seventeen goals Magazin

17goalsmagazin

Eine Sonderbeilage von Projekt 17

in Kooperation mit dem Zeitverlag

Großdenker

Zwei, die

keine Grenzen

akzeptieren

Smogsauger

Wie schmutzige

Luft zu

Schmuck wird

Nr.

01

seventeen

goals

Wie Menschen die Welt bewegen

Bildgewalt

Die Epik

des Benjamin

Von Wong


Supermärkte können Kohlekraftwerke ersetzen

Smarte Supermärkte haben das Potenzial, zu aktiven Playern der Energiewende zu werden.

Der Hintergrund: Die Frischhaltung von Lebensmitteln erfordert einen enormen Energiebedarf.

Rund 2 Prozent des Stroms in Europa werden allein durch Supermärkte verbraucht.

Mit heute verfügbaren Technologien kann der Supermarkt vom Energiefresser zum smarten

Energieerzeuger werden. Sowohl die Kühlungsabwärme als auch die ungenutzte Energie der

Kälteanlagen lassen sich flexibel als Stromreserve nutzen. In Spitzenlastzeiten, insbesondere, wenn

die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst, steht so Energie für den Eigenverbrauch – und

fürs öffentliche Netz – bereit. Wären alle Supermärkte Europas mit smarten Technologien

ausgestattet und ans Stromnetz angebunden, könnten sie 10 Kohlekraftwerke ersetzen.

Der Supermarkt aktiv & irma in Oldenburg nutzt dieses Potenzial bereits. Mit Technologien, die

energieeffizient und umweltfreundlich sind und zugleich für maximale Lebensmittelsicherheit

sorgen. Dank energieoptimierter Kühlung, Solarenergie und Aufladestationen für

Elektrofahrzeuge können Supermärkte schon heute viele der nachhaltigen Entwicklungsziele der

Vereinten Nationen verwirklichen.

Erfahren Sie mehr unter:

buildings.danfoss.com


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

es war ein historischer Moment, als sich im September 2015

die internationale Staatengemeinschaft auf die Verbesserung

und Heilung unserer Erde einigte: mit 17 Zielen für

nachhaltige Entwicklung.

In einer Zeit, die eher von Streit, Misstrauen und neuem

Nationalismus geprägt ist, haben sich alle 193 Länder der

Vereinten Nationen diesem ehrgeizigsten Plan der Menschheit

verschrieben und gehen die großen Herausforderungen

gemeinsam an. Was für eine Nachricht!

Seit wir davon erfuhren, haben uns die international

als Sustainable Development Goals (SDGs) bezeichneten Ziele

begeistert. Mit geschärfter Wahrnehmung stellten wir fest:

Es passiert bereits unglaublich viel in Deutschland und rund

um den Globus. Was uns aber auch auffiel: Obwohl die

Nachhaltigkeitsziele die besten Nachrichten der Welt sind,

wissen nur wenige Menschen davon. Das wollten wir ändern.

Die Idee für dieses Magazin war geboren.

Wem immer wir in der Folge von unserer Idee erzählten –

sie stieß auf Begeisterung. Kein Wunder, denn die

Nachhaltigkeitsbewegung in Deutschland und weltweit ist

stärker als je zuvor. Überall sind Menschen mit tollen

Ideen, viel Engagement und der festen Absicht am Werk, schon

heute die Welt zum Positiven zu verändern. Der amerikanische

Autor Paul Hawken hat für diese Entwicklung ein ganz

wunderbares Bild gefunden: Er bezeichnet alle, die sich für

eine gerechtere, fairere, gesündere Welt einsetzen, als das

Immunsystem der Erde. Und darum geht es in diesem Magazin:

um positive Geschichten, die vom Wandel erzählen

und zum Handeln motivieren. Es sind Geschichten, die zeigen,

dass es nicht nur auf Organisationen, Unternehmen und die

Politik ankommt, sondern dass jeder Einzelne von uns zum

„Die-Welt-geht-den-Bach-runter“-Antikörper werden kann.

Ideen und Anregungen gibt es in dieser ersten Ausgabe von

seventeen goals jede Menge. Lassen Sie sich inspirieren. Ihre …

Iris Rodriguez,

Chefredakteurin

Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Keine Armut

Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Leben an Land

Leben unter Wasser

Maßnahmen zum Klimaschutz

Nachhaltige/r Konsum und Produktion

14

13

12

Nachhaltige Städte und Gemeinden

15

11

16

Weniger Ungleichheiten

10

17

9

1

8

2

seventeen

goals

Wie Menschen

die Welt bewegen

7

3

Industrie, Innovation und Infrastruktur

Kein Hunger

4

6

Gesundheit und Wohlergehen

5

Hochwertige Bildung

Geschlechtergleichheit

Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Bezahlbare und saubere Energie

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Bild: © Gregor Hohenberg

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

03


18

Immer mehr junge

Designer wie Natascha

von Hirschhausen

bieten der Modeindustrie

die Stirn

30

Der Daniel Düsentrieb

des nachhaltigen Designs:

Daan Roosegaarde

06

Begegnet den

Problemen der Welt

mit Kreativität:

Benjamin Von Wong

Inhalt

20

Der Einsatz für eine bessere

Welt eint die Generationen,

wie Gro Harlem Brundtland

und Felix Finkbeiner zeigen

03 Editorial

Die 17 Nachhaltigkeitsziele

05 SOS KINDERDORF baut bei der Umsetzung

der Ziele auf Unternehmenspartner

06 BENJAMIN VON WONG möchte mit seinen Fotos

Veränderung bewirken

11 Schauspielerin Gesine Cukrowski unterstützt

die WELTHUNGERHILFE

12 Wirkungsvolles auf den Punkt gebracht

13 ENGAGEMENT GLOBAL macht die Nachhaltigkeitsziele

für die Menschen erlebbar

17 Initiativen für die Nachhaltigkeit:

Die BÜRGERSTIFTUNG MÜNCHEN verfolgt die 17 Ziele

18 Bei NATASCHA VON HIRSCHHAUSEN dreht

sich alles um ethische Mode

20 Zwei Kämpfer für die Nachhaltigkeit –

GRO HARLEM BRUNDTLAND und FELIX FINKBEINER

25 ÄRZTE OHNE GRENZEN sind für werdende

Mütter im Einsatz

26 Fünf Tipps, wie jeder zu ZIEL 12 beitragen kann

27 Wie der WWF gegen die Klimakrise kämpft

30 DAAN ROOSEGAARDE hat viele

Ideen, die Metropolen lebenswerter machen

33 Das Unternehmen Keen übernimmt

gerne Verantwortung

34 PLACES OF CHANGE – hier ist der Wandel

04 seventeen goals

Bild 1: © Sandra Smiley/MSF Bild 2: © MSF


Ein Beitrag von SOS-Kinderdorf

VON GROSSEN

ZIELEN

UND

KONKRETEN

TATEN

Bild 1: © SOS-Kinderdorf e.V.

„Lasse niemanden zurück!“ Auf diesem Grundsatz beruhen die

Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

SOS-Kinderdorf setzt sich vehement für diese Ziele ein

und baut dabei auf das Engagement verantwortungsbewusster

Unternehmenspartner

Über eine nachhaltige globale Entwicklung zu

sprechen und sie umzusetzen ist eine absolute

Notwendigkeit. Das gilt für Unternehmen vom

mittelständischen Betrieb bis zum Großkonzern im doppelten

Sinne: Schließlich tragen sie nicht nur eine besondere Verantwortung

für die Gesellschaft, sondern handeln auch in

ihrem eigenen Interesse, wenn sie sich sozial engagieren.

Fachkräftenachwuchs, gesteigerte Reputation, neue Kundenkreise

– wem der langfristige wirtschaftliche Erfolg seines

Unternehmens am Herzen liegt, dem kann ein gelingendes

Gemeinwesen nicht gleichgültig sein.

17 Ziele für eine bessere Zukunft Genau hier setzen die

SDGs an: Von allen UN-Mitgliedsstaaten unterzeichnet, sollen

die insgesamt 17 Ziele bis zum Jahr 2030 wirtschaftlichen

Fortschritt und soziale Gerechtigkeit weltweit in Einklang

bringen. Damit hierbei auch die Belange von Kindern und

jungen Menschen Berücksichtigung finden, hat sich SOS-

Kinderdorf aktiv in die Formulierung der SDGs eingebracht.

Im Fokus der Organisation stehen vor allem die SDGs 1, 4, 8,

10 und 16. In ihnen werden die beteiligten Staaten dazu aufgefordert,

Armut in jeder Form zu beenden, den Zugang

zu hochwertiger Bildung zu verbessern, menschenwürdige

Arbeit zu fördern, Ungleichheit abzubauen und sich für eine

inklusive Gesellschaft einzusetzen. Gerade der Bildung (SDG 4)

kommt eine Schlüsselrolle zu, denn sie ermöglicht es, aus der

Spirale von Armut, Ausgrenzung, Gewalt und dem Zerfall

von familiären Strukturen auszubrechen.

Gemeinsam sind wir stark! Die Erfahrungen zeigen jedoch,

dass politische Maßnahmen allein nicht genügen. SOS-Kinderdorf

sorgt dafür, dass diesen wichtigen Zielen auch konkrete

Taten folgen. Mit Ihrem Unternehmen sind auch Sie bedeutender

Akteur bei der Umsetzung dieser Entwicklungsziele.

Sie prägen durch Ihr wirtschaftliches Handeln und den Einsatz

ihrer Mittel die Bedingungen im Land. Helfen Sie uns als Partner

von SOS-Kinderdorf, Kindern die Chance auf eine bessere

Zukunft zu schenken!

Sie möchten sich mit Ihrem Unternehmen

für benachteiligte Kinder einsetzen?

Sprechen wir gemeinsam darüber! Das Team

Unternehmenskooperationen freut sich

auf Ihre Kontaktaufnahme.

SOS-Kinderdorf e.V.,Unternehmenskooperationen,

Telefon: 089 12606-299,

unternehmen-helfen@sos-kinderdorf.de,

www.sos-kinderdorf.de/unternehmen

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

05


Changemaker

Die Bildgewalt des

Herrn Von Wong

Mit aufwendig inszenierten, epischen Bildern macht der

Fotograf Benjamin Von Wong auf Probleme dieser Welt aufmerksam

und erreicht damit Millionen Menschent

Text IRIS RODRIGUEZ

06 I7 GOALS


Der Wirbelsturm ist echt, die große

Gleichgültigkeit inszeniert.

Von Wongs Hingucker zum Thema

Klimawandel ist eines der Motive

für den Dokumentarfilm „Cowspiracy“,

der die Auswirkung des globalen

Fleischkonsums auf das Klima aufzeigt

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

07


Changemaker

E

r jagt Tornados, um mit der herannahenden Katastrophe

auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Er lässt Meerjungfrauen inmitten von 10.000

Plastikflaschen schwimmen und inszeniert den Wahnsinn der

Meeresverschmutzung. Ein Heer freiwilliger Helferinnen und

Helfer baut mit ihm postapokalyptische Bilder aus Elektroschrott

und mahnt so das Thema Recycling an. Dem kanadischen Fotografen

Benjamin Von Wong ist keine Idee zu verrückt und kein

Aufwand zu groß für seine Fotos. Mit ihrer großen erzählerischen

Kraft verbreiten sich Von Wongs Bilder im Internet und

schaffen Aufmerksamkeit für Themen, die uns alle angehen:

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung,

Menschenrechte, Schutz von Flora und Fauna.

Für eine ganz neue Perspektive auf

Ressourcenverschwendung sortierten

50 Helfer zehn Tage lang 1.900

Kilogramm Elektroschrott wie

Laptops, Tastaturen und Platinen.

