Wirtschaftszeitung_24092018

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Branchen &Betriebe: Besuch

bei der Altex-Gruppe Seite 7

Geld &Geschäft: Der schnelle

Weg zur Liquidität Seite 15

Leben &Wissen: Fair streiten

kann man lernen Seite 25

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Ausgabe 7/18

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Wer packt morgen mit an?

Noch nie zuvor blieben so viele Ausbildungsplätze leer. Die Unternehmen suchen nach Auswegen.

Mit Geld allein sind sie nicht zu locken,

die Azubis der heutigen Generation.

Sich wohlfühlen im Job, in

ein gutes Team integriert und respektiert

werden – das ist der Anspruch,

den junge Menschen zusätzlich

zu einem spannenden Berufsfeld

an ihre Ausbildung haben.

Am besten sei es, im Praktikum

in den gewünschten

Job und in den ausgewählten

Betrieb reinzuschnupp

raten die Kammern, Aern,

dann gäbe es für beide Seiten keine Überraschungen.

„Das Arbeitsklima und wie

sich vonUnternehmensseiteumdenzukünftigen

Auszubildenden gekümmert

wird, ist entscheidend, für welchen

Ausbildungsbetrieb sich der junge Erwachsene

entscheidet“, weiß Carsten

Haack, Abteilungsleiter Berufsbildung

und Nachwuchssicherung bei

der Handwerkskammer Münster.

Die Verhältnisse haben sich umgekehrt:

Besonders die kleineren Unternehmen

werden nicht mehr mit Bewerbungen

überschüttet, aus denen diese die

Azubis auswählen, bei einigen klopft

kein Kandidat mehr an. Die Schulabgänger

hingegen erhaltenmehrere Zusagen

und können sich aussuchen, wo

es ihnen am besten gefällt. Ein Grund ist

die demografische Entwicklung: 2017

übertraf erstmals die Summe der angebotenen

Ausbildungsstellen (12 073) die

Zahl der Bewerber (11 780). Noch vor

wenigen Jahren sah die Relation anders

aus: 2010 gab es13302 Bewerber auf

9904 Ausbildungsplätze. Und der Trend

setze sich laut IHK Nord Westfalen fort,

bei der für 2018 allerdings erst die Zahlen

bis August vorliegen.

Und die sind alarmierend: Denn im

Handwerk konnten nur 40 Prozent der

Lehrstellen, in Industrie, Handel und

Dienstleistung 70 Prozent der Lehrstellen

besetzt werden. Ein zeitlicher Puffer

bleibt noch –die Jugendlichen können

bis Ende des Jahres eine Ausbildung anfangen,

sagen beide Kammern.

Bei den Vorlieben der Berufseinsteiger ergibt

sich ein klares Bild: „Die Weiße-Kragen-Branche

und die technischen Berufe

machen das Rennen um die Azubis, das

Nachsehen haben das Gastro-Gewerbe

und Branchen wie Gebäudereinigung“,

wirft Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs

Bildung und Fachkräftesicherung,

einen Blick in die Zahlen der

IHK.

Leichter hätten es die großen, als Marken

bekannten Unternehmen, die Personal

für die Ausbildung freistellten und eine

gut strukturierte, aber auch stärker formalisierte

Ausbildung böten. „Da muss

der kleine Betrieb zusehen, dass er den

zukünftigen Azubi vom Vertragsabschluss

im November bis zum Ausbildungsbeginn

im August persönlich an

das Unternehmen bindet, damit der sich

nicht wieder neu entscheidet –also ihn

schon mal zum Betriebsausfl

ug mitnehmen,

zur Weihnachtsfeier einladen, ein

Kärtchen zum Geburtstag schreiben“, rät

Taudt.

►Fortsetzung auf Seite 2

OFFEN GESAGT

Zukunftsfrage

Prall gefüllte Auftragsbücher

und Aussicht auf einen anhaltenden

Aufschwung: Ja, das

Handwerk hat goldenen Boden.

Doch der wird den Betrieben

gerade entzogen. Denn

wenn der Nachwuchs fehlt,

geht die Zukunft fl

öten. Ohne

Personal keine Perspektive –so

einfach ist die Formel für Branchen,

in denen nicht Algorithmen

Aufträge abarbeiten.

Handwerk verlangt Handarbeit

von Fachkräften.

Der Kampf um fl

inke Finger

und clevere Köpfe tobt längst.

Denn der demografische Wandel

schlägt künftig noch herber

zu, während die Bereitschaft,

anzupacken, schwindet. Gerade

in kleineren Betrieben

schrillen Alarmglocken. Denn

dort ist Umdenken angezeigt.

Die Begleitung der Azubis verlangt

pädagogische Tugenden,

die Handwerksmeister nicht

unbedingt inhaliert haben. Diese

Herausforderung nimmt

noch zu, weil zunehmend Bewerber

in die engere Auswahl

kommen, die früher noch bei

Noten und Sekundärtugenden

durchs Raster gefallen wären.

Das Handwerk steckt mit vielen

seiner Branchen tief in

einer Imagekrise. Die junge

Generation hat einfach nicht

gemerkt, dass es kreativ und

cool ist, gesunde Brötchen zu

backen, moderne Heizungen

zu installieren oder Häuser

smart zu vernetzen. Dass der

goldene Boden auf die Belegschaft

abstrahlen könnte, haben

viele potenzielle Azubis

ebenfalls ignoriert.

Maike Harhues

Protektionismus schadet

IW senkt seine Konjunkturprognose um 0,2 Prozentpunkte.

„Der Machtkampf zwischen den

USAund China ist auch hierzulande

zu spüren, die Exporte gehen

zurück, Unternehmen investieren

wieder weniger.“ So schreibt das

Institut der deutschen Wirtschaft

(IW) in seiner neuesten Publikation

und korrigiert deshalb seine

Konjunkturprognose nach unten.

4 198869 003501

2 0 0 3 9

In diesem Jahr steige das Bruttoinlandsprodukt

nur um 1,8

Prozent, das seien 0,2 Prozentpunkte

weniger als noch im

Frühjahr prognostiziert, erklärt

Prof. Dr.Michael Grömling, Leiter

der Forschungsgruppe „Gesamtwirtschaftliche

Analysen und Konjunktur“

beim IW. Das liegevor allem

am Protektionismus, der weltweit seine

Spuren hinterlasse. Vor allem die

„America first“-Politik von US-Präsident

Donald Trump sowie der Handelskonfl

ikt mit China wirkten sich

auf den globalen Handel und die

Wirtschaft hierzulande spürbar aus.

Die Weltwirtschaft sei nicht immun

gegenden aufflf ammenden Protektionismus.

„Vor allem der globale Warenaustausch

stagnierte im bisherigenJahresverlauf

2018.Die weltweite

Investitionsdynamik lässt wieder

nach“, heißt es in einer Zusammenfassung

zur neuesten Konjunkturprognose.

Allerdings dämpft laut IW nicht nur

Trump die Konjunktur. Auch steigende

Energiepreise bremsten die Wirtschaft:

Vor allem produzierende

Unternehmen litten unter den Mehrkosten.

Zudem sei das Wachstum in

vielen Schwellenländern, die sich in

den vergangenen Jahren gut entwickelt

haben, spürbar zurückgegangen

–auch das bremse die Exporte und

gleichzeitig die Investitionen in

Deutschland.

Doch es gibt nach Ansicht des Instituts

der deutschen Wirtschaft auch gute

Nachrichten: Privater und öffentlicher

Konsum seien anhaltend robust

und sorgten dafür,dass die Wirtschaft

zukünftig nicht stagniere. Auch auf

dem Arbeitsmarkt sehe es gut aus: Die

Beschäftigung steige weiter und die

Arbeitslosenquotesinke2019imJahresdurchschnitt

auf rund fünf Prozent,

prognostiziert das IW.

Für 2019 rechnen die Forscher mit

einem Wirtschaftswachstum von nur

noch um 1,4 Prozent.

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2 MACHER &MÄRKTE

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Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Medien GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-

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Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

Verlagsleitung: Marc-Arne Schümann, E-Mail: verlagsleitung@aschendorff-medien.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann, Telefon:

0251 690-916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander

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Kochen von der Pike auf lernen: Emma Behlau lernt von Stuhlmacher-Küchenchef

und IHK-Prüfungsausschussmitglied Fred Neusitzer

die Zubereitung handgemachter Knödel. Foto: Feldhaus

Fünf Prozent der Ausbildungsverträge

würden nämlich

noch vor Ausbildungsbeginn

wieder gelöst, weil die Azubis

sich für einen anderen –

manchmal eben größeren und namhafteren–Betrieb

oder ebendoch für ein Studium

entscheiden. Mittlerweile haben 50

Prozent der LehrlingeAbitur.Das Durchschnittsalter

bei Ausbildungsbeginn liegt

bei 18,4 Jahren.

Deutlich älter ist Fleischer-Azubi Maik

Jungenblut. Er steht im zweiten Lehrjahr,

bringt nicht nur Fachabi und eine abgeschlossene

Ausbildung in einem Pfl

egeberuf,

sondern vor allem eines mit: Leidenschaft

für seinen Job.„Fleisch ist meine

Passion, privat koche und grille ich für

mein Leben gern. Und ehrlich gesagt will

ich auch genauwissen, wasFleisch biologisch

eigentlich ist und wie das Tier gehalten

wurde“, erklärt der Auszubildende

im Fach Fleischer/V

erkauf an der

Frischfl

eischtheke des Edeka-Marktes

Tinz in Münster.

„Seine Motivation können Sie an seinen

leuchtenden Augen ablesen, wenn er

über sein Berufsfeld spricht“, ist Marktinhaber

Andreas Tinz mit dem Engagement

seines Azubis rundum zufrieden. In diesem

Jahr hat Tinz keine einzige Bewerbung

für die Fleischer-Azubi-Stelle bekommen.

Jungenblut sitzt mit nur acht

Mitschülern in seiner Berufsschulklasse

in Borken.

Und ist aber sich sicher, dass er nach der

Gesellenprüfung, unterstützt vonseinem

Chef, den Meister macht und im Betrieb

bleibt. Für Jungenblut hat das Fleischerhandwerk

Zukunft: „Das ist mein Traumjob

hier. Aber wenn mein Chef mal in

Rente geht, mache ich mich mit meiner

Verlobten, die ist Bäckerin, mit einerkleinen

Fleischerei mit Partyservice selbstständig.

Und ich könntemir auch vorstellen,

selbst ein paar Rinder zu halten, damit

die Kunden auch wirklich wissen,

welches Fleisch sie bei mir kaufen.“

Mit seinen 24 Jahren ist Jungenblut nicht

nur hinter der Thekeein echtes Verkaufstalent,

mit seiner Kommunikationsfähigkeit

und seiner Persönlichkeit kann er

sich auchgut vorstellen,als HWK-Ausbildungsbotschafter

in den Schulen auf Augenhöhe

mit den Schülern Überzeugungsarbeit

für seine Branche zu leisten.

Ein Ehrenamt, das auch Niklas Osterholt

reizt. Der 19-Jährige absolviert im zweiten

Jahr eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker

bei Sanitär Wächter in Münsterund

wirdnoch in diesem Lehrjahr zur

Nachwuchsgewinnung in die Schulen

entsandt. Nachwuchs möglichst auch für

seinen eigenen Lehrbetrieb, hofft FrederikeWächter.

ZumSommer2018hat der

Familienbetrieb keine neuen Lehrverträge

abgeschlossen. Denn in diesem Jahr

hatte das Unternehmen mit 35 Monteuren

und sieben Office-Mitarbeitern nicht

so überzeugende Bewerbungen wie für

2017,als Osterholt zusammen mit André

Liermann die Ausbildung begann: „Bei

den beiden merkte ich einfach schon im

Bewerbungsgespräch, wie technisch interessiert

sie sind und dass der Job hier

wirklich ihr Ding ist“, berichtet die Junior-Chefin,

die seit zweieinhalb Jahren

frischen Wind in den elterlichen Betrieb

bringt, Unternehmensabläufe digitalisiert

und die Auszubildenden betreut.

Und an diese Betreuung hat sie einenhohen

Anspruch: „Das ist nicht damit getan,

am ersten Arbeitstag mit den Azubis zu

den Baustellen rauszufahrenund sie den

Kollegen vorzustellen. Alle 14 Tage sind

die Lehrlinge hier bei mir im Kundendienst,

durch den persönlichen Kontakt

intensiviert sich das Vertrauensverhältnis

und ich erfahreauch mal, wenn irgendwo

der Schuh drückt.“

Außerdem hat Wächter halbjährliche

Feedbackgespräche für die Auszubildenden

initiiert, für die sie nicht nur die Meinung

der Monteure einholt, sondern

auchwissen will, wie es aus der Sicht von

Osterholt und Liermann fachlich und im

Team läuft.

Wenn fachliche Nachfragen auftauchen,

verweist Wächter an ihren Vater, zur Weiterbildung

schickt sie die Azubis auf Se-

Eine echte Passion: Maik Jungenblut liebt Fleisch und das Kochen. Der 24-Jährige lernt

im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Fleischers mit Schwerpunkt Verkauf bei Edeka

Tinz in Münster.

Foto: Edeka Tinz

minare. Und kann sich gut vorstellen, ihnen

auch Auslandspraktika zuermöglichen.

„Das halteich füreine guteAufw

ertung

der handwerklichen Ausbildung“,

betont die Betriebswirtin.

Ihre Firma ist für den Sanitärbereich

schon eher groß, schwerer bei der Azubi-

Akquise haben es die Ausbildungsbetriebe

mit nur fünf bis zehn Mitarbeitern. Die

sind auch manchmal

für die digitale

Nerd-Generation

online fast

nicht auffindbar.

Die virtuelle Visitenkarte

entscheidet

aber, ob die

„Bei den beiden merkte ich einfach

schon im Bewerbungsgespräch,

wie technisch interessiert

sie sind und dass der Job hier

wirklich ihr Ding ist.“

Daumen hochoder

runtergehen.

„Wie aussa-

Frederike Wächter

gekräftig ist es

denn, wenn auf

der Homepage das Betriebsgebäude mit

Lieferwagen abgebildet ist und alles nur

auf potenzielle Kunden ausgerichtet

ist?“, fragt sich Haack von der HWK.

Um Azubis und Fachkräftenachwuchs

müsse heutzutage genauso geworben

werden wie um den Kunden –mit höchstens

zwei Klicks müsse der Kandidat, der

die Belegschaft verstärken soll, bei seinem

Ansprechpartner sein. Und zwar

möglichst mit dessen Porträt auf der

Website. ►Fortsetzung auf Seite 3

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MACHER &MÄRKTE 3

Bei jeder Gelegenheit

Hans Hund: Das Handwerk bemüht sich an vielen Stellen um Nachwuchs.

Vi Velfältige Branchen, modernsteTechnik

–das Handwerk

kann mit vielen Pfunden

wuchern. Doch für die

Betriebe bleibt es schwierig,

die Bewerber zu erreichen. Dabei begegnen

sich die weiteren Berufswege im

Handwerk auf Augenhöhe mit einer akademischen

Laufb

ahn, lautet die Überzeugung

von Hans Hund, Präsident der

Handwerkskammer Münster. Im Gespräch

mit unserer Autorin Maike Harhues

betont er, dass die Digitalisierung

eine Riesenchance für das Handwerk bietet.

Gerade angesichts dieser Entwicklung

seien die Betriebe auf Impulse aus

der jungen Generation angewiesen.

Stellt der Kampf gegen Fachkräfteund

Nachwuchsmangel die schwierigste

Aufgabe unter den Herausforderungen

dar, mit denen sich das

Handwerk konfrontiert sieht?

Hans Hund: Das Handwerk ist sehr personalintensiv.

Deshalb spielen Nachwuchs-und

Fachkräfte eine Schlüsselrolle.

Kompetente Mitarbeiter zu gewinnen

und deren Verbleib im Unternehmen sicherzustellen,

sind wichtige strategische

Aufgaben. Eine der größten Herausforderungen,

vor der wir alle stehen, ist deshalb

der zunehmende Fachkräftemangel.

Dieser erschwert die Arbeitsbedingungen

immer mehr. Auch in unserem Kammerbezirk

spürt das Handwerk den drängenden

Bedarf enorm.

Lässt sich die Flaute in manchen

Ausbildungsbetrieben auf die demografische

Entwicklung indieser

Generation oder auf ein Imageproblem

des Handwerks zurückführen?

Hund: Die steigende Lebenserwartung

und die gleichzeitig sinkende Bevölkerungszahl

führen zu einer Verstärkung

des demografischen Wandels. Die Relevanz

der berufl

ichen Ausbildung im Vergleich

zur akademischen muss zudem

noch stärker in die Köpfevon Politik und

Gesellschaft gelangen. Es besteht darüber

hinaus Aufk

lärungsarbeit für die Attraktivität

einer Tätigkeit im Handwerk.

Darum „trommeln“ wir beispielsweise

mit der Imagekampagne landauf und

landab. Wirtun einiges, um dafür zu sensibilisieren.

Beispielsweise bei unserem

jährlichen Personaltag. Hier gehen wir

mit den Betrieben aus unserer Region in

den direkten Austausch und zeigen Wege

zur Fachkräftegewinnung auf. Auch junge

Auszubildende aus den Betrieben gehen

beispielsweise in die Schulen, um als

„Ausbildungsbotschafter“ für das Handwerk

zu werben.

Hat sich das Problem somassiv entwickelt,weil

es zu späterkannt und

zu spät gegengesteuert wurde? Hat

es inzwischen die Köpfe der Handwerksunternehmer

in voller Dramatik

erreicht?

Hund: Das Handwerk feilt seit 2010 mit

einer bundesweiten Kampagne an seinem

Imageund sorgt für mehr Aufmerksamkeit.

Ziel der Imagekampagne ist es,

das Handwerk stärker inden Fokus der

Öffentlichkeit zu rücken sowie ein zeitgemäßes

und modernes Bild des Handwerks

zu vermitteln – vor allem eben

auch bei jungen Menschen. Die Kampagne

präsentiert die unterschiedlichen Berufsfelder

des Handwerks, zeigt die vielen

Entfaltungs- und Karrieremöglichkeiten

imHandwerk auf und möchte Jugendliche

so zu einer Ausbildung in

einem vonüber130 Ausbildungsberufen

ermuntern. Viele unserer Betriebe machen

hier mit und treiben die Bemühungen

zur Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung

auf regionaler Ebene mit voran.

Das Handwerk kann mit einer Vielfalt

an Branchen, breit gefächerten

Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten

aufw

arten und bietet

kreative Berufe an. Wird mit dem

Pfund Selbstverwirklichung und

Karrierechancen zu wenig gewuchert?

Hund: Wir machen auf die vielversprechendenZukunftsperspektiven

im Handwerk

aufmerksam. Das tun wir bei jeder

Gelegenheit. Wir wollen überzeugen,

dass ein Berufsweg im Handwerk einer

akademischen Laufb

ahn auf Augenhöhe

begegnet, wenn man die Chancen der

Weiterbildung nutzt. Durch Fortbildung

stehen viele Türen offen. Wirbauen Karriereleitern:

Durch die Meisterprüfung

zur Betriebsübernahme oder -gründung

oder zur Führungsposition –bei uns gibt

es jede Menge Möglichkeiten.

Digitalisierung und Technologieschub

haben längst im Handwerk

Einzug gehalten – ist diese „Message“

bei potenziellen Bewerbern

angekommen?

Hund: Ich bin davonüberzeugt, dass digitale

Technologien uns im Handwerk

viele neue Wege eröffnen. Ich meine: Die

Digitalisierung ist eine Riesenchance für

das Handwerk. Für diese Chance benötigen

wir insbesondere den Geist und die

Frische der jungen Generation. Sie sind

die Treiber in den Betrieben. Wirmüssen

mit der technischen Entwicklung nicht

nur Schritt halten, sondern immer wieder

vorausschauend innovativeBildungsgänge

entwickeln und bereitstellen. Im

Handwerkskammer-Bildungszentrum

tun wir das auch: Dazu bedarf esständiger

Investitionen in Ausstattung der

Handwerkskammer-Präsident Hans Hund

Lehrwerkstätten und Know-howder Ausbilder.

Wir nehmen das Geld für die

Handwerksbetriebe in die Hand. Durch

organisatorische Anpassungen stellen

wir uns auf die neuen Entwicklungen ein:

Online-Lernangebote nehmen Fahrt auf.

Neue Ausbildungsformate stehen Lehrlingen

künftig immer mehr zur Verfügung.

Das vermitteln wir bei jeder sich

uns bietenden Gelegenheit.

Haben Ausbilder und Unternehmer

erkannt, mit welcher Personalführungskultur

die jungen Leute in den

Betriebengehalten werden können?

Hund: Handwerksbetriebe sind oft Familienbetriebe.

Sie wollen etwas Dauerhaftes

schaffen, das auch künftigen Generationen

dient. Damit geht auch die

zeitgemäße Fürsorge für ihreMitarbeiter

einher.Handwerksunternehmen realisieren

das mehr und mehr. Firmeninhaber

und Führungskräfte, die an den persönlichen

Interessen ihrer Mitarbeiter interessiert

sind, haben in der Konkurrenz um

Fachkräfteeinen klaren Wettbewerbsvorteil:

Mitarbeiter, die sich respektiert und

wertgeschätzt fühlen, sind motivierter

und verbleiben im Betrieb.

Manche sind ein echter Glücksfall

Suchmaschinenoptimierung: Luca Wilken

hat die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann

in der Firma Online-Profession von

Martin Witte gestartet. Foto: Online-Profession

Dass es digitalaffine Branchen

bei der technikverwöhnten

Jugend besonders

leicht haben, zeigt die

Besetzung von 44Azubis

in dem nagelneuen Ausbildungsberuf

„Kaufmann im E-Commerce“ im IHK-Bezirk

Nordwestfalen, landesweit sind es

sogar 330. Luca Wilken hat bei „Online-

Profession“ in Münster,einem Unternehmen

für Suchmaschinenoptimierung,

einen der Ausbildungsplätze ergattert. In

einem Unternehmen, das „Customer

Journey“ und strategische Onlineanalyse

für namhafte Großkunden wie Ernsting`s

family, Für Sie und Merian betreibt.

„Mir ist es wichtig, dass Luca direkt

in die Betreuung einesGroßprojektes mit

einsteigt, damit er sieht, was sich durch

unsere Analysen verbessert, wie Strategien

entwickelt werden“, betont Geschäftsführer

Martin Witte.

Der Chef des Digitalunternehmens ist zugleich

Dozent an der Ludwig-Erhard-

Schule und leitet in der Firma ein sehr

junges Team:Von 33 Kollegen haben fast

alle einen Hochschulabschluss, nur vier

sind über 25 –selbstredend, dass im Büro

ein Kicker steht, das Team als Betriebsausfl

ug gemeinsam in den Skiurlaub

fährt und Überstunden tabu sind.

Sehr viel schwerer hat es das Gastgewerbe,

allein der Arbeitszeiten wegen, die

viel abverlangen. Dreimal hintereinander

schmeckte Franz-Ludwig Feldhaus

die Haltung seiner Koch-Azubis nicht, sie

sind nicht mal der Branche treu geblieben,

doch das Bild wandeltesich wieder:

„Unsere Emma ist ein echter Glücksgriff.

