mal angesehen wurde.

Die Darstellung des richtigen Verhaltens oder der Bedienung

neuer Geräte ist auch das Thema der kommenden Filme. Elf kurze

Clips befinden sich derzeit in Produktion. „Aus dem Video zu den

Qualitätsstandards haben wir gelernt, dass wir die Themen besser

aufgliedern und statt einem langen Film lieber kurze und eingängige

Clips machen sollten“, erklärt Huber dazu. Bis zum Herbst 2018

werden die neuen Videos ihren Platz auf dem IsarFunk-Channel

finden. Einige der Videos wird die „Sendeanstalt“ IsarFunk – auf

Anfrage – auch anderen fms-Zentralen in Deutschland zur Verfügung

stellen. Das Erklärvideo zum taxi.eu-Payment wird schon jetzt

von den Zentralen in Berlin, Hamburg und Köln eingesetzt. khm

Die Postproduktion eines Videos erzielt dank

moderner Schnittsoftware gute Ergebnisse.

FOTOS: IsarFunk, nounproject / Creative Stall

TAXI JUNI / JULI / 2018

19


ISARFUNK TAXIZENTRALE

DREHSCHEIBE IM WEB

Seit Ende Januar 2018 ist sie da: Die multifunktionale Internetpräsenz

der Münchner Taxizentrale IsarFunk.

Beschlossen wurde die Umgestaltung der Seite bereits im

Frühjahr vergangenen Jahres. „Zu groß wurde der Wildwuchs

der alten Homepage mit bis zu sechs Verzweigungen

in andere Webadressen oder Unterseiten“, so Karl H. Mayer

von der PR-Agentur essential media. Die Seiten, die bisher unter

dem Content-Management-System Joomla

liefen, waren zudem nicht sonderlich sicher

und stabil. IsarFunk-Geschäftsführer Christian

Hess entschied sich dafür, die Internetpräsenz

komplett neu aufzusetzen.

Das geschah zunächst mithilfe der

Schwesterfirma Taxi Berlin. Dort arbeitet ein

erfahrenes Webteam, das bereits die eigene

Webpräsenz erfolgreich in die Zukunft

gebracht hat. Als Content-Management-System

kam WordPress zum Einsatz, inzwischen

das wohl im Web am meisten

verbreitete System. Der Vorteil des „Ökosystems“

Wordpress ist auch, dass immer genügend

(bezahlbare) Spezialisten zu finden sind. In München haben

Marketing- und Vertriebsleiter Jürgen Dinter und ein Team um

Karl H. Mayer den Umgestaltungsprozess vor allem inhaltlich

Taxi-Unternehmer können auf der IF-Seite

auch Stellenangebote ausschreiben.

begleitet. Auch die Programmierung der Formulare sowie die Absicherung

der WordPress-Seiten und die Ergänzung mit

Google-Analytics geschah in München.

In München wurde auch das Konzept des Panorama-Bildes auf

der Startseite weiter entwickelt. Jürgen Dinter wollte die Marke

IsarFunk transportiert sehen. „Wir haben

das zunächst konventionell geplant“, so

Mayer. „Das hätte jedoch ein aufwendiges

Foto shooting und eine komplexe Nachbearbeitung

des Bildes erfordert.“ Schließlich

hatte Mayer die Idee, mit den Bordmitteln

eines Smartphones echte Szenen von Münchner

Plätzen in ein 180-Grad-Panorama zu

bannen. Dafür bieten Smartphones heute

eine spezielle Funktion. Das Ergebnis musste

zwar noch nachbearbeitet werden, war

insgesamt jedoch günstiger — und ist zweifellos

origineller.

Die Homepage ist nicht nur elektronische

Visitenkarte, wie Mayer sagt, sondern bietet wesentliche Funktionen

für IsarFunk-Kunden und IsarFunk-Unternehmer. So lassen

sich mit der neuen Seite auch Geschäfte abwickeln: Geschäftskun-

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FOTOS: IsarFunk

20 JUNI / JULI / 2018 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

Gleich auf der Startseite: Eine Live-Szene vom Max-Joseph-Platz, die mittels Smartphone in ein 180-Grad-Panorama gebannt wurde.

den füllen PDF-Druckvorlagen online aus. Das benötigte Formular

muss jetzt nur noch zur Unterzeichnung ausgedruckt werden.