Viele dieser Teile enthalten wertvolle

Ressourcen wie Metall, und Gold

In einer Zeit, in der so viele Bilder wie nie zuvor geschossen

und konsumiert werden, wo allein auf Instagram täglich 80 Millionen

neue Bilder hinzukommen, versteht Von Wong es, gesehen

zu werden. Er beherrscht die Kamera ebenso wie die Regeln der

Viralität. Das Internet ist seine Spielwiese. Er hat über 300.000

Abonnenten bei Facebook, ihm folgen über 120.000 Menschen

bei Instagram und Twitter, die Videos seiner Making-ofs werden

hunterttausendfach bei YouTube angesehen. Seine Botschaften

werden gesehen, gemocht, geteilt.

Für den 32-Jährigen ist seine Fotografie eine Kunstform, die

aus dem, was vorhanden ist, etwas Neues schafft. Trockene, sperrige

Themen verwandelt er in spannende Bilder, die bekannten

Sachverhalten neue Perspektiven abgewinnen. Dabei ist er eher

zufällig zur Fotografie gekommen: Als Ingenieur arbeitete er

zunächst in einer Goldmine in Nevada, war fasziniert von der

Weite des Sternenhimmels über der Wüste und kaufte sich eine

Kamera. Kurze Zeit später kündigte er beim Minenbetreiber

und folgte seiner Leidenschaft. Und irgendwann wollte der in

San Francisco lebende Fotograf mehr machen als schöne Fotos.

„Sozialer und gesellschaftlicher Impact ist der einzige Grund, warum

ich tue, was ich tue“, erklärt Von Wong. Ihm gehe es darum,

möglichst viele Menschen zu berühren. Die Sichtbarkeit seiner

08 seventeen goals


Benjamin Von Wong

ist keine Idee

zu verrückt und kein

Aufwand zu groß

Werke nutzt er, um Veränderungen anzuschieben. „Meine Arbeit

soll sich positiv auswirken auf die Erde, ich möchte die wirklich

wichtigen Geschichten erzählen und damit Teil der Lösung sein.“

Bei seinen großen Produktionen gelingt es dem Kreativen mit

chinesisch-malaysischen Wurzeln immer wieder, Fremde und

Freunde mitzureißen. Dann wird er zu einer Art Cheerleader,

inspiriert, animiert, begeistert und gibt allen Beteiligten das

Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein, von etwas, das eine

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

09


Changemaker

„Wenn die großen

Konzerne ihr Businessmodell

umstellen,

dann können wir

gemeinsam die Kultur

verändern“

Veränderung bewirken kann. „Ich möchte, dass wir alle groß

träumen und dass mein Team und ich gemeinsam etwas tun,

was vorher noch keiner getan hat.“ Einige seiner Helfer – viele

von ihnen über Von Wongs soziale Netzwerke rekrutiert – haben

schon lange Reisen auf sich genommen, um dabei zu sein, wenn

tagelang komplexe und technisch anspruchsvolle Sets aufgebaut

werden. In solchen Momenten kommt in Benjamin Von Wong der

Ingenieur hervor, dann wird der Fotograf zum Visual Engineer,

springt zwischen den Aufbauten hin und her, sprüht vor Energie,

scherzt mit Teammitgliedern, macht Licht- und Kameratests. Und

es wird nie so ganz klar: Was ist Improvisation und was hat er

tatsächlich von Anfang an im Kopf gehabt?

Obwohl er mit vielen seiner Fotos Menschen als Verbraucher

anspricht und sie aufruft, ihr Konsumverhalten zu überdenken,

sieht der Fotograf die Verantwortung für unsere Welt nicht nur

beim Einzelnen. Er möchte vor allem auch den global handelnden

Unternehmen aufzeigen, dass es in ihrem besten Interesse ist,

nachhaltiger zu agieren. „Wenn die großen Konzerne

anfangen, ihr Businessmodell hin zu mehr sozialem

Impact umzustellen, und damit sogar noch zusätzliche

Umsätze machen, dann können wir

gemeinsam die Kultur verändern“, so hofft

Benjamin Von Wong. Dafür möchte er Impulse

geben. „Ich weiß nicht, ob es

klappt, aber ich muss es tun.“

www.vonwong.com

Für sein Projekt „Mermaids hate plastic“

hat der Fotograf eine Petition

gestartet, in der jeder Unterzeichner

verspricht, sich gegen Meeresverschmutzung

zu engagieren. Denn, so

Von Wong: „Jeder Einzelne kann etwas tun“


Ein Beitrag der Welthungerhilfe

„FRAUEN

STÄRKEN HEISST

DEN HUNGER

BESIEGEN.“

Gesine Cukrowski ist eine Frau, die begeistert.

Sie ist Mutter, Schauspielerin und

Aktivistin und unterstützt tatkräftig das große

Nachhaltigkeitsziel „Zero Hunger“,

gemeinsam mit der Welthungerhilfe.

Bild: © M.Knickriem/ Welthungerhilfe

B

ereits 2015 besuchte sie zum ersten Mal zusammen

mit der Welthungerhilfe eine Gegend in Uganda,

über die kaum in den Medien berichtet wird. In

Karamoja, einer der ärmsten Gegenden der Welt mit einer

Analphabetenrate von rund 90 Prozent, konnte sie als Patin

eines „Ziegenprojektes“ sehen, welch Riesenunterschied der

Besitz einer Ziege machen kann.

In dieser Region gibt es sehr viele Witwen und alleinerziehende

Mütter und kaum Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

Hier setzt das Projekt „Goat-for-work“ an: Die Frauen arbeiten

gemeinnützig und erhalten als Lohn eine Ziege. Eine Ziege

kostet 26 Euro, ab fünf Ziegen bilden diese eine Herde und

damit verändern sie das Leben einer Familie von Grund auf.

Die Wirkung in den „Ziegenprojekt“-Dörfern ist immens:

Die Kindersterblichkeit ist durch verbesserte Hygiene und die

besonders nahrhafte Ziegenmilch zurückgegangen. Und was

Gesine Cukrowski besonders bewegt: Die Frauen werden durch

die eigene Ziegenherde selbstbewusster und erfahren in der

Gemeinschaft Anerkennung und Gleichberechtigung.

Während dieser Reise erzählten ihr MitarbeiterInnen der

Welthungerhilfe außerdem von den Nachteilen, Infektionsrisiken

und der sozialen Ausgrenzung der Frauen und Mädchen

während der Menstruation.

In Karamoja und vielen anderen Gebieten Afrikas behelfen

sich die Frauen und Mädchen während ihrer Periode mit Blättern

und Stofflumpen. Viele Schülerinnen bleiben während

ihrer Regel der Schule fern. Die Mädchen werden vom Elternhaus

und den Schulen mit dem Problem alleingelassen, die

erwachsenen Frauen oftmals sogar aus der Dorfgemeinschaft

ausgeschlossen. So ist das Projekt „EVA“ entstanden. Die Frauen

lernen innovative und nachhaltige Produkte wie die Menstruationstasse

(Auffangbehälter aus Silikon) kennen und in Schulen

wird über Hygienemaßnahmen aufgeklärt. „Die Teilnehmerinnen

des Projekts sind begeistert, die Frauen werden selbstbewusster

und stärker respektiert, die Mädchen gehen wieder

Gesine Cukrowski

und Familie Lomongin

in Karamoja

ohne Angst und Scham zur Schule“, kann Gesine Cukrowski

nun von ihrer jüngsten Reise Anfang 2018 berichten.

Ein weiteres Beispiel für kleine Schritte, die zum großen

Ziel führen. Eine bessere Schulbildung bei Mädchen erhöht

die Chancen auf eine Zukunft ohne Hunger und Armut. Mehr

Gleichberechtigung in der Gesellschaft für Frauen führt zu

einer verbesserten Versorgungssituation mit Nahrung. Denn

Frauen produzieren in Entwicklungsländern bis zu 80 Prozent

der Nahrung und sorgen dafür, dass ihre Kinder und Familien

etwas zu essen bekommen.

„Mit so kleinen Mitteln wie Menstruationstassen oder

Ziegen können wir die Frauen und Mädchen so wahnsinnig

unterstützen, diese Erfahrungen treiben mich an – wir können

alle etwas tun“, so die Schauspielerin. „Frauen und Mädchen

zu stärken heißt den Hunger zu besiegen. Die Nachhaltigkeitsziele

gehen uns alle an, ich kann meine Augen nicht vor dem

Elend der Welt verschließen. Ich bin fest davon überzeugt,

dass wir eine Welt ohne Hunger, ohne Armut,

mit mehr Gleichberechtigung für Frauen und

besserem Zugang zu Bildung erreichen können.“

Mehr über die Projekte

der Welthungerhilfe unter:

www.welthungerhilfe.de

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

11


kurz & gut

Young People

Programme

Mit Bildern Botschaften formulieren, Aufmerksamkeit

generieren und jungen Menschen Werkzeuge an die Hand

geben, damit sie ihre Stimme erheben – darum geht

es beim Young People Programme von Canon und der

UN-Aktionskampagne für die Nachhaltigkeitsziele.

Jugendliche aus ganz Europa visualisieren Herausforderungen

und Lösungsansätze rund um die Themen der 17 Ziele.

www.act4sdgs.org

Peace One

Day

Was einer allein bewegen kann,

zeigt Jeremy Gilles mit seiner Idee,

einen Tag für den Frieden ins

Leben zu rufen. Schnell fand er für

seine Idee Unterstützer auf der

ganzen Welt, darunter Kofi Annan,

den Dalai Lama und viele Staatschefs.

2001 stimmte die UN-Vollversammlung

einstimmig für den 21.

September als Weltfriedenstag. Aus

einer Ein-Mann-Mission ist

eine weltweite Bewegung geworden.

www.peaceoneday.org

Discovering

Hands

Je früher Brustkrebs diagnostiziert

wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Das Sozialunternehmen

Discovering Hands baut darum auf

eine ganz besondere Gabe: den

Tastsinn von blinden und sehbehinderten

Frauen. Es bildet sie zu

Medizinisch-Taktilen Untersucherinnen

aus, danach fühlen sie Knoten

bereits, wenn diese nur halb so groß

sind wie Routine-Tastergebnisse.

Zahlreiche Frauenärzte in Deutschland

bieten diese Vorsorge mittlerweile an.

www.discoveringhands.de

Filme für die Erde

Es gibt so viele tolle Dokumentarfilme zu Nachhaltigkeitsthemen.

Doch wie all die Filme finden und anschauen?

Ein Team aus der Schweiz hat kurzerhand das

Problem gelöst und die größte und umfangreichste Website

zu Film und Nachhaltigkeit mit 16 Themenseiten,

dynamischer Suchfunktion und über 200 Filmen zum

Direkt-online-Anschauen gestartet.

www.filmefuerdieerde.org

12 seventeen goals

Bilder: Young People Programme © Canon; Peace one day © Peace One Day; Discovering hands © Hannes Casper; Filme für die Erde © Filme für die Erde


Ziele im Fokus: ein Beitrag von Engagement Global

So kommen die 17 Ziele

zu den Menschen

Die 17-Ziele-Bierdeckel in

lokalen Dialekten sind im

Rahmen eines Studierendenprojektes

entstanden

Bild: © Engagement Global

Das Projekt #17Ziele verbindet die Themen der Nachhaltigkeitsziele

mit der Alltagswelt der Menschen – sei es

auf der Arbeit oder in ihrer Freizeit, online oder offline.

Durch Kooperationen mit Vereinen, Hochschulen,

Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Gruppen

werden Menschen erreicht, die bislang wenige

Berührungspunkte mit den 17 Zielen und ihren Themen

hatten. Das Projekt wird durchgeführt von Engagement

Global im Auftrag des Bundesministeriums für

wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

13


Ziele im Fokus: ein Beitrag von Engagement Global

Nimm’s

persönlich!

