INNSBRUCKER FUSSBALLFIBEL

gherrmann

"INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL", mit Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Innsbrucker Fussballs. Ein Projekt des Verein "kurz.pass", Verein zur Förderung der Fussballkultur. 40 Seiten; (C) 2018 mit Unterstützung der Generali Versicherung und KFZ Meistermacher

kurz.pass der Verein

Fußball hat im gesellschaftspolitischen, sozialpolitischen,

wirtschaftspolitischen und kulturpolitischen

Leben einen besonderen Stellenwert.

Der Verein „kurzpass“ stellt diesen Stellenwert

vereinsunabhängig mit seiner Tätigkeit

in den Mittelpunkt.

Der verbindende Charakter des Fußballsports

unter der Prämisse Respekt und Fairness

soll dabei über den Rahmen des Meisterschaftsbetriebs

und vereinsintern bezogene

Maßnahmen durch unterschiedliche

Schwerpunkte und Aktivitäten der Öffentlichkeit

präsentiert werden.

Die Innsbrucker Fußballfibel

Auf den kommenden Seiten finden Sie

„Geschichte — Gegenwart — Zukunft“ rund

um das runde Leder in der Landeshauptstadt.

Die kurzen Artikel sollen Sie einladen, sich

bei Interesse weitergehend mit Ihrem Verein

zu befassen.

Inhalt:

Seite

Geschichte Fußball in Innsbruck 3

Entwicklung der Sportplätze 12

Geschichte Vereine:

Sportverein Innsbruck / SVI 16

FC Wacker Innsbruck 18

IAC 19

FC Veldidena 22

SK Wilten 23

Union Innsbruck 24

SVG Reichenau 26

SPG Innsbruck West 27

FC Sans Papiers 28

Kein Respekt—Kein Spiel 30

Interview StRin. Elisabeth Mayr 31

Kontakte 34

Frauenfußball 36

Innsbrucker Derbys 38

Mini Glossar 39

Kontakt:

Internet: https://kurzpasstirol.wordpress.com/

Facebook: www.facebook.com/kurzpass.tirol/

Ein großes Danke an Chrisu!

Impressum: „Innsbrucker Fußballfibel“, Hrsg.:

kurz.pass, Verein zur Förderung der Fussballkultur;

Fotos: Titelseite pixabay.com, stadionzeitung.at/FC

Wacker Innsbruck; Magazin: pixxabay.com, Vereine,

Privat; Facebook: https://fb.me/kurzpass.tirol;

Nachdruck und online-Verwendung (auch auszugsweise)

nur nach Genehmigung; Fehler, Änderungen

und Irrtümer vorbehalten; Innsbruck/Tirol © 2018

Georg Herrmann General-Eccher Straße 39, 6020 Innsbruck, Mail:

georg.herrmann@icloud.com;


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurz.pass, Seite—03

Die ersten Besitzer eines richtigen Fußballes

in Innsbruck waren die Baumeisterssöhne

Mayr. In den Sommerferien des Jahres 1898

brachten sie den kostbaren Schatz auf den

Prügelbau. Diesen Namen hatte eine ausgedehnte

Grünfläche, die am Innrain von der

Hirnstraße bis zur Rechengasse reichte. Heute

steht das Bibliotheksgebäude der Universität

darauf. Diese Wiese diente der Schuljugend

als erlaubter Spielplatz. Hier fanden

die offiziellen Jugendspiele der Mittelschulen

statt. Jeder Anstalt stand ein bestimmter

Nachmittag zu. Unter Aufsicht einer Lehrkraft

wurde Leichtathletik betrieben, Faustund

Schlagball gespielt, auf Stelzen gelaufen

und Schleuderball geworfen. Die dazu notwendigen

Sportgeräte wurden von den

Schulen bereitgestellt.

Als die Mayr-Buben den Fußball ihrem Kameraden,

dem Gärtner Ludwig, zeigten, regte

sich sofort dessen Organisationstalent.

Nach einigen Kickversuchen lud er für den

Nachmittag des nächsten Tages alle erreichbaren

Mitschüler auf den Prügelbau zum

Fußballspielen ein. Über 50 Sportbegeisterte

folgten seinem Ruf. Vom Hörensagen und

von auswärtigen Zeitungsberichten wusste

man wohl in groben Zügen über das Fußballspiel

Bescheid, doch mit den Regeln, der

Technik und Taktik stand man auf Kriegsfuß.

Zunächst versuchte jeder den Ball möglichst

weit und hoch zu stoßen. Mit langem Anlauf

und einem kräftigen "Spitz" kämpfte man

verbissen um den Sieg im Weitschießen. Die

dabei erzielten Leistungen konnten sich sehen

lassen.

Erste Gehversuche

Der unermüdliche Motor der Fußball-

Jünglinge, der Gärtner Ludwig, besorgte sich

die notwendige Fachliteratur. Buchstäblich

„nach dem Büchl“ wurde nun trainiert. Und

bald zeigte dieses intensive Training Früchte.

Der Ristschuss verdrängte den Spitz, Stoppen,

Köpfeln und Ferseln wurde geübt und

vor allem - wie könnte es auch anders sein -

auf ein Tor geschossen, stundenlang. In Ermangelung

von richtigen Torstangen wurden

die Tore durch die abgelegten Kleider markiert.

Die ersten Spieler waren ausnahmslos Studenten.

Sie gehörten den geheimen Mittelschulverbindungen

Herulia, Cheruskia und

Skaldia an. Als Gegner standen sich immer

Schulmannschaften gegenüber. Die erbittertsten

Kämpfe lieferten sich die Vertretungen

der Realschule und des Gymnasiums.

Der Ball kommt nach Innsbruck ...


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Wiener Schule brachte frischen Wind

ten Tore, sorgten für die Abgrenzung des

Spielfeldes, die Markierung, die technische

Ausrüstung und das taktische Verhalten. Sie

zeigten, dass neben dem individuellen Können

vor allem das Kombinieren das Wesentliche

war. Sie hoben hervor, dass es sich

beim Fußballspielen um einen Mannschaftssport

handelte und legten damit den ersten

Samen für ein systematisches Zusammenspiel.

Leiser Widerstand wegen „zerrissener

Schulkleidung“

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite 186; Haymon Verlag, 1996

Von einem Zusammenspiel war noch wenig

zu sehen. Als Matador galt der beste Dribbler,

auch Kraftstöße standen hoch im Ansehen.

Einen Umschwung brachte das Jahr

1901, als die Brüder Erich und Edgar Leibnitz

studienhalber von Wien nach Innsbruck kamen.

Sie veranlassten das Aufstellen der ers-

Trainiert wurde am Prügelbau. Selbstverständlich

verwendete man auch den offiziellen

Jugendspiel-Nachmittag dafür. Zunächst

standen die Lehrkräfte dem Fußballspielen

teilnahmslos gegenüber. Da aber immer

mehr Schüler diesem Sport huldigten und in

Ermangelung von Fußbällen die leichten

Faustbälle verwendeten, ergaben sich bald

Reibungspunkte. Die bisher üblichen Ball-


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spiele wurden vernachlässigt, die Eltern

führten Klage über zerrissene Straßenschuhe

und vielfach kamen die Schüler hinkend

nach Hause. Die Fußballer beanspruchten

immer mehr Platz am Prügelbau und erschwerten

damit den übrigen Spielbetrieb.

Die Turnvereine stellten ein Nachlassen im

Besuch ihrer Hallen fest und da auch der

Studienerfolg gerade bei den Fußballern

merklich zurückging, sahen sich die Schuldirektionen

gezwungen, am Jugendspieltag

das Fußballspiel zu verbieten. Es kam zwar

nie zu einem generellen Fußballspielverbot

für die Mittelschüler, es war aber tatsächlich

so, dass die bekannten und

„unverbesserlichen" Fußballer unter Schikanen

seitens einiger Lehrer zu leiden hatten.

In der Schrift „Fußball in Tirol 1898-

1918“ (der namentlich nicht angeführte Verfasser

dürfte am Fußballgeschehen dieser

Zeit aktiv mitgewirkt haben) findet sich über

diese Zeit folgende Bemerkung:

„Die unternehmungslustige Jugend ließ sich

aber nicht unterkriegen. Jede freie Minute

war dem Fußball gewidmet. War das Fußballspielen

am Prügelbau fast unmöglich geworden,

so wurde der kleine Ausstellungsplatz

(ca. 70 x 40 m) und die Gründe beim

Löwenhaus mit Beschlag belegt. Der Fußballsport

hatte bereits festen Fuß gefasst

und ließ sich - wie überall - durch nichts in

seiner Entwicklung aufhalten.“

Es sind uns aus dieser Zeit keinerlei Ergebnisse

von Wettkämpfen bekannt. Mittelschüler

durften keinem Verein angehören oder

einen solchen gründen, es finden sich auch

keinerlei Aufzeichnungen, der mündlichen

Überlieferung nach sollen die stärksten

Mannschaften jene der Realschule und des

Die Gründungsjahre:

FC Sans Papiers Innsbruck (2013)

SPG Innsbruck West (2012) - vormals ISK

(1923 als SV Hötting gegründet) und SV

Lohbach (1979)

SVG Reichenau (1976)

Union Innsbruck (1965)

SK Wilten (1923)

FC Veldidena (1919)

Innsbrucker AC / IAC (1919)

FC Wacker Innsbruck (1913)

Sportverein Insbruck (1905)

Gymnasiums gewesen sein.

Probleme gab es auch in finanzieller Hinsicht.

Man nahm aus den Wettspielen nichts

ein. Der Kauf eines Balles oder gar von Fußballschuhen

musste vom Taschengeld bestritten

werden. Als Dressen verwendete

man meist die einheitliche Kleidung des obligaten

Turnunterrichts. Als Schiedsrichter

fungierte oft Dr. Otto Janowski, von dem berichtet

wird, dass er von allen Parteien anerkannt

war.

Ein Münchner als Missionar des Innsbrucker

Fußballs

Eine Änderung brachte das Jahr 1902, als

Arthur Ringler - ein Spieler des FC Bayern

München - als junger Architekt von München

nach Innsbruck übersiedelte. Er suchte

auch in Innsbruck nach sportlicher Betätigung.


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Er besuchte viele Wettkämpfe und sah, dass

genug brauchbares Spielermaterial vorhanden

war. Für eine geplante Vereinsgründung

gab es jedoch vorerst nicht den nötigen

Rückhalt, es fehlten die Volljährigen und außerdem

hatte Ringler als Neuzugezogener

noch keinen gesellschaftlichen Anschluss gefunden.

Er suchte und fand diesen beim Innsbrucker

Turnverein und warb intensiv für

den Fußballsport. Schließlich gelang es ihm,

weitere Mitstreiter zu gewinnen und mit Unterstützung

des Wirtes vom „Tivoli“, eine

Wiese auf den Gründen der späteren Sillsportanlage

für ihre Zwecke zu benützen. Im

März 1903 wurde eine Versammlung im

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"Grauen Bären" abgehalten, auf der die

Möglichkeit der Schaffung einer Fußballriege

im Innsbrucker Turnverein (ITV) besprochen

wurde. Die Bedingungen des ITV wurden angenommen

und noch im selben Monat wurde

die Fußballriege des ITV gegründet.

Der Stadtmagistrat erteilte die Bewilligung,

den Ausstellungsplatz beim Messegelände in

Saggen zu benutzen. Am 1. Juni 1903 fand

das erste öffentliche Fußballwettspiel in Innsbruck

statt. Im Rahmen des „3. Tiroler

Gauturnfestes“ standen einander der ITV

und der Meraner TV gegenüber. Das Spiel

endete mit einem 5:1-Erfolg der Innsbrucker.

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite 185; Haymon Verlag 1996


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Mit diesem ersten Spiel erhielt der Fußballsport

in Innsbruck mächtigen Auftrieb. Allerdings

beschränkten sich die Spiele weiterhin

auf interne Begegnungen. Gymnasium, Realschule,

Handelsakademie und die Gewerbeschule

spielten um die Vorherrschaft.

Zum ersten internationalen Spiel kam dann

am 26. Juni 1904 die 2. Garnitur des FC Bayern

München nach Innsbruck. Das Spiel fand

anläßlich des 1. Stiftungsfestes der ITV-

Fußballriege am Klosterkasernenhof statt.

Der ITV erreichte ein ehrenvolles 1:1-Remis.

Gründung des „Fußball Innsbruck“

Immer mehr aber kam es zu internen Differenzen

im ITV. Zum einen war die finanzielle

Belastung hoch, zum anderen

gab es Bedenken seitens

des Turnrates in völkischer

Hinsicht. Arthur Ringler

hatte Mühe, die Spannungen

im ITV abzubauen.

