Land&Musig 5-2018

ADLER66

www.landumusig.ch

Heft 5-2018 | Oktober

Land&Musig

22. Jahrgang der volkstümlichen Schweizer Zeitschrift Stubete

ISSN 2297-7651

Hanspeter Eggenberger

und Stefan Schwarz

Für einmal sind die beiden

Köpfe von Land&Musig

selber zu Gast in ihrer

Zeitschrift.

Erste Schweizer

Volkstanz-Gala

Die Trachtenvereinigung

Solothurn Stadt lädt die

besten Volkstanzteams

zum Wettstreit ein.

Der Tradition folgend

Die junge Pferdesattlerin

Noemi Kohler fühlt sich

auf verschiedenen Ebenen

dem einheimischen

Brauchtum verpflichtet.


2 | Land&Musig 5-2018

2. Berner Ländlermusikanten-Treffen 2018

Samstag, 27. Oktober

Lötschbergzentrum 3700 Spiez (Stockhornstrasse 1)

Parkieren: Kirche, Schulhaus, Einstellhalle Lötschbergzentrum

«Ländler pur»

18:30 Uhr Türöffnung und Abendessen

20 Uhr Konzertbeginn dazu Kaffeestube mit Musik. Nach dem Konzert Tanz und Kaffeestube mit Musik.

Präsentation: Peter Grossen

Schwyzerörgeli-Quartett Gemsberg Ländler-Quintett Berna-Grischa

Follchlore Schwyzerörgeli-Trio Balmhorn

Ländlerfründe Walopsee Ländler-Kapelle Honegg

Schwyzerörgeli-Quartett Längenberg Schwyzerörgeli-Quartett Ländler-Chutze

Schwyzerörgeli-Quartett Alperose

Keine Platzreservation, frühzeitig erscheinen

Eintritt CHF 21.–

Patronat: VEV (Verein Emmentalischer Volksmusikfreunde)

Design: haemeulrich.com


Land&Musig 5-2018 | Editorial | 3

Die Leidenschaft treibt uns weiter!

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Vor 22 Jahren veröffentlichte mein Redaktionskollege Hanspeter Eggenberger

an dieser Stelle das erste Vorwort der neu erschienenen Schweizer Zeitschrift

«Stubete». Getrieben von Tatendrang und einer grossen Leidenschaft für das

typisch schweizerische Brauchtum wagten wir damals den Schritt in die Selbständigkeit

und stellten uns mutig in den Dienst der Sache. Wenn ich heute

nach Synonymen des Wortes Leidenschaft suche, dann bestätigen mir Begriffe

wie Begeisterung, Empfindung, Gefühl, Rausch, Stimmung, Verzückung,

Fieber, Inbrunst, Elan, Enthusiasmus, Schmiss, Power, Freude, Hingabe und

Schwärmerei, dass sich an der einstigen Motivation noch überhaupt nichts verändert

hat.

Verändert hat sich zwischenzeitlich jedoch die Medienlandschaft, welche durch

den Einzug digitaler Informationsquellen zu einem völlig veränderten Konsumverhalten

geführt hat. Sie als Leserin und Leser von «Stubete» und dem späteren

«Land&Musig» haben uns dennoch die Treue gehalten, weil sie die Leidenschaft

für typisch schweizerische Aktivitäten mit uns teilen. Dafür sind wir

dankbar, denn dieser Rückhalt aus der Szene war in all den Jahren die wertvolle

Basis für unser Wirken. Klar haben wir als Herausgeber eines Nischenproduktes

immer wieder auch «gelitten», wenn uns der Treuhänder seine analytischen

Rückmeldungen gab oder fühlten uns «geschafft», wenn nach einem

Rechnungslauf gleich mehrere Abonnementkündigungen auf dem Tisch lagen.

Die wahre Leidenschaft hat uns jedoch stets weiter getrieben!

Auch jetzt ist unsere ungebremste Leidenschaft für typisch schweizerisches

Schaffen der Hauptantrieb dafür, dass wir die Verantwortung unserer Zeitschrift

künftig breiter abstützen. Eine bewährte professionelle Verlagsstruktur sowie ein

vergrössertes Redaktionsteam helfen uns, dass Ihre und unsere Leidenschaft in

«TYPISCH. Das Magazin für Tradition» schon ab nächstem Monat noch vielfältiger

abgebildet und einem erweiterten Publikumskreis zugänglich gemacht wird.

Deshalb verabschieden wir uns an dieser Stelle nicht von Ihnen, sondern sagen

einfach «uf Wiederluege!» und hoffen, dass Sie unserem leidenschaftlichen

Schaffen auch weiterhin die Treue halten.

Stefan Schwarz

www.landumusig.ch

Webcode: TYPISCH


4 | Land&Musig 5-2018

NEWS & HIGHLIGHTS

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Freitag, 2. November 2018, 20.00 Uhr

Restaurant Chemihütte

Ebenenfeld 4, 3703 Aeschiried BE 033 654 46 81

Freitag, 9. November 2018, 20.00 Uhr

Restaurant Krone

Hauptstrasse 12, 4542 Luterbach SO 032 682 22 22

Samstag, 10. November 2018, 20.00 Uhr

Restaurant «Zur Säge»

Rinderbach 569, 3418 Rüegsbach BE 034 461 12 14

Freitag, 16. November 2018, 20.00 Uhr

Restaurant «Zur Frohen Aussicht»

Hauptstrasse 22, 8522 Häuslenen TG 052 552 20 21

Samstag, 17. November 2018, 20.00 Uhr

Hotel Restaurant «Frohe Aussicht»

Rickenstrasse 55, 8730 Uznach SG 055 280 23 71

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Land&Musig 5-2018 | Inhalt | 5

6

48

33

14

In diesem Heft

Zu Gast

Hanspeter Eggenberger

und Stefan Schwarz 6

Volkstanz

Erste Schweizer Volkstanz-Gala 14

Jodeln

Längeberger Jodlerchörli 24

Haus der Volksmusik

Nachlass von Albert Hagen 28

Im Bild

Herbstliche Impressionen

von Melanie Oesch 30

Ländlermusik

Ländler auf den Balearen

mit Fritz Dünner 38

Schwingen

Rücktritt von Matthias Sempach 48

Rubriken

Editorial3

Rückblick21

Seitenblick32

Einblick 42

Land&Musig-Shop 46

Ausblick52

Zum Feierabend 57

Handwerk

Pferdesattlerin Noemi Kohler 33

Impressum

Verlag Stubete Verlagshaus AG | Geissfluestrasse 12 | 4514 Lommiswil | Telefon 032 645 05 36 | www.landumusig.ch | info@landumusig.ch

Verleger und Redaktoren Stefan Schwarz | stefan.schwarz@landumusig.ch | Hanspeter Eggenberger | hp.eggenberger@landumusig.ch

Erscheinungs weise 6 × jährlich jeweils am Ende des ungeraden Monats | Abonnemente Telefon 062 530 30 10 | abo@landumusig.ch

Abonnementspreise 1 Jahr: CHF 53.– (Ausland CHF 70.–) | Anzeigenverwaltung Telefon 032 645 05 36 | anzeigen@landumusig.ch

Lektorat Claudia Möckel | www.schwarz-auf-weiss.ch | Layout/Druck ADLER Medien | Telefon 032 645 05 35 | www.adler-medien.ch


6 | Zu Gast | Land&Musig 5-2018


Land&Musig 5-2018 | Zu Gast | 7

Hanspeter Eggenberger und Stefan Schwarz

Ein persönlicher Rückblick

Ab 1996 durften die Land&Musig-Macher Hanspeter Eggenberger und

Stefan Schwarz an dieser Stelle insgesamt 134 Gäste aus verschiedensten

Bereichen der helvetischen Brauchtumsszene porträtieren. Nun ist die Zeit

gekommen für einen persönlichen Rückblick auf die insgesamt 26-jährige

Zusammenarbeit, welche nicht nur durch diese Zeitschrift geprägt worden ist.

Text – Stefan Schwarz

Fotos – Marcel Jenny

Ich arbeitete bei der SUISA-Stiftung für

Musik in Neuchâtel, als es im Jahr 1992

zum ersten persönlichen Kontakt mit

Hanspeter Eggenberger kam. Auf der

Suche nach einer passenden Musikproduktionsfirma

für die Reali sation einer

CD mit dem Ländlerquartett Schletti-

Schwarz, lachte mich unter anderem ein

Inserat des Labels «Popularia» an. Produzent

Hanspeter Eggenberger war mir

als langjähriger Mitspieler von Ar thur

Brügger im legendären Echo von Adelboden

natürlich ein Begriff. Zudem

wusste ich, dass er als früherer Produktionsleiter

von «Tell-Record» und Gründer

von «Matterhorn Records» auch im

Tonträgergeschäft Bescheid weiss. Meine

angehende Frau Barbara und die beiden

Musikfreunde Arnold und Herbert

Schletti waren ebenfalls davon überzeugt,

dass dieser hervorragende aktive

Ländlermusiker der richtige Partner

für das CD-Projekt ist und kurz später

kam es bei einer Anhörung zur ersten

Begegnung. Im hübsch hergerichteten

Proberaum bei Noldi Schletti an der

Lenk sass Hanspeter auf seinem Stuhl

und lauschte interessiert den Klängen

der Bläserbesetzung mit zwei Klarinetten,

Schwyzerörgeli und Bass sowie dem

Foto: zvg.

Die Zusammenarbeit von Hanspeter Eggenberger (vorne) und Stefan Schwarz (hinten

im Bass-Kämmerli) begann 1992 im Studio von Ueli Rychener (Mitte) bei der Produktion

der CD «Eigeti Choscht» des Ländlerquartetts Schletti-Schwarz.


8 | Zu Gast | Land&Musig 5-2018

Hanspeter Eggenberger bei

einem seiner Gastein sätze

mit den Toggeburgerbuebe

sowie zusammen mit den Buechibärger

Ländlerfründe und

dem Echo vom Weissenstein.

Örgelitrio mit zwei Schwyzerörgeli und

Bass. Anfänglich war die Nervosität sehr

gross, doch als Hanspeter auf seinem

Stuhl alsbald im Takt zu wippen begann,

wurden auch wir lockerer.

Die Zusammenarbeit beginnt

Auf den gemütlichen Abend und die anschliessenden

administrativen Absprachen

folgte kurze Zeit später der erste

Aufnahmetag. Als Aufnahmeleiter hatte

Eine prägende Formation für Hanspeter Eggenberger war das Echo von Adelboden

mit Arthur Brügger, Heidi Berger und Ernst Stalder.

Fotos: zvg.

Hanspeter Eggenberger das Zepter in sicherer

Hand und konnte uns von der anfänglichen

Mikrofonangst befreien. Ich

persönlich war sehr fasziniert von der

Arbeit im Tonstudio, schaute Hanspeter

im Regieraum aufmerksam über die

Schulter und las in den Aufnahme pausen

interessiert dessen Fachartikel im Folklore-Magazin

«Popularia». Als engagierter

Musikant und regelmässiger Hob by-

Schreiberling für diverse Zeitungen war

ich von dieser beruflichen Kombination

derart angetan, dass ich Hanspeter gegenüber

nicht verschwieg, dass ich so etwas

auch gerne machen würde.

Das Glück war auf meiner Seite! Kurz

nach der Taufe der CD «Eigeti Choscht»

erfuhr ich, dass die Produktions firma im

solothurnischen Tscheppach ein eigenes

Tonstudio eröffnen werde und sowohl

für die Redaktion als auch für die Musikproduk

tion gerne einen Blasmusikfachmann

im Team hätte. Ich liess mich nicht

zweimal bitten, kündigte den SUISA-

Job und zog nach der Hochzeit und der

dreimonatigen Hochzeitsreise für eine

neue berufliche Herausforderung in den

Kanton Solothurn. Die folgende Zeit

Hanspeter Eggenberger persönlich …

Mein Sternzeichen

Man sagt, ich sei ein typischer Löwe. Ich

spüre das selber jedoch kaum. Meine «Untertanen»

haben bisher noch nicht reklamiert


Mein Charakter

Ich bin ein geselliger Typ, der andere

Menschen mag. Wenn ich für eine Sache

Feuer gefangen habe, was sehr schnell

passieren kann, engagiere und exponiere

ich mich vehement, was der Geselligkeit

dann nicht immer zuträglich ist.

Meine Heimat

Da ich im Laufe der Zeit vielerorts zwischen

Rheintal, Engadin, Schaffhausen

und Bernbiet zuhause war, kenne ich keine

engen Grenzen. Heimat ist für mich

dort, wo meine Familie und Freunde sind.

Meine Sportaktivitäten

Nach Möglichkeit absolviere ich meine

tägliche Nordic-Walking-Tour und ab und

zu trifft man mich auch beim Velofahren

oder Schwimmen. Besonders gerne wandere

ich in unserer schönen Gegend zwischen

Oberaargau und Emmental oder in

den Bergen.

Meine Tiere

Ich hätte gerne wieder einen Hund. Vielleicht

finde ich nach meiner Pensionierung

die nötige Zeit dafür.

Mein Spieltrieb

Ich würde mich durchaus als Spieler bezeichnen,

wobei mir dabei auch das gemeinsame

Tun wichtig ist. Ein richtiger

Spielfanatiker bin ich aber in der Musik!


Land&Musig 5-2018 | Zu Gast | 9

Foto: Nicolas Senn

Hanspeter Eggenberger

Geburtsdatum

26. Juli 1954

Heimatort

Grabs SG

war äus serst lehrreich. Mein Büro befand

sich direkt neben dem Regieraum

des brandneuen Tonstudios und dank einem

Lautsprecher auf dem Pult bekam

ich während laufenden Aufnahmen immer

mit, was im Studio gerade so lief.

Hanspeter Eggenberger sowie Tonmeister

Franz Sutter waren mir sehr gute

Lehrmeister und bald produzierte auch

ich meine ersten Tonträger. Neben der

Realisation von Blasmusikproduktionen

wie zum Beispiel jener mit dem eigenen

Blasorchester Helvetia, durfte ich

auch bei unzähligen Jodel- und Ländlerproduktionen

aktiv mitarbeiten. Parallel

dazu organisierten wir beide für das angegliederte

Restaurant Kreuz verschiedene

Veranstaltungen. Den Tscheppacher

Folklore-Abend mit ausgewählten Interpreten

aus der ganzen Schweiz zum Beispiel

moderierten wir gleich selber und

die Live-Aufzeichnung liessen wir anschiessend

bei Radio Eviva ausstrahlen.

Eine unerwartete Wendung

Von einem Tag auf den andern stellte

die Thomi-Brunner Me dien AG die Publikation

der Zeitschrift «Popularia» im

Frühjahr 1996 unerwartet ein, was uns

als motivierte Macher wie ein Schlag

ins Gesicht traf. Auf sanften Druck des

Chefs wechselte Hanspeter Eggenberger

freiwillig in die Selbständigkeit

und konnte bald nur noch projektmässig

als Produzent wirken. Ich selber

sass plötzlich jedoch fester im Sattel,

was mir mit Blick auf meinen Nachbarn

und Freund gar nicht so behagen wollte.

Immerhin waren wir beide mit unseren

Ehefrauen sowie Marcel Jenny und

Eugen Spiess zu jener Zeit regelmässig

als Buechibärger Ländlerfründe auf der

Piste und wollten unser harmonisches

Zusammenspiel eigentlich auch auf beruflicher

Ebene weiterpflegen.

Mutig verfasste ich die Kündigung und

machte mich zusammen mit Hanspeter

Eggenberger an die Zukunftsplanung.

Wir waren nach wie vor überzeugt, dass

das Zusammenspiel von Zeitschrift und

Musikproduktion für uns ein gutes Betätigungsfeld

ist und entwickelten zuhause

in vielen Stunden Nachtarbeit sowie

Wohnort

Seeberg BE

Zivilstand

verheiratet mit Monika

Kinder

Andreas (1984), Christian (1985),

Daniel (1990) und Barbara (1997)

Berufliche Sationen

Lehre als Hochbauzeichner, Berufsausbildung

als Akkordeonlehrer, Ausbildung zum Dipl.

Akkordeonlehrer SALV, anschliessend Musiklehrer

u.a. mit eigenem Musikhaus und Musikschule

in Thun, Kursleiter, Musikproduzent für

mehrere Labels, seit 1996 selbständiger Musikproduzent,

Verleger und Musikredaktor.

Wichtigste musikalische Stationen

Akkordeonmusik: Akkordeon-Orchester

Schaffhausen; Dirigent Akkordeon-Orchester

Thun, HS Burgdorf-Oberburg und HC Bern.

Ländlermusik: Echo vom Wildstrubel,

Echo von Adelboden, Buechibärger Ländlerfründe,

Ohalätz, Echo vom Weissenstein,

seit 2018 Giersch.

Jodeln: Begleiter diverser Jodelformationen;

Dirigent Jodlerklub Bettlach, Jodlerchörli

Zuchwil, Jodeldoppelquartett Steinenbrünnen,

seit 2015 Chörli der Kantonspolizei Bern.

Meine digitale Welt

Meine ganze Berufswelt im Tonstudio

oder Redaktionsbüro funktioniert nur

noch digital. Ich finde grossen Spass daran,

wenn alles funktioniert!

Meine Zukunft

Ich freue mich auf die weiteren Herausforderungen

und Begegnungen, die mir

mein Leben noch bringen wird. Solange

wie möglich werde ich musizieren und

unternehmen, was ich gesundheitlich bewältigen

kann.


10 | Zu Gast | Land&Musig 5-2018

Stefan Schwarz mit der

Sissecher Holzmusig, seinem

Blasorchester Helvetia sowie

dem Bündner Ländlermix.

während den Ferien – miteinander verbunden

durch Hanspeters erstes mobiles

Telefon – neue Strategien. Neben der

Gründung des gemeinsamen Tonträgerlabels

ADLER entstand auf Herbst 1996

auch die erste Ausgabe der volkstümlichen

Schweizer Zeitschrift «Stubete».

Ermöglicht wurde die Gründung der

Stubete Verlagshaus AG vor allem durch

Frédy Grimm und seiner Grico-Druck

AG in Welschenrohr. Er glaubte an unsere

Ideen, stellte das nötige Kapital zur

Die CD-Produktion mit dem Ländlerquartett Schletti-Schwarz im Jahre 1992/1993 war

der Auslöser für die Zusammenarbeit von Hanspeter Eggenberger und Stefan Schwarz.

Fotos: zvg.

Verfügung und blieb uns bis zum heutigen

Tag freundschaftlich verbunden.