In Bonn arbeitet das Projekt #17Ziele von

Engagement Global daran, junge

Menschen an Schulen und Hochschulen,

auf Festivals und Events, über Film

oder Poetry-Slam für die 17 Ziele zu begeistern

und zum Mitmachen anzustiften.

Das Rezept: ganz viel Kreativität

Text KRISTINA LÖHR UND SAMERA ZAGALA

B

unt ist es im Büro des Projektteams #17Ziele im Bonner

Stadtteil Gronau: Messestellwände schmücken

die Wand, riesige Jenga-Würfel sind in einer Ecke

aufgetürmt, Siebdruckrahmen stehen auf dem Regal, ein Stapel

Bierdeckel liegt auf dem Schreibtisch. Überall springen das bunte

Design der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und Schlagworte

wie „Klimaschutz“, „Gleichheit“ oder „Konsum“ ins Auge.

17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf dieser Welt

erreichen – das klingt erst einmal wie eine wirklich große

Aufgabe. Das sieht auch Christian Mäntele, Leiter des Projekts

#17Ziele von Engagement Global so. „Mit den Zielen haben wir

jetzt aber erstmals einen Plan für nachhaltige Entwicklung, eine

Landkarte dafür, wie wir vorgehen wollen“, erklärt er. Dabei

handele es sich nicht nur um Themen, die allein von Politik und

Wirtschaft auf der ganzen Welt behandelt werden sollten; die

Umsetzung fange im Kleinen an, bei jedem einzelnen Menschen

– auch hier in Deutschland, so Christian Mäntele. „Die Frage

ist doch: Was kann ich beitragen, um die 17 Ziele Wirklichkeit

werden zu lassen?“

Um das zu verdeutlichen, hat Engagement Global im Auftrag

des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung kreative Wege gefunden, die gerade auch junge

Menschen für die 17 Ziele der Agenda 2030 begeistern.

Spielerisch und konkret statt abstrakt und komplex

Das ist die Devise des Teams in Bonn: Die Ziele sollen Spaß

machen. So ist man mit einem eigens umgebauten Schäferwagen

auf Musikfestivals, Messen und Veranstaltungen unterwegs.

Wo immer das farbenfrohe 17-Ziele-Mobil auftaucht: Es ist ein

Hingucker und weckt Neugier. Ob beim Haldern Pop Festival,

bei Lollapalooza oder auf der Fanmeile der Leichtathletik-Europameisterschaft

in Berlin: Die Menschen schauen vorbei, kommen

ins Gespräch, probieren einfach mal aus, mit einem Fahrrad zur

Energiegewinnung ihr Handy aufzuladen, oder stapeln riesige

Jenga-Würfel im 17-Ziele-Look – auch, um zu erkennen, wie die

einzelnen Ziele zueinander stehen. Immer wieder beeindruckt

sind Jung und Alt vom 3-D-Erlebnis, bei dem virtuelle Brillen sie

mitten in ein Flüchtlingscamp in Jordanien versetzen.

Im Gespräch erlebt das Projektteam des Mobils oft, dass sich

gerade junge Menschen intensiv mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen.

Konsum, Mobilität und Umweltschutz stehen dabei

im Fokus. Das gilt es mit den 17 Zielen zu verknüpfen und gleichzeitig

aufzuzeigen, was die jungen Menschen direkt in ihrem

Umfeld wie Schule, Freundekreis, Familie, Verein oder Stadt tun

können. „Wir müssen die nachhaltigen Entwicklungsziele auf

den Alltag der Menschen herunterbrechen und ihnen deutlich

14 seventeen goals


Auf großen Musikfesten wie

dem Highfield Festival in

Leipzig lernen viele Besucher

die 17 Ziele besser kennen

München haben im Rahmen einer Projektarbeit mehrere Filmclips

zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung produziert.

„Wir sind mit einer gesunden Portion Selbstironie und Spaß an

das Projekt herangegangen“, erzählt der junge Regisseur.

Dass viel Kreatives entsteht, wenn man junge Menschen mit

einbezieht, beweisen auch die Studierenden der Rheinischen

Fachhochschule Köln. Wie lassen sich die Ziele zum Stadtgespräch

machen? Ihre Antwort: indem wir sie auf Bierdeckel

drucken. Eingekölscht natürlich, schließlich sind Kölner echte

Lokalpatrioten. „Jede Jeck is anders“ heißt es zum Beispiel bei

Ziel 5 zur Geschlechtergleichstellung, oder „Denn he hält m’r

zosamme. Ejal, wat och passeet“ zum Ziel 17, Partnerschaften.

Diese Idee macht Schule – mittlerweile gibt es die 17-Ziele-Bierdeckel

auch im Berliner und Allgäuer Dialekt, weitere Dialekte

sind in Arbeit.

Instagram-Aktionen und Posts entwickelte #17Ziele in Zusammenarbeit

mit der Hamburg Media School und die Ideen zu

einer lebensgroßen Murmelbahn sowie einer digitalen Sanduhr

„...weil Plastik

unkaputtbar ist, die

Erde aber nicht“

machen, warum die Ziele auch sie betreffen und wie viel auch

von ihrem Alltagshandeln abhängt“, erklärt Christian Mäntele.

Dazu eignen sich einfache und praktische Tipps für nachhaltigen

Konsum wie zum Beispiel Strom zu sparen, weniger Wasser

zu verbrauchen, keine Lebensmittel zu verschwenden. So könne

es gelingen, die Menschen zu motivieren und zu ermutigen, sich

aktiv für die Nachhaltigkeitsziele in ihrem Alltag einzusetzen.

Bilder: © Engagement Global

„Die Auseinandersetzung mit den 17 Zielen hat mich motiviert,

selbst aktiv zu werden.“

So sieht es Simon Baumann, einer der Regisseure des Spots

„Schwarzes Loch“. Ihn hat die kreative Herangehensweise inspiriert.

Sein Film über die Grenzen des Konsums wurde auf

den Internationalen Wirtschaftsfilmtagen 2018 mit dem Prix

Victoria in Gold ausgezeichnet und ist unter den Gewinnern der

Cannes Corporate Media & TV Awards 2018. Baumann und seine

Mitstudierenden der Filmhochschulen Macromedia Köln und

Das riesige-Jenga-Spiel

ist fester Bestandteil des

17-Ziele-Mobils

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

15


Ziele im Fokus: ein Beitrag von Engagement Global

Rita Apel beim

#17 Ziele Poetry-Slam

in Halle

Auch beim Lollapalooza Festival

in Berlin war das 17-Ziele-

Mobil beliebter Treffpunkt

„Kreative Formate

und Methoden sind

gefragt“

mit Quizfragen zur spielerischen Vermittlung der 17 Ziele kamen

von der Vitruvius Hochschule in Leipzig. So beschäftigen

sich die Studierenden mit den nachhaltigen Entwicklungszielen

und inspirieren Kommilitonen, Freunde und weitere junge Menschen,

sich ebenfalls einzubringen.

und jeder Einzelne – alle können einen Beitrag leisten: sei es

Verpackungsmüll zu vermeiden, mehr Fahrrad zu fahren oder

in einer Bürgerinitiative aktiv zu werden. Je mehr Menschen

mitmachen, desto eher gelingt es, gemeinsam eine bessere,

gerechtere und nachhaltigere Welt zu gestalten.

„Der Wal sucht vergeblich ein Mahl und dem Hecht geht es

schlecht.“

Poetry-Slam bewegt – gerade junge, politisch-kulturell Interessierte

fühlen sich von den witzigen, nachdenklichen oder provokativen

Texten angesprochen. Beim #17 Ziele Poetry-Slam traten

in den Vorentscheiden in vier Städten und beim großen Finale

in Berlin Slammerinnen und Slammer aus ganz Deutschland

gegeneinander an. Rita Apels „Kindergedicht vom Mikroplastik“

war eines der Höhepunkte der Veranstaltungsreihe, ihr

Abschlussreim hallte lange nach: „... weil Plastik unkaputtbar

ist, die Erde aber nicht.“

Meeresverschmutzung, Klimawandel oder Konsum – bereits

Grundschüler setzen sich mit solchen Themen auseinander.

Während der bundesweiten SchulKinoWoche 17 Ziele – Eine

Zukunft lernen Kinder ab acht Jahren gemeinsam mit ihren

Lehrerinnen und Lehrern die 17 Ziele kennen und bekommen

über spannende Filme Einblicke, welche Auswirkungen ihr

Konsum auf der anderen Seite der Welt hat. Und sie haben dabei

verstanden, was Rita Apel in ihrem Gedicht so gut auf den Punkt

bringt.

Die vielfältigen Ideen kommen an: Filmclips schaffen es

in die Kinos – gewinnen gar Preise –, Bierdeckel werden der

Aufmacher der Zeitung und ein Poetry-Slam-Text wird zum

Hit. Für Christian Mäntele steht fest: „Kreative Formate und

Methoden sind gefragt, um möglichst viele Menschen für

die 17 Ziele zu gewinnen und zum Mitmachen zu bewegen.“

Letztlich hängt der Erfolg der Agenda 2030 davon ab, dass

alle mitmachen. Staaten und Organisationen genauso wie jede

WENN JUGEND FORSCHT UND OMA SLAMMT

Reime waren schon immer Rita Apels Ding. Beim #17Ziele

Poetry-Slam schaffte sie es bis ins Finale in Berlin. Ihr „Kindergedicht

vom Mikroplastik“ ist mittlerweile ein YouTube

Hit mit weit über einer halben Million Aufrufen. Geschrieben

hat sie den Text für ihre Enkel. Die beiden haben bei

„Jugend forscht“ ein Projekt zum Thema Mikroplastik präsentiert

und waren enttäuscht, dass es trotz des dort gewonnen

Preises nicht mehr Interesse für das Thema bei

anderen Kindern an ihrer Schule gab. Rita Apel hatte eine

Idee: „Ich habe einen kindgerechten Text zum Thema Mikroplastik

gedichtet und geslammt, der dann bei YouTube

hochgeladen wurde – für mehr Aufmerksamkeit in den

Schulen.“ Es hat funktioniert, wie die vielen Aufrufe und die

Nachfragen von Schulen nach ihrem Text belegen.

Mitmachen: mehr Informationen unter

www.17Ziele.de, www.engagement-global.de

Twitter: @17Ziele, Instagram: 17ziele.de, YouTube: #17Ziele

16 seventeen goals

Bild 1: © Robert Bergmann, Bild 2: © Engagement Global


Stiftungen

Wandel

von

unten

Die Bürgerstiftung München setzt die globalen

Ziele in der eigenen Stadt konsequent

um und zeigt damit: Die Welt verändert man vor Ortt

Text IRIS RODRIGUEZ

G

ärten in München sind überraschend

vielfältig: Es gibt Experimentier- und

Mitarbeitergärten, therapeutische

und pädagogische Gärten, Kräutergärten, Nachbarschafts-,

Gemeinschafts- und Prälatengärten.

Dort wird gegraben, gerecht, gepflanzt – eine Graswurzelbewegung

im wahrsten Sinne. Viele dieser

grünen Oasen sind Teil des Netzwerks „Urbane

Gärten München“. Ins Leben gerufen haben das

Netzwerk fünf Münchner Stiftungen, koordiniert

wird es von der Bürgerstiftung München. „Es

ist ein schönes Projekt, das zeigt, wie Menschen

durch Engagement ihre Stadt nachhaltig mitgestalten

können“, erklärt Carmen Paul, eine der

Geschäftsführerinnen der Bürgerstiftung. Die

Stiftung fühle sich dem Gedanken der Nachhaltigkeit

verpflichtet, so die Münchnerin, und achte bei

der Auswahl der Projekte darauf, dass sie zu den 17

Nachhaltigkeitszielen passen.

