ewe-aktuell 3/ 2018

eineweltengagement

Magazin des eine-welt-engagement.de

Jahrgang 21 - Oktober 2018

Wechselbäder der Gefühle

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Die Zeit vergeht

Rückblick der Freiwilligen

Neues aus Sambia


Seite 2

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leser,

fast hatte ich vergessen, wie es riecht und wie es sich

anfühlt, wenn es nach langer Trockenheit zum ersten

Mal wieder regnet. In meiner Sambiazeit war es Alltag,

dass es – auch in der Regenzeit – immer wieder längere

Phasen gab, in denen es schlicht überhaupt nicht

regnete. Der schwache Ertrag der Regenzeit 2001/2002

hatte seinerzeit auch eine ziemliche Dürre mit sich

gebracht. Nun also sah der

deutsche Sommer ähnlich

aus: Wiesen, bei denen das

Grün nur noch im Ansatz

zu erkennen war, Flüsse mit

absolutem Niedrigwasser und

einfach unendlich viel Hitze

ohne reinigende Gewitter.

Nun ist es wieder soweit:

Der Himmel ergießt sich,

und man spürt den wohligen

Geruch trockener Erde,

die zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein wenig

Feuchtigkeit bekommen hat. Gedanklich sehe ich dann

Kinder vor mir, die wild vergnügt in voller Montur durch

die Gegend laufen. Wir in Deutschland verkriechen uns

dann eher, aber es ist keine Frage, dass diese Abkühlung

gut tut und der Regen dringend benötigt wird. Und

wenn dann wieder die Sonne scheint, sehe ich auch in

Bonn die Kinder ausgelassen im Springbrunnen tanzen,

und manch Erwachsener gesellt sich dann fröhlich

dazu. Schön, dass es diese Ausgelassenheit auch im

Alltag immer wieder gibt – es muss ja nicht immer mit

Ball, Fahnen und Hupkonzerten sein.

In diesem Sinne wünsche ich euch und Ihnen einen

ausgelassenen Herbst und eine fröhliche Lektüre

2

5

9

14

Edith

Jolina

Charleen

Gemeinden im

Bistum Monze

Editorial

Cecilia

Alisha

Neues aus Sambia

3

6

12

15

Johann Heilmann


Seite 3

Die Neuen

Herzlich Willkommen, Cecila und

Edith! Unsere beiden neuen sambischen

Freiwilligen sind seit Anfang August

in Deutschland. Hier ihre ersten

Erfahrungen…

The new ones

Welcome Cecilia and Edith! Our two new

Zambian volunteers are with us since the

beginning of August. These are their first

impressions…

Brot, Brötchen und Kuchen

Bread, buns and cakes

Ich bin sehr gut in Deutschland angekommen. Mit

der Sprache komme ich so nach und nach klar. Ich

kann schon einige Wörter verstehen und mich auch

ein wenig auf Deutsch ausdrücken. So kann ich zum

Beispiel Sätze auf Deutsch bilden und aussprechen

wie „Ich bedanke mich für das Essen – Das Essen

schmeckt lecker – Entschuldigung“ usw.

Es gibt eine Menge Dinge, die mich seit meiner

Ankunft überrascht haben, so etwa das Wetter

und dass die Sonne erst um 21.30h untergeht.

Viele Deutsche haben Hunde in ihren Häusern als

Familienmitglied und sogar für sie einen Stundenplan

für die Spaziergänge.

Die großen Maisfelder werden zum Füttern von

Tieren angebaut statt Menschen zu ernähren; Tiere

essen den Mais und Menschen fast gar nichts davon.

Als ich mit dem Fahrrad gefahren bin, war ich wirklich

so erstaunt, dass es eigens Wege für Fahrräder gibt,

und sie sind teilweise besser als Autostraßen. Autos

dürfen diese Fahrradwege auch keinesfalls benutzen.

Die Deutschen essen eine Menge Brot, Brötchen

und Kuchen zum Mittag- und Abendessen. Um

Informationen zu behalten, benutzen sie eher Papier

als elektronische Medien.

I am well settled in Deutschland. I am coping to the

language bit by bit. I am able to understand some

vocabulary and expressing myself in Deutsch. Some

of the sentences that I can manage to construct

in Deutsch are „Ich bedanke mich für das Essen“

, meaning „thank you for the food“, „Das Essen

schmeckt lecker“, meaning „the food tastes good“,

and „Entschuldigung“ , means , „excuse me“.

There are a lot of things that I have been surprised of

from the time I came. I was surprised of the weather

to find that the sun sets at 21.30 hours . They keep

dogs in the house as family member such that they

even have time tables for them for having walks. The

big fields of maize are used for feeding the animals,

instead of people. Animals are the ones feeding on

them and people only eat little from these big maize

fields. When I went to ride a bicycle, I was shocked to

find that better roads which can be used for driving

vehicles are used for cycling bicycles and that vehicles

are not allowed on the roads for bicycles. They eat a

lot of bread, buns and cakes at lunch or supper. They

use more of paper work for keeping information than

using electronic objects.


