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Trainer des Jahres - Swiss Olympic

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Arno del Curto:<br />

<strong>Trainer</strong> <strong>des</strong> <strong>Jahres</strong><br />

Die Schweizer Medaillen-<br />

Gewinner 2007 Talentselektion:<br />

Wie findet man den nächsten Olympiasieger?<br />

1/08 www.swissolympic.ch


4<br />

swiss sport 1 | 2008<br />

14. Februar 2008<br />

24<br />

4 Fokus Medaillenstatistik 2007<br />

Alle Schweizer Medaillengewinner 2007<br />

10<br />

10 <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> Inside Karin Thürig hat Peking vor Augen<br />

13 Sportpolitik: Ruth Humbel hat das Wort<br />

14 Talentselektion: Wie findet man den nächsten Olympiasieger?<br />

17 150 000 Franken für nichtrauchende Teams und Vereine<br />

19 Was ist eigentlich Rhönrad?<br />

20 Im Gespräch Yves Jeannotat läuft und läuft und läuft<br />

22 Panorama So kann ein <strong>Trainer</strong> seine Schützlinge motivieren<br />

24 London freut sich auf die Olympischen Spiele<br />

26 Spitzensport-RS: Mehr als ein Trainingslager im Tarnanzug<br />

30 In Kürze | Kurzmeldungen | Comic<br />

IMPRESSUM | swiss sport – offizielles Organ von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> | Herausgeber <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> Association Redaktionsadresse<br />

<strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> Association, Medien und Information, Haus <strong>des</strong> Sports, Postfach 606, CH-3000 Bern 22, Telefon 031 359 71 11, Fax 031 359 71 71<br />

E-Mail info@swissolympic.ch Internet www.swissolympic.ch Redaktionsleitung und Koordination Christof Kaufmann, Telefon 031 359 71 35,<br />

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Kaufmann, Patrick Pfister, Gabriella Wenger Inserate Miriam Bäni, Telefon 031 359 71 85, miriam.baeni@swissolympic.ch Produktion und Layout<br />

Atelier Richner, Visuelle Gestaltung, Bern. www.atelierrichner.ch Druck und Vertrieb Wittwer Druck AG Bern Auflage 9000 Ex. (7200 Ex. deutsch,<br />

1800 Ex. französisch) Erscheint 6 x jährlich Nachdruck Der Nachdruck einzelner Artikel unter Quellenangabe ist erwünscht.<br />

Unter www.swissolympic.ch ist das PDF im Internet abrufbar Verteiler Verbände, Athletinnen und Athleten, <strong>Trainer</strong>, Funktionäre, Gremien und<br />

Institutionen von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>, Partner, Sportredaktionen der Schweizer Medien Abonnementspreise Im Mitgliederbeitrag enthalten/Abopreise<br />

für Nichtmitglieder: 1Jahr CHF 27.–/2 Jahre CHF 48.–.<br />

Titelseite Arno del Curto. Keystone | Das nächste swiss sport erscheint Mitte April 2008.<br />

20


19<br />

E D I T O R I A L<br />

Liebe Leserin, lieber Leser<br />

Wie erkennt man Talent? Dieser Gretchenfrage der Nachwuchsförderung<br />

im Schweizer Sport gehen wir in dieser Ausgabe<br />

nach. Lässt sich voraussagen, ob ein Nachwuchstalent es<br />

dereinst an die internationale Spitze schaffen wird? Wenn ja:<br />

Welche Faktoren müssen berücksichtigt und dementsprechend<br />

gemessen werden? Ab welchem Alter? Philipp Furrer ist diesen<br />

Fragen nachgegangen. Welche Antworten er gefunden hat,<br />

lesen Sie ab Seite 14.<br />

Einer, der Talente nicht nur erkennt, sondern auch fördern kann<br />

wie nur wenige in diesem Land, ist Arno del Curto. In Davos<br />

und weit über das Landwassertal hinaus ist der Eishockeytrainer<br />

längst zur Legende geworden. Nicht nur seiner Erfolge<br />

mit dem HC Davos wegen (die aktuelle Baisse tut seinem Palmarès<br />

keinen Abbruch), sondern vor allem auch <strong>des</strong>wegen,<br />

weil er Jungtalente reihenweise an die nationale Spitze oder<br />

gar ins Nationalteam geführt hat.<br />

Ihr Talent längst unter Beweis gestellt hat Karin Thürig, und<br />

zwar gleich in mehreren Sportarten. Das Multitalent kann im<br />

Duathlon, Triathlon, Zeitfahren und auf der Bahn internationale<br />

Erfolge vorweisen. Vor vier Jahren hat Thürig in Athen eine<br />

Olympia-Medaille gewonnen, im kommenden Sommer soll<br />

nun min<strong>des</strong>tens eine weitere dazukommen. Ab Seite 10 verrät<br />

sie, wie sie sich auf die Olympischen Spiele in Peking und die<br />

dort herrschenden Verhältnisse vorbereitet.<br />

Gute Unterhaltung.<br />

Christof Kaufmann<br />

Redaktor «swiss sport»


F O K U S<br />

Schweizer<br />

Medaillen 2007<br />

4 swiss sport 1 2008<br />

Diese Medaillen haben unsere Athletinnen<br />

und Athleten im vergangenen Jahr an Welt- und<br />

Europameisterschaften der Elite (WM, EM)<br />

und Junioren (JWM, JEM) sowie der Universiade<br />

gewonnen.<br />

Bilder Keystone<br />

Die Medaillenstatistik 2007 beruht auf den Angaben unserer Mitgliedverbände und ist ohne Gewähr.