Aller Anfang ist schwer

Trotz dieser wertvollen Starthilfe gab

es in der kommenden Zeit noch einige

Klippen zu umschiffen. Die neue Zeitschrift

musste zuerst das Vertrauen der

Leserschaft gewinnen und zusammen

mit neuen Studiopartnern galt es zudem,

auch den Bereich der Musikproduktion

neu aufzubauen. Glücklicherweise durften

wir in der Szene dank vielen persönlichen

Kontakten grossen Goodwill

erfahren und plangemäss unseren lieb

g ewordenen Tätigkeiten nachgehen.

Die beiden Familien waren damit finanziell

jedoch nicht vollständig aus dem

Schneider, was beidseitig zusätzliche

Aktivitäten erforderte. Hanspeter Eggenberger

betätigte sich nebenbei wieder als

Lehrer für Akkordeon und Schwyzerörgeli,

versuchte sich im Ochsen Mogelsberg

vorübergehend als Wirt und fasste

als Begleiter und Dirigent vermehrt Fuss

in der Jodelszene. Ich meinerseits konnte

als Dirigent der Stadtmusik Solothurn

einen Teil des Einkommens sicherstel-

Stefan Schwarz persönlich …

Mein Sternzeichen

Ich kann mich gut mit den Eigenschaften

des Widders identifizieren. Neben gewissen

Stärken treffen auch die Schwächen

dieses Tierkreiszeichens auf mich zu.

Mein Charakter

Ich bin ein umgänglicher, humorvoller und

optimistischer Mensch, der in passendem

Umfeld so richtig aufblühen kann. Es gibt

aber auch eine ruhige und besonnene Seite,

die in Kombination mit der extrovertier -

ten Art meinen Charakter ausmacht.

Meine Heimat

Die frühere Heimat an der Lenk im Obersimmental

prägte meine ersten 20 Jahre

und bleibt für immer ein Teil von mir. Zuhause

fühle ich mich aber längst im Umfeld

meiner eigenen Familie, die im solothurnischen

Lommiswil beheimatet ist.

Meine Sportaktivitäten

Sport war nie meine grosse Leidenschaft

und ich wünschte mir insbesondere aus

gesundheitlichen Gründen, dass ich mehr

Spass daran hätte. Sommerliche Wanderungen

oder Wintersport ohne jegliche

Ambitionen mag ich aber sehr gerne!

Meine Tiere

Tiere haben einen festen Platz in unserer

Familie. Dank Hund Charlie komme ich als

Sportmuffel mit Büro in den eigenen vier

Wänden auch bei Wind und Wetter täglich

aus dem Haus.

Mein Spieltrieb

Gesellschaftsspiele in gemütlicher und

ungezwungener Runde mit Frau, Fami-


Land&Musig 5-2018 | Zu Gast | 11

Stefan Schwarz

Geburtsdatum

21. März 1966

Heimatort

St. Stephan BE

len und setzte meine nach und nach erworbenen

Kenntnisse als Layouter bald

auch auf professioneller Ebene ein.

Nicht unerwähnt bleiben darf hier die

grosse Unterstützung von Seiten unserer

Ehefrauen, die durch eigene Tätigkeiten

Foto: Nicolas Senn

sowie die aktive Mitarbeit im Büro unseren

beruflichen Weg erleichterten.

Bis zum heutigen Tag sind in Zusammenarbeit

mit unseren Partnern etwas

mehr als 130 hochwertige Tonträger aus

den Sparten Ländler, Jodel und Blasmusik

entstanden, die wir dank veränderter

technischer Möglichkeiten in den letzten

Jahren akustisch und optisch immer

individueller mitprägen durften. Die

strikte Abgrenzung unserer beiden Einzelfirmen

gegenüber der Stubete Verlagshaus

AG war uns dabei immer ein

besonderes Anliegen, denn als Zeitschriftenmacher

sollte schliesslich auch

der Kontakt zu anderen Musikproduktionsfirmen

fair und neutral bleiben.

Mit Tatendrang und Offenheit

Mit Freude und Optimismus realisierten

wir alle zwei Monate ein neues Heft

und kurvten für die entsprechenden Interview-

und Fototermine quer durch

die wunderschöne Schweiz. Ein grosser

Lohn für unsere Arbeit waren nicht nur

Wohnort

Lommiswil SO

Familie

verheiratet mit Barbara,

Kinder Patrik (1997) und Nadja (1999)

Berufliche Sationen

Kaufmännische Ausbildung in der heutigen

AMAG Thun, Kur- und Verkehrsverein Lenk,

Verkehrsbüro Biel, Direktions-Assistent

SUISA-Stiftung für Musik in Neuchâtel, Musikproduzent

und Redaktor bei Thomi-Brunner

Medien AG, seit 1996 selbständiger Musikredaktor,

Musikproduzent und Layouter.

Wichtigste musikalische Stationen

Blasmusik: Jugendmusik Lenk, Musikgesellschaft

Lenk, Militärmusik; Dirigent

Musikgesellschaft Boltigen, Jugendmusik

Bern-Bümpliz, Blasorchester Helvetia, Stadtmusik

Solothurn, Vereinsmusik Kriegstetten,

Musikgesellschaft Bettlach, Musikgesellschaft

Lüterswil.

Ländlermusik: Ländlerquartett Schletti-Schwarz;

Aushilfe Oberbaselbieter Ländlerkapelle,

Sissecher Holzmusig und Ländlerkapelle

Grischuna; Buechibärger Ländlerfründe,

Bumerang; Aushilfe Kapelle Grischuna und

Bündner Ländlermix; seit 2006 Ohalätz, seit

2012 Schabernack.

Eine Leserreise führte Hanspeter Eggenberger

und Stefan Schwarz nach Kanada.

lie und anderen Gleichgesinnten mag ich

sehr gerne.

Meine digitale Welt

In Beruf, Musik und Freizeit gehören digitale

Hilfsmittel längst zu meinem Alltag.

Meine Zukunft

Vermutlich wird mein Leben zu kurz sein,

um all meine Ziele und Ideen umsetzen

zu können. Deshalb freue ich mich auf jeden

kommenden Tag, der mein Leben bestimmt

irgendwie bereichern wird!


12 | Zu Gast | Land&Musig 5-2018

Neben Redaktionsarbeiten

sowie der regelmässigen

Produktion von Tonträgern

ist Hanspeter Eggenberger nach

wie vor auch als Musiklehrer tätig.

die langsam wachsenden Abozahlen und

das steigende Interesse von Seiten der

Inserenten. Besonders viel Antrieb und

Motivation für unser Tun lieferten uns in

all den Jahren die zahlreichen positiven

Rückmeldungen aus allen Ecken unseres

Landes sowie die bereichernden persönlichen

Begegnungen mit Gleichgesinnten.

Als aktive Folkloretreibende hatten

wir – so glaube ich zumindest – stets

ein gutes Gespür für die verschiedenen

Bedürfnisse innerhalb der Szene und

versuchten, diese mit unseren Möglichkeiten

bestmöglich umzusetzen. Dabei

wurden im Laufe der Zeit aber auch mal

Versuchsballons gestartet, von welchen

der eine oder andere auch gleich wieder

platzte. So liess sich zum

Beispiel die Schaffung

einer gemeinsamen Agenda-Plattform

für die Eingabe und Verwaltung

von Terminen trotz verschiedener Vorstösse

bis heute nicht in die Tat umsetzen

und zu unserem grossen Bedauern

versandete auch der Dialog mit einem

direkten Mitbewerber. Umso glücklicher

sind wir heute, dass unsere Kooperation

mit den Herausgebern der Schwingerzeitung

SCHLUSSGANG Früchte trägt

und unsere Zeitschrift ab Ende Oktober

unter dem Namen «TYPISCH. Magazin

für Tradition» eine weitere spannende

Entwicklung durchmachen darf. Auch

Nach vielen Dirigentenjahren leitet Hanspeter Eggenberger heute noch das Chörli der

Kantonspolizei Bern, wo er auch im Sextett sowie im Duett mit seiner Frau Monika singt.

Fotos: zvg.

unter neuem Verlagsdach hat die offene

Kommunikation mit Verbänden und

Institutionen einen hohen Stellenwert,

da die Schwinger-, Brauchtums- und

Volksmusikszene unserer Meinung nach

im Medienbereich unbedingt näher zusammenrücken

und am gleichen Strick

ziehen sollte.

Aktiv auf der Bühne

Ausserhalb der beschriebenen beruflichen

Tätigkeiten sind Hanspeter Eggenberger

und ich auch selber gerne in

der Szene aktiv. Gemeinsam musizierten

wir von 1996 bis 2005 mit den Buechibärger

Ländlerfründe, welche neben

diversen anderen Engagements auch

mehrere tolle TV-Auftritte bestreiten

und einen Tonträger herausbringen durften.

Im anschliessend ins Leben gerufenen

Quartett Ohalätz war Hanspeter

anfänglich ebenfalls mit von der Partie,

bevor er sich mit dem Echo vom Weissenstein

bis 2017 wieder ausschliesslich

seiner grössten Ländlermusikpassion,

dem Akkordeonduett, widmete. Unsere

musikalische Zusammenarbeit war

damit aber nicht vollständig beendet.

Immer wieder nutzten wir Gelegenheiten

wie die dreimalige adventliche Konzertserie

«S Wiehnachtsliecht» mit dem

Jodlerklub Bärgbrünneli Grenchen oder

die CD-Produktion «Rösti-Musig», um

unseren beruflichen und privaten Dialog

auf klingender Ebene fortzusetzen.

Zu einer weiteren Leidenschaft von

Hans peter Eggenberger entwickelte

sich das Jodeln, wo er anfänglich vor allem

als einfühlsamer Handorgelbegleiter

in Erscheinung trat. Bald aber gab

er sein fachliches Können auch als Di-


Land&Musig 5-2018 | Zu Gast | 13

Die fätzige und witzige Gruppe

Schabernack mit Christian «Fribi»

Freiburghaus, Christian Wyss,

Marcel Zumbrunn und Stefan

Schwarz ist noch bis Ende 2019

miteinander auf der Piste.

Ohne Noten unterwegs

Ich meinerseits habe den Taktstock nach

langjähriger Tätigkeit als Blasmusikdirigent

mittlerweile zur Seite gelegt und

freue mich, heute ohne ständigen Blick

auf Partituren wieder vermehrt als Ländlermusikant

auf der Piste zu sein. Eine

besondere Herzensangelegenheit ist

dabei die Zusammenarbeit mit Rahel

Laubscher, Marcel Jenny

und Kilian Steiner

bei Ohalätz. In

freundschaftli cher

Harmonie können

wir mit verschiedenen

Instrumenten

viele

unserer musikalischen

Ideen unrigent

weiter und leitete ab 1998 mehrere

Jodlerklubs. Aktuell engagiert er

sich noch beim Chörli der Kantonspolizei

Bern, wo er mit besonderer Freude

auch im Duett mit seiner heutigen Ehefrau

Monika auftritt. Auf der Musikbühne

hat Hanspeter Eggenberger soeben

ein neues Kapitel aufgeschlagen und

tritt zusammen mit Mathias Rickenbacher

(Piano) und Beat Studer (Bass) unter

dem Namen «Giersch» neu im Trio

auf. Giersch heisst bei uns auch Geissfuss

und gilt bei Gärtnern als lästiges

Unkraut. Gleichzeitig ist Giersch auch

ein wohlschmeckendes Wildgemüse.

Diese gegensätzlichen Attribute bestimmen

das bunte Repertoire, in welchem

Hanspeter Eggenberger sein vielseitiges

Foto: Nicolas Senn (eastdesign.ch)

Akkordeonrepertoire bewusst nicht nur

auf die Ländlermusik reduziert.

kompliziert umsetzen und an Proben,

auf Reisen oder während Auftritten gemeinsam

bereichernde Momente erleben.

Ähnlich und doch ganz anders läuft

es bei Schabernack, wo ich gemeinsam

mit den virtuosen Schwyzerörgelern

Christian Wyss, Christian «Fribi» Freiburghaus

und Marcel Zumbrunn noch

bis Ende 2019 im ganzen Land regelmässig

auch für eine zünftige Prise Klamauk

sorgen darf.

Im Rückblick auf meine bisherigen ländlermusikalischen

Aktivitäten möchte ich

die gemeinsame Zeit mit Bumerang sowie

die regelmässigen Gasteinsätze bei

Urs Mangold (Sissecher Holzmusig und

Oberbaselbieter Ländlerkapelle), Bruno

Brodt (Kapelle Grischuna, Bündner

Ländlermix, Swiss Ländlermix) oder

Martin Schütz (Chueli-Musig und ad

hoc) nicht unerwähnt lassen. Diese und

viele weitere unvergessene Begegnungen

haben mich individuell inspiriert

und damit meinen eigenen musikalischen

Weg mitbeeinflusst.

Kontakt

Hanspeter Eggenberger

Telefon 062 530 30 10

www.adler-musik.ch

www.choerlikapobern.ch

Stefan Schwarz

Telefon 032 645 05 35

Zusammen mit Rahel Laubscher, Marcel Jenny und Kilian Steiner bildet Stefan Schwarz

das Quartett Ohalätz, welches in diversen Besetzungen für klingende Abwechslung sorgt.

www.adler-medien.ch

www.schabernack.ch

www.ohalaetz.ch


14 | Volkstanz | Land&Musig 5-2018

In Solothurn werden Tanzstile vereint

Erste Schweizer Volkstanz-Gala

Das Wettbewerbs-Tanzen fand bisher in allen Tanzarten mehrheitlich szenenintern

statt. Man weiss, dass es regionale bis internationale Tanzturniere, Tanzclubs

und Profi-Tanzpaare gibt. Ähnlich fern vom allgemeinen Publikum bewegen sich

Volkstanzgruppen, die bei uns meistens in einer Trachtengruppe organisiert sind.

Der allgegenwärtige Trend zu «Crossover» hält nun auch in der Tanzwelt Einzug.

Text – Hanspeter Eggenberger

Fotos – zvg. Trachtenvereinigung Solothurn Stadt

Das Tanzen gehört zu den Urbedürfnissen

der Menschen. Die ältesten erhaltenen

Dokumentationen des Tanzens

sind indische Höhlenmalereien, die im

Zeitraum zwischen 5'000 und 2'000

vor Christus entstanden sind. Im antiken

Ägypten gab es rituelle Tänze, die

Tod und Wiedergeburt des Gottes Osiris

darstellten, die alten Griechen systematisierten

den Tanz nach Gottheiten und

den mit ihnen verbundenen Gefühlsausdrücken.

Als wichtiges Zeitzeugnis gilt

Acht Tanzpaare der Gruppe «SOtanzt», die zu innovativer Musik mit Vorliebe ein Repertoire eigene Choreographien zeigt.


Land&Musig 5-2018 | Volkstanz | 15


16 | Volkstanz | Land&Musig 5-2018

Die Trachtengruppe Kerzers zeigt sich gerne an internationalen Folklorefestivals.

Homers Beschreibung des Tanzes Chorea

in der Ilias aus dem 8. bis 6. Jahrhundert

vor Christus. Ekstatische Tänze

waren Teil der Dionysien, aus denen sich

später Drama und Komödie entwickelten.

In diesen Theaterformen spielte oft

ein Chor mit, dessen Bewegungen als

sogenannte Choreografie in den Stücken

vermerkt wurde, ein Begriff, den man als

Tanzbeschrieb heute noch verwendet.

Unterschiedliche Tanzformen

Zweifellos wurde immer getanzt, wenn

Menschen ein Fest miteinander feierten.

So zum Beispiel an den Jahreszeitenfesten

der Bauern. Im frühen 15. Jahrhundert

trat ein deutlicher Wandel ein, als

der Gesellschaftstanz gemischter Paare

an den meisten europäischen Höfen zum

beliebten Zeitvertreib wurde. Es gibt eine

schwer überschaubare Fülle an Tanzformen,

die sich kaum kategorisieren lässt.

Eine Möglichkeit ist die Unterteilung

nach dem gesellschaftlichen Anlass oder

Zweck des Tanzens. Nach Anlass kennt

man rituelle Tänze, die religiösen Hintergrund

haben sowie Volkstänze, die

zum volkstümlichen Brauchtum gehören

und Gesellschaftstänze, die zu geselligen

Anlässen aller Art aufgelegt werden.

Nach dem Zweck unterscheidet man vor

allem den Kunsttanz, eine Kunstform für

sich, den Turniertanz, der dem sportlichen

Wettkampf dient, den Showtanz,

welcher reinen Unterhaltungscharakter

hat und den Werbetanz, der als Partnerwerbung

dient. Auch die Unterteilung

nach der Anzahl der Tänzer in Einzeltanz,

Paartanz und Gruppentanz ist populär.

Problematisch ist hierbei, dass

viele Tänze in mehreren Aufstellungen

getanzt werden. Im Gruppentanz unterscheidet

man nach der geometrischen

Anordnung der Tänzer weiter zwischen

Kreistanz, Kettentanz (hintereinander, in

der Schweiz nicht üblich) und Reihentanz

(nebeneinander); ferner gibt es den

Formationstanz, in dem die Formation

der Tänzer häufig wechselt. Eine bei uns

beliebte Aufstellung ist ein Kontertanz,

die sogenannte Quadrille.

Volkstänze werden zu traditionellen

Volksfesten oder in traditionellen Gesellschaften

getanzt. Sie kommen praktisch

in allen Kulturen vor und bilden zusammen

mit der Volksmusik eine untrennbare

Einheit. Bei uns hat sich die 1926

gegründete Schweizerische Trachtenvereinigung

der Erhaltung, Pflege und

Tanzleiterinnen und Tanzleiter der Innerschweizer Trachtentanz-Kommission ITTK.


Land&Musig 5-2018 | Volkstanz | 17

Traditionelle Volkstänze mit

der Oberbaselbieter Ländlerkapelle

und Show-Einlagen bereichern

das Wettbewerbsprogramm der

ersten Volkstanz-Gala Solothurn.

Erneuerung des Volkstanzes angenommen.

Etwa 15'000 Mitglieder in rund

650 Gruppen sind in 26 Kantonalvereinigungen

organisiert. Wie in allen anderen

kulturellen Verbänden konnten so viele

Impulse in die Szene gegeben werden

und sicher wären viele Entwicklungen

ohne das Zusammengehen nicht entstanden.

Es gibt aber auch den Nachteil des

Millieus, der die Wirkung nach Aussen in

die ganze Gesellschaft behindert. Regulative,

die zur Verbesserung der Materie

dienen sollen, unterstützen gleichzeitig

die Gefahr der «Musealisierung». Das

kennt man in der Volksmusik, dem Jodelwesen

und eben auch im Volkstanz.

