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Gemeinsam Weichen stellen

Dokumentation der Auftaktveranstaltung des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben Regierungsbezirk Arnsberg im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg vom 23.03.2017

Dokumentation der Auftaktveranstaltung des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben Regierungsbezirk Arnsberg im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg vom 23.03.2017

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<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

Dokumentation<br />

der Auftaktveranstaltung im<br />

Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg<br />

vom 23.03.2017<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Impressionen


Inklusion<br />

nimmt Fahrt auf...<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


...mit Grußworten von<br />

„Inklusion ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein<br />

Menschenrecht. Inklusion bedeutet, dass kein Mensch<br />

ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand<br />

gedrängt werden darf.“<br />

Herr Ministerialrat Roland Borosch<br />

Landessozialministerium NRW<br />

„Das gegenseitige Kennenlernen der individuellen<br />

Bedürfnisse und Handlungsmotive ermöglicht ein<br />

gemeinsames, schlagkräftiges Vorgehen in Richtung<br />

Inklusion. Vernetzung und Austausch sind hierzu<br />

die Schlüsselelemente.“<br />

Dr. Birgit Rothenberg, Vorstand MOBILE e.V.<br />

„In dem letzten Jahr hat das KSL Arnsberg bereits viel<br />

erreicht und erfolgreiche Arbeit geleistet. Dieses stellt ein<br />

sehr solides Fundament dar, auf dem Sie zukünftig weiter<br />

mit dem gleichen hohen Engagement aufbauen können.<br />

Wir als Bezirksregierung werden Sie weiterhin nach<br />

Kräften dabei unterstützen.“<br />

Thomas Sommer, Leiter Abteilung 2<br />

der Bezirksregierung Arnsberg<br />

„Vor allem die Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten werden<br />

in der Praxis meistens vergessen. Dabei bildet gerade diese Gruppe<br />

einen Prüfstein, um Inklusion für alle zu testen, und zwar in allen<br />

Lebensbereichen.“<br />

Andreas Tintrup, Projektleiter des KSL Arnsberg


Vorwort<br />

Dr. Birgit Rothenberg<br />

(Vorstand MOBILE – Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.)<br />

<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong> – das Kompetenzzentrum<br />

Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg stellt<br />

sich seinen zukünftigen Kooperationspartnern im Rahmen<br />

seiner Auftaktveranstaltung in einem Bahnhof vor – es sollen<br />

die Signale umgestellt werden – in Richtung INKLUSION.<br />

Hier startet das Kompetenzzentrum sein ambitioniertes Vorhaben:<br />

Angebote, Infrastruktur und Unterstützungsangebote<br />

einer Region sollen barrierefreier und nutzbarer für Alle<br />

werden – inklusiver halt.<br />

Bei dieser Veranstaltung wird deutlich, dass diese Vorhaben<br />

gemeinsam mit gesellschaftlich Verantwortlichen aus der<br />

Region und mit aktiven Bürger_innen mit und auch ohne Behinderungserfahrung<br />

gedacht, entwickelt und begleitet werden<br />

sollen. So sollen Angebote für die Allgemeinheit, die bisher<br />

Belange behinderter Bürger_innen zu wenig berücksichtigt<br />

haben, barrierefreier und angemessener ausgerichtet und Angebote<br />

der Behindertenhilfe geöffnet und ins Quartier eingebunden<br />

werden.<br />

Wie es die Behindertenrechtskonvention aufzeigt ist Inklusion,<br />

die volle und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe, ein<br />

Menschenrecht. Die dauerhafte Verbesserung der Lebenssituation<br />

von Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales<br />

politisches Ziel der Landesregierung NRW wie auch der<br />

Europäischen Union.


Eine wichtige Funktion übernehmen dabei die vom Land und<br />

dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Kompetenzzentren<br />

Selbstbestimmt Leben (KSL), wie Landesministerialrat<br />

Roland Borosch, langjährig für die Umsetzung der UN-BRK in<br />

den Ministerien verantwortlich, auf der Veranstaltung in seinem<br />

Grußwort betonte. Für diese kommt in den KSL das Expertenwissen<br />

behinderter Männer und Frauen aus der Politischen<br />

Behindertenselbsthilfe zum Tragen, ganz nach dem Motto<br />

„Nichts über uns – ohne uns!“<br />

Dem Team des KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg<br />

wünsche ich, dass es seine Aufgaben gemeinsam mit zahlreichen<br />

Kooperationspartner_innen und Unterstützer_innen<br />

der Idee INKLUSION so erfolgreich umsetzen kann, wie<br />

diese Auftaktveranstaltung signalisiert.


Kompetenz-Zentren<br />

Selbstbestimmt Leben<br />

Im Gesetz steht: Alle Menschen dürfen selbst entscheiden,<br />

wie und wo sie leben wollen.<br />

Das heißt: Alle Menschen sollen selbst-bestimmt leben.<br />

Menschen mit Behinderung haben sich in einer Gruppe<br />

zusammen getan.<br />

Die Gruppe heißt auch: Selbstbestimmt Leben.<br />

Die Menschen setzen sich für Menschen mit Behinderung ein.<br />

Damit auch Menschen mit Behinderung selbst über ihr eigenes<br />

Leben entscheiden können.<br />

Sie entscheiden selbst – nicht ihre Eltern oder Betreuer.<br />

Ein Kompetenz-Zentrum ist ein Büro und eine Beratungs-Stelle.<br />

Dort arbeiten Fach-Leute als Berater oder Beraterin.<br />

Menschen, die sich gut damit auskennen, was im Leben von<br />

Menschen mit Behinderung wichtig ist.<br />

In Nordrhein-Westfalen gibt es 6 Kompetenz-Zentren<br />

Selbstbestimmt Leben.<br />

Die Abkürzung dafür ist KSL.<br />

Dort werden Menschen mit Behinderung beraten.<br />

Das Besondere ist: Viele Berater und Beraterinnen im KSL<br />

haben selbst eine Behinderung.<br />

Die Berater und Beraterinnen kennen das Leben mit einer<br />

Behinderung.<br />

Sie wissen genau, welche Probleme es gibt.<br />

Darum haben sie viele gute Tipps.


Die Berater und Beraterinnen in einem KSL setzen sich dafür<br />

ein, dass Menschen mit Behinderung überall dabei sein können.<br />

Deshalb sprechen sie auch mit Politikern und Politikerinnen.<br />

Sie sagen Ihnen, was sich für Menschen mit Behinderung<br />

verbessern muss.<br />

Die Berater und Beraterinnen in einem KSL machen auch<br />

Veranstaltungen.<br />

In diesen Städten gibt es Kompetenz-Zentren:<br />

• Dortmund<br />

• Bielefeld<br />

• Düsseldorf<br />

• Köln<br />

• Münster<br />

• Essen<br />

Das Kompetenz-Zentrum in Essen berät alle Menschen mit<br />

Sinnes-Behinderung.<br />

Zum Beispiel Menschen, die nicht hören können.<br />

Oder Menschen, die nicht sehen können.<br />

Wenn man mehr über die Kompetenz-Zentren erfahren möchte,<br />

kann man im Internet nachlesen.<br />

Die Internet-Seite ist: www.ksl-nrw.de<br />

Den Text haben Christof Stamm und Marcus Windisch für die Projektzeitschrift<br />

- So oder So - von Gut leben in NRW geschrieben.<br />

Christof Stamm ist Mitglied der Steuerungs-Gruppe von Gut leben in NRW.<br />

Marcus Windisch arbeitet für die Kompetenz-Zentren Selbstbestimmt Leben<br />

Wir danken dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung<br />

NRW e.V. – Brehmstr. 5-7 in 40239 Düsseldorf – Träger des Projekts Gut leben<br />

in NRW für die Genehmigung zur Verwendung des obigen Textes.


Kompetenz-Zentren<br />

Selbstbestimmt Leben<br />

Ausgehend vom Aktionsplan „Eine Gesellschaft für alle –<br />

NRW inklusiv“ fördert das Land Nordrhein-Westfalen fünf regionale<br />

Kompetenz-Zentren Selbstbestimmt Leben (KSL) sowie<br />

ein landesweites KSL für Menschen mit Sinnesbehinderungen.<br />

Die KSL setzen sich für die Umsetzung der UN-Behinderten-<br />

Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL)<br />

Menschen mit Behinderungen ein.<br />

in Nordrhein-Westfalen<br />

rechtskonvention und für ein selbstbestimmtes Leben von<br />

KSL für den Regierungsbezirk Münster<br />

Bielefeld<br />

Münster<br />

KSL für den Regierungsbezirk Detmold<br />

KSL Koordinierungsstelle<br />

Gelsenkirchen<br />

Essen<br />

KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg<br />

Dortmund<br />

KSL für Menschen mit Sinnesbehinderung<br />

Düsseldorf<br />

KSL für den Regierungsbezirk Düsseldorf<br />

Köln<br />

KSL für den Regierungsbezirk Köln


Hier finden Sie uns<br />

KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg<br />

Roseggerstr. 36 · 44137 Dortmund<br />

Telefon: 0231/912 83 75 · E-Mail: info@ksl-arnsberg.de<br />

KSL für den Regierungsbezirk Detmold<br />

Jöllenbecker Straße 165 · 33613 Bielefeld<br />

Telefon: 0521/329 335 70 · E-Mail: info@ksl-owl.de<br />

KSL für den Regierungsbezirk Düsseldorf<br />

Grafenberger Allee 368 · 40235 Düsseldorf<br />

Telefon: 0211/698 713 20 · E-Mail: info@ksl-duesseldorf.de<br />

KSL für den Regierungsbezirk Köln<br />

Pohlmanstr. 13 · 50735 Köln<br />

Telefon: 0221/277 17 03 · E-Mail: info@ksl-koeln.de<br />

KSL für den Regierungsbezirk Münster<br />

Neubrückenstr. 12-14 · 48143 Münster<br />

Telefon: 0251/982 916 40 · E-Mail: info@ksl-muenster.de<br />

KSL für Menschen mit Sinnesbehinderungen in NRW<br />

Hollestraße 1 (Haus der Technik – Osteingang) · 45127 Essen<br />

Telefon: 0201/437 557 70 · E-Mail: info@ksl-msi-nrw.de<br />

Koordinierungsstelle der KSL<br />

Munscheidstraße 14 · 45886 Gelsenkirchen<br />

Telefon: 0209/956 600 0 · E-Mail: ksl@nrw-projektsoziales.de


Reisezeit:<br />

Donnerstag, den 23.03.2017, 10 - 16 Uhr<br />

Bahnsteig:<br />

Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Inhalte


Zielsetzung ........................................................................................ 3<br />

Die Workshops ............................................................................... 6<br />

Erfassung und Erweiterung des Beratungsangebots<br />

für Menschen mit Behinderung im Regierungsbezirk Arnsberg .............................. 7<br />

Einsteigen bitte – Frauen und Mädchen<br />

als Zielgruppe für Frauenberatungs<strong>stellen</strong> ........................................................ 17<br />

Barrierefreies Wohnen .................................................................................. 29<br />

Politische gleichberechtigte Partizipation – Wie geht das? ................................... 39<br />

KÜNSTLERstammtisch ChiccoART ................................................................... 49<br />

Vorbereitende Aktivitäten .................................................... 57<br />

Bewerbung der Veranstaltung (Öffentlichkeitsarbeit) .......................................... 57<br />

Veranstaltungsort, Technik, Logistik und Verpflegung ........................................ 59<br />

Sicherstellung der Barrierefreiheit .................................................................. 60<br />

Materialien ...................................................................................... 62<br />

Layout ......................................................................................................... 63<br />

Materialien ................................................................................................... 64<br />

Pressemitteilung .......................................................................................... 67<br />

Glück auf und inklusive Grüße! ........................................................................ 70


Zielsetzung<br />

Das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den<br />

Regierungsbezirk Arnsberg (KSL Arnsberg) hat im März 2016<br />

als eines von sechs Kompetenzzentren Selbstbestimmt<br />

Leben in NRW seine Tätigkeit aufgenommen.<br />

Zusammenfassend können die Aufgaben des KSL Arnsberg<br />

gemäß des gemeinsamen Handlungskonzepts aller KSL in<br />

NRW wie folgt beschrieben werden:<br />

„Die KSL beraten und unterstützen behinderte Menschen<br />

und die von ihnen angefragten Anlauf<strong>stellen</strong> dabei Rechtsansprüche<br />

zu kennen und passgenaue Unterstützungsmodelle<br />

zu entwickeln. Darüber hinaus stärken die KSL die Mitwirkungsmöglichkeiten<br />

behinderter Menschen in Politik und<br />

Gesellschaft. Um diese Ziele zu erreichen werden vorhandene<br />

Strukturen in der Gesellschaft vernetzt, Wissen vermittelt<br />

und Informationen geteilt.“<br />

Zum Auftakt der oben beschriebenen Aufgaben wollte<br />

das KSL Arnsberg sich und den Agierenden in den Kreisen<br />

und Städten die Gelegenheit geben gemeinsam in einen<br />

konstruktiven Austausch über erfolgreiche und geplante Maßnahmen<br />

zur Umsetzung von Inklusion und Partizipation<br />

zukommen.<br />

Eingeladen waren Menschen aus der Selbsthilfe, den anderen<br />

KSL, der Politik, der Verwaltung und der Behindertenhilfe<br />

im Regierungsbezirk Arnsberg.<br />

3


Bei der Zusammenstellung des Verteilers wurde darauf<br />

geachtet, dass auch Fachkundige und Interessierte zu den<br />

einzelnen Workshopthemen zielscharf eingeladen wurden.<br />

Es wurde eine Auftaktveranstaltung für 80-100 Personen<br />

geplant. Die Begrenzung auf diese Anzahl von Teilnehmenden<br />

ergab sich aus der Kapazität der Veranstaltungsräume.<br />

Im Vorfeld der Veranstaltung entwickelte das KSL Arnsberg<br />

ein Konzept, das die Bekanntmachung in der Gesellschaft<br />

fördern sollte. Unter dem Motto: „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>“<br />

nutzte das KSL Arnsberg Symbole aus dem Bereich der<br />

Mobilität, um die Sachverhalte und Prozesse anschaulich zu<br />

beschreiben und Handlungsperspektiven zu entwickeln.<br />

Hierzu wurde ein eigenes Layout erstellt, das sich auf einem<br />

Messestand und verschiedenen anderen Produkten wiederfand<br />

(vgl. Kapitel 4). Die Prozesse der Veranstaltung wurden<br />

mit Begrifflichkeiten aus dem Themenbereich der Bahn beschrieben<br />

und anschaulich gemacht. So wurde beispielsweise<br />

die Moderatorin mit Schaffnermütze und Trillerpfeife ausgestattet.<br />

<strong>Gemeinsam</strong> wurden im Rahmen der Workshops Wegstrecken,<br />

Bau<strong>stellen</strong> und Tickets für künftige Aktivitäten beschrieben.<br />

