PolarNEWS Magazin - 27 - D

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News aus der Polarforschung

Zusammengestellt von Peter Balwin

Zwerggänse kriegen den Jagddruck von Menschen und Rotfüchsen zu spüren.

Zwerggans in Bedrängnis

Auf der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion

(IUCN) wird die Zwerggans

als «gefährdet» aufgeführt – es leben nur noch

24’000 bis 40’000 Individuen dieser nordischen

Gänseart. Sie bewohnt die nördlichen Teile

Fennoskandiens und die arktische Küstenzone

Russlands. Allein im europäischen Verbreitungsgebiet

(Norwegen, Schweden, Finnland)

findet man heute kaum mehr als etwa 35 Brutpaare.

Grund für die drastische Bestandsabnahme

dieses einst häufigen Brutvogels ist die

Jagd entlang der Zugrouten sowie im östlichen

Mittelmeer, dem Überwinterungsgebiet. Neu

kommt hinzu, dass wegen der Erderwärmung

immer mehr Rotfüchse in die Tundra vordringen

und die Gelege der Zwerggans zerstören.

Quelle: WWF Finnland / BirdLife International

Genderfragen beim Königspinguin

Männchen oder Weibchen? Jetzt wissen wir es

anhand der Ruffrequenzen.

Französische Forscher haben erstmals bei

einem Nicht-Singvogel anhand der Rufe

dessen Geschlecht feststellen können. Die

Balzrufe des Königspinguin-Männchens

bestehen aus Silben, welche voneinander

abgetrennt sind durch einen starken Schwingungsabfall.

Es fiel auch auf, dass Weibchen

weniger schnell rufen als die Männchen.

Ausserdem lässt diese Studie erkennen, dass

Wissenschaftler fortan allein durch die Messung

der Schnabellänge zwischen Männchen

und Weibchen unterscheiden können

– mit einer Treffsicherheit von 79 Prozent.

Quelle: IBIS

Arktischer

Fischerei-Vertrag

Noch sind zum Glück die grössten Teile des Arktischen

Ozeans ganzjährig von Meereis bedeckt

– trotzdem haben mehrere Fischerei-Nationen in

weiser Voraussicht bereits heute ein Abkommen unterzeichnet,

welches den Fischfang im zentralen Arktischen

Ozean verbietet. Im Dezember 2017 rauften

sich nur fünf Arktis-Anrainerstaaten zu einer solchen

Übereinkunft zusammen. Die rasante Eisschmelze

erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere

Nationen sich ein Stück vom Fischkuchen abschneiden

könnten. Jetzt ist es gelungen, bedeutende

Fischerei-Nationen wie die EU, Japan, China, Südkorea

und Island mit ins Boot zu holen. Der Vertrag ist

rechtlich bindend und vorerst mit einer Laufzeit von

16 Jahren ausgestattet. Quelle: WWF

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