Die meisten Aktiven der

Fußballriege des ITV fühlten

sich durch den Turnrat

in der Freizügigkeit und

Entwicklung stark gehemmt.

Vorstand Anton

Tschon berief deshalb für

den 3. April 1905 eine Besprechung

ein, um die

Gründung eines selbständigen

Fußballvereines zu erörtern.

Schon eine Woche

später fand im „Gasthof

Bierwastl“ die Gründungsversammlung

statt. Achtzehn

Anwesende erklärten

sich sofort bereit als aktive

Spieler beizutreten. Am 22.

Mai 1905 wurden von der k. u. k. – Statthalterei

für Tirol und Vorarlberg die Vereinsstatuten

zur Kenntnis genommen. Damit war

die Gründung des „Fußball Innsbruck“ (FI)

vollzogen.

Am 25. Juni 1905 fand das 2. internationale

Spiel des ITV gegen den MTV München 1879

statt. Die Münchner siegten klar mit 9:2. Es

war dies das letzte Spiel der Fußballriege

des ITV, die aufgrund der Abwanderungen

vieler Spieler zum Fußball Innsbruck arg geschwächt

wurde. Die immer krasser auftretenden

Gegensätze zwischen Turnen und

Sport führten zur Auflösung der ITV-

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite

187; Haymon Verlag 1996


Fußballriege. Es war aber der große Verdienst

des Innsbrucker Turnvereines, dem

Fußballsport in Innsbruck eine Basis geschaffen

zu haben.

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Zum Eröffnungsspiel des FI wurde die Mannschaft

des MTV München eingeladen, jene

Mannschaft, die die Fußballriege des ITV mit

9:2 besiegt hatte. Das Spiel am 22. Oktober

1905 endete mit einem 5:0-Sieg der Gäste.

Die Jahre 1906 bis 1908 wurden von Leutnant

Philipp Nauß geprägt. Der Torhüter im

ersten offiziellen Fußball-Länderspiel 1902

gegen Ungarn wurde nach Innsbruck versetzt,

nachdem seine sportliche Tätigkeit in

Wien von der k. u. k. Armee missbilligt worden

war. Als begeisterter Fußballer schloss

er sich auch in Innsbruck als Mitglied dem FI

an. Die sportliche Betätigung von Nauß auch

in Innsbruck führte dazu, dass er in die Herzegowina

versetzt wurde. Sein Nachfolger

als Kapitän wurde der Böhmer Emil Mitter,

der vor allem ein hervorragender Organisator

war. Seiner Initiative war die erste Fußballmeisterschaft

von Tirol und Vorarlberg zu

verdanken.

Am 29. September 1909 stand nachstehender

Aufruf in den Innsbrucker Nachrichten:

„Zur Hebung des Fußballsports in Tirol und

Vorarlberg hat der FI gemeinschaftlich mit

dem FC Lustenau beschlossen, eine Meisterschaft

von Tirol und Vorarlberg auszutragen.“

Am 24. Oktober 1909 kam es nach einer Tiroler

Vorrunde gegen die FI-B-Mannschaft

und der Realschule zum Finalspiel zwischen

dem FI und dem FC Lustenau, das die Innsbrucker

mit 3:2 für sich entschieden. Damit

hatte der „Fußball Innsbruck“ die erste gemeinsame

Meisterschaft gewonnen.

Erstes in Innsbruck eigens hergestelltes Fußballplakat.

Hintergrund Stadtturm, Adler

auf der Dress und eine Zuseherin.

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite

187; Haymon Verlag 1996

Bei der Generalversammlung am 22. Dezember

1909 übernahm Emil Mitter die Stelle

des 1. Vorstandes. Anton Tschon legte das

Amt zurück, da er seine ganze Kraft dem

Schisport widmen wollte. Bei dieser Versammlung

wurde auf Antrag von Emil Mitter

diskutiert, sich zusammen mit dem Innsbrucker

Eislaufverein zu einem allgemeinen

Sportverein umzuwandeln.

Mitters Ziel war die Schaffung eines großen

Vereines, in dem alle Sportarten vertreten

sein sollten. Er berief dazu am 10. Mai 1910

eine Besprechung ein. Anwesend waren Ver-


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—10 -

treter folgender Sportarten: Fußball, Leichtund

Schwerathletik, Tennis, Land- und Eishockey,

Schilauf, Bobfahren, Eislaufen und Radfahren.

Es wurden danach Vorbereitungen

für eine Gründungsversammlung getroffen.

Der geplante Verein sollte den Namen

„Tiroler Sportklub“ (TSK) führen. Der FI sollte

als erste Sektion beitreten. Dies war in einer

außerordentlichen Generalversammlung

am 17. Februar 1910 bereits beschlossen

worden.

Als das Proponenten-Komitee am 17. Juni

1910 im „Breinößl“ zusammentrat, kam es

wie schon bei einer Sitzung am 26. April

1910 zu einer Kontroverse. Viele Mitglieder

des FI wehrten sich gegen den Beitritt zum

TSK und somit kam es zur Auflösung des eigenständigen

Fußballvereines. Auch seitens

der anderen anwesenden Vereine fand

Mitter keine ausreichende Unterstützung

und so gründete er zunächst einen 2. Fußballverein,

den „Tiroler Sport-Club“ (TSC)

und wandte sich vom FI ab. Da ein Teil der

Mitglieder des FI - die Mitter unterstützten -

zum TSC abwanderte, traten Spannungen

zwischen dem FI und dem TSC auf.

Anfängliche Feindschaft endete in gesunder

Rivalität

Die Monopolstellung des „Fußball Innsbruck“

war durch den TSC gebrochen. Zunächst

begann zwischen beiden Vereinen

ein Kleinkrieg, der aber beiden Vereinen

schadete. Schließlich söhnte man sich im Interesse

des Fußballsports aus. So wurde

auch ein Schiedsrichterkollegium gegründet

und für den 13. August 1910 ein Freundschaftsspiel

vereinbart, das der FI mit 5:3 gewann.

Seit dem 1. September waren beide

Vereine Mitglied des Alpenländischen Fußballverbandes

mit Sitz in Graz und damit

auch des Österreichischen Fußballverbandes

(ÖFV). Ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit

war die Veranstaltung von Spielen.

Die erste Garnitur des FC Bayern München

besiegte am 9. Oktober 1910 erst den FI mit

7:1, danach den TSC mit 5:1.

Im Jahr 1911 war der FI nicht sehr erfolgreich.

Die Niederlage am 23. April gegen den

TSC mit 2:3 schmerzte besonders. Am 10.

Juni gelang mit 3:0 die Revanche. Am 2. Juli

gastierte erstmalig mit dem Wiener Sport-

Club eine Wiener Mannschaft in Innsbruck,

der gegen eine kombinierte Stadtauswahl (FI

und TSC) antrat und mit 7:0 gewann.

In der Folge kam es immer wieder vor, dass

Aktive des TSC beim FI mitwirkten, ohne dazu

berechtigt zu sein. Aufgrund von Problemen

beim TSC kehrten nach und nach die

Spieler wieder zu ihrem Stammverein zurück.

Der TSC verweigerte die Freigabe. Als

die Spieler weiterhin für den FI antraten,

wurde die Anzeige beim ÖFV erstattet. Der

FI verteidigte sich damit, dass sich die Spieler

offiziell beim TSC abgemeldet hatten.

Bei der Generalversammlung am 14. Februar

1912 wurde die Vereinsleitung damit beauftragt,

beim Österreichischen Fußballverband

um die nachträgliche Zuerkennung des

Meistertitels von Tirol und Vorarlberg vorstellig

zu werden. Die Erfolge gegen den TSC,

den FC Lustenau, SC Meran und verschiedene

bayrische Mannschaften sollten das Ansuchen

begründen. Diesem Antrag konnte

der ÖFV aber aus verständlichen Gründen

nicht folgen.

Das Jahr 1913 brachte neben einer regen

sportlichen Tätigkeit auch das Auftreten


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—11 -

5. Mai 1910: Erinnerungsfoto mit dem FC

Bayner München, Hintergrund Pavillon des

IEV

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite

188; Haymon Verlag 1996

zahlreicher selbständiger Jungmannschaften.

Ein Problem war für die Vereinsleitung,

die über 70 Aktiven in den Sportbetrieb

einzubauen. Zahlreiche interne Spiele

wurden angesetzt, um alle Mitglieder zum

Spieleinsatz kommen zu lassen. Wilten, die

Innere Stadt, Hötting und Pradl traten gegeneinander

an. Es wurde damit zwar die

Spielfreude der Mitglieder befriedigt, doch

wuchsen damit auch die Ausgaben, da die

meisten dieser Spiele ohne Eintritt abgewickelt

wurden. Die Erträge der ersten Mannschaft

waren aber nicht so hoch, dass der

Betrieb von fünf bis acht Mannschaften bestritten

werden konnte.

1914 hatte der Fußballsport in Innsbruck immer

mehr Zulauf gefunden. Die Jungmannschaften

wie Kriketer, Punktum, Premiere,

Olympia und FC Rapid hatten aber nur eine

sehr instabile Basis.

An den beiden letzten Junitagen 1914 gastierte

die Jugend des FC Bayern München in

Innsbruck. Zwei Spiele gegen die Jungmannschaft

des FI endeten mit 2:2 und 3:3. Während

des ersten Spieles traf die Nachricht

vom Attentat in Sarajevo ein. Mit Ausbruch

des Ersten Weltkrieges stellte der „Fußball

Innsbruck“ nach und nach seine Tätigkeit

ein. Mitte Juli 1914 zählte der FI 104 aktive

Mitglieder, die ausnahmslos einzurücken

hatten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde

am 28. Februar 1919 eine Generalversammlung

abgehalten, auf der die Namensänderung

- nachdem eine Leichtathletiksektion

beschlossen wurde - auf Sportverein Innsbruck

(SVI) erfolgte. Der SVI war ein Gründungsmitglied

des Tiroler Fußballverbandes,

der am 5. September 1919 gegründet wurde.

Nach Kriegsende fanden sich im Winter

1918/19 bereits wieder die ersten Sportbegeisterten

auf einem kleinen Platz bei der

Ausstellungshalle ein. An Ausrüstungsgegenständen

mangelte es allerdings in dieser

Phase an allen Ecken und Enden. Es gab zu

dieser Zeit auch noch keinen geregelten

Spielbetrieb, so kam es immer wieder zu

Meinungsverschiedenheiten zwischen den

einzelnen Gruppen bzw. Vereinen, wer denn

nun wann gegen wen antrat, auch wer bei

welcher Gruppierung spielte, war nicht immer

klar, es kam laufend zu Spielerwechseln

- ein natürlich auf Dauer unhaltbarer Zustand.

Mittlerweile gab es neben dem SV Innsbruck

(dem ältesten Tiroler Fußballverein)

und dem FC Wacker, auch noch Rapid, Germania,

Veldidena, den Arbeiter-Turnverein

und den Studenten-Fußballklub.

Die Tiroler Fußballvereine waren Mitglieder

des „Alpenländischen Fußballverbandes“,

der seinen Sitz in Graz hatte. Durch die Bildung

von sechs Innsbrucker Fußballvereinen


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im Winter 1918/19 und der politischen Unsicherheiten

waren die Tiroler Vereine bestrebt

einen eigenen Verband zu gründen,

der sich an den Österreichischen Fußballverband

anschließen sollte. So kam es im Frühjahr

1919 zu ersten Gesprächen von Tirolern

mit dem ÖFV-Sekretär Felix Senzer, der dieses

Vorhaben auch unterstützte. Um die Verbundenheit

des ÖFV mit den Tirolern zu untermauern,

trat im August der Wiener AC,

eine Spitzenmannschaft der höchsten Wiener

Spielklasse, gegen eine Innsbrucker Auswahl

an. Die Tiroler siegten vor einer beträchtlichen

Zuschauermenge überraschend

mit 3:1.

Am 5.9.1919 erfolgte die Gründungsversammlung

des Tiroler Fußballverbandes im

Gasthof „Grauer Bär“. Vertreten waren der

SV Innsbruck, FC Wacker, FC Rapid, Fußballriege

des R. u. R. Veldidena, Fußballabteilung

des ATV Innsbruck und FC Germania.

Nicht erschienen sind die Sportabteilung des

ITV, SC Tirol, sowie die in Gründung befindlichen

Ballspielklub Mühlau, Studenten FC,

Bankensportklub und Ch.d.TV Innsbruck

(Christlich deutscher Turnverein). Im Spätherbst

musste sich der TFV in „Tiroler Fußball

Gauverband“ umbenennen. Ab Sommer

1920 durfte sich der Verband wieder „Tiroler

Fußballverband“ nennen.