Seite 4

In meinen ersten beiden Wochen in Deutschland habe

ich schon einiges gesehen. So war ich in Köln, wo ich

das historische Gebäude, das allgemein bekannt ist

als Kölner Dom, gesehen habe. Darüber erfährt man

auch etwas in der Schule.

Dann war ich noch auf der Annakirmes in Düren, wo

ich mich wirklich so gut amüsiert habe und wo ich auf

Dingen gespielt habe, die ich in meinem Leben noch

nie gesehen habe. So war ich auf der Achterbahn, das

ist wie ein Boot, das sich im Wasser bewegt. Ich habe

laut geschrien, weil ich mich so erschrocken habe. Ich

war auch auf der Gespensterbahn, wo gespenstische

Dinge erscheinen, die die Leute erschrecken, die

hierhin gehen.

Kurzum, ich fühle mich sehr wohl hier und ich hoffe,

dass ich mich in meinem Jahr in Deutschland an noch

mehr Dingen erfreuen werde. Mir geht es wirklich

gut, und ich kann mich nicht übers Essen beschweren,

es ist wirklich so toll!

Danke

Edith Nabbili

I have visited few places just for the two weeks I

have been in Deutschland. I have visited places like

Köln where I saw the historical building which is

commonly known as COLOGNE CATHEDRAL and

it is commonly taught in schools. I visited Annakirmes

where I really enjoyed playing on things that I have

never played in my life before. I played on things like

roller coaster which is like a boat , it moves in water,

a swing where I really screamed because it was really

scaring and i also went into the scaring house where

they put some scaring idols for scaring people who go

into the scaring house.

In short, I am really enjoying myself and I hope to

enjoy more as I will stay in Deutschland for a year.

Otherwise all is well with me, I cannot complain about

food it is really good like no man’s business.

Thank you,

Edith Nabbili.


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Mama, du bist wirklich weit entfernt

Mummy you are truly far

Ich habe so fest an dich gedacht und deshalb denke

ich, dass es Zeit ist dir zu erzählen, wie ich hier klar

komme.

Die Geschichte ist bis hierhin kurz, aber erstaunlich....

Es ist jetzt erst eine gute Woche her, dass ich mein

Zuhause verlassen habe, aber ich habe schon eine

Menge gesehen und die Zeit fliegt nur so dahin. In

diesen paar Tagen habe ich schon viel gesehen, zum

Beispiel wie Deutsche mit der Zeit umgehen und sich

engagieren mit allem, was sie tun, vor allem mit der

Arbeit. Wenn sie einen Termin haben, sind sie immer

pünktlich. Nicht so wie unsere sambische Zeit, wo

man immer 30 Minuten später dran ist; hier muss

man pünktlich sein, egal was man macht, jede Minute

ist kostbar.

Die Sprache ist ein sehr wichtiger Punkt, weil viele

Leute hier Deutsch sprechen. Aber ich versuche sie

schnell zu lernen und kann schon etwas sprechen und

auch einiges verstehen.

Ich höre nie auf, mir Fragen zu stellen, warum

Deutsche manche Dinge tun. Die Deutschen essen

viel Brot und Kuchen, und es gibt viele Sorten davon.

Sie essen Brot zum Frühstück, Brot zum Abendessen

und das ist ganz normal für sie.

Das Verhältnis zwischen Tier und Mensch hat mich

wirklich erstaunt. Sie sind so miteinander verbunden,

man kann sehen, dass die Chemie zwischen ihnen

stimmt, wenn diese beiden Wesen miteinander

kommunizieren. Der Hund hat eine besondere

Stellung im Haus, das ist ganz anders als bei uns, wo

Hunde immer draußen bleiben. Das ist so interessant.

Ich mag die Transportmittel hier, es gibt nicht nur ein

Verkehrsmittel, sondern mehrere. Und Fahrradfahrer

werden hier sogar im Straßenverkehr respektiert im

Gegensatz zu Sambia, sie haben ihre eigenen Wege.

Und das ist so viel besser. Hier bewegt sich alles

schnell, weil jede Minute kostbar ist und sie haben

eine Menge Schreibarbeit. Ich bin gespannt darauf,

wie es wird, wenn ich meine Arbeit beginne.

Ich freue mich schon sehr auf die kommenden 12

Monate – jetzt sind es noch 11,5 – all das habe ich

dem EWE zu verdanken.

Mama, bete für mich.

Danke

Cecilia Tatila

I was really thinking so hard about you and thought

I should already tell you about how I am coping up

away from you.

The story is short but amazing.....

It’s been a week and some days already since I left

home but have already seen a lot, and time is really

flying. In these few days I have already seen a lot like

how Germans are really good at keeping time and

committed to whatever they are doing especially work,

and if you have an appointment you really have to be

on time. Unlike our Zambian time of 30minutes late,

here you have to be on time for whatever program you

have, every minute is precious.

The language itself is a very vital issue as at now

because a lot of people use DEUTCH. But I am really

trying and can use a bit of it and understand some

vocabulary.