Passend zum Layout fand die Veranstaltung im Bürgerzentrum<br />

Bahnhof Arnsberg statt.<br />

Um einen zielgerichteten Austausch auf der Veranstaltung<br />

zu ermöglichen wurden vier Workshops angeboten, die<br />

sich jeweils mit einem konkreten Thema (vgl. Kapitel 2)<br />

beschäftigten und in ihrer Struktur so aufgebaut waren,<br />

dass sie weitere Prozesse anstoßen sollten.<br />

4


Daneben gab es ein niederschwelliges ergänzendes Angebot<br />

mit dem thematischen Schwerpunkt andere Ausdrucksmöglichkeiten<br />

über (gemeinsames) kreatives Handeln zu<br />

ermöglichen.<br />

Die Workshop-Leitung erfolgte jeweils in Zusammenarbeit<br />

zwischen KSL-Mitarbeitenden und weiteren Fachkräfte aus der<br />

Praxis. Die wie KSL-Mitarbeitenden, die fast alle eine eigene<br />

Beeinträchtigung haben, traten dabei auch als Sachkundige<br />

in eigener Sache auf. Auf diese Weise wurden die unterschiedlichen<br />

Sichtweisen auf die jeweiligen Themen auch im<br />

Moderatorenteam sichergestellt. Zu den Workshops wurden<br />

zielscharf Menschen aus der Selbsthilfe und aus der Behindertenhilfe<br />

eingeladen, die verantwortlich und aktiv zu den in<br />

den Workshops angebotenen Themen arbeiten.<br />

Die Ergebnisse aus den Workshops bieten die Grundlage für<br />

die weitere Schwerpunktsetzung des KSL Arnsberg.<br />

5


6<br />

Die Workshops


<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

Erfassung und Erweiterung<br />

des Beratungsangebots für<br />

Menschen mit Behinderung im<br />

Regierungsbezirk Arnsberg<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Erfassung und Erweiterung des Beratungsangebots für<br />

Menschen mit Behinderung im Regierungsbezirk Arnsberg<br />

Info zu den Teilnehmenden:<br />

Insgesamt nahmen 23 Personen aus 5 Regionen teil.<br />

Methodisches Vorgehen:<br />

Nach einem kurzen Input wurden die im Vorfeld versandten<br />

Fragen in 4 Kleingruppen von etwa 6 Personen bearbeitet.<br />

Die Kleingruppen wurden von Frau Butschkau (BODYS),<br />

Frau Kirsten (Geschäftsführerin des Dortmunder BeratungsNetz),<br />

Frau Hammermann (KoKSL) und Frau Rischer (KSL Arnsberg)<br />

moderiert. Im Laufe der Diskussionsprozesse wurden weitere<br />

Fragen von den Teilnehmenden aufgeworfen und bearbeitet.<br />

Eine vollständige, nicht gewichtete Abschrift der gesammelten<br />

Aspekte und ergänzend aufgeworfenen Fragen folgt.<br />

Die Teilnehmenden diskutierten sehr engagiert die angebotenen<br />

Fragestellungen und entwickelten weitere relevante Fragestellungen.<br />

Sie waren sehr kreativ in der Analyse des<br />

Ist-Zustands und in der Formulierung von Verbesserungen<br />

der Beratungssituation vor Ort.<br />

Neben den aufgeworfenen Fragen beschäftigte sie auch die<br />

bevorstehende Einrichtung der Unabhängigen Beratungs<strong>stellen</strong>.<br />

Hierzu gab Herr Borosch (MAIS) spontan einen Input über den<br />

aktuellen Sachstand und beantwortete die Fragen der<br />

Teilnehmenden.<br />

8


Verabredungen:<br />

Das KSL lädt jeweils die Behindertenbeauftragten der Kreise<br />

sowie der kreisfreien Städte zum Thema Beratungsangebot für<br />

Menschen mit Behinderung ein.<br />

Im Herbst werden sich die KSL NRW und das KoKSL auf dem<br />

Treffen der LAG der hauptamtlichen Behindertenbeauftragten<br />

vor<strong>stellen</strong>.<br />

Fazit:<br />

Die im Vorfeld erwarteten Verabredungen, wie die Übernahme<br />

der Koordination des Beratungsangebots vor Ort oder der Anstoß<br />

neuer Netzwerke, wurden nicht getroffen. Obwohl die Teilnehmenden<br />

sehr engagiert diskutierten und Lösungsvorschläge<br />

entwickelten, hielten sie sich bei der konkreten Aufforderung<br />

nach Vereinbarungen sehr zurück.<br />

9


Der Zeitrahmen zur Bearbeitung des Themas war zu knapp.<br />

Die Zielsetzung war nicht zu erreichen, da es sich um eine<br />

heterogene Gruppe von Teilnehmenden handelte.<br />

Neben Personen, die Beratungsangebote nutzten, diskutierten<br />

Vertretende der Kommunen und Kreise zusammen mit Vertretenden<br />

von Trägern und Politik. Entstanden ist ein breites Bild<br />

der vorzuhaltenden Beratungsstruktur mit konkreten positiven<br />

Beispielen, aber auch mit der Beschreibung inhaltlicher und<br />

struktureller Lücken. Folgerichtig wurden strukturelle Schritte<br />

entwickelt, die den Zugang und die Qualität der Beratung betreffen.<br />

Aus dem vorliegenden Ergebnis können weitere Themen<br />

generiert werden, die dann intensiver bearbeitet werden<br />

können.<br />

10


1. Kommunale und landesweite Verantwortlichkeit klären,<br />

Koordinations<strong>stellen</strong> einrichten.<br />

Diesem Ziel dient die Einladung der KSL an die Behindertenbeauftragten<br />

der Kreise und der Kreisfreien Städte sowie die<br />

Vorstellung der KSL auf der LAG der hauptamtlichen Behindertenbeauftragten<br />

(offizieller Auftrag aus der Veranstaltung)<br />

bis zum 17.07.2017.<br />

Bezüglich der Verwaltungsaufgaben sind die Ebenen Kreise<br />

und kreisfreie Städte gleichgestellt. Für die Kreise muss<br />

die Umsetzung dieser Verwaltungsaufgaben gegenüber<br />

ihren kreisangehörigen Städten und Gemeinden verabredet<br />

werden.<br />

2. Einrichtung von unabhängigen, niederschwelligen Erstberatungs<strong>stellen</strong><br />

(Peer-Beratung einrichten/stärken).<br />

Zu diesem Zweck bietet das KSL in den Kommunen und<br />

Kreisen die Moderation eines Werkstattgesprächs mit<br />

Trägern und Selbsthilfe an.<br />

3. Stärkung und Vernetzung von Netzwerken<br />

Es finden Werkstattgespräche auf kommunaler Ebene statt,<br />

zu denen Vertretungen aller Beratungsnetzwerke eingeladen<br />

werden.<br />

4. Einrichtung einer Datenbank<br />

Aus den Beratungsnetzwerken werden Mitglieder generiert,<br />

die sich mit der Struktur einer Datenbank auseinandersetzen.<br />

5. Standards für Beratung festlegen<br />

Zur Bearbeitung dieser Themen soll jeweils ein Thementag<br />

stattfinden. Dabei muss je nach Thema geklärt werden,<br />

ob der Thementag regional oder überregional stattfinden<br />

soll und wer daran beteiligt werden soll.<br />

11


Anhang:<br />

Folgende Stichpunkte wurden in den Kleingruppen zu den<br />

einzelnen Fragen gesammelt.<br />

Frage 1:<br />

Welche Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung<br />

kennen wir?<br />

• Ehrenamtliche Beratungsangebote/ Selbsthilfe, Selbsthilfekontakt<strong>stellen</strong><br />

• Pflegeberatung<br />

• Lotsen, „Wir sehen weiter“<br />

• Lotsenberatung (Überleitungsberatung)<br />

• Beratungs<strong>stellen</strong> für psychisch kranke Menschen<br />

(Kontakt- und Beratungs<strong>stellen</strong>)<br />

• Institutionelle Beratung<br />

• Beratung in Einrichtungen und Diensten<br />

• Suchtberatungs<strong>stellen</strong><br />

• Beratungsnetz (Dortmund)<br />

• Siegen: unübersichtlich, Kreis und Kreisstadt, Vertrauensleute<br />

im Betrieb „Lotsenfunktion“, für Anbieter für Bürger<br />

• „Inpetto“ Beratungs-Raum, Thema: Leben mit Behinderung<br />

• Wohnberatung<br />

• Behindertenhilfe<br />

• DW: Familienassistenz (Beratung) Wohnberatung<br />

• Caritas Werkstätten, Thema: Arbeit, Zielgruppe: Beschäftigte<br />

• Pflege- und Wohnberatung, Themen PB, Veranstaltung Juni<br />

• Behindertenbeauftragte<br />

• Beratungsauftrag Sozialrecht<br />

• Stor-Treffen (Menschen mit Psychiatrieerfahrung)<br />

• Landschaftsverbände<br />

• Behindertenpolitische Selbsthilfe wie zsl, mobile, people-first<br />

• Sozialverbände<br />

• Kostenträger, Kommune, Agentur für Arbeit<br />

• Wohlfahrtsverbände<br />

• Träger/Anbieter Psychosoziale Beratungs<strong>stellen</strong><br />

12


• KSL, Beratung zur Ideenentwicklung zu den unabhängigen<br />

Beratungs<strong>stellen</strong><br />

• Suse<br />

• Beratung durch Gesundheitsämter, Pflege- und Wohnberatung<br />

§ 67 SGB XII<br />

Frage 2:<br />

Erreichen wir damit alle Menschen mit Beratungsbedarf?<br />

• Trotz vielfältigem Angebot Lücken (PB)<br />

Frage 3:<br />

Wen erreichen wir nicht?<br />

• Nicht erreicht werden Menschen, die weitläufig wohnen<br />

• Problem: Erreichbarkeit/Mobilität<br />

• Menschen ohne bewussten Beratungsbedarf<br />

• Eltern, die ein behindertes Kind bekommen<br />

• Flüchtlinge<br />

• Menschen mit Migrationshintergrund<br />

• Behinderte Menschen mit Gewalterfahrung<br />

• Orientierungslos<br />

• Nicht selbstbestimmt<br />

• Mutlos<br />

• Sexualität, insbesondere Männer<br />

• Persönliches Budget<br />

• Schüler und ehemalige Schüler mit Förderschwerpunkt<br />

Lernen und sozialemotionale Entwicklung<br />

• (Alte) Eltern erwachsener Söhne und Töchter mit<br />

(geistiger) Behinderung<br />

• Menschen mit geistiger Behinderung direkt<br />

13


Frage 4:<br />

Wenn ein Angebot fehlt: Wie wird mit Menschen umgegangen,<br />

die nicht bedient werden können?<br />

• Wer trägt die Verantwortung für die Schließung von Angebotslücken?<br />

• Wer berät die Menschen, für die es kein Angebot gibt?<br />

• Wie gehen wir damit um, dass Ansprüche/Unterstützungsmöglichkeiten<br />

nicht bekannt sind?<br />

• Identifizierte Lücken<br />

- Selbst decken<br />

- Info an Politik<br />

Was fehlt?<br />

• Es fehlt ein niederschwelliges Angebot „für alles“ in jedem<br />

Sozialraum<br />

• Trägerübergreifende Kontakt- und Beratungsstelle<br />

(auch an WE), „Synergieeffekte“<br />

• Besprechung PSAG…, kreative Kooperationen<br />

z.B. § 16a SGB II<br />

• Es fehlt: zentrale Anlaufstelle für alles…, unabhängige Beratung<br />

(kein Kostenträger, kein Anbieter), neutrale Beratung<br />

• Analog/digital<br />

• Es fehlen: Psychologen für Menschen mit kognitiven<br />

Einschränkungen<br />

14


• „Koordinations<strong>stellen</strong>“ fehlen<br />

• Beratungsangebote in leichter/einfacher Sprache, Beratung<br />

über Freizeitangebote in einfacher Sprache<br />

• Lücke: Mehr Peer-Beratung etablieren<br />

• Barrierefreies Wohnen<br />

• Beratung wohnortnah oder zu Hause im gesamten<br />

Regierungsbezirk<br />

• Beratungsthemen für verschiedene Zielgruppen<br />

• Unabhängige Teilhabeberatung<br />

• Männergruppen/Frauengruppen<br />

Lösungsansätze<br />

• Projekte langfristiger anlegen<br />

• Kommunale Verantwortung<br />

• Datenbank, Wissensmanagement<br />

• Vernetzung der Netzwerke<br />

• Vernetzung professionalisieren (neue Mitglieder)<br />

• Vernetzung der Netzwerke (Institutionalisierte/Selbsthilfe)<br />

• Erstanlaufstelle und Weitervermittlung an die richtige Stelle<br />

• Genereller Austausch über Beratungstätigkeit<br />

• Überverbandlicher Austausch<br />

• Gegenseitige Information zu Beratungsanfragen<br />

• Beratung kostet Investition<br />

• Zentraler Tag über Infos aller Angebote<br />

• regelmäßige Aktualisierung des Bestands (Info)<br />

• Bauliche Barrieren abbauen<br />

• Abstimmung in der Beratungslandschaft notwendig<br />

• Strukturentwicklung: gezielte Beratung im Netzwerk<br />

• Kommunikative Barrieren abbauen<br />

• Beratung auf Augenhöhe, mit Respekt, orientiert sich an<br />

Lebenslage des Ratsuchenden<br />

Offene Fragen<br />

• Wie bekommt man mehr Informationen?<br />

• Ist die Öffnung der Beratungsangebote gesichert?<br />

• Barriere: Beratungsbegleitung, wie geht Zugang zu Beratung?<br />

„Lotsen“ durch den Dschungel<br />

15


16


<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

Frauen und Mädchen mit<br />

Behinderung als Zielgruppe<br />

für Frauenberatungs<strong>stellen</strong><br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Einsteigen bitte – Frauen und Mädchen<br />