Soweit keine rechtsgültige Unterschrift erforderlich ist – etwa wenn

ein Fahrgast Stammkunde werden will –, geht es auch ohne Medienbruch.

Taxi-Unternehmer können auch einfach Stellenangebote

ausschreiben.

WEBSITE ALS DREHSCHEIBE FÜR SOCIAL MEDIA

Aus Datenschutzgründen hat man sich gegen die Implementierung

einer elektronischen Unterschrift entschieden. „Das ist technisch

zwar möglich, es erschien uns im Augenblick so leichter organisierbar“,

erklärt Mayer. Später können die Formulare noch mit der

Funktion der elektronischen Unterschrift ergänzt werden.

Aktuelle Nachrichten für die Fahrgäste und die Branche werden

in der Rubrik „IsarFunk-News“ dargestellt. So wird die Website

auch zur Drehscheibe für die Social-Media-Kanäle von IsarFunk,

wie Facebook und Twitter. Auf den Profiseiten übernimmt die

aktuelle Funktion eine Fortsetzung des bewährten „Bordflyers“.

Es wird zudem die Verbindung zum YouTube-Kanal von IsarFunk

aufgewertet, wo nun die Schulungsvideos gepostet werden (siehe

Beitrag auf Seite 19).

Bei der Neugestaltung der IsarFunk-Homepage wurde natürlich

darauf geachtet, dass die Seite für Smartphones kompatibel ist

und von den gängigsten Betriebssystemen entsprechend optimiert

angezeigt wird. Insgesamt hat der komplette Prozess der Programmierung

und Umgestaltung rund ein halbes Jahr in Anspruch

genommen, sagt Mayer. Zu finden ist die neu gestaltete Seite von

IsarFunk im Netz übrigens nach wie vor unter der alten Domain:

www.isarfunk.de fo

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SCHNELL UND SMART ZUM GAT UND T1

Für seine tägliche Runde vom Taxi-Servicepoint in T2

zum GAT und zu den T1-Terminals hat IsarFunk-Mitarbeiter

Georg Silbernagl seit Kurzem einen Smart als neues

Dienstfahrzeug. Rund zwei Kilometer sind es vom T2

bis zum Reservespeicher GAT, wo Silbernagl regelmäßig

nach dem Rechten sieht. Und von dort geht es 3,5 Kilometer

zum großen Taxi-Sammelpunkt am Ende der

Zentral-Allee, von dem aus die Kollegen zu den Terminals

A–E weiterrücken. Der Smart ist in Hellelfenbein foliert,

damit für alle Kolleginnen und Kollegen sofort sichtbar

ist, dass hier einer von ihnen kommt.

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TAXI JUNI / JULI / 2018

21

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E-TAXIS

DER MÜNCHNER E-TAXI-PIONIER

KARLHEINZ WÖLFLE

»MEIN E-TAXI

FUNKTIONIERT

IM SCHICHTBETRIEB«

Karlheinz Wölfle, 65 Jahre, ist Münchner Taxiunternehmer

seit 11 Jahren. Davor war er neun Jahre lang als Trambahnfahrer

bei der Stadt München unterwegs. Jetzt fährt er wieder

ein Elektrofahrzeug, diesmal eines in Hellelfenbein.

Über seine ersten Erfahrungen und seine Visionen spricht

er in Taxi Times München.

TAXI TIMES MÜNCHEN: Herr Wölfle, Glückwunsch zum

Elektro-Taxi. Fährt es schon?

Alternativ wäre eine Umrüstung über das

Oldenburger Unternehmen Intax möglich

gewesen?

Ja, das hätte dann aber viel länger gedauert.

Waren Sie damals der Erste, dem die Stadt die Förderung

eines E-Taxis bewilligt hat?