Gold<br />

Billard<br />

Xavier Grétillat Cadre 71/2, EM, Athen<br />

Bob<br />

Team | Sabina Hafner, Cora Huber 2er, JWM, Altenberg<br />

Team | Ivo Rüegg, Thomas Lamparter, Beat Hefti,<br />

Cédric Grand 4er, WM, St. Moritz<br />

Faustball<br />

Nationalteam Herren U18, JEM, Wallisellen<br />

Grasski<br />

Nadja Vogel Giant Slalom | Slalom | Super-G | Super<br />

Kombination, WM, Orlickych Horach<br />

Inline Hockey<br />

Nationalteam Herren EM, Steindorf<br />

Ju-Jitsu<br />

Team | Pascal Müller, Remo Müller EM, Turin<br />

Leichtathletik<br />

Team | Angéline Flückiger-Joly, Bernadette Meier,<br />

Martina Strähl Berglauf Damen Team, EM, Cauterets<br />

Orientierungslauf<br />

Matthias Merz Langdistanz, WM, Kiev<br />

Simone Niggli-Luder Sprint | Kurzdistanz, WM, Kiev<br />

Orientierungslauf Bike-O<br />

Team | Beat Schaffner, Simon Seger, Beat Oklé<br />

Teamwettkampf, EM, Italien<br />

Rad Bahn<br />

Team | Franco Marvulli, Bruno Risi Madison, WM,<br />

Palma de Mallorca<br />

Behindertensport<br />

Leichtathletik<br />

Urs Kolly T44 Weitsprung, IWAS WM, Taipei<br />

Leichtathletik Rollstuhlsport<br />

Beat Bösch T52, 100 m | 200 m | 400 m, IWAS WM, Taipei<br />

Marcel Hug T54, 800 m | 10 000 m, IWAS WM, Taipei<br />

Edith Hunkeler T54, 200 m | 400 m | 800 m | 1500 m,<br />

IWAS WM, Taipei<br />

Manuela Schär T54, 100 m, IWAS WM, Taipei<br />

Wasserski Rollstuhlsport<br />

Christophe Fasel Tricks, WM, Townsville<br />

Von links nach rechts<br />

Zwei neue Sterne am Schweizer Skihimmel:<br />

Daniel Albrecht (links) und Marc Berthod holten sich<br />

im Februar an der Ski-WM im schwedischen Åre Gold<br />

beziehungsweise Bronze in der Super-Kombination.<br />

Marcel Hug wurde in Taipei (Taiwan) IWAS-Weltmeister<br />

über 800 und 10 000 Meter.<br />

Franco Marvulli (links) und Bruno Risi jubeln als<br />

Bahn-Weltmeister im Madison.<br />

Rad BMX<br />

Yvan Lapraz JWM, Victoria, BC | JEM, Foire de Romans<br />

Rad Mountain Bike<br />

Petra Henzi Marathon, WM, Verviers-Eupen<br />

Thomas Litscher Cross Country, JWM, Fort William | Cross<br />

Country, JEM, Göreme<br />

Christoph Sauser Marathon, WM, Verviers-Eupen |<br />

Marathon, EM, St. Wendel<br />

Kathrin Stirnemann Cross Country, JEM, Göreme<br />

Team | Petra Henzi, Thomas Litscher, Nino Schurter,<br />

Florian Vogel Nationen Staffel, WM, Fort William<br />

Rad Strasse<br />

Fabian Cancellara Zeitfahren, WM, Stuttgart<br />

Rad Trial<br />

Karin Moor WM, Fort William<br />

Rettungsschwimmen<br />

Team | Pascal Reichmuth, Pascal Stöckli Line-Throw,<br />

EM, Teneriffa<br />

Rhönradturnen<br />

Cécile Marianne Meschberger Geradeturnen mit Musik<br />

Aktive Damen, WM, Salzburg<br />

Rollkunstlauf<br />

Raphael Egli Kunstlauf Pflicht, EM, Gujan-Mestras<br />

Schiessen<br />

Nicolas Rouiller Gewehr 50 m, JEM, Granada<br />

Team | Oriana Scheuss, Sybille Eberle, Andrea<br />

Brühlmann Gewehr 300 m, EM, Granada<br />

Schwimmen<br />

Flavia Rigamonti 800 m Freistil | 1500 m Freistil, Universiade,<br />

Bangkok<br />

1 2008 swiss sport 5


F O K U S<br />

Segeln<br />

Team | Flavio Marazzi, Enrico de Maria Star, EM,<br />

Malcesine, Gardasee<br />

Team | Franco Rossini, Flavio Favini Melges 24, EM,<br />

Hamburg<br />

Team | Flavio Marazzi, Stefan Haftka, Erkki Heinonen<br />

5,5 m, WM, San Remo<br />

Team | Tino Ellegast, Petra Schneider, Stefan Schneider,<br />

Anne Gülzow, Markus Olbrecht, Eckhard Kaller, Ernst<br />

Bieri, Christian Gasser 8 m, WM, Helensburgh<br />

Team | Bernhard Haissly, Nicolas Berthoud, Patrice<br />

Mégévand, Jean-Michel Pachoud, Hugues Boullenger<br />

6 m, WM, Cowes, Isle of Wight<br />

Skeleton<br />

Gregor Stähli WM, St. Moritz<br />

Ski Alpin<br />

Daniel Albrecht Super Kombination, WM, Åre<br />

Beat Feuz Abfahrt, JWM | Kombination, JWM | Super-G,<br />

JWM, Altenmark/Zauchensee<br />

Ski Freestyle<br />

Renato Trummer Skicross, JWM, Airolo<br />

Skisprung<br />

Simon Ammann Grossschanze WM, Sapporo<br />

Snowboard<br />

Manuela Laura Pesko Halfpipe, WM, Arosa<br />

Simon Schoch Parallel-Slalom, WM, Arosa<br />

Squash<br />

Nicolas Müller JEM, Herentals<br />

Tanzsport<br />

Team | Maurizio Mandorino, Jade Mandorino<br />

Rock’n’Roll WM, Ingolstadt<br />

Tennis<br />

Stefanie Vögele JEM, Bad Hofgastein<br />

6 swiss sport 1 2008<br />

Silber<br />

Aero Segelflug<br />

Team | Dirk Reich, Armin Ulrich Segelflug, EM, Pociunai<br />

Bob<br />

Team | Ivo Rüegg, Alex Streltsov, Tommy Herzog 2er,<br />

WM, St. Moritz<br />

Team | Ivo Rüegg, Cédric Grand 2er, EM, Cortina<br />

Bogenschiessen<br />

Team | Tamara Strasser, Céline Schobinger, Valentine<br />

De Giuli Teamwettkampf, JEM, Algarve<br />

Boxen<br />

Sandra Brügger EM, Velje<br />

Casting<br />

Markus Kläusler Neunkampf, EM, Malmö<br />

Duathlon<br />

Ronnie Schildknecht Mitteldistanz, WM, Horst aan<br />

de Maas<br />

Faustball<br />

Nationalteam Damen EM, Salzburg<br />

Nationalteam Junioren JEM, Salzburg<br />

Hängegleiten<br />

Erica Franz-Fürer Para-Ski, WM, Predazzo<br />

Inline Hockey<br />

Nationalteam Herren WM, Bilbao<br />

Nationalteam Herren U18, JEM, Lugano<br />

Nationalteam Damen EM, Steindorf<br />

Kanu<br />

Team | Chantal Abgottspon, Annalena Kuttenberger,<br />

Kim-Lena Rammelkamp Wildwasserabfahrt K1Sprint,<br />

JWM, Charlotte<br />

Team | Andreas Arnold, Christophe Nicolet, Fabio Wyss<br />

Wildwasserabfahrt K1Sprint, JWM, Charlotte<br />

Karate<br />

Fanny Clavien Kumite (+ 60 kg), JWM, Istanbul<br />

Orientierungslauf<br />

Matthias Merz Mitteldistanz, WM, Kiev<br />

Behindertensport<br />

Curling Rollstuhlsport<br />

Team | Manfred Bolliger, Cesare Cassani,<br />

Erwin Lauper, Madeleine Wildi, Claudia Torre<br />

WM, Solleftea<br />

Leichtathletik Rollstuhlsport<br />

Sandra Graf T54,1500 m, IWAS WM, Taipei<br />

Edith Hunkeler T54, 100 m, IWAS WM, Taipei<br />

Manuela Schär T54, 200 m, IWAS WM, Taipei<br />

Pia Schmid T52,100 m, IWAS WM, Taipei<br />

Paracycling Rollstuhlsport<br />

Heinz Frei HCB, Zeitfahren, WM, Bordeaux<br />

Ursula Schwaller HCFB, Zeitfahren, WM, Bordeaux<br />

Wasserski Rollstuhlsport<br />

Adrien Corminboeuf Overall, WM, Townsville<br />

Christophe Fasel Overall, WM, Townsville


Orientierungslauf Bike-O<br />

Christine Schaffner-Räber EM, Italien<br />

Rad BMX<br />

Yvan Lapraz Cruiser, JWM, Victoria, BC<br />

Rad Kunstradfahren<br />

Team | Fabienne Hammerschmidt, Rebekka Schmid<br />

2er, EM, Geispolsheim<br />

Rad Mountain Bike<br />

Ralph Näf Cross Country, WM, Fort William<br />

Rad Trial<br />

Loris Braun JWM, Fort William<br />

Karin Moor EM, Walbrzych<br />

Reiten<br />

Team | Jacopo Buss, Laurianne Marro, Christian Vogg,<br />

Leslie-Ann Weiss Concours Complet Mannschaft Junge<br />

Reiter, JEM, Blair Castle<br />

Rettungsschwimmen<br />

Team | Karin Camenzind, Katrin Eidam Line-Throw,<br />

EM, Teneriffa<br />

Ringen<br />

Reto Bucher Greco 74 kg, EM, Sofia<br />

Rollhockey<br />

Nationalteam Herren WM, Montreux<br />

Rollkunstlauf<br />

Raphael Egli Kunstlauf Kombination, EM, Gujan-Mestras<br />

Anzeige<br />

Schiessen<br />

Markus Meichtry 10 m Distanz, EM, Cheval-Blanc<br />

Team | Nicole Ambühl, Manuela Poffet, Samantha<br />

Gugler Pistole 50 m, JEM, Granada<br />

Oriana Scheuss Gewehr 300 m, EM, Granada<br />

Team | Annik Marguet, Irene Beyeler, Aurélie Grangier<br />

Gewehr 50 m, EM, Granada<br />

Schwimmen<br />

Flavia Rigamonti 1500 m Crawl, WM, Melbourne<br />

Skeleton<br />

Maya Pedersen Bieri WM, St. Moritz | EM, Königssee<br />

Ski Alpin<br />

Daniel Albrecht Riesenslalom, WM, Are<br />

Lara Gut Abfahrt, JWM, Altenmark/Zauchensee<br />

Ski-Alpinismus<br />

Team | Yannick Ecoeur, Alexander Hug, Alain Rey,<br />

Florent Troillet EM, Morzine<br />

Ski Freestyle<br />

Evelyne Leu Springen, EM, Mettmenstetten<br />

Gregor Vinzens † Skicross, JWM, Airolo<br />

Skisprung<br />

Simon Ammann Normalschanze, WM, Sapporo<br />

Snowbike<br />

Björn Walter Riesenslalom | Super-G, WM, Aigen/<br />

Hochficht<br />

Snowboard<br />

Philipp Schoch Parallel-Riesenslalom | Parallel-Slalom,<br />

WM, Arosa<br />

Sandra Frei Snowboardcross, WM, Arosa<br />

Speed Skating<br />

Nadine Gloor Inline 10 000 m Strasse, EM, Ovar<br />

Sportklettern<br />

Cédric Lachat Kombination, WM, Avilés<br />

Streethockey<br />

Nationalteam Herren U18, JEM, Huttwil<br />

Tauziehen<br />

Nationalteam Damen 520 kg | 560 kg, EM, Minehead<br />

Nationalteam Herren U19, JWM, Minehead<br />

Nationalteam Herren 680 kg | 720 kg, EM, Minehead<br />

Von links nach rechts<br />

Das grosse Comeback <strong>des</strong> Simon Ammann: Der Doppel-Olympiasieger<br />

von 2002 wurde in Sapporo Weltmeister auf der Grossschanze<br />

(Bild) und Vize-Weltmeister auf der Normalschanze.<br />

Die Schweizer Rollhockeyaner holten sich vor eigenem Publikum<br />

an der WM in Montreux den Vize-Weltmeistertitel.<br />

1 2008 swiss sport 7


F O K U S<br />

Tennis<br />

Team | Nicole Riner, Stefanie Vögele Doppel,<br />

JEM, Bad Hofgastein<br />

Triathlon<br />

Olivier Marceau WM, Wailea Maui<br />

Sibylle Matter Cross, EM, Ibiza<br />

Wasserski<br />

Elena Thomsen Kombination, EM, Recetto | Sprung,<br />

WM, Linz<br />

Bronze<br />

American Football<br />

Nationalteam Herren EM, Wien<br />

Billard<br />

Xavier Grétillat Cadre 71/2, EM, Domburg<br />

Bob<br />

Team | Ivo Rüegg, Thomas Lamparter, Roman<br />

Handschin, Cédric Grand 4er, EM, Cortina<br />

Bob & Skeleton<br />

Team | Sabina Hafner, Thomas Lamparter, Maya<br />

Pedersen Bieri, Ivo Rüegg, Gregor Stähli, Katharina<br />

Sutter Teamwettkampf, WM, St. Moritz<br />

Boccia<br />

Sandra Bettinelli EM, Borgo Maggiore<br />

Tiziano Catarin EM, Borgo Maggiore<br />

Team | Davide Bianchi, Roby Fiocchetta, Maurizio<br />

Dallefratte, Marco Bacchieri Teamwettkampf, WM, Paso<br />

Fundo<br />

Bogenschiessen<br />

Kevin Burri JEM, Algarve<br />

Grégoire Fumeaux JEM, Algarve<br />

Casting<br />

Markus Kläusler Gewicht Präzision | Multi Weit Zweihand<br />

18 g, EM, Malmö<br />

Markus Schwarz Gewicht Weit Einhand 7,5 g | Fünfkampf,<br />

EM, Malmö<br />

Curling<br />

Team | Christian Von Gunten, Sandro Trolliet,<br />

Claudio Pätz, Sven Michel, Michel Gribi JWM, Eveleth<br />

Duathlon<br />

Team | David Senn, Andy Sutz, Stephan Wenk<br />

Kurzdistanz, EM, Edinburgh<br />

Eislaufen<br />

Stéphane Lambiel WM, Tokio<br />

Faustball<br />

Nationalteam Damen U18, JEM, Wallisellen<br />

Fechten<br />

Fabian Kauter Degen, EM, Gent<br />

Tobias Messmer Degen, JEM, Prag<br />

Team | Max Heinzer, Fabian Kauter, Valentin Marmillod<br />

Degen Team, Universiade, Bangkok<br />

8 swiss sport 1 2008<br />

Behindertensport<br />

Badminton Rollstuhlsport<br />

Team | Walter Rauber (Doppel mit Ferdinand<br />

Hoeke) WM, Bangkok<br />

Leichtathletik<br />

Urs Kolly F44, Speer | T44, 200 m, IWAS WM, Taipei<br />

Lukas Hendry T11, Weitsprung, IBSA WM, Sao Paulo<br />

Leichtathletik Rollstuhlsport<br />

Sandra Graf T54, 800 m, IWAS WM, Taipei<br />

Manuela Schär T54, 400 m, IWAS WM, Taipei<br />

Pia Schmid T52, 200 m | 400 m, IWAS WM, Taipei<br />

Schiessen Rollstuhlsport<br />

Patrik Plattner SH1A P1/Pistole, EM, Suhl<br />

Wasserski Rollstuhlsport<br />

Joël Udry Slalom, WM, Townsville<br />

Adrien Corminboeuf Tricks | Jump, WM, Townsville<br />

Hängegleiten<br />

Team | Andy Aebi, Bruno Arnold, Steve Cox, Anja Kroll,<br />

Christian Maurer, Stefan, Wyss Gleitschirm, WM, Manilla<br />

Kanu<br />

Sabine Eichenberger Wildwasserabfahrt K1, EM, Bihac<br />

Andrea Marco Zarn Freestyle, JWM, Ottawa River<br />

Team | Luke Meysner, Christophe Nicolet, Fabio Wyss<br />

Wildwasserabfahrt K1 Mannschaft, JWM, Charlotte<br />

Karate<br />

Fanny Clavien Kumite +60 kg, JEM, Izmir | Kumite +60 kg,<br />

EM, Bratislava<br />

Michelle Saner Kata, EM, Bratislava<br />

Lara Von Kaenel Kata, JEM, Izmir<br />

Landhockey<br />

Nationalteam Damen EM, Zagreb<br />

Nationalteam Herren U18, EM, Mailand<br />

Leichtathletik<br />

Berglauf Herren Team WM, Saillon, Ovronnaz<br />

Nicole Büchler Stabhochsprung, Universiade, Bangkok<br />

Viktor Röthlin Langstrecken Marathon, WM, Osaka<br />

Anna Katharina Schmid Stabhochsprung, JEM, Hengelo<br />

Minigolf<br />

Team | Samuel Hofer, Michel Rhyn, Vitus Spescha,<br />

Remo Zaugg, Raphael Wietlisbach, Mike Mann, Omar<br />

Maggi WM, Canegrate<br />

Orientierungslauf<br />

Martin Hubmann Kurzdistanz, JWM, Dubbo<br />

Simone Niggli-Luder Langdistanz, WM, Kiev<br />

Team | Sabine Hauswirth, Sara Würmli, Judith Wyder<br />

Staffel, JWM, Dubbo


Von links nach rechts<br />

Der 22-jährige Fabian Kauter wurde an den Europameisterschaften<br />

im belgischen Gent erst im Halbfinal<br />

gestoppt und holte sich die Bronzemedaille.<br />

Eine der überraschendsten Schweizer WM-Medaillen<br />

<strong>des</strong> vergangenen <strong>Jahres</strong>: Viktor Röthlin holte in Osaka<br />