als Zielgruppe für Frauenberatungs<strong>stellen</strong><br />

Workshopleitung:<br />

Diana Matzat (KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg)<br />

und Monika Pelkmann (NetzwerkBüro Frauen und Mädchen<br />

mit Behinderung chronischer Erkrankung NRW)<br />

Vorbereitung:<br />

Der Workshop richtete sich an Frauenberatungs- und Anlauf<strong>stellen</strong><br />

sowie Expertinnen in eigener Sache. Ziel der Veranstaltung<br />

war es für die Bedarfe von Frauen mit Behinderungen<br />

zu sensibilisieren, von den Erfahrungen der Anderen zu lernen<br />

und insbesondere gemeinsame Aktivitäten zu besprechen<br />

sowie Verabredungen für die Zukunft zu treffen. Zur Bekanntmachung<br />

des Angebots wurden Frauenberatungs<strong>stellen</strong> aus<br />

dem Regierungsbezirk recherchiert und angeschrieben.<br />

Zusätzlich wurden Verteiler des Netzwerkbüros Frauen und<br />

Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW<br />

sowie des Projektes „Mädchen sicher inklusiv“ genutzt,<br />

um über die Veranstaltung zu informieren. Hierüber wurden<br />

sowohl Beratungs<strong>stellen</strong> als auch Frauen mit Behinderung<br />

angesprochen.<br />

Als Tandempartnerin konnte Monika Pelkmann vom Netzwerk-<br />

Büro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer<br />

Erkrankung NRW gewonnen werden. In vorbereitenden Treffen<br />

wurden der Ablauf und die Durchführung gemeinsam geplant.<br />

Ein Fokus des Workshops lag auf der Präsentation von Beispielen<br />

guter Praxis, um den Teilnehmerinnen Ideen und Anregungen<br />

mitzugeben sowie eine Vernetzung anzuregen. Hierzu wurde<br />

Frau Goltermann vom Mädchenhaus Bielefeld e.V. (Projekt<br />

Mädchen sicher inklusiv) und Frau Kersting von der Frauenberatungsstelle<br />

Meschede (Projekt Suse) eingeladen, um ihr<br />

Angebot für Frauen mit Behinderung vorzu<strong>stellen</strong>.<br />

18


Durchführung:<br />

Für den Workshop haben sich 19 Frauen angemeldet. Davon<br />

war der überwiegende Teil Mitarbeiterinnen aus Beratungs<strong>stellen</strong>.<br />

Unangekündigt sind drei Frauen mit anderen Lernmöglichkeiten<br />

kurzfristig dazu gekommen.<br />

Zur Vermittlung von Hintergrundwissen zu Lebenssituationen<br />

und Belastungen von Frauen mit Behinderung wurde einleitend<br />

eine Präsentation von der Workshopleitung eingesetzt.<br />

Es folgten zwei Erfahrungsberichte von Frauenberatungs<strong>stellen</strong>.<br />

Als Grundlage für die anschließende Diskussion gab es Leitfragen.<br />

Hierzu konnten die Teilnehmerinnen Ideen und Stichpunkte<br />

auf Moderationskärtchen festhalten. Die Moderationskärtchen<br />

wurden an einer Flipchart-Wand zusammengetragen.<br />

Aus den Ergebnissen wurden Vereinbarungen/Ziele der Teilnehmerinnen<br />

und Erwartungen der Expertinnen in eigener<br />

Sache an die Beratungs<strong>stellen</strong> festgehalten.<br />

19


Verlauf:<br />

Geplanter Ablaufplan: Workshop „Alle einsteigen bitte!“ –<br />

Frauen und Mädchen mit Behinderung als Zielgruppe für<br />

Frauenberatungs<strong>stellen</strong><br />

• Vorstellungsrunde<br />

• Einführung in das Thema Barrierefreiheit und Zugang zu<br />

Beratungsangeboten für Frauen mit Behinderung<br />

(Monika Pelkmann und Diana Matzat)<br />

• Erfahrungsbericht:<br />

Mädchenhaus Bielefeld e.V.<br />

- Projekt Mädchen sicher inklusiv zur Beratung und<br />

Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen<br />

mit Behinderung oder chronischer Erkrankung zum<br />

Gewaltschutz (Maya Goltermann)<br />

Methode mit Moderationskärtchen<br />

Auf Kärtchen festgehalten:<br />

1. Wie erreichen wir noch mehr Frauen und Mädchen<br />

mit Behinderung/Maßnahmen?<br />

2. Wen erreichen wir nicht und warum?<br />

3. Wie holen wir weitere Beratungs- und Unterstützungs-<br />

Einrichtungen mit ins Boot?<br />

4. Ziele der eigenen Einrichtung<br />

• Erfahrungsbericht:<br />

Frauenberatungsstelle Meschede<br />

- Projekt „sicher und selbstbestimmt“ zum Zugang zur<br />

Unterstützung für Frauen und Mädchen mit Behinderung<br />

bei Gewalterfahrung (Gabriele Kersting)<br />

• Ergebnispräsentation und gemeinsamer Fahrplan<br />

Anmerkungen zum Ablauf:<br />

Aufgrund der spontanen Teilnahme am Veranstaltungstag<br />

von Frauen mit anderen Lernmöglichkeiten wurde eine<br />

Anpassung der Inhalte vorgenommen, um die Bedarfe zu<br />

berücksichtigen. Hierzu wurde die einführende Präsentation<br />

gekürzt und die Vorträge möglichst in verständlicher<br />

Sprache präsentiert.<br />

20


Ergebnis:<br />

Der Workshop sollte dazu beitragen Frauenberatungs<strong>stellen</strong><br />

für die Bedarfe von Frauen mit Behinderung zu sensibilisieren<br />

und eine Vernetzung der Akteure anzuregen. Die Erfahrungsberichte<br />

als Beispiele guter Praxis konnten einen umfassenden<br />

Einblick in die Umsetzung von Barrierefreiheit geben.<br />

Es wurde deutlich, dass es bereits viele gute Ansätze gibt,<br />

z.B. Flyer in leichter Sprache und einen Leitfaden für den<br />

Erstkontakt mit gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderung<br />

vom bff.<br />

Aufgrund der knappen Zeit für die Diskussion konnten die<br />

Vereinbarungen nicht zielscharf mit konkreten Verabredungen<br />

formuliert werden. Die Ergebnisse der Leitfragen sowie die<br />

Tickets enthalten jedoch wichtige Ansätze für zukünftige<br />

Planungen.<br />

Aus der Diskussion ging hervor, dass den Frauenberatungs<strong>stellen</strong><br />

die Ressourcen fehlen, um ihr Angebot barrierefrei<br />

zu gestalten. Das reicht über unzugängliche Räumlichkeiten,<br />

fehlende Finanzierung von Gebärdensprachdolmetschern<br />

oder der Gestaltung einer barrierefreien Internetseite.<br />

21


Die Frauen mit Behinderung äußerten den Bedarf einer<br />

aufsuchenden bzw. leicht zu erreichenden Beratung sowie<br />

Peer-Counseling-Angeboten. Dies macht deutlich, dass<br />

eine Anpassung bzw. Erweiterung des Angebotes wichtig ist.<br />

Eine zentrale Frage für die Zukunft sollte daher sein, wie<br />

ein bedarfsgerechtes Angebot sichergestellt werden kann.<br />

Hierzu ist es zum einen notwendig Informationen für Ratsuchende<br />

barrierefrei zur Verfügung zu <strong>stellen</strong> und zum<br />

anderen eine Vernetzung zu stärken, um Frauen eine<br />

bedarfsgerechte Beratung zu ermöglichen. Darüber hinaus<br />

ist die Schaffung neuer Angebote wichtig. Hierzu gehört<br />

vor allem eine aufsuchende und niederschwellige Beratung.<br />

Aus den Ergebnissen der Leitfragen wurden gemeinsame<br />

Ziele/Erwartungen formuliert. Nachfolgend finden sich<br />

zu Beginn die Antworten zu den Leitfragen und anschließend<br />

die Inhalte der Tickets. Aufgrund fehlender Zeit wurden<br />

ausgewählte Fragen erörtert und entsprechende Tickets<br />

formuliert.<br />

Die Tickets enthalten wichtige Ziele, die sich aus den Antworten<br />

der Leitfragen sowie der Diskussion ergeben haben.<br />

22


Anhang:<br />

Antworten der Teilnehmerinnen auf die fünf Leitfragen:<br />

Frage 1:<br />

Wie erreichen wir noch mehr Frauen und Mädchen mit<br />

Behinderung/Maßnahmen?<br />

• Barrierefreie Internetseiten (Forderung) von Landesmitteln<br />

• Informationen in Punktschrift<br />

• Durch Unterstützung in Form von Begleitung/Fahrdienst<br />

(Betreuer)<br />

• Personal muss informieren, vermitteln Lormen-Kenntnisse<br />

• Infos und Angebote in Schulen, Werkstätten, Treffs…<br />

• Beraterinnen mit Behinderung<br />

• Auto, Bus, Bahn, Flugzeug, Rad, Motorrad, Roller<br />

• Online-Beratung<br />

• Sprache, die verstanden wird<br />

• Angebote im Jahresprogramm, Online-Beratung<br />

• Beratungsstelle braucht gute Öffentlichkeitsarbeit und<br />

Vernetzung<br />

• In die Einrichtungen gehen (Werkstätten, Wohnheime)<br />

• Besuch bei den Frauen mit Handicap<br />

• Einen offenen Chatraum für Frauen mit Behinderung,<br />

da manche sich nicht persönlich trauen<br />

• Förderung von Ärzten (Plakate aufhängen)<br />

• Barrierefreie Homepage<br />

• Informationsveranstaltungen<br />

• Aufklärung<br />

• Zugehen auf Einrichtungen<br />

• Vernetzung mit Behinderteneinrichtungen (Werkstätten,<br />

Frühförderungs<strong>stellen</strong>, Netzwerken…)<br />

• Angebotslücken schließen<br />

• Erreichen und Einbinden von Begleitpersonen<br />

• Öffentlichkeitsarbeit – auch unter Nutzung sozialer Medien<br />

• Vernetzung der Frauenberatungs<strong>stellen</strong> mit und durch<br />

persönliche Treffen und Erfahrungsaustausch<br />

• Durch Unterstützung; Hilfe, um dort hin zu kommen;<br />

Begleitung<br />

23


• Informationen in Hörformaten<br />

• Dorthin gehen, wo die Frauen leben oder arbeiten<br />

(im Stadtteil)<br />

• Projekte für Frauen mit Handicap<br />

• Gebärdensprachkenntnisse und -dolmetscher<br />

• Informationen in GS-Videos<br />

• Einladung in die Frauenberatungs<strong>stellen</strong> zum Kennenlernen<br />

Frage 2:<br />

Wen erreichen wir nicht und warum?<br />

• Frauen mit Lernschwierigkeiten (nur sehr wenig)<br />

• Sehbehinderte Frauen<br />

• Sinnesbehinderte Frauen wg. Fehlender Dolmetscherdienste<br />

Landesmittel an Träger Fraueneinrichtungen<br />

• Taubblinde Frauen<br />

• Frauen und Mädchen mit Mehrfachbehinderung, z.B. aus<br />

Einrichtungen<br />

• Beratung findet meist in den eigenen Räumen der<br />

Beratungsstelle statt<br />

• Wir erreichen das Klientel nicht, wenn eine starke<br />

Behinderung vorliegt<br />

• Menschen mit Kommunikationsbarrieren<br />

• Zu wenig Werbung, Prospekte, Flyer, Informationen über<br />

die Betreuer<br />

• Es wird mehr begleitende Hilfe gebraucht als wir geben<br />

können<br />

• Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf (Schamgefühl)<br />

• Frauen, die nicht aktiv suchen (können)<br />

• Es gibt nicht genügend wohnortnahe zugängliche Angebote<br />

• Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe wg. Tabu,<br />

Selbstkritik...<br />

• Menschen, die nicht empathiefähig sind<br />

• Krankhaft Ich-bezogene Menschen<br />

• Täter und Täterinnen<br />

• Informationen/Angebote kommen nicht an<br />

• Weil vieles von Familien heruntergespielt wird<br />

• Bus, Bahn und Fahrstuhl sind oft unzureichend<br />

24


Frage 3:<br />

Wie holen wir weitere Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen<br />

mit ins Boot?<br />

• Fortbildungen, Schulungen und Unterstützung für Kollegen<br />

und Einrichtungen<br />

• Finanzierungsmöglichkeiten für Einrichtungen auflisten<br />

• Präsenz bei gängigen Beratungs<strong>stellen</strong><br />

• Ärzte ansprechen oder -schreiben, ob sie nicht tätig<br />

werden wollen<br />

• Vernetzung, miteinander sprechen<br />

• Arbeitskreise, Netzwerke, Kooperationen<br />

• Netzwerk-Treffen<br />

• Kooperationen mit anderen Einrichtungen Vernetzung<br />

• Kooperationsgespräche<br />

• Netzwerkgründungen und an das aktive Arbeiten bringen<br />

• Tipps geben, was gut geklappt hat<br />

• Überörtliche Treffen und Vernetzungen<br />

• <strong>Gemeinsam</strong>e Veranstaltungen<br />

• <strong>Gemeinsam</strong>e Freizeitangebote<br />

• Vernetzung über „übliche“ Grenzen hinaus<br />

• Sensibilisieren, sagen was die Frauen mit Behinderung<br />

brauchen<br />

Frage 4:<br />

Ziele der eigenen Einrichtungen<br />

• Möglichst vielen Menschen ihrer Fähigkeiten entsprechend<br />

einen Sinn im Leben zu geben (strukturierten Tagesablauf)<br />

• Er<strong>stellen</strong> eines Handlungskonzepts für psychologische<br />

Beratung zur Schaffung neuer Beratungsmöglichkeiten<br />

für Menschen mit Behinderungen<br />

• Alle Menschen leben gemeinsam auf eine gute Art<br />

• Alle Menschen bekommen die Unterstützung, die sie<br />

brauchen<br />

• Erreichbarkeit für alle Mädchen/junge Frauen mit<br />

Behinderung<br />

• Mehr Frauen und Mädchen mit Behinderung erreichen<br />

• Erarbeitung von Schutzkonzepten<br />

• Empowerment, Stärkung<br />

25


• Beratungstermine in der Werkstatt, Kursangebote<br />

• Träger der Behindertenhilfe aktivieren Lotsen ins<br />

Beratungssystem<br />

• Meine Ziele in der Einrichtung sind, dass ich auf ein<br />

selbstbestimmtes Leben vorbereitet werde<br />

Frage 5:<br />

Was macht gute Beratung aus?<br />

• Eine umfangreichere Beratung ist mir wichtig, wie z.B.<br />

das bestimmte Problematiken gelöst werden, sodass in<br />

allen Bereichen eine Lösung gefunden werden kann<br />

• Hilfsbereit, Verständnis für Gewalterfahrung<br />

• Behandlung darf nicht abgebrochen werden, Täter muss<br />

bestraft werden<br />

• Hilfe bei Familienproblemen<br />

• Berater mit Vorbildcharakter<br />

• Barrierefreiheit<br />

• Räume & ÖPNV<br />

• Gute Beratung ist für mich, wenn es diskret bleibt;<br />

Vertrauen als Basis ist wichtig; Hausbesuche<br />

• Ernst genommen werden<br />

Tickets/Ergebnissicherung aus dem Workshop<br />

• Kontinuität, Vertrauen, Diskretion bei Beratung<br />

• Beratung auf Augenhöhe und Peer-Beratung<br />

• Lebensweltorientierung und Selbstbestimmung ermöglichen<br />

26


• Frauen mit Sinnes-/Mehrfachbehinderung sollen erreicht<br />

werden, Kommunikationshindernisse abbauen<br />

• Bereitstellung finanzieller Mittel gemeinsam einfordern,<br />

an Politik transportieren<br />

• Dolmetscherkosten und technische Hilfsmittel sicher<strong>stellen</strong><br />