Ich glaube, ja, der von der Stadt bewilligte Antrag hat die

Nummer FE-T-1.

KARLHEINZ WÖLFLE: Ja, seit dem 15. April. In den ersten

sechs Wochen sind wir 13 000 Kilometer gefahren.

Welches Modell fahren Sie?

Wir fahren den Nissan Leaf 2.

Warum dieses Modell?

Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung, auf Elektro umzusteigen,

war die Auswahl noch sehr bescheiden. Es gab kaum taxitaugliche

Modelle oder sie waren zu

teuer oder mit untragbar langen Lieferzeiten.

So habe ich mich mit dem

Hersteller Nissan befasst, der angekündigt

hatte, seinen bewährten Leaf

völlig neu zu überarbeiten und mit

einer größeren Batterie auszustatten.

Was dabei herauskam, war für mich

das erste vernünftige taxitaugliche

Elektrofahrzeug, das auch mit einem

ausreichend großen Kofferraum ausgestattet

war.

Wie lange hat es von Ihrer Entscheidung bis zur ersten

E-Taxischicht gedauert?

Sieben Monate, von September 2017 bis Mitte April 2018.

Als ich im September den Leaf bestellt habe, hatte Nissan

eine Auslieferung für Februar versprochen. Es wurde dann

der erste April, was ich aber nicht so tragisch fand. Dank der

guten Zusammenarbeit zwischen dem Funkausrüster ER-Tax

und dem Münchner Nissan-Händler Mükra konnten wir alle

nötigen Konformitätsbescheinigungen für die Eichung vorlegen,

was die Zulassung erheblich beschleunigte.

»Wir sind gar

nicht mehr darauf

angewiesen,

am Standplatz zu

stehen.«

War die Förderung ausschlaggebend für Ihre E-Taxi-

Entscheidung?

Ohne Förderung hätte es wirtschaftlich sinnvollere Alternativen

gegeben.

Sie bekommen in den nächsten drei Jahren bis zu

40 Prozent des Anschaffungspreises erstattet. Haben

Sie schon ausgerechnet, wie viel das etwa sein wird?

Circa 12 000 Euro.

Die Stadt erlaubt bei einer E-Taxikonzession

den Wechsel auf ein

zweites Fahrzeug mit konventionellem

Antrieb. Nutzen Sie diese

Option, ein zweites Fahrzeug auf

der gleichen Konzessionsnummer

zu fahren?

Der Sinn dieser Regelung ist, dass

Taxiunternehmer ein zweites Taxi

einsetzen können, während das E-Taxi

über mehrere Stunden an einer normalen

Ladestation aufgeladen wird.

Bei uns war das bisher nicht nötig, weil wir ein anderes Konzept

für den Leaf im Schichteinsatz haben.

Sie nutzen den Leaf tatsächlich im Schichteinsatz?

Für viele ist die Kombination E-Taxi und Schichtbetrieb ja das

Totschlagargument. Ich beweise gerade, dass es doppelschichtig

funktioniert und möchte zukünftig sogar im Dreischichtbetrieb

fahren. Eine Früh-, eine Spät- und eine Nachtschicht,

wobei die Übergangszeiten flexibel sein können. Das ist meine

Vision, an der wir gerade arbeiten.

FOTO: Taxi Times

22 JUNI / JULI / 2018 TAXI


E-TAXIS

Das ist schon öfter vorgekommen, vor allem bei der Schnellladesäule

in der Mies-van-der-Rohe-Straße. In der Parkstadt Schwabing

sind wir mitten in einem Hotspot zwischen vielen Hotels.

Ein

E-Taxi, das

lückenlos fahren

soll, wo sind da die

nötigen Zeitfenster für das

Laden?

Das ist eben das angesprochene andere Konzept: Wir nutzen

die Schnellladesysteme und müssen somit nicht über mehrere

Stunden oder die ganze Nacht laden.

Dann wird also während der Schicht Strom getankt?