Mit solchen kleinen, überschaubaren Projekten

vor Ort, mit denen sich die Menschen gut

identifizieren können, trägt die Bürgerstiftung

dazu bei, die globalen Nachhaltigkeitsziele lokal

umzusetzen. So unterstützt und koordiniert sie

auch gemeinsam mit Partnern die Münchner

Initiative Nachhaltigkeit (MIN). Dieses Bündnis

von inzwischen über 50 lokalen Organisationen hat

es sich zur Aufgabe gemacht, an der Umsetzung

der 17 Ziele in München mitzuwirken und dabei

die Stadtgesellschaft aktiv einzubeziehen. „Die Initiative

ist, glaube ich, einzigartig“, erklärt Carmen

Paul, „zumindest ist mir nicht bekannt, dass es das

in der Form in Deutschland schon gibt.“

Am 4. Februar 2019 wird die erste Münchner

Nachhaltigkeitskonferenz stattfinden. In kreativen,

für alle offenen Themenmanufakturen entwickeln

engagierte Menschen in Bayerns Landeshauptstadt

Ideen und Umsetzungsvorschläge, zum Beispiel in

den Manufakturen „Klimaschutz und Erneuerbare

Energien“ zu den Zielen 7 und 13 oder „Bildung

für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen“

zu Ziel 4. Die Bürgerstiftung nutzt ihr großes

Netzwerk, um möglichst viele Menschen auf die

Nachhaltigkeitsziele aufmerksam zu machen.

Damit wird sie auch gleich noch Ziel 17, „Partnerschaften

zur Erreichung der Ziele“, gerecht.

Mitmachen: Über 300 Bürgerstiftungen

freuen sich über noch mehr engagierte Bürger.

www.buergerstiftungen.org

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

17


Nachhaltige Mode

Restlos schön

Mit einer ausgetüftelten Technik zeigt das kleine Modelabel

Natascha von Hirschhausen den Giganten der Branche: Schöne Kleider

und Rücksicht auf die Umwelt passen gut zusammen Text STEPHANIE EICHLER

E

in zeitlos-eleganter Stil, rundum nachhaltige Materialien,

Schnitte, bei denen keine Stoffreste anfallen, und

das Vertrauen darauf, dass ihre Jacken, Hosen, Kleider

ein Leben lang gern getragen werden – aus diesen Versatzstücken

hat Natascha von Hirschhausen ein Konzept entwickelt, mit dem

sie zeigt, dass Mode Spaß machen kann, ohne die Umwelt zu

belasten.

Die Stoffreste für einen Anzug sind so gering, dass sie an einen

Ohrring passen, den von Hirschhausens Stylistin zur Veranschaulichung

entworfen hat. „Ich feile lange an meinen Schnitten,

für meinen ersten Blazer habe ich fünf Wochen gebraucht“

Das tut not, denn die Probleme in der Textilbranche sind

groß: 80 Milliarden Kleidungsstücke überschwemmen jährlich

den Markt, ein Großteil davon landet nach einer kurzen Lebensspanne

auf dem Müll. Auf diese Weise werden Ressourcen wie

Anbauflächen, Wasser und menschliche Arbeit verschwendet.

Giftstoffe, die in den Textilfabriken zum Einsatz kommen, verseuchen

in den Produktionsländern wie China oder Bangladesch

die Seen und Flüsse.

Für ihr Engagement wurde Natascha von Hirschhausen 2017

mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet, eine Ehrung, die

das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt

(UBA) an Vorreiter auf dem Gebiet des ökologischen Designs

vergeben. „Wir brauchen kleine Modelabel, um den schnelllebigen

Trends der Bekleidungsketten hochwertige Lieblingsstücke

entgegenzusetzen, die lange halten“, davon ist die Berlinerin

überzeugt. Nur so sei Mode nachhaltig.

2016 gründete sie ihr eigenes Label. Ein 14-tägiger Studienaufenthalt

in Bangladesch gab dafür den Ausschlag. „Die Region

wirkte wie ein großer Müllberg“, erinnert sich von Hirschhausen.

„Enorme Mengen von Stoffresten und die Masse an Kleidung,

die dort, salopp formuliert, für den Mülleimer produziert wird,

all das hat mich darin bestärkt, anders zu arbeiten.“ Seitdem hat

die Designerin in Berlin-Wedding Hunderte von Bestellungen

entgegengenommen. „Jedes Stück fertigen eine Schneidermeisterin

oder ich von Hand“, erklärt von Hirschhausen und beugt

sich über einen riesigen hölzernen Zuschnitt-Tisch. Das auf

einen Bogen Pappe gezeichnete Schnittmuster eines Anzugs

platziert sie auf eine schwarze Stoffbahn. Dabei fällt auf: Die

einzelnen Schnittteile sind gekonnt ineinander verschachtelt anstatt

nur nebeneinander gereiht. Mit diesem besonderen Prinzip

gelingt es ihr, Verschnitt nahezu vollständig zu vermeiden, und

es unterscheidet sich grundlegend von der Art, wie die Modeindustrie

fertigen lässt. In den Fabriken fallen beim Zuschnitt der

Kleidung in der Regel rund 20 Prozent Stoffreste an.

Und dass einige große Textilkonzerne zunehmend Biobaumwolle

verwenden? Zwar begrüßt die Designerin diese Entwicklung,

gibt aber zu bedenken, dass das nachhaltige Engagement

von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich sei.

Gegen den Abfall, den Einsatz von giftiger Chemie in Spinnereien

und Webereien sowie die schlechten Arbeitsbedingungen

gingen die Konzerne oft nicht vor. Deshalb könnten sie ihre

Kleidung weiterhin zu geringen Preisen anbieten und verwiesen

die steigende Zahl der Ethiklabels in die Nischen.

Zur Stärkung ihrer Zunft hat Natascha von Hirschhausen

das Netzwerk Aethic gegründet. Neben vielen anderen Aktivitäten

ist es auch eine Einkaufsgemeinschaft. „Stoffe werden oft

nur in großen Mengen abgegeben. Nun können wir

uns zusammenschließen und Sammelbestellungen

aufgeben“, erklärt die Unternehmerin. Ihrer Vision,

ästhetisch anspruchsvoller und dabei sozial-

und umweltverträglicher Mode eine

Zukunft zu geben, kommt sie damit noch

ein Stück näher.

Mitmachen: Kleidung zu tauschen, auszuborgen oder zu leihen

trägt zum Umweltschutz bei. Auf Zertifizierung achten: Siegel von

GOTS, IVN Best und Made in Green garantieren Umweltund

Sozialverträglichkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

www.nataschavonhirschhausen.com

Bilder: © Kerstin Jacobsen

18 seventeen goals


Neben den ausgefeilten

Schnittmustern, die nahezu

keine Stoffreste entstehen

lassen, achtet die junge

Designerin darauf, nur

Baumwolle, Kaschmir,

Seide und Wolle zu verwenden,

die mit den Siegeln

GOTS- oder IVN Best

gekennzeichnet sind

„Wir müssen den

schnelllebigen

Trends hochwertige

Lieblingsstücke

entgegenzusetzen“

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

19


2011

Dr. Gro Harlem Brundtland

bei einem Spendenaufruf

von Hilfsorganisationen

in Genf

2017

Mitglieder von

The Elders treffen den

UN Generalsekretär

2013

bei der Verleihung des

Deutschen Nachhaltigkeitspreises

in Düsseldorf

Zwei,

die bewegen

Fast 60 Jahre Altersunterschied liegen zwischen

Gro Harlem Brundtland (79) und Felix Finkbeiner (21). Was die

Vorkämpferin der globalen Nachhaltigkeitsbewegung und

den jüngsten Gründer einer Kinder- und Jugendinitiative eint,

ist der unbeirrbare Glaube an eine nachhaltige Zukunft

Interview EDDA JONSDOTTIR UND IRIS RODRIGUEZ

2014

Felix Finkbeiner am

Nordpol

2018

Der Student hat noch

viel vor auf

unserem Planeten

2014

Bäume bewegen

ihn und

seine Mitstreiter

2018

Verleihung des

Bundesverdienstkreuzes


Interview

Seit über 45 Jahren kämpft die ehemalige Ministerpräsidentin

Norwegens, GRO HARLEM BRUNDTLAND,

für Menschenrechte, Klimaschutz und Gesundheitsvorsorge.

Unter ihrer Leitung entstand 1987 „Our Common

Future“, der auch als Brundtland-Report bekannt

gewordene Bericht der Weltkommission für Umwelt und

Entwicklung der Vereinten Nationen. Heute ist die rastlose

Norwegerin Vorsitzende von The Elders und treibt

mit dieser kleinen Gruppe entschlossener Führungspersönlichkeiten

den Wandel voran.

Frau Dr. Brundtland, sind wir auf dem Weg zu einer nachhaltigen

Welt? Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten?

Uns ist der Durchbruch geglückt, wir haben mehr erreicht, als

wir zu hoffen gewagt hatten, das habe ich hautnah miterlebt.

Es hat sich vieles getan. Ich habe den Wandel unterstützt und

gesehen, wie sich Dinge in die richtige Richtung entwickeln.

Dennoch gab es auch Rückschläge und Enttäuschungen. Die

Entwicklungen haben sich stets langsamer vollzogen, als wir es

uns gewünscht hätten. Der Brundtland-Bericht „Our Common

Future“ kam 1987 heraus und hat als Bericht für unsere gemeinsame

Zukunft erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung

formuliert und definiert. Seither wurden viele Meilensteine

erreicht. Zum Beispiel die Ziele für nachhaltige Entwicklung und

das Klimaabkommen. Wenn man bedenkt, dass die UNO aus

193 Mitgliedsstaaten besteht, die sich in Kultur und Entwicklung

sehr unterscheiden, ist das ein großer Erfolg. Vielleicht ist es

da auch kein Wunder, dass es 28 Jahre gedauert hat. Also, im

Grunde lautet die Antwort: Ja. Ich bin zwar ungeduldig, aber

ich bleibe zuversichtlich, denn ich sehe, wie sich alles langsam

vorwärtsbewegt und das Bewusstsein in der Bevölkerung wächst.

Sie werden gerne als Mutter der Nachhaltigkeit bezeichnet. Sehen

Sie sich selbst auch in dieser Rolle?

Nachhaltigkeit ist von essenzieller Bedeutung für die Welt, davon

bin ich fest überzeugt und dafür kämpfe ich. Wie andere mich sehen,

ist mir nicht so wichtig, auch wenn ich nichts dagegen habe,

dass ich so genannt werde. Vielleicht finde ich so eher Gehör! Das

kann hilfreich sein, wenn man andere davon überzeugen will,

dass Wandel notwendig ist. Im Grunde ist es meine innere Stimme,

die mich antreibt, die Arbeit mit The Elders fortzusetzen.

Wie definieren Sie Verantwortung in Bezug auf nachhaltige

Entwicklung?

Die einfachste Definition, die ich immer wieder anführe, lautet:

Wir sind alle verantwortlich. Das heißt, jeder einzelne Bürger

trägt Verantwortung. Jeder von uns ist Teil der Lösung, ob nun

als Geschäftsmann, als Entscheidungsträger oder in sonst einer

Bilder oben: © dpa-Fotoreport, epa Keystone Gillieron; © UN Photo/Mark Garten; © dpa - Fotoreport

Bilder unten: © Plant-for-the-planet

FELIX FINKBEINER wurde bekannt als der Junge, der

Bäume pflanzt. Als Neunjähriger gründete er 2006 die

Initiative „Plant-for-the-Planet“. Mit 13 Jahren sprach

er vor den Vereinten Nationen. Für sein Engagement

erhielt er unzählige Auszeichnungen, zuletzt 2018 das

Bundesverdienstkreuz. Nach wie vor reist er um die Welt

und stiftet Menschen an, Bäume zu pflanzen. 1.000

Milliarden sollen es werden, das sind 150 pro Mensch.