Überall aber haben sich in jüngerer Zeit

die Schranken geöffnet. Mussten sich die

Exponentinnen und Exponenten anfänglich

als Traditionsbrecher beschimpfen

lassen, ist das Spartenübergreifen heute

geradezu zur Mode geworden. Man erhofft

sich dabei eine Erneuerung, welche

der allgegenwärtigen Überalterung

in den Traditionsvereinen Einhalt gebieten

soll.

Solothurn im Vormarsch

Eine äusserst innovative «Zelle» in der

Volkstanzszene hat sich im Kanton Solothurn

entwickelt, welche sich mit der

Gruppe «SOtanzt» im Jahr 2015 erstmals

Die Siebenbürgisch-Sächsische Jugendtanzgruppe Biberach aus Deutschland.

Die sieben Wettbewerb-Teams der Volksmusik-Gala

Die Trachtengruppe Kerzers besteht

seit 1933 und hat schon an verschiedenen

internationalen Folklorefestivals in Deutschland,

Polen, Spanien und Teneriffa teilgenommen.

Die Frauen tragen die Murtenbieter

Sonntagstracht, die sich vor allem durch

das Fichu und die Haube von der Berner

Sonntagstracht unterscheidet. Die Männer

tragen die Hupertracht, die vor allem durch

die weiten Leinen-Kniehosen auffällt.

Die Gruppe SOtanzt setzt sich aus Tänzerinnen

und Tänzern der Tanzschule «Nyffeler's

Danceorama» und Volkstanzpaaren

aus den Reihen der verschiedenen Solothurner

Trachtengruppen zusammen und

besteht seit 2015. Die Gruppe pflegt ein

Repertoire an eigenen Choreografien, welche

zu innovativer Volksmusik Elemente

aus dem Volkstanz und aus den Standardund

Latin-Tänzen verbinden. Alle Mitglieder

tragen Solothurner Trachten. Speziell

für die Volkstanz-Gala zusammengefunden

haben sich acht Tanzpaare aus dem Kanton

Solothurn, die unter dem Namen Solothurner

Volkstanzgruppe auftreten. Unter

dem Motto «Altes erhalten, Neues gestalten»

verbinden sie ihre grosse Freude am

Tanzen.

Seit mehr als 40 Jahren besteht die Trachtentanzgruppe

Tafers, die rassige Tänze

aus allen Ecken der Schweiz zusammen

mit Eigenkreationen darbietet. Die Gruppe

konnte auch schon international auftreten

und teilt die Freude an lebendigen Traditionen

mit Gleichgesinnten im In- und Ausland.

Jestavo nennt sich eine junge Gruppe

Volkstänzer aus der ganzen Deutschschweiz,

die gemeinsam traditionelle, internationale

und moderne Volkstänze tanzen.

Das Jestavo (Jungi Erwachseni tanzed

Volkstanz) wurde im Jahr 2010 durch vier

Frauen gegründet und ist seit 2013 überall

dort anzutreffen, wo sie Volkstanz neu darstellen

können.

Die ITTK, die Innerschweizer Trachtentanz-Kommission,

ist eine Vereinigung der

Kantonalen Tanzleiter aus den Kantonen Uri,

Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Luzern und

Zug. Ihr Ziel ist es, das Trachtenleben in der

Zentralschweiz weiterzubringen.

Eine Gruppe reist auch aus dem benachbarten

Ausland an. Die Siebenbürgisch-Sächsische

Jugendtanzgruppe

Biberach wurde im Jahre 1995 als Kindertanzgruppe

ins Leben gerufen und zählt

aktuell 38 Mitglieder im Alter zwischen 14

und 31 Jahren. Sie tragen die Trachten der

Hermannstädter Gegend aus Siebenbürgen.

Neben dem Volkstanz, den sie vorrangig

ausüben, führen sie auch moderne Tänze

vor. 2006 durfte ein Teil der Tanzgruppenmitglieder

am Folklorefestival in Brasilien

teilnehmen, wo sie mit viel Spaß und Stolz,

3 Wochen lang, die siebenbürgische Tracht

und ihre Tänze präsentierten durften und

dabei sehr viele Erfahrungen gesammelt

haben.


18 | Volkstanz | Land&Musig 5-2018

Die Trachtentanzgruppe Tafers

zeigt gerne rassige Tänze

aus allen Ecken der Schweiz.

der Öffentlichkeit präsentierte. Initiiert

wurde sie vom Tanzlehrer und ehemaligen

Profi-Turniertänzer Beat Roemmel

sowie von Käthi Jutzi, die sich im Verband

und als Tanzleiterin für die Szene

engagiert. Zu innovativen Volksmusiktiteln

entwickelten die beiden neue, ungewöhnliche

Choreografien mit Elementen

aus den Sparten Volkstanz und Standard-

Latin. Präsidentin der Volkstanzkommission

des Trachtenverbands Solothurn

ist Theres Munzinger. An einem Fortbildungskurs

im Jahr 2017 führte sie in

freien Stunden ein lockeres Gespräch

mit Beat Roemmel, aus welchem sich

zunächst eine Fantasie, dann ein Projekt

und schliesslich die erste Volkstanz-Gala

entwickelte. «Der Anlass liegt ganz

genau auf meiner Wellänge», berichtet

Theres Munzinger, «denn die Öffnung

der Volkstanzszene zum breiten Publikum

und das Einbringen von neuem

Pepp in die Volkstanz- und Trachtenwelt

liegen mir am Herzen!» Das Duo Munzinger-Roemmel

entwickelte das Konzept

der Volkstanz-Gala, wobei Theres

Munzinger den Part der Gala einbrachte

und Beat Roemmel den Teamwettbewerb.

Da sie den Anlass nicht alleine

stemmen wollten, nahmen sie die Trachtenvereinigung

Solothurn-Stadt mit ins

Boot, die als Veranstalterin zeichnet.

Professioneller Aufbau

Die erste Auflage der Volkstanz-Gala

findet am 20. Oktober 2018 im Konzertsaal

Solothurn statt und beinhaltet diver se

Programmpunkte. Die insgesamt sieben

Tanzgruppen absolvieren bereits am

Nachmittag in der Vorrunde ihren Pflicht -

tanz. Nachdem um 18 Uhr die Türen für

das Publikum geöffnet werden, wird um

18.30 Uhr ein Gala-Dinner serviert. Um

20 Uhr wird dann die Volkstanz-Gala

mit Kürtanz, Showpogramm und Publikumstanz

eröffnet. Die Jury besteht

aus bekannten Volkstanzexperten und

internationalen Wertungsrichtern des

Welttanz-Verbandes. Neben dem Teamwettbewerb

wird ein hochkarätiges

Showprogramm geboten, in welchem

eine Tango-Argentino-Einlage, eine

weltmeisterliche Boogie-Woogie-Show

sowie Latintänze demonstriert werden.

Für die passende Musik sind einerseits

die Oberbaselbieter Ländlerkapelle mit

Urs Mangold und andererseits das «Duo

Spotlight» besorgt. Das abwechslungsreiche

Programm erstreckt sich dann bis

in die frühen Morgenstunden, wenn um

zwei Uhr der letzte Publikumstanz angesagt

wird. Natürlich muss man sich zum

Anlass anmelden, es stehen Tickets mit

und ohne Gala-Dinner im Angebot.

Die erste Solothurner Volkstanzgala wird

zweifelsohne eine neue Aera in der traditionsreichen

Szenerie der Volkstanz- und

Trachtengruppen der Schweiz einläuten.

Die Annäherung der diversen Tanzarten

ist publikumswirksam. Schön ist dabei,

dass von keiner Seite Berührungsängste

bestehen und so im Laufe der Zeit sicher

diese und jene Elemente auch in anderen

Tanzarten aufgenommen werden. Vielleicht

ergibt sich dadurch ja auch für die

Schweizerische Trachtenvereinigung,

die in den letzten Jahren mit deutlichem

Mitgliederschwund zu kämpfen hat,

eine Perspektive in die Zukunft.

Kontakt und Infos

Trachtenvereinigung

Solothurn Stadt

Theres Munzinger

Jestavo sind junge Volkstänzerinnen und Volkstänzer aus der ganzen Deutschschweiz.

Telefon 079 588 44 77

www.volkstanzgala.ch


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Land&Musig 5-2018 | Rückblick | 21

22. Appenzeller Ländlerfest

Auftakt zu Ehren von Baazlis Franz

Vom 3. bis 5. August ging die 22. Auflage

des Appenzeller Ländlerfestes

über die Bühne. Der Anlass begann

mit einem schönen Konzertabend

zum 75. Geburtstag von Franz Manser

alias «Baazlis Franz». Bereits seit

60 Jahren ist der Akkordeonist mit

seinen Musikkollegen auf der Piste

und bereichert mit seiner Musik und

seinen Kompositionen die Appenzeller

Musikszene.

Text, Fotos – Stefan Schwarz

Traditionsgemäss wurde der Auftakt

des Appenzeller Ländlerfestes durch

einen musikalischen Themenabend

auf dem Postplatz eröffnet. Bereits

eine Stunde vor Konzertbeginn standen

Gäste von nah und fern Schlange,

um sich einen der besten Plätze

in der doppelten und neu beschallten

Festhütte zu sichern. Im Zentrum des

Abends stand der kürzlich 75 Jahre

alt gewordene Franz Manser.

Gespickt mit lustigen Episoden

In zwei Konzertblöcken gaben die von

«Baazlis Franz» eingeladenen Formationen

jeweils zwei Titel zum Besten.

Mit von der Partie waren die Setteretalbuebe,

die Original Streichmusik

Franz Manser alias Baazlis Franz gab Emil Kohler zahlreiche Anekdoten zum Besten.

Edelweiss Herisau, die Alpsteebuebe,

das Jodlerterzett Hersche-Looser, die

Toggenburger Buebe ad hoc sowie

natürlich «Baazlis Franz ond sini Kollege».

Zwischen den musikalischen

Darbietungen entlockte Moderator

Emil Koller dem Jubilar in charmant

witziger Art viele lustige Episoden aus

einem reichen Musikantenleben.

In der Pause zeigten die Interpreten

und Gastgeber ihren Teamgeist einmal

mehr auch neben der Bühne. Ge-

meinsam mit dem charmanten und

aufgestellten Servicepersonal sorgten

die Musikanten sowie zahlreiche

OK-Mitglieder dafür, dass die Gäste

innerhalb kürzester Zeit mit einem

feinen Menü bedient wurden. Solch

sympathische Kleinigkeiten erfreuen

die Gäste am Appenzeller Ländlerfest

ebenso wie die Musik und sind mit

ein Grund, weshalb man sich einfach

wohlfühlt.

Am Samstag und Sonntag ging der

volkstümliche Anlass bei heissem

Sommerwetter weiter und präsentierte

dem zahlreich erschienenen Publikum

in Beizen und auf Festplätzen

52 verschiedene Formationen aus der

Region sowie aus anderen Landesteilen.

Zusätzliche attraktive Programmpunkte,

wie zum Beispiel zwei Feldgottesdienste,

ein Ländlerkonzert zum

Thema «50 Jahre Toggeburgerbuebe»

oder ein Jodelkonzert mit dem Thema

«Appenzellerland trifft das Bernbiet»,

rundeten den hochkarätigen Anlass

ab. Das 23. Appenzeller Ländlerfest

wird vom 2. bis 4. August 2019 stattfinden.

Die 45-jährigen Alpsteebuebe wurden ebenfalls zum Auftaktabend eingeladen.

Weitere Informationen:

www.laendlerfest.ch


22 | Rückblick | Land&Musig 5-2018

Die Stubete am See in der Bildnachlese von Aschi Meier

Neue und traditionelle Volksmusik in Zürich

Die Stubete am See ist bekannt als

Festival für «Neue Schweizer Volksmusik».

Auf Grund der Tonhallen-Renovation

fanden die über 40 Konzerte

Mitte August in der Tonhalle Maag,

im Schiffbau und im Jazzclub Moods

statt. Das Publikum lohnte den Veranstaltern

den grossen Aufwand mit

zahlreichem Erscheinen. Die Zahl

von weit über 2'000 Konzertbesucherinnen

und -besuchern beweist eines:

Volksmusik funktioniert auch in einer

eher unüblichen Umgebung.

Text, Fotos – Stubete am See

Das diesjährige Festival Stubete am

See begann mit einem Paukenschlag.

Das Tonhalle Orchester spielte in begeisternder

Art und Weise zwei Kompositionen

von John Wolf Brennan

und Noldi Alder. Zu gefallen wusste

aber auch das von Andreas Gabriel

komponierte Ländlerorchester. Zahlreiche

weitere Uraufführungen und

CD-Taufen begleiteten die beiden

Festivaltage. Der Samstag bot zudem

ein von Madlaina Janett und Barbara

Gisler konzipiertes Kinderprogramm

mit Musik, Gesang, Tanz und einem

Chlefelikurs an.

Traditionelle Programmpunkte

Zum Tanz spielten an der diesjährigen

Stubete am See auch traditionelle

Volksmusikgruppen wie zum

Beispiel die Engadiner Ländlerfründa

oder die Streichmusik Edelweiss aus

Herisau. Der Programmschwerpunkt

«Alpstein» lockte zusätzliche Stubete-Fans

nach Zürich. Das Kompetenzzentrum

«Roothuus Gonten» präsentierte

zahlreiche Höhepunkte aus

der musikalischen Biosphäre rund um

den Säntis.

Die nächste Stubete am See findet

voraussichtlich am 29./30. August

2020 statt.

Stalldrang

Chlefele, Löffele und Bäsele

Alphorn Experience

Weitere Impressionen:

www.stubeteamsee.ch


Land&Musig 5-2018 | Rückblick | 23

Engadiner Ländlerfründa

Pirmin Huber Ländlerorchester

Rämschfädra

Pflanzplätz

mit Dani Häusler

Brandhölzler Striichmusig und

Jodelclub Säntisgruess

EthnoYoutze

Original Appenzeller

Streichmusik Edelweiss


24 | Jodeln | Land&Musig 5-2018

Jodeln und Singen zwischen Bern und Gantrisch

Längebärger Jodlerchörli

Südlich der Stadt Bern, an der westlichen Flanke des Gürbetals, zieht sich

auf gut 1'000 Metern über Meer ein Höhenzug über eine Länge von ungefähr

elf Kilometern: der Längenberg. Abseits der grossen Touristenströme lebt dort

eine heimatverbundene, bodenständige Bevölkerung. Das ist jener Boden, auf

welchem urchige Jodlerklubs gedeihen, so auch das Längebärger Jodlerchörli.

Text – Hanspeter Eggenberger

Fotos – Bruno Häfliger

Das Längenberger Jodlerchörli

auf der Bütschelegg mit herrlicher

Sicht ins Berner Oberland.


Land&Musig 5-2018 | Jodeln | 25

Der Klub im Jahr 1973

auf einem Ausflug.

Foto: zvg.

Die sanften grünen Hügel vor der Kulisse

der hohen Berner Oberländer Alpen laden

zum Besuch ein. Herrliche Ausblicke

gegen Süden zum Thunersee und die

Berner Alpen, gegen Osten ins Emmental

und gegen Norden bis zum Jura faszinieren

immer wieder neu. Die höchste

Erhebung des Längenbergs ist mit 1'055

Metern über Meer die Bütschelegg. Den

tiefsten Punkt findet man an der Gürbe

etwa 350 Meter tiefer. Geologisch handelt

es sich um einen Moränenzug, eine

vom Aaregletscher gebildete Ablagerung.

Zimmerwald, Niedermuhlern, Rüeggisberg

und Riggisberg sind Ortschaften

auf oder am Längenberg. Mit seinen gepflegten

Bauernhäusern, saftigen Wiesen

und grünen Wäldern repräsentiert der

Längenberg das typische, chäche Bernbiet,

das im Gegensatz zum Emmental

immer einen offenen, weiten Blick in

alle Himmelsrichtungen bereit hält. In

dieser Idylle leben auch die Mitglieder

das Längeberger Jodlerchörlis, die dem

Brauchtum nahe stehen.

Vom Kavallerieverein

zum Jodlerchörli

Die Kavallerie gehörte einst zum Stolz

der Schweizer Armee, die sich in den

Nachkriegsjahren laufend dezimierte.

1972 entschied sich das Parlament trotz

einer mit 432'430 Unterschriften versehenen

Petition für die Abschaffung der

Kavallerie. Die Schweiz war zu diesem

Zeitpunkt das letzte Land in Europa, das

noch berittene Kampfeinheiten unterhielt.

Die Erinnerung an die Kavallerie

wird von den seit dem 19. Jahrhundert

gegründeten Kavallerie-Vereinen bis in

die heutige Zeit wachgehalten. Auch auf

dem Längenberg gab es einen solchen

Kavallerieverein.

Wie in anderen Vereinen wurde bei

geselligen Anlässen auch hier viel und

oft gesungen. Da es im Kavallerieverein

Längenberg auch Männer gab, die jodeln

konnten, war der Schritt zur Gründung

eines Jodlerklubs im Jahre 1972 nicht

mehr gross. Im Restaurant Bütschelegg

wurde der Klub am 4. August von 18 Sangesbegeisterten

gegründet. Aus heutiger

Sicht bemerkenswert ist die Tatsache,

dass acht von ihnen immer noch aktiv im

Chor singen. Der musikalisch vielseitige

Fritz Hänni aus Oberbalm übernahm die

Aufgabe als Singleiter.

Eifrig begannen die Männer zu proben,

wollte man der Bevölkerung den neuen

Chor doch schon bald am Gründungskonzert

vorstellen. Am ersten Mai samstag

1973 war es dann soweit. Der Saal im

Restau rant Bütschelegg füllte sich und

das Konzertprogramm kam sehr gut an.

So entschlossen sich die Jodler dazu, den

Frühjahrestermin für das Jahreskonzert

beizubehalten. Heute ist der Anlass beim

grossen Stammpublikum fix eingetragen.

Mit derartigem Erfolg ausgestattet wollte

der Jodlerklub auch am Verbandsleben

teilhaben. Das Längeberger Jodlerchörli

trat deshalb schon 1974 dem Bernisch

Kantonalen Jodlerverband bei und zeigte

sich 1980 erstmals an einem Jodlerfest.

Der Kontakt zu benachbarten Jodlerklubs

war den Längenbergern immer wichtig

und selbstverständlich machten sie immer

am jährlichen Gürbetaler Jodlertreffen

mit, ein Anlass, den sie auch schon zweimal

selber organisiert haben.

Beständigkeit

Der Geist der Gründergeneration scheint

trotz dem nahenden 50. Geburtstag des

Vereins immer noch vorhanden zu sein.