I never stop asking myself some questions to why

Germans do certain things. GERMANS eat a lot of

bread and cake and they have different types of them.

They have bread for breakfast, bread for super and it is

a normal thing for them.

The relationship between animals and humans truly

amazed me. They are so attached to each other; you

can see the chemistry that works as these parties are

communicating. The dog has a special place in the

house unlike us because dogs stay outside. This is so

interesting.

I love the transport system, they don’t rely on one mold

of transport instead they have several. Even bicycle

cyclist are respected unlike us they have proper roads

for them. It’s so much better.

Everything moves fast because every minute is

precious and they have a

lot of paper work. I even

wonder how it will be

when i start work.

I look forward to

enjoying my remaining

twelve months or now

11,5 months , all thanks

to EWE. Mum pray for

me.

Thank you

Cecilia Tatila.


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Rückblick

Drei deutsche Freiwillige kamen im August

aus Sambia zurück. Sie berichten über ihre

letzten Eindrücke:

A look back

Three German volunteers have returned

from Zambia in August. Here are their final

impressions:

Ein Jahr im Rückblick

Looking back

Seit nun drei Wochen sind wir Freiwilligen von 2017

/ 18 wieder zurück in der Heimat und tauchen Tag

für Tag mehr in unseren deutschen Lebensalltag ein.

Ich genieße es sehr, wieder Zeit mit meiner Familie

und alten Freunden zu verbringen, die alle auf

unterschiedlichste Weisen das letzte Jahr verbracht

haben. Oft kommen dann natürlich auch Fragen wie

„Und, wie war es so in Afrika?“ oder „Erzähl mal, was

hast du denn so alles erlebt!“

For three weeks already we are back home in Germany

now, slowly trying to adapt to our daily life again. I

really do enjoy spending so much time with my family

and old friends, who all experienced different things

in the last year. Of course people also want to know

more about my own experiences in Zambia, and often

I hear questions like „How did you find Africa?“ or

Tja, ein Jahr ist gar nicht so einfach in einem Satz

zusammenzufassen, unmöglich eigentlich, aber

trotzdem habe ich drei Wörter gefunden, die es

insgesamt ziemlich auf den Punkt bringen: Emotional,

intensiv und lehrreich.

Das letzte Jahr hatte für mich sehr emotional sowohl

Höhepunkte als auch Tiefpunkte. Bei schönen

Momenten fallen mir besonders die Zeiten mit

meinen kleinen Geschwistern ein, die mich mit ihren

lustigen und neugierigen Fragen immer wieder zum

Lachen brachten (Tante Jolina, bleibst du jetzt für

immer bei uns? Wird deine Haut dann genauso wie

unsere?), aber auch die Zeiten mit meinen großen

Gastgeschwistern, meinen Gasteltern und meinen

Freunden. Andererseits gab es auch Momente mit

Heimweh wie besonders an Weihnachten, oder Zeiten

die einfach mal langweilig waren.

Intensiv wirkt vieles erst im Nachhinein auf mich,

zum Beispiel das ständige Duschen mit kaltem Wasser

oder auch aus dem Eimer und das Waschen mit den

Händen. An diese Dinge hatte ich mich während

meinem Sambiajahr schon so sehr gewöhnt, dass sie

zur Normalität wurden. Wenn ich jetzt in Deutschland

den Wasserhahn aufdrehe und es kommt heißes

Wasser, wenn ich auf die Klospülung drücke und sie

funktioniert jedes Mal wieder, oder wenn ich meine


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„Tell me all the exciting things about your stay in

Zambia.“

Well, summing up one year on the other side of the

world is not easy, impossible actually. But anyway,

I think I finally found three words that can kind of

describe my last year: Emotional, intensive and

enlightening.

Klamotten sauber aus der Waschmaschine hole, dann

bin ich immer etwas erstaunt (genau wie alle um

mich herum erstaunt über mein Verhalten sind) und

kann vieles hier mehr wertschätzen, bewusster und

intensiver wahrnehmen.

Lehrreich war das vergangene Jahr natürlich zum

Beispiel in Bezug auf das Lernen von neuen Sprachen

und das Miterleben von einer anderen Kultur. Vielmehr

habe ich aber auch über mich selbst gelernt, dass ich

auch auf der anderen Seite der Welt unter vollkommen

fremden Menschen und Umständen klarkomme

und mir mein eigenes Leben aufbauen kann. Meine

Gastmutter in Mazabuka hat am Ende zu mir gesagt:

„Kein Mensch auf der Welt ist ein Fremder, wenn man

ihn nur in sein Haus lässt und ihn behandelt wie seine

eigene Familie.“ Nach diesem Satz hat sie auch gelebt,

hat jeden bei sich willkommen geheißen und sich Zeit

für ihre Gäste genommen. Und von dieser Offenheit

und Gastfreundschaft können sich wohl einige von

uns etwas abschauen.