Bronze im Marathon.<br />

Orientierungslauf Bike-O<br />

Christine Schaffner-Räber WM, Czech Republic | EM,<br />

Italien<br />

Orientierungslauf Ski-OL<br />

Team | Boris Fischer, Christian Hohl, Christian Spoerry<br />

Teamwettkampf, WM, Planernaja<br />

Rad Bahn<br />

Team | Robert Buchmann, Peter Jörg Steher, EM,<br />

Alkmaar<br />

Rad Kunstradfahren<br />

Team | Beni Jost, Joel Schmid 2er, WM, Winterthur<br />

Team | Yvonne Banterle, Sandra Hürlimann, Seraina<br />

Kiser, Simona Speck 4er, EM, Geispolsheim<br />

Team | Angela Bolliger, Daniela Keller, Corinna Paul,<br />

Doris Roth 4er, WM, Winterthur<br />

Rad Mountain Bike<br />

Dominik Gspan Four Cross, EM, Elatohori<br />

Rachel Seydoux Four Cross, EM, Elatohori<br />

Esther Süss Marathon, EM, St. Wendel<br />

Florian Vogel Cross Country, WM, Fort William<br />

Radball<br />

Team | Peter Jiricek, Timo Reichen WM, Winterthur<br />

Reiten<br />

Martin Fuchs Springen, JEM, Auvers<br />

Patric Looser Voltigieren, EM, Kaposvar<br />

Team | Veronika Münger, Anna Lena Wagner,<br />

Nora Wagner, Urs Wenger Endurance Mannschaft, EM,<br />

Barroca d’Alva<br />

Team | Daniel Straumann, Thierry Hebert, Selina<br />

Schultheiss, Alex Kubli Reining Mannschaft, EM,<br />

Mooslargue<br />

Ringen<br />

Karin Stingelin Freistil -63 kg, JEM, Belgrad<br />

Schiessen<br />

Lukas Grunder Pistole 50 m, JEM, Granada<br />

Beat Müller Gewehr 300 m, EM, Granada<br />

Team | Nicole Ambühl, Manuela Poffet, Samantha<br />

Gugler Gewehr 50 m, JEM, Granada<br />

Team | Pascal Loretan, Nicolas Rouiller, Yannick Gugler<br />

Pistole 50 m, JEM, Granada<br />

Team | Irene Beyeler, Annik Marguet, Oriana Scheuss<br />

Gewehr 50 m, EM, Granada<br />

Team | Marcel Bürge, Beat Müller, Marcel Ackermann<br />

Gewehr 300 m, EM, Granada<br />

Ski Alpin<br />

Marc Berthod Super Kombination, WM, Åre<br />

Didier Cuche Riesenslalom, WM, Åre<br />

Beat Feuz Slalom, JWM, Altenmark/Zauchensee<br />

Bruno Kernen Super-G, WM, Åre<br />

Team | Daniel Albrecht, Marc Berthod, Sandra Gini,<br />

Rabea Grand, Nadia Styger, Fabienne Suter Teamwettkampf,<br />

WM, Åre<br />

Ski-Alpinismus<br />

Team | Catherine Mabillard, Gabrielle Magnenat<br />

EM, Morzine<br />

Team | Nathalie Etzensperger, Catherine Mabillard<br />

EM, Morzine<br />

Ski Freestyle<br />

Flurina Marugg Skicross, JWM, Airolo<br />

Armin Niederer Skicross, JWM, Airolo<br />

Renato Ulrich Springen, EM, Mettmenstetten<br />

Snowbike<br />

Christian Tschümperlin Abfahrt, JWM, Aigen/Hochficht<br />

Snowboard<br />

Heinz Inniger Parallel-Riesenslalom, WM, Arosa<br />

Fränzi Mägert-Kohli Parallel-Riesenslalom, WM, Arosa<br />

Daniela Meuli Parallel-Riesenslalom, Universiade,<br />

Bardonecchia<br />

Speed Skating<br />

Nadine Gloor Inline 10 000 m Bahn, EM, Ovar<br />

Sportklettern<br />

Cédric Lachat Bouldern | Lead, WM, Avilés<br />

Tanzsport<br />

Team | Christopher Gerdil, Jessica Prunier Rock’n’Roll<br />

EM, Genf<br />

Tauziehen<br />

Nationalteam Herren 640 kg, EM, Minehead<br />

Tennis<br />

Nicole Riner JEM, Bad Hofgastein<br />

Trampolin<br />

Team | Michel Boillet, Martin Ludovic Synchron, WM,<br />

Québec City<br />

Triathlon<br />

Nicola Spirig Olympische Distanz, EM, Kopenhagen<br />

Team | Nicola Spirig, Sarah Schütz, Daniela Ryf<br />

Teamwettkampf, EM, Kopenhagen<br />

Unihockey<br />

Nationalteam Damen WM, Frederikshavn<br />

Wasserski<br />

Elena Thomsen Kombination, WM, Linz<br />

Wushu<br />

Elliott Wallace Qingda, -65 kg, JEM, Warschau<br />

Roland Zwingli Sanda, -80 kg, WM, Peking<br />

1 2008 swiss sport 9


S W I S S O L Y M P I C I N S I D E<br />

Karin Thürig hat an den<br />

Olympischen Spielen 2004<br />

in Athen die Bronzemedaille<br />

im Zeitfahren gewonnen.<br />

Für die kommenden Spiele<br />

in Peking hat sich die<br />

Radfahrerin – eine Selektion<br />

vorausgesetzt – viel vorgenommen.<br />

Text Christof Kaufmann Bilder Keystone, zvg<br />

«Peking hat mich<br />

positiv überrascht»<br />

Wer Karin Thürig bittet, einen<br />

typischen Chinesen zu beschreiben,<br />

erhält folgende<br />

Antwort: «Freundlich, aber<br />

ineffizient.» Anfang Dezember<br />

2007 war die Radfahrerin zum ersten<br />

Mal in ihrem Leben in Peking, gar «zum<br />

ersten Mal in Asien überhaupt.» Vom 7. bis<br />

9. Dezember fand in der Olympiastadt ein<br />

so genannter Test-Event statt, mit Rad-<br />

Weltcup-Rennen auf der Bahn. Die potenzielle<br />

Olympia-Teilnehmerin kam erstmals<br />

mit Chinesen in Kontakt und hat auch ein<br />

Beispiel zur Hand, um ihre Einschätzung<br />

zu illustrieren: «Ich wollte Geld wechseln.<br />

In der grossen Wechselhalle, voll gestopft<br />

10 swiss sport 1 2008<br />

mit Leuten, wurde ich von einer lächelnden<br />

freiwilligen Helferin sofort an einen<br />

Schalter geführt.» So freundlich, so gut.<br />

Danach machte Thürig Bekanntschaft mit<br />

chinesischer Ineffizienz. Zwanzig Minuten<br />

dauerte es, bis sie ihre Dollarnoten in Renminbi<br />

gewechselt hatte. Jede Note wurde<br />

auf ihre Echtheit überprüft, drei Belege<br />

wurden ausgestellt, vor jeder Handlung<br />

sicherte sich der Beamte bei seinem Kollegen<br />

ab. «Chinesen sind sich ganz offensichtlich<br />

nicht gewohnt, Entscheidungen<br />

zu treffen», sagt Thürig einen Monat später<br />

lachend über ihr Erlebnis in der Wechselhalle.<br />

An jeder Kreuzung ein Polizist<br />

Die 35-jährige Athletin aus dem luzernischen<br />

Retschwil freut sich auf die Olympischen<br />

Spiele 2008 in Peking. Dass sie bei<br />

einer allfälligen Olympiateilnahme durch<br />

die chinesische Ineffizienz bei ihren Vorbereitungen<br />

auf die Wettkämpfe gestört werden<br />

könnte, glaubt Thürig nicht. «An den<br />

Spielen wird das ganz anders sein, die Organisation<br />

wird perfekt sein.» Bereits vor<br />

den Olympischen Spielen in Athen 2004<br />

sei ein Chaos prognostiziert worden, und<br />

doch habe dann fast alles reibungslos<br />

funktioniert. Sowieso bekomme man als<br />

Athlet an Olympia vom Drumherum kaum<br />

etwas mit, denn um alles Administrative<br />

kümmere sich <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>. Beeindruckt<br />

hat die Radfahrerin der perfekt funktionierende<br />

Transport der Athleten mittels<br />

Shuttle-Bussen während <strong>des</strong> Test-Events:<br />

«Die Distanz vom Hotel zur Radrennbahn<br />

betrug nur vier Kilometer, trotzdem stand<br />

an jeder Kreuzung ein Polizist, der uns<br />

freie Fahrt verschaffte.»


«Eine Superhalle»<br />

Dass sie vor dem Test-Event noch nie in<br />

Asien gewesen sei, habe schlicht und einfach<br />

damit zu tun, dass sie noch nie das<br />

Bedürfnis gehabt habe, ihre Ferien in<br />

Asien zu verbringen, sagt Thürig. «Ich war<br />

aber von Peking positiv überrascht.» Von<br />

der Freundlichkeit der Menschen einerseits,<br />

von der Schönheit der Stadt andererseits.<br />

Begeistert zeigt sich die Athletin<br />

vom neu gebauten «Laoshan Velodrome»,<br />

in dem die Bahnwettkämpfe stattfinden<br />

werden. «Das Gebäude ist wunderschön,<br />

es ist eine richtige Superhalle.» Auch von<br />

Von links nach rechts<br />

Ein Bild, das es auch in Peking wieder geben soll:<br />

Karin Thürig an den Olympischen Spielen 2004 auf dem<br />

Weg zu einem Po<strong>des</strong>tplatz.<br />

Thürigs Hunger nach Olympia-Medaillen ist<br />

noch nicht gestillt, trotz <strong>des</strong> Kuchens, den sie im «House<br />

of Switzerland» in Athen erhielt.<br />

der Strecke für das Zeitfahren schwärmt<br />

die Radfahrerin. «Die ist spektakulär und<br />

führt an der Chinesischen Mauer vorbei.»<br />

Natürlich hat Thürig die Strecke bereits bis<br />

ins kleinste Detail studiert und memoriert.<br />

Weniger begeistert ist sie von der<br />

schlechten Luft in Peking. Am Test-Event<br />

hätten alle gehustet, sie selbst habe sich<br />

erst drei Stunden nach dem Rennen von<br />

einem starken Hustenreiz erholt. «Die USamerikanischen<br />

Fahrerinnen und Fahrer<br />

Freunde, Pferde und ein Haus<br />

Was Thürig ebenfalls nicht gefallen hat in<br />

Peking, was sie gar erschreckt hat, war die<br />

deutlich sichtbare Armut. «Ich habe Chinesen<br />

gesehen auf uralten Velos mit Ketten,<br />

die so ausgeleiert waren, dass sie auf dem<br />

Boden schleiften. So haben sie ein paar<br />

Holzscheite zu Markte gefahren.» Beim<br />

Übersetzer, der die Radfahrer begleitete,<br />

brachte Thürig in Erfahrung, dass Wanderarbeiter<br />

gerade mal 50 Franken im Monat<br />

«Ich werde die verbleibende<br />

Zeit nutzen»<br />

haben <strong>des</strong>halb Masken getragen.» Das<br />

habe gespenstisch ausgesehen, aber nach<br />

den gemachten Erfahrungen hoffe sie<br />

nun, dass auch der Schweizer Delegation<br />

solche Masken zur Verfügung gestellt<br />

würden. Sorgen <strong>des</strong>wegen macht sich die<br />

Luzernerin aber nicht. «Beeinflussen kann<br />

ich diese Verhältnisse sowieso nicht, zudem<br />

sind sie für alle gleich.» Sie vertraue<br />

auf das Schweizer «Medical Team», dass<br />

die richtigen Vorkehrungen treffen werde.<br />

verdienen. Da sei ihr wieder einmal bewusst<br />

geworden, dass sie als Spitzensportlerin<br />

ständig Gefahr laufe, den Bezug zur<br />

Realität zu verlieren. «Der Sport ist toll,<br />

aber mir ist auch anderes wichtig.» Dazu<br />

gehöre ihr Freun<strong>des</strong>kreis, in dem kaum<br />

Sportler zu finden seien. Auch Tiere sind<br />

der Vegetarierin wichtig, vor allem Pferde.<br />

Thürig reitet gern und oft. Und dann ist da<br />

noch das Haus, das sie gemeinsam mit ihrem<br />

Partner in Retschwil baut. «Ich brauche<br />

einfach Dinge, die nichts mit dem<br />

Sport zu tun haben, als Ausgleich.»<br />

«Die verbleibende Zeit nutzen»<br />

Sieben Monate bleiben Karin Thürig noch,<br />

um sich auf «Beijing 2008» vorzubereiten.<br />

Im März 2007 hat sie zum ersten Mal seit<br />

Abschluss ihrer Ausbildung zur Betriebswirtschafterin<br />

aufgehört zu arbeiten, um<br />

sich ganz auf den Sport konzentrieren zu<br />

können. «Ich werde die verbleibende Zeit<br />

nutzen, im Bewusstsein, dass noch viel<br />

passieren kann.» Eine Krankheit, ein Zusammenstoss<br />

mit einem Auto, bei<strong>des</strong> sei<br />

schnell passiert. Ende März stehen die<br />

Bahn-Weltmeisterschaften in Manchester<br />

auf dem Programm. «Dort wird sich entscheiden,<br />

ob ich in Peking auf der Bahn<br />

überhaupt starten dürfte.» Thürig hofft es,<br />

sie freut sich auf einen zweiten Besuch<br />

Asiens. Und sollte es nicht Peking im<br />

nächsten Sommer sein, dann hat sie<br />

schon einen anderen Plan. «Die Eisenbahnstrecke<br />

von Qinghai nach Tibet, die<br />

längste und höchstgelegene Eisenbahnstrecke<br />

der Welt, fasziniert mich. Vielleicht<br />

mache ich doch einmal Urlaub in China»,<br />

sagt Thürig.<br />

1 2008 swiss sport 11


Bewegung tut Not<br />

SPORTPOLITIK<br />

Unlängst bin ich zum Abschluss meiner Joggingrunde die gut 100 Höhenmeter quer die Wiese runter, entlang<br />

der Strecke unserer ehemaligen «Skirennpiste», zurück ins Dorf gelaufen. Als Kind war das Skirennen<br />

an unserem «Hausberg» jeweils der Höhepunkt <strong>des</strong> Sportwinters. Skirennen wären heute nicht mehr<br />

möglich, selbst wenn wir Schnee hätten. Mehrere Zäune haben nämlich meine joggende «Abfahrt» behindert.<br />

Früher gab es da keine Zäune. Im einstigen Zielraum, einer Wiese, wo wir uns jahraus, jahrein<br />

bei Spiel und Sport austoben konnten, stehen heute Reihen-Einfamilienhäuser. Je<strong>des</strong> mit schön abgegrenztem<br />

Garten, sechs mal acht Meter: Thuja, Buche, ein Holz- oder ein simpler Drahtzaun markieren<br />

die Grenze. Ich frage mich: Wo bleibt da noch Raum für Kinder?<br />

Kinder haben einen unbändigen Bewegungsdrang. Zu schnell werden bewegungsaktive Kinder als hyperaktiv<br />

abgestempelt und medikalisiert. Dabei müssten sie nur die Möglichkeit bekommen, ihren Bewegungsdrang<br />

auszuleben. Das können sie bei Sport und Spiel. Sport ist die beste Prävention. Gerade der<br />

Vereinssport bietet neben gesundheitlicher auch Prävention im sozialen Bereich. Jugendliche brauchen<br />

ein Ventil, um ihre Aggressionen abzubauen. Das finden sie im Sporttreiben, heute auf speziellen Spielund<br />

Sportplätzen. Doch auch da sind Grenzen gesetzt; zeitliche Grenzen durch Nutzungsbeschränkungen.<br />

Spiel und Sport laufen eben nicht geräuschlos ab, werden daher zum Streitgegenstand und beschäftigen<br />

gelegentlich gar Gerichte. Ich bin entschieden der Meinung, dass die Nutzung von Kinder- und Sportplätzen<br />

uneingeschränkt möglich sein muss.<br />

Ein möglichst freier, uneingeschränkter Zugang zu öffentlich finanzierten Anlagen liegt nicht nur im Interesse<br />

der Sporttreibenden und der Vereine, sondern entspricht auch dem bun<strong>des</strong>rätlichen Konzept über<br />

eine Sportpolitik in der Schweiz, das durch mehr Bewegung die Gesundheit der Bevölkerung verbessern<br />

will. Die steigende Zahl übergewichtiger Menschen, vor allem von Kindern, ist nämlich auch in unserem<br />

Land zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem geworden mit enormen Folgekosten für die Gesellschaft.<br />

Bewegung tut Not. Erfreulich sind Projekte wie «Schule.bewegt», «Allez Hop», «Schweiz.bewegt»<br />

oder die Senkung <strong>des</strong> J+S-Alters auf fünf Jahre.<br />

Noch gibt es in<strong>des</strong> zu viele einschränkende Bestimmungen, welche den freien Zugang zu Bewegung und<br />

Sport behindern oder gar verunmöglichen. Solche Grenzen müssen eliminiert und Einschränkungen<br />

beseitigt werden, um das Sportkonzept <strong>des</strong> Bun<strong>des</strong>rates konsequent umsetzen, den Vereinen genügend<br />

Freiraum und den Bewegungswilligen ausreichend Gelegenheit für sportliche Aktivitäten geben zu<br />

können. Bewegung tut Not – auch beim Abbau bewegungsfeindlicher Bestimmungen.<br />

Ruth Humbel<br />

Nationalrätin, Vizepräsidentin der Parlamentarischen Gruppe für Sport<br />

1 2008 swiss sport 13


S W I S S O L Y M P I C I N S I D E<br />

Auffallen<br />

oder nicht auffallen,<br />

das ist hier die Frage<br />

Ein junges Talent zu entdecken<br />

scheint auf den ersten Blick eine<br />

ziemlich einfache Sache zu sein:<br />

Man vergleicht ein paar Schulwettkampf-<br />

oder Spielresultate<br />

und je besser die einzelnen Jugendlichen<br />

oder Kinder abschneiden, <strong>des</strong>to begabter<br />

sind sie. Das leuchtet zwar ein, ist aber<br />

bei näherer Betrachtung eine allzu einfache<br />

Rechnung, bei der unter dem Strich<br />

wenig übrig bleiben wird. Ein erster Fehler<br />

in dieser Rechnung besteht darin, dass<br />

mit Wettkampfresultaten der momentane<br />

Leistungsstand bewertet wird und nicht<br />

14 swiss sport 1 2008<br />

Es gibt sehr viele unentdeckte Talente auf<br />

dieser Welt und dieser Umstand ist im Allgemeinen<br />

nicht weiter tragisch. Im Spitzensport<br />

jedoch bilden die frühzeitig entdeckten und<br />

geförderten Talente die Basis für internationale<br />

Erfolge. Es stellt sich folglich die Frage, wie<br />

und zu welchem Zeitpunkt Talente am besten<br />

erfasst und selektioniert werden sollen.<br />

Text Philipp Furrer Bild Kurt Schorrer<br />

das Potential für eine erfolgreiche Spitzensport-Karriere.<br />

Adrian Bürgi, Leiter <strong>Trainer</strong>bildung<br />

<strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>, sagt: «Im Kin<strong>des</strong>und<br />