Das zeigt sich am grossen Zusammenhalt

der Mitglieder. Man geht am Mittwoch

nicht einfach zur Probe, sondern trifft

sich mit Freunden. Michael Thierstein ist

seit einem Jahrzehnt Präsident des Klubs:

«Der Verein hatte das Glück, dass die

Präsidenten immer auch längere Amtszeiten

absolvierten. Das ermöglichte eine

gewisse Kontinuität, um die Kontakte in

der ganzen Schweiz zu erhalten!» In der

Regel finden die Proben im Stammlokal,

im Saal des Restaurants Bütschelegg,

statt. Der gute Geist zeigt sich auch

im Fakt, dass in 45 Jahren lediglich

zwei Dirigenten die musikalischen Ge-


26 | Jodeln | Land&Musig 5-2018

Präsident Michael Thierstein mit dem

abtretenden Dirigent Ueli Wittwer.

schicke leiteten. Nachdem Fritz Hänni

nach schwerer Krankheit im Jahr 2003

verstorben ist, übernahm der Vorjodler

Ueli Wittwer diese Verantwortung. «Aus

eigenem Interesse hatte ich bereits den

Dirigentenkurs des BKJV absolviert und

dabei nicht damit gerechnet, dass ich die

Aufgabe meines Kameraden Fritz Hänni

so schnell übernehmen müsste», erklärt

der bescheidene Jodler. Ueli agierte auch

in der Kapelle Echo vom Trüebbach als

Schwyzerörgeler zusammen mit Fritz

Hänni. Das urchige Jodellied, die Naturjodel

aus dem Berner Oberland hatten

es ihm schon seit der Kindheit angetan.

«Mit meinem Bruder jutzte ich bei jeder

Gelegenheit und auch bei der Arbeit auf

unserem Bauernhof!» Kein Wunder also,

dass auch das Längeberger Jodlerchörli

eine stattliche Anzahl «Jütz» ständig

im Repertoire hat, wofür der heute

23-köpfige Chor auch gerne als Gastklub

bei anderen Klubs eingeladen wird.

Die Mitglieder sind eng mit dem Bauernstand

verbunden. Viele haben eigene

Landwirtschaftsbetriebe, andere arbeiten

als Handwerker. Sie wohnen verstreut

über den ganzen Längenberg vom Gürbetal

bis ins Schwarzenburgerland und von

Oberbalm bis Burgistein. Ueli übernahm

dann etwas später auch noch die Leitung

der Schwendibode-Jodler, eine Jodlergruppe

aus der Region Wimmis. Nach 15

Jahren im Amt hat er die Verantwortung

als Dirigent bei den Längenbergern nun

in neue Hände gegeben. Im Juni dieses

Jahres trat die bekannte Jodlerin, Komponistin

und Dirigentin Miriam Schaf -

roth an seine Stelle. Uelis letzte Aufgabe

war jedoch noch die Produktion eines

zweiten Tonträgers mit dem Längeberger

Jodlerchörli.

Foto: zvg.

Im Fründeskreis

Schon zum 25-Jahr-Jubiläum wurde ein

Tonträger besungen und die Produktion

«So wird g’jutzet uf em Längebärg» hatte

Erfolg. Wie damals war das Rezept für

die aktuelle Scheibe von Anfang an klar:

ein lebendiger Querschnitt durch das

heutige Repertoire, wozu neben urchigen

Jodelliedern natürlich auch traditionelle

Naturjodel gehören. «Für mich war damals

der Jodlerklub Oberhofen mit Adolf

Stähli ein Vorbild, dessen Ausdruck und

spürbare Liebe zum natürlichen Jodeln

mir schon als junger Jodler Eindruck

gemacht hatten», sagt Ueli Wittwer. Daneben

aber sei er auch vom Toggenburger

Jodelgesang begeistert. Er versucht,

diese Haltung auch «seinen» Jodlern

beizubringen und hofft, dass das auf der

neuen CD dann vom Publikum auch so

verstanden wird. Die Scheibe wird am 8.

Dezember dieses Jahres in der Turnhalle

Rüeggisberg unter dem Namen «Im

Fründeskreis» dem Publikum vorgestellt.

Mit dabei ist dann natürlich auch das

im ganzen Land bekannte Schwyzerörgeli-Quartett

Längenberg, das auf dem

Tonträger mit vier eigenen Titeln für

musikalische Abwechslung sorgt.

Kontakt

Michael Thierstein

Brügglenstrasse 36

3088 Rüeggisberg

Das Schwyzerörgeli-Quartett Längenberg ist auf dem neuen Tonträger mit von der Partie.

Telefon 079 376 78 18


Titelbild

Folklorenachwuchs-Wettbewerb 2014 in Niedergösgen SO:

die Siegerformationen bei einem gemeinsamen Zäuerli

(Bericht in dieser Ausgabe).

Foto: Annalies Studer

108. Jahrgang

18. November 2014

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28 | Haus der Volksmusik | Land&Musig 5-2018

Jetzt aufgearbeitet

Nachlass von Albert Hagen

Eine der Hauptaufgaben des Hauses der Volksmusik in Altdorf ist die

Dokumentation und Archivierung von musikalischem Material, welches

für die Schweizer Volksmusik relevant ist. Der Nachlass von Albert Hagen

lässt die Verantwort lichen einmal mehr staunen, denn der Inhalt ist so

interessant und vielfältig wie der Mensch selbst es war.

Text, Fotos – Haus der Volksmusik

Geboren 1902 in Zürich-Altstetten wuchs

Albert Hagen als eines von sieben Kindern

in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein

Vater war Musiker und Klavierstimmer

und Albert erbte sein Talent von ihm.

Schon als Sechsjähriger spielte er auf

dem Akkordeon und kaum zehnjährig

vertrat er aus wirtschaftlicher Not öfter

seinen Vater als Musikant. Auf eine

Berufslehre musste er verzichten, von

seinem Vater aber erlernte er das Klavierstimmen.

Seine technische Begabung, in Kombination

mit einem äusserst guten Musikgehör,

ermöglichten es ihm, den seltenen

Beruf als Installateur von elektronischen

Glockenspielen auszuüben. Mit dem

Elektrifizieren von Glockengeläuten befasste

er sich schon als Sechzehnjähriger.

Dass er sich darin als besonders erfinderisch

erwies, beweist sein patentiertes

System der Gegenstrombremse, die

das Schwingen der Glocke unterbricht.

Dieses System erzeugt den uns heute

bekannten «Bim-Bam»-Klang. Sein Ohr

für Klangreinheit war gefragt beim Begutachten

neuer Geläute in Glockengiessereien.

Als Musiker wirkte Albert Hagen

anfänglich in Liebhaberorchestern mit, so

war er im Jahr 1928 Mitbegründer des

Orchestervereins Dübendorf. Doch die


Land&Musig 5-2018 | Haus der Volksmusik | 29

Ländlermusik entsprach seinen persönlichen

Neigungen weit mehr als leichte

klassische Musik. 1930 kam es zur wegweisenden

Begegnung des Pianoakkordeonspielers

mit dem ihm ebenbürtigen

Akkordeonisten Walter Wild. Während

der nächsten fünf Jahre reiste das rasch

bekanntgewordene Duo jeweils im Juni

zu Schallplattenaufnahmen nach Berlin.

Verbindungen mit den Ribarys

Von 1936 bis 1942 spielte Albert Hagen

mit dem bereits bekannten Jost Ribary

senior in dessen Kapelle im Zürcher Nie-

Wissen Sie mehr?

Der Nachlass im Haus der Volksmusik

zeigt deutlich auf, dass Albert Hagen

immer und überall Musik im Kopf hatte:

auf jedem Fresszettel, jeder Postkarte

und sogar auf Kino-Billette wurden

schnell ein paar Takte notiert. Sein

Nachlass umfasst viele handschriftliche

Skizzen von Kompositionen aber auch

Konstruktionszeichnungen aus seiner

Arbeit als Glockenmonteur. Die «Sammlung

Hagen» wurde 2011 dem Haus der

Volksmusik in Altdorf geschenkt, 2018

aufgearbeitet, teilweise digitalisiert und

derdorf-Lokal Konkordia mit, was den

Zenit seiner Laufbahn bedeutete. Ribary

und Hagen wurden dabei musikalisch

unterstützt durch Gusti Böhni (Klavier),

Otto Würsch (Kontrabass und Posaune)

sowie zeitweise durch das Gesangsduo

Sepp Israng - Jakob Kessler. Mit rund

200 Schallplattenaufnahmen wies sich

diese Ländlerkapelle als eine der erfolgreichsten

jener Jahre aus. Einen weiteren

prägenden Abschnitt bildete schliesslich

die musikalische Partnerschaft mit Hans

Ribary, einem Cousin von Jost Ribary

senior, die fünfzehn Jahre dauerte.

zur definitiven Archivierung dem Staatsarchiv

Uri übergeben. Handschriftliches

Notenmaterial, darunter auch viele bisher

nicht identifizierte Kompositionen

ohne Titel, steht auf der digitalen Plattform

www.volksmusik.ch zur freien

Verfügung.

Wissen Sie mehr zu Albert Hagens Kompositionen?

Zögern Sie nicht und kontaktieren

Sie das Haus der Volksmusik

entweder über den «Wissen Sie mehr?»-

Knopf in den Datenbankeinträgen oder

per Mail an info@hausdervolksmusik.ch.

Den etwa 600 Schallplatteneinspielungen,

bei denen Albert Hagen jemals mitgewirkt

hat, stehen zahlreiche Eigenkompositionen

gegenüber. Bekannt sind rund

200 Stücke, jedoch ist andernorts von 350

die Rede. Die berühmtesten Melodien

sind sicherlich die Hits «Rosmarie»,

«Bambina» und «Sonnenstrahlen». Sein

Standardwerk, bestehend aus mehrheitlich

gemächlichen Kompositionen und

nur wenigen Schottischen oder Ländlern,

ist allgemein bekannt. Ganz dem damaligen

Landi-Geist entsprechend widmete

sich ein Teil seiner musikalischen Werke

dem kontemporären Schweizer Schlager.

Es gibt in seinen Kompositionen jedoch

auch sehr komplexe harmonische Wendungen

und technisch anspruchsvolle

Mehrstimmigkeit. Einige Konzertmärsche

mit teilweise gegenläufigen obligaten

Melodien und liegengelassenen

Tönen – ähnlich eines Orgelpunktes, –

lassen sich auf sein Können als Organist

zurückführen.

1962 verunfallte Albert Hagen tödlich bei

der Montage einer Glocke im Kirchturm

in Heimenschwand ob Thun.

CD jetzt im Land&Musig-Shop

Historische Originalaufnahmen: CHF 27.50


30 | Im Bild | Land&Musig 5-2018

Aus der Sicht eines Fotografen

Herbstliche Impressionen

Ausgerüstet mit Wanderschuhen, Rucksack und Fotoapparat

geniesst die Jodlerin Melanie Oesch ihre freien Tage mit

Vorliebe in ihrer Heimat. Für Land&Musig hat sie ihre

schönsten herbstlichen Impressionen zusammengestellt.

Fotos – Melanie Oesch


Land&Musig 5-2018 | Im Bild | 31

Kurzinfo Melanie Oesch

Bereits mit zarten fünf Jahren stand die Jodlerin Melanie Oesch (30)

zum ersten Mal auf der Bühne und begeisterte das Publikum mit ihrem

Zungenschlag. Die weltoffene und gleichzeitig heimatverbundene

Berner Oberländerin schätzt sich glücklich, dass sie ihr Hobby zum

Beruf machen konnte und als kommunikativer Mensch auch neben der

Bühne zum Erfolg von Oesch's die Dritten beitragen kann. Ihre grosse

Kreativität beweist Melanie Oesch auch als Kinderbuchautorin.

Infos: www.oeschs-die-dritten.ch


32 | Seitenblick | Land&Musig 5-2018

Das Wort hat …

Beat Reichenbach

Herausgeber SCHLUSSGANG und TYPISCH

TYPISCH ist offen für allerlei Synergien innerhalb der Volksmusik- und Brauchtumsszene!

Die Medienlandschaft hat sich in den

vergangenen Jahren massiv verändert.

Das spüren nicht nur wir Verleger, sondern

insbesondere auch Verbände und

Institutionen, welche mit ihren eigenen

Pub likationen den heutigen Nerv

der Leserschaft nicht mehr immer zu

treffen vermögen. Neue Wege und der

Mut zu Synergien können Abhilfe verschaffen.

Als 2004 die Schwingerzeitung SCHLUSS-

GANG erstmals auf den Markt kam, handelte

es sich um ein reines Printprodukt. Trotz

Erfolg und steigenden Leserzahlen mussten

wir feststellen, dass eine gute Zeitung alleine

noch kein Garant für längerfristigen Erfolg

ist. Als langjährige Medienprofis stellten

wir uns der Herausforderung, investierten

zusätzliches Geld und ergänzten unser Produkt

Schritt um Schritt mit verschiedenen

digitalen Kanälen. Dank diesem cross-medialen

Zusammenspiel stehen einer beglaubigten

Auflage von 10‘938 Exemplaren und

einer Leserschaft von 36'700 Personen heute

eine gut frequentierte Homepage, eine App

mit fast 100'000 Downloads sowie ein Facebook-Auftritt

mit über 33'000 Likers gegenüber.

Diese ständige Präsenz an allen Fronten ist auf

Dauer nur dank professioneller Verlagsstruktur

möglich und kann in dieser Intensität und

Qualität nebenamtlich kaum ermöglicht werden.

Verbände und Institutionen, die oben

auf ihrer Prioritätenliste ganz andere Themen

stehen haben, sind mehr und mehr mit

dieser Problematik konfrontiert und diskutieren

deshalb mögliche Alternativszenarien.

Während ein paar unbeugsame Köpfe die

professionellen Angebote als unfaire Konkurrenz

oder gar als «Totengräber» der eigenen

Verbandspublikationen abstempeln, wittern

visionäre Entscheidungsträger prüfenswerte

Alternativmöglichkeiten, um dem veränderten

medialen Konsumbedürfnis zu begegnen.

Unsere Türen stehen offen

In Zusammenarbeit mit Stefan Schwarz und

Hanspeter Eggenberger von «Land&Musig»

schafft unser Verlag in Form von «TY PISCH.

Das Magazin für Tradition» deshalb ein

neues Produkt, welches von Anfang an Hand

bietet für die Nutzung sinnvoller Synergien.

Verbände und Institutionen der Szene erhalten

die Möglichkeit, ihre Informationen in

Kurzform, auf eigenen Seiten oder allenfalls

sogar als eigene Beilage bei uns zu veröffentlichen

und ihre Anliegen damit weit über die

eigenen Grenzen hinaus einem brauchtumsaffinen

Publikum zugänglich zu machen.

Möglich ist fast alles und unsere Türen stehen

offen für Kooperationen jeglicher Art.

Gerne machen wir als Verleger einmal mehr

den ersten mutigen Schritt im Dienst der Sache

und freuen uns, wenn wir den künftigen

Weg Schulter an Schulter mit vielen Gleichgesinnten

gehen können, welchen typisch

schweizerische Aktivitäten wie uns am Herzen

liegen.

Eidgenössisches Tambouren- und Pfeiferfest Bulle

Wettbewerb und Unterhaltung im Greyerzerland

Rund 50'000 Zuschauerinnen und Zuschauer

waren vom 28. Juni bis am 1.

Juli beim 27. Eidgenössischen Tambouren-

und Pfeiferfest in Bulle dabei.

Neben den hochstehenden Wettbewerbsdarbietungen

wurde beste

Unterhaltung geboten und die Stimmung

während der vier Tage war

erstklassig.

Text – Stefan Schwarz

Das vom Schweizerischen Tambouren-

und Pfeiferverband alle vier Jahre

durchgeführte Eidgenössische Tambouren-

und Pfeiferfest war heuer zu

Gast im Greyerzerland. 800 Solisten

und mehr als 100 Formationen mit

insgesamt 2'800 Mitwirkenden stellten

sich am Samstag der Jury. Neben

den Siegern in verschiedenen

Kategorien durfte sich Stefan Freiermuth

aus dem aargauischen Ryburg

als Tambourenkönig feiern lassen und

bei den Pfeifern konnte sich die Baslerin

Romana Cahenzli gegen die starke

Konkurrenz durchsetzen.

Morgestreich und Tattoo

Am Sonntagmorgen ab 4 Uhr ging es

in der historischen Altstadt von Bulle

mit dem Morgenstreich weiter und

am Nachmittag folgte bei strahlendem

Sonnenschein ein grossartiger Umzug

mit vielen Gruppen und weiteren attraktiven

Bildern durch das schmucke

Städtchen Bulle. Auch das eigens für

dieses Fest konzipierte «Gruyère Tattoo»

stiess auf grosses Interesse und

rund 8'000 Personen besuchten eine

der fünf Aufführungen.

Weitere Bilder und Rangliste:

www.bulle2018.ch


Land&Musig 5-2018 | Handwerk | 33

Noemi Kohler lebt ihre Passionen

Der alten Tradition folgend

Dank handwerklichem Geschick und einer grossen Leidenschaft fürs «Rössele»

darf Noemi Kohler als Pferdesattlerin ihren traditionsreichen Traumberuf ausüben.

Daneben fühlt sich die 19-jährige Emmentalerin dem einheimischen Brauchtum

verpflichtet und offenbart ihre besondere Affinität für überlieferte Werte mit

Tracht und Schwyzerörgeli gerne auch in diesem Bereich.

Text, Fotos – Stefan Schwarz

Im Berufsalltag sowie in der Freizeit engagiert sich Noemi Kohler aus dem bernischen Wynigen mit grosser persönlicher Hingabe.


34 | Handwerk | Land&Musig 5-2018

Schon seit Kindsbeinen

beschäftigt sich Noemi

Kohler in viel fältiger Art

und Weise mit Pferden.

Fotos: zvg.

Der Beruf eines Pferdesattlers hat sich

im Laufe der Jahrzehnte nur minimal

verändert. So sind zum Beispiel in der

renommierten Sattlerei Althaus im bernischen

Bärau bis heute uralte Maschinen

im Einsatz, welche die Ausübung

des vielschichtigen Handwerkberufes

seit über 100 Jahren erleichtern. Einzig

die Handkurbeln müssen dank der Elektrifizierung

längst nicht mehr selber betätigt

werden. Zum kleinen Team des

90-jährigen Familienbetriebes gehört

seit gut drei Jahren Noemi Kohler aus

Wynigen, die nach ihrer Lehrzeit seit

Juni 2018 stolz den Abschluss mit dem

offiziellen Titel «Fachfrau Leder und

Textil EFZ mit Fachrichtung Reit- und

Fahrsport» in der Tasche hat.

