PolarNEWS Magazin - 27 - D

polarreisen

Es wird heller, und wir können das Ausmass

der gesamten Kolonie erkennen. Wir entdecken

Königspinguine in der Mauser, brütende

und balzende Tiere und Pinguine, die

ihr braunes Daunenkleid verlieren. Wir umrunden

ein Nest von Riesensturmvögeln, aus

dem uns ein Jungtier neugierig anblickt.

Am Rand der Tussockwiesen liegen sich

häutende See-Elefanten und schlafende

Pelzrobben.

Die geschäftig umherlaufenden Eselspinguine

entlocken uns ein Schmunzeln. Überhaupt

kommt man nicht umhin, ständig zu

lächeln, sich freundlich zuzunicken und sich

ob der vielen Eindrücke zu freuen.

Nach dem Frühstück segeln wir weiter in

Richtung Cooper Bay. Wir hofften auf eine

Zodiac-Bootstour zu den dortigen Macaroni-Pinguinen.

Aber wieder machen uns heftige

Winde einen Strich durch die Rechnung.

Wir haben allerdings gelernt, dass Plan B

auch reizvoll sein kann, und so ist es auch

diesmal. Wie von Zauberhand beruhigt sich

die See im Bereich der Larsen-Bucht, sodass

der Kapitän den Anker zu Wasser lässt und

wir mit den schwarzen Gummibooten das

Fjordsystem erkunden können. Beinahe surreal

wirkt die Szenerie. Die Wasseroberfläche

spiegelt die steilen Felswände wider, und

die Zodiacs mit ihren bunten Insassen scheinen

zu schweben.

In der Nacht überqueren wir mit der «Plancius»

den 60. Breitengrad Süd und besuchen

am folgenden Tag die argentinische Station

Orcadas auf den Süd-Orkney-Inseln im Südatlantik

auf 60° 44.809 S / 44° 43.302 W. Sie

ist die älteste ständig bewohnte Forschungsstation

der Antarktis. Die Betreuer sind jeweils

sehr erfreut, vor ihrer Wintersaison

nochmals Kontakt mit Leuten von ausserhalb

der Station zu haben und ein paar frische Lebensmittel

zu bekommen. Der steinige Strand

vor der Station und die Gletscherausläufer

sind mit Pelzrobben gesäumt, daneben tummeln

sich jede Menge Kehlstreifenpinguine.

Rund um die Lagune fliegen Kap-, Riesenund

Schneesturmvögel, Skuas und Kormorane

herum. Es schneit und regnet, und fünf

Minuten später scheint die Sonne wieder.

Wale, Wale!

Bereits am Nachmittag geht es weiter in Richtung

Antarktische Halbinsel. Wie auf dem

Weg hierher bereits erlebt, erwarten wir auch

hier, die einen oder anderen Eisberge und

Wale zu sichten. Bereits gestern erfreuten wir

uns auf der rund 800 Kilometer langen Fahrt

über ein knappes Dutzend Finnwale, die hier

in der antarktischen Konvergenz einen reich

gedeckten Tisch vorfinden.

Wir erreichen über die Gerlache-Strasse den

südlichsten Punkt unserer Reise: Paradise

Geht schneller so: Eine Gruppe Adélie-Pinguine

rodelt über eine Eisscholle in der Fridtjof-

Meerenge.

Von oben: Walskelett auf Saunders Island. Die

Shag Rocks ragen einsam aus dem Meer heraus.

Daunendecke neu definiert.

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