Klasse, die als Probemeisterschaft für die

kommende erste A-Meisterschaft mit den

„großen“ SVI, FC Wacker und Rapid, sowie

dem Meister eben dieser B-Klasse beginnen

sollte. Es wurden allerdings dann zwei

Mannschaften aus der B-Klasse in die höhere

Klasse aufgenommen – die Reserveteams

vom SVI und von Rapid.

In der Folge spielte Wacker gegen den FC

Lustenau und unterlag mit 1:5 und 1:3. Drei

Spiele gegen Südtiroler Vereine konnten allerdings

gewonnen werden.

Noch immer war aber das größte Problem

der Mangel an geeigneten Spielstätten für

die Vereine. Aus diesem Grund schloss sich

kurzfristig auch der SV Innsbruck dem Arbeiter-Turnverein

an, der auch das alleinige

Nutzungsrecht für den Platz bei der Ausstellungshalle

zuerkannt bekommen hatte. Nach

den folgenden Protesten der anderen Vereine

wurde jedoch verfügt, dass alle Vereine,

die im Verband organisiert waren, ihre Meisterschaftsspiele

auf dem nunmehrigen

„Städtischen Sportplatz“ - der in der Folge

auch ausgebaut wurde - bei der Ausstellungshalle

austragen konnten.

Damit waren die Rahmenbedingungen für

einen geregelten Meisterschaftsbetrieb im

Tiroler Fußball geschaffen.

Der Anpfiff zur ersten Meisterschaft erfolgte

am 9. Oktober 1919 mit dem Spiel des ATV

Innsbruck gegen die Reserve des FC Wacker

auf dem Gelände der Klosterkaserne. Die

Wackerianer siegten mit 4:0. Dieses Spiel erfolgte

im Rahmen der Meisterschaft der B-

14. Juni, 1919: FC Wacker Innsbruck vs. FC

Lustenau

Foto: Karl Graf, Tiroler Sportgeschichte, Seite

188; Haymon Verlag 1996


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In den Anfangsjahren gab es eine Vielzahl an

Vereinen, die sich der Faszination Fußball

nicht entziehen konnten.

So wurden ab 1919 folgende Vereine mit

Innsbruck-Bezug in den unterschiedlichen

Quellen angeführt, wobei kein Anspruch auf

Vollständigkeit erhoben wird:

SV Innsbruck

FC Wacker

FC Rapid

Fußballriege des R. u. R. Veldidena

Fußballabteilung des ATV Innsbruck /

ATuS Innsbruck (wurde 1925 in IAC umbenannt)

FC Germania

Sportabteilung des ITV

SC Tirol

Ballspielklub FC Mühlau (ging 1924 in

den FC Veldidena auf)

Studenten FC

Bankensportklub (stellte 1924 seinen

Spielbetrieb ein)

Ch. D. TV Innsbruck (christlich deutscher

Turnverein)

FC Veldidena

Akademische FC

FC Sturm (FC Wacker / FC Rapid)

SV Hötting (Innsbrucker SK)

ATV Pradl (wurde 1925 in FC Vorwärts

umbenannt)

ASC Olympia (Umbenennung 1936 in

SK Wilten)

SC Lichtwerke

Peter-Mayr-Bund/Peter-Mayr-Sport

FA der Pfadfinder

FC Mühlau (1930)

SV Grünweiß

Heeressport Innsbruck

Österr. Jugendkraft

FC Flugrad (Bundesbahn Sportvereinigung)

1926 mussten sich die Vereine entscheiden,

ob sie dem ÖFB beitreten wollen. Alle Vereine,

mit Ausnahme des FC Vorwärts taten

dies, FC Vorwärts und ASC Olympia traten

dem „Verband der Amateurfußballer Österreichs“

(VAFÖ) bei.

Unter dem nationalsozialistischen Regime

wurden auch zahlreiche Änderungen im

Fußball vollzogen. Das Fachamt Fußball im

NSRL (Nationalsozialistisches Reichsamt für

Leibesübungen) entscheid, dass vier Vereine

in Innsbruck ausreichend wären. Als spielstärkste

Mannschaften verblieben der ISK

und der IAC, aufgrund ihrer Bedeutung als

Wegbereiter für den Fußball der SVI und der

FC Wacker. Diese Verfügung bedeutete das

Ende aller anderen Vereine.

ISK und IAC spielten in der Bezirksklasse Bayern-Süd,

die übrigen Vereine mit den Reserveteams

im Kreis Tirol. Der IAC steig noch im

Herbst aus der Bezirksklasse Bayern Süd aus.

Ein Meisterschaftsbetrieb fand kaum statt.

Als Neugründung kam der Reichsbahn-SV

dazu. 1941 schied der IAC aufgrund der Einberufungen

aus der Meisterschaft aus, 1942

musste der ISK und Ende 1943 musste der

FC Wacker die Spielbetriebe einstellen.

Ein Kuriosum an Rande. Im Pokalendspiel

Gau/Tirol/Vorarlberg 1944 besiegte der SV

Silz überraschend den Favoriten SVI mit 4 zu

3. Am 6.4.44 hätte der SV Silz in Innsbruck

gegen den FC Bayern München spielen sollen.

Wenige Tage vorher kam jedoch die Weisung

aus Berlin, dass alle größeren Sportveranstaltungen

zu unterbleiben hätten.

Am 29.10.1944 fand die letzte Begegnung

mit dem Spiel Reichsbahn SV gegen SVI im

Rahmen des NSRL in Innsbruck statt.


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Unter der Führung der alliierten Truppen ab

Mai 1945 waren die Fußballer die ersten

Sportvereine, die ihre Tätigkeit wieder aufnahmen.

Die französische Besatzung in Tirol

war durchaus sportfreundlich eingestellt,

wobei jedoch keine Meisterschaft ausgetragen

wurde. Im neuorganisierten TFV haben

die Vereine ISK, IAC, SVI und FC Wacker ihre

Tätigkeit aufgenommen. Es folgten












SC Rotweiß (ESV Austria)

Polizei SV

Eisenbahn SV

Peter-Mayr Sport (SVG Tyrol)

SK Wilten

FC Sturm

FC Zollwache

FC Veldidena

Union Innsbruck

SVG Reichenau

FC Sans Papiers

Die große Anzahl an Vereinen in der Innsbrucker

Fußballgeschichte ist bei Betrachtung

der Platzverhältnisse für die Sportler

verwunderlich.

Der Prügelbau, ein Gelände am Inn, das ursprünglich

der Lagerung von Schwemmholz

und später dem Bau der Universitätsgebäude

diente, ist der ersten bekannte

„Fußballplatz“ in Innsbruck. Später stand

den Vereinen ein kleiner und steiniger Platz

beim Ausstellungsgelände zur Verfügung.

Für „große“ Spiele stand der große Hof der

Klosterkaserne zur Verfügung. Hier erfolgte

auch der Anpfiff zu ersten B-Meisterschaft

1919.

Vorsprachen beim Magistrat Innsbruck betreffend

dem Problem Fußballplatz in Innsbruck

verliefen 1920 ergebnislos.

Mit Hilfe des städtischen Bauamtes wurde

der Ausstellungsplatz auf 103 mal 61 m vergrößert,

für Trainingszwecke wurde von der

Militärverwaltung der Hof der Klosterkaserne

und der Landschützenkaserne

(Polizeidirektion) ab 17 Uhr zur Verfügung

gestellt.

Mit der Gründung des SV Hötting im Jahr

1924 wurde auch mit dem Bau des Flungersportplatzes

begonnen (benannt nach der

Wirtin des „Rößl in der Au“). Hötting war jedoch

ein eigenständiges Dorf, daher beschloss

die Stadt Innsbruck, die Anlage am

Tivoli zu errichten, die am 16. und 17. Mai

1925 eröffnet wurde. Gleichzeitig wurden

den Vereinen der Platz am Ausstellungsgelände

wieder entzogen.

Im Herbst 1930 musste der Flungersportplatz

wieder aufgegeben werden. Peter Mayerl

vermittelte in Pradl ein geeignetes

Grundstück, wobei der ÖFB die Baukosten

und den Pachtzins übernahm und am

30.8.1931 konnte der Verbandsplatz übergeben

werden.

1933 standen den Innsbrucker Vereinen der

Verbandsplatz, der Klosterkasernenplatz,

der Besele sowie drei Felder am Tivoli zur

Verfügung.

Die Schwierigkeiten mit dem Heeressportverein

führten auch wieder zu einer Verschärfung

der Platzsituation. Der 1932 ge-

Innsbrucks Fußballplätze


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gründete Verein wurde von den Mitbewerbern

(insbesondere FC Wacker und IAC) als

„Profiverein“ betrachtet. So hat der Heeressportverein

die Nutzung des Klosterkasernen-Sportplatzes

für alle Vereine zugesagt.

1933 drohten die Vereine beim TFV

nicht mehr gegen den Heeressportverein anzutreten,

dieser widerrief die Nutzung des

Kasernen-Sportplatzes.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges war die

Beschaffung von Fußballschuhen und Bällen

sowie die Wiederherstellung zerstörter Anlage,

wie das bombenzerstörte Tivoli, eine besondere

Herausforderung. Den Verantwortlichen

gelang es, den W1 Platz einzuebnen

und Tore aufzustellen. 1947 konnte mit der

Umzäunung sowie der Errichtung von Umkleideräumen

und Sanitäreinrichtungen das

Projekt Tivoli fortgesetzt werden.

Am 2. August 1953 wurde das Tivoli-Stadion

eröffnet und einen Monat später der Wacker-Platz

in Pradl übergeben. Das „Tivoli

alt“ wurde nach der Eröffnung des „Tivoli

neu“ abgerissen.

Im Frühjahr 1969 wurde die neue Platzanlage

des ASKÖ, Landesstelle Tirol, mit dem

Sportheim in der Radetzkystraße eröffnet.

1979 wurde eine eigene Sportanlage in der

Reichenau für die SVG Reichenau (SVR) eröffnet,

ein „berüchtigter roter Sandplatz“,

der begrünt wurde. Im November 2010 bis

Juni 2011 wurde ein Gebäude ersetzt und

eine überdachte Tribüne für 250 Personen

errichtet. Im Mai 2016 wurde der neue , große

Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage übergeben.

Der Fußballplatz Hötting-West konnte 1988

seiner Bestimmung übergeben werden.

2007 wurde die Anlage saniert und unter anderem

ein Kunstrasenplatz angelegt, dessen

Kunstrasen 2016 erneuert wurde.

Das „Tivoli Stadion Tirol“ wurde am 8. September

2000 eröffnet. Für die Fußball-

Europameisterschaft wurde das Stadion bei

der Zuseherkapazität vergrößert und dann

wieder rückgebaut.

Der im Jahr 2001 eröffnete Kunstrasenplatz

Besele/Wilten West wurde 2011 mit insgesamt

6600 m² Kunstrasen neu verlegt. Zusätzlich

erneuert wurden die Tragschicht, die

Bewässerungsanlage sowie die gesamte

Flutlicht- und Beschallungsanlage. Vor dem

Kunstrasenplatz war der Besele ein Sandplatz.

Aktuell sind die Vereine auf folgenden Plätzen

beheimatet:

Wiesengasse: SVI, FC Wacker Innsbruck Damen

Tivoli Stadion Tirol: FC Wacker Innsbruck

Tivoli W1: FC Wacker Innsbruck II

Besele/Wilten: SK Wilten, FC Veldidena, FC

Sans Papiers

Sportplatz Reichenau: SVG Reichenau

ASKÖ-Platz: IAC

Sportplatz Hötting-West: SPG Innsbruck

West

Fenner-Areal: Union Innsbruck

Der ASKÖ-Platz in der Radetzkystraße wird

aufgrund eines Bauprojektes verlegt.

Das Fenner-Areal soll im Rahmen des MCI-

Zubaus neu gestaltet werden.


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Die Geschichte des SVI ist ident mit der Geschichte

des Fußballs in Innsbruck. Am 22.

Mai 1905 wurden von der k. u. k. – Statthalterei

für Tirol und Vorarlberg die Vereinsstatuten

zur Kenntnis genommen. Damit war

die Gründung des „Fußball Innsbruck“ (FI)

vollzogen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde

am 28. Februar 1919 eine Generalversammlung

abgehalten, auf der die Namensänderung

- nachdem eine Leichtathletiksektion

beschlossen wurde - auf Sportverein Innsbruck

(SVI) erfolgte.

In den folgenden Jahren wurde viel in Nachwuchsarbeit

investiert und der SVI gewann

in den 1950er und frühen 1960er Jahren

zahlreiche Titel bei Schüler- und Jugendmeisterschaften.