Finkbeiner ist keiner, den Superlative erschrecken.

Sie arbeiten daran, weltweit eine Billion Bäume zu pflanzen. Das

sind also 1.000 Milliarden! Wie kommt man auf eine so unfassbar

hohe Zahl?

Wir haben uns einfach gefragt: Wie viele Bäume gibt es eigentlich

auf der Erde? Und wie viele zusätzliche haben noch

Platz? Selbst Wissenschaftler hatten darauf keine Antworten,

diese Fragen hatte noch niemand gestellt. Schließlich fand ein

Forschungsteam in Yale heraus, dass es drei Billionen Bäume

weltweit gibt und eine weitere Billion Bäume Platz hätten, die

ein Viertel des vom Menschen gemachten CO2-Ausstoßes

aufnehmen und darüber hinaus sogar noch Millionen von Arbeitsplätzen

in Ländern des Südens schaffen könnten. Und so

ist unsere Vision von der Billion entstanden. Natürlich können

wir die nicht alle selber pflanzen, aber wir können die Idee in

die Welt hinaustragen.

Haben Sie immer schon so groß gedacht?

Als wir vor zwölf Jahren als ganz kleines Schulprojekt anfingen,

war ich in der vierten Klasse und wusste nicht einmal genau,

was eine Million ist. Aber ich hatte damals von Wangari Maathai

erfahren, der Friedensnobelpreisträgerin, die in 30 Jahren 30 Millionen

Bäume gepflanzt hatte, und dachte: Das können wir Kinder

auch. Wir haben losgelegt, andere Schulen haben mitgemacht, es

entstand ein richtiger Baumpflanzwettbewerb. Nach einem Jahr

waren es schon 50.000 Bäume, nach drei Jahren hatten wir unser

Millionenziel erreicht. Inzwischen haben wir mit Unterstützung

von Regierungen, Unternehmen und Organisationen 15 Milliarden

Bäume weltweit in die Erde gesetzt.

Es sind Kinder, die der Welt empfehlen, wie viele Bäume gepflanzt

werden sollten – wie finden Sie international Gehör?

Zum einen sind wir als Organisation sehr gut vernetzt mit anderen

Organisationen, die gegen die Klimakrise aktiv sind. Zum

anderen arbeiten wir mit einem Team, dem Crowther Lab an der

Technischen Hochschule ETH in Zürich, zusammen, dessen

Forschungen bis 2030 schon fest finanziert sind. Es liefert den

wissenschaftlichen Hintergrund für Plant-for-the-Planet und

informiert uns, wo aufgeforstet werden kann und sollte und welchen

Impact diese Billion Bäume haben werden – im ökonomischen

und auch im ökologischen Sinne. Zudem hat das Crowther

Lab Karten entwickelt, die aufzeigen, welche Baumarten man

wo pflanzen kann und was man in der Aufforstung priorisieren

sollte. Jeder kann diese Infos abrufen.

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

21


2014

Besuch einer

Klinik im Grenzgebiet,

Myanmar

1998

Brundtland ruft

zum Start von

„Roll Back Malaria“ auf

Funktion. Die Verantwortung liegt bei uns allen. Das ist ein

grundsätzlich demokratischer Ansatz. Um die Voraussetzungen

für einen Wandel zu schaffen, ist es wichtig, dass den Menschen

bewusst ist, was sie tun können, dass sie aufgeklärt sind und ein

Interesse haben, sich zu engagieren. Das gilt für jeden von uns.

Aber je mehr Macht und Möglichkeiten jemand hat, desto größer

ist natürlich die Verantwortung.

Gibt es unter den Zielen für nachhaltige Entwicklung eines, das

Ihnen besonders am Herzen liegt?

Wissenschaft, Forschung, ein riesiges Netzwerk – Bäume pflanzen

scheint keine einfache Sache zu sein.

Wenn man das auf einer globalen Ebene macht, muss man schon

vieles beachten: mit den richtigen Baumarten die Artenvielfalt

unterstützen, Landrechte respektieren, sicherstellen, dass der

Wald auch langfristig geschützt ist. Zudem ist ein Baum nicht

in allen Regionen gleich wertvoll. Nahe dem Polarkreis hat er

kaum eine Wirkung, in den Tropen nimmt er hingegen deutlich

mehr CO2 auf. Mit all diesem Wissen sind wir jetzt sehr gut

aufgestellt. Falls also ein Milliardär kommt, der uns eine große

Summe Geld geben möchte, dann wissen wir, wie man wo am

besten pflanzt.

Denken Sie, dass junge Menschen konsequent genug nachhaltiges

Handeln an den Tag legen?

Junge Menschen haben insbesondere bei der Klimakrise eine

andere Perspektive, weil sie die Probleme ausbaden müssen.

Uns betrifft es viel mehr und länger. Das verstehen viele der

über 70.000 jugendlichen Botschafter, die bei uns mitmachen.

Grundsätzlich sehe ich aber nicht, dass in den Jugendlichen die

Antwort auf alle unsere Probleme liegt, denn wir können nicht

warten, bis sie erwachsen sind, und darauf hoffen, dass sie dann

schon alles richtig machen werden.

Sehen Sie, dass die ältere Generation genug tut?

Es gab und gibt unglaublich viele Menschen, die Großes geleistet

haben und durch die unsere Arbeit überhaupt erst möglich ist.

Hier möchte ich Gro Harlem Brundtland nennen, die mit der

Brundtland-Kommission und deren Abschlussbericht „Our Common

Future“ von 1987, mit dem Erdgipfel in Rio 1992 und mit

den internationalen Klimaverhandlungen die Nachhaltigkeitsbewegung

maßgeblich mitgestaltet hat. Wir sind auch unglaublich

dankbar für den Club of Rome und für Greenpeace, die über

die letzten fast 50 Jahre so vieles bewegt haben. Vor allem ist es

durch diesen unermüdlichen Einsatz gelungen, dass die Welt

mittlerweile gelernt hat, wie wichtig Umweltthemen sind.

Dennoch gibt es immer noch die Leugner des Klimawandels

– selbst in den allerhöchsten Positionen der Weltpolitik. Wie

können wir die überzeugen?

Man muss die Klimakrise nicht als solche anerkennen, um

eine Billion Bäume pflanzen zu wollen. Aufforstungen haben

so viele andere Vorteile in so unterschiedlichen Bereichen, dass

man auch Leugner oder Zweifler überzeugen kann. Bäume

verhindern die weitere Ausbreitung von Wüsten, sind positiv

„1.000 Moskitos können

ein Nashorn dazu

bringen, die Richtung

zu wechseln“

22 seventeen goals


Nachhaltigkeit ist für mich der Oberbegriff, Klima ist dabei ein

wichtiges Thema. Ich habe mich persönlich auch sehr für die Ziele

zur Gesundheit und Gleichstellung von Frauen eingesetzt. Aber

mein Hauptaugenmerk liegt darauf, dass die Kinderehe bis 2030

abgeschafft wird. Dieses Ziel liegt mir und auch anderen Elders

besonders am Herzen. 2010 haben wir beschlossen, dass wir uns

dieses Themas annehmen würden, weil es innerhalb der globalen

Diskussion kaum Beachtung fand. Jedes Jahr werden Millionen von

Mädchen bereits als Zehnjährige entführt, um dann mit 13 Jahren

schon Mutter zu werden. Das ist eine Verletzung der Mädchen- und

Frauenrechte. Natürlich sind auch Jungen betroffen, aber vor allem

Mädchen. Im Laufe der Zeit ist es uns Elders gelungen, immer

mehr Menschen zu aktivieren und Länder wie Indien und Äthiopien

zu besuchen. Wir haben eine Bewegung gegen die Kinderehe

ins Leben gerufen, die sehr aktiv ist. In den Zielen für eine nachhaltige

Entwicklung ist es uns geglückt, unter Ziel 5 zur Geschlechtergleichstellung

auch die Abschaffung der Kinderehe als Ziel zu

formulieren.

„Unternehmen

tragen eine große

Verantwortung“

Wie sehen Sie die Rolle der Wirtschaft beim Erreichen der Ziele

einer nachhaltigen Entwicklung?

Noch zur Jahrtausendwende habe ich blödsinnige Kommentare

gehört, die die Diskussionen im letzten Jahrhundert beherrscht

haben. Dass es nämlich Aufgabe der Regierung sei, Probleme wie

Umweltschutz, Gleichberechtigung, soziale Fragen und Klimawandel

zu lösen. „Als Unternehmer sind wir einzig für die Bilanz

zuständig“ – so war die vorherrschende Meinung, die die Debatte

bis weit in die 1990er-Jahre geprägt hat. Heute würde sich keiner

mehr trauen, so etwas zu sagen, das Denken hat sich verändert.

Unternehmen tragen eine große Verantwortung. Je innovativer

sie werden und je mehr sie den Weg in eine nachhaltige Zukunft

weisen, desto besser.

Welche Rolle sollte die Zivilgesellschaft spielen?

Die Leute fragen oft: „Was kann ich tun?“ Das finde ich gut.

Je nach dem, wofür sich jemand interessiert, gibt es viele Optionen.

Wichtig ist bloß: Jeder kann was tun! Findet ein Thema,

das euch begeistert! Durch das Internet und die sozialen

Medien hat man sogar noch mehr Möglichkeiten, nachhaltige

Entwicklung zu fördern. Mit eurem Engagement könnt ihr zur

Lösung beitragen. Ihr könnt etwas bewirken! Hier denke ich vor

allem an die NGOs. Ob man einer politischen Partei beitritt oder

einer Organisation, die sich für die Abschaffung von Kinderehen

einsetzt, sich um Frauenrechte, Solarenergie, CO2-Ausstoß oder

für das Wasser, die Artenvielfalt und die Ernährungssicherung.

Und sie schaffen Arbeitsplätze! Ich glaube, wenn man solche

wirtschaftlich relevanten Gründenennt, kann das bei diesen

Menschen mehr bewirken.

2018

Esri User Conference

in San Diego

Vor der UN-Vollversammlung haben Sie als 13-Jähriger gesagt:

„Ein Moskito kann gegen ein Nashorn nichts ausrichten, aber

1.000 Moskitos können dessen Richtung ändern.“ Haben Sie das

Gefühl, dass das Nashorn Globalisierung seit her in die richtige

Richtung läuft?

Nein, natürlich nicht, sonst hätten wir solche Probleme wie

Bilder oben: Bild 1: © The Elder; Bild 2 © UN Photo/Greg Kinch

Bilder unten: Bild 1 © (San Diego): Eric Johnson/Esri; Bild 2,3: © Plant-for-the-planet

2009

Beginn der Kampagne

mit Promis

2018

Baumpflanzen mit

Prinz Albert von

Monaco

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

23


Interview

„Wichtig ist bloß:

Jeder kann was tun!

Findet ein Thema,

das euch begeistert!“

Verkehrslösungen kümmert, bleibt jedem selbst überlassen.

Man kann aus einer Vielzahl von interessanten Themen wählen.

Jeder kann mitmachen, deshalb haben wir ja auch so eine große

globale Gemeinschaft von NGOs.

Ist jeder ethisch verpflichtet, sich zu engagieren?

Ja, ich sehe es schon als ethische Verpflichtung, auch wenn ich

auf niemandem mit dem Finger zeige. Am Ende entscheidet

jeder selbst. Es gibt so viele Bereiche, in denen Unterstützung

nottut. Ganz gleich, wofür man sich engagiert, es bewirkt etwas.