Jugendalter ist eine Talentselektion<br />

aufgrund von Wettkampfresultaten problematisch.»<br />

Um das tatsächliche Potenzial<br />

eines Talents möglichst gut zu beurteilen,<br />

müssten sämtliche wichtigen Einflussgrössen<br />

und auch Verzerrungseffekte berücksichtigt<br />

werden.<br />

Richtig gemessen und trotzdem falsch<br />

Sportmotorische Leistungstests erbringen<br />

einen wichtigen Beitrag zu einer guten<br />

Talentselektion. Mit generellen Tests können<br />

motorische Fähigkeiten wie Kraft,<br />

Schnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit<br />

und Ausdauer gemessen werden. Diese<br />

Daten vermitteln einen guten Gesamtein-<br />

druck eines Athleten, sie lassen aber nur<br />

bedingt Erfolgsvoraussagen für eine spezifische<br />

Sportart zu. Um genauere Prognosen<br />

aufstellen zu können, müssen die<br />

verwendeten Tests den jeweiligen Sportarten<br />

angepasst werden. Wenn beispielsweise<br />

ein <strong>Trainer</strong> beurteilen muss, ob ein<br />

Mädchen das Potenzial hat, erfolgreiche<br />

Kunstturnerin zu werden, wird er sich wohl<br />

kaum an ihrer erreichten Distanz in einem<br />

Zwölf-Minuten-Lauf orientieren. Michael<br />

Vogt vom Institut für Anatomie der Universität<br />

Bern sagt: «Je spezifischer die Tests<br />

sind, <strong>des</strong>to besser ist die Prognosefähigkeit<br />

derselben.» Wie bereits bei den Wettkampfresultaten<br />

gilt aber für Kinder, dass<br />

starke Leistungen oftmals nur schwache


Indikatoren sind. Es ist meist noch zu früh,<br />

um spezifische Tests durchzuführen, weil<br />

beispielsweise ein Erstklässler gar nicht in<br />

der Lage ist, einen länger als sechs Minuten<br />

dauernden Ausdauertest in einem<br />

gleichförmigen Rhythmus zu absolvieren.<br />

Zudem hat das Alter einen grossen Einfluss<br />

auf die Leistungsfähigkeit. Deshalb<br />

betont Vogt: «Es ist unerlässlich, dass Leistungstests<br />

immer im Konzert mit anderen<br />

Massnahmen durchgeführt werden.»<br />

Sind alle Achtjährigen gleich alt?<br />

Bei Kindern macht es körperlich sehr wohl<br />

einen Unterschied, ob sie im Januar oder<br />

erst im Dezember geboren wurden. «Da<br />

vielfach bei Leistungstests oder Wettkämpfen<br />

Gruppen nach Jahrgängen zusammengefasst<br />

werden, sind die Spätgeborenen<br />

fast immer im Nachteil und werden oftmals<br />

nicht entdeckt, obwohl sie vielleicht<br />

sogar das grössere Potenzial aufweisen»,<br />

sagt Ralph Rüdisüli, Leiter Verbandsförderung<br />

von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>. Eine ähnliche<br />

Problematik ergibt sich wieder im Pubertätsalter,<br />

wo einige Jugendliche körperlich<br />

früh entwickelt, andere hingegen spät entwickelt<br />

sind und es damit schwerer haben,<br />

entdeckt zu werden. Es ist zwar möglich –<br />

beispielsweise mittels Röntgen der Hände<br />

– festzustellen, ob eine Person noch weiter<br />

wachsen wird, oder ob sie körperlich<br />

bereits fertig entwickelt ist. Jedoch ist die<br />

Strahlenbelastung beim Röntgen hoch<br />

und zudem wären solche Tests extrem<br />

teuer, wollte man sie auf ganze Jahrgänge<br />

anwenden.<br />

Die Besten und die Erfolgreichsten<br />

Selbst wenn Wettkampfresultate und Leistungsdaten<br />

erhoben sind und das Alter<br />

richtig berücksichtig wurde, kann in unserer<br />

Rechnung noch immer nicht davon<br />

ausgegangen werden, dass die nach diesen<br />

Zahlen Besten dereinst auch die Erfolgreichsten<br />

sein werden. Der talentierteste<br />

Um das Potential eines jungen Talents<br />

möglichst gut zu beurteilen, müssen sämtliche<br />

wichtigen Einflussgrössen berücksichtigt<br />

werden.<br />

Danke<br />

<strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> dankt den Partnern<br />

für die gute Zusammenarbeit:<br />

Leading Partner<br />

International Partner<br />

Partner<br />

Supplier<br />

www.swissolympic.ch/partner


S W I S S O L Y M P I C I N S I D E<br />

und leistungsfähigste Athlet wird nie<br />

Erfolg haben, wenn er vor jedem Wettkampf<br />

dermassen nervös wird, dass er<br />

immer bereits beim ersten Tor ausscheidet,<br />

oder wenn er sich einfach nicht dazu<br />

motivieren kann, seriös zu trainieren. Psychische<br />

Faktoren wie beispielsweise der<br />

Umgang mit Leistungsdruck, die Leistungsmotivation<br />

oder die Belastbarkeit<br />

sind also wichtige Teile <strong>des</strong> Erfolgspotenzials<br />

eines allfälligen Talents und müssen<br />

in eine gute Beurteilung miteinbezogen<br />

werden. Im Weiteren sollte auch das soziale<br />

Umfeld berücksichtigt werden. Viele<br />

Sportarten können von Jugendlichen<br />

ohne massive Unterstützung der Eltern<br />

oder ihres Umfel<strong>des</strong> gar nicht ausgeübt<br />

werden. Während einem jungen Fussballtalent<br />

ein paar Schuhe und Sportbekleidung<br />

für das Clubtraining reichen, sieht<br />

das bei einer jungen Skifahrerin schon<br />

ganz anders aus.<br />

Unter dem Strich<br />

Mit dieser nicht abschliessenden Aufzählung<br />

von Einflussgrössen auf eine möglichst<br />

effiziente Talentselektion kann langsam<br />

ein Schlussstrich unter die Rechnung<br />

gezogen werden. Zuvor muss aber noch<br />

geklärt werden, welche Beurteilungskriterien<br />

für welche Sportarten wie wichtig<br />

sind. Es wird schnell klar, dass es nicht eine<br />

einheitliche Methode geben kann, welche<br />

in allen Sportarten genau gleich angewendet<br />

werden kann. «Um gute Selektionen<br />

zu treffen, muss ein <strong>Trainer</strong> seine<br />

Sportart genau kennen. Er muss wissen,<br />

was für körperliche, psychische und motorische<br />

Fähigkeiten zentral sind», sagt<br />

Ralph Rüdisüli. Ein <strong>Trainer</strong> müsse zudem<br />

wissen, welche Faktoren überhaupt ver-<br />

16 swiss sport 1 2008<br />

änderbar und trainierbar seien und er<br />

müsse eine gute Vorstellung davon<br />

haben, wie ein Talent an die Spitze geführt<br />

werden könne.<br />

Das Dilemma der Talentselektion<br />

Die Talentselektion muss mit dem Dilemma<br />

leben, dass einerseits Talente möglichst<br />

früh erkannt werden sollten, dass<br />

aber andererseits gerade im jungen Alter<br />

die Vielzahl möglicher Indikatoren nur<br />

bedingt zuverlässige Aussagen ermög-<br />

«Um gute Selektionen zu treffen,<br />

muss ein <strong>Trainer</strong> seine Sportart<br />

genau kennen»<br />

licht. Trotzdem können für Kinder mit<br />

generellen Leistungstests im Kontext der<br />

oben genannten Faktoren grundlegende<br />

Leistungsdiagnosen erstellt werden, welche<br />

auch eine längerfristige Kontrolle der<br />

Leistungsentwicklung ermöglichen. Es ist<br />

Projekte zur Talentselektion<br />

in diesem Alter wichtig, dass sich die Kinder<br />

mit Freude und Spass mit Sport auseinandersetzen.<br />

Dabei sollen sie sich mit<br />

vielfältigen kinder- und jugendgerechten<br />

Trainings- und Wettkampfaktivitäten anfreunden<br />

können.<br />

Der Fall Schweiz<br />

Im Gegensatz zur ehemaligen DDR beispielsweise<br />

gibt es in der Schweiz keine flächendeckende<br />

Talentsichtung. Dies wäre<br />

einerseits finanziell gar nicht tragbar, andererseits<br />

würde auch die Infrastruktur auf<br />

den nächst höheren Trainingsstufen fehlen.<br />

Prinzipiell beginnt die Talentselektion<br />

in der Schweiz mit dem Schulsport in der<br />

ersten Klasse. Das Ziel muss auf dieser<br />

Stufe sein, möglichst viele Kinder für den<br />

Sport zu gewinnen und ein Interesse an<br />

Sportvereinen zu wecken. Von da an liegt<br />

die Selektion in erster Linie bei den Verbänden.<br />

Um näher an die nationale oder<br />

gar internationale Spitze zu kommen, geht<br />

es für die talentierten Jugendlichen meistens<br />

um die Frage: auffallen oder nicht auffallen?<br />

Falls sie auffallen, kann der Weg<br />

vom Lokal- und Regionalkader über das<br />

Nationalkader bis zur Weltelite führen.<br />

Im Bestreben, die Talentselektion ständig zu verbessern,<br />

laufen verschiedene Projekte in der Schweiz. Das «Suisse<br />

Sport Test Konzept» und die PISTE sind zwei davon:<br />

Das Ziel <strong>des</strong> «Suisse Sport Test Konzepts» ist es, gute und<br />

einheitliche Testverfahren, welche mit wenigen Mitteln einfach<br />

in jeder Schule durchgeführt werden können, allgemein<br />

verfügbar zu machen. Im Weiteren wird eine Testdatenbank<br />

erstellt, mittels derer die Tests ausgewertet und eigene Statistiken<br />

erstellt werden können. Damit werden gleichzeitig<br />

Daten vom Schulsport, Fitnesssport und Leistungssport zentral<br />

erfasst und allgemein zur Verfügung gestellt. Das «Suisse<br />

Sport Test Konzept» wurde bisher vom Sportamt Baselland,<br />

<strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> und der Universität Bern finanziert. Im Januar<br />

2008 übernahm die Eidgenössische Sportkommission die<br />

Finanzierung.<br />

Die PISTE (Prognostische Integrative Systematische <strong>Trainer</strong>-<br />

Einschätzung) ist ein von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> und dem Bun<strong>des</strong>amt<br />

für Sport entwickeltes Werkzeug und bietet den <strong>Trainer</strong>n ein<br />

Grundraster zur Talentselektion. Die PISTE wird momentan<br />

von den Verbänden auf ihre spezifischen Bedürfnisse angepasst,<br />

damit in naher Zukunft die Schweizer Nachwuchstalente<br />

auf Grund einer einheitlichen Basis selektioniert werden<br />

können.


Wettbewerb<br />

Der Wettbewerb Sport rauchfrei wird 2008 erneut durchgeführt.<br />

Eine Preissumme von 150 000 Franken steht<br />

bereit für jene, die sich für einen Sport ohne Tabakrauch<br />

einsetzen.<br />

Text Rita Bürgi<br />

belohnt Einsatz<br />

fürs Nichtrauchen<br />

Das Nichtrauchen ist auf Sportplätzen,<br />

in Stadien und in Sporthallen<br />

noch nicht die Normalität. Deshalb<br />

ruft «cool and clean», das<br />

Präventionsprogramm im Schweizer Sport<br />

von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>, Sportvereine erneut<br />

dazu auf, sich mit dem Wettbewerb Sport<br />

rauchfrei für einen tabakfreien Sport einzusetzen.<br />

Die Anforderungen an die Teams<br />

und die Vereine sind gross. Die Sieger <strong>des</strong><br />

Wettbewerbs werden <strong>des</strong>halb fürstlich belohnt.<br />

Zwei Kategorien<br />

Interessierte können in zwei Kategorien,<br />

«Team» und «Gesamtverein», mitmachen.<br />

Die Kategorie Team steht einzelnen<br />

Teams, Mannschaften, Riegen, Sektionen<br />

und Kadern, die einem Mitgliedverband<br />

von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> angeschlossen sind,<br />

offen. Damit ein Team teilnehmen kann,<br />

muss es aus min<strong>des</strong>tens zehn Personen<br />

bestehen. Teilnehmende müssen aus sechs<br />

vorgegebenen Verpflichtungen drei auswählen.<br />

Diese Verpflichtungen lauten beispielsweise<br />

«Wir tolerieren keinen Tabakkonsum<br />

auf dem Wettkampf- und Trainingsgelände!»<br />

oder «Wir wollen kein Geld<br />

von Tabakfirmen! Inserate für Zigaretten<br />

im Vereinsheft lehnen wir ab.» Selbstverständlich<br />

müssen diese Verpflichtungen<br />

nicht nur ausgewählt, sondern auch eingehalten<br />

werden. Ob das der Fall ist, wird<br />

von Kontrolleuren überprüft.<br />

«Wir tolerieren keinen Tabakkonsum<br />

auf dem Wettkampf- und<br />

Trainingsgelände!»<br />

Mehr Informationen und Anmeldung:<br />

www.sportrauchfrei.ch<br />

In der Kategorie Gesamtverein können<br />

Vereine, die über eigene Statuten verfügen,<br />

mitmachen. Auch sie müssen einem<br />

Mitgliedverband von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> angeschlossen<br />

sein. Die Teilnahmebedingung<br />

für Vereine ist simpel, aber nicht ganz<br />

ohne: Sie müssen ihre Statuten mit dem<br />

Rauchfrei-Artikel ergänzen und die «Ethik-<br />

Charta im Sport» inklusive dem Anhang<br />

Sport rauchfrei in ihre Statuten aufnehmen.<br />

Gesamtpreissumme von 150 000 Franken<br />

Die Wettbewerbs-Teilnahme lohnt sich für<br />

Teams wie Vereine. Per Los werden die Gewinner<br />

der Geldpreise ermittelt. Sie teilen<br />

sich die Totalpreissumme von150 000 Franken.<br />

Für die Kategorie Team läuft die Anmeldefrist<br />

bis am 31. Juli 2008, Gesamtvereine<br />

müssen sich bis am 31. August 2008<br />

anmelden. Genug Zeit also, die Teamkameradinnen<br />

oder Vereinsmitglieder zu<br />

überzeugen. Die Preisverleihung findet im<br />

Herbst 2008 statt.<br />

1 2008 swiss sport 17


Was ist eigentlich …<br />

Rhönrad?<br />

1 Peter Meschberger, Sie sind Präsident der <strong>Swiss</strong>fit Fachkommission<br />

RHÖNRADswiss. Erklären Sie uns ihre Sportart in drei Sätzen.<br />

Das Rhönrad ist ein Sportgerät, das aus zwei durch sechs Querstreben verbundenen<br />