In den Jahren 1972 und

1974 wurde der Sportverein nach ein paar

wechselhaften Spielsaisonen erneut Tiroler

Meister und stieg in die Regionalliga West

auf. Aufgrund finanzieller und sportlicher

Belastungen beschloss man zu dieser Zeit,

eine Spielgemeinschaft mit dem Innsbrucker

Sportklub (ISK) einzugehen. Diese Fußballehe

bezog sich jedoch nur auf die Kampfmannschaften.

1976 trat der Eisenbahner Sportverein (ESV)

der Spielgemeinschaft bei, daraufhin wurde

der Vereinsname unter Einbeziehung des

Hauptsponsors in SPG Raika Innsbruck umbenannt.

In dieser Konstellation folgte in der

Saison 1978/79 der Titel in der Alpenliga

und die Qualifikation für die 2. Division der

Bundesliga. Dort errang man gegen SSW Innsbruck

im Lokalderby ein 1:1-Remis vor

14.000 Zuschauern.

Schlussendlich belegte

die SPG Raika Innsbruck

den 4. Tabellenplatz.

Im Sommer 1980

wurde u.a. folgende

Spieler verpflichtet: Dietmar Constantini,

Günther Caha, Wolfgang Schwarz, im Herbst

Hans Pirkner und Peter Koncilia. Nachdem

das große Ziel - der Aufstieg in die höchste

Spielklasse - klar verfehlt wurde, folgte im

Jahr 1982 die Auflösung der Spielgemeinschaft

und der Zerfall in die einzelnen Trägervereine.

Beim SVI entschied man sich für einen Neubeginn

und startete in der kommenden Saison

in der 1. Klasse West. In den darauffolgenden

Jahren gelang dem Sportverein der

Ligadurchmarsch mit den Meistertiteln in

der 1. Klasse West (1985/86), Gebietsliga

West (1987/88) und der Landesliga West

(1988/89). In der Spielsaison 1989/90 spielte

der SVI in der Tiroler Liga und erreichte

den Vizemeistertitel.

Nach 14 Jahren in der Tiroler Liga stieg der

SVI in der Saison 2002/03 in die Landesliga

West ab, konnte jedoch 2003/04 mit Trainer

Alois Heissenberger und Co-Trainer Horst

Heissenberger den erneuten Aufstieg feiern.

In den letzten Spielsaisonen landete der SVI

jeweils im Mittelfeld der Telesystem/UPC

Tirol Liga. Im Jubiläumsjahr 2015 darf sich

der Sportverein Innsbruck mit seinem Langzeittrainer

Hans Glabonjat und Obmann

SVI / Sportverein Innsbruck / gegr. 1905


Gerhard Grosch über tolle sportliche Erfolge

freuen. In der UPC Tirol Liga holt sich der SVI

den dritten Tabellenplatz und im TFV Kerschdorfer

Tirol Cup zieht der SVI in das Finale

gegen die SVG Reichenau ein. In einem

spannenden Spiel in Kitzbühel musste sich

der SVI erst im Elfmeterschießen geschlagen

geben. Mit dem Einzug in das Finale sicherte

sich der SVI auch die Teilnahme am ÖFB

Samsung Cup. In der ersten Runde wartete

auf den Innsbrucker Jubiläumsverein der

zweifache ÖFB Cupsieger SV Ried.

Mit Markus Seelaus wurde vom SVI eine

„alter“ bekannter Spieler zum Trainer der

Kampfmannschaft ernannt. Im Mittelpunkt

der Vereinspolitik steht die Förderung des

eigenen Nachwuchses.

Ausschnitte aus dem Jubiläumsmagazin:

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Die Geschichte des FC Wacker Innsbruck ist

in zahlreichen Büchern und Magazinen zu

finden. Daher auch nur ein kurzer Blick auf

die Entstehung des Vereins, der Innsbruck in

der obersten Fußballklasse repräsentiert.

1913 – 1971 FC Wacker Innsbruck

1971 – 1975 SPG Swarovski Wacker Innsbruck

1975 – 1986 Sparkasse Swarovski Wacker

Innsbruck (SSW Innsbruck)

1986 – 1992 FC Swarovski Tirol

1992 – 1993 FC Wacker Swarovski Innsbruck

1993 – 1994 FC Innsbruck Capillaris Tirol

1994 – 1995 FC Innsbruck Tirol

1995 – 2002 FC Tirol Milch Innsbruck

2002 – 2007 FC Wacker Tirol

2007 – FC Wacker Innsbruck

Offiziell wird der Verein als FC Wacker Innsbruck

1913 geführt. Und diese Jahreszahl

bewegt die Gemüter seit langem. Am 17.

Dezember 1914 beantragt Benedikt Hosp

die Eintragung in das Vereinregister. Die

Gründungsversammlung soll erst nach der

Genehmigung der Statthalterei erfolgen. Im

Jänner 1915 wird die Gründung nicht untersagt

und die Medien berichten:

Sport. (Neuer Verein.) In Innsbruck hat sich

ein neuer Verein, der Fußballklub „Wacker“

Innsbruck, gegründet. Die Statuten sind bereits

von der Statthalterei in Innsbruck bewilligt.

Beitrittsanmeldungen werden beim

Schriftführer des Vereines Kiebachgasse Nr.

15, 3. Stock rechts, entgegengenommen.

(Innsbrucker Nachrichten, Jahrgang 1915,

Nummer 63, 5. Februar 1915, Seite 8.)

In der Meisterschaft

1922 umging der FC

Wacker den Abstieg

und gründete mit

dem FC Rapid den FC

Sturm. Ein Jahr später

wurde der FC Sturm wieder aufgelöst.

In der Saison 1937/38 wurde der FC Wacker

Meister der Klasse B. Im nationalsozialistischen

Regime war das Fachamt für Fußball

des Nationalsozialistischen Reichsbund für

Leibesübungen (NSRL) der Meinung, dass

vier Vereine in Innsbruck ausreichen (ISK,

IAC, SVI, FC Wacker). Die anderen Vereine

wurden aufgelöst. Ende 1943 musste der FC

Wacker den Spielbetrieb einstellen.

2002 musste der damalige Meister der Bundesliga,

FC Tirol Milch Innsbruck, Konkurs

anmelden.

Der Verein FC Wacker Tirol wird am 21. Juni

2002 gegründet und ist unter der ZVR-Zahl

180936826 gemeldet. Am 3. Juli 2002 wird

die Spielgemeinschaft WSG Swarovski

Wattens – FC Wacker Tirol, kurz SPG

Wattens/Wacker, gegründet. Damit kann

Schwarz-Grün in der Regionalliga West den

Spielbetrieb aufnehmen und den Platz der

WSG Swarovski Wattens einnehmen. Als FC

Wacker Tirol hätte der Verein in der untersten

Liga des Tiroler Fußballverbandes beginnen

müssen.

Seit 1. Juli 2007 lautet der Vereinsname FC

Wacker Innsbruck. Eine überwältigende

Mehrheit hat bei der Generalversammlung

am 23.2. die Namenänderung beschlossen.

FC Wacker Innsbruck / gegr. 1913


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Der Innsbrucker AC wurde am 1. März 1919

von einigen fußballbegeisterten Mitgliedern

des Arbeiter-, Turn- und Sportvereins Innsbruck

gegründet. Die Gründungsmitglieder

Franz Rieder, Schuchter, Bruckmoser und der

Förderer Orzag bemühten sich von Anfang

an, die Fußballsektion bekannt zu machen.

Das erste Spiel erfolgte gegen FC Germania

Innsbruck, der dieses mit 9:0 gewann. Bis

zum Herbst kamen noch weitere fünf

Freundschaftsspiele zur Austragung, die alle

mit Niederlagen, bei einem Torverhältnis

von 0:57 endeten. Darunter war ein Qualifikationsspiel

für die Meisterschaft 1920/21

gegen FC Wacker Innsbruck, das mit 8:0 verloren

ging. Im Jahr 1920/21 wurde die Qualifikation

für die Meisterschaft 1920/21 geschafft.

Bis zum Jahr 1937 holten die Athletiker

sieben Mal den Tiroler Meistertitel.

Der IAC war so wie der SVI, ISK und FC Wacker

nicht von der 1938 durchgeführten

Zwangsverkleinerung der Innsbrucker Mannschaften

betroffen, stellte jedoch 1941 den

Spielbetrieb ein. Nach dem Kriegsende

nahm der IAC den Spielbetrieb wieder auf.

1950/51 wurde eine Ligareform in West-

Österreich durchgeführt und der Innsbrucker

AC stieg in die neue geschaffene Liga,

die Arlbergliga, auf.

In der Saison 1952/53 schaffte die Mannschaft

in der Arlbergliga den ersten Platz und

spielte in einer Relegation gegen den Meister

der Tauernliga, SV Austria Salzburg. In

zwei Spielen verlor das Team mit 5:0 und 9:0

und verblieb in der Arlbergliga. Ende der

1950er Jahre pendelte der

Verein zwischen Tiroler

Landesliga und Arlbergliga.

Der Verein durchlief in den

folgenden Jahren alle Spielklassen

und spielte Anfang der 1970er Jahre

in der Regionalliga West. 1974 erfolgte der

Abstieg und man stieg erst 1980 wieder in

die Tiroler Landesliga auf.

Im Jahr 2002 ging die Herrensektion eine Kooperation

mit dem SK Rum, der in der Saison

2001/02 den Aufstieg von der Tiroler Liga

in die Regionalliga durch einen ersten

Platz schaffte, ein und spielte in der Regionalliga

West. In der Saison 2002/03 stieg die

Spielgemeinschaft ab und die Fusion löste

sich 2004/05 auf.

In der nächsten Saison feierte der IAC den

Tiroler Meistertitel und stieg in die Regionalliga

West auf. In der Saison 2007/08 stieg

der IAC in die „telesystem Tirol Liga“ ab. Aktuell

spielt der IAC in der Tiroler Gebietsliga

West.

IAC Damen

Die Frauenfußballabteilung des Innsbrucker

AC wurde 1991 gegründet und bestand bis

zum 30. Juni 2006, da die Damenmannschaft

vom FC Wacker Innsbruck übernommen

wurde.

Die erste Mannschaft spielte von 1997 bis

zur Auflösung 2006 in der Frauen-

Bundesliga, von 2002 bis zur Auflösung

spielte man unter dem Namen Innsbrucker

AC/FC Tiroler Loden.

Innsbrucker Atlethic Club—IAC / gegr. 1919


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Am 1. Juli 1919 als Royal Ulster Rifles Veldidena

1919 gegründet ist der FCV der viert

älteste Fußballklub Tirols.

Veldidena ist einer der beiden Traditionsvereine

im alten Innsbrucker Stadtteil Wilten

und trägt seine Herkunft auch im Namen:

Veldidena war die römische Siedlung im Gebiet

des heutigen Stadtteiles.

Der FC Veldidena Innsbruck nahm 1919 an

dem Qualifikationsturnier zur Meisterschaft

1920/21 teil. Dort scheiterten die Wiltener

an der 2. Auswahl des FC Rapid Innsbruck

mit 2:1 und mussten in der Tiroler B-Klasse

spielen. Dort gelang gleich in der Folgesaison

der Meistertitel und der Aufstieg in die

A-Klasse (Gegner waren der ITV, FC Rapid

und FC Wacker). Um dem Abstieg zu entgehen,

fusionierte der FC Wacker mit dem FC

Rapid zum FC Sturm. Bereits ein Jahr später

löste sich der FC Sturm wieder auf, und der

FCV verblieb in der A-Klasse.

1924/25 spielt Veldidena wiederum in der B-

Klasse, sicherte sich aber wieder den Meistertitel.

Erstmals wurde auch eine Jugendmeisterschaft

ausgetragen, Meister wurde

der FC Veldidena. 1929 sicherte sich die Reserve

des FC Veldidena den Titel.

Zwei Mal konnte sich der FC Veldidena über

einen dritten Platz jubeln, viermal wurde der

Verein Vizemeister.

Die Krönung war das Jahr 1928, das Jahr, in

dem man zum ersten Mal und auch zum

letzten Mal, Tiroler Meister wurde.

Die Veldidena wurde

im Sommer 1938,

ebenso wie die weiteren

Tiroler Vereine

Sturm Innsbruck,

Reichsbahn Innsbruck,

SK Wilten, Pfadfinder

oder Mühlau zwangsaufgelöst. Nach dem

Weltkrieg nahm der Verein seine Tätigkeit

wieder auf.

In der Meisterschaft 1948/49 ist der FC Veldidena

in der B-Klasse Innsbruck und in der

Jugend-B vertreten. In den folgenden Jahren

war der FCV in den verschiedenen unteren

Ligen des Tiroler Fußballverbandes zu finden.

1950, 1960, 1974, 1977 wurden immer wieder

Reformen der österreichischen Ligen

durchgeführt, die auf den FC Veldidena aber

keine Auswirkungen hatten.