Zuverlässig, sehr motiviertund vorallem

mit großer Leidenschaft fürs Kochen“, resümiert

der Stuhlmacher-Juniorchef. Mit

Kochen meint der Gastronom des Traditionshauses

nicht Zusammenmischen

von Pülverchen, sondern Küche von

Grund auf mit echten, frischen Zutaten,

mit selbstzubereiteten Fonds und handgemachten

Knödeln. Küchenchef Fred

Neusitzer hat nicht nur hohe Ansprüche

an die Kulinarik, sondern auch an seine

Auszubildende, ist er doch selbst Mitglied

der IHK-Prüfungskomission. Und

eben hier muss Emma Behlau am Ende

ihrer Ausbildung im Rahmen der Prüfung

ihr selbstkreiertes und -gekochtes Drei-

Gänge-Menü anbieten.

Neben Motivation und Engagement ist

dem Stuhlmacher-Chef eine gereiftePersönlichkeit

bei seinen Azubis wichtig.

Zwar werdeBehlau im Moment als Nesthäkchen

vom Team verwöhnt. Aber:

„Wenn der Laden voll ist, wird bei Stress

auch in der Küche der Ton rauer“, das

weiß Feldhaus noch aus seiner eigenen

Ausbildung im Fünf-Sterne-Haus Louis C.

Jacob an Hamburgs Elbchaussee. Das

müsse man als junger Mensch aushalten

können. „Ich lege viel Wert darauf, mich

immer wieder persönlich bei Emma zu

erkundigen, ob sie sich bei uns gut aufgenommen

fühlt und auch fachliche Fortschrittemacht“,

stellt der 33-Jährigeklar.


4 MACHER &MÄRKTE

Wie bei guten Freunden

Auch die italienische Esskultur hat viele Facetten: Alessandro Magnolo eröffnete jetzt sein drittes

Restaurant und würzt den Besuch dort mit einer Prise Show-Cooking.

Seiner Vision von der italienischen

Piazza mitten in Münster ist Alessandro

Magnolomit einer weiteren Restaurant-Eröffnung

schon ein ganzes

Stück näher gekommen: Modernes

Großstadtfl

air trifft am grüngefl

iesten

Tresen des „Il pizzaiolo“ auf Esskultur

aus dem Land des Dolce Vita

– neben seinem Erfolgsgaranten

„Pasta ebasta“ an der Neubrückenstraße

hat der Gastronom eine

Wohnküche im Brooklyn-Style gestaltet,

in der der Gast dem Pizzabäcker

vorm Steinofen auf die Finger

schauen kann. Und Letzterer hat

nicht nur einen Hauch von Show-

Cooking inhaliert, wenn er den Pizzateig

durch die Luft wirbelt, sondern

ist mit Brief und Siegel ein

Künstler seines Handwerks aus Sizilien.

In meiner Branche ist es unheimlich

schwer, gutes Personal zu finden,

deshalb habe ich die Pizzabäcker

direkt vonder AccademiaPizzaioli

aus Italienauf meine Kosten

einfl

iegen lassen –fünf zum Vorstellungsgespräch,

für zwei habe ich mich dann

Ein Hauch von Show-Cooking: Am grüngefliesten Tresen schauen

die Gäste dem Spezialisten aus Sizilien, Oscar Salamone, bei der

Arbeit zu, während sie Wein und Pizza genießen.

entschieden“, erläutert Magnolo modernes

Recruiting. Denn nicht nur der Sack

mit dem Farina-Pizzamehl und die großen

Konservendosen des Tomatenfabrikanten

„Mutti“ aus Parma, sondern vor

allem das Charisma des Teams sollfür italienische

Authentizität sorgen.

Besonders aber die eigene Persönlichkeit

des 38-Jährigen ist es, die dem Laden mit

reduziertem Industrie-Interieur den

Stempel aufdrückt. Die Idee sei ihm beim

Familienurlaub in den Straßen von San

Francisco gekommen,mit Söhnchen Bruno

an der Hand. „Der Laden dort war

ganz ähnlichwie dieser hier und wir fühltenuns,als

hätten wir mitten in Amerika

ein kleines Stück Italien gefunden –und

Der Patron und sein „Il Pizzaiolo“: Alessandro Magnolo setzt auf neue Pizzakultur.

das ist das Entscheidende, auch für meine

Gäste“, beschreibt der Münsteraner

mit apulischen Wurzeln sein Konzept.

Das sich gezielt auch an das jüngerePublikum

richtet. Jeden Tagvon 11 Uhr bis

Restaurantschluss ist der Chef selbst präsent

und weiß: „Wenn der Laden nach

zwei Monaten hoffentlich richtig

brummt, kann ich für die nächsten zwei

Monatewieder an den Hafen, um da aufzuarbeiten,

was liegen geblieben ist und

vorallem, um mich auch persönlich wieder

um die Gäste zukümmern.“ Das Familienleben

–Magnolos Frau ist Oberärztin

an der Uniklinik in Münster, bedürfe

„einer Top-Organisation“.

Dass Magnolo sozusagen mit seinem guten

Namen bürgt, wenn er genau neben

seiner Dauerbrenner-Location mit Wohnzimmercharakter

eine weitere Gourmet-

Adresse eröffnet, erleichtert den Start:

Der Besuch im kleinen „Pasta ebasta“ ist

wie ein Empfang zu Hause bei guten

Freunden aus Italien: Grundsolides Essen,

ausgesuchter Wein, kein abgehobenes

Sterne-Niveau, aber überzeugend

frisch und lecker; und zur Begrüßung

eine Umarmung –„Schön, dass Ihr da

seid. Wie geht es Euch, was machen die

Kinder?“ Dass der Gast nach kulinarischem

Genuss eine Rechnung begleichen

muss, fällt gefühlt irgendwie unter den

Tisch. „Die Atmosphäreist sehr intim, wir

haben zu 90 Prozent Stammkunden und

die Kunst ist, auch die Gäste, die nur einmal

im Monat kommen, mit Namen zu

begrüßen“, verrät Magnolo. Und zwar

nicht nur das Who´s who der Westfalenmetropole,

das sich hier seit mehr als 25

Jahren zum Essen trifft, als der Laden

noch Roberto Turchetto gehörte: „Mein

Ziel ist es, dass jeder hier essen gehen

kann, jedes Alter, jeder Geldbeutel, deshalb

will ich die magische Grenze von20

Euro für Fleisch- und Fischgerichte auch

nicht überschreiten“, erläutert Magnolo,

der das Pastarestaurant 2008 von Turchetto,(„Mocca

d´or“, „Café Med“, „Caffé

Roma“, „Il panino“), für den er jahrelang

gearbeitet hat, übernommen hat.

Gastronomie sei immer eine Mischkalkulation,

bei den Fisch- und Fleischgerichtenzahle

er drauf, an den Pastagerichten

verdiene er ein bisschen und der eigentliche

Gewinnwerde mit den Getränken gemacht.

Den Job hat der 38-Jährige von der Pike

auf gelernt, seine Geschichte ist ein bisschen

die vom Tellerwäscher zum Millionär:

„So ein Quatsch,vom Tellerwäscher

zum Kleinunternehmer würde ich eher

sagen“, verbessert Magnolo, der mit dem

„Il pizzaiolo“ gerade sein drittes Restaurant

eröffnet hat und proAbend Platzfür

insgesamt bis zu 300 Gäste gleichzeitig

hat. Mittlerweile ein kleines Gastro-Imperium,

denn die Location „Pasta eBasta

al porto“ am Kreativkai betreibt der Gastronom

seit 2010.Dochbei Systemgastronomie

winkt er ab: „Ich muss mich persönlich

in meinem Laden wiederfinden,

die Ideen einesanderen in die Tatumzusetzen,

das ist nichts für mich.“

Für den Erfolg hat erlange gelernt: Mit

16 Jahren kamMagnolo mit seiner Familie

aus Apulien nach Vreden, wo die Eltern

ein italienisches Restaurant eröffneten

und vom Sohn in Küche und Service

unterstützt wurden. Mit 18 Jahren und

dem Führerschein in der Tasche brach

Alessandro Magnolo zu einer vierjährigen

Gastro-Job-Tour durch Deutschland

auf: „Zwei Wochen nurZwiebeln und Salami

schneiden und mit vier anderenKüchenhelfern

in einer kleinen Klitsche

übernachten, das war keine Seltenheit“,

erinnert sich Magnolo. Die Zeit unten in

der Branche hat ihn geerdet: „Deshalb

würde ich hier auch nie demonstrativ als

Chef im Anzug rumlaufen. Ich bin ganz

normales Mitglied imTeam und packe

bei allem mit an, habe im „Pastaebasta“

jahrelang selbst gekocht, als der Koch

montags freihatte“, betont Magnolo. Und

ist sich sicher, dass diese Haltung ein

ganz wichtiger Faktor ist für den Erfolg

seines über 50-köpfigen Mitarbeiterteams,

vondenen 22 fest angestellt sind.

„Bei diesem großen Team mit jeweils

einem Restaurantleiter und einem Stellvertreterpro

Ladenmussteich etwas Ent-

Fotos: Maike Harhues

scheidendes selbst lernen, nämlich Delegieren“,

gibt Magnolo zu. „Von Kollegen

werde ich oft gefragt, wie ich es

schaffe, so guteMitarbeiter zu finden, die

schon mit ihrem persönlichen Umgang

mit dem Gast schaffen, dass dieser wiederkommt“,

erzählt Magnolo. „Für Geld

kann ich die Mitarbeiter echt nicht kaufen;

entscheidendes Kriterium ist die

Arbeitsatmosphäre

im Team, mir jedes

noch so kleine

Problem selbst anzuhören

und gemeinsam

mit dem

Mitarbeiter eine

Lösung zu finden“,

betont der Gastronom.

Und gibt zu: „Zuverlässige

Aushilfen

zufinden allerdings,

das ist wirklich

schwierig. Die Wurstschneidemaschine ist ein Hingucker.

Funktion und Optik: Selbst die Retrofragen

nicht: Was

kann ich verdienen? Sondern: Wie oft

muss ich arbeiten? Denn sie hätten ja

auch noch einen Hund und würden dreimal

die Woche ins Fitnessstudio gehen.

Und im Sommer muss ich zusehen, dass

einigenicht ins Schwimmbad gehen, sondern

zur Arbeit erscheinen.“

Maike Harhues

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MACHER &MÄRKTE 5

Kein „Einheitsbrei“

Dehoga-Geschäftsführerin Renate Dölling kennt die vielfältige Gastronomieszene.

Auf den Gastronomiebetrieben

im Münsterland lastet

enormer Druck: Personal ist

knapp, die Reglementier

hoch und das Aungsdichte

Preisniveau so niedrig, dass Investitionen

kaum zu stemmen sind. Gleichwohl bietet

sich dem Gast noch immer eine erstaunliche

Vielfalt, betont Renate Dölling,

Geschäftsführerin der Dehoga

Münster/Münsterland im Gespräch mit

unserer Autorin Maike Harhues.

Was ist Ihrer Ansicht nach der Erfolgsfaktor

des inhabergeführten

Restaurants, worin liegt das Potenzial

der Systemgastronomie?

Renate Dölling: Kleine inhabergeführte

Restaurants können sich an die Anforderungen

des Marktes schneller anpassen

als große Systemgastronomiebetriebe.

Bestimmte Trends wie vegetarisch,

vegan oder Ähnliches können von inhabergeführten

Betrieben schneller aufgegriffen

und umgesetzt werden. Häufig

bleiben in einem inhabergeführten Restaurant

die Mitarbeiter sehr lange, sodass

die Gäste lange den gleichen Ansprechpartner

haben und sich dadurch in dem

Betrieb wie zu Hause fühlen. Eine Verbundenheit

mit der Inhaberfamilie ist in

vielen Betrieben gegeben. Gastfreundschaft

kommt vonFreundschaft. Ein Vertrauensverhältnis

zum Wirt wird über

Jahre aufgebaut. Die Identifikation mit

dem Betrieb ist bei Selbstständigen mehr

gegeben als bei angestellten Mitarbeitern.

Dementsprechend ist auchdas Handeln

gegenüber Gästen nachhaltiger.Systemgastronomiebetriebe

haben an allen

Standorten das gleiche Angebot, sodass

der Gast weiß, wasihn vomSpeisen- und

Getränkeangebot erwartet.

Ist die Systemgastronomie im

Münsterland auf dem Vormarsch,

wird die gastronomische Vielfalt

durch Franchise-Restaurants zum

„Einheitsbrei“?

Dölling: Systemgastronomiebetriebe

sind in der Regel ingrößeren Städten zu

finden, da sie häufig im Stadtzentrum in

einer Laufl

age angesiedelt sind. Dadas

Münsterland nicht durch Großstädte geprägt

ist, sind in der Region nur wenige

Systemgastronomiebetriebe zu finden. In

Münster sind dagegen einige angesiedelt,

die jedoch auch ein unterschiedliches Angebot

vorhalten. Die gastronomische

Landschaft wirddadurch nicht zum „Einheitsbrei“,

sondern die Gäste wissen um

das konkrete Angebot. Bei inhabergeführten

Betrieben ist die Speisenauswahl

individueller und häufig auch saisonaler.

Wie hoch ist die Fluktuation der

Gastrobetriebe im Münsterland,

wie lange halten Neueröffnungen

im Durchschnitt durch?

Dölling: Viele Existenzgründer glauben,

dass es relativ einfach ist, einen gastronomischen

Betrieb zu eröffnen. Die Kenntnisse,

die ein Gastronom benötigt umfassen

neben den Bereichen Lebensmittelkunde,

Hygiene unter anderem auch die

Bereiche Steuerrecht und Arbeitsrecht

und vieles mehr. Damit ein gastronomischer

Betrieb langfristig am Markt sich

etabliert, ist eine Anlaufphase von zwei

bis drei Jahren einzuplanen. Diese Zeit

wird häufig von Existenzgründern nicht

miteingeplant, sodass viele in dieserZeit

wieder aufgeben. Bei der Fluktuationsrate

ist zwischen der Region und der Stadt

zu unterscheiden, in Münster liegt sie

zwischen 30 und 40 Prozent, während in

der Region diese bei 20 Prozent liegt.

Ist eszurzeit schwer für Gastronomen,

geeignete Investoren zu finden

und Gelder für Gründungen zu beschaffen?

Dehoga-Geschäftsführerin Renate Dölling

Dölling: Bei Existenzgründungen im

Gastgewerbe sind das Konzept und der

Standort entscheidend dafür, obsich Investoren

findenlassen. Krediteüber Bankenzufinanzieren,

gestaltet sich schwierig,

da das Rating des Gastgewerbes als

Branche sehr schlecht ist. Häufig finden

sich Investoren, die das Gebäude bauen,

aber nicht betreiben können oder wollen.

Dann wird esschwierig, einen geeignetenBetreiber

zu finden. In der Dienstleistungsbranche

Gastgewerbe ist es nicht

nur schwierig, Fachkräftezufinden, sondern

auch Menschen zu finden, die das

Risikoeiner Selbstständigkeit wagen. Mit

den derzeitigen Preisen in der Gastronomie

und ländlichen Hotellerie können

Neubauprojektenicht finanziert werden.

Auf dem Vormarsch sind Low-Budget-

Hotels, die mit reduzierter Quadratmeterzahl,

reduzierter Anzahl der Mitarbeiter

und reduzierten Nebenkosten, aber

ähnlichen Preisen wie ein Vollhotel aufwarten.

Was gehört Ihrer Meinung nach zu

den Kernkompetenzen eines guten

Gastronomen? Wie wichtig ist die

Location des Betriebes?

Dölling: Entscheidend für den Erfolg

sind das Konzept, der Standort, die Rahmenbedingungen

und der Gastronom

selbst. Das Konzept darf nicht schon in

vielen Betrieben vorhanden sein, denn

dann hat der Betrieb kein Alleinstellungsmerkmal

mehr.Bei dem Standort ist entscheidend,

ob es ein Betrieb in Laufl

age

ist oder ob der Betrieb gezielt angefahren

werden muss, denn dann sind ausreichend

Parkplätze eine wichtige Voraussetzung.

Zu den Rahmenbedingungen

gehört auch noch die Höhe der zu zahlenden

Miete/Pacht. Hier ist die Frage, ob

diese vomEigentümer vorgegebene Miete/Pacht

auch tatsächlich in einem gastronomischen

Betrieb erwirtschaftet werden

kann.Maßgeblich ist nicht der Quadratmeter-Miet-/Pachtpreis.

Der Betreiber

muss ein Gastgeber mit all seinen Qualitäten

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6 MACHER &MÄRKTE

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Unter der Schirmherrschaft von

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr.

Andreas Pinkwart haben Gründer

und Jungunternehmer mit dem

Gründergeist-Wettbewerb die Chance

auf eine einzigartige Starthilfe:

Das Verbundprojekt Gründergeist@Münsterland

zeichnet mit

dem regionalen Wettbewerb erstmalig

den besten Businessplan des

Münsterlandes aus.

Wer gründen will, muss sich gut vorbereiten. Und dazu gehört esauch, einen Businessplan aufzustellen,

um die Risiken möglichst realistisch einzuschätzen.

Im Kreis Borken können Gründungsinteressierte sich zum „Gründerstipendium NRW“ beraten

lassen. Ab sofort nimmt dort das Gründungsnetzwerk Ideenpapiere entgegen. Diese

werden geprüft und sollen ineiner Jurysitzung persönlich vorgestellt werden. Die erste

Jury-Sitzung ist am 5. Oktober. Ideenpapiere müssen deshalb bis zum 1. Oktober vorliegen.

Das Netzwerk besteht aus dem Startercenter NRW bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft

sowie allen Partnern des Gründungsnetzwerkes „Go! Kreis Borken“. Die Jury ist

aus diesem Kreis zusammengestellt. Jurymitglieder sind (von links oben: Andreas Brill

(AIW), Sven Wolf (IHK), Nobert Kortenjahn (HWK), Jochen Meyer (mediaBeam), Ulrike Wegener

(WFG Borken). Dr. Elisabeth Birckenstaedt von der Westfälischen Hochschule ist

ebenfalls Mitglied. Weitere Informationen: Ulrike Wegener, Tel. 02561/97999-70, wegener@wfg-borken.de;

Reinhard Schulten, Tel. 02871/990313, schulten@ihk-nordwestfalen.de.

Um Gründerinnen und

Gründern bestmögliche

Voraussetzungen zu bieten,

kommt Unterstützungsangeboten

wie Gründergeist@Münsterland

eine besondere

Bedeutung zu. „Businessplan-Wettbewerbe

helfen bei der Vernetzung in der

Region und können wichtigeImpulse für

die Weiterentwicklung des eigenen

Unternehmens geben“, so Schirmherr

Prof. Dr. Andreas Pinkwart.

Monika Leiking, Projektleiterin von

Gründergeist@Münsterland beim Münsterland

e.V., erklärt: „Unser Wettbewerb

soll einen Anreiz bieten, den eigenen

Gründungsprozess zu strukturieren, um

Investoren und Kunden professionell

gegenübertreten zu können. Der Businessplan

ist besser als sein Ruf, und das

wollen wir mit dem Gründergeist Wettbewerb

zeigen.“

Das sieht auch die Gründerin und Hautspezialistin

Daniela Meier so, die mit

ihrem Institut „Hautmeierei“ ihren

Traum von der Selbstständigkeit in

Münster verwirklicht hat: „Der Businessplan

hat mir geholfen, meinen eigenen

Businesscharakter und mein Alleinstellungsmerkmal

herauszuarbeiten und hat

mir immer wieder neue AspekteimGründungsprozess

aufgezeigt, die zu bedenkenwaren.

Deshalb bin ich auf jeden Fall

beim Gründergeist-Wettbewerb dabei.“

Auf die Teilnehmer des Wettbewerbs

warten attraktivePreisgelder und ein sogenannter

Businessplan-Check-Day, der

dabei helfen soll, den Geschäftsplan zu

erstellen.

„Wenn ein Gründer einen Businessplan

hat, kann er sich nicht mehr in die Tasche

lügen. Er sieht, an welchen Punkten sein

Wissen nicht ausreicht und er Hilfebenötigt.

Genau diese Unterstützung bieten

die vielfältigen Angebote der Wettbewerbspartner

und Startercenter NRW im

Münsterland. Auch das macht der Gründergeist

Wettbewerb deutlich“, erklärt

Birgit Neyer, Geschäftsführerin der WESt

mbH und Sprecherin der Startercenter

NRW im Münsterland.

Die Umsetzung des Wettbewerbs, der mit

Mitteln des Europäischen Fonds für regionale

Entwicklung (EFRE) und Mitteln

des LandesNRW gefördert wird, wirdzusätzlich

vonder NRW-Bank, der VR-Bank

Kreis Steinfurt eG, der Vereinigten Volksbank

Münster eG und der Volksbank Greven

eG finanziell unterstützt: Auf die

Preisträger warten Preise in Höhe von

10 000, 5000 und 2000 Euro plus ein

Publikumspreis im Wert von 1000 Euro.

Werseinen Businessplan bis zum 15.Oktober

beim Gründergeist-Wettbewerb

einreicht, erhält ein individuelles Experten-Feedback

zu seiner Ausarbeitung.

Eine Jury mit Fachleuten aus der Region

wählt die fünf besten Businesspläne aus.

Für die fünf Finalisten gibt es zusätzlich

ein „Pitch-Training“, um ihre Geschäftsidee

bei der Prämierungsveranstaltung

gut vorbereitet präsentieren zu können.

Mitmachen können alle Gründungsinteressierten,

die beabsichtigen, hauptberufl

ich im Münsterland zu gründen, und

Jungunternehmer, deren Gründung

nicht länger als bis zum 1. Januar 2016

zurückliegt.

Informationen unter:

www w.gruendergeist-wettbewerb.de

ww

w w.gruendergeist-muensterland.de

GRÜNDERGEIST-WETTBEWERB

Seit Februar 2016 arbeitet das Verbundprojekt

Gründergeist@Münsterland daran, eine aktive

Gründungskultur imMünsterland zu etablieren

und Gründungswillige professionell auf

ihrem Weg indie Selbstständigkeit zu unterstützen.

Der Gründergeist-Wettbewerb ist Teil

dieses Projekts.

Gründergeist@Münsterland läuft insgesamt

drei Jahre lang und hat ein Gesamtfördervolumen

von rund 800 000 Euro. Finanziert

wird das Projekt mit Mitteln des Landes NRW

und des Europäischen Fonds für regionale

Entwicklung.

Partner des Förderprojekts unter Federführung

des Münsterland e.V. sind: Wirtschaftsförderungsgesellschaft

für den Kreis Borken

mbH (WFG), Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld

GmbH (wfc), Wirtschaftsförderungs- und

Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH

(WESt), Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

im Kreis Warendorf (gfw), Technologieförderung

Münster GmbH sowie TAFH Münster

GmbH. Unterstützt werden sie hierbei von der

Handwerkskammer Münster und der IHK

Nord Westfalen.


BRANCHEN &BETRIEBE 7

Promi-Bonus gibt es nicht

Die Gronauer Firma Altex ist seit Jahrzehnten auf die Wiederverwertung alter Textilien spezialisiert.

Zu den „Lieferanten“ aus aller Welt gehört auch der Verhüllungskünstler Christo.

Was haben alte, ausrangierte Jeans,

nicht mehr brauchbare Sicherheitsgurte

aus Autosoder Kaffeesäcke aus

Jute gemeinsam? Kommt man garantiert

nicht drauf!: Sie alle landen

vielleicht einmal wieder zu unsren

Füßen. Nicht direkt zum Betreten,

sondern als Dämmstoff zwischen

Blech und Fußmatte in einem Pkw.

Oder sie enden vielleicht als bunter

Nadelfilz und leisten eventuell als

Schutzdecke wichtige Dienste gegen

eine farbige Kleckerei beim nächsten

Anstrich.