Ich habe auch gelernt, dass die Sambier sich genauso

unterscheiden wie wir Deutschen auch, es gibt offene

und verschlossene Menschen, fröhliche und traurige,

und man kann so pauschal eben gar nicht sagen „wie

die Afrikaner eben sind.“

Emotionally, I had plenty of joyful moments in

Zambia. Especially I remember my small siblings with

their straightforward and funny questions (Auntie

Jolina, do you stay forever with us? And will your skin

also become like ours then?) and also with my big

siblings, my caring host parents and my good friends.

On the other hand I also think of sad moments, e.g.

on Christmas when I felt really homesick, or times in

which I simply felt really bored, e.g. when I couldn’t

work during the period of Cholera.

Talking of an intensive year, I can say that a lot

of impressions are just becoming important and

surprising now, when I look back to my time in

Zambia from a distance. I really got so used to bathing

with cold water from a bucket and to washing my

clothes with my hands. Being back in Germany now,

I sometimes get so surprised when I find warm water

coming out of the shower, when I realize that the toilet

flushes still after three times, and when I remove my

clean clothes from the washing machine. My family

members often find my reactions very amusing,

but for me I just feel like I can realize things more

consciously, and I appreciate a lot of little things in my

daily life more than I did before.

The time in Zambia was very enlightening when I

think of all the languages I learnt (at least partly), and

of all the things I know now about Zambian culture.

But most importantly, I learned a lot about myself,

I am sure that I come out of this year stronger and

more confident, because I know that I am able to

build my own life in a completely new environment.

My Zambian Mom once said to me :“No human being

is really a stranger, as long as you let him enter your

house and take care of him like it was your own family

member.“ I could feel that she meant her words,


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Die Liste von Dingen, die ich erlebt und gelernt habe,

könnte ich wohl ewig so weiterschreiben, und jeden

Tag fallen mir neue Sachen ein, die ich dazuschreiben

könnte. Auch wenn ich nun wieder in Deutschland

bin und mein altes Leben mehr oder weniger wieder

aufgenommen habe, denke ich jeden Tag für ein paar

Minütchen oder auch mal einige Stunden an Sambia

zurück, denke an meine Freunde und an meine

Familie dort und stelle mir vor, was sie wohl gerade

tun. Mit einigen kann ich gut Kontakt halten, mit

anderen leider mangels Internet eher nicht. Aber ich

hoffe doch, dass ich vielleicht eines Tages nochmal

zurückreisen kann, um alte Freunde und neu geborene

Babys zu sehen, um die Entwicklung des Landes zu

beobachten, und um einfach nochmal in mein „Leben

auf der anderen Seite der Welt“ einzutauchen.

Jolina Bilstein

because she treated be so caringly as if I was her own

child. I am convinced that a lot of us should look at

her open and hospitable character and try to be like

her, just a bit, and welcome every guest into our home.

I also learnt that Zambians are so different from each

other, just like we are. Some are open, some are not,

some are happy and some are sad. There is no way of

generalizing „the way Africans are“, or generalizing

anything of the things that I experienced, because we

are all different.

I could probably continue adding things that I learnt

forever, because every day new things become obvious

to me. Although I am trying to live my German life

again, I think of Zambia every day for some seconds

or some hours, wondering how my friends and family

that side are doing. I try to be in touch with them,

but for some it is just a matter of time and a lack of

internet, so that communicating becomes difficult.

But I really hope that some day, I will travel back to my

second home, seeing old friends and new born babies,

observing the development of Zambia in general, and

just reentering my life on the other side of the world.

This is not a Goodbye – See you soon Zambia!

Jolina Bilstein


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Ein Wechselbad der Gefühle

A change of feelings

Ich kann ganz klar sagen, dass in den letzten drei

Monaten in Sambia die Behindertenschule, in der

ich arbeite, mein wichtigster Ort geworden ist. Hier

habe ich wirklich sehr viele Erfahrungen gesammelt,

die mich sicherlich mein ganzes Leben lang begleiten

werden. Wie schon berichtet, wird diese Schule von

irischen Schwestern unterstützt. Diese kommen hin

und wieder mal in der Schule vorbei, um nach dem

Rechten zu sehen. Eine von ihnen hat auch Jahre lang

als Lehrerin gearbeitet und führt mit den Schülern

dort regelmäßig Projekte durch. Selbstverständlich

darf ich dabei helfen, und das Besondere daran ist,

dass ich diese Projekte schon aus Deutschland kenne.

An einem Tag haben wir sogar gebacken, was hier in

Sambia eher ungewöhnlich ist – während der Schulzeit

in der Küche zu stehen. In einer dieser Schwestern

habe ich übrigens auch eine gute Ansprechpartnerin

gefunden. An einem Tag wurde ich von ihr auch zum

Mittagessen ins Kloster eingeladen. Dort gab es dann

zum ersten Mal nach einem Jahr Essen wie ich es aus

Deutschland kenne. Das war ein wirklich sehr schöner

Tag. In der Schule findet selbstverständlich ganz

normaler Schulalltag statt, aber ich habe auch immer

wieder viele kleine schöne Momente mit meinen

Kollegen erlebt, von denen ich jetzt manche auch

zu meinen Freunden zählen kann. Wir hatten viel

Spaß an einem Tag, mit allen Lehrern und Schülern

Spenden für die Schule zu sammeln.