1985 wurde wieder eine Reform der österreichischen

Ligen durchgeführt. Der Verein

aus Wilten befand sich in dieser Zeit in der

2. Klasse Innsbruck. Die Spielklasse wurde in

der Saison 1993/94 in 2. Klasse Mitte umbenannt.

2004 gelang der Aufstieg in die Gebietsliga

West und in der Folgesaison gleich auch der

Aufstieg in die Landesliga West. Dort konnte

man sich sechs Jahre lang halten.

Seit 2011 spielt der Verein in den unteren

Tiroler Ligen. Aktuell spielt der FC Veldidena

in der 1. Klasse West.

FC Veldidena / gegr. 1919


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—23 -

1923 war die Geburtsstunde des Metallarbeitersportklub,

doch bereits in den ersten

Vereinsjahren wurde der Name auf Amateursportklub

Olympia umbenannt. Am 2.

Juni 1934 erhielt der Verein den Namen

"Sportklub Wilten."

Der Mitgliedsbeitrag betrug damals ATS

1,00/Monat für aktive und unterstützende

Mitglieder bzw. ATS 0,50/Monat für die Jugend.

Das Vereinsinventar umfaßte folgende

Gegenstände: acht weiße Hosen, elf rote

Hosen, zwölf rotweiße Leibchen, neun alte

rote Leibchen, 17 Paar alte und elf Paar

neue Stutzen sowie eine komplette Garnitur

Dressen. Für die Jugendmannschaft war lediglich

eine Garnitur Dressen (jeweils elf

Stück) vorhanden. An Fußbällen waren nur

ein neuer Ball und vier alte Bälle verfügbar.

In der Zeit des nationalsozialistischen Regimes

wurde der Spielbetrieb des SK Wilten

auf Anweisung stillgelegt. Am 24. Oktober

1946 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder

auf.

1949/50 erfolgte der Beitritt zum ASKÖ.

1952 wurde der Aufstieg in die Landesliga

erreicht.

1956 schafft die Mannschaft den neuerlichen

Aufstieg in die Landesliga, 1959 wurde

eine eigene Eishockeysektion im Verein gegründet.

Allerdings kam es 1962 zur Abspaltung

dieser Eishockeysektion, die als eigenständiger

Verein weiterspielte.

1974 wurde mit Hans Seidemann von der

Schlüsselzentrale in der Innsbrucker Altstadt

der erste Sponsor beim SK

Wilten begrüßt. 1978 folgte

ein neuer Sponsor, die

Erste Tiroler Arbeiterbäckerei

(ETAB). Diese Zusammenarbeit

dauerte bis

1981.

1985/86 wurde die Spielgemeinschaft SK

Wilten/ESV Austria beschlossen. Im gleichen

Jahr stieg die Kampfmannschaft wieder in

die 1. Klasse ab. 1990 konnte der SK Wilten

die HYPO Bank Tirol als Sponsor gewinnen.

Im Nachwuchssektor wurde der Versuch gestartet,

mit dem Nachbarverein FC Veldidena

eine Spielgemeinschaft einzugehen.

Im Jubiläumsjahr 1993 (70 Jahre SK Wilten)

wurde der Meistertitel der Kampfmannschaft

gefeiert und auch die IB-Mannschaft

errang den Meistertitel.

Das Jahr 2000 brachte das Ende der Spielgemeinschaft

mit dem Nachbarverein FC Veldidena.

Im Sommer 2002 wurde mit dem FC

Union ein neuer Partner im Nachwuchsbereich

gefunden. Seit 20.3.2015 führt Ante

Polzinger das Obmannamt.

Im Jahr 2014 gründete der SK Wilten eine

Damenmannschaft.

In der Saison 2016/2017 wurde erstmals in

der Vereinsgeschichte der Meistertitel und

der Aufstieg in die höchste Tiroler Spielklasse

erreicht. Nach dem letzten Platz in der

Frauen Tirol Liga spielt das Team aktuell in

der Landesliga West.

SK Wilten / gegr. 1923


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Neben der sportlichen Geschichte der UNI-

ON Innsbruck ist vor allem auch die Diskussion

rund um den Heimplatz, dem Fenner-

Areal, seit Jahren ein heißer Diskussionspunkt.

Union katholische Jugend-Innsbruck Obmann

Peter Tschirner, Heinz Renk, Manfred

Zabernig und Kurt Gasser meldeten am 28.

Juni 1965 beim Tiroler Fußballverband die

„UNION Innsbruck“ an . Diese wurde am 2.

Juli 1965 in den TFV aufgenommen.

In den Jahren 1965 bis 1968 spielte die UNI-

ON in der 1. Klasse. Mit der Schaffung der 2.

Klasse spielte die Union 1968 bis 1973 in

dieser Liga, ehe 1973 der Aufstieg n die 1.

Klasse gelungen ist.

Bis 1983 spielte die

Union in der 1. Klasse,

ehe es 1984 im

Rahmen der Spielgemeinschaft

Union-MK

Innsbruck gelang, in

die Gebietsliga aufzusteigen.

In der Saison

1974/75 bestritt die

UNION ihre Spiele als

Spielgemeinschaft mit dem SV Natters. 1975

bis 1978 spielte man als Spielgemeinschaft

mit der MK Innsbruck. Seit 1978 heißt der

Gesamtverein „UNION Innsbruck“. Die Spielgemeinschaft

UNION Innsbruck und FC MK

Innsbruck wurde am 1. Juni 1980 gegründet.

Der TFV hat die Spielgemeinschaft am

20.5.1980 genehmigt.

Union Innsbruck / gegr. 1965

1992 wird die Diskussion rund um die Zukunft

des Fennerareals intensiver. So fordert

der Stadtverein Innsbruck mit seinem Obmann

Siegfried Zenz die Beibehaltung des

Fußballplatzes am Fennerareal. Im Juni 1993

übergibt UNION Escom Obmann Herbert Lener

gemeinsam mit Michi Streiter 2000 Unterschriften

zur Erhaltung des Sportplatzes

in der Fennerkaserne. Dr. Hans Rainer

(Sportreferent der Stadt Innsbruck) meinte

damals: „Dieser Sportplatz ist gestorben, das

steht fest. Voraussichtlich kann er bis 30. April,

vielleicht noch das Frühjahr 1994 benützt

werden.“ Als Alternativen waren damals das

Sportplatzprojekt „Roßau“ und Hötting West

angedacht.

Die Saison 2006/2007 bestreitet die UNION

Innsbruck gemeinsam mit der SVG Rei-


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—25 -

chenau als Spielgemeinschaft. Sportlich

spielen die Teams in der Regionalliga West

und in der Landesliga West.

Die Spielgemeinschaft UNION Innsbruck /

SVG Reichenau feiert in der Saison

2009/2010 den Meistertitel in der UPC Tirol

Liga. Nach 30 Runden steht die SPG ganz

oben an der Spitze und darf gleichzeitig den

Aufstieg in die Regionalliga West feiern.

Am 28.4.2010 teilten die SVG Reichenau und

die Union Innsbruck mit, dass die seit

20.6.2006 bestehende Spielgemeinschaft

beendet wird. Die dreijährige Zusammenarbeit

wird als voller Erfolg bewertet.

Die Tiroler Tageszeitung schrieb am

9.2.2010: „Gestern Montag läutete der Abriss

des alten Kabinengebäudes des Sportplatzes

auf dem Fennerareal mit etwas Verspätung

den Erneuerungsprozess auf dem

traditionsreichen Areal ein. Die schon seit

Langem nicht mehr zeitgemäßen Zustände,

für die sich der Obmann der Spielgemeinschaft

Reichenau/Union, Herbert Lener, oft

bei den gegnerischen Mannschaften entschuldigen

musste, sollen bald Geschichte

sein. Die alten Kabinen sollen durch ein modernes,

zweistöckiges Containergebäude ersetzt

werden. Die SPG Reichenau/Union, Tabellenführer

in der UPC Tiroler Liga, darf sich

auch über eine neue, überdachte Tribüne

für 350 Zuschauer freuen. Der neue Kabinentrakt

soll für drei bis fünf Jahre die neue

Heimat für den Verein sein. Eine endgültige

Lösung steht mit dem Ausbau des MCI in

Verbindung. In diesem Fall könnte der Platz

sogar um 90 Grad gedreht werden. (TT)“

Am 20. April 2010 lautet die Headline in der

TT: „Fenner wird westligatauglich“.

„Rechtzeitig vor dem Tiroler Liga Schlager

SPG Reichenau/Union II gegen Matrei am

kommenden Samstag ab 18 Uhr wurde gestern

der neue Container-Kabinentrakt in der

Fennerkaserne übergeben. In den nächsten

Tagen kommt auch noch eine neue Tribüne,

dann wäre die Fenner sogar westligatauglich.

Kosten: 185.000,- Euro. Sportamtsleiter

Romuald Niescher, Vizebürgermeister Christoph

Kaufmann und UNION Obmann Herbert

Lener präsentieren offiziell den Container-Trakt.“

Die Fußballsaison 2011/2012 wird auf dem

grünen Tisch entschieden. Die SVG Reichenau

und der SC Imst als Führungsduo in

der UPC Tirol Liga geben Aufstiegsverzichtserklärungen

ab, die UNION Innsbruck entscheidet

sich aus wirtschaftlichen Gründen

für ein Rückzugsgesuch aus der Regionalliga

West. Seitdem spielt die UNION in der UPC

Tirol Liga. Die Zukunft des Fußballplatzes ist

mit der Entwicklung des MCI-Neubaus verbunden.

Eine der sportlichen Höhepunkte und Herausforderungen

für die gesamte UNION-

Fußballfamilie ist die Durchführung des

größten Nachwuchs-Hallen-Fußballturniers

Westösterreichs zwischen Weihnachten und

Neujahr (UPC

Hallencup).

Bereits 33 mal

hat dieses international

besetzte

Hallenturnier

stattgefunden

und wird bei der

Preisverteilung

durch viele bekannte

Namen

ausgezeichnet.


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Der Verein aus dem Innsbrucker Stadtteil

Reichenau wurde 1976 gegründet und startete

in der 2. Klasse, der untersten Liga des

Tiroler Fußballverbands.

Von 1983 bis 1985 feierte die Sportvereinigung

Reichenau drei Meistertitel in Folge,

und stieg in die Landesliga West auf.

1995 folgten der Meistertitel und der Aufstieg

in die Tiroler Liga. Nur drei Jahre später

gelang 1998 der Aufstieg in die Regionalliga

West – die SVG Reichenau hatte sich damit

in den 22 Jahren ihres Bestehens von der

untersten in die dritthöchste Spielklasse Österreichs

hinaufgespielt.

2002 feierte die SVG Reichenau den Gewinn

des Tiroler Cups der Amateurmannschaften:

Im Finale wurde am 30. Mai 2002 in Thaur

die WSG Wattens mit 2:1 besiegt.

In den Saisonen 2002/03 bis 2005/06 bildete

die SVG Reichenau zusammen mit dem 1978

gegründeten Gebietsligisten SV Aldrans die

Spielvereinigung Reichenau/Aldrans.

Von der Saison 2006/07 bis zur Saison

2009/10 bildete die SVG Reichenau eine

Spielvereinigung mit dem FC Union Innsbruck.

Die erste Mannschaft der SVG Reichenau/Union

Innsbruck, die in diesen Jahren

in der Regionalliga West spielte, trat in

den rot-weiß-schwarzen Dressen der SVG

Reichenau an und nannte den dortigen

Sportplatz ihr Zuhause. Die zweite Mannschaft,

die in diesen Jahren zunächst zwei

bzw. eine Klasse tiefer spielte, trug die blauen

Vereinsfarben des FC Union und bestritt

ihre Heimspiele am

Sportplatz Fennerkaserne

.

2010 spielte die SVG erneut

im Finale des Tiroler

Cups. Gegen den FC Kufstein konnten die Innsbrucker

ein 0:2 ausgleichen, unterlagen

aber im Elfmeterschießen.

Die Auflösung der Spielgemeinschaft wurde

per Saisonende 2009/10 beschlossen. Nach

dem Abstieg aus der Regionalliga West im

Mai 2012 erklärte der Vorstand des Tabellenführers

SVR, auch im Falle des Meistertitels

auf den Aufstieg zu verzichten.

Im Herbst 2011 sorgt die SVG Reichenau für

eine Sensation, als sie in Runde zwei des

ÖFB-Cups den Bundesligisten Kapfenberger

SV mit 2:1 nach Verlängerung aus dem Bewerb

warf. Im Achtelfinale konnte der Landesligist

vor 1000 Zuschauern gegen Rekordcupsieger

FK Austria Wien das Spiel lange

offen halten, bevor ein Doppelschlag das 0:2

und Pokalaus besiegelte.