Stahlreifen mit einem Durchmesser zwischen 1,40 bis 2,40 Meter besteht, wobei zwei Querstreben<br />

als Haltegriffe gebildet und zwei mit Hohlbrettern und Fuss-Schlaufen versehen<br />

sind. In diesem Rad bewegen sich die Sporttreibenden international grundsätzlich nach<br />

teils vorgeschriebenen und teils zusätzlichen Übungen in folgenden Disziplinen:<br />

Geradeturnen: Das Rad rollt auf einer Fläche von 21 auf 3 Metern, wahrend die Sportlerin<br />

anspruchsvolle Übungen turnt.<br />

Spiraleturnen: Das Rad dreht sich auf einem Reifen, am Schluss stellt die Sportlerin das<br />

Rad auf und springt aus dem stehenden Rad.<br />

Sprung: Die Turnerin bewegt sich schwungvoll auf das Rad und springt kunstvoll, meist<br />

mit einem Salto, auf eine Matte.<br />

2 Was für eine Ausrüstung braucht es, um Rhönrad zu betreiben,<br />

und wie viel kostet sie?<br />

Ein Rhönrad, abgestimmt auf die Körpergrösse der Sportlerin, kostet circa 1500 Franken.<br />

Das Rad wird von den Sportvereinen meist zur Verfügung gestellt. Dazu kommen die<br />

Kosten für ein Paar spezielle Gymnastik-Schuhe (circa 75 Franken), zwei bis drei spezielle<br />

Dresses (circa 200 Franken) und einen Trainingsanzug, vorzugsweise mit Vereinsemblem<br />

(circa 120 Franken).<br />

3 Wie viele Menschen betreiben Rhönrad in der Schweiz und<br />

wie viele Vereine gibt es?<br />

Genau weiss ich das nicht, aber es dürften rund 500 Personen aktiv Rhönrad betreiben,<br />

vorwiegend Frauen. Vereine gibt es circa 25.<br />

4 Was macht eine erfolgreiche Rhönrad-Sportlerin aus?<br />

Es braucht ein besonderes Talent, Gefühl für das Rad und <strong>des</strong>sen Bewegungen, Sinn für<br />

Kreativität sowie Ehrgeiz, Geduld und Ausdauer. Allein schon bis zum Erreichen <strong>des</strong> Leistungsniveaus<br />

auf Stufe Schweizermeisterschaft braucht eine talentierte Sportlerin acht<br />

bis zehn Jahre regelmässiges Training bei einem Trainingsaufwand von min<strong>des</strong>tens drei<br />

Stunden pro Woche.<br />

5 Was macht Rhönrad zur schönsten Sportart der Welt?<br />

Die Anmut und die Harmonie der Bewegungen im sich bewegenden Rad, bei den Aktiven<br />

kommt noch Begleitmusik dazu. Rhönrad-Turnerinnen sind wahre Artistinnen, schliesslich<br />

reichen bei einem Rad-Gewicht von 40 bis 50 Kilogramm zusätzlich zum Gewicht der<br />

Sportlerin schon 100 Gramm aus, um das Rad zu bewegen. So einfach dieses Turngerät<br />

auch aussieht, die kreativen und künstlerischen Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt,<br />

es können immer wieder neue Übungen kreiert werden. Wird das Rad perfekt geturnt, so<br />

macht es den Anschein, als könnten du und ich diesen Sport ohne weiteres betreiben.<br />

Für mehr Informationen: www.rhoenradswiss.ch<br />

1 2008 swiss sport 19


I M G E S P R Ä C H<br />

Yves Jeannotat war nicht nur ein grosser Läufer,<br />

sondern hat den Laufsport in Europa ebenso wie den<br />

Breitensport in der Schweiz wesentlich mitgeprägt.<br />

Auch zur Entwicklung der Sportwissenschaft in der<br />

Schweiz hat er beigetragen. Begegnung mit<br />

einer der faszinierendsten und warmherzigsten<br />

Persönlichkeiten <strong>des</strong> Schweizer Sports.<br />

Interview Patrick Pfister Bilder Patrick Pfister (S. 20), zvg<br />

20 swiss sport 1 2008<br />

Kleiner Läufer,<br />

grosses Herz<br />

swiss sport Yves Jeannotat, wie sind Sie zum<br />

Laufen gekommen?<br />

Yves Jeannotat Ich bin als achtes Kind einer Bauernfamilie<br />

im jurassischen Clos du Doubs aufgewachsen und<br />

hatte einen drei Kilometer langen Schulweg. Das waren<br />

also täglich zwölf Kilometer, die ich meist rennend zurückgelegt<br />

habe, weil ich nach der Schule noch mit den<br />

Kameraden Fussball gespielt habe und nicht zu spät nach<br />

Hause kommen durfte. Den Laufsport habe ich fast ein<br />

bisschen zufällig und relativ spät kennen gelernt, während<br />

meines Studiums an der Universität Fribourg. Dort<br />

begann ich dann auch, wie ein Verrückter zu trainieren.<br />

1959 haben Sie Ihren ersten Murtenlauf gewonnen.<br />

Beinahe hätte Ihre Sportkarriere aber ein abruptes<br />

Ende gefunden.<br />

Das stimmt, und zwar bei einer ganz normalen Arztvisite.<br />

Mein Arzt war bestürzt über meinen langsamen Puls und<br />

befahl mir, sofort mit dem Sport aufzuhören. Es gehe um<br />

Leben und Tod!<br />

Sie haben sich über diese Anweisung einfach so<br />

hinweggesetzt?<br />

Den Tod im Hinterkopf ging ich zum Zusammenzug der<br />

Nationalmannschaft, für die ich selektioniert worden<br />

war, um mich von meinen Kameraden zu verabschieden.<br />

Der Zufall wollte es, dass ich dort Woldemar Gerschler<br />

traf, damals ein renommierter Leichtathletik-<strong>Trainer</strong>. Er<br />

arbeitete im Olympia-Stützpunkt Freiburg im Breisgau<br />

mit dem berühmten Kardiologen Doktor Herbert Reindell<br />

zusammen. Dieser lachte laut, als er meine Geschichte<br />

hörte. Damals wussten nur wenige Leute, was ein «Sportherz»<br />

ist. Beruhigt konnte ich wieder mit dem Training<br />

Literatur (Auswahl)<br />

Yves Jeannotat, «Murten-Freiburg: offizielles<br />

Buch <strong>des</strong> 50. Gedenklaufes», 1983 | Noël Tamini,<br />

Yves Jeannotat, Jacques Turblin, «La course à<br />

pied pour tous», 1980. Das erste Buch in französischer<br />

Sprache, das sich ausschliesslich mit<br />

dem Laufsport beschäftigte.


eginnen. Ich setzte dabei auf Reindells Methode <strong>des</strong><br />

Intervall-Trainings und absolvierte Einheiten, die manchmal<br />

vor lauter Euphorie – oder Verrücktheit – ein Ausmass<br />

von 100 Mal 100 Meter oder 50 Mal 400 Meter annehmen<br />

konnten. Das Volumen meines Herzens wuchs in drei<br />

Jahren von 750 auf über 1000 Kubikzentimeter. Das verschaffte<br />

ihm die Ehre, an der Schweizerischen Lan<strong>des</strong>ausstellung<br />

1964 in Lausanne der ganzen Schweiz als Gipsabdruck<br />

präsentiert zu werden. (lacht) Gemeinsam mit<br />

Doktor Schönholzer, Leiter <strong>des</strong> Forschungsinstituts der<br />

Sportschule Magglingen und Pionier der Sportmedizin in<br />

der Schweiz, habe ich die Intervall-Methode dann während<br />

mehrer Jahre weiterentwickelt. Die Trainingswissenschaft<br />

stand damals noch ganz am Anfang.<br />

Von links nach rechts<br />

Ein besonderes Geschenk für einen besonderen<br />

Menschen: Yves Jeannotat mit der eigens für ihn<br />

gestalteten Spezialausgabe von «Le Matin».<br />

Am 25. Juli 1959 wurde Yves Jeannotat (Startnummer<br />

147) in Basel Schweizer Meister über<br />

10 000 Meter.<br />

An der Universiade 1955 in San Sebastian lief<br />

Yves Jeannotat (Startnummer 284) auf den grossartigen,<br />

aber undankbaren vierten Rang.<br />

Was war denn Ihr schönster Sieg als Läufer?<br />

Das war ohne jeden Zweifel mein Wechsel zum Nicht-<br />

Wettkampfsport! Nur <strong>des</strong>halb kann ich auch heute noch,<br />

mit 78 Jahren, fast jeden Tag ein Stündchen laufen gehen.<br />

Das erklärt auch, warum mein Herz nach wie vor so viele<br />

Probleme macht – und zwar meinem Arzt. Im letzten<br />

Dezember wollte er mir, angesichts meines Pulses von 36<br />

bis 40 Schlägen pro Minute, einen Herzschrittmacher einpflanzen.<br />

Das habe ich natürlich abgelehnt, «auf eigene<br />

Verantwortung».<br />

Kommen wir auf Ihre sportliche Karriere zurück.<br />

Anfang der 1970er-Jahre haben Sie mit viel<br />

Leidenschaft und Idealismus zur Verbreitung<br />

<strong>des</strong> Laufsports beigetragen.<br />

Noël Tamini und ich haben 1972 die Spiridon-Bewegung<br />

gegründet, die mitgeholfen hat, den Laufsport in Europa<br />

zum Massenphänomen zu machen. 1974 habe ich die<br />

Boston-Charta für den Laufsport mitunterzeichnet, was<br />

später zu meiner Ernennung zum Ehrenmitglied <strong>des</strong><br />

New-York-Marathons geführt hat.<br />

In den 1980er- und 1990er-Jahren haben Sie sich<br />

gleich in mehreren Bereichen für den Sport eingesetzt.<br />

Genau. Da war zuerst die Kampagne «Sport für alle» <strong>des</strong><br />

Schweizerischen Lan<strong>des</strong>verbands für Leibesübungen,<br />

dann die Fairplay-Kampagne <strong>des</strong> Schweizerischen Lan<strong>des</strong>verbands<br />

für Sport und schliesslich eine Kampagne<br />

Yves Jeannotat<br />

Alter 78 Ausbildung Lizentiat der Literaturwissenschaften<br />

und der Psychopädagogik an der Universität Fribourg<br />

Berufliche Laufbahn 1952–1972 Lehrer (Sion, Lausanne) |<br />

1973–1994 Leiter <strong>des</strong> Dienstes für Übersetzungen und frankophone<br />

Öffentlichkeitsarbeit an der Eidgenössischen Sportschule<br />

Magglingen, Redaktor der Zeitschriften «Jugend und<br />

Sport» und später «Magglingen» | 1964–2003 Journalist bei<br />

der «Tribune de Lausanne», danach «Le Matin»<br />

Sportliche Erfolge Zweifacher Gewinner <strong>des</strong> Murtenlaufs<br />

(1959 und 1961, Bestzeit 54:09:00) | Schweizermeister im Cross<br />

(Kategorie B) | Schweizermeister über 10 000 Meter (1959) |<br />

Schweizer Bahnrekord über 30 Kilometer (1:47:31, Paris 1956)<br />

und 25 Kilometer (1:23:44, Genf 1962).<br />

gegen zu frühes Hochleistungstraining bei Kindern. Für<br />

diese Aktivitäten habe vom Internationalen Olympischen<br />

Komitee das Ehrendiplom für Fairplay bekommen, gleichzeitig<br />

wie Dana Zátopková, Olympiasiegerin im Speerwerfen<br />

und Frau <strong>des</strong> grossen Emil Zátopek! [Anm. d. Red.:<br />

tschechischer Langstreckenläufer und Olympiasieger]<br />

Sie haben sich auch schreibend für den Sport und<br />

vor allem für den Breitensport engagiert. Wie sind<br />

Sie zum Schriftsteller und Journalisten geworden?<br />

Ich war für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio vorselektioniert.<br />

Zwei Wochen vor Beginn der Spiele riss aber<br />

meine Achillessehne, was das Ende meiner Spitzensportkarriere<br />

bedeutete. Da bot mir Raymond Pittet eine<br />

Kolumne in der «Tribune de Lausanne» an. [Anm. d. Red.:<br />

heute «Le Matin»]<br />

Sie haben eine sehr spezielle Anerkennung erhalten<br />

für Ihre 40 Jahre im Journalismus.<br />

Oh ja! Die Sportabteilung von «Le Matin» hat für mich<br />

eine Spezialausgabe gestaltet, mit Beiträgen von Journalisten,<br />

Athleten und <strong>Trainer</strong>n aus drei Generationen.<br />

Sogar Juan Antonio Samaranch hat einen Beitrag verfasst!<br />

Dieses bewegende Geschenk allein hätte schon<br />

ausgereicht, um mich glücklich zu machen.<br />

1 2008 swiss sport 21


P A N O R A M A<br />

Der Mensch<br />

motiviert sich<br />

durch Sinn<br />

<strong>Trainer</strong> halten Motivation für eines der wichtigsten Themen im Sport und für<br />

eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Was aber motiviert letztlich Menschen dazu,<br />

Höchstleistungen zu erbringen? Und wie kann ein <strong>Trainer</strong> Menschen motivieren?<br />

Peter Regli, Geschäftsführer <strong>des</strong> Schweizerischen Diplomtrainer-Verban<strong>des</strong>,<br />

sucht nach Antworten.<br />

Text Peter Regli Bilder Keystone<br />

22 swiss sport 1 2008<br />

Fragt man Athletinnen und Athleten nach den<br />

Vorzügen von <strong>Trainer</strong>persönlichkeiten, heisst es<br />

oft «Er ist ein guter Motivator» oder «Er kann uns<br />

gut motivieren». Es erstaunt <strong>des</strong>halb einigermassen,<br />

dass der Name Viktor Frankl in Sportkreisen<br />

wenig Resonanz findet. Aufbauend auf Friedrich<br />

Nietzsches «Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast je<strong>des</strong><br />