Schon langebevor in der 1980-

er Jahren das Zeitalter der

Mülltrennung begann, hatte

sich der Gedanke, Rohstoffe

wiederzuverwerten, bereits

1936 bei Bernhard Stienemann im Kopf

als Idee festgesetzt. Mit einem Wandergewerbeschein

in der Tasche und einer

„Packfiets“ unterm Allerwertesten, so

schildert es die Firmenhistorie, machte

sich der Gründer der Altex-Gruppe auf

den Weg, um mit Altmetallen, Fellen und

jeglicher Art von Abfällen zu handeln.

Geblieben vonden Anfängen sind der Name

Altex und der Recyclinggedanke, aus

alten Produkten ein neues entstehen zu

lassen –erwachsen ist daraus ein modernes

Unternehmen, das am Sitz in Gronau-

Epe textileStoffeaus aller Welt verarbeitet.

Überproduktionen oder Überreste der

Maschinenanläufe stapeln sich dort in

den großen Hallen in hohen Quadern.

Aber auch Altkleider, die schon erwähnten

Autogurte sowie Kaffeesäcke –und

ganz hinten, fast versteckt, drei große

Ballen gelben Stoffes. Unscheinbar, aber

dennoch mit einer interessanten Vergangenheit.

„Wissen Sie, was das ist?“, fragt

Karsten Stienemann mit einem verschmitzten

Grinsen. „Stoff.“ –„Ja, aber

ein ganz besonderer. Damit hat Christo

Sechs Reißanlagen zerkleinern die unterschiedlichsten Materialien

zu Fasern, die Einsatz in neuen Produkten finden.

Immer auf der Suche nach neuen Verwertungsideen: Altex-Geschäftsführer Karsten Stienemann tüftelt ständig daran, weitere Einsatzgebiete für die Recyclingfasern

zu finden.

Fotos: Susanne Menzel

die Floating Piers in Italien ausgestaltet.

Über eine drei Kilometer lange Strecke

verband das Kunstwerk Städte und

Inseln.“ Und das ausgediente Material

dieses weltweit beachteten Ereignisses

auf dem Iseosee lagert nun in Epe,wartet

dort darauf, zunächst als Reißfaser und

später als wiederverwertbares Rohmaterial

zu enden.

Gewoben worden warder Stoff seinerzeit

in Emsdetten. „Jedes Mal, wenn ichhöre,

dass Christo wieder ein Objekt plant,

schreibe ich ihn an. Wenn es kalkulatorisch

machbar ist, übernehme ich die

Charge“, erzählt der 50-jährigeAltex-Geschäftsführer.38Tonnen

des gelben Stoffes

fl

ossen über diese direkten Kontakte

zurück nach Deutschland. Allerdings hatte

die Rückführung in diesem Jahr nicht

so viel Aufsehen erregt wie damals die

Anlieferung des aluminiumbedampften

Polypropylengewebes von der Verhüllung

des Berliner Reichstages. Auch das

endete nach Abschluss des Verhüllungsprojektes

am 7. Juli 1995 in der Dinkelstadt.

„Das war damals ein richtiger Hype“, erinnert

sich Karsten Stienemann. Sicherheitskräftebewachten

die Transportevon

Berlin nach Epe. Die Leutestanden wirklich

vorden Werkstoren. Und es gabetliche

Anfragen von Interessenten, die gerne

ein Stückchen des Materials gehabt

hätten.“

Wünsche, die Stienemann aber nicht erfüllt

hat, nicht erfüllen konnte: „Wir hatten

dazu ganz strenge Aufl fagen. Ebenso

wie bei den Floating-Piers-Stoffen. Das

Gewebe in dieser gebrauchten Form

muss vernichtet und für neue Zwecke

aufb

ereitet werden und darf nicht in andereHände

gelangen.“ Ein Abgang in der

Reißanlage. Wiebei allen anderen Materialien

auch – Promi-Bonus gibt’s hier

nicht.

Tonnenweise kommen Jeans, Pullover &

Co. jeden Monat in Westfalen an. „Wir

holen uns das Material aus aller Welt.

Vorzugsweise von dort, wo viele Modekollektionen

produziert werden: aus Sri

Lanka, Bangladesch oder Pakistan“, erklärt

Karsten Stienemann.

►Fortsetzung auf Seite 8

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8 BRANCHEN &BETRIEBE

VLIES FÜR REITPLÄTZE

Pro Monat werden 3000

Tonnen Material angeliefert

Aus den zurückgewonnenen Textilfasern entstehen viele neue Grundstoffe.

Nicht nur in Automobilen finden

sich die Reißfasern aus dem

Altex-Werk in neuer Form und

Zusammensetzung wieder, die

Ein-PSler, die Pferde, traben und

galoppieren zunehmend über das

westfälische Häckselvlies. „Wir

statten mit dieser Mischung inzwischen

Reitplätze inaller Welt

aus“, ist Karsten Stienemann

stolz. Das geschnittene Vlies wird

unter den Sand gemischt und

bessert dadurch dessen Struktur

auf. Stienemann: „Das wissen

Amateure genauso wie Profis zu

schätzen. Oft verschicken wir die

Ware per Container in die verschiedenen

Länder.“ Vorteile bietet

die Mischung zu allen Jahreszeiten:

In trockenen Sommern

staubt der Belag weniger, bei Regen

nimmt das Vlies die Nässe

auf. „Und selbst bei Frost ist der

Reitplatz mit dieser Untermischung

trittfest“, freut sich der

Eper Geschäftsmann, dass erhier

beim Tüfteln wortwörtlich aufs

richtige Pferd gesetzt hat.

Altex aus der Luft: Das Recyclingunternehmen der Gruppe liegt am Rande des Ortskerns von Epe.

Pro Monat kommen bis 3000

Tonnen an industriellen Textilresten

oder Altkleidern zusammen.

Alleine 300 Tonnen

sind es an ausgedienten Sicherheitsgurten.

150 Lastkraftwagen

machen sich für das Abholen an den

unterschiedlichsten Standorten auf den

Weg. „Wir verfügen über einen eigenen

Containerfuhrpark mit 70 Absetzcontainern“,

zählt Stienemann auf. „Natürlich

versuchen wir, bevorzugt aus der Nähe

zu holen, manchmal sind die Wege aber

auch weiter.“

Im Eper Werk werden aus den Materialien

sogenannte Reißfasern gemacht.

Sechs Reißanlagen stehen dazu im Altex-

Maschinenpark bereit. Jede dieser Anlagen

verfügt über zwei bis sechs Nadelwalzen.

Dort wird das vorgeschnittene

Rohmaterial zu winzigen Teilchen zerrissen.

Zwischendurch werden die Stückchen

über eine Trommel entstaubt. Die

Reißfasern als Endprodukt können dann

–nachWunsch auch als Natur-und Chemieprodukt

vermischt –als Faser dem

Kundenauftrag entsprechend in Länge,

Farbe, Stärke und Beschaffenheit angepasst

werden. Einsatzgebiete sind neben

der Dämmung auch Türseitenverkleidungen

von Fahrzeugen, Schutzbekleidung

oder Füllung für Spielzeuge. KarstenStienemann:„So

werden die Rohstoffe

nicht entsorgt und vernichtet, sondern

sinnvoll wiederaufb

ereitet.“

Und wenn man einmal dem Umweltgedanken

gefolgt ist, versichert der Geschäftsführer,

„dann tüftelt man täglich

aufs Neue,wosich weitereEinsatzgebiete

finden lassen und Fasern gebraucht

werden. Wenn man während der Kundenbesuche

auf deren Werkshof Abfallberge

liegen sieht, fängt es im Kopf an zu

rattern, wo diese eventuell in eine Mischung

reinpassen könnten. Oder mit

welcher Maschine man diese Wertstoffe

zerkleinern könnte.“

Oft ließen sich gemeinsam mit dem Auftraggeber

Lösungen oder Anregungen

finden. „Bis zur Umsetzung einer ersten

Idee kann es allerdings durchaus zwei,

drei Jahre dauern“, gibt Karsten Stienemann

zu. „Die richtige Mischung ist wie

eine Art Kuchenrezept. Es muss stimmig

und anwendbar sein.“

Aktuell forscht Altex daran, alte Jeansstoffesozuzerreißen

und zu zerkleinern,

dass daraus die notwendigen Fasern für

neue Hosen entstehen. Allerdings dürfte

es sich –solltedieses Projekt Erfolg haben

–für denPrivatkunden kaum lohnen, die

alten Buxen zu sammeln, um sich dann in

Epe daraus Fasern für eine neue herstellen

zu lassen. Dazu müssen schon erheblich

größere Mengen zusammenkommen.

Stienemann: „Diese Privatkunden können

wir leider in unserem Werk nicht bedienen.“

Susanne Menzel

Kunststoff: Bereits zwei Mal hat Karsten Stienemann Stoffe aufgekauft, die zuvor Christo

für seine spektakulären Kunstwerke verwendet hat

Fotos: Altex

ALTEX-GRUPPE

Die Geschichte der Altex-Gruppe mit Sitzen in Gronau und Epe beginnt imJahr

1936. Damals legte Bernhard Stienemann sen. den Grundstein für den Recycling-Gedanken.

1951 stieg sein Sohn Günter mit in den wachsenden Betrieb ein

und verfeinerte gemeinsam mit seiner Frau Helga an der Seite Sammlung, Sortierung

und Weiterverarbeitung der Materialien zur gezielten Wiedereinführung

in den Markt.

1975 folgte die Gründung der Altex Gronauer Filz GmbH &Co. KG unter der

Leitung von Bernhard Stienemann jun., die sich auf Nadelfilze sowie die Produktion

von Geotextilien, Teppichen oder auch Spezialvliese für die Autoindustrie

spezialisierte.

1989 kam mit der Altex Textil Recycling GmbH &Co. KG unter Federführung

von Karsten Stienemann ein zweites Unternehmen hinzu. Damit konnte der

Kundenkreis in verschiedensten Bereichen der Industrie (Automobilzulieferer,

Heimtextilien etc.) erweitert werden.

Als drittes Standbein wurde die Altex Faser +Garn GmbH &Co. KG ins Leben

gerufen, die Halbkammgarne für die Textilindustrie sowie Spezialgarne für Hersteller

von technischen Geweben und Seilen anbietet. Dieser Unternehmenszweig

ist inzwischen der Recycling GmbH angegliedert.

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

Die Digitalisierung ist

im Labor angekommen

BASF Coatings in Münster hat 24Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung des Laborgebäudes

gesteckt und arbeitet dort jetzt mit einem einzigartigen Dosierautomaten für Fahrzeuglacke.

Die digitale Erfassung beginnt bei

der Anlieferung der Rohstoffe. Jeder

Behälter, der ins Labor geht, wird

verzeichnet und erhält einen Barcode.

Die Digitalisierung ist bei der

BASF CoatingsamStandort in Münster-Hiltrup

unweit des Dortmund-

Ems-Kanals mittlerweile in den Laborbereichen

angekommen. Dabei

geht es um weit mehr, als nur einen

Überblick über den Bestand an chemischen

Substanzen im Labortrakt

zu erhalten. 24 Millionen Euro hat

der Unternehmen in die Sanierung

und Erweiterung des Laborbereichs.

„Das BASF Lean Lab in Münster

zeigt ganz konkret, wie sich zum

Beispiel der Beruf des Lacklaboranten

verändert.“

Minister Karl-Josef Laumann

Dieses Bekenntnis zum

Standort in Hiltrup vernahm

Münsters Bürgermeisterin

Wendela-Beate

Vilhjalmsson kürzlich bei

der offiziellen Einweihung gerne:

„Münster ist einer der wichtigsten Standorte

für die BASF,

wie umgekehrt

die BASF zu den

bedeutsamsten

Unternehmen in

Münster zählt“,

sagte sie.

Immerhin ist die

BASF mit 2400

Beschäftigen der

größte industrielle

Arbeitgeber in der Region und trägt

wesentlich zu einem breiten Angebots-

Mix von Arbeitsplätzen in der Stadt bei.

Lacke und Farben werden seit 1904 in

Hiltrup produziert, als Max Winkelmann

in Kanal- und Gleisnähe die Glasurit-

Werke gründete.

Forschungund Entwicklung gehören seit

jeher zum Standort. Nun kann sich die

BASF rühmen, hochattraktive und zukunftsfähige

Arbeitsplätze in ihrem Labor

anzubieten, wie ihr NRW-Arbeitsminister

Karl-Josef Laumann vor zahlreichen

Gästen attestierte.

Ausgestattet ist das Labor zudem mit

einem Dosierautomaten, der aus über

300 fl

üssigen Rohstoffen Standardrezepturen

für Fahrzeuglacke herstellt. Nach

Angaben der BASF ist dieser Automat

weltweit einzigartig in der Lackindustrie.

Mit einem chemischen Labor,wie es wohl

jeder aus dem unvergesslichen Filmklassiker

„Die Feuerzangenbowle“ vorAugen

hat, hat das neue Labor der BASF überhaupt

nichts mehr zu tun. Es zischt und

dampft nirgends unter einer Abzugshaube.

Digitalisierung und Automatisierung

haben Einzug gehalten in die moderne

Laborwelt.

Weltweit einzigartig ist dieser Labordosierautomat. Aus 300 flüssigen Stoffen können hier Standardrezepturen erstellt werden.

Dirk Bremm, Leiter des Unternehmensbereichs

Coatings innerhalb des BASF-

Konzerns, spricht mit Blick auf die Millionenausgabe

voneiner Stärkung der Innovationskraft

und von einer bedeutsamen

Investition in den Standort Münster. Im

Hiltruper Werk werden nicht nur Lacke

produziert, eswerden neue Lacke insbesondere

für die Fahrzeugserienproduktion

entwickelt und verbessert.

Im neuen Laborgebäude werden alle

Arbeitsaufträge und die dazugehörigen

Versuche digital gespeichert und dokumentiert.

Das ermöglicht eine bessere

Transparenz und Reproduzierbarkeit

und eröffnet einen leichteren Wissenstransfer

zwischen einzelnen Standorten

des Weltkonzerns.

Herzstück des sanierten Laborgebäudes

ist der Dosierautomat. Die BASF hat ihn

gemeinsam mit dem Anlagenhersteller

Fricke aus Minden entwickelt. Die zwölf

Meter lange und acht Tonnen schwere

Maschine kann aus den fl

üssigen Rohstoffen

Standardrezepturen für Fahrzeuglacke

herstellen. Häufig wiederkehrende

Arbeitsprozesse werden damit

automatisiert.

Um das Rohstofflf ager mit dem Dosierautomaten

zu verbinden, wurden fast

24 Millionen Euro hat die BASF Coatings in Hiltrup in die Sanierung und Erweiterung

des Laborgebäudes investiert.

400 Meter Rohrleitung auf engstem

Raum verlegt. Die Fertigung erfolgte direkt

vorOrt. Dafür wurde eine achtMeter

langeBiegemaschine per Kran in das Gebäude

über die damals noch offene Fassade

eingebracht. Die Sanierung, Erweiterung

und Automatisierung des Laborbereichs

dauerte insgesamt fünf Jahre, erläuterte

Projektleitung Susanne Richert.

Arbeitsminister Laumann betonte, wie

wichtig es ist, die Chancen der Digitalisierung

zu nutzen „Das BASF LeanLab in

Münster zeigt ganz konkret, wie sich zum

Beispiel der Beruf des Lacklaboranten

verändert.“ Bereits im Frühsommer war

im gleichen Gebäude das neue Betriebsrestaurant

„Auszeit“ eröffnet worden.

Michael Grottendieck

Fotos: Grottendieck

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

„Schneller

geht

das nicht“

Ließen in Greven jetzt zum Start gemeinsam den Sand fliegen: Hermes-CEO Olaf Schabirosky, Bürgermeister

Peter Vennemeyer, ECE-Geschäftsführer Dr. Andreas Mattner und der Geschäftsführer der Airportpark GmbH, Udo

Schröer.

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der Becker Verpackungen GmbH

in Recklinghausen sind voll mit den

verschiedensten Produkten rund um

die im Firmennamen verankerte Branche.

Und so vielfältig wie die Waren

sind auch die Abnehmer. Krankenhäuser,

Kommunen und kommunale

Unternehmen zählen zu den Kunden

von Becker Verpackungen, dazu

Einkaufsverbände zum Beispiel aus

der Eisenwaren- und Baubranche,

Industriebetriebe, Handelsunternehmen

und Gebäudereiniger. Viele der

angebotenen Produkte bewegen sich

im genormten oder zumindest standardisierten

Rahmen. Dank hoher

Spezialisierung und guten Kontakten

zu Produzenten beweist Becker Verpackungen

immer wieder Flexibilität

und Kundennähe, indem individuelle

Lösungen für spezielle Fragestellungen

erarbeitet werden.



Unternehmensgründer Martin Becker (6. v. l.) mit seinemTeam

Müllsäcke, Stretchfolien, Biobeutel und Biosäcke, Papiersäcke, BigBags u.v.m.

ALLES VOM

GLEICHEN LIEFERANTEN

NEUHEIT IN MÜNSTER

A

ls Entsorgungsfachbetrieb mit langjähriger

Erfahrung steht bei der

Firma Gaarmann Overhaus Container

GmbH die Beratung der Kunden an erster

Stelle.Seit 1996 beliefert sie erfolgreich

Privat- und Großkunden mit Containern

und kümmert sich um die Abfallentsorgung.

„Durch langjährige Erfahrung und engen

Kundenkontakt wissen wir von Gaarmann

Overhaus,worauf es ankommt und

haben uns zum Ziel gesetzt, jeden Kundenwunsch

zur vollsten Zufriedenheit umzusetzen“.

Mit mehr als 1000 Containern

sagen sie mit einem Schmunzeln „ohne uns

wäre Münster nurhalb so grün“.

Ein umfangreicher Fuhrpark, vom Mini-

Containerfahrzeug bis zum 40-Tonner,

vom 2,5 cbm- bis zum 40 cbm-Container,

steht für Sie bereit. Auch zwei Entsorgungshöfe

an der Loddenheide 30 und am

Hessenbusch 184 stehen zur Anlieferung

zur Verfügung.

NEU IN MÜNSTER IST DER GO BAG.

Der GO Bag–die clevere Container-Alternative

bis 1000 kg

Das ideale Behältnis für:

–Abfall-Kleinmengen

–Entrümpelungen

–Grünabfälle

–die Sortierung diverser Materialien

auf Baustellen uvm.

Der GO Bagist ein 1cbm großer Sack, den

der Kunde zum Pauschalpreis erwirbt. Im

Preis ist sowohl die Abholung als auch die

vollständige Abfallentsorgung enthalten.

So kann der Kunde den GO Bag schon

INFO

DASUNTERNEHMEN

Bereits im Jahr 1977 gründeteMartin Becker

den Großhandel für Verpackungen und Folien.

Zuvor war er als selbstständiger Handelsvertreter

in der gleichen Branche unterwegs.

Das stetige Wachstum über mehrere

Jahre machte es Anfang der 1990er-Jahre

möglich, sich nach geeigneten Grundstücken

für den Weg aus den Mietverhältnissen

umzuschauen. Gemeinsam mit der

Wirtschaftsförderung wurde schließlich das

Gelände ausfindig gemacht, auf dem der

Betriebseit 1992 mit Verwaltung und Lager

beheimatetist.Spätere Anbauten ließen die

Gebäudeflächen auf inzwischen rund 1.000

Quadratmeter anwachsen, weitere Lagerflächen

mit zusätzlich 250 Quadratmetern

sind angemietet. Heute beschäftigt die

BeckerVerpackungen GmbH 16 Mitarbeiter.

Zu den Kernbereichen des Unternehmens

gehören seit dem Beginn vor

über 40 Jahren Abfallsäcke verschiedenster

Materialien, Ausführungen

und Größen. Teilweise werden diese

mit 2.500 Liter Fassungsvermögen

oder mehr angeboten. Neben klassischen

PE-Säcken sind auch Papiersäcke

und speziell abbaubare Säcke für Bioabfälle

erhältlich. Speziell im Gesundheitsbereich

werden Transportbeutel

für besonders sensible Medikamente

oder für Patienteneigentum benötigt.

Auch Bettenabdeckhauben werden

von Krankenhäusern zum Schutz

der frischen, fertiggestellten Betten

in großen Mengen gebraucht. Kommunen

fragen häufig Gebührensäcke

zur Restmüllentsorgung sowie Beutel

zur Entsorgung von Hundekot und

die dazugehörigen Ausgabesysteme

nach. Für große Discounter werden

regelmäßig Säcke zur Aufnahme von

Recycling-Pfandflaschen geliefert. Für

Unternehmen mit hohem Versandaufkommen

sind Lieferscheintaschen unabdingbar.

Entsorgungsfachbetriebe

und Abbruchunternehmen beziehen

große Mengen Containersäcke, Big

Bags, speziell auch für die Asbest-Entsorgung,

bei Becker Verpackungen.

Und Luftpolsterfolien, Stretchfolien,

Schrumpfhauben, sowie Klebebänder

und dazugehörige Abwickler kommen

praktischerweise vom gleichen Lieferanten:

Becker Verpackungen. Diese

werden zum Teil auch im produzierenden

Gewerbe benötigt, allerdings geht

es hier oftmals um Spezialmaterialien

für besondere Abfallstoffe. Ebenso wie

im Baugewerbe oder in der Landwirtschaft,

wo oft schwere Güter in Gewebesäcken,

den sogenannten Big Bags,

transportiert werden. Ausführung und

Stärke variieren hier je nach geplantem

Einfüllmaterial. So hat sich Gründer

Martin Becker mit seinem Team

im Laufe der Jahre zum zuverlässigen

Berater und Service-Dienstleister für

die Bereiche Abfall- und Versandverpackungen

entwickelt.


Becker Verpackungen GmbH

Am Stadion 50

45659 Recklinghausen

Telefon: 02361/9230-0

Telefax: 02361/9230-20

info@becker-verpackungen.com

www. becker-verpackungen.com

Anzeige

erwerben, bevorerihn nutzt und ist somit

deutlich flexibler als zuvor.

Die Vorteile des GO Bags sind, dass man

flexibler handeln kann, keine Anfahrtsund

Mietkosten hat. Zudem bietet er dank

seiner geringen Aufstellfläche (0,90m x

0,90m) maximale Flexibilität auch in weniger

üblichen Bereichen.

Und so einfach funktioniert es:

Der Kunde kauft sich den GO Bag, stellt

ihn auf, wenn er ihn benötigt, befüllt ihn

mit dem anfallenden Müll und sobald man

ihn abgeholt haben möchte,genügt ein Anruf

unter 0251-28 1805 und der GO Bag

wirdabgeholt und entsorgt.

Rein darf übrigens alles wie Mineralische

Stoffe (Bodenaushub, Bauschutt, Ziegel,

Fliesen, etc.), Baumischabfälle, Metalle,

Holz, Papier, Tapeten, Kunststoffe, Teppiche

,… Eigentlich alles außer gefährliche

Abfälle wie Mineralwolle, Asbest,

teerhaltige Abfälle, Altreifen, Batterien,

Spraydosen, Lacke, Farben etc. Weitere

Infos bekommen Sie unter 0251-28 1805

oder info@go-container.de

„Der Erfolg gibt uns recht“, sagt Daniel

Becker, Vertriebler der Gaarmann Overhaus

Container GmbH. „Nicht umsonst

gibt es den GO Bagseit langem nicht mehr

nurbei uns direkt zu kaufen, sondern auch

bei vielen Fachhändlern hier in Münster“.