Mit freudigem Glanz in den Augen erzählt

die 19-jährige Emmentalerin, dass

Die massgeschneiderte Anfertigung eines Sattels ist die Königsdisziplin des Pferdesattlers.

Foto: zvg.

Tiere und insbesondere die Pferde seit

frühester Jugend ihr ein und alles sind.

Bereits im frühen Schulalter bekam die

ältere Tochter der vierköpfigen Familie

Kohler die Möglichkeit, ihre Liebe

zum «Rössele» entsprechend auszuleben.

Das zierliche Mädchen kümmerte

sich um Ponys, half voller Tatendrang in

mehreren Betrieben bei sämtlichen Arbeiten

rund ums Pferd mit und durfte im

Alter von 10 Jahren erste Reitstunden

absolvieren. In diesem Umfeld blühte

die eher zurückhaltende Noemi jeweils

so richtig auf. Schon in der fünften Klasse

befasste sich die Schülerin für einen

Vortrag zum Thema Traumberuf erstmals

eingehend mit dem Berufsbild

des Pferdesattlers und holte sich in der

Sattlerei Friedli im Dorf entsprechende

Informationen. Als es drei Jahre später

dann tatsächlich um die Berufswahl

ging, bestärkten mehrere interessante

Schnupperlehren im Umfeld von Pferden

die Achtklässlerin darin, dass der

Beruf als Pferdesattlerin ihre verschiedenen

Leidenschaften am besten unter

einen Hut bringen würde. Von den zwei

möglichen Lehrbetrieben entschied sich

Noemi trotz 75-minütigem Arbeitsweg

mit Überzeugung für die Sattlerei Althaus

in Bärau, weil dort die verschiedenen

Arbeiten rund um den Reit- und

Fahrsport einen wesentlich höheren

Stellenwert genies sen als andernorts.

Facettenreiches Berufsbild

Der Jahrgang 1999 war für den Sattlerberuf

in der Schweiz ein ganz besonders

starker Jahrgang, denn 2015 begannen

insgesamt 35 Lehrlinge in drei unterschiedlichen

Bereichen ihre dreijährige

Ausbildung. Noemi Kohler und elf weitere

junge Frauen und Männer entschieden

sich für die Fachrichtung Reit- und

Fahrsport. Hier werden mit Hilfe von

Maschinen und anderen Hilfsmitteln in

erster Linie Materialien wie Leder und

Textilien bearbeitet. Bei der individuellen

Herstellung von Produkten wie

Zaumzeug, Halfter, Pferdegeschirr, Sätteln

und anderem mehr, kommen immer

wieder auch Holz und Metall zum Einsatz,

was von den Berufsleuten vielfältiges

handwerkliches Geschick erfordert.

Die Anfertigung eines individuell auf

den Körper eines Pferdes massgeschneiderten

Sattels gilt als Königsdisziplin

der Pferdesattler. Wie bei anderen praktischen

Berufsausbildungen erarbeiten

sich auch die Pferde sattler ihr fachliches

Können vorwiegend im Lehrbetrieb.

Die Berufsschule in Zofingen ergänzt

die Ausbildung mit allerlei allgemeinen

Theoriefächern.

Noemi Kohler berichtet, dass es in ihrem

Berufsfeld kein Einzelfall ist, dass

ein Lehrling nach dem Lehrabschluss im

gleichen Betrieb weiterarbeitet: «Jede


Land&Musig 5-2018 | Handwerk | 35


36 | Handwerk | Land&Musig 5-2018

Auch mit der Tracht dokumentiert

die junge Emmentalerin gerne ihre

grosse Heimatverbundenheit.

Sattlerei hat ihre Handschrift und bevorzugt

Mitarbeitende, welche mit den

individuellen Stärken und Ausrichtungen

des Arbeitgebers vertraut sind.» So

nimmt die motivierte und aufgestellte

Pferdesattlerin die Reise von Wynigen

nach Bärau und zurück weiterhin täglich

in Kauf, um ihren beruflichen Traum in

einem Team von Gleichgesinnten ausleben

zu dürfen.

Bunte Freizeitgestaltung

Die Arbeit mit Pferden, welche für den

beruflichen Erfolg unabdingbar ist, bezeichnet

Noemi Kohler weiterhin als

ihre wichtigste Freizeitaktivität. Nach

dem Reitbrevet in der Oberschule kam

deshalb unlängst das Fahrbrevet mit Wagen

und Kutsche dazu und bei Dressurstunden

vertieft die junge Frau derzeit

ihr feines Gespür im Umgang mit Pferden

zusätzlich. Da sie kein eigenes Pferd

Fotos: zvg.

besitzt, arbeitet und reitet die Pferdenärrin

immer wieder mit unterschiedlichen

Tieren, was eine ganz besondere Herausforderung

darstellt. Nicht nur beim

«Rössele» lebt Noemi Kohler ihre Tierliebe

aus. Sie mag auch die Spaziergänge

mit ihrem Dackel und befasst sich

zudem mit der Imkerei.

Ausserhalb der Tierwelt übt bereits seit

dem Vorschulalter das Schwyzerörgeli

eine besondere Faszination auf die bodenständige

Emmentalerin aus. In den

letzten fünf Jahren konnte sie im Unterricht

bei Heinz Kropf endlich das erste

Rüstzeug für dieses musikalische Hobby

holen, und die vom VSV Kanton Bern

organisierten Jungmusikanten-Stubeten

ermöglichten ihr zusätzlichen Einblick

in die Szene. Entstanden sind dabei viele

neue Freundschaften unter Gleichgesinnten,

so dass in privatem Rahmen oder

bei Stubeten immer wieder gerne ungezwungen

musiziert wird. Ganz besonders

mag Noemi Kohler den Bernerstil

in der Art des Schwyzerörgeli-Quartetts

Längenberg, aber auch ältere traditionelle

Örgeliklänge von unvergessenen Altmeistern

wie Res Gwerder oder Josias

Jenny wissen sie zu begeistern. Bei den

virtuoseren Tänzli reicht die Fingerfertigkeit

zwar noch nicht immer aus, doch

die Musikantin sitzt ganz gerne auch im

Publikum und geniesst die Klänge von

der passiven Seite her.

Die grosse Verbundenheit zu traditionellen

Werten manifestiert sich bei Noemi

Kohler seit Jahren auch durch das Tragen

der Tracht. Sie tritt damit nicht nur

musikalisch, sondern ab und zu auch mal

als Ehrendame in Erscheinung. Als ganz

besonderes Schmuckstück hütet sie die

festlich schwarze Tschöplitracht ihrer

Urgrossmutter, die ihr wie angegossen

passt. Der Teenager trug dieses geerbte

Gewand voller Stolz auch bei ihrer Konfirmation

und fiel unter den Jugendlichen

entsprechend auf. Solche Situationen

machen Noemi Kohler aber überhaupt

nicht zu schaffen. Im Gegenteil! Sie ist

stolz und dankbar dafür, dass sie ihre

persönlichen Leidenschaften beruflich

und privat vielfältig ausleben darf.

Kontakt

Noemi Kohler

Bifang 5

3472 Wynigen

Noemi Kohler zusammen mit Gleichgesinnten an einer Stubete im traditionsreichen

Ländlermusiklokal Rössli an der Weissbadstrasse in Appenzell.

Telefon 078 973 46 80

www.althaussattlerei.ch


Im Internet unter:

www.musigposcht.ch

Land&Musig 5-2018 | 37

CD 103 28480 CHF 27.00 CD 108 8041 CHF 27.00

DCD 114 LUM8130 CHF 29.00 CD 108 9027 CHF 27.00

CD 114 30131 CHF 27.00 CD 108 9026 CHF 27.00

CD 108 7998 CHF 27.00 CD 103 7635864 CHF 25.00

Ruedi Kissling

Aeschweg 24 • 4617 Gunzgen

Telefon 062 216 40 14 • info@musigposcht.ch

www.musigposcht.ch


38 | Ländlermusik | Land&Musig 5-2018

Fritz Dünner lebt auf Mallorca

Ländler auf den Balearen

Dass man zum Spielen und Komponieren von Ländlermusik nicht

permanent den Alpenkranz vor Augen haben muss, hat der Musiker,

Komponist, Klavierstimmer und Familienvater Fritz Dünner seit

seinem Umzug nach Mallorca eindrücklich bewiesen. Zusammen

mit seiner Frau Hildegard bewohnt er eine Finca, in welcher

auch Feriengäste empfangen werden.

Text – Hanspeter Eggenberger

Bilder – zvg. Fritz Dünner

Beim Stichwort Mallorca denken wir

sofort an Sonne, Strand und Ferien, die

jüngeren Generationen wahrscheinlich

auch an Ballermann. Wer aber Mallorca

nur auf «Ballermann 6» reduziert,

tut der Insel unrecht. Mallorca hat eine

Küstenlänge von etwa 550 Kilometern,

der Ballermann selber ist jedoch nur

eine Strandbar von 40 Metern Länge!

«Ballermann 6» heisst eigentlich «Balneario

6» und war einst eine ganz normale

Strandbar an der Playa de Palma.

Auch auf Mallorca arbeitet Fritz Dünner als Klavierstimmer.

Der Name sowie weitere Partylokale

wie Bierkönig, Oberbayern oder Schinkenstrasse

zeigen aber deutlich, dass

hier die Urlauber aus Deutschland das

Zepter in der Hand haben. Daneben aber

– und das mit viel weniger Lärm – hat

die Insel viel spanisches Flair. Die Balearischen

Inseln sind eine Inselgruppe

im westlichen Mittelmeer und eine autonome

Gemeinschaft von Spanien. Dazu

gehören die fünf bewohnten Inseln Mallorca,

Menorca, Ibiza, Formentera und

Cabrera sowie 146 unbewohnte Kleininseln.

In der Antike lebten dort gewiefte

Steinschleuderer, die als Söldner auf

den Kriegsschauplätzen gefürchtet waren.

Weil werfen altgriechisch «bállein»

heisst, entstand der Name Balearen.

Mancher «Wurf» im grossen Repertoire

der Ländlermusik stammt vom Musiker

und Komponisten Fritz Dünner, womit

es also gerechtfertigt ist, dass er seit

2010 auf den Balearen lebt.

Thurgau und Zürich

Am 12. Oktober 1957 hat Fritz als einziges

Kind der Familie Dünner in Romanshorn

(TG) das Licht der Welt

erbli ckt und ist dann hauptsächlich in

Zürich aufgewachsen. Musik war von

Anfang an ein Lebensbegleiter, war

doch auch Vater Fritz senior ein begeisterter

Klarinettler. «Fritzlis» erste

Musiksta tion war die Stadtjugendmusik

Zürich, wo er klassischen Klarinetten-Unterricht

erhielt. Schon als

13-Jähriger durfte er mit seinem Vater

und der Kapelle Seebube Uttwil (TG)

öffentlich auftreten. Dass er musikalisch

überdurchschnittlich talentiert war,

zeigt nicht nur sein schnelles Vorankommen,

sondern auch die Tatsache, dass er

bereits im Alter von 14 Jahren von der


Land&Musig 5-2018 | Ländlermusik | 39


40 | Ländlermusik | Land&Musig 5-2018

Auf der Baleareninsel

Mallorca hat Fritz Dünner

seine Oase gefunden.

Schallplattenfirma Phonag zusammen

mit Walter Grob, Föns Lustenberger und

Sepp Bürkli zu ersten Tonaufnahmen

für das Projekt «Junge Talente stellen

sich vor» eingeladen wurde. Einer der

dort aufgenommenen Titel war «Vaters

Geburtstag», eine der ersten Eigenkompositionen

von Fritz Dünner. Bis jetzt –

knapp 50 Jahre später – sind gegen 700

weitere Titel entstanden. «Viele davon

sind noch nicht veröffentlicht und ich

habe sie nicht gezählt», erklärt der fleissige

Komponist.

Beachtliche Musikkarriere

Es verwundert nicht, dass den ersten

Ton aufnahmen schon bald die Gründung

seiner Kapelle folgte. 1972 entstand mit

dem Akkordeonisten Franz Nauer, der

Pianistin Nelly Leuzinger und dem Bassisten

Sepp Bürkli die legendäre Kapelle

Dünner-Nauer. Weitere klingende Namen

in der Volksmusikszene traten im

Laufe der Jahre als Begleiter von Fritz

und Franz auf, so etwa die Klavierbegleiter

Albert Stöckli, Edwin Burri und

Reto Kamer oder Ueli Mooser am Bass.

Oft dabei war später auch der Schwyzerörgeler

und Klarinettler Markus Flückiger.

Zwischen 1972 und 1993 legte die

Kapelle Dünner-Nauer eine sehr beachtliche

Karriere auf die Bühne.

Neben unzähligen Auftritten im In- und

Ausland waren die beliebten Musiker oft

Gäste in Radio und Fernsehen. In den

21 Jahren wurden 20 Schallplatten und

CDs produziert. Mit vielen anderen Formationen

und Künstlern trat Fritz gerne

als Gastspieler auf, so beispielsweise

mit Carlo Brunner, Heirassa, Gebrüder

Reichmuth, Martin Suter, Tony Huser,

Stanti Schönbächler, Albert Buser, Willi

Valotti, Alder Buebe, Peter Zinsli, Engadiner

Ländlerfründa, Ländlerkönige,

René Wicky, Thury Prisi, Rüebliländer

Musikanten, Schweizer Radioblasorchester,

Vreni und Rudi oder Monika

Kälin.

Mit eigenem Gusto

Einen klingenden Namen schaffte sich

Fritz auch als Komponist. Seine Ländlermusiktitel

haben einen eigenen

Klang, eben den «Dünner-Sound», der

die Musikantinnen und Musikanten zum

Nachspielen animiert. Die erfolgreichste

Komposition ist sicherlich der Ländler

«Stimmig i dr Obstmüli», mit welcher er

1991 den Kompositionswettbewerb zum

Eidgenössischen Ländlermusikfest gewann.

Am gleichen Tag winkte ihm das

Glück gleich nochmals, als er am Abend

mit dem Gesangsduo Vreni und Rudi

Interview mit Fritz Dünner

Du bist nach wie vor mit der Volksmusikszene

der Schweiz verbunden.

Wie beurteilst du diese heute und was

hat sich verändert?

Ganz erfreulich finde ich, dass ein grosser

Teil der jungen Musiker heute sehr gut

ausgebildet ist und viele auch offen sind

gegenüber anderen Stilrichtungen. Was

ich etwas bedaure ist, dass es nur ganz

selten noch Formationen gibt, die richtig

eigenständig sind und ihren Wiedererkennungswert

haben.

Wie sieht dein üblicher Tagesablauf

auf Mallorca aus?

Der ist unterschiedlich. Wenn ich mit Klavierstimmen

unterwegs bin, bin ich in der

Regel ab zehn Uhr beim ersten Kunden,

vorher schaue ich noch ob rund ums Haus

und Pool alles in Ordnung ist. Wenn ich

dann wieder zuhause bin, freue ich mich

auf das Feierabendbier und den Sprung in

den Pool. Je nach Lust und Laune spiele

ich vielleicht noch ein paar Töne auf der

Handorgel.

Womit kann man dir Freude machen?

Wenn ich mit Freunden in gemütlicher

Runde zusammensitzen kann. Und was

mich zur Zeit sehr freut: Das Grosskind

Leon hat angefangen Klarinette zu spielen!

Was ärgert dich?

Intoleranz, Neid und Missgunst.

Was machst du am liebsten?

Eigentlich mag ich all die verschiedenen

Sachen, die ich jetzt mache: Klaviere

stimmen und reparieren, komponieren,

Gartenarbeit und natürlich das Leben

geniessen.

Bist du mit deinem jetzigen

Leben zufrieden?

Ja, das bin ich sehr! Ich bin in der glücklichen

Lage, einen Beruf zu haben, der mir

sehr gefällt, an einem wunderbaren Ort zu

leben und genug Zeit zu haben, für das

was ich sonst noch alles gerne mache.

Wirst du voraussichtlich wieder

einmal in der Schweiz leben?

Ich glaube nicht, da wir hier auf Mallorca

sehr glücklich sind.


Land&Musig 5-2018 | 41

Fritz Dünner zusammen mit seiner

Ehefrau Hildegard und Musikfreunden,

die ihn gerne in seiner Finca auf

Mallorca zu besuchen.

und dem den Titel «Euse Bernhardiner»

die Schweizer Ausscheidung des Grand

Prix der Volksmusik gewann. Seinen eigenen

Stil konnte er auch deshalb finden,

weil er zwar früh mit Ländlermusik in

Kontakt kam, ihm aber der nahe persönliche

Kontakt zum urchigen Brauchtum

fehlte. So von traditionellen Floskeln

befreit, konnte er seinen musikalischen

Einfällen ungehindert freien Lauf lassen.

Der Erfolg einer Komposition ist aber

sehr wesentlich von der Interpretation

abhängig. Da er wie bereits beschrieben

von Anfang an mit hervorragenden Musikern

zusammenarbeiten konnte, war

auch diese Voraussetzung gegeben. Die

Ländlermusik war aber nicht sein einziger

musikalischer Tummelplatz. Auch in

der Unterhaltungsmusik wirkte er regelmässig

und für das Schweizer Fernsehen

schuf er Hintergrundmusik für Filmbeiträge

– eine Tätigkeit, der er auch heute

noch gerne nachgeht.

Musikalischer Beruf

Die frühen Erfolge in der Musikwelt haben

den jungen Fritz auch in der Berufswahl

geholfen. Bei Musik Hug in Zürich

liess er sich zum Klavierbauer ausbilden.

Um sich später ganz um sein eigenes Geschäft,

dem Pianohaus Fritz Dünner in

Rothenthurm, kümmern zu können, gab

er bereits 1993 seinen Rücktritt von der

Bühne bekannt. Weiterhin jedoch komponierte

er für andere Formationen wie

Hujässler, Rampass, Engadiner Ländlerfründa,

Akkordeonduo Martin Suter senior

und junior oder René Jakober. Über

10 Jahre moderierte er den sehr beliebten

«Ländlerzmorge» auf Radio Central

und Eviva, in welchem er das aktuelle

Geschehen in der Ländlermusikszene

beleuchtete. Auf Mallorca konnte

Fritz Dünner beruflich wieder Fuss fassen:

«Ich hatte schnell Kontakt mit verschiedenen

Musikern, Musiklehrern,

Tonstudios und auch den einheimischen

Musikhäusern. So konnte ich hier wieder

eine Kundschaft aufbauen.» Heute ist er

als Klavierstimmer oft für Konzertveranstaler,

auf Kreuzfahrtschiffen, Jachten,

in Tonstudios, Hotels und natürlich

auch bei vielen privaten Kunden unterwegs.