Wie» kann die Lehre von Viktor Frankl wie folgt um-<br />

schrieben werden: Der Mensch motiviert sich durch Sinn.<br />

Wenn der Mensch Sinn gefunden oder erhalten hat, ist er<br />

bereit, Höchstleistungen zu erbringen und hierfür auch<br />

Opfer und Entbehrungen auf sich zu nehmen. Drei Dinge<br />

sind es, welche Frankl als Grundlage für die Sinngebung<br />

aufführt. Erstens: Der Dienst an einer Sache. Die Erfüllung<br />

einer Aufgabe und dadurch die Erbringung einer Leistung<br />

ist der Schlüssel zum Erfolg. Zweitens: Der Dienst an<br />

einer Person. Das können auch mehrere Personen sein,


Leidenschaft, Emotionen und Rock’n’Roll<br />

Arno del Curto ist seit einer ganzen Dekade <strong>Trainer</strong> beim HC Davos;<br />

eine Ausnahmeerscheinung (auch) in dieser Hinsicht, in Zeiten,<br />

wo <strong>Trainer</strong> bisweilen schon nach 36 Tagen wieder entlassen werden.<br />

In diesen zehn Jahren zeichnete er verantwortlich für drei Meistertitel<br />

und vier Triumphe am Spengler-Cup. Er lässt ein hartes, schnelles<br />

und intelligentes Hockey spielen und integriert immer wieder junge<br />

Spieler, die er mit seiner Leidenschaft dabei unterstützt, sich bis zu<br />

Nationalspielern zu entwickeln. Selten geht er den Weg <strong>des</strong> geringsten<br />

Widerstan<strong>des</strong>, selten verstehen alle Exponenten <strong>des</strong> Schweizer<br />

Eishockeys seine Entscheide – letztlich gibt ihm der Erfolg Recht.<br />

Del Curto garantiert Spektakel auf höchstem (Eishockey-)Niveau.<br />

Diese Fakten haben die Mitglieder <strong>des</strong> Schweizerischen Diplomtrainer-<br />

Verban<strong>des</strong> (SDTV, ehemals Vereinigung Schweizer Diplomtrainer)<br />

überzeugt. Sie wählten Arno del Curto anlässlich der «Credit Suisse<br />

Sports Awards» zum <strong>Trainer</strong> <strong>des</strong> <strong>Jahres</strong> 2007.<br />

wie es in Mannschaftssportarten ja der Fall ist. Drittens:<br />

Die Fähigkeit, Leiden in Leistung umzuwandeln. Gemeint<br />

ist das Meistern von aussergewöhnlichen Situationen,<br />

wie sie im Sport oft vorkommen.<br />

Selbstverantwortung statt Selbstverwirklichung<br />

Im Gegensatz zu Viktor Frankl ist Abraham Maslow den<br />

meisten <strong>Trainer</strong>innen und <strong>Trainer</strong>n ein Begriff. Nicht immer<br />

kennen sie seine Pyramide, aber immerhin seinen<br />

Namen. Maslows Name steht für die Selbstverwirklichung<br />

<strong>des</strong> Menschen. Wo liegt nun der Unterschied zwischen<br />

der Selbstverwirklichung bei Maslow und der Sinngebung<br />

bei Frankl? Selbstverwirklichung heisst, sich als<br />

Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Lehre von<br />

Frankl dagegen bedeutet, dass der Mensch sich selbst zurückstellt<br />

und in den Dienst anderer stellt. Nicht der<br />

Mensch selbst ist entscheidend, sondern das Resultat.<br />

Diese Lehre Frankls hat eine logische Konsequenz: die individuelle<br />

Selbstverantwortung <strong>des</strong> einzelnen Menschen.<br />

Wenn ich es nicht selber tue, wer soll es dann tun? Wenn<br />

ich es nicht jetzt tue, wann soll ich es dann tun? Das<br />

Akzeptieren der eigenen Verantwortung, der Verzicht<br />

auf Ausreden und Alibis sind jene Dinge, welche wir von<br />

einem Menschen erwarten, der Höchstleistungen erbringen<br />

soll. Davon ausgehend kann sich nun jeder <strong>Trainer</strong><br />

fragen: Erkenne ich ihn, den mündigen Athleten, die<br />

mündige Athletin?<br />

Sinn geben statt Sprüche klopfen<br />

Welche Konsequenzen hat das für die <strong>Trainer</strong>? Es ist<br />

Aufgabe der <strong>Trainer</strong>, den Athletinnen und Athleten Sinn<br />

zu geben. Dies geschieht durch Zuweisung von klaren<br />

Aufgaben mit der Möglichkeit, individuell sinnvoll seine<br />

Leistung zu erbringen. Individuell sinnvoll heisst letztlich,<br />

Freiheiten zu geben und Optionen offen zu lassen. Die<br />

Sportler sollen selbst entscheiden. Der Wettkampf ist<br />

Weitere Informationen: www.trainervereinigung.ch<br />

die ultimative Aufforderung zur Höchstleistung. Es ist<br />

Aufgabe <strong>des</strong> <strong>Trainer</strong>s, jedem Sinn zu geben, welcher an<br />

dieser Höchstleistung beteiligt ist. Der <strong>Trainer</strong> steht immer<br />

in der Verantwortung.<br />

Er ist die Führungsperson schlechthin, welche mit ihren<br />

fachlichen und sozialen Fähigkeiten führt und mit<br />

ihren Managementfähigkeiten Strategien entwirft und<br />

in Form von klaren Aktionsplänen in die Tat umsetzt. In<br />

diesen Aktionsplänen definiert der <strong>Trainer</strong> für jeden<br />

Beteiligten eine Sinn gebende Aufgabe. Das ist Motivation.<br />

Ganz im Gegensatz zu <strong>Trainer</strong>n, die an der Seitenlinie<br />

auf- und abtigern oder mehr oder weniger schlaue<br />

Sprüche machen wie jener Schwimmtrainer, der seinem<br />

Schwimmer kurz vor dem Start folgende motivierenden<br />

Worte mit in den Wettkampf gab: «Stell Dir einfach vor,<br />

ein weisser Hai schwimmt hinter dir her.» Darauf kurzes<br />

Erstaunen beim Athleten und die Rückfrage: «<strong>Trainer</strong>,<br />

was soll ich nach der Wende tun?»<br />

Letztlich ist «Sinn geben» das Einzige, was ein <strong>Trainer</strong> für<br />

die Motivation von Menschen tun kann.<br />

Von links nach rechts<br />

Verdiente Anerkennung für Arno del Curto:<br />

Der Bündner wird an den «Credit Suisse Sports Awards»<br />

als <strong>Trainer</strong> <strong>des</strong> <strong>Jahres</strong> 2007 ausgezeichnet.<br />

Ein Gespür für Nachwuchstalente: Unter del Curto<br />

reifen immer wieder junge Spieler zu Leistungsträgern<br />

<strong>des</strong> HC Davos oder gar der Nationalmannschaft.<br />

1 2008 swiss sport 23


P A N O R A M A<br />

Spiele<br />

für alle<br />

Noch dauert es über vier Jahre, bis in London die Olympischen Sommerspiele<br />

eröffnet werden. Doch die Vorfreude ist in der englischen Hauptstadt bereits<br />

deutlich spürbar. Und sie wird vom Organisationskomitee kräftig geschürt.<br />

Beispielsweise mit einer Ausstellung auf dem berühmten «Trafalgar Square».<br />

Text und Bilder Simone Ramsauer, London<br />

24 swiss sport 1 2008<br />

Es ist einer dieser typisch englischen Tage, der<br />

9. Januar 2008. Tief hängen die grauen Wolken<br />

über dem Londoner «Trafalgar Square». Wie immer<br />

tummeln sich einige Touristen auf dem Platz<br />

und trotzen dem eisigen Wind, der darüber<br />

hinweg fegt. Hinter der Statue von Sir Admiral Nelson, der<br />

stolz über dem Platz thront, leuchten in Pink, Blau und<br />

Gelb die grossen aufgeblasenen Zelte <strong>des</strong> Londoner Organisationskomitees<br />

der Olympischen Sommerspiele 2012<br />

(LOCOG). Die wenigen Besucher, die sich für die gezeigte<br />

Zirkus-Show interessieren, sehen fast ein wenig verloren<br />

aus. Hingegen schwirren ziemlich viele Fotografen und<br />

TV-Journalisten aus verschiedenen Nationen umher, die<br />

sich die Lancierung dieser Roadshow zum grössten<br />

Sportanlass der Welt nicht entgehen lassen wollen.<br />

Sie sind aber wohl vor allem wegen jenen zwei Persönlichkeiten<br />

da, die den Anlass eröffnen, nämlich Ken<br />

Livingstone, Bürgermeister von London, und LOCOG-Präsident<br />

Sebastian Coe.<br />

«Europas grösster Stellenmarkt»<br />

Die Show, die während vier Monaten alle 33 Londoner<br />

Bezirke, die «Boroughs», besuchen wird, informiert die<br />

Bevölkerung über die Möglichkeiten, die «London 2012»<br />

zu bieten hat. So sollen laut Sebastian Coe fünf neue permanente<br />

Sportstätten für «London 2012» gebaut werden,<br />

die danach sowohl für den Breiten- wie auch für den Spitzensport<br />

zur Verfügung stehen werden. Dank Olympia<br />

soll London auch die Nummer 1 im europäischen Stellenmarkt<br />

bleiben. Neil Robinson, Kommunikations-Berater<br />

der <strong>Olympic</strong> Delivery Authority (ODA), die für die Erstellung<br />

und Fertigstellung sämtlicher olympischer Infrastrukturen<br />

zuständige Behörde, sagt: «London ist Europas<br />

grösster Stellenmarkt, und nur ein paar Meilen östlich<br />

dieser Metropole liegt die Arbeitslosigkeit bei 40 bis 60<br />

Prozent. Dies wird sich mit den Spielen ändern – es werden<br />

unglaublich viele neue Stellen für London geschaffen,<br />

alleine 9000 im Bausektor.»<br />

Das «Lea Valley» wird aufgewertet<br />

Die ODA ist auch verantwortlich für die Renaturierung<br />

der Landschaft im Osten der Stadt, wo der olympische<br />

Park und das olympische Dorf entstehen. Der an den Park<br />

angrenzende Stadtteil Lea Valley ist heute ein trister Ort.


Noch lässt wenig darauf schliessen, dass diese Gegend<br />

in vier Jahren die Weltelite <strong>des</strong> Sports im olympischen<br />

Dorf willkommen heissen und nach den Spielen vielen<br />

Londonern ein neues Zuhause bieten wird. Der Boden<br />

der gesamten Gegend wurde mit einer Art «Bodenwaschmaschine»<br />

bis zu einem Meter Tiefe gewaschen, um die<br />

in der Erde enthaltenen Schadstoffe zu eliminieren. Die<br />

hässlichen Hochspannungsleitungen, die quer über das<br />

Industriegebiet gespannt sind, werden ebenfalls verschwinden,<br />

die ODA verlegt sie unter den Boden. Auch<br />

wird die Erschliessung <strong>des</strong> Lea Valley mit öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln verbessert. Lisa Broomhead von der<br />