Und damit nicht genug. „Auch den guten

Zweck verlieren wir nicht aus den Augen“,

so Becker. Denn mit jedem verkauften

GO Bag unterstützen Sie dabei auch die

Organisation skate-aid –eine Initiative der

Titus Dittmann Stiftung. skate-aid unterstützt

Projekte weltweit. Z.B. inAfrika,

Asien, Amerika und Europa.

Am Airportpark in Greven entsteht jetzt eines der

großen Hermes-Logistik-Center.

Es ist ein weiteres Großprojekt im

Airportpark am Flughafen Münster/Osnabrück.

Der Logistikriese

Hermes baut dort ein neues Verteilzentrum

für 43 Millionen Euro. Hermes-CEO

Olaf Schabirosky lobte

beim Baustart die Nähe zum Frachtfl

ughafen.

Airportpark-Geschäftsführer Udo Schröer

Was sprach eigentlich

für den Standort Greven?

Birgit Neyer, die

Wirtschaftsförderin

des Kreises, stellte

jetzt am Rande der Spatenstich-Feier auf

dem Hermes-Center-Gelände im Airportpark

diese FrageanzweidiskreteProjektentwickler

des Logistikriesen aus Hamburg.

Antwort: „Eigentlich nichts.“ Es

hätteauch, sagen wir mal, Duisburgwerden

können.

Und warumdann Greven? Die Fragehätten

die Herren wohl auch beantwortet,

aber das machte etwas später schon Airportpark-Geschäftsführer

Udo Schröer

vor den geladenen Gästen im Festzelt

selbst: „Erster Kontakt 2016,Kaufv

ertrag

September 2017,heuteersterSpatenstich

–schneller geht das nicht.“

Allgemeines Nicken in der Runde. Ja, so

schnell wie Schröer mit Hilfe der Kreiswirtschaftsförderung

und der Stadt Greven

das 65 000 Quadratmeter große

Grundstück baureif geschossen hat, das

hat offenbar Rekordpotenzial. Sogar eine

Änderung des Flächennutzungsplanes

winkte Grevens Rat imEiltempo durch.

Denn das Gelände war eigentlich für Logistik

nicht vorgesehen.

Ein Entgegenkommen, das Dr. Andreas

Mattner, Geschäftsführer des Bauentwicklers

ECE, nur bestätigte: „Greven ist

ein klasse Logistik-Standort. Hier will

man gerne sein.“

Hier kommt man auch gutweg. „Deshalb

sind wir sehr froh, dass wir diesenStandortbekommen

konnten“, meinteder CEO

von Hermes Germany, Olaf Schabirosky.

A1,A2, A30, A45, Bahn und FMO –alles

in greifb

arer Nähe. Mehrkann ein Logistikerherz

nicht wünschen. „Der Flughafenist

ein wertvoller Standortvorteil“, so

der CEO. Zumal er einen 24-Stunden-Betrieb

ermöglicht und in der Nähe kaum

Nachbarn sind, denen Lärm zur Last würde.

Dass im Vorfeld der Plan eines weiteren

Logistikzentrums inGreven bei Grünen

und CDU im Rat bitter aufstieß, ist den

Machern aus dem Reich des Otto-Konzerns

durchaus bekannt. Vielleicht betont

ECE-Chef Dr. Andreas Mattner deshalb,

dass in dem familiengeführten

Weltkonzern aus Hamburg Nachhaltigkeit

großgeschrieben wird: „Ich habe

zwei Aufsichtsräte. Einen normalen und

einen Nachhaltigkeitsrat.“ Was ökologisch

Probleme mache, könne er nicht

bauen. Das neue Logistikzentrum sei daher

mit modernster Heiztechnik versehen,

optimal isoliert, die LED-Beleuchtung

sei so gesteuert, dass es nur hell

wird, wo es hell sein muss. 35 Prozent

weniger Energie gegenüber herkömmlicher

Beleuchtung spare das ein.

„Ein innovatives Projekt für modernste

Logistikstrategien, das sich durch ein

Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit, Funktionalität,

Flexibilität und Nachhaltigkeit

auszeichnet, geht an den Start“, so Dr.

Andreas Mattner, ECE-Geschäftsführer

für den Bereich Office, Traffic, Industries.

Bereits in Betrieb sind die ersten vier Logistik-Center

der von ECE und Hermes

gemeinsam realisierten Serie in Bad Rappenaubei

Heilbronn, in Mainz, in Ketzin

bei Berlin und in Graben bei Augsburg.

Im Bau befinden sich die Logistik-Center

in Hamburg und Kabelsketal bei Halle/

Saale sowie das jetzt startende Projekt in

Greven.

Zwei weitere Zentren befinden sich in

Planung. Insgesamt investieren ECE und

Hermes rund 600 Millionen Euro. Die

ECE verantwortet dabei die komplette

Abwicklung der Projekte von der Suche

und dem Ankauf der Grundstücke über

die Planung und schlüsselfertige Erstellung

bis hin zur Platzierung der Objekte

am Investorenmarkt.

Grevens Bürgermeister Peter Vennemeyer

gabsichoptimistisch,dassdas Projekt-

Tempo anhält: „Die Eröffnung soll nächstesJahr

im Oktober stattfinden –passend

zum Weihnachtsgeschäft.“

Günter Benning

HERMES GERMANY

Hermes Germany mit Sitz in Hamburg ist ein führender

Logistikdienstleister Deutschlands und Partner zahlreicher

Onlineshops und Multi-Channel-Händler im In- und

Ausland. Der Fokus von Hermes Germany liegt auf der

nationalen und internationalen Paketzustellung sowie auf

der Abwicklung vorgelagerter Warenströme weltweit.

Hermes Germany ist eine von zwölf Gesellschaften der

international tätigen Hermes-Gruppe, die zur Otto Group

gehört. Das Leistungsspektrum der unter der Marke Hermes

operierenden Gesellschaften umfasst die gesamte

Wertschöpfungskette des Handels: Sourcing, Qualitätsabsicherung,

Transport, Fulfillment, Paketservice, Zwei-

Mann-Handling und globale E-Commerce-Services. Im

Geschäftsjahr 2017 erhöhte die Hermes-Gruppe ihren Gesamtumsatz

auf 3,13 Milliarden Euro. Hermes beschäftigt

weltweit fast 15 300 Mitarbeiter und ist in den wichtigsten

europäischen E-Commerce-Märkten präsent.


Das erste

E-Taxi

im Kreis

Beckumer Unternehmerin testet seit Kurzem einen

„Stromer“ –die ersten Erfahrungen sind gut.

BRANCHEN &BETRIEBE 11

Diesel-Skandale und drohende Fahrverbote

für Diesel-Fahrzeuge in immer

mehr verschmutztenund schadstoffbf

elasteten Großstädten. Aktuell

muss auch Frankfurt ein Dieselfahrverbot

einführen. Ab Februar 2019.

Das entschied unlängst das Verwaltungsgericht

Wiesbaden. Nursokönne

die Luft sauberer werden.

Betroffen sind von solchen

Maßnahmen neben Handwerks-

und anderenServicebetrieben

auch unzähligeTaxi-Unternehmen.

In Beckum

geht Petra Helmdach, Inhaberin von

„Blitz-Taxen“ deshalb bereits jetzt einen

nachhaltigeren Weg: Sie betreibt das erste

E-Taxi im Kreis Warendorf. Und weitere

sollen folgen.

„Einmal zum Tuttenbrocksee? KeinProblem.

Ich komme.“ Daniela Busse dreht

den Schlüssel ihres Taxis um und drückt

aufs Gaspedal –pardon –aufs „Strompedal“.

Denn DanielaBusse fährt ein E-Taxi.

Die Idee hatte ihre Chefin Petra Helmdach:

„Elektromobilität ist die Zukunft“.

Fast geräuschlos wie ein ICE ist der beige

Kia Soul EV unterwegs. Was man vom

Auto hört, sind nur der Fahrtwind oder

der Blinker.Daran musstesich Taxifahrerin

Daniela Busse auch erst mal gewöhnen:

„Und vor allem auch die Passanten,

weil man mich viel weniger hört als andere

Autos, gerade in Tempo-30-Zonen.“

Daher ist die erfahrene Taxifahrerin, die

seit mehr als zwölf Jahren hinterm Lenkersitzt,noch

achtsamer als sonst unterwegs.

Mittlerweile hat sie sich auf ihren Stromer,

der genauso schnell fährt wie normale

Taxen, eingestellt. „Sanft anfahren

und auf der Autobahn kein Vollgas geben,

empfiehlt sich sehr. Ansonsten wird der

Akku schnellleer.“Während der Fahrgast

mit dem Taxi durch Beckum gleitet, entsteht

eine ungewohnteRuhe im Taxi. Keine

Diesel-Geräusche und -düfte–dasentspannt.

Selbst wenn die Taxifahrerin mal

die Geschwindigkeit drosseln muss, weil

die nächste Ampel auf Rot wechselt.

Denn sobald Daniela Busse ihren rechten

Fußvom Gaspedal nimmt, bremst das E-

Auto bereits: „Der Bremsvorgang beginnt

viel früher und ist sanfter als vorher.“

Auch das Display enthält einige Neuheiten:

Es zeigt die Reichweite, die Batterieladung

sowie alle Aufl

adestationen in der

Nähe mit genauer Adresse und Navigation

an. Wenn derKia leerzulaufen droht,

ertönt automatisch eine Sprachnachricht.

„Aber die Situation hatte ich noch

nicht“, ergänzt Daniela Busse.

Christian Wohlrab, leitender Mitarbeiter

bei Blitz-Taxen, ist begeistert von der E-

Mobilität: „Das ist entspanntes Fahren,

total beruhigend und entschleunigend.“

Das liegt auch an der besonderen Technik:

Es gibt kein Getriebe, keine Kupplung.

„Somit ist der Wagen auch wartungsarm“,

freut sich Wohlrab, der privat

einen Elektroroller fährt, „und wir halten

die Luft sauber.“ Wohlrab schätzt beim

E-Taxi auch diegroße Energieeinsparung

allein durch den besonderen Mechanismus

beim Bremsen: „Wenn man bremst,

hält sich der Wagen die Energie zurück

und so erhöht sich die Reichweite.“

Weitere Vorteile: Das Laden ist im Vergleich

zum Tanken der anderen mit Dieselkraftstoff

betriebenen Taxen deutlich

günstiger. Über die genauen Anschaffungskosten

für das E-Taxi will Petra

Helmdach nicht sprechen. Nur soviel:

„Ich musstenicht mehr Geld als sonst investieren,

weil es vomAutohaus und vom

Staat Zuschüsse gab.“

Rund sechs Wochen fährt das E-Taxi bereits

durch Beckum, auch mal nach Warendorf

oder Münster. 200 bis 250 Kilometer

kann das E-Taxi am Stück zurücklegen.

In der Regelwirdesjeden Tagnach

Feierabend geladen, bei Bedarfauch mal

zwischendurch, wenn größere Pausen

entstehen oder Daniela Busse auf der

Autobahn unterwegs ist. „Da verbraucht

der Wagen mehr, ich versuche dann einfach,

sparsamer zu fahren.“

Während einer Schicht tankt Busse am

Autohof Hamm-Uentrop oder an der

Raststätte in Vellern an einer Schnellladestation

auf. „Das dauert 20 bis 30 Minuten.

Dann ist der Akku wieder voll und

es kann weitergehen.“ Wenn sie über

Nacht aufl

ädt, dann macht Busse das an

den normalen Säulen. Bislang gibt es davon

fünf in Beckum.

Eine Säule kommt sogar wortwörtlich

zum E-Taxi. Denn da Inhaberin Petra

Helmdach genauso begeistert ist von

ihrer elektronischen Droschke wie ihre

Kunden, wirddas Unternehmen in wenigenWochenauf

eine eigene Säule an der

Taxizentrale am Bahnhof zurückgreifen

können.

Daniela Busse würde übrigens extra für

das Fahren des E-Taxis geschult. Künftig

wirdsie weitere„Blitz“-Kollegen schulen.

„Langfristig sollen alle Kollegen fit sein,

das E-Taxi steuern zu können“, erläutert

PetraHelmdach. Und das Interesse unter

den Kollegen ist sehr groß. „Viele können

Inhaberin Petra Helmdach (l.) und Fahrerin Daniela Busse setzen auf das E-Taxi.

Das Display im Auto zeigt anschaulich Reichweite, Aufladestationen und Energieverbrauch

an.

Fotos: Peter Sauer

es garnicht mehr abwarten.“ Auch gibt es

immer häufiger Fahrgäste, die das E-Taxi

buchen wollen, wasaberorganisatorisch

nicht geht. Auch Kunden, die erst argwöhnten

oder die üblichen Witze machten,

waren spätestens am Ende der Taxifahrt

überzeugte E-Mobil-Fans, die umsteigen

wollen.

Beckums Klimaschutzmanager Tobis Illbruck

erwartet bis zum Jahr 2030 einen

Anstieg der E-Mobilität in Beckum auf 17

Prozent.

Ein Jahr lang will Petra Helmdach ihr E-

Taxi testen und dann eine eigene Auswertung

veröffentlichen. Aber schon jetzt

zeichnet sich ab, dass sie in ihrem Unternehmen

nochg weitereE-Taxiseinsetzen

wird.

Peter Sauer

STROMAT

Ist man eigentlich immer abhängig von öffentlichen

Ladesäulen, wenn man einen Stromer

fährt? Nein, denn der Beckumer Automatisierungsprofi

Alcona hat eine Ladestation für zu

Hause entwickelt. Der „Stromat“ ist eine wechsel-

und drehstromfähige Station für Elektroautos

mit einer Leistungsbreite von 3,7 bis 22

kW. Sie verfügt über ein fünf Meter langes Kabel

mit Typ-2-Stecker. Relevante Daten für eine

optimale und batterieschonende Ladung werden

über eine CP-Schnittstelle mit dem jeweiligen

Fahrzeug ausgetauscht. Der „Stromat“ bereitet

den Wechselstrom des Hauses für den

Gleichstrom im Auto vor. Dann kann man in

der eigenen Garage Strom fürs Auto tanken.

Die Ladestation kann laut Hersteller wahlweise

mit Wechselstrom und Drehstrom betrieben

werden. Bei einer 27 kWH-Autobatterie steht

bei maximaler Ladeleistung das Elektroauto in

weniger als 1,5 Stunden wieder „vollgetankt“

zur Verfügung.

Als Kooperationspartner will die Energieversorgung

Beckum (evb) den „Stromat“ an andere

Stadtwerke vertreiben, teilte evb-Chef Dennis

Schenk mit. Im Verkauf kompakter Ladegeräte

für die heimische Garage oder den Handwerksbetrieb

sieht Schenk ein Geschäftsfeld.

Das Absatzpotenzial für heimische Ladelösungen

wie den „Stromat“ sei entsprechend groß.

Obwohl die Elektromobilität noch in den Kinderschuhen

stecke, plane die Bundesregierung

bis 2022 mit einer Million Elektroautos, die

eine Ladeinfrastruktur benötigen. pesa

Zukunft planen

Mitarbeiter weiterbilden

Die Aus- und Weiterbildungsprogramme

der Bundesagentur für Arbeit. Nutzen Sie

den Arbeitgeber-Service und erf rahren Sie

mehr darüber, wie Sie Ihre Beschäftigten

und Ihr Unternehmen weiterbringen können.

Informieren Sie sich jetzt unter

www.dasbringtmichweiter.de


12 BRANCHEN &BETRIEBE

Am Anfang stand der

Wunsch eines Kindes

Eigene Kollektion erfüllt viele Träume: Die „Funny Horses“ aus Warendorf finden nach einer

langen Anlaufzeit inzwischen sogar international Beachtung.

„Es ist die Idee eines Kindes gewesen,

nur so konnte aus ,Funny Horses‘

das werden, was es heute ist“,

sagt Christiane Markfort. Und die

Füchtorferin weiß, wovon sie

spricht,denn es war ihre Tochter,die

sich als Siebenjährige zum Geburtstag

nichts sehnlicher wünschte als

ein Holzpferd. Aber, soder Wunsch

der Tochter, man sollte auch richtig

damit spielen können. Ein Pferdzum

Kuscheln und auch zum Liebhaben,

stabil genug für einen originalgetreuen

Ausritt natürlich auch.

Der Vater, Handwerksmeister

Ulrich Markfort, sah

eine Chance, den Wunsch

seiner Tochter zuerfüllen

und zog sich in seine Werkstatt

zurück, bis pünktlich zum Geburtstag

der Tochter das erste „Funny Horse“

das Licht der Welt erblickt hatte. Überraschung

gelungen: Es war ein Spielzeug

zum Liebhaben und mit passendem

Stockmaß, um sich hinaufzuschwingen.

Heute gibt es für die „Funny Horses“ ein

eigenes Geschäft unter dem Namen „Warendorfs

kleine Reitboutique“ mit Zubehör

für kleine Pferde-Fans.

Als Kooperationspartner für das therapeutische

Reiten wurden die schnuckeligenHolzpferde

schon früh entdeckt.Und

gerade in jüngster Zeit macht das knuffige

Trio mit „Maxi“, „Shetty“ und „Sunny“

aus der Reiterstadt einen richtig großen

Aufgalopp. Die Holzpferde starten jetzt

mit einem eigenen Label durch, haben

ihre eigene „Funny Horses-Kollektion“

von der Trense über die Satteldecke bis

zu den Extensions für die Mähne (Mähne-

und Schweifclips). Über Vertriebsstrukturen

wie die HKM Sports Equipment

GmbH in Neuenhaus bei Nordhorn

undseit 2018 auch die Jako-O-GmbH im

süddeutschen Bad Rodach öffnen sich

jetzt auch internationale (Stall)-Türen

für das „Funny-Horses“-Label.

Wenn ChristianeMarkfort die Geschichte

der „Funny Horses“ Revue passieren

lässt,musssie selber den Kopf schütteln.

„Es ist schon unglaublich, wo wir jetzt

stehen. Doch es warauch ein langer harterWeg,

in den wir viel investiert haben.

Und jetzt macht alles so viel Spaß“, sagt

sie und denkt dabei an ihre eigene „Funny-Horses“-Kollektion,

mit der sie einfach

nur lang ersehnte Wünsche ihrer

Christiane Markfort in ihrem Warendorfer Geschäft, wo natürlich

„Funny Horses“ stehen.

Foto: Monika Vornhusen

Mit Motiven wie diesen macht die Vertriebsfirma HKM Sports Equipment auf die „Funny Horses“ aus Warendorf aufmerksam.

kleinen Kunden erfüllt.

Nach mittlerweile 18Jahren haben die

Pferde eine echteErfolgsstoryzubieten.

Aus der Einzelfertigung in der heimischen

Garage für Freunde und Bekannte

der Familie, dievon demGeschenk an die

Tochter begeistert waren, istmittlerweile

eine bunteWelt für kleine Pony-und Pferdefreunde

geworden: Ob Reitkleidung,

Kleinspielzeug, Bücher, die passende

Trense, Pferdedecke oder ein schicker

Sattel. Bei „Funny Horses“ finden die

jüngsten Ponyfansalles, wasihr Herz begehrt.

Und mitten drin die drei „Funny

Horses“ mit den Stockmaßgrößen 120,

100 und 80 Zentimeter.

„Wir haben alles einfach in Mini-Ausgabe.

Die Bandagen und Decken oder die

Trensen könnte man natürlich auch für

ein echtes Shetty-Pony nutzen“, lacht

Christiane Markfort. Die Erfolgsgeschichtesei

über die Jahrevon zwei Dingen

geprägt gewesen: und zwar von vielen

zufälligen Begegnungen zur rechten

Zeit am rechten Ort und vonder Geburtsidee

der „Funny-Horses“, eben von den

Wünschen der Kinder. „Ich höre einfach

meinen Kunden hier im Laden zu und vor

allem den Kindern. Denn die möchten

einfach nur absolut authentisch spielen.“

Schon früh wurden die Markforts mit den

„FunnyHorses“ Kooperationspartner des

Kuratoriums für therapeutisches Reiten

(DKThR) mit Sitz in Warendorf. „Wir besuchen

beispielsweise gemeinsam Messen

und Veranstaltungen, bei denen

unsere ,Funny Horses‘ genutzt werden“,

erläutert Christiane Markfort.

Und die Karriereder lustigen Holzpferde

ging weiter: Vorrund drei Jahren wurden

sie Projektpartner für den Verein „Pferde

für unsere Kinder“ e.V. und unterstützen

dabei eines von mehreren Projekten des

Vereins. „10 000 Holzpferde für Kindergärten“

lautet dieses durch Firmen-Patenschaften

gestützte Projekt, mit dem

die Holzpferde aus Füchtorf mit einem

Lernkoffer ihren Weg inKindereinrichtungen

in ganz Deutschland gefunden

haben und noch weiter finden werden,

Pure Begeisterung lösen die Holzpferde aus Warendorf bei vielen Kindern aus. Die robusten

Spielzeuge finden immer mehr Freunde.

um erste Berührungspunkte zwischen

Kindern und Pferden zu ermöglichen.

Wiewunderbar die Traumwelt rund ums

Pferd Kinder zum freien Spielen befl

ü-

gelt, weiß Christiane Markfort aus eigener

Erfahrung. „Das Spiel mit den Holzpferden

verändert sich mit zunehmendem

Alter. Dabei tauchen die Kinder oftmals

völlig ab in ihre Traumwelten. Sie

reiten durch Wälder, putzen die Ponys

auf ihrem Pferdehof. Ältere Kinder turnen

und voltigieren gerne. Als Erwachsener

kann man sich das kaum vorstellen,

wie sehr diese Pferde zum freien Spiel anregen.“

Werdie stabilenHolzpferde madeinGermany

genauer unter die Lupe nimmt, der

bekommt schon eine Ahnung davon. Der

Webpelz für Mähne, Schweif und Rücken

ist in verschiedenen Grundtönen zu haben.

Schweif, Mähne und Fell können daher

gestriegelt und gebürstet werden.

Den Kuschelfaktorgibt es obendrein. Das

Markenzeichen der „Funny Horses“, die

sechs Wimpern oberhalb und unterhalb

des Augesund das leichteLächeln der aus

heimischen Hölzern gefertigten Pferdchen

versprühen Charme, so dass so

manches Holzpferd nicht im Kinderzimmer

sein Zuhause findet ,sondern auch

im Wohnzimmer.

„Im Laufeder Jahrehaben wir die Pferde

wirklich nur leicht optimiert. Mittlerweile

haben sie auch ein Brandzeichen“, erläutert

die Füchtorferin. Und markengeschützt

ist die gesamte Funny-Horses-

Herde beim Deutschen Patent- und Markenamt

schon sehr lange.

Aus der heimischen Werkstatt-Produktion

sind die Holzpferde aber schon längerherausgetreten.

„Da mein Mann noch

immer in seinemeigentlichen Beruf tätig

ist und wir hier vorOrt nicht die Möglichkeiten

dazu haben, haben wir schon vor

Jahren begonnen die Produktion auf Betriebe

zu verlagern, die fast ausschließlich

mit integrativen Kräften arbeiten“,

erläutert Christiane Markfort.

Als sie ihr neuestes Konzept mit einer

eigenen Funny-Horses Kollektionbei den

interessierten Vertriebsfirmen vorstellte,

hat sie von den Erlebnissen in ihrem Geschäft

in Warendorf berichtet –von den

sehnsüchtigen Kinderaugen, von den

Wünschen, die sie verraten, wenn sie die

Holzpferde streicheln und von den Erzählungen

der begeisterten Eltern, wenn

die Kinder wieder Reiterhof im Wohnzimmer

gespielt haben.