Auch auf dem Tonträgermarkt mischte

er weiterhin an vorderster Front mit.

Mit Willi Valotti nahm er die CD zum

Geburtstag von Sepp Feierabend auf,

eine weitere erschien mit dem Akkordeonisten

René Rogenmoser und andere

mit verschiedenen Interpreten für Seebi

Reichmuth in der Biberegg. Zu seinem

50. Geburtstag erschien die vom

Publikum stark beachtete Scheibe «Klarinettissimo»

und auch nach seinem definitiven

Umzug nach Mallorca kamen

weitere CDs auf den Markt, die er jeweils

mit einigen Gastauftritten in der Schweiz

vorstellte. So 2012 die Playback-Produktion

«Sunnegriifts», 2013 «Ussländer»

mit René Rogenmoser aus den USA

und 2016 «Chilbimusig», auf welcher

Fritz Dünner mit Rampass spielt. Nach

der Veröffentlichung dieser letzten CD

hat er sich aber dazu entschlossen, nicht

mehr selber aufzutreten. Als Komponist

jedoch wird der Klarinettist weiterhin

auch das Ländlermusikrepertoire erweitern.

So sind beispielsweise Res Schmid

und die Gebrüder Marti (RSGM) momentan

dabei, eine ganze CD mit unveröffentlichten

Titeln von Fritz Dünner zu

produzieren

Leben auf der Insel

Fritz Dünners Sehnsucht, dereinst in

wärmeren Gefilden zu hausen, ist alt.

«Zuerst war Australien mein Ziel, da

ich dort zwei Onkel habe und mich dieses

Land sehr beeindruckt hatte. Da aber

zu dem Zeitpunkt der eine Sohn lieber in

der Schweiz leben wollte, legten wir diesen

Plan auf Eis, bis unsere Söhne selbständig

waren», erklärt der zweifache

Familienvater. Bei Ferienaufenthalten

auf Mallorca wurde er dann von dieser

Insel begeistert, was schliesslich zum

Kauf eines Hauses geführt hat. «Meine

Frau Hildegard und ich hatten dabei

klar das Ziel vor Augen, dereinst in diesem

Haus zu leben». 2010 war es soweit,

wobei Fritz nicht etwa von Auswandern

redet. «Da wir unser Haus schon einige

Jahre vorher gekauft hatten und wir immer

wieder hier waren, war es für uns eigentlich

nicht ein Auswandern, sondern

eher ein Umziehen».

Durch die heutigen Kommunikationsmittel

ist es einfach, im permanenten

Kontakt mit seinen zwei Söhnen Phi lipp

(1979) und Simon (1983) sowie seinen

Grosskindern Leon (2009) und Nando

(2012) zu bleiben. «Und am 1. August

dieses Jahres kam das dritte Grosskind

Yannick zur Welt», freut sich der

braungebrannte Grossvater! Sonnenbräune

können sich auch seine Gäste in

der hauseigenen Ferienwohnung holen.

Nicht selten sind das Ländlermusikanten

und natürlich Familien aus seinem grossen

Freundes- und Bekanntenkries, was

als nachhaltige Wirkung aus seinem emsigen

Musiker- und Berufsleben in der

Schweiz gesehen werden kann. Und so

erklingen auch in Dünners Finca selbst

heute noch regelmässig Ländlermusiktöne,

eben «Balearen-Ländler!»

Kontakt

Fritz Dünner

Telefon +34 971 12 10 96

pianohaus@bluewin.ch


42 | Einblick | Land&Musig 5-2018

Den Redaktoren aufgefallen

Für Sie herausgepickt!

Typisch schweizerische Themen prägen die tägliche

Arbeit auf der Land&Musig-Redaktion und so landen

auf den Schreibtischen immer wieder interessante

Neuheiten aus allerlei Sparten.

Aufsätze und Gespräche

Von der Würde der Kuh

Die Kuh und ihr Beitrag zu unserer

Kultur ist in den letzten Jahren

vermehrt ins Bewusstsein der

Menschen gerückt. Die Hornkuh-

Initiative, der Bestseller «Kühe verstehen»

oder das Bedürfnis nach

Lebensmitteln aus intakter Landschaft

haben ihren Anteil an dieser

Entwicklung.

Text – PD / Stefan Schwarz

Die kürzlich erschienene Sammlung

von Aufsätzen und Gesprächen von

und mit Martin Ott, Armin Capaul,

Anet Spengler Neff, Christian Butscher

und Eva-Maria Wilhelm gibt

mögliche Antworten auf die Fragen:

«Wie kann sich der Mensch wieder

einbinden in den Kreislauf der Na-

tur, und was kann ich persönlich tun,

auch wenn ich kein Bauer bin?» Auf

wissenschaftlichem, wirtschaftlichem,

politischem und pädagogischem Gebiet

setzen sich die Autorinnen und

Autoren für ein lebendiges, nachhaltiges

Gleichgewicht in der Landwirtschaft

ein. Sie wagen in individueller

Art den Weg über den artgerechten

Umgang mit den Tieren hinaus und

ermutigen zu einem wesensgerechten

Verständnis, das vielerorts einem

tiefen Bedürfnis entspricht. Als Praktiker

und Zukunftsdenker ist Martin Ott

(Landwirt, Musiker, Autor und Lehrer)

überzeugt: «Wenn man das Leben

und die Kommunikation der Kühe

studiert und ihnen ein artgerechtes

Leben ermöglicht, steigern sich Milchertrag

und Gesundheit der Tiere.»

Doch bei weitem nicht nur Landwirte

dürften sich vom neuen Buch angesprochen

fühlen, denn die einzelnen

Kapitel wie «Hornsprache», «Hornform»,

«Herde», «Das Wiederkäuen»

oder «Sieben Gründe, warum eine

Kuh Hörner braucht» sind für jeden

Tier- und Naturliebhaber von grossem

Interesse und bieten einen spannenden

Einblick in eine bekannte und

dennoch gar nicht so vertraute Thematik.

Philipp Rohners wunderbare

Bilder öffnen in ihrer Reduktion eine

weitere Ebene zum Verständnis der

Kuh und illustrieren das Werk in passender

Art und Weise.

Anita Glunk

Zimmer zwää mit Absicht

Mit «Zimmer zwää mit Absicht»

veröffentlicht Anita Glunk ein weiteres

Buch mit Kurzgeschichten in

Gääser Mundart.

Text – PD / Stefan Schwarz

Humorvoll, liebevoll, besinnlich, skurril

und mit einer rechten Prise schwarzem

Humor nimmt einen die Autorin

mit auf die Reise durch 22 neue Geschichten:

Ludi sucht eine Frau, Ralf

erinnert sich, Moritz recherchiert. Frau

Hüeberli integriert, Melchior macht

Karriere und Sämi fällt um. Chläüs

wehrt sich und Josef trifft Maria. Theres

spioniert, Trix kauft ein, Emmeli erwacht,

Medardus schreibt einen Brief,

Monika pfotteret und Nadja schwärmt.

Eine Stadt hat Angst, eine Frau räumt

auf und der Verstand trifft das Gefühl.

Jürg stöhnt und Adalbert frisst. Röbeli

strickt, eine Taube spricht und Ausserund

Innerrhoden vereinigen sich

Buch jetzt im Land&Musig-Shop

128 Seiten im Format 247 x 177 mm: CHF 28.00

Mundartbuch jetzt im Land&Musig-Shop

104 Seiten im Format 247 x 177 mm: CHF 28.00


Land&Musig 5-2018 | Einblick | 43

Rusch-Büeblä

Rusch-Schtimmig – Die Erscht

Die Musikanten der Familie Rusch

aus Vorderthal gelten als Senkrechtstarter

in Sachen runde Örgeli- und

Handorgelmusik. Sie haben nun

ihre erste eigene CD bespielt.

Text – Hanspeter Eggenberger

Runde, tänzige Ländlermusik – mit viel

Virtuosität und Gefühl gespielt – ist das,

was den Menschen von der March bis

ins Muothatal im Blut liegt. In Vorderthal,

mitten in diesem Gebiet, lebt die

Familie Rusch. Vater Roger und seine

beiden 17-jährigen Zwillinge Cyrill und

Simon bilden das Ländlertrio Rusch-

Büeblä, welches das Gen der runden

Ländlermusik voll ausspielt. Die Jungs

an Handorgel und Örgeli zeigen ihr

Talent auf der urchigen CD vielseitig.

Vater Roger, der seine «Büeblä» am

Bass mit viel rhythmischem Gespür

und passender Basslinie unterstützt,

hat seine Ländlermusiksporen als Örgeler

im Trio Rötstock abverdient. Ihn

geben Cyrill und Simon denn auch als

erstes Vorbild an. Ganz gut hörbar

aber ist auch Cyrills Lieblingskomponist

Paul Lüönd, dessen Musizierstil er

in all seinen fünf eingespielten Eigenkompositionen

klar dokumentiert. Für

klangliche und rhythmische Abwechslung

sorgt Simon mit seiner chromatischen

Handorgel und einer Polka,

einer Schnellpolka sowie zwei Walzern

aus «eigener Küche».

Zwei weitere Elemente dürfen bei solcher

Musik nicht fehlen, die hier ebenfalls

in perfekter Manier eingebaut

sind: das Jolen und das Chlefelen.

Für die variantenreichen perkussiven

Teile sorgt Sepp Mazenauer mit seinen

Chlefeli. Das Können als Jodler

zeigen die beiden Brüder schon

am Anfang des Programms selber

mit dem Jutz «Drubertine» von Daniel

Wallimann, etwas später im neuen

Julia-Steiner-Lied «Ich dänke zrugg»

oder auch im Trio eines eigenen Walzers.

Und dann natürlich im Potpourri

«Ä Allerartigs», in welchem eine Hitmixtur

von «Tür an Tür mit Alice» über

«So es schöns Panorama» bis zum

Gaballier-Song «Amoi seg' ma uns

wieder» zu einer stimmungsvollen

Festgaudi verarbeitet wird.

Diese Mischung zwischen tänziger

Ländlermusik und launiger Stimmung

– alles mit der nötigen Perfektion gespielt

– ist es denn auch, was den Erfolg

des jungen Trios ausmacht und es

bereits jetzt Woche für Woche zu vielen

Auftritten an volkstümlichen Festivitäten

bringt. Eine tolle Sache und

eine schöne CD!

CD jetzt im Land&Musig-Shop

18 Titel: CHF 27.50

Jodlerklub Echo vom Bärgli Rechthalten

Potz Donner – 70 Jahre

Zum vollen siebten Jahrzehnt seines

Bestehens präsentiert der Jodlerklub

aus dem freiburgischen

Rechthalten seinen 5. Tonträger.

Text – Hanspeter Eggenberger

Etwas ungewohnt, ja fast schon makaber

und sicher auffällig zeigt sich die

neue Scheibe des traditionsreichen

Klubs mit dem vom Blitz getroffenen

Jodler, oder besser gesagt seinen

Resten und den auch nicht so jodlerischen

farbigen Socken! Ganz im Gegenteil

dazu aber demonstrieren die

Rechthaltener Jodlerinnen und Jodler

in elf Klubliedern währschaftes, klangvolles

Jodelgut. Je ein Duett-, Terzettund

Doppelquartett-Vortrag ergänzen

das vielschichtige Liederprogramm.

Im ersten Lied «Gwitternacht» von

Emil Wallimann wird schon ein erster

Bezug zum geschilderten Titelbild

hergestellt. Einen weiteren erklärt die

Präsidentin Eliane Stauffacher im Begleittext,

wonach der Klub schon ab

und zu ein erstauntes «Potz Donner»

aus dem Publikum gehört habe. Dieser

Ausspruch könnte einem schon

entgleiten, wenn der wuchtige Chor

aus 21 Männern und zwei Frauen zu

voller Klangkraft gelangt. Beispielsweise

im «Grat-Jutz» von Oskar-Friedrich

Schmalz oder ganz speziell im Paul-

Müller-Egger-Hit «Der Früehlig isch

cho», wenn der Chor mit toller Dynamik

zum «Es chroset und toset»

ansetzt. Eine Reminiszenz an die

Freunde in der Französisch sprechenden

Nachbarschaft bietet der Klub

mit Joseph Bovets «La Youtse», einem

vom Akkordeonist Bruno Kilchör

begleiteten Lied. Er beweist sein

Einfühlungsvermögen als Begleiter

beispielsweise auch beim Lied «En Älplerbsuech»,

das mit feinen Stimmen

von Esther Stauffacher und Alfred Nydegger

intoniert wird, oder im Terzett

der beiden Jodlerinnen Eliane und Esther

mit Präsident Buno Mülhauser im

Lied «Jede het si Wunsch».

Das Trio mit Örgeler Daniel Thürler,

Bassist Fredu Mosimann und Gitarrist

Marc Gerber ergänzt das Programm in

gewohnt schwungvoller Art mit vier Eigenkompositionen

und bietet mit der

sentimentalen Melodie, einer Schnellpolka,

einem Blues und einem Walzer

einen auffälligen klanglichen Kontrast.

Mit Miriam Schafroths «Abschied näh»

verabschiedet sich der Klub bei jenen,

welche die CD nur einmal durchhören.

Das aber wird nur selten passieren,

bevor dann wieder Titel 1 erklingt:

Potz Donner!

CD jetzt im Land&Musig-Shop

18 Titel: CHF 27.50


44 | Einblick | Land&Musig 5-2018

Top Swiss

Ketchup

Simon Haller aus Littau ist ein Vollblutmusiker

mit vielen Facetten.

Eine Auswahl davon zeigt diese CD,

die er mit vielen Musikkollegen aufgenommen

hat.

Text – Hanspeter Eggenberger

Schon rein optisch zeigt die CD auf,

dass ein Feuerwerk – oder müsste

man besser «Ketchup-Schlacht» sagen?

– an musikalischen Ideen und

Besetzungen zu erwarten ist. Mit von

der Partie sind in diversen Besetzungen

fünf Bläser mit Klarinette oder

Saxophon, drei Akkordeonisten, ein

Trompeter, zwei Bassisten, zwei Pianisten,

ein Gitarrist, ein Schlagzeuger,

ein Bajospieler und ein Tubist. Übereinstimmend

sagen sie: «Wir sind

stolz, mit der Schweizer Volksmusik

eine Tradition zu pflegen, die so wohltuende

Heimatgefühle verbreitet».

Zentral zeigt sich neben den Gastmusikanten

das Trio mit Simon Haller

(Akkordeon), Hansueli Amman (Piano)

und Masi Kaufmann (Tuba), die

seinerzeit mit dem Bläser Hans Muff

die Formation «Top Swiss» bildeten.

Hans Muff hatte mit dieser Formation

noch einige neue Kompositionen

geschaffen und es war sein Wunsch,

dass diese mit dieser Formation veröffentlicht

werden. Sein früher Tod hatte

dies bisher verhindert und gerne sind

seine Musikkollegen seinem Wunsch

nun nachgekommen. Diese 10 Titel

machen fast die Hälfte des ganzen

Programms aus. Elf weitere Titel

entstammen der Komponistenmappe

von Simon Haller. Die Reminiszenz an

Hans Muff beginnt mit dem ersten Titel

«Im Schötze ade Sprütze», einem

Schottisch, der von den Bläsern Dani

Häusler und Pius Baumgartner vorgespielt

wird. Ein rassiger Tanz, der wie

alle anderen Titel in der soliden, traditionellen

Musizierart erklingt.

Den Schuss «Ketchup» bringen dann

jeweils die besonderen Besetzungen.

So beispielsweise schon der Titel 2

«Angelika» von Simon Haller, welcher

von den Bläsern Hanspeter Reichmuth

und Edi Wallimann interpretiert

und zusätzlich von Philipp Scholl am

Schlagzeug begleitet wird. Urchig

wird es im nächten Titel, wenn Simon

Haller mit Akkordeonist Adamo Häller

und Bassist Roland Zumstein das

Trio «Haller-Häller» neu aufleben lässt.

Etwas exotischer folgt dann «Heisse

Stei im Richestei», ein Hans-Muff-

Schottisch, bei welchem Rino Capiori

mit der Trompete und Ruedi Morgenthaler

mit dem Banjo für zusätzlichen

Sound sorgen. Und so kann man bei

jedem Titel etwas entdecken – beste

volkstümliche Unterhaltung pur!

CD jetzt im Land&Musig-Shop

21 Titel: CHF 27.50

Blaskapelle Venovana

Unter der Burg

Die böhmisch-mährische Blasmusik

ist die Leidenschaft der Blaskapelle

Venovana aus dem Berner Oberland.

Jetzt präsentiert sie ihren

zweiten Tonträger.

Text – Hanspeter Eggenberger

2005 hat sich die Kapelle, die seit

Anbeginn in reiner Blechbesetzung

spielt, formiert. Trotz ihrer Liebe zur

böhmisch-mährischen Musik und

dem tschechischen Namen, der in

unserer Sprache «die Widmung» bedeutet,

ist es den Berner Oberländer

Bläsern wichtig, dass alles «Swiss

Made» ist. Deshalb haben die Musikanten

ihre Aufnahmen auch in einem

Schweizer Studio gemacht, was in

dieser Musiksparte leider nicht selbstverständlich

ist. Seit gut fünf Jahren

leitet Roger Bischoff die Kapelle. Er

sorgt auch als Arrangeur für eigene

Identität, denn vier der insgesamt 14

Titel auf dieser CD zeigen seine musikalische

Handschrift.

Mit der rassigen «OHO-Polka» beginnt

die Kapelle ihr abwechslungsreiches

Programm. Im gleichen Rhythmus,

auch wieder sehr dynamisch und «auf

den Punkt» interpretiert, folgt «Kájka»,

bevor dann die Titelmelodie «Pod

Hradem» erklingt. Zu Deutsch würde

das «Unter der Burg» heissen, weshalb

sich die elfköpfige Kapelle auf

der Frontseite der Scheibe im steinigen

Umfeld ablichten liess. Es ist

halt so, dass in diesem Musikstil die

schnellen Polkas dominieren. Einen

ersten Rhythmuswechsel bringt dann

aber an fünfter Stelle der Walzer «Rio

Grande», hinter welchem sich das

Lied «Fliege mit mir in die Heimat» versteckt.