• Vernetzung und Kooperation mit anderen Einrichtungen<br />

• Besuche vor Ort (Schulen, Werkstätten, Haus)<br />

• Bewusstseinsarbeit, „Haltung“ der Träger<br />

• Inklusion als längerer Prozess<br />

Zu ergreifende Maßnahmen für das Themenfeld<br />

Frauen und Behinderung<br />

1. Es bestehen bereits vielfältige Informationsmaterialien für<br />

betroffene Frauen mit Behinderung (z.B. leichte Sprache)<br />

sowie Informationen für Frauenberatungs<strong>stellen</strong>.<br />

Hier wäre es wichtig die Informationen zu bündeln – diese<br />

könnten dann zum Beispiel auf der KSL-Internetseite<br />

verlinkt werden.<br />

2. Um das weitere Vorgehen in diesem Themenfeld zu planen,<br />

ist es wichtig Agierende aus diesem Bereich einzubinden<br />

und zusammen zu arbeiten (NetzwerkBüro Frauen und<br />

Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung<br />

NRW und Projekt Mädchen sicher inklusiv).<br />

3. Zudem ist es wichtig, die Behindertenbeauftragten<br />

für die Bedarfe behinderter Frauen zu sensibilisieren, um<br />

gemeinsam Netzwerke in der Region zu stärken.<br />

4. Die Frauenberatungs<strong>stellen</strong> berichten von oftmals fehlenden<br />

Ressourcen, wie z.B. barrierefreie Räumlichkeiten,<br />

finanzielle Mittel für behinderungsbedingte Bedarfe und<br />

zeitliche Ressourcen für eine aufsuchende Tätigkeit.<br />

Diese Problemlage muss nach oben getragen werden<br />

(BFF oder Ministerium für Frauen).<br />

5. Eine Chance zur Verbesserung der Beratungsqualität<br />

könnte die unabhängige Teilhabeberatung bieten. Hierzu<br />

ist es notwendig Frauenberatungs<strong>stellen</strong> zu aktivieren,<br />

um sich einzubringen und zu vernetzen.<br />

27


28


<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

Barrierefreies Wohnen<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Barrierefreies Wohnen<br />

Workshopleitung:<br />

Manuel Salomon (KSL für den Regierungsbezirk Arnsberg) und<br />

Susanne Tyll (Koordination Wohnberatung NRW)<br />

Informationen zu den Teilnehmenden<br />

Teilgenommen haben ein Vertreter des Ministeriums für<br />

Arbeit, Integration und Soziales NRW (zeitweise), Mitarbeitende<br />

von Kommunen und Trägern, die Wohnangebote<br />

vorhalten, sowie einzelne Menschen mit Behinderungen,<br />

Delegierte aus der Kommunalpolitik, Vertretung des LWL<br />

Methodisches Vorgehen:<br />

Diskussion, Darstellung der jeweiligen örtlichen Verhältnisse<br />

und Probleme durch die Teilnehmenden, Vorstellung jeweils<br />

unmittelbar vor dem ersten Redebeitrag<br />

Verlauf:<br />

Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Frage, wie<br />

vorhandene barrierefreie Wohnungen bei den Menschen mit<br />

entsprechenden Bedürfnissen besser bekannt gemacht<br />

werden können. Die Teilnehmenden verwiesen auf das Land<br />

NRW als zentrale Stelle, die barrierefreie Wohnungen in<br />

Form einer Datenbank sammeln solle.<br />

Dabei sei es wichtig einheitliche Standards zu definieren,<br />

um verschiedene Stufen von „Barrierearmut“ eindeutig<br />

bezeichnen zu können. Vorbild könne hier evtl. der Energieausweis<br />

sein.<br />

Die Diskussion um barrierefreie Wohnungen müsse losgelöst<br />

vom Thema „Beeinträchtigung“ und „Behinderung“ geführt<br />

werden. Behinderung und Beeinträchtigung seien angstbesetzte<br />

Themen.<br />

30


Mit beidem befasse man sich normalerweise nicht freiwillig,<br />

sondern erst, wenn aufgrund persönlicher oder familiärer<br />

Verhältnisse ein Ausweichen praktisch nicht mehr möglich ist.<br />

Vorausschauende Planung ist deswegen schwierig, im Alter<br />

wirksame Vorteile barrierefreier Wohnungen werden gedanklich<br />

nicht angemessen gewürdigt, da Alter mit dann drohender<br />

Gebrechlichkeit gedanklich möglichst ausgeblendet wird.<br />

Statt den aktuell wenig fassbaren Erleichterungen im Alter<br />

sollten bei barrierefreien Wohnungen besser das Design, die<br />

Modernität, der Komfort oder der (Wieder-)Verkaufswert<br />

der Immobilie herausgestellt werden. Barrierefreiheit müsse<br />

als chic gelten und als etwas, was man selbstverständlich<br />

habe. Beispielhaft wurde auf die bodengleiche Dusche<br />

verwiesen, die sich inzwischen immer stärker als positives<br />

Ausstattungsmerkmal für Bäder durchgesetzt habe. Zentrales<br />

Merkmal sei hier der Komfort. Die Sicherheit, die Dusche<br />

auch im Alter problemlos nutzen zu können, sei allenfalls ein<br />

Nebenaspekt.<br />

Hier sei außerdem auf Veränderungen in der Ausbildung von<br />

Berufsständen im Bereich Architektur, Landschaftsgartenbau<br />

und anderen hinzuwirken.<br />

Insgesamt bestand Einigkeit, dass ein zu geringer Bestand<br />

an barrierefreien Wohnungen verfügbar sei. Die für die Träger<br />

ambulanter Wohnangebote anwesenden Mitarbeitenden<br />

betonten jeweils, so weit wie möglich Barrierefreiheit ihrer<br />

Angebote anzustreben.<br />

Weiter zeigte die Diskussion, dass neben der Barrierefreiheit<br />

der eigentlichen Wohnungen zusätzlich barrierefreie, im Sinne<br />

von für alle nutzbare, Sozialräume nötig sind.<br />

Nur dann könnten die Wohnungen sinnvoll genutzt werden –<br />

seien sie barrierefrei oder nicht.<br />

31


Bereits im Rahmen der Vorankündigung des Workshops war<br />

die Forderung eingebracht worden, durch die Kommunen auch<br />

teurere Wohnungen zu finanzieren als üblich, soweit nur so<br />

in einer konkreten Situation angemessener Wohnraum<br />

verfügbar ist.<br />

Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darüber, dass<br />

jeder einzelne Mensch angemessenen Wohnraum bewohnen<br />

können muss. Dennoch wurde die praktische Bedeutung der<br />

Richtwerte deutlich, die die Grundlage bilden, um die angemessenen<br />

Unterkunftskosten zu bestimmen. (Nur) vereinzelt<br />

wurde geäußert, diese Richtwerte in der Praxis wenn nötig<br />

auch zu überschreiten, und gleichzeitig – wie ansonsten<br />

auch – auf die angespannte Haushaltslage verwiesen.<br />

Verabredungen:<br />

Vorstellung der Arbeitsergebnisse auf der nächsten Sitzung<br />

des Fachbeirates „Barrierefreiheit, Zugänglichkeit, Wohnen“<br />

durch Herrn Roland Borosch vom Ministerium für Arbeit,<br />

Integration und Soziales NRW.<br />

32


Regelmäßige Folgetreffen zwischen Land NRW, Wohnberatung<br />

NRW, des LWL (möglichst: der Landschaftsverbände, kein<br />

Vertreter des LVR anwesend) und der Kompetenzzentren<br />

Selbstbestimmt Leben. Dort sollen kurzfristig wirksame Maßnahmen<br />

erörtert werden, wie (mehr) barrierefreier Wohnraum<br />

zur Verfügung gestellt werden kann.<br />

Fazit:<br />

Abgleich erwartetes und tatsächliches Ergebnis<br />

Die Diskussion drehte sich stark um die Frage, wie vorhandene<br />

barrierefreie Wohnungen stärker denjenigen Menschen<br />

zugänglich gemacht werden könnten, die sie benötigen<br />

(Verteilungsproblem).<br />

Weniger stark ausgeprägt war die Diskussionsbereitschaft bei<br />

der Frage, wie durch die Bewilligung höherer Sozialleistungen<br />

die Zahl der praktisch verfügbaren Wohnungen erhöht<br />

werden könnte.<br />

33


Analyse des erzielten Ergebnisses<br />

Es wurden einzelne konkrete Arbeitsschritte verabredet, die<br />

vor allem die weitere Befassung mit dem Thema in verschiedenen<br />

Gremien sicher<strong>stellen</strong>. Daneben wurden vielfältige Ideen<br />

geäußert, die mittel- und langfristig geeignet sind, das<br />

Angebot an barrierefreien Wohnungen zu verbessern (z.B.<br />

Bewusstseinsbildung in den technischen Berufen).<br />

Die Diskussionsinhalte des Workshops betrafen überwiegend<br />

Möglichkeiten, durch die „von unten“ auf kommunaler Ebene<br />

mehr barrierefreier Wohnraum verfügbar gemacht werden kann.<br />

Herausarbeiten weiterer Verfahrensschritte<br />

Vgl. oben zu „Verabredungen“.<br />

Notwendig ist nach Auffassung des KSL Arnsberg außerdem<br />

eine Wohnungsbaupolitik des Landes, die die Schaffung von<br />

barrierefreiem Wohnraum als einen Schwerpunkt setzt.<br />

Während der letzten Jahrzehnte wurden der soziale Wohnungsbau<br />

im Allgemeinen, und die Schaffung barrierefreien Wohnraums<br />

im Speziellen nicht hinreichend verfolgt.<br />

Die aktuelle Politik der Landesregierung 1) geht demgegenüber<br />

dahin, verstärkt bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen<br />

zu schaffen. 2) Im Grundsatz begrüßt das<br />

KSL Arnsberg diesen Wandel. In diesem Zusammenhang sind<br />

die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen aber noch<br />

stärker als bisher zu gewichten. Vor allem in der Abwägung<br />

mit wirtschaftlichen (Bestandsschutz-)Interessen treten<br />

die Belange von Menschen mit Behinderungen im Ergebnis<br />

noch viel zu häufig zurück.<br />

1)<br />

D.h. die im März 2017 von der damaligen Landesregierung verfolgte Politik<br />

2)<br />

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/sozialer-wohnungsbau-wird-so-rentabel-wie-freifinanzierter-nrw-mit-neuen-anreizen<br />

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/bau-von-sozialwohnungen-nordrhein-westfalen-boomt-diefoerderung-uebertrifft-die-Milliardenmarke<br />

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/20-millionen-euro-fuer-die-soziale-baulandentwicklungmehr-flaechen-fuer-den-sozialen-Wohnungsbau<br />

Gegenüberstellung von Bautätigkeit 2014 und bis 2030 prognostiziertem Wohnungsbedarf (unabhängig von Barrierefreiheit) unter:<br />

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/sozialer-wohnungsbau-wird-so-rentabel-wie-frei-finanzierternrw-mit-neuen-anreizen<br />