Ja, wir legen nach drei bis fünf Stunden Lenkzeit die vorgeschriebene

Pause ein und laden dabei in 20 Minuten an einer

Schnellladesäule weitere einhundert Kilometer Reichweite.

Ist die Ladezeit während der Schicht eine Zwangspause für

den Fahrer?

Er könnte das über die Fahrer-App als Pause deklarieren und

einen Kaffee trinken gehen. Wenn er keine Pause machen

will, ist der Fahrer durch die modernen Vermittlungssysteme

der Taxizentralen und Apps auch beim Laden erreichbar. Wir

bekommen unsere Fahrtaufträge von überallher. Wir sind also

gar nicht mehr darauf angewiesen, am Standplatz zu stehen.

Heißt das, man bekommt auch während des Stromtankens

einen Auftrag?

Falls einmal nicht fliegend gewechselt wird: Haben Sie Ihren

Betriebssitz neben einer Schnellladesäule?

Nein, deshalb ist unser Ziel ja der fliegende Wechsel, am besten

an einer Schnellladesäule. Wenn ein Fahrer abstellt und

nicht gleich der nächste beginnt, nutzen wir die normalen

Lade säulen.

Das setzt sehr flexibles Personal voraus. Wie viele Fahrer

haben Sie und wie haben Sie diese überzeugt?

Alle drei Fahrer über den Spaß am E-Taxi-Fahren. Mit dem

E-Pedal beim Nissan Leaf gibt man nicht nur Gas, man dosiert

auch das Abbremsen bis zum Stillstand. Vor roten Ampeln

bleibt man stehen, ohne auf die Bremse getreten zu sein. Das

führt zu einem entspannten und vorausschauenden Fahrstil

und erhöht die Reichweite.

Wie weit kommen Sie mit einer Ladung?

Angegeben sind 378 Kilometer, in der Stadt etwa 400. Je nach

Fahrweise und Einsatz weiterer Energieverbraucher sind es in

der Praxis rund 300 Kilometer.

Wie zufrieden sind Sie mit der Münchner Ladeinfrastruktur?

Das aktuelle Angebot an Schnellladesäulen ist noch sehr unbefriedigend.

Es gibt eine in der Englschalkinger Straße, eine am

Olympiaturm und die schon angesprochene in der Parkstadt

Schwabing.

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TAXI JUNI / JULI / 2018

23


E-TAXIS

Sind die dann wenigstens frei, wenn

man sie braucht?

Ja, aufgrund der wenigen Elektro-Fahrzeuge,

die aktuell zugelassen sind. Je

mehr E-Fahrzeuge jetzt aber kommen,

umso enger wird es. Ich freue mich deshalb,

dass die Stadt weitere 18 Schnelllader

bis zum Jahresende errichten will.

Um ein E-Taxi-Projekt wirklich zum Laufen

zu bringen, ist das eine wichtige

Voraussetzung.

Wie setzten Sie die Vorgabe INSIKA um,

also einen Fiskal-Taxameter einzusetzen,

der eine manipulationssichere

und verschlüsselte Datenübertragung

ermöglicht?

Wir nutzen die Software des Unternehmens

Starksoft und dessen INSIKA-Center,

die unsere Daten verschlüsselt auf

einen Server übermittelt. Auf den habe

ich immer von jedem Ort aus Zugriff,

kann die Umsätze einsehen, Zuschläge,

Arbeitszeiten etc. Der Fahrer muss keine Schichtzettel mehr

schreiben und ich brauche auch keinen Schichtwechsel mehr

mit täglicher Abrechnung. Unser Zweischicht- und späteres

Dreischicht-Konzept kann nur mit einem Fiskaltaxameter funktionieren.

Wie aufwendig ist der geforderte Datenaustausch

mit der Stadt?

Die Stadt wird mir einen passwortgeschützten

Zugang gewähren. Über den

muss ich die Daten quartalsweise als

geschützte Datei übermitteln. Anfang

Juli findet der erste Datenaustausch statt,

anschließend wird die erste Fördersumme

ausbezahlt.