Aus sportlicher Sicht wurde die Reichenau in

der Saison 2011/12 Meister, verzichtete

aber auf den Aufstieg in die Regionalliga.

2015 erfolgt der Aufstieg in die RLW. Mit einem

Sieg über den SVI im TFV Kerschdorfer

Tirol Cup Finale in Kitzbühel wurde der Tiroler

Cup gewonnen. Das Team rund um Coach

Flo Schwarz sicherte sich so das Double.

Nach dem Abstieg erfolgte in der Saison

2018/19 der neue Aufstieg in die RLW.

SVG Reichenau / gegr. 1976


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Die Spielgemeinschaft Innsbruck West wurde

2012 aus den Vereinen ISK (Innsbrucker

Sportklub) und SV Lohbach/Kranebitten gegründet.

Der Innsbrucker Sportklub wurde als Sportverein

Hötting 1923 gegründet und spielte

anfangs in der Tiroler B-Klasse.

1932 eroberte man zum ersten Mal den Tiroler

Meistertitel im Amateurfußball. Nachdem

man 1934 zum zweiten Mal Meister

wurde, beschloss die Vereinsführung eine

Namensänderung: Der Verein tritt jetzt als

Innsbrucker Sportklub auf. Hötting selbst

wurde 1938 ein Stadtteil von Innsbruck.

Nach der Namensänderung holte man 1935

und 1938 die Meisterschaft. Der ISK durfte

neben dem SVI, FC Wacker und dem IAC in

der Nazi-Diktatur bestehen bleiben, musste

aber 1942 den Spielbetrieb einstellen. Nach

Beendigung des 2. Weltkrieges nahm der ISK

das Spielgeschehen wieder auf.

1960/61 spielte der Innsbrucker SK zusammen

mit Polizei SV Innsbruck die Meisterschaft

in der Regionalliga West. Nach drei

Jahren Tiroler Landesliga stieg man wieder

in die Regionalliga West auf, wo man sich

zwei Jahre halten konnte. Die restlichen Jahre

bis 1974 verblieb man in der Tiroler Landesliga.

1974 beschlossen der ISK und der SVI die

Gründung der Spielgemeinschaft Innsbruck.

1976 trat der ESV (Eisenbahner Sportverein)

Austria Innsbruck der Spielgemeinschaft bei,

daraufhin wurde der Vereinsname unter Einbeziehung

des Hauptsponsors in SPG Raika

Innsbruck umbenannt.

In dieser

Konstellation erfolgte

die Qualifikation

für die 2.

Division der Bundesliga.

Dort errang

man im ersten

Jahr der

Zweitklassigkeit

den 3. Platz, im

nächsten Jahr spielte

man gegen SSW

Innsbruck im Lokalderby

ein 1:1-Remis

vor 14.000 Zuschauern und die

SPG Raika Innsbruck belegte schlussendlich

den 4. Tabellenplatz. 1982 wurde die Spielgemeinschaft

aufgelöst.

Im Jahr 2000 gründete der ISK mit den FC

Tirol Amateuren eine Spielgemeinschaft und

spielte in der Regionalliga West. Mit dem

Konkurs des FC Tirol wurde die Spielgemeinschaft

wieder aufgelöst.

2012 wurde der ISK aufgelöst und gemeinsam

mit dem SV Lohbach die Spielgemeinschaft

Innsbruck West gegründet.

SV Lohbach

Der Sportverein Lohbach/Kranebitten wurde

1979 als hobbymäßig geführte Fußballmannschaft

gegründet.

Mit der Errichtung der Sportanlage Hötting-

West wurde die Aufnahme in den Tiroler

Fußballverband angestrebt und im Jahre

1989 erfolgreich vollzogen.

SPG Innsbruck West / gegr. 2012


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—28 -

Im November 2012 verwirklichten sieben

Flüchtlinge in der Trientlgasse 2 im Flüchtlingsheim

in Innsbruck ihren großen Traum

von einem eigenen Fußballverein. Gemeinsam

gründeten sie den Fußballverein FC

Flüchtlingsheim.

In der Folge kamen schwierige Monate auf

den damaligen FC Flüchtlingsheim zu. Vor

allem am Anfang war es für den neuen Verein

schwer, einen passenden Sportplatz für

den Trainings- und Spielbetrieb in Innsbruck

zu bekommen. Neben den fehlenden infrastrukturellen

Voraussetzungen war auch

das Zusammenstellen der für den Fußballbetrieb

nötigen Teamsportausstattung ohne

die nötigen finanziellen Mittel alles andere

als einfach.

Die Spieler des FC Sans Papiers

sind in der Regel Asylwerber.

Es ist daher ungewiss,

wie lange sie in Österreich

bleiben dürfen und

dem Verein als Spieler zur

Verfügung stehen.

Der Tiroler Fußballverband erteilte dem FC

Sans Papiers eine Ausnahmegenehmigung

zur Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb und

ermöglicht somit ein Vorzeigeprojekte in Sachen

Integration. Spielerisch ist der FC Sans

Papiers in der 2. Klasse Mitte im Einsatz.

2013: Eines der ersten Spiele des FC Sans Papiers

gegen die FCW-Freunde wird mittels

Plakat beworben. (Obfrau Angela Eberl)

Angespornt von diesen Anfangshürden, entwickelten

die Gründungsmitglieder

den unbedingten Willen, sich in einem Verein

zu organisieren, um gemeinsam die große

Leidenschaft Fußball ausüben zu können.

Im Frühjahr 2013 wurde der Kontakt zur

heutigen Obfrau Angela Eberl hergestellt. Sie

war von der Idee „FC Flüchtlingsheim“ und

der daraus resultierenden Bewegung sehr

begeistert. Unter ihrer Führung ist es dem

FC Sans Papiers gelungen, ein stabiles

Vereinsbudget zu gewährleisten, um den

Flüchtlingen hier in Tirol den Traum

vom eigenen Fußballverein zu ermöglichen.

Der Name des Vereins wurde ebenfalls in

dieser Amtszeit von FC Flüchtlingsheim auf

den heute gültigen Namen FC Sans Papiers

geändert.

FC Sans Papiers Innsbruck / gegr. 2013


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL 2018, kurz.pass, Seite—24


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—30 -

Ein gemeinsames klares Bekenntnis der Innsbrucker

Fußballvereine.

Emotionen, Testosteron, Gefühle, Freud &

Leid — Fußball bringt alle Facetten der

menschlichen (Er)Regung ans Tageslicht. Für

Spieler, Trainer, Betreuer, Funktionäre,

Schiedsrichter und Fans immer wieder eine

neue Herausforderung, vor allem unter dem

Aspekt Respekt.

Die Innsbrucker Vereine setzen gemeinsam

mit den Fußballverbänden, aber auch mit

Projekten wie fairplay - Initiative für Vielfalt

und Antidiskriminierung, Schwerpunkte in

der gesellschaftspolitischen Arbeit.

Gleichzeitig stehen die Vereine, Spieler, Trainer,

Betreuer, Ehrenamtliche, Funktionäre

und auch die Zuseher laufend den Gefahren

des „respektlosen“ Alltags gegenüber.

Eine besondere Initiative ist der „Fair Play

Code“. Im Präventionsbereich kommen individuell

gestaltete Schulungsprogramme für

Profi-Sportler, Schiedsrichter, Vereins- und

Verbandsfunktionäre und Nachwuchs-

Sportler zum Einsatz. Neben den Fußballern

werden auch die Eishockeyprofis der Erste

Bank Eishockey Liga (EBEL), die angehenden

Weltcup-Athleten des Österreichischen

Skiverbandes (ÖSV) sowie die Basketballprofis

der Admiral Basketball Bundesliga (ABL)

geschult. Infos oder www.fairplaycode.at

Im Nachwuchs setzen Vereine und TFV auf

die Aktion „Fair Play Turnier“:

› Kreativität, Mut, Spielfreude, Entscheidungsfreude

und Selbstvertrauen der Kinder

zu fördern;

› Eigenverantwortung bereits in jungen Fußballerjahren

zu vermitteln: Kinder, die Fairplay

aktiv erleben, haben es mit zunehmendem

Alter leichter, auf dem Spielfeld die

emotionale Balance zu wahren und die eigene

Verantwortung für das Gelingen eines gemeinsamen

und fairen Spiels wahrzunehmen;

› Kinder profitieren nachhaltig von ihren eigenen

Erfahrungen mit dem aktiven Fairplay

und begegnen später Gegenspielern und

Schiedsrichtern mit mehr Respekt;

› Die Kinder können ihren Fairplay-

Gedanken auf die Zuschauer/Fans übertragen;

› Kinder entwickeln früh und nachhaltig soziale

Kompetenzen;

www.tfv.at

Mit Respekt am und um den grünen Rasen.

Für die schönste „Nebensache“ der Welt.


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—31 -

Mag. a Elisabeth Mayr ist amtsführende

Stadträtin der Landeshauptstadt Innsbruck

mit folgenden Zuständigkeitsbereichen: Bildung,

Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen,

Schulen, Integration,

Frauenförderung, Sport und Agenden des

Behindertenbeirates. „kurz.pass“ hat sich

mit der Stadträtin über Fußball und seine

Facetten unterhalten.

Foto © Christian Forcher

Sehr geehrte Frau Stadträtin, neun Vereine

sind verbandtechnisch im Fußball organisiert,

dazu gibt es zahlreiche Hobby- und Firmenmannschaften.

Welchen Stellenwert genießt

der Fußball in Innsbruck?

So wie viele andere Sportarten, einen sehr,

sehr hohen! Denn nicht nur die Sportart

selbst fasziniert seit über hundert Jahren in

Tirol/Innsbruck – und historisch natürlich

seit vielen Jahrhunderten – uns Menschen,

sondern diese Sportart ermöglicht vieles: Sobald

der Mensch laufen kann, läuft er gerne

dem rollenden Ball nach; Kinder kommen sofort

miteinander ins Spiel - unabhängig vom

Alter, dem Geschlecht, dem Herkunftsland,

der Hautfarbe, der Muttersprache usw. –

kurz und bündig: Fußball verbindet. Bei der

gelingenden Integration spielt Sport im Allgemeinen

eine wichtige Rolle, für den Fußball

gilt das in besonderem Maße.

Eines der Hauptprobleme für den Fußball

stellt die Innsbrucker Platzmisere dar. Werfen

wir einen Blick auf die einzelnen Plätze.

Die Wiesengasse und der Besele sind voll

ausgelastet. Der Platz am Tivoli muss mit anderen

Sportarten geteilt werden. Das Fennerareal

hat eine ungewisse Zukunft, wie ist

der aktuelle Stand rund um den Heimplatz

der Union?

Das Sportamt und die Innsbrucker Immobiliengesellschaft

sind seit vielen Jahren bestrebt,

die Infrastruktur gut „in Schuss“ zu

halten. Eine hohe Auslastung ist ja grundsätzlich

wünschenswert und auch unser Ziel.

Das moderne Garderobengebäude in der

Wiesengasse 60 umfasst ein sehr großes Kabinenangebot

(19 an der Zahl), der Kunstrasen

ist in bester Qualität, auch beide Naturrasenplätze

können sich sehen lassen. Am

Besele ist das Garderobengebäude zwar alt,

aber für das Sport- und Fußballprogramm

gut geeignet. Ich konnte mich vor Kurzem

mit beiden Vereinsvorständen des SK Wilten

und des FC Veldidena davon überzeugen.

Richtig ist aber auch, dass die beiden Vereine

Wünsche an die Stadt herangetragen haben

bezüglich Vereinsgebäude und einer möglichen

Tribüne, auch Umstrukturierungen von

Kabinen und Büros sind vorgeschlagen worden.

Wir prüfen dies derzeit intensiv auch

mit entsprechenden Vorplanungen mit der

IIG. Beide Vereine sind optimal eingebunden.

Wir werden dann sehen, wie sich die Wün-

StRin Mag. a Elisabeth Mayr im Interview.


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—32 -

sche der Vereine mit den finanziellen Möglichkeiten

der Stadt in den nächsten Jahren

kombinieren lassen. Zur Fenner ist kurz zu

sagen, dass seit vielen Wochen und Monaten

die Positionen der Medienberichterstattung

zu entnehmen sind. Keine Frage, ein

großes innerstädtisches Thema wie die Erweiterung

bzw. der Neubau des MCI, die

Thematik eines Touristenbusparkplatzes und

die zentrale Lage eines Fußballplatzes mitten

in der Stadt sorgen für intensive Diskussionen.

Auch das zu erwartende Gesamt-

Finanzvolumen ist so, dass sich die unterschiedlichen

Partner in schwierigen Verhandlungen

letztendlich einigen müssen. Jedenfalls

steht für mich – wie für viele andere im

Sport engagierte Mandatarinnen und Mandatare

in Innsbruck – die zentrale Sportplatz-

Lage hier im Saggen außer Streit.