34


Anhang<br />

Leseabschrift der zur Ergebnissicherung<br />

erstellten Tickets<br />

-> Das Geld gerechter aufteilen<br />

fürs Bauen<br />

-> Barrierefreies Wohnen<br />

-> Thematik „bezahlbarer Wohnraum“<br />

voranbringen<br />

-> Alters- und zielgruppenübergreifende<br />

Wohnraumberatung<br />

-> Katalogisierung von Wohnraum unter<br />

Berücksichtigung z.B. einer Checkliste:<br />

„Barrierefrei“, „Wohnbedarfe“ etc.<br />

-> Inklusion für ALLE<br />

-> Quartiersentwicklung, besonders<br />

auf dem Lande<br />

35


• Katalogisierung von Wohnraum unter Berücksichtigung<br />

z.B. einer Checkliste: „Barrierefrei“, „Wohnbedarfe“ etc.<br />

• Inklusion für ALLE<br />

• Quartiersentwicklung, besonders auf dem Lande<br />

• Bezahlbarer Wohnraum barrierefrei<br />

• Standards Verbindlichkeit zur Barrierefreiheit beim<br />

Einfamilienhaus<br />

• Viele Koalitionäre<br />

• AGENDA 2030 Wohnraum verbindliche Standards<br />

• Wohnbedarfe werden zentral vom Land erfasst, dokumentiert,<br />

ausgewertet und zur Verfügung gestellt<br />

36


• Wohnberatung NRW entwickelt gemeinsam mit Land,<br />

LWL, LVR, KSL kurzfristig wirksame Maßnahmen, wie<br />

geeigneter Wohnraum gefunden werden kann.<br />

• Perspektiven aufzeigen, wie zusätzlicher „inklusiver“<br />

Wohnraum geschaffen bzw. umgewandelt werden kann.<br />

• Markttransparenz durch einen verpflichtenden<br />

„Barrierefreiheits-Ausweis“<br />

• Merkblatt zum Bauantrag<br />

• Ausbildung der Architekten anpassen/Landschaftsgärtner<br />

etc.<br />

• Systematische Erfassung von Bedarfen und Bestand<br />

• Entwicklung einer Musteranfrage für Kommunen für die<br />

kommunalen Wohnungsbaugesellschaften<br />

• Definition von grundlegenden Barrierefreiheiten<br />

(Standards)<br />

• Wer kann das beschließen/veranlassen?<br />

• Wer sind die Partner_innen?<br />

• Was kann man machen, wenn wir allein wohnen [und]<br />

nicht klarkommen? Wen kann man fragen?<br />

• Was mache ich, wenn ich keine Wohnung finde?<br />

Ich wohne in Sundern.<br />

• Bezahlbarer Wohnraum barrierefrei<br />

• Weniger Barrieren/Barrierefreiheit in Wohnungen und im<br />

Quartier sind [unleserlich], chic, innovativ, komfortabel,<br />

effektiv und effizient und für alle<br />

• Marketing/Öffentlichkeit<br />

• [Herr] Borosch [wird die Arbeitsergebnisse dieses<br />

Workshops auf die]nächste TO [des] Fachbeirat[es<br />

„Barrierefreiheit, Zugänglichkeit, Wohnen“ setzen]<br />

37


38


<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

Politische gleichberechtigte<br />

Partizipation –<br />

Wie geht das?<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


Politische gleichberechtigte Partizipation –<br />

Wie geht das?<br />

Vorbereitung<br />

Der Workshop wurde von Miriam Düber (Zentrum für Planung<br />

und Evaluation der UNI Siegen), Melanie Schulte-Braucks<br />

und Chico Elmar Goepel (People First Gruppe „Chicco – We<br />

are one“ aus Dortmund) und Andreas Tintrup (Projektleitung<br />

des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk<br />

Arnsberg) vorbereitet. In mehreren persönlichen<br />

Treffen begleitet durch einen prozessualen Austausch per<br />

E-Mail konnte ein zeitgenauer Ablaufplan erstellt werden,<br />

der sowohl Theorie als auch Praxis beinhaltet. Dieser wurde<br />

von allen Beteiligten als sinnvoll für die sichere Durchführung<br />

des Workshops gesehen. Mit den Chiccos – Melanie Schulte-<br />

Braucks, Chico Elmar Goepel und deren Unterstützerin<br />

Ninja Wölki – wurden die Inhalte schriftlich fixiert, um im<br />

Vorfeld den im Workshop vorgesehenen eigenen Vortrag einüben<br />

zu können.<br />

Die Teilnehmer_innen wurden frühzeitig inhaltlich schriftlich<br />

vorab in einfacher Sprache informiert, um sich auf diesen<br />

Workshop im Vorfeld vorbereiten zu können.<br />

Ein auf mehreren Schultern getragener Workshop erschien<br />

von Anfang für sinnvoll, um entsprechende Aufgaben im<br />

Workshop gut wahrnehmen zu können: Moderation, Vortrag,<br />

Dokumentation und Unterstützung soweit gewünscht.<br />

Entsprechend haben sich die Durchführenden im Vorfeld<br />

entsprechend ihrer Rollen untereinander abgestimmt.<br />

40


Durchführung:<br />

Info zu den Teilnehmenden<br />

Dieser Workshop war ein Workshop für Menschen<br />

mit anderen Lernmöglichkeiten und Menschen aus Politik,<br />

Verwaltung, Forschung und für Menschen die sich für<br />

das Thema interessieren<br />

- 21 Teilnehmer_innen<br />

- 1 Moderator: Andreas Tintrup<br />

(Projektleitung Kompetenzzentrum Selbstbestimmt<br />

Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg)<br />

- 1 Forscher: Marcus Windisch (Projektleitung der<br />

Koordinierungsstelle für die Kompetenzzentren in NRW)<br />

- 2 Reporterinnen: ZPE UNI Siegen, Katrin Klöckener,<br />

Xanthoula Weiss<br />

- 2 Praxisberichterstatter_innen: Melanie Schulte-Braucks<br />

und Chico Elmar Goepel<br />

Insgesamt anwesend: 27 Personen zzgl. Assistenz<br />

Die Anwesenden kamen aus folgenden Bereichen: Selbsthilfe,<br />

Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten in Institutionen,<br />

UNI, Hochschule, Verwaltung, Landes- und Kommunalpolitik,<br />

Behindertenhilfe, KSL: Münster, Köln und Detmold.<br />

41


Methodisches Vorgehen:<br />

Zentral stand die Verständliche Sprache!<br />

Während des Workshops gab es die Verabredung sich gegenseitig<br />

an die Verständlichkeit zu erinnern. Der Moderation<br />

oblag es die Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten aktiv<br />

einzubinden und den Abgleich der Verständlichkeit herzu<strong>stellen</strong>.<br />

Ferner wurde im Workshop ergebnisorientiert<br />

gearbeitet entsprechend dem Motto: Mutig Voranstreiten.<br />

Ergebnissicherung erfolgte durch die 2 Reporterinnen.<br />

– siehe nachfolgendes Foto<br />

Verlauf:<br />

Der zeitgenaue Programmablauf wurde weites gehend<br />

eingehalten. Personelle Änderungen durch die Erkrankung der<br />

Forscherin konnten rechtzeitig vorgenommen werden.<br />

42


Verabredungen:<br />

die folgenden 4 Tickets konnten vereinbart werden<br />

Skulpturenprojekt 2017 in Münster<br />

Führungen für behinderte Menschen<br />

Paul Grieslop LWL-AStl. G 3 schaut sich<br />

dieses Projekt gemeinsam an, um Infos<br />

ans KSL zu schicken, das es weiterleitet<br />

an die AG<br />

mit Birgit Rothenberg<br />

birgit.rothenberg[at]tu-dortmund.de<br />

Jessica Baeske (jessica.baeske@tu-dortmund.de)<br />

kommt gerne mit<br />

43


Einladung in die Stadt Wetter (Ruhr)<br />

ausgesprochen v. Edelgard Spiegelberg Vors. d. Beirats<br />

für Menschen mit Behinderungen<br />

02335/9792-21 spiegelberg @ frauenheim-wengern.de<br />

Matthias Otto und Britta Möwes<br />

überprüfen, ob in Arnsberg ein<br />

Zukunftsworkshop im Rahmen des<br />

Projektes „Mehr Partizipation wagen!”<br />

durchgeführt werden kann.<br />

Besonders soll das Thema Tandem zwischen<br />

Politikern und Menschen mit anderen<br />

Lernmöglichkeiten im Blick gehalten werden.<br />

Einladung zum Besuch im Landtag NRW für eine<br />

Gruppe bis zu 60 Personen<br />

Kontakt: Manuela.Grochowiak-Schmieding @ Landtag.nrw.de<br />

martin.siehoff @ creativbase.de<br />

44


Ergebnis<br />

• Verständliche Sprache in Wort und Schrift<br />

Die persönlichen Rückmeldungen zum Workshop waren durchweg<br />

positiv. Die Möglichkeit des gemeinsamen Austausches<br />

wurde hierbei besonders hervorgehoben. Einige Teilnehmer_<br />

innen haben zurückgemeldet, dass sie diesbezüglich<br />

zuvor skeptisch gewesen seien, aufgrund der unterschiedlichen<br />

Rollen und des zum größten Teil untereinander<br />

nicht bekannt seins. Die zuvor gemeinsam vereinbarte Notwendigkeit<br />

des guten Zuhörens und des verständlichen<br />

Auszudrückens wurde als hilfreich erachtet.<br />

• Ergebnisorientiertes Arbeiten<br />

Es konnten ganz konkrete Vereinbarungen getroffen werden<br />

– siehe vereinbarte Tickets –<br />

• Alle kommen zu Wort<br />

Dies konnte durch die Methode immer reihum mit entsprechender<br />

Aufmunterung zur Beteiligung aus meiner Sicht zu<br />

90% erreicht werden.<br />

45


• Theorietransfer<br />

Marcus Windisch hat die Ergebnisse aus der Forschung lebhaft<br />

vermittelt. Sein vorheriger konkreter beruflicher Bezug im<br />

Zentrum für Planung und Evaluation der UNI Siegen war dabei<br />

sehr hilfreich.<br />

• Praxistransfer<br />

Die Chiccos haben bereits Erreichtes und zukünftig Notwendiges<br />

im Vorfeld gut vorbereitet, sodass sie entsprechend<br />

ruhig und verständlich die Praxis ihrer People First Gruppe<br />

vermitteln konnten.<br />

Analyse des erzielten Ergebnisses<br />

Der Austausch zwischen den Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten,<br />

der Politik und Verwaltung etc. ist möglich und<br />

für ein gegenseitiges Verständnis dringend erforderlich.<br />

Fast unisono war das Ergebnis zur Teilhabechance der<br />

Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten: Es wird meist über<br />

sie und für sie stellvertretend gesprochen, wobei letzteres<br />

de facto unmöglich ist. Ferner wurde aber auch die zu wenige<br />

Bereitschaft der politischen Teilhabe der Menschen mit<br />

anderen Lernmöglichkeiten von Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten<br />

kritisiert.<br />

46


Im Einzelnen<br />

• Vielerorts gibt es noch keine entwickelten Formen und<br />

Strukturen einer politischen Interessenvertretung von<br />

Menschen mit Behinderungen/chronischen Erkrankungen.<br />

• Es fehlen Informationen zu Parteien, Parteiprogrammen<br />

und politischen Themen in Brailleschrift, Leichter Sprache<br />

oder Gebärdensprache.<br />

• Oftmals ist es aufgrund fehlender Untertitel, Gebärdensprachdolmetscher<br />

oder Texte in Leichter Sprache Menschen<br />

mit Behinderung nicht möglich politische Debatten,<br />

Sitzungen zu verfolgen.<br />

Forderungen<br />

• Advokatorische Assistenz für einen Teil der Personenkreise<br />

(Assistent hat eine Dolmetscher-, keine Stellvertreterfunktion)<br />

• Politische Bildung und leichte Sprache als Möglichkeiten,<br />

advokatorische Assistenz auf ein Minimum zu reduzieren<br />

• Die formalen Mitbestimmungsrechte der Interessenvertretungen<br />

sind zu erweitern<br />

• Die Kommunen müssen erkennen, dass die Unterstützung<br />

kommunaler Interessenvertretungen (Ressourcen, und<br />

Assistenzleistungen) unbedingt notwendig ist.<br />

Herausarbeiten weiterer Verfahrensschritte<br />

Gerade im Hinblick der Tickets bin ich aufgefordert die<br />

Umsetzung der hier zu erfolgten Arbeitsschritte nachzuhalten.<br />

Dokumentation des Diskussionsverlaufs<br />

Setzt sich aus dem zeitgenauen Zeitablaufplan und den hier<br />

vorab fixierten Inhalten, der permanenten Sicherung der<br />

Inhalte durch die Reporterinnen (wurden abfotografiert)<br />

und den Tickets zusammen. Die Tickets wurden im Plenum<br />

personalisiert vorgestellt, meint dass die jeweiligen Beteiligten<br />

von der Moderatorin direkt angesprochen wurden.<br />

47


48


<strong>Gemeinsam</strong><br />

<strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!<br />

KÜNSTLERstammtisch<br />

ChiccoART<br />

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds<br />

www.ksl-arnsberg.de


KÜNSTLERstammtisch ChiccoART<br />

Der Workshop wurde initiiert von Andreas Tintrup,<br />

Bernd Dettmer als Mitgründer des KÜNSTLERstammtisches<br />

ChiccoART.<br />

Konzipiert und umgesetzt wurde der Workshop von<br />

Britta Posner, Heilerziehungspflegerin, Projektassistentin<br />

des KSL Arnsberg und Valentina Schwab, pädagogische Mitarbeiterin<br />

im Ambulant Unterstützten Wohnen von MOBILE e.V.<br />

und Mitwirkende des KÜNSTLERstammtisches ChiccoART.<br />

Vorbereitung<br />

Der KÜNSTLERstammtisch ChiccoART besteht seit 2011<br />

als niederschwelliges Angebot, offener Treff (und das meint<br />

wirklich offen, im Sinne eines Angebotes für Jedermann<br />

und Jederfrau, jeden Alters und jeder Herkunft, Nachbarn,<br />

Familien, Kindern), auch Gäste und Interessierte sind<br />

willkommen. Er bietet Raum für kreatives und künstlerisches<br />

Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien oder zum<br />

Austausch.<br />

Der KÜNSTLERstammtisch ChiccoART trifft sich ca. alle<br />

14 Tage im Depot, einem Kunst- und Kulturzentrum in<br />

Dortmund, verankert ist der konzeptionelle Leitgedanke in<br />

Artikel 30 Absatz 1 der UN-BRK, der die Teilhabe am<br />

kulturellen Leben regelt.<br />

Der leitende konzeptionelle Begriff des KÜNSTLERstammtisches<br />

ChiccoART ist anders in den Ausdruck gehen zu<br />

können als über Sprache oder Schrift, handlungsfähig<br />

zu sein, zu bleiben und/oder zu werden.<br />

Neben der Stärkung von Selbstwert und sozialen Kompetenzen<br />

sowie der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, verfolgt<br />

der KÜNSTLERTstammtisch ChiccoART die Zielsetzung der<br />

Entdeckung und Förderung eigener und fremder Begabungen,<br />

50


die Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt und das<br />

inklusive Zusammensein.<br />

Materialien zu Anschauung des KÜNSTLERstammtisches<br />

ChiccoART:<br />

Im Rahmen des Workshops konnte<br />

der KÜNSTLERstammtisch<br />

ChiccoART sich und seine Arbeitsweise<br />

vor<strong>stellen</strong>.<br />

Diese Darstellung der Vielfalt im<br />

kreativen Ausdruck sollte sich in<br />

den geplanten Arbeitseinheiten<br />

unter dem Motto „Vielfalt genießen“<br />

widerspiegeln. Dieses Thema<br />

haben wir experimentell angelegt,<br />

jede/r Teilnehmende kann sich<br />

frei ausleben.<br />

Wir haben den Workshop in zwei Arbeitseinheiten angelegt,<br />

in einem ersten Arbeitsschritt wollten wir mit diversen<br />

Materialien eigene Pralinenkreationen gestalten. Dafür haben<br />

wir eine Auswahl an Materialien mitgebracht. Im zweiten<br />

Teil wollten wir die selbstkreierten Stücke probieren die<br />

Geschmackserlebnisse aufs Papier zu bringen.<br />

51


Um der Leitidee des KÜNSTLERstammtisches ChiccoART<br />

gerecht zu werden verstehen sich alle Ideen zu den Work-<br />

shopeinheiten als Angebot.<br />

Ebenso waren alle Anwesenden der Auftaktveranstaltung<br />

eingeladen vorbeizuschauen und sich ein Bild von der Arbeit<br />

des KÜNSTLERstammtisches ChiccoART zu machen, unsere<br />

Tür war offen.<br />

Genutzte Materialien:<br />

Unterschiedliche Pralinenformen / Diverse Schokoladen /<br />

Nüsse / Diverse Gewürze, Blüten, Kräuter<br />

Ziel war es, mal anders in den Ausdruck gehen zu können<br />

als über die Sprache oder das Schreiben, der KÜNSTLERstammtisch<br />

ChiccoART ist hier beispielgebend.<br />

Hierzu waren alle Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung<br />

herzlich eingeladen um zum Thema Inklusion künstlerisch<br />

einen Beitrag zu leisten.<br />

Das Symbol Inklusion steht unter anderem für<br />

Vielfalt und sollte als Anreiz, als eine Anregung<br />

für die Herstellung unterschiedlichster Pralinenkreationen<br />

mit Zutaten aus aller Welt dienen.<br />

52


Durchführung:<br />

Der Workshop wurde durchgeführt von Britta Posner (Heilerziehungspflegerin,<br />