Schön und wohltuend! Zwei

Titel später wird Swissness zumindest

in der Einleitung der «Bodensee Polka»

mit dem Talerschwingen demonstriert,

das dann aber in eine langsame,

pointierte Polka mündet. Traditionsbewusstsein

zeigen die Venova-Musikanten

(mit einer Musikantin) im darauf

folgenden Marsch «San Carlo», der

selbst Blasmusikunkundigen bekannt

sein dürfte. Wieder ganz ihrer Leidenschaft,

der mährischen Musik verpflichtet,

erklingen dann die übrigen

Titel dieser CD. Erwähnenswert sind

die Solopartien, die den Intertpreten

virtuoses Können abringen und eine

Spezialität der Blaskapelle Venovana

darstellen. Eine gelungene Scheibe

nicht nur für Blasmusikfans!

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14 Titel: CHF 27.50


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46 | Einblick | Land&Musig 5-2018

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Aktuelle Angebote

Hanspeter Eggenberger

Echo von Adelboden: Turi isch 70

Die aktivste Ländlermusikzeit erlebte Hanspeter

Eggenberger von 1981 bis 1999 im legendären

Echo von Adelboden an der Seite von Turi Brügger.

Die Produktion aus dem Jahre 1998 erinnert an

diese Zeit. Die CD der Buechibärger Ländlerfründe

aus der gemeinsamen Zeit mit Stefan Schwarz

ist zwischenzeitlich vergriffen.

Beitrag zum Thema ab Seite 6

CD jetzt im Land&Musig-Shop

14 Titel: nur CHF 12.00

Stefan Schwarz

Ohalätz, Schabernack und Blasorchester Helvetia

Stefan Schwarz hat sein musikalisches Schaffen im Laufe der Jahre auf

verschiedenen Tonträgern festgehalten. Die Produktionen «Ländlersurium»

(2014) und «SCHABERNACK LIVE» (2015) geben Einblick in die aktuellen

Formationen Ohalätz und Schabernack, und das Blasorchester Helvetia mit

dem Album «Piña Colada» (1997) erinnert an seine Zeit als Blasmusikdirigent.

Beitrag zum Thema ab Seite 6

CD jetzt im Land&Musig-Shop CD jetzt im Land&Musig-Shop CD jetzt im Land&Musig-Shop

23 Titel: CHF 27.50 17 Titel: CHF 27.50 14 Titel: nur CHF 12.00

Lieferung und Preise im Land&Musig-Shop

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Land&Musig 5-2018 | Einblick | 47

Längebärger Jodlerchörli

Im Fründeskreis

Albert Hagen (1902-1962)

Originalaufnahmen

Oesch's die Dritten

Vätu's Wunschliste

Beitrag zum Thema ab Seite 24

CD jetzt im Land&Musig-Shop

17 Titel: CHF 27.50

Beitrag zum Thema ab Seite 28

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Beitrag von Melanie Oesch auf Seite 31

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16 Titel: CHF 25.00

Fritz Dünner

Klarinettissimo

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Fritz Dünner

Sunnegriifts

Beitrag zum Thema ab Seite 38

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20 Titel: CHF 27.50

Melanie Oesch

Elin geht auf Reisen

Vor zwei Jahren gab die Jodlerin

Melanie Oesch von Oesch's die

Dritten mit «Elin – Das Baumzwergenmädchen»

ihr Debüt als Kinderbuchautorin.

Nun gehen Elins

Abenteuer bald weiter: «Bertas alter

Schulfreund – Harry, der Waldkauz»

lädt Elin und Berta zu sich

nach Hause nach Habkern ein. Beim

grossen Alpabzug mischen sich die

beiden unter die Zuschauenden, als

Berta plötzlich jäh zu Boden gerissen

wird …». Das Buch wird ergänzt

durch 25 passende Illustrationen von

Christina Wald und ein Hörbuch.

Fritz Dünner – René Rogenmoser

Ussländler

Fritz Dünner & Rampass

Chilbimusig

Beitrag zum Thema ab Seite 38

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Beitrag der Autorin auf Seite 31

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48 | Schwingen | Land&Musig 5-2018

25 Jahre Schwingsport mit Hochs und Tiefs

Rücktritt von Matthias Sempach

Schwingerkönig Matthias Sempach musste aus gesundheitlichen Gründen

seinen Rücktritt erklären. Der Oberaargauer blickt auf eine eindrückliche

Laufbahn mit vielen Höhepunkten zurück. Zeitweise dominierte er den

Schwingsport wie kein Zweiter.

Text – Manuel Röösli

Fotos – swiss-image.ch

Mitten in der Arena des Bernisch Kantonalen

Schwingfestes in Utzenstorf gab er

es bekannt. Auf Platz fünf, an dem traditionell

jeweils der Schlussgang des Berner

Kantonalschwingfestes ausgetragen

wird, sprach Matthias Sempach aus, was

noch wenige Tage zuvor kaum vorstellbar

war. «Ich habe mich entschlossen,

meine aktive Laufbahn als Schwinger

zu beenden.» Dabei zeigte er Emotionen

und kämpfte gegen seine Tränen.

Platz fünf hat für den Schwingerkönig

von 2013 eine spezielle Bedeutung. In

den Jahren 2010 und 2012 gewann er

auf diesem den Berner Ehrentag. Bei

weitem waren dies aber nicht die einzigen

grossen Erfolge des 32-Jährigen,

an 34 weiteren Kranzfesten war er nämlich

in der Schlussrangliste ebenfalls auf

Rang 1 geführt.

Zweiter Bandscheibenvorfall

Der Grund für seinen Abgang hat medizinische

Gründe, nachdem Matthias

Sempach während seiner Laufbahn lange

Zeit von grösseren Verletzungen verschont

geblieben war. Er erklärt: «Den

Bandscheibenvorfall im Mai 2018 im

Rücken brachte ich gut in den Griff.

Aber ich spürte, dass auf der linken Seite

die Kraft fehlt. Am Freitag, 3. August,

bekam ich nach einem weiteren MRI

den Befund, dass es auch beim Hals-

Matthias Sempach konnte nicht

weniger als 36 Kranzfeste zu seinen

Gunsten entscheiden, zudem

gewann er 106 Kränze. Er ist

damit ganz klar einer der er folgreichsten

Schwinger aller Zeiten.


Land&Musig 5-2018 | Schwingen | 49

Unvergesslich bleibt der

Schlussgang am Eidgenös -

sischen Schwingfest 2013

in Burgdorf, als sich die beiden

Freunde Matthias Sempach

(blaues Hemd) und Christian

Stucki alles abverlangten.

wirbel einen Bandscheibenvorfall gibt.»

Nach dem ersten Schock über den Befund

reifte am Montag, 6. August, der

Entscheid aufzuhören. «Es war nicht

einfach, aber ich habe meine Vertrauensärzte

nach deren Meinung gefragt und

mir wurde empfohlen, die Laufbahn zu

beenden.» Natürlich, ergänzte Sempach,

hätte er noch sportliche Ziele gehabt.

«Zumindest bis zum Eidgenössi-

zu Jahr besser und machte sich so weniger

Druck. Trotz der sportlichen Enttäuschung

am Eidgenössischen Schwingfest

2010, als er frühzeitig aus der Entscheidung

fiel, deutete sich eine erfolgreiche

Zukunft bereits zu jener Zeit an. Die

Lehren aus den Vorjahren begannen ab

der Saison 2012 Früchte zu tragen. Matthias

Sempach war während drei Jahren

das Mass aller Dinge und kaum zu

«Ich schwinge, um Schwingerkönig zu werden!»

schen in Zug war es geplant, weiterzuschwingen.»

Sempach und sein Management informierten

vor dem Gang an die Öffentlichkeit

die Partner. «Es ist sehr erfreulich,

wie der Entscheid aufgenommen wurde»,

sagt Roger Fuchs, Manager von

Matthias Sempach. Die Verträge, die bis

mindestens zum Ende der Saison 2019

laufen, werden weitergeführt. Ein Zeichen

der Solidarität seiner Partner nach

25 Jahren Schwingsport.

Der Weg zum Schwingerkönig

Seine grosse Laufbahn als Schwinger

startete er Mitte der 90er-Jahre. Schon

früh war für «Mätthu» klar, dass er ein

ganz Grosser werden möchte. «Ich habe

dem Schwingsport während Jahren alles

untergeordnet. Mein Umfeld hat mich

dabei immer sehr gut unterstützt.» Nach

schönen Erfolgen beim Nachwuchs fand

sich Matthias Sempach auch beim Übertritt

zu den Aktiven im Jahr 2002 sofort

zurecht. In der Saison 2003 folgten in der

Südwestschweiz – Sempach war während

seiner Ausbildung in der Romandie

– die ersten beiden Kranzgewinne. Und

nur drei Jahre später, ausgerechnet an einem

Bergkranzfest (Schwarzsee), folgte

mit 20 Jahren bereits der erste Kranzfestsieg.

«Ich schwinge, um Schwingerkönig zu

werden», sagte der Berner bereits vor

dem Eidgenössischen Schwingfest 2007

in Aarau. Den hohen Erwartungen, die

Sempach an sich selber stellte, konnte er

lange Zeit an grossen Anlässen nicht gerecht

werden. In dieser Zeit entwickelte

Sempach auch ein Gespür dafür, wie er

mit der Öffentlichkeit umzugehen hat.

Seine Erwartungen blieben gleich, aber

er kommunizierte nach aussen von Jahr

bezwingen. Von 2012 bis 2014 gewann

er 15 Kranzfeste und den Kilchberger

Schwinget 2014. Der Höhepunkt war

aber sein Gala-Auftritt am Eidgenössischen

Schwingfest 2013 in Burgdorf. So

nah an seiner Heimat Alchenstorf konnte

er dem Druck standhalten und den

wichtigsten Sieg in seiner Laufbahn realisieren.

«Wenn ich zurückschaue, waren

dies sicherlich die schönsten Tage in

meinem schwingerischen Leben.»

Der grosse Schock

In der Saison 2015, schien Matthias

Sem pach den Lauf in beeindruckender

Manier fortsetzen zu können. Doch dann

kam der Hammerschlag! Nur sechs Tage

nach seinem starken Auftritt und dem

Sieg am Emmentalischen Schwingfest

folgte unverhofft die schwärzeste Zeit

der Aktivlaufbahn. Am Oberaargauischen,

seinem Heimfest, welches er

gleich sieben Mal für sich entscheiden

konnte, verletzte er sich so schwer am

Fussgelenk, dass er über Monate dem

für ihn so geliebten Schwingsport nicht

mehr frönen konnte. Doch Sempach

wäre nicht Sempach, wenn er diesen

Rückschlag nicht hätte verarbeiten können.

Beeindruckend war schliesslich ein

Jahr später seine Rückkehr, als er sich

ausgerechnet am Oberaargauischen mit

einem weiteren Kranzfestsieg zurück-


50 | Schwingen | Land&Musig 5-2018

Der besondere Moment, als sich

Matthias Sempach in Burgdorf zum

Schwingerkönig ernennen lassen

durfte, bleibt ihm unvergessen.

meldete. Obschon auch in den folgenden

Monaten Erfolge keine Seltenheit

waren, erreichte Sempach sein hohes

Niveau der Jahre 2012 bis 2014 nie

mehr. Der Sieg am Schwarzsee-Schwinget

2017 bleibt sein letzter Kranzfestsieg.

Frühzeitig über den Rücktritt informiert

wurde der Berner Kantonalverband.

Stellvertretend äusserte sich Präsident

Adrian Affolter. «Es ist ein grosser Verlust

für den Schwing sport, insbesondere

für uns Berner. Mit seiner offenen und

Mathias Sempach und seine Erfolge

2 Eidgenössische Siege

Schwingerkönig 2013

Kilchberger Sieger 2014

5 Teilverbands-Kranzfestsiege

Berner (2010/2012)

Nordostschweizer (2012)

Südwestschweizer (2007/2014)

9 Berg-Kranzfestsiege

Brünig (2011/2013)

Rigi (2016)

Schwarzsee (2006/2016/2017)

Weissenstein (2006/2012/2014)

21 Kantonal-/Gau-Kranzfestsiege

Aargauer (1 Mal)

Emmentalisches (4 Mal)

Freiburger (1 Mal)

Luzerner (1 Mal)

Mittelländisches (1 Mal)

Oberaargauisches (7 Mal)

Oberländisches (3 Mal)

Seeländisches (2 Mal)

Waadtländer (1 Mal)

4 Eidgenössische Kränze

Eidgenössisches (2007/2010/2013/2016)

17 Teilverbandskränze

Berner (10 Mal)

Innerschweizer (2 Mal)

zielstrebigen Art hat er viel zum Berner

Erfolg beigetragen.» Als Zeichen

der Wertschätzung überreichte Affolter

Matthias Sempach einen speziellen

BKSV-Gurt, den sonst nur Verbandsfunktionäre

erhalten. «Matthias, ich

hoffe natürlich, dass du der Schwingerfamilie

auch in Zukunft erhalten bleibst.

Nordostschweizer (1 Mal)

Nordwestschweizer (2 Mal)

Südwestschweizer (2 Mal)

27 Bergkränze

Brünig (9 Mal)

Rigi (2 Mal)

Schwägalp (3 Mal)

Schwarzsee (7 Mal)

Stoos (1 Mal)

Weissenstein (5 Mal)

58 Kantonal-/Gau-Kränze

Aargauer (1 Mal)

Bern-Jurassisches (6 Mal)

Emmentalisches (12 Mal)

Freiburger (2 Mal)

Luzerner (2 Mal)

Mittelländisches (3 Mal)

Oberaargauisches (13 Mal)

Oberländisches (9 Mal)

Seeländisches (5 Mal)

Solothurner (2 Mal)

St. Galler (1 Mal)

Waadtländer (1 Mal)

Walliser (1 Mal)

Sonstige Erfolge

Schlussgang Kilchberger 2008

2 Mal nominiert als Sportler des Jahres

3 Mal Sieger SCHLUSSGANG-Wertung

3 Mal Schwinger des Jahres

Wer weiss, vielleicht auch mal in der

Funktionärsrolle.»

Mehr Zeit für die Familie

Matthias Sempach indes freut sich nun

auf seine sportliche Rentenzeit. «Ich

möchte der Familie etwas zurückgeben»,

erklärt der zweifache Familienvater.

Und vielleicht erfüllt er sich einen

weiteren Lebenswunsch auch noch. «Es

ist ein Traum, einmal einen landwirtschaftlichen

Betrieb zu führen. Ob es so

weit kommt, weiss ich im Moment noch

nicht.» Der Oberaargauer blickt nicht

zurück, sondern nach vorne. Und sein

Rücktritt hat auch eine gute Seite. «Ich

habe in den letzten zehn Jahren genau

einmal ein Schwingfest als Zuschauer

besuchen können. Nun freue ich mich

darauf, dies in Zukunft mehr machen zu

dürfen.»

Mit Sempachs Rücktritt verbleiben drei

Schwingerkönige aktiv dem Schwingsport

erhalten. Während Kilian Wenger

mit 28 Jahren noch das eine oder andere

grosse Schwingfest vor sich haben dürfte,

stehen bei Arnold Forrer (40) und

Matthias Glarner (33) die Zeichen wohl

ebenfalls in absehbarer Zeit auf Abschied.

Noch aber ist das Duo aktiv und

dürfte sich zum Ziel gesetzt haben, am

Eidgenössischen Schwingfest 2019 in

Zug erneut in die Hosen zu steigen. Die

Zahl der aktiven Eidgenossen hat sich

mit dem Abgang des 106-fachen Kranzschwingers

zudem auf 52 vermindert.

Dieser Artikel entstand in

Zusammenarbeit mit :


Herbst / Winter 2018

Land&Musig 5-2018 | 51

Lassen Sie sich überraschen!

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Der Siegeszug

der Genderbüebu.

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52 | Ausblick | Land&Musig 5-2018

Verleihungsfeier «Goldener Violinschlüssel» für Arno Jehli

Mit grossem Volksmusik Gala-Abend

Die Verleihungsfeier «Goldener Violinschlüssel»

vom 13. Oktober 2018

für den diesjährigen Preisträger Arno

Jehli ist in zwei Teile aufgeteilt.

Text, Foto – Stefan Schwarz

Die traditionelle Verleihungsfeier geht

ab 15 Uhr im Forum Ried in Landquart

über die Bühne. Geladene Gäste und

Mitglieder des Vereins Goldener Violinschlüssel

erhalten eine persönliche

Einladung mit zusätzlichen Leistungen

wie Willkommens-Apéro, Bankett

oder vorreserviertem VIP-Bereich. Ab

20 Uhr präsentiert Beat Tschümperlin

einen Volksmusik Gala-Abend, bei

welchem neben Arno Jehlis Kapelle

Oberalp auch der Berner Örgeliplausch,

die Bergüner Ländlerfründe

und das Echo vom Tödi für abwechslungsreiche

Unterhaltung sorgen.

Weitere Infos und Vorverkauf:

www.goldenerviolinschluessel.ch

www.ticketino.com

Chlefele, Löffele, Bäsele und vieles mehr

Volksmusik auf dem Ballenberg

Am Sonntag, 28. Oktober 2018, wird

das attraktive Angebot des Freilichtmuseums

Ballenberg durch eine

Vielfalt an volkstümlichen Klängen

bereichert. Wer mit eigenem Instrument

wie Örgeli oder Bass erscheint,

hat an diesem Tag freien Eintritt!

Text – Stefan Schwarz

Foto: zvg. Freilichtmuseum Ballenberg

Der Verband Schweizer Volksmusik

(VSV) setzt sich aktiv für die Förderung

und Pflege der Schweizer Volksmusik

ein und will die Vielfalt der Schweizer

Volksmusikszene auch auf dem Ballenberg

vermehrt zeigen. Neben attraktiven

Konzerten sollen insbesondere

auch Stubeten und spannende

Mitmachaktivitäten die Besucherin-

nen und Besucher des Freilichtmuseums

aktiv ins Geschehen einbinden.

Konzert oder aktiv mitmachen

In diesem Zusammenhang wird am

28. Oktober zu einem abwechslungsreichen

Volksmusiktag auf den Ballenberg

eingeladen. Von 10 bis 16 Uhr

sind Konzerte von Ohalätz, der Kapelle

Reus ser-Schmid, den Walli ser-

Örgeler, dem Trio Chugelrund und

dem Echo vom Tannenberg angesagt,

während auf mehreren Bühnen auch

spontanes freies Musizieren möglich

ist. Musikantinnen und Musikanten

mit Instrument (Chlefeli, Löffel, etc.

ausgeschlossen) erhalten an diesem

Tag freien Eintritt ins Freilichtmuseum

Ballenberg. Wer sich gerne einmal näher

in die Kunst des «Chlefele, Löffele

und Bäsele» einführen lassen möchte,

ist zwischen 10.30 und 16.30 Uhr bei

den Crash-Kursen mit Röbi Kessler

und Ueli von Allmen bestens aufgehoben.