Ebenfalls umzugsbereit ist der IAC. Die AKSÖ

-Anlage in der Radetzkystraße ist im Rahmen

der Wohnbauplanungen verlegt worden.

Wie sieht hier die aktuelle Lage aus und mit

welchem Zeitplan muss gerechnet werden?

Derzeit sind die Gespräche der Stadtpolitik

und der IIG mit der ASKÖ noch im Gange. Als

Sportstadträtin werde ich mich intensiv einbringen,

die Interessen des Sports bestmöglich

zu vertreten. Erst nach Abschluss dieser

Verhandlungen kann konkret über den zeitlichen

Ablauf gesprochen werden.

Braucht die Stadt Innsbruck einen Masterplan

in Sachen Fußball?

Die Frage ist, was man unter einem Masterplan

versteht. Wenn Vereinsservice, Entwicklung

des Spielbetriebs und gemeinsame

Kommunikation damit gemeint sind, sehe ich

die Erarbeitung und Umsetzung eines solchen

Masterplans nicht bei Kommune angesiedelt,

sondern bei einer unabhängigen

Plattform, einem Beirat oder Verband. Idealerweise

wäre dieser Kümmerer dann Ansprechpartner

für die Stadt. Wenn es einem

Maßnahmenplan bezüglich Infrastruktur/

Sportstätten geht, ist festzuhalten: Die Stadt

muss regelmäßig sichten, wie die unterschiedlichen

Maßnahmen zur Infrastruktur

mitsamt Prioritäten aufeinander abgestimmt

sind, wie sich mit der Fußballlandschaft und

dem Faktor Zeit der Bedarf verändert und

welche Rahmenbedingungen sich durch größere

Projekte (wie MCI/Fenner, Campagne-

Areal) verändern können. Diese Entwicklungen

sind teilweise sehr dynamisch, darauf

einerseits reagieren und andererseits langfristig

planen zu können, ist der entscheidende

Faktor.

Abgesehen von den nötigen Maßnahmen an

den Fußballplätzen, gestaltet sich das Zusammenleben

mit Anrainern nicht immer

einfach. Die städtische Verordnung betreffend

Musik und Platzsprecher, aber auch

der Rechtsstreit in Sachen Flutlicht am Reichenauer

Platz sind Beispiele dafür. Wie

kann und wie wird die Stadt hier eine vermittelnde

Rolle einnehmen?

Der Bedarf an leistbarem Wohnraum ist in

Innsbruck enorm und politisch von größter

Bedeutung. Ein wichtiges Ziel für die Politik

und für mich als Sportreferentin insbesondere

ist es, Bewegungsflächen auch innerhalb

der Stadt zu halten und die Stadtteile mit

Sport- und Bewegungsflächen gut zu versorgen.

Wenn Wohnen und Sport benachbart

sind, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander

und es kommt zu Konflikten. Dieses

Thema wird gesellschaftspolitisch und natürlich

in allen Sportverwaltungen Österreichs


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—33 -

und europaweit diskutiert. Sport muss weiterhin

innerhalb des Siedlungsgebietes möglich

sein. Beide Seiten ziehen Vorteile aus der

Nachbarschaft, es gibt aber auch Nachteile.

Hier gilt es, Kompromisse zu finden, mit denen

beide Seiten leben können. In Innsbruck

gibt es die Verordnung betreffend Musik und

Platzsprecher, in der Sportplatzordnung und

Sporthallenordnung sind viele Dinge geregelt.

Beim Thema Fußballplatz kommt natürlich

auch der FC Wacker Innsbruck ins Spiel. Der

FC Wacker plant ein Trainingszentrum außerhalb

von Innsbruck. Mieming hat dazu einen

einstimmigen Beschluss im Gemeinderat gefasst.

Wie geht die Stadt Innsbruck, vor allem

in Sachen Subventionen und Förderungen

für den FC Wacker, mit den Planungen

um?

Grundsätzlich besteht ein konstruktives Gesprächsklima

zwischen dem Wacker Innsbruck,

der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol.

Ohne die öffentliche Hand und ohne die

stadt- und landesnahen Unternehmungen

wäre Spitzenfußball offensichtlich budgetär

nicht möglich. Aber die öffentliche Hand

kann nicht den Profibetrieb, sondern immer

nur den Nachwuchsbetrieb entsprechend

fördern und für die Infrastruktur sorgen. Allen,

die sich seriös mit der Thematik befassen,

ist bewusst, dass Grundflächen im Talboden

und besonders im Gemeindegebiet

Innsbruck äußerst rar und speziell teuer sind.

Ein adäquates Trainingszentrum, das internationalen

Vergleichen standhält, mit dem

entsprechenden Raumangebot und mehreren

Kunstrasen- und Naturrasenplätzen, ist

in Innsbruck leider utopisch. Daher sind Bestrebungen

des FC Wacker, ein Trainingszentrum

außerhalb von Innsbruck realisieren

zu wollen, nachvollziehbar.

Kommen wir zurück zum Spiel. FC Wacker,

SVI und SK Wilten spielen in den Damenligen

mit. Ihre Einschätzung zum Frauenfußball

in Innsbruck?

Der Frauenfußball hat sich in den letzten 15

Jahren erstaunlich entwickelt – sowohl was

die Breite als auch das spielerische Niveau

betrifft. Die mittlerweile 4 Kampfmannschaften

und viele Erfolge belegen das. Was

fehlt, ist ein weibliches Nachwuchsteam. Als

Problem wird oft gesehen, dass die Förderungen

zum einen niedrig sind und zum anderen

nicht direkt an die Mannschaft gehen,

sondern an den Verein. Für mich ist der Frauenfußball

auf jeden Fall unterstützenswert!

Respekt ist ein wichtiges Thema in Sachen

Fußball. Nicht nur am grünen Rasen, sondern

auch im Umfeld. Die Innsbrucker Vereine

haben mit der Aktion „Innsbrucker Vereine

gegen Rassismus“ ein sichtbares Zeichen

gesetzt. Wünschen sich weitere Maßnahmen

und Aktionen?

Ich fand die Aktion (als Privatperson) großartig

und als Sport- und Integrationszuständige

begrüße ich solche Aktionen ausdrücklich

und möchte sie unterstützen.

Danke für das Interview. (Nov. 2018)

Ankick zum Stadtderby, Foto privat


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—34 -

Sportverein Innsbruck

Sekretariat

Wiesengasse 60

6020 Innsbruck

E: office@sportverein-innsbruck.at

Dachverband: Union

Sportplatz: Sportplatz Wiesengasse C

SVI: UPC Tirol Liga

SVI 1b: 2. Klasse Mitte

SVI Damen: Tirol Frauen Liga

Nachwuchs: U6, 7, 8, 10,12, 15

FC Wacker Innsbruck

Geschäftsstelle

Stadionstrasse 1

6020 Innsbruck

E: office@wackerinnsbruck.at

Dachverband: ASVÖ

Sportplatz: Sportplatz Wiesengasse B

FC Wacker Innsbruck: tipico Bundesliga

FC Wacker Innsbruck II: 2. Liga

FC Wacker Innsbruck III: 1. Klasse West

FC Wacker Damen: ÖFB Frauen Bundesliga

FC Wacker Damen II: Frauen 2. Liga Mitte/

West

Nachwuchs: U6, 7, 8, 9, 10a, 10b, 11, 12, 13,

14, 15, 16

Innsbrucker AC

Daniel Schönherr

Durigstrasse 5/Top 46

6020 Innsbruck

E: office@innsbruckerac.at

Dachverband: ASKÖ

Sportplatz: ASKÖ Sportplatz Innsbruck

IAC: Gebietsliga West

IAC 1b: 2. Klasse Mitte

Nachwuchs: U9a, 9b, 11, 13, 15

FC Veldidena Innsbruck

FC Veldidena

Innerkoflerstrasse 11

6020 Innsbruck

E: office@fcveldidena.com

Dachverband: ASVÖ

Sportplatz: Kunstrasen Beselesportplatz Wilten-West

FC Veldidena: 1. Klasse West

Nachwuchs: U7, 8, 9, 10, 11

SK Wilten

Urban Steiner

Innrain 121

6020 Innsbruck

E: office@skwilten.at

Dachverband: ASKÖ

Sportplatz: Kunstrasen Beselesportplatz Wilten-West

SK Wilten: Bezirksliga West

SK Wilten Reserve: Reserve Gruppe 3

SK Wilten Damen: Landesliga West

Nachwuchs: U7, 9, 10, 13, 15

Union Innsbruck

Robert Kappeller

Rinner Strasse 11d

6071 Aldrans

Kontakte & Infos


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—35 -

E: union.innsbruck@gmail.com

Dachverband: Union

Sportplatz: Sportplatz Fennerareal

UNION Innsbruck: UPC Tirol Liga

UNION Innsbruck 1b: 1. Klasse West

Nachwuchs: U8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16

SVG Reichenau

Dr. Gernot Amoser

Wilhelm-Greil-Strasse 9

6020 Innsbruck

E: amoser@law-danler.at

Dachverband: Union

Sportplatz: Kunstrasen Reichenau Hauptspielfeld

SVG Reichenau: Regionalliga West

SVG Reichenau 1b: Gebietsliga West

Nachwuchs: U7, 8, 9, 10, 12, 13, 15, 16, 18

SPG Innsbruck West

Karl-Heinz Findler

Josef-Stapf-Straße 5

6020 Innsbruck

E: h.findler@gmx.at

Gründungsjahr: 2012

Dachverband: Union

Sportplatz: Sportplatz Hötting West

Dachverband: Union

Sportplatz: Kunstrasen Beselesportplatz Wilten-West

FC Sans Papiers: 2. Klasse Mitte

kurz.pass bietet verschiedene Informationen

rund um das Vereinsleben für Spieler,

Betreuer, Ehrenamtliche und Fans.

Unter anderem steht auf der Facebook-

Seite und auf der Homepage von kurz.pass

die Arbeitshilfe „Datenschutz und der Verein“

kostenlos zur Verfügung. Die Arbeitshilfe

wird laufend ergänzt.

DSGVO, Datenschutz-Anpassungsgesetz,

Datenschutz-Deregulierungsgesetz, Materien-Datenschutz-

Anpassungsgesetz, Verordnung

der Datenschutzbehörde über die

Ausnahme von der Datenschutz-

Folgeabschätzung; „Personenbezogenen

Daten haben einen Eigentümer und dieser

Eigentümer hat entsprechend der DSGVO

Rechte auf sein Eigentum!“, eine Arbeitshilfe

rund um das Thema Datenschutz insbesondere

für Vereine;

SPG Innsbruck West: Landesliga West

SPG Innsbruck 1b: 2. Klasse Mitte

Nachwuchs: U7, 8, 9, 11, 12, 16

FC Sans Papiers Innsbruck

Angela Eberl

Liebeneggstraße 6

6020 Innsbruck

E: info@fc-spi.at


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—36 -

Drei Mannschaften sind in Innsbruck im

Frauenfußball aktiv. Der FC Wacker Innsbruck

spielt in der „Planet pure Frauen Bundesliga“

und der FC Wacker Innsbruck II in

der Frauen 2. Liga Mitte/West. Der SVI spielt

mit dem Team in der Frauen Tirol Liga und

der SK Wilten in der Frauen Landesliga West.

FC Wacker Innsbruck Damen

1979 wurde von Gabi Reiter unter dem Namen

der Firma ihres Vaters der FC Möbel-

Reiter Innsbruck gegründet.

Im Frühjahr 1982 wurde die Mannschaft

offiziell unter dem Namen FC Wacker Innsbruck

angemeldet. Aus finanziellen und geographischen

Gründen nahm man außer Konkurrenz

ab 1983 an der bayerischen Bezirksliga

teil, die man in einer inoffiziellen Wertung

1985 und 1986 gewinnen konnte.

Am ÖFB-Frauen-Fußball-Cup nahm man

erstmals in der Saison 1981/82 teil und in

der Saison 1984/85 gewann man den Pokal

gegen den LUV Graz mit 2:0. Ab der Saison

1986/87 nahmen die Tirolerinnen am DFB-

Pokal teil.

Die Spielerinnen Veronika Kaltenbrunner,

Andrea Szabados, Christine Brandmaier und

Angelika Mayr wurden in die noch inoffizielle

österreichische Frauenauswahl einberufen.