Wie sieht es mit der jüngeren Generation und ihrem Engagement

aus?

Ich denke schon, dass es unter den Jüngeren viel Engagement

und Einsatzbereitschaft gibt. Die jungen Leute verbinden sich

über die sozialen Netzwerke und sprechen wichtige Themen an,

die zur Nachhaltigkeit gehören. Das sehe ich positiv. Allerdings

ist die Entwicklung leider zweischneidig: Im Internet findet man

Informationen zu allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung und

über die sozialen Netzwerke kann man sich mit Menschen aus

aller Welt verbinden. Gleichzeitig wächst aber auch die Zahl an

Hassbotschaften, Falschmeldungen und Unwahrheiten, was mir

Sorge bereitet. Weder die Regierungen in aller Welt noch NGOs

haben dafür bislang eine Lösung gefunden. Wie bekommt man

das in den Griff, ohne die Freiheit, seine Meinung zu äußern,

einzuschränken? Darauf habe ich keine Antwort. Ich weiß nur,

dass es ein ernst zu nehmendes Problem darstellt.

Was halten Sie von Felix Finkbeiners Initiative?

Es zeigt, dass man immer etwas tun kann, und in seinem Fall

sogar sehr viel. Von Felix können sich die Leute eine Menge

abgucken. Großartig! Er ist wirklich ein tolle Beispiel dafür, was

man mit Engagement und Herzblut erreichen kann.

Was wäre Ihr persönlicher Appell?

Engagiert euch! Macht etwas, was relevant

ist für die Zukunft, die Gesellschaft und für

die Welt. Jeder kann viel tun

www.theelders.org

Auf jeden Fall! Er sollte allerdings im Baumzähler auf unserer

Website registriert werden. Jeder, der einen Baum pflanzt, kann

ihn dort eintragen – vom Hobbygärtner bis zur chinesischen

Regierung, die im Jahr übrigens 2,7 Milliarden Bäume pflanzt.

Bald wird dieser Baumzähler sogar zu einer Art Uber fürs

Bäumepflanzen: Er bringt Initiativen, die von Experten auf ihre

Qualität eingeschätzt wurden, mit Menschen zusammen, die das

Bäumepflanzen unterstützen möchten. Über unsere Plattform

erfahren Interessierte, wie ihre Spende eingesetzt wird und was

sie bewirkt.

2012

Rede for Bürgern

in Warnemünde

die Klimakrise nicht. Dennoch sollten wir die Probleme etwas

differenzierter sehen. Wer die Globalisierung pauschal schlechtmacht,

hat die gesamte Weltwirtschaft gegen sich. So können wir

die Probleme auf keinen Fall lösen. Nur wenn wir alle gemeinsam

daran arbeiten, kann es gelingen, dass das Nashorn in die

richtige Richtung läuft.

Zählt eigentlich ein frisch gepflanzter Apfelbaum im eigenen

Garten auch zu der Billion Bäume?

Was erwidern Sie Menschen, die sagen: „Ich allein kann nichts

ändern“?

Es gibt vieles, was eigentlich jeder umsetzen kann, zum Beispiel

weniger Fleisch essen – einer der wertvollsten und einfachsten

Beiträge. Oder viel bewusster einkaufen, öfter mal das Fahrrad

nehmen – und natürlich Bäume pflanzen. Auf unserer Website

kann man dafür spenden, dass in unserem Aufforsstungsprojekt

Bäume gepflanzt werden. Das heißt

für mich allerdings nicht, dass die Verantwortung im

Kampf gegen die Klimakrise bei jedem Einzelnen

liegt. Wenn wir das meistern wollen,

dann schaffen wir das nur mit politischen

Veränderungen.

www.plant-for-the-planet.org

24 seventeen goals

Bild 1: © Plant-for-the-planet


Eine Anzeige von Ärzte ohne Grenzen

Ärzte ohne Grenzen

im Einsatz gegen

Müttersterblichkeit.

Damit Frauen

überleben

Täglich sterben weltweit 800 Frauen während

Schwangerschaft und Geburt.

Ärzte ohne Grenzen will dazu beitragen,

dies zu verhindern – auch mit neuen Ansätzen

K

ämpfe und Konflikte prägen vielerorts das Leben

in der Demokratischen Republik Kongo – so wie in

der Gegend um Masisi. „Viele schwangere Frauen

machen sich hier spät auf den Weg ins Krankenhaus“, berichtet

die Hebamme Stefanie Hofstetter von Ärzte ohne Grenzen.

„Sie haben Angst und wollen sich so wenig wie möglich auf

den Straßen aufhalten. Auch Vorsorgeuntersuchungen kommen

deshalb zu kurz“, so Hofstetter, die zehn Monate vor Ort

arbeitete. Zur schwierigen Sicherheitslage kommt hinzu, dass

es in der Gegend ohnehin zu wenig medizinische Einrichtungen

gibt. Dadurch müssen schwangere Frauen oft weite Wege

auf sich nehmen – manche sind mehrere Tage unterwegs, bis

sie ein Krankenhaus erreichen.

In Masisi betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus.

Doch dies allein reichte nicht aus. Das Team errichtete direkt

neben der Klinik ein Willkommensdorf für Schwangere.

In mehreren Holzhütten können Frauen, die bereits wenige

Wochen später entbinden werden und bei denen Risiken wie

Mehrlingsgeburten oder Bluthochdruck hinzukommen, bis

zur Geburt bleiben. So stellt das Team sicher, dass die Frauen

stets medizinisch überwacht werden und im Notfall umgehend

Hilfe bekommen – eine wichtige Ergänzung zur Arbeit

im Krankenhaus.

„Einmal kam eine hochschwangere Frau zu uns, die zwei

Tage zu Fuß gelaufen war“, erinnert sich Stefanie Hofstetter.

„Sie hatte bereits drei Kinder bei oder kurz nach der Geburt

verloren und suchte Hilfe. Wir brachten sie im Willkommensdorf

unter, denn ihr Bauch war sehr groß. Wir vermuteten

eine Zwillingsschwangerschaft – ein Ultraschallgerät haben

wir nicht“, erzählt die Hebamme. Nach zwei Wochen setzten

die Wehen ein, doch weil die Kinder sich falsch gedreht

hatten, musste das Team einen Kaiserschnitt vornehmen.

„Die Überraschung war groß, als Drillinge zur Welt kamen“,

so Hofstetter. „Nach zwei Wochen konnten wir sie gesund

entlassen. Ohne unsere Hilfe hätten wahrscheinlich weder

die Kinder noch die Mutter überlebt.“ Neben der medizinischen

Versorgung leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den Willkommensdörfern auch wichtige Informationsarbeit:

Sie sprechen mit den werdenden Müttern über die

Bedeutung des Stillens und andere Gesundheitsthemen wie

Verhütung und Familienplanung. Denn wenn Frauen weniger

Kinder bekommen, sinkt das Risiko von tödlichen Komplikationen

während Schwangerschaft und Geburt. Die Vereinten

Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Müttersterblichkeit

weltweit signifikant zu senken: auf weniger

als 70 Todesfälle bei 100.000 Geburten. Mit jährlich mehr

als 280.000 begleiteten Geburten wird Ärzte ohne Grenzen

weiterhin seinen Beitrag leisten, um den schwächsten Müttern

und Kindern zu helfen.

Bild 1: © Sandra Smiley/MSF, Bild 2: MSF

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

25

Die Leiterin des Willkommensdorfes Agathe Farini Sena spricht

nach der Morgenrunde mit den Frauen über Gesundheitsthemen

Die Hebamme Stefanie Hofstetter untersucht eine schwangere

Frau im Willkommensdorf von Ärzte ohne Grenzen

Wir sind gerne für Sie da! Ärzte ohne Grenzen e.V.

Sonja Röhrborn / Leitung Spenderservice

Tel. +49 (0) 30 700130-136

sonja.roehrborn@berlin.msf.org

www.aerzte-ohne-grenzen.de


Nachhaltiger Konsum

5 für 12

Illustration JANEK VAN LESSEN

Es ist nie zu spät, um die eigenen Konsumgewohnheiten zu überdenken.

Hier stellen wir fünf Maßnahmen vor, die jeder sofort ergreifen kann, um Ziel 12 für

nachhaltigen Konsum zu unterstützen. Schon mit kleinen Änderungen

in der täglichen Routine lässt sich vieles erreichen. Und je mehr mitmachen ...

1

Weniger

Fleisch geht

immer

Es muss ja nicht jeden

Tag sein, aber weniger

Fleisch zu essen, tut der

Welt gut. Mit der App

Vanilla Bean findet man

vegetarische und vegane

Restaurants in der

Nähe. Und wer auch auf

Reisen in Deutschland

Wert auf Nachhaltigkeit

legt, wird mit

der App Such dich grün

mit Tipps für Restaurants,

Hotels, Märkte

und mehr fündig.

2

Die Sofa-

Bewegung

Entspannt vom Sofa

aus in den sozialen

Medien unterwegs?

Auch dann lässt sich

etwas tun: Spannende

Infos, die Ziel 12 betreffen,

wie z.B. Postings

über Plastikeinsparung,

Energieeffizienz oder

fairen Handel schnell

mal teilen, nicht nur

liken.

3

unterwegs

& grün

Immer mehr Unterkünfte

bieten umweltund

sozialverträgliche

Urlaubserlebnisse an.

Zwei Internetplattformen

geben hier

einen umfassenden

Einblick ins Thema

„nachhaltig reisen“:

bookitgreen.com/de

(bewertet Angebote) und

goodtravel.de

(hat handverlesene

Reisen im Angebot).

4

Reparieren

statt wegwerfen

Kaputt, wegschmeißen,

neu kaufen – oder einfach

mal reparieren. So

wie früher. Die Website

reparatur-initiativen.de

gibt einen guten

Überblick über 600

Repair-Cafés mit Adressen

und Terminen

und informiert, welche

Art von Produkten zum

jeweiligen Termin von

versierten Hobbyhandwerkern

wieder instand

gesetzt werden.

5

5

Vorräte

plündern

Der Küchenvorratsschrank

wird immer

voller? Dieselben

Konserven sind seit

Jahren Stammgäste? Da

hilft nur Shelfcooking!

Konsequent alles mal

wegkochen und essen.

So landet nichts Abgelaufenes

in der Tonne

und neue Rezepte

entdeckt man gleich

noch mit. Zum Beispiel

bei restegourmet.de

– die zutatenbasierte

Rezeptsuche.

3

2

1

4

26 seventeen goals


Ziele im Fokus: ein Beitrag des WWF

Was haben Pandas

mit der Klimakrise

zu tun?

Bild: © Sharon Fisher/ WWF

Der WWF, das ist der Panda. Aber der Panda, der isst Bambus. Fast ausschließlich. Und deswegen

ist er von der Klimakrise bedroht. Wird es wärmer, kommen Bambus und Panda vielleicht nicht mehr im

gleichen Gebiet vor. Dann hat der Panda Probleme, Nahrung zu finden.

Und nicht nur er: Die Dürre diesen Sommer hat uns gezeigt, wie schnell auch die Ernten bei uns

rapide sinken können. Solche Dürren werden mit der Erderhitzung nur häufiger. Daher liegt dem

WWF das Ziel 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz – auch besonders am Herzen, stellvertretend für viele

andere. Wenn wir unser Klima nicht endlich besser schützen, stehen auch zahlreiche der anderen Ziele

auf dem Spiel: Die Klimakrise gefährdet das Leben an Land und in den Meeren, verschärft Konflikte,

Hunger, Armut, erschwert den Zugang zu sauberem Trinkwasser – die Liste könnte noch viel länger sein.