Monika Vornhusen

Fotos: HKM Sports Equipment


BRANCHEN &BETRIEBE 13

Ein Hingucker aus

beständigem Beton

Die Betonwerke Büscher inHeek verstehen sich als Ideenschmiede. Für den Gewerbebauspezialisten

Sicon Bau in Gescher erstellte man eine sehr auffällige Vorfassade.

Kunst aus Beton? Na klar! Kleinere,

dekorative Produkte hat es schon

immer mal wieder gegeben. Aber

8,50 Meter hohe Eyecatcher aus dem

statischen Material, als architektonische

und optische Elementegeplant,

sind dagegen nicht alltäglich. Auch

nicht im Heeker Betonwerk Büscher.

„Deshalb war der Auftrag, den

Unternehmenssitz der Sicon Bau

GmbH in Geschermit einer Vorfassade

aus 59Bauteilen ‚einzukleiden‘,

schon etwas Besonderes. Eine Herausforderung

im XL-Format“, geben

die Geschäftsführer Wolfgang

und Hans-Jürgen Büscher offen zu.

Zumalsich dieBeton-Elementenicht

alle gleichen sollten.

Nachden intensiven Vorplanungen

ging es im November

2017 an die Produktion.

Zunächst entstanden

24 verschiedene Formen,

die nacheinander für insgesamt 59Bauteile

ausgegossen wurden. Die Fassadenbauteile

verfügen über Abmessungen von

1,50 bis3,25 Meter Breiteund 8,50 Meter

Höhe. 3,8 Kubikmeter Beton fasst eine

Form im Durchschnitt. Insgesamt ergab

das ein Volumen von 225 Kubikmetern

Beton, der eingesetzt und verarbeitet

wurde. In jedes einzelne Bauteil wurde

darüber hinaus Stabstahl eingebaut,

rund 360 Kilogrammpro „Zacken“. In der

Summe kamen dabei 21,2 Tonnen Stahl

zusammen. Dadurch brachten die Bauteile

jeweilszwischen 6,5 und 13 Tonnen

Gewicht auf die Waage. Zum Vergleich:

ein VW

-Golf ist etwa 1,4 Tonnen schwer.

Zwei Brüder –ein Unternehmen: Geschäftlich wie auch privat ergänzen

sich Wolfgang (l.) und Hans-Jürgen Büscher.

Kunst amBau: Für die Firma Sicon aus Gescher fertigten die Betonwerke Büscher eine Fassadenverkleidung, die neben ihrer funktionellen Aufgabe auch als

Eyecatcher dient.

Fotos: Büscher

Summa summarum ein Gesamtgewicht

von 560 Tonnen.

Nach 17 Produktionstagen stand das

Arbeitsergebnis zum Abtransport auf

dem Gelände in der Heeker Bült bereit.

Jeweils zwei Transport-Lkw brachtendie

Elemente im Pendelverkehr von Heek

nach Gescher.„28 Inlader-Fahrten haben

wir benötigt“, haben Hans-Jürgen und

Wolfgang Büscher die Details genau dokumentiert.

Mit einem 70-Tonnen-Mobilkran

wurden die Stelen in Gescher vor

dieSicon-Fassade montiert –zwölfbis 14

Bauteile pro Tag.

„Die Beton-Fassade übernimmt bei dem

Kunden nicht mehr nur eine funktionelle

Rolle, sie wird als Hingucker eingesetzt.

In der Dunkelheit sorgt ein ausgeklügeltes

Beleuchtungssystem für zusätzliche

Effekte“, erläutern die Büscher-Chefs.

„Anhand dieser Konstruktion lässt sich

gut erkennen, wie fl

exibel einsetzbar das

Material Beton letztlich ist. Zumal der

Kunde weiß,dass es wesentlich langlebigerist

als beispielsweise Holz, das bereits

nach kurzer Zeit ein verwittertes Bild bietet.

Natürlich ist auch Beton den Jahreszeiten

und dementsprechend Wärme

und Kälte, Sonne und Regen ausgesetzt,

aber er ist um einiges beständiger.“

Das Betonwerk Büscher, das in der Region

vor allem für seine wie Legosteine

aussehenden Bauteile bekannt ist, versteht

sich in erster Linie als Ideenschmiede,

in der Kreativität und Innovation

einenhohen Stellenwert haben. Da ist es

auch nicht verwunderlich, dass Forschung

und Entwicklung im Unternehmens-Portfolio

großen Raum einnehmen.

Während der 50-jährige Wolfgang

Büscher,gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann,

den kaufmännischen Part

in der Firma übernommen hat, ist der gelernte

Maurer und Stahlbetonmeister

Hans-Jürgen Büscher der Praktiker im

technischen Bereich. Gemeinsam allerdings

tüfteln die beiden Eperaner, die

den elterlichen Betrieb vor 18 Jahren

übernommen haben, stets an neuen Projekten.

Eines davon, die Verwendung von

Recycling-Bauschutt, steht inzwischen

kurz vor der Umsetzung.

►Fortsetzung auf Seite 14

seat.de/business

1


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Neue Lösung für Bauschutt?

Wolfgang und Hans-Jürgen Büscher wollen das Abbruchmaterial wiederverwenden.

Sie hätten dazu lange geforscht,

so die Geschäftsführer,

inzwischen seien die entsprechenden

Anträge beim

Deutschen Institut für Bautechnik

eingereicht. „Und wir hoffen

noch in diesem Jahr auf eine Zulassung.

Die Gutachten sind fertig und der Aufgabenkatalog,

den wir als Rücklauf erhalten

haben, ist bis auf zwei Untersuchungen

abgearbeitet.“ Hinter der jahrelangen

Forschung verbirgt sich die Idee, das

Material, das bei Abriss-Häusern anfällt,

nicht zu verkappen, sondern es zu einem

neuen Produkt wiederaufzubereiten.

„Das ist Ressourcen- wie auch CO -sparend“,

erklären die Unternehmer. Solie-

²

ßen sich beispielsweise aus 360 Tonnen

Schutt die Innenwände eines neuen Hauses

herstellen. Hans-Jürgen Büscher:

„Bisher haben wir auch nur die Innenwände

im Blick, da hier der Faktor Nässe

keine Rolle spielt. Bei Außenwänden ist

die Umsetzung schwierig. KleinsteEisenteilchen,

die trotz sorgfältigster Vorsortierung

im Bauschutt immer enthalten

sein können, würden im Zusammenwirken

mit Feuchtigkeit auf die Dauer Rostfl

ecken verursachen.“

In zahlreichen Versuchen haben die Betonwerke

bei der Wiederaufb

ereitung

des Materials auch eine so feine Konsistenz

des Materials erreicht, „dass ein Verputzen

der Wände, wie es bei normalem

Mauerwerk erforderlich ist, entfällt. Außerdem

könnten geplante Versorgungsleitungen

gleich mit eingeplant und eingearbeitet

werden. Dadurch werden

Arbeiten wie das spätereAufschlitzen der

Wände überfl

üssig. Man spart also auch

Aus Alt mach Neu: Recyclingschutt aus dem Münsterland soll demnächst zu neuem Material

aufbereitet werden.

Foto: Susanne Menzel

zusätzliche Arbeitsgänge ein.“

Der Bauschutt, so die Vorstellung der

Brüder Büscher, solle in erster Linie aus

dem Münsterland kommen. Wolfgang

Büscher: „Zu weite Wege rechnen sich

kostentechnisch nicht.“ Momentan wird

das Abrissmaterial noch überwiegend

zum Verfüllen im Wegebau eingesetzt.

„Und das Naturprodukt Sand –aktuell

zur Betonherstellung eingesetzt –wird

zukünftig immer knapper. Zurzeit wird

es vom Rhein aus zu uns transportiert,

während der Schutt vorOrt liegt. Hierzu

eine Alternative zufinden, ist ein Politikum

geworden, das wir aufgegriffen haben“,

betonen die Eperaner.

Ein weiteres Projekt in der „Pipeline“ ist

die Entwicklung einer Beton-Rezeptur,

„die Schall absorbiert“, berichten Wolfgang

und Hans-JürgenBüscher.Sokönnten

beispielsweise entlang von Autobahnen

Schallschutzwände aus diesem Material

errichtet werden, die in ihren Abmessungen

wesentlich niedriger als die

bisherigen Schutzobjekte sind –inder

Funktion allerdings um einiges besser.

„Auch in der Industrie, etwabeimHallenbau,

ließe sich damit der Geräuschpegel

senken“, sind sich die Betonwerker sicher.

Erste Gespräche mit Interessenten

wurden geführt. So haben sich die Westfalen

bereits eine Teststrecke in Süddeutschland

angesehen, die vielleicht mit

münsterländischen Produkten ausgestattet

wird.

Susanne Menzel

BETON-MANUFAKTUR

Egal ob nun Fertigteile wie Betondecken

oder Spezialentwürfe wie

die Fassadenteile –das Geheimnis

hinter allen Produkten ist die Rezeptur.

Gerade in der besonderen

Mischung zeigt sich: Beton ist

nicht gleich Beton. „Wir haben bis

dato 45 eigene Rezepte für die

Betonmischungen entwickelt.

Auch Universitäten sind zum Teil

in diese Forschungsprojekte eingebunden“,

verraten die Büscher-

Fachleute. „Wir verstehen uns vor

diesem Hintergrund weniger als

‚Betonwerk‘ im eigentlichen Sinne,

sondern mehr als Manufaktur“,

betont Wolfgang Büscher.

„Geplant wird bei uns stets für

den einzelnen Kunden. Da reichen

oftmals die Standardlösungen

nicht“, ergänzt sein Bruder Hans-

Jürgen. „Wir stellen keine Serienprodukte

her, sondern individuelle

Objekte. Das, was bei uns als Industrieprojekt

den Hof verlässt –

wie etwa die Schutz-,Hauben‘ aus

Beton für die Gasleitungs-Rohre

zwischen Epe und Legden –, wurde

aus wirtschaftlichen Gründen

produziert, um eine gesunde

Mischkalkulation aufstellen zu

können.“ Dem stehen dann beispielsweise

die VIP-Lounge eines

großen Revier-Fußballclubs, die

Fassade der Gescheraner Sicon

GmbH oder Schule und Kindergarten

inBonaire auf den niederländischen

Antillen gegenüber.

„Selbst einen Architekturpreis haben

wir schon gewonnen“, freuen

sich die Brüder. Eine Auszeichnung

in den Niederlanden, von

der sie übrigens erst im Nachhinein

erfahren haben.

AirportPark FMO

Unser Standort. Ihr Erfolg.

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AirportPark FMO –optimaler

Absatz- und Vertriebsstandort

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Udo Schröer, Geschäftsführer

AirportPark FMO GmbH

Neues Werk des Verpackungsherstellers Schumacher Packaging.

Bild: AirportPark FMO

Geplantes Hermes Logistik-Center Münster/Osnabrück.

Bild: Hermes Germany GmbH

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Zwischen den Großstädten Münster und

Osnabrück – direkt am Flughafen FMO

Münster/Osnabrück –entwickelt sich das

Gewerbegebiet AirportPark FMO zu einem

bevorzugten Unternehmensstandort. Der

interkommunale Gewerbepark der Städte

Münster und Greven sowie des Kreises

Steinfurt erfüllt höchste Ansprüche und

stellt im Münsterland ein optimales Gewerbeflächenangebot

für global ausgerichtete

Firmen dar.

Beste Verkehrsinfrastruktur

Die Unternehmen im AirportPark FMO sind

über schnelle Straßen- und internationale

Flugverbindungen bestens vernetzt, wie

über die direkteAnbindungandie Autobahn

A1 Hamburg-Köln sowie über mehrmals

tägliche Flüge zu den Luft-Drehkreuzen

Frankfurt/Main und München.

1. Bauabschnittfast voll –

weitere Ausbaustufen in Vorbereitung

Vonrund380.000 m² sind im 1. Bauabschnitt

nur noch etwa 35.000 m², verteilt auf drei

Gewerbegrundstücke, verfügbar. Weitere

Ausbaustufen – auch für Großansiedlungen

–befinden sich daher in Vorbereitung.

DasGesamtgebiet umfasst rund 200 Hektar

Entwicklungsfläche.

NamhafteUnternehmenangesiedelt

Der AirportPark FMO überzeugt vor allem

Wachstumsbranchen. So baut der

fränkische Verpackungshersteller Schumacher

Packaging sein neues Werk auf

dem 150.000 m² großen Betriebsstandort

Gerne überzeugen

wir auch Sie!

kontinuierlich aus. Mit dem Bau begonnen

hat inzwischen auch der Mercedes-

Autohändler BERESA für ein innovatives

Zentrum zur Aufbereitung und zum europaweiten

Online-Vertrieb von 15.000

Fahrzeugen im Jahr. Zeitnah folgt das

neue Hermes Logistik-Center Münster/

Osnabrück –imSeptember wird der erste

Spatenstich gefeiert.Darüber hinaus planen

die Baufirma Depenbrock ein zusätzliches

Verwaltungszentrum sowie der bereits mit

der Systemzentrale ansässige Kontraktlogistiker

Fiege eine hochmoderne Logistikanlage.

Überzeugendes Standortpaket

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GELD &GESCHÄFT 15

Der schnelle Weg

zur Liquidität

Im Internet locken immer mehr Geldhäuser mit

„Sofortkrediten“ Kunden mit dringendem Finanzbedarf an.

colourbox.com

Der traditionelle Ratenkredit bekommt

eine immer stärkere Konkurrenz

durch ein neues Darlehnsprodukt,

das überwiegend über das

Internet angeboten wird: den sogenannten

„Sofortkredit“, auch

„Blitz-“ oder „Schnellkredit“ genannt.Manchmal

muss es

schnell gehen: Ein interessantes

Angebot

lockt im Laden in der

City zum Kauf, doch

das Guthaben auf dem Girokonto reicht

derzeit nicht. Ideales Produkt für den

Verbraucher ist in einem solche Fall ein

Sofortkredit, der quasi von allen Banken

und Sparkassen –meist über das Internet

–angeboten wird.

Ein Sofortkredit ist ein klassischer, nicht

zweckgebundener Ratenkredit für private

Konsumenten. Oft sind die Konditionen

attraktiver als bei herkömmlichen

OFFEN GESAGT

Nichts überstürzen

Jede Kreditaufnahme sollte wohlüberlegt

sei. Auch in Zeiten extrem

niedriger Zinsen belastet das Bezahlen

mit fremdem Geld künftige finanzielle

Spielräume. Die Angebote anSofortkrediten

setzen darauf, dass ein kurzfristiger

Liquiditätsengpass beseitigt oder

ein spontan aufgekommener Konsumwunsch

spontan erfüllt werden soll, ohne

die Vor- und Nachteile einer Kreditaufnahme

ausreichend abzuwägen.

Wichtig für den Kunden bleibt, auch

wenn es schnell gehen soll mit dem frischen

Geld von der Bank: Schauen Sie

sich immer die Kreditbedingungen inklusive

der effektiven Zinssätze und

der Rückzahlungsmodalitäten genau

an. Wer den Kreditgeber nicht genau

unter die Lupe nimmt, läuft Gefahr auf

unseriöse Angebote hereinzufallen.

Immer mehr private Haushalte rutschen

in Deutschaland in die Überschuldung,

können also ihre angehäuften

finanziellen Verpfl

ichtungen nicht

mehr aus ihrem laufenden Einkommen

bedienen. Kreditformen, die den Zugang

zu weiterem Fremdkapital erleichtern,

sind somit nicht nur individuell

riskant. Eine Gesellschaft mit

einer wachsenden Zahl finanziell abgehängter

Menschen wird insgesamt anfällig

für politisch instabile Verhältnisse.

Jürgen Stilling

Bankdarlehen. Auch wenn der Name „Sofortkredit“

eine Darlehnsgewährung in

Windeseile suggeriert: Für einen solchen

Kredit ist ebenfalls ein formaler Antrag

nötig. Ohne vorherige Bonitätsprüfung

des Kunden wird keine Bank einen Sofortkredit

vergeben. Folge: Letztlich

steht also auch ein Sofortkredit erst frühestens

nach zwei bis drei Arbeitstagen

zur Verfügung. Auch in diesem Fall gilt also

letztlich das, was der Unternehmer

HenryFordschon zu Beginn des 20. Jahrhunderts

wusste: „Sie wollen einen Kredit?

Zeigen Sie uns, dass Sie ihn nicht benötigen,

und Sie bekommen ihn.“ Ähnlich

formulierteesder deutsch-schweizerischer

Schriftsteller Curt Goetz: „Ein

Kredit ist eine merkwürdige Sache. Sofort

bekommtman ihn nur,wenn man beweisen

kann, dass man ihn nicht

braucht.“

Die wohl gängigsteund am weitesten verbreitete

Form eines Sofortkredits ist der

Dispokredit, der Verbrauchern die Möglichkeit

gibt, einen einmaligen eingeräumten

finanziellenVerfügungsrahmen

auf dem eigenen Girokonto zujeder Tages

–und Nachtzeit nutzen zu können,

ohne sich dabei an irgendwelche Vorgaben

halten zu müssen.

Sofortkredite im Internet bergen gelegentlich

Risiken: Viele Betrüger versuchen,

aus der Finanznot mancher Menschen

Profit zu schlagen. Die Lockangebote

mit niedrige Zinsen und einfachen

Formalitäten, bei denen oft auf Sicherheiten

und Schufa-Auskünfte (auch

Schweizer Kredite genannt) verzichtet

wird, sind attraktiv –doch leider gibt es

allzu häufig letztlich keinen Kredit. Meist

wird bei den unseriösen Offerten schon

für ein Auftragsformular zur Kreditvermittlung

eine Gebühr kassiert –per Nachnahme-Verfahren

der Deutschen Post.

Sind die Anbieter seriös, muss zunächst

nichts gezahlt werden. Einige Geldhäuser

erteilen ihren Kunden bereits unmittelbar

nach der Antragstellung eine vorläufige

Auskunft darüber, obder Kredit

vergeben werden kann. Doch Vorsicht:

Auch danach haben die Banken noch die

Möglichkeit, die Kreditvergabe wegen

mangelnder Bonität oder bei negativer

Schufa-Auskunft abzulehnen.

Viele Banken beschränken beim Sofortkredit

den Kreis potenzieller Kunden.

Beispielsweise lehnen zahlreiche Geldhäuser

Selbstständige und Freiberufl

er

als Darlehensnehmer ab. Sofortkredite

können eine Kreditspanne voninder Regel500

bis50000 Euro haben. Diemeisten

Banken auf dem deutschen Markt

verlangen jedoch eine Mindestkreditsumme

von 1000 Euro. Es gibt im Internet

allerdings auch einigeMinikredit-Anbieter.

Die generellen Laufzeiten für Sofortkredite

entsprechen denen klassischer

Ratenkredite und liegen zwischen

mindestens zwölf und maximal 120 Monatsraten.

In vielen Fällen gibt es Sondertilgungsmöglichkeiten

oder Zahlpausen.

Ein wesentlicherVorteil des Sofortkredits

gegenüber dem herkömmlichen Ratenkredit

ist die mögliche Online-Antragstellung.

Man kommtsoschneller an das gewünschte

Geld und man spart sich den

Heinz Steinhoff,

Gewerbekundenbetreuer,

Sparkasse Münsterland Ost.

Weg zur Bank, ist also unabhängig von

Öffnungszeiten.

Doch es gibt auch Nachteile: So müssen

Kreditnehmer den Sofortkredit ohne

Unterstützung eines Bankberaters ihres

Vertrauens beantragen und abwickeln.

Obwohl die Beantragung relativ einfach

geworden ist, überfordert das Produkt

manche Kunden.

jst

Michael Perdun,

Perdun Gesunde Schuhe,

Everswinkel.

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Wenn’s um Geld geht


16 GELD &GESCHÄFT

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

26./27. September 2018: Agravis-Hausmesse, Messe- und

Congress-Zentrum Halle Münsterland, Münster

30. September 2018: Meisterfeier der Handwerkskammer

Münster, Messe- und Congress-Zentrum Halle Münsterland,

Münster

5. Oktober 2018: „Münsterhack“, münsterLAND.digital e.

V.,9Uhr, items GmbH, Münster, Hafenweg 7

9. Oktober 2018: „I.HR ERFOLG“ –Personalkongress des

BVMW und der Aschendorff Medien, 12Uhr, Mövenpick

Hotel, Münster, Kardinal-von-Galen-Ring 65

9. Oktober 2018: „Influencer Marketing –ein Hype oder

ein Muss?“, Wirtschaftsförderung Münster GmbH,

Volkshochschule Münster, Aegidiimarkt 3

9. Oktober 2018: „Mobiles Bezahlen (Mobile Payment), so

kommen Sie schneller anIhr Geld“, 17 –19Uhr, Handwerkskammer-Bildungszentrum,

Münster, Echelmeyer

straße 1-2

10. Oktober 2018: „Wie finde ich mich zurecht im Social-

Media-Dschungel?“, 19.30 –21Uhr, Frauen &Beruf Münster

imFrauen-Forum e. V.,Münster, Warendorfer Straße 3

11. Oktober 2018: Beratung für Gründer/innen inBocholt,

9–16Uhr, Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-

Gesellschaft Bocholt, Osterstraße 23 (Eingang Liebfrauenplatz)

11. Oktober 2018: Chefsache Digitalisierung, „Wie digital

bin ich?“, WESt mbH, 15 –18Uhr, smart lab, Institut für

Technische Betriebswirtschaft (ITB), Steinfurt, Bismarckstraße

11

23. Oktober 2018: LVM-Landwirtschaftstag, Messe- und

Congress-Zentrum Halle Münsterland, Münster

26. –28. Oktober 2018: AAGtechnika, Fr. 11–18.30 Uhr,

Sa. 10 -18.30 Uhr, So. 10 -17Uhr, Messe- und Congress-

Zentrum Halle Münsterland, Münster

Hohe Verzinsung –

wenig Sicherheit

Fremdwährungsanleihen sind nicht ohne Risiko.

Sparer können auch in den kommenden

Monaten nicht mit einem Zinsanstieg

rechnen. Viele Anleger

schauen sich daher höher verzinste

Fremdwährungsanleihen als Alternative

zur deutschen Zins-Tristesse

an. Das ist nicht ohne Risiko.

Der US-Staat zahlt fast drei

ProzentZinsen für US-Dollar-Anleihen

mit zehn Jahren

Laufzeit. Australische

Anleihen mit gleicher

Laufzeit rentieren bei etwa2,65 Prozent,

brasilianische Staatsanleihen bei rund

zehn Prozent und türkische Staatsanleihen

in türkische Lira bringen bei zehn

Jahren Laufzeit mittlerweile gar über 16

Prozent jährlich. „Das klingt verlockend.

Allerdings sind drei Risiken zu berücksichtigen,

die schnell zu hohen Verlusten

führen können“, erläutert Uwe Eilers,

Geschäftsführer der FV Frankfurter Vermögen

GmbH in Königstein.

Zinsänderungsrisiko: Das Zinsänderungsrisikokönne

bei allen Anleihen mit

langen Laufzeiten zu deutlichen Verlustenführen,

wenn die Zinsen in dem Land

steigen. Bei zehn Jahren Laufzeit verursache

ein Zinsanstieg vonetwadreiProzent

bereits Kursverluste von rund 25

Prozent.

Bonitätsrisiko: Anleger griechischer Anleihen

haben nach Angaben des Experten

2012 rund 70 Prozent ihres Geldes verloren.

