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Wirtschaftszeitung_24092018

Branchen &Betriebe: Besuch bei der Altex-Gruppe Seite 7 Geld &Geschäft: Der schnelle Weg zur Liquidität Seite 15 Leben &Wissen: Fair streiten kann man lernen Seite 25 DIEWIRTSCHAFT Münster |Münsterland Kompetente Beratung mit Freude! Kirchplatz 10 ·49525 Lengerich Telefon 05481/9387-0 www.kbf-steuern.de Aschendorf f Medien GmbH &Co. KG An der Hansalinie 1, 48163 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 7/18 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro Wer packt morgen mit an? Noch nie zuvor blieben so viele Ausbildungsplätze leer. Die Unternehmen suchen nach Auswegen. Mit Geld allein sind sie nicht zu locken, die Azubis der heutigen Generation. Sich wohlfühlen im Job, in ein gutes Team integriert und respektiert werden – das ist der Anspruch, den junge Menschen zusätzlich zu einem spannenden Berufsfeld an ihre Ausbildung haben. Am besten sei es, im Praktikum in den gewünschten Job und in den ausgewählten Betrieb reinzuschnupp raten die Kammern, Aern, dann gäbe es für beide Seiten keine Überraschungen. „Das Arbeitsklima und wie sich vonUnternehmensseiteumdenzukünftigen Auszubildenden gekümmert wird, ist entscheidend, für welchen Ausbildungsbetrieb sich der junge Erwachsene entscheidet“, weiß Carsten Haack, Abteilungsleiter Berufsbildung und Nachwuchssicherung bei der Handwerkskammer Münster. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt: Besonders die kleineren Unternehmen werden nicht mehr mit Bewerbungen überschüttet, aus denen diese die Azubis auswählen, bei einigen klopft kein Kandidat mehr an. Die Schulabgänger hingegen erhaltenmehrere Zusagen und können sich aussuchen, wo es ihnen am besten gefällt. Ein Grund ist die demografische Entwicklung: 2017 übertraf erstmals die Summe der angebotenen Ausbildungsstellen (12 073) die Zahl der Bewerber (11 780). Noch vor wenigen Jahren sah die Relation anders aus: 2010 gab es13302 Bewerber auf 9904 Ausbildungsplätze. Und der Trend setze sich laut IHK Nord Westfalen fort, bei der für 2018 allerdings erst die Zahlen bis August vorliegen. Und die sind alarmierend: Denn im Handwerk konnten nur 40 Prozent der Lehrstellen, in Industrie, Handel und Dienstleistung 70 Prozent der Lehrstellen besetzt werden. Ein zeitlicher Puffer bleibt noch –die Jugendlichen können bis Ende des Jahres eine Ausbildung anfangen, sagen beide Kammern. Bei den Vorlieben der Berufseinsteiger ergibt sich ein klares Bild: „Die Weiße-Kragen-Branche und die technischen Berufe machen das Rennen um die Azubis, das Nachsehen haben das Gastro-Gewerbe und Branchen wie Gebäudereinigung“, wirft Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung, einen Blick in die Zahlen der IHK. Leichter hätten es die großen, als Marken bekannten Unternehmen, die Personal für die Ausbildung freistellten und eine gut strukturierte, aber auch stärker formalisierte Ausbildung böten. „Da muss der kleine Betrieb zusehen, dass er den zukünftigen Azubi vom Vertragsabschluss im November bis zum Ausbildungsbeginn im August persönlich an das Unternehmen bindet, damit der sich nicht wieder neu entscheidet –also ihn schon mal zum Betriebsausfl ug mitnehmen, zur Weihnachtsfeier einladen, ein Kärtchen zum Geburtstag schreiben“, rät Taudt. ►Fortsetzung auf Seite 2 OFFEN GESAGT Zukunftsfrage Prall gefüllte Auftragsbücher und Aussicht auf einen anhaltenden Aufschwung: Ja, das Handwerk hat goldenen Boden. Doch der wird den Betrieben gerade entzogen. Denn wenn der Nachwuchs fehlt, geht die Zukunft fl öten. Ohne Personal keine Perspektive –so einfach ist die Formel für Branchen, in denen nicht Algorithmen Aufträge abarbeiten. Handwerk