Projektassistentin im KSL Arnsberg) und<br />

Valentina Schwab (pädagogische Mitarbeiterin im Ambulant<br />

Unterstützten Wohnen von Mobile e.V. Dortmund)<br />

Vom KÜNSTLERstammtisch ChiccoArt konnten wir drei aktiv<br />

künstlerisch Tätige, Andre Hoolt, Jasmin Sterzenbach und<br />

Doris Hahn, für unseren Workshop gewinnen.<br />

Dazu wurde der Workshop durch drei weitere Teilnehmende<br />

und eine Assistenzkraft bereichert.<br />

Den ersten Teil des Workshops haben wir wie geplant durchführen<br />

können.<br />

Den zweiten Teil haben wir bedarfsorientiert umgestaltet.<br />

Die gemeinsame Zeit wurde nach Abstimmung mit allen<br />

Teilnehmenden dazu genutzt in den Austausch zu und über<br />

die individuellen und strukturellen Problemlagen der Teilhabe<br />

am kulturellen Leben zu kommen.<br />

Dabei wurde in entspannter Atmosphäre von der Arbeit des<br />

KÜNSTLERstammtisches ChiccoART berichtet, es bot sich viel<br />

Raum für Austausch mit Teilnehmenden über Angebote dort<br />

vor Ort und die Schwierigkeiten bei der Zugänglichkeit vieler<br />

Angebote.<br />

Insbesondere die Räumlichkeiten inkl. Toiletten, Öffentliche<br />

Gebäude, wie Schwimmbäder, Theater, Kino, die Berücksichtigung<br />

von Notausgängen, die Möglichkeit zur Übersetzung<br />

in Gebärdensprache oder Audiodiskription bei Kino, Theater,<br />

etc., der Ausbau des ÖPNV zur Erreichbarkeit kultureller<br />

Angebote, sowie unkomplizierte Beantragung und finanzielle<br />

Mittel für Assistenz auch für den Lebensbereich Freizeit waren<br />

bei diesem Austausch die zentralen – und auch leider in allen<br />

Regionen gleichen – Themen.<br />

53


Ergebnis:<br />

Im Rahmen des Plenums konnten die Diskussionsergebnisse<br />

anhand der Tickets dargestellt werden. Ganz allgemein wurde<br />

deutlich, dass der Lebensbereich, Freizeit und die Teilhabe<br />

an kulturellen Leben häufig nicht mitgedacht wird. Daraus<br />

sind die Wünsche und Forderungen auf den folgenden<br />

Tickets entstanden:<br />

umfassende Nutzbarkeit<br />

ÖPNV in Theorie & Praxis<br />

finanzielle Mittel<br />

für Assistenz<br />

54<br />

barrierefreie Toiletten<br />

(erreichbar!)<br />

Kino, Disco, Bars...<br />

erreichbar + zugänglich<br />

spezielle Schulungen für<br />

Personal<br />

(-> Freizeitvereine)


Räume für Veranstaltungen fehlen<br />

-> müssen da sein!<br />

unkomplizierte Beantragung<br />

von Unterstützung<br />

umfassende Übersetzung<br />

von Kinofilmen und Theater<br />

Die Vielfalt der Inklusion konnte in Form der Pralinenkreationen<br />

dargestellt und für alle Teilnehmenden der Veranstaltung beim<br />

Buffet zur Kaffeepause zugänglich gemacht werden.<br />

Darüber hinaus gab es für die Referenten als kleines „Giveaway“,<br />

ein Tütchen mit Pralinen zur Tasse des KSL Arnsberg.<br />

Fazit: Eine interessante Erfahrung!<br />

55


56


Vorbereitende Aktivitäten<br />

Bewerbung der Veranstaltung (Öffentlichkeitsarbeit)<br />

Das Motto der Veranstaltung lautete „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong><br />

<strong>stellen</strong>“. Passend hierzu diente der Bürgerbahnhof Arnsberg<br />

als Veranstaltungsort. Das Motto beschreibt, dass wir mit<br />

allen Akteuren gemeinsam einen Richtungswechsel erwirken<br />

möchten hin zu einer inklusiven Gesellschaft und Teilhabe<br />

von Menschen mit Behinderung.<br />

Die Öffentlichkeitsmaterialien wurden entsprechend gestaltet<br />

und weisen als Wiedererkennungsmerkmal die Darstellung<br />

der <strong>Weichen</strong> auf. Hierzu zählen Flyer des Kompetenzzentrums<br />

sowie ein Display, welches als Hintergrund für die Bühne<br />

genutzt wurde. Für die Gestaltung der Materialen wurde ein<br />

Grafikdesigner herangezogen. Des Weiteren wurden als<br />

Give-Aways Kugelschreiber mit den Kontaktdaten, ein Notizblock<br />

sowie eine Baumwolltasche mit der Tagungsmappe<br />

ausgegeben.<br />

„<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>“ wird über die Auftaktveranstaltung<br />

hinaus als Leitmotiv für die Arbeit des Kompetenzzentrums<br />

für den Regierungsbezirk Arnsberg genutzt.<br />

Im Januar 2017 wurden Vormerkungen für den Termin<br />

verschickt („Save-the-Date“), Anfang Februar Einladungen<br />

mit den geplanten Inhalten der Workshops. Bereits zuvor<br />

war auf von uns besuchten Veranstaltungen in den dortigen<br />

Gesprächen unsere für März 2017 angesetzte Veranstaltung<br />

regelmäßig Thema.<br />

Sowohl Vormerkungen als auch Einladungen wurden ausschließlich<br />

per E-Mail verschickt. Grundlage war der ohnehin<br />

bestehende Mail-Verteiler, der an einigen Stellen für die<br />

Veranstaltung gezielt erweitert wurde.<br />

57


Dies geschah jeweils themenbezogen, und zwar bereits in<br />

den Monaten vor der Veranstaltung.<br />

Die angesprochenen Gruppen ergaben sich aus den Themen<br />

der Workshops und reichten von Beratungs<strong>stellen</strong> für<br />

Menschen mit Behinderungen über Einrichtungen für Frauen<br />

und Verantwortliche aus Sozialwesen und Wohnungsbau<br />

(-politik) bis zu Verantwortlichen der Kommunalverwaltung.<br />

Unterstützungsbedarfe, vor allem Bedarfe an Dolmetscherleistungen<br />

wurden im Anmeldebogen abgefragt. Der Anmeldeschluss<br />

wurde im Hinblick auf Stornierungsfristen<br />

für Dolmetscherleistungen festgelegt. Eine Dolmetscherin<br />

hat die Veranstaltung im Plenum durchgängig in Leichte<br />

Sprache übersetzt und war in einem der Workshops<br />

anwesend.<br />

Kurz vor Anmeldeschluss wurde nochmals eine Mail mit<br />

Hinweis auf die Veranstaltung verschickt, um einige bis dahin<br />

freie Plätze noch zu belegen. Im Ergebnis mussten wir<br />

Menschen, die sich kurz vor und zum Teil auch noch nach<br />

dem gesetzten Anmeldeschluss zur Veranstaltung anmelden<br />

wollten, aus Mangel an Kapazität auf mögliche Folgeveranstaltungen<br />

vertrösten.<br />

Anmeldungen wurden in Tabellendokumenten erfasst, samt<br />

präferiertem Workshop und Unterstützungsbedarf.<br />

Die endgültige Zuordnung erfolgte nach Anmeldeschluss<br />

möglichst entsprechend der auf dem Anmeldeformular<br />

geäußerten Wünsche, in Einzelfällen aufgrund räumlicher<br />

Gegebenheiten auch abweichend. Die Zuordnung zum<br />

Workshop fand sich auf der Liste der Teilnehmenden am<br />

Einlass sowie in der Gestaltung des Namensschildes wieder.<br />

Während der Veranstaltung waren allerdings tatsächlich<br />

Aufteilungen auf die einzelnen Workshops zu beobachten,<br />

die von den vorher geplanten Zuordnungen abwich.<br />

58


Lokalzeitungen im Regierungsbezirk Arnsberg wurden sowohl<br />

im Vorfeld mittels „Save the Date“ und Einladung auf die<br />

Veranstaltung hingewiesen, als auch im Nachgang mit einer<br />

Pressemitteilung über Ablauf und grobe Inhalte informiert<br />

(Presseartikel dazu siehe im Anhang).<br />

Veranstaltungsort, Technik, Logistik und Verpflegung<br />

Bei der Wahl des Veranstaltungsortes waren sowohl die<br />

Zentralität im Regierungsbezirk, die barrierefreie Nutzbarkeit<br />

und nicht zuletzt die Symbolik im Hinblick auf das Motto<br />

der Veranstaltung „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>“ ausschlaggebend.<br />

Der Veranstaltungsort musste auch die Kapazität bieten,<br />

sich sowohl im Plenum als auch in verschiedenen Kleingruppen<br />

treffen zu können und eine möglichst barrierefreie<br />

Gestaltung zu ermöglichen.<br />

Mit dem Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg wurde zudem<br />

ein Ort gewählt, der von der Selbsthilfe im Kreis Arnsberg<br />

betrieben und genutzt wird.<br />

59


Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dort<br />

problemlos möglich.<br />

Die Vielzahl der Räume und die verfügbare Technik erlaubte<br />

den Einsatz einer Simultandolmetscherin. Bei Bedarf wäre<br />

auch der Einsatz von Gebärdensprach- und Schriftdolmetschende<br />

möglich gewesen.<br />

Durch das große Entgegenkommen der Mitarbeitenden,<br />

die uns einen kompletten Gebäudetrakt zur Verfügung stellten<br />

und diesen für externen Publikumsverkehr sperrten, wurde<br />

uns die reibungslose Durchführung der Veranstaltung<br />

ermöglicht.<br />

Für die Verpflegung wurde das Angebot eines ortsansässigen<br />

Caterers genutzt.<br />

Sicherstellung der Barrierefreiheit<br />

Grundlage für die barrierefreie Gestaltung der Veranstaltung<br />

war die Berücksichtigung des Unterstützungsbedarfs der<br />

Mitarbeitenden des KSL sowie der Teilnehmenden.<br />

Zur Sicherstellung der Barrierefreiheit wurden folgende<br />

Vorkehrungen getroffen:<br />

• Abfrage entsprechender Unterstützungsbedarfe im Rahmen<br />

der Anmeldung.<br />

• Vorabbuchung von Gebärden- und Schriftdolmetschenden<br />

sowie einer Simultandolmetscherin für verständliche<br />

Sprache.<br />

• Unter Berücksichtigung der jeweiligen Stornofristen wurde<br />

die Anmeldefrist für die Veranstaltung gesetzt.<br />

60


• Es wurde eine Sitzordnung im Plenum gewählt, die Rollstuhlnutzenden<br />

ermöglichte ihren Platz selbst auszuwählen.<br />

• Zur Sicherstellung der Qualität der Dolmetschenden wurden<br />

Grußworte, etc. im Vorfeld zur Verfügung gestellt.<br />

• Das Vorhandensein einer FM Anlage am Veranstaltungsort<br />

wurde sichergestellt.<br />

• Für die Simultandolmetscherin wurde eine entsprechende<br />

Veranstaltungstechnik gemietet.<br />

• Für die Bühne wurde vom Behindertenbeauftragten<br />

des Kreises Arnsberg eine Rollrampe angemietet.<br />

• Bei Bedarf wurden den Teilnehmenden die Tagungsmaterialien<br />

in Großschrift zur Verfügung gestellt.<br />

• Für den Mittagsimbiss wurden hohe und niedrige Tische<br />

mit flexibler Bestuhlung eingerichtet.<br />

Die Veranstaltung wurde unter Nutzung der FM-Anlage und<br />

einer Simultandolmetscherin durchgeführt. Eine umfassende<br />

Beschilderung diente als Orientierungshilfe. Ein engagiertes<br />

Helferteam sorgte dafür, dass die Veranstaltung reibungslos<br />

ablief und insbesondere die Teilnehmenden in den Pausen<br />

und Übergangszeiten die benötigte Unterstützung erhielten.<br />

61


62<br />

Materialien


Layout<br />

Der Sichtbarmachung eines gedanklichen Bildes zum<br />

Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk<br />

Arnsberg, im Sinne eines tatsächlichen Entwurfs,<br />

ging ein Diskussionsprozess aller Mitarbeiter_innen des<br />

Kompetenzzentrums und dem Träger MOBILE Selbstbestimmtes<br />

Leben Behinderter e.V. voraus.<br />

Dieser Diskussionsprozess war u.a. ausgerichtet an den<br />

Zielen der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben<br />

in NRW:<br />

• Menschen stärken – Empowerment der Betroffenen<br />

• Strukturen vernetzen – Schaffung tragfähiger Netzwerkund<br />

Angebotsstrukturen<br />

• Lösungen entwickeln – Missstände aufzeigen und in der<br />

UN-Behindertenrechtskonvention bekämpfen<br />

• Wissen und Information vermitteln – Umdenken im Sinne<br />

der UN-Behindertenrechtskonvention anstoßen<br />

• Partizipation ermöglichen – Stärkung und Qualifizierung<br />

der Interessenvertretung<br />

• Bewusstsein schaffen – Steigerung der gesellschaftlichen<br />

Akzeptanz von Inklusion und Selbstbestimmung<br />

• Rechte sichern – Menschenrecht auf Inklusion einfordern<br />

Der von allen im Prozess dann getragene Leitgedanke:<br />

„<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>“ wurde mit dem Grafiker<br />