Ähnlich erging es den Besitzern argentinischer

Staatsanleihen, die 2005

mehr als 50 Prozent ihres Vermögens einbüßten.

Ob die Türkei oder Brasilien

langfristig ihre Schulden zurückzahlen

können, sei noch offen.

Wirklich entscheidend ist laut UweEilers

das Währungsrisiko: Die Infl

ationsrate

sei in dem jeweiligen Land die wichtigste

Komponente für die Stabilität der Währung.

Zehn Prozent Infl

ation proJahr bedeuteten

einen realen Kaufk

raftverlust

von zehn Prozent. Die Landeswährung

sinkeimRegelfall in ähnlicher Geschwindigkeit.

Darüber hinaus nehme der Devisenmarkt

einige erwartete Entwicklungen

vorweg. Dies könne man am Verlauf

der türkischen Lira sehen. Die Währung

verlor zwischen 2013 und Ende Juli 2018

rund 60 Prozent, in den letzten zwei Jahren

rund ein Drittel und in den letzten

fünf Monaten rund 20 Prozent ihres Wertes.

Im August gab eseinen zusätzlichen

Einbruch. Allerdings könnten auch vermeintliche

Hartwährungen entsprechende

Bewegungen an den Devisenmärkten

durchmachen. Der US-Dollar verlor seit

Ende 2016 zeitweise über 15 Prozent an

Wert.

„Anleger,die in Fremdwährungsanleihen

investieren wollen, müssen diese Risikofaktoren

analysieren. Schon einer der

drei Faktoren kann die vermeintlich höhere

Rendite schnell pulverisieren“, betont

Eilers. Zudem gilt die goldene Anlegerregel,

dass man nicht „alle Eier in

einen Korb“ legen soll.

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GELD &GESCHÄFT 17

Kontaktlos liegt im Trend

Schon an 820 000 Terminals des Handels kann

inzwischen zügiger bezahlt werden.

Rund eineinhalb Jahre nach dem

bundesweiten Start von „girocard

kontaktlos“ haben die Händler in

Deutschland bereits mehr als zwei

Drittel aller Girocard-Terminals für

das Bezahlen per NFC ausgerüstet.

Mit Stand Ende Juli 2018 konnten so

bereits rund 550 000 Terminals kontaktlose

Zahlungen im Girocard-System

abwickeln. Die Zahl der aktiven

Terminals lag laut der Euro-Kartensystem

GmbH im ersten Halbjahr

2018 bei rund 820 000.

Damit sei zum Start der Girocard

imSmartphone bei

vielen Sparkassen und

Volksbanken/Raiffeisenbanken

bereits „ein breites

Akzeptanznetz für das Mobile Payment“

auf Basis der Bank-oder Sparkassenkarte

gespannt.

Mit der Terminalausstattung erfüllt der

Handel den Wunsch der Kunden, berührungslos

zu bezahlen. Über alle Girocard-

Transaktionen gerechnet lag der Anteil

der Kontaktlos-Transaktionen im Juli bei

rund 9,4 Prozent. Institute, welche bereits

besonders viele ihrer Girocards mit

dieser Funktion ausgestattet haben, vermelden

bereits Quoten von über zwölf

Prozent. Die positive Entwicklung bestätigt

laut Unternehmensmitteilung auch

Marcel von Haber, inder Geschäftsleitung

von Lidl Deutschland unter anderemzuständig

für den Bereich Finanzen:

„Seit der Einführung von ,girocard kontaktlos‘

in unseren Filialen ist der Anteil

kontaktloser Zahlungen auf rund 14 Prozent

bei den Girocard-Zahlungen gestiegen.“

Darüber hinaus steige seit der Einführung

des kontaktlosen Bezahlens

auch der Gesamtanteil elektronischer

Zahlungen.

Dabei sehen die Händler besonders Vorteile

für sich selbst, wie eine repräsentative

Umfrageder GfK

im Auftrag der Euro-

Kartensysteme zeigt. Im Mai 2018 hatten

die Marktforscher 351 Einzelhändler,

Dienstleister und Kassenpersonal befragt.

Demnach sagen etwa zwei Drittel

der Anbieter berührungsloser Bezahlverfahren,

dass diese einfacher sind als andere

Bezahlmethoden. Rund die Hälfte

sieht im regelmäßigenWegfall der Pin bei

Zahlungen bis 25 Euro sogar einen großen

Zeitgewinn beim Kassieren. Und für

drei Viertel bedeutet das Angebot, „mit

der Zeit zu gehen“.

Den Wegins modernereBezahlen möchten

die Händler mit der Debitkarte der

Deutschen Kreditwirtschaft gehen: So sagen

neun von zehn Terminalbesitzern

(87 Prozent), dass sie die Girocard als

Zahlungsmittel in ihrem Geschäft in Zukunft

nicht missen möchten, und 63 Prozent

sind neue Bezahlarten am liebsten,

wenn sie im Girocard-System abgewickelt

werden. Diese positive Einstellung

teilen nach Ansicht der Terminalbesitzer

auch die Kunden. So geben wiederum87

Prozent an, dass die Zahlung mit Girocard

die von ihren Kunden am meisten

nachgefragte elektronische Bezahlart ist.

Breite Zustimmung: Schon zwei Drittel der Terminals können Kartendaten kontaktlos lesen.

Die Händler geben damit ein durchweg

positives Signal für die Zukunft des Bezahlens

mit dem Smartphone.

Rund 100 Millionen Girocards und Kundenkarten

von Banken und Sparkassen

gibt es in Deutschland. „girocard“ ist der

übergeordneteund neutrale Rahmen der

Deutschen Kreditwirtschaft für ihrezwei

bewährten Debitkarten-Zahlungssysteme:

das Girocard-Verfahren (electronic

cash) als chipbasiertes Bezahlen direkt

vom Konto und die Bargeldbeschaffung

an den Geldautomaten in Deutschland

(„Deutsches Geldautomaten-System“).

Mit der stetigen technischen Innovation

sowie der persönlichen Geheimzahl Pin

(Personal Identification Number) garantiert

die deutsche Kreditwirtschaft nach

eigenen Angaben den sicheren Einsatz

des Girocard-Systems. Die Girocard ist

inzwischen Deutschlands meist genutzte

Debitkarte.

Foto: Euro-Kartensystem


18 NACHHALTIGKEIT

Die Basis wird breiter

Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland zieht mit der Veranstaltung „Themendialog“ durch die Region

und machte jetzt bei Tenwinkel inVreden und Geiping in Lüdinghausen Station.

Das noch neue CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland weitet seine

Arbeit immer stärker in die Region

aus, ummit möglichst vielen Unternehmern

und Firmenchefs über die

wachsenden Bedeutung des nachhaltigen

Handels zu sprechen. In den

vergangenen Tagen fanden gleich

zwei offene Veranstaltungen statt,

diedas Kompetenzzentrum als „CSR-

Themendialog“ überschrieben hat:

beider FirmaTenwinkel GmbH&Co.

KG in Vreden imKreis Borken und in

der Zentrale der Bäckerei Geiping

GmbH &Co. KG in Lüdinghausen im

Kreis Coesfeld. „CSR on tour“, fasste

Dr. Udo Westermann vom Kompetenzzentrum

Münsterland die Reihe

passend zusammen.

Was passiert, wenn die

innere Haltung die

Strategie leitet, und

wie CSR (Corporate

Social Responsibility)

strukturiert umgesetzt wird, interessierte

40 Teilnehmer des CSR-Themendialogs

bei der Firma Tenwinkel in Vreden. Das

Kompetenzzentrum Münsterland hatte

gemeinsam mit dem Gastgeber und der

Wirtschaftsförderungsgesellschaft des

Kreises Borken (WFG) sowie dem Unternehmerverband

AIW zur Veranstaltung

eingeladen. Dabei ging es auch um die

Frage, wie Unternehmenswerte sowie

unternehmerisches Handeln zusammengebracht

werden können und wie CSR als

Erfolgsfaktor wirkt.

„Warum macht ein Betonbauer sich die

Mühe und setzt seine knappen Ressourcen

ein, um ein scheinbar theoretisches

Leitbild zu entwickeln?“ ging die Frage

an die Geschäftsführer Markus und Stefan

Tenwinkel. Dies wurde eindrücklich

von Markus Tenwinkel erläutert: „Am

Anfang stand die Frage: Wie bekommen

wir die Philosophie des Gründervaters in

das wachsende Unternehmen? Heute

dient uns das Leitbild als Entscheidungshilfe,

gerade wenn manunter Druck ist.“

Stefan Tenwinkel stellte die Bedeutung

der Beteiligung der Mitarbeiter heraus.

„Wir haben unser Leitbild gemeinsam mit

allen Mitarbeitern in einem intensiven

Prozess erarbeitet, und wir überprüfen es

regelmäßig. Noch im September steht

das Leitbild-Wochenendean, an dem mit

allen 65 Beschäftigten geklärt wird, ob

das Leitbild für uns und unsereMitarbeiter

noch passend ist.“

Andreas Brill vom AIW Unternehmensverband

bestätigte: „Ein Leitbild muss

mit Mitarbeitern gemeinsam entwickelt

werden.“ Und er zeigte gleich auf, wie

aus Diskussionen und dem Austausch des

„Arbeitskreises Leitbild“ konkrete Folgeaktivitäten

entstanden sind. Dabei ging

es auch um Mitarbeiterbezüge, aber so

Brill: „Die Entwicklung einer Unternehmensvision

kann man nicht auf einen Bereich

beschränken“.

IngoTrawinski vonder Wirtschaftsförderungsgesellschaft

(WFG) berichtete von

den Erfahrungen mit den Ökoprofit-

Unternehmen imKreis Borken. Trawinski:

„Die meisten Ökoprofit-Unternehmen

agieren aus dem Gefühl der Verantwortung

für eine schonende Nutzung der

Die CSR-Selbstbewertung gehörte unter anderem beim Treffen von 30Unternehmensvertretern im Kreis Coesfeld

zu den Gesprächsthemen. Gastgeber war die Bäckerei Geiping in Lüdinghausen.

Foto: CSR-Kompetenzzentrum

40 Unternehmensvertreter diskutierten imKreis Borken bei der Firma Tenwinkel Leitbilder und die CSR-Selbstbewertung

als Grundlagen einer verantwortlichen Unternehmensführung

Foto: Jana Gausling/WFG

Ressourcen heraus und setzen Konzepte

im betrieblichen Umweltschutz um. Und

viele zeigen sich offen für weitere CSR-

Themen.“ Die anschließende Führung

durch den Betrieb ließ Raum für weitere

Diskussionen und Fragen an die Brüder

Tenwinkel.

Die einführenden Beispiele zeigten, dass

CSR kein zusätzliches einzelnes Projekt,

sondern ein systematischer Prozess ist,

an dessen Anfang die Frage steht: Wie

kann ein Betrieb aus der Vielfalt der CSR-

Themen und -Handlungsoptionen eine

fundierte Auswahl treffen? Wie können

die Ansätze und Maßnahmen identifiziert

werden, bei denen das Engagement

die größte Wirkung erzielt? Um diese

Fragen ging es in Vreden bei der anschließenden

Vorstellung der Methode der

CSR-Selbstbewertung, die vom CSR-

Kompetenzzentrum entwickelt wurde.

Anhand des Handlungsfeldes Arbeitsplatz

und Mitarbeiterverantwortung diskutierten

die Teilnehmer ihre Erfahrungen

sowie die Relevanz der Themen.

Ganz ähnlich verlief der Themendialog

auch im Kreis Coesfeld, wo sich rund 30

Interessierte in der Bäckerei Geiping in

Lüdinghausen trafen.

Bereits bei der Führung durch die Bäckerei

verdeutlichte der Inhaber Hubertus

Geiping, dass „Erfolg (...) nur mit motivierten

Mitarbeitern“ zu erreichen ist.

Sein Anliegen sei es, „das Wissen über die

Unternehmensführung und das Bäckereihandwerk

in die nächste Generation

zu übertragen“. Dazu brauche es fähige

Führungskräfte und klare Spielregeln,

denn, so Hubertus Geiping, „die wichtigsteAufgabe

unserer Führungskräfteist

es, die Mitarbeiter erfolgreich zu machen“.

Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland

hatte gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld (wfc)

zur Veranstaltung eingeladen.

Damit gaben zweiUnternehmen, die bereits

als Teilnehmer für die CSR-Gruppenworkshops

feststehen, einen Einblick

in ihren Status quo sowie eine Einschätzung

zur Relevanz der Themen.

Unternehmen können sich bei der Einführung

dauerhafter CSR-Strategien

durch das CSR-Kompetenzzentrum

Münsterland begleiten lassen. Informationen

zu den kostenfreien CSR-Gruppenworkshops

und weiteren Angeboten

finden interessierte Unternehmen auf

der Website ww

w w.csr-muensterland.de.

Das Vorhaben wirdaus Mitteln des Europäischen

Fonds für regionale Entwicklung

(EFRE) gefördert.

„Mittlerweile über 140

Umweltziele umgesetzt“

Thomas Voß von den LWL-Kliniken engagiert sich als CSR-Botschafter.

Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland

hat einen neuen CSR-Botschafter

ernannt. Die Botschafterinnen

und Botschafter gehen „mit gutem

Beispiel voran und motivieren

andere Unternehmen zum Mitmachen“,

teilte das Kompetenzzentrum

mit.Thomas Voß, stellvertretender

Kaufmännischer Direktor

der LWL-Kliniken Münster

und Lengerich und Mitglied

des Umweltgutachterausschusses

in Berlin, ist neben Michael Radau

der zweiteCSR-Botschafter des Kompetenzzentrums

Münsterland. Die LWL-

Kliniken möchten im Austausch mit anderen

Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategie

weiterentwickeln. Die

Workshops des CSR-Kompetenzzentrums

bieten sich dafür an.

„Gesellschaftliche Verantwortung wird

bei den LWL-Kliniken großgeschrieben.

Als Krankenhaus haben wir ja auch einen

besonderen gesellschaftlichen Auftrag.

Im Fokus steht dabei natürlich unsere

Kernverantwortung für unserePatientinnen

und Patienten. Gesellschaftlicher

Auftrag bedeutet für uns aber auch: Mitarbeiterorientierung,

Familienfreundlichkeit

und betriebliches Gesundheitsmanagement

sind genauso selbstverständlich

wie unser ökologischer Anspruch.

Die LWL-Kliniken Münster und

Lengerich haben mittlerweile über 140

Umweltziele umgesetzt. Die LWL-Klinik

Münster ist aktives Mitglied im Unternehmensnetzwerk

,Münsters Allianz für

Klimaschutz‘. In unsere Aktivitäten werden

nach Möglichkeit auch Patienten und

Bewohner einbezogen.“

Mit dem Umweltmanagement nach

EMAS und der Zertifizierung „berufundfamilie“

sind die LWL-Klinken laut Mitteilung

des CSR-Kompetenzentrums schon

lange als Vorreiter aktiv. „Das Angebot

des CSR-Kompetenzzentrums bietet uns

eine gute Plattform, unsere positiven Erfahrungen

weiterzugeben und uns im

Austausch mit anderen beteiligten Unternehmen

weiterzuentwickeln. Wir sind

uns sicher, dass uns der Blick über den

Tellerrand neue Anregungen und eine

Einordnung unseres Engagements liefert.“

Nachhaltigkeit ist Thomas Voß ein persönliches

Anliegen, das er auch als Führungskraft

lebt. Sein Motto: „Geht nicht,

gibt‘ snicht“.

Thomas Voß von den LWL-Kliniken ist neuer

Botschafter des CSR-Kompetenzzentrums

Münsterland.

Foto: Martina Nehl/future


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50 JAHRE MARKETING-CLUB MÜNSTER/OSNABRÜCK 19

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WIE DIE

ZEIT VERGEHT,

WENN MAN SICH

ENGAGIERT.

Wir wünschen dem Marketing-Club

Münster/Osnabrück weiterhin viel

Energie,spannende Themen und alles

Gute für die Zukunft!

Der Club bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen von Experten aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Wissenschaft und Vor-Ort-Treffen

bei Unternehmen, die ihre Erfolgskonzepte imMarketing vorstellen.

Foto: Marketing Club Münster/Osnabrück

Netzwerkgedanke

steht im Mittelpunkt

Mit einer großen Geburtstagsgala feierte der Club fünf erfolgreiche

Jahrzehnte.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten

hat sich der Marketing-Club

Münster/Osnabrück e.V. zu einem

festen und inspirierenden Bestandteil

der Marketingszene im Münsterland,

im Osnabrücker Land und im

südlichen Emsland entwickelt. Der

Club hat sich auf die Fahne geschrieben,

die Marketing-Kommunikation

in der regionalen Wirtschaft zu fördern

und den Mitgliedern exklusive

Weiterbildung im Marketing-Management

zu ermöglichen.

Mittlerweilenutzenrund

400 Einzelpersonen

und Unternehmen den

Club als lebhaftes Netzwerk

zum Austausch

von Information und Erfahrung. Da die

Mitglieder unterschiedlichen Branchen

und Berufsfunktionen, Wissenschaft und

Praxis angehören, wird der Club zu

einem Forum gebündelter Kompetenz

und zur Quelle immer neuer Impulse.

Im Mittelpunkt stehen die Club-Abende

mit Expertenvorträgen zu relevanten

Themen des Marketings. Bei Vor-Ort-

Treffen gewähren ausgesuchteUnternehmen

Einblicke inihre Marketingpraxis.

Und den Höhepunkt eines jeden Jahres

bildet der Neujahrsempfang mit der Verleihung

des Marketing-Preises Münster/Osnabrück.

Mit einer großen Geburtstagsgalafeierte

der Club nun am 21.September 50 Jahre

erfolgreiche Weiterbildungs- und Netzwerkarbeit.

Die Club-Verantwortlichen

nehmen das Jubiläum als Ansporn, auch

weiterhin mit einem attraktiven Programm

Vernetzung, Austausch, Anregung

und neueste Erkenntnisse zu ermöglichen.

„Über die Jahre ist unser Angebot stetig

gewachsen und gleichsam die Nutzung

der Veranstaltungen. Die Grundidee dahinter

ist dabei dieselbe geblieben“, sagt

Club-PräsidentThomasHans. Diese könne

wunderbar mit „Selbstbedienung an

fremder Erfahrung“ beschrieben werden,

ergänzt er.

Ehrenmitglied Professor em. Heribert

Meffert, der im Gründungsjahr des Clubs

auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre

ander Universität Münster

berufen wurde und mit dem Aufb

au des

ersten Instituts für Marketing an einer

deutschen Hochschule begann, würdigt

die Bedeutung des Marketing-Clubs als

Kompetenz-Netzwerk im Brückenschlag

zwischen Wissenschaft und Praxis: „In

einer Zeit dynamischer Veränderung der

Rahmenbedingungen und Märktegewinnen

für ein erfolgreiches Marketing-Management

ein offener Erfahrungsaustausch

und richtungweisende Orientierung

wachsende Bedeutung. Marketing-

Clubs tragen als Kompetenz-Netzwerke

hierzu wesentlich bei.“

|www.marketingclub-ms-os.de

Marketing Club

Münster/Osnabrück:

Wir gratulieren herzlich

zum 50-jährigen Jubiläum.

Westfalen AG, Industrieweg 43, 48155 Münster, westfalen.com

Immer da, immer nah.

Ein starkes Netzwerk

für eine starkeRegion:

Wir gratulieren dem Marketing-Club

Münster/Osnabrück zu 50 Jahren

erfolgreicher Arbeit.

Vorstand und Beirat im Jubiläumsjahr

Vorstand und Beirat des Marketing Clubs setzen sich

derzeit aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident

des Marketing-Clubs Münster/Osnabrück ist Thomas

Hans. Ihm zur Seite stehen im Vorstand Vize-Präsident

Albert Hirsch, Gerburgis A. Niehaus als Geschäftsführerin

des Clubs, Schatzmeister Heiner Röttger sowie Gaby

Hampel, die für das Programm des Clubs verantwortlich

zeichnet.

Im Beirat tätig sind Anna van Dam und Daniel Stenkamp

(beide JuMPs), Frank Dusny (Firmenmitgliedschaften/

Sponsoren), Michael Hoffmann (PR/Öffentlichkeitsarbeit),

Anne Lück (Netzwerke/XING), Dirk Mayer-Mallmann

(Netzwerke/Sponsoring), Anett Hötzel, Rainer Brettner,

Oliver Erb und Mario Rose (alle Netzwerke Osnabrück)

sowie Claudia Dohn, Gudrun Hams-Weinecke (beide

Netzwerke/Mitgliedergewinnung) und Rainer Schlief

(Netzwerke).

Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, mit einem attraktiven

Angebot aus Veranstaltungen und Beiträgen das

Clubnetzwerk weiter wachsen zu lassen.


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22 INDUSTRIEGEBIET KAISERBUSCH

Ein Industriegebiet mitten im Grünen: Das Gewerbegebiet Kaiserbusch am Albersloher Weg liegt am Rand von Münster.

Fotos: acf

Gewerbe an Münsters

„Grünem Rand“

Das Industriegebiet Kaiserbusch gehört zuMünsters älteren Gewerbeflächen –eswurde Ende der 80er

erschlossen. Dort angesiedelt hat sich auch die Firma Winner und Schröder.

Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsfl

ächen in Münster sind beliebt.

Das Gewerbegebiet Kaiserbusch

gehört zuden älteren Industriegebieten

Münsters, denn es wurde

schon in den späten 1980er-Jahren

erschlossen. Heute ist das Industriegebiet

am Albersloher Weg

komplett bebaut und viele Firmen –

vom Autohändlerüber den Lackierer

und Klempner bis hin zu sozialen

Einrichtungen wie den Alexianern –

haben sich dort schon seit Jahren

niedergelassen.

Foto: dpa

Soauch Winner und Schröder,

der Experte für Lackierungen

aller Art sowie Karosserieund

Unfall-Instandsetzung –

seit 1991 ist der Betrieb an der

Straße Zum Kaiserbusch 32 angesiedelt.

Im Vorjahr hat Michael Schulte den Betrieb

als neuer Inhaber übernommen.

„Zuvor war ich hier bei meinem Vorgänger

imBetrieb bereits seit sieben Jahren

tätig“, erklärt Michael Schulte. Wenn es

um Lackschäden oder die Instandsetzung

von Young- und Oldtimern geht, dann

treffen Michael Schulte und seine zwölf

Mitarbeiter in der 2500 Quadratmeter

großen Werkstatt am Kaiserbusch immer

den richtigen Ton. Von der Farbtonermittlung

über den Lackaufbau bis zur

brillanten Decklackierung – die erfahrenen

Mitarbeiter von Winner und Schröder

haben die passenden Instrumente,

damit am Ende wieder alles im Lack ist.

Neben dem Kerngeschäft – der Unfallinstandsetzung

– arbeiten die Mitarbeiter

gerne auch alte und rostige Schätzchen

wieder auf. Dafür arbeiten die Experten

mit einem regionalen Lackhersteller

zusammen.

„Meine Mitarbeiter haben ein offenes

Ohr für außergewöhnliche

Wünsche und ein

geschultes

Das Team von Winner und Schröder im Industriegebiet Kaiserbusch trifft immer den richtigen Ton. Die Lack-Experten

verwenden nur Marken-Lacke.

Auge, das penibel auf die perfekte Ausführung

achtet“, sagt der Inhaber Michael

Schulte über seine geschulten Mitarbeiter.

In all den Jahren sei auch schon

so mach ungewöhnlicher Lackierwunsch

an ihn herangetragen worden, gesteht er.