Daher kämpft der WWF für besseren Klimaschutz und so auch für Panda. Er – wie wir – ist nur Teil eines

Systems, das aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Einen Schwerpunkt macht dabei unsere

politische Arbeit aus. Denn der oder die Einzelne kann zwar den eigenen CO2 -Ausstoß reduzieren –

unter der gefährlichen Schwelle von 2, besser noch 1,5 Grad zu bleiben, wie im Pariser Klimaabkommen

beschlossen, schaffen wir aber nur als Gesellschaft. Dafür muss die Politik den richtigen Weg vorgeben.

Und wir können sie dazu bewegen, indem wir gemeinsam die Stimme erheben – etwa mit unserer

Petition www.wwf.de/kohlefrei.

Daneben setzen wir Klimaschutz konkret um. Etwa, wenn wir in Indonesien den Wasserhaushalt der

Moore mit Hilfe der Menschen vor Ort wiederherstellen, um CO2 zu binden, statt in die Atmosphäre

zu entlassen. Oder wenn wir Unternehmen dabei unterstützen, sich klimaverträglich aufzustellen, um so

auch die Wirtschaft nachhaltig und damit zukunftsfähig zu machen.

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

27


Ziele im Fokus: ein Beitrag des WWF

Die Solar Sisters

bringen ihrem Dorf in

Myanmar das Licht

Aktiv an vielen

Fronten

Der WWF kämpft gegen die Klimakrise –

in der Politik, in der Wirtschaft und vor Ort.

Drei Geschichten vom Klimaschutz

Frauen-Power aus Myanmar

Man nennt sie die Solar Sisters, denn sie brachten ihrem Dorf Hin

Ka Pi im Süden Myanmars das Licht. Wie in vielen ländlichen

Gegenden des Landes ist Strom hier Mangelware. Die wenige

Energie, die es gibt, stammt aus stinkenden Dieselgeneratoren,

die unzuverlässig arbeiten und die sich nur wenige leisten können.

Fast zwei Drittel der Bevölkerung Myanmars haben keinen

regelmäßigen Zugang zu Strom. In Hin Ka Pi war das nicht

anders. Bis es ein einzigartiges Projekt erreichte.

Mit Unterstützung des WWF wählte das Dorf fünf Bewohnerinnen,

um sie im indischen Barefoot College zu Solartechnikerinnen

auszubilden. Keine leichte Entscheidung für die

Frauen, die bislang keinen Fuß in ein Flugzeug gesetzt hatten,

geschweige denn sechs Monate von ihrer Familie getrennt waren.

Aber eine, die sich gelohnt hat.

Das Barefoot College bildet Frauen aus Entwicklungsländern

aus, um einfache Solaranlagen zu installieren und zu warten.

Weil viele von ihnen nie schreiben und lesen gelernt haben

und sie aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt kommen,

funktioniert die Verständigung meist über Zeichensprache.

Die Bauanleitungen sind farblich gekennzeichnete Pläne im

Comicstil.

Mittlerweile haben die fünf Frauen aus Hin Ka Pi bereits

235 Haushalte mit Strom versorgt. Der WWF finanzierte die

ersten Solarpanels mit einer Art Mikrokredit. Die eingesparten

Energiekosten z.B. für Diesel und Generatoren fließen in einen

Fonds des Dorfes, aus dem weitere Anlagen finanziert werden.

Noch in diesem Jahr wollen die Solar Sisters ihre Aktivitäten auf

Nachbardörfer ausweiten.

28 seventeen goals

Bild: © Hkun Lat/WWF Myanmar


Ein Versprechen von der Kanzlerin

Es war eine Aussage mit Nachhall: „Wir werden Wege finden, wie

wir bis 2020 unser 40-Prozent-Ziel einhalten. Das verspreche

ich Ihnen.“ Das Versprechen galt Deutschlands Klimaziel, bis

zum Jahr 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen

als 1990. Es wurde Lisa Storcks gegeben, die sich in der WWF-Jugend

engagiert, seit sie zwölf ist. Und die im September 2017

bei einer Wahlshow des ZDF zu Gast war, um Angela Merkel die

entscheidende Frage zum Klimaschutz zu stellen.

Ein Jahr später hat die Kanzlerin das Ziel – und damit auch

ihr Versprechen gegenüber Lisa – kassiert, ohne jeden Ersatz.

Lisa ist enttäuscht, aber nicht überrascht: Die Zeichen standen

nicht gut, das Ziel überhaupt noch erreichen zu können. Seit

neun Jahren ist Deutschlands CO2-Ausstoß konstant hoch. Passende

Maßnahmen fehlen. Doch gerade die hätte das Versprechen

nun nach sich ziehen müssen: „Für mich macht es einen

großen Unterschied, ob man alles in seiner Macht Stehende tut

und dann ein Ziel womöglich doch verfehlt oder ob man aufgibt,

bevor man es überhaupt versucht hat“, sagt Lisa.

Die 24-jährige Studentin aus Bochum hat jedenfalls nicht

aufgegeben. Sie kämpft weiter für den Klimaschutz, etwa bei

den Demonstrationen am 1. Dezember 2018 im Vorfeld der

Weltklimakonferenz, bei denen sie die Bundesregierung an

ihre Pflicht erinnern wird, die Erderhitzung aufzuhalten – damit

auch künftige Generationen, Tiere und Pflanzen auf dieser Erde

leben können. Mitstreitende, die die klimapolitische Arbeit der

WWF-Jugend und des WWF aktiv oder finanziell unterstützen,

kann sie dabei immer gut gebrauchen.

Nachhaltig investieren

Im Minutentakt reicht der Barista morgens den Kaffee in Keramik-Pfandbechern

über den Tresen. Seit drei Jahren ist Schluss

mit Plastik in der Münchner Zentrale der Allianz. Das Umtauschsystem

schlägt sich positiv in der CO2-Bilanz nieder und

gehört zu einem Klimaschutzprogramm des Versicherers, an

dem auch WWF-Finanzexperte Matthias Kopp mitwirkt: Er berät

das Unternehmen dabei, wie die Kapitalanlage der Versichertengelder

nicht nur wie bisher nachhaltige Kriterien berücksichtigt,

sondern bis 2050 konsequent klimaneutral ausgerichtet werden

kann. „Wie Kapitalströme gelenkt werden, hat erheblichen

Einfluss auf das Weltklima. Wir müssen sie in Einklang mit

unseren planetaren Grenzen bringen“, erklärt Kopp. So sollen

etwa kohlebasierte Geschäftsmodelle schrittweise auslaufen –

und daneben soll natürlich der eigene ökologische Fußabdruck

minimiert werden. Noch liegt viel Arbeit vor WWF und Allianz:

Aussagekräftige Klimadaten sind ein neues Feld für Investoren.

WWF-Aktivistin

Lisa Storcks

lässt nicht locker

WWF-Finanzexperte

Matthias

Kopp will Geldströme

grünen

Bild 1: Lisa Storcks: © Markus Winkler/WWF Bild 2 Matthias Kopp: © Sonja Ritter/WWF

Genau sie sind aber entscheidende Informationen für Anlagemanager,

besonders für Versicherungsunternehmen mit

langfristigen Anlagezielen, die abschätzen müssen, wie zukunftsfähig

Unternehmen oder Projekt sind in die investiert

werden soll: Ist das Geschäftsmodell auf Umweltrisiken wie

Ressourcenknappheit und Regulierung von Treibhausgasemissionen

ausgerichtet? Legt das Unternehmen eine Klimastrategie

vor, die dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entspricht?

Dafür entwickelt das Projektteam von WWF und Allianz im

Rahmen der Science Based Targets Initiative passende Methoden,

an denen es bislang noch fehlte. Im besten Fall entstehen

auf diese Weise marktfähige Analysestandards, mit denen die

SDGs die globalen Märkte durchdringen.

Aktiv werden: Sie können uns helfen, der Klimakrise die Stirn

zu bieten und unsere Erde zu schützen. Wie, das erfahren Sie unter:

www.wwf.de/aktiv-werden

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

29


Technologie

Aus Smog

wird Schmuck

Mit einem Riesenstaubsauger-Turm holt der niederländische

Erfinder Daan Roosegaarde Smogpartikel aus der Luft und verwandelt sie in

kleine Juwelen. So schafft er saubere Luft, wo eigentlich keine ist

Text KATHARINA FINKE

30

seventeen goals


Einer der sieben Meter hohen

Smog-Free-Türme aus Aluminium

steht in Rotterdam, andere

Türme werden bereits erfolgreich in

China und Polen eingesetzt

WIE MENSCHEN DIE WELT BEWEGEN

31


Technologie

E

infach mal Frischluft tanken – das ist in den meisten

Großstadtzentren der Welt heute unmöglich. Grund

dafür: die Luftverschmutzung. An einem schlechten

Tag entspricht der Smog im Zentrum von London etwa dem

Konsum von 70 Zigaretten. In Peking kann man nicht einmal

mehr bis zur anderen Straßenseite gucken. Das wollte Designer

Daan Roosegaarde nicht länger hinnehmen und machte sich auf

die Suche nach einer Möglichkeit, den Smog in saubere Luft zu

verwandeln.

„Die meisten erklärten mich für verrückt“, erzählt der

niederländische Erfinder, der sich davon nicht entmutigen ließ.

Zusammen mit seinem Team vom Studio Roosegaarde, das er

2007 gegründet hat, und der Technischen Universität Eindhoven

entwickelte er eine entsprechende Technik: ein elektrostatisches

Feld, das in einem Turm untergebracht ist und pro Stunde

30.000 Kubikmeter versmogte Luft an sich zieht. „Quasi wie ein

Riesenstaubsauger“, erklärt Roosegaarde. Der saugende Turm

nimmt innerhalb von eineinhalb Tagen den Smog vom Volumen

eines Fußballstadions auf und schafft so in seinem Umfeld – je

nach Luftzirkulation – bis zu 70 Prozent saubere Luft.

In London entspricht

der Smog im Zentrum

in etwa dem Konsum

von 70 Zigaretten

Der erste Smog-Free-Tower wurde mithilfe einer Kickstarter-

Kampagne finanziert und 2015 neben der sogenannten Dreamfactory

in Rotterdam, dem Sitz von Roosegaardes Designlab,

aufgestellt. Danach ging der ambitionierte Kreative auf große

China-Tour. „Ich überzeugte die Regierung in Peking, einen

Turm für bessere Luft aufzustellen“, sagt der Daniel Düsentrieb

der Nachhaltigkeit stolz. Schanghai, wo Roosegaarde eine Zweigstelle

hat, sowie weitere chinesische Städte folgten. Seit Anfang

des Jahres steht auch in Polen ein Smog-Free-Tower. In Indien,

Mexiko und Kolumbien sollen die sieben Meter hohen technologischen

Meisterstücke Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Und was passiert dann mit den gesammelten Smogpartikeln?

Daraus werden Ringe gemacht. Gepresst und in einen

kleinen Glaswürfel gefasst, kostet ein solches Kohlendioxid-

Schmuckstück 250 Euro. Gekauft werden sie meist von Hochzeitspaaren

oder anderen, denen die Zukunft des Planeten am

Herzen liegt, weiß der Erschaffer. Seit Neuestem gibt es auch

Manschettenknöpfe. Die Einnahmen werden wieder in Projekte

investiert. Eines davon: das Smog-Free-Bicycle. Es funktioniert

mit der gleichen Technik wie der Smog-Free-Tower: Verschmutzte

Luft wird aufgesaugt und über eine Vorkehrung am Lenkrad

gefiltert, sodass beim Fahren saubere Luft eingeatmet wird. Der

Prototyp soll dieses Jahr fertig sein.