Eventabteilung <strong>des</strong> LOCOG erklärt, dass der Stadtteil<br />

auch davon profitieren wird, dass der «Javelin», ein japanischer<br />

Hightech-Zug, den östlichen Teil Londons mit<br />

dem Stadtzentrum verbinden wird. Künftige Reisezeit:<br />

sieben Minuten. Sicher ist, dass die Immobilienpreise im<br />

Osten der Stadt bald in die Höhe schiessen werden.<br />

Geschichtsträchtig, kosmopolitisch, einzigartig<br />

Heute schon ist der Schmelztiegel London ein Mekka für<br />

Kulturliebhaber. Die so genannte «Cultural Olympiad» –<br />

unter diesem Titel werden alle kulturellen Aktivitäten<br />

während der Spiele zusammengefasst – wird dies noch<br />

verstärken. England ist stolz auf seine Musiker und so ist<br />

es selbstverständlich, dass auf dem «Trafalgar Square»<br />

junge Nachwuchsbands wie «The Vigours» auftreten. Für<br />

Joey, den 23-jährigen Bandleader, ist es eine grosse Ehre,<br />

dass London die Spiele zugesprochen erhielt. «Es ist eine<br />

unglaubliche Möglichkeit, London der Welt zu präsentieren.<br />

Die Geschichte, das Kosmopolitische, die Einzigartigkeit:<br />

All dies sind Attribute, die es so lohnenswert<br />

machen, in meiner Stadt zu leben. Auch wenn es nicht<br />

immer einfach ist.»<br />

Grosse Erwartungen<br />

Obwohl sich auf dem «Trafalgar Square» die Zelte gegen<br />

Mittag doch noch gefüllt haben mit Leuten, die der Aufforderung,<br />

an «Everyone’s Games» – «Spiele für alle» –<br />

teilzunehmen, gefolgt sind, hält sich das Interesse der<br />

englischen TV-Stationen in Grenzen. BBC und weitere<br />

Kanäle zeigen am Abend nur kurze Berichte vom Anlass.<br />

Die Olympischen Spiele liegen offenbar noch in zu weiter<br />

Ferne. Spätestens am 24. August 2008, wenn Vertreter<br />

<strong>des</strong> LOCOG in Peking die olympische Flagge offiziell in<br />

Empfang nehmen, dürfte sich dies ändern. Die Roadshow<br />

soll aber nicht zuletzt dazu dienen, «den Enthusiasmus<br />

der Londoner über die Spiele auszunutzen und den<br />

Schwung bis zum Ende der Spiele mitzunehmen», sagt<br />

Lisa Broomhead. «Durch die Show hier auf dem ‹Trafalgar<br />

Square› sollen alle Bevölkerungsschichten auf den ‹Olympia-Javelin›<br />

aufspringen.» Wie gross der Enthusiasmus sei,<br />

«Es werden viele neue Stellen<br />

für London geschaffen»<br />

zeige beispielsweise, dass sich bereits über 100 000 Leute<br />

beim LOCOG eingeschrieben hätten, um während den<br />

Spielen als freiwillige Helfer aktiv dabei zu sein. «Schlussendlich<br />

wird dies eine unserer grössten Herausforderungen<br />

sein: allen Erwartungshaltungen gerecht zu werden»,<br />

sagt Broomhead.<br />

Der Titel <strong>des</strong> Anlasses auf dem «Trafalgar Square»,<br />

«Everyone’s Games», ist typisch für London. Für jeden<br />

Geschmack, jede Ideologie, jede Religion, für jeden<br />

Sport gibt es etwas. Die farbigen Zelte leuchten in der<br />

Sonne, welche die grauen Wolken mittlerweile verdrängt<br />

hat. Die Athletinnen und Athleten dürfen sich auf einen<br />

weltoffenen und fröhlich-bunten Gastgeber freuen.<br />

Von links nach rechts<br />

«Join in», hereinspaziert! Das Organisationskomitee<br />

der Olympischen Spiele 2012 will die Londoner schon jetzt<br />

für Olympia begeistern.<br />

Die Begeisterung, welche die Zirkus-Show auf dem<br />

«Trafalgar Square» auslöste, ist noch steigerungsfähig.<br />

«Everyone’s Games», Spiele für alle: Mit konsequentem<br />

Training ist eine Teilnahme als Ruderin an den Olympischen<br />

Spielen 2012 im Bereich <strong>des</strong> Möglichen.<br />

1 2008 swiss sport 25


P A N O R A M A<br />

Mehr als<br />

ein Trainingslager<br />

im Tarnanzug<br />

26 swiss sport 1 2008<br />

Die Spitzensport-RS wird seit einer Olympiade – also seit vier Jahren –<br />

nach dem Modell der Armee XXI durchgeführt; Zeit für eine Zwischenbilanz.<br />

Ein Bericht über Olympiahoffnungen im Tarnanzug, Frauen am Sturmgewehr<br />

und Olympioniken als Drill-Meister.<br />

Text und Bilder Martina Gasner<br />

«Abtreten! – Und ein erfolgreiches Wochenende!» Mit<br />

diesen Worten entlässt Oberst Sandro Rossi 14 Rekruten<br />

und 3 WK-Soldaten am Freitagnachmittag aus der Trainingswoche<br />

in Magglingen. Rekruten im Training? Die<br />

Spitzensport-RS (Spispo-RS) macht’s möglich. Seit 2004<br />

wird sie in zwei Teilen durchgeführt. Integriert in eine<br />

«normale» RS absolvieren die Sportler eine fünfwöchige<br />

militärische Grundausbildung mit Schiess-, Sanitäts-, Fahrer-<br />

und ABC-Ausbildung. Nachmittags steht eine Trainingseinheit<br />

auf dem Programm, doch der Fokus liegt<br />

in diesen fünf Wochen klar bei der militärischen Grundausbildung.<br />

Im zweiten Teil wird in Magglingen während<br />

13 Wochen in der «Sportausbildung» zwei Mal täglich<br />

trainiert, nach individuellem Plan und mit einem Verbandstrainer.<br />

Daneben erfolgt in täglichen Modulen die<br />

Ausbildung zum Militärsportleiter. Das «grüne Tenue»<br />

tragen die Sportler bei der An- und Abreise nach Magglingen,<br />

den «Ausgänger» im einmal wöchentlich gestatteten<br />

Ausgang, ansonsten ist der einheitliche Trainingsanzug<br />

der Spispo-RS Pflicht.<br />

Viele Vorteile mit dem neuen System<br />

Fast unisono beurteilen die Spitzensportler die militärische<br />

Grundausbildung als «hart, weil man zu wenig zum<br />

Schlafen kommt». Doch wissen sie auch um ihr Privileg,<br />

nur fünf statt wie ihre Kollegen 21 Wochen durchhalten<br />

zu müssen. Die restliche Zeit in Magglingen entspricht<br />

einem ausgedehnten Trainingslager. Christoph Feyer, Verbandstrainer<br />

der Ringer, sieht darin viele Vorteile: «Einerseits<br />

hat man Zeit, mit den Athleten einen langfristigen<br />

Aufbau zu machen, andererseits wachsen wir als eigentliche<br />

Einzelsportler hier stark zusammen.» Der Ringer Reto<br />

Bucher, der die Sportler-RS nach altem Modell absolviert<br />

hatte (vergleiche Kasten), kann sich seine Vorbereitung<br />

auf die Olympia-Qualifikation als Wiederholungskurs<br />

(WK) anrechnen lassen und meint: «So ist das sinnvoll, die<br />

Bedingungen in Magglingen sind für diese Aufbauphase<br />

optimal.»<br />

Ein anderer Sportler nimmt in Magglingen eine Doppelrolle<br />

ein: Ralph Stöckli absolviert seinen WK und amtet<br />

gleichzeitig als Verbandstrainer der sieben Curling-Rek-


uten. «Ich bilde sie sozusagen aus, damit sie mich eines<br />

Tages schlagen», meint der Olympia-Fünfte von Turin<br />

schmunzelnd. Der Curlingverband unterstützt mit dieser<br />

Individualförderung junge Athleten mit Potenzial auf<br />

ihrem Weg in die Elite.<br />

Qualität vor Quantität<br />

Das Selektionsprozedere der Spispo-RS dauert über ein<br />

Jahr, die Kriterien sind hoch. Erfüllt ein Athlet einer olympischen<br />

Sportart die Vorgaben von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> und<br />

seines Verban<strong>des</strong>, wird er von diesem dem BASPO gemeldet,<br />

das ein ausführliches Selektionsgespräch durchführt.<br />

Dort muss der Athlet seine detaillierte Karriereplanung<br />

und seine Ziele darlegen. Die Verantwortlichen<br />

wollen dabei die richtige Einstellung <strong>des</strong> Athleten sowie<br />

langfristig reelle Chancen auf internationale Spitzenrangierungen<br />

erkennen. Ist dies gegeben, müssen in der<br />

darauf folgenden Saison die sportlichen Resultate stimmen,<br />

dann erfolgt die definitive Aufnahme. Die Zahl der<br />

Die Spitzensport-Rekrutenschule<br />

1999 eingeführt unter Bun<strong>des</strong>rat Adolf Ogi 8 Wochen militärische<br />

Grundausbildung, 6 Wochen Training in Magglingen (RS-<br />

Spitzensportler-Lehrgang), 1Woche militärische Grundausbildung |<br />

rund 500 Sportler aus 45 Sportarten, u.a. Marco Bührer, Simon<br />

Hallenbarter, Reto Bucher<br />

2004 Neugestaltung 5 Wochen militärische Grundausbildung,<br />

13 Wochen Sportausbildung | 127 Sportler aus 21 Sportarten<br />

(Stand Ende 2007), u.a. Simon Ammann, Marc Berthod, Daniel<br />

Albrecht, U21-Handball-Nationalteam<br />

Informationen Broschüre «Spitzensportförderung in der Armee»<br />

<strong>des</strong> BASPO, Kontakt Franz Fischer, franz.fischer@baspo.admin.ch<br />

Auskunft über die detaillierten Selektionskriterien gibt der Chef<br />

Leistungssport <strong>des</strong> Sportverban<strong>des</strong><br />

Von links nach rechts<br />

Der abtretende Oberst Sandro Rossi<br />

posiert vor einem Bild, das ihn vor seinen<br />

Schützlingen zeigt.<br />

Zukünftige Olympiahoffnungen stehen<br />

stramm: Schon über 120 Athleten haben<br />

die Spitzensport-RS nach dem neuen Modell<br />

absolviert (links Ralph Stöckli).<br />

Interessierten sei hoch, sagt Franz Fischer, Verantwortlicher<br />

Sport der Spispo-RS, doch: «Qualität geht über<br />

Quantität.» Seit 2004 schafften im Durchschnitt gut<br />

30 Athleten pro Jahr die Selektion.<br />

Positives Fazit<br />

Mit dem Abschluss <strong>des</strong> Winterzuges geht in der Führung<br />

der Spispo-RS eine Ära zu Ende. Oberst Sandro Rossi,<br />

Kommandant der Spitzensport-RS, geht im Frühling nach<br />

über 40-jähriger Tätigkeit in Magglingen in die wohlverdiente<br />

Pension. Sein Nachfolger ist Major im Generalstab<br />

Stephan Zehr. Rossis Fazit fällt nach vielen Jahren intensiver<br />

Arbeit mit den jungen Athleten positiv aus: «Unsere<br />

RS hat sich in der Karriereplanung der Spitzensportler als<br />

wichtiger Teil etabliert.» Auch die Zusammenarbeit mit<br />

den Sportverbänden optimiere sich mit jedem selektionierten<br />

Rekruten. So könne man Synergien immer besser<br />

nutzen, meint Rossi, 1972 selbst als Wasserspringer<br />

Olympiateilnehmer in München. Er fügt an: «Für talentierte<br />

Nachwuchssportler ist die Spitzensport-RS eine<br />

Chance, es gibt kaum mehr Gründe, darüber nachzudenken,<br />

wie sie den Stempel ‹untauglich› bekommen.» Rossi<br />

erwartet künftig noch mehr Interessenten. Er hofft vor<br />

allem auf mehr Frauen, die sich freiwillig für diese<br />

spezielle RS melden. Erst 2006 hat die erste Frau die<br />

Spispo-RS abgeschlossen (vergleiche Interview auf Seite<br />

28). «Nun braucht es viel Mund-zu-Mund-Propaganda<br />

unter den Athletinnen, dann werden sie schon kommen»,<br />

ist Rossi überzeugt.<br />

1 2008 swiss sport 27


P A N O R A M A<br />

Militär- statt Sporttenue: die Triathletin<br />

Anina Stämpfli absolvierte als erste Frau<br />

die Spitzensport-RS.<br />

«Was will eine Frau<br />

in der RS?»<br />

Anina Stämpfli (23) ist Mitglied <strong>des</strong> Schweizer Triathlon-Europacupkaders<br />

und hat zwischen November 2005 und Juli 2006 als erste Frau die Spitzensport-RS<br />

(Spispo-RS) absolviert. Ihr Fernziel heisst Olympia 2012 in London.<br />

Interview Martina Gasner Bild Severin Nowacki<br />

28 swiss sport 1 2008<br />

swiss sport Anina Stämpfli, warum haben Sie sich<br />

damals für die Spispo-RS entschieden?<br />

Anina Stämpfli Primär wollte ich von den optimalen<br />

Trainingsbedingungen in Magglingen profitieren. Ebenso<br />

reizvoll war die Möglichkeit, dass ich mich als Amateurin<br />

voll auf Triathlon konzentrieren kann und trotzdem<br />

eine kleine finanzielle Entschädigung erhalte. Ich kann<br />

mir vorstellen, nach meiner Sportkarriere die Polizeischule<br />

zu machen, dafür ist das Absolvieren der RS für<br />

eine Frau ein Vorteil.<br />

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld<br />

auf Ihren Entscheid?<br />

Die erste Reaktion war bei allen ähnlich: «Was willst du<br />

als Frau bloss in der RS?» Zudem freute sich mein damaliger<br />

Freund nicht besonders, dass ich so lange Zeit nur<br />

mit Jungs zusammen sein würde. Wenn ich aber meine<br />

Absichten und Beweggründe erklärte, konnten fast alle<br />

meinen Entschluss nachvollziehen.<br />

Wie haben Sie den Rekruten-Alltag erlebt, was hat<br />

Ihnen besonders Mühe bereitet?<br />

Während der Grundausbildung musste ich mich vor<br />

allem daran gewöhnen, mit wenig Schlaf auszukommen.<br />

Ich musste dies aber zum Glück nur 5 statt 21 Wochen<br />

durchhalten. Ich zog das normale Programm mit der<br />

Waffe durch, <strong>des</strong>wegen wurde ich von meinen männlichen<br />

Kollegen nicht als «Extrawurst» abgestempelt, sondern<br />

voll akzeptiert. Beim Schiessen hatte ich anfangs ein<br />

mulmiges Gefühl, es machte mir aber schnell viel Spass.<br />

Und wie liefen die 13 Wochen Trainingslager<br />

in Magglingen für Sie ab?<br />

Es war eine komplett neue Erfahrung, dass ich mich so<br />

lange und so intensiv nur auf den Sport konzentrieren<br />

konnte. Zwischendurch habe ich meinen Job als KV-<br />

Angestellte vermisst, weil dies ein wichtiger Ausgleich<br />

zum Sport ist. Ich habe in Magglingen viel über meinen<br />

Körper gelernt – vor allem, auf all seine Signale zu achten.<br />

Dann haben Sie von der Spispo-RS profitiert?<br />

Auf jeden Fall, die Erfahrungen sind viel wert! Ich kann<br />

diese Ausbildung allen jungen und ambitionierten Sportlern<br />

empfehlen – auch Frauen. In den Jahren nach der<br />

RS kann man sich Trainingslager als Wiederholungskurse<br />

(WK) anrechnen lassen, was insbesondere auch für Athletinnen<br />

und Athleten aus Randsportarten interessant ist.