„Ich habe hier auch schon die High Heels

einer Dame pink lackiert oder einen Toilettendeckel

in ‚Gunmetal-Gray‘“,

schmunzelt der Inhaber.

Diese manchmal lustigen Anfragen lassen

sich für den Lackierer aber ganz einfach

erklären: „Oft haben die Leute ein

Badezimmer in einer ganz speziellen

Farbe ausgewählt und die

Sanitäranlagen werden

dann nach ein paar

Jahren nicht

mehr in diesen

Spezialfarben

hergestellt. Und

wenn dann etwas

inWeiß nachgekauft wird, kommt

man zu uns, um es passend lackieren zu

lassen.“

Ann-Christin Frank

Michael Schulte weiß was zutun ist –vom Entrosten bis zum

Lackieren.


23

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Inklusion

und Industrie

Die Alexianer nutzen den Standort für eine

wohnortnahe Beschäftigung.

Im Zuge der Dezentralisierung ihrer

Werkstätten haben die Alexianer im

Jahr 2014 das Tischwerk in der ehemaligen

Tischlerei im Gewerbegebiet

Kaiserbusch errichtet. Dort

arbeiten täglich Menschen mit geistiger

Behinderung und psychischen

Erkrankungen in verschiedenen

Arbeitsmodellen.

Die Alexianer haben im Gewerbegebiet ihr Tischwerk errichtet.

Dort arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung.

Fotos: acf

Die Einrichtung gibt 20 Erwachsenenmit

verschiedenen

Einschränkungen Hilfenzur

Gestaltung des Alltags,

denn die meisten von

ihnen können aufgrund ihrer Erkrankung

nur bis zu drei Stunden täglich

einer Beschäftigung nachkommen. Die

18- bis 65-Jährigen sind im Tischwerk

schwerpunktmäßig imMöbelbau tätig.

„Wir stellen hier am Standort die Einrichtung

für Büros und Krankenhäuser her“,

sagt der Diplomsozialarbeiter Benjamin

Werner, der die Werkstätten leitet. Zudem

sei der Bereich Werbetechnik angegliedert,

wo die Mitarbeiter Klebefolien

für Autos und Werbebanner herstellen.

„Die regelmäßige und vielseitige Beschäftigung

bereichert den Alltag und

kann bei mancher Erkrankung zur besseren

Bewältigung und Gesundung beitragen.

Hierdurchkönnen Krankheitszeiten

verringert und langfristig die Arbeitsfähigkeit

wiederhergestellt oder stabilisiert

werden“, sagtWerner über die Hilfestellung

der Tagesstätte, die Alltagsfähigkeiten

zutrainieren.

Die Werkstätten umfassen verschiedene

Arbeitsgebieteaus den Bereichen Dienstleistung

und Handwerk. So finden sich

neben den Tischlereiwerkstätten auch

noch die Konfektionierung, die sich ums

Verpacken und zusammensetzen der Produktekümmert,

und die Verwaltung. Zudem

arbeiten die Frauen und Männer in

dem hauseigenen Bistro und bereiten

dort für die Mitarbeiter die kleinen Pausensnacks

und das Mittagessen vor.

Ebenfalls im Gewerbegebiet angegliedert

ist die Tagesstätte, die Menschen mit psychischer

Erkrankung helfen soll, eine soziale

Struktur für den eigenen Alltag aufzubauen.

-acf-

Gewerbegebiet Kaiserbusch

Das Industriegebiet zwischen den Straßen Albersloher Weg und Osttor („Kaiserbusch“)

wurde im Zuge des 1988 aufgestellten Bebauungsplans erschlossen.

Aus diesem geht unter anderem hervor, dass geplant war, dass die Stadt Münster

Trägerin der Entwicklung (sprich des Baus der Erschließungsmaßnahmen)

ist. Die Vermarktung der dortigen Gewerbeflächen ist durch die Stadt erfolgt.

Auf einer Bruttofläche von 9,34 Hektar haben sich nach und nach immer mehr

Firmen angesiedelt. Die erstmalige Nutzung der Grundstücke erfolgte inden

allermeisten Fällen Anfang der 90er-Jahre –insbesondere von 1992 bis 1995

wurde am Kaiserbusch ordentlich angebaut. Die letzten freien Restflächen wurden

Anfang der 2000er-Jahre bebaut. In den meisten Fällen handelte es sich

bei den Firmen damals um Betriebsverlagerungen, in wenigen Fällen umNeuansiedlungen.

Heute ist das Gewerbegebiet Kaiserbusch komplett bebaut. Neben

Autohändlern, Lackierwerkstätten und einer Waschstraße haben sich dort

unter anderem auch ein Klempner und die Alexianer niedergelassen. Wenn es

Neuansiedlungen gibt, dann entstehen diese nur in Folge eines Leerstandes

oder nach dem Verkauf eines Gebäudes an einen neuen Nutzer. Erst kürzlich

hat das Autohaus Hartmann seinen dortigen Standort umein Gebäude erweitert.

Inden Räumlichkeiten bietet Hartmann nun Autos der Marke Mazda an.

Der ursprüngliche Zweck des Gewerbegebietes am „Grünen Rand“ Münsters ist

bis heute erhalten gebelieben.

AUTOHAUS HARTMANN

hat neben den Marken Renault, Dacia und Seat

nun auch Mazda mit im Programm.

Fahrspaß trifft auf außergewöhnlichesDesign!

Renault TRAFIC

Bringt ihr GeschäftinFahrt.

+Renault Trafic Ba

(v.l.) Marco Döbrich, Oliver Hartmann, Axel Hartmann, Marc

Schröder und Christoph Merten.

Seit 1981 vermittelt das Team vomAutohausHartmannKompetenzinallenBereichen.

Täglich kümmern sich die über 130

Mitarbeiter an den drei Standorten um

die Anliegen und Wünsche der Kunden.

Dabei steht neben der Liebe zum Automobil

immer der Mensch im Mittelpunkt

des Bemühens des gesamten Teams.

Mit den Marken Renault,Dacia und Seat

werden mehr als 3000 Neu­ und 1000

Gebrauchtwagen proJahr verkauft.Seit

Kurzem ergänzen Mazda­Fahrzeuge das

Angebot des Autohauses Hartmann.

Die Eröffnung der komplett renovierten

Räumlichkeiten für die Mazda­Sparte

des münsterischen Autohauses an der Straße Zum

Kaiserbusch 15 hat das Team um Filialleiter Marc

Schröder mit den Kunden zelebriert. „Interessierte

können jederzeit vorbeischauen und sich ein Bild

vonder modernen Atmosphäremachen, sich attraktive

Angebote sichern und sich über den

exklusiven Hartmann­Service, bei dem die

Kundenzufriedenheit stets im Fokus steht,

informieren“, sagt Marc Schröder. „Überzeugen

Sie sich von unseren Mazda­Fahrzeugen,

in denen sich Fahrspaß, Effizienz

und außergewöhnliches Design vereinen

und freuen Sie sich ganz besondersauf die

Signature­Sondermodelle.“

„Doch auch die Marken Renault, Dacia und

Seat stehen bei uns weiterhin im Fokus“,

unterstreicht Marco Döbrich, während er

auf die zahlreichen Fahrzeugmodelle dieser

Hersteller in der Ausstellung verweist.

Das Team des Autohauses steht jederzeit

für Fragen rund um die geführten Automarken

bereit und informiert über das

umfassende Leistungspaket. Dazu zählen

der Scheibenservice, der Reifendienst mit

Einlagerung, Karosserie­ und Lackarbeiten

sowie die HU/AU­Untersuchungen inklusive

Mängelreparaturen. Beim Fahrzeugankauf

kommen die Bewertungen nach

DAT/SCHWACKE zum Einsatz. In der Mazda­Fachwerkstattwerden

nur Original­Teile

und ­Zubehör verarbeitet. Das garantiert

Qualität.

Im Zuge der Erweiterung um Mazda­Fahrzeuge

sowie weitere Ausstellungsflächen

und Werkstattplätze hat die Gruppe zwei

Millionen Euro investiert und mehr Personal

eingestellt, umdem Slogan „Starke

Marke, starker Service“ gerechtzuwerden.

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48165 Münster, ZumKaiserbusch25, Tel. 0251 618070

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Die neue Mazda-Sparte: Kürzlich hat das Autohaus Hartmann seinen Standort imGewerbegebiet Kaiserbusch

um ein neues Gebäude erweitert.

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24 LEBEN &WISSEN

Reglindis

kann zu

Recht lächeln

Der Naumburger Dom wurde in diesem Jahr

in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Name dieser Dame ist nicht nur

Kreuzworträtsellösern geläufig. Die

farbig gefasste, überlebensgroße

Steinfigur der Utavon Ballenstedt ist

eine der berühmtenStifterfiguren im

Naumburger Domund gehört zu den

bedeutendsten Skulpturen der deutschenGotik.Jetzt

dürfte sich derBekanntheitsgrad

der Adligen, deren

cooler Blick etwas Zeitgenössisches

hat, noch vergrößern.

Auf ihrer diesjährigen Tagung

hat das Weltkulturerbe-Komitee

der Unesco

den Naumburger Dom in

Aie d Liste des Welterbes eingetragen.

Die Kirche verdankt ihre herausragende

Bedeutung vor allem den

Arbeiten des sogenannten Naumburger

Meisters. Die zwölf Stifterfiguren aus der

Mitte des 13. Jahrhunderts bestachen

durch ihreAusdrucksstärke.Solächelt etwa

Reglindis, die Gemahlin eines Markgrafen,

so zufrieden, dass man fast meinen

könnte, sie hätte die Unesco-Entscheidung

geahnt.

Figuren weltlicher Stifter im Chor einer

Kirche, das gab esinjener Zeit sonst nirgends.

Sie befinden sich im Westchor hintereinem

Lettner mit Passionsreliefs und

Kreuzigungsgruppe. Auch ein Werk des

Naumburger Meisters. Eine weitere Besonderheit:

Die gegenüberliegende Chorschranke

von 1230 zählt zu den ältesten

romanischen Hallenlettnern weltweit.

Wer das viertürmige Gotteshaus mit

Kreuzgang, Domschatzgewölbe, Garten

und Friedhof verlässt, steht in dem von

der Kirche geprägten Teil der Stadt, umgeben

von herrschaftlichen Domherrenhäusern.

Räumlich klar getrennthat sich

die Bürgerstadt entwickelt. Strahlend

restaurierte Häuser aus Renaissance und

Barock verleihen nicht nur dem Marktplatz

ein Bild der Geschlossenheit.

Auch im Winzerstädtchen Freyburg, der

Heimat der „Rotkäppchen“-Sektkellerei,

erzählt der Verlaufder Straßen noch von

der Anlage des Städtchens in romanischer

Zeit. Oberhalb des Ortes befindet

sich mit der gewaltigen Neuenburg ein

Zentrum ritterlich-höfischer Kultur. Hier

arbeiteteHeinrich vonVeldekeanseinem

Endlich Weltkulturerbe: der Naumburger Dom, der größtenteils aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts

stammt

Fotos: Ulrich Traub

Eneas-Roman, dem ersten weltlichen

Versepos in Mittelhochdeutsch. Architektonisches

Prunkstück dieser größten BefestigungsanlageMitteldeutschlands,die

erhaben über dem Lauf der Unstrut

thront, ist die Doppelkapelle, in der zwei

Sakralräume übereinander liegen. Sie

sind durch eine Öffnung verbunden, sodass

die Landgrafen an der im Untergeschoss

gelesenen Messe teilhaben konnten,

ohne mit den dort versammelten

Menschen den Raum teilen zu müssen.

Wer den Blick vom Burghügel schweifen

lässt, wird inder Umgebung zahlreiche

Weinberge entdecken. Sie prägen das

Bild der Landschaft an den Flüssen Saale

und Unstrut genauso wie die baulichen

Relikte längst vergangener Zeiten. Über

den Weinbauinformiert ein Museum auf

der Neuenburg. Die Rebenkultur verdankt

sich vorallem dem Wirken der Zisterzienser

aus dem ehemaligen Kloster

Pforta. In dem historischen Gebäudekomplex,

der besichtigt werden kann,

arbeitet seit der Säkularisation 1543 eine

Landesschule, an der so berühmte Schüler

wie Klopstock, Fichte und Nietzsche

unterrichtet worden sind.

Bedeutsamstes Relikt des heutigen Ortes

Schulpforte ist das restaurierte Grisaillefenster

aus dem 13. Jahrhundert in der

Klosterkirche. Es ist das einzigeerhaltene

seiner Art weltweit und eine veritable

Überraschung, da die Zisterzienser

eigentlich auf Kirchenschmuck und ornamentalen

Dekor verzichteten. Eine andere

Großtat verrichteten die Mönche im

Wasserbau. Sie gruben einen Kanal, der

mehrereMühlenantrieb, und errichteten

Wirtschaftsgebäude außerhalb des Klosterbezirks

wie das vollständig erhaltene

Romanische Haus in Bad Kösen. Es

stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts

und zählt zu den ältesten Steinbautenweit

und breit: ein passender Sitz für

das städtische Museum des Heilbads.

Die Region war zujener Zeit Grenzland.

Hier trafen christliche und nicht-christliche

Gebiete, in denen Slawen siedelten,

aufeinander. Das Naumburger Land ist

daher reich an Burgen. Der Name des

heutigen Verwaltungsbezirks kommt

nicht von ungefähr: Burgenlandkreis.

Wer zum Landgut Kreipitzsch hochwan

-dert, kann von dort den Ausblick auf

gleich zwei ehemalige Wehranlagen genießen,

die Rudelsburg und die Ruine

Saaleck. Und eine Stärkung gibt es auf

dem einstigen Rittergut auch.

Da so gut wie jede Sehenswürdigkeit in

der Nähe eines Weinbergs liegt, ist eine

Weinprobe eigentlich Pfl

icht. Ein besonders

schöner Ortist der so genannteBlütengrund.

Hier,wodie Unstrut in die Saale

mündet und ein schöner Radweg verläuft,

liegt das Sommerhaus des symbolistischen

Künstlers Max Klinger, das besichtigtwerden

kann. Der Leipziger Symbolist,

der hier auch seine letzte Ruhestättegefunden

hat, schätzteden Blütengrund

sehr: „Hier ist es ja wie in der Toscana,

bloß näher.“ Drumherum warten

diverse Straußwirtschaften in den Weinbergen.

Oder wie wär`s mit einer Rast an der früheren

Klosterkirche in Zscheiplitz, einem

Blick über das Talder Unstrut mit seinen

sanften Hügeln, den Weinbergen und

den Streuobstwiesen inklusive. Auf dem

historischen Gutshof gleichnebenan liegt

übrigens ein Weingut mit Restaurant.

Spätestens jetzt lächelt nicht nur Reglindis.

Ulrich Traub

Bekannter als ihr Schöpfer: Uta von Ballenstedt

mit Ekkehard II., Markgraf von

Meißen, ein Werk des Naumburger Meisters

Im Land der Burgen: Zugang zur bestens restaurierten Neuenburg


LEBEN &WISSEN 25

Kein Gewinner –kein Verlierer

Das Projekt „Fair streiten lernen“ hilft erfolgreich dabei, Konfliktsituationen in Schulen zu lösen. Jetzt

wurde das „Haus Kloppenburg“ in Münster für diese Initiative mit einem Preis ausgezeichnet.

An 50 Schulen in Münster und im

Münsterland konnten durch „Fair

streiten lernen“ bisher etwa 10000

Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisiert

werden, Konfl

ikte friedlich

zu lösen. Dabeigeht es nichtnur

um Lösungen für große Auseinandersetzungen

mit hohem Konfl

iktpotenzial.

Auch „kleine Streitereien“

oder Meinungsverschiedenheiten,

zum Beispiel zwischen zwei Schülern,

werden bewältigt und gelöst.

Konfl

iktefriedlich zu lösen, ist

nicht immer einfach. „Aber

es ist möglich“, sagt Siglind

Willms. Die Diplom-Psychol

leitet das vomZentrum Kogin

für psychologische und soziale Arbeit

„Haus Kloppenburg“ in Münster initiierte

Projekt „Fair streiten lernen“. Der international

engagierte Verein Mediation

Dach e. V. zeichnete das Engagement im

Juli in Hamburg mit dem Preis „Jugend-

WinWinno“ 2018 aus.

„Nicht jede Aggression ist negativ“, erläutert

Siglind Willms. Das müssen die Psychologin

und ihr Team zunächst einmal

deutlich machen. Am Beginn der Arbeit

steht deshalb das Gespräch mit Lehrkräften

der Schulen, die sich bei der Lösung

von Konfl

ikten für eine professionelle

Hilfe entscheiden. Willms: „Es ist sehr

wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer

unsere Arbeit unterstützen.“ Das gilt

auch für die Eltern, die vor Beginn der

Konfl

iktarbeit in einer Klasse über das

Projekt und die Arbeit des Teams informiert

werden. Damit ist der erste Schritt

auf dem Weg zu einer erfolgreichen

Arbeit getan.

„Was hat zu einem Konfl

ikt geführt? Dafür

hören wir zunächst die Meinungen

der Beteiligten“, skizziert Trainerin Silvia

Ring den Ansatz. Es folgen Diskussionen,

Änderungsvorschläge und das Einverständnis

dazu –oder auch nicht. Dann

gibt es weitere Vorschläge. Bis eine Lö-

Streiten will gelernt sein: In dieser für den Fotografen gespielten Auseinandersetzung auf einem Schulhof ist eine Streitschlichterin zur Stelle.

sung gefunden ist, die dann auch schriftlich

fixiert wird.

Was sich einfach anhört, ist intensive

Arbeit und erfordert ein hohes Maß an

Engagement, das ehrenamtlich geleistet

wird. „Fair miteinander umgehen“ ist die

Basis für die friedliche Lösung von Konfl

ikten. Dabei wirddeutlich, dass Streiten

nicht grundsätzlich etwas Negatives sein

muss. Es geht um faires Streiten. „Das

muss man lernen“, sagt Silvia Ring, und:

„Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer.Die

Schülerinnen und Schüler sollen

mit einem guten Gefühl aus den Gesprächen

gehen.“

Kommunikation ist die Basis für den fairenUmgang

miteinander und damit auch

für die Lösung vonKonfl

ikten. Auseinandersetzungen

würden bei Kindern und

Jugendlichen selten über die Sprache

ausgetragen, sondern oft nur körperlich.

Das ist die Erfahrung des Teams. Der Ansatz

für eine Lösung ist deshalb die Sprache.

„Miteinander sprechen, und zwar

auch in ganzen Sätzen“, sagt Siglind

Willms. Das müsse gelernt werden und

motivieredazu, sich zu äußern und zu erkennen,

„was ist bei einer Auseinandersetzung

was fair und was nicht fair ist“.

DasProjekt „Fair streiten lernen“ wirdfür

alle Schulformen angeboten. Auch in Berufskollegs

waren die Fachkräfte imEinsatz.

Was können junge Leute, die eine

Ausbildung absolvieren, dadurch lernen?

„Fair streiten und fair miteinander umgehen

fördert soziale Kompetenz und

Teamarbeit“, betont die Psychologin. Das

wirkesichpositiv auf die Ausbildung und

damit auch auf das Betriebsklima aus

und ebenso auf das private Umfeld.

Lässt sich der Erfolg des Projekts messen?

„Auf jeden Fall“, sagt Siglind Willms,

denn: „UnsereArbeit hat die Atmosphäre

immer deutlich verbessert.“

Hubertus Kost

Über die Auszeichnung des Projekts „Fair streiten lernen“ freuen sich (v. l.) „Gründungsvater“ und Initiator Johannes

Risse, Siglind Willms, Silvia Ring, Therapeutin Maria Therling-Hülsheger und vom Vorstand des Vereins

„Haus Kloppenburg“ Ursula Sandmann und Rolf Koch-Bürger.

Foto: Hubertus Kost

HAUS KLOPPENBURG

Seit 1976 wird das denkmalgeschützte Gebäude am Wasserweg inMünster, in

dem die Einrichtung „Haus Kloppenburg“ untergebracht ist, als Zentrum für

psychologische und soziale Arbeit genutzt. Zwei Jahre später gründete sich der

Förderverein, zu dem inzwischen 200 Mitglieder gehören.

Der Verein will unter anderem dazu beitragen, dass inder Öffentlichkeit ein Gesprächsklima

entsteht, in dem vorurteilsfrei über psychische und soziale Probleme

gesprochen werden kann.

„Haus Kloppenburg“ vermittelt unbürokratische Hilfe inKrisen- und Belastungssituationen.

Neben der psychotherapeutischen Arbeit mit Information, Beratung und konkreter

Hilfeleistung bietet die Einrichtung das Co-Counselling –eine Selbsthilfemethode

zur Entwicklung emotionaler Kompetenz – an. Auf dieser Basis ist

auch das Projekt „Fair streiten lernen“ aufgebaut. Bei seinen Co-Counselling-

Aktivitäten kooperiert das Team mit der Freien Universität Witten-Herdecke.

www.haus-kloppenburg.de

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30.10.2018

Der

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„Bei dem Nebel?“

LEBEN &WISSEN 26

Auf dem Verkehrsübungsplatz des ADAC in Recklinghausen sammeln Fahranfänger erste wichtige

Erfahrungen. Auf sein Recht sollte dort allerdings niemand pochen.

Die Platzordnung liest sich wie ein

Schild gewordenes Ausrufezeichen:

Auf demgesamtenPlatz gilt maximal

30 km/h! Zuwiderhandlungen führen

automatisch zum Platzverweis!

Jeder fährt auf eigenes Risiko! Und

dies selbstverständlich nach den Regeln

der Straßenverkehrsordnung!

EinHinweis, der ein besonders nachdrückliches

Ausrufezeichen verdient

hätte, fehlt: Auf dem Verkehrsübungsplatz

sollte niemand auf sein

Recht bestehen! So manch einer hat

ein trotziges „Ich habe hier die Vorfahrt

und damit basta“ schon mit

einer verbeulten Stoßstange bezahlt.

Szenen auf dem Verkehrsübungsplatz

in Recklinghausen.

Braucht in Berlin keinen Führerschein: Doch Jan Fleischmann

will esnoch einmal wissen und trainiert.

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Viele Verkehrssituationen lassen sich auf dem Übungsplatz des ADAC in Recklinghausen trainieren. Sogar ein

Kreisverkehr gehört zum Repertoire.

Foto: ADAC

Kenner wissen, dass es sinnvoll

ist, am Wochenende lieber

ein bisschen früher aufzustehen,

um gleich inder

Krsten e Stunde auf dem Platz

zu trainieren. Schon mittagskann es heikel

werden, wenn 50 Fahranfänger

gleichzeitig Verkehrsschilder zu interpretieren

versuchen und widerspenstige

Fahrzeuge inParkboxen lenken wollen.

Kurz vor10Uhr warten bereits fünf Autofahrer

auf den Einlass. Ein Mädchen

schaut skeptisch in den Himmel und noch

bedenklicher auf ihren Vater, der bereits

den Sitz hochkurbelt, um gleichPlatz für

seine Tochter zu machen. „Sollen wir

wirklich?“, fragt das Mädchen. „Bei dem

Nebel? Da sieht man doch garnichts.“ Ihr

Vater bleibt entschlossen: „Du siehst

gleich schon genug.“

Neben ihnen öffnet ein Mann die Motorhaube

und examiniert seinen Sohn:

„Nenn mir bitte alle Flüssigkeiten, die

sich im Motorraum befinden.“ „Also, das

sind, äh ...“

All das müssen die künftigen Autofahrer

zu diesem Zeitpunkt im Prinzip noch gar

nicht wissen. „In der Regel üben die Jugendlichen

hier mit ihren Eltern, ehe sie

die erste Fahrstunde genommen haben“,

sagt Heinz Sasse, dessen Rallye-Club Haltern

den Verkehrsübungsplatz in Recklinghausen

für den ADAC betreut. Anfahrenüben,

den Motor möglichst geschmeidig

ohne Abwürgenstarten: Das ist schon

schwer genug.