Aber auch unter den Schülern habe

ich Freunde gefunden. Ein Schüler

ist zum Beispiel mein Nachbar, und

nach der Schule habe ich ihn immer

nach Hause begleitet und wir haben

sehr schöne Gespräche geführt.

Bevor ich nach Sambia gekommen

bin, hatte ich starke Angst mit

meinem schlechten Schulenglisch.

Aber ich muss dazu sagen, dass sich

das so schnell verbessert hat, dass ich

mir gar keine Gedanken hätte machen

sollen. Ich bin inzwischen von mir

selber erstaunt, dass ich mittlerweile

gar nicht mehr überlegen muss, was

ich wie sagen muss. Und außerdem

bin ich auch nicht die einzige, deren

Englisch nicht 100 Prozent perfekt

I can clearly say that in the last three months in

Zambia the disabled school I have worked in is my

most important place. I have really gained a lot of

experiences that will surely accompany me all my

life. As previously reported, this school is supported

by Irish sisters. They come to school to check on the

right. One of them has been working as a teacher for

many years and regularly carries out projects with

the students. Of course I helped and the special thing

is that I already know these projects from Germany.

One day we even baked, what is rather unusual here

in Zambia; to be in the kitchen during school time.

Incidentally, I also found a good contact person in one

of these Sisters. One day I was invited by her to lunch

at the Convent. There I had food as I know Germany

for the first time after one year. That was a really nice

day. At school, of course, normal school life takes

place but I have also experienced many small beautiful

moments with my colleagues, of which I can count

some of my friends now. We had a lot of fun one day

with all the teachers and students to collect donations

for the school. But I also found friends among the

students. For example, a student is my neighbor and

after school I always escorted him home and we had

some very nice conversations.

Before I came to Zambia I was very afraid with my

bad English that I have learned at school; but I have


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ist, denn auch die Sambier machen Fehler,

was ganz normal ist, vor allem wenn man

bedenkt, dass es hier noch 72 weitere

Sprachen gibt.

Übrigens kam der Bischof nach Mazabuka

und hat bei uns in der Gemeinde eine Messe

gehalten. Die Menschen waren echt sehr

aufgeregt und haben schon Monate vorher

mit der Planung begonnen, um für ihn alles

perfekt vorzubereiten. Allerdings war der

Gottesdienst dann auch nicht besser oder

schlechter als der an anderen Sonntagen.

Zum Abschied habe ich meine alte Schule

besucht, in der ich ganz am Anfang meines

Jahres gearbeitet hatte. Die Lehrerin hat

inzwischen ihre eigene private Schule

eröffnet, und es gehen fast dreimal so viele

Schüler und Schülerinnen dort zur Schule. Sie ist

jetzt auch nicht mehr die einzige Lehrerin, sondern

hat noch eine Kollegin. Ich habe mich riesig gefreut,

einige bekannte Gesichter zu sehen, und die Kinder

haben sich genauso über meinen Besuch gefreut.

Für die Youths wurde wie jedes Jahr ein mehrtägiger

Ausflug nach Livingstone geplant, auf den wir uns

alle echt sehr gefreut hatten, dieser wurde dann aber

bedauerlicher Weise abgesagt, weil nicht alle bezahlen

konnten. Daran, dass Veranstaltungen abgesagt

werden, habe ich mich in Sambia schon gewöhnen

müssen. Ich war dann trotzdem noch ein paar Tage

mit Sister Chricensia, Agnes, Charleen und Jolina

dort. Wir hatten ein letztes Treffen, um rückblickend

auf das Jahr zu schauen und über manche Konflikte

aber auch besonders schöne Momente zu sprechen.

An einem Tag sind wir dann auch zum Shoppen

rüber nach Botswana gefahren. Das war eine tolle

Überraschung.

Die Abschiedsparty von den Youths für mich hat

dann aber doch stattgefunden. Die Leute haben sehr

viel getanzt und es gab einen Kuchen von meiner

Familie für mich. Außerdem habe ich von den Youths

ein kleines Abschiedsgeschenk bekommen. Dort

habe ich übrigens auch einen jungen Mann kennen

gelernt, der aus Sambia kommt, aber seit sechs Jahren

in Deutschland wohnt. Er hatte genau die gleichen

Probleme, der einzige Weiße bzw. Schwarze zu sein,

womit ich gar nicht gerechnet hatte, da ich immer

to say that it has improved so quickly that I should

not have worried at all. Meanwhile, I am amazed by

myself that I don’t have to think about what I have to

say. It just comes out of my mouth.

Incidentally, the bishop came to Mazabuka and held

a mass with us in the congregation. The people were

really excited and started planning months in advance

to prepare everything for him perfectly. However, the

worship then was no more or less better than mass like

every Sunday in church.