Auf Basis der nachgewiesenen Besetztkilometer,

also der Touren, bei denen

Sie elektrisch mit einem Fahrgast

unterwegs waren.

Ja, pro Kilometer 20 Cent.

Verraten Sie uns zum Schluss noch

Ihre Umsätze? Haben die sich mit dem

E-Taxi im Vergleich zum Vorgängermodell

verändert?

Das kann ich nach sechs Wochen noch

nicht abschließend beurteilen. Ich bin aber

sehr zuversichtlich, dass wir uns steigern

werden, weil auch die Kundschaft ein größeres Interesse an Elektro-Taxis

hat, wovon wir als Münchner E-Taxi-Team 24/7 profitieren

wollen.

Viel Erfolg dabei und danke für das Interview.

FÖRDERPROGRAMM E-TAXI DER STADT MÜNCHEN

Voraussetzungen und Infos für die Beantragung der Förderung:

Taxiunternehmen mit Genehmigung nach

§ 47 PBefG mit Sitz oder Niederlassung

im Münchner Stadtgebiet

• 36 Monate Haltefrist der E-Taxis

• Fiskaltaxameter mit INSIKA

• Neufahrzeug mit Erstzulassung nach dem 01.01.2017

• Beklebung des E-Taxis mit Motiv

der E-Taxi-Förderung

• Förderungshöhe: 0,20 Euro pro Besetztkilometer,

maximal 40 % der Anschaffungskosten des E-Taxis

• quartalsweise Abrechnung durch Übermittlung der Daten

des Fiskaltaxameters

• Weitergabe der Daten für eine wissenschaftliche

Auswertung

• Optional kann auf der gleichen Taxikonzession weiterhin

ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor genutzt werden.

Allerdings darf immer nur ein Auto auf der Straße sein.

Informationen im Netz

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FOTO: Taxi Times

24 JUNI / JULI / 2018 TAXI


UMFRAGE BEI TAXIUNTERNEHMERN

ZUR AKZEPTANZ VON INKLUSIONS-TAXIS

führen. Mehrfachzustimmungen bei den einzelnen Fragen sind möglich. Sie

können auch direkt per Internet teilnehmen: www.taxi-times.taxi/umfrage

O Nein und ich plane es auch nicht.

Kommt die (zusätzliche) Anschaffung eines oder

Mein Pflichtfahrgebiet ist: ________________________

______________________________________________

Nachfolgende Fragen beziehen sich ausschließlich auf

die Situation in Ihrem Pflichtfahrgebiet. Bitte beantworten

Sie die Fragen nur, wenn Sie über die entsprechenden

Kenntnisse verfügen.

INKLUSIONSTAXI

NULL –

SECHS –

FÜNFZEHN

Die Anschaffung eines Rollitaxis

könnte ab 2020 von der

Stadt bezuschusst werden.

Wird es zum Jahreswechsel den

Startschuss für ein Münchner

Inklusionstaxi-Projekt geben? Hinter

den Kulissen wird kräftig daran

gearbeitet. Beim Dauerthema Zuschlag

läuft es womöglich auf einen

Kompromiss hinaus.

Bei der Teilnahme von mobilitätseingeschränkten

Personen am

öffentlichen Leben kommt den

öffentlichen Verkehrsmitteln eine verantwortungsvolle

Rolle zu. Neben Bus und

Bahn soll auch das Taxi als Teil des ÖPNV

über eine ausreichende Zahl an Fahrzeugen

mit Rollstuhlausstattung verfügen.

Aus diesem Grund hat sich bereits vor

zwei Jahren im Rahmen des Behindertenbeirats

eine Arbeitsgemeinschaft Taxi

unter dem Vorsitz von Franz Göppel gebildet.

Ihm zur Seite stehen Lukas Schweppe

(Geschäftsführer des Behindertenbeirats)

und engagierte Rollstuhlfahrerinnen/

-fahrer. Ferner dabei: Taxi- und Mietwagenunternehmer

Jörg Hildebrandt vom

SBB-Fahrdienst und der Isar-Funk-Inklusionsbeauftragte

Horst Wiegand.