verlangt Handarbeit von Fachkräften. Der Kampf um fl inke Finger und clevere Köpfe tobt längst. Denn der demografische Wandel schlägt künftig noch herber zu, während die Bereitschaft, anzupacken, schwindet. Gerade in kleineren Betrieben schrillen Alarmglocken. Denn dort ist Umdenken angezeigt. Die Begleitung der Azubis verlangt pädagogische Tugenden, die Handwerksmeister nicht unbedingt inhaliert haben. Diese Herausforderung nimmt noch zu, weil zunehmend Bewerber in die engere Auswahl kommen, die früher noch bei Noten und Sekundärtugenden durchs Raster gefallen wären. Das Handwerk steckt mit vielen seiner Branchen tief in einer Imagekrise. Die junge Generation hat einfach nicht gemerkt, dass es kreativ und cool ist, gesunde Brötchen zu backen, moderne Heizungen zu installieren oder Häuser smart zu vernetzen. Dass der goldene Boden auf die Belegschaft abstrahlen könnte, haben viele potenzielle Azubis ebenfalls ignoriert. Maike Harhues Protektionismus schadet IW senkt seine Konjunkturprognose um 0,2 Prozentpunkte. „Der Machtkampf zwischen den USAund China ist auch hierzulande zu spüren, die Exporte gehen zurück, Unternehmen investieren wieder weniger.“ So schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seiner neuesten Publikation und korrigiert deshalb seine Konjunkturprognose nach unten. 4 198869 003501 2 0 0 3 9 In diesem Jahr steige das Bruttoinlandsprodukt nur um 1,8 Prozent, das seien 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr prognostiziert, erklärt Prof. Dr.Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe „Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur“ beim IW. Das liegevor allem am Protektionismus, der weltweit seine Spuren hinterlasse. Vor allem die „America first“-Politik von US-Präsident Donald Trump sowie der Handelskonfl ikt mit China wirkten sich auf den globalen Handel und die Wirtschaft hierzulande spürbar aus. Die Weltwirtschaft sei nicht immun gegenden aufflf ammenden Protektionismus. „Vor allem der globale Warenaustausch stagnierte im bisherigenJahresverlauf 2018.Die weltweite Investitionsdynamik lässt wieder nach“, heißt es in einer Zusammenfassung zur neuesten Konjunkturprognose. Allerdings dämpft laut IW nicht nur Trump die Konjunktur. Auch steigende Energiepreise bremsten die Wirtschaft: Vor allem produzierende Unternehmen litten unter den Mehrkosten. Zudem sei das Wachstum in vielen Schwellenländern, die sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt haben, spürbar zurückgegangen –auch das bremse die Exporte und gleichzeitig die Investitionen in Deutschland. Doch es gibt nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft auch gute Nachrichten: Privater und öffentlicher Konsum seien anhaltend robust und sorgten dafür,dass die Wirtschaft zukünftig nicht stagniere. Auch auf dem Arbeitsmarkt sehe es gut aus: Die Beschäftigung steige weiter und die Arbeitslosenquotesinke2019imJahresdurchschnitt auf rund fünf Prozent, prognostiziert das IW. Für 2019 rechnen die Forscher mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch um 1,4 Prozent. wk Gewerbe-/ Investmentimmobilien im Münsterland Greven: Dieses Objekt wurde im Jahr 2005 auf einem Grst. mit ca. 3.753 m² errichtet. Es verfügt über eine Bürofl . von ca. 440 m²und über eine Halle mit ca. 1.160 m² sowie 18 Stelllplätze. KP: 1.459.000 €. EA in Bearbeitung. Roxel: Das ca. 239 m² große Wohnhaus wurde 1982 gebaut. Das Angebot wird durch eine Halle mit ca. 740 m² und Bürofl ächen mit ca. 142 m² ergänzt. Eine vielfältige Nutzung ist möglich. KP: 1.500.000 €. EA in Bearbeitung. Münster ·Tel. +49-(0)251-609 310 ·muenster@engelvoelkers.com www.engelvoelkers.com/muenster ·Immobilienmakler