As a farewell, I visited my old school where I have

worked at the beginning of my year. The teacher has

now opened her own private school and there are

almost three times more students than when I have

worked there. She is no longer the only teacher but

has a colleague. I was really happy to see some familiar

faces and the kids were just happy about my visit.

For the Youths as every year, a multi-day trip to

Livingstone was planned on which we were all very

excited but this was unfortunately canceled because

not all could pay. But I was still there for a few more

days with Sister Chricensia, Agnes, Charleen and

Jolina. We had one last evaluation to look back on the

year and to talk about some conflicts but also very nice

moments. One day we went to shop over to Botswana.

That was a great surprise.

After that, a farewell party of the Youths for me took

place. The people danced a lot and there was a cake

from my family for me. I also got a small farewell


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der Meinung war, dass es in Deutschland inzwischen

normal ist, dass auch Schwarze dort wohnen.

Jedenfalls hat es mich noch einmal gestärkt, mit ihm

darüber gesprochen zu haben (auf Deutsch natürlich)

und es hat mir nochmal Power für die letzten Wochen

in Sambia gegeben.

Der Abschied dann kam viel zu früh! Ich wusste zwar,

dass es bald vorbei ist, dennoch war ich darauf mental

gar nicht vorbereitet. Am letzten gemeinsamen Abend

mit meiner Familie gab es dann ein letztes Mal Nshima

für mich. Danach haben wir uns dann gegenseitig

Geschenke zum Abschied gereicht. Der Moment, als

alle ihre Geschenke öffneten, hat mir an Weihnachten

so gefehlt, es war nämlich genauso wie Bescherung

mit der Familie in Deutschland. Und ich glaube sogar,

dass ich Geschenke noch nie so passend ausgewählt

habe wie an diesem Abend, denn meine ganze Familie

hat sich wirklich riesig gefreut. Als mein Vater dann

eine kleine Rede im Wohnzimmer hielt, kamen

ihm sogar die Tränen. Da ist mir nochmal bewusst

geworden, dass wir trotz Hoch- und Tiefpunkten eng

aneinander gerückt und eine Familie geworden sind.

Auch meine Mutter meinte zu mir: „Alisha, wenn du

noch mal nach Sambia kommst, dann erwarten wir

von dir, dass du uns besuchen kommst. Wir sind ja

jetzt schließlich eine Familie.“

Verstärkt in den letzten Tagen habe ich stark den

Druck verspürt, meine Freunde noch öfter zu sehen

als üblich, um die letzte gemeinsame Zeit, die wir

übrig hatten, gemeinsam verbringen zu können.

Gleichzeitig habe ich mich aber auch sehr darauf

gefreut meine deutsche Familie endlich wieder in

die Arme schließen zu können. Ich habe ein ganz

schreckliches Gefühlsbad

durch gemacht. Ich war

richtig aufgeregt auf mein

Leben in Deutschland,

aber gleichzeitig hat mein

Herz auch geschmerzt,

all die wunderbaren

Beziehungen hier in

Sambia zurück lassen zu

müssen.

present from the Youths. Incidentally, I also met a

young man from Zambia who has lived in Germany

for six years. He had exactly the same problems to

be the only white or black, which I did not expect

because I always thought that it is now normal in

Germany, that also black people live there. Anyway, it

has strengthened me once again that I have talked to

him about it (in German language, of course) and it

gave me power for the last weeks in Zambia.

The farewell came way too early! Although I knew it

was over soon, I was mentally unprepared for it. On

the last evening together with my family there was one

final nshima for me. Then we handed each other gifts

to say goodbye. The moment when all their presents

were open reminded me of Christmas eve, because it

was the same as with the family in Germany. And I

even believe that I have never selected gifts as fitting

as this evening, because my whole family was really

happy. When my father gave a small speech in the

living room, he even had tears. That‘s when I realized

once again that, despite highs and lows, we‘ve come

close together and become a family. My mother also

said to me, „Alisha, if you come back to Zambia, we

expect you to come visit us. Because we are a family

now. „

Especially in the recent days, I have felt the pressure

to see my friends more often than usual to spend the

last time together that we have left; At the same time, I

was really looking forward of finally being able to hug

my German family. I‘ve had a terrible emotional bath.

I was really excited about my life in Germany but at

the same time my heart ached to leave behind all the

wonderful relationships

here in Zambia.

Alisha Ernst

Alisha Ernst


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Der Traum von Sambia - Tag 30

nach meiner Rückkehr

The Zambian dream – 30 days after

my arrival

30 Tage ist es nun her, dass ich in Düsseldorf gelandet

bin. Die Hitzewelle, die mich beim Aussteigen aus

dem Flugzeug empfangen hat, gab mir ein mulmiges

Gefühl:

Bin ich wirklich in Deutschland gelandet?