Uwe Blech – ESSIGFABRIK Event- und Werbeagentur GmbH,<br />

Siegburger Str. 110, 50679 Köln – und 2 Mitarbeitern<br />

des Kompetenzzentrums weiterentwickelt.<br />

63


Folgende Kriterien waren hierbei maßgeblich:<br />

• Eine verständliche für die unterschiedlichste Veranstaltungsformen<br />

nutzbare bildliche Darstellung<br />

• Eine barrierefreie Darstellung<br />

• Eine attraktive Herstellung von Produkten, die über die<br />

Veranstaltung hinaus nachhaltig genutzt werden können<br />

• Ein einheitliches Erscheinungsbild der Produkte laut den<br />

für die Arbeit aller Kompetenzzentren Selbstbestimmt<br />

Leben geltenden Richtlinien (für graphische und textliche<br />

Gestaltung)<br />

• Eine wirtschaftliche Herstellung im Sinne der zur Verfügung<br />

stehenden und klar definierten maßnahmebezogenen<br />

Sachkosten<br />

Materialien<br />

Folgende Materialien haben die Auftaktveranstaltung<br />

unterstützt:<br />

• Einladungen<br />

- Hier wurde u. a. der behinderungsspezifische individuelle<br />

Bedarf frühzeitig abgefragt, um z.B. Gebärdensprach –<br />

bzw. Schriftdolmetscher_innen und Dolmetscher_innen<br />

für leichte Sprache einplanen zu können oder entsprechende<br />

schriftliche Unterlagen in einfacher Sprache<br />

zu er<strong>stellen</strong>.<br />

Den Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten wurden<br />

sämtliche Unterlagen zu dem für sie speziell konzipierten<br />

Workshop: Politische Partizipation – Wie geht das?<br />

frühzeitig in Einfacher Sprache zur Verfügung gestellt,<br />

um sich selbst oder ggfls. mit Unterstützung auf diesen<br />

Workshop vorbereiten zu können<br />

• Save the date per E-Mail<br />

- Zum Zweck der nachhaltigen Erinnerung<br />

64


• Großformatige Veranstaltungs- und Ablaufplakate<br />

- Diese wurden erstellt, um den Veranstaltungsort für den<br />

Veranstaltungstag eine entsprechende Präsenz der Anwesenden<br />

und des Mottos „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>“<br />

zu reklamieren. Ferner haben diese Plakate im Eingangsbereich<br />

die Möglichkeit eines schnellen Überblicks zum<br />

Ablauf der Veranstaltung geboten.<br />

• T-Shirts<br />

Alle KSL Mitarbeitende sowie die Veranstaltungsassistenz<br />

waren durch das Tragen des KSL Arnsberg T-Shirts<br />

identifizierbar<br />

• Namenschilder<br />

- Die Namenschilder der Teilnehmenden waren entsprechend<br />

farbig den Workshops zugeordnet<br />

• Workshop-Plakate<br />

- Die Workshop-Plakate mit entsprechender farblicher<br />

Zuordnung entsprechend der Namensschilder haben den<br />

Weg zu den Räumlichkeiten der Workshops gewiesen<br />

• Tagungstasche mit folgendem Inhalt<br />

- Tagungsmappe mit folgendem Inhalt<br />

· Flyer des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben<br />

für den Regierungsbezirk Arnsberg in Allgemeiner<br />

Sprache<br />

· Broschüre des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt<br />

Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg in Einfacher<br />

Sprache<br />

· Info des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben für<br />

den Regierungsbezirk Arnsberg in Punktschrift<br />

· Übersicht zu den Workshops<br />

· Programmablaufplan<br />

· Schreibblöcke<br />

· Kugelschreiber<br />

· Feedbackbögen<br />

· Teilnahmebestätigung<br />

65


• Messedisplay<br />

- Das Messedisplay in der Größe von 3 x 2 Meter hat durch<br />

seine Farbgebung zum einen der Bühne und somit den<br />

darauf agierenden Personen einen ruhigen und wohltuend<br />

warmen Hintergrund verliehen.<br />

Zum anderen bot der Einsatz der Messewand die Möglichkeit<br />

alle Ideen und Informationen schnell, funktionell<br />

und professionell für alle sichtbar präsentieren zu können.<br />

• Tickets<br />

- Die Tickets – Fahrkarten, ausgestellt mit den Merkmalen:<br />

Wo geht es hin? Mit wem? Mit welchem Ziel? – haben<br />

in den Workshops entsprechende Ergebnisse aufgenommen,<br />

die im Rahmen der Präsentation ihren Platz auf<br />

der Messewand gefunden haben und der Moderatorin<br />

als Moderationskarten dienten.<br />

• Kaffeebecher<br />

- Diese wurden als besondere Erinnerungsstücke an<br />

ausgesuchte Persönlichkeiten im Rahmen der Veranstaltung<br />

weitergereicht. Verbunden mit der Hoffnung<br />

dem Motto des „<strong>Gemeinsam</strong>en <strong>Weichen</strong><strong>stellen</strong>s“ Nachdruck<br />

zu verleihen, aber gleichzeitig als Dankeschön<br />

für die konstruktive Zusammenarbeit, die zum Gelingen<br />

der Veranstaltung beigetragen hat.<br />

• Schaffnerinnenmütze und Trillerpfeife<br />

- Insignien der Moderation dienten dazu im Plenum<br />

Aufmerksamkeit herzu<strong>stellen</strong>.<br />

66


Pressemitteilung<br />

Inklusion nimmt Fahrt auf<br />

Am 23.03.2017 hat das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt<br />

Leben für den Regierungsbezirk Arnsberg (KSL Arnsberg)<br />

im Bürgerzentrum Bahnhof Arnsberg seinen ersten Fachtag<br />

durchgeführt.<br />

Grußworte sprachen der Leitende Ministerialrat<br />

Herr Roland Borosch vom Landessozialministerium NRW,<br />

Herr Thomas Sommer von der Bezirksregierung Arnsberg<br />

sowie Dr. Birgit Rothenberg vom Trägerverein MOBILE –<br />

Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.<br />

Herr Borosch unterstrich deutlich: „Inklusion ist nicht nur<br />

eine gute Idee, sondern ein Menschenrecht. Inklusion<br />

bedeutet, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt<br />

oder an den Rand gedrängt werden darf.“<br />

Herr Sommer bekräftigte die Zusammenarbeit mit dem<br />

KSL Arnsberg auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.<br />

Frau Dr. Birgit Rothenberg begrüßte die Chance, die das Land<br />

NRW der Idee des Selbstbestimmt Leben mit der Förderung<br />

der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben gibt.<br />

Zuvor hatte Frau Petra Vorwerk-Rosendahl von der Geschäftsstelle<br />

Engagementförderung die Anwesenden begrüßt.<br />

Mehr als hundert Teilnehmende haben unter dem Motto<br />

„<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong> <strong>stellen</strong>!“ miteinander Ziele vereinbart,<br />

um auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft „mutig voranzustreiten“.<br />

Im Mittelpunkt verschiedener Workshops standen dabei<br />

sowohl Themen wie Beratungsstrukturen zu allgemeinen<br />

gesetzlichen Ansprüchen behinderter Menschen sowie<br />

67


MITTWOCH | 29. MÄRZ 2017 PARA1 | NR.75<br />

ARNSBERG UND SUNDERN<br />

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onWahlplaka-<br />

GUTEN MORGEN<br />

wünscht<br />

Torsten Koch<br />

Aufkleber<br />

Einige Mitmenschen „verschönern“<br />

ihre Automobilegerne mit<br />

einer Vielzahlvon mehr oder weniger<br />

sinnhaften Aufklebern. Auf<br />

dem Boliden an der Ampel zur<br />

Neheimer Autobahn-Auffahrt<br />

prangte der Spruch„Wersprechen<br />

kann –dem wird auchgeholfen!“<br />

Nun, ichkann sprechen –und<br />

hättegerne geholfen, hätteich<br />

dochmit dem Fahrzeughalter besprechen<br />

können, dass sein Auto<br />

dringend einen Tripp durch die<br />

Waschanlage benötigt. Oder,dass<br />

der Buchstabe „A“amHeckkurz<br />

vordem Absprung war, was aus<br />

seinem „Almera“ einen „Almer“<br />

machen würde. Dochdie Ampel<br />

wurdegrün–und er brauste<br />

davon. Manche Dinge bleiben<br />

eben unausgesprochen...<br />

KOMPAKT<br />

PARA1 | NR.75<br />

<strong>Weichen</strong> für<br />

dieInklusion<br />

sind gestellt<br />

B<br />

Reinigung des<br />

Solebeckens im Nass<br />

Hüsten. Im Freizeitbad Nass in<br />

Morgen Übermorgen<br />

9° 8°<br />

9° 13° 18° 20°<br />

Fachtag in Arnsberg<br />

vereinbart Zielsetzung<br />

VonTorsten Koch<br />

Arnsberg. Inklusion ist ein Menschenrecht<br />

–und die <strong>Weichen</strong> für die<br />

Inklusion im gesamten Regierungsbezirk<br />

wurden jetzt in Arnsberg gestellt:<br />

Über 100 Teilnehmer versammelten<br />

sich am Wochenende im Kulturzentrum<br />

Bürgerbahnhof, um<br />

während eines Fachtages unter dem<br />

Motto „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong><br />

<strong>stellen</strong>“ Ziele zu vereinbaren und<br />

„auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft<br />

mutig voran zu streiten“.<br />

Gastgeber waren Bezirksregierung<br />

Arnsberg und „Kompetenzzentrum<br />

Selbstbestimmt Leben für den Regierungsbezirk<br />

Arnsberg“ (KSL).<br />

Förderung durch das Land NRW<br />

Das KSL Arnsberg wird als Teil des<br />

Aktionsplanes der NRW-Regierung<br />

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention<br />

(„nrw inklusiv“)<br />

mit Mitteln des Landes NRW<br />

sowie des Europäischen Sozialfonds<br />

finanziert. Alle inhaltlich verantwortlichen<br />

Mitarbeitenden des KSL<br />

leben mit eigener Behinderungserfahrung.<br />

Als Hauptaufgabe sehen sie<br />

Anstoß und Begleitung von gesellschaftlichen<br />

Veränderungen, die das<br />

Ziel der Inklusion verfolgen.<br />

Der Grundstein dazu wurde nun<br />

in Arnsberg gelegt: In verschiedenen<br />

Workshops wurden Beratungsstrukturen<br />

zu allgemeinen gesetzlichen<br />

Ansprüchen behinderter Menschen,<br />

frauenspezifische Themen, politische<br />

Mitbestimmungsmöglichkeiten<br />

für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten,<br />

nutzbarer Wohnraum<br />

und kreative Ausdrucksmöglichkeiten<br />

ausführlich erörtert.<br />

„Vor allem Menschen mit anderen<br />

Lernmöglichkeiten werden in der<br />

Praxis meist vergessen. Dabei ist gerade<br />

diese Gruppe ein Prüfstein, um<br />

Inklusion für alle zu testen“, so Projektleiter<br />

Andreas Tintrup.<br />

i<br />

Einbrecher ziehen<br />

wieder ab<br />

Arnsberg. In der Arnsberger Hüserstraße<br />

versuchtenunbekannte<br />

Täter, in ein Mehrfamilienhaus einzubrechen.<br />

Eine Bewohnerin wurde<br />

am Montagmorgen gegen 2.15<br />

Uhr vonverdächtigen Geräuschen<br />

geweckt.Obdiese Geräusche mit<br />

dem Einbruchsversuch zusammenhängen,<br />

dasist derzeit nochunklar,dadie<br />

Frau erst am nächsten<br />

Morgen die Einbruchspurenentdeckte.<br />

Hinweiseandie Polizeiin<br />

Arnsbergunter 02932-90200.<br />

WeitereInformationen unter<br />

www.ksl-arnsberg.de<br />

Hüstenwerden am Montag, 3.<br />

April, die SolebeckenimSaunaundBadbereichgründlichgereinigt.<br />

Daher stehen die beiden SolebeckenamMontag<br />

undnicht zur<br />

Verfügung. Da dasWasser ausden<br />

Beckenkomplett abgelassen werden<br />

muss,ist damit zu rechnen,<br />

dass die reguläre Wassertemperatur<br />

am Dienstagnochnicht wieder<br />

erreicht istund somit dasWasser<br />

etwas kühler istals sonstüblich.<br />

Mehr als 100 Teilnehmer tagten im Kulturzentrum<br />

Bürgerbahnhof. FOTO: PRIVAT<br />

Bahnübergang in<br />

Hüsten wird gesperrt<br />

Hüsten. Der Bahnübergang Hüsten<br />

Grüne: Einkauf und<br />

Digitalisierung<br />

wird vomkommenden Dienstag, 4.<br />

April, 22 Uhr,bis Mittwoch, 5. April,<br />

5Uhr,aufgrund vonReparaturarbeiten<br />

voll gesperrt. Eine Umleitungüber<br />

die Von-Lilien-Straße<br />

wird eingerichtet.<br />

Arnsberg. Die Digitalisierung schreitet<br />

auch beim Einkauf voran. Was<br />

hat das für Folgen für Arnsberg und<br />

das68<br />

Sauerland? Kann ein Konzept<br />

wie das Onlineportal „Hofladen<br />

VonAchim Gieseke<br />

zu frauenspezifischen Themen, als auch politische<br />

Mitbestimmungsmöglichkeiten für Menschen mit anderen<br />

Arnsberg. Die heimischen Parteien<br />

Lernmöglichkeiten, nutzbarer Wohnraum und kreative<br />

stehen in den Startlöchern, um in<br />

die heiße Wahlkampfphase einzusteigen:<br />

am 14. Mai wird der nordrhein-westfälische<br />

Landtag gewählt.<br />

Um jedoch Touristen und<br />

Bürgern während der Ostertage<br />

stadtweit den Anblick von Wahlplakaten<br />

zu ersparen, tritt CDU-<br />

Ratsherr Dirk Ufer dafür ein, mit<br />

der Plakatierung erst nach den<br />

Ausdrucksmöglichkeiten.<br />

KUNST-STÜCKCHEN<br />

Drüggelte am Möhnesee wird Pfingsten<br />

erneut Kultur-Magnet. SeiteNachbarschaft<br />

Keine Chance aufplakatfreies Ostern<br />

DerVorschlag desCDU-PolitikersDirkUfer,mit der Wahlplakatierung im<br />

Stadtgebieterst nachden Feiertagen zu beginnen,findetnur wenig Zustimmung<br />

„Vor allem die Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten<br />

werden in der Praxis meistens vergessen. Dabei bildet<br />

gerade diese Gruppe einen Prüfstein, um Inklusion für<br />

alle zu testen, und zwar in allen Lebensbereichen.“, sagt<br />

Andreas Tintrup, Projektleiter des KSL Arnsberg „Das<br />

gegenseitige Kennenlernen der individuellen Bedürfnisse<br />

und Handlungsmotive ermöglicht ein gemeinsames, schlagkräftiges<br />

Vorgehen in Richtung Inklusion. Vernetzung und<br />

Austausch sind hierzu die Schlüsselelemente.“, ergänzt<br />

Dr. Birgit Rothenberg.<br />

Feiertagen zu beginnen. Ein Vorschlag,<br />

der bei den anderen Parteien<br />

überwiegend auf Ablehnung<br />

stößt.<br />

„Mit uns<br />

gibt es<br />

jedenfalls<br />

keinen<br />

Schnellschuss.“<br />

Carlo Cronenberg, FDP-Wahlkampfleiter<br />

und Ratsherr<br />

Für den Vorsitzenden der<br />

Arnsberger Ortsunion Dirk<br />

Ufer ist die Sache klar: „Ich finde,<br />

man sollte auf einen solchen<br />

Feiertag Rücksicht nehmen.“<br />

Denn er persönlich gehe davon<br />

aus, dass sich besonders die vielen<br />

Touristen, die zu Ostern regelmäßig<br />

im gesamten Stadtgebiet anzutreffen<br />

seien, durchaus vonder Plakatierung<br />

gestört fühlen könnten.<br />

„Und dass muss doch nicht sein.“<br />

Aber damit rennt Ufer bei den<br />

sechs Arnsberger Ratsparteien nur<br />

Das KSL Arnsberg wird als Teil des Aktionsplanes der<br />

Landesregierung zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention<br />