Diese AG Taxi berät wiederum ein Gremium

des Sozialreferats, dem neben Göppel

und Schweppe auch Reinhard Wenzl vom

Taxibüro des KVR angehören. Hier werden

die Förderrichtlinien besprochen, welche

dem Stadtrat im Dezember 2019 zur Ratifizierung

und damit zur Förderung von

Inklusionstaxis vorgelegt werden sollen.

Allerdings wären die Mittel hierfür wohl

erst 2020 abrufbar. Zuschüsse für bereits

umgerüstete Fahrzeuge soll es nicht geben.

ZUSCHUSS BIS 10 000 EURO

„Die Tendenz geht dahin, dass man 90 bis

95 % der Umbaukosten bis zu einem Betrag

von 10 000 Euro zur Rollstuhlbeförderung

übernehmen wird“, wagt Wiegand eine Prognose.

Diskutiert werden dabei mehrere

Förderoptionen. Angedacht wird unter

anderem, an ausgesuchten Taxiständen

den vordersten Platz für Inklusionstaxis

zu reservieren, die somit eine höhere Auslastung

zu erwarten hätten.

Als problematisch wird die Taxiforderung

eines pauschalen Zuschlags von

15 Euro pro Rollstuhlfahrt angesehen.

Sofern dieser Zuschlag von den betroffenen

Personen aus eigener Tasche übernommen

werden müsste, würde dieses eine Diskriminierung

von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

darstellen. Dies ergab eine

Diskussion unter den Teilnehmern der AG

Taxi. Demzufolge wäre die Alternative, keinen

Zuschlag zu gewähren.

Nicht zuletzt auch durch die Überzeugungsarbeit

von AG-Mitglied Wiegand

gaben die Teilnehmer dann aber doch

grünes Licht für den Kompromiss, für diese

Fahrten, die ja sowieso nur mit Bus-Taxis

durchgeführt werden, auch einen Großraumzuschlag

über sechs Euro zu nehmen.

Wiegand hatte argumentiert, dass

die Beförderungskosten in einem Inklusionstaxi

nach Taxitarif bedeutend geringer

ausfallen als in den bisherigen Beförderungen

der Spezialanbieter.

jh

Hinweis: Sämtliche Fragen betreffen das Tarifgebiet, in dem Sie Ihr Unternehmen

VORBILD BERLIN UND BEDARFSANALYSE

A: BEDARFSANALYSE

Haben Sie bereits Taxis zur Rollstuhlbeförderung

im Einsatz?

O Ja, und zwar ________ Taxis.

O Ja, und zwar ________ Mietwagen.

O Nein, ich plane es.

C: REGIONALE SITUATIONSANALYSE

FOTO: Taxi Times

Bei den Münchner Bestrebungen, Inklusionstaxis zu

etablieren, ist Berlin das große Vorbild. Dort fördert die

Stadt die Umrüstung eines Taxis. Eine Million Euro pro Jahr

werden 2018 und 2019 zur Verfügung gestellt. Angestoßen

und unterstützt hatte dieses Projekt der Sozialverband

Deutschland SoVD. Nun will man die Aktivitäten auch

auf andere Regionen ausweiten. Um festzustellen, wie

hoch der Bedarf ist und welche Fördermaßnahmen das

Taxigewerbe für eine flächendeckende Bedienung mit

Rollstuhltaxis benötigt, erstellt der SoVD derzeit in Zusammenarbeit

mit Taxi Times eine Bedarfsanalyse, bei der

Taxiunternehmer bundesweit

gebeten werden, einen zweiseitigen

Fragebogen auszufüllen.

Es wäre ein wichtiges

Zeichen für das Münchner

Inklusionstaxiprojekt, wenn

sich viele Münchner Unternehmer

an der Umfrage

beteiligen würden. www.

taxi-times.com/umfrage. jh

mehrerer Inklusions-Taxis für Sie in Frage?

O Ja! Die vorste lbare Anzahl beträgt: _____________

Nein,

O weil kein ausreichender Kundenbedarf vorhanden ist.