Doch allein die Aussicht aus den Fenstern des

Flugzeuges hat mir deutlich gemacht, dass ich

wirklich wieder zu Hause bin. Weit und breit waren

überall Felder zu sehen, auf denen die Kartoffeln

geerntet werden, die ich in diesem Jahr so vermisst

habe. Vieles habe ich vermisst - meine Familie, meine

Freunde, das deutsche Brot und vieles mehr. Trotz all

der Kleinigkeiten, die ich während des Jahres vermisst

habe, fehlt mir dagegen seit meiner Ankunft hier

etwas ganz anderes:

Meine sambische Familie.

An meinem letzten Tag in der Gastfamilie hatten wir

ein schönes Abschlussessen. Es gab eine Torte, und als

es hieß „Abschied nehmen“, haben sich meine Augen

in zwei Wasserfälle verwandelt. Ich konnte nicht

aufhören zu weinen, weil ich wusste, dass es lange

dauern wird, bis ich meine Familie das nächste Mal

wiedersehe.

Es ist ca. einen Monat her, dass ich in Sambia war.

Trotzdem fühlt es sich an, als wäre ich nie dort

gewesen. Als wäre das ganze letzte Jahr ein verrückter

Traum gewesen. Denn genau wie im Traum ist auch

Sambia eine ganz andere Welt.

Gleichzeitig kann ich nicht aufhören über Sambia

nachzudenken. Ich denke sehr viel an meine

sambische Familie. Wenn ein Lied im Radio läuft, das

ich mit meinen Schwestern beim Kochen gesungen

habe, wenn ich ein T-Shirt sehe, von dem ich genau

weiß, dass mein Bruder Andrew es lieben würde, und

wenn ich die Kette trage, die ich von meiner Schwester

Sandra geschenkt bekommen habe – es sind die

Kleinigkeiten die mich jeden Tag an Familie Mweene

erinnern, und dafür bin ich sehr dankbar.

Auch wenn ich während des FSJs so weit von

Deutschland entfernt war, habe ich das Gefühl, auch

die deutsche Kultur besser kennengelernt zu haben.

Vorher habe ich es als selbstverständlich empfunden,

It´s 30 days ago that I landed in Dusseldorf. The

heatwave I felt as I left the airplane gave me a strange

feeling: Am I really back in Germany?

But even the view out of the airplane windows made

clear that I am really back home. Everywhere I was able

to see fields where they plant the German potatoes I

missed in the last year. There was a lot I missed – my

family, my friends, the German bread and much more.

Nevertheless I miss something else since I arrived in

Germany:

My Zambian family.

At my last day in my host family we had a nice meal

together. There was a cake and as we had to say goodbye

my eyes transformed into two huge waterfalls – I

couldn’t stop crying because I knew that it takes time

till I can come back to visit them.

It is only one month ago that I was in Zambia but

sometimes it feels like I was never there. Like a crazy

dream. At the same time I cannot stop thinking about

Zambia. Everything remembers me off Zambia. A

song that is playing in the radio, something I see from

which I know that my brother Andrew would like it or

when I wear the bracelet I got from my sister Sandra.

I already miss the Zambian easiness and my home

which was always full of people.

The small things are the things I keep in my mind and

I am thankful for it.

Also when I was confronted with another culture

and I was far away from Germany, it feels like I also


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dass wir unseren Müll trennen, dass wir nur eine

Landessprache sprechen und der Schulbesuch

kostenlos ist.

Traditionen wie der Kölner Karneval, Brezeln essen auf

dem Oktoberfest und Maiherzen haben mir gefehlt.

Ich bin in Deutschland groß geworden, trage deutsche

Werte in mir und habe 19 Jahre meines Lebens hier

verbracht. In Sambia habe ich dagegen nur ein Jahr

verbracht, aber trotzdem habe ich das Gefühl, nun

zwischen zwei Kulturen zu pendeln. Bei vielen Fragen

habe ich eine sambische und eine deutsche Antwort

parat und finde es schön, dass der EWE mir die

Chance auf diese “Weitsicht“ gegeben hat.

Empfangen wurde ich am Flughafen von meiner

Mutter und Freunden, ausgerüstet mit einem

„Luumuno“ Banner und Zebra-Luftballon. Ich

erinnere mich schon jetzt gerne an diesen Tag zurück.

Auch wenn ich an dem Tag meine sambische Familie

verlassen habe, bin ich glücklich, wieder bei meiner

deutschen Familie zu sein.

Der Kulturschock ist überwunden, trotzdem sehne

ich mich hin und wieder nach der sambischen

Gelassenheit zurück und meinem Zuhause dort, das

niemals leer war.

Bevor bald das Studium beginnt werde ich die restliche

Zeit noch mit meinen Freunden genießen und freue

mich jetzt schon auf das nächste Mal, wenn ich meine

Familie in Sambia besuchen werde.

Charleen Kovac

learned something about the German culture at the

same time. I never realized that it is something special

that we only have one language, that we separate our

garbage or that school is for free. I missed traditions

like fashion, the Oktoberfest and the tradition of May

trees.

I was born in Germany; I spent my whole lifetime

here but only one year in Zambia. In comparison it

is like one year is nothing but it still feels like I am

in between two cultures now. I am thankful that the

EWE gave me the chance to experience this feeling.