I N K Ü R Z E<br />

PERSONALIA<br />

Seit dem 27. August 2007 absolviert<br />

Christophe Augsburger seine dreijährige<br />

Sport-KV-Ausbildung bei <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>.<br />

Der 21-jährige Schmittener (FR) ist<br />

Mitglied der Schweizer Volleyball-Nationalmannschaft<br />

und begeisterterBeachvolleyballer.<br />

Daneben trifft er<br />

sich gerne mit Freunden.<br />

Seine weiteren<br />

Hobbys dienen der Erholung,<br />

nämlich Schlafen<br />

und Relaxen.<br />

Seit dem 1. September 2007 ist Simon<br />

Zahnd im Bereich Events von <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong><br />

fest angestellt, nachdem er im Rahmen<br />

<strong>des</strong> Gigathlon ein einjähriges Praktikum<br />

absolvierte. Er wird weiterhin in<br />

der Gigathlon-Organisation tätig sein,<br />

ein weiterer Aufgabenbereich ist die Koordination<br />

Internationaler Grossanlässe.<br />

Simon Zahnd hat die Ausbildung als<br />

Kaufmännischer Angestellter<br />

abgeschlossen.<br />

In seiner Freizeit ist<br />

der 25-jährige Duathlet<br />

aus Uetendorf (BE)<br />

natürlich oft in Joggingschuhen<br />

und auf<br />

dem Rennrad unterwegs,<br />

daneben fährt er Mountainbike<br />

oder schnallt sich die Langlauf-Skier an.<br />

Reisen und Fotografieren sind weitere<br />

Hobbys <strong>des</strong> Ausdauersportlers.<br />

Per 1. Januar 2008 haben gleich fünf<br />

neue Mitarbeiter und zwei neue<br />

Mitarbeiterinnen ihre Stelle bei <strong>Swiss</strong><br />

<strong>Olympic</strong> angetreten:<br />

Cornelia Bienz besetzt<br />

neu die Assistentenstelle<br />

bei «cool and<br />

clean». Die kaufmännische<br />

Angestellte aus<br />

Neuenegg im Kanton<br />

Bern war in den vergangenen<br />

fünf Jahren<br />

als Kursadministratorin in Magglingen für<br />

das Bewegungsförderungsprojekt «Allez<br />

TERMINPLAN FÜR DIE MITGLIEDVERBÄNDE<br />

Datum Anlass<br />

04.03.2008 Meeting Label-Schulen, Ittigen<br />

05.03.2008 Konferenz Leistungssport, Schule und Ausbildung, Ittigen<br />

18.04.2008 Sporthilfe Nachwuchs-Preis, Lenzburg<br />

24.04.2008 Soirée Romande, Lausanne<br />

05.05.2008 Ausserordentliche Versammlung <strong>des</strong> Sportparlaments, Ittigen<br />

08.05.2008 Chef Leistungssport Forum, Leukerbad (–09.05.08)<br />

18.05.2008 Talent Treff Tenero (–24.05.08)<br />

08.08.2008 Olympische Sommerspiele Peking (–24.08.08)<br />

06.09.2008 Paralympics Peking (–17. 09. 08)<br />

09.09.2008 Forum Athletenbetreuung, Ittigen<br />

21.09.2008 Talent Treff Tenero (–27.09.08)<br />

24.10.2008 Sport Session, Ittigen<br />

24.10.2008 Youth Sport Session (–25.10.08)<br />

29.10.2008 <strong>Trainer</strong>-Herbsttagung, Magglingen (–31.10.08)<br />

31.10.2008 Super10Kampf, Hallenstadion Zürich<br />

05.11.2008 Fachtagung «Keine sexuellen Übergriffe im Sport», Ittigen<br />

15.11.2008 12. Versammlung <strong>des</strong> Sportparlaments<br />

28.11.2008 OS-Feier, Ittigen<br />

09.12.2008<br />

2010<br />

6. Nationale Konferenz Nachwuchsförderung, Ittigen<br />

12.02.2010 Olympische Winterspiele Vancouver (–28.2.10)<br />

12.03.2010 Paralympics Vancouver (–21.03.10)<br />

Hop» tätig. In ihrer Freizeit treibt die<br />

29-Jährige viel Sport, von Aerobic und<br />

Fitness über Jogging bis Mountainbike.<br />

Daneben trifft sie sich mit Freunden, verbringt<br />

Zeit mit ihrer Familie, liest und<br />

wandert gern.<br />

Stefan Reber ist als<br />

Buchhalter für <strong>Swiss</strong><br />

<strong>Olympic</strong> tätig und vor<br />

allem für die Buchhaltungen<br />

von Mitgliedverbänden<br />

und der<br />

«Stiftung Haus <strong>des</strong><br />

Sports» zuständig. Der<br />

Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen<br />

mit eidgenössischem Fachausweis<br />

war bisher als Sachbearbeiter in der<br />

Finanzbuchhaltung bei der Schweizerischen<br />

Post im Servicebereich Immobilien<br />

tätig. Der 26-jährige Berner spielt Fussball<br />

beim FC Weissenstein Bern und koordiniert<br />

als Mitglied der vereinsinternen<br />

Spielkommission den Spielbetrieb. Ausserdem<br />

liest er viel, fährt Ski und Mountainbike,<br />

wandert und besucht die Heimspiele<br />

<strong>des</strong> BSC Young Boys.<br />

Ole Rauch leitet den Bereich Projektkommunikation.<br />

Der Betriebsökonom FH<br />

bringt eine breite Erfahrung im Bereich<br />

Medien-Marketing mit<br />

und war als Werbevermarkter<br />

unter anderem<br />

für die ProSieben<br />

Sat.1-Gruppe, die SRG<br />

(EURO 2000 und Olympische<br />

Sommerspiele<br />

2000) und das Comix-<br />

Festival Fumetto tätig. Zuletzt war er Marketingverantwortlicher<br />

und stellvertretender<br />

Geschäftsführer von SevenOne Media<br />

(Schweiz) AG. In seiner Freizeit amtet<br />

Ole Rauch als Marketingverantwortlicher<br />

<strong>des</strong> Fussball-Fanzines «ZWÖLF – Fussball-<br />

Geschichten aus der Schweiz». Daneben<br />

treibt oder schaut er Sport (Fussball, Eishockey,<br />

Tennis und Basketball) und restauriert<br />

und fährt Oldtimer (Lambretta 1964<br />

und Ford Transit 1971). Der 34-jährige<br />

Zürcher wohnt schon seit längerer Zeit<br />

in Bern, ist verheiratet und Vater eines<br />

zweijährigen Sohns und einer drei Monate<br />

alten Tochter.<br />

Nach einem Praktikum<br />

im 50-Prozent-Pensum<br />

ist Christoph Emch<br />

nun im gleichen Pensum<br />

fest angestellt.<br />

Er ist in der Medienabteilung<br />

von <strong>Swiss</strong><br />

<strong>Olympic</strong> für die Medienbeobachtung<br />

zuständig, betreut Hintergrundthemen<br />

und schreibt für das<br />

Magazin «swiss sport». Daneben studiert<br />

er Politik- und Medienwissenschaft an<br />

der Universität Bern. Seine Sporen hat der<br />

23-jährige Wahl-Berner bei der Solothurner<br />

Zeitung abverdient. Die Freizeit verbringt<br />

er mit Freunden oder spielt Fussball<br />

und Gitarre.<br />

1 2008 swiss sport 29


I N K Ü R Z E<br />

Die neu geschaffene Stelle «Leiter Management<br />

Services» ist mit Mario Morciano<br />

besetzt worden. Er wird bei der Vor- und<br />

Nachbearbeitung der<br />

Exekutivrats- und Geschäftsleitungssitzungen<br />

mithelfen und sich<br />

mit der Organisationsentwicklungbeschäftigen.<br />

Als Jurist wird er<br />

zudem Erstanlaufstelle<br />

für juristische Fragen und verantwortlich<br />

für das Vertragsmanagement sein. Mario<br />

Morciano hat zuletzt bei Pricewaterhouse-<br />

Coopers (PwC) gearbeitet und besuchte<br />

berufsbegleitend Module an der Akademie<br />

für Wirtschaftsprüfung. Der 33-jährige<br />

Walliser wohnt in Murten und hält sich mit<br />

Golf, Fussball, Badminton und Klettern fit.<br />

Zu seinen weiteren Hobbys zählen Kochen<br />

und Reisen.<br />

Carmen Brantschen<br />

verstärkt seit Anfang<br />

Jahr die Personalabteilung.<br />

Sie steht momentan<br />

in den Vorbereitungen<br />

für die Abschlussprüfungen<br />

zur<br />

Personalfachfrau und<br />

wird die Personalabteilung beim Aufbau<br />

eines modernen «Human Resources Management»<br />

unterstützen. Die 28-jährige,<br />

in Bern wohnende Heimweh-Walliserin<br />

reist gerne und interessiert sich für Sprachen,<br />

spielt Volleyball und fährt Ski.<br />

Olivier Gloor ist neuer Kontrollkoordinator<br />

der Fachkommission für Dopingbekämpfung.<br />

Vor seinem<br />

Wechsel zu <strong>Swiss</strong><br />

<strong>Olympic</strong> hat der 27-<br />

Jährige aus dem waadtländischen Avenches<br />

während fünf Jahren als kaufmännischer<br />

Angestellter beim «Laboratoire<br />

Suisse d’Analyse du Dopage» in Epalinges<br />

gearbeitet. Olivier Gloor ist begeisterter<br />

Leichtathlet und betreibt die Sportart<br />

nicht nur selber, sondern ist am «Centre<br />

Athlétique Broyard» auch als <strong>Trainer</strong> tätig.<br />

SWISS OLYMPIC<br />

Ausserordentliche Versammlung<br />

<strong>des</strong> Sportparlaments<br />

Am 5. Mai findet im Haus <strong>des</strong> Sports in Ittigen<br />

eine ausserordentliche Versammlung<br />

<strong>des</strong> Sportparlaments statt. Haupt-Traktandum<br />

wird die für eine Gründung einer Nationalen<br />

Agentur für Dopingbekämpfung<br />

notwendige Statutenänderung sein. Die<br />

Versammlung beginnt um 16 Uhr.


AUSBILDUNG SWISS OLYMPIC 2008<br />

Leitung Ort<br />

SML Sport-Management-Angebote VMI/<strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong>/BASPO/IDHEAP gemäss Detailausschreibung auf www.ssmc.ch<br />

VMA Vereinsmanagement-Ausbildung Diverse Multiplikationspartner gemäss Detailausschreibung<br />

Spitzensport<br />

TGK <strong>Trainer</strong>grundkurse 2008 <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> <strong>Trainer</strong>bildung gemäss Detailausschreibung<br />

DTLG Diplomtrainerlehrgang I Elite/Nachwuchs <strong>Swiss</strong> <strong>Olympic</strong> <strong>Trainer</strong>bildung gemäss Detailausschreibung<br />

Unsere aktuellen Kurse finden Sie unter www.swissolympic.ch > Ausbildung/Entwicklung > Kurse<br />

ALLGEMEINES<br />

Fahrsicherheitstrainings<br />

für Sportvereine<br />

Clubs und Vereine benützen Kleinbusse<br />

für Fahrten an Wettkämpfe, in Trainingslager,<br />

für andere Personentransporte samt<br />

Gepäck oder für Materialtransporte. Doch<br />

die Gefahr fährt mit. Unfälle mit Kleinbussen<br />

oder mit oftmals nicht adäquat ausgestatteten<br />

Kleintransportern – vielfach mit<br />

tragischen Folgen für die Insassen – machen<br />

leider immer wieder Schlagzeilen,<br />

weil den meist ehrenamtlichen Lenkern<br />

oft die nötige Fahrpraxis fehlt, um in Notsituationen<br />

schnell und richtig reagieren<br />

zu können. Aufgrund der überwältigenden<br />

Nachfrage im vergangenen Jahr<br />

finden in Zusammenarbeit mit Europcar<br />

und «Test & Training tcs» auch 2008 wieder<br />

Fahrsicherheitstrainings für Verbände<br />

und Vereine statt. Die Beratungsstelle für<br />

Unfallverhütung (bfu) hat das Fahrtraining<br />

mitentwickelt. Als <strong>Swiss</strong>-<strong>Olympic</strong>-<br />

Partner bietet Europcar den Sportverbänden<br />

und -vereinen zudem bis zu 40 Prozent<br />

Rabatt auf Fahrzeugmieten. Weitere<br />

Informationen finden Sie auf der Website<br />

www.swissolympic.ch > Ausbildung/<br />

Entwicklung > Aus- und Weiterbildung<br />

<strong>Trainer</strong>ausbildung<br />

abgeschlossen<br />

Fachausweis <strong>Trainer</strong> Leistungssport<br />

Aberlé René Reiten | Arnold Céline Ski alpin<br />

| Arsich Cathy Triathlon | Aubert Yann<br />

Ballett | Benselin Harald Snowboardcross |<br />

Bestak Philippe Ski alpin | Bordoli Livio<br />

Fussball | Borloz Louis-Nicolas Ski alpin |<br />

Chollet Georges Pétanque | Combe<br />

Nicolas Ski alpin | Cotting Sarah Kunstturnen<br />

| Damaso Ivo Skilanglauf | Däpp<br />

Reto Ski alpin | Dietrich-Hostettler Irene<br />

Radsport | Hangarter Roman Fussball |<br />

Jaquier Jérôme Schwimmen | Johner Lise<br />

Reiten | Kalt Roger Radsport | Kummer<br />

Thomas Unihockey | Louis Stéphanie<br />

Sportklettern | Matte Louis Eishockey |<br />

Mauron François Konditionstrainer |<br />

Richard Michaël Schwimmen | Schädler<br />

Peter Fussball | Schaufelberger Marlen<br />

Kunstturnen | Schenk Markus Snowboard |<br />

Schlatter Markus Handball | Seiler-Rübekeil<br />

Annina Eiskunstlauf | Stöcker Urs<br />

Sportklettern | Vuignier Julien Ski alpin |<br />

Zryd Anton Ski alpin<br />

Diplom <strong>Trainer</strong> Spitzensport<br />

Chabbey Jean-Marc Rad | Cuendet Florian<br />

Skispringen | Diriwaechter Stéphane<br />

Leichtathletik | Jeanneret Ophélia Eis-<br />

SCHLUSSPFIFF<br />

kunstlauf | Maillardet Steve Langlauf |<br />

Miotton Eric Eiskunstlauf | Monachon<br />

Raphaël Leichtathletik | Philippe Patrice<br />

Rugby<br />

Ausschreibung Berufsprüfung <strong>Trainer</strong><br />

Leistungssport mit eidgenössischem<br />

Fachausweis Juni 2008<br />

Prüfungsdatum: 12./13. 6. 2008<br />

Prüfungsort: Bun<strong>des</strong>amt für Sport<br />

Magglingen<br />

Einreichung Schlussbericht: 25. 4. 2008<br />

Prüfungsgebühr: 500 Franken,<br />

bis 25. 4. 2008 zu entrichten<br />

Anmel<strong>des</strong>telle:<br />

Prüfungssekretariat <strong>Trainer</strong>bildung,<br />

BASPO/EHSM, 2532 Magglingen<br />

Anmeldefrist: 15. 2. 2008<br />

Die detaillierten Unterlagen<br />

zur Berufsprüfung finden Sie unter:<br />

www.swissolympic.ch > Ausbildung/<br />

Entwicklung > <strong>Trainer</strong>bildung ><br />

Berufsanerkennung > Berufsprüfung<br />

1 2008 swiss sport 31

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