Auch wenn das Smog-Free-Projekt weiter wächst, wird es

die Probleme von heute, wie den Anstieg des Meeresspiegels,

CO2-Emissionen und Luftverschmutzung, nicht lösen. Das ist

Roosegaarde bewusst. „Aber ich will nicht auf die Veränderung

warten, ich will sie selbst schaffen“, sagt der 39-Jährige, der sich

mit einer Tennisballmaschine vergleicht, die Ideen statt Bälle

ausspuckt. Damit diese Ideen verwirklicht werden können,

braucht er Partner. Das sind Kommunen ebenso wie Unternehmen

oder Museen. Sie finanzieren 60 Prozent der Projekte,

die anderen 40 Prozent finanziert das Studio Roosegaarde in

Eigenregie.

So entstand unter anderem der Van Gogh Path in Eindhoven,

der aus 50.000 fluoreszierenden Steinchen besteht und ohne

Energieverbrauch Radfahrern in der Dunkelheit den Weg

weist. Oder Waterlicht, eine Installation, die den Anstieg des

Meeresspiegels mit blauem Licht simuliert. Derzeit arbeitet

Roosegaarde an weiteren Projekten, die sich vor allem der

Biotechnologie bedienen, wie Gates of Light, ein Beispiel für

eine energieneutrale Landschaft, die Prismen nutzt, um das

Licht von Fahrzeugen zu reflektieren. Sein Space Waste Lab

widmet sich dem Smog im All. Der Künstler wünscht sich, dass

aus seiner Arbeit in Zukunft eine Bewegung entsteht:

„Lasst uns gemeinsam Technologie und Kreativität nutzen,

um die Welt zu verändern, und statt in Problemen lieber in

Vorschlägen denken.“

Mitmachen: Ob Städte, Kommunen oder Museen –

überall können Roosegaardes Türme eingesetzt werden

und so ihr Umfeld smogfrei halten.

www.studioroosegaarde.net

32 seventeen goals

Foto: © Studio Roosegarde


Going Green

Der Keen-Effekt Mehr und mehr Unternehmen

setzen Nachhaltigkeitsstrategien um und zeigen, dass verant-

wortungsvolles unternehmerisches Handeln zukunftsfähig ist. So wie

Keen: Dem Outdoor-Schuhhersteller steckt der Schutz von Umwelt und

Natur in den Unternehmensgenen. Drei Fragen an Chris Enlow

Was war bei Keen der Auslöser, nachhaltig

wirtschaften zu wollen?

Das war der verheerende Tsunami im

Indischen Ozean 2004. Keen war damals

erst ein Jahr alt und spendete sein Werbebudget

von einer Million US-Dollar für

die Katastrophenhilfe. Bis heute ist dieser

„Keen-Effekt“ unsere Unternehmensphilosophie:

etwas zurückgeben, aktiv werden,

den eigenen negativen Einfluss auf die

Umwelt minimieren. Wir möchten zeigen,

dass ein nachhaltiges unternehmerisches

Handeln und die Verwirklichung der eigenen

Werte auch zu geschäftlichem Erfolg

führen können.

Welchen besonderen Herausforderungen

sind Sie begegnet?

Ein Beispiel: PFC. Das sind Chemikalien,

die Kleidung wasserabweisend machen.

Sie sind zwar sehr effektiv, aber nicht umweltfreundlich.

Es war eine echte Herausforderung,

sie zu ersetzen, aber wir haben

es geschafft. Nach fast vier Jahren intensiver

Forschung und Aufklärungsarbeit

entlang unserer Lieferkette sind 95 Prozent

unserer Schuhe mittlerweile PFC-frei.

Was tun Sie, um auch andere Unternehmen

für nachhaltiges Handeln zu begeistern?

Wenn wir eine dauerhafte Veränderung

erreichen möchten, ist Teamwork nötig.

KEEN ist in sehr vielen Verbänden und

Arbeitsgruppen mit anderen Outdoor-Unternehmen

aktiv und Gründungsmitglied

der Non-Profit-Koalition „It’s Great Out

There“. Es bedarf überzeugender Beispiele,

die anderen Unternehmen aufzeigen,

dass Nachhaltigkeit als Geschäftsgrundlage

operationalisiert werden kann und

zugleich mit der Marke auch Erlebnisse

und Werte für den Endverbraucher geschaffen

werden können, die wiederum

Nachhaltigkeit fördern. Veränderung kann

stattfinden, wenn man aktiv wird.

www.keenfootwear.com

Chris Enlow,

CSR-Direktor des

Unternehmens

PUBLIKATIONEN Ja, ich möchte gerne mehr erfahren und bestelle kostenfrei die angekreuzten Publikationen:

Bitte ankreuzen:

Ärzte ohne

Grenzen

Unsere weltweite Nothilfe

SOS-KINDERDORF E.V.

Schenken Sie Kindern,

Jugendlichen und Familien

eine positive Zukunft

M 01 WWF

M 02 ÄRZTE OHNE M 03 WELTHUNGERHILFE M 04

WWF und LichtBlick werfen

GRENZEN E.V.

Der Welthunger-Index zeigt

einen umfassenden

Informationen über unsere

aktuelle Entwicklungen

Blick auf die Kohlewirtschaft

weltweite Nothilfe

in der Hungerbekämpfung

Vorname

Straße

Name

Hausnummer

WEGE ZUR BESTELLUNG:

E-Mail:

anja.seidler@projekt17.net

PLZ

Telefon

Datum

Ort/Stadt

E-Mail

Unterschrift

Postanschrift:

Projekt 17, Anja Seidler,

Luruper Chaussee 125,

Haus 8 Süd,

22761 Hamburg


Places of Change

Der Wandel ist unaufhaltsam – überall in Deutschland gibt

es großartige Orte, wo Menschen im Sinne der

Nachhaltigkeitsziele agieren. Hier stellen wir einige vor:

FTZ-NK, HAW Hamburg

Das Forschungs- und Transferzentrum

für Nachhaltigkeit & Klima unterstützt

gemeinsam mit seinem internationalen

Netzwerk und seinen Forschungsprojekten

die Umsetzung der SDGs und sucht

nach nachhaltigen Lösungen für die

Anpassung an den Klimawandel.

+

HAMBURG

Nachhaltige

Urlaubsregion

In einer der am dünnsten besiedelten

Regionen Deutschlands mit ausgedehnten

Naturschutzgebieten setzen viele

Gastgeber und Gemeinden nachhaltige

Konzepte konsequent um.

www.tourismus-uckermark.de

+

LÜNEBURG

+

UCKERMARK

GLS Bank

Die erste sozial-ökologische Bank der Welt.

Seit 1974 ist hier Geld für die Menschen da.

Und seitdem ist sie die Referenz für nachhaltiges

Banking – mit allen Leistungen

einer zukunftsweisenden Bank: vom Girokonto

bis zu Beteiligungen und Schenkungen.

Das macht Sinn!

+

+

BONN

BOCHUM

+

DARMSTADT

Global Festival of Action

Unterstützer der SDGs aus der ganzen Welt

kommen vom 2. bis 4. Mai 2019 zum dritten

Global Festival of Action am UN Campus in

Bonn. Toll zu sehen, was weltweit passiert.

www.globalfestivalofaction.org

Leuphana Universität

Die Fakultät Nachhaltigkeit will mit ihrem

Studienmodell zur Bewältigung der aktuellen

Herausforderungen beitragen und

die Gesellschaft zukunftsfähig gestalten.

www.leuphana.de

MÜNCHEN

+

Container in gut

Tschüss Metall, hallo Holz: Mit mobispace®

entstehen schnell Gebäude, wie Schulen,

die danach – an einem neuen Ort – zu Büros

oder Rathäusern werden. Für zwei bis

200 Jahre – hochwertig und nachhaltig.

Container in gut also.

www.mobispace.de

LEIPZIG

Eine Kooperation von

EY Public Value Award

for Start-ups

Hier werden junge Unternehmen

ausgezeichnet, die sich mit ihren

Gründungsideen den gesellschaftlichen

Fragestellungen unserer Zeit stellen

und ihre Innovationskraft nutzen,

um diese zu lösen. Die besten

Bewerber pitchen jeweils im Herbst

live vor Publikum.

www.eypva.com

Oekom Verlag

Oekom konzentriert sich auf Themen

wie Klimaschutz, nachhaltiger Umgang

mit natürlichen Ressourcen oder

Schutz der Artenvielfalt, sowie zentrale

Herausforderungen für Politik,

Wirtschaft und Gesellschaft.

www.oekom.de

IMPRESSUM SEVENTEEN GOALS

+

HERAUSGEBER

Projekt17 GbR

Büro Berlin: Motzstr. 63,

10777 Berlin

Büro Hamburg: Luruper Chaussee 125,

Haus 8 Süd, 22761 Hamburg

KONZEPTION

Projekt17 GbR

REDAKTION

Projekt17 GbR

redaktion@projekt17.net

CHEFREDAKTION

Iris Rodriguez

iris.rodriguez@projekt17.net

ART DIRECTION

André Wyst, Berlin

MITARBEITER DIESER AUSGABE:

Inhalte: Benita von Behr,

Stephanie, Eichler,

Edda Jonsdottir, Katharina

Finke, Petra Knese

Bilder: Gregor Hohenberg,

Kerstin Jacobsen,

Janek van Lessen

ANZEIGEN

Projekt17 GbR

Luruper Chaussee 125,

Haus 8 Süd,

22761 Hamburg

Kontakt: Anja Seidler,

Tel. 040 55422617

anja.seidler@projekt17.net

PRODUKTION

Werbeproduktion Bucher, Berlin

DRUCK

Mohn media Mohndruck GmbH,

Gütersloh

100 % Recyclingpapier

Inhalt: Charisma Silket

Umschlag: Circle Matt

34 seventeen goals


GEORGE

NDUBI,

KENIA

Als Betreiber eines Solarparks

versorgt er eine

ganze Region mit sauberem

und verlässlichem Strom

und schafft Arbeitsplätze.

© Thomas Imo/Phototek

EDNA

BOAFO,

GHANA

Als Schulleiterin in einem

B er u fs bi l d un gsze ntr um i n

Accra bildet sie junge Frauen

und Männer in technischen

Berufen aus.

© Thomas Imo/Phototek

NACHHALTIGKEIT HAT VIELE GESICHTER –

WIR UNTERSTÜTZEN MENSCHEN WELTWEIT.

Wir leben in einer Welt – jeder von uns trägt Verantwortung.

Der Beitrag der Entwicklungspolitik

zur Agenda 2030: Eine Welt ohne Hunger. Globalisierung

gerecht gestalten. Klima schützen und

Ressourcen bewahren. Fluchtursachen bekämpfen.

SHEILA

KAUWENJE,

MALAWI

Als lokale Beraterin

unterstützt sie Kleinbäuerinnen

und -bauern,

ihre Felder umweltschonend

zu bewässern.

MEHR INFORMATIONEN:

bmz.de/marshallplan

bmz.de/ernaehrung

bmz.de/berufsbildung

bmz.de/sdg

© Joerg Boethling


TSCHAD © Sebastian Bolesch

MIT IHRER HILFE RETTET

ÄRZTE OHNE GRENZEN LEBEN.

WIE DAS DER KLEINEN ALLERE FREDERICA AUS DEM TSCHAD: Das Mädchen ist plötzlich schwach und

nicht mehr ansprechbar. Sie schläft zwar unter einem Moskitonetz. Dennoch zeigt der Schnelltest,

dass sie Malaria hat – die von Mücken übertragene Krankheit ist hier eine der häufigsten Todesursachen

bei kleinen Kindern. Ärzte ohne Grenzen behandelt die Zweijährige, bis sie wieder gesund

ist und nach Hause kann. Wir hören nicht auf zu helfen. Hören Sie nicht auf zu spenden.

Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE 72 3702 0500 0009 7097 00

BIC: BFSWDE33XXX

www.aerzte-ohne-grenzen.de/spenden

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