At the airport in Germany my mum and friends

welcomed me with a “Luumuno“ banner and Zebra

air balloon. I already enjoy remembering that day –

also when I left my Zambian family at that day I am

glad to be back with my German family.

Before I start studying social science in October I

enjoy spending time with my friends and dream of the

day when I can go back to Zambia to visit my lovely

family there.

Charleen Kovac


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NEUES AUS SAMBIA

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse

der Präsidentschaftswahlen im

Nachbarland Simbabwe, war es

überall im Land zu Protesten

der Opposition gekommen,

die an der Rechtmäßigkeit des

Wahlergebnisses zweifelt. Die

Regierungspartei ZANU-PF

hatte im Parlament eine mehr als

deutliche Mehrheit bekommen und

der Präsidentschaftskandidat der

ZANU-PF, Mugabe-Nachfolger

Emmerson Mnangwa, war bereits

nach dem ersten Wahlgang zum

Sieger erklärt worden. Auf die

Proteste der Opposition reagierte der Staat mit Gewalt

und der Verhaftung von Oppositionellen. Einer

der führenden Oppositionspolitiker, der ehemalige

Finanzminister Tendai Biti, hatte sich daraufhin nach

Sambia abgesetzt, um dort einen Asylantrag zu stellen.

In einem Eilverfahren wurde dieser Antrag jedoch

abgelehnt und Biti zurück nach Simbabwe gebracht.

Dort wurde er zunächst verhaftet, anschließend

gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt, bis es zu

einem Verfahren kommt. Dass dieser auf Grundlage

rechtsstaatlicher Prinzipien stattfinden wird, ist nicht

wahrscheinlich.

In der Qualifikation für die Fußball-

Afrikameisterschaft, die 2019 in Kamerun erstmals mit

24 Mannschaften ausgetragen wird, geht es im Herbst

in die heiße Phase. Für Sambia stehen in diesem Jahr

noch Spiele gegen Mosambik, Namibia und Guinea-

Bissau an. Die ersten beiden Teams jeder Vierergruppe

qualifizieren sich für die Endrunde. Hypothek für die

„Chipolopolo Boys“, den Afrikameister von 2012,

ist eine Heimniederlage am ersten Spieltag gegen

Mosambik.

Good Governance und Rechtsstaatlichkeit spielen

dabei eine untergeordnete Rolle. Erdogan traf sich

mit dem sambischen Präsidenten Edgar Lungu,

dabei unterzeichneten die beiden Staatsoberhäupter

einige Kooperationsverträge, die u.a. auch türkischen

Firmen bevorzugten Zugang zum sambischen Markt

geben sollen.

Zwei Männer im Alter von 30 und 38 Jahren sind

Anfang August in der sambischen Kleinstadt Kapiri

Mposhi homosexueller Handlungen für schuldig

befunden worden.. Den Angeklagten droht nun eine

Haftstrafe von bis zu 14 Jahren. Das Strafmaß soll zu

einem späteren Zeitpunkt von einem anderen Gericht

verhängt werden. Immer wieder gibt es Berichte über

die Verfolgung von mutmaßlichen Homosexuellen

in Sambia. Bislang widersetzte sich die Regierung

auch Druck von westlichen Staaten, seine Gesetze zu

liberalisieren.

Auf seiner Afrikareise machte der türkische

Staatspräsident Recep Erdogan Ende Juli auch in

Sambia Halt. Die Türkei setzt seit einigen Jahren

zunehmend auf eine stärkere wirtschaftliche

Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten. Die

Einhaltung von Menschenrechten und Prinzipien wie


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Gemeinden im Bistum Monze - Heute: Nakambala

Als eine der größten Städte

der Southern Province verfügt

die Stadt Mazabuka, etwa 60

Kilometer nördlich von Monze

gelegen, über zwei Gemeinden.

Den Assumption Parish in der

Stadt – und St. Paul’s im Stadtteil

Nakambala, dem Teil der Stadt,

wo sich die Zuckerrohrplantagen

und die dazugehörige Fabrik

befindet. Mit anderen Worten:

Dafür, dass die Menschen sich

auch am Copperbelt ihren Tee

süßen können, ist Nakambala

verantwortlich. Der Zambia Sugar

wird darüber hinaus auch ins

südliche Afrika und nach Europa

exportiert, die Firma ist an der

Börse in Lusaka gelistet. Landesweit bekannt ist

Nakambala aber auch für seinen Fußballverein, die

Nakambala Leopards. Zwar sind die Leoparden

eine Art Fahrstuhlmannschaft zwischen erster und

zweiter Liga, jedoch im Süden des Landes weit und

breit die einzige Mannschaft, die mit den Teams aus

Lusaka und dem Copperbelt mithalten kann. In der

aktuellen Saison dürfte der Klassenerhalt in der ersten

Liga geschafft werden. Die Gemeinde St.Paul’s ist

mittlerweile auch regelmäßiger Gastgeber deutscher

Freiwilliger – mitten im „sweetest place of the nation“.

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