„Man will sich ja nicht in der ersten richtigen

Fahrstunde blamieren“, sagt Calvin

Kohl, der den Sitz gerade mit seinem Vatergetauscht

hat. Calvin interessiert sich

für automobile Forschung, setzt den Fuß

auf die Kupplungund ärgert sich: „Die ist

vollkommen überfl

üssig. Tesla macht das

genau richtig: Gas und Bremse – das

reicht völlig aus.“ Stattdessen müssen

sich Millionen vonFahranfängern mit der

Kupplung abmühen, die einen stolperfreien

Start immer wieder torpediert.

Calvins Vater Kai-Uwe erzählt derweil,

dass er den Platz schon länger kennt: „Ich

war hier schon mit meiner Tochter. Das

Üben lohnt sich.“

Von der gesamten Anlage, die sich zwischen

Autobahn und Bahngleisen auf

einer Fläche von 30000 Quadratmetern

erstreckt, werden die beiden an diesem

Tag nicht viel sehen. Ihnen reichen ein

paar Meter,umimmer wieder mitder lästigen

Kupplung das Anfahren zutrainieren.

Ein blauer VW

mit Dortmunder Kennzeichen

ist hingegen omnipräsent. Vater

und Sohn scheinen immer schon dort zu

sein, wo andere gerade hinwollen. An

den Parkbuchten beispielsweise, die gelenkige

Kunststoffpylonen voneinander

trennen. Der Sohn setzt das Fahrzeug zurück,

scheint Winkel zu berechnen und

dabei immer wieder zu unzutreffenden

Ergebnissen zu kommen. Nach einerWeile

kapituliert das Team.

Rückwärts einparken ist schließlich Königsklasse,das

muss man nicht gleich am

Anfang beherrschen. Die Fahrer anderer

Fahrzeuge weichen respektvoll aus. Die

Beule am Kotfl

ügel des Autos verheißt

nichts Gutes.

Heinz Sasse überblickt den Übungsplatz

vomVerwaltungsgebäudeaus, in dem regelmäßig

theoretische Trainingseinheitenstattfinden.

EinigeSchilder stehen in

Schiefl

age, die Ampelanlagehat ihrebesten

Zeiten längst hinter sich. Und der

Fahrbahnbelag könnte auch erneuert

werden. „Der Platz müsste dringend renoviert

werden“, überlegt Sasse.

Das Gelände kennt er seit Jugendzeiten.

Der ausgebildete Bäckermeister hat hier

selbst in den sechziger Jahren mit seinem

Vater das Fahren trainiert. Sonderlich

viel Sorgen musste sich sein Vater nicht

um sein Fahrzeug machen. „Ich bin vorher

schon Trecker und Mofa gefahren.“

Das zahlte sich aus.

Manchmal, so unken Mitglieder des

Teams, müssen die Gelben Engel vom

ADAC täglich vorfahren, um Fahrzeuge

zu reparieren, die nach einer Kollision

mit Verkehrsschildern oder anderen

Autos gar nicht mehr gut aussehen. In

solchen Situationen würden sich Heinz

Sasse und seine Kollegen freuen, wenn

eine der Grundregeln gründlicher gelesen

würde: „Abstand halten ist besonders

wichtig! Fahranfänger haben nicht

die Routine, um fehlerfrei zu fahren.“

Jan Fleischmann unterscheidet sich in

zweierlei Hinsicht von den anderen Anfängern,

die in Recklinghausen trainieren:

Er hebt mit seinen 36 Jahren den Altersschnitt

erheblich und wirkt deutlich

weniger angespannt als die anderen. „Mit

Lebenserfahrung wird man gelassener“,

sagt er. Mit seiner Mutter besucht der

Berliner seine Großmutter im Ruhrgebiet

und nutzt die Chance für ein Training.

„Bislang habe ich keinen Führerschein

gebraucht. InBerlin kommt man mit öffentlichen

Verkehrsmitteln überall hin.“

Doch jetzt, da er Vatergeworden ist, werden

Großeinkäufe für die Familie immer

schwieriger.„Da braucht man einfach ab

und zu ein Auto.“

Vor dem Fahren hat der Berliner keine

Angst. Respekt empfindet er eher vorder

Theorie. Vor18Jahren hat er sich an der

Prüfung abgemüht. „Ich bin zwei Mal mit

jeweils einem Fehlerpunkt durchgefallen.“

Das –der 36-Jährigeist fest entschlossen

–soll ihm nicht noch einmal passieren.

Annegret Schwegmann

Heinz Sasse vom Rallye-Club Haltern schaut auf dem Gelände des

ADAC nach dem Rechten.

Fotos (2): ash


LEBEN &WISSEN 27

Immer bei den Letzten

Jörg Degenhardt sitzt mit einem Ärzteteam im „Besenbus“ am Ende des Marathonfeldes in Münster,

spricht Mut zu, tröstet und hilft den Erschöpften und den Aussteigern.

Marathon, das heißt:

eiserne Disziplin, literweiseSchweiß,

sportlicher

Höhenfl

ug und –

auch Niederlage. Die

Sieger des Münster-Marathons sieht man

nach 42 Kilometern auf der Ziellinie.Und

wer sieht jene, die aufgeben? Oder aus

der Zeitwertung herausfallen? Der „Besenmann“.

Jörg Degenhardt ist am Ende

des letzten Feldes zur Betreuung da. Motiviert,

spricht Mut zu, tröstet. Dafür sitzt

Degenhardt mit einem Ärzteteam beim

Marathon im „Besenbus“. Sportlich muss

er dafür nicht sein. Aber menschlich.

Arndt Zinkant sprach mit ihm.

Sie sind beim Marathon nicht wirklich

mit dem Besen unterwegs,

oder?

Jörg Degenhardt: Nein, das ist symbolisch

gemeint. Ich fahre imsogenannten

„Besenwagen“. Das Marathonfeld besteht

aus einem Führungsfeld und einem

Betreuungsfeld –und da sind wir dann

hinten im Besenwagen zur Stelle: für Erschöpfte,

aber auch sonstige „Aussteiger“,

die nicht mehr wollen. Für die gibt

es an der Strecke vier oder fünf Stellen,

wo Shuttle-Busse stehen – umdie Leute

wieder nach Münster zurückzufahren,

damit sie nicht bis zu 30 Kilometer laufen

Jörg Degenhardt gehört zuden „Besenleuten“ beim Marathon.

Sportlich muss er nicht sein, aber menschlich. Foto: Arndt Zinkant

müssen. Teilweise können die einfach

nicht mehr weiter und sind entsprechend

demotiviert.

Wie viele sind das im Allgemeinen?

Degenhardt: Insgesamt? Weiß ich nicht

genau, aber bei uns im Bus haben wir maximal

15 Personen. Es gab aber auch

schon Jahre, da saßen nur drei Leute im

Bus. Die meisten setzen wir zwischendurch

aber wieder heraus, weil die Stadtwerke

auch noch überall ihre Busse stehen

haben. Wir starten morgens um 9

Uhr und laufen die ersten Kilometer mit

–soetwabis zur GaststätteKruse-Baimken.

Warum müssen Sie mitlaufen?

Degenhardt: Weil die Straßen anfangs

für den Ziehharmonika-Bus in der Altstadt

zu eng sind. Aber auch,umden persönlichen

Kontakt zum Läufer zu haben.

Denn das sind immer diejenigen, die

eventuell später aufgeben. Die Guten

sind dann schon lange weg. Ab Kruse-

Baimken geht es in den Polizeiwagen,

und wir fahren bis zum Franz-Hitze-

Haus, wo dann erst der „Besenbus“ übernommen

wird. Es gibt bestimmteZeitvorgaben

für jeden Kilometer. Unterschreiten

die Läufer diese, steigen wir aus und

sagen dem Letzten, er möchte bitte von

der Straße gehen, damit die Polizei sie

freigeben kann. Dahinter kommen die

Leute von den Stadtwerken, um aufzuräumen.

Die sind also eigentlich die „Putztruppe“


Degenhardt: Genau. Wir „Besenleute“

müssen selber auch nicht sportlich sein –

dafür allerdings die Leute motivieren

können.

Und wie viele „Besenleute“ sind Sie

insgesamt?

Degenhardt: Als ich 2008 anfing, war

ich alleine. Dann kam ein Jahr später

meine Partnerin dazu und ab 2012 meine

Patenkinder.Seitdem sind wir zu viert. Es

ist insgesamt keine allzu „große“ Aufgabe,

man muss die Leute eben betreuen.

Haben Sie auch berufl

ich etwas mit

Sport zu tun?

Degenhardt: Nein, ich bin gelernter

Bauingenieur –habe zunächst Bauzeichner

gelernt und dann Architektur in Dortmund

studiert. Dann ging ich als Projektleiter

für Messebau nach Herne. Als Bauingenieur

bin ich bis 2007 freiberuflf ich

tätig gewesen, seit 1989 aber immer mit

Lebensmittelpunkt in Münster.Meine aktuelle

Firma sitzt zum Glück auch hier.

Was sind so die kuriosesten Geschichten,

die Ihnen passiert sind?

Da gab essicher auch kleine Tragödien.

Degenhardt: Auf jeden Fall, leider.

Meist mit Leuten, die sich überschätzt

hatten. Manche kamen aber auch aus

Selbsthilfe-Gruppen, die das Rauchen

aufgeben wollen und diese zwei Ziele

verbinden wollten. Motto: „Wenn wir die

Abgewöhnung schaffen, machen wir

auch den Marathon.“

Und der läuft dann wie?

Degenhardt: Wir starten am Hindenburg

–äh... Schlossplatz und dann zu

Kruse-Baimken, von dort geht es in die

Altstadt. Die Ersten fangen dort bereits

an, langsam zu laufen. Während der ersten

zehn Kilometer bringen wir die, egal

wie, ins Ziel. Und auf diesen zehn Kilometern

fangen auch bereits die Ersten zu

heulen an. Die hatten sich auf etwas gefreut

und sich leider ein unrealistisches

Ziel gesetzt. Und schon macht der Körper,

machen die Knie das plötzlich nicht

mit! Wasvorkommen kann –selbst wenn

mannur aufzehnKilometer trainiert hat.

Diese Pechvögel musst du motivieren

können. Aber wir haben bisher noch alle

reingebracht.

Können Sie sich an besonders krasse

Kandidaten erinnern?

Degenhardt: Vor drei oder vier Jahren

hatten wir mal einen amerikanischen

Soldaten, der bis zum Klinikum gekommenist.

Er waralso nur noch etwaeinen

Kilometer vom Ziel entfernt und sagte:

„Nö, ich will nicht mehr. Keine Lust

mehr!“ Er waraber dennoch froh, so weit

gekommen zu sein. Stell dir vor: 40 Kilometer

geschafft –und dann raus! Der

Mann sagte, es sei gar nicht sein Ziel gewesen,

den Marathon zu schaffen, sondern

nur, möglichst weit zu kommen.

Na ja, immer nochbesser,als bei Kilometer

41 einen Herzschlag zu

Beim Start des Marathons in Münster sind alle noch hoch motiviert. Doch nach den ersten Kilometern beginnen

für manchen Läufer schon die Strapazen.

Foto: Jürgen Peperhowe

kriegen.

Degenhardt: Dashatten wir zum Glück

noch nicht, aber viele mit Kreislaufschwäche

oder Fußvertreten –oder auch

Unterkühlungen, wenn es kalt war.

Wie steht’s mit Prominenten?

Degenhardt: Im letzten Jahr war ein

Halb-Prominenter dabei, aus dem Fernsehen,

aber nicht „hochoffiziell“. Der ist

irgendwann vor Roxel im Wald zusammengebrochen.

Und dann haben sich die

Sanitäter etwa 20Minuten auseinandergesetzt,

wer denn die Kompetenz hätte,

den nach Hause zu fahren! Auch der

Hausarzt wurde konsultiert. Es warwohl

irgendetwas Organisches.

Verraten Sie, wer eswar?

Degenhardt: Ein Sänger – ich kannte

den nicht, mein Patenjunge aber schon.

Der hat sofort sein Handy herausgeholt

und ihn identifiziert. Irgendeiner von

„Deutschland sucht den Superstar“, der

aber wohl nicht so dolle singen konnte.

Und solche, die als Läufer prominent

sind?

Degenhardt: Klar, das erste Viertel besteht

aus solchen „Promis“: hochrangige

Sportler aus Kenia oder so. Die bekommen

auch ein Honorar dafür, dass sie

überhaupt laufen, vom möglichen Preisgeld

abgesehen. Von denen sind schon

Leute eigenmächtig raus aus dem Feld

und ins Hotel gelaufen. Die haben ja Anschlussfl

üge und sind auf einer Art Tingeltour.

Laufen hier, laufen da. Manche

verirren sich auch – dann sitzen die

plötzlich im Hotel, und keiner weiß, wo

sie abgeblieben sind. Übrigens finde ich

es schade, dass man als „Besenmann“immer

als Letzter ins Ziel kommt.Um15.45

Uhr ungefähr, denn wir haben ja unser

Zeitfenster einzuhalten.

Die, die danach kommen, werden

nicht mehr gezählt?

Degenhardt: Nein, wir sagen aber: „Ihr

könnt trotzdem weiterlaufen.“ Die Uhr

tickt zwar noch für die, aber es wirddann

nicht mehr erfasst. Ziemlich deprimierend,

dann am Prinzipalmarkt anzukommen.

Der ist dann schon fastleergeräumt

–keine Ansprache mehr, gar nichts.

Wie hoch ist das Renommee?

Degenhardt: Der Volksbank-Marathon

ist schon recht bekannt, und es machen

weit über tausend Läufer mit. Er ist immer

schnell ausgebucht, und man hat

Schwierigkeiten, reinzukommen.

Mich erinnert das an den „Leistungsmarsch“

früher beim Bund –

mit Gepäck.

Degenhardt: Das deutsch-niederländische

Korps hat auch ‘ne starke Truppe.

Die laufen, glaube ich, ebenfalls mit Gepäck.

Als Herausforderung. In der Kaserne

Handorfhabe ich mal einen Leistungslauf

erlebt – daging es darum, in sechs

Stundensoweit wie möglich zu kommen.

Eine Frau hat damals 78 Kilometer geschafft.

Wahnsinn!

Ich könnte mich, ehrlich gesagt,

schwer motivieren ...

Degenhardt: Da gibt es tolle „Personal

Trainer“. Einer lief einmal über die komplette

Strecke mit und rief: „Manfred,

Manfred, komm!“ Trillerpfeifedabei, Mickey-Maus-Ohren

auf, unglaubliches

Equipment hat der dabeigehabt. Hat

Spaß gemacht, den zu beobachten, was

er für Tricks drauf hatte, seine Leute zu

motivieren. Was mit diesem Manfred los

war, kann ichnicht sagen. Er wirkteganz

normal, Mitte50schätzteich den. Wasdu

in den sechs Stunden an Menschen kennenlernst!

Manchmal erfährt man in Gesprächen,

warum sie überhaupt laufen,

warum sie in der Selbsthilfegruppe sind

und so weiter.

Bitte noch eine Abschluss-Anekdote!

Degenhardt: Okay: Wir haben ja auch

ein Ärzteteam an Bord, also zwei Sanitäter

und einen Arzt. Nun gibt es auf dem

Weg eine Passage bei Altenberge, da

kommt der Bus nicht durch den Tunnel.

Also steigen wir dann aus: das heißt für

uns, etwa zehn Minuten zu laufen und

sich irgendwo auf dem Feld wieder zu

treffen. Vorein paar Jahren warder Arzt

dort mit ausgestiegen –was er nicht darf.

Er muss die ganze Zeit im Bus bleiben.

Und dann hieß es plötzlich: „Es fehlt der

Arzt!“ Nur seine Schuhe wurden gefunden,

das heißt, er muss irgendwo in

Münster unterwegs gewesen sein –ohne

Schuhe! Aus dem Rettungswagen haben

wir dann einen „Ersatz-Doc“angefordert.

Der Kollege ohne Schuhe ist aber zum

Glück irgendwann auch wiederaufgetaucht.

(lacht)


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NÄCHSTE AUSGABE

30. Oktober 2018

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Macher &Märkte

Branchen &Betriebe

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Branchen & Betriebe: Eisen

aus einem Guss Seite 9/10

Ausgabe 3/18

Geld & Geschäft: Der „Graue

Kapitalmarkt“ Seite 17

Die Belastung wächst

Leben

auch im

DIE WIRTSCHAFT

Mit Beilage

Hoch-/Tief- &

erbebau

Komplizierte Auflagen und gesetzliche Regelungen, lange Wartezeiten bei den Behörden und auf der

Straße machen vielen Transportunternehmen das Leben schwer. Die Kosten sind explodiert.

Sie transportierenIndustrieanlagen,

Windräder und ganze Häuser. Die

Zahl der Schwertransportewächst.

Doch die Rahmenbedingungenfür

die Spezialisten, die auch für die

WirtschaftimMünsterlandsowich-

tig sind, haben sich verschlechtert.

Die Regelungengleichenmehrund

mehr einem Dickicht.

Vo Vn Behördenwillkür will

Markus Brößkampnicht unbedingt

sprechen. Als würden

die ewigen Wartezeiten

auf die Transportgenehmigungen

bis zu acht Wochen das Unternehmen

nicht schon genug ausbremsen.

Hinzu kommt eine Gesetzesänderung zur

Privatisierung des Schwertransportbegleitverkehrs,

die voll ins Kontor schlägt:

Die Einschätzung der Sicherheitslage

durch Kreis und Polizei bezüglich der

vom Firmengelände Poppensieker & Derix

in Westerkappeln rollenden Schwertransporte

zur Autobahn hinterlässt ein

riesengroßes Fragezeichen im Kopf des

Geschäftsführers.

Statt lediglich eines Streifenwagens und

einesBegleitfahrzeuges der dritten Generation

(BF3), das den Schwertransport

auch über die Autobahn ganzbisans Ziel

begleitet, muss fahrzeugmäßig aufgerüstet

werden: Drei private Schwertransport-Begleitfahrzeuge

der ganz neuen

Generation (BF4) müssen mit Verwaltungshelfern

am Steuer auf der 1,5 Kilometer

langen Strecke bis zur Autobahn

stattdes einzigen Streifenwagens mitfahren.

Ein Einsatz von zehn Minuten, der

statt 150 Euro für die Polizei den Holzleimbinder-Hersteller

jetzt 1050 Euro

kostet. Und dies jedes Mal bei rund 100

Schwertransporten pro Jahr. „Wir haben

schon große Aufträge an unsere Mitbewerber

in Österreich verloren, weil die

Transportkosten seit Änderung der Gesetzeslage

im Mai 2017 explodiert sind“,

bedauert der Poppensieker-&-Derix-Geschäftsführer.

Bei 30 Schwertransporten

mit Dachträgern aus Brettschichtholz für

nur eine Baustelle könne das Unternehmen

die Mehrkosten von über 30 000

Euro nicht einfach auf den Kunden abwälzen.

Fortsetzung auf Seite 2

Münster | Münsterland

3,6 Prozent mehr Gäste

Auch das Münsterland profitiert vom wachsenden Inlandstourismus.

Für die westfälisch-lippischeTou-

rismusbranchewar2017eingu-

tes Jahr. Die Übernachtungszahlen

legten um 910 000 gegenüber

dem Vorjahr zu – das entspricht

einem Plus von 3,6 Prozent – und

übertrafen erstmals die Marke

von 26 Millionen.

Damit lag Westfalen-Lippe

über dem Bundestrend

(plus 2,7 Prozent),

blieb allerdings

leicht hinter den Ergebnissen

aus Nordrhein-Westfalen (plus

3,9 Prozent) zurück. Das geht aus

dem jetzt veröffentlichten Infobrief

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zum Sparkassen-Tourismusbarometer

hervor, das der Sparkassenverband

Westfalen-Lippe herausgibt.

Das Sauerland legte bei den Übernachtungen

am stärksten zu, verzeichnete

ein Plus von 353 000 Übernachtungen

auf 7,86 Mio. (plus 4,7

Prozent). Die Zahl der Übernachtungen

von Touristen aus dem Ausland

(plus 5,4 Prozent) legte im dritten

Jahr in Folge zu.

Platz zwei in der Rangliste der Zuwächse

bei Übernachtungen belegen

das Ruhrgebiet und das Münsterland.

Das Ruhrgebiet legte um 233 000

(plus 3,6 Prozent) auf 6,69 Mio. Übernachtungen

zu. Wachstumstreiber

war der Inlandstourismus mit einem

Zuwachs von 3,8 Prozent.

Das Münsterland profitierte stark von

einem Nachfragezuwachs nach Ferienwohnungen

und Campingplätzen

und verzeichnete 4,0 Mio. Übernachtungen

– das sind139 000 mehr als im

Vorjahr (plus 3,6 Prozent).

Der Teutoburger Wald legte ebenfalls

zu (plus 2,6 Prozent / plus 174 000)

und kam auf 6,8 Mio. Übernachtungen.

Die Mittelgebirgsregion Siegen-

Wittgenstein verzeichnete 808 561

Übernachtungen. Das entspricht

einem Plus von 1,4 Prozent (plus

11 000). Erstmals verbuchten die Hotels

in der Region mehr Übernachtungen

als die Vorsorge-/Rehakliniken

und setzten damit ihren Wachstumstrend

fort.

Das Stimmungshoch der westfälischlippischen

Tourismusbranche hält

weiter an: Bei der jährlichen Online-

Stimmungsumfrage zeigten sich 82

Prozent der westfälisch-lippischen

Touristiker mit der Entwicklung zufrieden

oder sogar sehr zufrieden.

Der Anzeigenschluss

ist am

5. Oktober 2018.

OFFEN GESAGT

Slalomkurs

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Branche tritt aufs Gaspedal,

weil der Konjunkturmotor

brummt. Doch statt

mit sperrigen Gütern Meter zu

machen, geraten die Betriebe

ins Schlingern. Sie befinden

sich auf einem Slalomkurs,

dessen Kurven immer enger

werden.

Was die Logistik-Experten auch

im Münsterland ausbremst, ist

vor allem eine Bürokratie, die

sich durch immer neue Regelungen

selbst blockiert und deren

Personalansatz weder mit

dem anschwellenden Volumen

an Anträgen noch mit der immer

komplizierteren Materie

Schritt hält.

Als zweites Nadelöhr entpuppt

sich, dass sich die Straßen und

Brücken landauf und landab in

einem immer erbarmungswürdigeren

Zustand befinden. Der

Weg aus dem Münsterland

nach München führt für einen

Schwertransport mit einem

Umweg von gut 200 Kilometern

über Leipzig/Magdeburg.

Wenn dann zu allem Überfl

uss

in benachbarten Bundesländern

mit zweierlei Maß gemessen

wird, gerät den hiesigen

Betrieben noch mehr Sand ins

Getriebe. Das Wohl und Wehe

dieses Segments der Transport-

Branche schlägt aber auch auf

die Wertschöpfung in der gesamten

Region durch.

Denn ein pfiffiger Mittelstand

muss seine innovativen Lösungen,

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