Der FC Wacker Innsbruck-Mittenwald wurde

am 22. Mai 1986 gegründet, um nun auch

offiziell an der Meisterschaft in Bayern und

am DFB-Pokal teilzunehmen. Im Pokal verloren

die Damen aus Innsbruck gegen FC

Oberau (1987) und FC Bayern München

(1988). Der neugegründete Verein begann in

der A-Klasse Bayern, die man gleich im ersten

Jahr gewinnen konnte und somit spielberechtigt

für die Bezirksliga Oberbayern

1987/88 war. Aufgrund mangelnder Unterstützung

des Vereins und fehlender Sponsoren

für die vielen Reisen nach Oberbayern

schied man in der Saison 1988/89 aus der

Meisterschaft aus und löste sich auf.

Zu Beginn der Saison 2006/07 wurde die

Frauenabteilung des Innsbrucker ACs übernommen.

Aufgrund des Vereinswechsels

musste die Mannschaft aus der ÖFB Frauen

Bundesliga absteigen und in der 2. Frauenliga

West antreten. Den Frauen des FC Wacker

Innsbruck gelang der sofortige Aufstieg

mit einem Torverhältnis von 160:2 Toren.

Im ersten Jahr in der ÖFB-Frauenliga wurde

man Vizemeister und das Team wurde mit

dem Bruno (Preis der Vereinigung der Fußballer)

für die Mannschaft des Jahres geehrt.

2017 mussten der FC Wacker Innsbruck in

die 2. Frauenliga Mitte/West absteigen. Mit

dem ersten Platz qualifizierte sich das Team

für die Relegation zur ÖFB Frauen Bundesliga,

die in zwei Spielen ausgetragen wurde,

und stieg durch zwei Siege, 2:0 und 5:0, in

die Bundesliga auf.

IAC Frauen / FC Tiroler Loden

Die Frauenfußballabteilung des Innsbrucker

AC wurde 1991 gegründet und bestand bis

zum 30. Juni 2006, da die Abteilung durch

Frauenfussball in Innsbruck


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—37 -

den FC Wacker Innsbruck übernommen wurde.

Die erste Mannschaft spielte von 1997 bis

zur Auflösung 2006 in der Frauen-

Bundesliga, von 2002 bis zur Auflösung

spielte man unter dem Namen Innsbrucker

AC/FC Tiroler Loden.

Vom 25.9. bis 29.9.2002 spielten die Damen

des FC Tiroler Loden im UEFA Womens Cup,

Gruppe 8 ihre Gruppenspiele. Die Duelle

fanden im Tivoli Stadion neu statt.

SV Innsbruck Frauen

Seit 2008 gibt es eine Damenmannschaft

beim SVI. In der ersten Saison der Frauenliga

West erreichte sie den vierten Platz. Seit

2012 spielt man in der Frauen Tiroler Liga.

SK Wilten Frauen

Im Jahr 2014 gründete der SK Wilten eine

Damenmannschaft. In der Saison 2016/17

wurde der Meistertitel gewonnen. Aktuell

spielen die SK Wilten Damen in der Landesliga

West.

Frauen Tirol Liga und TFV Frauen Cup

Mit Beginn der Meisterschaft 1992/93 wurde

in Tirol eine Frauenfußballmeisterschaft

eingeführt. Der erste Meisertitel ging an die

Frauen des IAC, an der Meisterschaft haben

sechs Mannschaften teilgenommen. Insgesamt

haben der IAC vier mal und der FC Wacker

Innsbruck drei mal den Titel geholt.

Seit 2015/2016 wird vom TFV aus der TFV

Frauen Cup organisiert. Die SVI Damen gewannen

den Cup zwei mal.

Die „Innsbrucker Fussball Fibel“ bietet die

wichtigsten Eckdaten in der Entwicklung des

Tiroler und Innsbrucker Fußballs.

Gleichzeitig soll die Fibel aber auch eine

Einladung sein, sich vor allem mit den gesellschaftlichen,

sozialen und wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen zu beschäftigen.

Beispiele:

1919: Innsbruck befand sich unter italienischer

Besetzung. Wirtschaftlich waren es

Notzeiten mit Plünderungsversuchen, Lebensmitteldemonstrationen

und Streiks. So

wurden gegen Vorlage der Legitimationskarte

Lebensmittelkarten ausgegeben. In diesem

Jahr wurden aber auch der Tiroler Fußballverband,

der IAC und der FC Veldidena

gegründet.

1921: Am 24. April 1921 fand die Anschluss-

Abstimmung“ statt. In Innsbruck stimmten

30.942 mit Ja, 1454 mit Nein.

Der Vorsitzende des TFV Hans Pockstaller

sagte ohne Rücksprache mit dem Verbandsvorstand

alle angesetzten Meisterschaftsspiele

ab und setzte dafür ein „Anschluss-

Spiel“ der Stadtmannschaft gegen Teutonia

München an. Zwei Monate später wurde

Wilhelm Seuchter zum Vorsitzenden gewählt.

1938: Das Fachamt Fußball im NSRL

(Nationalsozialistisches Reichsamt für Leibesübungen)

entscheid, dass vier Vereine in

Innsbruck ausreichend wären. Als spielstärkste

Mannschaften verblieben der ISK

und der IAC, aufgrund ihrer Bedeutung als

Wegbereiter für den Fußball der SVI und der

FC Wacker. Diese Verfügung bedeutete das

Ende aller anderen Innsbrucker Vereine.


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—38 -

„Der Begriff Derby, häufig auch Lokalderby,

bezeichnet eine Austragung im Mannschaftssport,

bei der zwei meist rivalisierende

Sportvereine einer Region aufeinandertreffen.

Für die Fans der betroffenen Vereine

haben solche Ereignisse häufig eine hohe

symbolische Bedeutung.

Als die legendärsten Beispiele für Fußballderbys

gelten das als Old Firm bekannte

Glasgower Duell zwischen dem Celtic FC und

dem Rangers FC sowie das als Superclásico

bezeichnete Spiel zwischen Boca Juniors und

River Plate in Buenos Aires. Eines der bekanntesten

deutschen Derbys ist das Revierderby

zwischen den beiden Vereinen Borussia

Dortmund und dem FC Schalke 04, welche

sich seit Jahrzehnten um den Rang der

besten Fußballmannschaft des Ruhrgebietes

streiten. Das Frankenderby zwischen dem 1.

FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth

ist das in Deutschland am längsten bekannte

und am häufigsten ausgetragene Derby. In

Österreich ist das Wiener Derby zwischen

Rapid und Austria wohl das bekannteste Beispiel.

Es ist nach dem Old Firm das am zweithäufigsten

ausgetragene Fußballderby Europas

und das häufigste noch regelmäßig ausgetragene

Derby weltweit.“, (Quelle: Wikipedia)

Das „Innsbrucker Derby“ in der höchsten

Spielklasse, damals 2. Division, gab es zwischen

dem SSW Innsbruck (Sparkasse

Swarovski Wacker) und der SPG Raika Innsbruck.

In den Saisonen 1979/78 und

1980/81 trafen die beiden Innsbrucker

Teams im „Tivoli alt“ aufeinander. In der ersten

Saison siegte der SSW mit 5 zu 1 und 1

zu 0, 1980/81 konnte die SPG vor 14.000 Zusehern

ein 1 zu 1 erkämpfen, das zweite

Spiel endete mit 2 zu 1 für den SSW. Im ÖFB-

Pokal gab es in der Saison 79/80 einen 1 zu 0

Erfolg für den SSW.

Im ÖFB-Pokal gab es auch das Innsbrucker

Duell zwischen dem FC Wacker und der SVG

Reichenau, in der Saison 2002/2003 gewann

Wacker mit 3 zu 1 und in der Saison 2009/10

mit 4 zu 1.

Das „Innsbrucker Derby“ im TFV Kerschdorfer

Pokal Endspiel gab es zwischen der SVG

Reichenau und dem SVI. Am 3.6.2015 gewann

die SVG Reichenau in Kitzbühel nach

einem 2 zu 2 nach 90 Minuten im Elfmeterschießen

den Pokal. Der zweite Pokalerfolg

für die SVG Reichenau.

In dieser Saison 2018/19 gibt es in der UPC

Tirol Liga (wie gewohnt) das Derby zwischen

der UNION Innsbruck und dem SVI.

In der Gebietsliga West das Duell IAC gegen

SVG Reichenau II.

In der 1. Klasse West die Duelle des FC Veldidena,

FC Wacker Innsbruck III und UNION

Innsbruck 1b.

In der 2. Klasse Mitte die Spiele des FC Sans

Papiers, SVI 1b, IAC 1b und SPG Innsbruck

West 1b.

Dreimal gab es mit dem „Innsbruck Cup“ ein

Vorbereitungsturnier für die Innsbrucker

Mannschaften. Die SVG Reichenau konnte

sich zweimal den Pokal sichern, die UNION

Innsbruck gewann einmal das Blitzturnier.

Derbytime in Innsbruck


INNSBRUCKER FUSSBALL FIBEL, kurzpass.tirol, Seite—39 -

Bubble Soccer Turnier: Kleinfeldturnier der

SPG Innsbruck West auf dem Sportplatz Hötting

West;

Dreikönigsturnier: Hallen-Nachwuchsturnier

der SVG Reichenau;

FC Wacker Trainingszentrum: großangelegtes

Trainingszentrum des FCW, Infos unter,:

zukunft.wackerinnsbruck.at, Grundsatzbeschluss

der Gemeinde Mieming (2019);

Hervis-Cup: Nachwuchsturnier des SVI zu

Pfingsten in der Wiesengasse;

Innsbruck Stadt und Land West: Bezirkseinteilung

TFV, Bezirksobmann Peter Abfalterer;

Kinderolympiade: Nachwuchsfest des SK

Wilten am Besele;

Kunstrasen: Sportplatz Wilten West

(Besele), Sportplatz Reichenau, Wiesengasse

Platz A;

ÖFB Cup / Uniqa Cup: 6 x Cupsieger FC Wacker

Innsbruck (12 Finalteilnahmen)

ÖFB Frauen Cup / Ladies Cup: je 1 x Cupsieger

FC Wacker Innsbruck und IAC (FCW drei

Finalteilnahmen, IAC zwei Finalteilnahmen);

Präsidenten/Obmänner: Gerhard Grosch

(SVI), Gerhard Stocker (FCW), Ali Güzel (IAC),

Franz X. Gruber (FCV), Ante Polzinger (SK

Wilten), Herbert Lener (UNION), Gernot

Amoser (SVR), Karl-Heinz Findler (SPG Innsbruck

West), Angela Eberl (FC Sans Papiers);

Reform: Mit der Spielsaison 2019/2020 gibt

es eine Reform der bisherigen Regionalliga

West. Anstelle der bisherigen der Regionalliga

West werden in den Landesverbänden

„Eliteligen“ gegründet, welche im Herbst in

Hin- und Rückrunde ihre Aufsteiger in den

überregionalen Bewerb mit 8 Vereinen der

Bundesländer Salzburg, Vorarlberg und Tirol

im Frühjahr 2020 ermitteln.

Regionalliga West/Arlberg Liga: Meister:

IAC, FC Wacker Innsbruck, SPG Innsbruck,

SPG WSG Wattens — FC Wacker Tirol;

Sportamt: Sportabteilung des Stadtmagistrat

Innsbruck, Kontaktmail:

post.sportamt@innsbruck.gv.at;

TFV Frauen Cup: 2 x Cupsieger SVI

TFV Kerschdorfer Tirol Cup: SVG Reichenau

2 x Cupsieger, FC Wacker Innsbruck 1b, SVI

und SVG Reichenau im Finale, von 1927 bis

1930 gewann der IAC 4 x mal den Cup;

Tiroler Liga/UPC Tirol Liga: Meister: 13 x

SVI, 12 x IAC, 6 x ISK, 5 x SVG Reichenau, 3 x

FC Wacker Innsbruck, 2 x ESV Austria, 1 x Polizei

SV, 1 x FC Veldidena, 1 x Tiroler SK;

Tivoli Stadion Tirol: Stadion im Besitz der

Olympiaworld, Heimstätte des FC Wacker

Innsbruck (tipico Bundesliga) und Swarco

Raiders Tirol (American Football, Bundesliga

und Europacup);

Trainer: Markus Seelaus (SVI), Ario Teymouri

(SVI Damen), Karl Daxbacher (FCW),

Thomas Grumser (FCW II), Morass Masaki

(FCW Damen), Michael Messner (IAC), Okur

Bünjamin (FCV), Patrick Klotz (SK Wilten),

Urban Steiner (SK Wilten Damen), Farid Lener

(UNION), Gernot Glänzer (SVR), Elvir Karahasanovic

(SPG Innsbruck West), Torsten

Fritzsche (FC Sans Papiers);

UPC-Hallencup: Nachwuchsturnier der UNI-

ON Innsbruck zwischen Weihnachten und

Neujahr in Hötting-West und Leitgebhalle;

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