O weil kein geeignetes Fahrpersonal verfügbar ist.

O weil _______________________________________

B: FINANZANALYSE

Welche Rahmenbedingungen benötigen Sie, um ein

Inklusions-Taxi einsetzen zu können?

Ich benötige einen Investitionskostenzuschuss für die

barrierefreie Umrüstung . . .

O in anteiliger Höhe.

O in vo ler Höhe.

Behindertenverbände sehen in Zuschlägen eine Diskriminierung.

Halten Sie Zuschläge bei der Beförderung

von Rollstuhlnutzern aus Taxisicht für nötig?

O Nein.

O Ja, in Höhe von ________€ pro Fahrt und Fahrzeug.

O Ja, in Höhe von ________€ pro Fahrt und Ro lstuhl.

Welche Bezahlung der Dienstleistung für Rollstuhlnutzer,

die zusätzlich zur reinen Fahrzeit aufgewendet

wird, sollte im Taxitarif geregelt werden:

O Keine.

O In Höhe des Wartezeittarifs.

O In Höhe von ________ € pro Stunde.

Wie viele aller Taxis aus ihrer Stadt / Gemeinde

können nach Ihrer Kenntnis Personen im Rollstuhl

sitzend befördern?

Ich schätze die Anzahl an Taxis auf ca._______.

Ich schätze den prozentualen Anteil a ler Ro lstuhltaxis

meiner Stadt / Gemeinde auf ca. _______%.

Wie viele Rollstuhlfahrten werden in Ihrem Pflichtfahrgebiet

in Taxis /Mietwagen pro Monat durchgeführt?

Ich schätze ca._______:

Ich schätze den prozentualen Anteil der Selbstzahler

auf etwa _______ %

Ich schätze den prozentualen Anteil der Kostenübernahme

durch Krankenkassen auf etwa _______ %

Wie viele Taxis / Mietwagen führen Rollstuhlfahrten im

Auftrag des Öffentlichen Verkehrsträgers aus?

Ca. _______ :

D: ROLLSTUHLFAHRTEN MIT ABRECHNUNG ÜBER

KRANKENFAHRTEN

Nachfolgende Fragen beziehen sich ausschließlich auf

die Situation in Ihrem Pflichtfahrgebiet. Bitte beantworten

Sie die Fragen nur, wenn Sie über die entsprechenden

Kenntnisse verfügen! Danke!

Wie werden Rollstuhlfahrten über die Krankenkasse

abgerechnet?

O Über Einzelverträge bei folgenden Krankenkassen:

____________________________________________

O Über Rahmenverträge bei folgenden Krankenkassen:

____________________________________________

Werden Zusatzleistungen wie Abholung, Umsetzen,

etc. von den Kassen bei der Vergütung berücksichtigt?

O Ja.

O Nein.

Wie sollte eine solche Vergütung aussehen?

O Über den Wartezeittarif

O Über eine Pauschale. Höhe: _______€

Bitte senden Sie den ausgefüllten Fragebogen per Fax an 089 / 14 83 87 89 oder als Scan per Mail an

info@taxi-times.taxi oder per Post an Taxi Times, Frankfurter Ring 193a, 80807 München. Vielen Dank!

TAXI JUNI / JULI / 2018

25


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IM DIALOG MIT DEM BZP

POLITIKER IM

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»DER FAHRGAST IST UNSER

VERBÜNDETER«

PBefG

PBefG

Stefan Gelbhaar, Bündnis 90 /Die Grünen

Daumenkino der Eskalation

Michael Donth,

CDU

Daniela Kluckert,

FDP

Deregulierung und seine Folgen

UBER TRICKST

DIE LEKTIONEN DER

IN WIEN

NIEDERLÄNDER

Mit Appellen und Aufklärungen befasste sich diese

Ausgabe der Taxi Times München. Die bundesweit

erscheinende Printausgabe Taxi Times DACH bietet

noch mehr Infos zu diesem Thema.