(„nrw inklusiv“) mit Mitteln des Landes<br />

Nordrhein-Westfalen sowie des Europäischen Sozialfonds<br />

finanziert. Alle inhaltlich verantwortlichen Mitarbeitenden<br />

des KSL Arnsberg leben mit eigener Behinderungserfahrung.<br />

wenige offene Türen ein. Dieser<br />

Vorschlag, so heißt es häufig, komme<br />

viel zu spät, die Organisation<br />

für die Plakatierung sei bereits angelaufen.<br />

Und schließlich sei es<br />

lang gepflegter Usus, sechs Wochen<br />

vor dem jeweiligen Wahltermin<br />

mit dem Aufhängen der Plakate<br />

zu beginnen.<br />

Vertragliche Bindungen<br />

Zudem weisen viele der Parteien<br />

auf bestehende Verträge mit dem<br />

Wattenscheider Unternehmen<br />

Wesselmann hin, das landesweit<br />

die Installation der Großplakate<br />

übernehme. „Aus der Nummer<br />

kommen wir nicht heraus, denn<br />

schließlich hat die Firma damit<br />

einen dichten Terminkalender,“<br />

Die Aufgabe des KSL Arnsberg liegt im Anstoß und der<br />

Begleitung von gesellschaftlichen Veränderungen, die<br />

das Ziel der Inklusion verfolgen. Im Mittelpunkt steht die<br />

Beteiligung von Menschen mit Behinderung an diesem<br />

Prozess.<br />

sagt FDP-Wahlkampfleiter Carlo<br />

Cronenberg.<br />

Zwar sei der Ufer-Vorschlag eine<br />

gute Idee, doch so etwas müsse<br />

man weit im Vorfeld angehen.<br />

„Wenn man in Zukunft eine solche<br />

Regelung will, dann sollte man darüber<br />

rechtzeitig zum Beispiel im<br />

Ältestenratder Stadt befinden. Mit<br />

STIMMEN<br />

Z<br />

uns gibt es jedenfalls keinen<br />

Schnellschuss.“ In ein ähnliches<br />

Horn stößt die SPD. Deren Stadtverbandsvorsitzender<br />

Tobias Krätzig<br />

sieht jedenfalls „keinen zwingenden<br />

Grund“ für einen späteren<br />

Start der Plakatierung. „Bei der<br />

Landtagswahl vor fünf Jahren war<br />

die zeitliche Konstellation praktisch<br />

identisch, und da hat sich<br />

auchniemandvondenPlakatenim<br />

Stadtbild gestört gefühlt. Außerdem<br />

finde ich nicht, dass wir demokratisches<br />

Handelndenwirtschaft-<br />

lichen Interessen des Tourismus<br />

unterwerfen sollten.“<br />

„Ich würde<br />

das schon<br />

begrüßen.“<br />

Klaus Büenfeld,<br />

CDU-Stadtverbandsvorsitzender<br />

„W ir werden wie geplant das Plakatieren<br />

starten,“ stellt auch Grünen<br />

Ratsfrau und Landtagskandidatin<br />

Verena Verspohl klar.Esgebe<br />

eben Fristen, in denen eine Partei<br />

Z<br />

Ichfühle mich<br />

grundsätzlich<br />

belästigtvon den<br />

Wahlplakaten. Meistens<br />

werden die darauf<br />

angeführten<br />

Wahlversprechungen sowieso<br />

nicht gehalten. Daher halteich<br />

Wahlplakatefür absolut überflüssig.<br />

agiere, um möglichst viele Wähler<br />

für die Stimmabgabezumotivieren<br />

und so zugleich auch für eine möglichst<br />

hohe Wahlbeteiligung zu sorgen.<br />

Zudem dürfe man nicht vergessen,<br />

dass eine solche Plakatierung<br />

nur dank der Unterstützung<br />

vieler ehrenamtlicher Helfer möglich<br />

sei. Und deren zeitlich geplantes<br />

Engagement „kann und will ich<br />

nicht einfach verschieben“.<br />

Kurz und knapp reagiert die örtliche<br />

AfD: „Die anderen können<br />

gerne verschieben, wir ziehen<br />

unsere Strategie durch,“ so deren<br />

Ratsvertreter Jürgen Antoni.<br />

Nur bei überparteilichem Konsens<br />

AufWohlwollen dagegen stößt das<br />

Ansinnen Dirk Ufers bei Union<br />

und Linken. „Ich würde das schon<br />

begrüßen,“ erklärt der Chef des<br />

CDU-Stadtverbandes Klaus Büenfeld.<br />

„Voraussetzung dafür ist jedoch<br />

eine gemeinsame Haltung aller<br />

Parteien, dann wären wir auf jeden<br />

Fall dabei.“ Allerdings sieht er<br />

das Problem nicht in den Großplakaten,<br />

sondern er hält eher die kleinen<br />

„für ein Ärgernis, weil sie oft<br />

abgerissen werden und dann herunterhängen“.<br />

Waswahrlich kein<br />

schöner Anblick sei.<br />

„W ir wollen eigentlich am Sonntag<br />

mit der Plakatierung beginnen,<br />

aber wenn alle diesen Vorschlag<br />

mittragen und überparteilicher<br />

Konsens herrscht, machen wir<br />

mit“. Denn die Gründe für eine solche<br />

Verschiebung, so Werner Ruhnert<br />

als Sprecher der Arnsberger<br />

Linkenseiennachvollziehbar. Nur<br />

Z Teilweise,<br />

aber nicht immer<br />

halteich die<br />

Verwendung von<br />

Wahlplakaten für<br />

sinnvoll.Weilsie<br />

meist,wie die Erfahrung zeigt,<br />

mehr versprechen alsletztlichgeliefertwird.<br />

müsse man sich dann auf ein einheitliches<br />

Datum für den Start der<br />

Plakatierung einigen.<br />

Wasnun wohl erst für die nächste<br />

Wahl möglich sein wird.<br />

Behördliches Ermessen<br />

starkeingeschränkt<br />

Großflächenplakate werden<br />

in der Regel vomBundes- oder<br />

Landesverband der jeweiligen<br />

Partei hergestellt.<br />

Ab ca.sechs Wochen vorder<br />

Wahl werden die Stellwände vor<br />

allem an Ausfallstraßenundauf<br />

großen Plätzen aufgestellt.<br />

DasPlakatieren im öffentlichen<br />

Raum bedarfder Sondernutzungserlaubnis.<br />

Die Bedeutung von Wahlen<br />

füreinen demokratischen Staat<br />

undder Parteien schränkendas<br />

behördliche Ermessen bei der<br />

Entscheidung über die Erlaubnis<br />

zum Auf<strong>stellen</strong> vonWahlplakatendurch<br />

Parteien so stark ein,<br />

dass im Regelfall ein Anspruch<br />

einer Partei auf Erlaubnis besteht.<br />

VonTorsten Koch<br />

Weitere Informationen unter http://www.ksl-arnsberg.de.<br />

Ichbin inzwischen<br />

in<br />

einem Alter, in dem<br />

ichmichinder Politikgut<br />

auskenne.<br />

Aber fürjunge Leute<br />

könnten die Wahlplakateschon informativund<br />

damit bedeutsam<br />

sein.<br />

Barbara Beste, Arnsberg<br />

Wahlplakate sollen nach Ansicht von Dirk Ufer (CDU) während der Ostertage den Blick auf die Schönheiten der Stadt<br />

Arnsberg nicht ver<strong>stellen</strong>. Ein Vorschlag, der jedoch keine Mehrheit findet. ARCHIVFOTO: TED JONES<br />

Anne Edes, Sundern<br />

Klaus Frigger, Arnsberg<br />

„Ich kann<br />

und will<br />

nicht<br />

einfach<br />

verschieben.“<br />

Verena Verspohl, Ratsfrau und<br />

Landtagskandidatin der Grünen<br />

Eine selektive Genehmigung<br />

füreinzelne Parteien ist unzulässig.<br />

B<br />

<strong>Weichen</strong> für<br />

dieInklusion<br />

sind gestellt<br />

Fachtag in Arnsberg<br />

vereinbart Zielsetzung<br />

Arnsberg. Inklusion ist ein Menschenrecht<br />

–unddie<strong>Weichen</strong> für die<br />

Inklusion im gesamten Regierungsbezirk<br />

wurden jetzt in Arnsberg gestellt:<br />

Über 100 Teilnehmer versammelten<br />

sich am Wochenende im Kulturzentrum<br />

Bürgerbahnhof, um<br />

während eines Fachtages unter dem<br />

Motto „<strong>Gemeinsam</strong> <strong>Weichen</strong><br />

<strong>stellen</strong>“ Ziele zu vereinbaren und<br />

„auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft<br />

mutig voran zu streiten“.<br />

Gastgeber waren Bezirksregierung<br />

Arnsberg und „Kompetenzzentrum<br />

SelbstbestimmtLebenfürdenRegie-<br />

rungsbezirk Arnsberg“ (KSL).<br />

Förderung durch das Land NRW<br />

Das KSL Arnsberg wird als Teil des<br />

Aktionsplanes der NRW-Regierung<br />

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention<br />

(„nrw inklusiv“)<br />

mit Mitteln des Landes NRW<br />

sowie des Europäischen Sozialfonds<br />

finanziert. Alle inhaltlich verantwortlichen<br />

Mitarbeitenden des KSL<br />

leben mit eigener Behinderungserfahrung.<br />

Als Hauptaufgabe sehen sie<br />

Anstoß und Begleitung von gesellschaftlichen<br />

Veränderungen, die das<br />

Ziel der Inklusion verfolgen.<br />

Der Grundstein dazu wurde nun<br />

in Arnsberg gelegt: In verschiedenen<br />

Workshops wurden Beratungsstrukturen<br />

zu allgemeinen gesetzlichen<br />

Ansprüchen behinderter Menschen,<br />

frauenspezifische Themen, politische<br />

Mitbestimmungsmöglichkeiten<br />

für Menschen mit anderen Lernmöglichkeiten,<br />

nutzbarer Wohnraum<br />

und kreative Ausdrucksmöglichkeiten<br />

ausführlich erörtert.<br />

„Vor allem Menschen mit anderen<br />

Lernmöglichkeiten werden in der<br />

Praxis meist vergessen. Dabei ist gerade<br />

diese Gruppe ein Prüfstein, um<br />

Inklusion für alle zu testen“, so Projektleiter<br />

Andreas Tintrup.<br />

i<br />

WeitereInformationen unter<br />

www.ksl-arnsberg.de<br />

Mehr als 100 Teilnehmer tagten im Kulturzentrum<br />

Bürgerbahnhof. FOTO: PRIVAT<br />

Grüne: Einkauf und<br />

Digitalisierung<br />

Arnsberg. Die Digitalisierung schreitet<br />

auch beim Einkauf voran. Was<br />

hat das für Folgen für Arnsberg und<br />

das Sauerland? Kann ein Konzept<br />

wie das Onlineportal „Hofladen<br />

Sauerland“ den Spagatzwischen Regional<br />

und Digital schaffen? Die<br />

Arnsberger Grünen laden zu einer<br />

Diskussion über diese Fragen am<br />

kommenden Dienstag, 4. April, um<br />

19.30 Uhr in den Bioladen „Regenbogen“<br />

am Gutenbergplatz in Arnsberg<br />

ein. Mit dabei: der Betreiber des<br />

Hofladens.


Notizen<br />

69


Glück auf und inklusive Grüße!<br />

70


Impressum und Kontakt:<br />

Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben<br />

für den Regierungsbezirk Arnsberg<br />

Unter der Trägerschaft von<br />

MOBILE – Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.<br />

Roseggerstrasse 36 · 44137 Dortmund<br />

Telefon: 0231/9 12 83 75<br />

Telefax: 0231/9 12 83 77<br />

Internet: www.ksl-arnsberg<br />

E-Mail: info@ksl-arnsberg.de<br />

Vorstand: Dr. Birgit Rothenberg und Esther Schmidt<br />

Vereinsregister: VR 3108 beim Amtsgericht Dortmund<br />

Steuernummer: 314/5702/3666<br />

Stand: Oktober 2017<br />

Schriftenreihe Selbstbestimmt Leben – ISSN 1865-5963<br />

Schriftenreihe KSL Konkret


© Mit freundlicher Genehmigung<br />

des Regierungsbezirkes Arnsberg<br />

Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben<br />

für den Regierungsbezirk Arnsberg<br />

MOBILE – Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.<br />

Roseggerstraße 36 · 44137 Dortmund<br />

Tel.: 0231 / 9 12 83 75 · Fax: 0231 / 9 12 83 77<br />

www.ksl-arnsberg.de · Mail: info@ksl-arnsberg.de

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