Von 14 bis 17 Uhr findet zudem

eine grosse Stubete statt, wo sich aktive

und passive Volksmusikfreunde

zusammenfinden können.

Das Freilichtmuseum Ballenberg lädt zu einem Volksmusik-Sonntag ein.

Weitere Informationen:

www.ballenberg.ch

www.vsv-asmp.ch


Land&Musig 5-2018 | Ausblick | 53

Ab Oktober präsentiert sich Land&Musig komplett neu

«TYPISCH. Das Magazin für Tradition»

Samstag, 27. Oktober 2018

Ländler pur

Wie schon in der letzten Ausgabe angekündigt,

wechselt die vorliegen de

Zeitschrift «Land&Musig» ab Ende

Oktober 2018 das Gesicht und geht

in «TYPISCH. Das Magazin für Tradition»

über. Gerne informieren wir

unsere geschätzte Leserschaft an

dieser Stelle, was diese Veränderung

mit sich bringen wird.

Text – Stefan Schwarz

Schwingen, Land & Musig

Als neue Herausgeberin zeichnet die

«bewe medien gmbh» in Luzern, verantwortlich,

welche mit der Schwingerzeitung

SCHLUSSGANG bereits

ein äusserst erfolgreiches Printprodukt

veröffentlicht.

Der SCHLUSSGANG wird auch in Zukunft

in unveränderter Art und Weise

erscheinen! Die zweimal jährlich erschienene

Beilage «SCHWINGEN.

Das Magazin» wird nun ausgekoppelt

und mit «Land&Musig» zu einem

neuen Produkt vereint. Anstelle von

Heft 6-2018 erhalten die Land&Musig-Abonnenten

Ende Oktober beretis

das erste «TYPISCH».

Das neue Magazin für Tradition beinhaltet

im vorderen Teil einen bunten

Themenmix mit vielen spannenden

Geschichten. Im Serviceteil gibt

es unter anderem wieder eine ausführliche

Agenda, während der Verbandsteil

die wichtigsten Informationen

aus den verschiedenen Sparten

der helvetischen Brauchtumsszene

beinhaltet.

Wie erscheint Typisch?

«TYPISCH. Das Magazin für Tradition»

erscheint viermal jährlich mit einer

Startauflage von 30'000 Exemplaren.

Die Herausgabedaten im neuen Jahr

sind der 22. Februar, der 23. Mai, der

23. Juli und der 23. Oktober 2019.

Anzeigenschluss ist jeweils 15 Tage

vor Erscheinen.

Was kostet das neue Magazin?

Das neue Typisch-Abonnement kostet

lediglich 48 Franken und bietet im

Vergleich zu Land&Musig zu einem

günstigeren Preis jährlich über 60 Seiten

zusätzlichen Inhalt. Wer optional

auch die 19 Ausgaben der Schwingerzeitung

SCHLUSSGANG erhalten

möchte, profitiert vom attraktiven

Kombipreis von 113 Franken.

Was muss der Abonnent jetzt tun?

Bisherige Abonnenten von Land&Musig

müssen gar nichts unternehmen

und bekommen wie bis anhin ganz

automatisch eine Abonnementsrechnung

für das neue Jahr. Wir sind fest

davon überzeugt, dass das neue Magazin

bei unserer langjährigen Leserschaft

bestens ankommt und somit

auch zu einer Fortsetzung des Abonnements

führt.

Wer macht was?

Als Redaktionsleiter von «TYPISCH.

Das Magazin für Tradi tion» amtet der

erfahrene Journalist Flavian Cajacob,

der weiterhin auch auf interessante

Beiträge der bisherigen Land&Musig-Macher

Hanspeter Eggenberger

und Stefan Schwarz zählen darf. Als

Typisch-Verlagsleiter Stefan Schwarz

wird zudem den Agenda- und Verbandsteil

betreuen sowie den Anzeigenleiter

Michael Röösli im Bereich

der KMU- und Veranstalterinserate

unterstützen. Alle administrativen Fäden

in Sachen «TYPISCH. Das Magazin

für Tradi tion» laufen beim Verlag

«bewe medien gmbh» in Luzern

zusammen.

Am Samstag, 27. Oktober 2018, geht

im Lötschbergzentrum in Spiez die

zweite Auflage des Berner Ländlermusikanten-Treffens

über die Bühne.

Text – Stefan Schwarz

Die Ländlerfründe Walopsee spielen am

2. Berner Volksmusikanten-Treffen.

Die Berner Volksmusikszene ist bunt

und äusserst aktiv. Dies will der Verein

Emmentalischer Volksmusikfreunde

am Berner Ländlermusikanten-Treffen

unter dem Motto «Ländler pur» einmal

mehr unter Beweis stellen. Neben typischen

Berner Örgeliformationen wie

Gemsberg, Längenberg, Alperose,

Balmhorn oder Ländler-Chutze sind

mit dem Ländler-Quintett Berna, der

Ländlerkapelle Honegg und Follchlore

auch Bläserklänge zu hören, die für

bündnerische und teils sogar internationale

Klänge sorgen. Abgerundet

wird das Programm durch die Ländlerfründe

Walopsee, die mit Handorgeln,

Schwyzerörgeli und Bass in der

Art des legendären Trio Oesch musizieren.

«Ländler pur» wird vom aktiven Volksmusiker

Peter Grossen moderiert und

der Eintritt ohne vorgängige Platzreservation

beträgt 21 Franken.

Ende Oktober 2019 wird aus «Land&Musig»

«TYPISCH. Das Magazin für Tradition».

Weitere Informationen zu Typisch:

Telefon 041 310 78 88

Weitere Informationen:

Inserat auf Seite 2


54 | Ausblick | Land&Musig 5-2018

OKT

Samstag

Musig

6

Küssnacht SZ, Monséjour Zentrum am See

Jodlerabend

OKT

Freitag

19

Därstetten BE, Turnhalle

Jubiläumsabend

Am Vorabend der CD-Taufe feiern die Örgelifründe

Aegelsee ihr 10-jähriges Bestehen

zusammen mit den Ländlerfründe Walopssee,

den Örgelifründe Ritzgrat, dem Jodlerquartett

Alpenrösli Heimenschwand und

dem Jodlerklub Gruss vom Wasserngrat.

Jodlerabend «Echo vom Rigi» Küssnacht mit Jodlerklub

Oberburg und Echo vom Dottebärg.

20.00 Uhr www.echovomrigi.ch

20.00 Uhr www.oergelifruendeaegelsee.ch

OKT

Donnerstag

25

bis

SEP

Samstag

11

offen von

Mittwoch - Sonntag «Musig lose»

und gut essen!

Musikprogramm Oktober-November

Haslen AI, Leimensteig

Auftakt zur CD-Tour 2018

Mi. 10. Oktober ländler.ch

Fr. 12. Oktober Kapelle Prisi-Mosimann

Sa. 20. Oktober Familienkapelle Kropf

Mi. 24. Oktober HD Wachter-Rutz

So. 28. Oktober Musikantenhöck

So. 4. November Stadelörgeler Bönigen

Mi. 14. November SQ Längenberg

Fr. 16. November JuMu-Stubete VSV BE

Sa. 24. November Follchlore

So. 25. November. Musikantenhöck

Der beliebte Musik-Treffpunkt im Emmental

20.00 Uhr www.waschaecht.ch


Land&Musig 5-2018 | Ausblick | 55

OKT

Mittwoch

31

Benken SG, Krone

Chronä-Gala mit Item-Quarett

Seit 2004 findet in der «Chronä Bänggä» immer am

Abend vor Allerheiligen die «Chronä-Gala» statt. Hochkarätige

Formationen präsentieren zwischen den sechs

Gängen eines Gala-Dinners auserlesene Musiksets. Für

das 15-Jahr-Jubiläum konnten die Wirtsleute Stefanie

und Hämpi

Ritz das nicht

oft zu hörende

Item-Quartett

mit Willi Valotti,

Michael Bösch,

Claudio Gmür

und Sepp Huber

verpflichten.

Apéro ab 18.15 Uhr

www.benken-krone.ch

6. und 7. Oktober: Duo Schlerwind

13. Oktober: Grab-Kamer-Huber-Kessler

26. Oktober: Stehmusik

28. Oktober: Gwerder-Kessler-Grob

8. November: Ghörsch 4

9. November: quartett waschächt

10. November: Chueli-Musig

16. November: Hokuspokus

17. November: Ländler Panache

NOV

Freitag

9

Luterbach SO, Krone

Ländler Panache

Restaurant Biberegg

www.biberegg.ch

Familie Reichmuth Telefon 041 838 12 30

CH-6418 Rothenthurm rest-biberegg@bluewin.ch

• Gepflegte Küche

• Saal für Hochzeiten und Gesellschaften

• Grosser Parkplatz

• Treffpunkt der Ländlermusikanten

und Volksmusikfreunde

• Mittwoch Ruhetag

13.30 Uhr restaurantkroneluterbach.jimdo.com

Jeden Samstag und Sonntag Ländlermusik

Landgasthof Ochsen

J. Wild-Rechsteiner

9063 Stein/Appenzell

Tel. 071 367 19 11

www.ochsen-stein.ch

Traditionsreiches Hotel mit komfortablen Gästezimmern.

Stubete jeden ersten Sonntag im Monat sowie jeden

dritten Donnerstag im Monat!

Gasthof Rothorn

Daniela Liebi

3657 Schwanden/Sigriswil

Tel. 033 251 11 86

Fax 033 251 33 86

www.rothorn-schwanden.ch

Zweimal im Monat Live-Musik mit namhaften Ländlerformationen

sowie regelmässige Auftritte von Jazzbands

im Stil des Hotjazz, Swing oder Dixieland.


56 | Land&Musig 5-2018

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Schweizer Erde


Land&Musig 5-2018 | Zum Feierabend | 57

Kurzgeschichte

Ein gesundes Dorf

Als erster Kurort ging Gais – oder eben «Gääs» –

in die Geschichte der kurtouristischen Entwicklung

des Appenzellerlandes ein. Hier sorgten Gäste aus

halb Europa bereits ab den 1750er-Jahren für Betrieb.

Immer wieder aber gab es auch kritische Zeitgenossen,

wie etwa jenen Touristen aus Deutschland, der den

Ruf von Gais als gesundem Dorf begründet und

bewiesen haben wollte …

Autor – Peter Eggenberger

Illustration – Ernst Bänziger

Der verheerende Dorfbrand vom 7. September

1780 zerstörte das Dorf Gais

weitgehend. Zügig wurde der Wiederaufbau

an die Hand genommen, und

bereits gegen Ende des Jahres 1782 erstrahlte

das Dorf in neuer Pracht. Beeindruckend

ist bis heute die harmonische

Einheitlichkeit des Dorfplatzes, der zu

den Ortsbildern von nationaler Bedeutung

gehört. Nicht von ungefähr wurde

die Gemeinde Gais 1977 vom Schweizer

Heimatschutz mit dem begehrten

Wakkerpreis ausgezeichnet. Dominantes,

nach dem Dorfbrand ebenfalls neu

erbautes Bauwerk war das palastartige

Hotel Ochsen mit seiner stolzen Kuppel.

Jetzt aber zurück in die Zeit kurz nach

dem Dorfbrand, als es in «Gääs» zu einer

nicht alltäglichen Begegnung kam.

Ein verhungerter Arzt …

Ein Deutscher trifft auf dem malerischen

Dorfplatz den legendären Wirt Ueli Heim

vom Ochsen und fragt ihn, ob Gais wirklich

so ein gesundes Dorf sei, wie man

das in Deutschland immer wieder höre.

«Sicher, das stimmt! Wir in Gääs wohnen

in einer ausgesprochen gesunden

Gegend», gibt der Wirt freundlich zur

Antwort. Als der Gast nach Beweisen

fragt, beginnt Ueli Heim aufzuzählen

und rühmt als erstes die gesunde Luft.

«Kein schlagender Beweis!», rümpft der

Deutsche die Nase. Jetzt führt Heim die

schattigen Wälder als wertvollen Erholungsraum

ins Feld. «Pah, Wälder sind

doch nichts Besonderes.

Das genügt mir nicht!»,

erwidert nun der Fremde

von oben herab. Und als

der Gastwirt auch noch

auf das stets frische Quellwasser

hinweist, erntet er

lediglich ein höhnisches

Lachen.

Nun kratzt sich der Wirt kurz

im Haar. Auf seinem Gesicht

macht sich ein verschmitztes

Lächeln breit, als er seinen

letzten Trumpf aus dem Ärmel

zieht: «Joo, ond denn mos i o no

säge, as bi öös z Gääs obe ganz

wenig Lüüt schterbid.» Jetzt spitzt

der Deutsche die Ohren und fragt

neugierig: «Wie hoch, beziehungsweise

wie niedrig ist denn in Gais

die Sterblichkeit?» «Joo, i de letschte

zwänzg Johr isch bi öös obe gad de

Tokter gschtorbe», lautet die trockene

Antwort. «Und woran ist er denn gestorben?»,

erkundigt sich der Gast aufgeregt.

«Joo, wil er vehungeret ischt», antwortet

Ueli Heim mit todernster Miene …

Ungläubig schüttelt der Deutsche den

Kopf, um dann lauthals loszulachen und

die Schlagfertigkeit des Wirts mit den

Worten «Sie sind mir aber ein schöner

Schlaumeier» zu quittieren. Anschliessend

bezieht er im Ochsen ein Zimmer,

und nach einem dreiwöchigen Kuraufenthalt

klopft der Gast Ueli Heim aner-

kennend auf die Schulter und lobt: «Sie

hatten vollauf recht! Ich habe mich dank

gesunder Luft, ausgedehnter Spaziergänge

in schattigen Wäldern und dem täglichen

Genuss von frischem Quellwasser

prächtig erholt und kann nur bestätigen:

Gais ist wirklich ein gesundes Dorf, das

ich gerne weiterempfehle!»

Bücher und CDs mit weiteren vergnüglichen

Kurz geschichten von Peter Eggenberger sind

im Appenzeller Verlag erschienen und direkt

beim Autor unter www.peter-eggenberger.ch

oder im Buchhandel erhältlich.


58 | Zum Feierabend | Land&Musig 5-2018

Farbengitter

Von oben nach unten ergeben die Buch staben in gleichen Farb feldern

ein Wort. In der Reihenfolge grün-rot-blau-gelb bilden die vier Wörter

den gesuchten Lösungsspruch.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Mit den richtigen Antworten auf die zehn nebenstehenden

Fragen und etwas Glück können Sie jetzt

ein multifunktionelles Cyber Tool von Victo rinox

im Wert von 80 Franken sowie ein Exemplar des

prächtigen Bildbandes Stille Orte der Schweiz

von Heinz Storrer im Wert von 69 Franken gewinnen.

Fragen aus diesem Heft

1. Die Herstellung eines solchen gilt als

Königsdisziplin des Pferdesattlers.

2. So wird der Appenzeller Ländlermusikant

Franz Manser in der Szene genannt.

3. In diesem Land kannte man schon in der

Antike rituelle Tänze.

4. Dieser Formation gehörte Stefan

Schwarz einige Zeit an.

5. So heisst Land&Musig ab Ende Oktober.

6. Häuser wie jenes von Fritz Dünner werden

auf Mallorca so genannt.

7. Dies ist der Heimatort von Hanspeter

Eggenberger.

8. Diese Truppengattung der Schweizer

Armee führte indirekt zur Gründung des

Längeberger Jodlerchörlis.

9. Hier verunfallte der Akkordeonist Albert

Hagen im Jahr 1962 tödlich.

10. Spitzname des Schwingerkönigs 2013,

der nach 25 Jahren Schwingsport nicht

mehr im Sägemehl auftritt.

Gewinner und Lösungen

aus dem letzten Heft

Das gesuchte Bild befand sich

auf Seite 30 und der Leitpfosten

im Vordergrund wurde entfernt.

Die Gratiseintritte für einen Besuch

im Freilichtmuseum Ballenberg gewonnen

haben: Monika Jaussi aus

Wattenwil BE und Hans Schaufelberger

aus Wetzikon ZH.

Bilderrätsel

Dieses Foto aus dem vorliegenden Heft wurde mit Hilfe

eines Bildbearbeitungsprogramms bewusst verfälscht.

Von welcher Seite stammt das Bild und wo liegt der Fehler?

Der gesuchte Lösungsspruch lautete:

Uf de Bärge isch es schön.

Claudio Gmür aus Benken SG

gewinnt ein praktisches Cyber

Tool und Hanspeter Dolder aus

Gsteig bei Gstaad BE einen Bildband

«Stille Orte der Schweiz».

Lösungen der neuen Rätsel

bis Ende Oktober an:

Land&Musig

Geissfluestrasse 12

4514 Lommiswil

Aus allen richtigen Einsendungen werden zwei

Freieintritte ins Freilichtmuseum Ballenberg

im Wert von je CHF 24.00 verlost. Ein Ausflug ins

50-jährige Freilichtmuseum der Schweiz bietet einen

lebendigen Einblick in das Leben und Arbeiten vor 100,

200 und mehr Jahren. www.ballenberg.ch


12.

Lachner

Land&Musig 5-2018 | 59

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Donnerstag, 25. Oktober 2018 – 20.00 Uhr Reservationen: ✆ 071 333 23 68

Gasthaus Leimensteig, Haslen-Appenzell AI www.gasthaus-leimensteig.ch

Sonntag, 4. November 2018 – 12.30 Uhr Reservationen: ✆ 041 637 13 37

Restaurant Wasserfall, Engelberg OW

www.restaurant-wasserfall.ch

Donnerstag, 8. November 2018 – 20.00 Uhr Reservationen: ✆ 055 280 23 71

Gasthaus Frohe Aussicht, Uznach SG

www.aussicht.ch

Freitag, 16. November 2018 – 20.00 Uhr Reservationen: ✆ 041 460 19 33

Wirtschaft Zur Schlacht, Sempach LU

www.schlacht.ch

Samstag, 17. November 2018 – 20.00 Uhr

Restaurant Biberegg, Rothenthurm SZ

Keine Reservation

www.biberegg.ch

Freitag, 23. November 2018 – 20.00 Uhr Reservationen: ✆ 041 675 11 08

Restaurant Grossteil, Giswil OW

www.grossteil.ch

Donnerstag, 29. November 2018 – 20.00 Uhr Reservationen: ✆ 071 983 16 12

Restaurant Zur Post, Dreien SG

www.post-dreien.ch

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