Zweimal im Jahr tagen die Delegierten

des Bundesverbands des

Deutschen Taxi- und Mietwagengewerbes

BZP. An unterschiedlichen Orten

geht es dabei meist um viel Internes, um

Wahlen und Wahlkämpfe, um Beschlüsse

und Resolutionen.

Aus diesem Schema bricht der Bundesverband

immer mehr aus, was bei der

diesjährigen Frühjahrstagung Mitte Mai

besonders deutlich wurde. BZP-Präsident

Michael Müller sprach von einem „neuen

Format“, mit dem man die Zusammenkunft

an jenem Tag programmatisch füllte. Er

selbst verzichtete auf einen Gewerbereport

und trat stattdessen auf den Tag verteilt mit

insgesamt drei Politikern des Deutschen

Bundestags in den Dialog. Sie kamen von

unterschiedlichen Parteien und gehören

alle dem Verkehrsausschuss des Deutschen

Bundestags an. Da man noch in dieser

Legislaturperiode mit einer Änderung

des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG)

rechnen muss, werden die Mitglieder dieses

Ausschusses mit ihrer Expertise entsprechenden

Einfluss nehmen.

FDP HAT NOCH

AUFKLÄRUNGSBEDARF

Entsprechend spannend war es, die politischen

wie persönlichen Positionen des

CDU-Mannes Michael Donth, der FDP-

Vertreterin Daniela Kluckert sowie des in

Berlin bekannten Stefan Gelbhaar von den

Grünen zu hören. Was alle drei zu sagen

hatten und warum Frau Kluckert noch ausführlich

über die Taxi-Besonderheiten aufgeklärt

werden muss, kann in der aktuellen

Taxi Times DACH nachgelesen werden.

Noch unterliegt das Taxiwesen der nationalen

Gesetzgebung, doch gerade Uber

versucht seit Jahren, die nationale Gesetzgebung

über europäische Beschlüsse auszuhebeln.

Der so gern zitierte Blick über

den Tellerrand muss daher auch nach

Brüssel zur Europäischen Union gehen,

ebenso wie in andere europäische Länder,

in denen Taxiverkehr ähnlich wie in

Deutschland oder eben schon viel deregulierter

abläuft.

Als nahezu zeitgleich zur BZP-Frühjahrstagung

in Brüssel eine zweitägige

Taxikonferenz stattfand, mischte sich Taxi

Times Redakteur Philipp Rohde unter die

zahlreichen Taxi-Experten aus der ganzen

Welt. Was uns die Redner aus vielen Ländern,

darunter Russland, Niederlande und

USA, zu sagen haben, fassen wir ebenfalls

in der aktuellen Taxi Times DACH zusammen.

Mit einem Redner hat sich unser Redakteur

intensiver beschäftigt. Taxi-Consultant

Hein Maas ließ die Entwicklung des

niederländischen Taxigewerbes seit dem

Jahr 2000 Revue passieren. Damals hatte

die Regierung den Taxi-Gelegenheitsverkehr

vollständig dereguliert. Die Folgen

waren nicht sehr positiv für alle Beteiligten.

Vor allem FDP-Politiker und dem

Unternehmen Uber nahestehende Verfechter

einer Liberalisierung des Taxigewerbes

sollten sich diesen Bericht unbedingt

durchlesen. Es könnte zu einem Sinneswandel

führen.

jh

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

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Internet: www.taxi-times.taxi

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

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Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

V. i. S. d. P.: Jürgen Hartmann (jh),

Simon Günnewig (sg),

Philipp Rohde (prh)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Florian Bachmann (fb),

Stephan Berndt (sb),

Karl-Heinz Mayer (khm),

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Martina Jacob,

Iris Lutterjohann,

Raufeld Medien GmbH,

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Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

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Druck

Druckteam, Maik Roller & Andreas Jordan

GbR,

Gustav-Holzmann-Str. 6, 10317 Berlin

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten im

Sinne des Presserechtes selbst verantwortlich

sind.

GRAFIK: Raufeld Medien

26 JUNI / JULI / 2018 TAXI


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