PolarNEWS Magazin - 27 - CH

polarreisen

Tourismus

Mitteilungen von AECO und IAATO

Die Organisationen für Reisen in polare Gebiete.

Das muss weg: Passagiere sollen bei Landgängen Müll sammeln.

Mass statt Masse: Anlandungen sollen koordiniert werden.

AECO

Kampf gegen den

Plastikmüll im Meer

Das Zumüllen der Meere ist eines der grössten und dringendsten

Umweltprobleme unserer Zeit. Was viele Leute nicht wissen: Die

Arktis ist eine Sackgasse für den Müll, weil er von überall dorthin

getrieben wird. Viel wird geschwatzt, wenig wird getan. Dem

möchte nun die Vereinigung der Arktis-Expeditionsreisen-Betreiber

AECO entgegentreten. Dazu arbeitet sie mit dem UN-Umweltprogramm

Unep zusammen in deren Kampf gegen Plastikmüll

in den Ozeanen. Daraus entstanden ist die «Clean

Seas»-Kampagne der AECO, in der auf den Expeditionsschiffen

der AECO-Mitglieder die Nutzung von Einwegplastik drastisch

eingeschränkt werden soll. Ausserdem werden die Passagiere ermuntert,

bei den Landgängen mitzuhelfen, die Strände von Plastikmüll

zu säubern.

Weiter fokussiert sich die AECO darauf, die Passagiere, die

Teams und die Öffentlichkeit zu unterrichten, wie man die Verschmutzung

der Meere reduzieren kann. Zur Verstärkung hat die

AECO ein neues Team-Mitglied erhalten: Sarah Auffret, die seit

vielen Jahren in der Polartourismus-Industrie tätig ist.

Seit Mai 2018 arbeitet Sarah unermüdlich mit den Schiffbetreibern

zusammen, um die bestmöglichen Methoden zur Plastikmüllvermeidung

auf den Schiffen und an Land zu etablieren.

Auch die Passagiere auf den Expeditionsreisen spielen in den

Überlegungen eine wichtige Rolle. Denn deren Liebe zur Natur

und ihr Interesse an der arktischen Welt ziehen sie in den hohen

Norden. Und ihr Verhalten zu Hause im Umgang mit Plastik hat

einen signifikanten Einfluss darauf, ob und wieviel Plastik in Zukunft

an den Stränden und im Eis der Arktis auftauchen wird.

Michael Wenger

IAATO

Den Schiffsverkehr in

der Antarktis steuern

Expeditionsreisen in die Antarktis erfreuen sich immer grösserer

Beliebtheit, und immer mehr Schiffe drängen auf den Markt. Die

Mission der Vereinigung der Antarktisreisen-Anbieter IAATO

hat jedoch zum Ziel, Reisen in die Antarktis sicher und umweltverträglich

zu gestalten, zum Schutz von Mensch und Tier. Um

sicherzustellen, dass immer nur ein Schiff und nur die erlaubte

Anzahl Passagiere an den jeweiligen Landestellen sind, hat die

IAATO einen Schiffsplaner eingerichtet. Dieses Werkzeug erlaubt

es den Betreibern, zu einem festgelegten Zeitpunkt, wie auf

einer Auktion, Gebote für eine spezifische Stelle zu einem spezifischen

Datum abzugeben und einen Plan A der Reise zu erstellen.

Hintergrund ist, dass gemäss Antarktisvertrag, der auch den

Tourismus regelt, die Zahl der Schiffe, Passagiere und Besuche

pro Tag an den Landestellen genau festgelegt ist.

Die IAATO kann also sicherstellen, dass diese Bestimmungen

auch eingehalten werden und der Druck auf die Landestellen

durch zu viele Besuche nicht steigt. Ausserdem wird der Plan zu

Beginn der Saison auch den fünf Seenotrettungszentren zugesandt

und die Betreiber selber haben Zugang zu diesem Planungswerkzeug.

So kann auf Notfälle schnell reagiert werden.

Gleichzeitig können die Betreiber während der Reise durch Eis

oder schlechtes Wetter blockierte Plätze mit besseren Plätzen abtauschen,

ohne aber den anderen Schiffen in den Weg zu kommen.

Dies ist in Anbetracht der steigenden Zahl von Schiffen in

der Antarktis notwendig. Die Besucherzahlen sind zwar noch

meilenweit vom Massentourismus entfernt, aber man wehrt den

Anfängen.

Michael Wenger

PolarNEWS 31

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