PolarNEWS Magazin - 27 - D

polarreisen

Der Anfang: Im November 1997 reisen die Kubnys zum ersten Mal

in die Antarktis, als Privatpersonen. Mit an Bord: der Schweizer

Meeresbiologe David Senn. Heiner und Rosamaria sind begeistert,

buchen umgehend erneut und schiessen spektakuläre

Bilder, unter anderem von Kaiserpinguinen im Sturm.

Die Show: Aus ihren Bildern gestalten die Kubnys eine bewegende

Multivisionsshow mit elf Projektoren und live gesprochener

Begleitung. Sie gehen damit 2001 zum ersten Mal auf Tournee. Die

Säle sind durchgehend ausgebucht. Es folgen weitere Tourneen, bald

auch erste Shows in deutschen Städten.

Die Marke: PolarNEWS führt im Dezember 2004 seine erste

Reise für Fans durch, zur Antarktischen Halbinsel. Die Kubnys

nehmen die druckfrische erste Ausgabe des gleichnamigen

Magazins mit und präsentieren sie stolz dem Leiter der Orcadas-

Station auf South Orkney, Jorge Martinez.

Ihr habt Ikarus Tours schon

vorher gekannt?

Heiner: Ja, natürlich. Auf den Schiffen,

mit denen wir unterwegs waren, hatte es oft

auch Ikarus-Gäste, wir kannten auch die

Chefs und den Besitzer der Firma schon

längst. Die holländische Reederei Oceanwide

Expeditions, mit der wir seit Jahren

sehr eng und gut zusammenarbeiten, hat

uns sogar bei Ikarus Tours empfohlen.

Habt ihr Bedingungen gestellt?

Rosamaria: Wir hätten es uns auch einfach

machen können, die Bude abstossen und

uns in den Ruhestand verabschieden. Aber

das kam für uns nicht in Frage. Wir wollten,

dass PolarNEWS in unserem Geist und Sinne

weitergeht, mit kleinen Schiffen, tollen

Reisen, enger Betreuung unserer Gäste und

so weiter. Und wir wollten, dass das Magazin

PolarNEWS und die dazugehörende

Website weiterentwickelt werden.

Warum?

Rosamaria: PolarNEWS war nie ein Reiseveranstalter

im klassischen Sinn. Wir haben

Reisen entwickelt, wir haben uns Angebote

vor Ort angeschaut, und wir sind

hervorragend vernetzt mit sehr vielen Leuten.

Den administrativen Teil des Reisens

haben wir immer schon einem regulären

Reiseveranstalter überlassen. Der kann das

besser als wir. PolarNEWS hat man hingegen

immer als Entwickler wahrgenommen,

quasi als Reise-Scouts. Und vor allem als

Magazin und Nachrichtenplattform. Politiker

und Wissenschaftler, Abenteurer und

Einheimische wollen in der Regel nicht mit

Reiseveranstaltern diskutieren. Mit einem

Magazin wie unserem hingegen schon. Genau

das ermöglichte es uns, Expeditionen

zu entwickeln, die niemand sonst zustande

brachte. Die dann aber regelmässig von

Mitbewerbern kopiert wurden.

Zum Beispiel?

Heiner: Die Eiskante in Kanada. Da waren

wir die ersten in Europa. Und Nunavut.

Und Vankarem in Tschukotka. Ein anderes

Beispiel ist der russische Eisbrecher «Kapitan

Khlebnikov», welcher über Jahre arbeitslos

im Hafen von Wladiwostok vor

Anker lag. Durch unsere Initiative wurde

dieser wieder aktiviert.

Rosamaria: So hat es bei uns mit den Reisen

angefangen: Wir wurden oft von Magazin-Lesern

angefragt, ob wir auch Reisen

anbieten. Damals waren wir noch mit den

Diashows unterwegs. Eines Abends hat uns

nach der Show der Chef eines Reisebüros

angesprochen, ob man nicht gemeinsam etwas

auf die Beine stellen könnte. Wir haben

uns auf die Suche nach tollen Erlebnissen

gemacht, das Angebot persönlich «ausprobiert»

und eine Reise zusammengestellt. So

kam es, dass wir 2004 unsere erste Polar-

NEWS-Leserreise anboten, in die Antarktis.

Es kamen vierzig Leute mit, was zu

dieser Zeit als Grosserfolg zu werten war.

Heiner: Wir haben immer alles persönlich

ausgetestet. Auch Reisen, die vier oder

mehr Wochen dauern. Kein Reiseveranstalter

schickt seine Mitarbeitenden für vier

Wochen weg, bloss um ein Angebot auszutesten.

Wir hingegen tun das. Und das

Administrative überlassen wir dann eben

einem professionellen Reiseveranstalter.

Bis heute?

Heiner: Ja, wir kriegen viele Einladungen

von örtlichen Veranstaltern. Einige davon

gehen wir uns anschauen. Von diesen wiederum

nehmen wir das eine und andere Angebot

in unsere Reisen auf. Wir organisierten

sogar einige Reisen, bei denen wir von

Anfang an wussten, dass wir am Ende

drauflegen werden. Zur Eiskante in Kanada

zum Beispiel, zum Eisbärencamp in Nunavut,

oder zur Sonnenfinsternis in Spitzbergen.

Aber wir wollten unseren Leserinnen

und Lesern von diesen wunderbaren Gegenden

erzählen und schliesslich soll das

Ganze auch Spass machen.

Nun denn: Rosamaria, du bist seit

1. Januar dieses Jahres offiziell fertig

mit PolarNEWS...

Rosamaria: Verkauft haben wir die Firma

bereits auf 1. Januar 2017. Und im Gegensatz

zu Heiner bin ich jetzt schon neunundsechzig...

Und Heiner?

Heiner: Achtundsechzig. Am 31. Dezember

2018 höre ich auf. Und nächstes Jahr betreuen

Rosamaria und ich noch für Polar-

NEWS die Ferienmessen in Deutschland.

Dann ist fertig.

Wie geht’s weiter mit PolarNEWS?

Rosamaria: Wie bisher. Alles bleibt so,

wie es ist.

Und personell? Wer wird die

neuen Kubnys?

Heiner: Das wissen wir bis dato noch nicht

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